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Dienstag 28.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 18,2 Grad

Bei uns kommt der Strom aus der Steckdose
Elektro-Autos für die Insel

Verarschen kann ich mich auch selber. - Ich habe es meiner Familie versprochen, falls mein Auto mal kaputt geht, dann kaufe ich mir ein Fahrzeug mit Elektroantrieb. - Das Problem dabei ist allerdings, ich fahre einen Toyota. - Einen alten Toyota, also einen Unkaputtbar, wie mir neulich erst wieder mein Lieblingsautomechaniker bestätigte. - Sollte der Fall aber wirklich mal eintreten, also mein Hilux abtreten, dann müsste ich zunächst Solarzellen auf meinem Schuppen installieren, um damit mein Elektroauto aufzuladen, denn unser Strom aus der Steckdose, der wird mit Schiffsdiesel hergestellt. - Gut, wollen wir nicht zu bessereuropäisch sein, die Energieerzeugung auf einer kleinen, nicht vernetzbaren Insel ist problematisch, das wissen wir ja schon lange. - Nicht mal das völlig überbewertete Ponyinselbeispiel von El Hierro funktioniert, wie man versprochen hat, dort investierte man an die 85 Millionen Euro um etwas mehr als 6.800 Einwohner mit erneuerbaren Energien zu versorgen, aber dennoch hat man seitdem nur an ganz wenigen Tagen den Diesel bislang abschalten können. - Man kann das auch im Netz gut nachsehen, wundert mich eigentlich immer noch, dass die diese Seite noch nicht abgeschaltet haben. - Darüber hinaus hat man auch dort noch keine Antwort darauf, wie man denn auch noch den Strom für den Kraftverkehr erzeugen will, aber das blendet man in der Diskussion um "saubere Energien" immer gerne aus.

Ziemlich ehrlich spricht man hier auf der Insel momentan nicht mehr über das Projekt, La Palma 100%, wobei das Prozentprodukt die Erzeugung des Inselstroms aus erneuerbaren Energien wäre, auch dabei allerdings ausgeklammert, wie man den notwendigen Fuhrpark betreibt. - Aber man spricht auch nicht mehr über die Autobahn, eine lustige, fast listige "balance of no power", aber nun will man drei weitere Elektro-Tankstellen auf der Insel einrichten. - Sagt man das überhaupt so, Elektro-Tankstelle? - Aber man versteht das so ganz gut, und ich glaube mich zu erinnern, dass man in Puerto de Tazacorte bereits eine solche Zapfstation eingerichtet hat. In Santa Cruz, in Los Llanos und Los Cancajos sollen diese neuen Möglichkeiten für Elektro-Fahrzeuge entstehen und dafür will man an die 500.000 Euro in die Hand nehmen und aus dieser geben. - Zunächst die Infrastruktur anbieten, und dann die Verbreitung von Elektro-Autos antreiben, OK, das ist eigentlich sogar richtig herum gedacht. - Kaum jemand wird sich auf der Insel ein E-Auto kaufen, wenn der sein Fahrzeug nur zu Hause laden kann und vor allem denkt man natürlich dabei, die Autovermietungen mit solchen Fahrzeugen auszurüsten. - Da graust es so manchem Vermieter bei dem Gedanken, mehrfach am Tag mit einer Ersatzbatterie, oder gar Fahrzeug ausrücken zu müssen, um E-Opfer vom Roque zu schleppen oder aus La Fajana hoch, weil der Fahrer den Weg, und hier bei uns halt besonders die Steigungen, falsch kalkuliert hat. - Ganz zu schweigen von dem immer noch horrenden Mehrpreis, welches ein solches Fahrzeug kostet, bei mir überwiegt dabei immer noch das Ausrufezeichen, warum nur sind, außer Tesla, alle E-Fahrzeuge so chronisch hässlich und sehen wie eine Strafe aus?

Die eigentliche Frage bleibt aber, kann ich sauber Autofahren mit Strom, der aus Schiffsdiesel produziert wird, denn so ganz einfach mit den Solarzellen auf dem Dach lässt sich ein Auto nur unbefriedigend laden. - Bei uns ginge das noch ganz gut, so wenig wie ich fahre und den Radius, den mein Wagen zu bewerkstelligen hat, das ist überschaubar, aber andere Kraftfahrer und eben auch die Inselgäste, die wollen eine Inselumrundung machen und dafür muss der Saft vorhanden sein. - Saubere Energie, schmutzig gewonnen, aber eigentlich schadet es auch keinem, den zweiten Schritt vor dem ersten zu machen. - Auf der anderen Seite, wie viele Elektor-Autos gibt es denn hier auf der Insel, dass sich eben mal die Ausgabe von 500.000 Euro aus Steuergeldern überzeugend darlegen lässt und irgendwie wäre es mir lieber, man würde diese 500.000 Euro in die versprochene Tierauffangstation in Tijarafe stecken. - Was das eine mit dem anderen zu tun hat, da kann ich Sie wunderbar beruhigen, gar nichts. - Es ist eigentlich auch gar nicht fair, so zu argumentieren, auf der anderen Seite ist es auch nicht fair, uns Elektro-Autos als nachhaltige Verkehrsmittle zu verkaufen und das ganze im Rahmen einer "Smart-Island" anzubieten. - Strom aus Schiffsdiesel ist nicht sauber, nachhaltig schon gar nicht, sondern eher hinterhältig.

Ganz frisch aus der Nachrichtenpresse liest man noch, dass Easy-Jet nun auch La Palma gefunden hätte. - Aus London und Berlin würde zukünftig eine Maschine wöchentlich auf unsere Insel fliegen und das kann uns natürlich nur Recht sein. - Als Beispiele nennt man Preise, welche einem die Billigröte auf den Teint zeichnen, aber ich bin blind und habe auf der Webseite der Fluggesellschaft unsere Insel als Ziel noch gar nicht entdeckt. - Vielleicht sind die noch nicht so weit und es bleibt zu hoffen, dass die Meldung keine Flugente ist…



Dienstag 28.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1019 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Aún no ensillamos, y ya cabalgamos

Noch haben wir nicht gesattelt, aber wir reiten schon. - Immer ein Schritt nach dem anderen, erst die Hose, dann die Schuhe, alles zum richtigen Zeitpunkt, und sowieso, bloß keine Hektik, sonst läuft gar nichts.





Stadtstreicher in Santa Cruz de La Palma, Casa Salazar
Bild von Richard Wurdel





Montag 27.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 18,7 Grad

Der alte Galizier und das Mehr
Mariano Rajoy blieb, schaute weg und gewann

Die geringste Wahlbeteiligung im demokratischen Spanien sollte auch noch Ausrufezeichen setzen, so gelingt es Einigen, trotz Stimmenverlusten, immer noch mehr Abgeordnete auf ihre Liste zu packen und damit nicht als Verlierer dazustehen. - Die große Sause aber machten der alte Totalverweigerer Mariano Rajoy, immer noch Präsident in Funktion, der neben ein paar Splitterparteien die einzige Gruppierung anführt, welche nicht nur die Zahl der Abgeordneten erhöhen konnte, sondern auch bei der Stimmanzahl deutlich zugelegt hat. - Natürlich nicht mehr in die Nähe, der bis Dezember 2015 gehaltenen absoluten Mehrheit, aber die erste Generalaussage der spanischen Kongresswahlen kann lauten, Protest nicht um jeden Preis und Stabilität lockt mehr Unentschlossene, als Systemkritik. Wie weit der Brexit da eine Rolle gespielt haben kann, das wage ich nicht einzurechnen, aber es ist schon auffällig, dass auch Podemos mit der Gallionsfigur Pablo Iglesias einen Stimmenverlust hinnehmen muss. - Auch wenn man sich betont immer nur als Europa-Kritiker, nie aber als Europa-Gegner betitelt hat, neben der gewaltigen Rückkehr des Mariano Rajoy sind sicherlich das unerwartet schlechte Abschneiden von Podemos die größten Ausrufezeichen.

Noch schlimmer für Podemos ist, dass sie nicht, wie seit Monaten bereits angenommen, zweitstärkste Partei im Lande geworden sind, sondern sich erneut von den Sozialisten auf den dritten Platz verweisen lassen mussten. - Zwar ist der Abstand geringer geworden, aber Podemos hat ja inzwischen die Izquierda Unida assimiliert, man trat also als Unidos Podemos an, und das sollte alleine rechnerisch bereits reichen. - Es hat nicht gereicht, die Sozialisten haben 84 Sitze errungen, Podemos mit seinen lokalen Ablegern und der IU nur deren 71 und damit ist jeglicher Traum einer Regierung mit einem Präsidenten Pablo Iglesias in einer linken Gesamtregierung ausgeträumt. - Bei einer absoluten Mehrheit von 176 Stimmen sowieso, aber es gäbe ja immer noch die theoretische Möglichkeit, dass man auch Ciudadanos mit ins linke Schiff nimmt, um eine Mehrheit zu haben, aber dann bliebe eben Podemos der Juniorpartner mit einem Pedro Sánchez der Sozialisten als Präsident. - Rechnerisch ist das zwar immer noch möglich, aber genau das hatte ja Pablo Iglesias bereits nach den ersten Wahlen im Dezember 2015 abgelehnt. - Was schert mich mein Geschwätz von gestern, ganz ausschließen wollen wir diese mögliche Regierung noch nicht, allerdings wird wohl zunächst ein, sicherlich wohl erstarkter Mariano Rajoy und seine Partido Popular an eine Regierungsbildung gehen.

137 Abgeordnete schicken die in den Kongress, reicht aber mit den 32 von Ciudadanos auch noch nicht zur absoluten Mehrheit, aber man ist eben nur noch 7 Sitze davon entfernt. - Da könnte man nach alter Manier Hilfe bei den immer noch vorhandenen Regionalparteien suchen, allerdings fallen sowohl ERC (9Sitze) als auch die CDC (früher CiU - 8 Sitze) dafür aus, da beide katalonischen Gruppen ein Referendum für die Unabhängigkeit Kataloniens fordern, die Partido Popular dieses aber generell ablehnt. - Man müsste sich also mit den beiden baskischen Gruppen PNV und BILDU einlassen, und niemand hier im Lande hält ein solches Konstrukt für belastbar. - Also bleibt eine mögliche Große Koalition, PP und PSOE, aber Pedro Sánchez hat das ja im Vorfeld bereits abgelehnt. - Vorzeitiger Koalitionsausschluss ist eine bekannte Pathologie bei Sozialisten, da aber Wortbruch in der Politik oft als Pragmatismus oder maximal Stimmungsumschwung gehandelt wird, sollten wir auch das noch nicht grundsätzlich ausklammern. - Neuer Favorit ist nun, PP und Ciudadanos unter Duldung der PSOE, also die Sozialisten würden sich nicht an der Regierungsbildung beteiligen, aber bei der ersten Abstimmung durch Enthaltung Mariano Rajoy mit den Stimmen der PP und Ciudadanos zum Präsidenten wählen lassen.

Was sich zunächst als Entmannung der PSOE anhört, könnte so ziemlich das Beste sein, was dem Land passieren kann, denn damit hätte man zwar eine Regierung mit einer Rechtslastigkeit, aber dagegen würde eine mögliche Opposition sogar in Mehrheit stehen, welche eher auf der linken Seite angesiedelt ist. - Da wird aber auch sofort wieder vor einer möglichen Blockierung jeglicher Regierungstätigkeit gewarnt, auf der anderen Seite sind eben Regierungen in Minderheit deswegen demokratisch so verlockend, weil damit über jeden Scheiß endlich mal geredet werden muss und nicht einfach blocckweise abgenickt werden kann. - Mariano tut nichts und gewinnt, Pablo Iglesias hat zu viel getan, Pedro Sánchez rettet seine Sozialisten vor dem bereits prophezeiten Untergang und Albert Rivera von Ciudadanos beißt sich ins konservative Knie, da er die meisten Stimmen an die Partido Popular verloren hat. - Es hat sich kaum was verändert im Land, aber der Alte Mann hat wieder Mehr, und ohne den wird dieses Mal gar nichts gehen, da die anderen sich in selbstverliebter Arroganz und Eitelkeit bereits wieder vom Volk getrennt haben. - Populisten ohne Populi sind halt nur noch Isten. - Immer noch stößt mir als Bundi die Bevorteilung der spanischen Regionalparteien auf, so hat zum Beispiel unser kanarischer Gutsherreneintopf Coalición Canaria gerade mal 78.080 Stimmen auf sich vereinen können, aber man schickt dafür eine Abgeordnete in den Kongress in Madrid. - Die Tierschutzpartei "PACMA" gewinnt 284.848 Stimmen, also mehr als dreimal so viele Stimmen, darf aber keinen Abgeordneten in den Kongress schicken.




Koalitionsverhandlungen...





Montag 27.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1019 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A un clavo ardiendo se agarra el que se está hundiendo

An einen brennenden Nagel klammert sich derjenige, welcher zu ertrinken droht. - Es gibt gewisse Thesen, welche den heutigen Spruch mit dem Ausgang der Kongresswahlen in Spanien zusammenbringen. - Der dem es schlecht geht, der klammert sich an jede Hoffnung, und sei diese noch so trügerisch oder gefährlich.





Schädel eines Ureinwohners der Insel im Archäologischen Museum in Los Llanos (MAB)
Bild von Wolfgang Hempel





Sonntag 26.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 27,5 Grad - niedrigste Temperatur 21,8 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Vor der Wahl ist vor der Qual

Ich kann ja nichts dafür, ich darf inzwischen in Deutschland nicht mehr wählen, weil zu lange weg, und in Spanien nur lokal, weil ich immer noch einen deutschen Pass habe. - Zur Unschuld verdammt, und nur böse Zungen behaupten, ich hätte aber beim Brexit mit "leave" gestimmt. - Es ist ja viel schlimmer, ich hatte gar nicht bemerkt, dass die überhaupt drin waren. - Wer nicht wählt, der sollte auch nicht über Politik reden, aber ich habe mich nur ganz selten um den Blödsinn gekümmert, den ich selbst verzapft habe. - In Spanien wird heute gewählt, der Kongress und der Senat neu, weil man ja im Dezember 2015 keine klare Mehrheiten vergeben hatte. - Statt dem, bislang üblichen Zweiparteiensystem, mit ein paar regionalen Mehrheitsgebern, treten nun vier Parteien an und die letzten Wahlen haben ergeben, dass man mindestens drei Parteien für eine Mehrheit brauchte, oder so viele Eier, dass man eine Regierung in Minderheit zusammensetzen könnte. - Pedro Sánchez von den Sozialisten hat es zumindest versucht, allerdings hat ihm das wohl irgendwie keiner angerechnet und nun werden wird abwarten müssen, was denn in ein paar halben Stunden die Ticker so verlauten.

Immerhin, über die Füße habe ich mir heute Nacht schon wieder eine Decke gezogen, die Temperaturen sind jetzt wieder sommerlich-kanarisch, da Hitze nur an ein paar Tagen im Sommer auch mal unser Ding ist. - Aber eben ohne diese Unwetter, welche sich über dem Festland ausbilden können, wäre auch ziemlich fatal bei uns, Gewitter im Sommer, und sofort stünde der Wald bei uns in Flammen. - Die Hitzewelle, welche eigentlich gar nicht so heiß war, die ist schon wieder vorbei und der Rest des Monats scheint keine weiteren Wetterkapriolen mehr bereit zu halten. - Zwischen 20 und 28 Grad, da lässt es sich leben, mehr muss es nicht sein, weniger auch nicht, wie bescheiden wir doch sind…

Santa Cruz de La Palma möchte touristischer werden und dazu hat man eine ganze Menge Ideen aufgebracht. - Dazu gehört auch ein Fahrstuhl von der Plaza de la Constitución hinauf nach La Luz und San Telmo, der Oberstadt, so zu sagen. - Einmal wäre das für die Anwohner dort eine Erleichterung, schließlich sind das über 30 Höhenmeter, aber noch mehr denkt man an die vielen Kreuzfahrttouristen, welche bislang San Telmo und La Luz eigentlich überhaupt nicht besuchen kommen, da die Hauptroute der kreuzfahrerischen Sandale bislang die Fußgängerzone und maximal noch die Avenida Marítima sind. - Mit dem Angebot eines solchen Fahrstuhls könnte man sicher viele Leute nach oben locken, alleine schon mit dem Hinweis, oben können Sie runtergucken, denn man hat von dort einen hervorragenden Blick auf den Hafen und damit dann auch das eigene Kreuzfahrtschiff. - Man hält immer noch an den Plänen fest, allerdings sinkt die politische Unterstützung, was auch an den Kosten für solch einen Aufzug liegt. - Eine halbe Million würde der Bau dieser Infrastruktur kosten, und monatlich würden für den Betrieb auch etwa weitere 1.500 Euro anfallen. - Nun rechnet man vor, wenn jeder Kreuzfahrtgast drei Euro für die Fahrt bezahlen würde, und die Anwohner einen kleinen Obolus, dann würde man monatlich sogar einen Überschuss erwirtschaften. - Unbestätigten Meldungen kann man aber auch entnehmen, dass man von den vielen britischen Besuchern 6 Euro haben will, und das sowohl bei der Auffahrt, als auch auf den Weg nach unten.

Der neue Kiosk in El Paso entwickelt sich immer weiter zum Erfolgsrezept, obwohl es klar war, dass neue Dinge in El Paso sonst immer mit Argwohn belegt werden. - Neuer Kiosk ist nicht so ganz richtig, denn das steht ja schon seit vielen Jahren ungenutzt und mehrfach umgebaut herum. - Endlich gelang es vor gut 3 Monaten den Kiosk zu eröffnen, und die richtigen Leute kümmern sich darum und haben in der kurzen Zeit bereits Alltagstauglichkeit erreicht. - Gut, es war auch nicht rasend viel Wind in den letzten Monaten, denn das ist so ein bisschen der Nachteil, pfeift die Brisa robust ins Tal hinab, dann muss man sich auf die wenigen Tische im Inneren des Kiosk zurückziehen. - Das geht auch, aber der Außenbereich ist natürlich der Wunschraum, und an den Wochenenden gibt es immer mal wieder Livemusik und auch mit Tanz. - Wobei die Tanzfläche ja viele hundert Quadratmeter groß ist, die gesamte Plaza Francisca Gazmira steht dann zur Verfügung und hat endlich durch den Kiosk richtig Sinn erhalten. - Es gibt sogar richtig Essen über Kiosk-Status hinaus, man würde es nicht erwarten, so von außen, aber wir haben uns da nach viel hervorragender Kritik auch bereits mehrfach verwöhnen lassen. - Die ganze Ecke dort hat durch den Kiosk gewonnen, und nach den vielen Jahren des Abwartens und der Zauderei ist mitten in El Paso ein neuer, und angenehmer Treffpunkt für tagsüber und auch nachts entstanden.






Sonntag 26.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Rainer Tietel

2. Festival Cine Gay La Palma 2. & 3. Juli 2016 - Aktuelles Programm


Im Gastbeitrag vom Mittwoch 22.06.2016 hatte ich auf das "Festival Cine Gay La Palma 2016" hingewiesen, das am 2. & 3. Juli stattfindet. Jetzt ist es klar: Spielort ist wieder das "Teatro Chico" in Santa Cruz. Inzwischen wurde die Filmauswahl und das Programm auf der Homepage des Festivals bekannt gegeben und es lohnt sich dort immer mal zu schauen, es werden laufend aktuelle Informationen veröffentlicht. Leider war die Festivalhomepage (http://festivalcinegay.lapalma) am 22.6. aus technischen Gründen den ganzen Tag nicht erreichbar. Jetzt sollte es wieder klappen!








Samstag 25.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 30 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 30,2 Grad - niedrigste Temperatur 23,6 Grad

Wochenendschau
Was der Alltag so liegen lässt

Die Hitze hat schon wieder ein bisschen nachgelassen und spätestens bis morgen Abend haben wir unseren kühlenden Passat zurück. - In den hohen Lagen oberhalb El Pasos konnte man gestern 36 Grad messen, immer noch weit entfernt von den Höchstwerten in den Jahren 2009 und 2012, wo es an die 48 Grad dort oben waren. - Bei uns reichte der Höchstwert nur bis 31,4 Grad, und der absolute Höchstwert in unserer Zone waren 44,4 Grad im Jahr 2009, also auch hier war kein Rekord auch nur in der Nähe. - Aber eben diese, bereits krachende Hitze, und wir sind froh, dass es gestern kein Feuer gegeben hat. - Gegen Nachmittag fuhr zwar mal die Feuerwehr in Richtung San Nicolas, aber wir konnten keinen Rauch beobachten und es gibt auch keine Meldung über ein eventuelles Feuer. - Ab morgen erreicht uns der Wind wieder gespeist durch kühlere Luft viel weiter aus dem Norden, das Tief über uns wandert nun so weit östlich, dass wir eben nicht wieder von der frischen Luftzufuhr abgeschnitten werden. - Auffällig auch gestern wieder, die Temperaturunterschiede auf kleinster Fläche, von uns nach El Paso Mitte ist das kein Kilometer, aber fast 5 Grad mehr, und wieder zeichnet sich als Wetterscheide der Fußballplatz ziemlich genau ab. - Man spürt das beim Autofahren, der linke Arm lehnt natürlich mit dem Ellbogen draußen, bei Manta oder Pickup ist das so, und man spürt dann deutlich die Veränderung der Temperaturen an der linken Extremität. - Heute noch an die 30 Grad, morgen schon wieder deutlich darunter und wenn nicht heute noch Blödis irgendwo mit Feuer spielen, dann haben wir die erste Hitzewelle des Jahres, auch wenn sie keine richtige Aufgabe war, bereits überstanden.

Halb trieb sie ihn, halb wollte er es selber wissen. - Heute erster Verkaufstag im so hoch umjubelten Einkaufszentrum "Centro Comercial Trocadero" mitten in Los Llanos. - Parkplätze zumindest vormittags kein Problem, denn das Ding hat selbst ein großes Parkhaus, dieses gilt es allerdings von der Calle Convento anzufahren. - Diese ist eigentlich Einbahnstraße herab der "La Carilla", allerdings hat man nun die kurze Zufahrt von der Hauptstraße Lorenzo Navarro bis zum nahen Parkhaus zweispurig gemacht. - Das könnte nun die Autos irritieren, welche von Osten in die Stadt kommen, da bislang dort niemand abgebogen ist. - Das allerdings ist Gewöhnungssache und auf diese Art und Weise muss man auch nicht strategisch über "La Carilla" das Einkaufzentrum anfahren, sondern kann das auf direktem Weg machen. - Das gewinnt natürlich schon mal, allerdings fiel uns gleich auf, dass bislang dort der Leerstand an Läden noch deutlich über dem liegt, was uns über Presseerklärungen und politischen Sonntagsreden zugetragen wurden. - Alleine im Erdgeschoss, von der Avenida Venezuela aus gesehen, was als Haupteingang gelten kann, sind die meisten Ladengeschäfte belegt, in den andern, von insgesamt fünf Etagen ist zum Teil noch überhaupt nichts los. - Fünfzig Prozent Auslastung heißt es bislang und bei allem gebührenden Respekt und all meinen Wünschen, dass so etwas funktioniert, das sind niemals 50% Auslastung bislang.

Das ist auch nicht so schlimm, da gehört Klappern sicher auch zum Geschäft und man hofft ja, dass bis Ende des kommenden Monats dann bis zu 90% der Ladengeschäfte auch einen Mieter gefunden haben. - Einige Hochkaräter haben wir entdeckt, Stradivarius, (Klamotten) Worten (Elektronik) und dann Rocasa, (Haushaltswaren in vielen Farben) und wie in den allermeisten Einkaufzentren, auch eine Muckibude und die sind immer ganz oben, klar, die müssen nicht gleich am Eingang die höchsten Mieten bezahlen, denn man geht ja gezielt dorthin. - Es ist ein sehr modernes Gebäude, nach oben hin sogar mit einem Glasdach versehen und daran mag es auch mit liegen, dass es in dem Einkaufszentrum furchtbar laut ist. - Da ist zu viel Hall, die Musik ist eigentlich gar nicht zu laut, aber um sich zu verstehen, muss man lauter sprechen und wenn das alle machen, dann wird das laut und das viel uns unangenehm auf. - Jungen Leuten ist das aber sicher egal, die wollen ihre schicken Läden und davon nicht nur einen, und die Presseerklärung verspricht uns ja auch, dass bald auch Gastronomie einzieht, denn ohne einen Abstellplatz für genervte Väter oder Ehemänner, funktioniert solch ein solcher Konsumtempel auf die Dauer sicher nicht. - Im ersten Stock, oder auf der Höhe Calle de las Adelfas, da hat man auf der Südseite reichlich Raum gelassen für Aktionen und vielleicht sogar mal Konzerte oder andere Dinge in Richtung Kultur, vielleicht gibt man sich da ja Mühe über das schlichte Anbieten von Waren alleine hinaus. - Das muss noch kommen und hoffentlich auch noch ein bisschen mehr, damit das System Einkaufszentrum auch auf der Insel Fuß fassen kann.

Natürlich stellt sich auch die andere Frage, gehen damit nicht andere Läden unter, welche nun weniger Publikum finden? - Sicherlich, diese Gefahr besteht immer, aber im Moment ist vieles bei uns auf Wachstum ausgelegt und es geht ja auch noch darum, mit einem solchen Angebot die Leute aus anderen Städten nach Los Llanos zu locken. - Das kennen wir ja bereits aus vielen Jahrzehnten Angebot und Nachfrage, Konkurrenz in der Nähe muss nicht immer das Aus für die eingesessenen Betriebe sein, es kann auch so weit dienen, dass eben viel mehr Publikum in die gesamte Ecke gelockt wird und damit vielleicht sogar der eingesessene Betrieb noch was abstauben kann. - Was natürlich nicht geht, das gleiche Angebot ein paar Häuser weiter, aber auch das haben wir gelernt, Handel ist Wandel, und wer sich da keine neuen Ideen ausdenkt, der wird irgendwann geschluckt werden, von den Ideen anderer. - Ob das System Einkaufszentrum auf La Palma wirklich funktionieren kann, das werden wir abwarten müssen, ich werde da wenig zu beitragen können, aber mein Konsumverhalten ist auch ist auch nicht wirklich vorbildlich und wachstumsorientiert...









