La Palma Aktuell
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Nachrichtenarchiv Mai 2010


Montag 31.05.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 25,6 Grad - niedrigste Temperatur 17,0 Grad

Fuencaliente lebt
Erst Feuer, dann Wasser, dann wirtschaftlicher Niedergang

2009 war kein gutes Jahre für Fuencaliente. - Übrigens war es für die ganze Insel La Palma nicht wirklich fruchtbar, das vergangene Jahr, aber was der südlichste Ort der Insel durchmachen musste, und immer noch durchmachen muss, das ist schon noch einen deutlichen Zacken schärfer, als die Zipperlein der anderen Gemeinden. - Zuerst das Feuer im August, dann die Murenabgänge zu Weihnachten, und immer noch ist die Verbindung zwischen der Gemeinde und dem Westteil der Insel nicht komplett wieder offen. - Das alles hat nicht nur zu Schäden an manchem Haus und in der Landwirtschaft geführt, sondern auch noch zu drastischen Einbrüchen beim lokalen Gewerbe. - Klar, viele Touristen wählen als Standort nun gleich eine andere Region auf der Insel, weil man eben glaubt, die Umgebung könne nicht mehr schön sein, oder eben kaum erreichbar. - Auch wir erleben das mit unserem Objekt in Las Indias, das ist momentan kaum noch vermietbar, obwohl es völlig unbeschadet Feuer und Wasser überstanden hat. - Es ist vielmehr die gesamte Gemeinde, welche nun vom Besucherstrom gemieden wird. - Allerdings ist das nicht mehr ganz berechtigt, wenn man sich halt an die Stunden gewöhnt hat, wann man vom Westen her aus die Straße ohne Beschränkung benutzen kann. - Die Natur hat längst die Brandschäden mit neuer Vegetation ausgefüllt, auch wenn man schon noch erkennt, wo denn das Feuer überall gewirkt hat. - Im Gemeindezentrum selbst, Los Canarios genannt, da sieht man nichts mehr vom Feuer und in den unteren Ortsteilen wie Las Indias oder Las Caletas, da steht hie und da eine Ruine herum, aber auch bereits häufig vom wuchernden Unkraut eingenommen.

Am meisten beklagen sich nun aber die lokalen Händler und auch Gastronomen darüber, dass die Tagesausflügler deutlich seltener geworden sind, und damit die Umsätze in der Gemeinde einfach nicht mehr stimmen. - Kein Wunder, wer es denn nicht besser weiß, der streicht vielleicht sogar den Südausflug ganz von seinem Besuchsprogramm in der fehlerhaften Annahme, dort sei alles noch in Schutt und Asche. - Oder aber, man nähert sich, ohne weiteres Vorwissen aus dem Aridanetal dem Süden, und steht plötzlich vor der gesperrten Straße hinter Jedey, weil man einfach nicht wusste, dass die Bauarbeiten an der zu Weihnachten teilweise verschütteten Straße immer noch andauern. Dazu noch mal ganz deutlich. - Die LP1 zwischen Jedey und Fuencaliente ist an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen 24 Stunden offen. - Gesperrt ist der Weg, in beide Richtungen, wochentags von 08:30 - 10:30 Uhr, dann von 11:00 - 13:15 Uhr und dann erneut von 16:30 - 18:00 Uhr. - Die Nacht über ist die Straße komplett offen, bis morgens dann wieder um 08:30 Uhr. - Da findet doch jeder Ausflügler einen Durchschlupf, und auf der Ostseite ist die Straße ohnehin nicht gesperrt, auch nicht teilweise, man darf den Süden der Insel also durchaus wieder besuchen und dem so heftig geschlagenen Ort an der Südspitze La Palma wieder ein bisschen Schmiermittel in das lokale Gewerbe pumpen. - Einige Gewerbetreibenden des Ortes wollen nun auch mit einer privat organisierten Aktion für Aufmerksamkeit auf der Insel sorgen, und eben mit dem Slogan für den Ort werben, "Fuencaliente está vivo" - Fuencaliente lebt. - Ich kann das durchaus bestätigen.





Montag 31.05.2010 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1015 hPa

Reinkarnation
Paulino Rivero erfindet die Kanarischen Inseln neu

Krise als Chance begreifen, da kann man ja noch kognitiv auf der Spur bleiben, allerdings lassen sich Runderneuerungen eines gesamten Kollektivs eben nicht auf Knopfdruck erledigen. - Der "Día de las Canarias", das wäre etwa so, als gäbe es in Deutschland in den Bundesländern Feiertage wie den Tag Bayerns oder Mecklenburg Vorpommerns, ist ja nun vorbei, und irgendetwas außer einheimischer Tänze und süßlicher Folklore muss doch auch noch hängenbleiben. - So etwas wie die Moral von der Geschicht´ und dafür ist immer unser Oberkanare zuständig, in diesem Fall der meist frisch frisierte Paulino Rivero Baute. - So fand dann auch die offizielle präsidiale Rede zum Kanarentag im wirklich beeindruckenden "Auditorio Alfredo Kraus" in Las Palmas de Gran Canaria statt, und uns Paulino hat für solche Momente meist eine bemerkenswerte Überraschung schreiben lassen. - Das war schon in seiner Antrittsrede im Jahr 2007 so, als er plötzlich gegen die Bodenspekulanten aus der Bau- und Tourismusbranche anwetterte und stolz verkündete, keinen Meter Boden dieser heiligen Erde mehr für den Tourismus zu opfern. - Wir wissen ja, was daraus geworden ist, allerdings hat ja die Krise, welche wir wohl zu pflegen wussten hier auf den Kanaren dann doch dafür gesorgt, dass die Investoren unfreiwillig der Vision Paulino Riveros gefolgt sind. - Ansonsten war das damals reiner Zynismus, denn gleichzeitig jagte man solche Inselpläne wie den "PTE" (Plan Territorial Especial Turístico de La Palma) wie Speckbraten durch die Instanzen, welche Golfplätze in Naturschutzgebieten vorsehen, noch mehr Hotels auf der kleinen Inseln und eine Armada an Yachthäfen, für welche die Schiffe noch nicht mal gebaut sind. - Aber das ist ja bereits verjährtes Geschwätz von gestern, vom Wertstoffgehalt etwa da angesiedelt, wo auch Guidos Steuersenkungspläne erwachsen sind.

Paulino Rivero möchte also die Krise als Zäsur betrachten und fordert uns nun alle auf, mit moderatem Optimismus in die Zukunft zu sehen und die Kanarischen Inseln neu zu erfinden. - Aus diesem Optimismus heraus können wir dann alle Dinge noch mal von vorne machen, dieses Mal dann aber richtig, und das würde dann zu einem Erneuerungsboom führen. - Alle Achtung, da fehlen nur noch drei Schritte und der Mann kommt uns mit Chi und Chakra, aber dazu stehen die Herren der Coalición Canaria viel zu fest mit beiden Füßen auf dem Boden der Bodega eines Freundes. - Es gibt auch eine kleine Anleitung, wer denn seiner Meinung nach diese Wiedergeburt der Kanarität zu bewerkstelligen hätte, und das sind: Im öffentlichen Bereich, im privaten Umfeld, bei jedem Einzelnen und im Kollektiv. - Das deckt schon eine ganze Menge an Kollegen ab, fraglich dabei ist nun, ob der öffentliche Bereich auch die Politik mit einbezieht oder nicht. - Ich denke aber mal nein, denn sonst hätte er das sicher betonend hervorgehoben, wir bleiben also doch beim alten Spiel der Coalición Canaria, was da geht: Alle anderen haben Schuld, nur wir nicht. - Dabei hätte ich wohl einen ganz interessanten und einfachen Vorschlag für eine wirkliche Erneuerung der Kanarischen Inseln, man wechselt die Crew im Cockpit aus und fliegt zukünftig etwas tiefer. - So dass wir dabei nicht die Bodenhaftung verlieren, denn genau der grenzenlose Boom der späten Neunziger und frühen Nuller, (hört sich blöd an), muss ja nun irgendwie bezahlt werden oder dem Ganzen fester Boden unter die Kredite geschoben werden. - Wirklich interessant war erneut die offene Zuwendung der Coalición Canaria für die drastischen Sparpläne der Zentralregierung in Madrid. - Da bittet Paulino Rivero um Loyalität mit der Regierung Zapatero, sehr zum Missfallen seines hiesigen Koalitionspartners der Partido Popular, welche die letzte Abstimmung über die Sparpläne im nationalen Kongress ja dazu genutzt hat, Zapatero zumindest einen technischen KO zu servieren. - Hat nicht geklappt, eben auch, weil die Coalición Canaria sich dem verweigert hat. - Es ist also nicht so, dass die nicht wüssten was sie tun. - So einfach kommen die wirklich nicht dabei weg, im Prinzip ist denen auch klar, wohin der Hase läuft, aber da wo der Hase im Moment hinläuft, da ist nichts zu holen. - Und das lohnt sich dann doch nicht. - Also, Lena Mayer aus Landshut… erfindet den deutschen Schlager neu, auf englisch, Guido Westerwelle sucht eine neue Definition für Steuersenkung, wohl auf dem Weg einer Abgabenerhöhung, und Paulino Rivero erfindet die Kanarität neu, und das möglichst, ohne sich selbst abzuschaffen. - Wir sind also in bester Gesellschaft, and twelve points go to Canary Islands.



Sonntag 30.05.2010 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 16,0 Grad

Schlechte Saison mit Ansage
CIT-Tedote kämpft an der Front um Touristen

Die Stimmung in der Tourismusbranche auf La Palma ist nicht besonders rosig. - Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt. - Dass Mai und Juni hier lahme Monate sind, das kennt man schon, man fürchtet aber dieses Jahr auch noch das Ausbleiben der Festlandsspanier und der Gäste von den anderen Kanareninseln, denn wir erinnern uns, da war doch noch was, stimmt, die Krise. - Krisen müsste man eigentlich sagen, denn durch den brutalen Abschwung in der Bauwirtschaft, der wohl auch nicht mit potemkinschen Projekten wieder aufzuholen sein wird, haben wir eine sehr hohe Arbeitslosigkeit, die eben das Verreisen nicht gerade für die Betroffenen einfacher macht, und die anderen haben jetzt Angst, und sparen lieber die paar Mücken die sie verdienen, anstatt in den Urlaub zu fahren. - Dann haben wir ja auch noch reichlich Veranstalterplätze bei dem größten spanischen Reiseveranstalter für die Kanaren verloren, man spricht von an die 20.000 Plätzen weniger. - So gehen wir in die ohnehin knochige Sommersaison, wo doch 2009 schon ernüchternd war, fürchtet man für diesen Sommer noch größere Einbrüche. - Nicht im internationalen Geschäft, das läuft eigentlich in bekannten Größen ab, aber die waren ja im Sommer eh nie wirklich zahlreich hier, so dass man besondern auf dem Hotelsektor hier stark auf die Festlandsspanier angewiesen ist.

Was kann man da nur tun? - Die Krise einfach wegreden, das gelingt höchst selten, und neue Veranstalterplätze jetzt noch für den Sommer zu ergattern, das wird auch nicht mehr gelingen. - So sucht man Kurzentschlossene hier auf den Nachbarinseln, die müssen ja nicht unbedingt sich ein Paket schnüren lassen von einem Reiseveranstalter, sondern können einfach mit den Inselhüpfern oder mit dem Schiff nach La Palma kommen. - Das " Centro de Iniciativas Turisticas", kurz CIT-Tedote hat sich nun überlegt, auf den beiden großen Kanareninseln Werbung für La Palma zu machen. - Und das nicht, auf den meist langweilig und wenig erfolgreichen Messen, sondern eben auf der Straße, um so die möglichen Gäste direkt anzusprechen und eben nicht über Reiseveranstalter. - Dazu geht man in Einkaufspassagen, verteilt dort Handzettel, spricht die Leute an, und macht sie mit der Idee vertraut, dass man eigentlich keinen besondern Grund braucht um nach La Palma zu reisen, sondern sich das einfach mal leisten sollte. - "La Palma lo tiene todo", - La Palma hat alles ist dabei das bestimmende Thema. - Ein bisschen groß gefasst vielleicht, aber für freche Werbung und um Menschen anzusprechen darf man ja auch ein bisschen auf den Putz hauen. - Diese Idee vom CIT-Tedote kommt allgemein sehr gut an, auch wenn man leider immer kaum die Wirkung solcher Werbung genau nachvollziehen kann, man weiß ja später schließlich nicht, wer denn nun genau aufgrund dieser Werbeaktion gekommen ist und wer sowieso gekommen wäre. - Als Sponsor ist mit von der Partie das "Patronato de Turismo", denen sonst meist auch nichts Besseres einfällt. - Die Gesamtkosten dieser Aktion verrät man uns nicht, ein paar Firmen scheinen auch noch Geld zu geben, dann eben das Patronato, und das "CIT-Tedote" selbst finanziert sich aus den Mitgliedsbeiträgen welche man von den angeschlossenen touristischen Betrieben hier auf La Palma einnimmt. - Ob es die Saison retten kann, wer weiß, aber die Idee, die Menschen direkt anzusprechen ist auf keinen Fall verkehrt, und nur rumsitzen und jammern, das kann auch nicht richtig sein. - Bis zum 14. Juli will man die Aktion noch durchführen, das muss doch dann auch was bringen.



Sonntag 30.05.2010 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1018 hPa

Exmatrikuliert
Puntallana traut sich was

Man könnte auch sagen, Puntallana geht mit gutem Beispiel voran. - Es geht um die Einwohnerzahl der Gemeinden, und da wissen wir seit vielen Jahren, dass die Zahl der gemeldeten Bürger in den allermeisten Gemeinden nicht der tatsächlichen Anzahl der auch wirklich in dem Ort wohnenden Menschen entspricht. - Man schätzt, dass es allgemein an die 10% überzogene Zahlen aus den Gemeinden gibt, denn der "Padrón Municipal", wie man die Liste der eingetragenen Einwohner nennt, der wird nicht wirklich aktualisiert. - Einwohner einer unserer Gemeinden zu werden ist sehr einfach, denn den Rathäusern liegt ja auch daran, möglichst hohe Zahlen nennen zu können, bemisst sich doch nach der Anzahl der Bewohner auch die Zahlung aus den regionalen und nationalen Fonds. - Allerdings melden sich ganz viele Einwohner der Gemeinden einfach nicht wieder ab, wenn sie woanders hin ziehen, sondern bleiben offizielle Bewohner, und das oft viele Jahre oder Jahrzehnte lang, auch wenn sie schon längst nicht mehr dort wohnen. - Eigentlich schreibt das Gesetz vor, dass die Gemeinden sich darum zu kümmern haben diesen "Padrón Municipal" laufend zu überprüfen, aber da es auch keine Strafandrohung gibt, wenn das nicht geschieht, kümmert sich in Wirklichkeit niemand darum. - Im Gegenteil, versuchen doch die Gemeinden sich gegenseitig Einwohner abspenstig zu machen. - Santa Cruz beschäftigte im letzten halben Jahr extra Angestellte damit, nicht gemeldete Einwohner aufzuspüren, und diesen eine Anmeldung in der Stadt nahe zu legen. - Das hat sogar funktioniert, man konnte auf diese Art und Weise 174 neue Einwohner gewinnen, die in anderen Gemeinden gemeldet waren, aber in Santa Cruz wohnten. - Interessant wäre nun zu wissen, ob denn diese Bewohner nun auch in den anderen Gemeinden abgemeldet wurden.

In Puntallana nun lief die Geschichte anders herum, dort exmatrikulierte man nun 29 Einwohner, die offensichtlich nicht mehr in der Gemeinde ansässig waren. - Allesamt Ausländer heißt es, meist aus Venezuela, die sich wohl nur mal angemeldet hatten, weil sie dieses Papier brauchten, dann aber wieder weitergezogen sind, ohne sich korrekt abzumelden. - Andere Gemeinden fragen sich nun, was machen die denn da in Puntalllana, die sollten doch froh sein als kleine Gemeinde über jeden gemeldeten Einwohner, aber in dem Ort selbst sieht man das anders. - Man beruft sich auf die Gesetzeslage und möchte einen klaren Spiegel über die tatsächliche Einwohnerzahl in dem Ort haben, der gerade mal 2.400 Einwohner hat, und nun mit der neuesten Korrektur sogar unter diese runde Zahl rutscht. - Dabei fällt aber auch auf, dass die Gemeinde in den letzten Jahren einen extrem schnellen Zuwachs an Einwohnern verzeichnen konnte, der einfach nicht der Wirklichkeit entsprechen kann. - Man hofft allerdings dennoch in den kommenden Jahren wieder zu wachsen, weil man reichlich Sozialwohnungen in den kommenden Monaten übergeben will, welche dann wieder neue Einwohner anlocken. - Man darf sich nun fragen, was denn so interessantes an solch einer Meldung gibt. - Es geht darum, dass viele Planungen, seien es nun Infrastrukturmaßnahmen oder generell öffentliche Anstrengungen hier auf La Palma auf falschen Wachstumszahlen aufgebaut sind. Die Einwohnerzahl der Insel nimmt seit mindesten drei Jahren bereits wieder ab, dennoch meldet man stärkeren zusätzlichen Bedarf an Straßen, Häusern und öffentlichen Einrichtungen. - Bekäme man aber reelle Zahlen der Entwicklung der Bevölkerungszahl, dann müsste man viele Projekte ganz einfach auf die Seite packen, weil das kein Mensch wirklich braucht. - Das will aber keiner, das würde nämlich auch wieder bedeuten, dass die Investitionen für die Insel schrumpfen, so wie es die Einwohnerzahl bereits vollzieht. - Daraus wird dann aus einer eigentlichen Randnotiz doch wieder eine Nachricht, auch wenn alle anderen 13 Bürgermeister dieser Insel die Exmatrikulierungen in Puntallana nur mit einem Kopfschütteln kommentieren wollen.



Samstag 29.05.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 30 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 23,7 Grad - niedrigste Temperatur 15,5 Grad

Lallmanje dö poa
Die Vertreibung aus dem Paradies

Früher hieß das mal "Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne", aber seit dem Europa bis nach Aserbaidschan reicht und zu den Golan-Höhen, nennt man das ja Neudeutsch "Eurovision Song Contest". - Besser wird es deswegen auch nicht, scheint aber dennoch weiterhin ein Millionenpublikum in Großeuropa immer wieder heftigst zu interessieren. - Auch hier in diesem Haus frönt man dieser Tradition, das wird geguckt, selbst wenn sich dadurch die ursprünglich knackige Pizza in einen Schmalzkringel verwandelt. - Dabei versichern mir meine Damen immer, es sei gar nicht so sehr die künstlerische Leistung und die Darbietungen der Barden und Bardinen, sondern einfach das ganze Drumherum, das Spektakel und es sei doch spannend, wer sich da nun zum europaweiten Affen macht und welche Länder sich gegenseitig die Punkte zuschanzen. - Mag ja sein, ich gucke ja auch Formel 1 und Eishockey, wenn das denn mal kommt, aber gegen das allermeiste Geträller dieser Schlächter der Harmonielehre, ist das Dröhnen der Motoren doch eher zu ertragen und das satte Geräusch knackender Schultergelenke nach einem saftigen Bandencheck. - Ich habe mir das auch ein oder zweimal angetan, konnte aber immer meinen Mund nicht halten und war dann auch nach einer halben Stunde dermaßen entnervt, dass ich fluchartig das Haus verlassen musste, um an irgendeiner männergerechten Tränke meine Kulturdrüsen wieder geradezurichten. - Man hat mir auch dieses Jahr wieder angeboten, diese musisch sehr hochtrabende Sendung im warmen Schoß meiner Familie zu betrachten, so mit Pizza, Froh- und Gemeinsinn, so wie wir das hin und wieder machen, wenn wir uns alle auf einen Krimi einigen können, oder gerade Fußballweltmeisterschaft ist. - Allerdings bin ich nur willkommen, unter der Voraussetzung, dass ich mein lästerhaftes Mundwerk im Zaume halte, und ich weiß aus reichlicher Erfahrung, dass mir solche körperlichen Höchstleistungen nicht gelingen werden. - Diese glitzernde Welt aus hohlen Köpfen und leeren Versprechungen, angesalbt von schleimigen Conférenciers, die lediglich noch im Musikantenstadel für Wirbel sorgen, ist nicht meine. - Diese Welt erzeugt bei mir schlimmste Koliken im Verdauungstrakt, führt unweigerlich zu Depressionen und schädigt nachhaltig die Kulturanhangdrüse. - Mir fehlt da einfach das Enzym aus der Casting-Begeisterungsdrüse, auch Bohlenscher Beutel genannt, mit einem Wort, isch krich davon Plaque.

Ich könnte es ja mir viel Alkohol versuchen, das sollen viele der dort auftretenden Akteure übrigens auch mit Erfolg machen, aber so viel Bier kann man doch gar nicht in sich reinschütten, dass solch ein Geseire nicht mehr weh tut. - Und anderes Zeug, also so richtig was für Kämpfer aus dem Starktrinkermillieu, das geht bei mir nicht rein, da zu fehlen mir dann wieder die berühmten Bukowskischen Enzyme. - Scheint also alles eine Frage der körperlichen Einstellung zu sein, und da muss ich halt zugeben, da bin ich nicht in Top-Form. Und dabei gibt es doch aus deutscher Sicht sogar Hoffnung, mal nicht wieder den vorletzten Platz zu belegen, denn wir sind Lena. - Nein, ich nicht, ich war aber auch damals nicht Papst. - Wie heißt die noch mal, Lena Meyer Schulze aus Landshut? - Sicher nicht, aber so ähnlich doch, ich kann mir solche Sachen einfach nicht so gut merken, das ist ja wie bereits erklärt alles eine Frage der Enzyme. - So wird heute Abend vor dem gemeinschaftlichen Fernsehzimmer wieder dieser rassistische Aufkleber angebracht auf dem steht, launische Meckertöpfe müssen leider draußen bleiben. - So bleibt mir nur der Weg in die kulturelle Diaspora, von den eigenen Lieben aus dem Paradies verwiesen, raus in die windigen Straßen El Pasos. - Allerdings winken da Männeraufbewahrungsanstalten, und ich bin mir ganz sicher, dass ich da heute Abend nicht der einzige Eurovisionsflüchtling bin, und dann kann man kollektiv gegen das breitläufige Aussetzen von Schlagermuffeln wettern. - Die Vertreibung aus dem Paradies hatte ich mir früher immer ein bisschen anders vorgestellt, so dramatischer und mit etwas mehr Pathos, aber so ist das nun mal an solchen Abenden, wer seinen Mund nicht halten kann, der fliegt raus. - Morgen Mittag räche ich mich dann wieder, da dröhnen dann wieder Motoren um die Mittagszeit…



Samstag 29.05.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1019 hPa

Wer diese Freunde hat…
… braucht keine Feinde

Wen Politik nicht interessiert, der sollte gar nicht weiter zu lesen. - Die Koalition der Verlierer scheint an ihre absoluten Grenzen gestoßen zu sein. - Der Pakt zwischen den selbst ernannten Nationalisten der Coalición Canaria, und den meist "gestrigen" der Partido Popular, galt nach den Kommunalwahlen vom Mai 2007 schon vom ersten Tag an als debil. - Der einzige Gewinner der Wahl kanarenweit waren ja die Sozialisten, die aber dennoch keine Mehrheit hatten und auch keinen möglichen Koalitionspartner, weil mit der PP kann man nicht, und mit der CC will man nicht. - Was nun daraus entstand, und wie die beiden kanarischen Provinzen über die letzten drei Jahre gekommen sind, das ist uns alle ins Gesicht und die Geldbörse geschrieben, und eigentlich sollten wir uns da auch ein bisschen selbstkritisch verhalten und mal fragen, ob es nicht besser gewesen wäre, dann doch mit der CC zu koalieren, um diesen untauglichen Regierungspakt nicht weiter ertragen zu müssen. - Diese Frage wird sich im Mai 2011 erneut stellen, denn es ist nicht wirklich anzunehmen, dass die PSC/PSOE, wie sich die kanarischen Sozialisten korrekt abkürzen, eine absolute Mehrheit zustande bringen werden. - Bis dahin gilt es zu versuchen, weitere katastrophale Klientelpolitik auf Kosten des Gesundheitswesens, der Bildung und besonders auf Kosten der Umwelt zu verhindern, und leider hilft da meist nur noch der Ruf nach der Justiz, um Schlimmeres zu verhindern. - Beide Parteien, sei es nun die PP, oder die CC, die wissen das auch, dass man gemeinsam eigentlich nur untergehen kann, zu offensichtlich ist inzwischen das breite Versagen, zu deutlich die Korruption und Vorteilgabe, als dass man sich da ein weiteres Mal vor dem Scharfrichter der Volksmeinung verstecken kann. - So beharkt man sich innerhalb dieser Koalition auf schärfste, dagegen sind die kleinen Sticheleien zwischen der phlegmatischen Merkel und dem abstrusen Westerwave zahme Streicheleien auf dem Ponyhof des kognitiven Prekariats. - Nein, hier geht es richtig zur Sache, und der mindestens schon müde Betrachter dieser Streitereien fragt sich allen Ernstes, wer denn hier Freund, Feind, Regierung und Opposition ist. - Dabei hat es die Coalición Canaria noch deutlich einfacher, die leben doktrin- und ideologiefrei ihren Endemiestadl vor sich her, und versuchen sich an großen Vorbildern wie Franz Josef Strauß, der allerdings in der gesamten kriminellen Energie, die ihn begleitet hat, auch noch erfolgreich war für seine Gemarkung Bayern. - Und der Erfolg unterscheidet eben Autokraten von Despoten und jeder würde der CC Klientelpolitik und so manchen Frevel verzeihen, wenn dennoch genügend Brosamen vom großen Tisch der Schmierereien herunterfallen. - Und genau das funktioniert eben nicht mehr, nach dem der geschenkte Aufschwung aus der Kreditabteilung eines José María Aznar spätestens jetzt zurückbezahlt werden muss.

Gab es anfänglich nur Reibereien auf unteren Ebenen wie den Inselregierungen oder den Gemeinden, wo der beschlossene Pakt zwischen PP und CC eben auch vollzogen werden musste, so ist nun der Knatsch fast bereits Chefsache. - Nur noch die beiden Oberlurche, Paulino Rivero, der Präsiden des Gobierno de Canarias, und sein Steigbügelhalter der Partido Popular, der von Korruptionsskandalen umsäuselte José Manuel Soria, halten weiter die Seile in der Hand, die längst auf Fadenstärke zusammengeschmolzen sind. - Allerdings jagen die auch bereits die Kettenhunde aufeinander los, und spätestens nachdem die beiden Vertreter der Coalición Canaria in Madrid durch eine Stimmenthaltung die Entmachtung Zapateros abgewehrt haben, ist beste Laune im kanarischen Provinzparlament angesagt. - Es ist nur noch eine Frage der Zeit, wie lange die beiden Koalitionäre sich das noch antun werden, momentan schadet dieser fast schon offene Konflikt nur beiden Gruppierungen. - Da könnte man als Sozi fast frohlocken und sagen, schöner kann Opposition doch gar nicht sein, aber auf der anderen Seite weiß man ja auch ganz genau, einer dieser beiden Streithammel wird wohl der kommende Regierungspartner sein. - Das ergibt dann wieder ganz schnell schlechte Laune, denn eines bleibt unverändert, mit der PP kann man nicht, und mit der CC will man nicht. - Und genau so könnte das auch im Mai 2011 erneut laufen, die Sozis gewinnen wieder, aber die beiden andern Halunken definieren Demokratie und Mehrheiten erneut zu ihrem Vorteil. - Keine schönen Aussichten für die Kanaren, aber wenn die weiter so streiten und sich gegenseitig in den Dreck ziehen, dann könnte es ja doch noch für eine echte Mehrheit für die PSC/PSOE reichen. - Träumen darf man doch auch mal, wo doch schon wieder Samstag ist.



Freitag 28.05.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Kanarenbrücke
Langes Wochenende dank der Kanarität

Am Sonntag, den 30. Mai, feiern wir wie jedes Jahr den "Día de las Canarias" und damit einfach nur uns selbst. - Sollte eben der 30. Mai auf einen Sonntag fallen, so wie das in diesem Jahr passiert, dann gibt es dafür den Montag auch noch frei, und flugs hat man sich einen wunderbaren Kleinurlaub gebastelt, der von jedem gerne angenommen wird. - Das Wetter passt herrlich dazu, da locken die zahlreichen Grillplätze in den Wäldern, und ich bis mir sicher, dass der morgige Samstag einer der größten Verkaufstage für Koteletts und Schweineschnitzel für den Grill wird. - Im Gegenteil zu den sülzig bräsigen Politikerreden zu diesem Tag, die sich um Traditionen, Eigenständigkeit und auch fast unangenehmer Selbstbeweihräucherung drehen, nutzt der "Kanare an sich" solch ein Feiertagsgeschenk für einen ordentliche Sause. - Und was da so saust, das sind ein paar lokale Feste wie zum Beispiel bei uns in El Paso das "Cruz de las Canales", oder eben die kollektiven Wettkotelettessen im Refugio El Pilar oder auf dem schönen Grillplatz El Fayal bei Puntagorda. - Die allerwenigsten machen sich wirklich Gedanken über den Hintergrund dieses Feiertages, hat man doch auch das Gefühl, die Regionalpartei Coalición Canaria nutzt diesen Tag zu auffällig für ihre "nationale Sache". - Dabei muss ich immer wieder betonen, dass man der Coalición Canaria alles vorwerfen kann, aber keinen Nationalismus, wie man das im deutschen Sprachgebrauch verwendet. - Die nennen sich Nationalisten, weil sie davon ausgehen und das auch schriftlich fordern, dass die Kanaren eine Nation sind, und dabei eben die Worte Provinz oder Region absolut scheuen, da es eben die Abhängigkeit vom spanischen Mutterland manifestiert. - Wortspiele vor denen keiner Angst haben muss, das hat nichts mit Nazis oder Rassismus zu tun, nur will man sich eben deutlich abgrenzen und zieht dabei die selbstmitleidige Karte des angeblichen Kolonialismus seitens Madrid. - Eben bitte losgelöst aus jeglicher geschichtlichen Bedeutung nach deutschen Definitionen, ist hier die Eigenbezeichnung "Nationalist" kein Schimpfwort, sondern sollte man vielleicht am besten als Lokalpatriot ins Deutsche übersetzen.

Dabei kramt man eben auch immer wieder die Urbevölkerung der Kanaren als Genbringer für die heutige Bevölkerung der Kanarischen Inseln hervor, auch wenn das ethnologisch zweifelhaft erscheint. Viel geringer als angenommen und gewünscht, sind die Überbleibsel der ersten Bewohner dieser Inseln, welche wohl Berber aus dem heutigen Südlibyen waren. - Bis auf ganz wenige Ausnahmen lassen sich keine Stammbäume der hier lebenden Bevölkerung mehr in die prehispane Zeit verfolgen, dennoch nimmt die Folklore über die Guanchen und Benahoaritas zu, allerdings meist als Hilfestellung bei der Suche nach einer Identität, die nicht so deutlich iberisch - und damit meint man eben meist kolonial - sein soll. Der Wunsch und vielleicht auch die Notwendigkeit einer eigenen Identität als Archipel, da draußen im Atlantik, sind nicht zu unterschätzen. Auf keinen Fall will man sich als lästiger, oder unter Umständen sogar teurer Wurmfortsatz Spaniens fühlen, das dient auch ohnehin niemandem, Kolonien haben noch nie andauernd beiden Seiten geholfen. - Wie man nun dieses Kunststück vollbringt, Eigenarten und meinetwegen auch Schrulligkeiten hervorzuheben ohne sich abzugrenzen, dabei sind wir Zeugen eines fortlaufenden Prozesses, der wohl aber nie fertige Gestalt annehmen wird. - Ab und zu tappt man dabei schon in die Separatismusfalle, die ist allerdings häufiger dort anzutreffen, wo es um Öffentlichkeitsarbeit geht. Meist brüsten sich politische Parteien mit einer virtuellen Kanarität, kitzeln dabei an der weichen Stelle vieler Menschen, der gemeinschaftlichen Identität, und verkaufen somit ihr Produkt unter einem Mantel, der ihnen gar nicht zusteht. - Dabei gehen die eigentlichen kanarischen Werte eine permanenten Migrations- und Immigrationsgesellschaft zwar nicht vor die Hunde, geraten aber deutlich ins Abseits. - Die Kanaren waren und sind, der berühmte und oft missbräuchlich gedeutete "Schmelztiegel" der Rassen und Kulturen, in der Ausgrenzung und Vorurteile eigentlich keinen Platz haben dürfen. - Niemand ist wirklich von hier, sondern alle sind irgendwann hier her gekommen und das nicht zu Fuß, sondern meist unter großem Aufwand und ebensolch großen Illusionen. Viele davon waren auch nur Wanderpokale, die dennoch ihren Abdruck hinterlassen haben und weiter gezogen sind, dahin, wo man anscheinend noch leichter sein Auskommen findet. - So etwas in Statuten oder Leitkulturen niederzuschreiben ist schlichtweg unmöglich und eigentlich widerspricht es ja sogar dem dauernden Kommen und Gehen und der permanenten Veränderung. - Auch eine große Chance für eine eigene Identität, eine die nicht statisch ist und unveränderlich, sondern so ehrlich, dass Veränderungen zu unserem täglichen Leben und Dasein gehören.



Freitag 28.05.2010 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1019 hPa

Monate der Offenen Tür
Schau mir in die Sterne Kleines

Auf die Tage der Offenen Tür des Instituto Astrofísico de Canarias wartet man jeden Sommer wieder ganz gespannt. - Jedes Jahr öffnen sich dort die Pforten ein wenig mehr, und wir sind alle dankbar dafür, dass nun die Observatorien auf dem Roque de Los Muchachos nicht nur alleine der Wissenschaft dienen, sondern auch die Bevölkerung, welche mit ihren Steuergeldern diese Forschungseinrichtungen letztendlich bezahlt hat, auch mehr daran teilhaben kann. - Diese Tage der Offenen Tür fangen bislang immer in den Sommermonaten Juli und August statt, und waren immer sehr gut besucht und teilweise sogar Wochen vorher ausgebucht. - Das Internet hat man sich bereits seit Jahren als Buchungsplattform ausgesucht, und das klappte wohl auch hervorragend. - In diesem Jahr baut man nun die Besuchsmöglichkeiten noch weiter aus, jetzt bietet man von Juni bis Ende September täglich Führungen an, für Gruppen, aber auch für Individualreisende. - Dazu muss man ein Formular auf der Internetseite des IAC (Instituto Astrofísco de Canarias) ausfüllen, in dem man mehrere Tage angeben kann, wann denn der Besuch der Einrichtungen für einen in Frage kommt, und dann wird man per E-Mail benachrichtigt, wann denn nun die Führung stattfindet. - Für interessierte Gäste, die nicht nur an unserer Landschaft und den Erholungsmöglichkeiten unserer Insel interessiert sind, sondern eben auch an den höchst interessanten Einrichtungen der Astrophysik, kann man nur anraten, dieses Formular noch vor ihrem Reiseantritt auszufüllen. - Das kann man ja ruhig schon Monate vorher machen, dann klappt das sicher auch mit dem Wunschtermin.

Die Führungen werden an die 45 Minuten dauern und es werden in der Regel ein oder zwei Observatorien besucht. - Welche der Einrichtungen nun in Gebrauch und Technik erklärt werden, das muss man den Organisatoren der Führungen überlassen, aber ich kann Ihnen garantieren, dass nichts dort oben auf dem hohen Berg auch nur in Richtung von langweilig bis uninteressant tendiert. - Als Besucher muss man dann aber auch noch bedenken, dass die Anfahrt auf den Roque de Los Muchachos sehr lange dauern kann. - Aus dem Aridanetal muss man mindestens anderthalb Stunden rechnen, aus Santa Cruz ebenso. - Aus dem Süden der Insel muss man noch mal knapp eine Stunde drauflegen und dabei gilt es insbesondere auch noch zu beachten, dass die Südweststraße von Fuencaliente nach wie vor stundenweise gesperrt ist. - Man sollte sich als überlegen, für Gäste welche in Fuencaliente untergebracht sind, lieber auf der Ostseite der Insel den Weg auf den höchsten Berg der Insel zu suchen, über Santa Cruz, Mirca und dann eben den Wegweisern folgend. - Da oben, auf über 2.400 Metern Höhe ist man dann im Hochgebirge, das heißt, Sonnenschutz, auch bei strahlendem Sonnenschein immer eine Jacke mitnehmen, und möglichst auch nicht in Badelatschen oder Sandalen auftauchen, das kommt nicht wirklich gut. Die Besuchsmöglichkeiten gibt es täglich, auch Samstag und Sonntag, und auf dem Anfrageformular haben Sie die Möglichkeit drei Wunschtermine anzugeben. - Die Besuche finden nur tagsüber statt, nicht nachts, denn dann arbeiten die Wissenschaftler an den Observatorien, und die wollen wir doch nicht bei ihren Beobachtungen stören. - Es fällt äußerst positiv auf, wie jedes Jahr die Besuchsmöglichkeiten ausgebaut werden, und die bislang so häufig kritisierte Distanz der Welt der Observatorien zu den Bewohnern und Besuchern der Insel immer weiter schrumpft. - Chapeau an die Verantwortlichen des IAC!





