La Palma Aktuell
Kalenderblatt für den September 2005



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Wetter:

Der September wärmer als der August, kein Problem, unser Azorenhoch wagte sich so weit nach Osten, dass die erste Woche im September die Luft angeheizt über Nordafrika zu uns kam. Temperaturen bis an die 40 Grad und die Luftfeuchte bröselte sich bis zu 36% herunter, für uns ein extrem tiefer Wert. Normal sind bei uns, ausgehend von einer mittleren Höhenlage die, Werte um die 70%, dazu muss man nicht mal an die Küste gehen, der Passat sorgt im Normalbetrieb schon für diese Feuchte.

Leider entstand aus der zweiten Hitzeperiode in diesem Jahr der gefürchtete Waldbrand, 2.300 Hektar Pinien und Codeso gingen in Flammen auf und man brauchte fast sechs Tage um den Brand endgültig unter Kontrolle zu bekommen. Bei uns entstehen solch verheerende Waldbrände nur während oder anschließend an solche Hitze und Trockenperioden, weht der kühlende und feuchte Passat, dann hat kein Feuer eine Chance sich groß auszubreiten. Deshalb hat aber noch lange der fehlgeleitete Passat die Schuld, das Feuer muss ja irgendwo auch ausbrechen und da scheint der menschlicher Faktor nicht auszuschließen zu sein.

Im zweiten Drittel des Monats fanden die "vientos alisios" wie der Passat hier heißt, wieder zu alter Tradition zurück, feuchte und kühle Luft brandet an die Ostseite spendet dort sein begehrtes Nass und lässt die Westseite wolkenlos. Das berühmte Bild, im Osten fährt man durch Nebel und Wolken auf den Tunnel zu, durchquert diesen und plötzlich strahlt im Westen die Sonne, dieses Phänomen ist oft beschrieben. Allerdings brauchen wir dazu Wind und nicht nur ein laues Lüftchen, sonst stehen über der Westseite auch Wolken, hausgemachte und strafen alle Reiseführer Lügen.

Richtig Passat kennzeichnete den dritten Teil des Septembers, die dabei im Aridanetal entstehenden Fallwinde können ganz schön heftig werden und sind unberechenbar. Man spricht dann immer wieder von Windschneisen in welchen die "Brisa" besonders heftig weht, aber das ist eine subjektive Empfindung, jeder behauptet, bei ihm windet es besonders heftig. Wo der Wind sein Unwesen treibt hängt alleine von der Windrichtung ab, da ändert nur ein Grad weiter östlich oder nördlich den Einfallwinkel des Windes völlig. Es ist ein interessantes Schauspiel, da stehe ich auf meiner Terrasse bei Windstille und im Garten meines Nachbarn biegen sich die Palmen schwer vom Wind. Eine Minute später ist es dann umgekehrt und wieder eine Minute später trieben die Fallwinde wieder woanders ihr Spielchen. Über die "Kleinwetterlagen" auf La Palma könnte man für jede Region eine eigene Doktorarbeit schreiben und jeden Tag eine neue. Ein ganz normaler September auf La Palma, ein kurzes aber unentschlossenes Anklopfen des Herbstes , den haben wir verschoben auf später.

Tourismus:

Großer Erfolg mit den neuen Charterverbindungen vom spanischen Festland, 2x Madrid, 2x Barcelona und eine aus Bilbao machen die Sommermonate die Hotels voll und geben damit indirekt den Planern unserer Pauschaltourismuszukunft recht. Aber nur indirekt. Einmal war dieses Jahr ein "Bajada-Jahr" und damit La Palma in aller Munde und zugleich ist die mittlere Aufenthaltdauer nun auf unter eine Woche gesunken. Die touristischen Pakete vom Festland sind fast ausnahmslos auf eine Woche begrenzt, dazu kommen noch viele Wochenendbesucher von den anderen Kanaren und schon erreicht man eine derart kurze Aufenthaltsdauer. Ein kleines Rechenexempel: 500 Gäste die zwei Wochen bleiben, lassen genau so viel Geld in der Region, wie 1.000 Gäste welche nur eine Woche bleiben. Der Reiseveranstalter sieht das anders, am Flug und an der Vermittlung verdient er nur unwesentlich weniger bei einem geringeren Aufenthalt.

Dabei will ich noch mal ganz kurz die Problematik des Pauschaltourismus anreißen. Eine in der Ursprungsregion bezahlte Reise bringt nur Teile des bezahlten Geldes in die besuchte Region. Die Hotelbetreiber müssen aus Kostengründen dafür sorgen, dass deren Gäste möglichst viel im Komplex selber konsumieren, da alleine durch die Vermietung der Zimmer nicht mehr genug Geld hereinkommt. Das macht man mit Arrangements die nur Übernachtung überhaupt nicht mehr vorsehen, mit Halb- oder gar Vollpension bindet man die Gäste aber an das Hotel, die dann Lokale oder Läden der Region nicht mehr benötigen. Die großen Hotels versorgen sich aber zum großen Teil aus den Zentralen, der Ankauf lokaler Produkte ist aus verschiedenen Gründen sehr gering.

Individualtouristen hingegen, lassen ihr gesamtes Urlaubsbudget in der Region, nur der Flug wird an die Gesellschaft bezahlt. Unterkunft, Mietwagen, Einkauf, Konsum in Restaurants, Bars und die Benutzung von Unterhaltungseinrichtungen, das alles bleibt zu 100% in der Region und kommt da mit direkt der Bevölkerung zu Gute. Ich habe noch keine glaubhafte wissenschaftliche Auswertung darüber gefunden, stelle aber mal ganz einfach die Aussage in den Raum, dass ein individual Reisender genauso so viel Geld in der Region lässt, wie 4 Pauschalreisende. Es geht dabei nicht um die Gesamtsumme wie viel die Reisen kosten, sondern darum, wo das netto Geld landet. Es ist keine fundierte und belegbare Aussage von mir, sondern muss ich als private Rechnung und Überlegung aus Erfahrungswerten stehen lassen.

Ganz interessant die Bewegungen der einzelnen Passagieraufkommen nach Herkunftsflughäfen. Die beiden Sommermonate stehen ganz im Zeichen der "Bajada" und eines sehr schnell wachsenden nationalen Tourismus. Ich werde diese Statistiktabellen fortführen, dann sieht man auch später wieder im Jahr den Wechsel zum internationalen Tourismus. Ein ganz strittiger Punkt ist immer, wie viele der Passagiere in den innerkanarischen Flügen sind "Touristen" und wie viele sind notwendige Flüge weil man auf einer anderen Insel etwas zu erledigen hat. Die Inselregierung gibt an, dass 30% aller Reisenden in den Maschinen Touristen sind. Diese Zahl ist, außer vielleicht in den beiden traditionellen Urlaubsmonaten Juli und August viel zu hoch angesetzt. Ich gehe nach meiner Erfahrung davon aus, dass in den anderen Monaten nicht mal 10% der Reisenden echte Touristen sind.

Innerkanarische Flüge

Abflughafen Juli 2004 Juli 2005 Saldo Aug 2004 Aug 2005 Saldo
Tenerife Nord 44.738 61.604 + 16.866 46.417 51.780 + 5.363
Gran Canaria 10.299 15.271 + 4.972 12.552 13.617 + 1.119
Lanzarote 2.276 2.065 - 211 3.145 2.323 - 822
El Hierro 653 972 + 319 958 923 - 35
Tenerife Süd 544 564 + 20 484 799 + 315
Fuerteventura 0 964 + 964 46 1.015 + 969
Summen 58.510 81.440 + 22.930 63.602 70.457 + 6855

Die gewaltige Zunahme von Juli 2004 zum Juli 2005 geht zum größten Teil auf die "Bajada de La Virgen de Las Nieves" zurück, unserem größten Inselfest welches nur alle 5 Jahre stattfindet.


Flüge vom spanishen Festland

Abflughafen Juli 2004 Juli 2005 Saldo Aug 2004 Aug 2005 Saldo
Madrid Barajas 11.481 11.265 - 216 16.303 16.267 - 36
Barcelona 1.409 1.857 + 448 4.942 6.067 + 1.125
Bilbao 830 1.635 + 850 1.124 3.106 + 1.982
Summen 13.702 14.757 + 1.055 23.369 25.440 + 2.071

Kein "Bajada Effekt", aber 4 Charter mehr aus Madrid, Barcelona ud Bilbao im August machen sich bemerkbar. Da muss man weiter abwarten, ob in den Wintermonaten die Charter vom Festland weiter kommen.


Flüge aus Mitteleuropa

Abflughafen Juli 2004 Juli 2005 Saldo Aug 2004 Aug 2005 Saldo
Düsseldorf 2.309 1.580 - 729 3.011 2.672 - 339
München 2.210 1.204 - 1.006 1.877 1.344 - 533
Amsterdam 2.109 1.766 - 343 1.584 1.734 + 150
Frankfurt 2.085 1.642 - 443 2.060 2.331 + 271
Hamburg 1.253 396 - 857 1.682 591 -1.091
Brüssel 966 777 - 189 851 687 - 164
Berlin 774 775 + 1 656 829 + 173
Stuttgart 487 1.157 + 670 764 1.672 + 908
Münster 635 443 - 192 581 596 + 15
Mailand 519 991 + 472 760 1.413 + 653
Nürnberg 0 865 + 865 0 1.751 + 1.751
Leipzig 0 387 + 387 0 712 + 712
Summen 13.347 11.983 - 1.364 13.826 16.332 + 2.506

Wenn Sie jetzt glauben, ich hätte da Hannover, Erfurt und andere Städte vergessen. Viele Flüge aus Deutschland sind "Gabelflüge", haben also eine Zwischenlandung in einer anderen Stadt und werden dann, als aus dieser kommend, gezählt.
Jede Statistik hat ihre Fehlerquote, die Zahlen stammen jedoch von der staatlichen Flughafenbetreibergesellschaft "AENA". Kleine Randnotiz, für den Juli 2005 wurden auch 5 Passagiere gezählt, die von Santa Cruz de La Palma nach Santa Cruz de La Palma flogen, das muss man mir noch mal in einer ruhigen Stunde erklären.



Siebter Teil der Diplomarbeit von Lars Gerhardts.

Alle Graphiken und Photos und auch der Text unterliegen dem Copyright von Lars Gerhardts. Ich musste einige Graphiken in Größe und Format ändern um diese für die Seite passend zu machen.

2.3 Managementanalyse - Tourismusorganisation

2.3.1 Tourismusorganisation
2.3.2 Tourismusmarketing
2.4 Konkurrenz- und Trendanalyse
2.4.1 Konkurrenzanalyse
2.4.2 Aktuelle Trends im Tourismusmarkt
2.5 Bewertung des Tourismuspotentials



2.3 Managementanalyse - Tourismusorganisation

2.3.1 Tourismusorganisation


Die Organisation der touristischen Aktivitäten auf La Palma liegt, abgesehen von der Gestaltung des individuellen touristischen Angebots, vollständig im Bereich der öffentlichen Hand. Es lässt sich unterscheiden zwischen der Planung der touristischen Infrastruktur, der Festlegung von Zielrichtungen der touristischen Entwicklung und der Vermarktung der Destination nach außen.

Die Planung der touristischen Infrastruktur untersteht dem Ressort für Tourismus und Verkehr der Inselverwaltung Cabildo Insular de La Palma. Die Leitung dieses Ressorts hat Jaime Sicilia Hernández, die Planung übernehmen zwei Sekretäre (gerentes). Einer ist dabei zuständig für Tourismus, der Zweite für Verkehrsanliegen.
Darüber hinaus verfügen auch die einzelnen Gemeinden der Insel über Sekretäre, die für die touristische Infrastruktur verantwortlich sind, da die Gemeinden bis zur Höhe eines pro Jahr festgesetzten Budgets Entscheidungsfreiheit für Maßnahmen bezüglich der touristischen Infrastruktur haben. Alle Sekretäre verfügen über eine touristische Ausbildung.

Entscheidungen über Budgets und Zielrichtungen der touristischen Entwicklung werden je nach ihrer Tragweite in zwei Gremien getroffen. Erstens gibt es die ständige Kommission comisión permanente, die neben dem Vorsitzenden Jaime Sicilia Hernández aus drei Vertretern der Inselregierung und drei Vertretern des Tourismusgewerbes besteht. Einen Beisitz ohne Stimmrecht haben zwei Vertreter des Patronato de turismo sowie ein Sekretär. Entscheidungen mit größerer Tragweite müssen in der Vollversammlung pleno abgestimmt werden, die aus 43 Mitgliedern und drei Beisitzern besteht.

Die Vermarktung der Insel La Palma nach außen fällt unter die Zuständigkeit des Patronato de turismo. Die Geschäftsführung liegt bei Ana Castañeda Pérez, welche von Nieves Martín Gómez unterstützt wird. Daneben sind zwei Mitarbeiter für die Messepräsenz der Insel verantwortlich. Sieben weitere Mitarbeiter sind in den Informationsbüros für Touristen am Flughafen und in Santa Cruz de La Palma beschäftigt. Zu den Aufgabenfeldern des Patronato de turismo gehören:

- Betreuung und Information der Gäste auf der Insel über Informationsbüros
- Erstellung von Informationsmaterial über das touristische Angebot der Insel
- Marketingmaßnahmen in Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern
- Organisation der Messepräsenz der Insel
- Bereitstellung der Internetpräsenz der Insel

Für die Erstellung des touristischen Angebots auf La Palma sind die individuellen Leistungsträger verantwortlich.

2.3.2 Tourismusmarketing

Die Marketingaktivitäten des Patronato de turismo bestehen aus vier Säulen. Erstens aus den Auftritten auf diversen Fachmessen, zweitens aus der Unterstützung von Werbemaßnahmen, drittens der Unterstützung von Veranstaltungen der Reiseveranstalter durch Informationsmaterial und viertens aus der Bereitstellung des Internetangebots www.lapalmaturismo.com . Diese Marketinggebiete sollen nachfolgend näher analysiert werden.
Insgesamt verfügte das Patronato de turismo für Marketingzwecke über ein Budget von 599.491 Euro für das Jahr 2004. Im Jahr 2003 lag das Budget bei 841.417 Euro. Festzustellen bleibt, dass das Patronato de turismo keine touristischen Leistungen vertreibt. Weder über die Informationsbüros noch über die Internetpräsenz der Insel ist es möglich, etwaige touristische Leistungen direkt zu buchen. Das Patronato de turismo gibt dem Gast lediglich Informationen über touristische Leistungen an die Hand, die es daraufhin selbst beim Anbieter zu buchen gilt.

Fachmessen

Im Jahr 2004 war die Insel La Palma auf 34 Veranstaltungen in ganz Europa vertreten. Dazu zählten neben den großen Touristikfachmessen wie der ITB in Berlin auch kleinere Fachmessen speziell zum ländlichen Tourismus. Daneben war das Patronato de turismo auf Veranstaltungen der großen Reiseveranstalter präsent, bei denen die neuen Kataloge vorgestellt wurden, z.B. der Premiere Reisesommer von Thomas Cook Reisen. Auch bei Präsentationen und Seminaren zur Erschließung neuer Nachfragemärkte, z.B. in Osteuropa war La Palma vertreten. Die Präsentation der Insel erfolgte dabei meist in Zusammenarbeit mit den anderen Kanarischen Inseln an einem Stand, nicht zuletzt weil die Standmieten auf den großen Messen extrem hoch sind.

Unterstützung von Werbemaßnahmen

In den vergangenen Jahren wurden Werbekampagnen für die Insel La Palma einzelner europäischer Reiseveranstalter seitens des Patronato de turismo unterstützt. So finanzierte das Patronato de turismo einen Teil der Werbemaßnahmen des Veranstalters Corte Inglés auf dem spanischen Festland. Gleiches geschah in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter Thompson in England und der Theorema Gruppe in Italien. Durch diese Praxis soll der Bekanntheitsgrad der Insel in den betreffenden Ländern erhöht werden.

Unterstützung von Veranstaltungen der Reiseveranstalter

Die großen Reiseveranstalter, so z.B. Thomas Cook Reisen, organisieren in regelmäßigen Abständen so genannte Infogruppen auf La Palma. Teilnehmer an diesen Infogruppen, die bis zu acht Mal im Jahr stattfinden, sind Mitarbeiter von Reisebüros aus Deutschland. Ziel dabei ist es, die Mitarbeiter über das touristische Angebot der Insel zu informieren. Dies geschieht mittels Ausflügen zu bestimmten Attraktionen und Anlagen des Beherbergungsgewerbes sowie Informationsseminaren. Diese Seminare werden seitens des Patronato de turismo mit der Bereitstellung einer Informationstasche unterstützt, welche diverse Broschüren zum touristischen Angebot, einen Reiseführer und eine CD-ROM mit weiteren multimedialen Inhalten enthält.

Internetangebot

Unter der Adresse www.lapalmaturismo.com betreibt das Patronato de turismo die offizielle Internetpräsenz der Insel.
Auf einer Eingangsseite besteht zunächst die Wahl zwischen den Sprachen Spanisch, Englisch und Deutsch. Nach der Auswahl der Sprache befindet man sich auf der Startseite. Dort findet man zunächst unter dem Link Informationen die Anschrift der Tourismusbehörde, unter Satzung die Satzung der Tourismusbehörde und unter Ständiger Ausschuss die Organisation der Tourismusbehörde.

Im linken Rahmen befindet sich eine Menüstruktur, über die Informationen zu den Themen Lage, Natur, Kultur, Geschichte, Freizeit, Gastronomie, Kunsthandwerk und Institutionen abrufbar sind. In den dahinter liegenden Seiten finden sich kurze textliche Informationen und vereinzelt auch Bildgalerien zu den entsprechenden Themen. Zumeist sind Unterthemen über eine Menüstruktur wählbar, die in eine Macromedia Flash Animation eingebettet ist.

La Palma Diplomarbeit Abbildung 2.3.1

Abbildung 2.3.1: Startseite von www.lapalmaturismo.com

Quelle: PATRONATO DE TURISMO 2004k

Im oberen Rahmen befinden sich weitere drei Menüpunkte: Einmal die Schnellübersicht, zum zweiten ein Mach mit Link und schließlich ein Link zu Multimediaangeboten. Hinter der Schnellübersicht verbirgt sich ein weiterer Rahmen, in dem sich zahlreiche Informationen zum touristischen Angebot abrufen lassen. Hierzu gehören Informationen zur Freizeitgestaltung inklusive des Sportangebots, die Adressen von Autovermietungen, Beherbergungsbetrieben und Restaurants und Informationen zur Anreise in Form von Flugplänen, die allerdings nicht auf dem neuesten Stand sind.
Unter dem Link Mach mit findet man ein Gästebuch sowie weitere Buttons ohne Funktion. Die Multimediaseite bietet neben einer Bildgalerie die Möglichkeit palmerische Folklore herunter zu laden. Außerdem findet der Nutzer dort den Link zu einer Webcam, der jedoch nicht mehr aktuell ist.

2.4 Konkurrenz- und Trendanalyse

2.4.1 Konkurrenzanalyse


Da sich die Konkurrenzsituation im breit gefächerten Tourismusmarkt sehr vielschichtig darstellt, soll zunächst anhand zweier Quellen eine engere Auswahl der Konkurrenzdestinationen zur Insel La Palma getroffen werden. Dazu soll zum einen die Gästebefragung der kanarischen Regierung herangezogen werden, in der Reisende auf allen Kanarischen Inseln nach dem Ort ihres letzten Urlaubs gefragt wurden. Zum anderen soll die Gästebefragung des Autors als Quelle dienen, in der Reisende auf La Palma nach möglichen Alternativdestinationen zum aktuellen Urlaub auf La Palma gefragt wurden.

La Palma Diplomarbeit Tabelle 2.4.1

Tabelle 2.4.1: Destinationen der vorangegangen Urlaubsreise sowie mögliche Alternativziele zum aktuellen Urlaub auf La Palma

Quelle: a) GOBIERNO DE CANARIAS 2004, S. 98 b) Eigene Erhebung


Die vorliegende Tabelle zeigt die Antworten der Reisenden beider Befragungen in klassifizierter Form. Deutlich ist eine Präferenz für die Kanarischen Inseln bzw. stärker noch für Reiseziele im Mittelmeerraum zu erkennen, was die Vermutung nahe legt, dass es sich bei diesen Reisegebieten um die Hauptkonkurrenten der Destination La Palma handelt. Werden die Alternativzielgebiete der Reisenden auf La Palma im Einzelnen betrachtet, so fällt trotz der geringen Fallzahl weiterhin auf, dass hier im Bereich der Kanarischen Inseln eine starke Präferenz für die Insel La Gomera gegeben ist (n = 5) und im Mittelmeerraum eine Präferenz für Reiseziele in der Türkei (n = 4) und in Griechenland (n = 5) vorherrscht. Daher sollen nachfolgend die aus grundlegenden Aspekten des touristischen Angebots resultierenden Stärken und Schwächen beider Konkurrenzdestinationen herausgearbeitet werden.

La Gomera

La Palma Diplomarbeit Tabelle 2.4.1

Tabelle 2.4.2: Stärken und Schwächen der Destination La Gomera

Quelle: Eigene Auswertung nach HEINISCH 2004, S. 35 ff.


Die Insel La Gomera verfügt über ein touristisches Angebot, welches dem von La Palma sehr ähnlich ist. Aus diesem Grunde dürften auch die Stärken La Gomeras denen der Insel La Palma sehr ähnlich sein.
Als Schwächen wurden in HEINISCH (2004, S. 35 ff.) vor allem die schlechten Bademöglichkeiten, die Mängel in der verkehrlichen Infrastruktur und die schlechte Erreichbarkeit von den Quellmärkten her herausgestellt.

Türkei / Griechenland

La Palma Diplomarbeit Tabelle 2.4.3

Tabelle 2.4.3: Stärken und Schwächen von Zielgebieten in der Türkei und in Griechenland

Quelle: Eigene Auswertung nach FREMDENVERKEHRSAMT TÜRKEI 2004; GREEK NATIONAL TOURISM ORGANISATION 2004


Das touristische Angebot der Destinationen in der Türkei und in Griechenland wurde über Informationen der jeweiligen Fremdenverkehrsämter ermittelt. Hieraus ließen sich die in Tabelle 2.4.3 dargestellten grundlegenden Stärken und Schwächen der Zielgebiete ableiten. Danach verfügen Destinationen in beiden Ländern über ein umfangreiches Kulturgut, werben mit Familienfreundlichkeit und guten Bademöglichkeiten und halten ein umfangreiches touristisches Angebot alle Altersgruppen vor. Dazu kommen relativ günstige Reisepreise, die aus der Nähe zu den Quellmärkten des europäischen Kontinents und dem geringen Preisniveau vor allem im Bereich des Beherbergungsangebots resultieren. Weiterer Vorteil der Destinationen beider Länder ist ihr hoher Bekanntheitsgrad und die gute und schnelle Erreichbarkeit von den Quellmärkten her.
Als Schwächen der Destinationen beider Länder können die klimatischen Bedingungen angeführt werden, die durch sehr heiße Sommer und vergleichsweise kühle Wintermonate gekennzeichnet sind.
Aus eigener Reiseerfahrung lassen sich zwei weitere Schwächen anführen: Erstens die starke Frequentierung bekannter Destinationen in beiden Ländern und zweitens die schlechte Umweltsituation besonders in Griechenland.

2.4.2 Aktuelle Trends im Tourismusmarkt

Für eine abschließende Beurteilung des Tourismuspotentials einer Region ist die Betrachtung der externen Rahmenbedingungen des Tourismus auf der Ebene der Makroumwelt unerlässlich.
Dazu zählt einerseits das gesellschaftliche Umfeld, welches treibende oder dämpfende Einflüsse auf die Entwicklung des Tourismus ausüben kann, andererseits die Haupttrends der touristischen Nachfrage.
Nur so ist es möglich, bei der Entwicklung neuer Tourismusangebote zukünftigen Kundenanforderungen Rechnung zu tragen und Chancen und Risiken für die Destination rechtzeitig zu erkennen und zu nutzen bzw. gegebenenfalls abzuwenden (vgl. ZIMMER/GRASSMANN 1996, S. 14 f.; LOHMANN/ADERHOLD 2000, S. 1 ff.).

An dieser Stelle ist anzumerken, dass sich die angeführten gesellschaftlichen Einflüsse und allgemeinen Trends, der Literaturgrundlage folgend, auf den deutschen Markt beziehen. Sie sind daher nicht vollständig auf andere geographische Märkte übertragbar.
Dennoch zeigt die Auswertung genereller europäischer Reisetrends in ZIMMER/GRASSMANN (1996, S. 14 f.) eine große Übereinstimmung mit den deutschen Trends.

Haupteinflüsse im gesellschaftlichen Umfeld bilden nach LOHMANN/ADERHOLD 2000, S. 9 ff.):

La Palma Diplomarbeit Tabelle 2.4.4

Tabelle 2.4.4: Haupteinflüsse auf das Reiseverhalten im gesellschaftlichen Umfeld
Quelle: LOHMANN/ADERHOLD 2000, S. 9 ff.



Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das gesellschaftliche Umfeld in den nächsten Jahren eher einen dämpfenden Effekt auf die Tourismusentwicklung ausüben wird. Hierbei spielen vor allem wirtschaftliche Gründe eine Rolle insofern, als die Bevölkerung in Zukunft bei gleichzeitig steigender Arbeitslosigkeit und latenten Zukunftsängsten eher über weniger disponibles Einkommen verfügen wird. Auch die Arbeitszeitentwicklung wird sich in Zukunft eher ungünstig auf die Reiseintensität und -häufigkeit auswirken, da sowohl die jährliche als auch die Lebensarbeitszeit zu ungunsten der Freizeit steigen wird. Zudem wird die globale politische Situation von entscheidender Bedeutung sein, da sich latente Terrorängste und instabile politische Verhältnisse in einigen Zielgebieten ebenfalls negativ auf das Reiseverhalten auswirken werden. Vor allem wird dies vermutlich zu einer Verschiebung in der Reisezielwahl führen: Weg von weit entfernten, unsicheren Zielen und hin zu sicheren Zielen und zum Urlaub im eigenen Land.
Die Haupttrends der touristischen Nachfrage sind nach LOHMANN/ADERHOLD 2000, S. 111 ff.):

La Palma Diplomarbeit Tabelle 2.4.5 La Palma Diplomarbeit Tabelle 2.4.5 La Palma Diplomarbeit Tabelle 2.4.5

Tabelle 2.4.5: Haupttrends der touristischen Nachfrage
Quelle: LOHMANN/ADERHOLD 2000, S. 111 ff.



Für Anbieter im Tourismus resultiert aus diesen Haupttrends vor allem eine Standardisierung mit immer ähnlicher werdenden Produkten. Globalisierung und steigender Konkurrenzdruck fordern ein präzises Kapazitätsmanagement, einen wirkungsvollen Vertrieb von Leistungen mit klaren Konturen und dynamische Kundenorientierung mit einer ständigen Optimierung der Produktpalette. Allerdings birgt dies die Gefahr einer zunehmenden Austauschbarkeit der Reiseziele.
Im Bereich der Nachfrager ergibt sich zusammenfassend eine Differenzierung bei Zielgruppen, Reiseverhaltensmustern, Motiven, Buchungswegen, Reisezielen etc.. Alte Angebote verschwinden dabei nicht vom Markt, sondern werden durch neue ergänzt, was zu sinkenden Marktanteilen in jedem Segment führt. Bei vielen Faktoren, zum Beispiel den Reisepreisen, ist zudem eine zunehmende Polarisierung absehbar, d.h. eine scherenhafte Entwicklung weg vom mittleren Segment hin zu zwei gegenläufigen Extremen (vgl. LOHMANN/ADERHOLD 2000, S. 123 ff.).

2.5 Bewertung des Tourismuspotentials

Die genaue Kenntnis über das touristische Angebotsspektrum, welches die Insel La Palma bietet, ermöglicht es, sowohl die Stärken als auch die Schwächen La Palmas als touristische Destination darzustellen.

Zu diesem Zweck wird die Analyse jedes betrachteten Faktors herangezogen und daraus resultierende Stärken und Schwächen abgeleitet.

Zusätzlich fließen hier die Meinung der auf der Insel tätigen Tourismusexperten und die Sicht der Gäste ein. Dazu wird die Gästezufriedenheit im Rahmen der Gästebefragung des Autors ausgewertet.

Um die Wichtigkeit der Stärken einschätzen zu können, ist es sinnvoll, die einzelnen Stärken und Schwächen einer Gewichtung zu unterziehen.
Dies geschieht am effektivsten mithilfe eines runden Tisches mit Vertretern der örtlichen Entscheidungsträger in der Tourismusplanung sowie Vertretern des Tourismusgewerbes unter Hinzuziehung interessierter Bürger und eventuell eines unabhängigen Beraters (vgl. ZIMMER/GRASSMANN 1996, S. 16).
Da diese Möglichkeit im Rahmen dieser Arbeit nicht besteht, orientiert sich die hier vorgenommene Bewertung an der Anzahl der Nennungen von positiven und negativen Aspekten in der eigenen Gästebefragung, an der Anzahl der Nennungen von Stärken und Schwächen bei Expertengesprächen auf der Insel und an der Abschätzung des Autors. Die Bewertung wird auf einer Skala von 0 bis 10 vorgenommen, wobei 0 für eine unwichtige und 10 für eine entscheidende Stärke bzw. Schwäche steht.

Stärken und Schwächen

Die Stärken der Insel als touristische Destination


Diagramm 2.5.1 enthält eine Zusammenstellung der Stärken der Insel La Palma als touristische Destination.

La Palma Diplomarbeit Diagramm 2.5.1

Diagramm 2.5.1: Stärken der Insel La Palma gewichtet von 0 (unwichtig) bis 10 (sehr wichtig)
Quelle: Eigene Auswertung



Die wichtigste Stärke der Insel La Palma liegt im Bereich der Wandermöglichkeiten. Dies ging aus der Analyse des Angebots, aber auch aus der Gästebefragung und der Meinung von Experten auf der Insel hervor. Daher werden die Wandermöglichkeiten mit 10 gewichtet. Das Vorhandensein des Biosphärenreservats bildet nach Expertenmeinung zukünftig eine wesentliche Stärke der Insel. Aktuell gaben im Rahmen der Gästebefragung des Autors rund 50% der Gäste an, von der Existenz des Biosphärenreservats, welches das gesamte Inselgebiet umfasst, zu wissen. Da das Biosphärenreservat auch im Hinblick auf eine nachhaltige Tourismusentwicklung auf La Palma eine Rolle spielt, soll es hier als Stärke mit 10 gewichtet werden.
Eine weitere wichtige Stärke bilden die natürlichen Angebotsfaktoren der Insel. Dies lässt sich zum einen am Umfang und an der Einzigartigkeit des vorgefundenen Angebots festmachen. Zum anderen wurden die Bedeutung der natürlichen Angebotsfaktoren und die damit verbundenen Naturerlebnismöglichkeiten sowohl von Gästen als auch von Tourismusexperten auf der Insel in den Vordergrund gestellt. Daher sollen auch diese eine Gewichtung von 10 erhalten.
Ebenfalls ist das umfangreiche kulturelle Angebot als Stärke zu verzeichnen. Dies wurde nicht nur in der Angebotsanalyse deutlich, sondern auch Tourismusexperten stellten dies in den Vordergrund. Seitens der Gäste wurde dies jedoch nicht als positiver Faktor bemerkt. Dennoch kann das Angebot hier als wesentliche Stärke mit der Gewichtung 10 aufgeführt werden.
Die Authentizität von Insel und Gesellschaft manifestierte sich vor allem aus der Sicht der Gäste, da sie die Abwesenheit von Massentourismus deutlich positiv bewerteten. Auch Tourismusexperten auf der Insel sahen in der Ursprünglichkeit der Insel eine wesentliche Stärke der Insel, sodass dieser Faktor mit 10 bewertet wird.
Die Umweltsituation auf der Insel rief eine geteilte Meinung der Gäste hervor. Während der größte Teil der befragten Gäste sich diesbezüglich negativ äußerte, wurde die Umweltsituation auf der anderen Seite von einer Vielzahl an Gästen als positiv wahrgenommen. Die Analyse des Angebots in Bezug auf die Ver- und Entsorgungssituation zeigte zwar einige Schwächen auf, machte aber deutlich, dass die Weichen für eine zukünftige positive Entwicklung in diesem Bereich gestellt sind, sodass die Umweltsituation insgesamt als Stärke mit einer Gewichtung von 8 aufgenommen wird.
Eine Stärke La Palmas, die vor allem in der Analyse der einzelnen Fremdenverkehrgebiete offenkundig wurde, ist das Vorhandensein verschiedener, durch unterschiedliche Reize im Bereich des touristischen Angebots geprägter Tourismusregionen auf der Insel. Dies führt dazu, dass die Insel in der Lage ist, sehr unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Die Stärke wird mit 8 bewertet.
Die Analyse der Nachfrage wie auch die Sicht befragter Experten stellten das große Stammkundenpotentials heraus, das als Stärke ebenfalls mit 8 bewertet wird. Mit einer Wertung von 7 geht die verkehrliche Infrastruktur als Stärke in die Betrachtung ein, da die Angebotsanalyse eine gute Erschließung der Insel mit öffentlichem Straßennetz und ÖPNV zeigte und sich auch die Gäste in diesem Bereich sehr zufrieden äußerten. Die Gastfreundlichkeit wurde von den Gästen auf der Insel fast ausschließlich positiv bewertet, daher wird sie als Stärke mit einer Wertung von 7 aufgenommen.
Die Analyse der klimatischen Bedingungen auf La Palma beschrieb ein ganzjährig angenehmes Klima, bei dem sich jedoch auch regionale Abweichungen vor allem auf der Ostseite der Insel zeigten. Aus diesem Grund werden die klimatischen Verhältnisse hier mit der Gewichtung 7 aufgeführt.
Das Unterkunftsangebot auf der Insel zeigte sich im Rahmen der Analyse sehr vielfältig. Vom turismo rural bis zum 4-Sterne+ Hotel werden auf La Palma alle Kategorien abgedeckt. Lediglich die Abwesenheit von 5-Sterne Betrieben fiel negativ auf, sodass das Beherbergungsangebot mit einer Gewichtung von 6 aufgenommen wird.
Die Sicherheit auf der Insel wurde von einigen Gästen als besonders positiv bemerkt. Dazu kommt, dass La Palma im Rahmen der aktuellen Problematik der Terrorangst als relativ sicheres Zielgebiet anzusehen ist. Aufgrund dieser Tatsache wird die Sicherheit als Stärke mit einer Gewichtung von 5 aufgenommen.
Die Analyse des gastronomischen Angebots machte ein sehr umfangreiches Angebot auf der Insel deutlich, welches auch von den Gästen bemerkt wurde. Daher wird die Quantität als Stärke mit 5 bewertet.

Die Schwächen der Insel als touristische Destination

Diagramm 2.5.2 gibt einen Überblick über die Schwächen der Insel La Palma als touristische Destination.

La Palma Diplomarbeit Diagramm 2.5.2

Diagramm 2.5.2: Schwächen der Insel La Palma gewichtet von 0 (unwichtig) bis 10 (sehr wichtig)
Quelle: Eigene Auswertung



Die Analyse der Wandermöglichkeiten auf der Insel hat gezeigt, dass im Bereich der Wanderinfrastruktur im Laufe der letzten Jahre einige Verbesserungen vorgenommen wurden. Auf der anderen Seite zeigten sich Mängel im Bereich der Vereinheitlichung zwischen Routenverläufen und Informationsmedien. Auch Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten bei längeren Wandertouren sind ungenügend vorhanden. Dazu kommen diverse negative Anmerkungen zur Wanderinfrastruktur seitens der Gäste.
Unter dem Gesichtspunkt, dass sich die Wandermöglichkeiten als die entscheidende Stärke der Insel darstellen, sollte auch genügend großes Augenmerk auf die Vorhaltung einer entsprechenden Infrastruktur gelegt werden. Aus diesem Grunde wird die Wanderinfrastruktur als Schwäche mit der Gewichtung 10 aufgenommen.
Im Bereich des Marketings der Insel nach außen wurden vor allem von Tourismusexperten auf La Palma Mängel festgestellt. Auch die Betrachtung des Marketingbereichs in dieser Analyse legte einige Schwächen vor allem im Bereich des Online-Marketings offen. Daher wird das Marketing als Schwäche mit einer Gewichtung von 10 bewertet.
Gleiches gilt für die touristische Planung auf La Palma vor allem im Hinblick auf einheitliches Handeln und ein touristisches Zukunftskonzept. Aus diesem Grunde wird auch die Tourismusplanung mit 10 gewichtet.
Die externe Erreichbarkeit der Insel birgt einige Probleme, wie die Angebotsanalyse gezeigt hat. Hier wurden die geringen Flugkapazitäten genannt, die sich außerdem in hohen Flugpreisen niederschlagen. Zudem wird La Palma von Deutschland aus nicht am Wochenende angeflogen. Aus diesen Gründen wird die Erreichbarkeit als Schwäche mit 9 gewichtet.
Die Bademöglichkeiten zeigten sich sowohl in der Angebotsanalyse als auch aus Experten und Gästesicht als eine Schwäche der Insel, sodass diese hier mit 8 bewertet werden. Ein weiteres Ergebnis der Angebotsanalyse ist das mangelhafte Angebot für junge Erwachsene. Dies bestätigte sich auch in der Expertenmeinung und in dem relevanten Zufriedenheitsaspekt des Nachtlebens im Rahmen der Gästebefragung. Dieser Faktor wird daher als Schwäche mit 8 bewertet.
Die touristische Beschilderung wurde von Gästen vor allem im Hinblick auf Informationstafeln an interessanten Stellen negativ bewertet. Hier wurde angeführt, dass Schilder fehlten oder Mängel aufwiesen und so das Einholen von Informationen über Naturzusammenhänge nicht möglich war. Aufgrund dieser Tatsachen wird der Aspekt als Schwäche mit 7 bewertet. Das Sportangebot der Insel stellte sich im Rahmen der Angebotsanalyse als nicht sehr umfangreich dar, was auch von den Gästen bemängelt wurde. Es wird daher an dieser Stelle als Schwäche mit der Gewichtung 7 aufgeführt.
Auch das Angebot für Familien mit Kindern stellte sich Rahmen der Angebotsanalyse als mangelhaft dar. Dies vor allem im Hinblick auf Freizeitparks und Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder. Auch die Expertensicht stellte die mangelnde Familien- und Kinderfreundlichkeit der Insel heraus, sodass dieser Angebotsaspekt hier als Schwäche mit 7 bewertet wird.
Die mangelnden Sprachkenntnisse auf der Insel wurden von einigen Gästen als negativ empfunden. Daher werden sie hier mit der Gewichtung von 6 aufgenommen. Die Analyse der touristischen Nachfrage auf La Palma zeigte eine, wenn auch gering ausgeprägte, Saisonalität der Nachfrage auf der Insel. Diese wurde auch von Tourismusexperten bemängelt, sodass sie hier mit einer Wertung von 6 eingeht. In der Angebotsanalyse, insbesondere im Rahmen der Charakterisierung der einzelnen Fremdenverkehrsgebiete, wurden auch einige Mängel in der örtlichen Infrastruktur deutlich. Hierbei vor allem das allgemeine Ortsbild und Zustand und Streckenverlauf der paseos marítimos. Diese Mängel werden als Schwäche mit 5 gewichtet.
Während die Angebotsanalyse eine angemessene Quantität gastronomischer Betriebe zeigte, bestehen in Bezug auf qualitative Aspekte noch auffallende Mängel, sodass diese mit einer Gewichtung von 5 aufgenommen werden.

Chancen und Risiken hinsichtlich der Trendsituation

Die Kenntnis der Chancen und Risiken ist für eine touristische Destination von großer Bedeutung. Nur mit ihrer Hilfe ist es möglich, die sich bietenden Chancen im Rahmen des Destinationsmarketing sowie der Strategie- und Angebotsplanung zu nutzen.
Auf der anderen Seite kann das Wissen um die Risiken der zukünftigen Entwicklung für die Destination dazu beitragen, auf vorhandene Risikofaktoren im Zielgebiet besonders zu reagieren und sie zu minimieren.
Die Gegenüberstellung von Stärken und Schwächen La Palmas mit der aktuellen Trend- und Konkurrenzsituation führt zu folgendem Chancen-Risiken-Profil für die Insel als touristische Destination:

La Palma Diplomarbeit Tabelle 2.5.1

Tabelle 2.5.1: Profil der Marktchancen und Marktrisiken der Insel La Palma
Quelle: Eigene Ausarbeitung



Geht man von der Beibehaltung der derzeitigen Angebotsstruktur aus, könnte sich vor allem die mit dem demographischen Wandel zusammenhängende Verschiebung der touristischen Nachfrage positiv für La Palma auswirken.
Da gezeigt werden konnte, dass das Angebot auf La Palma weniger auf Familien mit Kindern und mehr auf ältere Reisende abgestimmt ist, könnte die Insel von der Tatsache profitieren, dass sich in Zukunft die Zahl der Reisen von Familien mit Kindern rückläufig entwickeln wird, während die Zahl der älteren Reisenden immer mehr ansteigt.
Zudem wird auch die Zahl der Erwachsenen, die in Kleingruppen verreisen, in Zukunft steigen. Auch für diese Klientel bietet La Palma ein entsprechendes Angebot, wobei angemerkt werden muss, dass jüngere Erwachsene vom Angebot auf La Palma derzeit nur sehr schlecht bedient werden. Auf diese Klientel sind Destinationen in der Türkei und in Griechenland wesentlich besser eingestellt, sodass in diesem Bereich mit einem Verlust an Marktanteilen zu rechnen ist.
Aufgrund der natürlichen Angebotsfaktoren, gepaart mit guter Umweltqualität, bietet die Insel beste Voraussetzungen im Bereich des Gesundheitsurlaubs. Könnte in angemessener Zeit ein entsprechendes infrastrukturelles Angebot geschaffen werden, wäre es denkbar, vom Trend der zunehmenden Nachfrage nach Gesundheitsurlaub zu profitieren.
In diesem Zusammenhang könnten sich auch das steigende Umweltbewusstsein der Reisenden und der Wunsch nach intakter Umwelt in den Zielgebieten positiv auf die Nachfrage auf La Palma auswirken - zu Ungunsten von Destinationen in der Türkei und in Griechenland. Dies geschieht allerdings nur, wenn davon ausgegangen wird, dass das Umweltbewusstsein ein steuerndes Element bei der Reisezielwahl ist. In diesem Zusammenhang bleibt jedoch darauf hinzuweisen, dass Wunschvorstellungen und tatsächliches Handeln der Reisenden mitunter weit auseinander liegen.
Eine große Chance für La Palma bieten die sich erweiternden Nachfragemärkte. Hierbei sei vor allem auf die EU-Osterweiterung hingewiesen. In diesen Märkten könnte, entsprechende Marketingaktivitäten vorausgesetzt, neue Nachfrage generiert werden. Allerdings werden auch türkische und griechische Destinationen in diesen Märkten um Gäste werben, wobei beiden Destinationen der größere Umfang ihres touristischen Angebots und die größere Nähe Vorteile bringen werden.
Die Kontrastsuche zum städtischen Alltag wird bei vielen Reisenden im Zuge zunehmender Verstädterung in Europa zu einem Reisegrund, der immer größeren Stellenwert einnimmt. Dies könnte La Palma aufgrund der vorhandenen Stärken im Bereich des natürlichen Angebots und der gebotenen Ruhe und Authentizität auch gegenüber türkischen und griechischen Destinationen die Chance bieten, neue Nachfrage zu erzeugen, sofern diese Stärken im Marketing eine angemessene Berücksichtigung finden.
Die Trends, die mehr Flug- und Fernreisen sowie sinkende Flugpreise prognostizieren, müssen unter den gegebenen wirtschaftlichen und weltpolitischen Bedingungen mit Vorsicht betrachtet werden. Möglicherweise wird sich dieser Trend in Zukunft nicht bestätigen. Sollte er sich dennoch bestätigen, könnte La Palma davon allerdings aufgrund höherer Nachfrage profitieren.

Als Risiko für La Palma ist in erster Linie die wachsende Konkurrenz innerhalb der touristischen Märkte anzusehen. Diese geht einher mit einer zunehmenden Professionalisierung der Konkurrenz, mit der La Palma momentan nicht mithalten kann. Sollte keine Professionalisierung vor allem im Marketingbereich der Insel stattfinden, könnte dies eine sinkende Nachfrage nach der Destination La Palma zur Folge haben. Eng mit der Konkurrenzsituation verknüpft sind auch die zunehmende Standardisierung von Reiseleistungen sowie der steigende Einfluss des Internets für Information und Buchung zu sehen. Da der Kunde pauschalisierte Leistungen sowie auch professionell gestaltete Internetportale mit bequemer Buchungsmöglichkeit erwartet, welche von Destinationen in der Türkei und in Griechenland auch längst angeboten werden, könnte ein Rückgang der Besucherzahlen die Folge sein.
Ein weiteres Risiko für die Insel stellt die zunehmende Preissensibilität und die steigende Nachfrage nach all-inclusive Urlaub dar. Sollte es die Insel nicht schaffen, sich mittels eines qualitativ hochwertigen touristischen Angebots mit ihren Kernkompetenzen zu profilieren und damit eine Qualitätsstrategie zu verfolgen, bei der für den Kunden die angebotene Qualität vor preislichen Überlegungen steht, könnte La Palma in der zunehmenden Zahl massentouristisch geprägter Zielgebiete Gäste verlieren.
Zudem stellt die aus gestiegener Reiseerfahrung resultierende hohe Erwartungshaltung in Zusammenhang mit gesteigerten Qualitätsansprüchen eine Gefahr für die touristische Entwicklung La Palmas dar. Sollten keine Angebots- und Qualitätssteigerung auf der Insel erfolgen, könnte auch hier eine Abwanderung der Gäste zur Konkurrenz die Folge sein. Allgemein könnten sich - analog zu den Ausführungen in der Darstellung der Marktchancen für La Palma - die angesprochenen Trends zu mehr Flugreisen und sinkenden Flugpreisen in Zukunft auch umkehren, woraus sinkende Gästezahlen zugunsten näher an den Quellmärkten liegenden Destinationen resultieren würden. Die Analyse der Nachfrage hat jedoch gezeigt, dass sinkende Buchungszahlen von ausländischen Gästen bislang noch durch steigenden spanischen Inlandstourismus kompensiert werden können.
Ein weiteres Risiko für die Marktchancen La Palmas liegt in ihrem geringen Bekanntheitsgrad. Hier sind türkische und griechische Destinationen und auch die Insel La Gomera im Vorteil. Sollte La Palma es nicht schaffen, ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen, wird es schwer sein, in größerem Umfang und zu Lasten der Konkurrenz neue Kunden zu gewinnen.

Strategische Erfolgsposition der Insel La Palma

Die Gegenüberstellung von Stärken und Schwächen der Destination La Palma mit den Chancen und Risiken am Markt ermöglicht es, die strategische Erfolgsposition (SEP) der Insel zu bestimmen. Dabei handelt es sich um diejenigen Faktoren, bei denen die Insel über herausragende und schwer zu imitierende Vorteile gegenüber der Konkurrenz verfügt und die zukünftig im Marketing speziell herausgestellt werden sollten.
Hierbei können zunächst die guten Wandermöglichkeiten angeführt werden, die eine starke Profilierung der Insel im Marktsegment des Wandertourismus zulassen.
Die zweite SEP ist - auch vor dem Hintergrund des steigenden Umweltbewusstseins und der zunehmenden Kontrastsuche zum städtischen Alltag - der Umfang des natürlichen Angebots in Zusammenhang mit der guten Umweltsituation auf der Insel. Auch der Status der Insel als Biosphärenreservat kommt hier zum Tragen. Allerdings müsste auf diesem Gebiet eine stärke Informationspolitik betrieben werden, damit dies zum einem Faktor wird, der über die Reisezielwahl entscheidet.


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