Samstag 25.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 11 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von LaPalmaWeinclub

Verkostung von Weißweinen am 2. Juli in Tazacorte






Freitag 24.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 30 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 8 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 31,4 Grad - niedrigste Temperatur 23,6 Grad

Her mit den kleinen Polinnen
Warschau - La Palma, endlich Realität

Mal sehen, ob es auch einen Plexit gibt, und so richtig wissen wir hier auch noch nicht, ob die Befürchtungen wahr werden, dass wir hier auf den Kanaren mit der Abwertung des Pfunds bis zu 20% britischer Gäste verlieren. - Alles noch ganz neu, Reisende soll man nicht aufhalten, besonders nicht dann, wenn sie nach La Palma unterwegs sind. - Eine Doppeldeutigkeit war hier durchaus gewollt, aber die Ankunft der ersten Chartermaschine aus Warschau hatte sicher nichts mit der aktuellen politischen Situation in Europa zu tun, wird aber eben sofort höchst aktuell, wenn man eben auch weniger britische Gäste spekuliert. - Mit Polen versucht man es bereits eine geraume Zeit, vor Jahren schon kündigte man sogar zwei Verbindungen an, damals hieß es Kattowitz und Warschau, aber damals waren das eben noch Pläne, angeregt von der damaligen Inselregierung, um neue Tourismusmärkte für die Insel zu erschließen.

Damals funktionierte das nicht, man ließ zwar Geld springen, aber die Polen reagierten nicht entsprechend, und so summierte man diesen Versuch zu den vielen anderen frustrierten Gelegenheiten, Gäste aus neuen Destinationen zu gewinnen. - Nun klappt es, sogar mit dem gleichen polnischen Reiseveranstalter, mit "Itaka" und gestern landete die erste Maschine mit über 170 Gästen aus Warschau. - Die Maschine, ein Airbus 320 der polnisch/litauischen Fluggesellschaft "Small Planet Airlines" wurde, wie es sich für die erste Landung einer Fluggesellschaft gehört, von der Feuerwehr mit Wasserfontänen begrüßt und wir erinnern uns da dunkel, dass die "Small Planet Airlines" schon mal mit La Palma in Verbindung gebracht wurde, damals allerdings irrtümlich, als man wieder mal Las Palmas mit La Palma verwechselt hatte. - Dieses Mal ohne Irrtum, auch der Pilot hatte sich nicht verflogen, La Palma war deren Ziel und die Gäste wurden dann schnell auf die Hotels der Insel verteilt.

Hier wird heute keine Medaille "Held der Luftarbeit" an unsere politische Riege verteilt, die Hoteliers, und hier wohl federführend die Princess- Gruppe, haben von sich aus die Kontakte zu "Itaka" geknüpft und ein Angebotspaket geschnürt, welchem wohl eben der polnische Reiseveranstalter nicht widerstehen konnte. - Gut, mag sein, die profitierten sicher ein bisschen auch bereits aus der Vorarbeit vor ein paar Jahren, aber solche private Aktivität ist sicher lobenswert und man muss eben die Dinge auch mal selbst in die Hand nehmen, wenn man an die Politik schon nicht mehr glaubt. - Um die 600 Euro pro Person, die Woche, zum Teil sogar all inklusive, und es werden das Hotel Sol, Las Olas, Taburiente Playa und das Princess angeboten. - Interessante Gruppe, alles unterschiedliche Eigentümer, aber man hat es geschafft, daraus Positives zu klöppeln. - Nun stellt sich natürlich die Frage, gefällt es diesen Leuten hier überhaupt bei uns und kann man diese wöchentliche Verbindung auch aufrecht erhalten, zumindest den Sommer über.

Morgen, am Samstag den 25. Juni macht das Einkaufszentrum "Centro Comercial Trocadero" in Los Llanos endlich auf. - Endlich, weil man die Eröffnung verschieben musste, aber morgen will man dann wirklich bereit sein. - Es gibt drei Eingänge, prinzipiell die Avenida Venezuela, und wer das Parkhaus nutzen will, der muss über die Calle Convento kommen, denn das Einkaufszentrum ist witzig bis unübersichtlich auf mehreren Grundstücken zwischen bereits bebauten Flüchen entstanden. - Von außen kann man die innere Größe gar nicht ahnen, und sicher brauchten die Architekten größere Mengen an Aspirin, um aus dem fraktionierten Platzangebot ein echtes Einkaufszentrum zu schmieden. - Es ist nicht das erste Einkaufszentrum, welches man auf uns loslässt, aber es könnte das erste funktionierende sein. - Wir kennen zwar alle diese riesigen Einkaufszentren auf Tenerife und Gran Canaria und die Palmeros gehen gerne dort shoppen, aber hier auf der Insel hat das noch nie in der Art und Weise funktioniert. - Mit so vielen neuen Läden und eben auch dem Parkhaus nimmt man nun erneuten Anlauf und warum nicht, vielleicht ist ja schon wieder so viel Geld auf der Straße unterwegs, dass dieses Einkaufszentrum ein Erfolg werden könnte.






Freitag 24.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 9 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von HOTEL HACIENDA DE ABAJO

Musikalische Soirée, Sonntag 26. Juni 19:00













Donnerstag 23.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 26,3 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Die fünfte Tonne bleibt für die Fünfte Kolonne
Bio-Müll-Trennung wird ignoriert

Auch von uns. - Anfänglich haben wir da noch gerne und aktiv mitgemacht, aber nach ein paar Wochen aufgegeben, da die, seit einem halben Jahr in El Paso neu aufgestellten Braunen Tonnen für organische Abfälle, meist mit anderem Müll bereits belegt waren. - Ziemlich nüchtern lautet so auch das Urteil nach einem halben Jahr Feldversuch in El Paso, das Ganze war ein deutlicher Reinfall, nicht mal 10% der Bevölkerung haben mitgemacht. - Was bei Glas und Pappe noch besser funktioniert, ist bei organischem Müll also völlig daneben gegangen und es waren nicht nur wir, welche nach ein paar Wochen ehrlichen Versuchs den Bio-Müll aus den Containern fern zu halten gescheitert sind, weil die Tonnen für den organischen Müll bereits mit Restmüll gefüllt waren. - Man wird dennoch weitermachen heißt es seitens des "Consorcio Insular de Servicios", inseleigene Firma, welche für die Müllentsorgung verantwortlich ist, denn die Trennung von organischem Müll ist nach einer Verordnung auch zwingend vorgesehen.

Die Generalprobe ist gescheitert, also verteilen wir jetzt die Braune Tonne auch auf den Rest der Gemeinden und hier stellt sich die Frage, ob das denn Sinn macht oder nicht. - Natürlich gibt es diese Verordnung, aber wenn die Leute nicht mitmachen, dann kann man eigentlich die fünfte Tonne auch gleich in diese treten, auch wenn man den Kunststoff der Braunen Tonne eigentlich in die Gelbe Tonne packen müsste. - Es könnte also zur Pflicht werden, organischer Müll darf dann nicht mehr in die Sammelcontainer geworfen werden und das wäre dann der nächste Steinwurf im Glashaus, wer bitte kontrolliert das, oder wer macht sich sonst noch lächerlich dabei. - Darüber hinaus sind drei Gemeinden der Insel von dem Gebot auch ausgenommen, in Tijarafe, Puntagorda und Garafía gilt das nicht, dort setzt man auf Eigenkompostierung und so scheint es auch unwahrscheinlich zu sein, dass man in elf von vierzehn Gemeinden etwas gültig verbieten kann, was in den anderen drei Gemeinden nicht vorgesehen ist.

In den Container, aus dem Sinn. - Man hat uns das Trennen von Müll auch niemals richtig als Notwendigkeit aufgegeben, eher als Luxus, wer denn die Zeit und das Vergnügen besitzt, an den Papier- Wertstoff- und Glascontainern seine Überbleibsel ordentlich zu sortieren, der durfte sich selbst eine Gutmenschennadel ans Revers heften und die Insel ist voll mit selbstgenadelten Menschen. - Den Rest, das bisschen Hausmüll, welches dann noch übrig bleibt, das sollte die so viel gelobte Müllverwertungsanlage in Los Morenos, in der Gemeinde Mazo erledigen, vorne Müll rein, hinten wunderbare Wertstoffe raus und wer daran glaubt, der ist selbst schon Kompost. - Denn genau das funktioniert nicht, fast der gesamte Hausmüll wird dort nur deponiert, weil eben mit organischen Stoffen kontaminiert, und daher nicht sortierbar. - Und irgendwie scheint das vorher keiner gewusst zu haben! - Ob das nicht auch anders geht, das weiß ich technisch nicht, aber mir wurde gesagt, dass man anderswo aus Hausmüll sogar Strom erzeugen kann, über Verbrennung, und vielleicht sollten wir generell noch mal darüber nachdenken, was wir mit dem machen, was nach dem Auspacken übrig bleibt.

Teil der Misere ist auch das System Sammelcontainer, denn dort existiert überhaupt keine Kontrolle, jeder schwarze Sack dort kann anonym entsorgt werden, was immer der auch enthalten mag. - Man müsste also Leute neben die Container stellen, welche aufpassen, was denn dort entsorgt wird, unvorstellbar in unserer Gesellschaft und natürlich wohl auch kaum bezahlbar. - Oder aber man geht zurück zur Hausentsorgung, dort wäre eine oberflächliche Kontrolle natürlich machbar, liegt das falsche Zeug in der falschen Tonne, dann wird diese einfach nicht geleert und es trifft dabei eben den Verursacher und der kann sich dann überlegen, wie es richtig geht. - Auch wohl wieder eine Geldfrage, man müsste dann fünf verschiedene LKW mehrmals die Woche durch alle kleinen Gassen der Gemeinden jagen und von jedem Haus den Müll abholen. - Oder wir führen die Kollektivsau wieder ein, immer fünf Familien teilen sich ein solches Tier, eine Bio-Tonne auf vier Beinen und immer Sankt Martin ist dann Schlachtfest. - Und die Vegetarier der Straße bekommen den Schweinemist und düngen damit ihre Radieschen…




So fing es an...





Donnerstag 23.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A una boca, una sopa

In einen Mund, eine Suppe. - Fragt nicht so dusselig, wo ist er her, wo will er hin, jeder muss erst mal was essen und dann sehen wir weiter.





Villa de Tazacorte
Bild von Richard Wurdel





Mittwoch 22.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 25,4 Grad - niedrigste Temperatur 18,6 Grad

Wasserstandsmeldungen
Halb voll, halb leer, bitte sehr

Der zweite Winter hintereinander mit sehr geringen Niederschlägen, da wird die Frage nach der Wasserversorgung für die Landwirtschaft schon mal Tagesthema. - Heute, nachdem der Sommer so richtig da ist, kommt dann auch meist die beruhigende Nachricht aus dem "Consejo Insular de Aguas", also dem Wasserrat der Insel, dass man sich keine Sorgen machen solle, denn die Wasserbecken der Insel seien zu 79% gefüllt. - Irgendwann erwies sich mein Warten auf eine, mir irgendwie entsprechende Mathematikreform als wenig produktiv, aber auch ohne diese Korrektur wusste ich damals schon, dass man bei angegebenen Prozentzahlen aus politischem Mund immer fragen muss, 79% von wie viel denn eigentlich. - 10% von Hundert sind mir immer noch lieber als 100% von Fünf, und die Krönung wäre ja dann auch noch, wenn wir endlich erfahren würden, ob wie da von Äpfeln, von Birnen oder auf Fahrräder springende Frösche sprechen. - Also, 79% sind, 2.193.875 Kubikmeter Wasser und das scheint doch eine beruhigende Menge zu sein.

Allerdings liegt die Speicherkapazität aller bei uns auf der Insel befindlichen Becken bei über 4 Millionen Kubikmetern und dann passt die angegebene Prozentzahl nicht mehr glaubhaft. - Allerdings gab es im Jahr 2011 bei uns eine Kubikmeterreform, man setzte einfach die mögliche Speichermenge des größten Staubeckens der Kanarischen Inseln, der "La Laguna de Barlovento" von 3,1 Millionen Kubikmeter auf gut eine Million zurück und schon kommen, zusammen mit den anderen Speicherbecken, die 79% bei 2,2 Millionen Kubikmeter Wasser wieder hin. - Im April 2011 kam es zu einer, letztendlich Gott sei Dank ohne Verletzte gebliebene Havarie des großen Speicherbeckens, wobei über 2 Millionen Kubikmeter Wasser sich einen Weg vom Speicherbecken durch Bananenplantagen bin ins Meer suchten. - Es war nicht die erste Havarie dieser Einrichtung, immer wieder gab es Probleme schon seit dem Bau dieses enormen Beckens und seit April des Jahres 2011 hat man sich eben entschlossen, dieses Becken nicht mehr als knapp ein Drittel der ursprünglich vorgesehenen Menge zu befüllen. - Aber selbst so bleibt die "La Laguna de Barlovento" immer noch das größte Speicherbecken der Insel und unverzichtbar für den sommerlichen Wasserhaushalt La Palmas.

Natürlich würde aber auch die Menge von 4 Millionen Kubikmetern Wasser nicht reichen, die Bananen durch den Sommer zu schaukeln, es wird permanent aus Brunnen, Galerien und auch aus dem "Túnel de Trasvase" entnommen und hier kann eben in den Sommermonaten das Problem auftauchen, dass das Wasser knapper wird. - Wenn es weniger geregnet hat, dann sickert natürlich auch weniger Wasser durch die Kavernen in der Insel und je mehr Wasser man den Brunnen entnimmt, um so schneller steigt deren Salzkonzentration an, und deren Wasser sind dann nicht mehr für die Landwirtschaft zu verwenden, außer große Regenfälle füllen die Brunnen erneut an. - Allein Wasser im Winter auffangen, das scheint also nicht zu reichen, nicht mal die La Laguna de Barlovento könnte diese sommerliche Nachfrage decken. - Wobei das Trinkwasser hier auf der Insel sicher nicht knapp wird, weit über 90% alles unseren Nass fließen in die Landwirtschaft und dabei vor allem die Bananen, und man versucht seit vielen Jahren bereits auch erfolgreich, in dem Sektor Wasser einzusparen. - Eben durch neue Druckleitungen, die ohne Leckagen und Zwischenspeicher das Wasser direkt an die Landwirte verteilen und darüber hinaus arbeiten viele Plantagen auch schon recht modern mit Feuchtigkeitsfühlern im Boden und dort wird dann nach wirklichem Bedarf gegossen und nicht, wenn man eben gerade "dran" ist und der Kanal sich öffnet. - Es gibt keine wirklichen Zahlen darüber, wie viele Einsparungen man denn erreicht hätte durch modernes Wassermanagement, denn auf der anderen Seite hat man im intensiven Anbau von Bananen inzwischen vielfach auf enorm leistungsfähige Sorten gesetzt, welche auch wieder einen erhöhten Wasserbedarf haben.

Wasser ist vor allem ein Geschäft, nicht erst seit Global Waterplayers sich dieser Ressource angenommen haben, auch bei uns steigen und fallen die Wasserpreise je nach Nachfrage und Angebot. - Die Diskussion darüber, dass Wasser eigentlich ein öffentliches Gut ist und nicht in private Hände gehört, die wird hier meist nur kurz geführt, denn man ist selbst oft Teil, oder Anteileigner einer dieser vielen Firmen und Genossenschaften, welche eben Anspruch auf einen bestimmten Teil des Wassers erheben. - So halten sich solche Systeme auch über die Jahrhunderte, weil fast jeder etwas zu verlieren hätte, wenn man das vorhandene und durchaus feudale System abschaffen würde. - Andere Überlegungen gehen in die Richtung, dass man die vielen alten Zwischenspeicher der Landwirte wieder nutzen könnte, von denen jetzt die Großzahl leer stehen, da meist ja inzwischen direkt aus dem Druckleitungssystem gegossen wird. - Man, (wer auch immer) hat man vorgerechnet, dass man damit die Speichermöglichkeit an Wasser mehr als verdoppeln würde, allerdings bleibt der Konjunktiv gleich doppelt bestehen. - Auf der einen Seite sind ganz viele dieser Tanks inzwischen so alt und lange nicht mehr befüllt worden, dass niemand mehr Garantien für die Sicherheit dieser Einrichtungen übernehmen will. - Es gab auch bereits solche Brüche von privaten Tanks, mit durchaus verheerender Wirkung auf die angrenzenden Felder. - Darüber hinaus, wer packt denn das überschüssige Wasser im Winter in die vielen privaten Tanks? - Doch nicht etwa die Eigner der Infrastrukturen, welche im Sommer besonders viel Geld mit Wasser verdienen?

Für die kommenden Tage gilt Waldbrandwarnstufe. - Ab morgen Früh ist es dann verboten, jegliche Feuer im Freien zu entzünden. - Es darf auch kein Gartenabfall mehr verbrannt werden, selbst wenn man eine Genehmigung dafür hat. - Darüber hinaus sind die Johannisfeuer ebenso verboten, wie auch das Abfeuern von Pyrotechnik. - Diese verschärften Verbote gelten, bis die Warnstufe wieder zurückgenommen wird und das könnte wohl gegen Sonntag der Fall sein. - Seien Sie bitte insgesamt sehr vorsichtig, besonders in den Waldzonen nicht rauchen und auf keinen Fall Feuer entzünden.




Das größte Speicherbecken der Insel, die "La Laguna de Barlovento",
brav mit nur einem Drittel Wasser gefüllt





Mittwoch 22.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Gastbeitrag von Rainer Tietel

2. "Festival Cine Gay La Palma" 2. & 3. Juli 2016


Am Wochenende 2. & 3. Juli 2016 findet auf La Palma das 2. GLBT-Filmfest unter dem Titel "Festival Cine Gay La Palma" statt.

Im Jahr 2015 als kleine private Initiative - ganz ohne finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand - gestartet, feierte das Filmfest gleich einen ersten Achtungserfolg. Besonders zeigten sich die Initiatoren 2015 erfreut über die breite mediale Beachtung - nahezu alle kanarischen Medien und sogar das "Radio Nacional de España" hatten berichtet - und sie waren glücklich, dass mehr Besucher kamen als zunächst erwartet. Das Festival sprach Einheimische, deutschsprachige Residenten und Touristen gleichermaßen an.
Dass es 2016 weiter gehen sollte, waren sich die Organisatoren schnell einig, und für 2016 ist es jetzt gelungen, die Zusage von Seiten der Tourismusrätin des Cabildo Insular de La Palma, Alicia Vanoostende Simili, zu erhalten, das Filmfest mit einer kleinen Subvention zu unterstützen. Dies wird es den Organisationen ermöglichen, das Kino auch zu den Hauptabend-Spielzeiten des Wochenendes zu mieten und die - letztes Jahr noch ausschließlich mit privaten Spenden finanzierten - Kosten für Filme, Drucksachen wie Programme, Plakate usw. abzudecken.

Das genaue Programm können Sie unter festivalcinegay.lapalma, bereits nach dem letztjährigen Event wurden Pläne für die diesjährige Ausgabe des Filmfests geschmiedet: 2016 sollen auch Filme mit lesbischer Thematik ins Programm aufgenommen werden. Die Internationalität des Filmfests soll erhalten bleiben und gleichzeitig wird angestrebt spanischen und spanischsprachigen Filmen einen großen Stellenwert einzuräumen, um besonders das einheimische Publikum noch stärker anzusprechen.

Man kann gespannt sein, ob es den Organisatoren wieder gelingt, das hohe cineastische Niveau zu bieten und gleichzeitig ein noch breiteres Publikum anzusprechen. Sobald das Programm bekannt gegeben wird, werde ich hier berichten und auch auf der Homepage des Filmfestes werden wohl in den nächsten Tagen nach und nach genauere Informationen zu finden sein.

Spielort wird nach meinen Informationen wieder das "Teatro Chico" in Santa Cruz sein. Das einzigartige klassizistische Ambiente des 1866 gegründeten und jetzt als Kino genutzten Theater "Teatro Chico" verlieh dem Festival schon 2015 einen glanzvollen Rahmen.

Inzwischen wurde die Filmauswahl auf der Homepage des Festivals bekannt gegeben und es lohnt sich dort immer mal zu schauen, es werden laufend aktuelle Infos veröffentlicht.






Dienstag 21.06.2016 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Blaue Zone wunderbar
Ob der Parkhausbetreiber auch so denkt?

Es sind gerade mal zwei Monate, seit in Los Llanos an die 350 Parkplätze als Blaue Zone gekennzeichnet sind. - Schnell erklärt die Sache, das sind Kurzparkzonen, in denen die Fahrzeuge maximal eine Stunde stehen dürfen und dafür muss man einen Obolus entrichten. - Natürlich sind diese Zonen in der Innenstadt, denn man möchte dort Kunden die Möglichkeit geben, ihr Fahrzeug nah an den Läden abzustellen, um dann Einkäufe zu tätigen. - So kennt man das aus vielen Städten der Welt, meist mit Erfolg und auch in Los Llanos zeigt sich nun, das ist zunächst mal gelungen, denn man bekommt in der Tat nun einen Parkplatz in der Innenstadt um seine Angelegenheiten zu erledigen. - Seit es die Blaue Zone gibt, war ich mit meinem Auto nicht einmal mehr im Parkhaus, denn auf dem Weg dorthin boten sich immer bereits Parkplätze an und ich bin wohl der erste Kandidat für einen Kurzzeitparkplatz, denn ich brauche niemals mehr als eine Stunde, um meine Einkäufe oder Termine zu erledigen.

Auch hoch erfreut über das idiotensichere Bezahlsystem, sogar ich kann das, Geld einwerfen, so viel wie man glaubt, grünen Knopf drücken und schon hat man seinen Beweis dafür, dass man berechtigt in der Blauen Zone steht. - Warum man in Santa Cruz sogar die Autonummer eingeben muss, keine Ahnung, in Los Llanos muss man das nicht, sondern einfach nur bezahlen. - Noch nicht ausprobiert haben wir, ob man denn auch länger als eine Stunde dort stehen kann, indem man einfach erneut einen Parkschein erwirbt. - Wie streng die Zone kontrolliert wird, das hat sich bisher nicht breitgetreten, ich kenne niemanden, der bereits eine Strafe erhalten hätte und um das auszuprobieren müsste ich ja extra länger in Los Llanos bleiben, als ich überhaupt will… Hier aber auch die Kritik an die Kurzparkzone, für viele ist eine Stunde nicht ausreichend, bummeln und noch einen Kaffee trinken und Freunde treffen ist da nicht drin, aber das macht man ja vielleicht eh zu einer anderen Tages- oder Abendzeit, wenn die Blaue Zone ja sowieso schon nicht mehr gilt.

Und dafür wäre auch das Parkhaus geeignet, dort gibt es keine Zeitbeschränkung, aber man ist nach ein paar Stunden dort auch ein paar Euro los, denn wirklich billig sind weder Parkhaus noch die Blaue Zone. - Aber es gibt in Los Llanos auch immer noch reichlich Stellplätze, wenn man denn den ganzen Tag dort verbrinden will, aber man wird dabei schon gezwungen, mehr als die "paar Meter" zu laufen. - Und es können mehr Meter werden, denn gerade die verscheuchten Anwohner und Mitarbeiter der Läden, welche sonst den ganzen Tag die Parkplätze in der Innenstadt belegt haben, die nutzen ja nun die etwas weiter gelegenen Parkplätze um ihr Fahrzeug abzustellen, so dass man von außerhalb noch mal ein Stückchen weiter laufen muss. - Die Blaue Zone dient also wirklich nur den Kurzparkern, und darf man den immer optimistischen Stimmen aus dem Stadtrat Los Llanos´ folgen, dann wird jeder Parkplatz in der Blauen Zone am Tag mehr als sechsmal belegt, und das sind Zahlen, welche einen Erfolg der Kurzparkzone auch dokumentieren.

Die Gegenfrage darf aber dann auch lauten, wenn die Blaue Zone derart erfolgreich ist, bekommt das denn dann der Betreiber des Parkhauses auch mit? - Ist sicher anzunehmen, und da stellt sich dann auch wieder die Frage, in wie weit dürfen städtische Vorhaben private Unternehmungen beeinträchtigen, oder sogar konkurrieren. - Wobei wir es dabei außen vorlassen können, dass auch der Betreiber der Blauen Zone ein privates Unternehmen ist, denn die Stadt ist verantwortlich für die Schaffung der Blauen Zone und hat die Aufgaben der Kontrolle und Überwachung schlichtweg an einen Dienstleister übergeben. - In Santa Cruz stellt sich das ja noch krasser dar, dort ist das vorhandene Parkhaus seit Jahren pleite, und der dortige Betreiber legte sich deutlich mit der Stadtverwaltung an, als diese auch die Blaue Zone einführte und neue Stellplätze geschaffen hat. - Aber in Santa Cruz gibt es grundsätzliche Probleme, die Kapitaldecke des dortigen Parkhausbetreibers war nie derart gestellt, dass man irgendwann an Schwarze Zahlen denken konnte. - Es bleibt abzuwarten, wie groß der Einfluss der Blauen Zone in Los Llanos auf das Parkhaus ist und auch, ob denn der lokale Einzelhandel in der Innenstadt wirklich spürbar von den neune Kurzparkzonen profitiert. - Denn darum hat man die ganze Sache doch überhaupt erst angeleiert.




Theoretisch kann man auch mit dem Handy bezahlen, aber so ein paar kleine Münzen hat doch jeder in der Tasche





Dienstag 21.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Ganz normale Besucher, oder? Teil 2 von 2


Da es kurz vor Weihnachten war, hatte ich zum Probieren eine palmerische Spezialität besorgt, die hier zu diesem Fest in keinem Hause fehlte: Kleine bunte Portionstütchen mit einem pulverig-körnigen Inhalt ähnlich süßen Kuchenkrümeln in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Ich erklärte, dass man das Tütchen in die Hand nehmen und fest drücken musste, um die enthaltene krümelige Masse zusammenzuballen und so essen zu können. Wir machten das alle, und nach dem Entfernen der Hülle und Befühlen des kleinen sanft-festen Inhalts rief die Hundebesitzerin freudig überrascht aus: "Genau wie der Penis von meinem Hund". Die Gesellschaft sagte gar nichts, und nach einer gewissen Schreckpause war es zum etwaigen Lachen schon zu spät.

Im weiteren wurde uns dann berichtet, dass dieser einmalige Hund überall, aber auch überall Aufsehen erregt. Wie viele Bekanntschaften hatten sich schon durch ihn angebahnt. Was die Leute immer am meisten interessierte, und wonach einfach alle fragten, das war, warum die Zunge so lang heraushing. Das hätte ich ja nun auch gerne gewusst, und vielleicht auch die anderen Zuhörer, aber sie sagte es uns nicht. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten, sie wusste es, oder sie wusste es nicht. Oder sagte sie es uns nicht, weil sie es wusste? Oder was? Ist ja auch egal, bei uns stank es, und ich suchte mir mal Beschäftigung in der Küche als kleine Hundepause.

Dann kam sie auf seine Potenz zu sprechen. Er war ein wahnsinnig potenter Rüde. Früher wurde er dafür bezahlt. Für eine erfolgreiche Deckung bekam er 500,- DM. Jetzt - rheumalahm und schwerhörig - hielt sie ihn natürlich von allem fern, denn umgerechnet befand er sich ja schon im Greisenalter, hätte auch längst schon tot sein können. Aber potent war er immer noch, viel zu sehr. Immer wenn es in der Nachbarschaft läufige Hündinnen gibt, dann schwellen seine inneren Sexualorgane derart an, dass er nicht mehr koten kann, und sie ihm die Kacke mit dem Finger herausholen muss. Das war der Moment, als eine Dame beschleunigt in den Garten ging, und sich bei einem sensiblen Mann die gesunde inselbraune Gesichtsfarbe ins Graugrüne wandelte, und mir wurde auch schlecht. Ich hatte meine Mühe, dass es mir nicht hochkam. Auch diesmal konnte keiner lachen, und es gab auch keinen Kommentar dazu. Es hatte wohl jeder mit sich selbst zu tun. Die noch immer unverheiratete Hundedame in fortgeschrittenem Alter erzählte dann noch, dass ihr letzter Freund ein Ultimatum gestellt hatte 'der Hund oder ich', worauf sie sich für den Hund entschieden hatte. Der Freund ging. Hier nickten einige Anwesende aus Versehen. Oder aus Verständnis?

Dann erlösten uns Gott-sei-Dank die beiden Jungen, zurück von ihrem kleinen Ausflug. Einer davon humpelnd, dreckig und schmierig, heulend, Schienbein und Knie blutig und zerkratzt, die abgeschürfte Hand fest umklammernd wegen schlimm-schlimm, mitleidsuchend sich in die Arme von Mama und Papa stürzend. Und das kam so: die beiden Jungen kannten sich vorher nicht. Sie mussten nun zuerst einmal warm werden, ein bisschen vortasten und ein bisschen angeben, wie Jungs sich nun mal kennenlernen, das dauerte schon mal ein bisschen. Dann kam tüchtiges Kuchenessen und Colatrinken, aber danach wurde es doch etwas langweilig mit den Erwachsenen. Ich schlug vor, sie sollten doch die paar Meter zum Wasserkanal hinaufsteigen, darauf konnten sie dann in beide Richtungen so weit gehen, wie sie wollten. Sie konnten sich nicht verlaufen, wenn sie den gleichen Weg wieder zurückkamen. Der Kanal ist gemauert, etwa 50 cm breit und 30 cm tief, mit Zementplatten abgedeckt und bequem begehbar. Oft führt neben dem Kanal ein Weg entlang, oder die Wiese grenzt direkt daran, es ist nirgendwo gefährlich. Die Eltern waren sehr angetan von der Idee, sich eine Zeit lang von ihrem Sprössling befreit zu sehen.

Nun ist es so, dass die Bauern hier und dort einmal eine Abdeckplatte zerschlagen, um für sich oder das dort grasende Vieh etwas Wasser zu schöpfen, oder die eine und andere Platte ist altersschwach und ein bisschen kaputt, aber das hat den Vorteil, dass man nun erkennen kann, wie in unserem Trinkwasser tote Amseln, von denen es hier sowieso zu viele gibt, vorübertreiben, begleitet von ebenfalls verendeten, dick aufgetriebenen Eidechsen, Ölsardinendosen, fetten Ratten und viel Zeug, was einfach dazugehört wie Laub von den umgebenden Bäumen, Grasbüschel und Moospölsterchen als heimisches Gewächs in dieser angenehmen, ständigen Feuchtigkeit. Wo Stöckchen und Zweige einen Stau bilden, setzen sich auch vergammelte, in Auflösung begriffene, bestialisch stinkende Kaninchenkadaver fest. Ich trinke kein Trinkwasser mehr.

Aber über diese kleinen schadhaften Stellen kann man ganz einfach hinwegsteigen. Ich ging oft auf dem Kanal entlang, ohne jegliche Schwierigkeiten. Da muss man nicht reinfallen. Aber man sollte natürlich ein bisschen auf den Weg achten und nicht an andere Sachen denken, schon gar nicht an gewagt schlechte, das könnte ablenken. Als nämlich der beschädigte Junge in den Armen von Mama sich genügend ausgeheult hatte, hörte ich ihn schluchzend, und sich auch ungerecht bestraft fühlend sagen: "Und ich ha-habe gar nicht reinge-gep-pisst, ich wollte nur."

Übrigens der Hund, dieser außergewöhnliche, mit den neuesten, besten und teuersten lebens- und potenzerhaltenden Mitteln aufgepeppte Hund, starb dann - Ironie des Schicksals - an einer Dosis seines Vital-Lebenselixirs.

Ich schwöre, auch diese Geschichte ist wahr; es gibt Zeugen.






Montag 20.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Hurra, hurra, die Schule pennt!
Ferien!

Letzter allgemeiner Schultag heute, die meisten Eltern können nun hoffentlich für fast drei Monate ihre Propeller abschrauben, soweit sie diese überhaupt das Jahr über getragen haben. Es geht wieder los in der Schule am 12. September, nur die kleineren die müssen bereits wieder am 8. September im Unterricht erscheinen. - Aber es ist wirklich ein deutlicher Zeitraum für die Familien, und ich bin nie dahinter gestiegen in meiner aktiven Zeit als Vater zweier Schülerinnen, ob denn solch eine fast dreimonatige Abstinenz von schulischer Disziplin zuträglich ist. - Vielleicht sollten wir das mit der schulischen Disziplin noch mal auf den Heißen Stuhl bringen, denn auch hier sind wir modern geworden, oder das, was wir dafür halten, und Disziplin ist wohl sicher nicht mehr die herausragende Eigenschaft, welche unsere Schulen hier ausmacht. - Pisa ist nicht so ganz zufrieden mit unseren Leistungen hier, aber Pisa ist ja auch schief (….ja, ich habe es auch gemerkt….), denn ich glaube nicht, dass es alleine schulische Aufgabe ist, so viel Wissen wie möglich jederzeit abrufbar zu vermitteln. - Ich denke auch noch dabei junge Menschen in ihr Umfeld zu integrieren, das Zusammenleben zu üben, in guten, wie in schlechten Momenten, und da haben wir hier äußerst positive Momente erlebt. - Nicht immer, aber sicher öfter, als man es erwarten wollte, und immer dann besonders, wenn es darum ging irgendwelche Ungerechtigkeiten und noch schlimmer Ungleichheiten aus der Welt zu schaffen. - Ob das alles denn gereicht hat, unsere Brut auch für den international angehauchten Arbeitsmarkt fit zu machen, das wird sich ja in den kommenden Jahren zeigen.

In den unteren Klassen zaubern die meisten Schulen noch eindrucksvolle Schlussfeiern, machen sogar so opulent, dass man bereits seit Wochen daran probt, in den oberen Jahrgängen wird das ein bisschen pragmatischer, man hat sich oft genug das Jahr über gesehen, da sind die 11 Wochen Pause ganz angenehm und als Abschied reicht ein Nicken. - Die Abiturienten sind ja schon seit ein paar Wochen losgelassen, haben ihre Zulassungsprüfung für die Universität ja auch bereits hinter sich und lungerten die letzten Wochen oft noch in ihren alten Schulen herum, um so ein bisschen auszukosten, dass man nun alles geschafft hat und nur noch will, aber nicht mehr muss. - Für diejenigen, die noch ein Jahr weiter hatten zum Abitur, sind diese Gastauftritte der bereits als Bildungselite gestempelten Schüler das Nervigste was es gibt, hatte man endlich die guten Plätze in der Cafetería erobert, poltern nun plötzlich wieder diese, vor Stolz und Übermut fast platzenden ehemaligen Mitschüler rein. - Was für ein Glück, dass unsere Mädels zwei Jahre auseinander sind, da waren diese Reibungspunkte nur indirekt spürbar.

Mit der Endnote für die Universität in der Hand, welche ja durch diese, nun letztes Mal ominöse PAU ermittelt wird, fühlen sich auch manche Schüler bereits mit viel höheren Weihen belegt, aber lassen wir ihnen diesen Triumpf, bevor sie dann rau im Arbeitsalltag oder Prüfungen auf der Universität schwitzen. - Die schlausten palmerischen Schüler aller Zeiten, heißt es so auch in einer der großen online-Journale, welche über die Insel berichten und in der Tat, mit 99,7% der Prüflinge bestanden, liegt man an die 5% über dem kanarischen Durchschnitt. - Aber das war immer so, La Palma stellt die meisten Studenten der Inseln, wenn man eben die Einwohnerzahl berücksichtigt und das so weit herunterrechnet. - Allerdings hat uns das für die zukünftige Entwicklung der Insel meist nicht viel geholfen, da die allermeisten, welche in der Weiten Welt, und die fängt gleich hinter der ersten Welle vor Santa Cruz de La Palma an, ihre Karriere gestartet haben. - Hirnflucht nennt man das hier, fuga de cerebro, oder vielleicht könnte man auch sagen, wir bieten hier halt zu wenige Entwicklungsmöglichkeiten für junge Leute mit Karrierewunsch. - Und das liegt wohl auch an unserer limitierten Möglichkeiten als, durchaus sympathischer, aber eben doch irgendwie ziemlich verlorener Furz im Atlantik. - Aber es riecht gut…

Mit den Schulferien beginnt auch wieder ein völlig neuer Rhythmus, und das nicht nur für die Eltern. - Die morgendlichen Staus vor den Schulzentren fallen weg, plötzlich kann man wieder fünf vor Acht zügig an Orten vorbei fahren, an denen man sich tags zuvor noch in die Warteschleife einreihen musste, bis verschlafene Mütter ebenso verschlafene Pennäler irgendwie aus dem Auto zu schubsen versuchen. - Nie werde ich dieses Chaos morgens vergessen, welches vor den Schulen stattfindet, weil die meisten ihre Kinder eigentlich am liebsten mitten in den Klassenraum entsorgen wollten. - Aber irgendwie hat das dann doch immer funktioniert, meine Kinder mich immer ganz streng angeguckt, nach dem Motto, wenn du jetzt hupst, oder schimpfst, dann versaust du uns den ganzen Tag. - Es wird alles ein bisschen langsamer die kommenden Monate, noch langsamer wird jetzt mancher fragen, und in der Tat, ich kann Ihnen wohl versichern, wir können noch deutlich langsamer. - Vielleicht mag ich deswegen den Sommer noch lieber als die anderen Jahreszeiten, es ist noch leichter, dem Affentempo unseres Alltags zu folgen.




Letzter Schultag vor, gefühlt bis zu 120 Jahren...





Montag 20.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Ganz normale Besucher, oder? Teil 1 von 2


Es war ein Mittwoch, und ich hatte, wie meistens an diesem Tag, einige Gäste zum Kaffee. Diesmal hatten sie u.a. zwei Knaben, so um die zehn, mitgebracht; 'u.a.' waren ein kleiner, zottiger Hund, an dem man vor lauter Zottellocken nicht vorne und hinten unterscheiden konnte und ein schön verpacktes Geschenk.

Beginnen wir mit letzterem. Es lag dekorativ auf dem Arm einer netten Bekannten, die mit ihrer Freundin gekommen war und sah sehr kostbar aus. Durch das hübsche, transparente Geschenkpapier sah ich etwas Großes, prächtiges Gestricktes. Ich war geschockt. Was kam da bloß auf mich zu. Gut, man bekam mal eine Tafel Schokolade mitgebracht, oder eine Flasche Wein, die meisten brachten gar nichts mit und wollten lieber recht viel mitnehmen. Und nun das! Ich musste in Sekundenschnelle ganz konzentriert-komprimiert denken und mich entschließen, was ich tun wollte. Verweigern konnte ich die Annahme? Wohl kaum, wenn die Dame z.B. viel mehr Freude am Schenken hat als ich am Empfang. Wenn diese beiden Freundinnen nun zu Hause immer strickten und strickten, und es ihre größte Genugtuung und ein Höhepunkt ihres Lebens war, damit andere zu beglücken? Dann würde ich sie mit der Ablehnung dieser Gabe ja völlig frustrieren, am Boden zerstören. Das ging auch nicht. Na, vielleicht konnte ich das auf andere Weise irgendwie gutmachen. Ich musste das Geschenk wohl annehmen. Kam erschwerend hinzu, dass die Dame von der Sorte war, die nicht wusste, wie man es anfängt, die Gabe mit den passenden Worten zu überreichen. Sie hielt das so kostbar Eingewickelte noch immer unverändert schön drapiert über dem Arm, und wir sagten eine Weile nichts. Aber in solcher Situation fühle ich mich ziemlich sicher, denn neben all meinem gezielten, abwägenden Denken glaube ich, auch über eine gewisse intelligente Kontaktfreudigkeit zu verfügen (ha-ha), und so kam ich ihr mit einer kleinen, unauffälligen Frage entgegen: "Und was haben Sie da Hübsches über dem Arm?"

"Das ist mein Strickjäckchen, falls es kühl wird."

Welch eine Erleichterung! Dieses Problem hatte sich von selbst gelöst.

Der mitgebrachte Hund nahm unterdessen die Umgebung in Augenschein, er zottelte von hier nach dort und hob an jedem etwas hervorspringen unbeweglichen Teil das Bein und ließ ein paar Tropfen heraus. War nun alles sein Revier. Wir befanden uns auf meiner zwar überdachten, aber nach einer Seite offenen Sonnenterrasse, und er hielt das wohl für 'draußen' und erlaubte sich die Pinkelei. Dachte ich, aber da hatte ich mich schon wieder geirrt, denn er betrachtete es wohl als 'drinnen', denn wie später sein Frauchen erzählte, kamen alle ihre sechs Hunde immer nur ins Haus, um auf einen bestimmten Teppich im Wohnzimmer zu machen (den olivgrünen mit den Kühen), um dann rasch wieder hinaus zu springen. Also dieser kleine Zottelhund war alt, 14 Jahre, geplagt von rheumatischer Steifheit oder von Natur aus sehr träge, aber im Markieren war er sehr rührig-rüdig. Er rüdete so unentwegt, dass ich, nachdem ich das Verhältnis Hund-Frauchen durch spätere Erzählungen besser durchschaute, durchaus glaubte, dass das Frauchen ihn möglichst viel Stinkeflüssigkeit hatte ansammeln lassen, damit er sich bei mir einen richtig schönen Tag machen konnte. Die war so eine.

Er rüdete also an die Stuhlbeine, ans Tischbein, an die nächste Mauerecke und auch an ein männliches Jeansbein, das nicht genügend Lebenszeichen von sich gab. Die Dame, die ihr liebes Tier wohlwollend betrachtete, lachte. Der Betroffen lachte nicht. Aber zwangsmäßig war nun die Aufmerksamkeit aller auf diesen Hund gerichtet, und das war genau das, was die Besitzerin brauchte. Wie andere die Fotos ihrer Kinder hervorholen, zeigte sie Aufnahmen von ihrem Liebling aus seiner Jugendzeit herum, kam ins Erzählen und hörte nie wieder auf.
Es wurde der reinste Hundenachmittag, und nach erwiesenen Funden im Garten, kriegte mindestens einer das Kotzen.
Die Sonne schien kräftig, trocknete schnell die kleinen Feuchtigkeiten und half, diese zu einem ganz hundemäßigen Parfum aufzubereiten, das passende Ambiente, damit die tierischen Erzählungen wahre Gestalt annahmen und einem richtig unter die Haut gingen. In den Hund wurde unterdessen vorne zerbröselter Kuchen hineingestopft, aber Frauchen musste deshalb ihre Story nicht unterbrechen. Dem Hund hatte sie den Namen eines Berges aus der Himalaja-Gruppe gegeben, weil sie schon einmal dort in der Nähe gewesen war. Das Tier hatte sich dann auch entsprechend extraordinär entwickelt und ist ein außergewöhnliches Superexemplar geworden mit extrem einmaligen Eigenschaften, die ich nicht alle so richtig mitkriegte, weil ich immer mal in die Küche musste, um meine Gäste zu versorgen. "....und wenn wir in München dann beide abends aus dem Büro nach Hause gingen, zog er mich montags und donnerstags immer von sich aus an der zweiten Seitenstraße nach links, weil dort unser Tierarzt wohnt. Na gut, sagte ich dann zu ihm, wenn du durchaus willst, gehen wir eben zum Tierarzt." So wurde der Hund zwar teuer, aber er blieb bei so viel Beobachtung gesund und bekam keine Jugendstörungen, weil ihm ein Wunsch abgeschlagen worden war. Und nun war er alt (und rüdete schon wieder aufs neue dieser Misthund!). Sein Fell war so etwa terra-grauockerlich-schwärzlich-meliert, falls das eine Farbe ist, und, wie gesagt, vorne und hinten gleich geformt und geordnet. Schwanz hatte er sehr wenig, kaum sichtbar in dem Gelocke, aber vorne hing ihm eine lasche rosagraue Zunge heraus, immer, 5 cm lang oder mehr, und immer links. Daran war dann doch zu erkennen, wo man ihn ansprechen und füttern konnte. Das Ansprechen ließ man aber lieber sein, denn er roch furchtbar schlecht aus dem Mund, wenn er ihn verständniserheischend etwas öffnete. Zu fressen bekam er normalerweise Kalbsfilet püriert, weil er keine Zähne mehr hatte.

Teil 2 folgt morgen



Sonntag 19.06.2016 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Ist Garafía nicht willig, dann gehen wir eben nach Puntagorda
Es kann eng werden auf dem Dach unserer Insel

Die Superlative für die astrophysikalischen Einrichtungen auf unserem Roque de Los Muchachos aufzuführen, die kann man getrost der patriotischen Heimatpresse überlassen. - Auf jeden Fall ist es ein Glückfall für die Insel, über solche Hochtechnologie zu verfügen aber nur wenige Köpfe sehen auch die Gesamtheit der möglichen Synergieeffekte, welche rund um die Observatorien und Forschung noch möglich sind. - Es sind auch gar nicht so wenige, welche keinen Vorteil für die Insel aus der Ansammlung von Teleskopen dort finden, manche sind sogar der Meinung, diese Observatorien würden der Insel schaden und es gäbe Probleme mit der Kontamination durch Reinigungsmittel und Strahlung. - Das geht dann schon ein bisschen in Richtung Verschwörungstheorien, allerdings hat man die Abwasserfrage dort auf dem höchsten Berg auch Jahrzehnte lang von einem Verantwortlichem zum anderen geschoben und sich erst in der letzten Legislaturperiode der alten Inselregierung darum gekümmert. - Musste man auch, schließlich hat man ja nun angefangen das Besucherzentrum zu bauen, nachdem man so lange darüber gesprochen hatte, aber niemals konkret wurde. - Es wird bereits gebaut, allerdings legt man nun eine nachträgliche Feier um den Baubeginn an, da man am 30 Juni ganz viele illustre Köpfe, darunter Nobelpreisträger und Astronauten zu Besuch auf dem Roque hat. - Hintergrund ist, an dem Tag findet im Gran Telescopio de Canarias eine Konferenz statt im Rahmen des Starmus-Festivals, welches die Tage auf Tenerife abgehalten wird.

Die Gäste können sich dann auch einen Eindruck schaffen von dem Platzangebot, welches es dort oben auf dem höchsten Berg der Insel gibt und es wird ja noch kräftig ausgebaut. - Liverpool 2 ist gecheckt und 20 weitere Cherenkov-Teleskope werden aufgestellt und dann bemüht man sich ja auch noch um das 30 Meter Teleskop, welches eigentlich auf Hawaii installiert werden sollte, sowie um das Sonnenteleskop "EST" (European Solar Telescope). - Bisher liegen alle Observatorien im Gemeindegebiet Garafías, das werdende Besucherzentrum ebenso, aber nun will die Inselregierung auch mit der westlich angrenzenden Gemeinde Puntagorda verhandeln, deren Gebiet gerade mal gute hundert Meter westlich des Grantecans beginnt. - Eine weitere Ausdehnung der Anlagen des IAC, des Instituto Astrofísico de Canarias, unter deren Schirmherrschaft viele Länder der Welt die Teleskope dort errichtet haben, sei nur noch in Richtung Westen möglich und man denke wohl daran, die Anzahl der Teleskope auf dem Roque de Los Muchachos noch weiter zu erhöhen. - Die Inselregierung, zumindest deren jetziger Präsident Anselmo Pestana glaubt voll und ganz an die Trumpfkarte Hochtechnologie als Zukunftsvision für La Palma, will er doch auch den Technologiepark gleich am Flughafen unbedingt vorantreiben und so nicht nur die astrophysikalische Beobachtung auf der Insel fördern, sondern auch die Forschung und die Ansiedlung von weiteren Forschungsbetrieben.

Beobachter der Szene aber erkennen noch einen weiteren Grund, warum man sich jetzt mit der Gemeinde Puntagorda zusammensetzen will, und zukünftige Bauten rund um das Observatorium vielleicht lieber dort zu installieren. - Das hat was mit dem Verhalten der Politik in Garafía zu tun, denn plötzlich will der dortige Gemeinderat richtig viel Geld für die Genehmigungen dieser Observatorien haben, so dass man seitens der Inselregierung bereits fürchtete, die Bewerber für weitere Teleskope würden sich aus Kostengründen dann schnell wieder nach anderen Standorten umsehen. - Die bisherige Praxis sieht so aus, die Gemeinde erhält für den Rohbau der Teleskope die fällige Gemeindesteuer, die technische Ausrüstung allerdings, welche ein Vielfaches des Wertes des Rohbaus darstellt, die fällt nicht in den Bemessungsrahmen und bleibt außen vor. - Die Gemeinde hatte nun angekündigt, diese Praxis nicht mehr mitzumachen und den Gesamtwert als Bemessung zu nehmen, so würden dann aus lästigen Beträgen um die Einhunderttausend dann schnell Millionenbeträge, was die Betreiber der Teleskope sicher dazu bewegen würde, dann lieber woanders hin zu gehen. - Gerade im Umgang mit dem möglichen 30 Meter Teleskop wurden da in der Nordgemeinde Begehrlichkeiten geweckt, welche kontraproduktiv für die Entwicklung des Restes der Insel wären. - So darf man die Gespräche mit Puntagorda sicher auch als Warnung an Garafía verstehen, wenn ihr euch nicht mäßigt, dann war es das mit jeglichen Einnahmen aus Genehmigungen für die Teleskope. - Leider ist das nicht der einzige Fall auf der Insel, bei dem sich Gemeindeinteressen nicht mit Inselinteressen decken lassen.






Sonntag 19.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1023 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A tu casa no venga, quien ojos tenga

In dein Haus soll nicht kommen, wer Augen hat. - "Augen haben" bedeutet hier, neugierig sein. - Man solle also am besten neugierige Menschen von seinem Haus und sich fernhalten, ein durchaus brauchbarer Hinweis.





Bild von Wolfgang Hempel





Samstag 18.06.2016 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 25,6 Grad - niedrigste Temperatur 17,1 Grad

Neue Fiestas für den Sommer
Ich dachte eigentlich, das einzige was wir reichlich hätten, seien Fiestas…

So kann man sich irren, diesen Sommer wird es gleich zwei neue Fiestas geben, gefeiert werden kann nie genug, wer möchte dem bitte widersprechen. - Ich heute nicht, bin in Wochenendlaune, warte auf meine geliebte Sommerhitze und freue mich da auf gute Ideen, wie man denn im Sommer sonst noch so seine, dank der hohen Arbeitslosigkeit reichlichen Freizeit verbringen kann. - Allerdings verpackt man uns diese neuen Fiestas nicht nur unter dem Mantel der Dynamisierung der lokalen Wirtschaft, sondern es geht auch weiter um "Multikulti", hier noch nicht zum Tabuwort erklärt, und ein anderes Fest bemüht sich immer noch um die Gleichstellung des "Kollektivs LGTB" was wohl für Lesben, Gays, Trans- und Bisexuelle stehen soll. - Mich treiben diese Verpackungen immer ein bisschen um, denn eigentlich sollte man sich nicht bemühen, sondern wirklich gleichstellen und das geschieht nicht durch besondere Heraushebung eines Kollektivs, sondern durch alltägliche Integration. - Sicherlich gibt es da noch Nachholbedarf, aber jede Extrawurst, so klein sie auch sei, befestigt ja nur die, eigentlich nicht gewollte Ausnahmesituation. - Ja und, weitermachen und wir haben längst, seit vielen Jahren, lesbische Bürgermeisterinnen, schwule Inselräte und niemand stört sich daran, ganz im Gegenteil, darum wird es oft noch weniger verständlich, warum man ein Kollektiv überhaupt schafft, in dem man es benennt, und etwas für dieses Kollektiv fordert, wo es doch längst Alltag ist oder sein sollte. - Zumindest bei uns, das mag anderswo viel schwieriger sein, aber hier auf dem Inselchen ist der tägliche Umgang mit Schwulen und Lesben eigentlich überhaupt nicht mehr erwähnenswert, weil komplett normal. - Vielleicht auch deswegen, weil man es nicht kompliziert kaputtdiskutiert hat.

Ein bisschen Love-Parade schwingt da mit wenn man hört, in der Hauptstadt findet dieses Jahr zum ersten Mal das "Isla Bonita Love Festival" statt, und das vom 28.7. bis 31.7. - Und nicht nur ein Fest, sondern mehrere Einheiten und meist in der Hauptstadt sollen die Veranstaltungen stattfinden, und man rechnet über diese Tage mit mehreren Zehntausend Besuchern und hat so auch schon Gespräche mit den Fluggesellschaften und Reedereien aufgenommen, da man auch Besucher von den anderen Inseln zu diesem verlängerten Wochenende auf La Palma haben will. - Und da steckt auch bereits der weitreichendere Hintergrund, man spricht zwar die ganze Zeit salbungsvoll von Arbeit für die Toleranz und Gleichstellung, hinten dran aber bekennt man, dass man sich mit diesem Fest noch mehr in Richtung "Turismo Gay" bemühen will, und dann reden wir plötzlich über ein Geschäft und können die Gutmenschsprüche von Gleichstellung gleich wieder in die Gesinnungstonne treten.

Natürlich kann ein solches Sommerfest aber wirklich eine Chance werden für die Insel, ein richtiges Straßenfest über Tage hinweg, mal nicht getragen und erklärt durch Jahrhunderte lange Traditionen, sondern laut, bunt, massenhaft, genau so wie die meisten jungen Leute das für sich auch mal reklamieren. - Hoffentlich bekommt man es so hin, dass die Anwohner der Hauptstadt sich nicht breit darüber beklagen, denn das klingt schon deutlich nach Straßenfest über viele Tage hin. - Na ja, wer Großstädter sein will, der muss eh leiden oder Krach ertragen können, denn es geht ja dann gleich weiter, am 5. August greift man dann ganz tief in die Ethno-Kiste, bis nach Nordindien, und will dann das Hindu-Frühlingsfest Holi feiert. - Wobei das eher als Umweg über bereits solche Feste mit buntem Farbpulver in anderen mitteleuropäischen Städten zu uns kommt und wir, auch ganz ohne Eisenbahn, ganz gerne mal auf fremde Züge aufspringen, ohne eigentlich zu wissen, mit wem wir da fahren.

So ganz fremd ist uns das ja nicht, andere mit Pulver zu bewerfen, oft behaupten wir ja sogar, das Ganze erfunden zu haben, aber dabei müssen wir wohl eischränken, wir haben den "Día de Los Indianos" erfunden und dabei wirft man weißes Talkumpulver, aber nicht viel mehr. - Reicht ja auch, ist ein wunderbar traditionelles Fest hier bei uns und nun ist man im vergangenen Karneval in Los Llanos auch auf die Idee gekommen, doch mal Farbpulver zu verwenden und nicht immer nur weißes und parfümiertes Pulver, welches den Rest des Jahres auf Babypopos landet. - Schon war der Schrei nach Holi da, und man reagiert sehr schnell, und kaum jemand wagt denn die Frage zu stellen, ob wir denn eigentlich mal die Hindus gefragt haben, ob die das OK finden, wenn wir eines deren religiöse Feste zum Straßenkracher machen. - Gerade wir, denn manch Traditionalist, der geifert schnell und endemisch, wenn irgendwo anders jemand unsere Traditionen nachmachen will, da kocht Volkes Seele, wenn irgendwo auf dem Planeten unser Zwergentanz imitiert wird, oder unsere Geschichte in Sachen Weißer Karneval/Indianos. - Allerdings weiß ich auch nicht so recht, ob es den geneigten Hindu stört, wenn anderswo auf dem Planeten Ungläubige sich Farbpulver ins Gesicht werfen. - Aber es gibt auch schon richtig Polemik, auf einem Werbevideo für dieses Holi-Fest greift eine bepuderte Hand auf den Hintern einer jungen Frau und das finden manche Kollektive gar nicht gut, denn es handle sich dabei um blanken Sexismus. - Besonders der Verein "Tod@s somos Laura" hat sich da robust in der Presse breit gemacht, dieser Verein ist nach dem Tod Lauras entstanden, welche von ihrem Ex-Partner wohl aus Eifersuchtsgründen in der Öffentlichkeit verbrannt worden ist. - Wirklich schwierige Kiste, wobei der ungefragte Griff nach einem Frauenhintern nicht erst nach Domplatte und Laura eigentlich tabu sein sollte.

Zum Überflug des Militärtransporters gibt es aus der Presse keine Neuigkeiten, aber so ein bisschen kann man sich das nun auch an der Flugroute des A400M zusammenbasteln. - Aus Sevilla kommend überflog die Maschine alle Kanareninseln, außer El Hierro, und gehört wohl noch gar nicht der spanischen Luftwaffe, es muss sich also noch um einen Erprobungsflug von Airbus selbst handeln. - Das erklärt auch, warum die Maschine noch keine Hoheitsabzeichen trägt und warum die auf "Flightradar" auftaucht, ein für militärische Flugzeuge eigentliches Unding. - Im September soll das "Ejército del Aire" ihre erste Maschine dieses Typs erhalten und es kann gut sein, dass wir dieses Flugzeug in der Erprobung hier über den Kanaren gesehen haben. - Wir dürfen daran erinnern, dass ziemlich genau vor einem Jahr eine solche Maschine bei der Erprobung nahe Sevilla abgestürzt ist. - In der südspanischen Stadt findet ja die Endmontage dieses Airbus statt und eine Leserin hat uns diese Grafik mit einigen Antworten zur Verfügung gestellt.




Image Courtesy of Flightradar24.com





Samstag 18.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1021 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A toda vieja le llega su anzuelo

Zu jeder "Alten" kommt irgendwann ihr Angelhaken. - Die "Alte" ist zumeist eine Frau, hier auf den Kanaren allerdings nennt man auch einen beliebten Speisefisch so. - La Vieja, Sparisoma cretense, oder auch Europäischer Papageifisch. - Den Spruch gibt es auf breiter Basis, mal kommt der Sankt Martin für die Gans, bei den Kanarenfischern eben der Angelhaken zum Papageienfisch und gemeint ist damit eine, zumindest ausgleichende, vielleicht sogar ewige Gerechtigkeit.





Abends in Puerto de Tazacorte, hier kann man fast immer eine "Alte" auf dem Teller haben
Bild von Richard Wurdel





Freitag 17.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 21,6 Grad - niedrigste Temperatur 17,5 Grad

Fiesta in Los Llanos
Wie viele Kichererbsen passen in einen gesunden Landwirt?

Morgen kann es sogar richtig heiß werden. - Nachdem heute noch die "Luftschleuse" bis nach Island offen ist, kommt morgen dann der Sommer so wirklich zu uns. - Unser Azorenhoch wandert nach Osten und damit kommt dann die Luft bereits angewärmt vom Festland und im weiteren Verlauf sogar über Afrika zu uns. - Dreißig Grad sollten dann kein Thema mehr sein und auch die tropischen Nächte, mit über zwanzig Grad, sind uns dann willkommen. - Eine ganze Woche wird das wohl andauern und damit verbindet sich auch gleich wieder die Hoffnung, dass niemand so unvorsichtig sein wird, und bei sommerlicher Hitze und Wind sein Unkraut verbrennen zu wollen. - Von der Schafskälte zur Hitze ist nur ein ganz schmaler Zeitraum und mal sehen, ob wir damit gut umgehen können.

In Los Llanos findet morgen Vormittag die berühmte "Feria" statt, und auch ohne den Hinweis, dass es um Rindviecher und andere Tiere geht, weiß jeder Bescheid, am morgigen Samstag versuchen wir Los Llanos weiträumig zu umfahren, oder wir begeben uns mitten in ein gut getränktes Minenfeld. - Schon früh bringen die Landwirte ihre Tiere, meist Rinder der "Raza Palmera", dieser hellen und friedfertigen Rasse, welche ursprünglich von Tieren aus Galizien stammt. - Mehr als Arbeitstier trainiert, schwere Karren ziehen, Holz aus dem Wald, den einscharigen Pflug durch das steinige Feld ziehen, da bleibt die Milchleistung und das schnelle zulegen des Mastgewichtes zweitrangig. - Das ist auch so ein bisschen das Dilemma dieser Rasse, heute nutzt man die Fähigkeiten dieser Rinder nicht mehr und Hochleistungsrassen aus anderen Regionen sind viel effizienter was die Milchleistung angeht oder das schnelle Anwachsen der Fleischmenge. - So hat man sich auch seitens der Inselregierung zur Aufgabe gemacht, diese Rasse zu erhalten und es gibt für die Landwirte Geld, wenn sie diese Tiere zu diesen, früher Viehmärkten, heute eher wohl Ausstellungen karren.

Am Ortseingang aus Richtung El Paso, dort wo auf der rechten Seite die Eukalyptusbäume etwas Schatten spenden, dort werden die Tiere ausgestellt und natürlich auch von kundigen Richtern begutachtet. - Mittags organisiert man dann auch ein "Arrastre", ein Schlittenziehen in diversen Kategorien, und anschließen dann die Verkostung der angereisten Landwirte. - Das ist eine gut gewachsene Tradition, die Nachbarschaftsvereine aus Los Llanos kümmern sich darum und haben für den Tag riesige Portionen an Reis, Fleisch und natürlich auch dem unverzichtbaren Kichererbseneintopf gekocht und nach einer langen und frühen Anreise, dem anstrengenden Abladen und Anbinden der Tiere und dem vielen Wein, den man dabei schon probieren musste, ist diese Nahrungsaufnahme ziemlich wichtig bis überlebensnotwendig. Wenn die Pappteller dann wackelig, das Plastikbesteck störend und der Gleichgewichtssinn auch schon ziemlich gefordert sind, kann dieser kommunale "grande bouffe" auch zur eigentlichen Sensation führen und ich bin immer ziemlich froh, dass die meisten Landwirte nicht mit dem eigenen Auto anreisen, sondern eben sich einen LKW mit Fahrer extra für diese Messe geleistet haben. - Die Kuh passt ja auch nicht wirklich auf das Autodach, auch nicht gut festgeschnallt, also bemüht man dazu passende Fahrzeuge. - Am Abend findet dann noch der große Umzug in Los Llanos statt, die so genannte Romería und um ein bisschen Bildungsauftrag auch noch zu erfüllen, alles das sind Rahmenveranstaltung im jährlichen Reigen um der Schutzpatronin der Stadt Los Llanos, der Virgen de Los Remedios für ihre prächtigen und ständigen Dienste zu danken.

Seit vielen Jahren auch schon begleitet eine Landwirtschaftsmesse die Tierschau und auch diese bleibt bis zum Samstagabend offen. - Unter dem Dach der Mehrzweckhalle zeigen Kunsthandwerker, aber auch Firmen rund um die Landwirtschaft ihre Produkte, und es gibt auch Lebensmittel zu probieren und zu kaufen. - Es gibt also morgen dort den ganzen Tag wirklich was zu sehen, und wer dann abends nach der Romería auch noch weiterfeiern will, der kann das dann die dreiviertel Nacht auch noch auf der Plaza de España an der Kirche machen. Ab 22:00 Uhr geht es los und es spielen die Orchester Libertad und Maquinaria Band.

Heute Nachmittag überflog, allen Anscheins nach, einer der ersten A400M Militärtransporter der spanischen Luftwaffe die Insel. - Leider fuhr ich gerade mit dem Auto und konnte so keine Bilder machen. - Es wird wohl ein Übungsflug gewesen sein, irgendwelche Ankündigungen darüber sind mir aber nicht aufgefallen. - Vielleicht hat ja jemand von Ihnen ein Foto machen können und teilt dieses mit uns?
















Und hier ist er schon, so schnell geht das. - Eingefangen von Heike Rockensüß oberhalb Puntagordas





Freitag 17.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Federico

BESCHRANKT


Vor einigen Wochen landete eine Motorradfahrerin bei der Innenmole im Meer. Kurze Zeit später endete ein Sonntagsausflug von vier Personen mit dem PW in 12m Wassertiefe. Drei Insassen konnten gerettet werden, eine Person überlebte leider nicht. Jetzt wurde die Zufahrt zur Innenmole durch eine Schranke gesperrt.

Allerdings fehlt im ganzen Hafengelände Rettungsmaterial für ev. Notfälle. In andern kanarischen Marinas befinden sich in gewissen Abständen an mehreren Stellen Rettungsgeräte. Auf Schildern wird auch darauf hingewiesen, dass kleine Kinder sicherheitshalber an die Hand zu nehmen sind. Wäre ebenfalls empfehlenswert im Hafen Tazacorte. An Wochenenden herrscht jeweils Großbetrieb auf dem großen "Kinderspielplatz" bei der neuen Außenmole. Für einen Abendspaziergang ist die Marina allerdings sehr gut beleuchtet.















Donnerstag 16.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Alternativlose Alternativlosigkeit
Und Regen zwischen den Tankstellen

Alle paar hundert Meter eine andere Vegetationszone, aber auch anderes Klima. - Es bleibt in der Familie, warum ich heute Morgen gleich zweimal zum Flughafen musste, allerdings gab mir das auch die Gelegenheit, mal wieder die besondere Lage unserer Lieblingsgemeinde fest zu stellen. - Wir wohnen etwas unterhalb des Ortes, nicht mal 100 Höhenmeter und auf der Straße ist es ein knapper Kilometer in den Ort. - Aber das Wetter kann total unterschiedlich sein, am Fußballplatz/Disa-Tankstelle befindet sich eine Wetterscheide und fährt man dann noch weiter hoch, nach der langen Geraden welche "Recta de Padrón" heißt, da finden wir dann noch eine Tankstelle, die Shell. - Und auch hier befindet sich eine erneute Wetterscheide und darüber gibt es sogar Stellen mit kontinentalem Klima, und das auf einer solch kleinen Insel im Atlantik. - Dabei spielt weniger die Distanz alleine zum Atlantik die Rolle, sondern der Einfluss der Winde, welche eben in höheren Regionen nicht mehr von der Feuchte des Atlantiks profitieren. - Es sind ein paar Kilometer von uns, bis zum Tunnel, aber der Temperaturunterschied kann im Sommer 15 Grad sein, im Winter vielleicht 10, aber anders herum. - Im Sommer ist es oben wärmer, um Winter unten. - Heute fuhren wir bei Sonnenschein zu Hause los, ab der einen Tankstelle regnete es, aber nur bis zur nächsten, darüber schien wieder die Sonne. - Ein paar Kilometer, komplett unterschiedliches Wetter, die feuchte Luft aus dem hohen Norden des Atlantiks beschert uns diese kleine sommerliche Pause, und zeigt mal wieder die bemerkenswerten Kleinstklimata hier auf der Insel.

Zur Überschrift kommen wir nun aber auch noch rechtzeitig, es geht mal wieder um die nicht gemachten Hausaufgaben unserer Insel- aber auch zum Teil Regionalregierung. - Konkret um die Müllverwertungsanlage in Los Morenos in Mazo, und ein bisschen auch um das Asphaltwerk in Fuencaliente. - Seit nunmehr gut 15 Jahren tingelt man mit Ideen, gute Ideen kann man wohl nach heutigen Wissen nicht mehr sagen, um eine zentrale Müllverwertungsanlage über die Insel. Schließlich verkaufte man uns, aber noch mehr den Bürgern und der Gemeinde von Mazo, eine Anlage welche Hochtechnologie versprach, und dafür, dass man in der Gemeinde dort an der Küste den gesamten Inselmüll aufnimmt, bekommt die Gemeinde im Jahr an die 300.000 Euro. - Zusammen mit dem Geld vom Flughafen bestreitet man damit bereits den halben Gemeindehaushalt, kein Wunder, dass Mazo viele Jahrzehnte die einzige Gemeinde, (meist neben El Paso) war, die keine Schulden machte. - Fast zehn Jahre baute und bastelte man seitens des Gobierno de Canarias an dem "Complejo Medioambiental de Los Morenos" und versprach und dabei eine eierlegende Müllmilchsau, vorne den Müll rein, hinten kommen mehr oder weniger gut riechende Wertstoffe heraus, und frei nach Voltaire, dies ist die Beste aller Inseln.

Viele ahnten es schon, es gibt bei uns berufsmäßige "Ahner", diese Anlage kann nicht wirklich so viel, wie man uns verspricht, und leider kam es schlimmer, viel schlimmer als erwartet, nur der allergeringste Teil des Inselmülls dort kann recycelt werden. - Los Morenos entwickelt sich somit zu einer Deponie, und gerade das wollte man ja vermeiden. - Es ist natürlich nicht so, dass man dort nichts machen würde, aber an die 95% des angelieferten Hausmülls sind nicht zu trennen, da es eine Kontamination mit organischen Stoffen gibt. - Das heißt, nur bereits vorher getrennter Müll, ohne Orangeschalen, Suppenresten und verfaulten Eiern können zur Weiterverarbeitung bereitgestellt werden, alles andere wird einfach deponiert. - Dafür besteht aber gar keine Genehmigung, das ist nicht als Deponie ausgelegt, lediglich ein kleines, bereits gefülltes Areal war dafür vorgesehen und jetzt bereits muss man ein Nachbargrundstück für die Deponierung nutzen. Natürlich gibt es nachbarschaftliche Klagen dagegen, nicht nur gegen die Nutzung als Deponie, sondern generell, weil auch die Klassifizierung des Geländes dort eine solche Nutzung gar nicht erlaube und schließlich schickte sogar der oberste spanischen Gerichtshof einen Dunkelblauen Brief mit einem ausgestreckten Zeigefinger. - Nun arbeitet man fieberhaft daran, alle geforderten Umweltgutachten nachzureichen, denn ohne diese wäre die gesamte Betriebsgenehmigung hinfällig. - Nur Volljuristen können das erklären, wie lange ein solcher Zustand in der Schwebe denn tragbar sei und was passiert eigentlich, wenn diese Gutachten keine Anerkennung finden sollten?

Wir wüssten dann von einem Tag auf den anderen nicht, wohin mit dem Müll und viele Anwohner dort sich auch der Meinung, man könne aus dem Beschluss des Gerichtes nur folgern, die Anlage müsse sofort geschlossen werden und man könne nicht während des Betriebes eventuell entlastende Gutachten erstellen. - Den Ball gebe ich wieder ab, denn wir sind hier in einer alternativlos gestalteten Spirale gefangen, wenn wir dort den Müll nicht mehr hinwerfen dürfen, woanders auf der Insel ist das genau so, oder vielleicht sogar noch mehr verboten. - Die Insellage gibt uns das einfach so auf, auf dem Land würde man den Müll eben in die nächstweitere Deponie bringen, auch wenn es mehr Geld kosten würde und so ganz kann ich das Gefühl auch nicht abwerfen, man könnte im Vorfeld der ganzen Planung bereits mit alternativloser Alternativlosigkeit gerechnet haben. - Ja, ich traue uns viel zu, die meisten Lapsus passieren uns zwar aus rechtschaffender Unwissenheit, aber so ab und zu auch aus durchtriebener Bauernschläue. - Erinnert ein bisschen an das Asphaltwerk in Fuencaliente, das einzige, welches bislang noch produziert hat, weil keine der hier auf der Insel stehenden Anlagen auch nur ansatzweise belastbare Betriebsgenehmigungen haben. - Mehrfach ist das Werk dort bereits medienwirksam geschlossen worden, aber es finden weiter Asphaltarbeiten auf der Insel statt. - Auch hier wieder, die Insellage macht einen Import fertiger Asphaltmischungen unmöglich, also ist ein Asphaltwerk auf der Insel alternativlos. - Aber ich bin mir sicher, das ist alles legal, ich denke mal, die rühren den Asphalt jetzt handgerührt jede Nacht im Cabildo Insular an, wärmen den dann auf der Heiligen Quelle an und bringen den dann aus. - Man muss nur fest dran glauben, oder noch einfacher, bloß nicht erst darüber nachdenken, oder gar schreiben…




Auch eine Art "Asphaltwerk"...





Donnerstag 16.06.2016 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0,5 mm - Luftfeuchte 84 % - Luftdruck 1018 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A tal señor, tal honor

Jedem Herren, seine Ehre. - Jeder, wie er es verdient. - Geht aber auch in die Richtung, Kleider machen Leute.





Die alte Straße von Barlovento auf die Westseite
Bild von Wolfgang Hempel





Mittwoch 15.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 75 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 19,5 Grad

Kurznachrichten
Was der Alltag so hergibt

Ob das hier Schafs, oder Ziegenkälte heißt, das weiß ich nicht. - Die kommenden zwei Tage aber werden deutlich kälter werden, denn uns kann dann Luft weit aus dem Norden des Atlantiks erreichen. - Feuchte und kalte Luft bis aus der Höhe Islands gelangt bis auf unsere Höhen, da zwischen zwei Tiefs unser Hochdruckgebiet die Luft von ganz weit aus dem Norden ansaugen kann. - Passiert immer wieder auch um diese Jahreszeit, wandert dann das westlich gelegenere Tief weiter in den Osten, dann reißt diese Luftzufuhr auch wieder ab und spätestens ab Samstag steigen dann die Temperaturen wieder auf ein sommerliches Maß. - Bis dahin haben wir allerdings noch keine tropische Nacht gehabt, zumindest auf unserer Höhe, bislang lagen die nächtlichen Tiefsttemperaturen immer noch gerade unter der 20 Grad Marke und vor dem Wochenende wird sich das auch nicht mehr ändern.

So kommen die beiden Sokol-Hubschrauber der BRIF auch in diesem Jahr mal pünktlich für den Sommer, beide PZL-3 Falke sind seit gestern auf ihrer Basis in Puntagorda gelandet und werden, sollte es keine späte Hitzeperiode geben, bis zum 16. Oktober auf der Insel stationiert sein. - Die BRIF, das sind die "Brigadas de Refuerzo de Incendios Forestales" vom Innenministerium gestellt, welche nicht nur auf den Kanaren in den Sommermonaten in Gebieten mit hohem Waldbrandrisiko stationiert werden. - Diese Leute sind speziell ausgebildet, und sollen nicht nur mit den beiden Maschinen Wasser auf Brandherde werden, sondern auch so mit die ersten an den Feuern sein, damit schnell Personal vor Ort ist. - Seit vielen Jahren bereits kommen diese Leute mit Hubschraubern zu uns, und in den Jahren 2009 und 2012, in denen es im Sommer mehrere Brände gab, waren diese Leute und die Maschinen auch äußerst wichtig erfolgreich im Kampf gegen die Waldbrände. - Dabei gibt es allerdings arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen, die Maschinen werden wohl vom Innenministerium bezahlt, die Leute allerdings von Tragsa, "Empresa de Transformación Agraria, S.A." einer regierungseigenen Firma, welche die Feuerwehrleute, die Dienst bei der BRIF machen, sehr schlecht und nicht als echte Feuerwehrleute bezahlt. - Das führte dazu, dass das Personal der BRIF auch hier auf La Palma letztes Jahr streikte, man das aber nur spärlich in der Presse mitbekommen hatte, da ja kein Feuer ein eventuelles Fehlen dieser Kräfte spürbar machte.

Regierungseigene Firmen lassen immer wieder von sich hören und nicht immer ist man komplett zufrieden damit. - Wir haben gleich mehrere inseleigene Firmen, eine davon ist Sodepal, und auch hier gibt es immer wieder Polemik um das Gebaren und die Kosten dieser Firma. - Nun aber könnte Sodepal zum guten Helfer werden für unsere Landwirte, denn die Gruppe "Dinosol" aus Gran Canaria, welche gerade die Supermärkte der Firma "Hípercentro" auf der Insel übernommen hatte, könnte sich der Sodepal bedienen, um palmerische landwirtschaftliche Produkte an Hiperdino zu liefern. - Die Inselregierung hatte Vertreter der großen Supermarktkette zu Gesprächen eingeladen, nachdem man fürchtete, die Praxis des "Hípercentro - San Martín", auch viel lokales Obst und Gemüse zu verkaufen, nicht übernommen würde. - In der Tat, die bislang einzigen Läden der Gruppe Dinosol auf der Insel kauften kein Obst und Gemüse aus La Palma und darüber hinaus auch nur wenige lokale Produkte. - Nun hofft man seitens der Inselregierung die Vertreter der Firma hätten nicht nur wohlerzogen Lippenbekenntnisse erbracht, in dem man versprach, dieses Anliegen positiv zu überdenken, sondern man hofft nun sogar, nicht nur die dann sieben Supermärkte auf der Insel mit landwirtschaftlichen Produkten beliefern zu können, sondern vielleicht auch etwas an die restlichen Läden der Kette auf den anderen Inseln zu schaffen. - Abwarten, überzeugen könnten wir da natürlich am besten über Qualität, Preis und Zuverlässigkeit, und nun kenne ich deutlich mehr als eine Stirn, die sich dabei im Zusammenhang mit dem Namen Sodepal in Falten schlägt.

Und noch was hat die Inselregierung beschlossen, man möchte das 30 Meter Teleskop auf der Insel haben. - Das "TMT" Thirty Meter Telescope sollte eigentlich auf Hawaii gebaut werden, allerdings gibt es dort Probleme mit der Baugenehmigung, nachdem Anwohner Einspruch gegen dieses Projekt erhoben haben. - Nun suchte man mögliche Ersatzstandorte, und dazu gehört auf jeden Fall unsere Insel auch, nicht nur, weil wir hier auf La Palma einen der besten Standorte zur astrophysikalischen Beobachtungen weltweit haben, sondern eben mit den anderen Observatorien des IAC bereits viel Erfahrung und Infrastruktur vorhalten, die nötig für den Betrieb von solchen Einrichtungen ist. - Allerdings heißt es aus der Gruppe rund um das "TMT", man bevorzuge weiterhin den Standort Hawaii und hoffe, dort doch noch die Genehmigung zu bekommen, aber hier auf der Insel sieht man bestens gerüstet und unterstreicht das nun auch noch in einem Plenum der Inselregierung, in dem alle Räte, außer Dailos Gonzáles von Podemos, die Aufstellung des riesigen Teleskopes hier auf der Insel unterstützen wollen. - Ob diese breite Unterstützung Eindruck bei den Leuten vom TMT macht, das weiß ich nicht, aber man kann es ja mal versuchen.




Und so sieht das GFS, das Global Forecast System die Temperaturentwicklung für die kommenden Tage auf La Palma und das ist wohl deutlich. - Grafik von der Wetterzentrale





Dienstag 14.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 22,8 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Spaniens Beste 1:0 und 0:4
Du musst Eier haben, hard boild eggs

Es war zäh, keine Frage, aber irgendwann fand schließlich der quirlige Iniesta doch noch einen Weg zwischen den vielen tschechischen Beinen hindurch, und Eisenschädel Piqué musste nur noch seinen Kopf hinhalten. - Nicht grandios, aber selbst im Alltagsmodus noch Europas Mitfavoriten, und mal sehen, wie lange das mit den Alten Herren noch weitergeht, wo nun auch das Glück wieder am Fuß klebt. - Ein paar Stunden hatte man dann in relativem Gemütsfrieden bis zum Abend, denn dann präsentierten sich im Fernsehen erneut Spaniens Elite, aber dieses Mal die der Politik. - Es ist wieder so weit, man reibt sich erneut an Demokratie, nachdem bei den ersten Wahlen im Dezember 2015 das Volk noch komplett falsch gewählt hatte, muss jetzt am 26. Juni erneut angetreten werden und wehe, wir wählen hier erneut solch einen Blödsinn zusammen, dass man keine bequemen Mehrheiten mehr bilden kann. - Da macht dieses dusselige Volk wirklich ernst, zerrupft das korruptionsbewährte Zweiparteiensystem mit regionalem Bypass, und stellt plötzlich vier Alphas auf die Wiese, anstatt deren korrumpierbaren Zwei. - Und was für prächtige Exemplare da auf den saftigen Graslandschaften des kastilischen Hochlands weiden, eine wahre Pracht, feine Burschen, und plötzlich wird einem beim genaueren Hinsehen auch wieder klar, warum der Stierkampf in Spanien nicht einfach ausgeschaltet werden kann.

Da sehen wir den knorrig, unbelehrbaren Mariano Rajoy, von der Partido Popular, der immer noch glaubt, erster Korruptionsbekämpfer der Iberischen Welt zu sein, dann Pedro Sánchez, von den Sozialisten, im unausgeglichenen Kampf zwischen Beau und Sozentraditionen, und immer öfter mit der beleidigten Kinderfresse, wenn einem neue Linke bei der Reise nach Jerusalem gerade den linken Stuhl weggenommen haben. - Auf dem sitzt natürlich Pablo Iglesias, (kein Sohn Julio Iglesias, ja, er lebt noch) ganz im Gegenteil. - Sicher der gebildetste und auch intelligenteste dort auf der Weide, allerdings auch mit, wohl selbst generierter Arroganz so weit versehen, dass es zum Teil sogar unangenehm wird. - Spätestens seit seiner Varofakisierung (neu europäischer Ausdruck für zu intelligent und zu schön für den Rest der Welt, also ab aufs Moped, und gegen Gage durch die Medien tingeln) ohne wirklichen Verhandlungsspielraum für Koalitionen. - Als vierter im Bund der Bundlosen ein ungreifbar sympathischer Albert Rivera, aber wahrscheinlich im Schafspelz. - Wobei man immer nicht weiß, ist das jetzt die Hipster-Variante der Partido Popular, oder sind das Neoliberale, wobei man das Liberal bald weglassen kann, oder ist die Gruppierung "Cuidadanos" (C´s abgekürzt) die endgültige Antwort auf alle Populisten, wir versprechen Alles? - Von links nach rechts, anders herum kann ich nicht, stehen: Podemos, PSOE, Ciudadanos und dann die Partido Popular und wenn man daraus unbedingt Blöcke bilden will, dann sind beide Gewichtungen etwa gleich schwer.

Gewinner der gestrigen Debatte scheint Pablo Iglesias zu sein, allerdings auch wieder mit dem Makel der Arroganzgefahr belastet, aber das passiert uns Linken ganz schnell mal, besonders wenn einem der Marx-Bart inzwischen in der Hipster-Variante nun als Zopf hinten aus dem Hals weht. - Oder noch ein Beispiel, da zitiert Pablo Iglesias Marx, und "drei hart gekochte Eier", aber Groucho, und nicht den Karl. - Es fällt überhaupt auf, dass die beiden Linken, früher waren es mit der Izquierda Unida mal drei, sich eher gegenseitig zerfetzen, anstatt ihrer gebetsmühlenartigen Aussage, der Feind sitze rechts, wirklich zu folgen. - Mariano Rajoy macht auf Helmut Kohl, unberührt von Parteispenden, Korruptionsfällen und sicher auch Saumagen, ein galizischer Fels bewegt sich nicht und seit dem die Partido Popular nicht mehr 45% sucht, sondern nur noch 25%, könnte solch ein Kohlismus durchaus auch genügend Anhänger finden. - Pedro Sánchez ist meist mehr mit sich und seiner Selbstdarstellung beschäftigt, immer darauf bedacht, die einzig wahre Linke zu sein, allerdings läuft der da einem Irrtum hinterher, den diese Partei vom bisherigen zweiten Platz sogar auf den Dritten verabschieden könnte. - Dabei war Pedro Sánchez der einzige, der nach den ersten Wahlen wirklich versucht hat eine Regierung zu bilden, allerdings wird das von niemand, nicht mal von ihm selbst gewürdigt. - Albert Rivera bleibt dem Nichts und dem Alles treu, nicht greifbar, eine Art Passepartout, erinnert irgendwie an die FDP von Genscher, und das genau könnte sein Schlüssel sein, in eine neue spanische Regierung. - Wenn drei sich streiten, dann regiert der Vierte, so müsste sein Thema wohl geschrieben werden. - Fußball, 1:0 für Spanien, Politik, 0:4 gegen Spanien, denn alle vier haben nicht das geringste Interesse am Land glaubhaft machen können, und die Leute hier haben ein sehr feines Gespür für so etwas. - Auf jeden Fall stellten die drei Interviewer, gestandene Journalisten, bessere Fragen, als sie Antworten erhielten. - Vielleicht sollten wir uns zukünftig lieber von Journalisten regieren lassen. - Bleibt einem immer wieder der Trost, schlimmer kann es nicht werden, Rajoy ist ja schließlich immer noch Präsident.






Dienstag 14.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 76 % - Luftdruck 1020 hPa

Gastbeitrag vom Kulturbeauftragten

La Palma Festival de Música (VII)
Gute und schlechte Nachrichten


Natürlich die schlechten zuerst. Der Krankenstand ist zwar rein statistisch gesehen unerheblich, beläuft er sich doch bisher auf exakt 3%, ein Wert (*), der jeden Personalchef oder Schuldirektor in helles Entzücken versetzen würde. Die drei von hundert Künstlern, die nun bisher vorzeitig ab- oder gar nicht erst anreisen konnten sind aber wichtige Pfeiler des Festivals. Roberto Saccà hat in dem italienischen Tenor Massimiliano Pisapia einen mehr als würdigen Ersatz gefunden, nicht nur durch ihn wurde die Ariengala am Samstag zu einem hinreißenden Ereignis.

Nun fällt aber die große Dame am Klavier aus. Maria João Pires hatte wegen Herzproblemen bereits ihr Pariser Konzert am Wochenende abgesagt, die Ärzte verbieten nun auch eine Reise nach La Palma zum aktuellen Zeitpunkt. Immerhin hat sie versprochen, ihr Konzert an einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt nachzuholen. Da wollen wir dann doch gerne geduldig sein und noch ein wenig warten. Ihr Management schickt uns eine hochinteressante russische Nachwuchspianistin, Varvara Nepomnyashchaya, Gewinnerin des Géza-Anda-Klavierwettbewerbs Zürich 2012. Mir gefällt sie gut, das Programm wird mit Mozart, Beethoven und Mussorgski spannend gestaltet. Besonders die "Bilder einer Ausstellung" erinnern mich an ganz spezielle Zeiten Anfang der 70er, als sich Emerson, Lake & Palmer mit einer gewagten, aber exzellenten Version für Rock-Trio dieses Stückes versuchten.

Bereits zum dritten mal wollte Mariam Batsashvili für uns spielen, das wird nichts, ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen. Aber wie bei der großen Portugiesin wird auch Mariams Auftritt nachgeholt, vermutlich im Juni nächsten Jahres. Auch für sie steht bereits ein Ersatzmann fest, ich liefere dazu noch nähere Informationen.

Gute Nachrichten gibt es auch? Aber ja! Ivo Pogorelich hat nach seinem noch viel nachbesprochenen Rezital am Freitag lobende Worte über La Palma gefunden. Donnerwetter, er ist ja nicht unbedingt für große Emotionen abseits der Tastatur bekannt. Ich persönlich habe am Freitag zwei total unterschiedliche Teile gehört. Vor der Pause war Ivos Vortrag fast schon verstörend für mich, nachher dann schlichtweg genial. Gut, da hat jeder seine eigene, sicher gut begründete Meinung. Die Ariengala war dann tatsächlich ein rauschendes Opernfest, das auf knapp fünfzig Musiker aufgestockte Festivalorchester lief zu Höchstform auf, Thomas Mandl war sichtlich begeistert von seinem Dirigentenjob, und die fünf Gesangssolisten waren grandios aufgelegt. Ein volles Haus, die Stimmung auf dem Maximum, so hatten wir uns das vorgestellt. Über alldem war spürbar - und das ist für mich immer besonders schön - dass auch die Künstler mit uns, dem Publikum, der Organisation, hochzufrieden waren und sehr gerne wiederkommen würden! Eine angenehmere Bestätigung für unsere bisher geleistete Arbeit gibt es kaum.

Vier mal geht nun noch der Vorhang auf im Circo de Marte, am heutigen Dienstag für Varvara aus Russland, am Mittwoch für Eric aus den USA, dann noch am Freitag und Samstag mit Künstlern aus Deutschland und Spanien.

Wie immer, ich freue mich auf die Kunst. Und auf sie!

Mit musikalischen Grüßen

Ihr Ödi Jonitz, MdS
(Kulturbeauftragter)

(*) In der Tat treten im Laufe des Festivals genau 100, in Worten: einhundert, Künstler auf. Stolze Leistung.






Montag 13.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 18,9 Grad

Fehlt uns die sommerliche Agonie?
Die Dünne Kuh hat gefressen

Mai, Juni und auch noch der Juli, das waren Monate, in denen man oft die "Vaca Flaca" rezitiert hat. - Vaca Flaca heißt Dünne Kuh, aber vor allem bedeutet es schlechte Zeiten, das mit dem enger geschnallten Gürtel und die Sommermonate hielten ganz lange viel von diesem Potential bereit. - Vor zwei Jahren noch, da hätte man La Palma im Mai und Juni eigentlich abschließen können, hätte kaum jemand bemerkt und ich sprach ja auch seinerzeit von den Selbsthilfegruppen der bekennenden Touristiker. - Aber das fast vollständige Fehlen von Urlaubsgästen, das schlägt dann durch auf den Einzelhandel, besonders eben in den "Medianías", also den mittleren Zonen der Insel, denn Los Llanos oder El Paso, die brauchen den Besuch urlaubender Besucher, um die große Anzahl an Konsumtempeln zu rechtfertigen. - Auf der anderen Seite badete man sich in diesen Monaten auch ein bisschen in pittoreskem Selbstmitleid, und wer in den Sommermonaten mit optimistischem Gesichtsausdruck durch die Straßen zog, der machte sich zumindest eines Lottotgewinns verdächtig. - Da tauchte auch die Frage oft auf, wer überlebt den Sommer, und die Antwort zeigten dann verlassene Ladenpassagen in Los Llanos, El Paso aber auch Los Cancajos, und mit dem krisenbedingten Ausbleiben der nationalen Urlaubsgäste wanderte ab 2009 die Dünne Kuh auch noch bis September durch Vorgärten und Gemüter.

Von Jahr zu Jahr schien es immer nur bergab zu gehen und in der Tat, zwischen 2008 und Ende 2013 fanden wir uns am Ende einer Abwärtsspirale wieder, welche nur von sehr schlechten Eltern sein konnte. - Der Gipfel, 2013 und 2014 machte jeweils das größte Hotel in Puerto Naos drei Monate im Frühjahr zu, angeblich wegen Umbauten, aber jeder wusste, für die paar Gäste in den Monaten der Dünnen Kuh lohnt es sich doch gar nicht den Betrieb aufrecht zu erhalten. - Schuldzuweisungen gibt es wie Coupons in jeder Tageszeitung, aber die Notwendigkeit des ständigen Wachstums in der von uns getragenen Wirtschaftsgemeinschaft stößt halt immer wieder auf das, was man bereits seit den sechziger Jahren als die Grenzen des Wachstums kennt. - Goldene Kälber mit Verbrennungsmotoren und wer keine Schulden macht, der ist ein Reaktionär, solche Zeiten bringen leider keine Helden hervor, sondern nur noch mehr Hedge-Fonds, aber das Volk findet sich mit Schmalhans ab und bastelt sich beruhigende Bilder eben auch von einer Dünnen Kuh.

Warum gerade das Jahr 2013 das brachte, was man heute schon vorwitzig als Wende bezeichnen will, das weiß ich nicht so genau, aber ich denke ganz einfach mal, tiefer wäre es auch gar nicht mehr gegangen, bei über 30% Arbeitslosen fängt selbst der Kapitalismus an sich um den Eigenkonsum Sorgen zu machen und vielleicht hat man ja auch seitens der Regierung dann den brutalen Sparauftrag wieder abgegeben. - Wir verbinden das hier allerdings eher mit dem wieder erstarkten Tourismus, der allerdings erst mit eine deutlichen Verspätung gegenüber den großen Kanareninseln auch bei uns zu spürbarem Mehrkonsum geführt hat. - Die Hintergründe muss ich nicht erneut benennen, der Arabische Frühling sorgt für einen touristischen Dauersommer auf den Kanaren und irgendwann schwappte die Suche nach immer mehr Ferienbetten sogar von den großen Inseln zu uns herüber. - Nicht, weil man statt Tunesien und Ägypten besonders gut La Palma anbieten kann, sondern weil die Carrier plötzlich die Wertigkeiten der Zielgebiete neu eigenteilt haben und La Palma damit vom einem ungeliebten Ausweichziel wieder zum gewinnträchtigen Vorzeigeinselchen gemacht haben. - Mehr Flugverbindungen, mehr Gäste, so einfach sieht unsere Bilanz aus, und auch wenn wir noch nicht wieder bei den Zahlen aus den Zeiten kurz vor der Jahrtausendwende angekommen sind, 2015 und 2016 waren die besten Jahre im Tourismus in diesem Jahrhundert.

Neue Läden, neue Restaurants, und vor ein paar Jahren hätte sich wohl Dinosol auch nicht getraut, die San Martín/Hipocentro Läden zu übernehmen und wenn alles gut geht, dann macht dieses Wochenende auch noch die bislang einzige Ladenpassage dieser Insel in Los Llanos auf. - Es gab zwar schon ein paar Mal den Versuch, so etwas wie ein Einkaufszentrum auf der Insel einzurichten, aber das ist bislang immer an, wem eigentlich, gescheitert. - Centro Cancajos, oder das Haus mit den blauen Säulen in Los Llanos sind dafür herrlich morbide Beispiele, vielleicht gelingt das ja nun dem "Trocadero Centro Comercial" unser Einkaufsverhalten zu korrigieren. - Irgendwer hat der Dünnen Kuh zu Fressen gegeben und die macht jetzt auch sogar schon wieder Mist, und lässt uns von einem neuen Aufschwung träumen und schon sprießen wieder die Wachstumsfanatiker aus allen Ecken und rufen dazu auf, uns endlich wohlfeil für Investoren zu machen, denn alle wollten unsere Dicke Kuh kaufen kommen. - Vorsicht und ganz langsam, noch ein gepumpter Aufschwung und wir drehen uns schon wieder im Kreis, viel wichtiger als schnell ist richtig wachsen, aber dazu fänden Begriffe und Bescheidenheit und Effizienz wichtige Bedeutung und das passt eben nicht so richtig in den verordneten Wachstumsbrei. - Nein, auf keinen Fall vermisse ich die Dünne Kuh, aber wenn man zu schnell und vor allem zu viel von einer Dicken Kuh erwartet, dann wird die auch ganz flott wieder dünn.




Wo ist denn hier bitte schön die Dünne Kuh?





Montag 13.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 77 % - Luftdruck 1020 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A su tiempo maduran las uvas

Zu ihrer Zeit reifen die Trauben. - Das mit dem richtigen Zeitpunkt ist ja nicht wirklich was Neues. - Stimmt!





Pino de la Virgen und Virgen del Pino, El Paso
Bild von Richard Wurdel





Sonntag 12.06.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Sonntagsatem
Streicheldiekatz

Stephen Hawking ist wieder von der Insel, und kommt heute auf Tenerife an, und auch wenn es nur eine Durchreise war, seine zweite übrigens, der hat richtig Eindruck hier auf der Insel hinterlassen. - Gut, wir müssen zugeben, unsere Inselorographie und auch das historische Kopfsteinpflaster in der Fußgängerzone sind nicht so wirklich einladend für ihn, aber ich denke mal wohl, man hat sich hier große Mühe gegeben den Ausnahmephysiker entsprechend zu empfangen. - Beim genauen Hingucken gab es dann noch eine weitere Ohrfeige für die Hauptstadt, Mittag gegessen wurde, also Stephen Hawking und die Inselkrawattenträger, in der Casa Osmunda, und die liegt ja nun bekannter weise nicht in Santa Cruz, sondern in San Pedro de Breña Alta. - Kann doch nicht sein, dass "die" kein entsprechendes Restaurant in der Inselhauptstadt finden! - Wenig ruhige Minuten hat der gute Mann hier bei uns gehabt, und natürlich zerrt hier jeder an einer solchen Gelegenheit und ich finde es gut, dass solch ein Mann den ersten Stern unseres Walk of Fame erhält, und nicht Julio Iglesias. - Ja, der lebt noch, und mal sehen, der ist am 16. Juli auf La Palma, wenn sein Schiff nicht vorüberfährt, aber der wird wohl eh mit dem Flugzeug anreisen, nehmen wir einfach mal an. - Vielleicht bietet man ihm ja auch an, einem solchen Stern seinen Namen zu leihen.

Für uns ist der Tag heute viel wichtiger, eines unserer Sternchen ist heute für ein paar Tage auf die Insel gekommen. - Ist notwendig geworden, weil, ich sag jetzt nicht wer, ein neues Smartphone bekommen hat, aber wir es nicht hinbekommen, da alle Einstellungen des alten Gerätes zu übernehmen. - Das nenne ich Luxus, da lässt man sich einfach eine Spitzenkraft in Sachen smarter Kommunikation einfliegen, es ist immer wieder bemerkenswert, wie phantasievoll Eltern werden, wenn es darum geht, die Brut auf die Insel zu locken. - Wir werden ja dann immer Tage vorher bereits nervös, ist alles im Haus, was der studierende Nachwuchs so braucht? - Tonnenweise Lebensmittel, die wir sonst seit Jahren schon nicht mehr kaufen, sind die Katzen alle entwurmt, die Blumen gegossen, die Terrasse aufgeräumt und besonders, war der Alte endlich mal wieder beim Punto Limpio und hat die kaputten Sonnenschirme und Wäscheständer endlich mal weggebracht? - Das geht bei uns Zurückgebliebenen als "Crawling Gag" (für Running reicht es oft nicht) durch: Bis die Brut wieder kommt, muss das aber weggeräumt sein. - Nein, wir haben keine Angst vor unseren Kindern, sondern nur maximalen Respekt, dabei buhlen doch beide Eltern eigentlich nur um die Trophäe, ein bisschen weniger uncool zu sein als der andere. - Das gehört zu den vielen Kindersprüchen, die man niemals vergisst: Papa, du bis doch nicht cool, bloß weil dir kalt ist!

Die Katzen leiden immer besonders bei Eigenbrutbesuch, denn die sonst garantierte völlige Aufmerksamkeit der Althumanoiden geht ja nun vom Felinen weg, hin zur abstrakten Hoffnung, und das dauert dann wieder Tage bis Wochen, bis die sensible Katzenhackordnung wieder hergestellt ist. - Wer Kinder nur als Katzenersatz hat, dem fällt das vielleicht ein bisschen einfacher, aber wir haben das noch nicht über eine Familienaufstellung geklärt, außerdem neigen wir ja inzwischen dazu, mit Globuli auf Probleme zu werfen. - Auf Katzenprobleme bitte sehr, nur die glauben in unserer debilkonservativen, linksgedrehten Vorstadtkommune an Linderung durch Homöopathie, und es wäre ja nicht das erste Mal in der Entwicklung der Lebewesen auf diesem Planeten, dass andere Säuger dem Homo sapiens sapiens, etwas trotz seines wirklich schicken Dreifachnamens was voraus haben. - Das hatten wir doch schon mal, so lange Mensch, bis die Katzwerdung offiziell durch ist. - Die Katzen sehen das genauso, oder wie sonst ist es möglich, dass die göttliche Instanz es so eingerichtet hat, dass der Mensch der Katze Kotze wegräumt. - Hunde sind da auf einem anderen Level, die fressen Katzenkotze ebenso gerne wie die des Menschen, Hauptsache, die dampft noch ein bisschen und jetzt wissen wir auch, warum die Überschrift Sonntagsatem heißt und nicht Sonntagsbraten.

Es tut sich auch was in Sachen Metamorphose von San Martín in Hiperdino. - Zumindest in El Paso. - Dort werkeln seit dem Freitag Fremdarbeiter an der Fassade und laden komische Bauteile ab und nun heißt es, der Laden sei ab Montag ein paar Tage geschlossen, wohl maximal bis zum Wochenende, ohne dass man eine konkreten Tag für die Wiedereröffnung melden würde. - Die Mitarbeiter haben nach einer Weile Unsicherheit wohl die Zusage bekommen, sie würden allesamt übernommen, allerdings wurde ihnen jetzt eröffnet, sie seien jetzt Mitglieder der nun großen Dinosol-Familie auf La Palma und könnten somit in allen der dann fünf Märkten eingeteilt werden. - Das mag für manche kein Problem sein, aber für viele eben doch, wer auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen ist, dessen Arbeitsweg wird damit robust länger und damit eben auch weniger Zeit die übrig ist, mit Familie und Angehörigen zu verbringen. - Aber das hatte man bereits vermutet, und der Konzern wird sich diesen Vorteil natürlich auf der Insel auch nicht nehmen lassen, und es bleibt zu hoffen, dass man da seitens der Firmenleitung tragbare Reglungen für alle findet.




Mitten in der Metamorphose, zumindest ist er schon mal "Hip" der San Martín...





Sonntag 12.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 74 % - Luftdruck 1019 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Arco iris en el mar, coge la yunta y vete a labrar

Regenbogen auf dem Meer, nimm das Ochsengespann und geh´ pflügen. - Für viele Bauern ist die Bäuerinnenregel eigentlich wichtiger inzwischen als die Bauernregeln, weil man das Wetter im Netz gut vorhersagen kann. - Ansonsten, pflügen gehen vor dem Regen, also die Dinge zur richtigen Zeit machen, eigentlich sogar in allen Lebenslagen ein guter Rat.





Vom El Time, auf das dort mal verregnete Aridanetal.
Bild von Wolfgang Hempel





Samstag 11.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,3 Grad

Walk of ´n bisschen Shame, aber wirklich nur ein bisschen
Santa Cruz steht sich immer selbst im Weg

Ob das nun wirklich eine Großstadt ist, das könnte man mit den Augen von außen wohl anzweifeln, aber für uns ist und bleibt Santa Cruz de La Palma irgendwie immer die Metropole dieser Insel. - Inzwischen kaum noch, aber früher, als alles anders war, und nur manches besser, da sagte man im Tal, "ich fahr nach La Palma" wenn man meinte, man fährt nach Santa Cruz. - Inzwischen hat Los Llanos mit knapp 22.000 Einwohnern sehr viel mehr Bewohner als Santa Cruz mit seinen etwas über 16.000 Einwohnern, und die Wachstumsprognosen sind nicht wirklich auf eine Änderung dieses Verhältnis ausgelegt. - Kein Wunder, Santa Cruz hat keinen Raum sich auszubreiten und der Speckgürtel mit den "Breñas" schnappt der Hauptstadt auch noch Einwohner und Konsumenten weg, in dem man wohlfeile Urbanisationen und Einkaufszentren autofahrerbequem auf die Grüne, oder im Sommer Braune Wiese stellt. - Sicher ist das nicht die Schuld der Hauptstadt, dass andere Gemeinden ihren Geländevorteil zu nutzen wissen, aber Santa Cruz hat auch so gut wie gar nichts gemacht, um attraktiver für Bewohner und Konsumenten zu werden. - Oder doch, hat man doch seit heute einen "Walk of Fame" mit dem ersten Sternchen, Stephen Hawking hat mitgemacht, sein Name steht darauf und wird als erster Stern auf der Avenida Marítima eingelassen, es sollen viele weitere folgen. - Aber das war das Cabildo Insular, welches die Idee hatte und auch die Ausführung, also wieder nicht die Stadt…

Man hat immer nur reagiert und heute ist der Tourismus, und besonders eben die Kreuzfahrtouristen, ein markanter Motor geworden und ich darf daran erinnern, dass man sich vor einem Jahrzehnt noch ziemlich abweisend gegenüber dieser Klientel verhalten hat. - Das ist inzwischen anders geworden und spätestens mit dem Angebot Stadtstrand orientiert man sich auch offiziell ein bisschen mehr in die Richtung Erlebnisstadt als der Ort, den man fr+her für Einkäufe und Erledigungen besuchen musste. - Geschenkt, die wunderbare Altstadt, und große Bemühungen hat man sehr richtig unternommen, diese Fußgängerzone vom Hafen bis hin zur Plaza Alameda wirklich konsequent durch zu ziehen. - Gegen den Widerstand vieler Geschäftsleute, die immer noch dachten, man könnte in einer Stadt ohne Parkplätze weiterhin Waschmaschinen und Teppiche verkaufen. - Auch geschenkt, aber nicht genutzt, nur ein paar Meter weiter der Inselmuseum im Convento San Francisco, mit vielleicht 15 Besuchern am Tag, weil es keiner findet, und ebenso die "Oberstadt" mit dem wunderbaren San Telmo, Circo de Marte und Zeitgenössisches Museum, ohne jeglichen Besucher, weil kein lockender Weg dort hin führt. - Da gab es diese wunderbare Idee, neben dem Gebäude der Post einen Aufzug hinauf zu bauen, seit Jahren spricht man davon, aber man spricht immer nur.

Eine Verlängerung der Fußgängerzone sollte es sein, so pries man vor Jahren die "Marina La Palma" an, und meinte damit nicht den Jachthafen an sich, sondern das moderne Gebäude, welches Läden und Restaurationen beherbergt. - Abends traf man sich dort, zum "Chillen" und anfänglich funktionierte das auch, dann allerdings verhängte man ein Zufahrverbot, mit dem Auto muss man erst aus der Stadt raus fahren um dann vom südlichen Hafeneingang dorthin zu gelangen und wer zu Fuß dort hin will, der muss ein Zaungewirr hinter sich bringen, welches irgendwie so gar nicht einladend wirkt. - Jetzt verlassen die Mieter genervt dieses Gebäude und der Jachthafen an sich ist auch nicht beliebt, der Schwall zerrt an den Booten und manchmal muss man akrobatisch springen, um vom Boot ans Land und umgekehrt zu gelangen. - Hafenangelegenheit, heißt es, dafür kann die Stadt nichts, allerdings stellt sich dann die Frage, für was kann die Stadt denn überhaupt, wenn man sich gegenüber solchen Institutionen nicht einbringen kann?

Und der Stadtstrand, will ich darüber eigentlich noch mal sprechen? - Muss man ja, auch wenn der wieder mindestens noch ein Jahr in die Zukunft verschoben wird, weil wieder mal, Gott sei Dank, andere gepfuscht haben. - Aber was tun wir dafür, haben wir das Wort Stadtstrand überhaupt begriffen? - Denn noch sieht das so aus, da ist auf der einen Seite ein Strand, dann eine der meistbefahrenen Straßen der Insel und dann kommt die Stadt. - Dabei bräuchte man die Straße gar nicht, die dient lediglich als Durchfahrt in den Norden der Insel, trotz vorhandener Umgehungsstraße, oder dazu, einen Parkplatz zu finden, am besten genau vor dem Laden, in dem ich was kaufen will. - Ein Kompromiss, bis zu Avenida del Puente bleibt die Straße auch für den rollenden Verkehr offen, das stück zwischen der Avenida und dem Schiff wird das aber zur Promenade, und damit könnte man dann touristisch und gastronomisch punkten, denn dann schlendert es sich plötzlich nicht nur in dem kleinen Bereich Innenstadt, sondern auch an der Küste.

Hauptstadtbashing, der Siebold hat wieder mal die Hauptstadt auf dem Kieker? - Wenn das mal so einfach abzutun wäre. - Seit fast 40 Jahren nun beobachte ich die Entwicklung dieser Insel und auch der Hauptstadt und habe auch die enorm großen Verbesserungen mitbekommen, welche sich in diesem Zeitraum auf der Insel ergeben haben. - Große Gratulation, nirgendwo anders möchte ich sein, aber an sich selbst stellt man eben die größten Bedingungen und es ginge halt noch sehr viel mehr, mit mehr Mut, mehr Selbstbewusstsein und wenn man weniger auf andere Regionen blicken würde, nicht immer nur kopieren, sondern selber machen. - Die Ideen stammen ja auch nicht nur von mir, die haben auch andere bereits geäußert und wenn man was zu kritisieren hat, dann einfach nur, wie wenig wir aus unserem, fast unanständig vielfachen Potential gemacht haben.




Oh wie schön ist Palmama! - Im Innenhof des Inselmuseums, der Organgengarten. - Gepflanzt von: Beatrix von Holland, Margarita von Dänemark, Richard von Weizsäcker, Carl Gustav von Schweden, P.J.Hillarx, Irischer Präsident und dem Graf von Gloucester, erinnert mich an Joster...
Sie glauben mir nicht: Bitte schön!





Samstag 11.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 86 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A quien tiene cama y duerme en el suelo, no hay que tenerlo duelo

Wer ein Bett hat und auf dem Boden schläft, mit dem muss man nicht fühlen. - Auf der einen Seite geht es hier um das Jammern auf hohem Niveau und darüber hinaus klagt der Spruch auch noch an, dass Viele weit unter ihren Möglichkeiten ihr Leben anspruchslos abstottern.





Bild von Richard Wurdel





Freitag 10.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 67 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 19,3 Grad

Kurz angetippt
Wein, Käse, Fiesta, Wahlen, Würg…

Ein bisschen erinnert das an diese alten Generäle aus Russland, die vor lauter Orden, oft sicher auch vom Wodka, weit nach vorne übergebeugt gerade noch stehen konnten. - Ähnlich stelle ich mir einige Weine der S.A.T. Bodegas Noroeste de La Palma vor, in dem Fall sicher nicht wegen des Wodkas, sondern weil die bereits auch in diesem Jahr wieder so viele Preise erhalten haben, dass man das Etikett eigentlich nicht mehr lesen kann. - Wir sprechen über die Weine, welche aus dem hohen Norden der Insel stammen und unter dem Namen Vega Norte verkauft werden, und hier sammeln der 2015er Rosado und der 2015er Albillio Criollo weiterhin Preise, auf allen Weinmessen, auf denen man auftritt. - Und das nicht nur im nationalen Rahmen, sondern eben auch international und jetzt auch wieder auf der Portugal Wine Trophy, ausgetrunken in Anadia, im Weinanabaugebiet Bairrada, an der nördlichen Westküste Portugals. - Die Frage, ob denn die anderen palmerischen Bodegas sich überhaupt nicht bewerben auf den zahlreichen internationalen Wettbewerben, die habe ich bereits oft genug gestellt, denn die Weine, und hier eben vor allem die Weißen und auch die Roses der Insel sind hervorragend, und nicht nur die aus der Kelterei, welche den Vega Norte herstellt.

Aber auch unser Käse kann sich nicht nur sehen, sondern auch essen lassen und auch hier stecken unsere Ziegenkäse jedes Jahr wieder viele Preise ein. - Bislang allerdings sind unsere Käse noch nicht international bekannt, aber in Madrid, Barcelona und Bilbao gibt es wohl Gastronomen, welche unsere Käse als herausragende Delikatesse verkaufen. - Nun gibt es wieder einen Preisträger hier auf der Insel, dessen Käse wieder mal zum besten Käse der Kanarischen Inseln gewählt wurde und diesen Käse gibt es in Puntagorda. - Das "Instituto Canario de Calidad Agroalimentaria" also das kanarische Institut für die Qualität landwirtschaftlicher Lebensmittel ist Teil des Landwirtschaftsrates der Autonomen Region der Kanarischen Inseln und hält jedes Jahr eine solche Leistungsschau ab. - Fast immer sind die palmerischen Käse da ganz weit vorne, oft gerade die ganz frischen Ziegenkäse, die beim Reinbeißen noch quietschen und denen dabei noch Lake aus dem Laib rinnt. - Dieses Jahr allerdings wurde ein halbgereifter Käse als allerbester ausgewählt und zwar der geräucherte "Vicotrino". - Aus der gleichen Käserei gewann auch noch der geräucherter frische Ziegenkäse die Silbermedaille, Puntagorda riecht also nicht nur auffällig nach frischen Mandeln, sondern bereitet wohl auch noch besten Boden für handwerklich gefertigte Superkäse. - Man kann diese übrigens auf dem Mercadillo in Puntagorda kaufen, Samstagnachmittag und Sonntagvormittag und ich könnte mir vorstellen, dass die gerade dieses Wochenende erhöhten Umsatz schreiben.

Vielleicht kann man den Käseeinkauf in Puntagorda noch mit einem weiteren Ausflug in den Norden nach Garafía krönen, denn dort finden, wie jedes Jahr im Frühsommer, die Feierlichkeiten zu Ehren des San Antonio de Padua statt. - Wir sagen hier San Antonio del Monte und damit ist ein viertägiges Fest angesagt, welches als Höhepunkte am Samstag den Viehmarkt hat und das Segnen der Tiere und dann am Montag die Prozession. - Die Tierschau selbst, die fängt bereits früh am Samstag an, und ab Vormittag bereits wird auch nach Live-Musik gestanzt, so wie überhaupt dieses Fest den allermeisten Besuchern in ein nicht enden wollendes Vergnügen erinnert. - Das geht den ganzen Samstag und Sonntag so weiter und ganz viele Leute campen dort oben in den Bergen Garafias und bleiben so ein paar Tage lang der hektischen Zivilisationen rund um Santa Cruz und dem Aridanetal fern. - Man kann dort zelten, die Anlagen dazu hat man gerade deutlich verbessert, es ist aber auch durchaus üblich, mehrere Tage in einem Auto zu campen. Vier Leute teilen sich einen Opel Corsa, na gut, was macht man nicht alles, wenn man jung und feierwütig ist. - Am Montag dann findet noch die Prozession statt, Montag ist der eigentliche Feiertag des San Antonio, und spätestens gegen Abend fahren dann viele Opel Corsa, oft mit beschlagenen Scheiben und müden Gesichtern aus Garafía wieder in Niederungen des Alltags. - Das gesamte Programm mit den vielen Angeboten und Musikdarbietungen können Sie sich HIER laden.

Am 26. Juni wird erneut gewählt, Senat und Kongress in Madrid und keiner hat wirklich Lust dazu. - Im Dezember hat man es ja schon mal versucht, mit dem Ausgang, dass vier etwa gleichstarke Gruppen die Dinge unter sich ausmachen sollten, so mit Demokratie und anderen Erleuchtungen, aber die konnten, oder wollten alle nicht miteinander. - Jeder hat da seine eigenen Schuldzuweisungen oder Erklärungen, warum unsere Parteispitzen nicht in der Lage waren, aus demokratisch abgehaltenen Wahlen eine Regierung zu bilden. Tatsache ist einfach nur, dass man nun das Volk wohl so lange wählen lässt, bis endlich was dabei herauskommt, mit dem die Alphas der Parteienlandschaft auch was anzufangen wissen. - Der Wahlkampf hat begonnen, die erste Plakate sind geklebt und man hat uns seitens der Parteien versprochen, man wird nicht wieder die ganzen Dörfer mit den Gesichtern der Wählbaren zukleistern, sondern man wolle sich auf die offiziellen Plakatierungsmöglichkeiten beschränken. - Da wären wir alle recht dankbar, niemand der politischen Front hat sich nach den letzten Wahlen so richtig verdient ums Volk und die Demokratie gemacht, also sind die Leute ziemlich angefressen und wenig erpicht darauf, der Politik viel vom Alltag und noch weniger von der Freizeit zu opfern. - Die meisten Köpfe sind eh die gleichen geblieben, die sich auch im Dezember bereits zur Wahl gestellt haben, warum man das also Neuwahlen nennt und nicht Aufwärmen, die Frage stelle ich in den Raum, bin aber auch gar nicht böse, wenn die unbeantwortet bleibt. - Auf die Umfragen kann man hier im Land nicht viel geben, die sind fast gänzlich von Interessenlagen bestimmt und in Auftrag gegeben worden, viel Veränderung zu dem Ergebnis aus dem Dezember 2015 wird es wohl nicht geben.



Freitag 10.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag vom Kulturbeauftragten

La Palma Festival de Música (VI)

Ganz große Klasse, das erste von drei Sinfoniekonzerten war ein voller Erfolg, in vieler Hinsicht.

Zum ersten hätte ich nicht mit einem so großen Andrang gerechnet, nur wenige Plätze blieben frei im Circo de Marte, obwohl der Dienstag traditionell eher nicht ein Tag zum Ausgehen ist. Danke schön, liebe Festivalbesucher, die Musiker haben das verdient! Die Organisatoren auch :-). Weiter so.

Zum zweiten war die Qualität des Dargebotenen derart gut, dass bei mir buchstäblich kein Auge trocken blieb. Ja, wer mich per Musik zum Weinen bringt ist großartig! So einfach ist das. Orchester: Spitze. Lucas Macías (Oboe) und Rebekka Hartmann (Violine): Beide Weltklasse. Erneut hat der Saal getobt, zwei Zugaben mussten es sein, bis alle wieder einigermaßen beruhigt waren.

Und nun kommt der erste Instrumental-Star. Was soll ich über Ivo Pogorelich noch viel berichten? Der hat selbst im Laufe seiner Karriere genug Aufsehen erregt. Seit dem Tod seiner Frau ist er wohl ruhig geworden, nachdenklich. Den größten Teil seiner Gagen steckt er in humanitäre Projekte auf dem Balkan, hilft damit Kriegsopfern. Beethoven, Debussy, Schumann und Brahms wird er spielen. Und der neue, große Yamaha-Flügel wird endlich solistisch eingeweiht.

Am Samstag kommen bei der großen Arien-Gala noch mal unsere Sänger dran. Ekaterina Sadovnikova (Sopran), Maurizio Lo Piccolo (Bass-Bariton) und Ernesto Morillo (Bass!!!) durften wir schon im Don Giovanni bewundern. Mit Blanca Valido (Sopran) präsentieren wir erneut ein kanarisches Gewächs. Ist schon erfreulich, wie viele gute Stimmen von den Inseln großen Erfolg haben in letzter Zeit. Roberto Saccà musste heute leider überstürzt abreisen, gesundheitliche Probleme. Was das für die Veranstalter bedeutet kann kaum jemand in ganzem Umfang ermessen. Der Fall ist schon für ein Festival auf dem Kontinent nur schwer zu meistern, für eine Inselveranstaltung ist das eigentlich der Super-GAU. Tja, nicht wenn man einen Jorge hat. Unser Ersatztenor (das Wort "Ersatz" mag gar nicht rein in die Tastatur) heißt Massimiliano Pisapia, ist mitteleuropäischen Opernfreunden u.a. aus Frankfurt, Zürich, Berlin, München und Hamburg bekannt, er begeisterte auch schon in der Arena in Verona. Er wird uns nicht nur das berühmte "Nessun Dorma" singen.

Mit musikalischen Grüßen

Ihr
Ödi Jonitz, MdS




Ivo Pogorelich





Donnerstag 09.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 24,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,2 Grad

15 Jahre Marine Schutzzone vor La Palma
Lobgesang von allen Seiten

Dabei gab es richtig harte Zeiten für diesen Schutzraum, der von Charco Verde bis zu den Zamora- Stränden, fast schon am südlichen Ende der Insel reicht. - Zunächst waren die Fischer dagegen und fühlten sich gegängelt, und auch die Inselregierung seinerzeit verbrüderte sich mit den lokalen Seeleuten und man stichelte gegen diese Einrichtung, welche von Madrid aus gesteuert wurde und wird. - Das hat sich gelegt, im Gegenteil, heute sind die Fischer diejenigen, welche am allermeisten von dieser Schutzzone profitieren und die Inselregierung ist froh, solch eine Einrichtung zu haben, welche gutes Image verbreitet und als Vorzeigeprojekt für ähnliche Schutzräume dient. - Knapp wurde es um die Marine Schutzzone erneut in den heftigen Jahren der Krise, als man den Haushalt in Madrid für den Unterhalt dieser Zonen landesweit stark herunter fuhr. - Man spekulierte sogar über das Ende der insgesamt 10 solcher Schutzzonen spanienweit, aber inzwischen hat man sich besonnen und auch wieder Gelder zur Verfügung gestellt, welche zwar nicht mehr so reichlich sind wie noch vor der Krise, aber das Personal für die Überwachung der Schutzzone ist weiter garantiert.

Die Schutzzone vor der Westküste La Palmas besteht aus zwei Zonen, der Inneren und der Äußeren und in der höchsten Schutzzone (Zona Integral genannt) ist so ziemlich jeglicher Zugang und auch die Durchfahrt verboten. - Dort sollen Meeresflora- und Fauna völlig ungestört sich regenerieren können und in der äußeren Schutzzone ist Wassersport und Tauchen unter bestimmten Umständen zugelassen. - Auch die Fischerei, allerdings nicht mit Netzen und Reusen, und auch nur unter ständiger Bewachung und Kontrolle durch das Team um die Meeresbiologin Tamia Brito, welche von Anfang an dabei war. - Die Kontrolle und Bewachung findet nicht nur vom Meer aus, denn auch das Angeln vom Ufer aus ist limitiert und in der inneren Schutzzone auch nicht zugelassen. - Allerdings sind die Ufer im höchsten Sperrbereich auch kaum zugänglich, man hat eher mit Anwohnern oder Hobbyanglern zu tun, welche mehrere Ruten gleichzeitig einsetzen oder überhaupt keine Papiere haben dieser Tätigkeit nachzugehen.

Immer wieder muss man anführen, dass es sich eigentlich um eine Fischereischutzzone handelt und nicht um eine Zone, welche gegen die Fischerei arbeitet. - Das betont auch immer wieder das Landwirtschaftsministerium, welches zugleich auch für den Fischfang dasteht und eben auch die Kosten dieser Schutzeinrichtung aufbringt. - Dabei ist die Idee aus der Notlage heraus geboren, denn die Fischer machten die Küsten und Umgebungen praktisch fischfrei und gefährdeten damit nicht nur das marine Leben allgemein, sondern eben auch die eigene Zukunft. - So entstanden diese "Reservas Marinas" eben aus dem Grund, die Fischer vor sich selbst zu schützen, allerdings steht dabei die Fischerei und nicht der Schutz der Arten im Vordergrund. - Das muss man beachten, in der Schutzzone sollen sich die Bestände der Brotfische erholen können, besonders eben Jungfische ohne Gefahren aufwachsen können, um dann später von den Fischern gefangen zu werden. - Es ist also eine Einrichtung frei von Einhörnern und Elfengesäusel, aber darüber hinaus lernt und erfährt man auch eine ganze Menge über das Leben vor der Küste und kann dieses Wissen für alle Seiten positiv anwenden.

So wachsen die Fänge der einheimischen Fischer seit Jahren wieder kontinuierlich an, und auch die Größe der Fische hat zugenommen. - Das erfreut einen Sektor, der sich selbst vor 15 Jahren bereits als sterbend bezeichnete, die Fischerei vor der Westküste sieht wieder eine Zukunft und nun kann man nur hoffen, dass sich daraus nicht wieder eine Überfischung ergibt. - In der inneren Schutzzone hat sich der Meeresgrund und auch die Population an Fischen in den letzten 15 Jahren derart erfreulich erholt, dass die Chefin der Schutzzone Tamia Brito von spektakulären Erfolgen spricht. - So gäbe es in der "Zona Integral" überhaupt keine Stellen mehr, an denen der Meeresboden verödet sei und die Aussichten für diese Schutzzone sind hervorragend und machen Hoffnung, dass man anderswo auch noch solche Zonen schaffen könnte. - Im Süden, im alten Leuchtturm, da gibt es ein Interpretationszentrum über die Arbeit der Schutzzone und nach dem Auftanken mit so viel Wissen geht es dann ein paar Meter weiter ins Restaurant der nahen Saline, und kann dort in bemerkenswerter Umgebung so ziemlich die besten Fischgerichte der Insel zu sich nehmen. - Ein Ausflug an die Südspitze der Insel lohnt sich immer, also los!




Auf dem Boot der Reserva Marina bringt man einen Tauchroboter zum Einsatz




Karte aus der Seite des Landwirtschaftsministeriums





Donnerstag 09.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1020 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A quien pide, se le despide

Wer fordert, der verabschiedet sich. - Hinweis für Schnorrer, doch nicht nur zu fordern, sondern vielleicht auch mal zu geben, weil niemand gerne Schnorrer unter sich hat. - Pedir heißt wohl auch bitten, meist aber fordern, bestellen oder verlagen.





Bild von Wolfgang Hempel





Mittwoch 08.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 25,7 Grad - niedrigste Temperatur 18,1 Grad

Die letzte PAU
Für uns bereits Nostalgie

Heute beginnt für alle Abiturienten die wohl wichtigste Arbeit ihrer Schulzeit, drei Tage lang schreiben die Schüler der nun abgeschlossenen zwölften Klasse die Arbeiten der PAU. - Prueba de Acceso a la Universidad heißt das abgekürzt und hier wird, zusammen mit den Noten der beiden letzten Schuljahre dann die Note ermittelt, welche dafür zuständig ist zu bewerten, was und wo man denn studieren kann. - Pflicht ist die PAU nicht, wer weggeht aus Spanien, der kann sich das sparen, aber wer in Spanien selbst studieren will, der sollte in diesen drei Tagen seine "Nota de Corte" deutlich erhöhen. - Ich erinnere mich noch sehr gut an diese Tage, davor lernen die Schüler traditionell mehr in den Bibliotheken als zu Hause, zumindest glaubt das der überwiegende Teil der elterlichen Bevölkerung, aber bei unseren beiden Mädels ist das dennoch gut gegangen, wie wir heute wissen. - Es sind pro Jahr etwa drei- bis vierhundert palmerische Schüler, welche diese PAU, früher Selectividad genannt machen, und alle müssen dazu in die Schule IES Las Nieves fahren, gleich hinter der Hauptstadt in Richtung Puntallana.

Zwischen Hochgenuss und purer Angst, wer weiß denn schon ob es noch klappt mit der Note und mit dem dann gewünschten Studienfach, und ob man denn wirklich vorbereitet und fit ist für diese Tage. - Oft verabreden sich Eltern, die Kinder aus dem Aridanetal dann morgens in die Schule auf die andere Seite zu fahren, nachmittags wollen die meist dann aber gar nicht abgeholt werden, sondern ziehen dann noch gerne durch die Hauptstadt, besonders eben am Freitag, wenn die PAU dann zu Ende geht. - Durchfallen kann man theoretisch auch, allerdings bestehen zwischen 90 und 96%, das ist je nach Insel unterschiedlich diese Prüfung, aber es geht eben darum, die Durchschnittsnote noch so weit zu erhöhen, dass man eine möglichst hohe Note bekommt. - Das Maximum wäre eine 14, aber das ist ganz selten, meist geht es darum eine 11 oder eine 12 zu bekommen, damit kann man dann auch schon auf die beliebtesten Universitäten gehen. - Der Schlüssel, wie die Noten letztendlich errechnet werden, den habe ich nie wirklich verstanden, und meine Kinder waren so genervt von meinen Fragen, dass ich es irgendwann aufgegeben habe weiter nachzufragen. - Die Prüfung selbst wird von der zuständigen Universität gemacht, hier die ULL, die Universität La Laguna auf Tenerife, aber es ist nur ein kleiner bürokratischer Akt, wenn man auf eine andere spanische Uni wechseln will. - Die begleitenden Lehrer sind ausgesuchte Pädagogen der weiterführenden Schulen der Insel und an den Tagen ganz wichtig in der Betreuung der Abiturienten, denn Nervosität und Angst gehören in diesen Tagen zum Allgemeinzustand der Schüler.

Es wird aber aller Voraussicht nach die letzte PAU sein, welche auf kanarischen Schulen abgehalten wird, das neue Bildungsgesetz, das umstrittene "Ley Lomce" (Ley Orgánica para la Mejora de la Calidad Educativa) sieht das Abschaffen der PAU vor. - Seit vielen Jahren arbeitet man daran und will eigentlich, so wie das Gesetz heißt, viel Ausbildungsqualität verbessern. - Zunächst hieß es, also vor Jahren schon, was auch noch zumindest für unsere jüngere Tochter drohte, man wolle Eignungstests bereits während der letzten beiden Schuljahr durchführen und damit die PAU ersetzen. - Davon ging man dann allerdings wieder ab, weil man das ja stufenweise einführen müsste, aber die eigentliche, nennen wir sie mal Abiturarbeit, solle dann spanienweit einheitlich sein, müsse daher auch überall im Land am gleichen Tage abgehalten werden. - Das zerschlug sich dann in regionalen Befindlichkeiten, die Katalanen, die Basken, die Gallegos und auch die Kanaren waren damit nicht einverstanden, jeweils aus unterschiedlichen Gründen, so dass auch dieser Vorschlag wieder hinfällig wurde.

Inzwischen tendiert man anstatt einer "Probe" zu einem "Test" und siehe da, es sollen wieder die regional zuständigen Universitäten diesen Test abhalten und dabei freie Hand erhalten. - Also einmal quer durch den Garten ein Gesetz geändert und hinten kommt raus, dass anstatt einer PAU dann ein TAU abgehalten wird, aber keiner weiß so wirklich genau, wie das alles ablaufen soll. - So sind die meisten Schüler und abhängige Eltern, deren Kinder noch die übliche PAU ab heute schreiben können sehr froh, dass man weiß, worauf man sich einlässt aber eben nur noch in diesem Jahr. - Es ist ein, in allen Föderationen alt bekanntes Spiel, man lässt sich eine landesweite Verbesserung einfallen, und wenn dann erst mal die Länder, oder hier in Spanien die Autonomien darüber hergefallen sind, dann ändert sich meist nur der Name des Umstandes, und jeder bäckt weiter seine regionalen, hier oft national genannten Endemiebrötchen. - Ob es besser wird, ich weiß es nicht, nicht mal, ob es wirklich anders wird, eben nur ein Test anstatt einer Prüfung. - Für uns schon Nostalgie, die Ältere wird diesen Spätsommer sogar ja schon fertig mit ihrem Studium, aber die familiäre Aufregung um diesen letzten großen schulischen Test, die werden wir auch nie vergessen.




Die Schule auf der Insel, in welcher traditionell die PAU abgehalten wird





Mittwoch 08.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1019 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A quien no teme, nada le espanta

Wer nicht fürchtet, den erschreckt nichts. - Da schlägt die Logik mal wieder voll bis zum Bodenblech durch, Sprüche die die Welt nicht braucht, aber trotzdem da sind.





Bild von Richard Wurdel





Dienstag 07.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 24,5 Grad - niedrigste Temperatur 17,4 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Wetter und Presseberichte

Wir sagten es doch nicht das erste Mal, der Sommer auf La Palma beginnt am 40. Mai. - Also in ein paar Tagen und wirklich, die Großwetterlage ändert sich gerade. - Am allerbesten finden das natürlich die Leute in Mitteleuropa, tägliche Angst vor Wolkenbrüchen und Überschwemmungen werden dann geringer, auch wenn sie nicht ganz vorbei sind. - Das Wetter auf dem Nordatlantik sortiert sich wieder, Azorenhoch wo es hingehört, bald auch Islandtief wieder und dann geht es auch bei uns mit den Temperaturen der Jahreszeit angebracht nach oben. - Wir hatten kein schlechtes Wetter die vergangenen Tage, als wir der südliche Appendix eines nicht wirklich robusten Tiefs waren, welches sich nun weiter nach Osten bewegt und damit endlich wieder so etwas wie einem nordatlantischen Hoch Platz macht. - Es kommt bei uns eben, und das auch in den kommenden Tagen darauf an, wie viele Sonnenstunden wir abbekommen und das hängt zu allererst von den Windgeschwindigkeiten in den mittleren Höhen ab. - Gar kein Wind bedeutet, dass wir spätestens ab Mittag selbst gebackene Bewölkung bekommen, welche dann aber nicht nach oben entkommen kann. - Die alte Regel im Tal, kein Wind, keine Sonne, die gilt fast immer und das ist im Sommer total angenehm, weil es eben nicht zu heiß wird, im Frühjahr aber manchmal ein bisschen launisch.

Stephen Hawking kommt wohl wieder nach La Palma, und das schon am kommenden Samstag. - Genau wie im Jahr 2014, als er auch auf dem Weg nach Tenerife war, um dort an dem "Starmus-Festival" teilzunehmen. - Dieses Jahr lautet das Motto des Festivals sogar "Más allá del horizonte-Tributo a Stephen Hawking", widmet dem Physiker also dieses Festival-Konferenz, welche vom rührigen Garik Israelien ins Leben gerufen wurde und inzwischen jährlich auf Tenerife, und auch ein bisschen auf La Palma stattfindet. - Da sind wir hier neidisch, denn eigentlich haben wir auf La Palma die größeren und bekannteren Observatorien, aber Tenerife bietet halt dann doch noch mehr Unterhaltungs- und Unterbringungsmöglichkeiten für ein Festival. - Wir bekommen davon immer nur eine Diskussionsrunde im Grantecán ab, gute anderthalb Stunden und unsere Tourismusrätin ist bescheiden genug, das als große Ehre für La Palma zu betiteln, aber so ganz tief drinnen wollen wir eigentlich viel mehr Trommeln in Sachen astrophysikalischer Bruderzwist zwischen Tenerife und La Palma. - So zerrt man hier eben auch an der Figur Stephen Hawking und möchte gerne für den ein offizielles Programm aufbauen, wenn er, wie Maikel Chacón meldet, am Samstag auf La Palma an Bord der "Britannia" auftauchen sollte. - Allerdings muss man immer Rücksicht nehmen auf die gesundheitlichen Bedingungen und es nicht klug, da zu großes Programm zu planen, das war vielleicht auch der Grund, warum Stephen Hawking vor zwei Jahren ohne Anmeldung und ohne Protokoll, nur mit seinen engsten Begleitern, durch Santa Cruz gezogen war.

Gleiche Nachrichtenquelle besagt auch, dass die zuständige Hafenbehörde auf Tenerife in Puerto de Tazacorte nun die innere Hafenmole für unbefugte Fahrzeuge sperren lassen will. - Das, nachdem am Sonntag dort ein Auto mit 4 Personen an Bord im Wasser gelandet ist und man nur drei der Insassen retten konnte. - Über den Unfallhergang ist nichts weiter bekannt geworden, auch weil die Polizei bei solchen Fällen gerne Schweigen verordnet, aber die Hafenbehörde will die Ergebnisse der Untersuchungen gar nicht erst abwarten und, den Teil der Mole nur noch für Hafenbedienstete öffnen. - Zu Fuß kann man sich dann weiterhin dort aufhalten, man wird lediglich die gut einhundert Meter sperren, welche eben an der inneren Mole auch noch Parkplätze geboten haben. - An der neuen Mole ist sowieso alles noch zu für Fahrzeuge, denn dort passiert ja auch weiter nichts, als dass Spaziergänger die neue Hafenmole für ihren Sport nutzen. - Es muss immer erst was geschehen, so die Einen, die Anderen beklagen sich, dass man nun den Teil der Mole für den privaten Verkehr sperren will, und das noch bevor irgendwer überhaupt belastbar weiß, wie es denn zu dem Unglück gekommen sein mag.




In Puerto de Tazacorte





Dienstag 07.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 74 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A quien no te ha de ayudar, no le vayas a llorar

Den, der dir nicht geholfen hat, den sollst du auch nicht beweinen. - OK, Christentum nach dem Neuen Testament hört sich anders an, aber im ganz normalen Leben haben eben Leute, die nie was für dich getan haben, auch meist keine Gegenleistung zu erhoffen.





Bild von Wolfgang Hempel





Montag 06.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 22,0 Grad - niedrigste Temperatur 17,6 Grad

Es war das Mähnenschaf und nicht das Mufflon
Zurückschicken statt erschießen?

Die Lage ist verzwickt bis paradox, darf man denn geschützte Lebewesen ausrotten, um bedrohte Pflanzen zu retten? - Ich habe es geahnt, wir müssen wieder weit ausholen, mindestens zurück bis in die siebziger Jahre. - Damals, also als alles anders war, und nur manches besser, da dachten sich ein paar trumpe Köpfe, (ja, leitet sich von Donald dem trumpen ab) es wäre doch toll, wenn wir hier auf La Palma auch so was wie Großwildjagd haben könnten. - Elefanten oder Giraffen waren irgendwie nicht passend, aber das Mähnenschaf, dessen Kollegen man bereits in seiner Heimat, dem Atlasgebirge mit Erfolg bejagte, es aber auch Usus wurde, Ammotragus lervia in anderen Regionen auszuwildern, um es dann später wieder bejagen zu können. - Man muss Jäger sein, um so etwas verstehen zu können, die anderen klappen jetzt die Kinnlade wieder hoch und so brachte man im Jahr 1972 einige Exemplare des Mähnenschafs, oder besser Mähnenspringers aus Andalusien nach La Palma. - Die dortige Population stammt übrigens zum Teil aus dem Zoo in Hannover, nur um die Debatte um Migrationshintergrund bei Stirnwaffenträgern noch anzufeuern. - Ja, ich habe Wiki gelesen, bevor ich wieder über das Arruí schreibe.

So nennt man das Tier hier und der Mähnenspringer oder das Mähnenschaf sind keine Mufflons, wie es auch immer wieder heißt, Ammotragus lervia und Ovis gmelini sind unterschiedliche Tiere, Ersteres stammt aus Nordafrika und das Mufflon wohl aus Kleinasien. - Aber die Tiere sind sich ähnlich und vielleicht stammt daher der Irrglaube, Arruí, Mähnenschaf und Mufflon wären eine Gattung. - Man hat also diese Tiere in den Siebzigern hier ausgesetzt, in den hohen Lagen des Nordens der Insel, aber die Jäger haben irgendwie alle daneben geschossen, denn diese Tierpopulation hat sich seit dem beträchtlich ausgebreitet und inzwischen gelten die Mähnenschafe, neben verwilderten Ziegen und Kaninchen, als die größte Bedrohung der heimischen Flora im Nationalpark und den angrenzenden Regionen. - Dabei hat man gerade die Endemiten wie die Bencomia exstipulata im Sinn, eine Pflanze, von der es vor zwei Jahrzehnten nur noch ein paar Exemplare gab. - Inzwischen hat man dieses, relativ unscheinbare Pflänzchen allerdings wieder in beachtlicher Zahl gezogen, allerdings nur in extra bewachten und eingezäunten Flächen, von denen man eben die Ziegen und Kaninchen aber eben auch das Arruí fern hält.

Ausrotten, erschießen, von der Insel jagen, so heißt es nun bereits seit Jahrzehnten wenn man seitens der Endemieschützer über das Mähnenschaf spricht, und das ist auch politischer Konsens, diese Tiere müssen weg. - Allerdings klappt das nicht so wirklich, obwohl man immer wieder Halali auf diese Tiere geschworen hat, entweder schießen die Jäger daneben, oder sie wollen die Tiere gar nicht ausrotten hier auf der Insel, frei nach dem garstig-pragmatischen Lemma, wenn man die Tiere hier ausrottet, dann kann man die in Zukunft nicht mehr bejagen. - Ich bin immer wieder platt von so viel kognitiver Weisheit, kein Baum kann nicht brennen gehört in die gleiche Kategorie oder das mit dem Frosch und dem Fahrrad. - Bald sind es nun an die fünfzig Jahre, seit dem der Mähnenspringer hier über seine Mähne springt und ich suche nun Antwort auf die Frage, wann denn bitte der Migrationshintergrund verblasst. - Um das noch ein bisschen bunter zu beschreiben, wann endlich gehören die Arruis auch bitte in die palmerische Fauna-Nationalmannschaft?

Davon wollen allerdings die Endemiewächter nichts wissen, wir leben zwar von Bananen und Touristen, beides keine Endemiten, aber wenn es ums Geld geht, lässt einen Stallgeruch nicht wirklich berauschend erscheinen. - Nun aber kommt ein interessantes Umdenken, denn das Mähnenschaf ist in seiner eigenen Heimat, also dem Atlasgebirge bereits so selten geworden, dass es nun von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources als gefährdet eingestuft wird. - Die können dort wohl besser schießen als unsere Jäger, könnte man abfällig behaupten, aber daraus entsteht ja nun die paradoxe Situation, dass man hier ein Tier ausrotten will, welches zu Hause bei sich inzwischen als gefährdet gilt. - Aber ich bin stolz auf uns, die Verantwortlichen rund ums endemische Glockenspiel schließen nun nicht mehr aus, diese Mähnenschafe auch wieder zurück in ihre Heimat zu bringen, anstatt sie hier auf der Insel auszurotten. - Der Mensch ist also doch in der Lage sich weiter zu entwickeln, aber wie das gehen soll, wo man doch das mit dem Ausrotten auch nicht hinbekommen hat, das wird noch nicht wirklich beleuchtet. - Vielleicht ein Beruf mit Zukunft, Mähnenspringerfänger, und dann ab nach Marokko.




Links von der Straße sehen wir das durch Wildzäune gesicherte Gelände mit endmischer Flora.- Rechts der Straße ist fast alles kahl gefressen.





Montag 06.06.2016 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag vom Kulturbeauftragten

La Palma Festival de Música (V)


Mit diversen Paukenschlägen hat das ersehnte Festival nun endlich begonnen, wurde wirklich Zeit. Die Vorbereitungen waren spannend und währten lange.

Am Freitag um 12 Uhr waren zuerst einmal die Jüngsten dran. Fernando Palacios, ein wahres Kultur-Chamäleon, aus Spaniens Feuilletons nicht wegzudenken, begeisterte über 200 Grund- und Hauptschüler der Insel mit seinem musikalischen Märchen "Las Islas Misteriosas". Das Festivalorchester unter der Leitung von Thomas J. Mandl unterstützte ihn dabei. Die Hebriden-Ouvertüre von Mendelssohn, die Ouvertüre zu Don Giovanni von Mozart sowie der Schlusssatz aus Beethovens VII. Sinfonie brachten unserem Nachwuchs den Zauber der klassischen Musik näher. Dies stellt eine Aufgabe von ungeheurer Wichtigkeit dar, der wir uns mit viel Freude und Optimismus widmen.

Bis auf wenige Plätze war das Teatro Municipal Circo de Marte dann am Abend ausverkauft, als Don Giovanni mit seinem Gefolge die Bühne betrat. Ein nicht unerheblicher Teil des Publikums war von auswärts angereist. Gut, die Besetzung versprach ja auch ein sehr, sehr hohes Niveau. Und dieses wurde präsentiert, nicht nur stimmlich. Die auf kleinem Raum, vor dem Orchester durchgeführte Inszenierung mit nur minimal eingesetzter Requisite war höchst eindrucksvoll. Das Fehlen von Bühnendekoration und Maske machte sich so gut wie nicht bemerkbar. Spontaner Applaus während der Aufführung sowie "standing ovations" am Schluss, "Bravo"-Rufe, das Publikum war total begeistert!

Gleich am nächsten Tag erwartete uns das renommierte Cuarteto Quiroga, zu diesem Anlass durch den Shootingstar unter den Pianisten Spaniens, Javier Perianes, zum Quintett erweitert. Im Vorfeld zu diesem Ereignis hörte ich manchmal die Meinung: "Na ja, einheimisches Streichquartett mit spanischem Pianisten, den keiner wirklich kennt, das wird dann eher so eine Art Lückenfüller". Gut, einverstanden. Wenn das also der Lückenfüller war und der Rest darauf aufbaut...das wird dann aber kaum mehr vorstellbar! Sowohl das Quartett als auch Javier Perianes, der übrigens den neuen großen CFX-Flügel von Yamaha (toll!) einweihen durfte, erfüllten allerhöchste Erwartungen, und die beim ausländischen Teil des Publikums eher unbekannteren Werke von Joaquín Turina und Enrique Granados lösten Begeisterungsstürme aus. Nach der Pause Schumann, als Zugabe Schostakowitsch, Bravo!!!

Womit wir bei einem Thema wären, welches mich schon seit Tagen beschäftigt.

Ja, auch meine Begeisterung ist groß, sehr groß sogar. Aber manchmal habe ich Bedenken, dass die werte Leserschaft nun so langsam zu dem Schluss kommt: "Der Ödi schon wieder, der selbsternannte Kulturbeauftragte, der muss das Festival von ACAPO ja loben, der macht da ja selber mit". Wie steht es um meine Glaubwürdigkeit? Um diese Zweifel eventuell etwas zerstreuen zu können würde ich mich über ein paar Rückmeldungen von Menschen freuen, die bei den Veranstaltungen waren. Schreiben sie mir (musicasa@web.de), muss ja nicht gleich ein ganzer Aufsatz werden, möglicherweise waren sie bei den Veranstaltungen ja genau so hingerissen wie ich, oder möchten gerne konstruktive Kritik äußern. Mit ihrem Einverständnis würde ich das dann auch hier veröffentlichen, selbstverständlich ohne Namensnennung, es sei denn, sie würde gewünscht. Herzlichen Dank im voraus.

Am Montag erwartet uns mal keine Musik, sondern Musikgeschichte. Marc Balcells, Direktor der "Isaac Newton Group of Telescopes" wird uns einen Vortrag über eine hochinteressante Figur des 18. Jahrhunderts halten. Diese machte unter dem Namen Wilhelm Herschel in Hannover zunächst als Musiker und Komponist von sich reden. Nach dem Umzug nach London und der entsprechenden Namensänderung in William mutierte Herschel dann zu einem der wichtigsten Astronomen seiner Zeit. Eines der Teleskope auf dem Roque de Los Muchachos trägt seinen Namen, womit der Bogen zu dem Vortrag geschlossen und der Bezug zu La Palma hergestellt wäre. Wo? Im Ausstellungsraum der Caja Canarias in Santa Cruz, Calle Real/O'Daly, der Eingang befindet sich auf der Rückseite, in der Calle Trasera. Wann? 20.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Mit der Sinfonie Nr. 17 von William Herschel beginnt am Dienstag um 20.30 Uhr dann das erste Sinfoniekonzert des Festivals. Wenig gespielt möchten wir diese Perle von Komposition vor der Vergessenheit bewahren. Lucas Macías Navarro, einer der aktuell weltbesten Oboisten, wird anschließend Mozarts Konzert für Oboe und Orchester vortragen. Nach der Pause freuen wir uns auf den zweiten Inselbesuch von Rebekka Hartmann. Sie und ihre Stradivari hatten im Herbst 2014 bereits einen ausgezeichneten Eindruck auf uns hinterlassen. Nun präsentiert sie uns eine der eindrucksvollsten Kompositionen für ihr Instrument überhaupt, das Konzert für Violine und Orchester von Felix Mendelssohn. Thomas J. Mandl dirigiert das ausgezeichnete Festivalorchester. Circo de Marte, 20.30 Uhr, Karten zu € 30 und 15, € 10 für Kinder und Jugendliche. Es wird Karten an der Abendkasse geben, ab 19 Uhr. Wir würden uns aber wirklich freuen, wenn der Saal so voll wie möglich wird. Nicht nur wir Organisatoren, vor allem auch die Künstler haben das verdient! Und nur so kann aus dem "La Palma Festival de Música" eine bleibende Einrichtung mit Ausstrahlung nach ganz Europa werden. Also: Runter vom Sofa, ab ins Theater! Sie werden begeistert sein, wie schon viele vor Ihnen!

Mit musikalischen Grüßen

Ihr

Ödi Jonitz, MdS
(Kulturbeauftragter)









Sonntag 05.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 23,0 Grad - niedrigste Temperatur 16,8 Grad

Wir sind jetzt offizielle Gutmenschen
Zwei syrische Waisenkinder auf La Palma angekommen

Drei Länder in Europa haben keine rechten Protestparteien, so zumindest sagt es uns das meistgelesene online-Nachrichtenmagazin in Europa und diese drei Länder sind Portugal, Irland und Spanien. - In der Tat, rechts von der PP wächst irgendwie gar nichts, wie das in Irland oder Portugal aussieht, das wage ich nicht zu besprechen, aber hier gibt es in der Tat nichts was nach Pegida, AFD oder Seehoferischem Bootvollpopulismus riecht. - Neulich gab mir ein Mitteleuropäer eine Antwort auf dieses iberisch-irische Phänomen: "Ihr habt ja auch keine Flüchtlinge" und schon sind wir mitten in einer Diskussion, die eigentlich gar nicht zu führen ist. - Was stimmt dabei ist, über die Balkanroute kommt so gut wie niemand nach Spanien oder Portugal, allerdings gab es vor vielen Jahren die Kanarenroute, in den Jahren 2004 bis 2007 kamen jährlich weit über 30.000 Flüchtlinge aus Westafrika auf die Kanaren, und dazu unzählige jeden Tag über die Meerenge von Gibraltar nach Südspanien. - Böse Zungen behaupten ja, es läge an der Krise, dass keine weiteren Flüchtlinge mehr nach Spanien kämen, hier gäbe es ja nichts mehr zu holen, also gehen die Flüchtlingsströme woanders hin.

Das stimmt natürlich so nicht, aus Syrien oder dem Irak ist es einfach ungeschickt über den Atlantik zu flüchten und ich wage auch keine Prognose, was hier geschehen würde, wenn weit über eine Million Flüchtlinge die Grenzen Spaniens überschritten hätten. - Auf der anderen Seite zeichnet sich ja auch das schräge Bild ab, dass genau Länder oder Regionen, in denen es wenig Flüchtlinge gibt, noch robuster nach Rechts tendieren, Pauschalisierungen oder Bauernschläue helfen uns da also auch nicht wirklich weiter. - Die Angst vor allem Fremden ist legal, allerdings nicht besonders zeitgemäß und noch weniger smart, und bei allen Erklärungen, was man denn eigentlich vor wem schützen will, zeichnet sich meist auch ein unendlich krudes Bild von angeblichen Werten oder Traditionen, welche durch dauernde Wiederholung meist noch mehr an Aussage verlieren. - Keine Frage, das Ziel sollte sein, dass irgendwann niemand mehr flüchten muss, fragt sich halt nur, was wir bis dahin machen und wie diese Aussage mitten in Homs ankommt.

Ich bin auch Flüchtling, Wirtschaftsflüchtling sogar, aller reinster Natur, manchmal schiebe ich die politische Verfolgung als Sozialist im Bayrischen Wald vor, aber das glaubt mir schon lange niemand mehr. - Danach kam noch mal eine Welle Tschernobyl-Flüchtlinge auf die Insel, zwischendrin allerdings waren die meisten auf der Flucht vor sich selbst, und inzwischen gibt es ein neues, äußerst interessantes Phänomen, es gibt jetzt Flüchtlings-Flüchtlinge! - Die wollen aus Deutschland weg, weil dort zu viele Flüchtlinge sind. - Es liegt mir fern, das zu bewerten, das steht mir überhaupt nicht zu, darüber hinaus ist es ja auch ethisch nicht vertretbar, wenn man Handlungen bei anderen kritisiert, die man selbst auch gemacht hat. - Als man die Angelegenheit mit den vielen Flüchtlingen aus den stillgelegten arabischen Diktaturen noch europäisch regeln wollte, da verpflichtete sich Spanien, auch 20.000 Flüchtlinge aufzunehmen. - Natürlich nur, wenn die anderen Länder das auch machen würden, also fühlt man sich jetzt auch nicht in der Pflicht. - La Palma bot weit über 100 Plätze an, ohne private Haushalte zu befragen, allerdings machte man sich zu keiner Zeit Gedanken darüber, ob man diese Leute denn auch langfristig integrieren wolle, es ging immer nur darum, momentane Zuflucht zu bieten.

Dabei könnte man sehr gut versuchen, in unseren, von Landflucht und Vergreisung bedrohten Regionen im Norden der Insel neue Ideen zu setzen. - Gebt den Leuten eine Scholle, eine Hacke, Saatgut und Wasser und dann schauen wir mal, ob da was draus wird. - Ich bekenne mich ohne Reue dem Gutmenschtum schuldig, ich bin Warmduscher, Ponyhofreiter, Weißweintrinker, Elfenbeinturmkommunist. - Aber ich habe auch eine Erklärung dafür, ich bin Vater, also muss ich an die Zukunft glauben, sonst würde ich ja meinen Kindern keine gönnen. - Aber ich bin in guter Gesellschaft, La Palma hat nun zwei Flüchtlinge abbekommen und die Geschichte ist so schön, dass einem bereits das Hosianna allein vom Lesen der Überschrift in die Leidkulturdrüse schießt: Zwei syrische Waisenkinder sind auf der Insel und werden vom inseleigenen Sozialdienst betreut. - Vielleicht stellt man die ja auch mal aus, eine Wanderausstellung durch alle Gemeinde könnte ich mir vorstellen, und wenn die Beiden dann auch noch auf spanisch sich bedanken könnten, wie gut wir doch alle zu ihnen sind, dann würde und das Kreuzschlagen beim wöchentlichen Kirchgang noch deutlich schwungvoller von der Schulter gehen. - Oder sollte das nur Wahlkampf sein, denn das Bild zur Presseerklärung zeigt die "Rote Patricia" Vizepräsidentin des Gobierno de Canarias und Spitzenkandidatin der PSC/PSOE der Kanaren und am 26. Juni wird ja bei uns der Senat und der Kongress neu gewählt. - Könnte es sein, dass man uns da zwei Kuckuckswahlkampfkinder untergeschoben hat? - Wie komme ich nur auf solch böse Gedanken, gerade als man uns zu Gutmenschen erklärt hat, weil wir doch zwei syrischen Waisenkindern aus der Patsche helfen.

Noch aus dem Polizeibericht: Heute am frühen Nachmittag fiel ein Auto mit 4 Insassen von der Hafenmole in Puerto de Tazacorte ins Wasser. - Eine komplette Familie saß im Auto, der Vater und zwei Kinder konnten sich unter der Hilfe von Passanten retten, die Frau allerdings ging mit dem Fahrzeug unter und konnte erst nach 20 Minuten von Tauchern an die Oberfläche geholt werden. - Sofort eingeleitete Reanimationsversuche der herbeigeeilten Rettungskräfte waren leider erfolglos. - Wie es zu diesem Unfall kam, darüber gibt es lediglich Spekulationen.




Sagrado Corazón 2016 in El Paso


















Sonntag 05.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1018 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A quien mucho tiene, más le viene

Wer bereits viel hat, zu dem kommt mehr. - Ob da jetzt Herr Blatter gemeint ist weiß ich nicht, aber den Spruch kennt man dann doch und wird eigentlich täglich in unserer bescheidenen Volkswirtschaft betätigt.





Bild von Richard Wurdel





Samstag 04.06.2016 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 21,0 Grad - niedrigste Temperatur 16,4 Grad

Die verfluchte Z-Achse
La Palma widersteht dem "Jobwunder"

Überhaupt, ohne Anführungszeichen darf man das gar nicht nutzen, denn nur ein paar bezahlten Dauerclaqueure auf den mit Zaubertinte geschriebenen Gehaltslisten der PP sprechen von einem "Jobwunder" in Spanien. - Gut, das Gegenteil wäre auch nicht richtig, denn seit dem Oktober 2013 sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Spanien kontinuierlich und man hat nun im Mai endlich die Marke der vier Millionen nach unten geknackt. - Immerhin, vom absoluten Höchststand mit 5.040.222 im Februar 2013 ist man jetzt im Mai 2016 auf 3.891.403 gesunken, das sind 1.148.819 weniger. - Das ist bemerkenswert und die Bewegung auch erfreulich und noch hält die Dynamik zumindest im Zahlenwerk an, jeden Monat zwischen 6 und 8 Prozent weniger Arbeitslose, gemessen am gleichen Monat des Vorjahres. - Ein Jobwunder ist es dennoch nicht, ein Wunder wäre ein gleichschnelles Verschwinden der Zahl der Arbeitslosen wie diese ab dem Jahr 2008 angestiegen ist, denn wir müssen weiter eben mit einer beachtlich hohen Zahl an Arbeitslosen auskommen, vergleichen wir das mit den Zahlen vor der "Krise" als man im Mai 2007 noch knapp unter der 2 Millionen Marke stand.

Ob diese Zahlen richtig sind, ich kann es nicht nachprüfen, allerdings bin ich nicht wirklich verschwörungsgläubig und die Statistik stammt von der offiziellen Regierungsseite, von der "SEPE", des Servivio Público de Empleo Estatal. - Warum man es nicht "SPEE" abkürzt, mein Gott, ich kann Fragen stellen, die wirklich keiner braucht. - Die nannten sich früher "INEM" (Instituto Nacional de Empleo) so wie die Arbeitsagentur auch früher Arbeitsamt hieß und wie man auch aus der Ecke von Profistatistikern hört, kommt es gar nicht so wirklich darauf an, ob die Zahlen denn grundsätzlich stimmen, sondern ob die Dynamik immer an den gleichen Grundsätzen gemessen wird. - Aber man merkt auch an ganz klaren Indikatoren, dass wieder mehr Bewegung und damit Geld unterwegs ist, nennen wir hier einfach mal die Passagierzahlen im Flug und Bahnverkehr oder die Zulassungszahlen bei PKW und LKW im Land. - Erster Jobmotor in Spanien, der Tourismus, seit 2013 stolpert das Land der stolzen Iberer von einem Rekord zum anderen und manchmal kann einem schon ein bisschen schwindelig werden dabei. - Woher das kommt ist auch klar, die Reiseveranstalter suchen dringend sichere Ziele auf der Halbstrecke, und hier bietet sich Spanien natürlich hervorragend als Alternative für krisengeplagte Länder an.

Auf den großen Kanareninseln brummt es gewaltig, Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote melden sogar zu bestimmten Zeiten ein "Komplett", die kleineren Inseln sind dabei nicht derart betroffen, wobei wir hier auf La Palma auch einen deutlichen Anstieg des Tourismus in den letzten zwei Jahren verzeichnen dürfen. - Allerdings sind es bei uns nicht so sehr die direkten Fluchttendenzen, Kanaren statt Ägypten oder Tunesien, für uns hat sich das Überangebot der Carrier in Sachen Flugzeugkapazitäten hervorragend gemacht, es gibt so viel mehr Verbindungen zwischen Deutschland und La Palma, dass die Preise und die Verfügbarkeiten uns einfach auch wieder zu alten Zahlen verholfen haben. - Wobei die Carrier in Sachen Preise zu Weihnachten zum Teil derart daneben liegen, dass die deren Preispolitik, oder sollten wir eher Poker sagen, vielleicht doch noch mal überdenken sollten.

Hier auf der Insel ist die Zahl der Arbeitslosen auch gesunken, vom Höchststand mit knapp 11.000 Arbeitslosen im Frühjahr 2013 auf nunmehr 9.597 gesunken, allerdings stagnieren wir nun fast ein Jahr rund um die 9.500 Arbeitslosen und gelangen so nicht auf den nationalen Schnitt. - Das hört sich noch weniger nach "Jobwunder" an als im Rest des Landes und hier muss man wohl anerkennen, dass der Tourismus hier bei uns auf der Insel nur im geringen Rahmen deutlichen Einfluss auf die Zahl der Arbeitslosen ausüben kann. - Alle Hotels haben mehr Leute eingestellt, aber wir haben halt nur ein paar dieser Einrichtungen, viele Betriebe, gerade im Ferienhausbereich werden auch rein familiär betreut, da bekommt man einfach nicht so viele Menschen in Arbeit, dass man das deutlich in der Statistik merken würde. - Ein bisschen überraschend kommen diese Zahlen aber dann doch daher, meint man doch auch bei uns ein Anziehen der Konjunktur bemerkt zu haben, zumindest tut sich doch einiges in Sachen Geschäfte und steigende Umsätze. - Aber vielleicht haben wir auch da längst schon unser knappes Pulver verschossen. - Die Y-Achse bleibt gleich, die X-Achse wird vorsichtig nach unten korrigiert, aber die Z-Achse, also das ganz normale Leben, trotzt den anderen Achsen hier auf der Insel mal wieder gewaltig. - Wer sich durch noch mehr Zahlen und Grafiken für den Monat Mai wälzen will, der kann das auf über 70 Seiten HIER machen.









Samstag 04.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Petra Herrmann

Neue Ausstellung in der Galerie Kunstraum La Palma in Tazacorte


Liebe Kunstfreunde, ich freue mich sehr, dass wir nach einer wunderbaren Reise durch Spanien wieder auf unserer Insel angekommen sind.
Im Juni zeigen wir Euch Arbeiten des Künstlers Guido Plitt aus Deutschland. Nach unsere Skulpturenausstellung von Manuel Pereda di Castro, deren Plastiken den ganzen Raum ausgefüllt haben, haben wir es jetzt mit feinen Bleistiftzeichnungen zu tun, bei denen ein genaues Hinschauen wichtig wird.
Wir freuen uns, Euch am Mittwoch, den 8. Juni um 19 Uhr in der Galerie bei Tapas und Wein zu begrüßen in der Galerie Kunstraum La Palma, Calle Pérez Galdós 2, gegenüber der Kirche in Tazacorte um 19 Uhr.

Bis dahin herzliche Grüße
Petra Herrmann









Freitag 03.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 21,1 Grad - niedrigste Temperatur 16,5 Grad

Feste und Fest lassen
Immerhin hat es das Heilige Herz in El Paso geschafft, Franco zu vertreiben

Zugegeben, ein bisschen spät, der Caudillo war eh nie hier, aber zumindest schriftlich, vor, ich glaube acht Jahren, als man die Calle General Franco in Calle Sagrado Corazón de Jesús umbenannt hat, pflanzte man doch noch ein Symbol. - Die Geschichte mit dem Heiligen Herz, die kennt man eigentlich überall, wo sich Katholiken in Gruppen tummeln, in Deutschland heißt es das Hochfest Heilgstes Herz Jesu, ist aber längst nicht so bekannt wie Ostern oder Fronleichnam, wird auch kaum noch gefeiert. - Bei uns in El Paso ist das anders. - Hier ist "Sagrado Corazón" nach den österlichen Prozessionen das populärste Fest, in dem die Kirche fester Bestandteil ist. - Die Bevölkerung nimmt sehr aktiv daran Teil, allerdings steckt auch als Grund für diese Begeisterung angewandter Bauernpragmatismus, und eben solche Bauern haben mal gesagt, Pragmatismus sei der letzte Versuch, ohne Notlüge auszukommen. - Wir sind alle Bauern hier und schon lange stellt keiner mehr Fragen, warum wir hier in El Paso Blütenteppiche zum Herz-Jesu-Fest aufstellen und warum wir den Tag erst am Sonntag feiern, wo doch eigentlich heute bereits der besondere Tag ist.

Vielleicht ist manchem bereits aufgefallen, dass man in vielen Gemeinden ganz bestimmte Feste außergewöhnlich groß feiert. - In Santa Cruz und den Breñas sind das die Kreuzfeste, in Mazo und San Andrés Fronleichnam, und bei uns in El Paso eben "Sagrado Corazón", welches man anderswo auf der Insel ausblendet. - Das haben wir uns einfach so hin gebastelt, früher, ganz früher, als wirklich alles anders war, und nur manches besser, da feierte man in El Paso auch Fronleichnam, hier "Corpus Christi" genannt. - Allerdings waren die Triumphbögen in Mazo immer bekannter, immer größer und immer mehr, außerdem viel näher an der Hauptstadt, also überlegte man sich in El Paso, wie man denn auch mit seinen Blütenteppichen so was modernes wie ein Alleinstellungsmerkmal basteln könnte. - Ganz einfach, Fronleichnam später, die einzigen Blütenteppiche dann auf der Insel, so kann der Fromme und auch der Neugierige ja gar nicht umhin, auch unsere Gemeinde zu besuchen. - Da kam uns das Herz-Jesu-Fest gerade Recht, noch vor dem großen Stadtfest in Los Llanos, auf dem man die dortige Patronin Virgen de Los Remedios feiert und so gibt es seit langer Zeit bereits Blütenteppiche in El Paso zu "Sagrado Corazón".

Und was für Arbeiten. - Nachbarschaften basteln diese Kunstwerke, auch nicht anders als in Mazo, vielleicht nicht so viele, aber auch hier in El Paso ist es gelungen, das Interesse an dieser lokalgesellschaftlichen Angelegenheit an jüngere Menschen weiter zu geben. - Ponyhofspoileralarm, meist nicht an die Jugendlichen im Schüleralter, aber aus gewissen Winkeln heraus ist knapp über 30 dann auch noch sehr jung, und in der Altersgruppe hat man wohl getroffen. - So kann auch unser Bürgersergio, unser omnipräsenter Bürgermeister froh verkünden, vier Nachbarschaften mehr, als noch im vergangenen Jahr würden dieses Jahr an den Blütenteppichen arbeiten. - Gut, Sergio ist noch auf der Schiene höher, schneller, mehr, denn es gilt eben alles besser zu machen als seine Vorgängerin Loly Padilla, welche sehr große Fußstapfen hinterlassen hat, zumindest auf emotioneller Basis. - Die richtig heiße Bauphase für die Triumphbögen und Blütenteppiche, die beginnt am Samstagnachmittag und dann wird die ganze Nacht über gestreut, geklebt, gezupft und gefrotzelt, und sicher auch mehr als ein Herzbier und Herzvinito dabei verzehrt. - Auch die Gemeindearbeiter helfen mit, Nachbarn reichen Kuchen und belegte Brote, und am Sonntag, sollte es nicht stürmen oder regnen, ist dann alles fertig für die große Prozession.

Die führt sogar hinaus bis nach "Fátima", also Richtung Tacande, bis dahin schmückt man die Straße, aber noch bevor man richtig aus der Kirche kommt, erhalten wir die 12 Versprechungen, die 12 promesas. - Da hat man sich in El Paso ein wirkliches Spektakel ausgedacht, per Luftkanone feuert man tausende von bunten Papierschnipseln über die Pilger, aus dem Dach des Gemeindehauses gegenüber der alten Kirche. - Auf diesen Schnipseln steht dann jeweils eines dieser Versprechen und nicht nur die Kinder versuchen so viele dieser Papierchen an sich zu nehmen, gerade so, als wären das Bonbons. - Dazu lässt man dann auch noch Tauben fliegen und wenn das Wetter gut ist, dann kann man auch allerbeste Schnappschüsse machen. - Dann zieht die fromme Schar hinaus bis nach "Fátima" und wenn man dann zurück in den Ort kommt, dann gibt es sämige Trinkschokolade und von den vielen Eiern ganz gelben Biskuitkuchen und fettgebackene Churros. - Ob nun solch salbungsvolle Versprechungen wie: Die lauen Seelen werden eifrig werden (8. Versprechen) oder der viele Kuchen sich am längsten in Erinnerung halten, ich weiß es nicht. - Auch weiß ich nicht, ob man denn als fleißiger Sammler dieser Papierschnipsel einen Ablass bekommt bei der nächsten Beichte, also viele Versprechen statt 25 Vaterunser beten. - Man kann aber diese Prozession, welche am Abend losgeht auch ganz ohne religiöse Gesinnung mitmachen, man verbrennt sich auch als Atheist nicht die Finger an Weihwasser oder den bunten Schnipseln und auch das Wetter sieht wunderbar aus für den Sonntag, "Sagrado Corazón" wartet auf uns.















Freitag 03.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser

Flohmarkt zugunsten von SOS La Palma am Sonntag in der Hauptstadt




Es ist schon wieder so weit. Am Sonntag sind wir von "SOS La Palma" mit unserem Stand wieder auf dem Flohmarkt. Im Angebot haben wir wie immer 1000 und ein Buch, ein Faxgerät (natürlich funktioniert es....) eine Kühlbox für unterwegs (natürlich mit Kühlelementen) es wird schließlich wieder Sommer und wunderschöne Kleidung für Spottgeld.

Wir freuen uns auf euren Besuch






Donnerstag 02.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 16,2 Grad

Da lauert Vernunft in Los Llanos
Blue Economy in roten Socken

So ganz fremd sind uns diese Ausdrücken ja auch nicht mehr, rote Socken muss man nicht erklären, und Blue Economy fordert einen ganzheitlichen Verlauf auch von Wirtschaftsmodellen und basiert auf Wiederverwendung und Weiterentwicklung von lokalen Ressourcen. - Blue ist also das neue Green, mir eigentlich egal diese Farbenlehre, allerdings steht das schon ziemlich konträr zu unserer bisherigen Handelsweise, welche auf dauerhaftem Wachstum basiert und neu als immer besser als bereits vorhanden deklariert. - Wollen wir das jetzt nicht zu theoretisch werden lassen, auch Blue kann man kaputtreden, sondern betrachten wir die Ideen, welche die beiden Stadträte der Izquierda Unida unterbreiten, welche es geschafft haben, in den erlauchten Stadtrat von Los Llanos einzuziehen. - Zwei Ratsposten von einundzwanzig, also nicht gerade eine mehrheitsverdächtige Streitmacht, aber Felipe Ramos und Mariela Rodríguez haben bereits mehr als einmal bewiesen, dass man auch als kleiner oppositioneller Stachel breite Meinungen vertreten kann. - Ein bisschen unglücklich sind die Beiden darüber, dass man auf Landesebene die Izquierda Unida mit Podemos zwangsverheiratet, und daraus "Unidos Podemos" geschaffen hat, aber was stört das einen nationalen Pablo, wenn ein lokaler Felipe sich am Barte des eigenen Propheten kratzt.

Für Los Llanos aber zählt das wohl, und hier steht doch die Aufgabe an, einen neuen Flächennutzungsplan für die Gemeinde zu erstellen. - Nein, es gab schon mal einen, im Jahr 2010 verabschiedet, allerdings verwarf der höchste spanische Gerichtshof diesen Plan, aufgrund fehlender Umweltgutachten für eine Parzelle neben dem berüchtigten Industriegebiet am Callejón de la Gata. - Ich weiß nicht so wirklich, ob die Richter vielleicht schnell ins Wochenende wollten und deshalb gleich einen dicken Strich gezogen haben und den ganzen Plan in den Papierkorb getreten haben, anstatt das umstrittene Gelände auszuklammern und dafür einen neuen partiellen Plan zu fordern. - Das ist nur was für Vollblutjuristen, ob das so richtig ist oder nicht, auf jeden Fall ist das so mit die Höchststrafe für die Gemeinde und man verbrachte eine ganze Weile in der Schockstarre, bis man sich dazu bekannte, man muss wohl oder übel einen neuen Plan erstellen und durch die Instanzen boxen. - Bis dahin gilt der alte Plan, der von 1987, und manch ein Oberschlauer versucht sich daraus Möglichkeiten zu basteln, welche eben nach dem neuen Plan nicht mehr möglich seien.

Felipe und Mariela fordern auch Bürgerbeteiligung, noch über den bereits rechtlichen Anspruch hinaus, wobei sich ja meist nur Laut- oder Wutbürger beteiligen, oder hinter manch Bürgerbegehren eine gut gesteuerte Lobby steckt. - Vielleicht müsste man Bürgerbeteiligung noch mal im Ablauf überlegen und nicht warten, dass die Bürger zum Rathaus kommen, sondern das Rathaus zu den Anwohnern und die vor Ort befragen. - Jetzt wird es Blue, denn man fordert darüber hinaus, noch bevor man neue Hotels plane, solle man zunächst die bereits vorhandenen renovieren, denn das sei viel nachhaltiger und schone eben auch den Landschaftsverbrauch. - Aus dem umstrittenen Industriegebiet am Callejón de la Gata solle man ein Gebiet auch für Gewerbe machen, wo sich also Läden oder Supermärkte ansiedeln könnten und sicherlich würde man damit auch das noch sehr spärlich besuchte Gelände dort beleben. - Man möchte einen Botanischen Garten haben und eine Tierauffangstation, das geht jetzt schon fast ein bisschen in Richtung Ponyhof… Darüber hinaus wendet man sich klar gegen einen Golfplatz im Aridanetal, nicht nur, weil ein Teil davon im Landschaftsschutzgebiet "Tamanca" liegen würde, sondern weil man sich für La Palma ein differenzierteres touristisches Modell wünscht, und keine Kopie anderer Provenienzen.

Gut gebrüllt Felipe, auch ich bin mit der Golfplatzgeschichte nicht komplett durch, und finde dafür auch noch keine abschließende Meinung. - Allerdings ist solch ein Golfplatz längst kein herausragendes Alleinstellungsmerkmal mehr, im Gegenteil, und darüber hinaus gibt es zu bedenken, ob denn gerade eine landschaftsfressende Infrastruktur wie ein Golfplatz, eine kluge Antwort für ein sehr limitiertes Inselchen unter der Regie eines Weltbiosphärenreservates darstellen kann. - Politisch stellt sich hier aber auch wieder die Frage, ob denn Richtiges falsch wird, wenn der Falsche das Richtige fordert. - Mögen mir Felipe und Mariel verzeihen, dass ich dieses Beispiel bringe, aber falsch steht eben hier für nicht mehrheitsträchtig und wenn die Opposition, und eben gerade eine solch kleine, etwas fordert, dann reagiert das Imperium meist mit robuster Ablehnung, ohne überhaupt darüber nachzudenken, ob denn an der Sache nicht doch was dran sein könnte. - Das geht mir öfter so und manchmal schicke ich Stoßgebete in den Himmel und hoffe, dass man doch den bequemen Mehrheiten die guten Ideen überlässt. - Aber so funktioniert das leider nur ganz selten.




Los Llanos de Aridane





Donnerstag 02.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag vom Kulturbeauftragten

La Palma Festival de Música (IV)


Auch heute wieder live aus dem Teatro Circo de Marte, Generalprobe Don Giovanni, 1. Akt, Donna Elvira erhält soeben von Leporello die Listen, in denen steht, wie viele Liebste ihr Caballero schon in wie vielen Ländern von sich überzeugen konnte. Toll. Ganz große Kunst.

Ich freue mich ja schon diebisch, wie ein kleines Kind. Nicht nur auf die beiden Vorstellungen, das ist ja auch vollkommen selbstverständlich. Nein, auf ihre Gesichter freue ich mich, während, und auch nach der Vorstellung. "Welche Freude, welche Lust, regt sich nun in meiner Brust...". Auch Mozart, aber aus der "Entführung aus dem Serail".

Über all meiner Begeisterung und Vorfreude vergaß ich bisher total, darauf hinzuweisen, dass unsere Opernproduktion eine sogenannte Semikonzertante ist. Die konzertante Fassung erschien uns doch zu steif. Bei uns dürfen die Solisten also agieren. Und wie sie das tun! Don Giovanni baggert z.B. jetzt gerade die arme Zerlina an: "Reich mir die Hand, mein Leben...". Und was soll ich nun sagen, jetzt Eva Mei als Donna Anna, für mich eine der fünf besten Sopranistinnen der Welt! Sie ruft nach Rache. Und ich zerfließe. Nun ist Roberto Saccà dran...

Die schlechte Nachricht kommt heute von den Guaguas, den Omnibussen. Leider haben sich nicht genug Interessenten gefunden. Schade.

Viel ist noch zu tun für die Organisation, ich will mich deshalb heute kurz fassen. Hier noch die Öffnungszeiten der Theaterkasse für die nächsten Tage:

2. Juni von 11:30 bis 13:30 Uhr ?
3. Juni von 11:30 bis 13:30 und von 19:30 bis 20:30 Uhr
4. Juni von 19:00 bis 20:30 Uhr ?
5. Juni von 19:00 bis 20:30 Uhr

Und hier noch der Spruch des Tages, gilt in jeder Lebenslage:

Optimismus heißt rückwärts Sumsi mit Po. Das klingt noch besser.

Mit musikalischen Grüßen

Ihr

Ödi Jonitz, MdS
(Kulturbeauftragter)






Mittwoch 01.06.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 22,7 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Ministerin verliert 3 Millionen zwischen Hauptstadt und Roque
Gut, dass der Inselpräsident hinterhergelaufen ist

So häufig ist ministerieller Besuch auf der Insel nun auch wieder nicht, meist weiht man ein Observatorium ein, ein Flughafenterminal, oder ein emblematisches Hotel, aber an den einen Minister erinnern wir uns plötzlich nicht mehr, panamaisch, sorianische, dissoziative Amnesie, immer gerne, besonders vor Wahlen. - Keine Lust das weiter auszubreiten, nur so viel, dass es weniger darauf ankommt, welchen Briefkasten man kauft, sondern in welchem Land der hängt. - Oh wie schön ist La Palma, und das dachte sich wohl auch Ana Pastor Julián, Ministerin unter Mariano Rajoy seit dem Jahr 2011 und Chefin des beliebtesten Ministeriums überhaupt, dem Ministerio de Fomento. - Es gibt kein wirkliches deutsches Pendant dazu, Entwicklungsministerium wäre noch die treffendste Entscheidung, allerdings obliegen der Ministerin auch noch viele Bereiche anderer Ressorts, so dass es sich durchgesetzt hat, das Ministerio de Fomento als Ministerium für Inlandsentwicklung zu übersetzen. ( Das Verb fomentar bedeutet fördern, unterstützen)

Manche betrachten das auch als "Füllhornministerium" und allen Regionen, und uns sowieso, läuft das Wasser in der Börse zusammen wenn es heißt, der oder die Minister des Fomento kommen auf die Insel, denn irgendwas lassen die immer liegen. - Hoffentlich Geld, dieser klebrig-süße Schmierstoff unseres lustigen Versuchs, Kapitalismus inzwischen ohne Kapital, aber immer noch als soziale Marktwirtschaft getarnt, aufzuführen. - Meist klappt das, auch wenn die Summen seit der selbstdatierten Krise geringer geworden sind, aber 3 Millionen für einen Nachmittagsausflug sind keine schlechte Ausbeute für unseren Inselpräsidenten. - Das hat er fein gemacht, würde dazu ein mir bekannter Dentalkünstler sagen, bleibt nur der zarte Vorbehalt, dass Ana Pastor zwar immer noch dem Ministerium vorsteht, aber wir ja seit dem Dezember 2015 nur noch eine kommissarische Regierung haben und am 26.dieses Monats Neuwahlen zum spanischen Kongress und Senat erfolgen. - Allerdings räumt Ana Pastor wohl wissend ein, ihre Unterschrift gilt für das Ministerium und nicht für ihre Person, und das Ministerium wird ja nicht wahrscheinlich abgewählt, also sollten sich die Beschenkten darüber keine Sorgen machen.

Machen wir uns auch nicht, eher aber über andere Worte aus dem ministeriellen Mund, und hier geht es ganz konkret über den weiteren Verlauf der Bauarbeiten am Hauptstadtstrand. - Zwei Millionen rückt "Fomento" (man spart sich in der Umgangssprache das mit dem Ministerio) für die Verstärkung des nördlichen Deiches raus, nachdem man festgestellt hatte, dass die jetzige Bewehrung des Deiches wohl nicht ausreichend ist, auch allerschwerste See abzuwettern. - Das Geld sei nicht das Problem, sondern der bürokratische Weg um das Erweiterungsprojekt auch umzusetzen, und damit meint sie eben die Zeit, welche diese Umsetzung braucht, damit man überhaupt weiterbauen kann am Stadtstrand. - So ganz geht aus der Presseerklärung nicht hervor, ob man denn auch eine neue öffentlich Ausschreibung machen müsse, dann würde ja sogar der Sommer 2017 als Stranderöffnung wackeln und wir in Konkurrenz mit BER treten. - So schlimm sollten wir dann doch nicht denken, allerdings brauchen wir für diesen Sommer nun wirklich nicht mehr hoffen, und von einer begrenzten Nutzung des Strandes im südlichen Teil, und am nördlichen Deich wird gebuddelt, davon will die Stadt Santa Cruz nichts wissen, hat man doch Angst, man würde dann überhaupt nicht mehr weiterarbeiten.

Die andere Million geht in den Ausbau der Straße auf den Roque de Los Muchachos und diese Million kommt uns jetzt gerade recht, denn wir bemühen uns doch gerade nicht nur um die 20 Cherenkov-Teleskope des "CTA" (The Cherenkov Telescope Array, für die man die Zusage doch bereits erhalten hat. - Darüber hinaus sind wir auch noch im Rennen für das Sonnenteleskop "EST" (European Solar Telescope) und kratzen weiter am Traum auch noch am "TMT" (Thirty Meter Telescope), sind also irgendwie weiter äußerst teleskopschwanger. - Eine wichtige Voraussetzung dafür sind natürlich die Zufahrtwege zu den Observatorien und in weiteren Verhandlungen mit den Betreibern der möglichen wissenschaftlichen Einrichtungen kann man nun mit Freude auch ins Feld tragen, man hätte genug Geld in der Hand, diesen Verkehrsweg weiter auszubauen. - Seid umschlungen Millionen, Küsschen für die Ministerin, relativ viel Glück für die Wahlen, und wer nimmt noch Wetten an, Stadtstrand oder BER?




Noch hat der Strand Würfelhusten





Mittwoch 01.06.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Helma Hesse

Camino Verde - Permakultur in Los Llanos


Camino Verde - unsere Finca liegt auf dem Weg von Los Llanos in die Caldera - eine wunderbare Lage, sie erstreckt sich über mehr als 2 Hektar auf 21 Terrassen. Der Camino del Canal quert unser Grundstück
(Camino del Canal, 43, 38768 Los Llanos. - Breite : 28.668054 | Länge : -17.916616- Höhe : 411 Meter), von hier geht es am neuen Caminito Don Quijote nach Norden und Sancho Panza nach Süden).
2 große Wassertanks - der eine im Norden (el pescariño- der zweite an der Straße - el azul- für Fische und Bewässerung.
Unsere Terrassen heißen zB Afrika- Mittelamerika- Südostasien und hier haben wir Pflanzen gesetzt deren Ursprung auf den jeweiligen Kontinenten liegt.
Hier auf diesem schönen Stück Land bauen wir die Pflanzen im Sinne der Permakultur an. Was bedeutet Permakultur? Permakultur heißt, dass die Erde trotz Kultivierung von Nutzpflanzen ihre Fruchtbarkeit behält. Jeder kennt einen guten Humus, dunkel, bröckelig, leicht - also gut durchlüftet, fließt durch die Hände und ist voller Leben mit Bakterien, Mikroorganismen und anderen Lebewesen. Auch Pflanzen leben in Kommunikation mit ihrer Umgebung und wenn alle "Freunde" der Pflanzen vorhanden sind, wachsen sie gut, die Früchte schmecken gut und die Pflanzen sind kräftig und ohne Erkrankungen. . So funktioniert das aber nur in einer Mischkultur, in der das Miteinander von Bäumen- Sträuchern und Gemüse die "Kultur der Freunde" ermöglicht. Und Pflanzen sind nicht alleine, auch Tiere sind Teil der Kultur - ihre Ernährung sind u.a. Pflanzen und die Schadinsekten, sie selbst geben mit ihrem Dung den Pflanzen wieder notwendige Nährstoffe zurück. Wir haben mit dem Bagger die versteinerte Oberfläche der über 30 Jahre lang verlassenen Finca aufgelockert, damit die Voraussetzung für einen gut durchlüfteten Boden geschaffen. Mit der Pflanzung der Bäume und des Gemüses haben wir Grundstruktur geschaffen. Das viele Gemüse wächst auf unseren Terrassen: rasend schnell, wie es dieses wunderbare Klima hier erlaubt - und schmeckt!!
Wie wir ja alle wissen, schmeckt das Gemüse nicht mehr so richtig, weil die neuen Sorten ja alle auf Schönheit-Transport und Lagerung getrimmt worden sind. Wir wollen nun den alten Sorten und der Vielfalt eine große Chance geben: Von allen Sorten haben wir schon und werden noch viel mehr viele verschiedene alte Sorten pflanzen: und sicher wachsen viele Sorten heran, die unterschiedlich und unterschiedlich (sehr) gut schmecken. In unserer nun schon recht großen Gärtnerei wächst der Nachschub heran. Eine besondere Terrasse ist unsere Kräuterterrasse: Hier wachsen etwa 110 verschiedene Sorten an Küchenkräutern auf etwa 1000 m² heran, die Vielfalt erschlägt einen fast. Aber wie schmeckt das dann auch! Im Sommer entsteht dann der Heil- und Teekräutergarten. Aber keine Finca ohne Tiere: Ganz ohne unser Zutun kommen schon Bienen, Wespen, Nutzinsekten und Vögel. Unsere vielen Hühner (aus Garafia) schlafen im Baum, legen fleißig und bekommen schon ordentlich Nachwuchs. Die Wurmfarm verdaut unseren Biomüll. Dazu kommen nun bald Perlhühner, Gänse und Schafe, wenn wir den Stall genehmigt und gebaut haben.

Damit und mit vielen fleißigen Händen und liebevollen Herzen haben wir bald alles vereint, um der Erde ihre Fruchtbarkeit zurück zu geben und zu erhalten.













Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel. von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma