Donnerstag 02.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 29 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 22 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 29,8 Grad - niedrigste Temperatur 21,0 Grad
Freunde für´s Leben
Indalecio vs. Juan Ramón
Ich wollte so gerne eine schöne Nachricht schreiben, so was nettes, vielleicht ein bisschen skurril, aber eben nett. - Und was passiert, in Los Llanos ist mal wieder ein Skandal angesagt, ein "caso", also ein "Fall" wie wir solche polemischen Angelegenheiten nenne und ich nehme den Namen dieses Falles schon mal voraus, das wird der "Caso Quiosco" werden. - Die Protagonisten sind alte Bekannte, denn alte Freunde kann man nun wirklich nicht sagen, es ist nicht das erste Mal, dass Indalecio Pérez und Juan Ramón Marín kräftig aneinanderrasseln. - Die Pikanterie dabei wird noch erhöht, wenn man weiß, dass beide ja in das gleiche Hobby haben, beide sind in der Lokalpolitik in Los Llanos beschäftigt, man möchte fast sagen verstrickt. - Juan Ramón Marín ist bekannterweise Bürgermeister, allerdings nicht gewählter, sondern nachgerückt, nachdem Juan Ramón Hernández "freiwillig" seinen Posten geräumt hat, um ins Gobierno de Canarias aufzusteigen. - Die Schuhe scheinen ein bisschen groß zu sein für den zweiten Juan Ramón, der meist mit JuanRa II abgekürzt wird, man kann nicht wirklich sagen, dass seine Amtszeit bislang sorgenfrei und vor allem kritikfrei verlaufen wäre, der Mann produziert einfach zu viele Baustellen. - Mit Baustellen sind jetzt nicht wirkliche Baustellen mit Mörtel und Schubkarre gemeint, sondern er langt des Öfteren mal schlichtweg daneben, gleich in den Fettnapf. - Sei es die fragwürdige Personalführung im Rathaus selbst, die unschöne und fast schon schmierige Geschichte um das Asphaltwerk, wenig geht dem Mann wirklich glatt von der Hand und die Kritik an ihm wird auch ständig größer. - Indalecio Pérez hingegen sitzt für die Partei CCN (Centro Canario Nacionalista) auf der Oppositionsbank und zielt gerne und gut auf den Bürgermeister, und da er im bürgerlichen Leben auch noch Anwalt ist, und wohl ein guter obendrein, zumindest ein erfolgreicher, kann man sich vorstellen, mit dem ist bei den Gemeinderatssitzungen nicht gut Kernobst essen und wenn der mal angebissen hat, dann wird man den auch nicht mehr los. - Ein "harter Hund" also als Anwalt, was ja für diesen Beruf wohl als Auszeichnung gilt.
Nun hat Indalecio den Bürgermeister wegen Pflichtverletzung und Urkundenfälschung angezeigt, es geht um den Kiosk den man in Puero Naos aufgestellt hatte, welcher als Tourismusinformation dienen sollte. - Dieser Kiosk wurde im August aufgestellt und ein paar Tage danach gleich wieder entfernt, weil die Anwohner des Ortes heftig protestiert hatten, einmal weil der Kasten potthässlich ist und auch der Standort war den Bewohnern des Badeortes nicht genehm. - Indalecio hat sich nun die ganzen Papiere um den Ankauf dieses Kioskes mal kommen lassen und dabei festgestellt, dass man die Aufstellung und Inbetriebnahme dieses Kioskes bereits in den Juni zurückdatiert hatte, obwohl dieser erst im August aufgestellt wurde. - Dieses Dokument ging aber bereits im Juni an die das Umweltamt in Madrid, wofür man eine Subvention kassiert, da es sich um eine Verbesserung der Ausstattung des Weltbiosphärenreservats handelt. - Darin sieht nun Indalecio bereits eine Urkundenfälschung, und ist man pingelig, dann ist das wohl auch so, denn der Bürgermeister, und nicht nur der, die haben ja mit ihrer Unterschrift bestätigt, dass der Kiosk bereits gestanden hat. - Was wir nicht in Erfahrung bringen konnten ist, ob denn die Subvention bereits ausgezahlt wurde und über welchen Betrag wir hier reden. - Der Kiosk selbst, der aussieht wie ein großes Dixi-Klo mit Fensterscheiben und sandfarben daherkommt, soll 43.000 Euro gekostet haben, das alleine stellt schon eine Frechheit dar, bietet aber auch noch weitere Nahrung für Spekulationen. - Als Kompott bietet dann Indalecio auch noch die wirren Aussagen des Bürgermeisters nachdem er die Reklamationen der Bürger vernommen hat. - Der behauptet nämlich, das sei gar nicht der Kiosk gewesen, den man bei der Firma bestellt hätte, das sei nicht seine Schuld. - Dafür gibt es aber keine Belege, so dass sich nun der Bürgermeister von Indalecio auch noch als Lügner beschimpfen lassen muss. - Da kommt Freude auf bei einer solch dauerhaften Männerfreundschaft und nun wird man mal auf die Antwort des Juan Ramón darauf gespannt sein, und auch ob und wann sich ein Gericht dafür interessiert.
Donnerstag 02.09.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1017 hPa
Abtauchen,
Ausschwitzen, Aussitzen, und bloß nicht hingucken
Viele Dinge, vielleicht sogar die meisten, erledigen sich von selbst. - Das ist doppelt praktisch, wenn es sich um unangenehme Dinge handelt, denn im Dunstkreis von Problemen lässt sich einfach kein Strahlefoto für die Presse ablichten, und wer will schon grübelnd und aussichtslos an der Stätte des Handlungsbedarfs aufgenommen werden. - Ich habe großes Verständnis für so etwas, warum sollte sich eine Inselpräsidentin mit verzweifelten Tierschützern ablichten lassen, oder gar etwas zum Thema sagen, das kann doch nur nach hinten losgehen. - Tänzelnd ausweichen, lächelnd den vorzeitigen Ausfallschritt üben, den Tango der Unauffälligkeit proben, so lange bis wieder grünes Licht die Bühne freigibt und andere Themen Applaus und Lächeln garantieren. - Bei weitem nicht so gravierend wie in Sachen abgelegter Hunde und Katzen, erleben wir gerade wieder das Ballett der Schande unserer politischen Führung, am Krankenhaus, wo alle nach Problem verreist sind. - Unser Krankenhaus hat keine Parkplätze mehr, und keiner hat Schuld an dem Umstand und jeder ist im Recht und wenn ein kranker Mensch dort zur Untersuchung muss, dann darf der doch locker 500 Meter den Berg hinauf vom alten Flughafen laufen, denn woanders bekommt der sein Auto gar nicht mehr abgestellt. - OK, früh genug, so gegen 07:30 Uhr vielleicht noch in zweiter Reihe oder auf dem eigentlichen Bürgersteig, dann kann man das Krankenhaus sogar noch in 5 Minuten erreichen, später geht das auch nicht mehr und die Busfahrer muss man mal befragen, wie die das sehen, denn die müssen sich jetzt zwischen falsch geparkten Wagen und dem ewigen Stau der Parkplatz suchenden Autos hindurchtasten. - Was war geschehen? - Der Parkplatz des Krankenhauses, nördlich des Gebäudes gelegen, der war nur geliehen, von der Gemeinde Breña Alta. - Abgemacht war, als das neue Krankenhaus eröffnet wurde, dass dieser Parkplatz so lange genutzt werden kann, bis die Klinik ihren eigenen Parkplatz hat. - Allerdings gibt es im Haushalt des Krankenhauses seitens der Gesundheitsbehörde überhaupt keinen Posten welcher die Schaffung eines Parkhauses vorsieht, der Parkplatz stehe also auf Warteposition und niemand kümmert sich darum. - Die Gemeinde nun hat ihrerseits die Nase voll und für das Gelände des Parkplatzes anderes im Sinn, als diesen weiter ohne erkennbaren Nutzen für sie, dem Krankenhaus zur Verfügung zu stellen.
So ist der Parkplatz nun seit dem 1. August geschlossen, Arbeiter des Cabildo Insular bereiten dort Infrastrukturen vor, welche für den "Plan Parcial de Buenavista" vorgesehen sind, und keiner kann einem so wirklich sagen, was denn da eigentlich gebaut wird und ob das denn nötig ist. - Weder das Cabildo Insular, noch die Gemeinde Breña Alta noch die Krankenhausleitung sind gewillt oder in der Lage dazu etwas zu sagen, obwohl alle drei Korporationen auch dafür verantwortlich sind, dass eine Infrastruktur der ersten Reihe, das Inselkrankenhaus, welches auch noch als Poliklinik dient für alle Fachärzte, für Patienten und Personal gut erreichbar ist. - Dazu gehören auch Parkplätze und ich möchte nicht wissen was los ist, wenn ein Rettungswagen einen Schwerverletzten anliefert, aber nicht durchkommt zum Krankenhaus, weil der Zufahrtsweg durch falsch geparkte Fahrzeuge oder einen Unfall beim Rangieren blockiert wird. - Das Krankenhausleitung sagt, das geht uns nichts an, die Gemeinde sagt, die Krankenhausleitung weiß seit 8 Jahren, dass sie einen Parkplatz braucht, und die Inselregierung ist verreist, oder viel zu sehr damit beschäftigt woanders hinzugucken. - Die Bauarbeiter selbst, das sind die einzigen die Auskunft geben und so wie es aussieht, ist Ende September wieder alles fertig, und die Autos können wieder dort parken, wo sie es immer getan haben. - Bis dahin, Chaos pur, und keiner kümmert sich darum, und manchmal bin ich schon sehr überrascht, dass diese Insel dennoch immer weiter funktioniert. - Und das sogar erstaunlich gut, trotz unserer globalen Abneigung gegen Planung und trotz unserer ständig präsenten und für alle Eventualitäten gewappneten Nichtzuständigkeitsminister.
Mittwoch 01.09.2010 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 30 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 29,4 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 35,8 - Temp. Min 18,9 - Feuchte 5 - 30 % Niederschlag 0 mm
Hungerstreik gegen Hausabrisse
Costas hat immer weniger Freunde
Costa Cordalis, der singende Schmalzkringel aus Griechenland, der hatte viele Freunde, zumindest noch in der Zeit vom Heck, vom Dieter Thomas. - Wir meinen aber nicht diesen Costa, sondern Costas, und auch nicht mit Nachnahmen Cordalis, sondern ausgeschrieben, Demarcación de Costas. - Das ist die Küstenbehörde, und die untersteht wiederum dem Umweltministerium. - Umweltministerium bedeutet übrigens nicht Umweltschutzministerium, das verwechseln manche, und sind dann immer wieder erstaunt, wenn wieder mal ein Umweltmysterium geschieht. - Costas steht hier auf den Inseln am meisten in der Kritik, weil es ein wunderbares Gesetz in Spanien gibt, welches Privatmenschen oder Firmen den Besitz auch nur eines Meters der Küstenlinie untersagt. - Die Küste ist für alle da, nur hoheitliche Behörden oder Organisationen können bestimmte Stellen an Spaniens Küsten belegen, allen anderen ist das untersagt, und bebaut darf diese Zone schon gar nicht werden, es sei denn, es handelt sich dabei um öffentliche Einrichtungen welche das Grüne Licht Costas erhalten haben. Nun taucht allerdings eine Frage auf, und die gar nicht so selten, was ist denn mit den Häusern und Siedlungen, welche bereits vor 1988 an der Küste gestanden haben, also noch bevor das Gesetz diese Einschränkungen aufstellte. - Bestandsschutz möchte man meinen, aber das sieht die Küstenbehörde anders, und will an der gesamten spanischen Küste alles was Fenster und Türen hat einreißen lassen, und hat auch schon kräftig damit begonnen. - Das gibt Ärger aller Orten, auch auf La Palma, wir erinnern uns an die Abrisse an der Playa Nueva, im Süden der Insel und dem drohenden Abriss der lebendigen Siedlung La Bombilla.- Für die meisten Haus- oder auch Hüttenbesitzer gibt es ein grundsätzliches Problem, dass sie auch vor dem Inkrafttreten des Gesetzes von 1988 bereits ihr Haus illegal errichtet hatten, weil keine Behörde ihnen die Erlaubnis ausgestellt hat, beziehungsweise ausstellen konnten. - In den meisten Fällen sieht es ähnlich mit dem Grund und Boden aus, auf dem die Häuser errichtet worden sind, der gehört meist niemandem, oder ist auf fragwürdigen Wegen in den Besitz der Anrainer gelangt, und dann in Privatverträgen veräußert worden. - Über die Gültigkeit solcher Papiere streitet man im großen Rahmen, und wer den pfiffigeren Anwalt hat, der kann sogar Recht bekommen, so wie das erst neulich mehreren Anwohner El Remos gelungen ist. - Eine letztendliche Rechtsprechung gibt es da noch nicht, viel zu unterschiedlich sind die legalen Besitzverhältnisse, von null Papieren bis hin zu einem Kaufvertrag, und in manchen Fällen sogar einen Eintrag im Katasteramt, obwohl das eigentlich gar nicht möglich wäre. - Aber bei uns ist alles möglich, außer Regen im August…
Die Küstenbehörde hat zunächst ziemlich erfolgreich mit Druck die ersten Abrisse durchgeführt, Mahnungsschreiben in denen hohe Strafen angedroht werden, wenn bis dann und dann das Haus nicht verschwunden ist, das hat so manchen schon Beine gemacht und einige Häuser sind wirklich durch die Hände der eigenen Besitzer gefallen, die sich beeindrucken ließen. - Allerdings nahm der Widerstand auch immer weiter zu. - Da sind eben auch immer wieder mal Meldungen von kleinen juristischen Erfolgen einiger Siedlungsbewohner, bis dann die Küstenbehörde in höherer Instanz wieder erfolgreich klagt, oder eben vielfach mit weiterem Druck die Eigentümer unter Stress stellt. - Eine letztendliche Lösung ist nicht in Sicht, die juristischen Auseinandersetzungen in dem Thema absolut unübersichtlich und für Laien unverständlich, und viele Fragen bleiben auf allen Seiten offen. - Warum hat man bislang nur Hütten abgerissen aber keine Paläste, warum werden manche Siedlungen gerettet in dem man sie urbanisiert, und warum kommt die Küstenbehörde erst jetzt mit dem Gesetz daher, welches doch schon seit 1988 Anwendung findet. - Wer sein Haus und seine Bleibe dort in einer der Siedlungen hat, für den sind das existenzielle Fragen, und so verwundert es nun auch nicht, dass die Nachbarn aus "Cho Vito", einer dem Abriss unterstellten Siedlung auf Tenerife, jetzt in den Hungerstreik begeben, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. - "Cho Vito" ist bereits zum Symbol für die Abrisse hier auf den Kanaren geworden, so richtig mit Fernsehbildern, live weinende Familien neben den Raupenschleppern und wütende Männer, welche mit Besen und Latten auf die Baumaschinen eindroschen. - Genutzt hat das bislang wenig, aber immerhin wird die Presse diesen Hungerstreik blumig und aufmerksam beobachten, und das ist ja dann schon die halbe Miete. - Ob das langfristig zu einer tragbaren Lösung für alle führt, das möchte ich dennoch bezweifeln, die lange Hand des Gesetzes wird sich wohl dauerhaft durchsetzen. - Aber wir wissen ja, die Justiz hält manchmal auch wirkliche Überraschungseier bereit und wir werden sicherlich noch sehr oft über dieses Thema berichten können. - Hungerstreik hier auf La Palma, das kann ich mir aber nicht wirklich vorstellen, wir essen doch alle für unser Leben gern…
Mittwoch 01.09.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1017 hPa
Sicherheitsgürtel um Fuencaliente
Wasserleitungen gegen Waldbrände
Vielleicht ein bisschen spät möchte man meinen. - Aber was soll man den noch alles von einer Gemeinde verlangen, die stehend KO ist, weil solch kleine Korporationen einfach nicht effektiv arbeiten können. - Das Personal kann man gerade noch bezahlen, die Telefonkosten im Rathaus, und dann wird es bereits eng, und wenn wirklich noch weitere Maßnahmen durchzuführen sind, dann muss der Bürgermeister bei anderen Instanzen anklopfen um dort Gelder locker zu machen. - Das ist auch der Hintergrund, warum man jetzt erst das erste Teilstück einer Wasserleitung in Betrieb nimmt, welche als Sicherheitsgürtel um den Ort liegt, um zukünftige Waldbrände von besiedelten Gebieten fern zu halten. - Immerhin liegen jetzt bereits ein Kilometer Wasserleitungen oberhalb von Los Canarios im Wald, und weiter will man noch 5 Kilometer Rohre verlegen, bis diese Leitungen in den beiden Siedlungen La Fajana und El Charco ankommen. - Die Wasserrohre werden oberhalb der Südstraße gelegt, genau dort, wo eben letztes Jahr das Feuer sich so schnell und unbekämpfbar ausgebreitet hatte. Geld dafür gibt es von der Zentralregierung in Madrid, aber auch vom Gobierno de Canarias, es sind wohl 300.000 Euro zur Verfügung, da kann man schon ein paar Kilometer verzinktes Rohr verlegen. - Wasserleitungen im Wald und den Bergen, das ist immer schon der Traum der Feuerwehr, dann könnte man im Falle eines Brandes eben auch in für Fahrzeuge unzugänglichen Gebieten sofort über große Mengen Wasser verfügen. - Im Norden der Insel hat man vor ein paar Jahren bereits begonnen damit, Druckwasserleitungen in den Bergen zu verlegen. - Alle 50 Meter eine Zapfstation, und dann muss man hoffen, dass man auch das Personal in dem Moment zur Verfügung hat, welche an diesen Rohren ihren Dienst verrichten. - Die Idee ist hervorragend und schließlich sogar noch billiger auf die Dauer als Brandschneisen, welche brutal von Raupenschleppern in die Landschaft gepflügt werden, um eventuelle Feuer davon abzuhalten, ungebremst weitere Flächen zu vernichten. - Die Brandschneisen müssen nämlich alle Jahre wieder von nachwachsendem Grünzeug befreit werden, sonst verlieren diese Sperren ihren Nutzen. - Das Netz der Wasserleitungen nun soll als Bandschneisen dienen, hört sich gut und vernünftig an, allerdings hat dieses System bislang noch keine Feuertaufe gehabt. - Im wahrsten Sinne des Wortes.
Passend zum Thema sind die Temperaturen nun fast wieder auf einem sommerlichen Normal angekommen. - Keine abrupte Abkühlung, es ist einfach nur stündlich ein bisschen frischer geworden und im Laufe des Tages soll auch die Luftfeuchte mal wieder messbar werden. - Ein kompletter Wandel der Großwetterlage bringt uns diese Abkühlung, das störende Tief auf der sonstigen Position des Azorenhochs ist nach Westen verschwunden und hat wieder Platz gemacht für weit reichenden Hochdruck auf dem Nordatlantik. - Noch kein wirkliches Hoch mit Pauken, Trompeten und scharf abgezeichnetem Passat, aber man arbeitet daran. - Von Herbst oder gar Winter noch keine Spur, es sind noch durchaus sommerliche Spiele, welche sich da hinter unserem Horizont am Wetterhimmel abspielen und bereits kommende Woche kann es noch mal warm bis heiß werden.
Dienstag 31.08.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 32 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 36,2 Grad - niedrigste Temperatur 31,0 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 38,7 - Temp. Min 22,2 - Feuchte 5 - 5 % Niederschlag 0 mm
Das kleine Neptungras -
- und der große Vorwurf
Wir verlassen dazu mal die Insel und stellen uns irgendwo zwischen Granadilla auf Tenerife und Madrid auf. - Der "Puerto de Granadilla" sagt Ihnen ja vielleicht was, wenn nicht, auch nicht schlimm. - Dort soll ein Industriehafen entstehen, um Santa Cruz de Tenerife zu entlasten, allerdings haben viele Menschen etwas dagegen, dass dort ein neuer Hafen entsteht. - Die Menschen dort vor Ort erwarten sich aber auch viele Arbeitsplätze, zumindest beim Ausbau des Hafens, und hoffen eben später auch auf mehr wirtschaftliche Bewegung in ihrer Region. - Dagegen haben die meisten Umweltschützer etwas, und eben auch die Leute in den Häfen von Santa Cruz und Los Cristianos, die um ihre Arbeitsplätze fürchten, wenn in der Nähe plötzlich ein neuer und großer Hafen entstehen soll. - Die Umweltschützer sind natürlich generell gegen Landverbrauch, in diesem Falle "Küstenverbrauch" zur Schaffung neuer Infrastrukturen, wenn diese eben woanders bereits vorhanden sind. - Und viele Bürger, auch EU-Bürger regen sich einfach auf, dass da ihr Geld in den Atlantik geschüttet wird, obwohl man die Notwendigkeit dieses neuen Hafens mehr als anzweifeln kann. - Die Polemik ist also gesät und das geht auch schon über Jahre, aber irgendwie setzt sich das Gobierno de Canarias immer wieder durch und nun hat der Bau des Hafens auch bereits begonnen. - Aus Europa stoppte man dann den Bau erneut, denn das kleine Neptungras (Cymodocea nodosa) taucht nun in der Diskussion auf, und da das kleine Neptungras eine geschützte Spezies ist und dort wo der Hafen von Granadilla hin soll weite Seegraswiese existieren, darf dort natürlich kein Hafen hin. - So droht das kleine Neptungras eine millionenschwere Investition zu Fall zu bringen, und damit auch den Bezug so lecker geschenkter Dinge wie Millionen aus Brüssel. - Also, wie kommt man nun dazu, den Hafen dennoch zu bauen, denn unser Gobierno de Canarias hat ja ihrer Klientel, bestehend aus Gewerbetreibenden der Inseln und einflussreichen Magnaten versprochen, dass hier gebaut und verkauft werden kann wie wild.
Wenn das kleine Neptungras schon nicht weg kann, aber dann doch bitte der Status des Seegrases im Artenschutzkatalog, so müssen sich das ein paar "Amigos" in einschlägigen Bodegas ausgedacht haben, und wer regiert, der schafft an.- So hat man flugs einen neuen kanarischen Artenschutzkatalog aufgelegt, weniger unter strikter Beobachtung wissender Biologen, sondern eher unter freundlicher Abnickstellung einiger Techniker aus den eignen Reihen. - Das Ergebnis, nicht nur das kleinen Neptungras ist zukünftig kein Schutzbefohlener auf den Kanaren mehr, sondern mit ihm gleich noch weitere 50 Spezies, die bislang wohl schützenswert waren, nun aber wohl irgendeinem Bauvorhaben im Wege standen. - Großes Gebrüll und Aufschreien überall, und auch die Sozialisten haben angekündigt, gegen diesen neuen Artenschutzkatalog vorzugehen. - Das war vor ein paar Wochen, und nun hört man Interessantes aus Madrid. - Die bestärken nun die kanarische Regierung, und nehmen ihrerseits das kleine Neptungras aus dem Katalog der geschützten Arten, dem Weiterbau des Hafens von Grandilla steht also nichts mehr im Wege. - Ich kann mir nicht auferlegen zu wissen, ob denn nun dieses Seegras wirklich schutzbedürftig ist, oder sich vielleicht die Bestände so weit erholt haben dass man darauf verzichten kann, dieses Unterwassergewächs weiter zu schützen, diese Diskussion bleibt Meeresbiologen vorbehalten. - Allerdings kommen die meist in dieser Diskussion überhaupt nicht zu Wort, sondern nur die Politik und die wirtschaftlichen Interessen. - Der fast schön bösartige Verdacht lautet nun, in Madrid hätte man als Zugeständnis an die Coalicón Canaria, weil die ja so brav bei den Abstimmungen um Sparkurs, Arbeitsmarktreform und Haushalt mit den Sozialisten gestimmt haben, gewisse andere Vorhaben einfach abgewinkt, so zum Beispiel die Entkatalogisierung der Seegraswiesen, damit der Hafenbau von Granadilla nicht gefährdet wird. - Ein schwerer, und auch sehr unschöner Vorwurf, der aber bislang natürlich nur im Stadium einer Vermutung stecken bleiben kann, denn was nahe liegt muss noch lange nicht richtig sein, aber nach frischem Seegras riecht das alles nicht, sondern schon ziemlich faulig. - Die Sozialisten sind da nun schwer in Erklärungsnot geraten, und müssen profunde Argumente liefern, um den Verdacht des Handeltreibens mit geschützten Arten wieder loszuwerden. - Auffällig ist die Unterstützung der Sozialisten in Madrid seitens der Coalición Canaria schon lange, aber man konnte auch bislang meinen, das machen die, weil die nächstes Jahr regional mit den Sozialisten koalieren wollen. - Möglich ist es, aber es ist auch möglich, dass eine Hand von der Anderen gewaschen wird. - Und wenn Sie nun wieder meinen, typisch Spanien, dann sage ich nur Stuttgart 21, oder FDP und gesenkte Mehrwertsteuersätze für Hoteliers, und dann sind wir locker wieder quitt…
Dienstag 31.08.2010 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1016 hPa
Bitte warten, bitte warten…
Neue Straßensperrungen im Norden der Insel
Gebuddelt wird auf La Palma immer, mal hier, mal da. - Im Focus dabei ist auch immer der große Inselring, die Straße eben, auf der es uns gelingt, diese Insel komplett zu umrunden. Dabei fällt auf, dass nur kleine Strecken dieser Straße wirklich stark frequentiert sind, so ist zum Beispiel die Inselumrundung über den Norden eigentlich eine komplett touristische Angelegenheit, oder aber die paar Anwohner die noch "hinter" Barlovento wohnen, begeben sich woanders hin. - Das liegt auf der einen Seite an der Tatsache, dass der Norden der Insel immer mehr Bewohner verliert, aber eben auch an den vielen Kurven und Engstellen welche diese Straße aufweist, so dass als Hauptverbindungsweg von Ost nach West und umgekehrt die Straße durch die Cumbre-Tunnels weiterhin konkurrenzlos ist. - Weil wir so viel Geld übrig haben, wird aber an der Nordstraße nun seit gut einem Jahr wieder heftig gebaut. - Von Santa Cruz bis nach Los Sauces ist ja die Strecke bereits vor Jahren breit ausgebaut worden, Barrancos wurden "weggetunnelt" oder per Brücke beschnitten, so wie das die gewaltige Einbogenbrücke kurz vor Los Sauces eindrucksvoll beweist. - Nun geht es weiter mit dem Ausbau, von Los Sauces über Barlovento bis "Cruz de Castillo" ist der nun in Angriff genommene Teil der Nordumfahrung, und wenn man der Presse und den dahinter Auskunft gebenden Stellen glauben darf, dann geht der Ausbau dieses Streckenabschnittes zügig und planmäßig voran. - Allerdings sind solche Baustellen halt immer auch ein Verkehrshindernis für die Anwohner, denn ohne sich auf der Straße zu bewegen kann man eine solche Arbeit auch nicht ausführen, das leuchtet wohl jedem ein. - So hat man immer die Wahl, entweder geht der Bau schnell voran und man sperrt die Straße, oder aber man geht den pragmatischen Weg die Arbeiten neben dem laufenden Verkehr durchzuziehen, was aber dann eben auch bedeutet, dass man nur langsam vorankommt und nicht alle Technik oder viele Arbeiter gleichzeitig einsetzen kann.
Ein Komplettsperrung kommt aber nicht in Frage, da diese Straße für viele Siedlungen die einzige Möglichkeit ist, zu diesen zu gelangen, eine Umleitungsmöglichkeit gibt es da einfach nicht. - So geht man den Weg der temporären Sperrungen, stundenweise wird die Straße gesperrt und dann wieder für den Verkehr geöffnet. - Solch ein Kompromiss muss dann aber gut überdacht werden, die Anwohner dort müssen ihren Tagesablauf auf den Sperrungen ausrichten, so dass der Weg zur Arbeit oder zur Schule schon mal kräftig neu geplant werden muss. - Die Bewohner Barloventos haben das über Monate bereits erfahren müssen und nun drohen für einen weiteren Monat diese Teilsperrungen, weil man an Arbeitsabschnitten angelangt ist, die eben nur ohne laufenden Verkehr machbar sind. Den gesamten September über, von morgen an, ist ab Kilometer 25 bei der "Cueva de la Virgen de Candelaria" die Weiterfahrt nur noch temporär möglich und man sollte das beachten, wenn man nicht Stunden auf der Straße warten will. - Von Montag bis Freitag ist die Straße zu von 09:45 - 11:15 Uhr von 11:45 - 13:15 Uhr und am Nachmittag von 16:00 - 19:00 Uhr. - Samstags gibt es nur die beiden Vormittagssperrungen, Sonntag, Feiertags und nachts ist die Straße offen. - Krankentransporte sind immer zugelassen und die Feuerwehr darf auch durch, sollte irgendwo gezündelt worden sein. - Die Zeiten der Sperrung sind schon sehr auf die Anforderungen der Einwohner ausgerichtet worden um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. - Die Sperrungen gelten vorerst bis Ende September. - Weiterhin ist auch die Straße von Tajuya nach Fuencaliente stundenweise gesperrt, und es sieht so aus, als baue man dort gleich die neue Trasse und repariere nicht nur die von den Erdrutschen betroffenen Teile.
Montag 30.08.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 35 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 36,2 Grad - niedrigste Temperatur 31,0 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 41,8 - Temp. Min 23,8 - Feuchte 5 - 5 % Niederschlag 0 mm
Amerika neu erfinden,
hier!
Jetzt hat es den Siebold erwischt. - Zu viel Hitze, oder sein Lieblingskater ist schwanger geworden oder sonst was ist passiert, der will Amerika neu erfinden. - Es ist wirklich heiß, aber schon nicht mehr so heftig wie gestern, Paul ist nicht schwanger, und für viele, besonders für FDP-Wähler oder Golfspieler war ich ja immer schon suspekt, und das mit dem Amerika erkläre ich Ihnen jetzt gleich. - Tomás Ramos, ein befreundeter "Denker" und Unterschichtenphilosoph schreibt öfter mal aus Zeit,- und Schlechte-Laune-Vertreib in der Zeitschrift "La Voz de La Palma", dem einzigen Blatt hier auf der Insel, welchem man zarte Versuche eines engagiertem Journalismus zuschreiben darf, witzigerweise immer von Laienreportern dargestellt. - Tomás Ramos erinnert mich immer an Heiner Geißler, obwohl bei Tomás keine Wandlung vom Saulus zum Paulus notwenig war, aber er spricht ähnlich und beide sind eben streitbare Globalisierungsgegner. - Sorry für den Vergleich Tomás, aber ich mag den Heiner… Der Satz "Amerika neu erfinden, hier" der stammt nämlich von Tomás, wenn auch leicht abgeändert. Aber korrekt übersetzt würde der lauten: "wir müssen die Amerikas hier machen - hacer las Américas aquí" und das versteht niemand, welcher den spezifischen Umgang und auch Gebrauch, welchen man hier mit dem Wort Amerika verbindet. - Auch müssen wir uns von der Vorstellung verabschieden, irgendjemand hier würde die USA meinen, wenn er von Amerika spricht, hier ist immer Südamerika gemeint, Teile Mittelamerikas, und die Antillen. - "Hacer las Americas aqui" ruft Tomás Ramos aus, nachdem er die alten Geschichten erzählt hat von dem Fleiß und dem Können der Palmeros, und deren bereits legendären Ruf dort in Amerika. "Schenk einem Palmero eine Wüste, und er wird einen blühenden Garten daraus machen, schick ihn in den Urwald und er wird einen Bauernhof daraus machen" - So etwas erzählt man sich dort in "Amerika" und das kommt nicht von ungefähr, haben die vielen Emigranten doch seinerzeit in Kuba und Venezuela aus Wüsten Gärten gemacht und aus Urwäldern große Farmen. - Das muss jetzt wieder hier geschehen, und nun verstehen Sie auch den Zusammenhang und warum wir Amerika neu erfinden müssen, und das eben hier.
Hintergrund dieser Ausführungen Tomás sind die ewige Fragen nach unserem zukünftigen Auskommen auf der Insel, nachdem uns die Monokultur Banane in eine Sackgasse geführt hat, und der konservative Tourismus (Pakete und All-inklusive) kaum Wertschöpfung in den lokalen Wirtschaftskreislauf schicken, da die Gelder woanders verdient werden und die Margen in der ausgelutschten Branche zu gering sind. - Außerdem stehen wir da in einem immer noch wachsenden Preiskampf mit anderen Regionen, so wird zum Beispiel in Marokko, zum Teil auch mit kanarischem Kapital, gerade eine Tourismus Infrastruktur aus der Wüste gestampft, die natürlich gegen den kanarischen Markt gerichtet ist und mit Preisen aufwarten kann, die uns in den Ruin treiben werden. - Tomás kann auch keinen dritten Weg oder Revolution aus dem Hut zaubern, die uns nun breites Volkseinkommen versprechen, aber er fordert eben eine Rückbesinnung der Leute hier auf das, was sie gut können. - Und da steht vor allem die Landwirtschaft im Focus, aber eben mit klar veränderten Vorzeichen, welche der Entwicklung der letzten 15 Jahre allerdings entgegenstehen. - Qualität statt Quantität fordert Tomás, und das ist schon fast revolutionär, nachdem uns meine und seine "Lieblingspartei" ja bei den Bananen aufgefordert hat, eher Masse als Klasse zu produzieren, nachdem man die Ausgleichszahlungen nun nach Kilo abrechnet und nicht mehr nach angebauter Fläche. - Und weiter, nicht nur die landwirtschaftliche Produktion muss sich wieder an Qualität ausrichten, sondern wir müssen auch endlich das Marketing erlernen und die Abwicklung unserer Geschäfte endlich in unsere eigenen Hände nehmen. - Kommt Ihnen vielleicht alles schon ein bisschen bekannt vor, kommt vielleicht daher, dass ich ähnlich denke, ich wollte Ihnen damit einfach mal nur zeigen, dass es hier wohl auch Menschen gibt, die längst auf einem anderen Weg angekommen sind. - In kleinen Kreisen merkt man aufkeimenden Mut ja auch schon andere Wege zu gehen, und wenn man endlich so mutig und bedeutend sein könnte, als Palmero diese Insel nicht mehr verlassen zu müssen um erfolgreich zu sein, dann steckt doch jede Menge Zukunft in dieser Insel. - Allerdings ist Tomás Ramos da sehr pessimistisch was unsere politische Führung angeht, er traut es keinem von den vorhandenen Politkern zu, inklusive der Opposition, zu diesem Gelingen auch nur das Geringste beitragen zu können. - Also doch neu erfinden unser Amerika, dann wird es aber Zeit, dass wir anfangen. - Den Originalartikel von Tomás gibt es HIER zu lesen.

Begossene Kater
Montag 30.08.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 32 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1018 hPa
Die Hitze bestimmt weiter unseren Tagesablauf
Morgen soll es besser werden
Einmal Bettwäsche auswringen, das ist morgens unsere erste Tätigkeit. - Die dritte Nacht mit Temperaturen über 30 Grad zeigt Wirkung, der morgendliche Kaffee wird zwar noch angetrunken, aber bald schon gegen ein kaltes Glas Orangensaft ausgetauscht. - Die Mär, alte Häuser würden die Hitze besser abhalten als Neubauten, die gilt, aber eben nur einen Tag lang, und kommt dann noch Wind dazu, dann ist es hinter den dicken Mauern bald genau so warm wie hinter Hohlblocksteinen. - In den sonst eben kurzen Hitzeperioden sind da die alten Häuser schon im Vorteil, aber dauert so etwas eine Woche lang, dann findet die Hitze in jeden Winkel des Hauses, ohne Ausnahme. - Die Katzen leiden besonders und haben den Schlafanteil am Tag von 14 auf 22 Stunden ausgedehnt, die restlichen Momente werden für kurze und mürrische Nahrungsaufnahme verwendet und deutliches zur Schau stellen groben Missfallens. - Allerdings gibt die Hitze auch wieder sicheres Geleit für Eidechsen, Geckos und Mäuse, die können nun ohne Eile über die Terrasse spazieren, mehr als einen zornigen Blick der Katzen ernten sie nicht, gejagt wird erst wieder, wenn es frischer wird. - In Mazo ist nichts passiert, man hat das Fest durchgezogen und gibt so wiederum den Verharmlosern Recht, welche da immer wieder stehen und behaupten, es passiert schon nichts, wir haben das alles im Griff. - Glück gehabt, nichts weiter, aber wir wissen doch aus eigener Erfahrung, dass auch Glück eine Halbwertzeit hat.
Was macht man jetzt eigentlich mit den 30 VIP-Gästen die gerade auf der Insel weilen. - Sie wissen schon, die ausgesuchten Profis der deutschen Tourismusbranche, die wollte man doch auf die Berge zum Wandern schleppen. - Das ist sicher nichts geworden, aber die Bootsfahrt konnte man durchführen, wohl auch den schwitzenden Besuch auf dem Roque de Los Muchachos, aber ob die dann tatsächlich bei 40 Grad mit Buggys durch die staubige Landschaft geprescht sind, und das wohlmöglich sogar noch gut finden konnten, das weiß ich nicht und kann mir das auch gar nicht vorstellen. - Schade eigentlich, dass nun diese Hochkaräter der deutschen Tourismusbranche die Insel gerade in einem solchen Ausnahmemoment zu sehen und zu spüren bekommen, Momente in denen die beliebtesten Ausflugspunkte Kneipen mit Klimaanlagen sind. - Immerhin ist meine "Sommergrippe" vorbei, der Husten hat sich abgemeldet, und die täglich mehrfache Schlacht um die Einnahme des teuflischen Zwiebel-Honig-Saftes ist auch vorüber. - Zwei Feuer gab es gestern noch auf Tenerife, aber alles sofort im Griff, ebenso wie der Brand auf La Gomera. Spät abends konnte man die beiden hier stationierten Helikopter schon wieder auf seinem Heimflug beobachten, im letzten Büchsenlicht schlich der sich die Küste entlang nach Puntagorda. - Diesen Tag noch, und wohl ein Stückchen morgen noch, dann atmen wir wieder auf und erfreuen uns erneut an der frischen Brise des Passats.

An der optimalen Trinktemperatur basteln wir noch...
Sonntag 29.08.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 38 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 39,4 Grad - niedrigste Temperatur 30,8 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 42,9 - Temp. Min 25,1 - Feuchte 5 - 24 % Niederschlag 0 mm
Ein Jahr nach dem großen Feuer,
aber in Mazo will man nicht weise werden
Zugegeben, letztes Jahr am letzten Julitag war die Wettersituation noch ein bisschen dramatischer, wir wollen das nicht unterschlagen, aber jetzt ist es fast genau so schlimm. - Temperatur bei fast 40 Grad, Luftfeuchte unter der Nachweisgrenze, und unberechenbare Windböen mit Ausrutschern bis 60 Stundenkilometern. - Das ist die Suppe aus der Feuer gemacht wird, und letztes Jahr brach ja auch in Mazo der Brand aus, der schließlich zu einer der größten Feuerkatastrophen geführt hat, welche diese Insel jemals erlebt hat. - Damals sollen unsachgemäß abgeschossene Feuerwerkskörper das Feuer verursacht haben, und nun dürfen Sie mal raten, was man in der Gemeinde von Mazo heute Abend vorhat? - Stimmt, die machen Feuerwerk! - Jetzt nicht so mit Raketen und Böller, sondern so ähnlich wie bei dem Teufelstanz in Tijarafe. - Die in Mazo haben nämlich ein ähnliches Fest, nicht ganz so berühmt, aber das gleiche Schema, eine Figur, bestückt mir jeder Menge Feuerwerkskörper springt wild tanzend durch eine breite Menschenmenge, wobei das "breit" durchaus doppeldeutig auch den Sinn trifft. - Passend heißt die Figur, "el Borrachito Fogatero", was so viel bedeutet, wie der betrunkene Feuermacher. - Historisch handelt es sich bei der Figur nicht um eine simple Kopie des Teufels der Fiesta in Tijarafe, sondern es ist schon eine ganz eigene Geschichte aus Mazo, allerdings hat man sich über die Jahre hin schon die geballte Feuerkraft des Teufels aus Tijarafe angesehen, und man meint fast, beide Figuren würden nun um Üppigkeit und Gefährlichkeit geradezu konkurrieren. - Dabei ist diese fremde Benutzung von Feuerwerkskörpern eigentlich verboten, aber in diesem Verbot gibt es eben auch einen Passus, welcher lokale Traditionen, welche eben mit dem Feuer spielen, unter sachgemäßer Aufsicht doch durchgeführt werden können.
Tradition hin, oder her, sicherlich gilt es Traditionen zu bewahren, aber wenn die Ausübung einer Tradition Gefahr für die Allgemeinheit oder auch nur den nahen Kreis der Beteiligten mit sich bringt, da spätestens müsste eine Autorität mutig einschreiten, und diesen Blödsinnn zumindest momentan einfach verbieten.- Gut, die Plaza auf der der Betrunkene seinen Feuertanz aufführt, die ist nicht mitten im Wald, sondern befestigt und es sind viele Menschen da, welche Flammen sofort löschen könnten. - Aber dennoch ist das ein blitzgefährliche Geschichte, da geht auch nur ein Böller daneben, oder die Jungs in ihrem besoffenen Delirium meinen, nun selbst noch Feuerwerk machen zu müssen, und dann eben halt da, wo ihnen keiner auf die Finger haut, und schon ist es passiert. - Feuerwehrleute sind natürlich auf dem Fest anwesend, aber bei solchen Massen an Menschen, die eben auch noch wild feiern, da ist nicht viel zu erreichen mit Mahnung zur Vorsicht. - Vielleicht zieht ja noch ein Verantwortlicher da in Mazo rechtzeitig die Reißleine und man nimmt die Feuerwerkskörper aus dem Festprogramm heraus, vor Mitternacht tritt der Betrunkene seinen Tanz ja auch gar nicht an. - Ansonsten brauchen wir wieder mal mehr Glück als Verstand, wenn das alles gut gehen soll. - Auf La Gomera hat man gestern Abend weniger Glück gehabt. - In der Gemeinde Vallehermoso wurde gegen 22:00 Uhr ein Feuer gemeldet, welches sich zunächst schnell ausbreiten konnte. - Einige Anwohner der Siedlungen Tazo und Cubaba wurden evakuiert, konnten aber inzwischen in ihre Häuser zurückkehren. - Heute tagsüber konnte man aus der Luft, mit Unterstützung aus Tenerife und La Palma das Feuer aber wohl so weit unter Kontrolle bringen, dass keine nervösen Pressemeldungen mehr von unserer Nachbarinsel kommen, sondern eher beruhigende Nachrichten. - Man spricht davon, dass man das Feuer einkesseln konnte und ist guter Zuversicht, morgen dann das "gelöscht" vermelden zu können.- Und dann unsere Hubschrauber bitte schnell wieder zurück nach La Palma…
Sonntag 29.08.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 31 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1017 hPa
Was die Krise übrig lässt
Hauptstadtstrand ist nicht gefährdet
Das "nicht gefährdet" bezieht sich übrigens auf die Finanzierung, nicht auf die launischen Attacken des Atlantiks. - Viele große Pläne hat man die letzten Jahre für die Insel erdacht, geschehen ist herzlich wenig, manchmal dankenswert wenig, da wir zwischen respektvoller Verbesserung unseres Umfeldes und brutaler Veränderung noch nicht wirklich unterscheiden können. - Auch das hat Ursachen, und die stecken in dem aufgezwungenen Wirtschaftswachstum der neunziger Jahre, welches zwar auf Pump, Beton und Schwarzgeld erbaut wurde, aber dennoch bei vielen Menschen, und mehr noch bei den öffentlichen Korporationen, einen fragwürdigen Wachstumsdruck ausgelöst haben, der leider ohne Seil oder Netz verbaut wurde. - Die Krise rückt uns jetzt wieder zurecht, und auch wenn kleinere Brötchen nicht wünschenswert sind, sie sind immer noch größer als die vor 25 Jahren, und auch das sollte man vielleicht in seine "Krisenbewältigung" mit einkalkulieren. - Die öffentlichen Sparmaßnahmen wollen konkret noch gar nicht so benannt werden, regional steht man ein paar Monate vor den nächsten Wahlen, und am liebsten würde man sämtliche Diskussionen um Ressortkürzungen absolut vermeiden, denn man hat einfach nichts zu verteilen. - So liegen viele Projekte des "Gobierno de Megalomanía" schlichtweg auf Eis, oder auf Zinsen, und die Konkursverwalter der Nachwohlstandsgeneration verschieben eher Finanzierungslücken als noch vorhandene Mittel. - Ganz abgebrühte Kreise sind ja gar klammheimliche Fans der Krise, hofft man doch einfach, dass viele Wahnsinnsprojekte, wie zum Beispiel die Weltbiosphärenreservatsautobahn auf La Palma, nun einfach nicht mehr finanzierbar sind. - Das könnte sogar klappen, auch wenn es dafür keine Garantien gibt, die Weiterführung des Ausbaus der Nordumfahrung, sowie das Pendant im Süden, bringen bereits jetzt die Haushalte für Infrastruktur des Regionalparlaments reichlich in Bedrängnis. - Eine Garantie gegen den Bau der Autobahn ist das allerdings noch nicht, aber im Moment spricht mehr gegen dieses Vorhaben, weil die Mittel einfach erschöpft sind, als für diese unnütze Geldausgabe.
Gerettet hingegen ist die Finanzierung des Stadtstrandes von Santa Cruz de La Palma, das konnte man gestern aus dem Mund des palmerischen Oppositionsführers vernehmen, Manuel Marcos, Chef der Sozialisten La Palmas. - Wie kommt nun der Sozi zu dieser Information, das erklärt sich ganz einfach, die Finanzierung des Strandes übernimmt Madrid, und Manuel Marcos weiß das vom Generalsekretär des Ministeriums für Umwelt, das auch für Küsten- wie Meeresangelegenheiten zuständig ist. - Ob es denen in Madrid einfach gefallen ist, diese knappen 29 Millionen Euro jetzt zu bestätigen, das werden wir in den kommenden Tagen noch zwischen den Zeilen lesen werden, auf jeden Fall haben es die Sozis sich nicht nehmen lassen, das neue Kleid der Hauptstadt als ihr Werk auftreten zu lassen. - 20 Firmen sollen bereits ihr Interesse an der Bauausführung bekundet haben, die Ausschreibung läuft jetzt an, und Ende des Jahres will man den Auftrag auch bereits vergeben, so dass noch im Frühjahr 2011 mit dem Bau begonnen werden soll. - In der Hauptstadt freut man sich grundsätzlich über diese Pläne, einen gewaltigen Strand, geschützt von zwei großen Deichen, direkt vor die Haustür gesetzt zu bekommen, das wird ein Hauch von "Las Canteras" und nicht nur die Stadt, sondern die ganze Insel kann von diesem neuen Angebot profitieren. - Allerdings wird so langsam auch vielen klar, dass es während der Bauphase, aber eben auch danach, zu deftigen Einschnitten im bekannten Alltagsleben kommen kann, denn viele gewohnte Wege sind dann neu zu belegen. - Der große Parkplatz am Meer kommt weg, das alleine ist schon ein gewaltiger Einschnitt, und noch hat man keine Vorstellung, wie man das kompensieren soll. - Ein weiteres Parkhaus am südlichen Ende der Stadt ist vorgesehen, aber noch kein konkreter Plan vorhanden, geschweige denn eine Finanzierung oder ein Investor, welcher solch ein gewagtes Projekt übernehmen will. - Aber das ist auch der Preis den man als Hauptstädter irgendwie zu tragen hat, wer einen großen Hafen will, einen Strand und jede Menge Geschäfte, der darf sich über ein bisschen Krach und Enge auch nicht aufregen.
Samstag 28.08.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 34 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 34,8 Grad - niedrigste Temperatur 28,9 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 41,9 - Temp. Min 25,3 - Feuchte 5 - 5 % Niederschlag 0 mm
Es ist zum Weinen,
mit dem Wein
Landwirtschaft als Broterwerb ist ein heikles Geschäft, wenn es denn überhaupt ein Geschäft ist. - Die Weinernte ist nun auf der Ostseite bei Mazo in vollem Gange, aber was man sieht, das sind leere Körbe. - Man wusste ja bereits, dass die Ernte nicht gut werden würde dieses Jahr, aber was die Winzer dort aus der Zone nun zu melden haben, das hört sich drastisch an..- Gut, man wird uns wohl auch immer nur den "worst case" berichten, weil Normalitäten keinen interessieren, aber man spricht dort von Verlusten welche an 90% gehen. - Manche Weinbauern dort sprechen von der schlechtesten Ernte welche sie jemals hatten, und rund um Mazo ist die schlechte Laune nun perfekt. - In den anderen Zonen steht die Lese der Reben noch bevor, aber auch in Fuencaliente und El Paso argwöhnt man deutlichere Verluste als die 30%, welche man noch vor ein paar Wochen geschätzt hatte. - Wie das dann endgültig in den anderen Zonen aussieht, das wird man endgültig erst nach der Erne wissen, aber der Norden der Insel, welcher die seit ein paar Jahren immer beliebter werdenden trockenen Weißweine liefert, der scheint weniger schlimm von den Ausfällen betroffen zu sein. - Allerdings sind das ja auch die letzten Regionen in denen gelesen wird, das zieht sich noch bis Oktober und in einzelnen Fällen gar in den November hinein. - Der Winter war zu warm und der fehlende Kälteschock hat die Blüte schon beeinträchtigt, die verlief zögerlich so dass es auch Probleme bei der Befruchtung der Blüten gab. - Dann war das Frühjahr kühl und feucht, mit weniger Sonne als sonst, was dem Mehltau sehr gut passte, nicht aber den Reben. - Und schließlich die anderthalb Tage heißer Wind Anfang diesen Monats, welcher das Blattwerk und auch die bereits ausgebildeten Trauben heftig verbrannt hat.
Für Mazo katastrophal, hatten die eh schon Schwierigkeiten mit ihrer Marke "Hoyo de Mazo", und wenn noch jemand Geld am diesjährigen Wein verdienen will, dann müssten die Preise derart steigen, dass man sicherlich nur extrem treue Kunden am eigenen Schoppen halten könnte. - Gut für die meisten professionellen Winzer, dass man seit Jahren bereits eine Ernteausfallversicherung abgeschlossen hat, die nun natürlich zahlen muss. - Für diese "Agroseguros" machen sich die Landwirtschaftsberater seit langer Zeit bereits stark, und bei den Bananen zum Beispiel ist diese sogar Pflicht, denn alle Kooperativen welche Bananen ankaufen haben sich abgesprochen, nur Früchte von Landwirten anzunehmen, welche solch eine Versicherung aufweisen können. - So weit ist man bei den Winzern noch nicht, weil eben die meisten auch nur im Nebenerwerb diese Tätigkeit betreiben, und es eher als ein familiäres Zubrot betrachten. - Wie weise! - Gehen wir mal davon aus, dass die anderen Regionen der Insel nicht derart heftig getroffen wurden, aber mit deutlich geringerer Menge wird auf jeden Fall zu rechnen sein, was sich sicherlich auch dann auf den Preis des Endproduktes auswirken wird. - Das wiederum sorgt erneut für höheren Konsum an importiertem Wein und diese Maßnahme zwingt die hiesigen Bodegas dann wieder dazu, den Preisanstieg mit Bedacht zu wählen. - Vor Jahren hatten wir mit furchtbaren Überkapazitäten zu kämpfen, das ist nun in den letzten Jahren besser geworden, denn so erfreulich wie eine Rekordernte erst mal klingen mag, wenn nachher keine Bodega die Trauben mehr abnehmen will, oder nur noch Centbeträge für das Kilo bezahlt, dann weiß man manchmal nicht, ob man sich lieber eine Rekordernte als eine gediegene Missernte wünschen soll. - Die unschöne Begegnung der Landwirtschaft mit der Marktwirtschaft, und der Dumme ist immer der Bauer.
Samstag 28.08.2010 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 30 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1016 hPa
Durchhalten bis 1. September
Der Wind bringt keine Freude
Früher als angekündigt ist der Nordost zurückgekommen, aber leider nicht als feuchter und kühlender Passat, sondern als Abgesandter Afrikas. - Hatten wir doch gehofft, wegen der relativen Windstille in den unteren Luftschichten die Hitze nicht so heftig spüren zu müssen, was ja die ersten Tage auch geklappt hat, so nimmt uns der Wind nun dieses Privileg und beschert uns auch unten des Nachts Temperaturen von über 30 Grad. - Nach oben werden wir die 40 Grad hier wohl nicht schaffen, aber nach unten wird es auch kaum frischer werden. - Das Ganze soll noch bis Mittwoch so gehen, wer Klimaanlagen zu verkaufen hat der freut sich darüber, wer draußen arbeiten muss bekommt schlechte Laune und Sommergrippe ist bei dm Wetter auch suboptimal… - Schuld daran ist ein Tiefdruckgebiet, und was für ein schönes und dickes Exemplar seiner Zunft, welches genau dort liegt, wo eigentlich unser Azorenhoch seinen Dienst tun sollte, um uns permanent kühle und feuchte Atlantikluft heranzuführen. - Das "Azorenhoch" hat sich nun von dem Tief weit in den Norden drücken lassen, und bei uns herrscht eigentlich überhaupt kein Wetter, wir sind im Niemandsland der Drücke angelangt und so ein willfähriger Spielball für Temperaturen die unseren Breiten eigentlich angemessen sind. - Das Tief zieht sehr langsam nach Westen, obwohl es so kompakt und kraftvoll daherkommt, so dass wir die afrikanische Note an unserem Dasein noch ein paar Tage weiter spüren werden.
Eigentlich wiederhole ich mich immer wieder, wenn ich von der nun potenzierten Waldbrandgefahr schreibe, aber mit dem Wind zusammen ergibt die Hitze und die Trockenheit ein wahrhaft diabolisches Dreigestirn, und man kann es wohl nicht oft genug sagen. - Extreme Vorsicht ist nun wieder angesagt, und viele Augen sehen die entstehende Gefahr noch schneller, und können so die vielen in Bereitschaft stehenden Kräfte rechtzeitig informieren, wo denn trotz aller Vorsicht ein Feuer ausgebrochen ist. - Wen ruft man an, die 112 natürlich, das ist der allgemeine Notruf, und dort gibt es auch Telefonisten, welche englisch sprechen und manchmal auch deutsch, so klappt das dann mit der Verständigung auch. - Bislang hat das in den heißen Tagen ja wunderbar funktioniert, schnelle Meldungen und schnelles Eingreifen haben aus zahlreichen kleinen Feuern keine Katastrophe werden lassen und so kann man doch durchaus guten Mutes sein, dass wir das weiterhin so gut organisiert durch den heißen Sommer ziehen.

Freitag 27.08.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 33 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 33,6 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 41,3 - Temp. Min 24,6 - Feuchte 5 - 5 % Niederschlag 0 mm
Endlich offiziell,
Sommergrippe!!
Männer sind wehleidiges Pack, so heißt es oftmals aus den Reihen der Begünstigten der Chauvi-Kassen. - Ich plädiere hier an dieser Stelle offen für die sofortige Einführung einer Mater-Kasse, oder einer Emanzensteuer, die immer dann erhoben werden kann, wenn infame bis widerliche Geschichten über Männer, und solche die es werden wollen, verbreitet werden. - Wenn wir schon über Gleichberechtigung reden, dann bitte ganz und auf kompletter Stufe, auch wir haben Gefühle, wollen ernst genommen werden, und wenn wir Zahnweh haben oder eben erkältet sind, dann leiden wir halt ein bisschen mehr als Frauen, das liegt bestimmt an den Genen. - Zumindest würde Herr Sarrazin das so sagen, der alte Türkenversteher, ansonsten erzählt der ja nur noch kompletten Blödsinn und müsste längst in eine Kasse einzahlen, die wir eigentlich schon längst geschlossen glaubten. - Ich schweife ab, es geht doch um das große Leidensvermögen von Männern, und wenn wir eben krank sind, dann machen wir das richtig, und nicht so nebenher, mit multitasking und so. - Seit Tagen quälen mich fiebrige Attacken und eben dieser Husten, und meine drei Frauen machen sich einen Spaß daraus, mich einerseits mit diesem furchtbaren Zwiebel-Honig-Trunk zu schlimmsten kulinarischen Albträumen zu leiten, und auf der anderen Seite machen die sich permanent über mich lustig, wenn ich mal wieder husten muss oder mir für alle sichtlich leidend den Schweiß von der Stirne wischen muss. - Nein, ich leide noch wische ich ostentativ, wie man mir immer wieder vorwerfen will, ich höre bloß nicht auf zu leiden, weil nun plötzlich ein Familienmitglied neben mir steht. - Hinter mir tuscheln die dann was von Weicheiern und Schlappschwänzen und verstecken ihren Verdacht gar nicht, ich sei ein Hypochonder. - OK, leise im Bett vor mich hinheulen, das ist nicht wirklich mein Ding, wenn ich krank bin, dann können alle gerne was davon abhaben und wenn verhärmte weibliche Körper einfach keinen Schmerz oder Leid mehr verspüren bei solch unangenehmen Geschichten wie Husten oder fiebrigen Schreckmomenten, dann kann man uns Männern, da doch keinen Schlappstrick draus zwirbeln. - Manchmal habe ich sogar das Gefühl, die verlustieren sich an meinem Leid und äffen mich wohlmöglich sogar noch nach, sollte ich gerade mal nicht anwesend sein.
Das gibt ordentlich was in die Mater-Kasse, nur bin ich meist zu sehr mit Husten und Leiden beschäftigt, als dass ich diese frevelhaften Spielchen meiner weiblichen Mitbewohner immer überwachen könnte. - Gestern wollte ich meinen Zustand dann endlich offiziell anerkennen lassen, ich habe das Sommergrippe getauft, mit einer dreiflügligen Bronchitis, das wurde aber dreist und infam abgeschmettert und als einer der besten Witze betitelt, welche ich seit langem gebracht hätte. - Auch das hat mich getroffen, denn eigentlich bin ich ein guter Witze-Erzähler, auch wenn meine Kinder immer behaupten, die allermeisten würden über meine Witze nur aus Anstand lachen, oder sich die Kellner ein besseres Trinkgeld erhoffen, wenn sie mir denn einen lächerlichen Gefallen täten. - Sie sehen also, es ist nicht leicht mit solch geschlechtsbewussten Familienmitgliedern ordentlich krank zu sein, man läuft permanent Gefahr, sich lächerlichen Vorwürfen aussetzen zu müssen oder die eigenen Fettnäpfchen zu häufig zu besuchen. - Dieser Teufelskreis, Husten - Zwiebelsaft, der ist ja schon kaum noch an diabolischem Charakter zu überbieten, wer leiden will, der soll dann auch schlucken, und würde ich das grausame Zeug nicht in mich hineinschütten, dann nähme ich mir selbst die Rechfertigung krank zu sein. - Clausewitz hätte noch seine Freude gehabt an solch raffinierter Taktik, und ich kann einfach alle Armeen dieser Erde nur warnen, niemals Frauen an solche Positionen wie General oder sonst was gelangen zu lassen, da wäre kein ordentlicher Krieg mehr möglich mit Siegern und Verlierern, das würde alles irgendwann in irgendeiner riesig großen Verarsche enden. - Die Amerikaner und die Taliban, die wissen das längst, und haben beide so ihre Möglichkeiten gefunden, Frauen aus diesen ehrenwerten Geschäft herauszuhalten. - Es gibt zwar Frauen in der amerikanischen Armee, aber keine, die sagen wo es lang geht, das wäre denen viel zu gefährlich. - Zurück zu meinem Husten, da bin ich inzwischen positiv fündig geworden, Sommergrippe gibt es wirklich, auch wenn vielleicht nur in El Paso. - 4 weitere Mitleidende habe ich noch gefunden, welche allesamt die gleichen Symptome aufweisen wie ich, Husten, fiebrige Unlust, und abendliche Durstattacken, welche mit spagyrischen Aufgüssen unter Zusatz von Gerste und Hopfen kalt zu sich genommen werden müssen. - "Gripe de verano" heißt das Zauberwort, höchst offiziell, anerkannt sogar bei der Seguridad Social, so dass die ersten drei Bier auf Krankenschein ausgegeben werden, allerdings nur an Männer. - Irgendwann ist dann doch wieder die Zeit der Gerechten, und wenn dann mehrere Rekonvaleszenten am Tresen gemeinsam therapiert werden, dann kann man sich auch noch prima dabei über die weiblichen Misshandlungen in dieser schweren Zeit beklagen. - Aber Zwiebelsaft mit Honig, das haben die Frauen der anderen Mitkränkler noch nicht gebracht, so bleibt mir wieder mal nur erstaunt auszurufen, meine Frauen sind die Besten!

Man darf nur so weit nicht sinken, den Saft durch den man einen zieht, auch noch zu trinken...
Freitag 27.08.2010 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 21 % - Luftdruck 1015 hPa
Noch eine Fiesta,
und noch ein Missverständnis
Ob nun die Zwerge tanzen oder der Teufel, der steckt im Detail. - Die populäre Mischung klerikaler Feste mit lockenden weltlichen Akzenten bringt die Hackordnung manchmal ganz schon durcheinander. - Da weiß dann irgendwann niemand mehr, warum man das Ganze eigentlich feiert und nennt das dann Tradition. - Man kennt das ja auch in der großen globalisierten Welt, denn kaum noch jemand fragt sich doch wirklich, was Santa Claus denn eigentlich mit Weihnachten zu tun hat. - Nichts hat diese Kunstfigur damit zu tun, diese ökonomisch trainierte Metamorphose aus Nikolaus und Knecht Ruprecht, aber Tradition hat das allemal schon. - Ganz so heftig sind wir nicht drauf, aber auch bei dem größten Inselfest, der Bajada de la Virgen de Las Nieves müssen wir ja beobachten, dass das Rahmenprogramm die eigentliche Devotion an die Marienfigur bereits deutlich überholt hat. - Der Zwergentanz ist es in dem speziellen Fall, welcher auch ursprünglich gar nicht mit der Verehrung der Patronin der Hauptstadt und inzwischen der ganzen Insel zu tun hatte. - "Los Enanos", also "Die Zwerge"; so nennen viele bereits dieses Gesamtkunstwerk, wobei man halt Gottes Werk und Zwergens Beitrag in der Zusammensetzung munter verrührt. - Gottes Werk und Teufels Beitrag, das haben wir auch zu bieten, und gehen schnell auf die Nordwestseite der Insel, nach Tijarafe. - Da tanzt der Teufel nämlich einmal im Jahr, und jeder hat von dem Fest schon einmal gehört, dem Teufelsfest. - Und schon sind wir wieder reingefallen, es gibt gar kein Teufelsfest, auf jeden Fall hier auf La Palma nicht, sieht man von internen Feiern in der Inselregierung mal ab.
Was es gibt, das ist der Tanz eines Teufels, (Danza del Diablo) der ist aber nur dazu da, um die Stärke und Kraft der "Virgen de Candelaria" zu demonstrieren, welche den Teufel locker und im vorbeigehen besiegt. - Meist aber bekommt den Auftritt der Schutzpatronin der Gemeinde Tijarafe schon gar keiner mehr mit, denn wer den Tanz mit dem Teufel gewagt hat, der befindet sich meist bereits in eine Delirium von Müdigkeit, höllischen Getränkemischungen und Wundschmerz von den vielen Verbrennungen, welche man sich beim Tanz mit dem Leibhaftigen zugezogen hat. - Es ist also vielmehr Teufels Werk, und Gottes Beitrag bekommt schon keiner mehr mit, weil der Teufel bei vielen Gelegenheiten einfach den besseren Unterhaltungswert besitzt. - Aber wir müssen das alles nicht so eng sehen, selbst die Kleriker der Insel kommen mit diesem leicht verrutschten Ablauf der Liturgie klar, was regen sich da eventuelle Zentraltraditionalisten auf, die keine Ahnung haben von mehrdimensionalen Devotionen. - Die Feierlichkeiten zu Ehren der "Virgen de Candelaria" beginnen offiziell heute, und enden am Mittwoch den 8. September. - Der Teufel hat seinen Auftritt in der gleichen Nacht, oder besser früh morgens, so gegen 03:00 Uhr. - Eine bizarr bis grotesk geschmückte Figur, gespickt mit Feuerwerkskörpern der Taliban-Klasse springt dann johlend und tanzend durch eine große Schar von Bewunderern und Mutigen, welche sich ihren "Schmiss" vom Teufel auch gerne holen, und noch tagelang danach die Brandverletzungen wie Trophäen unter ihren Kumpels umherzeigen. - Ein wilde, extrem ausgelassene Geschichte dieser Teufelstanz, für zarte Seelen oder Leute mit Angst vor Feuer oder großen Menschenmengen absolut ungeeignet, aber eine der großen Aufmerksamkeiten der Insel. - Wie gesagt, den Auftritt der Virgen de Candelaria bekommt dann meistens keiner mehr mit, und ich glaube, die allermeisten die sich da dem Teufel hemmungslos hingeben, die wissen auch schon gar nicht mehr, warum man dieses Spektakel veranstaltet. - Müssen die auch gar nicht, es geht doch schlichtweg um Spaß und Unterhaltung, und wenn wir so verkrampft sind, und jedes "Event" immer noch mit einem klerikalen wie frommen Hintergrund verknüpfen müssen, dann entgeht uns sicher so mancher Heidenspaß. - Wer sich das mal von weitem ansehen will, der kann das HIER tun.
Donnerstag 26.08.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 31 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 31,2 Grad - niedrigste Temperatur 21,8 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 41,7 - Temp. Min 23,4 - Feuchte 5 - 5 % Niederschlag 0 mm
Der Kulturbeauftragte gibt bekannt
Janetta Ledell gibt am Samstag ein Konzert in El Paso
Die Kulturunlastigkeit dieser Kolumne ist fast schon bedauernswert. - Gut, dass Ödi Jonitz ab und zu dagegen anschreibt, und uns aus dem tiefen Tal Alltagstal der Politik und Wirtschaft zu befreien weiß. - Danke Ödi!
Es ist an anderer Stelle schon mal über die hingebungsvolle Arbeit von ACAPO, der Asociación Cultural Amigos Palmeros de la Ópera berichtet worden, die seit sechs Jahren in Folge als Kulturhighlight jeden Sommer Opern im Hof des alten Franziskanerklosters in Santa Cruz veranstaltet.
Lucia Mazzaria, eine der Hauptdarstellerinnen der letzten Jahre - unvergesslich La Traviata 2008 - war von unserem Opernverein derart begeistert, dass sie zusammen mit ihrem Ehemann, dem grossartigen Pianisten Alessandro Pierfederici, in ihrer Heimatstadt Treviso den Verein Musicaemozioni gründete. Die mittlerweile offiziell verbrüderten Vereine verfolgen ähnliche Ziele, u.a. steht die Arbeit mit jungen Talenten ganz oben auf der Liste. Bereits im April reiste eine kleine Delegation von hoffnungsvollen palmerischen Musikern nach Norditalien und nahm höchst erfolgreich an der Veranstaltung "La Storia della Spagna Nell'Opera Lirica" teil. Nun schwingt das Pendel zurück.
ACAPO und Musicaemozioni veranstalten in diesem Sommer eine Meisterklasse Gesang in Santa Cruz de La Palma, als Kursleiter stellen sich Lucia und Alessandro persönlich zur Verfügung. Es überrascht nicht, dass kurz nach Veröffentlichung das Schild "Overbooked" vor die Tür gehängt werden musste. Der Kurs ist wunderbarerweise ausgesprochen international besetzt, die Teilnehmer kommen u.a. aus Griechenland, Polen, Armenien, den USA und natürlich aus Italien und Spanien, zukunftsträchtige palmerische Stimmen sind natürlich auch dabei.
Damit der Belcanto nicht nur in den Gemäuern der Escuela Insular de Música zu hören sein wird, begibt sich der gesamte Kurs am kommenden Montag, den 30.August, um 21 Uhr auf die Bühne des Teatro Chico der Inselhauptstadt, um dem geneigten Publikum zu demonstrieren, was man so alles gelernt hat.
Eine der Teilnehmerinnen, die Sopranistin Janetta Ledell aus den Vereinigten Staaten, wird vorab ihr Können in El Paso unter Beweis stellen. Am Samstag, 28. August, um 21 Uhr wird sie in der Casa de la Cultura mit einem ausgesprochen anspruchsvollen Programm zu erleben sein. Sie trägt u.a. Lieder von Dvorak, Berg und Weill vor. Maestro Alessandro Pierfederici übernimmt die Begleitung am Klavier.
Beifall ist das Brot des Amateurmusikers. Und so würden sich die jungen Künstler über ein volles Haus so richtig freuen!
Donnerstag 26.08.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 30 % - Luftdruck 1016 hPa
Bis Dienstag nur noch gekämmt auf die Straße
30 "Professionelle" aus der Tourismusbranche besuchen La Palma
Unsere Tourismusrätin hat das Abwarten satt, die Krise dröselt sich dann doch nicht von alleine auf, und nur auf Brosamen aus dem Gobierno de Canarias zu warten, ob denn noch irgendeine Subvention für Reiseveranstalter und Chartergesellschaften abfällt, damit ist jetzt Schluss. - Geld muss ja noch da sein, nachdem wir erfahren haben, dass aus dem Haushalt für Tourismus inzwischen Festplätze getackert werden. (San Antonio del Monte, siehe 20.8. 10:00 Uhr) - Auf den anderen Kanareninseln gibt es ja in diesem Jahr bereits eine leichte Erholung, nachdem man zum Teil drei Jahre hintereinander derbe Rückschritte hinnehmen musste, aber auf La Palma will das einfach noch nicht funktionieren. - Hauptgrund hierfür sind die vorsichtigen Abschlüsse der Reiseveranstalter für die Insel, und damit sinken auch die Angebote bei den Charterfluggesellschaften, so dass es immer schwieriger und auch teurer wird, diese Insel überhaupt zu erreichen. - Aber wollen wir bitte nicht hypochondrisch werden, es gibt immer noch Flüge, auch für den Winter noch, nur eben Schnäppchen, die gibt es halt woanders. - Man könnte nun hingehen, und weitere Angebote an die Reiseveranstalter machen, damit wieder mehr Pakete verkauft werden, und da ist man sicher bereits am arbeiten. - Viel vernünftiger aber wäre, die Nachfrage für einen Besuch unserer Insel zu erhöhen, dann setzen die automatisch wieder mehr Flüge ein und die Veranstalter buchen wieder höhere Kontingente. Verstärkte Werbung in den Spenderregionen, also zunächst Deutschland, Niederlande, Belgien, Österreich und der Schweiz. - Da erinnere ich mich an eine gute Veranstaltung, als der CIT "Tedote" mit Unterstützung des Patronato de Turismo wochenlang durch deutsche Städte gereist ist, und in den Karstadt-Kaufhäusern die Kunden direkt auf La Palma angesprochen haben. - Das hat mir gut gefallen, auch wenn man den Erfolg eben nicht genau messen kann, meiner Meinung ist der direkte Kontakt zum möglichen Gast immer noch die beste Methode Werbung positiv anzubringen. - Ich habe nichts davon gehört, dass diese Aktion wiederholt werden soll, aber ich höre eben auch nicht alles.
Unsere Inselrätin für Tourismus, Beatrix Páez, die versucht nun auch einen anderen Weg, und hat 30 Fachkräfte aus dem Bereich Tourismus nach La Palma eingeladen, zur freundlichen Zielgebietskunde, wie man in der Branche auch sagt. - Mitarbeiter oder Chefs von Reisebüros, Führungskräfte der großen Reiseveranstalter und auch Redakteure der Fachzeitschrift für Touristik, der FVW-Mediengruppe. - Das wäre natürlich auch gut, wenn die einen positiven Artikel dort über unserer Inselchen schreiben, der Bekanntheitsgrad La Palmas ist halt doch nicht so weit verbreitet, wie man sich das von touristischer Seite hier wünschen kann. - Aus der Pressemeldung erfahren wir auch Teile des Programms, Tauchen, Bootsfahrt, Wanderungen, Mountainbiken, Besuch des astrophysikalischen Institutes, und schließlich ein touristischer "Workshop" mit Gewerbetreibenden der Insel aus dem Sektor. - Ein Programmpunkt hat mich dann doch überrascht, man will mit den Leuten auch eine "Buggy-tour" unternehmen, oder zumindest anbieten, und da ich mal annehmen, dass das kein Ausflug mit Kinderwagen durch die Hauptstadt sein wird, sondern es sich wohl um Gefährte der Klasse "Beach-Buggy" handeln muss, kann man gleich noch ein bisschen das Weltbiosphärenreservat umpflügen. - Verzeihen Sie mir bitte meinen kleinen Ausflug in die Polemik, aber jeder hat halt seinen Blickwinkel. - Ansonsten verspreche ich, ab morgen, da reisen die 30 VIPs an, nur noch gekämmt und rasiert aus dem Haus zu gehen, und hoffe, alle anderen werden sich meinem Vorhaben anschließen. - Wir wollen doch gut dastehen vor den Götterboten der Branche, denn wir wissen doch, es gibt niemals eine zweite Chance für einen ersten Eindruck.
Mittwoch 25.08.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 29 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1013 hPa
Nur getarnte Antennen sind gute Antennen
Tijarafe müht sich um die Ästhetik der Landschaft
Die Diskussion um Funkantennen und deren schädliche Wirkung gibt es nicht nur in Deutschland, sondern auch hier. - Allerdings nicht so heftig geführt, und mit so viel Inbrunst, aber in manchen Regionen, besonders auf Tenerife, sind nun die Mobilfunkbetreiber bereits dazu übergegangen die Funkantennen zu tarnen, um Diskussionen mit der Nachbarschaft zu vermeiden. - Ich muss zugeben, dass ich mir kein Urteil über Gesundheitsgefährdung solcher Funkeinrichtungen erlauben kann, in den zum Teil heftigen Auseinandersetzungen zwischen Verharmlosern und Überbesorgten sind stechende Argumente und klare wissenschaftliche Beweise eigentlich nicht mehr zu finden. - Die Antennen einfach verstecken, das könnte zumindest eine Placebowirkung haben, aber eine aufrechte Geschichte ist das auch nicht. - In der Gemeinde Tijarafe hier auf La Palma wird zukünftig aber die Tarnung von Funkantennen sogar Pflicht. - Man betont aber seitens des Rathauses, dass es dabei nicht um das ängstliche Verstecken solcher Anlagen geht, sondern um den negativen Einfluss diese bizarren Geräte gegenüber der rustikalen Landschaft. - Optische Umweltverschmutzung will man damit bekämpfen, dennoch bleibt ein komischer Nachgeschmack bei mir über solche lokalen Richtlinien vorhanden. - Der Nachgeschmack kommt aber vielleicht nur von dem grausamen Zwiebel-Honig-Saft, den mir meine getreueste aller Ehefrauen nun gegen meinen hartnäckigen Husten verschrieben hat. - Sie meint ja der hilft bereits, aber ich habe ihr verschwiegen, dass ich es einfach in ihrer Nähe nicht mehr wage zu husten, sonst kommt die sofort wieder mit einem Glas dieser kulinarischen Umweltverschmutzung an. - Ablenkungsmanöver beiseite, wir sprachen über Antennenmimikry in Tijarafe. - Technisch müssen die Anlagen natürlich auch alle in Ordnung sein, nicht nur äußerlich versteckt, wobei man halt immer wieder auch befürchten muss, dass wir zumindest auf Inselebene überhaupt keine Instanz haben, welche in der Lage ist die einwandfreie Funktion und die abgegebene Leistung wirklich zu messen.
Doch muss man der Gemeinde Tijarafe zustimmen, schön sind diese Antennen nicht, und im ländlichen Raum wirken die schon wie Aliens mitten im Panaorama. - In den Orten ist es eigentlich eh egal, ob private Parabolantennen an den Balkonen oder Mobilfunkantennen die Kunde von der allgegenwärtigen Information künden, aber auch in den Orten müssen zukünftig diese Antennen versteckt werden. - Wie die das machen sollen, dazu bietet die "ordenanza municipal" keine direkten Vorschriften, angemessen und effektiv muss es halt sein und da kann man den Mobilfunkbetreibern ja vorschlagen, die gucken sich das von Tenerife an, da haben die solche Antennen in Wasserbehältern auf den Dächern versteckt aufgestellt. - Die Wasserbehälter auf den Dächern sind meist auch nicht schöner, allerdings gehören die schon lange zu unserem Landschaftsbild, und keiner würde es wagen, solche Notwendigkeiten zu verbieten. - Da sind wir dann schon bei den Vergleichen, denn uns fallen sicherlich noch mehr optische Sakrilege in unserer Landschaft ein, und da natürlich sofort die Gewächshäuser der Bananen. - Da gleich wieder ein Lob nach Tijarafe, die haben seit geraumer Zeit schon den Neubau von Gewächshäusern für Bananen verboten, allerdings wäre das gar nicht notwendig gewesen, denn nachdem man die Subventionen für den Bau weiterer dieser Bananensaunas gestoppt hat, sind keine neuen Anlagen mehr entstanden. - Gerade gestern stieß jemand auch die Diskussion an, dass Windkraftanlagen auch optische Umweltverschmutzung seien, zumindest wenn sie eben in wirklich landschaftlich reizvollen Ecken aufgestellt werden sollen. - Allerdings wird diese Diskussion sicherlich von dem Wunsch nach mehr alternativen Energiequellen überschattet werden, denn an dem Punkt, dass auch die Erzeugung alternativer, also umweltgerechter Energie, auch zu negativen Einflüssen auf die Landschaft und die direkten Anwohner führen kann, sind wir noch nicht angekommen. - Es gibt noch so viel mehr Quellen optischer Umweltverschmutzung, große Hotelanlagen, Allradfahrzeuge von Kia und Daewoo, die Ochsenknecht-Brut, RTL 2, die Obstabteilung in einem ziemlich bekannten und nahen Supermarkt, und jeder könnte dieser Liste sicherlich noch viele Dinge hinzufügen. - Es wird uns sicherlich nicht gelingen, über all das den Mantel der Tarnung zu stülpen, aber einen Wunsch habe ich noch. - Am Strand, da muss sich nicht jeder ausziehen, das ist nicht Vorschrift, das hat auch was mit Ästhetik zu tun und ich gehe ja schon kaum noch dorthin, weil ich sonst wochenlang wieder kein Fleisch mehr essen kann….

Das Honig-Zwiebelsaft Attentat. - Nach Diktat geflohen
Mittwoch 25.08.2010 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1014 hPa
Ciudad de El Paso
100 Jahre Stadt El Paso
Alfonso XIII war es, welcher den bislang als "Villa" bezeichneten Ort El Paso 1910 die Stadtrechte verliehen hat. - So etwas kommt durchaus vor, allerdings hatte damals der Ort an die 3.000 Einwohner, verteilt über das größte Gebiet aller Gemeinden dieser Insel. Aber wirklich städtischen Charakter hat man in El Paso nie gehabt. - Ich fahre in die Stadt, das sagten selbst die Einwohner El Pasos noch vor 15 Jahren, wenn sie nach Los Llanos fuhren, aber das hat sich inzwischen immerhin geändert. - El Paso profitiert als langsam gewachsener Speckgürtel im Einflussbereich der "Boomtown" Los Llanos, und hauptsächlich die kurzen Wege und die angebotenen Parkplätze haben aus El Paso inzwischen eine kleine, aber wirkungsvolle Einkaufsstadt gemacht. - Das aber konnte Alfonso XIII noch nicht wissen, als er die Stadtrechte vergab, aber wohl war ihm die strategische Bedeutung El Pasos bekannt, jeder der von der Ost- auf die Westseite wechseln wollte und den direkten Weg über die Cumbre nahm, der musste durch El Paso, vorbei an dem Pino de la Virgen, hinab den Camino Viejo, bis er dann auf der steilen Straße bei Hermosilla, die man heute "La Cuesta" nennt, dann in das Stadtgebiet von Los Llanos ankam. - Daher stammt ja auch der Name des Ortes, El Paso ist zunächst einfach nur "der Weg", aber eben auch "der Schritt". - El Paso ist auch eine der ältesten Siedlungen der Insel, ich meine seit der Neubesiedlung durch Spanier, Mallorquiner und Portugiesen, auf dem Weg von Ost nach West brauchte man halt vor oder nach der brüsken Passüberquerung des El Reventón einen Ruheort, einen Platz zum Sammeln, zum Viehtränken und eben auch ausruhen. - Puerto de Tazacorte war noch früher, keine Frage, Alonso Fernández de Lugo, der Eroberer der Insel im Jahre 1492 war halt kein Fallschirmspringer, sondern man musste die Insel wie seinerzeit üblich von See aus erobern, und dazu wählte man den Ort, der heute Puerto de Tazacorte heißt. - Nicht wirklich schlüssig kann man feststellen, ob denn nun El Paso zuerst als Siedlung bekannt war, oder Los Llanos, allerdings zog auf jeden Fall in der landwirtschaftlichen-, und damit seinerzeit auch in der wirtschaftlichen Entwicklung Los Llanos schnell und dauerhaft an der kleinen "Jausenstation" El Paso vorbei, da dort auf den flachen Feldern des Aridanetals die Landwirtschaft viel einfacher zu betreiben war. - So entstand als erste bürokratische Maßnahme der Flächenordnung der Ort Los Llanos, und El Paso, genau so wie das heutige Tazacorte waren ein Teil dieser großen Gemeinde im Aridanetal. - Allerdings gibt es viele Leute, meist natürlich aus El Paso, welche der Meinung sind, das könne man so nicht sagen, weil viele der Großgrundbesitzer und Regierungsbeamten die seinerzeit den Handel im Aridanetal verwalteten, aus El Paso waren. - Aber das kann man ruhig als lokalpatriotische Animosität stehen lassen, der Name Los Llanos stand bis 1812 vor allen Siedlungen im Aridanetal, und das änderte sich erst in genau diesem Jahr, mit der "Constitución de Cádiz", einer für seine Zeit revolutionäre und fast schon als liberale Verfassung für die spanische Nation.
Basierend auf den Rechten welcher dieser Verfassungsentwurf bot, spalteten sich auf La Palma die Großgemeinden in 11 kleinere Organisationen auf, und eine davon war eben El Paso, jetzt unabhängig von Los Llanos. - Das war dann im Jahr 1837. - Aus der Zeit gibt es heute übrigens kaum noch Dokumente, die Aufteilung des Gemeindengebietes und die Grenzen sind später mal durch Tatsachen festgehalten worden, Originalpläne oder für ein Kataster verwertbare Papiere aus der Zeit sind kaum noch zu finden. - Das führt bis heute noch zu Streitereien der Gemeinden untereinander, allerdings beteiligt sich El Paso nicht daran, auch wenn einige "Lokalhistoriker" immer noch der Meinung sind, damals hätte El Paso auch einen Zugang zum Meer gehabt, und das wäre die Ecke von Charco Verde bis El Remo gewesen. - Remo drüber, oder Schwamm, das kann am Tresen bleiben, El Paso ist somit eine der wenige Gemeinden der Kanaren welche keinen Zugang zum Meer hat, und auf La Palma die einzige mit diesem Charakter. 1878 verlieh dann der König Alfonso XII den Titel "Villa" an El Paso, und wie wir jetzt wissen, erhöhte dann sein Sohn, der Halbösterreicher Alfonso XII diese gern gesehene Bürde auf die bis heute geltende Würde des Stadtrechtes.
Irgendeinen Narren müssen die beiden Alfonsos an unserem Ort schon gefressen haben, oder sie haben eben die Wichtigkeit El Pasos wohl erkannt, als Dreh- und Angelpunkt zwischen den beiden Inselhemisphären Ost- und Westseite. - Nachdem man dann von Eselbetrieb auf Kraftfahrzeuge umgestellt hatte schwand die Bedeutung El Pasos wieder, man konnte nur noch durch Landwirtschaft überzeugen, aber da mit den wohl besten Tabaksorten auf der Insel und einer unvorstellbar großen Anzahl an Nutzvieh, natürlich meist Ziegen. - Aus dieser sehr ländlichen Zeit, die eigentlich erst in den späten 80ern des vergangnen Jahrhunderts endete, stammt auch noch der "rurale" Ruf der "Pasenses", die bis heute als bäuerlich, verstockt, engstirnig und grantlerisch gelten, aber man schrieb ihnen auch den Ruf zu, ehrlich zu sein, arbeitsam, niemals arrogant oder ignorant, angenehm bescheiden, mit einem kleinen Stich zur Kunst, besonders was Musik und Malerei anbelangt. - Der Ruf ist noch da, allerdings hat die große Wohlstandsrevolution auf La Palma in den Neunzigern die Charaktere abgeschliffen, und ständiger Austausch der Bewohner mit den anderen Gemeinden wird diese Eigenständigkeit sicherlich in Kürze völlig verschwinden lassen. - Dennoch ist ein Stück rebellischen Zorns in El Paso geblieben, noch nie gab es dort eine Stadtregierung, die durch eine Partei in absoluter Mehrheit vertreten war, und ein wachsames Völkchen begreift hier Demokratie wohl aufmerksamer als anderswo auf der Insel. - Ich darf erinnern, dass die großen Proteste gegen die Autobahn und die globalen Wirrträume unserer Fortschrittsplaner in El Paso entstanden sind, einem für Streitkultur und Basisdemokratie also äußerst nahrhaftem Boden. - Einen erneuten wirtschaftlichen Aufschwung und eine Befreiung aus den exklusiven Fängen der Landwirtschaft erfolgen in den neunziger Jahren, und es klingt nun äußerst profan, durch den Zuzug des damals ersten großen Supermarktes der Insel, dem San Martín, mit seinem Parkplatz. - Man möchte nun natürlich nicht die wirtschaftliche Prosperität der drittgrößten Stadt der Insel einem einzigen Supermarkt mit seinem Parkplatz zuschreiben, aber hinter vorgehaltener Hand werden Ihnen die aufrechten Pasenses das wohl bestätigen. - El Paso als Alternative zu dem ungeordnet gewachsenen Los Llanos, das trieb dann schnell viele Geschäftsleute wieder dazu sich in El Paso anzusiedeln, und die heutige Politik hat wohl die Aufgabe, auch weiterhin an diesem Speckgürtelmodell festzuhalten, zurück zur rein landwirtschaftlichen Ausrichtung der Gemeinde, das kann man sich nicht erlauben. - El Paso ist also nicht nur der Weg, oder der Schritt, es ist auch vielmehr ein Symbol für die ständigen Wandlungen welche eine Zweckgemeinschaft "Gemeinde" so durch die Jahrhunderte führt. - 100 Jahre Stadt, ich gratuliere, 500 Jahre Geschichte, davor ziehe ich meinen Hut.
Dienstag 24.08.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 27,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,6 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 38,8 - Temp. Min 19,4 - Feuchte 5 - 5 % Niederschlag 0 mm
Kurz angestrahlt
Pfarrer, Kälte und Hitze
Demokratie ist eh ein schwieriges Ding, und manchmal auch nicht wirklich überall anwendbar. - Im politischen Sinn gibt es Demokratie ja anscheinend bis scheinbar, wenn aber die Kirche mit ihren "unergründlichen Wegen" einher kommt, dann sollte man das gleich stecken lassen. - In San Andrés y Sauces möchte man am liebsten die Bürgermeisterin loswerden, nicht aber den Pfarrer. - Die Bürgermeisterin kann aber eben nur abgewählt werden, aber denen fällt schon noch was ein, um kurz vor den Wahlen die Leute wieder in Richtung CC-Raison zu bewegen. - Nun soll aber der Pfarrer der Gemeinde ausgetauscht werden, und mit dem ist man doch so zufrieden. - In einem auch öffentlich gemachten Schreiben richten sich nun enge Mitglieder der Kirchengemeinde an den Bischof in Tenerife, und bitten diesen, ihnen doch den Pfarrer zu lassen, auch wenn der Hirte schon 80 Lenze und Sommer auf seinem zölibaten Rücken hat. - Don Juan José hätte so viel bewegt in der Gemeinde, und es gäbe noch so viel zu tun, und ohne seine behütende und leitende Hand wäre das alles nicht zu realisieren. - So bittet man um einen zweiten Pfarrer, wenn auch nur für ein paar Jahre, welcher die körperlich anstrengende Arbeit übernehmen soll, denn immerhin gibt es in der Gemeinde San Andrés y Sauces 3 Kirchen die betreut und bebetet werden wollen. - Vielleicht erhört ja der Bischoff, der übrigens ein Palmero aus Mazo ist, die Wünsche der Gemeinde, aber ist wohl zu befürchten, dass dieses ein frommer Wunsch bleiben wird. - Man sollte dem Bischoff anbieten, im Tausch für einen zweiten Pfarrer die Bürgermeisterin in die Diözese zu entsenden, so als Versuchsmaterial für politische Exorzismen und Gelderaustreibung.
Wer von "frio" spricht, der meint die Kälte. - Wer in Puerto de Tazacorte allerdings vom "frio" spricht, der meint das alte Kühlhaus im wiederum alten Hafen des Städtchens. - Dieses Kühlhaus ist schon lange nicht mehr in Betrieb, so wie der ganze alte Hafen schon lange zur Badebucht umgewandelt wurde und nur noch entfernt an einen Fischerhafen erinnert. - Über die Verwendung dieses Gebäudes hat man schon lange spekuliert, schließlich liegt das in allernächster Nähe zur Strandlinie und man könnte das so fast schon als immobiliäres Schmuckstück betrachten. - Abreißen, und dann ein kleines Hotel dahin bauen, das kommt so manchem in den Sinn, wenn er vor der ungenutzten Infrastruktur steht, aber so einfach ist das nicht, denn das ist ein öffentliches Gebäude.- Die Finger darauf hat das Gobierno de Canarias, aber die wollen damit nichts anfangen, so soll es nun in den Besitz der Gemeinde übergehen, aber eben mit der Gebrauchsanweisung, ein interaktives Meeresmuseum daraus zu machen. - OK, jedes Museum nutzt der Insel, doch erinnern wir uns an die vielen Stolpersteine, die allesamt mit Finanzierung und Kompetenzen zu tun haben, wenn es darum geht, unserer noch brüchigen Museumslandschaft eine weitere Perle hinzuzufügen. - So spricht die Gemeinde auch davon, dass man vielleicht in den kommenden 5 Jahren anfangen könnte, aber Geld hätte man sowieso nicht, man müsste sich also erst das Gebäude schenken lassen, (jetzt) und dann in 5 Jahren die Finanzierung für den Umbau, und dann in weiteren 5 Jahren hätte man auch geklärt, wer denn für das Personal dafür aufkommt. - Ich darf dabei daran erinnern, dass wir bereits ein solches Museum haben, nämlich im alten Leuchtturm in Fuencaliente. - Das ist gleich mit staatlichen Mitteln errichtet worden, und dreht sich hauptsächlich um die "Reserva Marina" der Insel.
In der Presse glänzt man bereits wieder mit "Alerta amarilla" (Gelber Alarm - danach folgt orange, und über 40 Grad in den unteren Luftschichten gibt es roten Alarm) wegen der zu erwartenden Hitze. - So ganz verkehrt ist das nicht, es wird wieder warm, bis heiß. - Allerdings ist es nicht zu erwarten, dass die Hitze schnell auch in die unteren Luftschichten vordringen kann, es herrscht so gut wie fast kein Wind, so dass die atlantische Kühlung weiterhin funktionieren kann. - Was aber ein bisschen Sorgen macht ist die mögliche zeitliche Länge dieses afrikanischen Wetterbesuches. - Das kann durch aus die ganze Woche so gehen, bis mindestens Wochenende, und eben mit zunehmender Hitze auch in den bewohnten Regionen der Inseln. - Mit bewohnten Zonen der Inseln meine ich Gebiete die unter 800 Metern Meereshöhe liegen, denn da tummeln sich locker 95% der Bevölkerung. - Darüber kann man auch wohnen, keine Frage, allerdings ist man denn eben der Sommerhitze wie der Winterkälte deutlicher ausgeliefert, weil der moderierende Einfluss des Atlantiks nicht so weit reicht. - Die Waldbrandgefahr steigt nun wieder deutlich, allerdings weht kaum Wind, was dann wieder für eine weitere feuerlose Zeit auf der Insel spricht. - Hier auf unter 600 Metern Höhe haben wir heute die 30 Grad noch deutlich nicht erreicht, und es wird auch nur langsam wärmer werden, kritisch könnte der Donnerstag sein.

Der alte Leuchtturm an der Südspitze der Insel
Dienstag 24.08.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1015 hPa
Spezialkinder
Neue Kindertagesstätte für spezielle Kinder
"Niños Especiales" ist auf einer Seite eine gelungene Umschreibung für geistig behinderte Kinder, wobei das die Kinder weniger interessiert, sondern eher die Eltern, die auch Licht und Machbarkeit in einem eigentlich harten Alltag haben wollen. - "Niños Especiales" so heißt aber gleichzeitig auch eine Organisation, welche sich um die Belange dieser Kinder und den Notwendigkeiten der Eltern bemüht, welche eben diese speziellen Kinder betreuen müssen. - Diese Organisation gibt es seit 14 Jahren auf der Insel, und es ist nicht die einzige dieses Charakters, allerdings die bekannteste und so hat sich der Ausdruck "Niños Especiales" längst als gebräuchliches Synonym auf der ganzen Insel gegen die trockene Bezeichnung "geistig behindert" durchgesetzt. - Diese Organisation ist von betroffenen Eltern gegründet worden und ist den Statuten nach eine "ONG", also eine Organisation ohne Beteiligung von Regierungsstellen, also eine "Organización no Gubernamental". - Allerdings findet "Niños Especiales" reichlich Hilfe seitens der Inselregierung und auch den Gemeinden auf La Palma, darüber hinaus haben sich viele Firmen und Privatleute auch mit zumeist finanziellen Hilfen beteiligt, damit man auch handlungsfähig ist und seine Arbeit auch verrichten kann. - Jetzt krönt man die lange Arbeit mit einem Begegnungszentrum in Los Llanos, welches noch im September eröffnet werden soll. - Büroräume, Sportsäle, Einrichtungen für Physiotherapie, Logopädie und Psychotherapie, vervollständigt von einem kleinen Hallenbad, dem Stolz der Organisation, und einem Begegnungssaal, in dem man auch zukünftig weitere Aktionen organisieren kann, welche letztendlich auch dem finanziellen Unterhalt dieser Einrichtung dienen.
Man könnte meinen, keine große Sache, aber das ist es doch, denn hart und ausdauernd über so viele Jahre hin zu arbeiten, Fest und Konzerte organisieren und eben immer wieder Benefizveranstaltungen abhalten und den Buckelgang durch die Behörden, das ist schon eine beachtliche Leistung hier auf dieser kleinen Insel. - Da sind die richtigen Leute an den richtigen Posten innerhalb der Organisation, geht es doch dabei auch immer wieder darum, die anderen Mitglieder bei der Stange zu halten, und sich nicht im Alltag verstecken lassen. - Jetzt will man im September langsam anfangen dieses Zentrum mit Leben zu füllen. Langsam deswegen, weil man natürlich nicht einfach hingehen kann und Psychologen und Physiotherapeuten und weitere Spezialisten dort hinpacken kann, das kostet zu viel Geld, und man muss auch erst organisieren, wie viele Kinder sind von der eigenen Organisation zu betreuen, und wie viele kommen nun neu dazu, weil das geschaffene Angebot natürlich allen "Spezialkindern" zur Verfügung stehen soll. - Bis Mitte nächsten Jahres will man dann den gewünschten Vollbetrieb erreicht haben und man kann nur hoffen, dass auch für den Unterhalt dieser Einrichtung dann die Gelder zur Verfügung stehen, und nicht nur für den Bau der Anlage. - Aber wie man diese Organisation kennt, die schaffen das schon, und werden so auch weiterhin ein Vorzeigemodell für private Organisationen sein, die viel erreichen können, so lange die sich nur hart arbeitend und engagiert einsetzen. - Chapeau, keine Frage!
Montag 23.08.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 27,2 Grad - niedrigste Temperatur 20,6 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 38,7 - Temp. Min 19,8 - Feuchte 5 - 38 % Niederschlag 0 mm
Der Strom kommt vom Dach
Alter Hut auf neuen Köpfen
Unserer Versuche hier auf der Insel mit alternativen Energien unseren Stromverbrauch mal komplett zu befriedigen sind nicht komplett eingeschlafen, haben nur einen kleinen Rückschritt erlitten…. Nachdem man seitens der spanischen Zentralregierung die Einspeisevergütungen deutlich gekürzt hat, sind viele interessierte Investoren mit ihrem, meist hart verdienten Geld, dann doch lieber woanders hin gegangen, da wo die Rendite dann doch wieder zweistellig locken. - Da ist Spanien seinerzeit in eine Falle getappt, haben die doch an die 30 Cent für eine eingespeiste Kilowattstunde an die Lieferanten bezahlt, was zunächst ja auch so gedacht war, um eben Investoren zu locken. - Allerdings lässt sich bei uns dann doch so viel elektrische Energie damit erzeugen, dass diese Anlagen wie Pickel aus dem Gesicht eines Pennälers sprossen, der gerade seinen vierten Cheeseburger verzehrt hat. - Allerdings ging der Großteil dieser Gelder schnell wieder ins Ausland, da die meisten Investoren von dort kamen, und die erhofften Synergieeffekte rund um diese lustige Art Geld zu verdienen damit nicht gegeben waren. - Private Investoren, welche weitere Photovoltaikanlage hier auf der Insel erstellen wollen, scheint es momentan nicht zu geben, aber es gibt weiterhin ein paar öffentliche Projekte, wovon eines mindestens besondere Erwähnung verdient. - Vor ein paar Jahren kam man mal auf die tolle Idee, Dächer von Gebäuden der öffentlichen Hand mit Solaranlagen zu bestücken, und verkaufte uns das seinerzeit wie die Neuerfindung des Rads, allerdings müssen wir ja zugeben, dass es selbst in "blassen Ländern" wie Deutschland inzwischen gang und gäbe ist, diese Anlage auf die Dächer von Gebäuden zu setzen. - Was wir seinerzeit ein bisschen belächelt haben, und an Kleinvieh dachten, welches gerade einmal fürs Mittagsleuten reicht, hat sich in El Paso an die Megawattgrenze erhoben. - Auf dem Gebäude der alten Tabakfabrik, da hat man nun eine Photovoltaikanlage stehen, welche eine Maximalleistung von 1 Megawatt bringen kann. - So zumindest die Aussage der zuständigen Herren und Damen des Büros für neue Technologien und erneuerbare Energien, denn solch eine Anlage ist dann schon etwas größer und muss Kosten in Millionenhöhe verursacht haben.
Allerdings sagt man uns nicht, was das Ganze gekostet har, vielleicht einfach weil man gleich wieder Volkes Stimme um die Ohren geschlagen bekäme, was man denn sonst mit dem Geld alles hätte machen können. - Aber rausgeschmissenes öffentliches Vermögen ist das ja gar nicht, selbst mit der abgesenkten Einspeisungsvergütung kann man noch Geld verdienen, halt nicht mehr so locker wie früher. - Das Gebäude der alten Tabakfabrik ist eben schon riesig groß, da bietet es sich an, eine solche Fläche zu nutzen, allerdings fällt uns im nächsten Moment auch gleich wieder ein, warum man das nun unter einer Solaranlage liegende Gebäude gar nicht nutzt. - Das steht leer, wurde zwischendurch mal sporadisch von einer Firma genutzt die sich "Sotexcan" nannte, und deren Schicksal und Verbleib bis heute manchem dicke Fragenrunzeln in die Stirne bläst, denn die wollten Billigtextilien hier auf La Palma produzieren, um diese dann später auf dem Festland zu verkaufen. - Das war alles ein großer Schwindel, die haben auch nie produziert hier, und auch wenn man es nicht genau beweisen konnte oder wollte, das roch auf allen Seiten nach Subventionsbetrug. - Dann fand da drin mal die Kunsthandwerksmesse statt, war ein Erfolg, aber seit dem ist das Ding zu, obwohl man wohl gewerbliche Nachfragen nach Industrieräumen hat, bleibt dieses Gebäude innerlich ungenutzt. - Noch erstaunlicher ist es daneben, dass die Inselregierung jetzt drei Hallen im Industriegebiet von Los Llanos baut, um eben diese Nachfrage nach Räumlichkeiten zu befriedigen, obwohl man die nur ein paar Kilometer weiter doch bereits hätte. - Müßig danach zu fragen, aber vielleicht können die überall lauernden Spötter ja Licht in die Unwissenheit einfließen lassen. - Bei winterlichem Regen, da tropfte es immer durch die Dächer der alten Tabakfabrik, und da ist man vielleicht auf die Idee gekommen, einfach ein zweites Dach drauf zu setzen und das eben gleich aus Photovoltaikpaneelen. - Jetzt regnet es nicht mehr rein, auf dem Kopf produziert man Strom, vielleicht nutzt man ja denn endlich diesen großen Industriekomplex wieder aus, anstatt anderswo neue Infrastrukturen zu schaffen.
Montag 23.08.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1017 hPa
Die Opposition beginnt ihre Arbeit aufzunehmen
In neun Monaten soll etwas Neues geboren werden
Kinder wie die Zeit vergeht. - In neun Monaten bereits ist es so weit, da finden die nächsten Kommunalwahlen statt, gleichzeitig werden auch die Inselregierungen neu besetzt und auch das Gobierno de Canarias. - Wahlen in Madrid gibt es erst wieder 2012, die haben also noch ein Jahr mehr, um etwas Ordentliches abzukochen. - Spricht man von Opposition, dann meint man hier auf den Kanaren meist die Sozialisten der PSC/PSOE, und hier auf La Palma ganz besonders. In nur wenigen Gemeinden sind die Sozis am Ruder, lediglich in Puntagorda, Garafía und Breña Alta. - In Puntallana sind die Sozis in einer Koalition mit der PP an der Macht, der Rest der Insel hält aber eisern und fast schon bemerkenswert treu an dieser Erfolgsgeschichte Coalición Canaria fest. - Also ist Oppositionsarbeit meist Angelegenheit der Sozialisten, allerdings erhalten die seit geraumer Zeit bereits auffällige Unterstützung der Partido Popular, die, auch wenn sie Koalitionspartner auf Ebene des Gobierno de Canarias mit der Coalición Canaria sind, meist sogar noch heftiger auf die CC einkloppen, als die Sozialisten das zustande bekommen. - Aber das liegt wohl eher daran, dass man von den Bestrebungen der CC weiß oder ahnt, dass die im kommenden Jahr lieber mit den Sozis ihre Macht teilen möchten, als mit den auf den Kanaren traditionell nicht so gut aufgestellen Konservativen der Partido Popular. - Kein Wunder, absorbiert doch die Coalición Canaria auch große Segmente konservativer Politik, und das noch geschickt eingefädelt mit Lokalpatriotismus, und schon ist man für sehr breite Schichten der Bevölkerung seht gut wählbar. - Die Sozialisten tun sich da meist etwas schwerer, steht denen doch die inzwischen sehr diskutierbare Fracht der Ideologie oft als Hemmschuh im Wege, und wie bei allen Sozis auf der Welt, man ist sich auch nie einig, was man denn so machen soll. Das bezieht sich aber mehr auf die Ebene der großen Inselregierungen Gran Canarias und Tenerifes und dem Gobierno de Canarias. Auf kommunaler Ebene kommt der Faktor Mensch dabei immer noch sehr zum Tragen, da zählt die Person meist mehr als die Partei, wobei die Qualifikation als Lokalpolitiker wohl eher charakterliche Eigenschaften wie Dickfell und ignorante Unberührbarkeit fordert, als idealistische Gutmenschen.
Der Wahlkampf macht nun aber auf Gemeindeebene auf, und wenn man die ersten scharfen Attacken der Sozis in San Andrés y Sauces und Tazacorte hört, da möchte man fast schon meinen, man kenne nun bereits das übergreifende Thema der Sozis für den folgenden Wahlkampf, nämlich das Geld. - Wenn Sozis über Geld reden, das ist manchmal ziemlich kompliziert, aber in diesen Fällen geht es nicht um Geld an sich, sondern eben um Gelder, die nicht vorhanden sind. - In San Andrés y Sauces behaupten die Sozis nun, dass die Gemeinde mit mehr als 5 Millionen Euro verschuldet sei, eine Summe, die höher ist als der jährliche Haushalt. - Dabei bezieht die Bürgermeisterin der Gemeinde ein fürstliches Gehalt, sowie die Ratsherren und Damen auch, und keiner weiß, wie die Gemeinde jemals von einer solchen Schuldenlast wieder herunterkommen soll. - Allerdings sind Pleitegemeinden auf den Kanaren und in ganz Spanien keine wirkliche Seltenheit, Barlovento, Garafía, Fuencaliente, theoretisch San Andrés y Sauces, sowie Los Llanos, wenn die ihre Schulden in Millionenhöhe an das Consorcio de Aguas bezahlen würden, dann ginge es denen auch nicht anders. - Die Polemik darüber ist nun in San Andrés gesät und es wird interessant werden, wie die Coalición Canaria dort diesen "Schuldenfall" erklären will. - Auch in Tazacorte geht es nun ums Geld, hier aber wirft die einzige sozialistische Rätin im Stadtparlament den Regierenden vor, von gewissen Unternehmen die städtische Gebühren nicht zu kassieren, von anderen aber ja. - Und in einem Fall rechnen die nun vor, dass ein Bauunternehmer der Gemeinden inzwischen an die 400.000 Euro schuldet, sich diese Beträge über Jahre hin angesammelt haben, man sich aber seitens der Gemeinde wohl nie bemüht habe, die fälligen Gebühren auch zu kassieren. - Aus Tazacorte sind wir Vieles gewohnt, ein bekannt großes politisches Sumpfgebiet der Insel, aber irgendwie stellen die Einwohner des Ortes im Aridanetal dieses Sumpfgebiet bei jeder neuen Wahl wieder unter Naturschutz. - Auch in diesem Fall wird Aufklärung verlangt, und langsam erwacht La Palma wieder aus der sommerlichen politischen Agonie, die Sozis haben sich zurückgemeldet aus dem Urlaub, und mal sehen, ob das die Anderen überhaupt interessiert.
Übrigens wird es wieder warm bis heiß die kommenden Tage, aber nicht windig und auch werden keine neuen Temperaturrekorde angesagt, aber die 30 Grad tagsüber können wir locker überschreiten. - Und immer daran denken, noch hat es kein großes Feuer auf der Insel in diesem Jahr gegeben, und es wäre einfach an der Zeit, dass wir einen Sommer mal ohne Feuer überstehen. - Jeder kann dazu beitragen!
Sonntag 22.08.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 28,6 Grad - niedrigste Temperatur 19,4 Grad
Wie Hund und Katz
Die Dreierbande gegen canine Übermacht
Vielleicht haben Sie es ja schon mitbekommen, unsere Familie besteht aus einem symbolisch und repräsentativ eingesetzten Familienoberhaupt, das bin ich, drei Frauen und drei Katzen. - Das war´s, Mäuse, Eidechsen, Schaben und Hundertfüßer sind nicht eingeladen, also meist nur zufällig da. - Allerdings belagern unsere Eingangstür meist auch mehrere Hunde, obwohl wir grundsätzlich nicht über canine Familienmitglieder verfügen, sind wir dennoch nicht hundelos. - Da sind die drei Straßenhunde, Margarita, Arturo, meist Erwin, oder die Presswurst genannt, und seit neuestem auch noch Letizia. - Margarita und Letizia sind von Antonio und seinen Söhnen, und Arturo ist von José, dem anderen Nachbarn, aber ein Großteil ihrer Freizeit verbringt die Hundeschar bei uns, oder bei unseren Apartmentgästen. - Ich glaube eh, der Großteil der Gäste wird meinen, das seien unsere Hunde, denn immer bei Ankunft der neuen Gäste stehen Arturo und Margarita am Parkplatz bereit, um die Ankömmlinge zu begrüßen. - Ich habe keine Ahnung, woher die Hunde das wissen, dass jetzt keine gebellte Verfolgungsjagd gegen den Eindringling in unsere kleine Straße angesagt ist, wie sie das gnadenlos gegen jedes andere unbekannte Auto machen, welches sich, meist versehentlich, in unsere Straße verirrt hat. - Brav und wohlerzogen deuten die beiden Hunde sofort ihr näheres Interesse an den ankommenden Gästen an, keine Frage, gehört das mögliche 14-tägige Glück bei den Urlaubern auf der Terrasse etwas abzustauben doch zu den vielen Freuden, welche unsere Nachbarschaftshunde hier haben. - Die meisten der Gäste werden schwach, spätestens wenn Margarita ihre Behindertennummer aufführt, und mit irgendeinem humpelnden Bein ankommt. - Die alte Simulantin hat das schon öfter gemacht, sind die Gäste schwer zu knacken, dann wird temporär gehumpelt, das hilft fast immer, und die Wunderheilung über Nacht, oder bereits sehr schnell nach dem ersten erhaltenen Wurstzipfel, freut dann alle noch mehr. - Arturo ist zu blöd für solche eigenen Taktiken, der macht immer alles Margarita nach. Der bellt nur, wenn sie bellt, fängt an zu laufen wenn sie läuft, und trollt sich auch immer nur gemeinsam mit ihr. - Der ist viel jünger als Margarita, allerdings erinnern die beiden schon sehr an ein altes Ehepaar, mit klaren matriarchalischen Tendenzen, hätten Hunde Hosen, dann trüge diese Margarita. - Ein sorgenfreies Leben führen unsere drei Hunde hier, und die dritte im Bunde, die Letizia, die hat sich gerade gestern ihre erste wirklich wichtige Lehrstunde eingefangen, die von dem Umgang mit Katzen.
Besser gesagt, mit unseren Katzen. - Es laufen hier eine ganze Menge an Katzen herum, allerdings nicht mehr so viele wie früher, nachdem unsere Nachbarin unterhalb sich zur Aufgabe gemacht hat, alle streunenden Tiere hier einzufangen und beim Tierarzt sterilisieren zu lassen. - Das hat hervorragend geklappt, die Population ist übersichtlich geworden, nur eine graue Kätzin die war einfach nicht zu fangen, auch der Tierarzt mit dem Betäubungsgewehr hat das nicht geschafft, und so kommen immer mal wieder ein paar Kätzchen nach, welche dann aber von unserer Nachbarin wieder eingefangen werden, um auch beim Tierarzt dann ihrer "Sorgen" befreit zu werden. - Katzenjammer kennen wir so auch nicht in der Umgebung, es ist manchmal eher ein kleiner Eunuchenchor, aber nie mehr. - Die Katzen sind aber wohl auch zeitweiliges Spielzeug der Hunde, da wird gejagt, am liebsten junge Katzen die Bäume hoch, oder andere in die Kakteen, scheint ja wohl die Aufgabe aller Hunde zu sein, Katzen nicht zu mögen. - Bei unseren Katzen ist das allerdings anders, die werden nicht gejagt, sondern von Margarita und selbstverständlich dem Blödi Arturo auch respektiert, bis gefürchtet. Wer bei uns vor der Tür stehen will, oder bei den Apartments die Gäste anbetteln will, der muss sich mit der felinen Dreierbande zunächst auseinandersetzen, und wer da zuckt oder aufmuckt, der bekommt Krallen sofort mitten auf der zarten Hundenase verpasst platziert, und wenn es sein muss auch mehrfach hintereinander. - Natürlich hat das was damit zu tun, dass die Hunde wissen, es sind unsere Katzen, geschützte Lebewesen also, welche einflussreiche Freunde haben, die auf zwei Beinen gehen und wohl Einfluss auf das Wohlergehen der Hundeschar haben. - Woher aber unsere Katzen wissen, dass man ungestraft den Hunden eins auf die Nase geben darf, aber man vor fremden Hunden eher mal überlegt, das weiß ich nicht. - Gestern war nun Letizia sich ihre Lektion abholen, und da das noch eine junge Hündin ist, haben sich unsere beiden Kater erst gar nicht dafür interessiert, sondern die kleine dreibeinige Lucky geschickt, die solle das mal klar machen. - Hat sie auch, zu nah an unserer Eingangstür kam zuerst der Buckel, und als Letizia immer noch weiter getappst ist, da kam die Kralle, und schon ist die Angelegenheit geklärt. - Wenn Paul schräg darauf ist, dann gibt es auch schon mal prophylaktisch was auf die Nase, deshalb behalten Margarita und Arturo den Paul auch immer im Auge, wenn er an ihnen vorbeigeht, und meistens nicht mal eines Blickes würdigt, die Arroganz der schnellen Pfote könnte man meinen, oder einfach auch das Wissen, mit den humanoiden Freunden im Hintergrund, da kann mir nichts passieren. - So kommt das schon öfter abends vor, dass wir nicht nur von drei Katzen vom Parkplatz abgeholt werden, sondern auch noch von drei Hunden. - Paul wird dann auf der Schulter ins Haus getragen, zwischen unseren Füßen springen die beiden anderen Katzen nach Hause, und hinter uns, da laufen dann die Hunde in respektvollem Abstand bis vor unsere Eingangstür, und geben uns dort ab. - Manchmal glaube ich wirklich, dass Hunde ein bisschen doof sind, die lassen sich das von den Katzen einfach gefallen, und unsere feline Dreierbande, die feixt sich eins, über diese liebenswerten Trottel.

Wir empfehlen eine Bildschirmauflösung von 800 x 600 Pixel, oder den Augenarzt Ihres Vertrauens.