Donnerstag 27.05.2010 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 20,9 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Por los pelos
169 : 168

Um ein Haar, das ist die Bedeutung der heutigen Überschrift. - Ich bin mir sicher, dass das Deodorant unseres Regierungspräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero heute seinen endgültigen Tauglichkeitstest hat abliefern dürfen. - Ob es für gut befunden wird, das kann ich nicht sagen, dafür ist seine Frau zuständig. - Heute wurde im Kongress abgestimmt, ob denn die drastischen Sparpläne der sozialistischen Regierung in Madrid angenommen werden, und das Ergebnis ist so knapp, wie es knapper nicht sein kann. - Man könnte aber genau so sagen, dass heute auch über die Person Zapateros selbst abgestimmt wurde, und der ist wirklich mit einer deftigen Ermahnung gerade noch einmal davongekommen. - Denn für seinen Sparvorschlag stimmten wirklich nur die Abgeordneten seiner eigenen Partei, auch die kleineren Koalitionsparteien stimmten nicht für den Vorschlag, aber gerade genug Stimmen enthielten sich, so dass die von der Opposition angeführten Gegner des Sparkurses nicht die ausreichenden Stimmen erhalten haben, um Zapateros Kurs zu stoppen. - Zu gerne hätten die das gemacht, auch wenn nicht ganz klar ist, was denn passiert wäre, wenn der Sparkurs nicht angenommen würde, aber eine Abstimmungsniederlage über solche grundlegenden Reformen bedeutet meist danach das Aus einer ganzen Regierung. - Die Partido Popular sagte übrigens nicht, dass die Sparpläne falsch wären, die wollten sogar noch mehr einsparen, aber sie wollten auch Zapatero endlich los werden, und stimmten deshalb dagegen. - Auch eine interessante Form Demokratie für ein Land zu betreiben, sinnvolle Maßnahmen deshalb abzulehnen, weil man selbst nicht an der Macht ist. - Ausschlaggebend dafür, dass dennoch die Sparpläne von Zapatero angenommen wurden, und damit auch sein Kopf gerettet, waren heute die kleinen Parteien, die sich eben enthalten haben und damit die knappe Mehrheit der Sozialisten nicht gefährdeten.

Gegen die Pläne Zapateros stimmen die PP = Partido Popular, (152 Sitze im Parlament), die PNV = Partido Nacionalista Vasco (6 Sitze), die ERC = Esquerra Republicana de Catalunya (3 Sitze), die IU = Izquierda Unida (2 Sitze), die ICV = Iniciativa per Catalunya Verds (1 Sitz), die BNG = Bloque Nacionalista Gallego (2 Sitz), die UPyD = Unión Progreso y Democracia (1 Sitz) und die NaBai = Nafarroa Bai (1 Sitz). - Das sind zusammen die 168 Nein - Stimmen und dabei fällt auf, dass es in Spanien viele kleine regionale Parteien gibt, die nach dem äußerst komplizierten Verteilungsschlüssel auch besondere Vorteile genießen. - So gewann zum Beispiel die NaBai bei den Wahlen zum spanischen Parlament lediglich 62.073 Stimmen landesweit, und erhielt dennoch einen Sitz im Kongress. - Die IU dagegen 963.040 Stimmen, also etwa sechzehnmal so viele Stimmen, erhielt aber nur doppelt so viele Sitze im Parlament. - Diese Bevorzugung kleiner regionaler Parteien sorgt auch immer regelmäßig für Ärger, aber den Autonomiebestrebungen vieler Provinzen, tritt man eben mit dieser Sonderreglung entgegen. - Für den Plan Zapateros stimmten 196 Abgeordnete, und damit alle Vertreter der PSOE = Partido Socialista Obrero Español, und wer heute von denen Schnupfen, Herzrhythmusstörungen, Nierenkoliken hatte oder sonst was, der musste trotzdem erscheinen. - Zumindest das hat geklappt, seine Genossen hat Zapi noch alle auf seiner Seite, aber eben nur noch die. - Entscheidend für den Abstimmungsgewinn waren eben auch die Enthaltungen der CiU = Convergència i Unió (10 Sitze), die CC = Coalición Canaria (2 Sitze) und die UPN = Unión del Pueblo Navarro (2 Sitz)

Als Sieg Zapateros kann man das alles nun nicht werten, wohl aber als Überleben. - Weiter wird alles Glück und das zukünftige Geschick dieses Mannes, und ob er seine Partei an der Macht halten kann ausschließlich davon abhängen, wie schnell sich die Lage im Land nach den beiden derben Krisen wieder erholen kann. - Momentan liegt er nach aktuellen Umfragen 2 - 4 Punkte hinter der Partido Popular zurück. - Auf regionaler Ebene werden besonders zwei Ergebnisse für Ärger sorgen. - Die Partei UPN tritt nämlich in Navarra eigentlich zusammen mit der Partido Popular an, enthält sich aber in dieser Situation der Stimme, und lässt damit das Gesetz passieren und Zapatero an der Macht. - Ähnlich viel zu reden wird es hier auf den Kanaren geben. - Zwar ist die Coalición Canaria eine unabhängige Partei, paktiert aber seit langer Zeit bereits auf Provinzebene hier mit der Partido Popular, und auch hier wieder hätte ein Nein gegen dieses Gesetz die Situation für Zapatero ganz dramatisch werden lassen. - So werden natürlich auch hier die Koalitionspartner der Partido Popular fragen, was man sich denn dabei gedacht hatte, den Feind doch noch an der Macht zu belassen. - Allerdings hatte man das seitens der CC hier vorher auch schon angekündigt, so wie man in anderen Abstimmungen auch schon Vorschläge Zapateros unterstützt hat, oder sich eben still und schmusig enthalten. - Man kann dieses Vorgehen der Coalición Canaria auch so werten, dass man sich für die bevorstehenden Kommunalwahlen im kommenden Mai nun auch als Partner für die PSOE anbieten will, weil man befürchten muss, dass die jetzige Koalition mit den Bürgerlichen nicht mehr für eine Mehrheit reichen wird. - Unklar bleibt nach der heutigen Abstimmung, ob denn allen Kongressabgeordneten vorher bereits klar war, was man mit einer Enthaltung, oder einer Nein - Stimme denn hätte anrichten können.



Donnerstag 27.05.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Jungfrauenwein
Zwischen Tradition und Werbewirtschaft

Mit Jungfrauenwein sind hier nicht die süßen Schlüpferstürmer gemeint, die man früher als Erfolgsbeschleuniger bei gewissen geschlechtspezifischen Treffen eingesetzt hat. - Sie wissen schon, Mateus Rosé oder später auch Asti Spumante… Raus aus der Schmuddelecke, aber sofort, denn wir sprechen ja hier fast über heiligen Wein und alles was unsere "Virgen des Las Nieves" betrifft, darüber macht man keine Witze, das ist eine höchst ernste, aber auch rentable Geschichte. - Es sind ja nur noch ein paar Wochen hin, dann steigt es wieder, das nur alle 5 Jahre stattfindende Spektakel, rund um die Devotion an eine Marienfigur. - Allerdings sind die rein religiösen Akte dieser "Niederkunft" der Jungfrau zwar nicht in den Hintergrund gedrängt worden, aber die Anzahl und Bekanntheit des Rahmenprogramms übersteigt die Popularität der eigentlichen Veranstaltung um ein Vielfaches. - So fällt eigentlich jedem bei dem Wort "Bajada" zuerst der Zwergentanz ein, dann nennt man die vielen Stars aus Rundfunk und Fernsehen die uns Lieder trällern und eben ein mehrwöchiges Volksfest, welches die Hauptstadt alle 5 Jahre für einen Monat fest in Beschlag hält. - Das ist ein bisschen so wie Weihnachten, da hat auch das Drumherum längst den eigentlichen Ursprung der Feierlichkeiten weit überflügelt, aber so ist das nun mal. - Dabei entsteht sogar eine der so lustig betitelten "Win-win Situationen", der Pfarrer freut sich, dass so viele Menschen an diesem Spektakel teilnehmen, und die Gewerbetreibenden, dass mal wieder richtig was los ist, und man eine außerordentliche Kampagne fahren kann, um mal wieder richtig Umsatz zu machen. - Auch wieder wie Weihnachten, man stelle sich nur mal vor, wenn man manchen Branchen die Weihnachtsumsätze wegnehmen würde. - Nun ist unsere Bajada de La Virgen de Las Nieves aber nur alle 5 Jahre, das ist ein bisschen selten, um sich nur auf dieses Geschäft zu verlassen, aber es gibt keine wirklich ernsthaften Überlegungen, dieses Fest auch häufiger zu gestalten. - Das würde man auch nicht aushalten, jedes Jahr eine solche Fiesta, das ginge auch über die rein physische Kraft der allermeisten "Pilger" weit hinaus.

Wirkliche Kritik an der teilweise schamlosen Vermarktung der "Bajada de la Virgen" kommt kaum. - Ein paar Traditionalisten sicher, aber die absolute Mehrheit der Bevölkerung steht hinter diesem Ereignis und stört sich nicht daran, dass bunte Werbeaufkleber und Sponsoringverträge der Jungfrau in die Stadt helfen. - Warum denn nicht, ist doch alles für einen guten Zweck und der heiligt doch bekanntermaßen auch die Mittel. - Teilhaben an der "Handelsmarke Bajada de la Virgen" wird dieses Jahr auch der Wein der Insel. - Sowieso unverzichtbares Schmiermittel jeglicher Volksbelustigung auf La Palma, wird nun eine Sonderedition aufgelegt, welche echte "Bajadaweine" auf den Markt bringt. - Ganz pragmatisch ausgesucht, nämlich ein Gewächs jeder auf La Palma unter dem Siegel des DO produzierenden Bodega, bekommen an die 40.000 Pullen einen extra Aufkleber mit dem Siegel welcher den Trunk als "Bajadawein" ausweist. - Die Flasche kann man dann auch mit nach Hause nehmen und auf den Altar oder Kaminsims stellen, als Beweis der Jungferntreue, oder einfach als Zeichen, Bajada 2010, ich war dabei. - Ich muss wohl nicht erwähnen, dass die Weine dennoch aus der laufenden Produktion stammen und lediglich ein Zusatzetikett erhalten, aber alles was bei uns mal kurz an der Jungfrau vorbeigeführt wurde, oder eben im Namen irgend etwas von dieser Bajada enthält, gleich ein bisschen heilig ist. - Das mit dem Wein, warum nicht, und man kann das sicher noch weiter ausbreiten. - Die Shell verkauft dann während der Feiertage Jungfrauendiesel, welches hinten raus nach Weihrauch duftet, und Coca Cola bringt eine limitierte Auflage Cola light extra virgin auf den Markt. - Wie die nun riecht, darüber lasse ich mich besser nicht aus. - Warum denn auch nicht, Nonnenfürzchen und Liebfrauenmilch sind doch auch eingetragene Markenzeichen der wunderbaren Wertschöpfungskette im religiösen-wirtschaftlichen Komplex…



Mittwoch 26.05.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Zweifel an Sodepal
Gute Idee, schlechte Ausführung

Sodepal, für manche bereits ein Reizwort, für wieder andere bereits ein Skandal. - Für mich war das mal ein Hoffnungsträger, allerdings werden die Kritiken an dieser Firma unter Oberaufsicht des Cabildo Insular unüberhörbar größer. - Was ist eigentlich Sodepal ? - "Sociedad de Promoción y Desarrollo Económico de la Isla de La Palma" heißt das ausgeschrieben und diese Firma soll neue Wege der Produktion, des Marketing, des Vertriebes für Waren aus La Palma liefern, und überhaupt die wirtschaftliche Entwicklung der Insel vorantreiben. - So etwas kann eine gute Sache sein, gerade die vielen kleinen Hersteller hier auf der Insel hätten gute Beratung und eine Unterstützung im Marketing dringend nötig. - Darüber hinaus stößt Sodepal auch neue Ideen an, oder zumindest versucht das, allerdings bislang wohl ohne entsprechenden Erfolg. - Da darf ich an die Geschichte mit dem Nilbuntbarsch erinnern, großartig angekündigt als Eier legender Wollmilchbarsch, der in den vielen Wasserreservoirs dieser Insel ganz nebenbei gezogen werden sollte. - Ganz nebenbei musste man aber lernen, dass es dem Fisch bei uns im Winter aber viel zu kalt ist, und so das Tier einfach nicht wachsen will. - Dann gab es noch mal ein Skandälchen, als man in einem Ideenwettbewerb auch den Vorschlag brachte, einen Autowaschsalon zu eröffnen, in dem Damen "oben ohne" ihre Dienste als Reinigungspersonal anbieten. - Das gab aber einen Aufschrei hier, dabei war die ganze Geschichte nicht mal von Sodepal selbst erfunden, sondern von einem Ideenkatalog aus einem anderen Zusammenhang ohne weitere Prüfung übernommen worden. - Aber für negative Presse hat das weitaus heftiger und länger gereicht, als der wohl wirkliche Skandal, dass Sodepal bislang eigentlich nur Geld versenkt hat, überhaupt keinen Erfolg aufzuweisen hat, und auch keine Transparenz zeigt, was die internen Konten angeht. - So fordert man seitens der Partido Popular seit Monaten bereits Einsicht in die Bücher, aber das wird einfach nicht gewährt. - In wie weit man da auch noch Schmutzitäten erwarten kann, das weiß ich nicht, allerdings deutet mangelnde Transparenz ja schon auf irgendein schlechtes Gewissen hin.

Die Zeitung "La Voz de La Palma" berichtet nun über den nächsten Skandal, obwohl man den eigentlich zumindest teilweise schon kennt. - Bislang aber dachte man sich lediglich, das läuft einfach nicht gut genug, oder man braucht noch mehr Anlaufzeit, aber die Zeitung scheint einen Insider der Geschichte gefunden zu haben, der eine deutliche Sprache spricht. - Ob das alles war ist, das kann ich nicht überprüfen, aber die Anschuldigungen sind zumindest nachvollziehbar. - "Delicias de La Palma, unter dieser Marke vertreibt Sodepal diverse landwirtschaftliche Produkte auf der Insel. - Wir erinnern uns da an das Gofio aus La Palma, das so mies verpackt und etikettiert worden war, dass kaum ein Kunde da zugegriffen hat. - Laut La Voz de La Palma, und meist recherchieren die schon glaubhaft, ist der größte Anteil der Produktion wieder vernichtet worden. - Auf einer ähnlichen Schiene scheint das auch mit den Fertigsalaten so zu sein, die man seit anderthalb Jahren auch hier in den Supermärkten anbietet, und sogar auf die anderen Inseln exportiert. - Sie kennen diese Beutel sicher auch, die es von vielen Herstellern gibt, bereits gewaschene und gerupfte oder geschnittene Salate, als Convenience-Produkt für den modernen Haushalt. - Inzwischen gibt es von diesen Salaten 6 - 8 verschiedene Mischungen, zu einem wirklich interessanten Preis zu kaufen. - Dazu verspricht man den hiesigen Landwirten Festpreise und Abnahmegarantien für ihre Produkte, denn für unsere Landwirte war die ganze Geschichte wohl auch gedacht. - Allerdings zeigt sich nun wohl, dass ein Großteil der ganzen Salate überhaupt nicht aus La Palma stammt, sondern zugekauft wird, weil mal die Qualität der angelieferten Ware nicht stimmt, oder aber oft genau dieses Produkt gerade nicht geliefert werden kann, man aber Bestellungen von den Handelspartnern erfüllen muss. - Auch da landet wohl bereits bei der Herstellung der Salate der Großteil der Ware in der Tonne, und da man den Supermärkten eine Rücknahmegarantie gegeben hat für abgelaufene Ware, wird wohl so viel von dem Zeug wieder vernichtet, dass irgendwie der Sinn des Ganzen verloren gegangen ist. - Uns selbst fällt immer wieder auf, dass die Verpackung der Salate nicht optimal sein kann, denn die Ware "schwitzt" da in dem Kunststoffbeutel und verdirbt so viel zu schnell. - Sollten diese Vorwürfe an Sodepal gerechtfertigt sein, dann muss man das Gesamtkonzept völlig neu auflegen. - Grundsätzlich ist die Idee ja überhaupt nicht verkehrt, aber es kann nicht sein, dass Steuergelder dafür verwendet werden, einen Vernichtungsfeldzug von Ware und damit auch Geld unterhalten wird, für welch hehren Zweck auch immer.






Mittwoch 26.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Saubermänner mit Schulden
Los Llanos bezahlt sein Wasser nicht

Noch vor ein paar Wochen tönte es aus dem Rathaus der größten Stadt der Insel, dass alles wunderbar sei und sich die Gemeinde finanziell in allerbester Verfassung befindet. - Jetzt kommt raus, dass die Gemeinde eigentlich pleite ist, wenn man das nach Maßstäben der freien Wirtschaft messen würde. - Seit dem Jahr 2004 kassiert die Gemeinde von ihren Einwohnern die Wasserrechnungen, gibt diese Gelder aber nicht weiter an den "Consejo Insular de Aguas", inseleigene Organisation, welche die Gemeinden der Insel mit Trinkwasser versorgt. - Aufgelaufen sind inzwischen wohl an die 2.230.000 Euro, keine schlechte Summe in Zeiten des finanziellen Mangels. - Allerdings scheint der "Consejo Insular de Aguas" auch nicht sonderlich drängend zu sein mit den Forderungen an die Gemeinde Los Llanos, da man wohl bisher überhaupt nichts von diesen lange angelaufenen Forderungen gewusst hat. - Wie genau diese Schulden überhaupt öffentlich bekannt wurden, das kann, und vielleicht will man auch gar nicht mehr nachvollziehen, es ist aber schon ein starkes Stück, dass über so viele Jahre hinweg eine öffentliche Korporation, Zahlungen einfach verweigert, ohne dass dieses bekannt wurde. - Dem Bürgermeister ist ja bekanntermaßen schon lange nichts mehr peinlich, so reagiert er auch ziemlich gelassen auf die nun kommenden Kritiken. - Zuerst werden die Löhne gezahlt, dann die Zinsen, danach die Lieferanten und dann was an sozialen Leistungen noch zu berappen ist. Wenn dann noch was übrig ist, dann wird sogar das Wasser bezahlt.

Na gut, wir reden nicht von einer Firma, die hätte nach dem dritten Monat ohne Bezahlung den Gerichtsvollzieher auf dem Hals und eine Konkursandrohung, sondern von einer Gemeinde, die eben auch noch unter dem besonderen Schutz der Inselpolitik steht, da die gleiche Partei das Rathaus führt wie die Besetzung im Cabildo Insular, welches gleichzeitig auch den "Consejo Insular de Aguas" betreut. - Nur so ist es zu erklären, dass sich Rechnungen seit dem Jahr 2004 ansammeln konnten und diese nicht mit Nachdruck eingefordert wurden. - Übrigens hat neben Los Llanos nur noch eine weitere Gemeinde auf der Insel Schulden beim "Consejo Insular de Aguas" und das ist Barlovento, die mit 300.000 Euro in der Kreide stehen. - Alle anderen Gemeinden haben ihr Wasser immer brav gezahlt, und stehen jetzt ein bisschen wie die Blöden da, wenn Los Llanos mit seiner breit grinsenden Weigerung die Rechnungen zu bezahlen, durchkommt. - Auch hört man vom Bürgermeister, dass die Geschichte mit der öffentlichen Wasserversorgung sowieso ein schlechtes Geschäft sei, der Dienst die defizitär, man nimmt bei weitem nicht so viel Geld von den Wasserkunden ein, wie die ganze Geschichte die Gemeinde kostet. - Nun, das mag ja sein, und es ist auch bekannt, dass man in Los Llanos recht lax mit den Wasserrechnungen umgeht, und wenn einer 5 Jahre nicht bezahlt hat, dann kann man diese Forderungen auch nicht mehr durchsetzen. - Wenn also die Geschichte defizitär ist, dann muss man die Rechnungen nicht begleichen, und kein Wunder, dass wir jedes Jahr größere Ausgaben haben, wieder die Kosten des "Consejo Insular de Aguas" zu decken. - Ein Ausweg wäre die Privatisierung der Wasserversorgung der Gemeinde, so wie das viele anderen Gemeinden der Kanaren auch bereits mit Erfolg gemacht haben. - Dafür gibt es sogar noch Geld von den Firmen, die dafür eine Konzession von meist 25 Jahren erwerben, um irgendwann mit ihrem Dienst auch wieder Geld zu verdienen. - Das hat man bislang für Los Llanos aber immer abgelehnt, zu stolz, zu herrisch und wohl auch ein bisschen ängstlich, weil man dann dieses Defizit auch entdeckt hätte. - Aber so ist das nun mal im Leben, irgendwann kommen alle Rechnungen auf den Tisch.



Dienstag 25.05.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Modefarbe Rot
Zumindest bei den Stiften

Zunächst hat man ja Zapatero mit seinen Sparmodellen vorgeschickt und ihn damit ganz schön in Bredouille gebracht. - Schimpf, Schande und Rücktrittsforderungen erntete er damit, obwohl allen eigentlich nach dem Griechenlandschock klar war, dass wir uns ein neues Loch in den Gürtel stanzen müssen. - Allerdings dieses Mal nach innen, nachdem wir viele Jahre hin den Gürtel immer weiter gemacht haben. - Der Ärger über Zapatero, weil auch wir halt alle der Meinung sind: Sparen ja, aber nicht bei mir, ist noch nicht verflogen, da kommen die nächsten Spargeschichten der autonomen Regionen an und auch der Kommunen. - Vielleicht wird nun der Druck auf Zapatero auch wieder ein bisschen geringer, finden doch die anderen Einsparungen noch mehr Aufmerksamkeit. - Außerdem hat man klar gesehen, dass die pekuniäre Selbstbeschneidung des Kabinetts Zapatero auch öffentliche Wirkung zeigt. - Wo er allen Staatsbediensteten einen Einschnitt von bis zu 5% aufzwingt, beschnitt er die Einkommen seines eigenen Kabinetts gleich um 15%. - Das macht ihn auch noch nicht zum möglichen Empfänger von Caritas-Spenden, allerdings verdient unser Regierungspräsident jetzt "nur" noch gute 6.000 Euro im Monat, weniger als so mancher Bürgermeister einer Kleinstadt. - Die aber ziehen jetzt nach, die "FEMP" (Federación Española de Municipios y Provincias) hat nun beschlossen, die Einkommen von Bürgermeistern und Stadträten ebenso freiwillig zu beschneiden, und zwar zwischen 0,25 und 15%. - Wobei man da schon ein bisschen zögerlich vorgegangen ist, denn die 15% Reduzierung, die machen wirklich nur diejenigen mit, deren Einkommen eh schon auf Augenhöhe mit Zapatero sind, weiter unten wird deutlich weniger beschnitten. - Aber es ist ein deutliches Signal, nicht nur die Beamten und Angestellten des Öffentlichen Dienstes werden mit ins Sparboot gerufen, auch die Lokalpolitik nimmt sich zurück. - Wie lange, das werden wir ja dann noch sehen.

Auf Provinzebene wissen wir noch nicht, wie weit die Sparsolidarität der Abgeordneten des kanarischen Parlamentes geht, aber wir sollten sicher sein, dass auch die sich nicht zurücknehmen können. - Einsparungsmöglichkeiten werden auf der Ebene eher dahingehend diskutiert, dass man die Zahl der "Consejerías" (Räte heißt das, gemeint sind aber Ministerien der Provinzen - Minister und Ministerien gibt es in Spanien nur auf nationaler Ebene. - In den Ländern oder hier Provinzen heißt das Consejeros und Consejerías) reduziert, und zwar um den Faktor 2 oder 3. - Darüber hinaus denkt man darüber nach, die Zahl der Firmen und Beteiligungen um 30 - 40% zu reduzieren. - Angestrebtes Sparvolumen, eine Milliarde Euro, allein für nächstes Jahr und nur für die Kanaren. - Weiter wurde beschlossen, dass die Gemeinden sich ab dem kommenden Jahr nicht mehr langfristig verschulden dürfen. - Zunächst wollte man das ab sofort machen, da haben aber viele Gemeinden schwer gemeckert. Schaffen einige doch nicht mal diesen Haushalt mehr ohne Kreditaufnahme und dann müssen wir auch noch abwarten, wie man eigentlich langfristig definiert. - Es kommt also einiges auf uns zu und wir sollten uns nicht wundern, wenn so manches strahlende Projekt, was man noch vor kurzer Zeit groß angekündigt hat oder anschieben wollte, nun dem Rotstift zum Opfer fällt. - Aber es sieht wohl schon so aus, als hätte man das hier verstanden, dass Spanien nicht zum zweiten Sanierungsfall der EU werden soll, nachdem man viele Jahre deutlich über seine Verhältnisse gelebt hat. - Dabei fällt mir ja immer wieder ein, wie man auch noch viel Geld sparen könnte. - Lasst uns einfach diesen Wahnsinn mit der Autobahn durch das Weltbiosphärenreservat La Palma vergessen, da hätte man dann schon wieder ein paar Münzen übrig, um an anderer Stelle, da wo es wirklich weh tut, dann nicht so böse beschneiden müsste. - Leider muss man das oft in der Marktwirtschaft feststellen, dass nicht die Politik die Vernunft bringt, sondern meist nur der Mangel.



Dienstag 25.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Völlig losgelöst
Bürgermeister von Los Llanos bleibt sich treu

Was noch nicht grundsätzlich geklärt ist, ob das an der Luft liegt oder an der Stadt selbst, dass wir in den letzten Jahren nicht wirklich Glück gehabt haben mit den Stadtoberen der Aridanemetropole. - Auch unser jetziger Stadtvorsteher, der ja auch noch das Manko mit sich bringt, kein gewählter Bürgermeister zu sein, sondern ein Nachrücker nach dem Weggang von Juan Ramón Hernández ins Gobierno de Canarias, reiht sich da lustig und facettenreich ein. - Pleiten, Pech, oder sollten wir sagen Asphalt und Pannen begleiten diese Legislatur, aber der gute Mann wird deswegen nicht etwa bescheiden oder gar demütig, Juan Ramón Marín, meist allerdings nur JuanRa II genannt, tritt weiterhin in alle Fettnäpfchen, von denen er allerdings annimmt, das seien die großen Fußstapfen seines Vorgängers. - Sei es sein Streit mit der eigenen Stadtpolizei, wirre Privatisierungspläne eigentlich öffentlicher Bauten, oder die äußerst fragwürdigen Vorgänge um mündliche Genehmigungen an den Betreiber des Asphaltwerkes, man darf als Außenstehender so einiges noch erwarten von diesem Bürgermeister. - Da ist man froh, wenn man nicht aus Los Llanos ist, auch wenn wir uns im Moment in El Paso auch nicht mit Ruhm bekleckern, aber unsere Stadtregierung macht wenigstens gar nichts, da macht man auch nicht so viel verkehrt. - Gestern war wieder mal Plenum des Gemeinderates, und auch hier enttäuscht Juan Ramón die Freunde der Polemik nicht, und glänzt erneut durch wirre Vorschläge.

Es schient ihm ein Dorn im Auge zu sein, dass Santa Cruz nun die Investition für den Stadtstrand erhalten hat, die Verbesserungsarbeiten in Puerto Naos, was ja zur Gemeinde Los Llanos gehört, aber noch nicht mal fertig projektiert sind. - So hielt er der Chefin der Sozialisten vor, sie hätte bei ihrem letzten Besuch in Madrid dafür gesorgt, dass das Geld in die Hauptstadt ginge und nicht nach Los Llanos. - Dabei kam klar rüber, dass er den Hauptstädtern diese Investition nicht gönnt. - Es ist aber schlichtweg Unfug, dass die Oppositionsführerin aus Los Llanos auch nur den geringsten Einfluss auf Entscheidungen hätte, welche das Umweltamt in Madrid zu fällen hat. - Ironisch meinte er dann noch, Rita Gómez, so heißt die Sozialistin in Los Llanos, solle nun wieder nach Madrid fahren und dafür sorgen, dass auch die Investition in Santa Cruz gestoppt würde. - Darauf hin entgegnete sie, er solle doch einfach nach Santa Cruz fahren und dort seinen eigenen Parteikollegen an der Spitze des Stadtparlamentes erklären, dass er den Hauptstädtern diesen Strand nicht gönnt, weil man es in Los Llanos nicht gerne sieht, wenn andere Städte auch mal ein Stück vom Kuchen erhalten. - Und darüber hinaus blockiere man ja die Pläne in Puerto Naos selbst, weil man immer wieder Änderungsvorschläge einreiche und die Pläne der Küstenbehörde nicht akzeptiere. - Was dieses ganze Gedöns um Neid auf die Hauptstadt überhaupt in einem Plenum von Los Llanos zu suchen hat, das darf man sich hier ruhig fragen, aber das ist in Los Llanos so. - Weiter will der Bürgermeister schnellstmöglich an die aus Madrid zugesagten 300 Millionen Euro, die wir erhalten sollen, als Trostpflaster, dass das mit dem Riesenteleskop der ESO nicht geklappt hat. - Damit möchte er ein Altersheim bauen, die neue Kaserne der Guardia Civil und eben den Strand von Puerto Naos aufwerten. - Allerdings hat da Juan Ramón auch wieder nicht aufgepasst, sollte dieses Geld wirklich kommen, was nach den derzeitigen Sparkampagnen kaum noch zu glauben ist, dann geht dieses Geld in Gesamtpakete, welche der Insel allgemein zu Gute kommen. - Darüber hinaus muss das Altersheim von der Provinzregierung finanziert werden, die Strandverbesserung von Puerto Naos zahlt sowieso Madrid, und die Finanzierung für die neue Kaserne der Guardia Civil, die hat genau diese Stadtregierung gerade verstreichen lassen, weil man dem Innenministerium im Madrid kein Grundstück zugewiesen hat, auf dem diese neue Kaserne gebaut werden kann. - Weit entfernt jeglicher Realität, und eigentlich sind diese Plenen in Los Llanos nur Zeitverschwendung, wenn der mittelgroße Zampano seine Monologe a la Hugo Chávez serviert, aber die Beteiligten an diesen Sitzungen, die bekommen wenigstens noch Geld dafür, damit man sich diesen Blödsinn anhört. - Bei uns und bei Ihnen ist das anders, wir müssen dafür auch noch bezahlen, nämlich Steuern, damit solche Peinlichkeiten in der Öffentlichkeit ausgetragen werden können.





Montag 24.05.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 21,1 Grad - niedrigste Temperatur 15,1 Grad

Vaca flaca
Die Kuh ist dünn, sehr dünn

Die Blicke der Leute werden langsam glasig. - Sei es nun in den Läden, oder noch mehr in den Bars und Restaurants, es macht sich lähmende Agonie breit. - Manchmal erschreckt man auch einen leidenden Verkäufer, wenn man trotz Maileere in einen Laden tritt und die sonst so flotte Bedienung schafft auf einmal keine drei Tische mehr, weil sie das einfach nicht mehr gewohnt ist. - Das kennen wir, das ist im Mai immer so, und zieht sich dann noch bis Ende Juni, bis die Schulferien losgehen. - Dann bricht zwar auch noch nicht das Sommergeschäft über uns, wenn es ein solches überhaupt gibt, aber es fühlt sich alles wieder anders an. - Bis dahin gilt kollektives Jammern aber auch einsames Schweigen, so schlecht wie diesen Mai war es noch nie, auch wenn ich wetten möchte, dass die Statistik da andere Zahlen hergibt. - Aber dieser Mai ist immer der schlechteste Mai, denn in dem steckt man drin, alles andere ist da schon Nostalgie, und früher waren selbst die Krisen noch viel schöner. - Auch das kennen wir, der Mensch neigt nun mal dazu die Vergangenheit zu glorifizieren und verleiht der Gegenwart ein hässliches Kleid, was im Übrigen kein guter und schon gar kein glücklicher Wesenszug ist. - Man merkt es ganz deutlich, die Touristen kommen jetzt wieder in handverlesenen Grüppchen, und die Brezeldiebe sind auch nicht mehr da, die lassen sich auf vor November meist nicht wieder sehen. - Hier frisst ja die heftige Arbeitslosigkeit am generellen Kauf- und Konsumdrang, so hat man nachmittags im San Martín dann schon mal die Auswahl zwischen drei Nägel kauenden Kassiererinnen. - Oder dieser Zettelkasten an der Wursttheke, an dem man sich ein Nümmerchen ziehen soll, um dann aufgerufen zu werden, der ist bloße Verballhornung und stummer Zeuge einer Epoche, in den man die Schlote noch qualmen sah.

Mai ist auch immer, wenn der Chef die Bedienung auf den Stuhl schickt, damit die Oberlichter der Kneipe vom Jahresgammel befreit werden, und danach auch noch Glühbirnen gewechselt werden, die im letzten Juli bereits ausgebrannt waren. - Bei solch einer Geschäftslage ist die pure Präsenz des Chefs, der Chefin oder des Ladeninhabers dann auch für den Kunden unerträglich, wie muss das für die Angestellten dann erst sein. - Wenn ich in die Kneipe gehe, zum feierabendlichen Sitzaikido, dann bezahle ich schließlich dafür, dass man sich mein Gedöns um das schlechte Geschäft anhört, nicht anders herum. - OK, wenn der eine Runde ausgibt, dann darf er auch mal kurz jammern, aber ansonsten erfüllen ja solche Männeraufbewahrungsräume den eindeutigen Zweck, die Kerle nach gewisser Ansprache wieder freigechillt nach Hause zu schicken. - Geschäftsleute untereinander, das ist auch noch eine lustige Geschichte, da wird dann umgekehrt proportional zum Fangglück der Petri Jünger tiefgestapelt, wobei sich schon mal die Balken vor lauter Passiva biegen. - Manche ziehen aber auch ganz deutliche Konsequenzen und schicken sich selber nach Hause und machen die Bude dicht für einen Monat oder mehr. - Ist vielleicht auch gut für den Kunden, dann muss man das miesepetrige Gesicht nicht ertragen bei solch schlechten Umsätzen. - Aber es stimmt schon, nicht nur wer im Tourismus arbeitet, der muss auf La Palma im Mai moralisch gut gefestigt sein, die dünne Kuh, die "vaca flaca" beißt so einige hier hungrig in die Waden. Wieder andere, das sind die ganz Harten, die gehen jetzt die vielen Arbeiten an, die man während des flotten Wintergeschäftes nicht hat erledigen können. - Aber die allermeisten hier, vielleicht sogar fast niemand ist ein "Harter", wir müssen uns nur irgendwie zu den Schulferien durchschummeln, dann zieht die Ausrede endlich wieder, das erledigen wir alles nach den Ferien…



Montag 24.05.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1016 hPa

Unelco rüstet auf
Stromlieferant wartet auf neue Turbine

Man kann uns ja alles erzählen. - Was die Versorgung mit elektrischer Energie angeht, da kommen wir zwar billig weg, allerdings überrascht man uns andauernd mit heftigen Schwankungen und immer mal wieder mit kompletten Ausfällen. - Weihnachten waren wir mal fast 48 Stunden ohne Strom, und am 16. April noch mal 5 Stunden, und das eben die gesamte Insel. - Weihnachten war das viele Wasser das Problem und die Tatsache, dass unser Stromversorger Unelco/Endesa halt für ihren "Chef", die Enel, gut dastehen muss, die shareholder würden sonst zittrig werden und andere Aktien bevorzugen. - So baute man über die Jahre hin einen großen Teil der permanenten Belegschaft ab und vertraute auf Fremdarbeiter. - Das kann man versuchen, allerdings fehlen dann in kritischen Momenten, und Weihnachten ist so ein kritischer Moment die Mitarbeiter, denn bis man die Vertragspartner, mit denen man Wartungsverträge abgeschlossen hat, auch an einem solchen Feiertag aus dem Bett trommeln kann, vergeht meist reichlich Zeit. - Dieses Problem hat man erkannt, aber wir wissen nicht, ob man es auch gebannt hat, denn unter der Hand gab es große Vorwürfe an die Wartung der Verteilerstationen und Transformatoreneinrichtungen, die wohl in üblem Zustand seien. - Das wissen wir natürlich nur aus Erzählungen, ein komplettes Bild können wir uns da nicht basteln, ist eben auch die Informationspolitik des Stromversorgers nicht gerade glasnost.

Der nächste komplette Stromausfall geschah nun am 16. April, ohne Unwetter oder andere äußere Einflüsse. - Darauf hin folgten interessante bis lustige Erklärungsversuche und das immer wieder ostentative Aufstampfen erboster Politikerfüße, die Erklärungen und auch Regresszahlungen vom Stromversorger fordern. - Allerdings sind diese Drohungen leer wie trockenes Stroh, kaum ein Bürger macht sich die Arbeit die Unelco auf Schadensersatz zu drängen. - Wie denn auch, man müsste so als Gewerbetreibender den Umsatzausfall dokumentieren, um dann Monate zu warten und dann vielleicht auch noch eine peinliche Untersuchung über sich ergehen zu lassen. - Aber man muss auch wissen, dass es eben in der Art der Stromversorgung, die wir hier auf den Inseln haben, ein grundsätzliches Problem gibt. - Es ist einfach keine Alternative vorhanden, wenn das einzige Kraftwerk klemmt, dann kann man sich nicht wie in Flächenregionen aus anderen Quelle bedienen, es ist praktisch nur eine einzige Steckdose vorhanden, und wenn die bricht, dann ist alles aus. - Nun hört man wieder mal Neuigkeiten. - Der Stromausfall vom 16. April soll aufgrund einer fehlerhaften Schaltung ausgelöst worden sein. - Landläufig ausgedrückt, man wollte Leistung von einer Turbine zapfen, die überhaupt noch nicht auf der Insel ist, sondern immer noch unterwegs. - Keine Ahnung, ob das so war, aber es ist schon lustig, dass wir in den letzten anderthalb Jahren überhaupt nicht mehr davon reden, wie es denn möglich wäre diese Insel komplett durch alternative Energien zu versorgen, sondern nur noch darüber, wie unser zentrales Kraftwerk sicherer gemacht werden kann. - Aber es gibt auch Positives zu berichten. - In ein paar Monaten kommt diese neue Turbine nach La Palma, ein Monster mit einer Leistung von 22 Megawatt, und dann soll es viel schneller gehen, nach einem Stromausfall die Versorgung wieder herzustellen. - Wenn das keine gute Nachricht ist…



Sonntag 23.05.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 16,6 Grad

Kleinvieh
Außer Brummschädel nichts passiert

Viel Fiesta, dann gibt es nicht viel zu schreiben. - Neue Schule für Los Llanos. - Gute 4 Millionen Euro hat das Schulamt der kanarischen Regierung zur Verfügung gestellt, damit ein neues Unterstufenzentrum gebaut werden kann. - 400 Plätze soll es dort geben und die Unterstufe geht bei uns bis einschließlich 6. Klasse, dann wird auf die "Institutos" gewechselt. Die neue Schule, die bei "El Jable" entsteht, soll auch so heißen: CEIP El Jable. - Das CEIP steht für "Colegio de educación infantil y primaria". - Nun wird aber nicht einfach so eine neue Schule gebaut, weil es hier mehr Schüler gibt als früher, eher umgekehrt ist das leider der Fall, sondern diese neue Schule soll das erwürdig veraltete XXV Años de Paz ersetzen, welches nur extrem aufwendig so hergerichtet werden könnte, dass es den heutigen Anforderungen von Erreichbarkeit für Körperbehinderte erfüllt. - So entschied man sich lieber dazu gleich Nägel mit Köpfen oder Schulen mit Fahrstühlen zu machen, als an dem alten Gebäude ewig herumzufummeln. - Interessant allerdings ist schon, dass die Schulbehörde so spendabel ist. - Na ja, es bleibt ja in der Partei…

Und noch mehr Preise für Vega Norte. - Wenn das so weiter geht, dann muss ich das Bier wegstellen und Vega Norte trinken. - Kann aber auch sein, dass die bald in größeren Flaschen abfüllen müssen, weil sonst auf den Etiketten die vielen Preise gar nicht mehr draufpassen, welche die Weißweine der Kellerei S.A.T. Bodegas Noroeste de La Palma so in diesem Jahr bereits eingeheimst haben. - Dabei fällt auf, dass sich internationale Nasen und Geschmacksknospen dann doch irgendwie ähneln. - Es waren immer mal wieder Weine La Palmas unter den gekrönten Essenzen, aber dieses Mal sind sich alle einig, wenn La Palmas Weine abräumen, dann sind es immer wieder die beiden Weißen und der Rosé die unter dem Namen Vega Norte vertrieben werden. - Alljährlich findet auf den Kanaren die Verkostung fast aller Weine der Inseln statt, unter dem Namen Concurso Regional de Vinos Alhóndiga. - La Palma Weine erreichten dort 5 Medaillen, drei Mal Gold und zwei Mal Bronze. - Und wieder war der Gewinner der Vega Norte Albillo, der neben zwei Malvasía eine goldene Medaille abstaubte und der Vega Norte Rosé gewann noch Bronze. - Wenn Sie also bald zu Besuch auf die Insel kommen und gerne fruchtige und frische Weißweine trinken, dann wissen Sie ja nun, was zu ordern ist.

Heiliger Himmel, und noch eine Goldmedaille für La Palma. - Nicht Wein, nicht Käse oder ein berühmter Künstler wird da geehrt, sondern der Himmel über La Palma. - Ja, Sie haben richtig gelesen, unser Himmel soll eine der Goldmedaillen erhalten, welche von der kanarischen Regierung jedes Jahr zum "Día de las Canarias" vergibt. - Das riecht ein bisschen nach Trostpreis, nachdem doch das Riesenteleskop der ESO nach Chile durchgewunken wurde, möchte man uns wieder ein bisschen am himmlischen Bart pinseln. - Betrachtet man die anderen Preisträger, der Fußballclub "Real Club Victoria" weil der einhundert Jahre alt geworden ist, dann der "Loro Parque", weil es ein extrem erfolgreiches Geschäftskonzept ist und seit seiner Gründung vor 38 Jahren inzwischen 34 Millionen Besucher gehabt hat. - Weiter werden prämiert: Arístides Hernández Morán, ein verdienter Arzt, der auf Fuerteventura praktiziert hat, und Jesús Omar González Quintero, junger Tänzer aus El Hierro. - Weiter gibt es noch eine Goldmedaille für das Konsortium, welches sich um die Weltausstellung EXPO 2023 auf den Kanaren bemüht. - Hier auf La Palma bleibt uns wieder mal nur der Himmel, das kennen wir auch schon aus früheren Zeiten. - Preisverleihung wird am 30. Mai im Auditorio Alfredo Kraus de Las Palmas de Gran Canaria sein. - Um persönliches Erscheinen wird gebeten, aber da mache ich mir keine Sorgen, denn der Himmel über La Palma ist der gleiche wie über Las Palmas und eigentlich der über Barsinghausen auch.



Sonntag 23.05.2010 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1017 hPa

Schlecht gewählt
Sport statt Fiestas, keine gute Entscheidung

Gestern Abend bot das Aridanetal gleich zwei sausende Fiestas an. - Einmal das Fest zu Ehren des San Isidro und des Kreuzes von La Laguna, das eigentlich eine ganze Woche dauert, aber eben aus pragmatischen Gründen gestern Abend seinen Höhepunkt fand. - Dann noch die berühmte "Machanga" in El Paso, ein völlig von Glaube und der Kirche losgelöstes Spektakel, welches auch immer Tausende von gut gelaunten Menschen anlockt, um damit die Zeit der sommerlichen Fiestas zu eröffnen. - Und was machen wir, wir treudoofen Trottel bleiben Zuhause, sehen uns erst das Eishockey Halbfinale Russland - Deutschland an, und danach auch noch die Championsleague. - Selber Schuld, das haben wir nun davon, und meine schlechte Laune gestern Abend muss fast unerträglich gewesen sein. - So zumindest erzählen es mir meine Damen, die ja dann auch noch beim Fußball die Frechheit besaßen, diesen italienischen Club zu unterstützen, weil die Bayern München nicht ausstehen können. - Na ja, so richtig sympathisch ist mir der Trainer auch nicht, und diese Verholländerisierung, aber als geborener Bayer kann man doch nicht anders, als in solch einem Moment diesen Club zu unterstützen. - Aber das Drama begann ja schon früher. - Man konnte zwar ahnen und hoffen, dass die deutsche Eishockeynationalmannschaft dieses Mal nicht von Russland mit dem üblichen 8:1 oder 7:2 wieder vom Eis komplimentieren würde, aber dass es so eng würde, und die deutschen Spieler so nahe vor einer großen Sensation standen, das war dann ein paar Minuten vor Ende dann doch wirklich tragisch. - Ein kleiner individueller Fehler stellte nach den ganzen Bemühungen und den wunderbaren Kampf dann doch wieder die Eishockeywelt in ein normales Licht, und Deutschland darf heute "nur" gegen die Schweden um die Bronzemedaille spielen. - Das alleine ist immer noch eine Sensation, aber wenn man so knapp vor dem Endspiel stand, und nicht etwa weil die Russen einen schlechten Tag hatten, sondern unsere Mannschaft so hervorragend gespielt hat, da bleibt ein Stück Wehmut doch stecken.

Was man sowieso nicht machen soll, ist Fußball gleich nach einem schönen Eishockeyspiel ansehen. - Man möchte dann diese trägen Gestalten auf dem Rasen immer anschieben, so statisch und langsam kommt einem das kollektive Kaffeekränzchen auf dem Rasen dann vor und man muss sich wirklich fragen, warum man in Deutschland überall dem Fußball hinterher läuft, wo doch auch hervorragendes Eishockey gespielt wird und dem Zuschauer deutlich mehr Spannung und Aufregung bietet. - Vielleicht hilft ja das hervorragende Auftreten dieser Mannschaft nun, dass Eishockey nicht weiter zur Randsportart degradiert wird. - Wenn die "eigene" Mannschaft im Fußball dann auch noch so wenig überzeugend spielt, und die listigen Gegner abgebrüht Konter ausnutzen und damit zum Erfolg kommen, dann ist die Laune ganz im Keller und ich beneidete meine große Tochter, die als einzige auf die Idee gekommen ist, doch lieber auf die Fiesta zu gehen und da sicheren Spaß zu haben. - Aber eigentlich hätten wir uns das auch denken können, Fernsehen, und sei es auch für große Sportereignisse, dafür die Dorffiesta sausen lassen, das kann man einfach nicht bringen und wird sicherlich mit schlechter Laune bestraft. - Immerhin war die Pizza wieder hervorragend, die ich gerade noch zwischen Eishockey und Fußball holen konnte, aber so einen leichten Nachgeschmack hatte die doch, besonders die Pizza Milanese…



Samstag 22.05.2010 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 23,4 Grad - niedrigste Temperatur 15,8 Grad

Heiliges Kanonenrohr
Kompetenzgerangel um die "Fuente Santa"

Unberührt, ungenutzt und unbeleckt liegt sie da und wartet irgendwie auf den Prinzen, der sie aus dem Dornquellchenschlaf weckt. - Die Heilige Quelle könnte ein touristischer Magnet für diese Insel sein, Bad La Palma klingt es schon in meinen Ohren und wenn man den vielen historischen Dokumenten glaubt, dann hat diese Quelle bereits Zipperlein von Syphilis bis Nierensteine geheilt. - Gut, das mag auch alles ein bisschen mit dem Wort "Heilige Quelle" und dem Glauben an heilende Kräfte zu tun haben, aber so funktioniert das eben. - Da hat man nun solch großen Aufwand betrieben, diese von den Lavaströmen des San Antonio im Jahr 1677 wieder freizulegen. - 8 Jahre lang hat man immer wieder neue Bohrungen vorgenommen und schließlich war es dann im Oktober 2005 so weit, dass diese Quelle wieder entdeckt wurde. - Das sind nun bald 5 Jahre, und immer noch nicht weiß man so genau, was und vor allem wer denn dort mal so etwas wie ein Bad, ein Wellnesscenter oder einfach nur eine Pilgerstätte einrichten kann, darf und will. - Allerdings hat man sich vor ein paar Monaten zumindest bereits geeinigt, wer denn überhaupt etwas dort zu sagen hat, und ein Konsortium gegründet, welches aus Gemeinde, Inselregierung, Provinzregierung und Küstenbehörde besteht und wer uns so ein bisschen, auch wenn nur ein ganz kleines bisschen kennt, dem ist sicher sofort aufgefallen, dass da ein bisschen viele Heilige an der Quelle köcheln. - Zwar hat man einen Schlüssel erstellt, wer denn wie viel zu sagen hat in diesem Konsortium, aber das scheint irgendwie nicht aufzugehen, oder dieses Konsortium hat sich noch überhaupt nicht besprochen.

Kaum kommt die Meldung über die Presse, dass man ein Besucherzentrum, oder vielleicht besser, ein etwas ausgeschmücktes Wartehäuschen dort aufstellen will, damit man endlich diesen Stollen mit der Heiligen Quelle auch an Besucher öffnen kann, da meckert schon wieder der Bürgermeister von Fuencaliente, das hätte niemand mit ihm besprochen. - Muss wohl so sein, wenn er das sagt, und so fühlt sich der gute Mann dann gleich mal wieder kräftig hintergangen. - Klar, keinem Bürgermeister gefällt es, wenn Dinge da auf seinem Gemeindegrund geschehen, von denen er nichts mitbekommt. - Dann dröhnt er auch noch, dass die Quelle doch der Gemeinde gehöre und 45% der aller Entscheidungen die dort getroffen würden von der lokalen Korporation auszugehen hätten. - Allerdings hatten wir mal was von 30% Beteiligung gehört, nicht von 45% und dann muss man auch noch dazu sagen, dass die Gemeinde Fuencaliente faktisch pleite ist, und sowieso kein Geld hat, da irgendwelche Unternehmungen zu starten. - Schließlich kam das Geld für die Suche nach der Heiligen Quelle auch nicht aus der Gemeinde, sondern von der Insel- und der Provinzregierung, also sollte der gute Mann dort im Süden mal schön die heiligen Wässerchen ganz flach halten. - Aber solches Kurzpassspiel das liegt den hiesigen Alcalden nicht besonders, da wird eher nach dem Motto gespielt, den Ball nach vorne dreschen und dann hinterherlaufen. - Schade, dass noch vor dem ersten Beginn irgendeiner Nutzung dieser außerordentlich wertvollen natürlichen Ressource dieser Insel, das Kleinbürgertum sich sofort wieder nach vorne schlängelt. - Denn mal Hand aufs Herz oder die Geldbörse, das kann nicht gut gehen, wenn eine kleine Gemeinde, die nicht mal 2.000 Einwohner hat und vielleicht weniger Geld auf dem Konto als ich, solche eine Einrichtung lenken will, die inselweite Bedeutung erlangen soll. - Man kann gespannt sein, wie dieser Kleinkrieg um Aufmerksamkeit und Rechthaberei weitergeht, und ich fürchte einfach mal, dass dieser Kindergarten eine vernünftige Nutzung der Quelle äußerst behindern wird.





Samstag 22.05.2010 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1017 hPa

Der Gipfel des Zynismus
Inselregierung mahnt zu mehr Anstrengungen die Biodiversität der Insel zu bewahren

So ein wunderschöner Tag heute, und man muss bereits am frühen Morgen solch nahezu blasphemische Äußerungen hinnehmen. - Man wirft mir ja auch oft genug, und vielleicht manchmal sogar zu Recht, Zynismus vor, wobei ich ja eher der Meinung bin, ich sei sarkastisch. - Da mag man sich aber auch in der Definition ruhig seine eigene Meinung basteln, das Stückchen Freiheit sollten wir uns dann doch noch nehmen. - Also im Kontext. - Am Montag dieser Woche verabschiedet das "Gobierno de Canarias" den neuen Artenschutzkatalog für die Kanarischen Inseln, mit Zustimmung aller palmerischen Abgeordneten der Coalición Canaria und der Partido Popular. - Dieser Katalog allerdings listet etwa die Hälfte aller bislang geschützten Arten auf den Insel einfach aus, oder setzt die Schutzstufe einfach herab, und das gegen den Willen und ausdrückliche Mahnung der Wissenschaftler, den größten Teil der Bevölkerung und auch gegen die nationalen Gesetze und Richtlinien der Europäischen Union. - Hintergrund ist ganz einfach zu erklären, diverse pharaonische Bauwerke, die meist überhaupt keiner braucht, konnten nur aufgehalten oder zumindest temporär gestoppt werden, weil man eben schützenswerte Flora oder Fauna in dem betroffenen Gebiet gefunden hat. - Bekannte Beispiele hierfür sind der Hafen von Granadilla auf Tenerife, der übrigens mit reichlich EU-Geldern gebaut werden soll. - Aufgehalten wurde diese unnötige Infrastruktur durch das Vorhandensein von Braunalgenwiesen, den "Sebadales de Granadilla" denn diese Wasserpflanzen stehen unter Naturschutz. - In der neuen Liste allerdings nicht mehr, und dann kann man den neuen Hafen weiterbauen, obwohl den keiner braucht, denn nördlich davon liegt der funktionierende Hafen von Santa Cruz, und südlich davon Los Cristianos. - Auch hier auf La Palma stört ja eine störrische Heuschreckenart den Bau des Golfplatzes von Los Llanos, der teilweise sogar im Naturschutzgebiet "Tamanca" entstehen soll, und siehe da, auch diese Heuschrecke, die es nur auf dieser Insel gibt und nur in dieser Zone, und auch nur noch ein paar Exemplare, die ist in der neuen Liste nicht als vom Aussterben bedroht aufgenommen.

Klarer kann man solche Listen nicht nach Klientelwünschen basteln und eigentlich haben wir auch gar nichts anderes erwartet. - Vielleicht noch von der Partido Popular, die ja zusammen mit der Coalición Canaria im Gobierno de Canarias regiert, aber wie wir erfahren mussten, sind die willfährigen Büchsenspanner dieser konservativen Gruppe genau so skrupellos im Umgang mit der Biodiversität dieser Insel. - Bislang also nur mafiöses Verhalten, aber noch kein Zynismus. - Der kommt heute, mit einer Presseerklärung unserer Inselregierung, die sich blümerant zum Thema "Tag der Biodiversität" äußert und in dem das Cabildo Insular uns alle auffordert, mehr zum Schutz der Natur beizutragen. - Wie schön es doch sei, dass diese Insel Weltbiosphärenreservat sei und wie wichtig der Naturschutz ist, um die fragile und bedrohte Biodiversität dieser Insel zu erhalten. - Auch lobt man sich selbst, dass man politisch alles versuche, dieser Insel eine nachhaltige Entwicklung zu verleihen und die schwere Aufgabe angehe, da ein ausgeglichenes Verhältnis herzustellen. - Die Presseerklärung endet mit den Sätzen:

"Sin embargo, la diversidad biológica está disminuyendo a un ritmo sin precedentes y la amenaza que pesa actualmente sobre las especies y los ecosistemas nunca ha sido tan grave. La realidad es que la extinción de especies causada por las actividades del hombre continúa a un ritmo alarmante."

"Die Biodiversität reduziert sich in einem nie vorher dagewesen Rhythmus und die Bedrohung die auf den Arten lastet und den Ökosystemen war nie größer. - Die Wahrheit ist, dass die Ausrottung von Arten, die sich durch menschliche Aktivitäten egibt, geht in bedrohlichem Tempo weiter. -

Das sagen die Mitglieder der Partei, die sich dafür ausgesprochen haben, diese neue beschnittene Artenschutzliste durchzubringen, damit große Bauvorhaben ohne Probleme durchgeführt werden können. - Darüber hinaus zeichnen diese Abgeordneten, wieder der gleichen Partei, eine Autobahn durch das Weltbiosphärenreservat La Palma, die kein Mensch braucht, und parallel zu einer bereits vorhandenen Schnellstraße führen soll, die noch lange nicht ausgelastet ist. - Dazu kann man keinen weiteren Kommentar abgeben, ich gebe mich geschlagen, der Meistertitel des Zynismus ist vergeben.



Freitag 21.05.2010 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 30 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 24,5 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Kurznachrichten
Scheiße, Geld und noch mal Geld

Die Bürgermeisterin gibt bekannt, dass seit letzter Woche nicht mehr auf die Straße geknödelt werden darf. - So schallt es jetzt aus der Gemeinde San Andrés y Sauces und da fragt man sich doch, warum das bisher nicht schon verboten war. - Gemeint sind natürlich die Hunde der Gemeinde vorwiegend, wobei die "Ordenanza Municipal" das nicht als zwingend erwähnt, dass es sich dabei nur um ein Hundeknödelverbot handelt. - Also auch Pferde, Katzen, Meerschweinchen, Dromedare und Eisbären dürfen das nicht mehr, und wenn doch der Druck größer ist als die Verantwortung, dann muss Herrchen, respektive Frauchen dafür sorgen, dass die Knödel wieder umweltgerecht entsorgt werden. - So nach und nach legen alle Gemeinden der Insel solche Regeln fest, nachdem man mitbekommen hat, dass man bislang keine Handhabe besaß, Strafen auszusprechen für solche knödeligen Vergehen. - Nur wenn die Gemeinde das per "Ordenanza Municipal" festlegt, dann kann man eben auch per Geldbuße drohen und so hoffen, dass sich mehr Menschen dazu genötigt fühlen, hinter ihren Waldis, Schnurzels, Hassos und Bellos immer mit einem Beutel herzulaufen. - 300 Euro kostet die nun taxierte öffentliche Beknödlung, da kann man sich viele Beutel von kaufen.

Immer noch laufen die Spender ihrem Geld hinterher, die im vergangenen Jahr auf das Konto der Organisation "Más Nunca" eingezahlt haben, um den Opfern des Feuers Anfang August im Süden der Insel zu helfen. - Immerhin 88.000 Euro sind da aufgelaufen, aber durch ein Missverständnis, oder eben schlechte Informationslage, werden diese Gelder auf dem Konto der Organisation mit Sitz auf Gran Canaria blockiert. - "Más Nunca" sagt nämlich klipp und klar, in deren Statuten steht geschrieben, dass Spendengelder ausschließlich dafür verwendet werden dürfen, Sammelklagen gegen Versicherungen oder öffentliche Einrichtungen zu unterstützen, nicht aber die Vergabe von Geldern direkt an die Geschädigten. - Das scheint damals in der Solidaritätswelle niemand so richtig aufgefallen zu sein, und jetzt ist der Katzenjammer groß, denn jeder Spender dachte natürlich, diese Gelder gingen an die Geschädigten. - Gute Worte haben aber keinen Erfolg erzielt bei der Organisation, so dass man die Inselregierung um Hilfe anrief, die möchten sich doch bitte darum bemühen, dass "Más Nunca" das Geld nun doch herausrückt. - Allerdings hören die auch nicht auf die Politik, das geht denen am Spendenhintern vorbei, und so prüfte man, ob man juristisch dagegen vorgehen kann. - Kann man, aber nicht eben als Sammelklage, sondern jeder Spender muss das selber machen, dann allerdings ist die Chance sehr groß, das Geld dem eigentlichen Zweck zuzuführen. - Einige Großspender wie die Stadt Los Llanos sind dabei, die fleißig gesammelt hat und gleich 29.000 Euro überwies. - Mal sehen, wie lange das dauert, und auch was das kostet, denn bei kleinere Spenden kann sich das nicht lohnen, da mit einem Mahnbescheid loszulegen. - Auf jeden Fall haben wir eines gelernt, "Más Nunca" bekommt kein Geld mehr aus La Palma, nunca más. - Die Gelder übrigens, welche an das Spendenkonto geflossen sind welches die Inselregierung eröffnet hatte, die sind alle bei der Caritas in Fuencaliente gelandet. - Das ist gut zu wissen, denn für dieses Konto hatten wir ja auch geworben.

860.000 Euro als Abschlussfinanzierung für die Müllverwertungsanlage in Mazo sind noch mal auf dem Weg. - Das ist gut so, denn ohne dieses Geld könnte man diesen zukünftigen Eckpfeiler unserer Müllentsorgung nicht fertig stellen. - Seit ewigen Zeiten warten wir nun darauf, dass endlich diese Zentrale an die Arbeit geht, Jahre bereits, in denen wir sonst nicht wussten, wohin mit unserem Inselmüll. - Auf der Zielgeraden nun musste man auch noch die Firma rausschmeißen welche eigentlich die abschließenden Arbeiten erledigen sollte, da man sich wohl bei der Auswahl des Vertragspartners grob vertan hat. - Zunächst ging dann die Angst um, man könne das nun zusätzlich notwendige Geld nicht auftreiben, aber das ging nun schneller und einfacher als erwartet, das Gobierno de Canarias sagte diese Summe fast sofort zu, denen ist auch klar, was eine weitere Verzögerung für die Müllentsorgung auf La Palma bedeuten würde. - Allerdings muss man jetzt die noch ausstehenden Arbeiten erneut ausschreiben, und dann wird erst weiter gearbeitet. - Das kann noch mal mehrere Monate dauern und dann könnte, wenn alles gut geht, vielleicht zum Jahresende hin die Müllverwertungsanlage in Betrieb gehen. - Nach 12 Jahren Planungs- und Bauzeit - Ob diese Anlage dann auch leisten kann was man sich von ihr verspricht, oder eben wie viele Kritiker jetzt bereits behaupten, sie viel zu klein sei und eben mit Technik aus dem vergangenen Jahrhundert ausgestattet ist, das werden wir abwarten müssen.

Und wer gleubt, nur El Paso und Los Llanos hätten Ärger mit einem Asphaltwerk, der kann im Whistlers Whistle nachlesen, dass woanders auch rumgeferketl wird.



Freitag 21.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1017 hPa

Ups, da war doch noch was
Kommende Parkplatznot in der Hauptstadt

Kommende Parkplatznot? - Da werden mir sicher viele widersprechen, denn eigentlich ist es heute bereits sehr schwer, in Santa Cruz einen Parkplatz zu finden. - Das aber auch nur, weil das Parkhaus in der Avenida del Puente einfach nicht wirklich angenommen wird und der große Parkplatz am Hafen oft gesperrt wird, wenn irgendwelche Festivitäten angesagt sind. - Aber jetzt kommt es noch härter. - Hinter der durchaus positiven Meldung, dass Santa Cruz nun endlich seinen mondänen Stadtstrand bekommt, versteckt sich ja auch die Nachricht, dass damit der größte Parkplatz der Hauptstadt, also das aufgeschüttete Gelände am Meer verschwinden wird. - Das sind offiziell 800 Standplätze, mit viel Phantasie sogar fast 1.000, und bereits meist um 10:00 Uhr vormittags komplett belegt. - Wohin nun mit diesen Fahrzeugen, das ist die große Frage aber auch Angst, welche die Hauptstädter nun beschäftigt, nachdem man den Freudentaumel über die gelungene Finanzierung des Strandausbaus halbwegs abgelegt hat. - Wenn alles klar geht, dann beginnen die Bauarbeiten für den Strand bereits Ende dieses Jahres und bis dahin ist es unmöglich alternativ irgendwo 800 - 1.000 Parkplätze zu schaffen. - Das sind richtig viele Autos die noch irgendwie untergebracht werden müssen und die Stadtoberen haben sich wohl Gedanken dazu gemacht, aber noch keine Lösung gefunden. - Da ist die Rede von einem Parkplatz für 700 Fahrzeuge am geplanten Busbahnhof, und weiteren 400 Stellplätzen an der "Plaza del Siglo XXI" - Allerdings sind beide Unternehmungen noch in der Planungsphase und weit davon entfernt in der gleichen Geschwindigkeit realisiert zu werden wie das nun mit dem Baubeginn des Strandes sein wird, da klafft also eine gewaltige Lücke.

Zumal man einfach noch nicht weiß, wie das auch finanziert werden kann, denn das gewünschte Modell, private Investoren bauen Parkhäuser und schaffen sich Renditen mit den Einnahmen, das funktioniert einfach nicht. - Das müssen wir an beiden Parkhäusern auf der Insel erleben, wobei die Anlage in Los Llanos nach der letzten Preiserhöhung endlich kostendeckend arbeiten kann, was man von der verschlungenen unterirdischen Parkanlage in der Hauptstadt nicht behaupten kann. - Nun sind also dringend Lösungen gesucht, und zwar schnelle und finanzierbare Lösungen, denn wie gesagt, es kann gut sein, dass noch vor Jahresende der jetzige Parkplatz am Meer verloren geht. - Es würde auch nicht wundern, wenn man das einfach alles auf sich zukommen lässt, nach der guten alten palmerischen Regel, erst mal abwarten. - Denn zunächst kommt nun im Sommer erstmal die Bajada de la Virgen de Las Nieves, und weiter scheint im Moment in der Hauptstadt auch keiner denken zu können oder zu wollen. - Aber es wird Zeit sich darüber Gedanken zu machen, denn mit dem Stadtstrand will man sich ja noch attraktiver machen für Besucher, und die müssen auch irgendwie ihr Fahrzeug abstellen können.

Eine kleine Änderung noch zu der morgigen Manifestation gegen den Artenschutzkatalog der kanarischen Provinzregierung. Die Veranstaltung findet in der "Calla Apurón" statt und nicht wie angekündigt an der Plaza de España. - Die "Calle Apurón" ist ein kleines Gässchen, welches die Fußgängerzone (O`Daly) etwa auf der Hälfte des Weges kreuzt. - Weiter darf man auch noch berichten, dass wahrscheinlich auch das Umweltministerium in Madrid sich gegen den regionalen Artenschutzkatalog wenden wird, was dann ja schon wieder Mut macht, dass dieser Irrsinn doch noch gestoppt wird.



Donnerstag 20.05.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 21 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 25,9 Grad - niedrigste Temperatur 19,2 Grad

Wie hätten Sie es denn gerne?
Kanarische Provinzregierung macht Artenschutz zur Posse

Kein Pardon kennt unsere große Koalition der Verlierer, wenn es darum geht, den Megalomanien der Zementbranche auf den Kanaren den Weg zu bereiten. - Koalition der Verlierer deshalb, weil beide Parteien, sowohl die Coalición Canaria, wie auch die Partido Popular bei den letzten Wahlen zum kanarischen Parlament bereits derbe abgestraft wurden, aber dennoch gegenüber der oppositionellen PSOE weiter eine Mehrheit besitzen. - Der neue Artenschutzkatalog für die Kanarischen Inseln ist jetzt eben mit der Mehrheit dieser Parteien verabschiedet worden, trotz heftiger Proteste und Vorhaltungen seitens der PSOE. - Aber nicht nur die Sozialisten im Parlament klagen die Gutsherrenmethoden an, warum man denn einen neuen Artenschutzkatalog aufgelegt hat, sondern auch die Ökologen und mit ihnen große Teile der Bevölkerung und auch fast die komplette Welt der Wissenschaftler und Biologen auf den Kanaren. - Der neue Artenschutzkatalog streicht die Zahl der schützenswerten Arten, sei es nun Fauna oder Flora, hier auf den Kanaren drastisch zusammen und überall dort, wo das Auftreten seltener oder schützenswerter Arten bislang bauliche Megalomanien verhindern konnte, kann jetzt gebaut werden, da das Kräutlein oder die Heuschrecke wundersam über Nacht plötzlich nicht mehr vom Aussterben bedroht ist. - So einfach geht das, und schon freut sich der Bausektor, weil nun die Chancen wieder sehr gut stehen, dass der Monsterhafen von Granadilla auf Tenerife doch noch gebaut werden kann. - Hier auf La Palma kann kommt das dem Golfplatz im Aridanetal sehr zupass, da nun eben die El-Remo-Heuschrecke keine Gefahr mehr für eventuelle Bautätigkeiten darstellen kann. - Allerdings glaube ich ja gar nicht, dass die überhaupt noch die Investoren für den Golfplatz hinter sich wissen, drohen doch die Golfplätze hier auf der Insel keine Renditen erwarten zu lassen, und Geld versenken, das kann man auch angenehmer haben.

Die Proteste gegen diese klare Klientelpolitik unserer Regierungsparteien lassen aber dennoch nicht nach. - Politisch geht nun nichts mehr, die Argumente haben da nichts erreicht. - Aber öffentliche Proteste gibt es weiterhin, und man will auch prüfen, ob man denn juristisch gegen diesen neuen Artenschutzkatalog vorgehen kann. - Kann man prinzipiell eigentlich nicht, sonst braucht man ja die Demokratie nicht mehr, allerdings kann man gegen Verfahrensversäumnisse angehen und auch prüfen lassen, ob denn eine solche Vorgehensweise mit Europäischem Recht überein geht. - Da glaubt die ökologisch orientierte Gruppe "Ben Magec" Chance zu sehen, denn dieser neue Artenschutzkatalog ist völlig ohne jegliche Bürgerbeteiligung entstanden, und das "Abkommen von Aarhaus" aus dem Jahre 2005 schreibt ja zwingend Bürgerbeteiligung vor. - Ob man daraus etwas Brauchbares basteln kann, das weiß ich natürlich nicht, aber "Ben Magec" hat versprochen es zumindest zu versuchen. - Ansonsten muss man leider konstatieren, die Coalición Canaria hat mit gütiger Hilfe der Partido Popular wieder einmal bewiesen, dass alle Versprechen um Nachhaltigkeit, Biodiversität und Naturschutz reines Gelaber sind, sobald diese das Geschäft stören. - Kein gutes Bild, welches da für die Kanarischen Inseln entsteht, aber wir sind ja schließlich eine Demokratie, und die Bürger wollten das so. - Wirklich?

Auch hier auf La Palma wird weiter gegen diese neue Brachialmethode der Provinzregierung demonstriert, am Samstag den 22. Mai in Santa Cruz auf der Plaza de España, das ist gegenüber dem Rathaus. - Dort lädt man um 11:30 Uhr ein, an der öffentlichen Beisetzung der kanarischen Biodiversität teilzunehmen.





Donnerstag 20.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1017 hPa

Touristische Träumereien
Die 5% Regelung, Papas und Mojo

Rita Martín ist ja inzwischen vielen aus der Sparte Tourismus ein Begriff. - Das ist die Tourismusrätin der kanarischen Provinzregierung, die so wunderbar glänzt mit ihren Ideen, so zum Beispiel 100 Jugendliche nach Island zu schicken, um dort Werbung zu machen für unsere Inseln. - Keine Frage, Island hat keinen einzigen Flug auf die Kanaren, und langsam kommt man ja auch auf die Idee, dass der Besuch dort auf Island vielleicht etwas Anderes gebracht hat als Touristen. - Die Dame glänzt aber auch noch bei anderen Auftritten und hat gerade vor ein paar Wochen zu einem handfesten Streit mit unsere Inselchefin Guadalupe Taño mobil gemacht, nachdem sie sagte, La Palma sei nicht bereit für Tourismus und wolle diesen auch gar nicht. - Danach folgte eine ziemlich demütigende Debatte, eine Rücktrittsforderung unserer Inselpräsidentin gerichtet an Rita Martín, die aber keinen Rückhalt sogar in den eigenen Reihen fand, sondern witzigerweise nur Beifall aus dem Lager der Opposition erhielt. - Na ja, ich hätte schon meine Konsequenzen gezogen, wenn meine eigene Partei mich nicht unterstützt, aber wir sind ja auch nicht beim Ich… Also, im Tourismus geht es nicht gerade fröhlich bergauf hier auf der Insel, und Wiedergutmachung ist angesagt, so besucht Rita Martín die Insel auch dieses Mal mit einem Füllhorn an halbgebackenen Projekten. - 14,2 Millionen Euro ist das Paket schwer, welches Rita im Handgepäck mit auf die Insel brachte, allerdings müssen wir davon 40% selber wuchten, die Freude unserer Inselpräsidentin hielt sich also in "half amused" Grenzen. - Das Geld will man in lustige Projekte stecken, wobei die größten Partien an eine "light Version" eines Besucherzentrums auf dem Roque de Los Muchachos gehen, einem Interpretationszentrum für Salz in Los Cancajos und einem Wartehäuschen für eine Besucherstation der Heiligen Quelle (Fuente Santa) bei Fuencaliente. Weiter steckt man Geld in ein Besucherzentrum in Barlovento, wo man interessierten Gästen unser Landleben erklären will, (Centro de Interpretación del Mundo Rural) und die ewige Baustelle in Los Llanos, der "Palacio de Congresos del Parque de las Islas" soll auch eine weitere Millionenspritze erhalten, damit sich dort auch mal wieder ein paar Bauarbeiter bewegen.

Leider fast alles halbseidene Ideen und Projekte und betrachtet man zum Beispiel das Interpretationszentrum für Salz in Los Cancajos, dann muss man sich sofort die Frage stellen, warum man das dort an diesem Ort macht, und nicht ein paar Kilometer weiter, wo es tatsächlich noch eine funktionierende Saline gibt. - Aber es ist müßig über die Vergabe dieser Gelder noch zu diskutieren, wir sollten dennoch froh sein diese Investition zu erhalten, und dass sich überhaupt etwas weiter bewegt, unsere touristische Infrastruktur zu verbessern. - Gut, man hätte einen Bruchteil des Geldes auch dafür einsetzen können, endlich das neu erbaute archäologische Museum wieder für den Publikumsverkehr zu öffnen, aber das sind doch wieder nur zickige Anmerkungen eines verknitterten Guiri. - Weiter liest man interessante Entwicklungen auf dem Markt der Erreichbarkeit dieser Insel, und da merkt Rita Martín an, dass es ihr gelungen sei, 5% mehr Passagierkapazität über die Iberia nach La Palma zu erlangen, und das gleiche noch mal mit der Condor. - Allerdings erfahren wir nicht, woher diese 5% kommen und wie das aussieht, denn es kommt keine Maschine mehr, also vielleicht Notsitze oder einen Anhänger. - Das erinnert mich ein bisschen an unsere gesamtdeutsche Angela, die doch gerade mit ihrem grenzliberalen Steuersenkungsguido auch 5 % Wachstum angeordnet hat. - Wir sind gutgläubig geworden, devot und indoktrinierbar, sanfte Schäfchen auf der Wiese unter dem Elfenbeinturm. - Gipfel der guten Laune ist dann das neue Angebot des Souvenirshops auf unserem Flughafen, dort kann man jetzt ein Multiadventure Ethnopack erwerben, welches Salz, Mojo und Papas arrugadas enthält, allerdings muss man die Kartoffeln noch waschen und kochen. So ausgerüstet fliegt es sich dann gleich viel angenehmer unter der Aschewolke wieder nach Barsinghausen, und es ist mir bis heute nicht klar, warum noch kein Supermarkt dieser Insel auf die Idee gekommen ist, Salz, Mojo und Kartoffeln zu verkaufen…



Mittwoch 19.05.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 23,3 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad

Asphalt und kein bisschen weise
Interessante Entwicklung in Sachen "Planta de Asfalto"

Man hörte gar nichts mehr von dem Asphaltwerk, ganz still und starr liegt es da und lässt kein Wölkchen von sich. - Was es mit dieser stillen Ruh auf sich hat, das ist dann doch ziemlich interessant und kommt jetzt erst durch einen Artikel in der Zeitschrift "La Voz de La Palma" ans Licht. - Demnach hat die Anzeige gegen den Betreiber des Asphaltwerkes gefruchtet, der musste gestern vor Gericht aussagen, nachdem man ihm den Vorwurf macht, einen Probebetrieb ohne entsprechende Genehmigung durchgeführt zu haben. - Wir erinnern uns, das war am Montag den 15.3. dieses Jahres, da lief das Werk zum ersten Mal an, dann einen Tag später schickte man sogar erste LKW Ladungen Asphaltmischung nach Los Llanos, um damit den Standstreifen einer Straße zu asphaltieren. - Danach war wieder Ruhe im Werk, bis heute. - Die Plataforma contra el Asfalto reagierte seinerzeit sofort, erkundigte sich zunächst bei der Gemeinde, ob bereits eine Betriebsgenehmigung, oder auch nur eine Genehmigung für den Probebetrieb vorläge. - Beide Papiere waren offensichtlich nicht vorhanden, so brachte man sowohl den Probebetrieb vom 15.3 wie auch den Tag der eindeutigen Produktion ohne entsprechende Genehmigungen zur Anzeige bei der Guardia Civil, welche dann am Folgetag auch erschien, die Feststellung der Zeugen und Aussagen der Plataforma aufnahm, und ein Ermittlungsverfahren einleitete. - Zusammen mit der Anzeige der Plataforma führte das nun dazu, dass gestern der Betreiber des Asphaltwerkes, Gabriel Ruiz Romero, in einer Anhörung vor Gericht Stellung nehmen musste. - Nachdem die Plataforma gerade noch rechtzeitig davon in Kenntnis gesetzt wurde, konnte man auch den Anwalt, welcher die Angelegenheit für die Bürgerplattform vertritt benachrichtigen, und dieser erschien dann auch noch zu der Anhörung.

Dabei kam nun heraus, dass der Betreiber nicht in Besitz einer Genehmigung war, weder für den Betrieb, noch für den Probelauf, allerdings aussagen konnte, dass der Bürgermeister von Los Llanos, Juan Ramón Marín, ihm eine mündliche Genehmigung für den Probelauf gegeben hätte. - Dazu liegt sogar die Aussage des Bürgermeisters vor, dass er diese Zusage tatsächlich gemacht hat, was natürlich eine witzige Angelegenheit ist, und selbst bei uns nicht machbar, dass ein Bürgermeister einfach mündlich Genehmigungen erlässt. - Das kann, und wird wohl auch noch Unannehmlichkeiten für den "Alcalde" der Aridanemetropole geben, immer abhängig davon, welch großes Fass das Gericht hier in Los Llanos aufmachen will. - Da erinnern wir uns wohl auch an Geschichten, wonach man wohl die Konfrontation mit groben palmerischen Seilschaften nicht scheut, mir fällt dabei ein, dass man sich in Los Llanos darum gerissen hat, die Sache um das Genehmigungsverfahren des Apartmenthauses "Los Tarajales" in Puerto de Tazacorte zu untersuchen, und mehr als 20 hochkarätige Honoratioren aus dem Dunstkreis der Coalición Canaria als Beschuldigte lud. - Aber das bleibt abzuwarten, was daraus wird. - Man kann aber wohl aus den weiteren Fragen des Gerichtes schließen, die später vom Anwalt bekannt gegeben wurden , dass gewisses Interesse seitens der Justiz in Los Llanos besteht, der ganzen Angelegenheit weitere Aufmerksamkeit zu schenken.

Der Betreiber wurde nämlich auch dazu befragt, ob es denn tatsächlich auch schon zur gewerbsmäßigen Auslieferung von Asphaltmischungen gekommen ist. Ein Umstand welcher von der Plataforma in Bild und Zeugenaussagen ja an die Polizei weitergegeben wurde. - Auch fragte man den Betreiber nach den Umweltgutachten in Sachen Gesundheit und Landschaftsschutz, von denen der Befragte keines beibringen konnte und nun aufgefordert wurde, diese schnellstmöglich nachzureichen. - Alles in allem kann man noch nicht von einem Sieg über den möglichen Betrieb dieses Asphaltwerkes bei Los Llanos sprechen, aber von der Öffnung einer neuen Front, die keineswegs den Fürsprechern des Asphaltwerkes gefallen kann. - Parallel dazu läuft ja auch noch die Klage auf Tenerife, wo es zwar immer noch keinen Termin gibt, aber nun ist plötzlich die Zeit wieder auf unserer Seite, denn es ist nicht damit zu rechnen, dass nun die Anlage plötzlich wieder in Betrieb genommen wird, nachdem vom Gericht zumindest ein kräftiger Warnschuss an den Betreiber und den Bürgermeister von Los Llanos losgetreten wurde. - Dabei wird auch interessant werden, wie denn das Verhältnis Betreiber zu Lokalpolitik sich entwickelt, denn letztendlich wird da jeder versuchen seinen eigenen Kopf zu retten und das kann in solchen Fällen böse ausgehen, wenn die sich erst einmal anfangen gegenseitig zu beschuldigen und dann versuchen, die Verantwortung loszuwerden. - Ein Schritt in die richtige Richtung und auch Beweis für alle Zauderer, die immer behaupten, die Polizei und die Gerichte täten nichts. - Wohl mussten die Mitglieder der Plataforma hier und da und wiederholt anschieben, sonst kann so was schon mal auf eine ganz lange und abschüssige Bank rutschen, aber nun ist die juristische Mühle in Betrieb genommen worden, und das kann uns nur Recht sein.





Mittwoch 19.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1017 hPa

Krise ganz unten
Arbeitsmarkt hat keinen Platz für Immigranten

Eigentlich wundern wir uns schon nicht mehr, dass keine Flüchtlinge aus Afrika mehr zu uns kommen. - Waren es im Jahr 2006 noch weit über 30.000 so genannt "illegale Immigranten", die aus den westafrikanischen Ländern zu uns per "Cayuco" oder "Patera" kamen, so landeten in diesem Jahr bislang 3 kleine Bötchen, mit gerade mal 2 Dutzend Flüchtlingen. -Die Flüchtlingsströme haben sich zum einen in andere Richtungen bewegt, da es immer schwieriger wurde hier auf den Kanaren Fuß zu fassen oder weiter auf das Festland zu kommen, aber der Hauptgrund muss wohl einfach sein, dass hier auf den Inseln einfach nichts mehr zu holen ist. - Gut, da darf man die Frontex nicht vergessen, die europäische Grenzpolizei, die mit großem Aufwand die westafrikanischen Gewässer mit Schiffen und Flugzeugen überwachte, um die massenhafte Anlandung von Flüchtlinge auf die Kanaren zu bremsen. Auch die Verschärfung der Gesetze in Spanien trug sicher dazu bei, die Zahl der "illegalen Immigranten" die über die Kanaren nach Europa wollten, deutlich zu reduzieren. - Dennoch, ich bleibe dabei, der Hauptgrund für das fast völlige Erliegen der Flüchtlingsströme sind die negativen wirtschaftlichen Aussichten hier auf den Kanaren und ganz Spanien, so eine deftige Krise schlägt halt auch ganz "nach unten" durch und macht uns unattraktiv für Menschenhandel, modernes Sklaventum und so manches Geschäft auf der dunklen Seite der Volkswirtschaft. - Das könnte man ja sogar als positive Seite der profunden Krise betrachten, und sicherlich meinte man vor ein paar Jahren noch, die massenhafte Zuwanderung aus Afrika gefährde unseren Wohlstand oder gar die gesellschaftliche Integrität, und heute beweist sich, dass nichts von diesen Ängsten Bestand hatte, sondern uns lediglich die Attraktivität ausgegangen ist.

Auch bei den Immigranten aus Südamerika, die meist auch einen wirtschaftlichen Hintergrund haben, auf die Kanaren zu kommen, ist die hiesige Rezession angekommen. - Zwar haben die meisten, zum Beispiel aus Venezuela, Kolumbien oder Ecuador kommenden Einwanderer, irgendwie Bekannte hier auf den Kanaren, oder gar verwandschaftliche Verhältnisse, welche deren Aufenthalt hier auch legitimiern, aber dennoch leidet auch diese Bevölkerungsgruppe mehr unter der schlechten wirtschaftlichen Lage und besonders der hohen Arbeitslosigkeit, als die heimische Bevölkerung. - So gibt es interessante Zahlen zu betrachten, welche uns die "Oficina de Acogimiento e Integración de la Población Inmigrante y Emigrantes Retornados" zur Verfügung stellt. - Das ist eine Einrichtung, welche sich an die vielen Immigranten aber auch Rückkehrer aus Mittel- und Südamerika richtet, und Orientierung aber auch konkrete Hilfe leisten will und soll. Das Büro in Los Llanos vermeldet, dass nur etwa 20% der dort auflaufenden Ratsuchenden Arbeit gefunden hat, daraus schmiedet dann die Presse, dass unter den Immigranten die Arbeitslosigkeit 80% beträgt. - So einfach ist das natürlich nicht, weil man die Quote eben nicht an der Gesamtbevölkerung festmachen kann, sondern nur am aktiven Teil der Gruppe. - Dennoch bleiben dann immer noch an die 40% übrig, wenn man mal ganz grob rechnet, was natürlich auch immer noch eine drastische Zahl darstellt. - Ingesamt meldet man für Los Llanos 1.376 Immigranten aus "Amerika", aber das ist eben eine Zahl, welche nur die behördlich erfassten Immigranten aus Übersee erfasst. - Wirklich schätzen manche Quellen die Zahlen auf doppelt so viele, andere sogar auf die dreifache Anzahl. - Wir wissen das natürlich nicht besser, denken aber mit doppelt so vielen darf man schon rechnen. - Allerdings stellt man auch fest, dass die Zahl der Zuwanderer auch in der Bevölkerungsgruppe zurückgeht, wer eben auf die Kanaren gegangen ist, seine ökonomischen Lebensumstände zu verbessern, der steht nun eben vor einem gewaltigen Trugschluss. - Dennoch zieht es die meisten nicht wieder zurück in ihre Herkunftsländer, sondern weiter aufs spanische Festland oder den "Rest" Europas. - Langfristige Änderung dieses Zuges an Arbeit suchenden Menschen könnte natürlich nur eine grundlegende Reform in den Heimatländern der Emigranten sein, aber betrachtet man sich Venezuela, Kolumbien, Ecuador oder auch Kuba, dann muss man gewisse Zweifel hegen, dass sich dort schnelle, und vor allem positive Änderungen vollziehen.



Dienstag 18.05.2010 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 22,0 Grad - niedrigste Temperatur 14,9 Grad

Hitler zur Brotzeit auf La Palma
Kurz die Beine vertreten auf dem Weg nach Argentinien

Böse Jungs kommen nicht in den Himmel, aber in die Geschichtsbücher, und wer wirklich schlimm war, der bekommt sogar noch konspirative Storys hinterher geworfen. - Was hat man nicht alles schon über das Ende der Hitler-Zeit gelesen und geschrieben, und immer noch umschwebt irgendetwas Mysteriöses die letzten Tage des Despoten in Berlin. - Technisch und historisch scheint das Ganze ja klar zu sein, Selbstmord im Führerbunker angesichts der totalen Niederlage, und dann die Verbrennung in unmittelbarer Umgebung seines letzten Aufenthaltsortes. - Dennoch kamen viele, und immer wieder Geschichten hoch, nachdem Hitler es doch irgendwie geglückt sein soll, sich lebend aus dem selbst produzierten Chaos und totalen Untergang heraus zu ziehen, um danach später in einem meist südamerikanischen Land noch längere Zeit zu leben. - Dass er heute noch lebt scheint aber komplett unwahrscheinlich, so alt wird kaum jemand, und der gescheiterte Kunstmaler war ja ein kranker Mann. - Also beschäftigt man sich heute eher um seine spektakuläre Flucht, wenn es die denn gab, und da kommen jetzt neue Theorien zum Vorschein, die auch auf einen Fluchtpunkt auf den Kanaren hinweisen könnten. - Allerdings wird nicht explizit La Palma genannt, aber wir wissen doch, dass es besonders gute Beziehungen mit der deutschen Marine bereits ab dem Ersten Weltkrieg gab, und wenn sich einer schon unerkannt verdrücken will, dann legt man doch mit dem Konvoi nicht in einem großen Hafen wir auf Tenerife oder Gran Canaria an, sondern sucht sich ein lauschigeres Plätzchen. - Die Geschichte wird von Abel Basti erneut aufgerollt, und er will neue Erkenntnisse erworben haben, wie denn die Flucht aus Deutschland geglückt sein soll. - Der argentinische Schriftsteller beschäftigt sich schon länger, und wohl ökonomisch erfolgreich mit der These, dass Hitler sein Leben nach dem Zweiten Weltkrieg unerkannt in Argentinien verbracht hat, aber bei der neuesten Version boten auch die Kanaren einen, zumindest kurzzeitigen Aufenthaltsort.

Hitler war demnach nicht die letzten Tage in Berlin, sondern ein sorgsam und über die Jahre hin trainierter Doppelgänger. - Gut, solche Geschichten hat man auch schon gehört, man hätte dann aber auch noch eine Doppelgängerin für Eva Braun dabei haben müssen, denn nach Abel Basti ist diese mit ihm nach Argentinien geflohen. - Hitler startete demnach seine Flucht am 26. April 1945 in einem Flugzeug von Berlin nach Barcelona über Österreich. - Von dort aus ging es in einem Zug an die nordspanische Küste, nach Cantabrien. - Der Zug war irgendwie voller Raubgold aus Ungarn, und in Cantabrien stieg man dann um auf ein U-Boot, welches den Hitler-Clan dann in einem Konvoi nach Patagonien bringen sollte. - Von Nordspanien aus fuhr man nun in Richtung Argentinien, und legte noch einen technischen Stopp auf den Kanarischen Inseln ein. - OK, von der Richtung her ist das theoretisch möglich, und Spanien war ja nur offiziell neutral, wir wissen ja, dass die Franco-Regierung dem deutschen Nazi-Regime deutlich zugewandt war. - Auf den Kanaren hätte man dann sicherlich Lebensmittel und Treibstoff bunkern wollen, um dann die weitere Überfahrt durch den Atlantik ohne Probleme zu überstehen. - Die ganze Geschichte klingt mehr als abenteuerlich, aber dennoch ist es immer wieder interessant, wie dieser Massenmörder und Teufelsbruder heute noch für Aufsehen und Erstaunen sorgt, wenn irgendjemand behauptet, hier oder da hätte Hitler uriniert oder einen Apfel gegessen. - Sollte er hier auf La Palma gewesen sein, um sich die Beine zu vertreten, während man die U-Boote mit Treibstoff und Lebensmittel versorgte, so kann der sich hier ja nur in Santa Cruz und Umgebung bewegt haben. - Vielleicht hat er irgendwo Papas arrugadas gegessen mit Mojo, schließlich war der Kerl ja Vegetarier, und sollte das so sein, dann wünsche ich seiner debilen Verdauung nach dem Mojo einen Riesendurchfall auf der weiteren Überfahrt nach Argentinien. - Eine andere Geschichte wäre ja dann noch, ob tatsächlich seinerzeit Margot Honecker das Nagelstudio von Eva Braun übernommen hat, so wie es die "Patagonien Golden Leaf" mal vermutete.



Dienstag 18.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1020 hPa

Bioclimáticas
Bioklimatische Häuser, was ist das denn nun wieder?

Bioklimatische Häuser könnten Wohnbereiche oder Wohnanlagen sein, die ihren Energiebedarf ausschließlich durch alternative und/oder regenerative Methoden produzieren. - Hört sich gut an. - Könnte natürlich aber auch sein, dass man nach dem Vorbild von so mancher Beschreibung im Hochglanzkatalog einer Reiseveranstalter trachtet und "bioklimatisch" so versteht, dass es sich dabei um Holz- oder Bambushütten ohne Fenster und Türen handelt, damit das Bioklima immer schön rein und raus kann. - Sicher meint man in Fuencaliente damit die erste Variante, wobei man denen im Süden alles zutrauen könnte. - Es geht um die, nach Meinung der Küstenbehörde "illegalen" Siedlungen an unseren Küsten, und im konkreten Fall der Südgemeinde um Punta Larga, die Häuser um El Faro an der Südspitze und La Zamora. - Dort haben ja die Bagger der Obrigkeit bereits einige Lücken in den mehr oder weniger Hüttenpark gerissen, nachdem gut die Hälfte der Hausbesitzer dort unter dem Druck der Drohungen der Behörde dem Abriss zugestimmt hatte. - Andere halten aus, mal genährt durch einige Erfolge oder Versprechungen aus anderen Regionen der Kanaren, wo auch die Küstenbehörde Hütten abreißen lässt, um von Palästen abzulenken, die auch das Küstengesetz von 1988 verletzen. - Allerdings wird langfristig die Demarcación de Costas, welche dem Umweltministerium untersteht wohl am deutlich längeren Hebel sitzen, und wir müssen damit rechnen, dass diese Siedlungen alle im Lauf der Jahre verschwinden. - Die Frage kann eigentlich nur noch sein, gibt es für die Hausbesitzer dort in irgendeiner Form eine Entschädigung oder Ersatzwohnung, oder sind die Investitionen dort in ihren Besitz komplett verloren.

Die Küstenbehörde hat da schon klar gemacht, dass man keine Entschädigungen zahlen will, auch wenn Gerichte in anderen spanischen Regionen, Teilerfolge dabei erzielt haben. - Das ist gut möglich, denn schließlich betrachten die Gerichte jeden Fall als Einzelschicksal und da kann es durchaus vorgekommen sein, dass in einem Jahrzehnte alten Verlauf eines Hausbaues dort an der Küste auch von den Behörden mal Grünes Licht gegeben wurde. - So sieht das im Falle einiger Liegenschaften in El Remo aus, die dürfen bleiben, allerdings darf man das nicht auf die anderen Siedlungen einfach so übersetzen, und außerdem will man El Remo urbanisieren, was wieder einen anderen Fall darstellt. - Für den Süden der Insel ist das nicht vorgesehen, nun macht die Gemeinde einen Vorschlag, sie will eine Ersatzsiedlung in der Nähe von Puntalarga erstellen lassen, auf eigenem Grund und Boden und weit genug weg von der Küste, damit "Costas" (so nennt man hier die Küstenbehörde) nichts dagegen haben kann. - Man denkt an die einhundert Häuser/Hütten, in welchen dann die ehemaligen Besitzer, oder soll man sagen Besetzer, der Häuser Punta Largas, El Faros und La Zamoras haben sollen, und die eben alle "Biolclimáticas" sein sollen. - Wenn wir jetzt mal die lustige Redewendung von bioklimatischen Häusern weglassen, und einfach mal die Frage stellen, wer das denn bezahlen soll und wie das in die Raumordnungspläne der Gemeinde und der Insel passt, da tun sich neue Abgründe auf. - Kein Bauland weit und breit, keine Haushaltsmittel, die Gemeinde ist faktisch pleite, wie will man denn dann solche Vorhaben überhaupt auch nur gedankenweise angehen? - Da stört das "bioklimatische" plötzlich kaum noch, denn so "bio" wie diese Häuser sein werden, "biotischer" geht es schon gar nicht mehr, weil die eh nicht kommen werden. - Vielleicht will man mit solchen unsäglichen Vorschlägen auch nur Zeit gewinnen, gegenüber der Küstenbehörde, oder eben der eigenen Bevölkerung nur vorspielen, man kümmere sich um den Fall. - OK, man hält sich im Gespräch, und das Thema auf dem Tisch, das ist ja auch schon was. - Und immer daran denken, Ideen und Gedanken sind nachwachsende Energien und Politiker nachwachsende Rohstoffe, die meist allerdings nicht wiederverwendet werden können, sondern als Sondermüll entsorgt werden müssen.





Montag 17.05.2010 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 20,6 Grad - niedrigste Temperatur 14,4 Grad

Au weja, jetzt gibt es richtig Ärger
Ministerin in Madrid zofft sich mit den Bananenbauern

Elena heißt sie, Elena Espinosa. - Espinosa heißt stachelig, und nun wissen wir auch warum. - Vielleicht hätte sich Elena auch mit ihrer Kritik an den Bananenproduzenten noch ein paar Wochen zurückhalten sollen, wir sind gerade nicht gut auf Madrid im Allgemeinen zu sprechen, wegen der angekündigten Sparmaßnahmen. - Aber Elena sticht zu und trifft genau den wunden Punkt hier auf den Kanaren, in dem sie die Produzenten und Vermarkter der "Plátanos" beschuldigt, selbst für den Verfall der Erzeugerpreise verantwortlich zu sein. - Diese Behauptung der Ministerin ist auf solch pauschale Art und Weise natürlich nicht richtig, aber man muss auch ganz klar anerkennen, dass wir unsere kleinen gelben Früchte nicht wirklich modern und für den globalen Markt tauglich vermarkten. - Ein bisschen stimmt diese Kritik schon, aber eben nur ein bisschen, und leider ist diese Dame in Zapateros Kabinett keine Landwirtin, und kennt so die zielgerichteten Denkweisen eines Bauers einfach nicht. - Sie beschreibt schon plastisch, dass die kanarischen Produzenten wohl die alleinige Kontrolle über die Erzeugerpreise hätten, und so gegenüber den Handelsorganisationen den Preis ja bestimmen könnten, da man auf einen Zwischenhandel ja verzichtet. - Das ist durchaus richtig, allerdings sind die wenigen großen Handelshäuser in Spanien nicht mit den kanarischen Bananen verheiratet, und handeln ohne weiteres Problem nur noch südamerikanische Ware, wenn die Preise für die kanarischen "Plátanos" zu hoch erscheinen. - Das zweite Problem ist die meist saisonal auftretenden Überproduktion unserer Bananen, die nur mühsam und teuer mit aufgesetzter künstlicher Verknappung zu regulieren ist, das aber auch nur für ein paar Wochen. Denn dann kann man keinen Pflanzer und keine Kooperative mehr dafür begeistern weiter beste Ware in den Barranco zu schütten, damit die Preise nicht in sich zusammensinken. - In der Tat hat Frau Espinosa Recht wenn sie sagt, da begehen wir Fehler in der Vermarktung unseres Produktes und wir müssen unsere Hausaufgaben auch noch machen, aber generell ist es die Globalisierung und die vollkommene Öffnung der Märkte für Produkte aus aller Welt, welche es den Hochlohnländern immer schwieriger machen, ihre landwirtschaftlichen Produkte zu einem rentablen Preis auf den Markt zu bringen.

Da muss man nun wieder der guten Frau Einhalt gebieten und klar sagen, so einfach sind die Dinge nicht gelagert, denn schließlich gab es ja des Öfteren, meist vor den Wahlen immer das feierliche Versprechen, sich für die heimischen Produzenten stark zu machen. - Allerdings verbeutelt sich das immer wieder schnell nach einiger Zeit, und gegen die Interessen der, natürlich auch spanischen Multis und Großbanken, ist brachiale und unkontrollierte Marktöffnung in allen Bereichen selbst für so genannte sozialistische Regierungen kein Tabu mehr. - Es ist völlig klar, dass genau denen die Strafzölle für amerikanischen Bananen stinken, welche damit ihr Geld verdienen, und das nicht auf dem Feld in Kolumbien und Ecuador, sondern an den Warenterminbörsen und in den Vorständen der großen Handelshäuser. - Die besitzen auch genügend Druck auf die eigenen Regierungen und können damit nach außen bestimmt und lockend auftreten, nach dem Motto, verkaufst du meine Bananen billiger, dann mache ich auch andere Geschäfte mit dir, die vielleicht lohnender erscheinen, als eine solche Randgruppenfrucht für halbvergessene Inseln mitten im Atlantik. - Dabei darf man auch nicht vergessen, dass die große Gewinnspanne für die amerikanischen Bananen auch nur deshalb zustande kommt, weil eben die dortigen Arbeiter in den mittel- und südamerikanischen Ländern für eine Frechheit als Lohn arbeiten müssen. - Wenn eben alles immer nur über den Preis definiert wird, dann drückt man ein Produkt bei der Herstellung so weit, bis man den vom Markt geforderten Preis erzielen kann. - Das Problem dabei ist, dass nicht Händler und Vermarkter die Reduzierung dann aufzufangen haben, sondern die meist voll auf den Produzenten abgeschoben werden. - Hier geht sofort der große Aufschrei los, Sondermeldungen in den Zeitungen, die große Vermarktungsdachorganisation ASPROCAN ist stinkesauer auf Frau Espinosa und fordert sie nun auf zu beweisen, dass die Produzenten für den Preisverfall verantwortlich sind. - Da schafft man kein gutes Pflaster für weitere Verhandlungen, wie man denn mit unseren "Plátanos" weiter im Geschäft bleiben kann, denn besonders wir hier auf La Palma, sind ganz besonders abhängig vom Geschäft mit unserem so ziemlich einzigen Exportgut. - Die Landwirte hier sind angefressen wie schon lange nicht mehr, zuerst die Vorwürfe gegen die Forschungsministerin Garmendia aus Madrid, das mit dem "E-ELT" vermasselt zu haben, und jetzt stichelt Frau Espinosa auch noch auf unsere Landwirte ein. - Zapatero, du hast keine gute Presse hier im Moment, halte deine feschen Ministerinnen im Zaum, denn auch wenn sie ein bisschen Recht haben, man knallt uns das nicht so vor den Latz. - Vielleicht sollte man halt bedenken, dass man von Landwirten schwere und gute Arbeit erwarten darf, nicht aber unbedingt diplomatische Höchstleistungen. - Die sind dann wieder doch eher auf dem politischen Parkett zu vermuten, aber da haben die stacheligen Damen Zapateros kein wirkliches Geschick. - Ich sage Ärger voraus, heftigen Ärger.





Montag 17.05.2010 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1020 hPa

Weniger Strom verbraucht
Wohl eher feuchter Winter als Sparwille

Der Anstieg des Energieverbrauches gilt auch heute noch als Wachstumsfaktor. - Dabei hätte man sich ja eigentlich wünschen können, dass die vielen Aufforderungen doch Strom zu sparen auch irgendwie Erfolg versprechen. - Böse Zungen behaupten ja auch, es wären nur die vielen Stromausfälle gewesen, welche nun zu einer Reduktion des Bedarfes an elektrischer Energie geführt hat. - Das ist sicher nicht so, zumal ja der länger andauernde "Unfall" noch in das letzte Trimester des vergangenen Jahres gerutscht ist, die neuen Zahlen aber das erste Dritteljahr aus 2010 bemessen. - 3,8% weniger Strom wurde da von unserem Energielieferanten fakturiert, ein Rückgang der sogar noch höher ist als der regionale Vergleich mit den anderen Kanareninseln. - Lediglich auf El Hierro fiel der Rückgang noch stärker auf, der kanarische Durchschnitt liegt bei - 2,1%. - Gründe hierfür gibt es einfach zu benennen. - Neben den Hotels, welche an die 20% unserer elektrischen Energie schlucken, ist die Wasserversorgung der zweite dicke Posten, die großen Pumpanlagen welche Wasser aus dem Boden saugen und überall auf der Insel von Speicherbecken in die Leitungen drücken, die brauchen sogar bis zu 25% unserer Leistung welche an elektrischer Energie vorhanden ist. - Als dritter auffälliger Posten erscheinen die astrophysikalischen Anlagen auf dem Roque de Los Muchachos, unserem höchsten Berg, und die legen als einziger Großverbraucher beim Energiebedarf noch zu. - Aber auch das ist kein Wunder, sind doch neue Anlagen nun in Betrieb genommen worden, das hatte man nicht anders erwartet.

In den privaten Haushalten gibt es kaum Bewegung, da hat zwar der milde Winter dafür gesorgt, dass nicht so viele Heizungen so lange Zeit arbeiten mussten, aber immer noch nimmt die Zahl der elektrischen Haushaltshelfer zu, wobei besonders Heizungs- und Klimaanlagen welche mit Strom betrieben werden, vorne liegen. - Der Rückgang bleibt also komplett in der landwirtschaftlichen Wasserversorgung, und das ist auch ganz einfach zu erklären. - Durch die stetigen Niederschläge war die Versorgungslage mit Wasser überall auf der Insel hervorragend, und man musste nicht Wassermassen, von irgendwo her ins sonst trockene Aridanetal pumpen. - Das alleine reicht aus, um unseren Energiebedarf sinken zu lassen, obwohl die Haushalte mehr Strom verbrauchen als früher und einer der größten Energieschlucker, das astrophysikalische Institut auch. - Es ist ein bisschen ernüchternd, wenn man jahrelang Kampagnen gegen Energieverschwendung fährt, die Leute zum Sparen animiert und an solchen Aktionen wie Lichtabschaltungen teilnimmt um ein grünes Gewissen vorzutäuschen, das aber alles nicht fruchtet. - Auf der anderen Seite reicht ein regenreicher Winter aus, um genau eine solche Einsparung hinzubekommen, und das völlig ohne Anstrengung. - Weiter bleibt die Frage offen, wann denn nun die Pläne der Hinwendung zur alternativen Energieversorgung wieder mal konkret diskutiert werden, und auf reelle Verhandlungspartner treffen. - Das haben wir in den letzten 2 Jahren eigentlich komplett ausgeblendet, nachdem die Einspeisevergütungen für elektrischen Strom aus Photovoltaikanlagen gesenkt wurden. - Da wird die Suche nach dem grünen Gewissen doch recht schwierig werden, wenn es kein Geschäft ist, oder zumindest kein gutes und schnelles Geschäft, dann verfärbt sich der Investor chamäleongleich und zieht weiter dorthin, wo höhere Renditen auf sein Geld warten.



Sonntag 16.05.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 20,9 Grad - niedrigste Temperatur 14,9 Grad

Wenn viele ausziehen,
das Glück ausgerechnet auf La Palma zu finden

Inzwischen widmet sich ja ein komplettes Genre im Fernsehen bereits der Glorie und dem Scheitern der Emigration. Mit 5 Mark und Flausen im Kopf eröffnen dort manche ein Nagelstudio in Mallorca, oder reisen mit 5 Kindern und 7 Hunden bis nach Australien, um dann festzustellen, dass die dort verdammt schlecht Englisch sprechen im Land der Kängurus. - Meist bleibt nichts als Sprüche. - Die Frage, wie man ein kleines Vermögen auf La Palma macht, die wird von erfahrenen Glücksrittern meist so beantwortet: In dem man ein großes Vermögen investiert. - Es ist in der Tat äußerst schwer, in dieser so kleinen Welt eine größere Bewegung zu machen, ohne dass man aus dem Rahmen platzt. - Mit großen Ideen in der Tasche, manchmal sogar mit Wissen und Geld unterlegt, meist aber allerdings nur mit Ideen bewaffnet, sind bereits viele Generationen an Immigranten an unsere Gestade getroffen, und alle haben "das Glück" gesucht, und viele von denen haben sogar noch gedacht, sie brächten uns das Glück auch gleich mit. - So viel Selbstüberschätzung wird immer bestraft, die Insel kaut mit fast aufreizender Beharrlichkeit alle großen Pläne und Projekte so lange weich, bis jeder kleine Glücksritter, oder auch großer Investor, nackt und demütig vor sich selbst, oder seinen Gläubigern steht. - Ich weiß nicht was schlimmer ist, vor sich selbst, oder vor anderen seine Niederlage einzugestehen, aber Demut ist ein häufiges Abschiedsgeschenk für Rückwanderer aus La Palmas Gestaden. Trotzig konservativ, aufreizend kleinkariert, und dabei neckisch lockend. - Solch eine sture Nuss zu knacken, wie das der "Rohdiamant" La Palma darstellt, das ist doch noch mal eine Aufgabe für zivilisationsmüde Alleskönner und angescheiterte Akademiker, die das Perpetuum mobile bereits bis zum Perpetuum erfunden haben, und nun auf La Palma die Auflösung für den kleinen Rest des Rätsels suchen. - Mars macht vielleicht mobil, nicht aber La Palma, und schon gar nicht von selbst, und nur wer in der Lage ist "Vermögen" durch Auskommen zu ersetzen und "Glück" durch Zufriedenheit, der hat eine gute Chance, von seinen eigenen Ansprüchen nicht komplett überfahren zu werden. - Man muss sich nicht wundern, dass bei 27% Arbeitslosigkeit keine großen Schilder am Hafen und am Flughafen die Neuankömmlinge gleicht mit großen Plakaten begrüßt werden: Berufsabbrecher und Hartz Vierlinge gesucht, für leichte Tätigkeiten unter Palmen, Wohnung frei, 35 Stundenwoche, bestes Gehalt und Aufstiegschancen garantiert.

Dabei sind wir sowieso erst einmal irritiert, wenn Zugereiste hier Arbeit suchen, galt doch in den großen Zeiten der Peseta und der Deutschen Mark noch die Losung, die sind alle reich, und müssen eh nicht arbeiten. - Alle müssen ja auch nicht arbeiten, und bedrängen so den palmerischen Arbeitsmarkt, viele sind ja irgendwie bestückt mit Auskommen und finanziellen Mitteln, denen kann es gut gehen hier. - Schönes Grundstück, deutschen Makler, deutsche Baufirma, und schon baut man sich sein nach außen hin verschlossenes Paradies, und lässt die Rente und das Leben an sich unauffällig vorbeitröpfeln, es kann Schlimmeres geben. - Ab und zu eine kulturelle Veranstaltung besuchen, der Satellit verbindet einen mit der Heimat, und wenn das Heimweh oder das Zipperlein drückt, dann ab in den Flieger nach Alemania. - Dabei gäbe es hier eine riesig große Auswahl an einer weiteren interessanten Gruppe an Übersiedlern, die sich unserem Seelen- und Körperheil verschrieben haben. - Ich weiß nicht, ob das vielleicht grundsätzlich so ist in einem teutonisch zu kolonialisierenden Land, erst kommen die Bierbrauer, dann die Metzger und dann schon die Heiler, die Leib und Seele dann wieder zusammenflicken, weil Speck und Bier alleine den Drüsen nicht zuträglich sind. - Da gibt es Heilmethoden, die habe ich in meinem Leben noch nicht gehört. - Meist ein bisschen asiatisch angehaucht, oder eben in Anglizismen angepriesen, meist komplett unverständlich, es sei denn, man hätte den siebten Grad der schamanischen Chakrentafel bereits verinnerlicht. - Meistens geht es dabei um Energieflüsse, Probleme mit der Mutter und andere Nebenwirkungen des normalen Lebens und wenn man dann einen lustigen Namen für diesen Schmonzes gefunden hat, dreimal links rum um die Aloe Vera, dann verleiht man sich einen exotischen Namen und erfindet dann noch einen Meistertitel dazu, und kann sich sicher sein, dass jeden Tag ein D… über die Plaza von Los Llanos, oder durch die Höhlen von Las Tricias läuft. - Da nehmen sich Hormonyoga und Reiki ja bereits wie konservative Vorschulmedizin aus, was da manche hier auf der Insel anbieten, das hört sich derart verrückt an, dass man unweigerlich an seiner eigenen Mitte zu zweifeln beginnt. - Mich haben mal solche Leute angerufen und netterweise vor einem nahen Weltuntergang gewarnt, aber ich musste denen leider sagen, ich kaufe grundsätzlich nichts am Telefon. - Der Weltuntergang fand ja dann, wahrscheinlich aus Kostengründen auch nicht statt, da war ich dann wieder richtig stolz auf mich, denn wer ist eigentlich bei nicht vollstreckten Weltuntergängen regresspflichtig? - Ein lustiges Trüppchen an Sonnenköpfchen der Migrationskiste hat sich hier auf der Insel angesammelt, und wer nicht muss, sondern darf, und das vielleicht auch sogar noch kann, der lebt prächtig hier auf dieser wunderbaren wie wundersamen Insel.



Sonntag 16.05.2010 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Gold an La Palmas Stränden
Alte Geschichte frisch serviert

Was macht man, wenn man Hacken, Spaten oder sogar größeres Gerät für Grabungen verkaufen will? - Man behauptet ganz einfach, dort oder hier sei ein erklecklicher Goldschatz vergraben, und schon kann man mit Hacke und Spaten eine ganze Menge Geld verdienen. - Vielleicht sind es aber auch einfach die harten Zeiten der Krise und des enger geschnallten Gürtels, welche uns wieder mal dazu bringen eine alte Geschichte neu aufzuwärmen. - Glaubt man José María Notel, einem wegen Mordes im Knast von Ceuta schmorenden Häftlings, dann liegen an einem Strand La Palmas 2.000 Unzen Gold vergraben. - Allerdings hat José María Notel niemals gesagt, an welchem Strand, und er kann es auch nicht mehr erzählen, denn die Geschichte stammt aus dem Jahr 1859. - Es gibt aber heute noch Menschen, die an diese Goldgeschichte glauben, allen voran der Forscher und Historiker Jesús Manuel Lorenzo Arrocha, der im Besitz eines Briefes ist, in dem eben genau des unselige José María Notel von seinem Geheimnis erzählt. - In dem Brief von Notel, gerichtet an eine bekannte Persönlichkeit La Palmas aus der Epoche, macht der Häftling dem Empfänger einen Vorschlag. - Er selbst aus dem Knast heraus könnte natürlich nichts unternehmen, das Gold zu bergen, deshalb solle der Empfänger des Briefes den Schatz ausfindig machen und heben, er erhielte dafür die Hälfte der 2.000 Unzen. - In dem Brief allerdings steht noch nicht die Fundstelle beschrieben, der Empfänger solle erst antworten was er von dem Vorschlag hielte, und auch einen Vertrauensbeweis erbringen, dann käme im nächsten Brief auch die Beschreibung, wo denn der Schatz vergraben sein. - Der zweite Brief kam nie, oder wir wissen es nicht, allerdings behauptet der Forscher nun, es kann den zweiten Brief nicht gegeben haben, denn dann hätte der Empfänger doch sicher den ersten Brief auch vernichtet und nicht im Familienarchiv belassen. - Gut kombiniert denkt man sich, und es ist wohl eher anzunehmen, dass der angeschriebene Herr hier auf der Insel das Ganze für einen Schwindel hielt, und sich nicht darauf eingelassen hat.

Auf jeden Fall steht aber in dem ersten Brief beschrieben, wie denn das Gold überhaupt in den kurzzeitigen Besitz des José María Notel kam. - Im Jahre 1852 lief die Fregatte "Valandro Rosa" von Kuba aus Richtung Guinea in Afrika, um Sklaven für die Zuckerrohrplantagen aus Kuba zu besorgen. - Dafür waren die 2.000 Unzen Gold auch gedacht, die man an Bord hatte. - Allerdings wollte der Kapitän des Schiffes auch an das Geld und schmiedete mit dem ersten Offizier zusammen ein Komplott, in welches auch José María Notel eingeweiht wurde. - Das Gold sollte demnach auf La Palma an einem schwarzen Sandstrand vergraben werden, das Schiff danach zu den Islas Salvajes navigiert werden, wo man es versenkte, um dann dem Reeder später zu erzählen, das Schiff sei mit Mannschaft, Maus und Gold in den rauen Gewässern um diese portugiesischen Inseln gesunken. - So soll das auch geschehen sein, wobei nicht klar wird, was denn aus dem Rest der Mannschaft geworden ist, denn die drei alleine haben das Schiff sicher nicht über den Atlantik gesteuert. - Aber wenn es um Gold geht und Schatzsuchergarn, dann muss man bei den Recherchen nicht kleinlich sein. - Der Kapitän und der erste Offizier verstarben wohl kurze Zeit später, an Syphilis, Skorbut oder Habgier, das wird nicht berichtet, aber José María war wohl der einzige Überlebende des Komplottes, welches zum Untergang der "Valandro Rosa" geführt hat. - Wo das Gold nun wirklich liegt, und ob denn tatsächlich auf La Palma versteckt, das weiß niemand, denn so wie es aussieht, hat dieses Geheimnis der unselige José María Notel mit ins Grab genommen. - Aber denken wir doch mal nach. - So viele Strände gibt es gar nicht auf La Palma, und es muss auch noch ein Strand sein, dem ein Schiff sich unbemerkt nähern konnte, ein Beiboot losschicken, um dann einen Schatz unbemerkt an Land rudern zu können und diesen dann auch vergraben. - Mir fallen da schon ein paar Stellen ein, und Sie können sich ja ihre eigenen Gedanken zu der ganzen Geschichte machen. - Schaufeln und Spaten gibt es bei Fraper zu kaufen, größere Geräte kann man sich bei Opein leihen, und die Geschichte steht in dem Buch "Galeón, naufragios y tesoros" beschrieben, und nun wissen wir auch, warum alle 2 Jahre diese Fabel wieder mal in die Öffentlichkeit kommt. - Man will nämlich wohl gar nicht Schaufeln und Guatacas verkaufen, sondern wohl eher das Buch. - Dennoch haben wir etwas dazugelernt. Diese lustigen Anschreiben von afrikanischen Millionenerben, die in so fachmännischem Deutsch verfasst immer man wieder in ihrem Postfach landen, die haben allesamt ein Vorbild, nämlich José María Notel. - Der hat zwar nicht die E-Mail erfunden, aber eben die Methode, Menschen anzuschreiben und mit Aussicht auf dicke und unverschämte Erlöse, so manchen braven Bürger in die Versuchung zu schicken. - Dennoch, Sie können es ja mal mit Schaufel und Spaten versuchen. - Tun Sie einfach so, als wollten Sie eine besonders große Sandburg bauen, das glaubt uns Deutschen auch sofort jeder. - Alle anderen müssen dann morgen bitte wieder pünktlich zur Arbeit erscheinen.



Samstag 15.05.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 19,9 Grad - niedrigste Temperatur 14,5 Grad

Kleine Nachrichten
Großes ist einfach nicht passiert

Die Höhlen von Buracas in der Gemeinde Garafía sollen nun als touristisches Ziel aufgewertet werden. - Aber nicht nur das, gleichzeitig will man auch einen besseren Schutz der dortigen Steinzeichnungen und anderer prähistorischer Fundstellen gewährleisten, da bislang diese Höhlen ohne jegliches Hindernis für jeden zugänglich waren. - 40.000 Euro macht man dafür locker, die holt sich die Inselregierung aus Töpfen welche die Provinzregierung für solche Maßnahmen bereit hält. - Was diese Höhlen so außergewöhnlich interessant macht, ist wohl die Tatsache, dass diese vor dem Auftauchen der spanischen und portugiesischen Eroberer 1.000 Jahre durchgehend von den Ureinwohnern bewohnt waren. - Allerdings sind die Fundstücke selbst nicht mehr in einem wirklich guten Zustand, es hat sich halt in den letzten 500 Jahren keiner darum bemüht, diese zu erhalten, so dass heute die Archäologen diese große Lücke mit Geduld und mancher Phantasie wieder zu füllen versuchen. - Insgesamt aber sicher ein richtiger Schritt, diese Fundstellen besitzen wohl einen besonders schützenswerten Charakter und sind darüber hinaus auch Punkte des besonderen touristischen Interesses. - Allerdings könnte man in diesem Zusammenhang auch mal erklären, warum denn das teuere und so hoch gelobte archäologische Museum in Los Llanos seine Pforten für das Publikum bereits wieder geschlossen hat.

Es gibt Probleme mit unseren kleinen gelben Glücksspendern, landläufig als "Banane" betitelt, aber eben von uns mit Nationalstolz, als "Plátano" bezeichnet. - Da kommt es gut, dass nun ausgerechnet eine Werbekampagne für "Plátanos de Canarias" in Valencia auf dem Festival "La Luna" mehrere Auszeichnungen erhalten hat. - Das ist ein bisschen so, wie die berühmte "Cannes-Rolle", aber eben auf nationaler Ebene. - Der Hauptpreis geht an die "ASPROCAN", (Asociación de Organizaciones de Productores de Plátanos de Canarias), was nichts anderes ist, als die Dachorganisation der kanarischen Bananenproduzenten. - Das ist in sofern auffällig, weil hier die Kritik an dieser Organisation immer größer wird, da man deren Arbeit nicht mehr so richtig schätzt. - Allerdings nimmt dieser Preis nun auch wieder den Druck von dem Dachverband, kann man doch so der "Basis" zeigen, wie gut man doch eigentlich arbeitet, und dass zumindest in der Werbung alles Banane ist. - Einer der prämierten Videos kann man HIER bei Youtube ansehen.

Hauptgesprächsthema im Moment hier sind die von Zapatero angekündigten Sparmaßnahmen, und wie man sich vorstellen kann, sind auch nicht alle einverstanden damit. - Allerdings erhält er nun fast unerwartete Schützenhilfe von der Opposition, der Partido Popular, die nach der schweren Wirtschaftskrise in den Umfragen auch vor den regierenden Sozialisten liegen. - Mariano Rajoy, bärtiger und nuschelnder Chef der Konservativen bezeichnet nun die Sparmaßnahmen als zu spät, zu gering und zu ungerecht. - Damit aber bestätigt er im Grunde die Haltung Zapateros und zieht noch eines nach, auch die Mitglieder der Partido Popular in öffentlichen politischen Ämtern werden ihr Gehalt um 15% kürzen lassen, so wie es die Regierungspartei für ihre Mitglieder bereits angekündigt hat. - Das aber stellt den gesellschaftlichen Frieden alleine noch nicht wieder her, obwohl den allermeisten klar ist, dass man viele Jahre über seine Verhältnisse gelebt hat und nun ein Einschnitt folgen muss. - Allerdings findet natürlich jeder, bei dem eben der Hebel angesetzt wird, dieses als ungerecht, denn ein gerechter Sparplan würde natürlich immer nur die anderen treffen. - Die Sozialisten bemühen sich nun auch mit häufiger Präsenz in Talkshows und Nachrichtenmagazinen das Unerklärbare zu erklären, und wollen damit vor allem auch die Beamten und Angestellten im Öffentlichen Dienst beruhigen, die allesamt zukünftig auf 5% ihres Einkommens verzichten sollen. - Die Rentner haben auch Bedenken, allerdings betrifft das nicht mal die Hälfte aller in Spanien ausgezahlten Altersbezüge, da die kleineren Renten nicht von der Einfrierung der Bezüge betroffen sind. - Die Gewerkschaften rufen nun für Anfang Juni zu einem Generalstreik, allerdings rudern da auch manche schon wieder zurück, denn für einen Generalstreik müsste man alle Berufsgruppen erreichen, und bislang sind ja nut die Beamten und Angestellten im Öffentlichen Dienst betroffen. - Und da haben Umfragen auch bereits ergeben, dass die "normalen" Angestellten und die Freiberufler, die hier "autónomos" heißen, sehr wohl damit einverstanden sind, dass man Staatsdienern zuerst an die Börse geht. - Mal sehen, was dann aus den Streiks wird. - Kommen werden sicher solche Proteste, aber eben nur begrenzt. - Ansonsten hat mir noch ein Spruch gut gefallen: Wäre es nicht besser, anstatt Millionen ein wenig zu nehmen, Millionären viel zu nehmen…



Samstag 15.05.2010 11:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Las Canteritas für Santa Cruz
Strandprojekt für die Hauptstadt fällt nicht den Sparplänen zum Opfer

Klammheimlich freut sich ja so mancher über die Spardoktrin, ausgegeben von Zapatero, der unbedingt hellenische Verhältnisse in Spanien abwenden will. - Will er doch im kommenden Jahr an die 6 Milliarden an Investitionen zurückhalten, das bremst dann so das eine oder andere großspurige Projekt gewaltig aus. - So könnte man ja durchaus darauf hoffen, dass solche Wackelmegalomien wie der Hafen von Granadilla oder unsere Weltbiosphärenreservatsautobahn durch rote Striche einfach von der langen Bank gefegt werden. - Aber das müssen wir abwarten, was ein enger geschnallter Gürtel noch so alles an öffentlichen Bauten hergibt. - Auf jeden Fall gibt es eine gute Nachricht für die Hauptstadt, aber wohl auch für die ganze Insel, Santa Cruz erhält nun endlich seinen Stadtstrand, und was für einen. 28 Millionen Euro stellt nun die Küstenbehörde für den Bau des Stadtstrandes der Hauptstadt zur Verfügung und bringt das Vorhaben nun durch eine Veröffentlichung im offiziellen Bulletin zur Ausschreibung. - Jetzt gibt es keinen Weg mehr zurück, und wenn man das Prozedere der Vergabe des Baus mit einberechnet, und eine kalkulierte Bauzeit von 19 Monaten annimmt, dann könnten wir ab Herbst/Winter 2012 frühestens damit rechnen, bereits diesen Strand vor der Hauptstadt nutzen zu können. - Allerdings muss man auch dazu sagen, dass alleine das Projekt mit dem Strand noch nicht den auch geforderten Umbau der Promenade beinhaltet, das wäre dann der nächste Schritt, aber da kann dann die Küstenbehörde nichts mehr dran machen, das berührt andere Haushalte. - Auf jeden Fall kommt der große Parkplatz weg, den so viele Menschen nutzen um ihr Auto abzustellen. Da schließen sich dann auch gleich wieder die Fragen an, wohin denn dann mit den ganzen Fahrzeugen? - Von einem zweiten Parkhaus haben wir mal gehört, am Südrand der Hauptstadt, noch bevor man zum Hafen gelangt, aber das ist nur in Ideeform vorhanden, und wird sicher nicht fertig werden, bevor der Strand dort steht.

Man muss ja auch noch weiterdenken, dieser Strand ist ja nicht nur für die Hauptstädter selbst da, man möchte ja Gäste von der Insel und Touristen auch mit dieser "Playa" locken, was bedeutet, dass man nicht nur Ersatz für die nun wegfallenden Stellplätze braucht, sondern sogar noch weiteren Bedarf schafft. - Das bereits vorhandene Parkhaus wird auf keinen Fall in der Lage sein diesen Bedarf zu decken, da muss also noch dringend gehandelt werden. - Der Strand an sich ist kunstvoll eingebettet in zwei Wellenbrecher, welche verhindern sollen, dass der Sand von der Atlantikdünung wieder ins Meer gezogen wird. - Das Kernstück des Strandes besteht aus nahezu 600 Metern Sandstrand, an die sich sowohl in nördlicher wie auch südlicher Richtung noch jeweils 50 Meter grober Kiesstrand anschließen, was als Schutzmaßnahme für den Sandstrand gedacht ist. - Die Breite des Strandes wird je nach Ebbe oder Flut mit 30 - 110 Metern angegeben, das wird also schon ein leckeres Stückchen Strand, welches man da aus dem Meer stampfen will. - 730.000 Kubikmeter Sand und 30.000 Kubikmeter grober Kies werden dazu gebraucht, plus die schweren Steine und die Betonarmierung der Wellenbrecher, die Transportfirmen der Insel können sich also auf eine gute Auftragslage freuen. - Der Sand soll übrigens aus Puerto de Tazacorte geholt werden, was bedeutet, dass man das Zeug per LKW über die Insel karren muss. - Sand gibt es dort auf der Westseite genug, der Atlantik bringt jeden Winter wieder große Mengen an schwarzem Sand an, es liegt also nicht an der Verfügbarkeit. - Da könnte man aber vielleicht auch mal bedenken, den Sand lieber per Schiff nach Santa Cruz zu bringen, dann würde man den Hafen von Puerto de Tazacorte auch mal echten Nutzen verleihen. - Aber dann fällt ja wieder das Geschäft für den Transportsektor weg, und das ergäbe noch mal weniger Argumente, dass man doch eine Autobahn bräuchte. - Aber freuen wir uns mit der Hauptstadt, das mit dem Strand ist eine schöne Idee, und wertet nicht nur Santa Cruz, sondern gleich die ganze Insel auf. - So ein bisschen wie Las Palmas und dem wunderschönen Stadtstrand Las Canteras könnte das dann werden, Las Canteritas eben.




Der Strand ist hier als weißer Sandstrand eingezeichnet, das ist natürlich Quatsch, oder künsterlicher Freiheit des Zeichners. - Der Strand wir aus schwarzem Sand entstehen, wie das hier so üblich ist...




Freitag 14.05.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 19,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad

Artenschutzliste weiter unter Beschuss
Jetzt gibt es sogar interne Proteste

Das "Gobierno de Canarias", also die Vereinigung beider Provinzregierungen der Kanaren, hat bereits vor einer Weile ihre neue Artenschutzliste veröffentlicht. - Diese Liste wurde erneuert, nachdem man im Jahr 2002 das letzte Mal diesen Katalog bearbeitet hat, und es ist wohl notwendig, solche Listen immer mal wieder aufzuarbeiten und zu aktualisieren. - Was dabei aber herausgekommen ist, das verwundert Biologen wie den Großteil der Bevölkerung, denn anstatt sich noch intensiver um den Schutz der heimischen Biosphäre zu bemühen, halbiert man in etwa die Anzahl der unter öffentlichen Schutz gestellten Arten. - Man wendet auch einen Kunstgriff an, in dem man eine neue Kategorie eingeführt hat, nämlich die dehnbare Schublade von "besonderem Interesse für die Region". - Unter dieses "Label" fallen dann bestimmte Tier und Pflanzenarten, die bislang als vom Aussterben bedroht galten, nun aber nur noch in den dafür vorgesehenen Schutzgebieten als schützenswert angesehen werden. - Aber nicht nur das, einige Arten fehlen komplett, oder wurden auch von "vom Aussterben bedroht" zurückgestuft auf "gefährdet". - Was dahintersteckt ist auch völlig klar, man möchte mit der Neustrukturierung dieser Liste einige Bauvorhaben möglich machen, die bislang eben an der alten Artenschutzliste gescheitert sind. - Da darf man zum Beispiel den Hafen von Granadilla nennen, oder eben auch bei uns auf La Palma den möglichen Golfplatz im Aridanetal, dem eine kleine Heuschrecke zu schaffen macht, die eben nur hier auf der Insel vorkommt, und bislang als vom Aussterben bedroht angesehen wurde.

So kann man sich auch gut die mannigfaltigen Proteste gegen diese, ganz klar von wirtschaftlichen Interessen gesteuerte Neueinteilung vorstellen, sowohl die oppositionellen Sozialisten sind dagegen, wie auch die Öffentlichkeit und eine große Anzahl an Biologen und Wissenschaftlern, die sich irgendwie mit dem Thema beschäftigen. - Die Forderung geht ganz klar dahin, dass solch eine Liste nicht von Politikern erstellt werden darf, sondern von Biologen geschaffen werden muss, die als wissenschaftlicher Rat Erfolge oder auch Misserfolge im bisherigen Artenschutz feststellen können. - Allerdings wird die Entscheidung darüber dann doch politisch getroffen werden, und da die fatale Verbindung zwischen Coalición Canaria und Partido Popular die Mehrheit im kanarischen Parlament besitzt, können die das einfach machen. - Wenn der Protest nicht zu groß wird und man auf öffentlichen Druck hin, angesichts der lokalen Wahlen im kommenden Mai, da noch Korrekturen vornimmt. - Jetzt allerdings kommt Kritik auch aus den eigenen Reihen, die Coalición Canaria aus El Hierro hat über einen Beschluss im Inselparlament Einspruch gegen den neuen Artenschutzkatalog eingereicht, da einige Tiere und Pflanzen der Insel ihrer Meinung nach nicht korrekt, oder eben gar nicht berücksichtigt werden. - Darüber hinaus fordert man in El Hierro aber auch ganz konkret, dass man diese Liste von Wissenschaftlern überarbeiten lassen soll und den Inselvertretungen Mitsprache geben, so wie auch eine Bürgerbeteiligung anzustreben. - Gut, das mit der Bürgerbeteiligung ist ein bisschen kompliziert, denn welcher Laie kennt sich schon mit den vielen gefährdeten oder endemischen Arten hier auf den Inseln aus, aber Kritik aus den eigenen Reihen, das ist eigentlich nicht üblich im Tagesgeschäft der Gutsherrenpartei Coalición Canaria. - Vielleicht schreckt das die Herren aber mal ein bisschen auf, dass sich selbst in ihrer Partei noch Menschen mit Gewissen und Interesse für den Erhalt der so fragilen Biodiversität dieser Inseln befinden. - Vielleicht aber wachen auch die Steigbügelhalter der Partido Popular auf und verweigern sich mal in dieser Sache dieser durchsichtigen Schacherei um Baugenehmigungen, denn Loyalität gegenüber den Koalitionspartner ist eine ehrenhafte Sache, wenn man sich dabei allerdings zum Komplizen macht, Zement über Naturschutz zu stellen, dann kann das im Mai 2010 auch wieder Wählerstimmen kosten.



Freitag 14.05.2010 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1021 hPa

Zum fünften Mal
Der Böller war´s

Nun fehlen 3 Monate, dann hat die Brandkatastrophe des letzten Jahres ihr einjähriges Jubiläum. - Auch wenn die Kiefern dort bereits wieder prächtig ausschlagen, in saftigem hellem Grün, das Ganze ist noch nicht gegessen, vergessen und auf keinen Fall verdaut. - Dabei waren es eher noch die Spätfolgen des Brandes, die Erosion, welche dann 2 Tage vor Weihnachten zu Erdrutschen und Murenabgängen geführt hat, und noch mehr Schaden im Süden der Insel angerichtet hat, als das Feuer Anfang August. - Da gibt es noch viel Arbeit, viel Mut zuzusprechen, damit die Gemeinde Fuencaliente sich irgendwann auch wieder aus dieser feurigen Agonie befreit. - Längst weiß man, was das Feuer verursacht hat, nämlich unsachgemäß abgefeuerte Böller, die auf eigentlich allen unseren Fiestas dem Ganzen auch noch einen knallenden Rahmen geben sollen. - Zunächst trat man mit großer Skepsis an diese These heran, doch genau in der Nacht, es war der letzte Tag des Juli, fand in Tigalate, ein Ortsteil der Gemeinde Mazo, ein Fest statt, und auch dort wurden Böllerraketen zur allgemeinen Steigerung der Feierlaune in die Luft gefeuert. - Allerdings begleiteten diese Feier äußerst schlechte meteorologische Bedingungen, seit Tagen bereits lag die Temperatur bei etwa 40 Grad, die Luftfeuchte nicht mehr messbar, so gering war die, und heftige Winde sorgten dann auch noch dafür, das alles was nach Wald oder Natur aussieht, so trocken war, dass ein Funke genügte, einen Brandkatastrophe herauf zu beschwören. - Man weiß ja jetzt, wie es kam, und man muss sich auch nicht wundern, wenn man bei solchen Wetterverhältnissen Feuerwerkskörper in die Gegend jagt. - Eine Untersuchung der Inselregierung ergab zunächst keine Anhaltspunkte für den Ausbruch des Feuers, wohl aber die Nachforschungen der Guardia Civil, welche klar die Böller als ursächlichen Grund für den Brand feststellten.

Darauf hin leitete die Staatsanwaltschaft auch ein Untersuchungsverfahren gegen die drei Veranstalter der Fiesta ein, welches bis heute allerdings noch kein Ergebnis gebracht hat. - Das wird auch nicht so einfach werden, denn man vermutet auch, dass nicht die Böller das Feuer verursacht haben, welche auf der Feier so zu sagen offiziell abgeschossen wurden, sondern später im weiteren Verlauf der Feierlichkeiten von Unbefugten. - Da nun einen Kausalitätszusammenhang zu den Veranstaltern zu basteln, oder nachzuweisen, ob die Böller fahrlässig überlassen wurden oder man gar andere dazu aufgefordert hat, diese noch später abzuschießen, das wird wohl kaum möglich sein. - Ob nun das Gericht daraus eine Verantwortung basteln kann oder will, das wird man abwarten müssen. - Allerdings möchten auch viele gerne an der These mit den Böllern zweifeln, besonders die, welche gerne Böller abschließen, und wenn man nun die Kreuzfeste auf der Ostseite verfolgt hat, dann wird einem auch schnell klar, dass hier keiner aus den damals begangenen Fehlern lernen will. - Trotz Verbot hat man wieder jede Menge an Böllern in die Luft geschossen, und niemand, auch nicht die Ordnungskräfte oder die Inselregierung, welche das Verbot ausgesprochen hat, wagt es gegen diese Unsitte anzugehen. - Da passt es ganz gut, dass nun das endgültige Untersuchungsergebnis des Labors der Guardia Civil aus Madrid eingetroffen ist, aus dem zweifelsohne hervorgeht, dass ein Böller dieses verheerende Feuer ausgelöst hat. - Man hat sogar Reste des Böllers gefunden und diese analysieren können, und damit sind endlich alle anderen Versionen vom Tisch, die zum Teil sogar in Richtung Verschwörung oder ähnliches tendiert haben. - An dem Ergebnis ist nicht zu zweifeln, es gibt hier in Spanien keine höhere Instanz, solche Untersuchungen auszuwerten, man wird also dieses Ergebnis schlucken müssen, ob es einem nun schmeckt oder nicht. - Was wir nun daraus machen, das ist eine andere Frage, und bislang scheinen wir nicht wirklich gelernt zu haben. - Ich bin gespannt auf den Sommer, wenn es mal wieder heiß wird, vielleicht sogar genau bei der großen Bajada de la Virgen de Las Nieves, die sonst von Böllerschüssen begleitet aus der Wallfahrtskirche in die Hauptstadt getragen wird. - Wir werden es sehen, wohl hören, aber bitte nicht wieder spüren.



Donnerstag 13.05.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 21 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad

Kleine Häppchen
Kurznachrichten

Fernsehen im Krankenhaus von La Palma jetzt umsonst. - Ja, Sie lesen richtig, bislang musste man dafür bezahlen. - Ich weiß ja nicht, wie das in deutschen Krankenhäusern so gehandhabt wird, aber in den allermeisten Kliniken der Kanaren muss man zwischen 3 und 5 Euro für einen Tag Berieselung bezahlen. - Ein private Firma wurde dafür beauftragt, die dann einen Teil der Einnahmen an das Krankenhaus abgeben musste. - Für die Patienten war es zum Teil auch sehr umständlich mit diesen Automaten umzugehen, welche dann die Bonuskarten für den Fernseher neu aufluden und wer keinen Besuch bekam oder kein Geld hatte, der guckte so in eine schwarze Röhre. - Das hat nun ein Ende, jeder Patient im Krankenhaus von La Palma hat nun seinen eigenen Fernseher, und über den kann er auch alle Kanäle empfangen, welche das normale Programm hergibt. - Damit die anderen Patienten nicht gestört werden stehen auch Kopfhörer zur Verfügung, was eine ausgesprochen gute Idee ist. - Man stelle sich nur vor, da guckt eine die ganzen Soaps rauf und runter, und daneben liegt einer dem es wirklich schlecht geht, das muss dann doch nicht sein. - Auch wenn das hiesige Fernsehprogramm sicher nicht der Bringer ist, für Menschen die Krankenhaus liegen und sich schlichtweg langweilen, ist diese Berieselung aber eine gute Hilfe. - Die Einnahmen aus den Fernsehgebühren war eh sehr gering sagt man im Krankenhaus, und wogen bei weitem nicht den Ärger auf der dadurch entstand, dass man für lausiges Programm auch noch bezahlen muss. - Ob andere kanarischen Krankenhäuser nun unserem Beispiel folgen, das weiß man noch nicht, allerdings weiß man wohl, dass der private Aufsteller der Anlagen gar nicht glücklich ist über diese Entscheidung.

Partido Popular duldet keine Querdenker. - Etwas Böses ist geschehen, etwas unvorstellbar Böses. - Im Rathaus der Hauptstadt, hat es eine Rätin der Partido Popular gewagt, in drei Abstimmungen eine eigene Meinung zu haben und nicht so gestimmt, wie es der Rest der Partei, und da eben besonders die Nummer eins der Partei vorgeschrieben hat. - Das kostet der Rätin jetzt wohl ihren Kopf, denn man ist bei der Partido Popular der Meinung, wer durch die Parteiliste an Lohn und Brot als Politiker gekommen ist, dessen Stimme und Einstellung hat man damit auch gleich erworben. - Allerdings ist das nicht so einfach einen gewählten Stadtrat loszuwerden. - Man kann die Dame aus der Partei ausschließen lassen, dann bliebe sie aber dennoch Rätin, aber dann in der so genannten "Grupo mixto". - Das gab es schon öfter, allerdings verlöre damit dann die Partei einen Sitz. - Nun überlegt man, wie man es denn anstellen könnte, die frei denkende Dame aus dem Posten zu entfernen, aber den Sitz im Gemeinderat für die Partei zu erhalten. - Am einfachsten wäre es, die Rätin gibt ihren Posten auf, und der nächste der Liste aus der Partei rückt dann auf. - Allerdings äußert sich die Querdenkerin noch nicht dazu, aber man kann sich sicher sein, dass von mehreren Seiten auf die Dame Druck ausgeübt wird, damit sie den Weg frei macht. - Eine sehr unangenehme Art Demokratie zu zelebrieren hat sich in den allermeisten Parteien hier eingenistet, die unbedingte Abstimmungstreue. - Keiner sieht Abweichler gerne, aber schließlich müssen die Räte sich letztendlich gegenüber ihrem Gewissen verantworten, und nicht dem Vorsitzenden der lokalen Fraktion. - Wir werden sehen, ob die Dame standhaft bleiben kann. - In vernünftig geführten Fraktionen macht man das übrigens so, dass alle zu entscheidenden Punkte bereits vorher diskutiert werden, dann gibt es nur noch ganz selten Diskrepanzen. - Sollte es doch dann mal vorkommen, dass man sich nicht einigen kann, dann gibt es auch die Möglichkeit, dem Plenum einfach fern zu bleiben.

Vega Norte rockt. - Nachdem die Weine der Kellerei "S.A.T. Bodegas Noroeste de La Palma", die unter dem Namen "Vega Norte" angeboten werden dieses Jahr bereits mehrere internationale Auszeichnungen erhalten haben, unter anderem sogar zwei Goldmedaillen bei den "Wine Masters Challenge 2010", gibt es jetzt auch regionale Lorbeeren. - In Tenerife zelebrierte man in den vergangenen Tagen die "Vinos Agrocanarias 2010" und als einziger prämierter Wein La Palmas taucht dort auch wieder ein Vega Norte auf, und zwar dieses Mal der Rosé. - Nun könnte man ja meinen, ein solcher regionaler Wettbewerb hat keine große Aussagekraft, aber das ist genau anders herum. - Diese Auszeichnung ist deshalb so wertvoll, da die Jury dieses Wettbewerbes aus Winzern und Kellermeistern der Insel Tenerife bestückt ist, und die ihre eigenen Tropfen dort loben dürfen. - Dass trotzdem Weine von anderen Inseln dann ausgezeichnet werden, das ist ein starkes Stück, und spricht dann wirklich für die gehobene Qualität. - Wer also nach La Palma kommt und nicht weiß, welchen Wein er trinken soll, der kann es ruhig mit den Tropfen Vega Norte versuchen, da ist man auf der sicheren Seite.



Donnerstag 13.05.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1018 hPa

Mercedes inkompatibel
In beiderseitigem Einverständnis

Wen Lokalpolitik nichts angeht, oder gar anätzt, der sollte jetzt nicht weiterlesen. - Die Spatzen, die Tauben und die Tausendfüßer pfeifen es von den Dächern und aus den Garagen, Merche geht wieder nach Madrid. - Noch ist es nicht offiziell, aber wenn bereits die Presse hintenrum angefüttert wird, dann kann man davon ausgehen, dass die aus Madrid angeordnete Schützenhilfe für die palmerischen Sozialisten, in Figur der Abgeordnete Mercedes Coello Fernández-Trujillo, ihr Gastsiel hier auf La Palma beenden wird. - Die blitzgescheite Dame ist studierte Medizinerin und stammt von unserer Nachbarinsel Tenerife, und engagierte sich bereits in der Politik, ließ für diese Laufbahn sogar ihren festen Arbeitsplatz als Chirurgin im Krankenhaus von La Palma sein, um in Madrid den Kongress zu bereichern. - Das war gut so, in den Jahren brauchte man solche Frauen, und man braucht sie heute noch in der Politik, um gegen dumpfe Gutsherrenmethoden anzugehen. - Gut, es mag Parteien geben, die schicken als Frauen getarnte Gutsherren an die Front, um bloß nicht dem Anspruch den Innovation zu erliegen, aber heute sprechen wir mal nicht von der CDU. - Mercedes (hier eigentliche immer nur Merche genannt) kam also nach La Palma, gesteuert von den Granden der Partei in Madrid, und man war sich sicher, dass diese noble Leihgabe einer Spitzenpolitikerin die Situation auf der zur Diktatur neigenden Insel La Palma im Handstreich ändern würde. - Weit gefehlt, hier auf La Palma kommen solche intelligenten Frauen nicht wirklich an, und die Sozialisten fuhren bei den Wahlen zum Inselparlament im Jahr 2007 eines der schlechtesten Ergebnisse überhaupt ein. - Noch schlimmer eigentlich, war doch Mercedes angetreten, die erste Präsidentin des Cablido Insular de La Palma in der Geschichte zu sein, so musste sie zusehen, wie später eine Guadalupe Taño, eingesetzt wegen der Fahnen- und Aufgabenflucht des José Luis Perestelo, genau diesen Posten überlassen bekam.

Aber das ist dann noch nicht mal die Krönung der Erniedrigungen die Mercedes Coello hier auf La Palma erfahren musste, viel schlimmer wiegt sicherlich die Tatsache, dass diese Frau hier auf der Insel einfach nicht "angekommen" ist. - Da sind einmal ihre immer noch laufenden Verpflichtungen in Madrid als Kongressabgeordnete, aber eben auch die von Anfang an spürbare Inkompatibilität ihrer Persönlichkeit mit den Anforderungen des lokalpolitischen Alltags hier auf dieser kleinen und so abgrundtief provinziellen Insel. - Als Kandidat, oder eben Kandidatin für den Posten des Inselvaters, oder eben Inselmutter, da taugt eine zänkische Intellektuelle einfach nicht, da sind weniger kognitive Höchstleistungen gefragt als Bauernschläue und brachialer Pragmatismus wie das eben ein José Luis Perestelo oder eine Guadalupe Taño bis hin zur zynischen Perfektion betreiben. - Das war bereits kurz nach den Wahlen klar, und was dann folgte, war eine Zweckbindung zwischen einer Karrierefrau und einer sozialistischen Basis hier auf der Insel, die zwar den Intellekt und die Eloquenz dieser Frau bewunderte, aber jeden Moment wusste, mit der geht hier auf La Palma gar nichts. - Reibereien und Trotzreaktionen waren bald die Folge, auch die tägliche Abnutzung im Alltag brachte auch nur hervor, dass Mercedes Coello öfter nach Madrid flog, als es ihre Aufgabe als Kongressabgeordnete eigentlich verlangte. - Allen hier auf der Insel ist seit längerem klar, mit Mercedes Coello wird man bei den nächsten Wahlen hier wieder nicht punkten können, aber wie sagen wir es einer Frau, die wir auf der anderen Seite auch bewundern, weil sie doch für alles das steht, was wir hier im politischen Alltag so sehr vermissen. - Auch wenn das jetzt noch nicht offiziell ist, es ist an ihr, diesen Schritt zurück nach Madrid zu verkünden, die Sozialisten müssen sich nun ziemlich genau ein Jahr vor den nächsten Wahlen auf La Palma neu formieren. - Und der kommende Mann, oder die kommende Frau, obwohl ich da ziemlich sicher bin, dass es ein Mann sein wird, das muss dann wieder ein "Eigengewächs" aus dem inneren Kreis der palmerischen Bananenpolitik sein, etwas anderes kann man den stockkonservativen Menschen hier nicht wirklich andrehen. - Ich werde Mercedes Coello sehr vermissen, auf der anderen Seite ist mir aber auch klar, dass es höchste Zeit ist für die Frau, den Weg frei zu machen für einen anderen Kandidaten, dessen Kompatibilität mit der Insel keine Frage ist. - Mein Wunschkandidat ist ganz klar Anselmo Pestana, jetzt Inselsenator und Ex-Bürgermeister der Hauptstadt La Palmas. - Aber Wünsche können wir Sozis uns hier auf der Insel nicht wirklich leisten, sondern nur harte Arbeit und schon gar keine Flausen im Kopf oder gar revolutionäres Gedankengut. - Nur sollten wir zukünftig einfach nicht mehr auf Heilung von außen warten, sondern die Dinge in unsere eigenen Hände nehmen und mit unseren Mitteln arbeiten. - Alles andere taugt nicht für hier, wird auch nicht angenommen und ist so gut es auch sein mag, letztendlich kontraproduktiv. - Auf Wiedersehen Frau Coello, wir sind noch nicht reif für Sie.





Mittwoch 12.05.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Zapatero zieht die griechische Bremse
Sparen, sparen, sparen

Jetzt kommt er mal nicht zu spät unser smarter Ministerpräsident. - Der griechische Schock sitzt uns ja noch allen in den Gliedern, und auch Spanien drückt ein gewaltiges Defizit. - Allerdings gibt es noch keine akute Gefahr für das Land der Iberer, dennoch ist es ein vernünftiger Schritt und wird auch von allen Seiten begrüßt. - Natürlich aber nicht von dort, wo gespart werden soll, und das sind die Beamten und der öffentliche Dienst. - 5% weniger werden die ab Sommer in der Lohntüte finden, und für 2011 werden die Gehälter eingefroren. Das wird nicht jedem schmecken, und sicherlich wird man sich auch noch auf Proteste einstellen müssen. - Allerdings hat Zapatero auch einen geschickten Schachzug gemacht, und allen Mitgliedern der Regierung selbst, werden zum gleichen Zeitraum sogar 15% vom Gehalt abgezogen, er stellt sich also vorne an beim Sparen. - Weiter wird der "Baby-Scheck" ab kommendem Jahr gestrichen, das waren 2.500 Euro für jedes geborene Kind in Spanien, was allerdings deutlich häufiger von Immigranten dazu benutzt wurde, ihre Kinder doch hier zu bekommen, als von Spaniern selbst. - Die Renten werden im kommenden Jahr auch eingefroren, mit Ausnahme der Minimalrenten. - Darüber hinaus wird nächstes Jahr noch geprüft, ob die Steuern für hohe Renten erhöht werden sollen. - Auch bei den Medikamenten soll gespart werden, die Kosten für Nichtgenerika sollen um bis zu 15% gesenkt werden. -Das will man teilweise durch Preissenkungen erreichen, aber auch durch eine Veränderung der Packungsgrößen, damit genau nach den Notwendigkeiten des Patienten die genaue Menge der Medikamente verordnet werden kann. - Mal sehen, ob die pharmazeutische Industrie da mitmacht.

Das ist aber noch nicht alles. - Weiter will er an die 6 Milliarden Euro an öffentlichen Investitionen einsparen und die Provinzen und Kommunen sollen weitere 1,2 Milliarden Euro sparen. - Letzteres wird die Länder und Gemeinden nicht gerade freuen, klagt man doch "auf dem Land" eh schon über generellen Geldmangel, und nun auch noch das. - Mehr Kritik wird sich Zapatero aber mit den 6 Milliarden einfangen die er bei den Investitionen einsparen will, ist das Sparen dort doch Gift für die gerade zarte begonnene Erholung im Wachstum des Landes. - Allerdings argumentiert Zapatero hier, dass er selbst mit diesen Einsparungen noch im kommenden Jahr mit Wachstum rechnet, und er lieber geringere Anstiege mitnimmt als weiter mit derart großem Staatsdefizit weiter zu rudern. - Die Märkte und die Börsen haben diese Sparpläne sofort mit Applaus angenommen, man sieht es international gerne, wenn Spanien sich aus eigener Kraft aus der "griechischen Liste" nimmt. - Allerdings ist noch nicht ganz klar, ob das überhaupt reichen wird das Defizit in von Europa erlaubten Bahnen zu halten, aber es ist ein gewaltiger und auch gewagter Schritt Zapateros, der damit natürlich im öffentlichen Dienst und bei den Beamten seine Anhänger auf eine gewaltige Probe stellt. - In den kommenden Wochen bereits sollen diese Maßnahmen im Eiltempo durch den Ministerrat geprügelt werden, so dass man bereits noch vor der hier ewig dauernden Sommerpause den Rotstift ansetzen kann. - Zapatero geht da nun auch mit gutem Beispiel voran, Länder wie Italien oder Portugal geraten nun auch unter Zugzwang, denn wenn sein Plan aufgeht, dann beweist das ganz klar, dass jedes Land auch selbst, sei es auch unter größeren Opfern, griechischen Verhältnissen aus dem Weg gehen kann. - Bislang galt Zapatero ja immer als ein bisschen zu zaudernd was den Umgang mit der Krise und auch dem Staatsdefizit angeht. - Zwar machte er vieles richtig, meist aber viel zu spät. - So fängt man jetzt an, Kurzarbeit, hier "Contrato Alemán" genannt, zu diskutieren, aber das kommt bei einer Arbeitslosigkeit von nun 20% einfach zu spät. - Auch wird die Opposition mit gewissem Recht darauf hinweisen, dass die Einsparungen bei den Investitionen auch den Arbeitsmarkt weiter belasten können. - Da die Waage zu halten zwischen notwendigen Einsparungen und Anreizen auf dem Arbeitsmarkt, das ist wohl dann auch die hohe Kunst in aktiver Politik. - Auf jeden Fall geht Zapatero nun stramm voran und will dieses Land nicht den Spekulanten überlassen, die ja an schwer verschuldeten Ländern auch noch leichtes Geld verdienen können. - Man kann nur hoffen, dass diese Maßnahmen auch von Erfolg gekrönt sind, irgendwie ist Zapatero auch davon abhängig, nach so viel Krise und Unzufriedenheit braucht er dringend Erfolg auf einer anderen Schiene. - Allerdings ist bei solch heftigen Sparplänen nun auch wieder die 300 Millionen Spritze in Gefahr, welche nach La Palma fließen sollte, als Trostpreis dafür, dass man die Milliardeninvestition des E-ELT verloren hat. - Wenn es aber doch für einen guten Zweck ist…


Mittwoch 12.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1016 hPa

Alles wieder offen
Potemkinsche Wolke zieht jetzt nach Valencia - und nur nach Valencia…

Alle spanischen Flughäfen haben nun wieder geöffnet, mit Ausnahme Valencias. - Wie das gehen kann und warum das so ist, das dürfen wir von Graphiken ablesen, die in irgendwelchen schlecht beleuchteten Büros erstellt werden, wohl zwischen Pizza und Cola light. - Wer dann aber die Schließungen der Flughäfen anordnet, das wissen wir alle nicht, ist vielleicht auch besser so. - Die neuesten Graphiken der "AENA" zeigen nun eine völlig andere Entwicklung als die der britischen "metoffice" und wenn ich das richtig verstanden habe, sind die errechneten Modelle der "metoffice" Grundlage für die Rechtfertigung der Eurocontrol für die Schließung und Öffnung von Flughäfen. - Demnach hat sich aber eigentlich nichts geändert im unteren Luftraum, vielleicht sieht eine andere Schicht bei Eurocontrol die Dinge weniger aschereich und macht die Entscheidungen der vorherigen Schicht einfach wieder rückgängig. - Man muss allmählich solche Willkür annehmen, denn Sinn, Verstand oder handfeste Erklärungen gibt es für das Verfahren der Schließung einiger Flughäfen wirklich nicht. - Wir müssen uns immer daran erinnern, diese Modelle werden von Meteorologen erstellt, welche die mögliche Verteilung der Luftmassen errechnen, die einmal über oder in der Nähe Islands waren. - Niemand aber misst die Dichte oder das tatsächliche Vorhandensein von Aschepartikeln, die aus dem isländischen Vulkan stammen. - Darüber hinaus berücksichtigt man auch nicht, dass nach 4.000 Kilometer Weg in der Atmosphäre eine gewisse Verdünnung der Aschepartikel in der Luft eingetreten ist.

Die Folgen solcher Entscheidungen sind enorme finanzielle Verluste für die Firmen, welche rund um den Flugverkehr angesiedelt sind, und Störungen im normalen Ablauf so vieler Menschen, dass man wohl für die Zukunft transparentere Methoden im Umgang mit solchen Entscheidungen fordern muss. - Es erinnert viel zu sehr an die Vogel- danach die Schweinegrippe, mit welcher Manie gegen eventuelle Bedrohungen der modernen Welt angegangen wird, die sich im Nachhinein und bei der Betrachtung aus einer emotionalfreien Entfernung als nahezu lächerlich erweisen. - Allerdings unterscheiden sich die Paniken um die Grippen doch gewaltig von der willkürlichen Schließung irgendwelcher Flughäfen deutlich voneinander, kann man bei den gebastelten Pandemien noch finanzielles Interesse der Pharmaindustrie vermuten, so sind die Behinderungen im Flugverkehr für niemanden als gewinnbringend einzustufen. - Was nun höchst moderne Gesellschaften dazu bringt, den kompletten Tagesablauf nach der Vermutung von möglicherweise anzunehmenden Gefahren zu ändern und enorme Ressourcen der Volkswirtschaft dabei zu vergeuden, das ist mir nach wie vor ein Rätsel. - Natürlich ist die Frage nach der Sicherheit niemals in den Hintergrund zu stellen, und es hat ja auch tatsächlich bereits heftige Probleme für Flugzeuge gegeben, welche durch Aschewolken geflogen sind, aber in einem komplett anderen Kontext und unter anderen Umständen. - Was gestern hier auf den Kanaren geschehen ist, mit zuerst Schließung, dann Öffnung, der Ignorierung des Flughafens La Palma (war gerade zu) El Hierros (war gerade offen) dann einer späten Schließung Fuerteventuras und heute ist wieder alles unter Kontrolle. Das war ein komplettes Desaster für Eurocontrol und trägt nicht gerade dazu bei, dieser Organisation die Reglung des europäischen Luftraumes zuzutrauen. Da muss Eurocontrol für die Zukunft noch viel lernen und wenn wir uns die Graphiken ansehen, dann erkennen wir schnell, dass man sich die Welt auch schön, oder nicht so schön malen kann. - Und genau so ist das wohl auch entschieden worden, denn hier über den Kanaren war nie eine Aschewolke, genau so wenig heute, wie das gestern der Fall war. - Ich hoffe nun aber inständig, dass die nicht auf die Idee kommen, uns bei Calima nicht mehr fliegen zu lassen, wenn tatsächlich Staub und Sand in der Luft sind. - Hoffentlich habe ich jetzt niemanden auf eine schlimmen Gedanken gebracht. - Unten sind die neuesten Graphiken, zuerst diejenige, nach der die "AENA" erklärt, dass die "Luft wieder rein" ist, und danach die der "Engländer", welche ein anderes Bild der Situation zeichnet.








Dienstag 11.05.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 21 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad

Das Oberkommando der Eurocontrol gibt bekannt:
La Palma bleibt zu

Die haben uns bestimmt vergessen. - Nachdem man nach kurzen Schließungen alle anderen Flughäfen der Kanaren wieder geöffnet hat, bleibt einem ja nur noch irgendeine Verschwörungstheorie zu basteln, oder eben anzunehmen, dass man einfach vergessen hat, unseren Flughafen wieder zu öffnen. - Witzig ist ja auch, dass auf unserer Nachbarinsel El Hierro der Flughafen nie geschlossen wurde, denn die haben die bei den Schließungen schon nicht berücksichtigt. - Das ist praktisch, dann kann man die auch bei der Wiedereröffnung getrost vergessen. - Das sind natürlich nur leicht nervöse Vermutungen, nachdem man sich hier auf der Insel deutlich fragt, was das Ganze soll. - Die neuesten Graphiken sind da, welche die "AENA" für heute 18:00 Uhr bestimmt hat, und da kann man in der folgenden Vergrößerung sehen, dass alle Kanareninseln gleichmäßig gerade noch in der prognostizierten Aschewolke stecken. - Aus der "inoffiziellen" Eröffnung ist also bislang nichts geworden, und wir müssen weiter warten. - Die Gäste, welche heute mit der Condor abreisen wollten, die sitzen jetzt bereits eingecheckt am Flughafen und harren der Dinge, oder besser gesagt der Flieger, die da noch kommen möchten. Aber es kann auch sein, dass wir die Wiedereröffnungsfreude dann auf morgen verschieben müssen. - Wer weiß das schon, an welchen Flughafen sich Eurocontrol gerade so erinnern kann.

Dann gibt es ja noch die Graphiken des britischen Wetterdienstes, die nicht genau mit denen übereinstimmen, welche die "AENA" publiziert. - Nach diesen Berechnungen, welche wohl sogar offiziellen Charakter haben sollen, wird die Lage für die Kanaren sogar noch deftiger, zumindest morgen. - Allerdings müssten nach deren Berechnungen dann auch Flughäfen in Deutschland, Frankreich, Schweiz und Italien geschlossen sein, aber dem ist ja nicht so, wie wir alle wissen. - Diese Graphiken können Sie HIER einsehen. - Es bleibt also das Fragezeichen stehen, warum die einen in der "Roten Zone" operieren dürfen, nur 80 Kilometer von uns entfernt, und wir nicht. - Vielleicht werden wir es irgendwann erfahren, ich fürchte aber eher nicht. - Eben hören wir noch, dass nun auch die Condor Ankünfte für heute auf La Palma annulliert worden sind, die wartenden Gäste werden nun vom Flughafen wieder auf die Unterkünfte verteilt. - Heute geht also nichts mehr auf La Palma und ich freue mich auf den nächsten Kommentar von Niki Lauda…. - Und als Nachschlag zur konsequenten Gleichbehandlung aller Destinationen, eben hat man die Schließung des Flughafens auf Fuerteventura angeordnet. - Immerhin sind wir jetzt nicht mehr alleine, und der Witz an der Geschichte, alle Flughäfen zwischen La Palma und Fuerteventura sind weiter offen. - Die Asche hat einen komischen Drall entwickelt.




Ganz Kanarien? - Nein, nur eine kleine störrische Insel....




Von heute Abend, Flughöhe 0 - 20.000 Fuß




Von heute Abend, Flughöhe von 20.000 - 35.000 Fuß




Dienstag 11.05.2010 13:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1014 hPa

Neuer Versuch gegen 17:00 Uhr
La Palma bleibt vorerst geschlossen

Irgendwann muss man mit das Mal erklären, warum La Palma geschlossen bleibt, alle anderen Kanarenflughäfen offen sind und völlig normal arbeiten. - Na, ja, Eurocontrol wird es wissen, nachdem sich ganz Europa nach Vorausberechnungen von Meteorologen verlassen muss, die bunte Kärtchen zeichnen. - Nichts gegen diese Meteorologen, die werden das sicher richtig machen, wo und wie der Wind zieht, und folgemäßig auch die Asche sein dürfte, aber da ist so viel Konjunktiv dabei und so viel blauer Himmel, dass es schwer fällt, noch irgend etwas zu glauben. - Also, die Air Berlin hat ihren Flug gestrichen, und wird wohl die Gäste nun bis Freitag warten lassen, bis das nächste planmäßige Flugzeug aus Deutschland nach La Palma fliegt. - Die Condor ist da, wie eigentlich immer, deutlich bemühter. - Aus Frankfurt und Düsseldorf sind die Flugzeuge unterwegs, zunächst nach Lanzarote. - Stuttgart wartet noch, nur München ist definitiv gestrichen. - Inoffiziell hört man, dass unser Flughafen gegen 17:00 Uhr wieder öffnen soll, was bedeuten würde, dass die Condor ihre Flieger heute noch nach La Palma bringt, und auch die hier wartenden Passagiere wieder abholt. - Aber wie gesagt, das ist noch nicht spruchreif, aber man stellt sich darauf ein. - Immerhin hat die "AENA" nun neue bunte Schautäfelchen ausgehängt, wo die Aschewolke denn sein könnte, denn hier ist sie nicht wirklich…




Von heute Mittag, Flughöhe 0 - 20.000 Fuß




Von heute Mittag, Flughöhe von 20.000 - 35.000 Fuß




Dienstag 11.05.2010 10:45 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1013 hPa

Mitten im Wahnsinn
Die Flughäfen schließen, öffnen, schließen…

Gegen 09:30 wurden beide Flughäfen auf Tenerife, und der auf La Gomera wieder geöffnet. - Lanzarote war die Schließung für 10:00 Uhr angekündigt, bleibt aber weiter offen. - Nur La Palma bleibt weiterhin geschlossen, warum, das weiß der Geier, Eurocontrol, oder auch der Liebe Gott. - Das hat nun dazu geführt, dass die Air Berlin ihren Flieger aus Nürnberg bereits annulliert hat, die Condor ihre Fluge nach La Palma allerdings zunächst nur als verspätet angegeben und fordert ihre Gäste auch auf, zu den Flughäfen zu fahren, allerdings müssen sich die Gäste auf Verspätungen einstellen. - Es ist fast unmöglich an weitere Informationen zu gelangen, die Webseite der "AENA" ist völlig überlastet und bricht andauernd zusammen, Radio und Fernsehen sind noch ein bisschen weiter zurück als wir auch. - Warum nun La Palma als einziger der kanarischen Flughäfen weiterhin geschlossen bleibt, das muss man uns irgendwann mal erklären. - "AENA" spricht davon, dass "aufgrund neuer Daten von Eurocontrol" so verfahren würde, die Wolke, die man einfach nicht sehen kann, ist also nur auf La Palma, nicht aber auf den Nachbarinseln. - Das rückt Eurocontrol etwa in die Glaubwürdigkeitsschiene der Coalición Canaria oder der FDP, und man kann sich gut ansehen hier auf den Inseln, wozu so etwas führt. - Mehr wissen wir im Moment auch nicht, rechnen aber eigentlich damit, dass auch unser Flughafen bald wieder geöffnet wird. - Ich muss jetzt gerade mal raus, ein bisschen Asche von meinem Haupt kratzen…



Dienstag 11.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1012 hPa

Aschenwolkenkuckucksheim
Tenerife, La Palma und La Gomera schließen die Flughäfen - oder?

Es gibt noch sehr widersprüchliche Aussagen, allerdings verdichten sich jetzt die Hinweise so weit, dass in der Tat die in der Überschrift genannten Flughäfen heute zumindest geschlossen bleiben. - Die unsichtbare Wolke liegt nun über den Kanaren, so zeigen das die Grafiken die man uns anbietet von der zuständigen "AENA" (Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea) und man schreibt im Bulletin, dass die Flughäfen seit 05:00 Uhr geschlossen sind. - Die Wolke nähert sich den Kanaren von Westen her und trifft so zuerst diese drei Inseln, ob die östlichen Flughäfen auch geschlossen werden, das steht noch nicht fest, ist aber nach landläufiger Meinung zu erwarten. - Allerdings findet man Pressemeldungen die extrem variieren, mal befindet sich die Wolke auf einer Schicht ab 10.000 Meter, andere behaupten, die Wolke sei auch in den unteren Luftschichten vorhanden. - Das würde bedeuten, falls die Wolke wirklich nur in den oberen Luftschichten vorhanden ist, dann könnte unser interinsularer Flugverkehr ohne Probleme abgewickelt werden können, da die Propellermaschinen eh nur bis 3.000 Meter hoch fliegen. - Allerdings scheint die allgemeine Verwirrung in den Nachrichten auch daher zu stammen, dass man uns 2 Graphiken anbietet, die unterschiedliche Positionen der Wolke darstellen. - Nun sollte man sich aber nicht die schönere Graphik aussuchen, sondern die kleinen Kürzel beachten, welche eben von den verschiednen "FL" sprechen, was "Flight Level" bedeutet. - Da zeigt sich nun, dass von "FL000" bis "FL200", was allerdings eine extreme Spreizung darstellt, bald der komplette Luftraum der Kanaren dicht sein wird. - In den oberen Luftschichten, "FL200" bis "FL350", was dann also zwischen 20.000 und 35.000 Fuß geschieht, das ergibt wieder ein anderes Bild, und zeigt deutlich weniger Beeinträchtigungen. - Beide Graphiken finden Sie unter dem Text.

So weit also die Informationen die man uns gibt, was aber niemand sagen kann, und das auch nicht vor 2 Wochen konnte, wie dicht diese Wolke ist, und ob sie tatsächlich noch in dieser Entfernung vom isländischen Eyjafjallajökull in der Lage ist, den Flugverkehr zu gefährden, das ist ein ganz andere Frage. - Dabei darf ich mich ja auch auf mein Laientum berufen wenn ich sage, dass man es schwer glauben kann, dass es eine wirkliche Bedrohung gibt. - Zumal wir hier die dichten Staubstürme aus der Sahara kennen, die man wirklich sehen kann und die Sicht zum Teil auf unter 3.000 Meter beschränken, ohne dass irgendein Flugzeug auf dem Boden bleibt, nun aber fällt ein gesamter Kontinent erneut in Agonie vor einer Wolke, die noch niemand gesehen hat. - Niemand stellt hier in Frage, dass eine Aschewolke aus einem Vulkan eine extreme Gefährdung für den Flugverkehr ist, aber auf der anderen Seite muss man auch beachten, wie weit sich die Konzentration der Aschepartikel nach einer Reise von 4.000 Kilometern in der Luft gesenkt hat, und wirklich noch auch nur angehende Gefahr besteht. - Wie gesagt, das alles behaupte ich hinter dem Schutz als Laie, allerdings haben sich bereits viele andere, die davon Ahnung haben sollten, also Piloten, Geologen und Meteorologen ähnlich geäußert. - Dennoch darf man niemandem unterstellen, ein Interesse daran zu haben den Flugverkehr zu beeinträchtigen und so stellen wir mal die Sorge um die Sicherheit in den Vordergrund. - Auch fehlt ja wirklich noch die Erfahrung im Umgang mit solchen Phänomenen. - Hier blicken wir in einen strahlend blauen Himmel Richtung Westen. Einige Quellwolken am Horizont und Linsen über dem Birigoyo die davon künden, dass wir immer noch von einem Tiefdruckgebiet regiert werden, welches ja auch ursächlich für die Großwetterlage auf dem Nordatlantik ist. - Sollten wir Neuigkeiten über die lokale Entwicklung hier auf den Kanaren erhalten, dann geben wir diese selbstverständlich an Sie weiter.




Von heute Nacht, Flughöhe 0 - 20.000 Fuß




Von heute Nacht, Flughöhe von 20.000 - 35.000 Fuß




Montag 10.05.2010 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 22,3 Grad - niedrigste Temperatur 15,8 Grad

Als die Queen sah, dass der Hafen voll war…
10.000 Briten in der Hauptstadt

Kannten Sie nicht die dusselige Übersetzung aus dem Lateinunterricht die da lautet: Als Caesar sah, dass der Hafen voll war, schiffte er daneben. - Ja, es gibt bessere Witze, aber da meine einfache Erkältung sich zu einer ausgewachsenen Grippe aufgeschwungen hat, bin ich wohl nicht mehr in der Lage bessere Witze zu machen. - Trotz der schweren Leiden meines von Fieber und Konvulsionen geschüttelten Körpers haben wir uns auf den Weg gemacht, die Königin zu besuchen. - Das machen wir immer so, wenn eine Königin im Hafen der Hauptstadt anlegt, dann fahren wir mal wieder auf die Ostseite. - So viele Königinnen kommen da auch nicht an, sehr zum Leidwesen meiner Frau, die immer mal wieder gerne das Angebot der Geschäfte der Hauptstadt prüft, ob man denn da nicht was Neues finden könnte. - Darüber informieren uns aber eigentlich auch unsere bereits im vollen konsumfähigen Alter stehenden Töchter, die mit dem Bus auch längst eine gewisse Unabhängigkeit von den skurrilen Launen des Alten gewonnen haben. - Wenn die mit dem Bus nach Santa Cruz fahren, und mich damit in Ruhe lassen, das lasse ich mich dann sogar eine Sonderzahlung aus dem Fonds für daniederliegende Binnennachfrage kosten. - Aber wir wollten ja nicht über meine Prinzessinnen sprechen, sondern über Königinnen. - Als die Queen Elizabeth II hier bei uns im Hafen lag, das war ein richtiges Spektakel, hat dieses Schiff doch noch so eine wirkliche Silhouette eines Luxusliners, wobei die anderen Kreuzfahrtschiffe doch von der Seite eher wie schwimmenden Hotels, Badeanstalten oder Volkspalästen gleichen. - Aber es geht ja auch nicht um die Ansicht von außen, sondern diese Maschinerie muss laufen, und schwimmende Badeanstalten mit Bingo, Roulette und Karaoke sind nun mal im Trend, und nicht diese "Luxusliner" der "QE2" Klasse. - Man merkt das aber auch ein bisschen am Publikum, was da aus den breiten Bäuchen der Schiffe kommt, oder getragen wird. - So eine Seereise die ist lustig und schön, und seit vielen Jahren auch für viele erschwinglich. - Das ist doch gut so, und man sollte sich halt endgültig von diesem nostalgischen Blödsinn mit "Captains-Dinner, Fliege und Smoking verabschieden.

So kommt die Queen Victoria, die heute Morgen bei uns auf La Palma anlegte, auch schon nicht mehr so klassisch langgestreckt und schnittig daher wie die Queen Elizabeth 2. - Man kann da schon erkennen, dass da kein Hotel in ein Schiff gebaut wurde, sondern ein Schiff um ein Hotel. - Das hat nun bitte nichts Deklassierendes an sich, und auch Cunard darf sich selbstverständlich dem schnell drehenden Markt anpassen und seine Flotte für die Event- und Erlebnistourismus rüsten. - Etwa so muss man sich dann auch das Publikum vorstellen, was da durch die Straßen von Santa Cruz schlenderte, nur dass Schiffe wie die Oriana, die heute auch im Hafen lag, und eben die Queen Victoria doch meist noch reiferes Publikum transportiert. - Kurze helle Hose, und Sandalen, weißes Kleid bis übers Knie, weiße Halbschuhe und Hut, und in ganz England scheint es nur weiße Tennissocken zu geben. - Das gibt immer einen guten Kontrast zu der krebsroten Hautfarbe, und eigentlich verlangt ja keiner von denen, dass diese sich schon aus Kilometer Entfernung durch Uniformen erkennbar geben. - Wahre Ströme an britischer Erfahrung durchströmten so die Hauptstadt, und das nicht nur heute. - Am Samstag bereits legte die "Balmoral" an, mit an die 1.400 Passagieren, am Sonntag dann die "Adventure of the Seas" mit 3.100 Passagieren und heute nun die "Oriana" und die "Queen Vivtoria" mit zusammen 5.100 Gästen. - Das macht zusammen fast 10.000 meist britischen Besucher in 4 Tagen, leicht untergehoben mit ein paar Amerikanern, Kanadiern und Deutschen. - Ich kann nur hoffen, dass bei so viel Besuch auch ein bisschen was hängengeblieben ist auf der Insel und die Wirte und die Geschäfte der Hauptstadt auch nette Umsätze gemacht haben.





Montag 10.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1011 hPa

Blue Bayou im Abseits
Charco Azul weiter ohne Perspektive

Vor nunmehr 14 Monaten brach an der Nordseite des beliebten Meersschwimmbecken ein enormer Felsen herab, und nur weil das nachts passierte, können wir mal wieder das bereits sprichwörtliche palmerische Glück loben, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist. - Wohl aber eines der touristischen Aushängeschilder der Nordostseite, waren doch die wirklich bemerkenswert schönen Meeresschwimmbecken in der Gemeinde San Andrés y Sauces ein echter Magnet für Gäste wie Bewohner der Insel. - An Wochenenden im Sommer war da kaum noch ein Platz zu ergattern und man hatte auch große Pläne noch mit diesem Geschenk der Natur an die Gemeinde, findet man doch selten solch wunderbare Gelegenheiten die schroffe Küste der Insel für Badefreuden zugänglich zu machen. - Manch einer hatte es ja schon befürchtet, dass das irgend wann mal passieren könnte, denn die Anlagen der Meeresschwimmbecken, wie auch das gastronomische Angebot sind an einem ziemlich abrupten Steilhang installiert, und unsere Basaltbrocken sind zwar hart und lassen sich schlecht bearbeiten, aber gleichzeitig spröde wie ein alter Sozialdemokrat und lassen sich dann schon mal unvermittelt gehen. - Das war nun wenig geologisch ausgedrückt, aber dennoch hat das jeder verstanden, so können wir weitermachen. - Anfänglich war man nur geschockt, dann erleichtert, dass niemand zu Schaden gekommen ist, und dann hoffte man, im März des vergangenen Jahres, dass man bereits für die Sommersaison die Arbeiten erledigt, hätte. - Ich darf voraus nehmen, bis heute ist überhaupt nichts geschehen, außer der Absperrung der Einrichtungen des Bades, und das ist nicht nur schlecht für die Gemeinde Los Sauces, sondern auch für die Insel im Ganzen. - Nun muss man das erst mal aufdröseln, wer denn überhaupt für den Felssturz von Charco Azul verantwortlich ist.

Da ist zunächst die Gemeinde, die sicher stellen muss, dass keine Gefahr bei der Benutzung der Anlagen besteht. - Allerdings beschränkt sich ab da dann auch die Kompetenz der Gemeinde, denn wir beschreiten nun Hoheitsgebiet der Küstenbehörde, und nun wird es kompliziert. - Seitens Costas hat man den Abbruch und den Schaden wohl schon beurteilt, wann, das weiß ich nicht, und darauf hin eine Firma beauftragt festzustellen, welche Arbeiten man den ausführen müsste, damit nicht nur die gestürzten Felsen weggeräumt werden können, sondern auch das Meerwasserschwimmbecken wieder für das Publikum geöffnet werden kann. - Im Herbst vergangenen Jahres war das dann so weit, allerdings weigerte sich die zur Analyse beauftragte Firma, ihre Mitarbeiter der Gefahr auszusetzen, den Schaden vor Ort zu inspizieren, die Sicherheit für die Techniker kann nicht gewährleistet werden. - Auch eine Haltung welche die Berufsgenossenschaft vielleicht erfreut, aber nicht wirklich dazu dient, im Fall Charco Azul mal irgendwie weiter zu kommen. - Man ist auch nicht weiter gekommen, und leider scheint es von der Gemeinde, oder auch von der Inselregierung auch keinen wirklichen Druck auf die Küstenbehörde zu geben, damit man von dort aus die nächsten Schritte einleitet. - Allerdings sind die ja vorgewarnt, denn man müsste nun eine Firma finden, welche sich dort hin begibt und die Bedenken der zunächst beauftragten Techniker ignoriert. - Ein seltener Umstand, das muss man zugeben, und so gibt es zumindest Teilverständnis für die scheinbare Agonie, die rund um die Wiederherstellung unseres schönsten Meerwasserschwimmbeckens herrscht. - So wird die Frage nach dem Wann wohl besser auch nicht gestellt.





Sonntag 09.05.2010 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1011 hPa
Höchsttemperatur heute 20,6 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Durcheinander
Die Schlagzeilen werden woanders gemacht

Ist doch auch gut so, meist verkünden ja Schlagzeilen auch nichts Gutes. - Der "unaussprechliche" Aschespucker macht ja wieder Ärger, die Griechen wissen noch nicht so recht ob sie sich selbst trauen sollen, und der Rüttgers scheint aus seinem eigenen Club zu fliegen. - Bayern ist Meister, und die Deutsche Eishockey Nationalmannschaft hat mal nicht verloren. - Da weiß man gar nicht mehr, für was man sich freuen soll und für was nicht. - Als guter Deutscher oder guter Spanier habe ich natürlich auch die Formel 1 gesehen, das ist inzwischen nach den Erfolgen des Smartlings aus Asturien und zwei weiteren spanischen Fahrern Pflicht, doch in Erinnerung dabei ist mir ein, wie anders zu erwartender frecher Satz von Niki Lauda geblieben, der die erneuten Sperrungen des Luftraumes über Europa als kompletten Blödsinn betitelt hatte. - Gut, der Mann hat Interessen, dass die Flugzeuge in der Luft sind, allerdings kommt mir das alles schon ein bisschen komisch vor, wie aufgeregt man in diesem Fall vorgeht. - Die Wetterlage ist halt im Moment wieder verschroben, über Island liegt noch ein Hoch, da gehört das aber nicht hin. - Liegt da aber ein Hoch, dann weht es die Wolke, oder den Rest der Teilchen halt nach Europa. - In den kommenden Tagen erwarten wir aber eine erneute komplette Wetteränderung, über den Azoren dann das Hoch, über Island das Tief, und schon darf der "Unaussprechliche" seine Asche wieder unbeobachtet ausspucken. - Die Kanaren sind zwar nicht direkt von der Schließung betroffen, allerdings fehlten für die großen Inseln auch wieder ein paar Charterflieger, nachdem sich die ominöse Wolke wieder über Teile Europas hergemacht hat. - Für die Kanaren besteht derzeit auch keine Gefahr, so heißt es zumindest, man setzt halt auf die baldige Wetteränderung, die da kommen mag. - Wird wohl auch so sein, obwohl es schon noch ein paar Tage dauern kann, bis sich das Azorenhoch und das Islandtief wieder konsolidiert haben. - Für die spanischen Flughäfen gibt die staatliche Betreibergesellschaft "ANEA" (Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea) ständige Bulletins heraus, welcher Flughafen denn nun gesperrt sei und wann welcher wieder öffnen wird. - HIER der direkte Link zu dem Bulletin, in englischer Sprache. - Von dort aus gelangt man auch zu einem PDF Dokument, auf welchem die aktuelle Lage der Wolke abgebildet ist. - Was ich noch von diesem Sonntag vermelden darf, der so unspektakulär für uns verlief, der Sonntagsmarkt in Los Llanos ist auffällig weniger besucht als noch vor einem Monat. - Das lässt sich ganz einfach erklären, die "Brezeldiebe" sind wieder weg, und eben sinkt auch im Mai die Zahl der Urlaubsgäste deutlich unter das Niveau vor Ostern. - Es kann also tatsächlich vorkommen, dass jetzt die meist gesprochene Sprache auf diesem netten Bauernmarkt wieder Spanisch ist. - Eines fällt mir noch ein. - Es gibt eine erste Reaktion auf die Fotoseminare, die jetzt gerade in Los Llanos abgehalten werden. - Ein Teilnehmer berichtet nicht gerade positiv, oder wollen wir sagen sehr enttäuscht, von den Seminaren. - Mehr Werbung für National Geographic als Seminar, aber immerhin bekam man eine Bescheinigung auf Büttenpapier, über die Teilnahme an einer "Masterclass". - So, mehr gibt es nicht für heute, ich bin erkältet, habe also schlechte Laune, sehr schlechte Laune wie meine Frau sagt, und werde mir diese jetzt ein bisschen versüßen, in dem ich mir Rüttgers und Westerwelle beim Abtanzen anhöre. - Ja, auch ich habe eine böse Seite…





Sonntag 09.05.2010 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1011 hPa

Messikomplex
Wir haben deutliche Probleme im Umgang mit unserem Müll

Manchmal könnte man einfach meinen, es sei nur peinlich. - Andererseits kann man mit ein bisschen Sarkasmus im Blut auch schon fast wieder Gefallen an der Geschichte finden, in jedem Fall kommt aber eines dabei raus: Müll. - So richtig Gedanken darüber, dass man das, was man konsumiert auch wieder irgendwie entsorgen muss, diese Gedanken haben wir uns früher nie gemacht, und nur die moderne Zeit mit viel mehr Verpackung, viel mehr Konsum aber eben auch viel mehr Gesetzen rund um das Thema Entsorgung haben uns ziemlich alt aussehen lassen. - Zunächst wurde man der schnell wachsenden Müllmenge ja noch mit Verbrennungsöfen her, die allerdings nicht so wirklich dem Standard europäischer Emissionsverordnungen entsprachen. - Das war bekannt, reichlich Blaue Briefe in dieser Hinsicht auch bereits erhalten, und man hat sich dann auch wirklich Gedanken gemacht, was man denn nach der Ära Verbrennung mit unserem Müll so machen könnte. - Allerdings ist das mit den Gedanken machen so eine Sache, man muss nicht nur denken, sondern das auch noch richtig tun, und da beginnen bereits die Probleme unserer Rasse. - Außerdem hat man den Fehler begangen, Denken zu lassen, denn man hat das Thema Müllentsorgung der Insel La Palma einfach der Provinzregierung überlassen, die ja schließlich auch die Mittel dafür zur Verfügung stellen sollte. - Was dabei herauskam ist im Prinzip nicht falsch, wenn man denn Maßstäbe des letzten Jahrhunderts anwendet, und den Trumpf der Müllvermeidung völlig aus jedem Konzept herausnimmt. - Der Plan sieht so aus, der gesamte Inselmüll wird in eine zentrale Anlage gebracht, dort in Wertstoffe, Kompost und Restmüll getrennt, und dann eben bis auf einen kleinen Rest alles der Wiederverwertung zugeführt. - Kann man zunächst nichts dagegen sagen, nur eben das völlige Auslassen jeglicher Versuche der Müllvermeidung, das ist bis heute ein bemerkenswertes Manko. - Aber Mülltrennung hat man uns bereits beigebracht, wobei das Fehlen der entsprechenden Anlagen zur Lagerung der Wertstoffe dann doch wieder das spätere Zusammenschütten der so aufrichtig gesammelten Stoffe mit sich führt.

Der "Complejo Medioambiental", was man durchaus auch mit dem doppeldeutigen Wort Umweltkomplex übersetzen kann, sollte ja unsere Müllentsorgung revolutionieren und uns von Messis zu Messias werden lassen, zumindest was den Umgang mit dem leidigen Müll angeht. - Allerdings scheint das mit der, nennen wir sie mal Müllverwertungsanlage, ein echtes Problem darzustellen. - Geplant vor etwa 15 Jahren, also auch auf dem technologischen Stand dieser Zeit, begann man vor etwa 10 Jahren mit dem Vollzug, diese Anlage auch zu bauen. - Ich verwende da so vorsichtige Vokabeln, weil man noch nicht seit 10 Jahren baut, sondern eben zuerst den Platz dafür finden musste, die Gemeinde Mazo mit Geldgeschenken dazu überreden und etwaige Bedenken der Anwohner ausräumen musste. - Ob das je richtig geschehen ist, das weiß ich nicht so wirklich, allerdings wohnen nicht so viele Menschen dort in der Ecke, die direkt vom Betrieb der Anlage betroffen wären. - Wohl aber vom Transitverkehr dort hin, was immer noch zu Unstimmigkeiten führt. - Seit 2002 allerdings baut man nun an dem Complejo Medioambiental, und wollte diese Anlage 2004 in Betrieb nehmen. - Also rechtzeitig noch vor der Schließung der Verbrennungsöfen. - Was dann aber folgte im Verlauf der nächsten Jahre ist eine Aneinanderreihung von Schildbürgerstreichen, echtem Pech, Firmenpleiten und Pannen, dass man den Eröffnungstermin vielleicht an die 15 mal neu benennen musste mit dem Ende, dass es bis heute kein Ende gibt. - Es heißt immer so schön, diese Anlage sei zu 92% fertig, und man müsse nur noch justieren, aber die justieren dort schon seit Jahren, und man weiß eigentlich nicht was. - Jetzt zieht man seitens der Provinzregierung erneut die Reißleine und schmeißt die Firma raus, welche die Anlage fertig stellen sollte. - Es gab wohl schon mehrere Androhungen und nun ist Schluss mit lustig, was aber auch wiederum bedeutet, dass man jetzt erst eine neue Ausschreibung machen muss, eine neue Vergabe der Arbeiten und wohl auch eine neue Finanzierung. - Schon länger nennt niemand mehr einen glaubhaften Eröffnungstermin, und schon länger glaubt niemand mehr daran, dass uns dann dieser Complejo Medioambiental, mit Planung und Technik aus dem letzten Jahrhundert, ein passendes Entsorgungskonzept für die Insel bieten kann. - Die Politik schiebt die Fehler der ausführenden Firmen zu, und ich muss fragen, wer wählt diese Firmen denn aus und überwacht die einzelnen Arbeitsschritte. - Denn wohl darf man nicht alle Schuld bei den Politikern suchen, denn meist gewinnen die Ausschreibungen irgendwelche Firmen die hier überhaupt keiner richtig kennt, und die dann Subunternehmer beauftragen, welche hier vor Ort die Schaufel schwingen sollen. Was jetzt aber mit dem ganzen Inselmüll geschieht, wo die Anlage ja noch nicht läuft und die Verbrennungsöfen seit Jahren kalt sind, wollen vielleicht ein paar noch aufmerksame Leser wissen. - Nein, das wollen Sie nicht wissen, ich habe es auch schon oft genug geschrieben und heute nicht den Mut, das noch mal zu tun.



Samstag 08.05.2010 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 1,5 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1009 hPa
Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 15,4 Grad

Der Zirkus kommt wieder
Erneuter Versuch auf der kleinen Insel

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war der Zirkus jedes Jahr auf der Insel. - Meist ein paar Vorstellungen in Los Llanos und einige in Santa Cruz, das war schon fast Tradition. - Allerdings ist das mit dem Zirkus in unserer Zeit so ein Zirkus, die kleineren Unternehmen haben allesamt aufgegeben, und die wenig größeren die durchhalten konnten, die brauchen sichere Plätze und Orte, wo sich dann auch der Aufwand lohnt, die teuren Transportkosten durch die Eintrittsgelder wieder einzufahren. - So kann man sich gut vorstellen, dass La Palma wohl ein gewisses Risiko darstellen kann für solch einen Zirkus, wenn da nicht alle Vorstellungen ausgebucht werden, dann kann es schnell ein Fiasko geben. - Der letzte Zirkus der uns besucht hat war der kleine Zirkus "Cardenal", von dem ich gar nicht weiß, ob der überhaupt noch aktiv ist. - Dann vor ein paar Jahren kündigte man schon mal den Besuch des "Gran Circo Mundial" an, der auf dem Weg nach Tenerife für ein paar Aufführungen nach La Palma eingeladen wurde. - Damals kamen die Vorstellungen allerdings nicht zustande, da man sich wohl "missverstanden" hatte zwischen den Stadtoberen und der Regie des Zirkus. - Es ging um das Geld für die Überfahrt nach La Palma, die wohl versprochen worden war, aber dann nicht eingehalten wurde. - Große Enttäuschung löste das seinerzeit unter den Kindern aus, denn überall hatte man schon für diesen doch etwas größeren Zirkus Werbung gemacht und die Vorfreude wurde heftig unterbrochen und anstatt Zirkusluft durften wir danach sogar noch wochenlang Polemik schnuppern. - Da können wir nur hoffen, dass dieses Mal der Besuch besser geplant und abgesprochen ist und der Zirkus auch wirklich kommt. - Man kann annehmen, dass das schon klappt, denn es sind insgesamt 10 Vorstellungen vorgesehen, also darf man schon damit rechnen, dass sich die Betreiber des Zirkus die Chose schon ausgerechnet haben. - Als Eintrittspreis werden 10 Euro gefordert, das ist auch ein bisschen mehr, als seinerzeit der kleine Zirkus in Los Llanos kostete, aber eigentlich muss man ja bereits von Glück sprechen, wenn man überhaupt noch die Möglichkeit hat, mal einen Zirkus zu besuchen. - Also, los geht es am 13. Mai und der Zirkus bleibt bis zum Montag den 17. Mai. Vorstellungen gibt es zu folgenden Zeiten:

13.5. um 19:00 Uhr
14.5. um 17:30 und 20:15 Uhr
15.5. um 12:00, 16:45 und 19:30 Uhr
16:5. um 12:00, 16:45 und 19:30 Uhr
17.5. um 17:30 Uhr.


Da ist doch sicher auch ein passender Termin für Sie und Ihre Kinder dabei, wer weiß denn schon, wann wir hier wieder mal das Vergnügen haben einen Zirkus begrüßen zu dürfen.



Samstag 08.05.2010 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 1,5 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1010 hPa

Die Falangisten sind wieder da
Schwarz- und Braunhemden überschwemmen die Insel

Ich hatte schon oft davon geträumt, dass man das Thema Falangisten und Braunhemden endgültig vom Tisch nehmen könnte, aber leider müssen wir begreifen, dass Vermehrung nicht abhängig von Intelligenz ist. - Aber jetzt wollen wir mal schnell wieder den sumpfigen Boden von irgend welchen politischen Dumpfnüsse verlassen, denn bei uns auf La Palma nennt man ein kleines Krabbeltier "Falangistas". - Genauer gesagt handelt es sich bei dem possierlichen Tierchen um den "Portugiesischen Tausendfüßer", oder Diplopoda julidae ommatoiulus morelettii. - So zumindest hat mir das mal einer gesteckt der das wissen sollte, weil er sich sogar beruflich mit solchen Tieren beschäftigt. - Hier heißt der Vielfüßer in der Umgangssprache "Bicho negro", was nichts anderes als "schwarzes Viech" bedeutet, oder eben "Falangistas" und das eben wegen den herausragenden Eigenschaften dieser Brüder: Sie sind schwarz gekleidet, treten immer in Massen auf und keiner braucht sie. - Diese Tausendfüßer, nicht Tausendfüßler, auch das hat mir der "Wissende" noch erklärt, sind keine Unbekannten hier auf La Palma, aber fast schon Vergessene. - In den letzten 5 Jahren traten nämlich diese Tiere so gut wie gar nicht auf, nachdem wir 2003, 2004 und 2005 drei Winter hintereinander immer mal wieder Massenauftreten dieser interessanten Tiere hatten. - Aber wir vergessen schnell, und wie gesagt, da dieses Tier nicht wirklich von Nutzen für den Menschen ist, kümmert sich auch keiner darum, wenn es plötzlich wieder weg ist. - Warum diese Tiere immer nur periodisch auftauchen, so wie die Maikäfer zum Beispiel, das weiß man nicht wirklich, es kommt wohl eher auf die meteorologischen Umstände an, denn wenn es eine feste Aussage zu diesen Tieren gibt, dann den Zusammenhang mit milden Temperaturen, Feuchtigkeit und wenig Sonne. - Auf jeden Fall handelt es sich, genau so wie bei den Namensvettern den Falangisten um lichtscheues Gesindel. - Erwischt die Sonne die Tiere, dann flüchten die sofort in dunkle Ecken oder graben sich in die Erde ein, bei Trockenheit sieht man sie auch nicht und wenn es richtig kalt ist, ebenso wenig. - Da kommt eben dann doch zum Tragen, dass dieser Winter wieder regenreicher war als die vorangegangenen, und eben deutlich milder auch, diese Hinweise stimmen dann schon mal - Warum aber nun gestern die ersten Tiere wieder auftauchten und heute Morgen eine wirkliche explosionsartige Invasion auf unserer Terrasse stattfand, das müssen wir mit dem leichten Nieselregen von gestern Abend und heute Nacht erklären. - Es ist kaum messbarer Niederschlag gefallen, nur leichter Niesel wie gesagt, aber das genau muss der Auslöser gewesen sein. - Allerdings haben die Tiere für ihr Auftauchen einen reichlich schlechten Zeitpunkt gewählt, so spät im Winter ist nicht mit weiteren Niederschlägen zu rechnen, die Tiere werden allesamt in ein paar Tagen oder Wochen dahingerafft werden.

Was nun anders ist als die Massenauftreten vor noch ein paar Jahren, es handelt sich um die jetzt aus dem Boden kommenden Tiere fast ausnahmslos um Jungtiere, die gerade wohl aus den Eiern geschlüpft sein müssen. - Das erkennt man zunächst natürlich an der Länge der Tiere, die ausgewachsen 4 bis 5 Zentimeter lang werden können, jetzt aber nur ein Zentimeter lang sind. - Darüber hinaus ist ganz typisch, dass die Jungtiere noch nicht schwarz sind sondern bräunlich, und der Leib noch durchsichtig erscheint, so dass man Innereien erkennen kann. - Wir müssen also davon ausgehen, dass die wenigen Alttiere vor einer gewissen Weile bereits ihre Eier abgelegt haben müssen, und nun auf den Schlüsselreiz des späten und warmen Regens die Jungtiere alle gleichzeitig geschlüpft sind. - Dabei kann ich die Frage nicht beantworten, ob denn die Alttiere sich verabredet haben alle gleichzeitig ihre Eier abzulegen, oder die Jungtiere wirklich "gewartet" haben, um alle auf einmal zu schlüpfen und aus der Erde zu krabbeln. - Es sind also in der Tat äußerst interessante Tiere, von denen man nicht wirklich viel weiß, weil es ja wie bereits erwähnt, kein Nutztier für den Menschen darstellt, welches unser weiteres Interesse auch lohnend machen würde. - Und da kommt der springende, in dem Fall krabbelnde Punkt, alles was wir nicht essen, gebrauchen oder streicheln können, das stört uns und wenn etwas mehr als 4 Beine hat, dann ekeln sich viele Menschen sogar davor. - Und Beine hat das Tier viele, nicht gerade tausend wie der Name hergibt, aber an die 200 Beinpaare sollen das schon sein.

Für uns Menschen sind diese Tiere absolut harmlos und ungefährlich, kein Gift ist in diesem schlanken Körper und auch sind die Fressgewohnheiten der Tiere so, dass kaum Probleme in der Ladwirtschaft entstehen können, selbst bei massenhaftem Auftreten. -Die Tiere können nämlich nicht beißen oder gar kauen, sondern können nur wie wir Bayern auch, Nahrung saugend aufnehmen, was man bei uns "zuzln" nennt. - Fressen können also diese Tiere allerhöchstens reifes oder ganz weiches Obst, was bereits in den flüssigen Zustand übergeht. - Erdbeerfelder sind da schon mal gefährdet, aber die meisten anderen Feldfrüchte stellen für den Tausendfüßer keine lockende Nahrung dar. - Es ist vielmehr ein ästhetischer Grund, warum der Mensch den kleinen Marschierer nicht wirklich mag, besitzt er doch auch noch die Frechheit, das Eigentum und Eigenheim des Menschen nicht zu respektieren. - Auf der Flucht vor der Sonne bieten ihm natürlich auch die Innenräume eines Hauses temporären Schutz, allerdings dauert das nicht lange, denn meist geht er dort schnell zu Grunde, weil er keine Nahrung und kein Wasser findet. - Es ist aber irgendwo im Menschen vergraben, dass man vielbeinige Krabbeltiere einfach abstoßend findet, auch wenn nicht die geringste Gefahr von diesen Tieren ausgeht. - Dennoch, es ist verwunderlich und das haben wir so auch noch nicht erlebt, dass nur Jungtiere, mit ganz wenigen Ausnahmen unterwegs sind und es bleibt, angesichts der Jahreszeit zu befürchten, dass die überschwängliche Natur sich mal wieder vergeblich verausgabt hat, denn diese Tiere werden alle in kürzester Zeit verenden. - Oder ist es aber so, dass es so viele Tiere sein müssen, damit ein paar überleben können, welche später die Arterhaltung sichern. - Höchst interessante Tiere, die wir da im Weltbiosphärenreservat haben, nur finden es viele Menschen nicht so prickelnd, dass man die Biosphäre sogar mit Geschöpfen teilen muss, welche die Frechheit besitzen, mehr Füße zu haben als wir, oder der treue Wuff-Wuff.





Freitag 07.05.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1011 hPa
Höchsttemperatur heute 18,5 Grad - niedrigste Temperatur 16,4 Grad

Wenn das nicht mal ein Chapeau wert ist
Fotonature La Palma 2010

Ich lasse mich gerne überraschen, am liebsten allerdings positiv. - Seit heute findet auf La Palma ein Fotokursus statt, den man vielleicht lieber Seminar oder Arbeitsladen nennt, von anglophilen Menschen auch "workshop" genannt. - Nun sollte man sich gleich davon verabschieden, dass dort ein drittklassiger Fotograf einem was von Blende und Belichtungszeit erzählt, sondern man hat Profis aus der ersten Reihe für diese Seminare gefunden und engagiert. - Auch zwei Fotoreporter von National Geographic sind dabei, die wohl auch einen Bericht über La Palma in der bekannten wie interessanten Illustrierten Zeitung bringen werden. - Nachtfotographie, Unterwasser, Landschaft, Fauna, Vulkane und noch weitere Themen werden da behandelt und eben dem Seminarbesucher auch die Tipps und Tricks der Profis gezeigt, wie man denn besonders gelungene Aufnahmen machen kann. - Allerdings finden diese Seminare nicht in der freien Wildbahn statt, sondern allesamt in der Casa de la Cultura von Los Llanos. - Die meisten Fotografen sind auch schon früher angereist, haben auf La Palma schon ihre Bilder gemacht, und werden in den Seminaren dann auch diese Beispiele dazu nutzen, dem Betrachter und "Fotolehrling" die Vorgehensweise zu erklären. - 20 Euro kostet solch ein Seminar, dafür bekommt man 2 Stunden Unterricht von den Fotoprofis, allerdings weiß ich nicht, wie groß die Gruppen sind, die dort an den Fotokursen teilnehmen. - Da kommt nun auch wieder das Stückchen Kritik von mir, das ist ein internationales Ereignis, und wir hier auf der Insel erfahren jetzt davon, und die Einschreibefrist ist nun natürlich bereits abgelaufen. - Das muss man natürlich besser und breiter bewerben, die schaffen es doch sonst mit jedem Humbug ihre Pressemeldungen in die Zeitungen zu bekommen, dann veranstaltet man ein "Workshop" Fotonature La Palma 2010 von internationalem Rang auf der Insel, und wir bekommen davon etwas mit, wenn es praktisch schon wieder vorbei ist.

Was es aber für alle zu sehen gibt, sind zwei Fotoausstellungen. Saúl Santos Díaz der nicht nur auf La Palma berühmte Fotograf zeigt Werke unter dem Titel "Luces del Mundo" (Lichter der Welt) noch bis zum 16. Mai im "Casino" von Los Llanos. - (Auf der Plaza, da wo die ehrenwerten Herren immer in ihren Korbstühlen davor sitzen) - Und morgen am 8. Mai um 21:00 Uhr wird auf der Plaza von Los Llanos der Film "Kardelen" gezeigt, eine Produktion von National Geographic, allerdings hat dieser Streifen nun nichts mit La Palma zu tun. - Macht nichts, es gibt auch anderswo schöne und interessante Geschichten, auch wenn sich bei uns halt alles immer um unsere "mondo piccolo" dreht. - Wie gesagt, abgesehen davon, dass dieses internationale Seminar fast stillschweigend auf diese Insel gekommen ist, finde ich die Idee, solche Aktionen hier auf La Palma durchzuführen exzellent. - Das beweist Mut und Enthusiasmus für die Insel und ist das zweite gute Stück für La Palma welches der Rat für Umwelt der Inselregierung auf die Beine gestellt hat. - Julio Cabrera heißt der Mann, dem haben wir ja auch schon die Transvulcania zumindest als Schirmherr zu verdanken, es gibt sie also doch die guten Ideen hinter dieser dunklen Tarnkappe des dumpfen Lokalismus der Coalición Canaria. - Keine Ahnung habe ich nun, ob dieses Seminar ein Einzelstück bleiben soll, oder ob man dieser Aktion weitere folgen lassen will. - Interessant auch noch ein paar Bemerkungen von David Griffin, der als Cheffotograf von National Geographic vorgestellt wird. - Der meint brav, La Palma sei eine beeindruckende Insel, welche wunderbare Motive hergäbe, mit spektakulärer Natur, und dass die Fotografie ein wunderbares Medium ist, das an die Menschen zu transportieren. - Aber nicht nur die wunderbare Natur, sondern auch die Gefahren die da lauern für unsere Landschaft. - Was er damit wohl meint? - Auf jeden Fall wollen wir noch mehr darüber hören und vielleicht auch eine Ausstellung mal besuchen von den Werken, welche die Profis hier auf der Insel gemacht haben. - Chapöchen, nein, besser gleich ein Chapeau an Julio Cabrera, der bekommt sonst so selten gute Kritiken, das gönnen wir ihm dann doch.

Apropos Naturfotos. - Da kann Gabi Bartsch aus Whistler heute wieder mächtig punkten, die zeigt uns ein paar Aufnahmen aus ihrer Wahl- und im Moment auch Walheimat. - Mächtig Sonnenschein dort in British Columbia, davon könnten wir uns heute mehr als eine Scheibe abschneiden. HIER geht es nach Whistler.





Freitag 07.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1012 hPa

Aserbaidschan rettet den kanarischen Tourismus
Der Wahnsinn hat Methode

Um es gleich vorweg zu nehmen, La Palma hat nichts mit der Geschichte zu tun, obwohl ich uns so etwas auch zutrauen würde, aber wir sind gerade mit anderen Dingen beschäftigt. - Nach Tenerife zieht es uns, denn von dort kommt eine lustige Meldung, über welche die Schaffer dieser Posse sogar noch eine Pressemeldung verfasst haben, sonst wären wir ja auch nie an die Nachricht gekommen. - Um das Ganze noch ein bisschen anzuheizen muss ich noch vorausschicken, dass vor etwa 3 Monaten die Tourismusrätin aller Kanareninseln an die einhundert Jugendliche nach Island geschickt hat, um dort Werbung für die Kanaren zu betreiben. - In ein Land, in dem kaum Menschen leben, welches keinen direkten Flug auf die Kanaren anbietet und so pleite ist, wie es Griechenland nie werden kann. - War natürlich ein absoluter Flop, und dass die einen staubigen Vulkan haben dafür können die nichts, aber dieses Land einer sehr teuren Werbekampagne auszusetzen, das spricht nicht gerade für eine enge Schere zwischen kognitiver Leistungsfähigkeit und Bürden des Amtes einer Tourismusrätin für die Kanarischen Inseln. - Abgehakt und bezahlt, wir warten immer noch auf die Isländer, da kommen nun die Verantwortlichen aus Tenerife und wollen die Tourismusrätin endlich entlasten, weil irgendjemand auf die Idee gekommen ist, in Aserbaidschan nun Werbung für die Kanaren zu machen. - Kein Flug aus dem asiatischen Land am Kaspischen Meer führt zu uns, man müsste über Moskau reisen was durchaus geht, aber dann eine Reise auf die Kanaren zu einer doch eher anstrengenden, teuren und ewig langen Geschichte macht. - Darüber hinaus gilt der "Aserbaidschaner an sich" als nicht besonderes reisefreudig, weil ihm einfach die entsprechenden finanziellen Mittel fehlen, sieht man mal von einer durch Öl reich gewordenen Oberschicht ab, die sich nichts lieber wünscht, als auf den Kanaren einiges von ihrem freudig verdienten Geld auszugeben.

Mir fallen da noch viele weitere Möglichkeiten ein, öffentliche Gelder so richtig schön in die Tonne zu treten. - Bangladesch sollte noch beworben werden, und auf jeden Fall Nordkorea. - Läuft ja Aserbaidschan und Island bereits unter dem Motto, den Tourismus neue Märkte zu erobern, dann aber bitte richtig. - Abgesehen davon, dass ich es jedem Aserbaidschaner gönne, und zwar von Herzen, dass er seine Ferien bei uns auf den Kanaren verbringt, habe ich doch einfach das Gefühl, dass es die Jungs vom kaspischen Meer doch eher woanders hin zieht, wenn es so ein Wort wie Urlaub überhaupt in deren Sprache gibt. - Aber was rege ich mich auf, natürlich muss man auch im Tourismus die Diversifikation der Spendermärkte suchen und rührig sein, aber das sind Ananasfarmen in Alaska die man sich da zusammenbaut, und wenn der Verantwortliche für die Reise von "fruchtbaren Kontakten" spricht, die man dort mit Reiseveranstaltern geknüpft hat, dann fallen mir ganz viele böse Geschichten von Früchten und Früchtchen ein. - Zuviel der Polemik, da braucht man mich nicht dazu, so lange Steuergelder dazu dienen, in Island und Aserbaidschan nach Touristen Ausschau zu halten, ist für Schaden und Spott bereits gesorgt. - Herr schick Hirn, und wenn es gar nicht anders geht, dann gebe ich mich auch mit einem Viertel Hirnwurst zufrieden.



Donnerstag 06.05.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 19,6 Grad - niedrigste Temperatur 16,1 Grad

Rekordwinter?
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache

Allerdings muss ich, wie immer, darauf hinweisen, dass die Niederschlagsmengen hier auf der Insel extrem unterschiedlich ausfallen können. - Wir wohnen hier in einer Ecke, die das Wetter aus dem Aridanetal widerspiegelt, und damit nur für den Bereich von unterhalb des Stadtgebietes von El Paso, hinab nach Los Llanos und im Süden bis zu den Vulkanströmen des San Juan. - So sind natürlich unsere Zahlen auch nur ein Ausschnitt, und es ist gut möglich, dass man an anderen Stellen Rekorde gemessen hat, aber ich bin da immer sehr kritisch. - Bei den Niederschlagsmengen ist das noch eher möglich, bei den Temperaturen nicht so sehr, da sind die Schwankungen deutlich geringer. - Jetzt im Mai können wir den Winter abschließen, oder besser die Niederschlagsperiode, also die Zeit des Jahres, in denen uns Tiefdruckgebiete aus dem Westen erreichen können. - Das geht von Oktober bis einschließlich April, davor und danach ist die Wahrscheinlichkeit, dass uns ein Tief aus dem Westen erwischt sehr gering. - Auch wenn sich da gerade etwas tut auf dem Nordatlantik und wir die kommenden Tage wohl noch mal einen kleinen Tiefausläufer abbekommen können, ist doch kaum noch mit verwertbarem Niederschlag zu rechnen. - So habe ich nun die Zahlen für diese Wintersaison zusammenstellen können, und eine kleine Überraschung ist das schon. - Zwar waren die Temperaturen, wie schon gefühlt, deutlich wärmer als im vergangenen Winter, aber keinesfalls rekordverdächtig hoch. - Der letzte Winter war nur sehr kalt, aber schon der Winter davor war im Schnitt wärmer als diese Wintersaison. - Dabei fällt allerdings auf, dass die Tiefstemperaturen deutlich höher lagen als in anderen Wintern, die Höchsttemperaturen aber dann einen Rekordschnitt doch wieder nicht zulassen.

Bei den Niederschlagsmengen können wir einen "normalen" Winter nennen, denn so um die 500 - 600 Millimeter sind für das Aridanetal als normal zu bezeichnen. - Messungen oberhalb El Pasos ergeben natürlich bedeutend mehr Niederschlag, das kennen wir schon. - 531 Millimeter haben wir in den 7 Monaten messen können, durchweg schlecht verteilt. - Oktober und November kann man eigentlich vergessen, aber dann im Dezember kommt es mit 230 Millimetern doch heftig und dann der Nachschlag im Februar, mit 168 Millimeter, auch das ist fett krass Wasser. - Vielleicht haben wir auch einfach nur gedacht, es wäre so viel mehr Niederschlag, weil halt die letzten 3 Winter eher zu den trockenen ihrer Zunft gehört haben, der letzte Winter gar war mit runden 250 Millimetern sogar sehr trocken. - Aber schon der Winter 2004/2005 und auch das Jahr davor waren es über 800 Millimeter, eben selbst bei uns, und da kommen wir dann schon eher in rekordverdächtige Höhen. - Der Winter 04/05, an den erinnere ich mich auch noch sehr heftig, da lag Schnee bereits auf der Höhe El Pasos und wir hatte für Stunden eine dichte Hagelschicht im Garten, das war schon heftig. - Da war es besonders der Februar, der alleine mit 329 Millimetern Niederschlag heftig in die Statistik einschlug, was wohl für das Aridanetal rekordverdächtig erscheint. - So kann sich in der nachfolgenden Tabelle dann auch jeder seine eigenen Gedanken machen, ob man daraus nun einen bereits feststellbaren Klimawandel basteln will oder nicht. - Aber bitte immer im Hinterkopf haben, diese Zahlen gelten nicht für ganz La Palma, sondern lediglich für einen kleinen abgegrenzten Raum, den man landläufig als Aridanetal bezeichnen könnte.


Monat Regen
mm
Ø höchste
Temp.
Ø tiefste
Temp.
Ø
Temperatur
Winter 04/05

816

.

.

.

Winter 05/06

812

.

.

.

Okt 06

95

26,17

19,05

22,61

Nov 06

7,5

24,07

17,05

20,56

Dez 06

0

22,61

13,75

18,18

Jan 07

132,5

23,83

14,76

19,29

Feb 07

29

22,91

14,39

18,81

Mär 07

119,5

22,16

13,81

17,98

Apr 07

8

20,97

13,45

17,21

Winter 06/07

391,5

-

-

19,23

Okt 07

46

25,86

17,74

21,80

Nov 07

66

24,12

16,81

20,46

Dez 07

63

21,89

13,64

17,76

Jan 08

0

22,91

14,39

18,81

Feb 08

173

20,63

13,14

16,88

Mär 08

12

23,01

14,83

18,92

Apr 08

38

22,86

15,67

19,26

Winter 07/08

398

-

-

19,12

Okt 08

4

25,40

17,05

21,22

Nov 08

15

23,40

15,01

19,21

Dez 08

120

21,06

12,14

17,10

Jan 09

36

20,86

12,06

16,37

Feb 09

36,5

19,82

11,35

15,58

Mär 09

40,5

21,22

13,93

17,57

Apr 09

0

21,00

13,41

17,20

Winter 08/09

252

-

-

17,75

Okt 09

7

26,66

18,82

22,74

Nov 09

7

26,75

17,05

21,90

Dez 09

230

22,13

15,64

18,88

Jan 10

46

21,08

13,67

17,37

Feb 10

168,5

20,28

13,93

17,10

Mär 10

27,5

21,06

14,21

17,63

Apr 10

45,5

21,08

14,75

17,90

Winter 09/10

531,5

-

-

19,07





Donnerstag 06.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1012 hPa

10 Millionen Arbeitslose
Durchhalteparolen statt Perspektiven

Die Zahl der Arbeitslosen steigt auf den Kanarischen Inseln weiter an. - Im vergangenen Monat auch gegen den nationalen Trend, wo man eine kleine Erleichterung auf dem Arbeitsmarkt verzeichnen konnte. - Hier auf den Inseln zählte man im April 4.508 Menschen ohne Arbeit mehr, das macht inzwischen 266.042 Arbeitslose, bei einer Bevölkerungszahl von etwas mehr als 2 Millionen Einwohnern. - Leider kann sich auch La Palma nicht gegen diese Bewegung stemmen, auch hier stieg die Zahl der Arbeitslosen erneut an, und liegt jetzt bei 9.469 Personen. - Als Quote nennt man für die Kanaren an die 27%, eine Horrorzahl, für La Palma alleine wird keine Arbeitslosenquote ermittelt, die muss man sich basteln. - Diese wird ein bisschen unter dem kanarischen Schnitt liegen, denn bei allem Grauem was wir auf dem Sektor Arbeitsmarkt hier erleben, die anderen Inseln, besonders aber Fuerteventura und Lanzarote, habe deutlich drastischere Anstiege hinter sich als wir. - La Palma war über lange Jahre die Insel mit der deutlich höchsten Zahl an Arbeitslosen, bis die "Krise" sich in das so freudig laufende Massengeschäft um die Bauwirtschaft und Tourismus einschlich. - In groben Zahlen kann man das etwa so ausführen: In den letzten 3 Jahren stieg die Zahl der erwerbslosen Menschen auf La Palma knapp unter 50% an, auf Fuerteventura aber um etwa 170%, auf Lanzarote noch über 100% und auf den großen Inseln an die 70%. - Lediglich auf den kleinen Schwesterinseln La Gomera und El Hierro halten sich die Zuwächse auch unter der 50% Marke, im Durchschnitt aber liegt der Anstieg der Arbeitslosen auf den Kanaren in den drei letzten Jahren aber bei etwa 100%. - Wer das in genauen Zahlen nachvollziehen will, der kann das bei der "ISTAC" machen, das ist das kanarische statistische Institut.

Ein Anstieg der Zahl der Arbeitslosen in drei Jahren um 50% kann so auch nur im Vergleich mit den anderen Inseln irgendwie beruhigen, es zeigt aber sehr klar und deutlich an, wo denn der Schuh drückt. - Die "spanische Krankheit" schlägt halt dort besonders kräftig zu, wo man eben hemmungslos auf den Bau- Immobilienboom gesetzt hat und dazu als Gleitmittel die Bauwirtschaft benutzt hat. - Die wilden Zeiten unter der Regierung Aznar müssen jetzt bezahlt werden, weil irgendwann das horrende Überangebot an Immobilien aber auch touristischen Plätzen dem Markt einfach nicht mehr standhält. - Das gemischt mit der internationalen Finanzkrise, weil einfach die blinden Kredite nicht mehr laufen, ergibt dieses desolate Bild des spanischen Arbeitsmarktes, und leider kann auch der durchaus intelligente Zapatero nichts dagegen unternehmen. - Er agiert wohl richtig, allerdings immer zu spät, der Druck der Gewerkschaften verhindert eine längst notwendige Arbeitsmarktreform und die einseitig ausgerichtete Wirtschaftspolitik Spaniens könnte man nur durch harte Eingriffe lockern. - Gut, das geschieht nun von selbst, allerdings wirkt diese deftige Zäsur reichlich willkürlich und trifft halt auch gerade wieder den so genannten kleinen Mann, der aber durchaus auch eine Frau sein kann. - Das kostet Zapatero und den Sozialisten bei den nächsten Wahlen sicher die Macht, und damit müssen wir befürchten, dass die kommende konservative Regierung wieder den früher probaten Weg der ungehemmten Investitionen beschreitet, der zwar momentan Arbeitsplätze schafft, aber keine nachhaltige Wirkung zeigt. - In dem Sammelsurium schwimmt La Palma irgendwo fast munter mit und gerät sogar in die missliche Lage, sich an solche drastischen Zahlen von Arbeitslosen zu gewöhnen. - Leider gibt es auch keine wirkliche Perspektive, und die Bemühungen um eine Diversifikation der kleinen Inselvolkswirtschaft sind halbherzig, mutlos und meist völlig ungeeignet vorgebracht. - Bestechend dabei ist wieder mal die schon fast sprichwörtliche Leidensfähigkeit der Canarios. - Rechnet man mal die Zahl der Arbeitslosen auf die Bevölkerungszahl um und übersetzt das auf Deutsch, dann ergäbe das an die 10 Millionen Arbeitslose, was mit Sicherheit soziale Unruhen und Regierungsstürze in Deutschland zur Folge hätte. - Im Westen also nichts Neues, wir ergeben uns demütig unserem Schicksal, anstatt es in die Hand zu nehmen.



Mittwoch 05.05.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Kurz und bündig
Kleinvieh macht auch Mist

Ich warte immer noch auf das erste Elektroauto hier auf der Insel, und würde mich dafür sogar von meiner alten Banane trennen. - Allerdings meine ich mit Elektroauto nicht diese Golfwägelchen die man hier auf der Insel unter dem betrügerischen Namen Auto angeboten hat, sondern so ein richtiges Fahrzeug, mit dem ich es auch wagen kann, meine Kinder ohne Schamausbruch in die Schule zu bringen. - Gibt es noch nicht, aber immerhin hat man hier jetzt einen gasbetriebenen Bus, und nennt das bereits Umweltschutz, so weit sind wir dann doch schon gekommen. - Transportes Insular, unser Busunternehmer welcher sich um den öffentlichen Nahverkehr kümmert, hat nun einen Kleinbus umgerüstet und fährt nun mit "GLP" (20% Propan und 80% Butan). - Das Ding fährt so deutlich leiser und stößt weniger Schadstoffe aus, aber ich glaube mich zu erinnern, dass diese Technologie bereits in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts seinen Höhepunkt überschritten hatte und nicht wirklich als Alternative für zukünftige Betriebsformen von Motoren gewertet werden kann. - Das hat unserer Inselpräsidentin aber noch keiner gesagt, so war die gute Guadalupe Taño auch brav zur Einweihung dieses Busses gekommen und ich gehe mal davon aus, dass die Umrüstung auf Gas aus einer der vielen Subventionen des Cabildo an Transportes Insular getätigt wurde. - Es spielt dabei auch keine Rolle, dass es keine Gastankstelle auf La Palma gibt, und der Bus immer zum zentralen Gaslieferanten in Los Llanos muss, wenn ihm mal die Puste ausgeht. - Fortschrittlicher Umweltschutz auf La Palma a la Coalición Canaria, es lebe die Technik des vergangenen Jahrtausends.

Campeones, Campeones! - La Palma ist erneut Schachmeister der Kanarischen Inseln geworden, zumindest was den Nachwuchs angeht. - In den diversen Kategorien gewann man 4 erste Plätze, 2 Zweite und einen 3. Platz. - Damit setzte man sich erneut vor der Insel Tenerife und Gran Canaria auf den Gesamtplatz eins. - Das war im vergangenen Jahr bereits aus so, da fand das Turnier hier auf der Insel statt, dieses Mal mussten die Kinder und Jugendlichen nach Vecindario auf Gran Canaria reisen, begleitet von einer großen Schar Eltern, Freunde und Betreuer. - Das soll ein echtes Spektakel dort gewesen sein, so wie das immer ist, wenn eine muntere Gruppe Palmeros verreist. - Schach ist schon seit langem hier auf La Palma ein weit verbreiteter Sport, wenn man das denn so betiteln will, zahlreiche Clubs laden zum Schachspielen ein und immer wieder gewannen auch mal Jugendliche aus La Palma sogar auf den nationalen Meisterschaften.

28 Kilo Haschisch im Rucksack, damit erwischte man gestern zwei Jugendliche bei einer Polizeikontrolle in Tazacorte. - Da staunten die Polizisten der Guardia Civil nicht schlecht, für einen Zufallsfund ist das eine erstaunliche Menge. - Später konnten die Beamten noch einen dritten ebenfalls Jugendlichen festnehmen, der auch noch mit dem gefundenen Haschisch zu tun hatte. - 19, 21 und 24 Jahre sind die nun Festgenommenen alt, und wo das Zeug herkam und wie der weitere Verteilerring aussieht, das klopft die Guardia Civil jetzt noch ab. - 28 Kilo Haschisch im Rucksack, das muss einen doch "runterziehen".

Sozialistischer Geldregen nach dem Verlust des E-ELT. - Wir sind immer noch nicht fertig mit der Verarbeitung der Pleite um das Monsterteleskop E-ELT, und dass diese Milliardeninvestition nun nach Chile geht und nicht hier zu uns auf die Insel. - Allerdings langweilen inzwischen die gegenseitigen Schuldzuweisungen, weil niemand die Möglichkeit hatte, die Entscheidung der ESO zu beeinflussen. - Wir sollten also das Jammern jetzt mal einstellen, und uns wieder darauf konzentrieren, selbst an unserer Zukunft zu basteln. - Da kommt eine fröhliche Nachricht aus Madrid. - Man denkt daran, die vom spanischen Staat als Lockmittel an die ESO ausgelobten 300 Millionen Euro, falls das E-ELT nach La Palma geht, als Investition nun dennoch nach La Palma fließen zu lassen, als Trostpreis so zu sagen. - Wenn das so stimmt, und davon gehe ich mal aus, denn die Sozis lügen meist nicht so unverschämt wie die anderen, dann lässt sich mit dem lecker Geld richtig was anstellen. - Ich hoffe nur, dass diese Summen nicht in klebrigen Kanälen der üblichen Verdächtigen dann auf Provinz- und Inselebene einsickern, sondern transparent und sinnvoll auf zukunftsträchtige Projekte verteilt werden.



Mittwoch 05.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Chapeau!
1 Jahr Onlinestunk mit elapuron.com

Genau vor einem Jahr, also am 5. Mai 2009 startete ein interessantes journalistisches Experiment auf dieser, so wenig informierten Insel. - Endlich die Weihen und Möglichkeiten des weltweiten Netzes gebrauchend, erschien die erste Ausgabe der Netzzeitung elapuron.com, angetrieben von einer Journalistin, die mehr Aufgaben suchte, als die hiesigen Blätter aus einfältigen Gründen bieten können oder wollen. - Inzwischen hat sich diese Informationsquelle zwar nicht zum erhofften investigativen Organ aufgeschwungen, welches Skandale aufklärt und Missstände anprangert, wohl aber zu einer festen Größe der Presselandschaft unserer Insel. - Dabei muss man "Presse" vielleicht noch einmal neu für La Palma definieren, es gibt hier keine Zeitung außer der alle 14 Tage erscheinenden "La Voz de La Palma". Alle weiteren Informationen werden von den großen regionalen Tageszeitungen geprägt, und von den lokalen und regionalen Fernsehanstalten, die allesamt der herrschenden politischen Kontrolle der Coalición Canaria genüge tun müssen. - Es ist also durchaus kompliziert, sich hier auf der Insel möglichst farbenfrei zu informieren, aber mit der notwendigen Vorbildung geht das schon, wenngleich man wirklich weiterführende und die absolut prickelnde Neuigkeiten nicht auf dem bequemen Weg der Presse suchen darf. - In diesem Sammelsurium an versteckten Nachrichten und dunklen Anleitungen, wo man denn noch weiter suchen sollte, da ragt elapuron.com wohl heraus. - Allerdings auch nicht wegen der brillanten selbst recherchierten Artikel, sondern mit der Arbeit hervorragender "Mitschreiber" in den "Los Blogs de elapuron.com" und der Möglichkeit, anonyme Kommentare abzugeben, welche unter der Rubrik "El Kiosco de La Plaza" zusammengefasst sind.

Rein von der Auswahl der Artikel unterschiedet sich diese Zeitung nicht viel von der übrigen Presselandschaft, den größten Raum der Berichterstattung nimmt die Publikation von bereits verfassten Presseerklärungen der politischen Parteien oder anderen öffentlichen Organen ein. - Allerdings hat elapuron.com bereits in diesem einem Jahr der Präsenz eines geschafft, das Auswahlspektrum ist breiter geworden, und allein durch den Druck der Veröffentlichung mancher Presseerklärungen, zwingt man damit die anderen Medien, auch gewisse Mitteilungen nicht mehr zu übersehen. - Man muss in der Tat anerkennen, dass in diesem einen Jahr elapuron.com, sich die Berichterstattung über die Vorkommnisse auf der Insel bereits geändert hat. Auch wenn man noch nicht wirklich bei der "Aufklärung" angekommen ist, so hat dieses Medium dafür gesorgt, dass der Platz unter dem Teppich deutlich enger geworden ist und die Besenführer, welche geflissentlich unter diesen kehren, vermehrt zu Beruhigungsmitteln greifen müssen. Allerdings weiß man bei elapuron.com nicht so ganz wirklich, wohin man diese Zeitung packen soll. Selbst wenn man die merkantilen Hintergründe einer gelungenen Werbeplattform einfach mal auf die Seite packt, so kann man diese Zeitung nicht als Fahnenträger einer Partei oder einer Richtung ausmachen. - Das ist auch gut so, auch wenn Objektivität oft einfach Passivität ausdrücken kann. - Der Renner aber, besser vielleicht sogar der Motor dieses Mediums, ist der "Kiosko de La Plaza". - Das fast freie Forum, in dem diskutiert, geschimpft, beleidigt, betrogen und angeklagt wird, so dass man mehrmals am Tag diese Informationsquelle anzapfen muss, auch wenn man sich nach der Lektüre immer ein bisschen gossenhaft fühlt. - Die Redakteure haben alle Arbeit diese wilden Diskussionen halbwegs geradlinig zu halten, und gellende Rufe wegen angeblicher Zensur machen auch schon die Runde, aber man muss einfach die Notbremse ziehen, wenn Beleidigungen und anonyme "Recherchen" wirklichen Schaden anzurichten drohen. - Allerdings kann sich so die Redaktion auch selbstgerecht zurückziehen und behaupten, das haben ja nicht wir gesagt, oder wir geschrieben, es reicht eben, wenn man die Plattform dafür bietet. - Da liegt aber auch eine riesige Gefahr, denn nichts, was anonym geschrieben wird, muss Wahrheitskriterien erfüllen, bleibt aber, trotz offensichtlicher Zweifel, einfach da stehen. - Interessant, populistisch fast reißerisch, bis hin zu gefährlich. - Ein fragwürdiger Weg Audienz zu erlangen, denn eigentlich hat keine Nachricht ohne Namen und Hintergrund überhaupt einen verwendbaren Wert. - Dennoch hat elapuron.com bereits viel bewegt, nicht nur in der Presselandschaft, sondern schon viele öffentliche Diskussionen angestoßen, politische und gesellschaftliche Reaktionen provoziert und ist damit bereits zum absoluten "Muss" der täglichen Lektüre aller aufmerksamen Beobachter dieser Insel geworden. - In Jahresfrist solche Aufmerksamkeit, das ist allemal ein Chapeau wert und macht gespannt auf mehr.



Dienstag 04.05.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 20,5 Grad - niedrigste Temperatur 16,4 Grad

Spaßbad oder Spaßbremse
4 Millionen übrig für griechische Staatsanleihen?

Das mit Griechenland wäre nur eine Alternative, weil die Ratingagentur Seebold/Paul&Company das geplante Spaßbad in Los Llanos auf der gleichen Empfehlungsstufe sieht, wie eben griechische Staatsanleihen. - Aber gut, es soll ja jeden Tag ein gewisser Charakter über den Marienplatz laufen, oder eben über die Plaza von Los Llanos, da gibt es also noch Hoffnung. - Leicht losgelöst von Polemik geht es, immer noch muss man sagen, um folgenden Sachverhalt. - Los Llanos möchte eine moderne Gemeinde sein, mit allem was nach landläufiger Meinung dazu gehört, und das ist auch ein Hallenbad. - Aber Hallenbäder an sich sind natürlich komplett out, ab Spa nach oben geht noch was, besser noch ein Spaßbad mit Cafetería, Sauna, Römischer Lagune und konzentrischer Fußnagelakupunktur nach Professor Shanti Upsala. - "Complejo Aquático" heißt das Ganze dann in der Vorstellung der Gemeinde, und wir erinnern uns doch noch an die siebziger Jahre in der Bundesrepublik, als auch dort dieser Hallenbadwahnsinn in jedem Kaff aufkam. - Keine Frage, ein Hallenbad und auch diese Spaßdinger, vielleicht noch mit Thalasso-Hintergrund sind eine schöne Geschichte, allerdings eben auch sündhaft teuer zu betreiben, und daher in der Breite kaum durchführbar. - Ich weiß nicht, ab welchem Einzugsbereich solche Anlage mindestens kostendeckend betrieben werden könnte, aber sicher nicht für 20.000 Einwohner von Los Llanos, oder meinetwegen 40.000 Leuten im Aridanetal. - Die Gemeinde selbst hat kein Geld so etwas als bezahlten Service seinen Bürgern zu bieten, aber haben will man so etwas unbedingt. - Da kam man auf die pfiffige Idee, das soll ein privater Investor machen, der bekommt den Grund und Boden von der Gemeinde gestellt, bringt 6 bis 7 Millionen Euros mit, baut das Spaßbad, und darf das dann für 25 Jahre nutzen.

Den Investor gab es sogar, den gibt es auch immer noch, aber dem Investor gibt keine Bank mehr einen Cent, dieses Bad weiter zu bauen. - Zwei durchaus solvente Baufirmen haben vor etwa drei Jahren den Zuschlag von der Gemeinde bekommen, das Projekt gemeinsam anzugehen. - So ging man frisch ans Werk, bis die erste Partie leckerer Euros verbraten war, laut Baufirmen an die 3 Millionen Euro, und wollte dann per Bankkredit den "Rest" von weiteren 4 Millionen Euro finanzieren. - Aber die Bank machte nicht mit, auch andere Geldinstitute geben keinen Heller für dieses Spaßbad, so dass nun seit anderthalb Jahren der Rohbau des "Complejo Aquático" einfach so in der Landschaft herumsteht. - Jetzt sucht man neue Investoren, die das Hallenbad fertig bauen und betreiben wollen, denn der jetzige Firmenszusammenschluss, der kann aus dem Vertrag rausgeschmissen werden, da über ein Jahr keine weiteren Arbeiten vorgenommen wurden. - Möglichkeiten wären, eine weitere Firma, ein Scheich, oder ein Krisengewinnler der Heuschreckenbranche steigt mit ein, oder aber übernimmt von den beiden ursprünglich beauftragten Firmen der Gesamtkomplex. - Das wären aber dann gleich an die 7 Millionen Euro, wenn man 3 und 4 zusammenzählt, und dafür bekäme man, neben jeder Menge Arbeit, auch noch ein Wackelrenditeobjekt aus bunten öffentlichen Träumen. - Es wird schon einen Grund haben, warum die Banken den Bau nicht mit weiteren Krediten finanzieren wollen, und wenn wir uns mal auf La Palma umsehen, dann wird uns auch schnell klar warum. - In Breña Alta, da gibt es bereits ein Hallenbad mit erweitertem Angebot, das "Baltavida" und das trägt sich aus den Einnahmen auch nicht, sondern wird noch von der Gemeinde gestützt. - Nun wäre es nicht besonders sinnvoll, noch ein weiteres Hallenbad für den kleinen palmerischen Markt zu produzieren, was dann auch noch aus öffentlichen Mitteln unterstützt werden muss, das ist doch irgendwie jedem klar. - Da muss man sich dann immer wieder fragen, warum ist das den Leuten denn nicht klar, die da mit Millionen um sich werfen. - Meist ist das allerdings so, dass die Millionen nicht dem "Werfer" gehören, sondern irgendwem sonst. - Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben, wie gesagt, jeden Tag soll ein ganz bestimmter Charakter über die Plaza von Los Llanos laufen. - Da fällt mir im gleichen Zusammenhang noch mein Lieblingswitz ein. - Der ist ganz kurz und geht so: Fünf Golfplätze auf La Palma…



Dienstag 04.05.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Was schert mich mein Geschwätz von gestern
Partido Popular beklatscht die amerikanische Banane

Eine Gruppe Europaabgeordneter der konservativen Partido Popular besuchte vor nicht einmal 4 Wochen die Kanaren und auch La Palma. - Hier auf unserer Insel gelobte man ewige Treue gegenüber den kleinen "Platanos" und man werde, "alles Fleisch auf den Grill legen", um vor dem Europaparlament die Zukunft der kanarischen Banane zu verteidigen. - "Poner toda la carne en el asador", ein schönes Bild, besonders häufig genutzt, wenn man vor einer Gruppe von Landwirten Positives verkünden will. - Das kam an hier, und mit solchen und anderen markigen Sprüchen kann man wohl Sympathien ergattern, zumal eben der Bananensektor hier, aber auch auf den anderen Kanareninseln drastischen Zeiten entgegen sieht. - Die Welthandelsorganisation hat zusammen mit der Europäischen Union einen Übergangsplan ausgehandelt, nachdem die Strafzölle für die Einfuhr von amerikanischen Bananen stufenweise gesenkt werden sollen. - Das zehrt heftig an der Wettbewerbsfähigkeit unserer gelben Glücksstengel, und bislang war es ein probates Spiel, diese wenig konstruktiven Verhandlungen für die kanarische Banane der Zentralregierung in Madrid unterzuschieben. - Allerdings führen diese Verhandlungen mit der "WHO" nicht die Nationalstaaten, sondern die EU Kommissionen, und da haben die Konservativen die Mehrheit, also die Spaß- und Spießgesellen der Partido Popular. - Aber was stört das, wenn man markiges Gebell loswerden will, und man sich sicher sein kann, dass plumpe Sprüche um viel gegrilltes Fleisch schon beim Landmann ankommen wird.

Jetzt allerdings hat man genau die gleiche europäische Reisegruppe an spanischen EU Mitgliedern in flagranti erwischt, oder besser in colombi. - In Kolumbien wurde man sogar vom Präsidenten Álvaro Uribe empfangen, und Jaime Major Oreja, Führer der spanischen EU Abgeordnete der Partido Popular und Ex Innenminister unter Aznar, wurde nicht müde gegenüber dem kolumbianischen Präsidenten seine Unterstützung für das Handelsabkommen mit Kolumbien zu loben. - Dabei ging es genau um diesen Vertrag zwischen der EU und der Welthandelsorganisation, in dem man den schrittweisen Abbau der Strafzölle für Bananen erörtert. - "Unsere Haltung als Fraktion der Partido Popular in Europa ist eine klare und unbeirrbare Unterstützung dieser Vereinbarung, die sowohl Kolumbianern wie Europäer Vorteile bringen wird." - Vorteile für Kolumbien ja, Vorteile für die europäischen Verbraucher auch, aber Vorteile für die europäischen Bananenpflanzer sicher nicht. - Man muss dennoch vernünftig bleiben und ein bisschen den Überblick behalten, es war klar, dass man früher oder später diese Strafzölle für amerikanische Bananen nicht aufrecht erhalten kann. - Dafür haben die europäischen Bananen eine viel zu kleine Lobby und es stehen viel zu große andere Handelsinteressen gegen einen "Bananenkrieg" mit den amerikanischen Bananen. - Das weiß eigentlich auch jeder, aber wenn dann so ein altes konservatives Schlachtross vom Typ Major Oreja (was übrigens übersetzt "größtes Ohr" heißt) vor eine Hundertschaft von palmerischen Bananenbauern stellt, und dann virtuelles Fleisch auf den Grill packt, dann kann einem doch schon konservativ warm ums Bananenseelchen werden. - Eigentlich sollte man das große Ohr nur auffordern, den gleichen Satz noch mal hier vor den "Plataneros" zu wiederholen, den er in Kolumbien gesagt hat, und das am besten drei Wochen vor den Wahlen. - Gut, da kommt wieder meine klammheimliche linke und linkische Seele zum Vorschein, aber klassischer kann man Menschen eigentlich gar nicht belügen, als diese Gruppe von Europaabgeordneten hier auf La Palma am 9. April getan haben. - Interessant wird es noch sein, welche Presseorgane die Aussagen Orejas in Kolumbien hier überhaupt bringen, bislang wagte diesen Schritt nur das "Diario de Avisos".



Montag 03.05.2010 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 21,9 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

20 Jahre und ein bisschen kitschig
Antonio Gómez Felipe kann besucht werden

Wer ist denn nun Antonio Gómez Felipe? - Diese Frage werden Ihnen nur ältere Menschen aus Los Llanos beantworten können, auch wenn den Namen jeder in der Stadt kennt. - Um es kurz zu machen, Antonio Gómez Felipe war ein berühmter Zahnarzt der Stadt und ein bekannter Kunstsammler und Kenner. - Anfang des vergangenen Jahrhunderts hat der gute Antonio den Menschen ihre furchtbaren Zahnschmerzen beraubt und gleichzeitig noch mit künstlerischem Fachwissen geglänzt. - Wobei ich mir sicher bin, wer Antonio mit einer dicken Backe besuchte, der wollte keine Gemälde sehen, sondern lieber das Kunsthandwerk der Odontologie angewandt wissen. - Was ich nun nicht weiß, ob man es seinem Bohrgerät zu verdanken weiß, oder seinem Kunstverständnis, dass man den zentralen Park der Stadt seinen Namen verlieh. - 1958 wurde dieser Park eingeweiht und 1990 für Umbau- und Sanierungsarbeiten geschlossen. - Jetzt, 20 Jahre später wurde der Park wieder dem Publikum übergeben, mal ganz ohne feierliches Tamtam, Schnittchen und Prosecco. - Der Park ist allerdings dreigeteilt, "unten", in Richtung Triana, am Kiosk, da sitzen immer die Dominospieler, und da hat sich wenig getan. Der mittlere Teil war immer schon ein Spielplatz, der war auch nicht so lange geschlossen, nur der obere Teil, jetzt gegenüber der Stadtpolizei gelegen, das ist so ein Park zum Lustwandeln und Schlendern, dafür hat man 20 Jahre gebraucht. - Aber auch der Spielplatz ist neu gemacht worden, und das auf eine Art und Weise im Edelstahlschick, dass man unweigerlich über den unvermuteten Reichtum der Stadt Los Llanos schmunzeln muss. - Nicht nur die futuristischen Spielgeräte überraschen, wobei die fast wie Skulpturen wirken und man unweigerlich das Schild mit den Worten "Berühren verboten" sucht. - Aber das ist nicht so, diese Designerstadtmöbel sind wirklich dazu da bestiegen und benutzt zu werden, man gönnt sich ja sonst nichts. - Auch der Begrenzungszaun ist alleine eine Reise für Architekturstudenten schon lohnenswert, und wenn ich daran denke, dass La Palma eine ländlich geprägte Insel ist, dann ist der Zaun mindestens mutig.

Aber darüber kann jeder denken wie er will, und was dieser Zaun gekostet hat, ich will es gar nicht wissen. - Aber gehen wir zum eigentlichen Park, dem Schlenderraum, dem Zaubergarten, der eben 20 Jahre wachsen und gedeihen musste, um nun dem geduldig wartenden Publikum wieder überlassen zu werden. - Ganz ohne Zweifel erkennt man die verspielte Hand Luis Moreras, dem wir auch die Plaza la Glorieta in Las Manchas de Abajo zu verdanken haben, allerdings empfinde ich den Parque Antonio Gómez Felipe in Los Llanos doch noch stimmiger. - Das liegt aber sicher auch an dem Geschenk der bereits vorhandenen und gewachsenen Vegetation. - Lauter interessante Gewächse beschatten die Winkel und Ecken des Parks, und es hätte nur wenige weitere Schritte gebraucht, um aus diesem Park einen botanischen Garten zu machen, das macht diesen Garten extra interessant. - Luis Morera zeichnet aber auch nicht komplett verantwortlich für den Park, lediglich für den oberen Teil, und das auch nur bis vor an die drei Jahren, als die Stadt und der "Inselkünstler" ihre Zusammenarbeit beendeten. - Ob das nun im Knatsch war, das lassen wir einfach mal dahingestellt, letztendlich fertig gestellt, haben den Park aber Techniker der Stadt Los Llanos. - Warum man 20 Jahre dazu braucht, einen Park zu sanieren, das ist eine fast genau so lange Geschichte. - Geldmangel, Firmenpleiten, Missverständnisse, Organisationschaos, dieser Park und die Arbeiten daran haben so ziemlich alles erlebt, was Stadtarchitektur so aus dem Nähkästchen erzählen kann. - Aber Schwamm drüber, das sind Altlasten, erfreuen wir uns an einem fast mystischen Refugium in der großen Stadt, die nie so richtig ausdrücken kann, was und wie sie eigentlich ist.

Wer den Edelstahlzaun und die futuristischen Spielgeräte mal sehen will, der kann das HIER machen. - Hans Alfred Strelow hat das in einer Diashow bei Youtube hinterlegt. - Und keine Angst, vom eigentlichen Park aus kann man wunderbar an dem Aronstäben der Moderne vorbeigucken.















Montag 03.05.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Lehrjahre sind keine Leerjahre
Unzufrieden mit der Berufsausbildung

Es ist so wenig los im Moment auf der Insel, dass Themen aus der zweiten Reihe wieder in die Schlagzeilen rücken. - So beschäftigt sich heute die Online-Zeitung elapuron.com mit einer Zufriedenheitsstatistik, in welcher sich die Gewerbetreibenden über die Berufsausbildung zu Wort melden können. - Nicht besonders schmeichelhaft die vergebenen Noten, dabei hat man sich in den letzten Jahren wirklich Mühe gegeben, die Berufsausbildung, hier "Formación Profesional", meist als "FP" abgekürzt, immer weiter zu stärken. - Aus deutscher Sicht muss man sich hier zunächst von dem Lehrberuf verabschieden, diesen gibt es hier nicht, auf jeden Fall nicht mit der strammen Organisation der Stände und der grundsätzlichen Idee, dass die Betriebe, unterstützt von den Berufsschulen selbst ausbilden. - Hier versucht man, den Schulabgängern in Kursen auf den Berufsschulen bereits so viele Vorkenntnisse der später zu bearbeitenden Materie zu vermitteln, dass diese dann gleich als Fachkräfte in den Firmen eingesetzt werden können. - Das hat natürlich Grenzen, weil zuerst die Theorie kommt, oder eine praktische Ausbildung, die eben unter geschützten Schulbedingungen stattfindet. - Bei der späteren Inkorporation in den Arbeitsplatz ergeben sich meist große Defizite zwischen Erwartung des Arbeitgebers und prompten Fähigkeiten des frisch Ausgebildeten, so dass man nicht unbedingt meist von einem gelungenen Berufseinstieg reden kann. - In den einzelnen Sektoren unserer Wirtschaft gibt es kaum Unterschiede in der Bewertung der Berufsausbildung, in unserer Notenskala von 0 bis 10, wobei Null eine Null darstellt und die 10 die höchste Note ausdrückt, vergeben die "Bosse" den spanischen Ausbildungsanstrengungen lediglich Noten zwischen 5,5 und 5,8. - Das ist gerade noch bestanden, zu mehr reicht es da nicht.

Die Chefs beklagen sich besonders über fehlende Motivation bei den Berufsanfängern, sowie Schwächen in der Mathematik, der "Ottografi", aber auch im Ausdruck. - Das kommt mir irgendwie bekannt vor und habe ich erst vor ein paar Tagen irgendwo auch der deutschen Presse entnommen, dass man Probleme hätte, geeignete Bewerber für Lehrstellen zu finden. - Diese Schelte muss man dann aber zurück in die Schulen geben, denn es kann ja nicht die Aufgabe der Berufsschulen sein, den Auszubildenden die Grundrechenarten und die Rechtschreibung beizubringen. - Sieht man sich aber die Zahlen mal genauer an, dann erkennt man einen ziemlichen Unterschied zwischen den Kanarischen Inseln und dem spanischen Festland. - Sind es hier 34% der Gewerbetreibenden die sich über mangelnde Grundausbildung der Berufsanfänger beklagen, so sind es im spanischen Schnitt lediglich 24%, eine Differenz, die aufhorchen lässt. - Da muss also auf jeden Fall auch hier nachgearbeitet werden, allerdings haben wir ja leider erfahren müssen, dass Ausbildung und Erziehung nicht in den Prioritäten der kanarischen Provinzregierung liegen, die angesichts der "Krise" Einschnitte in dem Sektor angekündigt haben, nicht aber im Straßenbau. - Das ist natürlich eine gefährliche Geschichte, da gerade heute eine gute, wenn nicht sehr gute Ausbildung über Gelingen oder Hartz IV der Zukunft unserer Kinder entscheidet. - Dennoch muss man nun die Kritik an unseren Berufsschulen nicht als Nachgesang auf ein gescheitertes System betrachten, die allermeisten Gewerbetreibenden stellen lieber Berufsanfänger ein die aus der "Formación Profesional" kommen, als solche die eben frisch aus der normalen Schule kommen. - Nur eben, man muss auch die Berufsausbildung permanent verbessern und den ständig wachsenden Anforderungen des Arbeitsmarktes anpassen und das erreicht man sicher nicht mit der Streichung von Mitteln. - Ansonsten habe ich noch einen guten Tipp an die Chefs, welche sich über mangelnde Motivation der Berufsanfänger beklagen. - Leider gibt es keine Berufsschule für Chefs, denn dort würde man wohl lernen, dass man seine Untergebenen nicht nur gut und respektvoll behandeln muss, sondern auch ordentlich bezahlen muss, wenn man mehr als durchschnittliche Leistungen haben will.



Sonntag 02.05.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 21,6 Grad - niedrigste Temperatur 15,8 Grad

Shortstories
Böller, Helden und Arbeitslose

Und es werden doch wieder Böller abgeschossen. - Obwohl das Cabildo Insular für die Kreuzfeste das Abschießen von Raketen ausdrücklich untersagt hatte, wurden in manchen Orten dennoch diese Feuerwerkskörper verwendet. - Ob das nun aus Unwissenheit geschieht, oder man sich bewusst über das Verbot hinwegsetzt, das wissen wir natürlich nicht, auf jeden Fall wurde in San Isidro reichlich von den Böllern Gebrauch gemacht. - Interessant wird es nun auch werden, ob man das jetzt verfolgt, oder das einfach nach unserem pragmatischen Lieblingsverfahren einfach übersieht und überhört, obwohl das bei den Böller wahrlich schwer ist. - Schade, eigentlich müsste es nach dem Brand im Süden der Insel jedem klar sein, dass man aufgrund knallender Traditionen nicht die Zukunft einer ganzen Region aufs Spiel setzen darf. - Es ist ein Jammer, da ringen sich die Behörden endlich mal dazu durch, Vernunft walten zu lassen, und dann machen wir nicht mit. - Es ist ein Kreuz mit den Kreuzen…

Wo es Katastrophen gibt, da gibt es immer auch Helden. - Solche hat man nun öffentlich geehrt, und das ist auf jeden Fall auch eine Meldung wert. - Als Folge des Brandes im August 2009 gab es ja bei den um Weihnachten herum starken Niederschlägen, Erdrutsche und Murenabgänge von Mazo bis auf die Westseite nach El Charco. - In der Nacht vom 22. zum 23. Dezember geschahen die schlimmsten Vorfälle. - Bei Montes de Luna wurden mehrere Personen in ihren Autos von Schlamm- und Gerölllawinen eingeschlossen. - Eine Polizeistreife der Stadtpolizei aus Mazo hatte in der Nacht Dienst und befreite mehrere Menschen aus ihren eingeschlossenen Autos, unter Einsatz des eigenen Lebens, wie man nicht müde wird, zu betonen. - David Luis Sánchez und Pedro Francisco Pérez Martín heißen die beiden "Municipales". - Diese Namen darf man ruhig auch mal ausgeschrieben sehen und nun beschloss das Rathaus von Mazo den beiden Polizisten die Verdienstmedaille für öffentliche Sicherheit auf den Kanaren zu verleihen. (Medalla al Mérito a la Seguridad Pública de Canarias) - Chapeau an die beiden Agenten, aber vielleicht wäre denen ja eine Gehaltserhöhung lieber gewesen….

Die Arbeitslosigkeit bleibt ein ständiger und unangenehmer Begleiter hier auf den Inseln. - Spanien hat halt große Probleme nachdem das "Wirtschaftswunder", aufgebaut auf Zement und Tourismus in sich zusammengebrochen ist. - Auch das beeinflusst uns hier auf den Kanaren, obwohl auf La Palma selbst in geringerem Maße. - Wir haben aber unsere eigenen Strukturprobleme und hier leidet man besonders unter den sinkenden Ausgaben der öffentlichen Hand, wie aber auch der Verbraucher. - Jetzt sollen 272 Menschen neue Arbeit finden, allerdings nur im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. - 12 Projekte hat man da jetzt am laufen, gesponsert vom Arbeitsamt, vom Europäischen Sozialfond und dem kanarischen Rat für räumliche Entwicklung. - Interessant dabei sind immer wieder die Auswahlkriterien und wie man diese verpackt. - Da heißt es: Es werden bevorzugt Personen mit persönlichen Handicaps eingestellt. - Dann zählt man auf: Langzeitarbeitslose, Immigranten, Rückwanderer aus Amerika, Behinderte und Frauen. - Ich wusste nicht, dass allein das Frau sein bereits ein Handicap ist und wo bitte bleibt nun die große öffentliche Chauvikasse?



Sonntag 02.05.2010 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1015 hPa

Behördlich angeordnete Vernunft
Keine Böller und Ballons auf den Kreuzfesten

Schade eigentlich, dass man Vernunft anordnen muss. - Aber es geht wohl nicht anders, sonst hätte ja auch bei der sommerlichen Hitze im letzten August niemand Böller auf der Fiesta von Tigalate verschossen, die ja dann, laut Polizeibericht das große Feuer im Süden der Insel auslösten. - Zwar gibt es immer noch Zweifler an dieser Theorie, aber wir haben selbst schon mit eigenen Augen beobachten können, dass diese Böller wohl Brände verursachen können. - Auf den vielen Prozessionen die wir in El Paso besucht haben, ist das ein paar mal sogar vorgekommen, allerdings waren immer gleich so viele Menschen vor Ort, welche dann schnell und ohne Probleme die noch kleinen Brandherde erstickt haben. - Es ist also keine Frage, dass diese Böller Brände auslösen können, und wenn das so ist, dann darf man diese gefährlichen Feuerwerkskörper einfach nicht mehr verwenden. - Aber das ist nicht so einfach wie es die strenge Vernunft einem so eingibt, das Abschießen dieser Böller, die aussehen wie eine Sylvesterrakete, aber nur einen lauten Knall von sich geben, nicht aber Leuchteffekte erzielen, ist halt eine uralte Tradition auf den meisten kirchlichen aber auch weltlichen Festen hier. - So heftig wie die Reaktionen nach dem verheerenden Feuer im Süden der Insel letztes Jahr waren, so vergesslich oder aber auch stur sind viele Traditionalisten, und zweifeln entweder die These an, die Böller hätten das Feuer verursacht, oder behaupten, das alles schon im Griff zu haben, aber Kreuzfeste oder auch andere Prozessionen ohne Böller, das ginge einfach nicht. - Natürlich geht es, die katholische Kirche funktioniert ja inzwischen auch ohne Hexenverbrennungen und Kreuzzüge leidlich, da werden wir doch Fiestas und Prozessionen hinbekommen, wo es nicht andauernd knallt. - Dabei sollten die Veranstalter dieser Festivitäten eh gewarnt sein, schließlich hat das Gericht in Santa Cruz gegen die drei Verantwortlichen für die Fiesta in Tigalate ein Verfahren eingeleitet. - Allerdings ist der Ausgang dieses Verfahrens völlig offen, da die Veranstalter die Böller wohl nicht selbst gezündet, sondern es lediglich nicht verboten hatten.

Also keine Böller mehr, die Inselregierung hat das verboten, zumindest für die drei Gemeinden Santa Cruz, Breña Alta, Breña Baja und Mazo und für die jetzt anstehende Fiesta heute und morgen. - Das bedeutet nun allerdings, dass es nicht grundsätzlich verboten ist diese Böller in die Luft zu jagen, sondern erst mal nur auf dieser Fiesta und in den genannten Orten. - Da hat man sich also noch nicht zu einem kompletten Verbot dieser Feuerwerkskörper hinreißen können, man scheut eben drastische Maßnahmen angesichts der Traditionen. - Dabei kann ich mir eh kaum vorstellen, dass nach dem Geschehenen in Fuencaliente im vergangenen Jahr, es noch jemand wagt, Böller in die Luft zu jagen. - Aber wir werden ja sehen, oder besser hören, wie man in den kommenden Tagen rund um die Kreuzfeste in anderen Gemeinden vorgeht. - Die Hunde würden es am allermeisten danken, diese Böller sind eine einzige Qual für die feinen Ohren der Tiere. - Eine andere Tradition, gerade in der Gemeinde Breña Alta, sind kleine hausgefertigte Heißluftballons, die auch zu den Kreuzfesten in die Luft geschickt werden. - Da geben sich die Leute größte Mühe, diese Ballons zu basteln, aber auch die stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar. - Dabei geht es nicht um den Ballon an sich, sondern um die Brennpaste oder das Esbit, welche den Flugkörper auch während des Fluges noch mit heißer Luft versorgen soll. - Diese Ballons stürzen auch schon mal ab, und dann landet der noch brennende Treibstoff eben möglicherweise auch im Wald, weil man eben diese Ballons auch nicht lenken kann. - Auch auf diese Tradition kommen Einschnitte zu. - Die Ballons dürfen zwar weiterhin fliegen, aber die Luft darf nur noch vor dem Fliegen erhitzt werden und vor dem Start muss dann der Brennstoff entfernt werden. - Schön, dass neben jedem Ballon ein Polizist steht, der das überwacht, weil ja Vernunft in solchen Dingen nicht wirklich unsere Stärke ist.



Samstag 01.05.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 22,6 Grad - niedrigste Temperatur 16,0 Grad

Grenzdebile Akademikerflucht
Auf La Palma sind die Einäugigen Könige

Wenn ein Palmero im Leben Karriere machen will, dann muss er in die große weite Welt hinaus. - Die fängt bei uns schon auf Tenerife an, denn die allermeisten Studenten zieht es dorthin, zur Universität La Laguna. - Die hat sogar einen guten Ruf innerhalb Spaniens, man hat hervorragende Lehrkörper locken können, wer die großen Universitäten satt hat, der sucht sich halt gerne einen flauschigen Job auf einer blühenden Insel im Atlantik und geht die Dinge mit gewisser Abgeklärtheit an. - La Palma stellt, nach der Einwohnerzahl berechnet, die allermeisten Studenten auf den kanarischen Universitäten, wir sind also nicht flächendeckend blöd oder faul, unser Akademikermangel hat andere Hintergründe. - Von den Studenten, die wir nach Tenerife oder sonst wo hin schicken, kommen die allermeisten halt einfach nicht mehr zurück, sondern bleiben auf Tenerife oder gehen weiter aufs Festland, um dann dort eine entsprechende Arbeit zu finden. - Warum das so ist, das ist eigentlich auch klar, einmal an der großen Welt geschnuppert ist unsere "mondo piccolo" zwar vielleicht nett und skurril, aber nicht unbedingt ein berufliches Sprungbrett und Karriere fördernd. - La Palma bietet eben nicht die große Auswahl an guten Jobs, tun bei uns im Krankenhaus Ärzte aus Polen, Kuba und Galizien Dienst, und unsere eigenen Mediziner in Madrid und Barcelona, oder gehen gar über den "Teich", da Emigration für Palmeros immer ein probates Mittel gewesen ist, ihre Lebensumstände zu verbessern. So ist ja auch der Ruf nach einer Universität hier auf La Palma ein bisschen zweischneidig, denn so schön es wäre, unsere heranwachsende Intelligenz hier studieren lassen zu können verlockend, allerdings muss man denen danach auch einen Job anbieten können, der entsprechend lockt. - Trotzdem wäre es eine hervorragende Sache, wenigstens einige Fakultäten hier auf der Insel zu haben, so etwas kann nie schaden.

Man hat es ja auch inzwischen geschafft, die Universität La Laguna davon zu überzeugen, dass man wenigstens Krankenschwestern hier ausbilden könnte, und wenn alles glatt geht, dann wird man ab September die ersten Schwestern hier unterrichten. - Ein Anfang, aber eben noch nicht genug, und hier wird plötzlich wieder klar, wie praktisch und wichtig es für La Palma gewesen wäre, das E-ELT Teleskop auf die Insel zu bekommen. - Da könnte man dann Forschungsstationen betreiben und eben auch wissenschaftliche Fakultäten, die dann auch wieder interessante Arbeitsplätze schaffen können. - Dem ist aber leider nicht so, und da muss man dann eben sehen, welche anderen Dinge auch noch machbar wären. - Da steht natürlich der Gesamtkomplex Umweltschutz ganz im Fordergrund mit seinen Sparten alternative Energie, ökologische, oder zumindest nachhaltige Landwirtschaft und Landschaftsplanung. - Man könnte sogar die gesamte Insel zu einem Studienfeld umbauen und als gigantischen Feldversuch eine komplette Gesellschaft und Volkswirtschaft in einen nachhaltigen Strukturwandel begleiten und beraten, der eigentlich dramatisch notwendig erscheint. - Allerdings sind solche Ideen weiter nur was für Elfenbeintürme, da unsere bisherigen Planer und Denker doch eher Klippschulniveau in sich tragen und immer noch versuchen fast schon nicht mehr vorhandene Tröge anzuzapfen. - Und über allem steht auch eine gewaltige Portion Mutlosigkeit auf drängende Probleme auch mal mit knackigen Vorschlägen zu antworten. - So sieht es also auf dem akademischen Sektor aus, für die paar guten Jobs auf La Palma muss man Fachleute von irgendwoher einfliegen lassen, und an den entscheidenden Stellen, welche Weichen stellen können, da sitzen knochenharte Traditionalisten, die sich jeglicher Veränderung aus Angst den eigenen Einfluss zu verlieren ängstlich verweigern.



Samstag 01.05.2010 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1013 hPa

Maibowle mit Nichts
Sturmfreie Bude am Wochenende

Wie die Zeiten sich ändern. - Eine Tochter sitzt schon im Bus nach Gallegos, die andere wird gegen Mittag nach San Nicolás fahren, und beide kommen dann erst morgen Abend zurück. - Dass die Mädels ein Wochenende bei ihren Freunden verbringen ist nichts Neues. Aber meist geschah das immer hübsch verteilt, so dass eine immer im Haus war, während die andere auf Tour. - Jetzt sind beide weg, und ich stehe hier mit meiner Frau alleine und wir beraten nun, wie man diese neue, und eigentlich noch nie vorher in dieser Kombination erlebte Freiheit denn nutzen könnte. - Zunächst kommen praktische Überlegungen ins Spiel. - Kein feierlich inszeniertes Mittagessen, weder heute, noch morgen, und selbst das sonst so wichtige Frühstück wollen wir morgen Früh dann so weit verschieben und zum Brunch umbauen, dass wir vor dem Abend keinen Hunger mehr verspüren. - Einkaufen fällt sowieso flach, wie beiden Alten brauchen doch nichts, ein paar Bier im Kühlschrank, ein Kanten Brot und ein Stück Käse, das lässt uns ein Wochenende locker überleben. - Spazierengehen könnten wir, einen Ausflug machen, doch schon nach 5 Minuten Zielwahl wird uns beiden eigentlich klar, dass wir das gar nicht wollen, sondern eigentlich lieber in den Tag hinein leben wollen, ohne das Stückwerk dauernder Zielgebungen. - Arbeit liegt eh kaum an, im Mai ist wenig los im Tourismusgeschäft auf der Insel, wir haben also wirklich Zeit un miteinander zu beschäftigen und um herauszufinden, ob das denn geht, anderthalb Tage mal zusammen Nichts zu tun. - Ich lasse mich jetzt nicht auf das dünne Eis geleiten um Nichts zu definieren, daran sind schon andere gescheitert, weil es einfach ein Trugschluss ist, sich mit nichts zu beschäftigen.

Langsam verfallen wir in Nostalgie und kommen auf lustige Ideen. - Wir könnten mal wieder die scharfen Spaghetti kochen, die wir uns im letzten Jahrtausend immer nach der Arbeit gemacht haben, um den Geschmack des Alltags aus der Kehle zu drücken. - Aber birgt die wohlfeile Dejavusierung nicht auch die Gefahr das Heute zu beleidigen oder herabzuwürdigen? - Also doch keine Spaghetti, obwohl wir eigentlich schon Appetit darauf hatten. - Auf was für einen Blödsinn man kommt, wenn man plant mal Nichts zu tun und ganz schnell haben wir erkannt, dass uns bei der Planung des Nichts ein grober Fehler unterlaufen ist, denn Nichts darf man nicht planvoll angehen. - Aber ohne Plan ist man doch als erfahrener Mensch nackt und hilflos, und sieht verbrachte Stunden ohne messbares Resultat doch glatt als verlorene Zeit. - Nein, auch Marcel Proust wird uns da nicht weiterhelfen, es sei denn, wir würden die Lieblingsstellen aus seinem Werk gemeinsam lesen, denn wir hatten uns ja vorgenommen, zusammen Nichts zu tun. - Aber daneben sind doch die scharfen Spaghetti sogar leichte Kost und da meine Frau eine Hochleistungsleserin ist, und darüber hinaus gerade ihre neue Lesebrille abgeholt hat, hinke ich mit meinem Halbalphabetismus und meiner eher bayrischen Art der Schnelligkeit immer ein bisschen hinterher. - Das nervt auf die Dauer, wenn man immer erst um Erlaubnis fragen muss, die Seite umzublättern, also fällt uns die Fernsehzeitung in die Hand und wir hoffen auf eine prächtige Vorstellung der Traumfabrik von der Westseite, die es so hervorragend verstehen, Nichts anspruchsvoll darzubieten. - Leider gibt es an die 30 Programme, die gemeinsam um die Aufmerksamkeit Halt suchender Nichtstuer buhlen und bei der Auswahl der Filme, gibt es dann schon gewisse geschlechtsspezifische Divergenzen. - Und wenn ich doch die scharfen Spaghetti mache und wir uns dann eine Dokumentation auf Phoenix ansehen, da hast du deinen Anspruch und ich meine Ruhe? - Wir verabreden uns also für nächste Woche wieder, auch wenn das schon wieder unspontan erscheint, da wollen wir das Nichts noch mal üben, aber auf jeden Fall wieder zusammen, denn sonst ist es ja auch nur halb so schön. - Klammheimlich freuen wir uns aber schon wieder darauf, es ist äußerst lehrreich zu erfahren, dass wir doch mehr als Nichts sind.



Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel & Fax von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma