La Palma Aktuell
Täglich frische Nachrichten von einer kleinen grünen Insel im Atlantik



Ferienhäuser | News | Kalenderblätter | Interne Suchmaschine | Email an uns

Bildreportagen | La Palma-Bildschirmschoner | La Palma-Bildergalerie | La Palma-Flora

Webcam-Standbild | Webcam-Livestream | La Palma-Astrophysik | Home

Nachrichtenarchiv September 2010


Donnerstag 30.09.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 26,5 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 26,9 - Temp. Min 10,6 - Feuchte 46 - 86 % Niederschlag 0 mm

Der Winter ist nah
Temperaturen nun nachts unter 20 Grad

Ich habe schon ganz nervös im Schrank nach den Unaussprechlichen gesucht, damit die ja auch gleich bereit liegen, falls der schlimmste Fall eintritt. - Wer nicht weiß, was die "Unaussprechlichen" sind, der ist ein Neuleser oder hat kein sonderlich gutes Gedächtnis. - Also diese Herrenmode bezeichnet man auch als Schiesser Tausendsassa lang und grau, wahlweise mit oder ohne Eingriff, was aber nicht wirklich ausschlaggebend ist, denn fast niemand nutzt diese würgende Umleitung, wenn man vor der berühmten Schüssel steht. - Und was der "schlimmste Fall" ist, das erkläre ich Ihnen auch gerne, der tritt ein, wenn tagsüber die Temperaturen nicht mindestens 20 Grad erreichen. - Das ist dann der Moment, an dem sämtliche Resteitelkeit an meinen verfrorenen Beinen abgleitet, und ich mich in den wohligen Schutz dieser vortrefflichen Beinkleider begebe. - Noch ist es nicht so weit, aber eben seit ein paar Tagen liegt die nächtliche Temperatur eben bereits beständig unter 20 Grad, nachdem wir ja im Sommer solche schrecklichen Temperaturen nachts überhaupt nicht erfahren. - Wer dann auch noch auf die Grade in Puntagorda blickt, also auf dem Berg in Puntagorda, der wird feststellen, dass die bereits paniktreibende Temperaturen nachts verzeichnen. - Ich weiß, wenn ich das Mitteleuropäern erzähle, dann kommt dieser interessante Blick nach dem Motto, was weiß denn der schon von Kälte, aber wir leben hier halt in einem Temperaturfenster zwischen 20 und 30 Grad, und alles darüber ist heiß, und alles darunter ist saumäßig kalt. - Unter 20 Grad ist Winter ist schrecklich, darüber kommt gut, und dann kommt heiß. - Und da mir Hitze allemal lieber ist als Kälte, trauere ich dem nun scheidenden Sommer schon ein bisschen hinterher. - Aber da müssen wir durch, jedes Jahr aus Neue, und dann fragt man sich auch gleich wieder, wie denn dieser Winter so wird. - Da gibt es eigentlich nur 3 Möglichkeiten, entweder kalt und trocken, oder warm und feucht oder warm und trocken. - Richtig kalt, also nur 17 Grad tagsüber, das haben wir bei Nordostpassat. - Dann können noch Tiefs aus dem Westen kommen, dann regnet es, wird aber wärmer, und wenn der Wind aus dem Süden kommt, dann wird es wärmer ohne zu regnen. - Meteorologen deuten auf einen warmen und trockenen Winter hin, aber so etwas ist eigentlich nicht wirklich vorauszusagen, aber es gibt halt Leute in der Zunft, die aus dem Kaffeesatz lesen können oder heimlich zuhause Laubfrösche verstecken…. - Im Oktober gibt es dann noch einen entscheidenden Termin, "Luna de Octubre, siete lunas cubre" sagt man hier, und das bedeutet so viel, dass man mit dem ersten Oktoberneumond weiß, wie das Wetter nun sieben weitere Mondperioden wird. - Regnet es also an dem Tag, dann wird der Winter nass, scheint die Sonne und es ist warm, dann heißt das natürlich etwas anderes. - So ganz kann ich das immer noch nicht glauben, aber es reichen ja Treffer über der 50% Marke, um solche Bauernregeln zur Handelsmarke zu erklären. - Wobei man schon klar sagen kann hier auf La Palma ob Sommer ist oder Winter, das verrät uns nämlich sofort der Horizont. - Den sieht man nämlich im Sommer gar nicht, weil so viel warme Luft über uns ist, und im Winter, da kommt dann die gerade Linie wieder, hinter der dann so spektakulär die Sonne im Meer verschwindet. - Seien Sie jetzt bitte nicht neunmalklug, ich weiß auch, dass die Sonne nicht verschwindet, sondern die Erde sich dreht, aber man sagt das halt so, das ist wie bei den Bauernregeln. - Absolut zutreffend ist übrigens diese: Wechselhaft, und für die Jahreszeit zu früh. - Auch ist sicher, dass ein Ausbleiben der Bäuerinnenregel den Bauern meist ziemlich erschreckt. - Oder den Briefträger...





Donnerstag 30.09.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1017 hPa

San Miguel muss es richten,
denn wir sind zu blöd

Eigentlich dachte ich ja, die Säkularisierung sei auch hier in der Politik angekommen, aber wir müssen uns jedes Jahr aufs Neue wieder davon überzeugen, dass Heilige bei uns immer noch ein ziemliches Arbeitspensum haben und wohl in die öffentliche Arbeit eingebunden werden. - Theoretisch kann man ja nichts dagegen haben, warum auch, Weihwasser ätzt nachweislich doch nicht, und wenn Schutzpatrone und Heilige mithelfen, die Insel wieder ins Fahrwasser der Vernunft zu rudern, dann volle Kraft voraus. - Allerdings helfen solch nett verpackte Bilder nicht, die Heiligen haben zu dünne Arme um zu rudern und es lässt sich schlichtweg nicht alles delegieren, was uns alleine nicht gut von der Hand geht. - So wirkt es hilflos bis skurril, das jährlich stattfindende Heiligenangebete in Tazacorte, wenn es gilt, als Inselhäuptling den Namenspatron der Insel zu ehren. - Auch wenn es bereits Tradition sein mag, dass man den San Miguel um Hilfe bittet, besser wird es dadurch nicht, und auch nicht einfacher zu ertragen. - "Herr schick Vernunft", so deutlich ist der Hilfeschrei dann doch noch nicht, aber dennoch eindeutig, Guadalupe Taño, unsere Inselpräsidentin fordert den Heiligen Michael auf, Talent und Vorstellungsgabe auf diese Insel zu senden, damit wir hier Wohlstand und Auskommen haben. - Sieht man das weltlich, dann sagt die gute Frau damit ja, dass es kein Talent und keine Vorstellungsgabe hier auf der Insel gibt, oder meint damit sich selbst als Bittstellerin. - Aber man muss das anders sehen, hoffentlich, Zweisprache mit unseren diversen Heiligen und Jungfrauen ist hier Tagesordnung, und selbst die Sozialisten gehen in die Kirche, zumindest ein paar Monate vor den Wahlen. - Dennoch bittet selbst der fromme Katholik doch eigentlich die himmlische Obrigkeit doch um Dinge die er selbst nicht hat, Gesundheit, Lebensmut, Lottogewinn, oder was auch immer da in die Nacht- und Taggebete eingebaut wird. - So muss also auch der fleißige Beter anerkennen, dass diese Bitten einen Mangel ausgleichen sollen. - Merkel betet sicherlich nicht um mehr grüne Kostüme und der süße Rössler erhofft sich bestimmt auch nicht mehr Lobbyisten in seiner Umgebung. - Allerdings weiß ich nicht, was die Beiden sich wünschen, und ob die nicht lieber weltliche Instanzen für ihren Wunschkatalog ansprechen. - Aber lenken wir nicht ab, denn hier schämt sich niemand, seine Mankos diesen kleinen Alltagshelfern zu offenbaren, die meist praktisch in jeder Gemeinde in vielfältiger Ausführung zur Anbetung herumstehen.

Das kommt sogar gut an, zumindest meinen die Kollegen der Coalición Canaria das, seit dem unser nostalgisch verklärter Ex-Presi Perestelo diese wunderbare Kirchenshow mit politischem Weitblick verknüpft hat, und dort in Tazacorte jedes mal zum Michaelstag eine wahre Meisterleistung als Entertainer abgelassen hat. - Das ist große Kunst, seine eigene Unfähigkeit in gute Obhut eines Heiligen zu übergeben, das macht mit den richtigen Denk- und Atempausen aus Hilflosigkeit, Märtyrertum und ist zugleich eine Beichte, und wir wissen ja, dass man geschickt argumentiert, einer Beichte auch die Absolution abverlangen kann. - Wer seine eigene Unfähigkeit in die wohligen Hände eines Heiligen gibt, der handelt weise und vernünftig und ist damit auch gleichzeitig jeglicher eigenen Verantwortung entbunden. - Guadalupe Taño tritt da sicher in die Fußstapfen ihres Vorgängers und bittet den Heiligen Miguel, er solle den Bananenanbau auf La Palma schützen, denn schließlich leben so viele Familien davon und man selbst könne ja nichts machen. - Auch den Tourismus soll San Miguel wieder ankurbeln, die Einwohner von Mazo und Fuencaliente segnen, gerade so, als brenne es da immer noch, und auch für die Frauen soll der Michi sich besonders einsetzen, denn die haben es ja so schwer. - Der arme Heilige Michael, da gab man ihm ein Schwert und eine Lanze, und nun soll er mangelnde Phantasie, Mut und Arbeitswillen bei Politikern ersetzen, und das nur, weil irgendjemand auf die lustige Idee gekommen ist, dieser Insel seinen Namen zu geben. - Man ist aber auch immer zur falschen Zeit am falschen Ort wird der sich denken, wo er doch am liebsten mit Drachen und gegen Ungerechtigkeit kämpft, und manchmal fürchte ich klammheimlich, der kommt irgendwann in voller Kampfuniform ins Cabildo Insular und läuft dort Amok, weil er von der Last der vielen Verantwortung für uns längst ein Burn-out-Syndrom hat. - Nicht nur Waschmaschinen bekommen so etwas von Überanspruchung, auch Heilige soll man nicht mit Aufgaben erschlagen, sonst müssen wir uns irgendwann eine neue Religion suchen, mit vielen frischen Heiligen und Patroninnen, die noch Aufgaben suchen, weil wir unsere eigenen alle bereits in die Flucht geschlagen haben. - Herr schick Vernunft, denn wir können nicht anders, und ohne Satire ist das kaum noch zu ertragen.



Mittwoch 29.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 27,6 Grad - niedrigste Temperatur 18,4 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 27,6 - Temp. Min 10,2 - Feuchte 44 - 91 % Niederschlag 0 mm

Stell dir vor es ist Streik, und keiner geht hin
Gewerkschaften verspielen viele Sympathien mit einem sinnlosen Generalstreik

Schade, dass man das notwendige Streikrecht und auch die Arbeitnehmervertretungen derart mit den Füßen tritt. - Man tritt sich aber selber, und wäre man noch irgendwie realistisch oder in der Lage selbstkritisch zu sein, dann würden uns die Gewerkschaftler nicht solch einen Blödsinn erzählen der da lautet: Die Streikbeteiligung hier auf La Palma hätte 40% erreicht. - Kein Geschäft ist geschlossen, die Busse fahren, der Flughafen arbeitet, die Rathäuser, die Verwaltung, die Schulen, hätte man nicht aus der seit Wochen angeheizten Presse erfahren, dass heute Generalstreik ist, dann hätte wohl niemand Notiz davon genommen. - Hier auf La Palma ist der ausgerufene Generalstreik ein komplettes Fiasko, wie es scheint haben lediglich einige gewerkschaftlich Organisierte sich am Streik beteilig und auf der zentralen Kundgebung in Santa Cruz zählte man knappe 500 Manifestanten. - Auf den anderen Inseln war die Streikbeteiligung wahrscheinlich höher, aber erreichte auch dort niemals die von den Gewerkschaften ausgelobte Zahl von einer Beteiligung von 68%. - Gut, ich bin nicht auf Tenerife oder Gran Canaria, man kann aber sehr einfach die verfassten Kommentare der Bewohner über die Streiksituation lesen, und auch dort auf den großen Inseln, kann man auf keinen Fall von einem Generalstreik sprechen, sondern von punktuellen Streiks in Betrieben oder Organisationen, welche von Streikposten der Gewerkschaften belagert werden. - Das gibt reichlich böses Blut, denn diese Streikposten nötigen arbeitswillige Angestellte ihren Arbeitsplatz nicht zu betreten. - So geschehen in den Häfen von Santa Cruz und Las Palmas und in manchen anderen öffentlichen Betrieben. - Das kommt gar nicht gut an bei der Bevölkerung, zumal die an der Arbeit gehinderten kein Geld für diesen ausgefallenen Tag erhalten und sich wohlmöglich auch noch vor dem Arbeitgeber rechtfertigen müssen. - So kann man das nicht machen, denn es besteht nicht nur das Recht auf Streik, sondern auch das Recht derjenigen, die nicht an dem Streik teilnehmen wollen ihre Arbeit auszuüben. - Dieser Streik, besonders der Zeitpunkt dieser Auseinandersetzung, den versteht hier niemand so richtig, wendet man sich doch gegen Gesetze und Erlasse, welche bereits vor der Sommerpause in Madrid verabschiedet worden sind. Auf La Palma haben Streikposten keine derartigen "Erfolge" erzielen können, die Decke harter Gewerkschaftler ist hier einfach viel zu dünn. - Einen Vorfall meldet man, so soll sich ein Gewerkschaftler heute Morgen vor einen Bus gelegt haben, um diesen an der Abfahrt zu hindern. - Der Mann wurde von der Policía Nacional abgeführt und man berichtet weiter, dass es sich dabei um einen Behinderten gehandelt habe, der von einem anderen Gewerkschaftler dazu aufgefordert worden war, sich vor den Bus zu legen. - Ich kann das nicht verifizieren, allerdings bestätigen viele Passanten diesen Vorfall, der wohl auch noch ein Nachspiel haben wird.

Weitere Vorfälle harmloserer Natur melden Geschäftsleute aus Santa Cruz und Los Llanos, an vielen Türen oder Fensterscheiben haben Unbekannte über Nacht Schilder angeklebt mit der Aufschrift, heute geschlossen wegen Streik. - Die mussten nun abgerubbelt werden, eigentlich keine große Sache, dennoch ärgerlich, und manchen berichten auch von mit Silikon oder Klebern unbrauchbar gemachten Türschlössern an Geschäften und Banken, und da hört dann der Spaß schon wieder auf, und die Sachbeschädigung beginnt. Keine feine Art und so etwas macht die Leute halt wirklich sauer und beschädigt den Ruf der Gewerkschaften und das Streikrecht auch prinzipiell. - Niemand kann hier nachvollziehen, dass man Monate nach dem beschlossenen Sparpaket einen Generalstreik ausruft, wo man sich doch sicher sein kann, dass sich überhaupt nichts mehr an diesem Gesetz ändern wird. - Und darüber hinaus hatten die allermeisten der Bevölkerung sogar Verständnis dafür, dass Löhne und Gehälter der Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst bis zu 5% gesenkt werden, um die rasende spanische Staatverschuldung nicht in griechische Verhältnisse abgleiten zu lassen. - Die jetzt auch angegriffene Arbeitsmarktreform war, als der Generalstreik von den Gewerkschaften beschlossen wurde, überhaupt noch nicht das Thema, wird jetzt aber dankbar als Argument eingebracht. - Es gibt sicher Momente, in denen es notwendig ist zu streiken, davon bin ich fest überzeugt, und die Gewerkschaften haben nach der schnellen Industrialisierung hervorragende Arbeit geleistet, die Rechte der Arbeitnehmer zu stärken und überhaupt erst zu humanen Arbeitsplätzen zu verhelfen. - Was aber jetzt mit diesen Mitteln und Organisationen geschieht, das ist nicht nur kontraproduktiv, sondern beschädigt nachhaltig das Streikrecht und auch die Arbeitnehmervertretungen. - Es ist ein bisschen so, wie die weinerliche Schar deutscher Bundespräsidenten, die immer gejammert haben, Kritik an ihnen würde das Amt beschädigen. - Dabei waren sie es selbst, welche das Amt beschädigt haben, da sie der Aufgabe nicht gerecht geworden sind. - Nicht anders sieht es mit diesem Streik aus, die Gewerkschaft macht sich zum willfährigen Diener der Opposition in Spanien, gleichwohl wissend, dass unter einer Regierung der Partido Popular in diesem Land die Sparpläne und auch die Arbeitsmarktreform deutlich drastischer und unsozialer ausgefallen wären. - Und dass es notwendig war, eine Arbeitsmarkreform in Spanien durchzuführen, daran zweifeln ja nicht mal die Gewerkschaften selbst.



Mittwoch 29.09.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1016 hPa

La Palma via Tenerife Süd
Neue Flugverbindung schafft sanfte Hoffnung im Tourismus

Großer Bahnhof für ein Flugzeug? - Irgendwas ist da schräg an dem Vergleich, aber es ist früher Morgen, und da sind wir nicht wählerisch. - Es ist vollbracht, gestern Abend noch wurde bekannt, dass nun endlich die bereits angekündigte Flugverbindung zwischen den Südflughafen Tenerifes, (Reina Sofía TFS) und La Palma zustande kommt. - Diese Strecke wurde früher zwar schon mal bedient, dann aber wieder aus dem Programm der Fluggesellschaft Binter Canarias gestrichen, weil wohl die Auslastung nicht verlockend war. - Das geschäftliche Zentrum Tenerifes liegt ja nicht im Süden der Insel, sondern im Norden, so fliegen fast alle Reisenden auf den älteren Flughafen Tenerife Nord (Los Rodeos TFN), und auch die nationalen Verbindungen auf das spanische Festland starten meist von diesem Flughafen aus. - Die Chartermaschinen allerdings, welche die so heiß umworbenen Gäste auf die Inseln bringen, die landen im Süden Tenerifes und wer eben von dort weiterkommen wollte nach La Palma, der musste entweder die nächtliche Fähre von Los Cristianos aus nehmen, oder teuer und zeitaufwendig den fast 100 Kilometer weiten Weg vom Südflughafen in den Norden auf sich nehmen. - So fällt eine Verbindung nach La Palma über Tenerife eher unter Reisen mit Hindernissen, und so fordert man seit vielen Jahren aus dem touristischen Sektor La Palmas Flugverbindungen von Tenerife Süd auf unsere kleine Insel. - So, das ist nun geschafft, und nicht die Binter Canarias wird diese Strecke bedienen, sondern die kleinere Regionalfluggesellschaft "Islas Airways". - Die hat übrigens witziger Weise die Kennung "IF", was reiferen Lesern noch als ziemlich bekannt vorkommen sollte, denn früher, als alles anders war und nur manches besser, da gehörte diese Kennung noch der DDR Linie Interflug. - So sieht Geschichte auch aus. - Zurück auf den Weg zwischen La Palma und Tenrife. Hier erhofft man sich gute Dinge von dieser Verbindung, und in der Tat erhöhen sich so für den interessierten Gast die Möglichkeiten auf unsere Insel zu gelangen. - Man kann also nun über das deutlich breiteres Angebot verfügen welches über Tenerife Süd auf die Kanaren geht, und dann weiter mit der Islas Airways nach La Palma, ohne den Flughafen zu wechseln oder nachts auf dem Schiff seekrank zu werden.

Das ist der gute Teil der Nachricht und in der Tat, sollten wir froh sein, dass diese Verbindung endlich machbar ist. - Der große Bahnhof allerdings, und die breiten Presseerklärungen über das Zustandekommen dieser Verbindung lässt leichten Sarkasmus einfach nicht ersticken. - Es wird einen Flug in der Woche geben, bei einer Sitzplatzzahl von 72 Gästen in der ATR72 können so maximal im Monat 288 Gäste mehr auf unsere Insel kommen. - Das sieht dann gleich wieder sehr mager aus und ist nicht annähernd ausreichend, um die verloren gegangenen Verbindungen mit Air Berlin und Condor auszugleichen. - Dazu muss man ja auch noch bedenken, diese Maschine wird nicht nur von touristischen Besuchern der Insel genutzt werden, sondern auch von der dort ansässigen Bevölkerung, was dann die Kapazität der freien Plätze für La Palma Besucher erneut reduziert. - Kein großer Wurf also, sondern ein kleiner Versuch, da eine neue Schiene aufzubauen. - Sonntag ist der Tag des Herren und der Tag des Fluges von Tenerife Süd nach La Palma. - Die Uhrzeiten sind pragmatisch gewählt, ab TFS geht es um 16:30 nach La Palma, so dass man um 17:00 Uhr bereits auf La Palma ist. - Der Rückflug von La Palma nach TFS geht hier um 10:00 Uhr los, so dass in beiden Richtungen die Anschlüsse mit und von den allermeisten an- und abfliegenden Chartern erreicht werden können. - Die TUI ist da mit im Spiel, und wird aus diversen europäischen Städten Flüge nach La Palma anbieten, eben dann über diese Verbindung. - Es kann aber jeder mit der Islas von dort nach La Palma fliegen, dazu muss man keinen TUI Flug gebucht haben. - Dann muss man allerdings das Gepäck selbst aus- und einchecken, was aber kein großes Hindernis sein sollte. - Ab dem 17. Oktober geht es los, und die Flüge sind auch bereits schon in der Webseite der Gesellschaft Islas Airways buchbar. - Nun kann man nur hoffen, dass sich diese neue Verbindung gut anlässt und damit den Carrier bewegt, noch mehr Tage in der Woche diese Strecke anzubieten.




Sorry Islas, für das abgeschnittene Cockpit. - Aber ich habe eigentlich die dahinter startende Maschine der Binter Canarias fotografiert, weil da meine Tochter drin saß. - Ich kann aber allen versichern, dass die Islas Airways nicht mit abgeschnittenen Maschinen fliegt, nur der Siebold die so knipst...




Dienstag 28.09.2010 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 23,7 Grad - niedrigste Temperatur 19,6 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 27,2 - Temp. Min 13,1 - Feuchte 47 - 88 % Niederschlag 0 mm

Querbeet
Kurzgebackenes

Müll ist kein leckeres Thema, aber es ist eines.- Die Region um die Breñas wartet seit vielen Monaten auf die Eröffnung ihres "Punto Limpios". - Was ist denn aber so ein "sauberer (Treff)punkt" eigentlich? - Das ist so etwas wie ein Wertstoffhof, wo alle Bewohner der Insel ihren Sperrmüll kostenlos abgeben können. - Das klappt gut, unserer hier der hat sogar am Sonntag offen und wenn man den dort arbeitenden Jungs nicht blöd kommt, dann wird man wirklich fast alles los. - Allerdings keinen gewerblichen Müll, der muss kostenpflichtig entsorgt werden. - Diese "Puntos Limpios" gehören zum "integralen Müllkonzept" der Insel, welches eigentlich mit dem großen Müllverwertungskomplex in Mazo gekrönt werden soll, dieses Teil wird aber einfach nicht fertig, so dass mit "integral" noch nicht viel ist. - Dennoch haben diese "Puntos Limpios" bereits viel für La Palma getan, seit dem man kostenlos und ohne Probleme seinen Sperrmüll wegbringen kann, landet deutlich weniger dieser Endprodukte unseres komoden Lebens in irgendwelchen Wäldern oder Schluchten. - Der Wertstoffhof bei den Breñas hat nun bereits für einige Polemik gesorgt, der ist eigentlich fertig, aber irgendwie noch nicht in Betrieb, warum, das weiß eigentlich keiner. - Nun kommt es gar noch zum Streit, oder sollen wir sagen zum Disput zwischen der Inselregierung und der Gemeinde in Breña Baja, weil man sich nicht einig ist, wer denn für den dort bereits abgelagerten Müll verantwortlich ist. - Viele Leute begreifen einfach nicht, dass dieser Wertstoffhof noch nicht arbeitet, fahren ihren Sperrmüll dort hin, und aus Frust und Enttäuschung über das geschlossene Tor, laden die dann ihren Müll einfach trotzdem ab. - Allerdings draußen vor der Einrichtung, und damit fällt dieser Sperrmüll nun wieder in die Verantwortung der Gemeinde, und nicht mehr in die der Inselregierung. - Das steht nämlich so im "integralen Müllpapier", unsachgemäß abgelagerter Müll im Gemeindegebiet ist demnach Sache der Gemeinde und nicht der Inselregierung. - Das sieht der Bürgermeister von Breña Baja aber anders, und fordert nun das Inselkonsortium für Müll auf, den Dreck vor dem Punto Limpio wegzuräumen, denn schließlich sei der dort entsorgt worden, wegen des dort vorhandenen Wertstoffhofes. - Seitens der Inselregierung aber kontert man, das sei Aufgabe der Gemeinde, die sollen den Dreck wegräumen, denn auch wenn es nur einen Meter außerhalb des Punto Limpios abgeladen ist, dann ist die Inselregierung nicht mehr dafür zuständig. - Das erinnert ein bisschen an dieses Hin und Hergeschiebe von Zuständigkeiten in Höchstform der bürokratischen Weihen, und wir wollen da bei solch einem Blödsinn nicht nachstehen. - Dabei wäre das doch ganz einfach zu lösen, macht doch den Wertstoffhof ganz schnell auf, dann kommen ein paar Arbeiter der Gemeinde und räumen den Dreck ein paar Meter weiter in den Punto Limpio, und allen Knallchargen der bürokratischen Garde ist genüge getan.

Es werde Licht, aber nicht zu viel. - Seit jeher kämpft das astrophysikalische Institut hier auf der Insel gegen die Lichtverschmutzung. - Es gibt dafür hier auf La Palma sogar ein "Himmelsgesetz", welches dafür gedacht war, den Sternenguckern einen möglichst lichtfreien "Arbeitsplatz Himmel" zu bewahren. - Das war sogar auch zwingende Bedingung dafür, dass das "IAC" (Instituto Astrofísico de Canarias) hier bei uns seine Observatorien aufstellt, aber mit der Befolgung dieser Regeln nehmen wir es nicht immer so genau. - Dann meckert das "IAC" immer mal wieder, aber echte Maßreglung ist noch nicht geschehen, obwohl es immer wieder zu deutlichen Überschreitungen der geforderten Grenzen kommt. - Das "IAC" kommt auch nicht mit der Peitsche, wenn überhaupt, dann mit dem gehobenen Zeigefinger, und nun bringen die einen neuen Versuch, und appellieren an die Sparvernunft der Verbraucher. - Nun hat man die Geschäftsleute im Visier, aber auch die Gemeinden, welche nach Meinung der Astronomen einen Haufen Geld sparen könnten, wenn die spät nachts ihre Geschäftsbeleuchtung, die Schaufenster oder eben auch das Licht vor öffentlichen Gebäuden abschalten würden. - In der Tat, nachts um eins geht keiner mehr über die Straßen zum Schaufensterbummel und in einer Presseerklärung rechnet man uns nun vor, wie viel Geld so ein Laden sparen könnte, wenn er sich einen billigen Timer für vielleicht 15 Euro zulegt, und damit das Licht im Laden nachts ausgeht. - In der Tat könnte man da viel einsparen, das würde auch dem Plan entgegenkommen, wie man denn überhaupt den Energieverbrauch auf der Insel senken könnte, und zwar in Hinsicht auf das Vorhaben, diese Insel mal zu 100% mit alternativen Energien zu versorgen. - Dabei fällt mir aber immer wieder "Juan Ramóns Lampenladen" ein, und gemeint damit ist das polemische Industriegebiet von Los Llanos, wo für teures Geld hunderte von Straßenlaternen angeschafft wurden, die kein Mensch dort brauchen wird. - Da geht niemand spazieren, und nächtlich dort arbeitende Betriebe haben wir auch nicht. - Zum Glück haben die dort eh nicht genügend Strom, um die Lampen alle zu befeuern, also bleiben diese Dinger zunächst als technisches Mahnmal für Megalomanie stehen. - Vielleicht gehen die dann gleich mal über in ein Industriedenkmal, ohne jemals gebrannt zu haben. - An Lichtverschmutzung hat jedenfalls dabei niemand gedacht. - Wie beeinträchtigend das ist mit der Lichtverschmutzung, das können Sie auch HIER in unserer Seite nachlesen, bei den Erklärungen und Sternenkalendern, welche uns Torsten Güths zur Verfügung gestellt hat.





Dienstag 28.09.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1015 hPa

Alle Räder stehen still, wenn ein kleiner Käfer es will
Pimelia canariensis

Wir gehen heute Morgen wieder auf Reisen, aber nicht weit, sondern nur bis nach Tenerife, genauer gesagt zur Baustelle des neuen Hafens von Granadilla. - Das Stuttgart 21 der kanarischen Inseln könnte man auch sagen, denn heftig umstritten ist dieses riesige Bauvorhaben und Umweltschützer haben bereits Teilerfolge erreicht, in dem man den Bau zumindest temporär stoppen konnte, wegen der Präsenz des kleinen Neptungrases, welches im Artenschutzkatalog als gefährdet eingestuft war. - War muss man sagen, weil eben das Gobierno de Canarias in einer äußerst fragwürdigen Aktion diesen kanarischen Artenschutzkatalog neu geschrieben hat, und darin das kleine Neptungras plötzlich nicht mehr so schützenswert ist, wie noch in der alten Ausgabe dieses Papiers. - Trotz weit reichender Proteste, nahm man nun die Arbeiten wieder auf, obwohl es weiterhin ungeklärt ist, ob die Proteste und juristischen Maßnahmen gegen den neuen Artenschutzkatalog noch fruchten werden. - Aber der Druck der Bauträger ist dermaßen groß, dass die kanarische Regierung unbedingt diesen neuen Industriehafen bauen will, und die Parallelen zu Stuttgart sind plötzlich wieder eindeutig. - Man braucht das alles nicht, baut es aber dennoch, irgendwo muss also fatales Interesse stecken, die vorhandenen Gelder genau mit solchen Megalomanien zu verbraten.- Nun droht aber dem Bau des Hafens von Granadilla ein erneuter Baustopp, denn Mitglieder der Umweltorganisation "ATAN" (Asociación Tinerfeña de Amigos de la Naturaleza) haben nun auf die Präsenz eines Käfers dort hingewiesen, welcher selbst nach dem neuen Artenschutzkatalog des kanarischen Regierung vom Aussterben bedroht ist, nämlich Pimelia canariensis. - Ich habe nicht mal einen deutschen Namen für den Käfer gefunden, von dem man drei Exemplare auf der Baustellte gefunden hat, aber die Geschichte macht bereits die Runde und die Presse greift solche Themen auch gierig auf, unter den Tisch, oder besser unter den Hafen, kann man also das kleine Krabbeltier nicht mehr kehren.

Was nun allerdings daraus gemacht wird, das ist vollkommen offen. - Eigentlich müssten ja nun die Bauarbeiten sofort wieder eingestellt werden, und zumindest eine weitere Untersuchung des Falls Pimelia canariensis eingeleitet werden, es könnte doch auch sein, um offiziell festzustellen, ob das nun ein Habitat des Käferchens ist, oder die Krabbeltiere einem Umweltschützer zufällig aus der Manteltasche gefallen sind. - Nehmen wir mal nicht an, aber ich weiß, dass andere so etwas gerne vermuten, und das lässt sich doch klären.- Aber bislang kommt von offizieller Seite gar nichts, denen ist irgendwie ein Käfer im Hals stecken geblieben, oder sie basteln schon daran, den Artenschutzkatalog erneut zu novellieren, bis überhaupt kein Tierchen und Pflänzchen darin mehr auftaucht, was irgendwo einem Bauvorhaben im Wege stehen könnte. - Nun kann man durchaus geteilter Meinung sein, ob denn nun das Glück und Wohl eines Käfers über das Allgemeinwohl geht, aber dafür müsste Allgemeinwohl vorhanden sein, und nicht eben ein Spekulationsobjekt wie der Hafenbau von Granadilla. - Wir werden das aus der "Ferne" betrachten, wie denn der "Caso escarabacho" dort in Tenerife weiter geht und dann daraus lernen. - Auf jeden Fall sei den Stuttgartern auch anzuraten, schnell einen Käfer zu finden, vielleicht sogar ein Exemplar des äußerst seltenen Pimelia stuttgartensis. - Ob das hilft, ich wage es zu bezweifeln, Gesetze sind dazu da umgeschrieben zu werden, und wer nicht weiß wie das geht, der kann sich vertrauensvoll an das Gobierno de Canarias wenden.



Montag 27.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 23,5 Grad - niedrigste Temperatur 20,8 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 29,9 - Temp. Min 17,9 - Feuchte 27 - 76 % Niederschlag 0 mm

Emma ist ein zähes Luder
Multiples Organversagen nach Burn-out-Syndrom

Aber es gibt Hoffnung! - Hinzugezogene Spezialisten veröffentlichten heute, 11:47 Ortszeit, ein neues Bulletin, nachdem strikte Ruhe angeordnet wird, eine weitere Amtszeit von Emma aber nicht auszuschließen sei. - Meine Frau ist sofort nach dieser Nachricht nach Lourdes sur Aeg aufgebrochen, wo sie der heiligen Lavamatine ein Sträußchen Calgonitweihrauch darbieten will. - Der Rest der Familie ist nun unterwegs zu einem Schamanen bei Las Tricias, dort will man gemeinsam barfuß um eine alte und verrostete Waschmaschine tanzen, immer links herum, danach Gruppenkuscheln und gegenseitiges Einreiben mit Aloe - Vera macht aber nicht mit, die verträgt das Zeug nicht. - Ich bleibe hier vor Ort und bewache den Eingang zum Badezimmer strengstens, Störungen könnten ein sofortiges Trauma im Schleudergang herbeiführen, das so genannte Aegsche Schleudertrauma. - Die Wasserversorgung Emmas stimmt aber nun wieder, nachdem wir am Zulaufschlauch zwei Bypässe gelegt haben und jede Menge, Nieren-, Becken- und Trommelsteine entfernt haben. - Zum Glück sorgten kleine Siebe dafür, dass sich keine weiteren Metastasen im Inneren Emmas ausbreiten konnten, ganz schön pfiffig diese Aegschen Gene, oder wie der große Schamane bei Las Tricias auch meinte, Schluss jetzt mit dem Mist, die Stunde ist um, das macht 50 Euro und zwar bar auf die Kralle. - Bange Stunden haben wir mit Emma verbracht, nachdem der Spezialist ihre inneren Organe freigelegt hatte, wurde uns ganz seelenklöterig zumute. Wie diese, so von außen nach Kraft und Vollendung wirkende weiße Schönheit so verletzbar und bemitleidenswürdig nun da lag, bunte Kabel führen dürftig von Organ zu Organ und sorgen so beim laienhaften Betrachter für komplette Verwirrung. - Gut, dass da ein Spezialist am Werke war, wie treffsicher und höchst kompetent uns der den allgemeinen Aufbau einer solch komplexen Lebensform wie es eine Waschmaschine nun ist, andeuten konnte. - Staunend folgten wir fast ungläubig seinen flinken Fingern, die er zur Untersuchung tief in Emmas Leib rammte und immer wieder musste uns der Operateur versichern, dass Emma keinerlei Schmerz bei dieser Untersuchung spürt. - Das sagt der sicher nur, um die Angehörigen nicht zu verunsichern, denn ich habe genau gesehen, wie er Emma in ein künstliches Koma versetzt hatte, in dem er den Netzstecker gezogen hat. - Ich habe meiner Frau das nicht gesagt, sie soll nicht weiter beunruhigt werden, das fehlte gerade noch, dass nun nach Emma auch noch der zweite Aktivposten hier im Haushalt mit Burn-out zusammenbricht.

Nicht mal eine Stunde dauerte die Operation, allerdings kam der Haushaltsgerätechirurg zwischendurch immer mal wieder aus dem Operationssaal, mal um an seinem Kaffee zu nippen, dem wir heimlich EPO beigemischt hatten, man kann ja nie wissen, ob der durchhält, dann aber auch, um uns mit seinem Gesichtsausdruck mal aufmunternde, mal warnende Blicke zuzuwerfen. - Kennen Sie die Situation? - Die Familienangehörigen stehen vor dem Operationssaal, keiner spricht, auch die Ärzte nicht, und man versucht die kleinsten Regungen und Zuckungen in den Gesichtern der Ärzte und Kranken Schwestern zu deuten? - Schließlich war es so weit, der Spezialist kam mit einem für uns nicht identifizierbaren Innenorgan Emmas auf die Terrasse getreten und verkündete, nun haben wir den Übeltäter, Emmas Schließmuskel ist defekt, wir müssen sehen ob wir eine Prothese dafür erhalten. - Sie wissen ja wie schwierig das ist, besonders hier auf der Insel, passende Spender sind selten, und nur ähnliche Teile werden immer abgestoßen, das dürfen wir nicht riskieren. - Man kann solche Teile allerdings über den Waschmaschinenorganpool von AEG bestellen, dafür benötigte der Spezialist aber noch den 25-stelligen Genom Emmas, der praktischerweise unverschlüsselt gleich unter ihrem Kragen geschrieben steht. - Das sollte man auch mal für Menschen so einführen, Genom gleich hinter den Ohren, und Mindesthaltbarkeitsdatum im Bauchnabel. - Das würde die Lebensplanung deutlich vereinfachen und solch unsinnige Vorhaben wie Privatrenten für Kettenraucher gleich erledigen. - Aber ich schweife ab, und das hat unser Sorgenkind, die Emma, nicht verdient. - Über eine Woche soll es allerdings dauern, bis Emma ihren neuen Schließmuskel erhält, ohne den kann Sie das große Afterschauglas, welches zum be- und entladen dient, nicht halten, und das würde sofortiges Ausbluten der Schutzpatronin der sauberen Wäsche bedeuten. - Aber auch dafür hat der Waschmaschinenflüsterer eine Lösung parat, er kann Emma provisorisch wieder den Hintern schließen, und wir können dann sogar waschen, bloß dürfen wir dann auf keinen Fall mehr die Türe während des Waschvorganges öffnen. - Der Eingriff ist wohl nicht hundertprozentig legal, zumindest nach der Lex-AEG, deshalb dürfen wir hier den Namen des Spezialisten auch nicht veröffentlichen, aber was macht man nicht alles, wenn man unglücklichen Haushalten wieder neue Lebenshoffnung geben will. - Allerdings dürfen wir nun Emma auch nicht überbeanspruchen, nach so einem Burn-out darf man nur langsam wieder an die Tagesaufgaben gehen, und so kann es schon sein, dass meine Mädels nun nur zweimal am Tag ihre Klamotten wechseln können und nicht öfter. - Emma ist ein zähes Luder, die ist stark, die schafft das schon, nicht wie ihre kanadische Schwester Elli, die jetzt im Waschmaschinenhimmel Weichspüler aus goldenen Schüsseln trinkt. - Nein, Emma macht weiter, und ob sie das eigentlich will, danach hat sie irgendwie keiner gefragt. - Aber von Waschmaschinensuizid habe ich nun wirklich noch nichts gehört, wobei die Dunkelziffer da auch sehr hoch sein muss, denn welcher Spezialist macht sich denn heute noch die Mühe, solch ein kompliziertes Wesen wirklich zu untersuchen. - Verzeihen Sie mir, dass ich Sie mit unserer Waschmaschine von solch wichtigen Dingen wie Fernsehen oder Biertrinken abgehalten habe, aber das Thema gefällt Ihnen doch sicher noch eher, als wenn ich wieder über Lokalpolitik schwadroniere. - Gell!



Montag 27.09.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1015 hPa

29 S
Der Heilige Michael und die Gewerkschaften

Am Mittwoch geht was, oder es geht nichts. - Einen Generalstreik organisieren die Gewerkschaften spanienweit am 29. September und arbeiten dafür bereits seit Juli, damit dieser Streik auch auf jeden Fall ein Erfolg sein wird. - Das allerdings darf man bezweifeln, nicht mal ein Drittel der Bevölkerung bringt für diesen Streik Verständnis auf, dennoch wird es am Mittwoch zu Einschränkungen besonders im Transportwesen kommen. - Die sind halt meist gewerkschaftlich stark organisiert, und auch wenn nur wenige Teile dieser Logistik den Streik befolgen, sind die Auswirkungen doch meist groß. - Die Lehrer sind auch noch besonders angesprochen diesen Streik zu befolgen, gehören die doch auch der Gruppe an, welche nach dem Sparpaket der Zentralregierung in Madrid auf 5% ihres Gehaltes verzichten müssen. - Auch dürfte der Streik noch in der öffentlichen Verwaltung Anhänger finden, halt überall da, wo die Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst einen unangenehmen Nachgeschmack hinterlassen haben. - Weiter dürfte aber dieser Streik nicht greifen, so dass das Wort Generalstreik an sich schon ein grober Fehler der Gewerkschaften war, da hat man sich heftig verkalkuliert und steckt nun hektisch Werbemillionen in eine Kampagne für den Streik am kommenden Mittwoch. - Dabei streikt man eigentlich gegen die Arbeitsmarktreform und das Witzige dabei ist, dass diese Reform längst beschlossene Sache ist und der Streik dagegen auch. - Das verwirrt selbst den gewerkschaftsfreundlichen Bürger, seit Juli, also nach Verkündung der Sparmaßnahmen, spricht man vom Generalstreik, und nun will man diesen durchführen und nennt als Grund eine Arbeitsmarktreform, die kaum jemand versteht aber von allen politischen und gesellschaftlichen Gruppen gefordert wurde. - Zufrieden ist aber keiner mit dieser Arbeitsmarktreform, den Arbeitgebern geht diese nicht weit genug und die Gewerkschaften sprechen von einem Aushebeln der Rechte der Arbeitnehmer, ein Kompromisssüppchen also. - Irgendwo dazwischen liegt dann auch der Wert dieses Reförmchens, das nach allen Kennern drei bis vier Jahre zu spät kommt, und der Generalstreik ebenso. - So wird man sich am Mittwoch auf einen nur viertelherzigen Streik einstellen müssen, der von kaum jemanden befolgt wird, und die Gewerkschaften müssen dringend andere Methoden finden, ihre durchaus vorhandene Notwendigkeit unter Beweis zu stellen als durch Streiks, die kein Mensch versteht, weil die Messe bereits gelesen ist. - Nur in Tazacorte, da geht am Mittwoch gar nichts und ich könnte wetten, dass nun die Gewerkschaften behaupten werden, in der kleinen Küstengemeinde läge der Prozentsatz der Streikbefolgung bei 100%.

Allerdings liegt das dann nicht am Streik, sondern am Heiligen Michael, dem Erzengel, welcher auch Namensgeber und Schutzpatron dieser Insel und der Gemeinde Tazacorte ist. - San Miguel Arcángel heißt das hier und früher war das mal ein inselweiter Feiertag, allerdings beschränkt sich das inzwischen auf die Gemeinde Tazacorte, sehr zum Unmut vieler Traditionalisten und auch Historiker, welche eben die Rolle des Heiligen Michael hier auf der Insel nicht mehr ausreichend gewürdigt sehen. - Da keimt dann ein alter wie neuer Streit hoch, es gibt eine gewisse Heiligenkonkurrenz zwischen der "Virgen de las Nieves" und eben dem "San Miguel Arcángel" und dabei schlägt das Pendel eindeutig in Richtung der" Jungfrau vom Schnee" aus. - Dabei ist unbestritten der San Miguel der Patron mit den "älteren Rechten und Pflichten" , schließlich gab diese Figur der Insel auch den Namen, denn nur in der Kurzform heißt diese Insel La Palma, korrekt wäre es aber San Miguel de La Palma und es gibt nicht wenige, die sich gerne diese als nun veraltet geltende Namensreglung wieder herbeiwünschen. - Nicht nur, weil dann endlich diese dusseligen Verwechslungen mit Las Palmas und Palma aufhören würden, sondern genau betrachtet ist das "La Palma" im Namen unserer Insel nichts anderes als der Hinweis, dass diese Insel einen kolonialen Hintergrund hat und reiche Leute aus Palma gewisses Interesse an der Ausbeutung der Insel hatten. - Aber man wird das heute nicht mehr ändern, das ist auch nicht wirklich notwendig, der heilige Michael kann uns im Alleingang auch nicht vor uns selber beschützen, sondern bleibt eben jetzt marginal auf die Gemeinde Tazacorte beschränkt. - Dennoch wird dort groß gefeiert, in Tazacorte ist man sogar eigentlich froh, diesen Heiligen nun ganz für sich zu haben. - Ein erst vor kurzem eingeweihtes großes Standbild zeigt den San Miguel so auch mitten im Ort, wehrhaft bewaffnet mit Lanze und Schwert, wobei der Inselkünstler Luis Morera damit auch einen alten Streit gleich beigelegt hatte, ob denn nun der San Miguel ein Schwert trägt, oder eine Lanze. - Er trägt gleich beides mit sich, denn der Heilige Michael ist auch gleichzeitig noch der Schutzengel der Soldaten, es steht also für die wehrhafte Kirche, was leider über gleich mehrere Jahrtausende oft reichlich falsch verstanden wurde. - Seine vielfältigen Aufgaben aber sorgen auch dafür, dass jedes Jahr am 29. September Düsenjäger der spanischen Luftwaffe am Vormittag über Tazacorte ein paar Kunststücke vollführen. - Das soll eben eine nette Aufmerksamkeit der Luftwaffe sein, um den gemeinsamen Schutzpatron zu ehren und böse Zungen behaupten, an der Anzahl der auftretenden Flugzeuge kann man sehr gut die finanzielle Situation des Landes abschätzen. - Einmal waren es sogar vier F18, die da über Tazacorte ihre Runden zogen, ich schätze mal, dass es am Mittwoch lediglich zwei sein werden, oder vielleicht sogar nur eine. - Allerdings bin ich mir auch sicher, dass mehr Menschen an der Fiesta in Tazacorte teilnehmen werden, als am Generalstreik hier auf La Palma. - Wir sind so…





Sonntag 26.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 27,2 Grad - niedrigste Temperatur 21,7 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 33,4 - Temp. Min 18,2 - Feuchte 34 - 68 % Niederschlag 0 mm

Pérez gegen Pérez gegen Pérez
Die kanarischen Sozialisten zelebrieren ihre Demokratie

Vorsicht, Regionalpolitik, wen das nicht interessiert, der klickt einfach schnell wieder weg. - Es muss ein internationales Phänomen sein, Sozis labern immer alles tot, und verwenden ihre Energie zum großen Teil darauf, sich selbst zu zerfleischen, was die politischen Gegner immer wieder hoch erfreut. - Die "Anderen", die machen das auch, aber die machen das versteckt, in den Bodegas, da gewinnt dann, wer mehr saufen kann, oder in Hinterzimmern, da gewinnt dann, wer die reicheren Freunde hat, aber nie vor den Wählern. - Und da muss man halt einfach mal von der besseren Strategie sprechen, und wenn ich mir diesen sanften deutschen Abklatsch von ehemaligen Sozialisten angucke, die sich aus Angst vor historischen Missverständnissen Sozialdemokraten nennen, dann sind die kein Stück besser als wir. - Fangen wir aber von vorne an, hier auf den Kanaren. - Es geht um die Figur des Präsidentschaftskandidaten bei den kommenden Kommunalwahlen im Mai 2011. - Dieser Posten ist vakant, da man uns ja den eigentlichen Gewinner der letzten Wahlen, nämlich den charismatischen Juan Fernando López Aguilar wieder wegnimmt. - Das versteht hier keiner, denn Juan Fernando, oft "Juanfer" abgekürzt, der hat der CC und der PP mächtig eingeheizt, soll aber jetzt nach Europa wechseln. - Man munkelt zwei Dinge. - Einmal könnte das sein eigener Wunsch gewesen sein, im Europaparlament, da verdient der mehr Geld und hat sonst eigentlich nichts zu tun, muss sich auf jeden Fall nicht mehr täglich über persönliche Angriffe seiner politischen Gegner ärgern, und über profund missverstandenes Demokratieverständnis seiner Parteigenossen. - Eine andere Version sagt aus, Juanfer würde sich weigern, eine eventuelle Koalition mit der Coalición Canaria im Gobierno de Canarias einzugehen, die wohl plausibelste neue Regierungsbildung in der höchsten kanarischen Korporation. - Ich weiß es nicht, beide Erklärungen könnten zutreffen, Tatsache ist halt einfach nur, dass der wohl beste Kandidat für einen erneuten Versuch, die Regierungsbildung auf den Kanarischen Inseln endlich in vernünftige Hände zu geben, nicht mehr zur Verfügung steht. - Das hören jetzt sicher einige aus meiner Partei nichts so gerne, aber da nehme ich kein Blatt vor den Mund und ich weiß auch, dass die allermeisten der so genannten "Basis" genau so denken. - Schwamm darüber, Juanfer geht, und ein Pérez kommt. - Aber welcher, denn gleich 3 Pérez stehen da zur Verfügung, so dass wir zumindest eines sicher wissen, der nächste sozialistische Kandidat, wird ein Pérez sein. - Kanarischer kann man gar nicht mehr heißen, vielleicht noch Gómez, oder Rodríguez oder Hernández, dazu muss man nur mal die Telefonbücher durchblättern, dann bekommt man die kanarischen Müllers, Schulzes und Schusters schnell zu fassen.

Aber welcher Pérez wird es werden, Manuel Marcos Pérez Hernández, Chef der palmerischen Sozialisten, Santiago Pérez García, Sprecher der parlamentarischen Gruppe der Sozialisten, oder José Miguel Pérez García, Inselpräsident Gran Canarias. - Wobei wir wohl "unseren" palmerischen Pérez (intern Manolo genannt) bereits fast aussortieren sollten, denn der hat bereits in einer internen Wahl um den Vorsitz der gesamtkanarischen Sozialisten gegen José Miguel Pérez verloren und sich danach parteifreundlich untergeordnet, und sich nicht weiter als Präsidentschaftskandidat angeboten, weil er das für kontraproduktiv für die Partei hielt. - Hätte er aber ruhig machen sollen, denn nun kommt eben der Santiago Pérez aus Tenerife auf den Plan, sich auch als Kandidat aufstellen zu lassen, weil er sich a. für den besseren Kandidaten hält, und b. einfach es für demokratisch hält, nicht nur einen Kandidaten ins Rennen zu schicken. - José Miguel Pérez, der aus Gran Canaria, der ist nicht sonderlich "amused" darüber, hatte er sich doch klipp und klar vorgestellt, als Chef der Sozialisten der Kanaren auch gleichzeitig eindeutiger Präsidentschaftskandidat zu sein. - So kann man sich halt nur bei den Sozialisten irren, aber er nimmt die Herausforderung an, und es werden inzwischen Abstimmungen in der "Basis" abgehalten, so wie man das unter Demokraten halt macht. - Demnach liegt José Miguel vorne, aber noch nicht derart bequem, dass man dieses Thema bereits abhaken könnte, und von hier auf La Palma werden wohl die meisten Stimmen für Santiago kommen, zumindest was ich so gehört habe. - Uns wäre natürlich der Palmero "Manolo" am liebsten gewesen, dann hätten wir halt eher Kontakt zur eventuellen Präsidentschaft gehabt, aber ich traue mir ehrlich gesagt auch nicht zu, zwischen José Miguel, dem Mann aus Gran Canaria, und Santiago dem Tinerfeño zu entscheiden. - Muss ich auch nicht, die Abstimmung ist keine Pflicht, wer will, der kann daran teilnehmen, die Mehrzahl stimmte aber nicht ab und ist auch ein bisschen verwundert darüber, wie detailverliebt die Sozis ihre Form der Demokratie immer wieder pflegen. - Wer der bessere Mann ist, ich weiß es nicht, wir wissen es nicht, aber wir sollten uns bald mal für einen entscheiden, nicht, dass wir einen Wackelkandidaten ins Rennen schicken, so einfach sollten wir es den anderen Parteien dann auch nicht machen. - Wie auch immer, ein Pérez wird es werden und alle haben unseren Segen. und den wollen wir bald mal verteilen.



Sonntag 26.09.2010 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 78 % - Luftdruck 1012 hPa

Lokalpatriotismus aus wirtschaftlichen Gründen
Palmerische Arbeit für palmerische Firmen

Hätten wir uns nur besser geduckt, als dieser große, schwarze Vogel der Globalisierung über uns gezogen ist. - Aber nein, da müssen ein paar Fortschrittdummbeutel klatschend hochspringen und rufen, auch wir wollen Teil der internationalen Verarschungskette werden und verscherbeln unsere Ressourcen gerne, wenn wir dafür billige Bohrmaschinen aus China und billige Kartoffeln aus Israel bekommen. - OK, war ein bisschen scharf gezeichnet, das mit den Dummbeuteln, aber nicht mit den Kartoffeln oder Bohrmaschinen, denn ducken reicht nicht aus, auch La Palma muss sich eben internationaler Konkurrenz stellen. - Und da tun wir uns schwer, weil man uns ja in den Aufschwungsjahren in den Neunzigern eben alles versprochen hat, so wie weiland Dr. Helmut Kohl den Drübscheren, und wir halt in genau den Jahren das noch geglaubt haben, was Krawattenträger so erzählen. - So naiv sind wir nun allerdings nicht mehr, dennoch, der Kater ist heftig und müssen zusehen, wie landwirtschaftliche Produkte aus dem globalen Markt unsere ländliche Idylle zerstören, weil wir nicht zu den Preisen die Hacke schwingen können, fremde Investoren kommen und die schmalen Renditen aus dem Tourismus schlucken und wenn gebaut wird, dann kommen große Firmen von sonst wo, und schnappen unseren Buden die Aufträge weg. - Landwirtschaft und Tourismus, darüber habe ich mir schon die Fingerkuppen wund geschrieben, heute ist mal der Bausektor dran, denn auch der lahmt hier auf der Insel. - Natürlich nicht nur hier, über das Platzen der Bau/Immobilienblase in Spanien sind bereits ganze Bücher verfasst und Fernsehsendungen entstanden, aber eben auch auf La Palma, wir können uns halt aus dem Ganzen nicht mehr herauswursteln. - Jetzt fordern die Baufirmen hier auf der Insel, unter der Dachgesellschaft "Fepeco" (Federación Provincial de Entidades de la Construcción de Santa Cruz de Tenerife), dass Bauaufträge hier auf der Insel bevorzugt an lokal ansässige Firmen vergeben werden sollten. - Das steht natürlich im krassen Gegensatz zu der Ausschreibungspflicht von öffentlichen Bauten, die ja gerade eben den Wettbewerb fördern soll und alle Baubuden unter schöneren Götterfunken gleich machen sollen. - Bei diesen Ausschreibungen gewinnen dann halt immer die großen Firmen, oft von ganz weit her, weil die halt einfach das bessere Angebot gemacht haben, und die lokalen Firmen gehen leer aus, was natürlich nicht im Sinne der palmerischen Volkswirtschaft ist.

Wie man das nun regeln könnte, da ist viel Phantasie gefragt, aber der Politik scheinen hier ja wirklich die Hände gebunden zu sein. - Die großen Bauaufträge lassen sich keinesfalls unter der Hand vergeben, bereits mittelständische Unternehmen haben inzwischen Rechtsabteilungen, die peinlich darauf achten, dass auch ja alles gesetzestreu bei der Vergabe öffentlicher Aufträge geschieht, und eben darauf, dass man selbst nicht zu kurz kommt. - Eine "lex palmera" in diesem Fall ist da nicht zu erwarten, auch wenn mancher sicher munkeln mag, das machen die sowieso alles unter der Hand, wir haben es ja oft genug erlebt, dass das genau nicht so ist und palmerische Baufirmen nicht mal mehr als Substituten Aufträge finden, wenn die großen Aufträge erst mal an eine Firma, oder temporären Firmenzusammenschluss gegangen ist. - Vielleicht sollten die lokalen Firmen sich einfach auch zusammen tun wenn lukrative Großaufträge anstehen und eben versuchen ein besseres Angebot abzugeben, allerdings wird das meist nicht gelingen, da man für Großaufträge eben auch das notwendige Gerät vorweisen muss. - Dann gibt es aber noch die vielen kleinen Bauaufträge, welche die "öffentliche Hand" ja eigentlich tagtäglich vergibt, und da muss nicht jedes Mal ausgeschrieben werden und zumindest da könnten ja die lokalen Korporationen auch lokale Firmen bevorzugen. - Aber das machen die allermeisten Gemeinden und auch das Cabildo Insular sowieso schon, allerdings ist die Zahlungsmoral unserer Gemeinden nahe dem Gefrierpunkt, so dass manche Baufirmen Aufträge der Gemeinden schon gar nicht mehr annehmen. - Da ist auf der einen Seite die Übersättigung des Wohnimmobilienmarktes, und auf der anderen Seite die deutlich schmaler werdenden Kassen der Gemeinden und der Inselregierungen, das ist kein guter Nährboden für die, man muss ja fast sagen, noch verbleibenden Betriebe des Bausektors, und da ist es mehr als verständlich, dass man ungerne sieht, wenn gerade diese Arbeiten dann auch noch von Firmen ausgeführt werden, die nicht von der Insel sind. - Allerdings fürchte ich mal, dass man dafür keine einfache Lösung finden wird, die Globalisierung lässt sich nicht einfach wieder wegschicken, da müssen wir wohl durch.



Samstag 25.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 29,7 Grad - niedrigste Temperatur 22,4 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 33,4 - Temp. Min 19,2 - Feuchte 34 - 68 % Niederschlag 0 mm

Ein kritisches Wochenende steht bevor
Emma hat PMS, kommt in die Wechseljahre oder verlangt die letzte Salbung

Nein, meine Frau heiß Ingrid, und die erfreut sich bester Gesundheit. - Allerdings ist das Wohlergehen meiner Frau sehr eng, um nicht zu sagen extrem abhängig von Emmas Zustand, und dieser erscheint kritisch bis fragwürdig. - Emma verliert Innereien und röchelt mal mehr, mal weniger dazu, arbeitet dann ohne Einschränkung, und verweigert danach den Dienst plötzlich wieder. - Meine Empfehlung war zunächst, einfach ignorieren, denn wenn Waschmaschinen auf störrische Gewerkschaftler machen und einfach zu streiken beginnen, dann darf man das um Himmels Willen nicht ernst nehmen. - Wären da nicht die beiden gummiartigen Plättchen, welche Emma über das Flusensieb abgesondert hätte, streikende Gewerkschaftler verlieren meist keine Innereien, wenn sie auf die Straße gehen und Simulanten auch nicht. - Wir stehen also vor einem Rätsel, und Ihnen sollte inzwischen auch klar geworden sein, dass Emma unsere Waschmaschine ist und wir, ohne dieses treue Stück deutscher Wertarbeit ziemlich aufgeschmissen dastehen. - Es ist ja nicht nur dieser 4 Personen Haushalt mit ständiger frischer Wäsche zu versorgen, sondern auch noch die beiden Ferienhäuser, welche ganz untrendy eine sehr hohe Auslastung haben. - Und unsere Damen, also der Nachwuchs, der trägt abends nicht das was er morgens getragen hat, das macht man nicht in der Welt palmerischer Teenies. - Vor ein paar Jahren, da war Emma schon einmal krank, da kam dann ein begnadeter Techniker und stellte fest, dass wir ganz gegen der Meinung des Herstellers es geschafft hätten, in nur wenigen Jahren die Schleifkohlen schon bis zum Anschlag abzuknabbern und er uns Ersatz zurechtschnitt, weil die Originalkohlen für die AEG nicht so schnell zu besorgen waren. - Ich muss da bitte den Hersteller in Schutz nehmen, unsere Emma, die läuft quasi im Dauerbetrieb, und das schon über ganz viele Jahre, es grenzt eigentlich an ein Wunder, dass Emma überhaupt noch Töne von sich gibt. - Aber was für Töne, das macht uns Sorgen, ich darf gar nicht nahe heran, ich könnte sie verwirren, denn ich bin ja eigentlich ein Unbekannter für unsere Waschmaschine und in diesem Zustand sollten nur Freunde und nahe Bekannte sich unserem Sorgenkind nähern.

Viertelstündlich gibt es jetzt hausfrauliche Bulletins über den Zustand Emmas, sie läuft gerade wieder, das Ziepen ist jetzt leiser geworden, dafür das Rumpeln lauter, und jetzt steht sie wieder, ächzt aber ein bisschen… Mir wird dabei schwummerig, denn mit Emmas Glück und Wohlergehen geht die Laune meiner Frau einher, und wir haben Samstagabend und frühestens Montag können wir es wagen, den bereits auf Emma eingeschossenen Techniker anzurufen. - Kann natürlich auch sein, dass er diese Kolumne liest, und auch schon Kopfschmerzen bekommt und seinen gemütlichen Montag abgleiten, aber die Kettenreaktion bei uns im Haus, wenn Emma Mucken macht, die geht einfach über die freie Terminplanung von Haushaltsgerätetechnikern. - Jetzt steht Emma gerade wieder, die Trommel bewegt sich nicht weiter, und man könnte meinen, die Luft sei zum Schneiden. - Ich wage mich nicht mehr aus dem Büro heraus, aus Furcht, ich müsse dem Blick meiner Frau standhalten, denn alles was man jetzt sagen kann, das kann nur falsch sein. - Klein machen, abwarten, bis Emma wieder einen maschinellen Furz von sich gibt, dann ist meine Frau auch wieder kurz ansprechbar, und wir können noch mal den Notfallplan durchgehen, ein Wochenende ohne Emma, den Plan den wir seinerzeit ausgearbeitet hatten, als wir Emma zum ersten Mal bereits aufgegeben hatten. - Aber Emma ist stark, das ist eine Kämpferin, wer meine Socken wieder blank bekommt, der hat was Besseres verdient als solch ein schandvolles Abtreten und überhaupt, vielleicht sind die beiden Teile, die Emma ausgespuckt hat, ähnlich notwendig wie ein menschlicher Blinddarm und Emma befindet sich nur auf einem spirituellen Reinigungstrip. - Wir werden später noch gemeinsam Lieder vor dem Badezimmer singen, ein paar Kerzen aufstellen, und wenn ich könnte, dann würde ich ihr Biostrom geben, oder glutenfreies Wasser, aber Sie wissen ja, wie schlecht die Versorgungslage hier auf der Insel ist…. Wir müssen jetzt alle ganz stark sein, eben kommt meine Frau aus dem Badezimmer und nagelt das neueste Bulletin an die Küchentür: Emma hat sich wieder bewegt, steht jetzt kurz vor dem Spülprogramm. - Geräuschkulisse gurgelnd bis blubbernd, keine erhöhte Temperatur und ich schließe daraus, das wäre der perfekte Moment jetzt einen Kaffee zu trinken. - Allerdings tritt mich meine kleine Tochter, die allerdings die längste Frau in der Familie ist, gerade noch rechtzeitig in die Kniekehlen, und maßregelt mich mit einem verzweifelten Blick. - Emma ist krank, und ich denke ans Kaffeetrinken, das darf meine Frau nie erfahren, denn die Geschichte lehrt uns ja, selbst halbwegs vorzeigbare Männer sind meist einfacher zu bekommen als eine gute Waschmaschine. - Hoffentlich liest meine Frau diesen Text nicht, der begnadete Techniker aber wohl, denn Montag muss sich hier was ändern an der allgemeinen Stimmung.

Einen Nachtrag habe ich noch zu der Nachricht von heute morgen. - Die benötigten Daten für die stimmengeführte Vulkantour gibt es wohl bereits auf der Webseite von www.senderosdelapalma.com auch ohne MP3-Player herunter zu laden. Allerdings wohl nur auf Spanisch. - Ich hatte diesen Link heute Morgen, als die Welt noch in Ordnung war nicht gefunden. - Ich hoffe nun, dass man die deutsche Version auch bald bereit stellt und werde Sie in diesem Fall sofort benachrichtigen.




Sehen so die Blinddarmlappen eines AEG Öko-Lavamaten aus? Oder sind das Seelenchips, oder spuckt Emma ihr Chakra in Scheiben aus?




Samstag 25.09.2010 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1012 hPa

Vulkantour per MP3
Im Frühtau zu Berge wir geh´n, fallera, es grünen die Ipods und die Handys fallera….

Ich finde uns lustig. - Was wir alles aus der Überraschungstüte zaubern, das ist schon gewaltig. - Sie kennen ja wohl unsere Vulkantour, die vom Refugio El Pilar über die Vulkankette der Cumbre Vieja nach Fuencaliente zieht. - Man kann das natürlich auch anders herum machen, allerdings ist der Aufstieg gleich nach Fuencaliente dann sehr beschwerlich, so dass meistens diese Tour von Nord nach Süd gemacht wird. - Die Vulkantour ist neben einer Caldera-Wanderung und dem Besuch der Quellen von Marcos ý Corderos sicherlich eines der palmerischen Hochlichter und niemand sollte diese Touren hier missen. - Auch ist die Vulkantour nicht gefährlich, ein bisschen Kondition sollte man aber schon haben und jede Menge Aufnahmebereitschaft für grandiose Landschaften und eben dem nahen Kontakt zu den Urgewalten der Insel. - Am Refugio El Pilar gibt es dazu noch ein Besucherzentrum, welches den geneigten Wanderer vor Antritt seiner Tour aufklärt, wo er denn nun seine Füße hinsetzt und die Geschichte um die Vulkane erzählt. - So wissensgestärkt geht es nun los und weil wir nun das Gefühl hatten, das reicht noch nicht aus, kommt jetzt noch der absolute Gimmick hinzu, ein "sendero audio-guiado". - Übersetzt heißt das, ein Stimmen geführter Wanderweg.- Keine Angst, da sitzt nun nicht alle 100 Meter ein kleiner Mann im Busch und ruft Ihnen zu, Sie befinden sich jetzt 1 Kilometer nördlich des Hoyo Negro und sind gerade im Begriff in einen Haufen Hundemist zu treten. Wir haben zwar viele Arbeitslose hier auf der Insel, aber so weit sind wir dann doch nicht gegangen. - Die Stimmen kommen aus einem kleinen Knopf im Ohr und können über MP3 Player, iPods, iPhones oder eben auch kompatible Handys abgespielt werden. - Die dazu benötigte Software kann man sich von der Webseite www.senderosdelapalma.com herunterladen, oder man kauft sich für 20 Euro einen bereits bespielten MP3 Player am Refugio, in vier Sprachen übrigens, oder lädt die Daten im Refugio El Pilar über Bluetooth oder USB auf sein Abspielgerät. - Auf der Webseite habe ich die Download-Möglichkeit noch nicht entdeckt, vielleicht haben die das noch nicht untergebracht, oder ich sollte zum Optiker gehen. Wohl aber habe ich im "Shop" der Webseite den MP3-Player gefunden, und den kann man sich auch nach Hause schicken lassen.

Auf dem Wanderweg nun findet man 30 gekennzeichnete Stellen mit den benötigten Angaben, welchen Teil der Aufzeichnung man sich nun anzuhören hat, und geschulte Stimmen erklären einem dann die Welt in allen Himmelsrichtungen und worauf man denn bitte seine besondere Aufmerksamkeit richten sollte. - Man kennt so etwas ja schon, aus Museen oder irgendwelchen Sehenswürdigkeiten, wo dann die Besucher mit den Kopfhörern wie ferngesteuerte Zombies auch vor Bildern stehen bleiben, die einem eigentlich gar nicht gefallen, aber einen 25 Kilometer langen Wanderweg derart begleitet zu haben, das kennt wohl noch kein weiteres Beispiel. - Ich kenne zumindest kein Beispiel, aber ich komme ja auch nicht wirklich oft aus El Paso heraus…. Für alle Technikbegeisterten sicherlich ein schönes Zusatzangebot, man braucht sich dann nicht mal mehr vorzubereiten und eine Karte studieren, man bekommt die Informationen eben vor Ort in den Gehörgang geblasen. - Eine Convenience-Wanderung so zu sagen, nur laufen muss man noch selber, aber eben dreißigmal mehr oder weniger kurzweilig von bis zu zweiminütigen Erklärungen unterbrochen. - Pfiffig wäre gewesen, wenn auch noch die Abfahrtszeiten der Busse in Fuencaliente erhältlich wären, oder die Lottozahlen vom kommenden Samstag, und man hat uns versichert, daran intensiv zu arbeiten. - Ohne Scherz jetzt mal, dieses Angebot soll es zukünftig auch noch für andere Wanderwege auf der Insel geben, wenn das mit der Vulkantour erfolgreich verläuft. - Und jetzt kommt die gute Nachricht, man kann die Vulkantour und alle anderen Wanderwege der Insel auch ohne Knopf im Ohr und Fernsteuerung weiterhin genießen. Gute Karten oder gute Wanderführer wie der "Rother" werden weder eingezogen noch verbrannt, sie dürfen weiterhin benutzt werden, es kann allerdings sein, dass man dann mitleidig von anderen Wanderern mit Knopf im Ohr als "Gestriger" schräg angeguckt wird. - Aber mode- und technikresistente Zeitgenossen kennen diesen Blick ja ohnehin schon, und können bestens damit leben…




Am Hoyo Negro




Freitag 24.09.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 28,0 Grad - niedrigste Temperatur 22,8 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 29,9 - Temp. Min 19,1 - Feuchte 44 - 77 % Niederschlag 0 mm

Auf die Barrikaden Pennäler
Schüler in Mazo kämpfen für ihre Bildung

Ohne Polemik beginnt kein Schuljahr hier, obwohl man so ein bisschen den Eindruck gewinnen könnte, als sei man dieses Jahr besser vorbereitet als noch im vergangenen Jahr. - Zumindest im "IES El Paso", dem modernsten "Colegio" auf La Palma, da läuft es von Anfang an rund dieses Jahr, nachdem man im letzten Kurs noch ein wochenlanges Chaos überwinden musste. - Das geschah, weil irgendein Blitzdenker der Schulbehörde unbedingt wollte, dass die Stundenpläne und die Einteilung der Lehrkräfte von außen geplant werden. - Das ergab ein solches Chaos, dass nach 4 Wochen noch nicht alle Stunden gegeben werden konnten. - Davon ist man wieder abgerückt, die Lehrer und die Direktorin machen die Stundenpläne wieder selber, und siehe da, es klappt. - Nur mal das Positive voraus, dass es nicht wieder heißt, der meckert nur. - In Mazo allerdings ist man alles andere als zufrieden und da gehen die Schüler der zweiten Abiturklasse nun auch auf die Straße und bestreiken den Unterricht, um schnell Abhilfe für einen merkwürdigen Umstand zu schaffen, welcher auch wirklich ärgerlich ist. - Die Schule bot noch für den ersten Abiturkurs Biologie und technisches Zeichnen an, jetzt, wo aber diese Schüler in den zweiten und letzten Abiturkurs kommen, da gibt es diese Fächer plötzlich nicht mehr und so können sie in ihrem "Bachillerato" diese Fächer auch nicht belegen. - So fallen gleich mehrere Studienzweige komplett aus dem Angebotsfächer für diesen Abiturlehrgang in Mazo, wenn diese Fächer nicht abgeschlossen werden können und wenn man das vorher gewusst hätte, also noch im ersten Kurs, dann hätte man gleich andere Fächer gewählt. - Von der Schulbehörde, "Consejería de Educación" gibt es keine Erklärung dafür, warum man denn so verfahren hat, und zwei Abiturklassen im ersten Jahr nun unsinnig gewordene Fächer gelehrt hat. - Allerdings kam der Abgesandte der Schulbehörde auf La Palma gleich vorbei in Mazo, als er über die Presse erfahren musste, dass dort Schüler handfest streiken und rief diese auf, den Streik sofort sein zu lassen, das Thema wäre in ein paar Tagen positiv erledigt. - Allerdings scheinen auch die jungen Menschen schon deutliche Erfahrung mit unseren Planungskünstlern der Coalición Canaria erworben zu haben und kündigten an, dnr Streik so lange weiter zu führen, bis denn tatsächlich die beiden Fächer auch im 2. und entscheidenden Abiturkurs wieder gegeben werden.

Warum sie denn weiter streiken, diese Erklärung trotzt uns dann auch schon mehr als ein Lächeln ab. - Man gebe sich nicht damit zufrieden mit der Erklärung, es gebe eine positive Reglung, da der Abgesandte ja nicht zu gesagt hat, für wen die Reglung positiv läuft. - Und überhaupt, leider könne man noch nicht wählen, man sei ja noch zu jung, deshalb interessiere man sich nicht für sie als junge Schüler, aber man solle gewiss sein, dass man ein gutes Gedächtnis für spätere Jahre hätte. - Ich denke mal, das bekommen die hin, schlechte und solch treffende Presse, das kann die Schulbehörde sich momentan gar nicht leisten, wo man doch eh schon aufgebracht ist, dass die Kürzungen im Haushalt des "Gobierno de Canarias" gerade Erziehung und Gesundheit betreffen, man sich aber solch fragwürdige Geschichten erlaubt, wie die teure und vollkommen sinnlose Erfindung einer eigenen autonomen Polizeitruppe. - Die werden ihre Fächer schon wieder bekommen, so denke ich einfach mal, die Schüler haben intelligent und weise die politische Karte ausgespielt, und ein paar Monate vor der Wahl sticht solch ein Hinweis gleich doppelt. - So kann man doch auch froh sein, dass da wieder eine Generation an mündigen und aufmerksamen Bürgern heranwächst, die für ihre Rechte zu kämpfen wissen und von vorneherein gleich klar machen, dass man politische Schmuruchleien einfach durchblicken kann. - Leider werden wir ja die meisten dieser interessierten und gut ausgebildeten Menschen für die Arbeit auf dieser Insel wieder verlieren, wenn die erst mal nach Tenerife, Barcelona oder Madrid zum Studieren gegangen sind, dann sehen wir die meist nur in den Ferien wieder. - Einen ständigen Aderlass an jungen intelligenten Menschen verträgt eine Gesellschaft meist nur schwer, ist aber eben auch das Erfolgsmodell einer bäuerlich auftretenden Partei, welche mit Gutsherrenslogans wirbt und denen völlig klar ist, dass Bildung und eine aufgeklärte Gesellschaft das Regieren nicht gerade einfacher machen. - Gut gebrüllt in Mazo! - Und kommt wieder, diese Insel braucht euch.



Freitag 24.09.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1011 hPa

Klimawandel und Tourismus
Kanarische Regierung sieht dunkle Wolken am touristischen Horizont

Klimawandel gab es immer und wird es immer geben. - Die Frage dabei ist aber eben, wie schnell sich diese Veränderungen vollziehen und ob es bei solch einem raschen Wandel der Umwelt und uns auch gelingt, sich diesem Wandel anzupassen. - Während viele Spezialisten immer noch darüber streiten, wie schnell denn nun die Temperatur ansteigt und wie bedrohlich auch das Ansteigen des Meeresspiegels ist, beschäftigen sich andere mit den direkten und indirekten wirtschaftlichen Folgen, welche solch ein dramatisch schneller Klimawandel mit sich bringt. Dafür gibt es hier auf den Kanaren die "Agencia Canaria de Desarrollo Sostenible", also die kanarische Agentur für nachhaltige Entwicklung, und die haben jetzt ein reichlich düsteres Panorama mittel- und langfristig für den Tourismus auf den Kanaren entwickelt. - La Palma und die anderen kleinen Inseln mal ausgenommen, leben die kanarischen Inseln überwiegend vom Tourismus, und diese einseitige Last kann zur echten wirtschaftlichen Bedrohung werden. - Zwei Faktoren sollen dafür ausschlaggebend sein. - Einmal werden die Winter in den Hauptspenderländern unserer Gäste immer wärmer, so dass dort der große Druck wegfällt, ins Warme zu fliegen. - Das klingt erst mal logisch, allerdings werden ja nicht auf einen Schlag die mitteleuropäischen Winter zum Sommer, sondern der Winter bleibt auch ohne Schnee und mit ein paar Grad mehr eine völlig unangenehme Jahreszeit in Mitteleuropa. - Die Dunkelheit, die Feuchte und die Kälte treiben die Menschen weiterhin fort, so dass ich zumindest diese These nicht für sehr wahrscheinlich halte. - Der weitere Grund der genannt wird, warum der Klimawandel dem Tourismus auf den Kanaren schadet, der erscheint mir da schon reichlich bedrohlicher. - Reisen mit dem Flugzeug gelten als wahre Klimakiller, obwohl es genügend Experten gibt, welche das wiederum verneinen. - Da ich kein Experte bin, aber wohl sehe, dass Reisen mit dem Flugzeug nicht wirklich klimaneutral ist, wird mittel- und langfristig diese Form des Reisens wohl immer teurer werden. - Eine gewisse Ächtung von Flugreisen kann man ja bereits heute spüren und zusätzliche Kosten um die Folgen des Klimawandels zu finanzieren, werden sicherlich auch diesem Transportwesen aufgebrummt. - Man muss auf jeden Fall damit rechnen, dass Flugreisen in einer schon nicht mehr allzu fernen Zukunft deutlich teurer werden und damit Ziele wie die Kanaren einen erheblichen Nachteil erleiden werden.

Wann, das kann und will keiner beantworten, viel zu komplex sind die Entwicklungen im und um den Klimawandel, aber die Branche ist alarmiert. - Nun ist die Frage nah und erlaubt, was kann man dagegen machen und welche Alternativen gibt es. - Einmal darf man wohl beruhigend sagen, dass dieses noch ein Zukunftsszenario ist, auf der anderen Seite muss man sich nun bereits Gedanken darüber machen. - Klar ist, dass Massentourismus, in welchem man die Rendite über eine große Menge an Gästen erwirtschaften muss, keine Zukunftsstrategie mehr ist. - Man wird also mit weniger Besuchern auskommen müssen und dabei beachten, dennoch Renditen zu erreichen. - Hört sich kompliziert bis unmöglich an, ist es aber gar nicht, man wird eben nur weitere Teile der Wertschöpfungskette mit in die eigenen Hände nehmen müssen und nicht nur Hotelier oder Wirt sein, sondern auch Organisator der Reise. - In einem gewissen Maß findet diese Alternative ja heute bereits statt. - Individualtouristen, welche ihre Reise alleine planen und auf Reiseveranstalter verzichten, die lassen einen deutlich größeren Anteil ihres Reisebudgets im Zielland, welches so eine deutlich höhere Rendite erwirtschaftet. - So muss das Ziel ganz eindeutig auf Qualität ausgerichtet werden und nicht auf Quantität und bei der Qualitätsfrage darf man auf keinen Fall vergessen, dass dieses Wort für jeden eine unterschiedliche Bedeutung hat. - Ein 5 Sterne Hotel ist nicht für jeden eine Frage der Qualität, viele andere bewerten Qualität nach der Stimmigkeit ihrer besuchten Umgebung und nach landschaftlichen oder auch sozialen Aspekten aus. - Das wird nicht leicht werden, sich da zu positionieren, und wahrscheinlich wird es für La Palma sogar einfacher als für die anderen Inseln, da wir bereits "vorgeschädigt" sind, mit wenigen Gästen auskommen zu müssen. - Sicher wird die Branche auch nicht schlafen, man denke nur an das ganze Geld welches mit Flugreisen verdient wird und wie groß und mächtig dieser Wirtschaftszweig ist. - Die werden auch dagegenhalten, mit neuen Antrieben in Richtung klimaneutral so ein Flugzeug durch die Lüfte zu bekommen, und was uns noch alles einfällt, wenn es an die Geldbörse geht. - Es ist gut und sinnvoll, wenn die Agencia Canaria de Desarrollo Sostenible vor diesen Folgen warnt und noch besser wäre es, wenn wir nun auch fähige Politiker hätten, welche bereits in die heutigen Pläne diese Zukunftsaussichten einarbeiten würden. - Allerdings ist es auch ein bisschen unmoralisch von uns über diesen kleinen Teil der Folgen eine zu schnellen Klimawandels zu jammern, wo doch die globalen Folgen überhaupt noch nicht abzusehen sind und wohlmöglich existenzielle Folgen in vielen Regionen der Welt haben kann. - Aber so sind wir nun mal, und damit meine ich nun nicht einfach uns hier auf den Kanaren, sondern die Menschen sind einfach so. - Wir alle.



Donnerstag 23.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 26,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,5 Grad

Tagesepisoden
Hemden, Mist und ein namenloser Zwecklosbau

Onlineshops sind in Mode, ich bestelle mir immer bei Amazon meine Ravioli, wenn hier auf der Insel mal wieder eine beklagenswerte Versorgungslücke dieser döslichen Delikatesse herrscht. - In den Warenkorb heißt es dann und ab in den Versand. - Jetzt kann man Hemden, Maskottchen und auch Broschüren über die Transvulcania online bestellen, und wer noch nicht weiß was das ist, dem schildere ich das mal kurz. - Die Transvulcania ist ein Bergdoppelmarathon der absoluten Spitzenklassen, und wurde nun bereits in der zweiten Auflage erfolgreich durchgeführt. - Für Extremsportler geeignet, über 4.000 Höhenmeter Aufstieg, das Gleiche wieder runter und über 80 Kilometer lang. - Von Fuencaliente über den Roque de Los Muchachos über Tazacorte nach Los Llanos. - Eine echte Herausforderung für die Sportler und ein sehr gutes Reklameschild für unsere Insel, da man eben die grandiose Landschaft als Hintergrund für ein sportliches Großereignis nutzen kann. - Noch fehlt es ein bisschen an der internationalen Anerkennung, aber die beiden ersten Ausgaben dieses Rennens fanden sehr gute Kritiken in der Szene und wir dürfen hoffen, dass man diese Geschichte noch weiter ausbauen kann. - Ob nun der Verkauf von T-Shirts den Bekanntheitsgrad dieser Veranstaltung noch weiter steigern kann, ich weiß es nicht, aber man hofft eben auf launige Umsätze der angebotenen Hemden und will mit dem Erlös weitere Sportveranstaltungen finanzieren. - Clou der Geschichte ist, ein Adidas Hemd mit Transvulcania-Logo in einer Miniauflage von nur 50 Hemden, das riecht ein bisschen nach Sammlerstück, und wer solch eines ergattern will, der muss die Maus nun schnell bewegen. - Eine Graja gibt es als Stofftier zu kaufen, zwei weitere Hemdenmodelle, das Angebot ist also noch sehr übersichtlich und kann noch ausgebaut werden. Wer das Hemd will, der klickt HIER.

Äußerst interessant sind immer unsere Erfolgsmeldungen aus der Landwirtschaft. - Da hat man Mist und Odl, für Nichtbayern Jauche, neu entdeckt, und feiert das nun wie die Erfindung der senffreien Senfgurke. - Man drückt sich allerdings ein bisschen gewählter aus und spricht von flüssigen und festen Naturdüngern, welche aufbereitet inzwischen an wohl 92 Landwirte abgegeben werden. - Meist Bananen werden so naturnah gedüngt und nun spricht man von einer möglichen Ersparnis von 600.000 Euro für diese Landwirte im Jahr. - Solch eine Summe hört sich natürlich zunächst beeindruckend an und man weist auch noch darauf hin, dass man sich so unabhängiger machen will von teuren Importprodukten wie eben Mineral- und Kunstdüngern. - Richtig so, Naturdünger und Kompost muss man lokal produzieren und wenn man ernsthaft von nachhaltiger Landwirtschaft sprechen will, dann führt kein Weg daran vorbei. - Auch Bio-Landwirte nehmen an diesem groß angelegten Feldversuch teil, wobei die Frage nach Jauche in der Bio-Landwirtschaft ja auch bereits anderswo durchaus bipolar diskutiert wird. - Aber das soll nicht unsere Diskussion sein, hier steht nun erstmal die Frage an, was kostet und das Ganze, und wie viel von unserer landwirtschaftlichen Produktion wäre überhaupt mit solchen Rohstoffen versorgbar. - Denn wir haben sehr viel mehr Ackerbau als Viehzucht, und so viel schei… und pis…. auch das palmerische Rind oder die Ziege nicht, damit man alle unsere Bananen mit Odl gießen könnte. - Nicht, dass wir dann irgendwann Jauche in Tankschiffen hier ankarren, Nachhaltigkeit wird anders buchstabiert. - Aber es ist ein Versuch wert, man kann daraus nur lernen und ich wünsche mir mehr solcher Aktivitäten.

Über 20 Jahre hat es gedauert, dass man einen sportlich angehauchten Mehrzweckbau im oberen Teil der Hautstadt nun endlich fertig gestellt hat. Inzwischen weiß man zwar gar nicht mehr so genau, warum man dieses Gebäude mal gebaut hat, aber solche Probleme sind häufiger in unseren Gemeinden, wo es mal eine Zeit gab, als man solche Mehrzweckbauten für der Weisheit letzter Schuss hielt. - Macht nichts, man hat das Geld dann doch irgendwie zusammengeschnorrt, da zeigt sich halt die göttliche Dreifaltigkeit der Regionalpolitik, wenn Stadt, Inselregierung und Gobierno de Canarias fest in der Hand der Coalición Canaria sind, dann geht immer was. - Nun steht das Ding fertig da, und die Stadtverwaltung ist bemüht, möglichst viele Veranstaltungen nun aus anderen Schauplätzen dorthin zu verlegen, damit man auch den Nutzen dieses Gebäudes rechtfertigen kann. - Das ist verständlich, würde ich auch nicht anders machen, nur baue ich keine Mehrzweckallesnutzweißnichtfürwashallen. - Nun ist die Frage, wie man denn solch ein Gebäude nennt. - Palazio Protzo, Halle des Volkes oder man gibt einfach nur einen Namen eines berühmten Kindes der Stadt? - Die Honoratioren aus Santa Cruz wissen da nun auch nicht weiter, und wollen diese Überlegung nun ans Volk delegieren, ein nicht gerade alltäglicher Vorgang von Bürgerbeteiligung und ich plädiere dafür, dass in Zukunft auch Kläranlagen, Müllkippen und Verschiebebahnhöfe knackige Namen verliehen bekommen, welche das Volk ausgesucht hat. - OK, das mit dem Verschiebebahnhof, das ist ein bisschen fehlplaziert hier auf der Insel, aber wer weiß, kommt vielleicht noch. - Auf der Webseite der Stadt kann man nun seinen Namensvorschlag abgeben, und leider kann man nicht Spion spielen, was denn unsere Mitbürger da für Vorschläge abgegeben haben. - Ich kann mir durchaus vorstellen, dass da so mancher seine helle Freude daran hat, seiner sarkastischen Phantasie nach 20 Jahren bau- und gebäudlicher Findungsphase freien Lauf zu lassen. - Wer möchte, der kann HIER seinen Vorschlag auf der Webseite der Stadt abgeben. - Kostet nichts, und wird eh nicht berücksichtigt…



Donnerstag 23.09.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 19 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1010 hPa

Garafía wieder in Schwierigkeiten
Kleine Gemeinden in der Kostenfalle

Mal abwarten, wie lange wir uns hier auf der Insel den Luxus von 14 Gemeinden noch leisten können. - Garafía macht jetzt wieder von sich reden, die Augustgehälter sind noch nicht bezahlt, und auch wenn der Bürgermeister verkünden lässt, dass man hofft, diese Woche das noch erledigen zu können, so muss er doch zugeben, dass sich diese Situation bald wiederholen könnte. - In Fuencaliente sieht es ähnlich aus, auch dort muss man sich ja für den Betrieb einer Gemeinde plus einen, wenn auch kleinen Landkreis einen kompletten Stab an Mitarbeitern leisten. - Ob man es kann oder will, selbst Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnern sind praktisch Landkreise hier, und das macht, bei allem Verständnis für lokale Eigenheiten keinen Sinn. - Allerdings wird man eine Gemeindereform nicht so ohne weiteres hinbekommen, nach griechischem Muster einfach die Zahl der Gemeinden mindestens zu halbieren, das lässt hier keiner mit sich machen. - Es müssen also andere Wege gefunden werden, die Lasten und Aufgaben zu verteilen, ohne dass man den Lokalitäten ihre kulturelle und soziale Eigenständigkeit nimmt. - Daran arbeiten und denken bereits reichlich Techniker und Politiker, allerdings wird vor den kommenden Wahlen im Mai 2011 damit niemand unter dem Tisch hervorkrabbeln, solche Vorschläge kommen vor Gemeinderatswahlen einfach nicht gut, und werden von lokalen Seelen eigentlich grundsätzlich missverstanden. - Diese Diskussion über Gemeindereformen hat man ja in Deutschland schon lange hinter sich, damals wurde auch viel gemeckert und gejammert, aber einen kompletten Gemeindebetrieb für unter 2.000 Einwohner aufrecht zu erhalten, das leistet sich wohl niemand mehr. - So droht den kleinen Gemeinden hier immer wieder der eigentliche Bankrott und man müsste den Zustand der Zahlungsunfähigkeit hierbei vielleicht auch mal neu definieren. - Praktisch sind die ja bereits in diesem Zustand, aber niemand würde ein Konkursverfahren für eine Gemeinde irgendwelche Vorteile bringen, außer vielleicht, dass man dann noch mal bei Null anfängt. - Und dann geht das Spiel wieder von vorne los, denn die Gemeinde muss ja betrieben werden und kann nicht, wie eben in der Marktwirtschaft üblich, einfach verlegt, eingestampft oder mit neuer Produktpalette wieder aufgelegt werden. - Auf der anderen Seite muss man auch wieder sagen, in solch kleinen Gemeinden ist die Stadt- und Gemeindeverwaltung der größte Arbeitgeber überhaupt und erfüllt damit auch eine soziale Funktion, es sind immerhin mehr als 60 Angestellte, welche die Gemeinde Garafía samt Familien über die Runden bekommt.

Von der Wetterfront gibt es nichts Aufregendes zu melden. - Die Niederschläge haben im Lauf der Nacht an Intensität verloren, der Kern des Niederschlagsgebietes wandert immer weiter nach Nordwesten aus. - Das bedeutet weniger Niederschlag, aber mehr Wind, da wir nun bereits in die "Kampfzone" zwischen Hoch und Tief geraten. - Das dauert aber noch ein bisschen, bis unser Azorenhoch wieder das klare Regiment über das Wettergeschehen auf dem Nordatlantik übernimmt. - Dennoch können wir wohl die Niederschlagsgefahr auf den heutigen Tag reduzieren, und es werden auch keine großen Menge mehr fallen und die Temperaturen werden erneut deutlich ansteigen, weil uns aus dem Süden nun vorgewärmter Wind aus Afrika erreicht. - Hier ist man sehr zufrieden mit den ersten Niederschlägen der Saison, nicht nur die Menge ist erfreulich zu nennen, sondern eben auch die Art und Weise wie dieses kostbare Wasser auf unsere Insel fiel. - Ohne den sonst üblichen Sturm und plötzlichen Starkregen, wie das oft die Tiefs aus West bringen. - Wenn eben der Regen aus dem Süden kommt, dann ist das eine deutlich angenehmere Situation als die derben Wintertiefs. - Gutes Omen für den heute einsetzenden Herbst? - So weit wage ich es nicht vorauszusehen, aber einige Meteorologen prognostizieren uns einen warmen Herbst und Winter, und das soll mir altem Frostbeutel nur recht sein.



Mittwoch 22.09.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 33 mm - Luftfeuchte 88 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 26,2 Grad - niedrigste Temperatur 17,6 Grad

Que llueva, que llueva
Noch freuen wir uns über den Regen

Es gibt ein einfaches kleines Kinderlied hier, welches irgendwie heute den ganzen Tag von den Leuten vor sich hingebrummelt wird. - Ruft man sich sonst zu, Que tal, oder einfach nur hola, so klang aus diversen Kehlen heute dieses "que llueva, que llueva. - So ein bisschen kindlich ist unsere Freude auch schon beim ersten großen Regen der Saison, und auch eben, dass dieser Regen "richtig" gefallen ist. - Richtig heißt, nicht als brutale Schauer, sondern eben gleichmäßig und nicht zu viel auf einmal, dass die Erde dieses kostbare Wasser schlucken kann und nicht alles ungenutzt in die Barrancos stürzt. - Die Erosion ist ja unser Umweltproblem Nummer eins, auch wenn wir immer vom Feuer oder gar vom Vulkan reden. - Tausende Tonnen kostbarer Erde spült der Regen jedes Jahr in den Atlantik, wo wir doch noch eine so junge Insel sind und keine sehr dicke Humusschicht aufweisen können. Darüber hinaus eben verändern starke Niederschläge in kurzer Zeit ja durch die Erosion auch das komplette Bild der Insel, so sind wir froh, dass die doch erhebliche Menge von 33 Millimetern in weniger als 12 Stunden relativ gleichmäßig gefallen ist. - Allerdings soll noch mehr kommen, besonders heute Nacht und wenn die letzten Prognosen zutreffen, dann zieht aber das Hauptregenfeld westlich an uns vorbei. - Solch "zahmen" Regen, Typ Hamburger Suppe haben wir nicht allzu oft, meist kommen ja unsere Niederschläge aus dicken Tiefs die über den ganzen Atlantik gezogen sind und peitschen dann mit heftigen Winden aus West heran. Das bringt oft starke Schauer mit sich, die lokal in wenigen Stunden enorme Mengen Wasser abgeben, und eben genau dort gibt es dann punktuell Murenabgänge und derbe Erosion. - Noch haben wir nichts davon gehört, dass im Süden der Insel noch mehr Regen gefallen wäre oder es bereits wieder zu Erdrutschen gekommen ist, auch da scheint das Wasser willkommen zu sein und nicht durch Übermaß ein Feind zu werden. - Ich darf daran erinnern, dass der große Brand im August 2009 dort Schäden in der Vegetation hinterlassen hat, und starke Niederschläge um Weihnachten vergangenen Jahres dann große Erosionsschäden verursacht haben, weil eben die fehlende Vegetation die Erde nicht mehr festhalten konnte. - Sehr viel mehr Bewuchs ist seit dem nicht hinzugekommen, so dass wir bei Regen nun immer mit einem wachen Auge auf die Gegend um Fuencaliente blicken. - Die Inselregierung hat auch bereits reagiert, und Einsatzkräfte in Bereitschaft gerufen, falls wieder Ungemach im Süden droht.

Im Moment sieht das aber alles gut aus, man freut sich über dieses frühe Wasser und in den kommenden Tagen wird die Insel endlich ihr ockerfarbenes Sommerkleid abstreifen können und im gewohnten Grün erscheinen. - Absolutes Chaos allerdings herrschte heute Mittag an der Oberschule von El Paso, alle Eltern kamen mit dem Auto angefahren um ihren Sprösslingen einen trockenen Heimweg zu ermöglichen. - Am besten gleich direkt am Ausgang stehen bleiben, und der Rückstau reichte dann bis hinaus auf die Hauptstraße in beide Richtungen und es dauerte an die 20 Minuten nach Schulschluss, bis dieser Knoten sich wieder auflöste. - Feuer gab es heute auch überall, vormittags qualmte es allerorts, weil die Gartenbesitzer es nun wagten, endlich wieder ihr Unkraut zu verbrennen. - Diese Feuer, und von oben der Regen, das gab ordentlichen weißen Qualm, so viele Päpste braucht kein Mensch. - Über Waldbrandgefahr brauchen wir jetzt auch nicht mehr zu sprechen und in diesem Zusammenhang darf ich auch mal ein Lob loswerden, gerichtet an unser so oft gescholtenes Cabildo Insular. - Deren Arbeit, koordiniert von der "Cecopin" war beispielhaft in dieser Sommersaison, es gab nämlich wohl Tage und Vorfälle, die bei schlechterer Koordination durchaus zu großen Bränden hätten führen können.- Das haben die alles im Griff gehabt und uns diesen Sommer vor einer Katastrophe bewahrt. - Chapeau an die Organisation und alle Beteiligten!




bizarres Wolkenspiel bei Süd




Die Katzen trauen unserer Dachbaukunst nicht und verstecken sich unter den zum Trocknen aufgestellten Schirmen




Mittwoch 22.09.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 78 % - Luftdruck 1013 hPa

Plan C
Zurück auf die Scholle, aber mit Köpfchen

Plan B hat ja schon nicht funktioniert, das war der Versuch, Tourismus auf La Palma als solide Einkommensquelle zu installieren. - Plan A, einfach so vor sich hinschmurucheln, das war, zugegeben eine wunderbar unstressige Zeit, bietet aber auf die Dauer keine wirklichen Perspektiven. - Wir hatten Besuch auf La Palma, der Arbeitsminister (eigentlich Rat) des Gobierno de Canarias war hier, und hat uns seine Ideen über eine positive Entwicklung der Insel zukommen lassen. - Der verliert kein einziges Wort über den Tourismus, sondern hat die Vision, La Palma würde sich mit landwirtschaftlichen Produkten und der Veredlung dieser eine perfekte Nische schaffen können. - Das hört sich grundsätzlich erst mal gut und glaubwürdig an, schließlich sind wir, trotz aller Verlockungen der modernen Zeit, immer noch eine Agrarinsel. - Nur nutzen wir das Potential eben nicht, vielleicht auch, weil Landwirt nicht eben ein Modeberuf ist und eben die üblichen Mühen aufbringen muss, die der Primärsektor nun mal mit sich bringt. - Aber weiter im Text, es reicht eben nicht nur die Produktion von landwirtschaftlichen Erzeugnissen aus, man muss diese auch veredeln und verkaufen, sonst bleibt die Wertschöpfungskette zu dünn und gibt die Teile dieser Kette in denen Geld verdient wird an andere Stellen ab. - Hört, hört, wir scheinen einen Landwirtschaftsrat zu haben, der schon mal eine Kartoffel und einen Taschenrechner in der Hand gehabt hat, da muss man weiter zuhören was der zu sagen hat. - "Industria agroalimentaria" lautet nun das Zauberwort und übersetzen muss ich das wohl nicht, La Palma soll in die Nahrungsmittelindustrie einsteigen, trotz unserer logistischen Nachteile. - Da hören wir gerade noch vor ein paar Tagen, dass die Reedereien mehr Geld haben wollen, viel Geld mehr, da scheint es doch gewagt, für La Palma ein solches Szenario aufbauen zu wollen. - Dennoch muss man diesen Gedanken weiter aufnehmen, nicht nur aus dem Grund, weil uns sonst gar nicht viel anderes übrig bleibt. - Veredelte Nahrungsmittel, vielleicht sogar schon in verzehrfertigem Zustand, oder eben als Halbfertigprodukt für andere Industrien, da liegt der Stückwert ja schon höher als bei dem puren Rohstoff an sich und rechtfertigt damit auch den teuren Versand. - Kommt natürlich auf die Preise an, die man erzielen kann und da muss man dann halt vorsichtig umgehen mit der Produktauswahl und auch mit dem Zahn der Zeit, welcher auf Modeerscheinungen äußerst empfindlich reagiert. - So wird es keinen Sinn haben Zucker nach Brasilien zu schicken oder Deutschland mit Kartoffeln beliefern zu wollen, aber vielleicht können wir ja Bananenextrakt für die Süßwarenindustrie vermarkten, oder Kräuter wie Medizinal-Pflanzen.

Das waren nur Beispiele, die man morgens beim ersten Kaffee in der Tasse findet, aber auf diesem Wege könnte man wohl Nischen in einer sonst schon ziemlich gesättigten Wertschöpfungskette finden. - Die Frage ist nun, wer macht das, wer organisiert und wie überhaupt kommt man an den Markt heran und da kommen wir gleich wieder auch auf das Wort Marketing. - Das hören wir gar nicht gerne, denn wir wissen sehr gut, dass genau dieses Fach uns gar nicht liegt. - Warten, bis von außen ein potenter Magnat kommt, der uns an der Hand führt und wohlmöglich auch noch alles zusammenfügt, das dürfte fatal sein, denn eine so zerstückelte Landschaft und Landwirtschaft einigermaßen auf Gleichschritt zu trimmen, damit man überhaupt die Mengen und Qualitäten liefern kann, die nötig sind um eine weiterverarbeitende Industrie aufzubauen, das ist eine große Aufgabe für Idealisten. - Die werden aber immer knapper oder wohnen in Höhlen oder Fässern, also ist da wohl die öffentliche Hand gefragt, als Starthilfe und anfänglicher Knotenpunkt. - So ein bisschen haben wir das ja schon, mit der leider stark mit Polemik behafteten Firma "Sodepal", die auf Kosten der Steuerzahler so richtig rumexperimentieren darf, und kurzfristiger Gewinn nicht im Vordergrund steht. - Aber da fehlt der Zug, und bereits die ersten Versuche mit Fertigsalaten und anderen Produkten haben deutliche Qualitätsmängel aufgezeigt und man packt die Geschichte genau dort an, wo sie uns am wenigsten steht, nämlich auf dem Billigsektor. - Dennoch will ich das nicht verfluchen, es sind, wie bereits gesagt, Versuche. - Ob wir aber so viel Zeit haben, wie wir gerne hätten und uns hundert Irrtümer vor dem ersten Erfolg gönnen können, das muss ich dann wohl bezweifeln. - Dennoch, so ganz ohne Perspektive und Hintergrund war der Besuch des Rates für Landwirtschaft auf dieser Insel wohl nicht, immerhin deutet man damit an, dass man wohl weiß, worum es geht. - Das alleine ist schon ein Lichtblick an einem sonst düsteren Tag. - Es regnet so still und leise vor sich hin, und mein Nachbar Antonio, der hat seinen ganz eigenen Stil mit solchem Wetter, der steht dann gar nicht auf und kommt erst wieder mit den nächsten Sonnenstrahlen vor die Tür. - Das ist Luxus!



Dienstag 21.09.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 26,2 Grad - niedrigste Temperatur 17,6 Grad

Ich habe kapituliert
Ein zweiter Fernseher schmückt unser Heim

Na ja, ob diese flachen Dinger wirklich ein Schmuckstück sind, das diskutiert man besser nicht aus. - Schuld an der zweiten Glotze im Haus hat letztendlich der Sender Sixx, bei dem ich mich nachträglich noch mal für die Geldausgabe bedanke und den mehreren Stunden Fehlersuche, bis wir endlich das neue Teil plus Receiver installiert hatten. - Dieser Frauensender war allerdings nur der Tropfen, welcher meine restliche Altersmilde endlich zum Überlaufen brachte, Greys Anatomy und ähnliche Schmonzetten aus dem Reich des sinnlichen Prekariats, bringen mich endgültig aus der Fassung. - Bei Gottschalk oder Bohlen, da bin ich früher immer einfach geflohen, oder aus dem Haus gewiesen worden, je nach emphatischer Befindlichkeit, aber nun zu jeder Uhrzeit eine Soap und kein Rückzugsraum, das war nicht mehr zu ertragen. - Nicht, dass meine Kinder sehr viel Fernsehen würden, aber eben immer gerade zu der Zeit, wenn der Alte Nachrichten gucken will oder einen "echten" Film mit Clint Eastwood, Jean Reno, Lino Ventura oder Tommy Lee Jones, da geht die Diskussion los, aber gegen zwei geballte Teenies, und eine um Harmonie besorgte Frau, da gibt es keinen Trottelbonus. - Also ab ins Männerhaus, halb trieb man ihn, halb trieb es ihn, und dann hockt man halt mit anderen Ausgesperrten am Tresen, labert die Welt rund, guckt immer mal wieder auf die Uhr, wann denn nun endlich dieses Männermartyrium rund um grinsende Dumpfbacken mit hoffnungslos schlecht verpackten Moralbotschaften vorbei ist.- Aus Protest gucke ich dann Bundestagsdebatten von 1966 auf Phoenix, oder nordkoreanischen Ausdruckstanz auf Arte, bis endlich die Augen zufallen und sich in meinem Kopf das ganz eigene Programm abspult. - Schlecht ist nur, wenn dann meine Frau kommt, den Fernseher ausmacht und mich aus dem Sessel wirft, dann bin ich meist hellwach, greife zur Fernbedienung und versuche verzweifelt meine Frau auszuschalten, aber die hat weder einen Reset-Knopf noch eine Standby-Funktion, die ist so echt, die lässt sich nicht wegzappen. - Aber das wird ja nun alles anders, es gibt einen alten Röhren-Männerfernseher und einen neuen Breitwand Lady-Screen und der Umsatz in den Kneipen der Umgebung wird in den kommenden Wochen und Monaten spürbar sinken. - Wir sollten am besten gleich bei Dorada direkt anrufen, damit die die Produktion schon mal drosseln können, ich darf zuhause bleiben und mein Programm selber wählen. - Warum das nicht die große Freiheit ist, sondern eine Kapitulation, das liegt doch auf der Hand. - Ich bin der Haushaltvorstand, der die Hosen an hat, der für Kultur, Moral und Werte in dieser Familie steht und verantwortlich ist, und dazu gehört eigentlich auch der Kampf gegen kreuzdebile Schwerstkriminalität auf dem televisen Unterhaltungssektor. - Da steckt meine Kapitulationsurkunde als Danaergeschenk unter dem Deckmantel der familiären Pluralität versteckt, ich kann mich nicht mehr durchsetzen. - Bald sitzen sicher die drei Katzen mit den drei Frauen vor der schicken Kiste, ich werde ab und zu gerufen, Schnittchen und labbrige Getränke zu servieren, darf mir dann noch kurz anhören, welche tollen Ärzte es dort bei Greys gibt und werde dann wieder fortgeschickt, noch bevor ich überhaupt einen halbwegs vernünftigen Satz stammeln kann.- Nun weiß ich endlich, wie sich Generationen an Hausfrauen überall in Europa gefühlt haben müssen oder immer noch fühlen, wenn eben auch wieder Generationen von Männern bei der Sportschau nach Bier, Salzgebäck und Telebar gebrüllt haben. - Ich lerne immer gerne dazu, aber warum muss gerade ich für Generationen an Machos bluten, die ihren Frauen die Freude am Fernsehen für immer vergällt haben? - Thomas Gottschalk ist Rache, Stefan Raab auch, der weiß es bloß nicht, weil er doch eher schlicht gestrickt ist, aber Greys Anatomy, das ist der Übergang von Fegefeuer zu ehrlicher Hölle, und ich hatte doch noch so viel vor. - Es geht nicht schlimmer meinen Sie, doch es geht. - Nun haben wir 2 Glotzen im Haus, 2 Spaß- und Bildungsbremsen und vor beiden Glotzen sitzt jetzt jeweils ein Kind, weil sich die beiden nichts aufs Programm haben einigen können.- Es wäre nun einfach, dem Gesetz der Serie zu folgen, und noch einen dritten Fernseher zu kaufen, oder bald einen Vierten, weil auch meine Frau ein Anrecht auf ein eigenes Programm hat, und für die Katzen einen Smartscreen mit Kitkat-TV. - Ich sage Ihnen dann Bescheid, wenn es so weit ist, allerdings kann es auch sein, dass bis dahin mein schwindendes Selbstwertgefühl noch unter die nach unten offene Richtersalesch-Skala gesunken ist, und ich nur noch auf Morsezeichen reagiere. - Dreimal lang, dreimal kurz, dreimal lang. - Richtig, das heißt übersetzt, drei Bier, drei Korn und wieder drei Bier.

Es gibt auch noch ernsthaftes für La Palma zu berichten, morgen regnet es. - Ziemlich sicher sogar, ähnliche Situation wie bereits letzte Woche. - Wir liegen in einem Wettervakuum, kein Tief, kein Hoch und von Süden, in Worten S Ü D E N, kommt eine Regenfront auf uns zu, die durchaus ergiebig sein kann. - Aber die Niederschläge kommen dann in der Menge sehr unterschiedlich an, so dass man keine genauen Warnungen aussprechen kann - Kaum Wind, also kein Unwetter, nachts wieder wärmer und Donnerstagabend soll das Ganze schon wieder vorbei sein.





Dienstag 21.09.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1014 hPa

Mal ´ne Runde regieren
Arbeitsalltag im Cabildo Insular

Was machen die eigentlich da so im Cabildo den lieben langen Tag. - Arbeiten, sicher und auch ab und zu wird regiert, und kommen alle im Plenum zusammen und haken die zu besprechenden und zu entscheidenden Punkte ab. - Gestern war es wieder so weit und man sprach über Schiffe, Scheiße und Heiliges Wasser, für eine Insel ganz normaler Alltag also. - Zunächst die Schiffe. - Da waren sich alle einig, die angekündigten Preiserhöhungen der Reedereien machen uns hier auf den Kanaren reichlich Sorgen. - Angekündigt wurden Preiserhöhungen von bis zu 50% der Frachttarife, und das wäre für ein Archipel, welches 95% all seiner Güter die hier bewegt werden auf dem Schiff transportiert und an die 2.000 Kilometer vom Mutterland entfernt liegt, ein derber Schlag. - Nicht nur, dass die Endverbraucherpreise damit einen deutlichen Schub erfahren würden, auch unsere Exporte, und hier auf La Palma eben die Bananen, würden sich so auf dem Festland erneut verteuern. - Und das wiegt bei uns noch schwerer als die mögliche Preiserhöhung bei Lebensmitteln und eben Dingen des täglichen Bedarfs. - Warum denn die Reeder die Preise so drastisch erhöhen wollen, das leuchtet nicht so richtig ein, gab es doch in letzter Zeit keine stürmische Entwicklung beim Rohöl und auch die Löhne sind in Spanien kaum gestiegen. - Eine wirklich zündende Erklärung dafür liegt nicht vor, und darüber hinaus liegt ja auch der Verdacht auf Preisabsprachen zwischen den Reedern offen, wenn die das alle ankündigen. - Einzige Piste könnte sein, die Regierung in Madrid hatte angekündigt, Transporthilfen für Güter von und nach den Kanaren zu zahlen, und da denken sich die Reeder, wenn so etwas kommt, dann wollen wir unseren Teil davon haben, abschöpfen also. - Das ist nur ein Verdacht, kein Argument, aber irgendwo her müssen die das doch haben. - Das Plenum verabschiedete nun einstimmig, die Preiserhöhung seitens der Reedereien abzulehnen, ob das einen Reeder allerdings am Heck kratzt, das darf man bezweifeln.

Nächstes Thema, Abwasserklärung auf dem Roque de Los Muchachos. - Die Jungs von der Partido Popular sind da vorgeprescht, und fordern eine gemeinschaftliche Kläranlage für alle Observatorien dort und dass man dann die geklärten Abwässer zur Wiederverwendung nutzt. - Bislang hat jedes Observatorium seine eigene Kläranlage und die entlassen dann das geklärte Wasser einfach in die Landschaft. - Das wurde schon häufiger bemängelt, denn wer garantiert dafür, dass die kleinen Kläranlagen auch alle befriedigend arbeiten, denn dort am höchsten Punkt der Insel gelangt ja alles Wasser in den so spärlich erforschten Wasserkreislauf der Insel. - So die Befürchtungen, auf der anderen Seite weiß man halt gar nicht so recht, ob denn das bisschen Abwasser welches die Observatorien da im Jahr produzieren, man spricht von 4.000 Kubikmeter im Jahr, überhaupt spürbar auf den Wasserkreislauf Einfluss nehmen. - Eher nicht, und das was man da kontaminiertes Wasser nennt ist nach ein paar Meter durch den Basalt gesickert bereist wieder bestens gefiltert. - Aber man will halt auf Saubermann machen, zumindest was die Vorgänge an Land angehen, und fordert nun eine gemeinschaftliche Kläranlage. - Die Sozis enthalten sich da der Stimme, die fragen erst mal nach, ob es denn Untersuchungen darüber gebe und was man denn über den Status der vorhandenen Kläranlage wisse, bevor man weiteres Geld ausgibt. - Das wiederum wissen die Jungs von der Coalición Canaria, die sagen alles bestens bei den Kläranlagen der Observatorien, dennoch befürworten sie auch den Bau einer gemeinschaftlichen Kläranlage. - Widerspricht sich ein bisschen, aber wer blickt schon hinter die geschwungenen Gedankengänge dieser Leute. - Es ist also beschlossene Sache, eine Kläranlage kommt auf den Roque, wie, wo und wann, das weiß man noch nicht, und hoffentlich denkt man bei der Leistungsbemessung dieser Anlage daran, dass man auch mal vor hat ein Besucherzentrum dort auf den höchsten Berg einzurichten, mit Cafetería und Toilette.

Ob dann heilige Wasser den Berg runterrauschen, das wissen wir nicht, aber auch über die Heilige Quelle wurde entschieden. - Und zwar das, was man schon seit einer geraumen Weile durch Flure und Hallen zwitschern hört, es soll eine öffentliche Ausschreibung geben, für ein Thermalbad dort im Süden der Insel. - Jetzt beschloss man, die Regeln dafür festzulegen, also ein erster Schritt und gleichzeitig macht man auch die Summe von 300.000 Euro frei, um den Schacht dort für interessierte Besucher zugänglich zu machen. - Es wird also, fragen Sie mich bitte nicht wann, geführte Besuche in den Stollen geben, wo man dann bis hin zur sprudelnden warmen Quelle kommt und seinen Finger sogar ins heilige Wasser strecken kann. - Wer so viel Geld investiert, der kennt sich selbst wohl schon ganz gut, heißt das doch auch, dass man in den kommenden Jahren noch gar nicht mit der Inbetriebnahme einer, wie auch immer funktionierenden Badeanstalt kommt, denn dann kann man ja den Stollen so einfach für Besuche gar nicht mehr nutzen. - Solche geführten Stollenwanderungen gab es vor 4 Jahren bereits mal ein oder zwei Wochenenden lang und es herrschte ein gewaltiger Andrang. - Gut, dass es diese Möglichkeit wieder geben soll, allerdings frage ich mich wohl, warum man dafür 300.000 Euro ausgeben muss, wenn man ohne weiteres vor 4 Jahren bereits solche Führungen veranstaltet hat. - Vielleicht hat man da den Bürgermeister von Los Llanos befragt, wo man teuer Fertigkioske kaufen kann, der hat nämlich teure Ahnung davon, vielleicht hat der denen einen Tipp gegeben und das Kassenhäuschen wird so teuer. - Na gut, wir lassen uns mal überraschen, was man uns da für 300.000 Euro so in die Heilige Quelle bastelt.



Montag 20.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 24,8 Grad - niedrigste Temperatur 18,6 Grad

Verkehrsprobleme gelöst
Den Tunnel beidseitig benutzen, der Erfolg liegt auf der Hand

Mit Klopapier sollte man das nicht machen, obwohl dort der Erfolg dann auch auf der Hand liegt. - Immer, wenn an der Straße auf der Ostseite oberhalb des neuen Tunnels eine Reparatur anliegt, oder eben im alten Tunnel gewerkelt wird, dann öffnet man den neuen Cumbre-Tunnel in beide Fahrtrichtungen. - Man kann dann eben nicht mehr überholen, irgendwie logisch, und die Geschwindigkeit wird auf 50 Stundenkilometer begrenzt. - Für den Verkehr von West nach Ost bringt das natürlich nichts, aber der Weg von der Ostseite auf die Westseite verkürzt sich um ziemlich genau 10 Kilometer. - Das bringt eine Zeitersparnis von an die 15 Minuten und schon haben wir mit diesem kleinen Trick die Autobahn völlig unnötig gemacht. - Alle loben die Öffnung des Tunnels in beide Fahrtrichtungen, dennoch denkt kein Politiker laut darüber nach, das auch zukünftig so beizubehalten. - Die Weißwurst wurde ja wohl auch durch einen Zufall oder Mangel entdeckt, aber dennoch hat sie ihren verdienten Siegeszug angetreten, warum soll man denn diese Maßnahme nicht mit dem Tunnel einfach zum Dauerzustand umfunktionieren, wenn es besser ist für alle, dann müsste das doch eigentlich gegessen sein. - Ist es aber nicht, irgendwie weigert man sich auf der Planungsebene solch eine Maßnahme einzuführen, und auf politischer Ebene wagt es irgendwie niemand, diesen Vorschlag zu machen. - Haben die Angst, dass man mit solch billigen und einfachen Schritten wirklich auch noch die letzten kleinen Argumente pro Autobahn verliert, oder begreifen die einfach nicht, dass Fortschritt nicht unbedingt mit Baumaßnahmen zu tun haben muss, sondern durchaus auch eine Folge von trial and error sein kann. - Was ich natürlich nicht weiß, ob das gegen irgendwelche Auflagen verstößt, weil der Tunnel ja für den Betrieb in nur eine Fahrtrichtung gebaut wurde, aber ich kenne, zumindest von früher, noch deutlich längere Tunnel mit Gegenverkehr. - Aber unser Tunnel ist ja neuerer Bauart und unterliegt also den Bestimmungen nach der Mont Blanc Katastrophe, und da könnte vielleicht der Hase begraben sein. - Da muss man sich mal erkundigen, wie die Bestimmungen da sind, allerdings erinnere ich mich, dass man vor ein paar Jahren auf El Hierro auch einen beidseitig benutzten Straßentunnel neu gebaut hat und als Auflage gab es eben nur die Reduktion der Geschwindigkeit. - Aber ich bin weder Tunnelbauer noch Verkehrsplaner, wir werden uns mal umhören.

In dem Zusammenhang gibt es halt zu vermelden, dass es gar nichts Neues zum Stand der Autobahnpläne auf La Palma gibt. - Letzter Status ist unseres Wissens nach immer noch, dass man auf der Westseite den unteren Sektor, ab dem Fußballplatz El Paso gegenüber dem Plan im ersten Gesamtplan der Insel noch mal umgezeichnet hat, um so deutlich weniger Häuser abreißen zu müssen. - Allerdings hatten wir damals ja schon vermutet, dass die neu eingezeichnete Trasse überhaupt nicht praktikabel sei, da die Kurvenradien und die Steigungen nun nicht mehr machbar sind, und man einfach nur um die Bevölkerung zu beruhigen da ein paar Schnörkel eingezeichnet hat. - Der Plan liegt immer noch bei der Raumordnungskommission auf Tenerife und wird dort geprüft, oder liegt einfach nur auf einem Schreibtisch herum. - Auf die vielen Eingaben hat man auch noch nicht reagiert, das macht man hier einfach so, und ansonsten wirbt man für Stille um die Angelegenheit, bloß die Wölfe nicht wieder locken. - Bei der momentan angespannten Finanzlage allerdings scheint die Autobahn auf jeden Fall nicht bald kommen zu können, da liegen noch anderen Aufgaben vor die bezahlt werden müssen, wie zum Beispiel die Fertigstellung der Nordumfahrung und das gleiche Spiel noch mal im Süden, wo man ja bereits nächstes Jahr anfangen will. - So wäre es ja auch vernünftig, die Planung für solch einen Moloch, wie es die Autobahn wäre, erst noch mal zurückzustellen und die zukünftige Entwicklung dieser Insel abzuwarten. - Was passiert nach dem Ausbau der Südumfahrung. - Wie viel LKW-Verkehr verlagert sich dadurch weg von der Cumbre-Trasse und wie überhaupt sieht das Verkehrsaufkommen in 10 Jahren auf La Palma aus, nachdem sich ja sämtliche Hochrechnungen über Wachstum auf La Palma als kompletter Irrtum erwiesen haben. - Die Bevölkerungszahl auf der Insel nimmt eher ab, nicht zu, und auch eine weitere Ausweitung des Individualverkehrs ist in den kommenden Jahren nicht zu erwarten. - Hingegen könnte man ja daran denken, den öffentlichen Nahverkehr noch weiter zu stärken, aber das ist ja schon wieder eine ketzerische Aussage von einem bekannten Revanchisten, der wohlmöglich seinen Toyota wieder in einen Esel umtauschen möchte…




Schattenboxen gegen die Schlange im Aridanetal




Montag 20.09.2010 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1014 hPa

Populismus bis unter Meereshöhe
Partido Popular fordert Märtyrerdenkmal für Jesuiten

Die heißen ja schon so, Partido Popular. - Nichts Verkehrtes an der Partei, jedenfalls nicht alles, gesunde Demokratie braucht auch ein Stück Holzfällertum, gemischt mit einer Prise Frömmigkeit und jeder Menge Populismus. - So jedenfalls präsentiert sich die bürgerliche Partei hier auf La Palma, nie verlegen um Pressemeldungen, da fordert man Eier mit 3 Dottern, Flachbildschirme fürs Blindenheim und Freibier an den Schulen, Hauptsache jemand druckt das ab und hält damit den Namen der aufrechten Patrioten wieder mal in den Wind. - Jetzt fordert man ein Denkmal für die 40 Jesuiten, die 1570 vor der Küste Tazacortes von französischen Piraten ermordet wurden, bevor diese nach Südamerika reisen konnten, um dort mindestens zu missionieren. - Schweinebacken diese Piraten, Jacques Sore, wohl ein Hugenotte, welcher in der Zeit vor den kanarischen Inseln mit seinen Kompagnons sein Unwesen trieb, der hatte es eben gerade auf Jesuiten abgesehen, und da kamen ihm diese 40 portugiesischen Missionare auf ihrem Weg nach Brasilien gerade recht. - Nun fordert die Partido Popular für die 40 Jesuiten, die unter der Führung von Ignacio de Azevedo reisten, ein Denkmal hier in Tazacorte, wohl in Zusammenhang mit den nun anstehenden Festen zu Ehren des Heiligen Michael, dem San Miguel, Schutzpatron Tazacortes, der ganzen Insel sowie Namensgeber unseres Eilands. - Dabei übersieht man beflissentlich, dass es bereits ein Denkmal für die 40 frustrierten Reisenden gibt, denn bei "Malpique" hat man bereits 40 Betonkreuze in Gedenken an die Missionare im Atlantik versenkt. - Allerdings kann man halt dieses Denkmal nur sehen, wenn man Taucherbrille und Sauerstoffflaschen dabei hat, was eine gewisse Auswahl der Besucher dieses Denkmals vorschreibt. - Für Taucher ein "Muss" hier vor der Insel, auch wenn die Allerwenigsten die Geschichte um Ignacio und seine 40 Jesuiten wirklich kennt. - Vor Jahren wollte man sogar erreichen, dass der Vatikan Ignacio und seine Kumpels heilig spricht, das aber fand nicht statt, nachdem man seitens des Vatikans festgestellt hatte, dass in Tazacorte kein Wunder stattgefunden hat. - Heute entdeckt man eigentlich täglich Wunder in Tazacorte, allerdings hat der Nuntius wohl andere Vorstellungen über die Eigenschaft von Wundern als wir, die solche Dinge wie den Fracht- und Fährhafen von Tazacorte alleine schon als Wunder oder mindestens wundersam betrachten. - Immerhin, selig gesprochen wurden die "Märtyrer von Tazacorte" bereits, die übrigens in ihrer portugiesischen Heimat immer als "40 Mártires do Brasil" betitelt werden. - Vielleicht sollte man auch noch ein Denkmal für die Opfer der Franco-Ära aufstellen, allerdings hat man diese Forderung bislang von der Partido Popular noch nicht gehört. Jüngere Geschichte ist denen nicht so geläufig wie die großartige Zeit der Inquisition, und die weltweiten Verdienste, denen sich selbst die Jesuiten heute nicht mehr eindeutig freuen können. - Bitte sehr, ein Denkmal für Ignacio und seine 40 Brüder, warum nicht. - Allerdings frage ich mich dabei immer wieder, haben wir eigentlich keine anderen Sorgen?



Sonntag 19.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 26,3 Grad - niedrigste Temperatur 18,6 Grad

Unser Schmuddelkind,
der Mops

Paul hingegen, der arrogante Mephistopheles, der macht den ganzen Tag nichts anders als pennen, putzen und fressen. - Dafür ist sein Fell glatt wie feinste Schweizer Schokolade, und der Kerl riecht, wie frische Babys aus der Pampers Werbung. - Auch das kleine Dreibein Lucky ist eine versessene Sauberkeitsfanatikerin, nur unser Mops, der ist struppig, fast ungepflegt. - Gut, der hat ein Problem, und das ist sein durchaus dicker Haarschopf, auch wenn er noch nicht wirklich ein Langhaarkater ist, so trägt er doch von allen drei Felinen bei uns in der Familie das längste und auf jeden Fall dichteste Fell. - Da ist es schon schwieriger Ordnung zu halten und dann ist er eben auch noch ein Streuner, der den ganzen Tag irgendwo in der Pampa liegt oder herumstreift und sich dabei als Samenträger für alle möglichen Pflanzen anbietet. - Eben kommt er wieder mal zurück, fordert sein Erkennungsschmusen und dann parfümierte Tierkadaver aus der Dose, aber es ist dann fast unmöglich den Kerl zu streicheln. - Struppige verfilzte Haare verhindern diesen sanften Strich vom Kopf bis zum Schwanzende, den die anderen Katzen so ausgiebig genießen und wir Menschen auch immer wieder Gefallen daran finden, weil das einfach so glatt ist. - Das geht bei Mops einfach nicht, man bleibt schon am Hals stecken, und stolpert dann über hunderte von Samenkörnchen, Sand und Blattkrümeln bis hin zum unstreichelbaren Schweif, weil der sich wie eine Säge anfühlt. - Allerdings wäre nun das Wortspiel Fuchsschwanz nicht angebracht, wobei der zerzottelte Schwanz von Mops in Höchstform fast solche haarigen Ausmaße annimmt. - Zu fressen bekommt er trotzdem, auch weil er der ausdauerndste Bettler in unserer Vier- bzw Dreibeinerschar ist und seine Stimme gegenüber seinem Äußeren verblüffend sanft daher kommt.- Das muss von der Eunucherei kommen, beschließen wir dann immer in unserer Familiensprache, nicht Tenor, Bariton eher, aber sanft wie Pauls Fell. - Und durchsetzen am Futternapf, das kann der Kerl sich auch bestens, seine Leibesfülle und auch seine für hiesige Katzen großes Körpermaß sind deutliches Zeichen für diese Liebe zum Napf. - Nein, dick ist er nicht, das haben mir meine Töchter verboten zu schreiben und in der Tat, sein Fell "trägt auf", der hat sicher schwere Knochen und ein Drüsenleiden.

Vielleicht besser so als wie ein Hungerhaken rumzulaufen, so wie der Paul das macht. - Nicht, dass der nichts zu Essen bekäme, ganz im Gegenteil, immer nur die feinsten Stückchen, dafür sorge ich Don Katzenungerecht schon, das können Sie mir glauben. - Aber Paul sieht immer mehr seinem Humanvorbild gleich, dieser verhungerten optischen wie verbalen Umweltverschmutzung, die sich pfauengleich als Karl Lagerfeld vorstellt. - So ein Anti-Mann, ähnlich schlimm wie David Beckham, da schämt man sich doch glatt des gleichen Geschlechtes zu sein und würde sich wünschen, Thilo der alte Sarrazene, hätte sich lieber diesem Thema gewidmet. - Verstehen Sie mich nicht falsch, Männer sollen keineswegs ungepflegt sein oder gar stinken, aber Pflegeserien für "IHN", Handschuhe, Körperschmuck wie Ohrringe oder Piercings, und dann parfümiert wie so eine Witzfigur, Leute, das geht nicht. - Gar nicht. - Zurück zu unserem Schmuddelkind Mops.- Der stinkt auch nicht, aber das mit dem ungepflegt, das muss er auf sich sitzen lassen, und unsere beiden anderen Katzen, die schämen sich wohl ähnlich für ihren Artgenossen, so wie ich das tue, wenn mir einer erzählt, Lagerfeld, Westerwelle und die Retorten-Kids von Tokio Hotel seien echte deutsche Männer. - Wenn der Mops auftaucht und die anderen Beiden sind auch gerade zur Stelle, dann wird aus diesem kurzen, wie fast flüchtigen Begrüßungsschleck eine richtige Putzorgie, wobei halt Paul und Lucky wie weiland Clementine über den armen Mops herfallen und ihre harten Zungen in das zottelige Fell des Schmuddelchens treiben. - Das dauert lange, und Mops hält sichtlich bemüht still, denn eigentlich gefällt ihm das nur anfangs, dann wird das langweilig, bis hin zu nervend, wenn dauernd und überall fremde Zungen an einem herumzupfen. - Aber letztendlich schaffen Paul und Lucky ihren etwas befremdlichen Auftrag und der graue Panther Mops sieht wieder aus, wie eine Katze aus dem Lehrbuch. - Vielleicht ist das auch reine Taktik, der Kerl ist einfach zu faul sich ordentlich zu putzen und überlässt diese Lakaientätigkeiten eben Sauberkeitsfanatikern. - Das sage ich auch immer zu Leuten die meinen, mein Auto könnte man mal aufräumen. Die sollen das doch machen wenn es sie stört, und wer lieber zu Fuß geht, als in einem Männerauto gefahren zu werden, bitteschön, Fußgänger soll man nicht aufhalten…





Sonntag 19.09.2010 11:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1015 hPa

Weiße Amseln sind nicht in Sicht
Parteien auf La Palma ohne Profilneurosen

Im Mai kommenden Jahres finden auf den Kanaren Kommunalwahlen statt. - Da werden sowohl die Gemeindekorporationen neu bestimmt, die Inselparlamente, und auch das Gobierno de Canarias, der Zusammenschluss der beiden kanarischen Provinzen Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas der Gran Canaria. - Jetzt ist so die Zeit, wo man langsam die Köpfe zusammenstecken muss und intern mal überlegen, wer denn eigentlich dann im Mai als Frontman oder Woman die Kastanien aus der Mikrowelle holen soll. - In den Gemeinden ist das in ganz vielen Fällen noch nicht klar, da ziert man sich oft noch bis 3 oder gar 2 Monate vor der Wahl, aber für die Regentschaft im Cabildo Insular sollte man sich eigentlich rechtzeitig positionieren. - Zumindest wenn man einen völlig neuen Kandidaten präsentieren will, der sich hier auf der Insel erst vorstellen muss und lange Zeit benötigt den erforderlichen Stallgeruch anzunehmen. Allerdings dürfen wir eigentlich gar nichts Neues erwarten, wenn keine "weißen Amseln" auftauchen, wie man sich ausdrückt, dann sind wohl allesamt Eigengewächse zu erwarten, welche sich für das höchste Inselamt bewerben werden. - Eine Partei hat sich bereits dazu geäußert, die haben überhaupt keine Mucken gemacht, wie bereits erwartet, stellt Guadalupe Taño von der Coalición Canaria ihre Person zur Wahl. - Man kann übrigens nicht sagen erneut, denn auch wenn Guadalupe als Titelverteidigerin antritt, sie wurde ja nicht ins Amt gewählt, sondern war lediglich Nachfolgerin für José Luis Perestelo, den man nach Madrid geschickt hat. - Allerdings zweifeln manche aus den eigenen Reihen daran, ob sie denn die richtige Kandidatin ist, nicht, weil man ihre fachliche Kompetenz bemängeln würde, man fürchtet halt die einfach strukturierten Seelen seiner Stammwähler, und dass diese eben nicht wirklich gerne eine Frau an der Spitze des Inselparlamentes sehen. - Das sind natürlich selbst gemachte Probleme, aber nicht wirklich ganz von der Hand zu weisen, denn die Coalición Canaria ist eben die Partei der kleinen Leute, wobei man das nicht auf die Geldbörse beziehen sollte, sondern vielleicht eher auf einsilbige kognitive Lebenslinien. - Kennen Sie den Unterschied zwischen schlicht und dumm? - Genau das meinte ich, die sind nicht dumm, oft ganz im Gegenteil, aber es erstaunt immer wieder, wie nah der Horizont manchmal auf einer Insel sein kann. - So gibt es jede Menge Gerüchte, auch gezielt gestreute, einer oder zwei des "Trio triunfale" könnte nach La Palma zurückkehren und dafür sorgen, dass die Coalición Canaria auch mit Sicherheit die absolute Mehrheit im Inselparlament behält. - Dieses "Trio" sind Jose Luis Perestelo, Ex-Presi und Abgeordneter in Madrid, Juan Ramón Hernández, Ex-Bürgermeister von Los Llanos und heute Rat für öffentliche Bauten und Infrastruktur im Gobierno de Canarias, und die graue Eminenz, Antonio Castro Cordobez, Parlamentspräsident der Regierung der autonomen Region Kanarische Inseln. - Alle drei sind inzwischen in den innersten Kreis der Macht der Coalición Canaria angekommen und spinnen die Fäden weit über das Schicksal des kleinen Inselchens hinaus und nicht wenige haben Achtung, Respekt, bis Angst vor dieser geballten Ladung palmerischen Machtinteresses. - Den meisten geht es da so wie mir, man schwankt immer hin und her uns weiß nicht so recht, ob man die sich denn zurück nach La Palma wünschen soll. - Einerseits ist man ja froh, dass die nicht dauernd hier sind, aber in deren jetzigen Ämtern haben die eine derartige Machtfülle erreicht, dass der Schaden eben viel zu groß ist den sie anrichten können. - Es ist aber nicht zu erwarten, dass die zurückkommen, vielleicht José Luis Perestelo, der intelligenteste der Troika, aber auch der, welcher noch die meisten Skrupel besitzt und dadurch wohl dieser Insel den geringsten Schaden zufügen würde. - Man bringt ihn mit einer möglichen Kandidatur als Nummer eins von San Andrés y Sauces in Verbindung, seiner Heimatgemeinde, nachdem die jetzige Bürgermeisterin als Wackelkandidatin für die kommenden Wahlen gilt. - Aber alles nur Vermutungen.

Die Partido Popular schickt sicher keine "weißen Amseln" ins Rennen, dort gibt es nur 2 mögliche Kandidaten. Den frischen und forschen Asier Antona, blitzgescheiter Konservativer, so eine Art Guttenberg mit Dreitagesbart und manchmal neckisch offenen Krawattenknoten, und auf der anderen Seite, das Urgestein der palmerischen Partido Popular überhaupt, Carlos Cabrera. - Alle Zeichen deuten eigentlich auf den jungen Asier, allerdings spürt man bei dem auch, dass der eigentlich mehr vor hat in der Politik als Inselvorstand eines kleinen peripheren Eilands zu werden, zumal man ja hier auf La Palma annehmen muss, dass die Konservativen sowieso diesen Posten gar nicht belegen werden und es eben eine Niederlage wäre, als gescheiterter Kandidat übrig zu bleiben. - Das kann einer weiteren Karriere wohl einen Knacks geben, so darf man ruhig auch damit rechnen, dass Asier nur für das Parlamento de Canarias antritt, und den "Vortritt" für das Inselamt dem Lokalpatrioten Carlos Cabrera überlässt. - Der geht hier nicht mehr weg, der hat keine politischen Flausen mehr im Kopf und wäre von den Fähigkeiten her sicher ein geeigneter Inselpräsident, allerdings hat er sich in den eigenen Reihen der Partei über die vielen Jahre hin mehr als einen Feind gemacht, da er oft unpopuläre Entscheidungen getroffen hat. - Allerdings kann man einen solchem Mann auch nicht mehr verheizen, der hat bereits gebrannt, eigentlich eine gute Voraussetzung für solch eine Kandidatur. - Die Sozialisten, die haben es überhaupt nicht leicht, die werden sicherlich keine "weiße Amsel" für das Amt zum Inselpräsidenten vorschlagen, nachdem man heute noch darüber hadert, eben genau das im Jahr 2007 getan zu haben. - Damals holte man aus Madrid die knackige und bedrohlich intelligente Mercedes Coello überraschend auf die Insel, die sollte mit ihrer frischen und extrem modernen Art im Sinne einer Jeanne d'Arc das Inselparlament stürmen und sowieso die erste Inselpräsidentin La Palmas werden. - Allerdings landete der politische Überflieger nie richtig auf dieser Insel, die Zeit ist noch nicht reif hier in diesem konservativen Bollwerk für frische Frauen, und wenn die auch noch so viel Intellekt mitbringen wie "Merche", dann misstraut man denen von vorne herein. - Diese Schmach sitzt tief bei den Sozis, man wird also sicherlich ein Eigengewächs ins Rennen schicken und allererste Chancen hat dabei Anselmo Pestana, derzeit Senator für La Palma in Madrid. - Ist auch mein Favorit, allerdings ist er weder Charmebolzen noch charismatisches Zugpferd, sondern politisch hoch gebildeter Ideologe und der Typ fleißiger Arbeiter, und das wäre eigentlich der geforderte Charakterzug. - Vielleicht ein bisschen zu intellektuell und theoretisch, aber das hat man ja Zapatero auch immer vorgeworfen. - Man kennt ihn gut hier auf der Insel, allerdings stammt das aus einer komplizierten Zeit in welcher er Bürgermeister von Santa Cruz war und sich dieses Amt mit Juan Ramón Felipe von der Coalición Canaria teilen musste, nachdem die Carlos Cabrera nach vielen Jahre als Bürgermeister aus dem Amt geworfen haben. - Wer auch noch erwähnt wird, das ist Vicente Rodríguez, unauffällig, aber sehr erfolgreich agierender Bürgermeister von Puntagorda und überall auf der Insel sehr beliebt und geschätzt. - Der ist so angenehm bodenständig, der wäre sogar endemischer und autochthoner als noch Perestelo, allerdings fühlt der sich in seinem schnuckeligen Puntagorda derart wohl, dass man sich das gar nicht vorstellen kann, ihn auf allen Wahlplakaten zu sehen. - Und einen Kandidaten aufzustellen, der gar nicht Inselpräsident werden will, das kann nicht gut gehen. - Eigentlich gibt es nur noch bei der Partido Popular ein Fragezeichen über den Kandidaten zur Inselpräsidentschaft, es sei denn, eine "weiße Amsel" kommt noch angeflogen und hinterlässt uns eine Überraschung auf der Insel.



Samstag 18.09.2010 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 19,3 Grad

Salzwanderweg
Saline in Fuencaliente nun mit beschildertem Lehrpfad

Besuchen konnte man die Saline immer schon, die Eigentümer hatten nichts dagegen, dass man sich dort umsieht. - Wenn die Zeit haben, dann erklärten die auch Besuchern den Vorgang der Salzgewinnung, aber die müssen halt auch arbeiten und sind nicht immer da. - Zumal die Salzgewinnung wegen des Wetters auch nur im Sommer stattfindet, aber die Hochsaison des Tourismus hier auf La Palma der Winter ist, liefen da zwar viele Leute herum, konnten aber nicht so richtig mit all dem was anfangen. - Das hat sich nun geändert, es gibt einen Lehrpfad durch die Saline, wo anhand von 7 Schautafeln erklärt wird, wie das denn überhaupt geht mit der Salzgewinnung. - 30 Minuten braucht man etwa bis man den Weg durchschritten hat, und wer nicht ganz aus der Welt ist, der weiß danach auch, wie denn das Salz dort aus dem Meer in den Beutel kommt und später in die Suppe. - Dieser beschilderte Weg ist ein weiteres lobenswertes Ausrufezeichen, unsere so oft bemängelte touristische Infrastruktur etwas aufzupeppen. - Noch schöner daran ist, dass eben solch eine Saline durchaus mit dem für die Insel gewünschten Unterhaltungscharakter kompatibel ist und sich eben um Landschaft und Natur bemüht. - Der Saline ging es allerdings nicht immer gut, Andrés und sein Vater standen vor rund 10 Jahren mal kurz vor der Schließung der Anlage, weil man mit Salz nur über große Mengen Geld verdient und dort eben noch alles per Hand machen muss. - Mit Schubkarren und nicht mit Radladern wird dort das Salz noch von den Verdunstungsfeldern in den Schuppen gebracht, wo es dann zur Abfüllung kommt. - Eines der Probleme war einfach auch, dass die Umgebung der Saline im Naturschutzgebiet steht und so eine Ausweitung oder Modernisierung den Statuen nach gar nicht erlaubt war. - In langen Gesprächen mit der Inselregierung konnte man schließlich einen Kompromiss finden, die Anlage konnte noch etwas erweitert werden, dafür musste man aber auch zusagen, dass man das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich macht. - Inzwischen geht es der Saline besser, besonders die neuen Verdunstungsbecken haben sich rentiert, in welchen hinter Windschutz auch das teure und höchst begehrte "Flor de Sal" gewinnt. - Dieses, von Puristen auch als "Modesalz" belächelte Produkt ist eben ein Vielfaches teurer als das normale Salz, und wird der Saline in Fuencaliente geradezu aus den Händen gerissen. - Auch mehrere deutsche Importeure haben bereits zugeschlagen, so dass es bereits Wochen gab, an denen hier auf der Insel das "Flor de Sal" gar nicht mehr zu haben war.

Die Einwohner der Insel kennen aber das "Flor de Sal" gar nicht so richtig, die nutzen eh meist das grobe Meersalz, ohne welches man sich ein ordentlich gegrilltes Stück schweinisches Glück gar nicht vorstellen kann, und die "Papas arrugadas" sind ohne grobes Meersalz auch nicht machbar. - Die Saline ist übrigens die einzige in der ganzen Provinz Santa Cruz de Tenerife, die noch wirklich produziert, lediglich auf Fuerteventura und Lanzarote wird auf den Kanaren sonst auch noch Salz gewonnen. - Man könnte sogar noch mehr machen mit der Saline, man sprach mal von einem richtigen Besucherzentrum mit Verkostung, Cafetería und gar einem Restaurant, aber bis die Familie dort unten mit dem Salz so viel Geld verdient hat dass man sich solche Sperenzchen auch noch leisten kann, bis dahin kann noch reichlich Wasser in den Becken verdunsten. - Jetzt gibt es auch noch eine neue Verpackung für das Salz, man wollte da das angestaubte Design ein bisschen auf Vordermann bringen, und hat sogar beratende Unterstützung aus Deutschland erhalten, die Verpackung zu erneuern. - Aber so etwas muss bei uns äußerst behutsam gemacht werden, das Salz aus Fuencaliente hat eben für den Verbraucher so und so auszusehen, das ist ein bisschen so wie mit der Maggi-Flasche, die kann man auch nicht wirklich verändern, ohne dass ein Stilbruch eingeleitet wird. - Es ist gelungen, die Änderungen sind nicht so gravierend, dass man das Produkt nicht schon von weitem nicht wieder erkennen würde, und auch wenn bei uns alle Berufsnostalgiker gleich gemeckert haben, die alte Verpackung sei schöner gewesen, ein bisschen frischer wirkt die neue Verpackung wohl. - Es sieht also gut aus mit der Zukunft der Saline von Fuencaliente und der Lehrpfad dort unten ist ein gutes Beispiel dafür, dass man mit wenig Aufwand unsere touristische Infrastruktur deutlich bereichern kann.




links die neue Packung, rechts der Vorgänger




Samstag 18.09.2010 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1014 hPa

Nostalgie oder Rekuperation
Erneuter Versuch die Landwirtschaft wieder anzukurbeln

Früher, als alles anders war und nur manches besser, da nannte man La Palma mal die Speisekammer der Kanaren. - Gut, früher hatten wir auch keinen Kaiser, und ob La Palma wieder zurück zur Landwirtschaft kommt, ich meine nun außer den Bananen, das ist selbst hier auf der Insel umstritten. - Natürlich spricht viel dafür, sehr viel sogar, allerdings gibt es eben auch die warnenden Stimmen die da sagen, jeder Aufwand in diese Richtung ist rausgeschmissenes Geld, weil der globalisierte Markt längst die Warenströme des Primärsektors beherrscht und wir auf kleinen Flächen und Handarbeit niemals auch nur annähernd konkurrenzfähig produzieren können. - Da ist was dran, allerdings gibt es ja auch längst wieder eine Gegenbewegung zu Billignahrungsmitteln, die rund um die Erde gekarrt werden, um aus dem geringeren Lohnniveau der Entwicklungsländer noch Profit zu erlangen. - Da kann man wohl ansetzen und eine wachsende Nachfrage bedienen, und man spürt es auch auf unserer kleinen Insel bereits, dass lokale Produkte nicht mehr grundsätzlich als "uncool" und zu teuer abgetan werden. - Wie weit der Absatz solcher "kleiner Schätzchen" noch gesteigert werden kann, das vermag ich nicht zu sagen, sicher ist aber, dass man noch deutlich zulegen kann in dem Nischensektor "lokale Vernunft". - Allerdings konnten wir auch beobachten, dass alle erfolgreichen Modelle dieses Sektors auf Privatinitiative entstanden sind, die Korporationen lediglich dazu beigetragen haben, in manchen Fällen leider sehr zögerlich, dass der Rahmen der Geschichte stimmt, und man Räume oder Stätten zur Präsentation und dem Verkauf zur Verfügung gestellt hat. - Beispiel hierzu der Mercadillo in Puntagorda, und nach langem Ignorieren auch der Bauernmarkt von Los Llanos. - Subventionen aber flossen da nicht direkt, die Produkte sind echt kalkuliert, und die Anbieter erwirtschaften Renditen außerhalb des geschützten Prozesses der Subventionen. - Das ist doch gewünscht, und nicht ein künstlich und meist nur kurzfristig aufgeblähter Erfolg, der sofort nach dem Erlöschen der Subventionen wieder in der Grabeskammer des Aktionismus verschwindet.

Eines der authentischten Lebensmittel der Kanaren ist das Gofio. - Geröstetes und gemahlenes Getreide, welches mit Flüssigkeit versetzt irgendwie so rutschig gemacht wird, dass dieses die Speiseröhre hinab kriechen kann. - Man muss von hier sein und Nostalgiker obendrein wenn man das mag, nur wenige Zubereitungsarten konnten mich je überzeugen und auch die frischen Generationen an Palmeros stehen dem früheren Grundnahrungsmittel der Inseln eher breiig gegenüber. - Aber es ist weiterhin auf ganz vielen Tellern zu finden hier und gehört immer noch zum "täglichen Brot". - Der Ursprung dieses Nahrungsmittel wird den Ureinwohnern der Insel zugesprochen, die irgendwie nicht in der Lage waren Brot zu backen und so das Getreide eben in dieser Form haltbar und schmackhaft gemacht haben da bei der Röstung ja Süßstoffe entstehen. - Früher, eben als alles anders was und nur manches besser, da gab es abends eine Tasse Ziegenmilch und darin wurden 2 Esslöffel Gofio hineingerührt und schon war man satt. - Das ist auch das Erfolgsrezept dieser Mehlspeise, es macht schnell und extrem billig satt und stillte so über Jahrhunderte den Hunger der so karg lebenden Landbevölkerung. - In den Zeiten, als eben Gofio das Brot der Palmeros war, da baute man hier auf der Insel fast überall Getreide an, man spricht von bis zu 1,4 Millionen Kilo im Jahr und rechnet nun vor, dass es nun nur noch 20.000 Kilo seien, die auf der Insel an Getreide geerntet werden. - So kommt es auch, dass die Gofiomühlen auf La Palma das benötigte Getreide auf dem Weltmarkt einkaufen und dann erst hier auf der Insel den endemischen Rest geben. - Nicht nur, weil Getreide von hier viel zu teuer ist, sondern eben einfach auch, weil es gar nicht genug davon gibt. - Nun will man das wieder ändern und produziert erneut Gofio ausschließlich aus Getreide, welches hier auf der Insel angebaut wurde. - Erneut deshalb, weil die unglückliche öffentliche Firma "Sodepal" vor 2 Jahren bereits genau das gleiche versucht hat, und kläglich gescheitert ist. - Nun versuchen sich daran das Konsortium des Weltbiosphärenreservates, die landwirtschaftliche Genossenschaft "El Frescal" und zwei Gofiomühlen erneut an dem endemischen Experiment und sind bester Dinge, ihr autochthones Gofio auch in den Mann zu bekommen. - Hafer, Weizen, Gerste, Roggen, Ackerbohnen und Süßlupinen, hier auf der Insel angebaut, liefern den Grundstoff, und die beiden Mühlen rösten und mahlen das Ganze zum Endprodukt mit dem Namen "Taber". - Gesehen habe ich es noch nicht, weil die Supermärkte das nicht führen, aber in manchen kleinen Läden soll es doch tatsächlich zu finden sein und wenn wir uns alle ganz viel Mühe geben und suchen, dann entdecken wir es vielleicht auch. - Da ist es wieder, unser kleines Problem, produzieren können wir alles, aber wenn es rund um das Thema Marketing geht, dann haben wir noch vor Dienstbeginn Feierabend.




Derart schick,zeitlos und rebellisch etikettiert versuchte bereits "Sodepal" ganzheitlich palmerisches Gofio in die endemische Peristaltik einzuschleusen. - Ich kann nur hoffen, dass das neue Produkt in der Präsentation etwas von diesem ländlich minimalistischen Charme abweicht.




Nachtrag. - Meine Frau kann man einkaufen schicken. - Die hat das neue Gofio sofort gefunden, nämlich bei ihrem Fleischer des Vertrauens, Alejandro. - Der hat seine Carnicería Taburiente in El Paso, an der Ecke da wo auch der Bioladen Alegría und die Apotheke ist. - Hinter dem Rathaus links rein. - Nicht nur, dass man dort immer vortreffliches Fleisch aus La Palma bekommt, und auch die größten und frisch gemachten Bocadillos, Alejandro hat eben auch noch so ziemlich alles andere, was man so in der Küche braucht. - Der Laden ist eh schon so etwas wie eine Institution, ganze Heerscharen von Firmenangestellten besorgen sich dort vormittags mit ihrem Frühstück, dann geht es in der kleinen Fleischerei wie in einem Taubenschlag zu. - Danach beruhigt sich das wieder und man kann Alejandro dabei zusehen, wie er höchst gekonnt die Koteletts mit einem Schlag vom Speer trennt und dabei immer noch die soziale Aufgabe erfüllt, für die gesamte Ecke dort Ansprechpartner zu sein sowie Versorgungsknoten von Lebensmitteln wie auch dem neuesten Dorftratsch. - Der hat auf der Theke nun das "neue Gofio" platziert, so dass jeder das gleich erkennen kann. - Bislang nur die Sorte mit ausschließlich Weizen, aber das andere, die Mischung, die kommt auch noch. Und wie man unschwer an dem Foto erkennen kann, hat man sich dieses Mal deutlich mehr Mühe mit dem Erscheinungsbild der endemischen Pracht gemacht und eine durchaus ansprechende Verpackung gewählt. - So steigen die Chancen enorm, dass man diesem Versuch doch mal Erfolg zutrauen kann.





Freitag 17.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 28,2 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad

Interpretationssache
Gobierno de Canarias möchte Häuserabrisse an den Küsten aufhalten

Lange hat es gedauert, bis die regionalen Korporationen sich offen gegen die strikte Anwendung des Küstengesetztes auf dem Jahr 1988 stellen. - Das Gobierno de Canarias hat auch eigentlich gar keinen Einfluss in dieser Materie, kann also die Küstenbehörde in Madrid, welche dem Umweltamt untersteht, eigentlich nur bitten, die Abrisse der Siedlungen an den Küstenstreifen auszusetzen, bis juristisch die Sache derart eindeutig geklärt ist und es keine Zweifelsfälle mehr gibt. - Genau das ist jetzt geschehen, man fordert die Küstenbehörde auf, keine Abrisse mehr durchzuführen, bis alle anhängenden Verfahren auf den Gerichten abgeschlossen sind, und man eindeutige Regeln erkennen kann, wann denn ein Abriss verfügt werden kann, und in welchen Fällen die Gerichte auch Bestandsschutz erkennen. - Genau das ist nämlich in diversen Fällen bereits passiert, und wer pfiffige, vielleicht auch teure Anwälte hatte der konnte sich gegen den Abriss wehren und wer nicht, dem schnappte man die Hütte einfach weg. - In der Tat sind da viele Fragen offen und man kann auch keine klare Linie erkennen, denn bislang hat man an den kanarischen Küsten, ich sage es mal blumenhaft, auch nur Hütten abgerissen und keine Paläste. - Darüber hinaus ist die Frage des Bestandschutzes nicht geklärt, was ist zum Beispiel mit den Siedlungen und Häusern die bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes entstanden, und welche Ausnahmen kann es überhaupt geben. Auch möchte man eindeutig klären lassen, welche Papiere denn ein Häuslebesitzer haben muss, damit sein Besitzanspruch auch legal definiert werden kann. - In all dem Kuddelmuddel gibt es nämlich reichlich Fälle, wo zum Beispiel ein Titel über das Haus vorhanden ist, sogar eine Eintragung im Kataster der Gemeinde, nicht aber über das Grundstück. - Oder umgekehrt und in allen Facetten gibt es da Fälle, die schier unendliche Interpretationen der Lage zulassen. - Viele sind auch komplett illegal, keine Frage, und die kann man sicher nicht retten, das kann auch nicht wirklich jemand wollen, so ausgebufft kann auch regionale kanarische Politik nicht wirken. - Coalición Canaria und die Partido Popular stimmten für den Vorschlag, die Sozialisten dagegen, kein Wunder, regiert doch die PSOE in Madrid und da traut man sich regional denen nicht in den Rücken zu fallen. - Allerdings weist der Sprecher der Sozialisten auch mit Recht darauf hin, dass die Partido Popular in den acht Jahren an der Regierung das Küstengesetz weder novelliert hat, noch überhaupt angewandt, so dass überhaupt erst dieses große Besiedlungsproblem entstanden ist. - Darüber hinaus merkt er an, dass sie Inselkorporationen unverständlicherweise ganz zaghaft mit der Möglichkeit umgehen Siedlungen und Gebäude als "Platz des öffentlichen Interesses" zu deklarieren um somit dem Abriss zu entkommen.

Aber freikaufen können die Sozis mit solchen Erklärungen sich auch nicht, das Küstengesetz ist und bleibt eine wirklich gute Sache, nur eben die rückwirkende Anwendung dieses Gesetzes schafft enorme Probleme und enteignet eine große Anzahl von Hauseigentümern. - Die Anwendung ist also das Problem und man müsste dringend dieses Gesetz novellieren und klarer definieren, um auch rechtliche Sicherheit zu haben. - Vielleicht hat auch der Hungerstreik einiger Bürger aus "Cho Vito" auf Tenerife dazu beigetragen, dass sich nun das Regionalparlament mit dem Fall beschäftigt, zumindest hat man erkannt, dass die Klärung der Angelegenheit Küstengesetz einen breiten Teil der Bevölkerung interessiert. - Nicht nur die, welche dort am Meer ihre Hütte oder ihr Haus stehen haben, sondern auch große Teile der nicht betroffenen Bürger der Inseln fordern Aufklärung. - Somit wird das Ganze schon wieder zum Wahlkampfthema und da haben die beiden Parteien pfiffig zugeschlagen und sich die Rettung der Siedlungen an das Revers geheftet. - Allerdings unverständlich spät, und vielen lokalen Stadtfürsten muss man sogar zum Vorwurf machen, sie hätten sich überhaupt nicht für die Belange der angesprochenen Siedlungen und Eigentümer eingesetzt. - Manchmal sogar im Gegenteil, da war es den Stadtfürsten sogar recht und billig, die Küstenbehörde vorzuschicken, damit diese die ungewünschten Siedlungen am Meer abreißen lässt und man damit endlich Sahnestückchen am Meer interessierten Investoren anbieten kann. - Das kann man auf jeden Fall für La Bombilla anwenden, wo man beiden betroffenen Bürgermeistern aus Los Llanos und aus Tazacorte wohl vorwerfen kann, zugunsten des Investors am Leuchtturm sowohl die Playa Nueva bereits geräumt zu haben und das gleiche mit La Bombilla versucht. - Man will doch nicht den erlauchten Besuchern des geplanten Hotels von "Las Hoyas" zumuten, auf ihren Spaziergänge am Meer auf Einheimische zu treffen, welche nicht in genormten Einfamilienhäusern wohnen. - Oder aber der Investor hat gefordert, macht das alles weg, sonst siedelt sich da noch mehr Gastronomie an und wir können unsere Gäste dann nicht mehr alleine im Hotel halten, damit die ihr Geld bloß dort ausgeben. - Wir werden abwarten müssen, wie man nun in Madrid diese Aufforderung annehmen will. - Der Zeitpunkt ist günstig für die Forderung, Zapatero braucht keinen neuen Kriegsschauplatz, der hat genug um die Ohren und ist auch die Zustimmung der Abgeordneten der Coalición Canaria in Madrid angewiesen, um seine wohl zu spät begonnenen Spar- und Reformpolitik durchzusetzen.




La Bombilla




Freitag 17.09.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1014 hPa

Man gönnt sich ja sonst nichts
Sodepal und nur Kritik

Alle sind sich einig, die Idee, dass es so etwas gibt wie die Firma "Sodepal", die ist gut. - Die Idee des Katholizismus ist auch gut, die des Kommunismus auch, aber, aber, aber. - Vorneweg muss man dann noch erklären, was "Sodepal" eigentlich ist, und das will ich auch mal polemisch interpretieren: "Sodepal" wurde gegründet, damit die alles das machen, was die Politik nicht auf die Beine bekommt. - So gründete man eine Firma, zu 100% in Abhängigkeit vom Cabildo Insular, welche damit beauftragt ist, sich um die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung dieser Insel zu kümmern. - Ein ganzer Stab von Mitarbeitern arbeitet an Gedanken und Feldversuchen, neue Wirtschaftszweige für die Insel zu testen, dabei erinnere ich nur an den Versuch mit dem Nilbuntbarsch, allerdings sind die Ergebnisse bislang eher blass. - Worauf man stolz ist bei "Sodepal", das ist die Schiene "IV Gama", ein ambitiöses Projekt, welches sich darauf konzentriert, die lokale Landwirtschaft neben den Bananen wieder anzukurbeln. - "Sodepal" bietet den Bauern Festpreise für die Abnahme von bestimmten Produkten, kauft diese an, und fertigt daraus Salatmischungen nach dem Gedanken von Convenience Food, und vertreibt diese in lokalen aber auch regionalen Supermärkten. - Applaus wäre hier durchaus angebracht, das haben wir uns doch immer gewünscht, der Landmann sät, ackert und erntet, und andere bringen die Produkte auf den Markt, eine wunderbare Wertschöpfungskette und alle sind zu frieden. - Allerdings scheint diese Kette nur auf Pump zu funktionieren, die Produkte werden unter dem üblichen Marktpreis angeboten und entsprechen auch nicht der eigentlich geforderten Qualität. - Darüber hinaus arbeitet man wenig effektiv, von angelieferten 98.000 Kilo Rohware gingen 83% nicht in die Vermarktung, waren als Abschnitt, Abfall, für Werbungszwecke entnommen oder verschwanden sonst wo. - So zumindest meldet es die Partido Popular in einem ihrer bereits legendären Pamphlete, und man muss so diese Zahlen mit der gebotenen Vorsicht betrachten, allerdings tauchen solche Werte immer wieder mal aus verschiedenen Quellen auf, so dass man wohl nicht komplett daneben liegen kann. - Auch muss man beachten, dass bei der Zubereitung von Obst- oder Gemüserohware der nicht verwertbare Anteil sehr hoch ist, je nach Gemüse auch mal bis zu 60%, aber niemals im Ganzen 83%. - Da wird also nicht gut gearbeitet und darüber hinaus gibt es keine wirkliche Transparenz über die Tätigkeiten von "Sodepal", es sollte ja kein Geheimnis sein, was eine Firma die komplett von Steuergeldern lebt, eigentlich so er-, oder verwirtschaftet.

Überhaupt ist "Sodepal" inzwischen zum reinen Zankapfel bis hin zum Reizwort geworden, nicht nur die Partido Popular wirft dieser Firma vor, lediglich ein Sammelbecken für Freunde der Inselregierung zu sein, welche unter den warmen Fittichen einer öffentlichen Firma ein angenehmes Auskommen haben. - Allerdings ist dieser Vorwurf nicht wirklich durchgängig zu erhärten, man mag es annehmen, aber ein grundsätzliches Argument gegen diese Bemühungen müsste besser verfasst sein. - Die Frage allgemein muss lauten, soll man überhaupt mit Subventionen daran gehen, die heimische Landwirtschaft wieder auf einen rentablen Weg zu schicken, oder soll man schlichtweg die Regeln der Marktwirtschaft gelten lassen, welche eben eine radikale Auslese betreiben, wer an diesen Geschäften erfolgreich teilhaben kann. - Dabei dürfen wir uns aber nichts vormachen, die Welt hat nicht auf unseren Salat im Beutel gewartet und es ist ein steiniger Weg, unsere landwirtschaftlichen Produkte wieder in den regionalen Warenverkehr einzubringen. - Da darf man wohl über einen gewissen Zeitraum hin mit öffentlicher Hilfe ans Werk gehen, weil einfach die einzelnen Landwirte überhaupt nicht die Mittel und Möglichkeiten haben da einzugreifen. - Allerdings muss dann der gesamte Ablauf eines solchen Versuches professionell ablaufen, und nicht das Produkt von Anfang an eigentlich nur über den niedrigen Preis platzieren zu wollen und dabei sogar noch schlechte Qualität in Kauf zu nehmen. - Was die machen ist richtig, wie sie es machen in falsch, oder zumindest verbesserungswürdig, und darüber hinaus stelle ich die Frage, warum man für einen solchen Versuch extra eine Firma gründen muss, wo wir doch eine komplette "Consejería de Agricultura" haben. - Leider hat sich die "Sodepal" nicht aus der Polemik befreien können und trägt auch nicht mit Transparenz und vielleicht kleinen Erfolgen dazu bei, aus dieser Ecke wieder hervorzukommen, so dass zu befürchten ist, die gute Idee geht mit der lapidaren Umsetzung das Bächlein mit runter. - Da sind sie wieder die Parallelen zum Christentum und zum Sozialismus, wenn nur unqualifizierte Kräfte an solchen Ideen arbeiten, dann kann nur Kokolores daraus werden.



Donnerstag 16.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 28,2 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad

Der faltige Guiri mit dem Taschenrechner
Flugkapazität nach La Palma in der Wintersaison reicht nur für 35% Auslastung der Betten

Lieber Gott, lass mich irren. - Eigentlich bin ich ganz gut darin, aber wie es rechne und auch hinbiege, mein exklusives Gerät der Taschenrechnerklasse aus dem China-Billigladen spuckt keine anderen Zahlen aus. - Übrigens habe ich mich nicht einfach so hingesetzt und mir Zahlen ausgedacht, sondern ich reagiere damit auf eine Presseerklärung unserer Tourismusrätin, in welcher sie suggeriert, dass es ausreichend, wenn nicht sogar zu viele Flugplatzangebote in der Wintersaison nach La Palma gibt. - Ihre Erklärung wiederum ist eine Reaktion der besorgten Branche, die immer noch stöhnt, weil eben die großen Carrier nach La Palma für den Winter ihr Angebot an Flügen nach La Palma erneut gesenkt haben. - Beatrix Páez, so heißt die Dame auf dem sicherlich heißesten Stuhl im Cabildo Insular die erklärt, dass in Gesprächen mit Air Berlin diese Gesellschaft sich verpflichtet hätte, 54.000 Plätze in der Wintersaison in ihrem Angebot nach La Palma hat. - Das soll suggerieren, dass man es geschafft hat das Angebot zu erhöhen, aber das stimmt eben einfach nicht, es sind in der Tat weniger als noch in der vergangenen Saison. - Allerdings kann man unsere Rätin nicht der Lüge bezichtigen, sie sagt in der Presseerklärung nicht, dass es mehr Plätze seien, das nur mal am Rande bemerkt. - Allerdings denken viele Menschen hier eben nicht dreimal um die Ecke oder sind mit den Zahlen so vertraut, dass die den Braten riechen. - So kam heute Vormittag auch bereits eine der Hausbesitzerinnen für die wie arbeiten bei uns vorbei, und strahlte fröhlich über das ganze Gesicht, denn die hatte auch die Presseerklärung gelesen und war halt der Meinung, jetzt ist wieder alles in Butter. - Leider ist es das nicht, denn wenn man die Meldung mal ein bisschen auseinanderzupft, und ein paar andere Beispielzahlen einfügt, dann sträuben sich einem bald die Haare und man fragt sich unwillkürlich, was machen die alle mit uns und wie blind wollen wir eigentlich sein. - In der Meldung kommt auch vor, dass man nur 29.600 deutsche Gäste in der vergangenen Wintersaison gehabt hätte, allerdings waren es, wenn man Schweizer und Österreicher mitzählt, die eben keine eigenen Flieger schicken, an die 70.000. - Ich weiß nun nicht, wo die Rätin ihre Zahlen hernimmt, ich habe sie aus der Statistik des Flughafens, welche der staatliche Betreiber "AENA" zur Verfügung stellt. - So lässt Frau Páez diktieren, dass alleine mit dem Angebot der Air Berlin die Nachfrage für Flüge aus Deutschland mehr als gesättigt sei. - Stimmt natürlich nicht, und wenn ich an "glorreiche" Zeiten denke, so an das Jahr 2002 oder 2003, dann kamen sogar an die 100.000 Gäste mit Fliegern in der Wintersaison zu uns. - Schnee von gestern, das muss uns nicht weiter interessieren, bleiben wir beim Heute.

Ich bin mir sicher, die Tourismusrätin macht alles was in ihrer Macht steht, um mehr Gäste nach La Palma zu locken und vor allem, um mehr Plätze in Flugzeugen auf unsere Insel zu ergattern. - Das ist ein mieser Job den die Dame da auszuführen hat, auch ihre Vorgänger, Jaime Sicilia und Juan da la Bareda haben eine ähnlich schroffe und unbefriedigende Amtszeit gehabt. - Aber man sollte halt die Leute nicht für dumm verkaufen, und schon gar nicht den Sektor der damit arbeiten muss, denn wir zumindest kennen diese Zahlen. - Und nicht nur diese, sondern man kann auch noch weiter graben.- Gehen wir mal davon aus, dass es auf La Palma an die 13.000 Gästebetten gibt, das ist realistisch, unter Hotels, Pensionen, Ferienhäusern, Turismo Rural oder wie sich das alles nennt, dann taugen die jetzt angebotenen Plätze lediglich für eine Gesamtauslastung von an die 35% der Betten in der Wintersaison. - Das ist natürlich alles andere als befriedigend. - Ich rechne das mal vor. - Geht man davon aus, dass die durchschnittliche Zahl der Aufenthaltsdauer der Gäste bei 10 Tagen liegt, dann müsste man die Betten in der 6 monatigen Wintersaison 18 mal neu belegen um eine Vollauslastung zu erreichen. - Dazu würden wir in der Saison 234.000 Plätze in Flugzeugen benötigen, um diese Zahl an Gästen nach La Palma befördern zu können. (18 x 13.000) - Die Kapazitäten aber sind, die 54.000 von der Air Berlin, (Danke schön, dass ihr an uns glaubt) und noch mal an die 15.000 der Condor. - (4 Flieger wöchentlich, allerdings nur 2 davon nur nach La Palma, die anderen beiden fliegen vorher noch Lanzarote an und lassen dort den Großteil der Passagiere aussteigen.) - Dann noch eine HHI aus Friedrichshafen, eine aus Weeze und Schluss. - Das ergibt in der Summe an die 72.000 Plätze für die Wintersaison, und schon haben wir den Salat.

Klar, es gibt auch nationalen Tourismus und ein paar Leute von den Kanaren kommen im Winter auch zu uns, aber das kann man eigentlich auch vernachlässigen, wenn man bedenkt, dass in den angebotenen Plätzen in den Chartermaschinen auch viele Passagiere fliegen, die überhaupt keine Gäste sind, sondern hier wohnende Menschen oder Langzeitaufenthalt ausüben, welche gar nicht das angesprochene Bettenangebot tangieren, wohl aber die Plätze in den Fliegern. - An dieser unschönen Situation kann man wenigen einen Vorwurf machen, denn auch hier erlebte man den Boom der neunziger Jahre in denen alles möglich schien und plötzlich geneigt war jegliche Vorsicht über Bord zu werfen und alles dem Goldenen Kalb Wachstum zu übereignen. - Heute bezahlen wir dafür, nicht nur im Tourismus, die Bau- und Immobilienbranche hat es noch schlimmer erwischt, wir jammern zwar nicht auf hohem Niveau, aber immerhin niveauvoll… Schlimm allerdings ist, wenn die Situation eben so klar ist wie unsere im Moment, dann noch weiter auf Überangebot zu setzen, noch mehr Hotels zu bauen zu lassen und sich kaum darauf zu entsinnen, dass wir an ganz anderen Stellen unserer Versuchsküche La Palma basteln müssten. - Ich habe nichts gegen 1 (ausgeschrieben einen) Golfplatz auf der Insel, wenn dieser eben ohne neues Hotel auskommen würden, welches wieder weiter das Überangebot erhöht. - Dann sollte dieser Golfplatz auch noch etwas Besonderes sein und habe da im Auge, den ersten ökologischen Golfplatz der ganzen Welt anzubieten. - Da jubeln selbst die Ökos, und so hätte man doch ein wackeres Stück neuer Attraktivität, welches diese Insel wirklich auszeichnen könnte. - Die Heilige Quelle, bitte sehr, das Besucherzentrum auf dem Roque de Los Muchachos, bitte bald und so viele andere periphere Aufgaben rund um das touristische Angebot auf der Insel sind noch zu verbessern, aber doch bitte nicht einfach nur Hotels bauen und dann abwarten ob denn jemand vielleicht nach La Palma kommen will. - Die Marktwirtschaft wird es regeln, sicherlich, aber die Marktwirtschaft kennt auch keine Gnade auf dem Weg zur fälligen Zäsur, und für diese Gnade wäre eigentlich die Politik da. - Das scheint unser großes Defizit zu sein, noch bevor wir überhaupt ein schlüssiges Konzept für unser Bild nach außen gefunden haben, wird bereits Kuchen verteilt, der überhaupt nicht gebacken werden kann. - Dabei haben die Leute längst ein Bild von uns, ein positives sogar, und das ist über die Jahre gewachsen und allmählich sollten wir aufhören mit dem Experimentieren und dem Kopieren der Weiten Welt, denn wir sind und bleiben "Mondo Piccolo", klein, fein und manchmal gar nicht wirklich hochglanzkompatibel.





Donnerstag 16.09.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1014 hPa

Der Zweck heiligt die Quelle
Opposition in Fuencaliente öffnet die Heilige Quelle für private Investoren

Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht, denn die "öffentliche Hand" hat überhaupt nicht die Mittel, aus dieser Thermalquelle ein interessantes touristisches Ziel zu machen. - Allerdings überschatten diese Geschichte gleich mehrere Unsicherheiten, so dass wir noch nicht frohlocken können, und überhaupt, wer soll denn der Investor sein und was hat man da vor. - Zurück zum Positiven, seit Jahren nun liegt die Fundstelle der "Fuente Santa" in einem gut abgesicherten Stollen, und gleich 4 Korporationen streiten sich mehr oder weniger darüber, was denn mit dieser brillanten natürlichen Ressource der Insel so geschehen soll. - Ein eigens gegründetes Konsortium, bestehend aus Gemeinde, Cabildo, Wasseramt und Gobierno de Canarias sollte die Geschicke und die Zukunft dieser Quelle regeln und eigentlich war es von Anfang an klar, dass eine solch komplexe Geschichte nicht funktionieren kann. - Auch war immer unklar, ob man denn Privatinvestitionen überhaupt zulassen will. - Wünschenswert wäre sicher gewesen, man organisiert und erstellt aus eigenen Mitteln dort eine Badeanstalt mit medizinischem und "Wellnesshintergrund", um zu gewährleisten, dass die eventuell erwirtschafteten Gewinne der Allgemeinheit zugute kommen können.- Das ist aber ein frommer Wunsch, denn einerseits hat man das Geld nicht und auf der anderen Seite auch gar nicht die Qualifikation, solch ein Unternehmen auf die Beine zu stellen. - So nimmt jetzt die Gemeinde Fuencaliente die Dinge in die Hand, und witzigerweise ist es dort die aus drei Parteien bestehende Opposition, welche gegen die regierende Coalición Canaria den Beschluss gefasst hat, private Investoren an dem Ausbau und dem Betrieb eines, wie auch immer aussehenden Badehauses zu beteiligen. - Allerdings stellt man sich vor, die Anteilsmehrheit an der Quelle zu behalten, aber wie man das Geld dafür aufbringen will, das ist eine andere Frage. - So muss sich der Investor ziemlich sicher sein, dass ihn die Gemeinde zwar unterstützen wird, allerdings wird er wohl alleine die finanziellen Mittel aufbringen müssen und in einem interessanten Kalkül spricht man von 15 Millionen Euro, welche dort wohl zu investieren sein. - Interessant auch deshalb, weil es überhaupt keinen Plan und kein Projekt gibt, was dort denn zu errichten sei, und überhaupt, wie sieht das Gesamtkonzept, und was springt für die Insel allgemein heraus?

Aber man weiß ja, dass es wohl bereits Projekte privater Firmen gab, die noch unter der alten Stadtregierung der UPF (Union Progresista de Fuencaliente) und seinem "ewigen" Bürgermeister Nolasco an der Quelle interessiert waren und eidgenössische Ideen, Interessen und Geld vorzuweisen hatten. - Ob diese Gruppe nun wieder beteiligt ist, das weiß ich nicht, aber man sollte sich eigentlich sicher sein, dass alte Verbindungen nicht einfach nur deshalb erlöschen, bloß weil der alte Bürgermeister nun seinen Hut nehmen musste. - Aber das soll uns auch egal sein, nur missfällt mir absolut die Idee, dass die kleinste Gemeinde der Insel, welche politisch und wirtschaftlich deutlich pleite ist, nun zusammen in alten Strickmustern eine der größten und interessantesten touristischen Ressourcen La Palmas ausbeuten soll. - Wir haben ja gesehen, was dort unten im Süden mit dem großen Hotel gelaufen ist, und heute noch trägt die Insel schwer an dem gewaltigen Bettenüberangebot, welches auf der Insel entstanden ist, nachdem man mit allen Mitteln den Bau dieser Riesenanlage durchgesetzt hatte. - Es ist natürlich auch möglich, dass der kommende, oder bereits vorhandene Investor gute Ideen und auch gute Vorsätze mitbringt, so etwas darf man nie ausschließen, obwohl der Alltag solche Unvoreingenommenheit meist im Nachhinein als Naivität karikaturistisch erscheinen lässt. - Sicher haben die in der Gemeinde bereits ihr Projekt und den Lieblingsinvestor möchte man annehmen, wenn man so auftritt wie die das da machen, und bereits einen Zeitraum bestimmt, wann man denn diese Badeanstalt in Betrieb nehmen möchte. - In 3 Jahren soll das bereits sein, und fast ist man geneigt zu sagen, sollen die doch einfach machen, denn wenn wir auf eine weise Entscheidung des Konsortiums waren müssen, dann wird das ein grenzenloses Geduldsspiel. - Eine Frage bleibt auch noch offen, ob denn die, in absoluter Mehrheit im Cablido Insular regierende Coalición Canaria das mit sich machen lässt, den eigenen Bürgermeister von der Opposition überstimmen, das wird denen nicht gefallen. - Auch sollten wir kritisch sein und aufmerksam, was denn die Pläne und das Projekt angeht, das geht uns alle an und sollte kein Lokalvergnügen Fuencalientes bleiben.



Mittwoch 15.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 32 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 32,9 Grad - niedrigste Temperatur 22,8 Grad

Uniformen für Beamte
Das schwüle Wetter fordert seine Opfer

Schwül ist es geworden, unangenehm schwül, der Regen brachte uns nicht nur Säuberung der Atmosphäre, sondern auch warme tropische Luft, die uns ganz schön schwitzen lässt.- Das ist nicht unser Wetter, das macht schräg im Brägen und erst morgen dürfen wir auf eine Besserung hin zum Passat hoffen. - Vielleicht ist das auch der Hintergrund, auf welchem ein interessanter wie abstruser Vorschlag basiert, alle Beamten, hier "funcionarios" genannt, mit Uniformen auszustatten. - So etwas überliest man, so etwas kommt aus der Ecke der Satire oder Prekariatsclowns a la Stefan Raab, das möchte man zumindest hoffen. - Aber so einfach kommen wir dabei nicht weg, denn genau diesen Vorschlag hat der "Diputado del Común" der automonn Region Kanarische Inseln gemacht, Manuel Alcaide Alonso. - Jetzt muss man erst mal erklären, was ein "Diputado del Común" ist, und wir kommen da zu einer Mischung zwischen Petitionsausschuss und Kummerkasten, ein weiterer Titel welchen man diesem "Diputado del Común" verleiht ist "Defensor del Pueblo", also Verteidiger des Volkes. - Den Chef dieser Institution bestimmt das Gobierno de Canarias, und meist handelt es sich bei der gewählten Person um eine aus den eigenen Reihen stammende Persönlichkeit, die man aus welchen Gründen auch immer, meist aus Altersgründen mit diesem beachteten, aber eben zahnlosen Posten beauftragt. - Zahnlos deswegen, weil eben der "Diputado del Común" keine Strafen aussprechen kann oder Gesetze oder Normativen erlassen, er kann und muss lediglich die Beschwerden der Bürger gegenüber der Legislative annehmen, untersuchen und dann weiterleiten und beantworten. - Als stärkste Waffe steht dem "Defensor del Pueblo" der Rechtsweg offen, er kann jederzeit, natürlich nach intensiver Untersuchung, die Justiz einschalten, falls es ihm notwendig erscheint. - Das ist der einzige Punkt, wo diese ganze Institution etwas für den einzelnen Bürger bringt. - Wer sich ungerecht behandelt fühlt von einer Behörde, der teilt das dem "Diputado del Común" mit und wenn er es für nötig hält, dann führt diese Behörde stellvertretend für die Privatperson den Prozess. - Aufsehen erregt hat diese Institution selten, meist laufen diese Aktionen auch im Verborgenen, ab und zu geht mal was von den Beschwerden an die Presse und man fordert Änderung dieses oder jenes Zustandes, aber großen Erfolg, oder gar einen spektakulären Eingriff in die Politik oder ein öffentliches Vorhaben hat der "Diputado del Común" zumindest hier auf den Kanaren noch nicht erreicht.

Der neue Vorschlag von Manuel Alcaide Alonso ist nun zumindest wieder presseverträglich, er fordert doch allen Ernstes, dass die Beamten bei uns auf den Kanaren in Uniform zur Arbeit erscheinen sollen, damit jeder Bürger diese überwachen könnte, ob die denn Kaffee trinken gehen während der Arbeitszeit oder in den Supermarkt einkaufen oder sich sonst wo außerhalb ihrer Arbeitsstelle aufhalten. - Man merkt daran schon, einmal dass es schwül ist, aber auch, dass eben dieser "Diputado del Común" reichlich Beschwerden in seiner Amtszeit über den "Funktionärskader" erhalten hat und selbst eben in seiner Position gegen Willkür, Vorteilnahme oder Gabe, oder falschen Einschätzungen seitens der Beamten zu tun hat. - Beamtenbashing ist hier in Spanien genau so beliebt wie in anderen europäischen Staaten, obwohl die meisten dabei übersehen, dass eben diese Beamten nicht ihre Gesetze vertreten, sondern die, welche die Politik irgendwann beschlossen hat. - Da gibt es sicherlich auch Schwarze Schafe, keine Frage, und viele Dinge und gerade Gebote und Vorschriften lassen einen gewissen Interpretationsspielraum offen, aber man kann nun wirklich nicht sagen, dass Beamte hier faul seien oder arbeitsscheu. - Das hängt aber sicherlich eben mit dem wohl gehobenen Status zusammen, und dass man eben einer Behörde meist als Bittsteller oder zumindest Antragsteller gegenübertritt und dabei weiß, dass man eigentlich mit seinem Steuergeld diese Beamten bezahlt. - Daraus ergibt sich ein interessantes Verhältnis zwischen Bittsteller und Beamten und wo es sonst eigentlich heißt, wer bezahlt, schafft an, so dreht sich hier diese bekannte Phrase ins Gegenteil. - Die Forderung nach Uniformen für Beamte ist natürlich vom Wert so hoch einzuschätzen wie die Rassen- und Gentheorien des alten Sarazenen Thilo, aber Aufsehen erregen beide. - Nur schade, dass unser "Defensor del Pueblo" kein Buch geschrieben hat, und nun den Verkauf mit krudem Blödsinn antreiben kann. - Das hat ihm wohl vorher keiner gesteckt, dass solche Geschichten unheimlich absatzfördernd wirken können und wenn er vorher ein Buch geschrieben hätte mit dem Titel, die Beamten schaffen Spanien ab, dann wäre das sicher auch ein Bestseller geworden. - Was das mit La Palma zu tun hat, ganz einfach, der "Diputado del Común" für die Kanaren hat seinen Hauptsitz hier auf der Insel La Palma, und wie gesagt, es ist schwül bei uns. - Allerdings geht mir das mit den Uniformen nicht so ganz aus dem Kopf, weniger für Beamte, das ist nicht wirklich sinnvoll, aber man könnte Uniformzwang für Politiker einführen, für Banker, mit Zinszeichen auf den Epauletten je nach Gefährdungsstufe. Für Besserwisser auch, und notorische Nörgler, sowie für Dementoren. - Als Dementoren bezeichne ich immer diese Menschen, die ihre eigenen Dämonen immer auf andere Menschen hetzen, anstatt sich selbst darum zu kümmern. - Menschen, die einen aussaugen, die einem nicht gut tun, und die erkennt man leider nicht bereits von weitem. - Aber das ist wieder eine andere Geschichte, und es ist schwül heute, und die Tastatur beginnt bereits zu kleben….




Uniformierte Beamte bei der Fröhlichkeitskontrolle im öffentlichen Straßenland, und wer nicht fröhlich ist, der bekommt eins mit dem Knüppelchen aufs Püppelchen.




Mittwoch 15.09.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1017 hPa

Annäherung an das Glück
Bald gibt es wieder eine Flugverbindung mit dem Südflughafen Tenerifes

Wann bald ist, das kann ich Ihnen leider nicht beantworten. - Auch nicht, wie oft vom Süden Tenerifes dann in der Woche nach La Palma geflogen wird und wann, diese "Details" stehen noch nicht zur Verfügung und trotzdem macht man, oder ich, schon eine Geschichte daraus. - Die immer knapper werdenden Margen der Fluggesellschaften zwingen diese Carrier ihre Flüge besser auszulasten, und auf Strecken bei denen ein Risiko besteht eben diese geforderte Auslastung nicht zu erreichen, da werden eben Verbindungen gestrichen und auf andere, lukrativere Ziele umgeleitet. - So hat La Palma für die Wintersaison weitere Verbindungen verloren, was ganz einfach aber schwer verträglich, die Zahl der anreisenden Gäste limitiert. - Das verstärkt noch den ohnehin bereits vorhandenen Druck auf das Übernachtungsgewerbe und man fordert von der Politik, Auswege dafür zu suchen. - Das ist aber nicht so einfach wie es sich anhört, schließlich betreibt das Cabildo oder das Gobierno de Canarias keine Fluggesellschaft, oder hat direkten Einfluss auf die Reiseveranstalter und Charterfluggesellschaften. - Hier kommt nun Geld ins Spiel, wie überraschend, man zahlt den Carriern und Reiseveranstaltern Zuwendungen, meist als Werbekosten ausgewiesen, damit diese Kontingente erhöhen oder einen weiteren Flug einsetzen. - Dass man dabei längst auf die Masche der klaren Subvention aufgesprungen ist, das weiß eigentlich jeder inzwischen, deutet die aber als Zeichen der Zeit, oder nimmt es einfach hin, um die begangenen Fehler der Vergangenheit irgendwie zu kaschieren. - Dabei könnte alles so einfach sein, wenn man eben zu uns nach La Palma über eine der beiden großen Kanareninseln fliegt, dorthin gibt es viel häufigere Verbindungen, oft auch deutlich billiger, und bei über 20 Flugverbindungen zwischen La Palma und Tenerife muss es doch leicht sein, einen Anschlussflug zu ergattern. - Ist es theoretisch auch, allerdings hat der Gott der Planung, San Caotico, da eine kleine Hürde eingebaut, die allermeisten Chartergesellschaften fliegen den Südflughafen Tenerifes an, Reina Sofía, (TFS) und alle interinsularen Flüge starten und landen aber vom Nordflughafen Los Rodeos, (TFN). - Das bedeutet nicht einfach nur umsteigen, sondern auch noch Gepäck abholen, auf einen der wenigen Shuttlebusse warten, oder sich gleich für an die einhundert Euro ein Taxi schnappen und sich auf den Weg zum Nordflughafen machen. - Das ist keine wirkliche Alternative, sondern ein Hilfsmittel für Notfälle, oder wenn es wirklich nicht anders geht. - So ruft man seit langem bereits nach einer Wiederaufnahme des Flugverkehrs zwischen La Palma und dem Südflughafen Tenerifes und wie es jetzt aussieht, oder sich anhört, können wir bald wieder mit einer solchen Verbindung rechnen.

Mit berechtigtem Stolz wendet sich so die zuständige Inselrätin für Transport und Tourismus, Beatrix Páez mit einer Note an die Presse, dass man nun bald diese Route eröffnen will. - Alle hatten immer von "Binter" gesprochen, welche man als Transporteur für diese Verbindung ausgewählt hat, aber nun überrascht man uns mit der Neuigkeit, dass die andere, die kleinere der beiden Regionalfluggesellschaften, die "Islas Airways" diese Strecke anbieten will. - Soll uns recht sein, und wenn "North Korean Airplays" diese Route anbietet, wir sind dabei, wobei das nicht bedeuten soll, dass es irgendwelche Zweifel an der Gesellschaft "Islas" gibt. - "Binter" hat halt einfach nur sehr viel mehr Maschinen zur Verfügung und so war die auf dem Plan, aber irgendwie wollten die wohl zu viel für diesen Versuch, oder stellten sich ungeschickt an, was eben die Verknüpfung und den Gepäcktransfer mit anderen Fluggesellschaften angeht. - Da gab es nämlich grobe Unstimmigkeiten mit Iberia und anderen Fluggesellschaften, so dass "Binter" nun überhaupt kein Gepäck mehr in weiterführende Flüge durchcheckt. - Die "TUI" kommt dabei irgendwie auch noch ins Spiel, allerdings kann uns Beatrix nicht so richtig schlüssig erklären wie, aber es muss wohl so sein, dass man über die "TUI" dann Flüge nach La Palma anbietet, welche über Tenerife Süd gehen. - So bleibt zu befürchten, dass wir über eine Maschine pro Woche reden, also über die Möglichkeit, 72 Personen mehr nach La Palma zu bringen, wie gesagt, pro Woche. - Ich irre mich in vielen Fällen gerne, denn wir bräuchten eigentlich täglich eine Verbindung, von La Palma nach Tenerife Süd vormittags, und am frühen Abend eine wieder zurück. - Das würde völlig neue und einfache Anreisemöglichkeiten für La Palma bedeuten. - Man kann es aber auch anders machen, über Gran Canaria, da muss man nicht den Flughafen wechseln, man kann auch über Madrid fliegen, ob nun direkt nach La Palma oder über Tenerife Nord. - Weiter gibt es noch die beiden Fähren vom Süden Tenerifes aus, die allerdings in die Nacht hinein verkehren, und natürlich, die bekannten und üblichen Verbindungen mit Air Berlin und Condor direkt nach La Palma. - Da gilt es halt, früh genug buchen, dann hat man kein Problem mit Verfügbarkeit oder den Preisen, und einen Urlaub nach La Palma, den kann man gar nicht früh genug buchen, denn die Vorfreude darauf, die ist doch ein ganz besonderes Erlebnis.



Dienstag 14.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 6 mm - Luftfeuchte 78 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 27,5 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 30,0 - Temp. Min 16,3 - Feuchte 38 - 91 % Niederschlag 6 mm

Mal ohne Regentanz
Gaaaanz langsam fahren

So, jetzt war er also da, der erste Regen und es war ein herrliches Stück Niederschlag, welches uns da die Autos, die Gewächshäuser und überhaupt unser ganzes Inselchen wieder vom Staub des Sommers befreit hat. - Ich dachte schon, wenn das nichts wird mit dem Regen, dann muss ich doch tatsächlich mal mein Auto mit der Hand waschen, denn nächste Woche geht es wieder zur "ITV", also zum TÜV und da kommt das ganz gut, wenn sich die Prüfer nicht gleich über ein schmutziges Auto ärgern, bevor sie die ganzen anderen Kleinigkeiten entdecken. - Viel war es nicht, hatten wir ja auch nicht erwartet, aber nun riecht die Luft wieder ganz anders und wir konnten gleich mal unsere sommerlichen Reparaturen ausprobieren, ob wir denn alles dicht bekommen haben was wir so wollten. - Sieht gut aus, der Regen bleibt dort wo er hingehört, das ist nämlich nicht immer so, wir kennen doch unsere breit gestreuten Fähigkeiten, Dinge wasserdicht zu machen…. Es ist aber auch nicht leicht, die Baustoffe reagieren halt heftig auf viele Monate Hitze und Sonneneinstrahlung ohne jeglichen Regen und erst langsam legen wir die Manie ab, alles mit Silikon vollzuschmieren und dann schnell wegzulaufen. - Es kann gut noch mal eine Husche kommen, das "Tieflein" ist noch nicht in Gänze durchgezogen, aber morgen ist die Sache gegessen. - Um der Landwirtschaft nun schon hilfreich unter die Wurzeln zu greifen, dafür hat dieser Regen nicht ausgereicht, eher ist wohl die sommerliche Unkrautbrache nun beendet und wir dürfen wieder an fröhliches Zupfen gehen. - Negatives bringt der erste Regen auch wieder mit sich, die Straßen verwandeln sich jetzt wieder in wahre Rutschbahnen, denn nach solch langer Zeit ohne reinigendes Regenwasser auf dem Straßenbelag bildet der erste Regen eine interessante Schmierschicht auf dem Asphalt, welche wohl nicht mit dem lustigen Wort "grip" angedeutet werden kann. - Erfahrene Autofahrer schleichen nun plötzlich um Kurven, die Gefahr und das Profil der eigenen Reifen wohl kennend und bei Manolo, das ist der Reifeninstallateur oben in El Paso, da wird heute Abend und sicher morgen wieder richtig Geschäft sein. - Ein paar Blitze und Donner hat man uns auch geboten, allerdings nicht so viel, dass man das gleich Gewitter nennen könnte, aber besser ist es dann immer sofort gleich alle Stecker rund um die Geräte der Rechner samt Peripherie zu ziehen. - Was haben wir da schon für Ausfälle gehabt, Faxgeräte, bei Glück nur das Netzteil beim Rechner, oft aber mehr, und reihenweise Router und Modems, weil man halt oft den Strom zieht, nicht aber das Telefonkabel. - Die allermeisten Leitungen liegen halt noch nicht unter der Erde, da merkt man wieder ein bisschen, dass wir noch nicht in allen Dingen mitteleuropäischen Standard haben. - Wir haben den ersten Regen genossen, auf der Terrasse gesessen, die Luft beim sauber werden gerochen und den Donner hinter dem Blitz nachgezählt. - Ich weiß, das ist für Sie in Mittelreuopa Tagesgeschäft, der Regen und die Gewitter, für uns aber nicht und besonders der erste Regen, der ist immer willkommen.



Dienstag 14.09.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1017 hPa

Das Rad neu erfinden
Der Primärsektor entdeckt die Avocado wieder

Noch ist kein Regen gefallen, der Himmel noch voller Schäfchen, aber der Wind zieht bereits sanft aus Südwest. - Für heute Mittag ist nun der Niederschlag angezeigt, wir werden sehen und spüren, ob das stimmt. - Regen wäre auch interessant für Avocados, eine Pflanze die hier prächtig gedeiht, und der man schon öfter eine große und herausragende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung der Insel versprochen hat. - Und das schon seit vielen Jahrzehnten. - Noch in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts führte man die Avocado, hier Aguacate genannt, nach La Palma und damals lobte man die eierförmige Frucht als Konkurrenz, wenn nicht gar Ablösung für die Bananen. - Siehe an, schon damals dachte man darüber nach, einen Ersatz für die Bananenkultur zu finden, denn auch wenn die Probleme des Sektor noch nicht heutige Dramatik angenommen hatte, vielen war es in jener Zeit schon klar, dass die Bananen nur eine mittelfristige Zukunft noch haben. - Da sehen wir endlich mal, wie man mittelfristig definieren kann. - Allerdings erreichte die Avocado niemals den ihr zugesprochenen Status, nach Anfangserfolgen stagnierte der Export recht schnell, weil damals auch Italien und Frankreich in die Avocado Produktion eingestiegen sind und die Nachfrage nach der Modefrucht weltweit auch nicht ins Unermessliche stieg. - Dennoch entwickelte sich auch ein moderater Binnenmarkt und eine zeitlang konnten viele Pflanzer gar nicht schlecht von den Avocados leben. - Die kleinen Früchte, oder die mit Schäden bedienten den Binnenmarkt, die großen und schönen den Export. - Dann sanken die Erzeugerpreise auf dem globalen Markt drastisch, und die Ausfuhr dieser Früchte aus dem Hochlohnland La Palma war plötzlich nicht mehr rentabel.- Das drückte auch die Preise auf dem Binnenmarkt, und in ganz kurzer Zeit endete der fröhliche Versuch, die palmerische Landwirtschaft zu diversifizieren. - Erholt hat die Avocado sich nie mehr von diesem Einschlag, aber weiterhin bediente man den Binnenmarkt und schickte auch immer noch Früchte auf die anderen Kanareninseln. - Es war aber kein großes Geschäft mehr, man überließ das Ganze an Teilzeit- oder gar Hobbylandwirte, die ihre Früchte dann unsortiert in Kooperativen, an die Gastronomie oder direkt an die eine Supermarktkette lieferten, welche überhaupt regionale Produkte aus den Händen der Produzenten kauft.

Nicht professionell betrieben leidet die Avocadokultur an den breiten saisonal bedingten Schwankungen. - Mal gibt es überhaupt keine Früchte, dann wieder so viele, dass die Preise an einem Tag in den Keller fallen, daraus kann man keine neue landwirtschaftliche Hoffnung knüpfen, das ist ein Geschäft auf Hoffnung und Irrtum aufgebaut. - Das müsste man sorgsam planen, durch smarte Sorten- und Standortauswahl eine annähernd dauerhafte Fruchtversorgung über das Jahr bestimmen, oder eben azyklisch zu den Monaten dirigieren, an denen der Weltmarkt diese Früchte zu Dumpingpreisen auf den Markt wirft. - Das ist keine Angelegenheit für 7 Hobbygärtner und einen pensionierten Agraringenieur, sondern zu einer solchen Markt- und Produktionsstudie bräuchte man wirkliche Fachleute, die eben nicht nur einen Teil der gesamten Wertschöpfungskette eines solchen Unternehmens ausleuchten können, sondern den gesamten komplexen Vorgang von der Pflanzung bis hin zum Verbraucherverhalten begreifen und erklären können. - So etwas fordern nun Landwirte, welche wieder auf die Avocado setzen wollen, weil eben die Banane gewaltig unsere landwirtschaftliche Laune drückt, und wer von den Pflanzern kein Vertrauen in weitere Verhandlungen über die Stützung der Produktion hat, der sucht sich andere Einkommensquellen. - Nachdem das "Pflanzen von Ferienhäusern" anstatt der Bananen auch schon in der Übersättigungssackgasse gelandet ist, und der Verkauf von landwirtschaftlicher Nutzfläche auch nicht lukrativ ist, sucht man halt neue Wege um wieder Anschluss an den Wirtschaftskreislauf zu finden. - Mal sehen, ob irgendjemand, also wohl das Cabildo Insular solch eine Studie in Auftrag geben will, und wenn, ob es dann genügend Pflanzer geben wird, die sich dann den strengen Regeln einer streng limitierten "just in time" Produktion dieser Früchte hingeben wird. - Und das mit dieser launischen Frucht. - Eine wahre Mimose als Baum, lockt jeden Schädling an, ist extrem windanfällig von Beginn der Blüte bis zur Ernte der letzten Früchte. - Wer dabei aber alles richtig macht, der kann wohl Geld verdienen, nur muss eben auch wieder unser bekanntes Zipperlein, die meist schlampige Vermarktung unseres Produktes dieses Mal stimmen, sonst kann ich den gleichen Text in 12 Jahren wieder verwenden.



Montag 13.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 27,6 Grad - niedrigste Temperatur 19,1 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 30,1 - Temp. Min 13,0 - Feuchte 20 - 74 % Niederschlag 0 mm

Quersumme
Kleine Dinge

Alles Banane. - Die Reedereien in Spanien haben drastische Preiserhöhungen angekündigt, welche für gewisse Frachten und Routen bis an die 40% heranreichen können. - Das schreckt natürlich nun wieder unseren Bananensektor, bedeutet das doch einen weiteren Preisnachteil gegenüber den ungeliebten Früchten aus Süd- und Mittelamerika. - Verbände, Gewerkschaften und auch die lokale Politik laufen Sturm gegen diese Erhöhung, und fordern im gleichen Kontext erneut die von der Zentralregierung in Madrid versprochenen Hilfen eben für den Transport. - Dort in der fernen Hauptstadt schweigt man sich aber noch aus darüber, und Kenner meinen eh, dass die versprochenen Hilfszahlungen auch etwas mit der Preiserhöhung der Reeder zu tun haben könnten. - Das ist natürlich weit hergeholt, aber da weder die Löhne noch die Treibstoffkosten in letzter Zeit Sprünge gemacht haben, sucht man natürlich für eine Erklärung von etwas weiter her. - Diese erneute zusätzliche Bedrohung des Bananenexportes ist auch eines der Themen welche unsere Inselpräsidentin auf ihren "to do" Katalog gesetzt hat, so lässt man uns das wissen. - Weiter auf der Liste, das Müllverwertungszentrum in Mazo, die hohe Arbeitslosigkeit und den großen Inselplan. - Das Tierheim oder die vom Vorgänger versprochene Auffangstation ist nicht dabei, wir hatten das auch schon so befürchtet, nachdem sich die Diskussion darüber komplett wieder auf die private Ebene verlagert hat. - Auch noch auf der Liste steht lockeres Kokettieren um ihre eigene politische Zukunft, ob sie wieder für das Amt der Inselpräsidentin kandidiert, das weiß sie offiziell noch nicht, aber sie ist für alle Arbeiten für die Partei bereit, die man ihr überträgt. - Dabei gilt es als sicher, dass sie erneut Kandidatin wird, sie haben gar keinen anderen als Kandidaten und sie hat sich als Inselchefin besser geschlagen, als alle vorausgesagt haben. - Was auf der "to do Liste" steht, das ist dann in etwa das, was man noch versuchen will bis zu den Wahlen im Mai nächsten Jahres hinbekommen will, alle anderen Dinge können, oder besser, müssen warten.

Knapp 400 Euro haben wir heute für die Schulbücher unserer Brut auf den Tisch gelegt, wir sind aber nicht ausfallend geworden, sondern schon daran gewöhnt. - Dabei ist das noch billig, denn für unsere jüngere Tochter gibt es bereits einen Teil der Bücher von der Schule gestellt, aber eben nur einen Teil. - Nicht eingerechnet in diese knappen 400 Euro sind jetzt noch die Hefte, Ordner und das eben immer wieder aufzufüllende "Material", also solche Dinge wie Kleber, Scheren, Füller, Stifte, Zirkel, Lineale und was sonst alles noch andauernd und schnell verloren oder zu Bruch geht. - So spricht man hier inzwischen von der "subida de septiembre", nachdem man sonst nur die "subida de enero" kannte. - "Subida" ist der Anstieg, meist ein steiler Anstieg, und im Januar da kommen doch immer die Versicherungsrechnungen, Verbandsbeträge und Steuern, und jetzt im September stehen halt die "Investitionen" für den Schulbeginn an.

Thema September, da darf man auch schon wieder über das Wetter reden. - Da versteckt sich doch ein kleines Tief zwischen dem Azorenhoch und dem afrikanischen Festland und kann auch uns erwischen. - Heute Nacht bereits, wahrscheinlicher aber morgen kann es so zu den ersten Niederschlägen auf der Insel seit Mai kommen. - Hundertprozentig sicher kann man sich da nicht sein, es ist gar nicht so einfach für ein kleines "Tiefchen" auch wirklich unsere Insel zu erwischen, wir stellen auf dem Atlantik halt nicht unbedingt ein großes Ziel dar. - Aber es lohnt sich schon, die "Sommerdinge" jetzt wieder zu verstauen, also das, was man die letzten Monate immer hat draußen liegen lassen, weil man sich ja sicher sein konnte, das es nicht regnet. - Dabei war übrigens interessant zu beobachten, wie das Global Forecast System dieses Tief und die Niederschläge für uns bereits am 7. September vorausgesagt hatte, danach aber wieder verworfen. - Jetzt taucht die "Störung" wieder auf und auch die nationalen Kollegen der AEMET haben sich dieser Meinung angeschlossen. - Wind aus Südwest, nur in den Höhen kräftig, aber keine Änderung bei den Temperaturen, kälter wird es erst danach. - Das muss jetzt noch nicht das Ende des Sommers sein, man kennt diese kleinen Vorwarnungen auf den Winter schon, und danach gab es oftmals noch Hitze und Trockenheit. - Gut an dem vielleicht zu erwartenden Regen wäre natürlich, dass die Waldbrandgefahr damit zunächst vom Tisch ist, und wenn das Wasser nicht kübelweise kommt, sondern seicht und zart, dann soll uns dieser erste winterliche Gruß absolut willkommen sein. - Unten die beiden Graphiken von der Wetterzentrale, da kommt zunächst die Vorhersage vom 7. September wo man ergiebige Niederschläge für La Palma ablesen kann. - Danach, bis gestern spät abends, war kein Regen mehr vorausgesagt, und schwupp, nun taucht er wieder auf. - Manchmal ist es halt doch gut, den ersten Gedanken gleich zu behalten.




Das war die Vorhersage vom 7.9. und danach tauchte der Niederschlag nicht wieder auf




Das ist die Vorhersage von heute, und schwupps, da ist er wieder




Montag 13.09.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1017 hPa

Augen zu und durch
Noch´n Hotel

Vielleicht kann man ja die Marktwirtschaft auch nur azyklisch austricksen. - Volkswirtschaftlich gesehen scheint es nämlich ziemlich abstrus, einem starken Überangebot von Hotelbetten so zu begegnen, in dem man das Angebot einfach noch erweitert. So lernt das der Bäckerlehrling in der Berufsschule nämlich nicht, wenn ich diese Woche 600 Semmeln gebacken habe, und davon 200 liegen geblieben sind, dann muss ich in der kommenden Woche 800 Semmeln backen, damit ich noch mehr wegschmeißen kann. - So einfach ist die Geschichte natürlich nicht, aber das Prinzip ist klar. - Gerüchten nach krabbeln einige Etablissements hier auf der Insel ganz nah am Aufgeben herum, aber Gerüchten soll man bitte nicht folgen, das kann sogar dazu führen, dass eine mögliche schlechte Nachricht sogar Auslöser für solch eine Pleite wird, oft genug hat man das ja in der rauen Welt der Marktwirtschaft schon erlebt. - Kein Gerücht mehr ist die Schließung des Hotels Marítimo in der Hauptstadt Santa Cruz, die konnten nicht mehr gegen die Schuldenlast ankommen, welche die dicke Hypothek ihnen auferlegt hat. - Diese Woche noch ist Schluss, dann übernimmt die Bank das Gebäude, was die nun damit machen, das ist eine noch offene Frage. - Das Hotel Marítimo, in erster Linie am Atlantik gelegen, war zwar sicher nicht die Oberklasse der Hotelerie, aber trotzdem so ziemlich das einzige Hotel im Ort, nachdem das Parador abgewandert war und die anderen Hotels Apart-Hotels sind oder Pensionen. - Auch nutzte man das Hotel gerne für Seminare und Versammlungen, es wurde allerdings immer schwieriger dafür Gäste zu finden, nachdem das große Hotel im Süden diese Angebotssparte lautstark besetzt. - Doch darf man in dem Fall Marítimo nun nicht die Schuld alleine bei der allgemeinen Krise suchen oder nur in der deutlich stärkeren und größeren Konkurrenz, das viel zu knapp bemessene Eigenkapital wurde diesem Unternehmen zum Verhängnis. - Das mag alles gut gehen, wenn alle anderen Faktoren stimmen, aber wann ist das schon mal in den rauen Zeiten im Tourismus auf den Inseln. - Obwohl das ein Jahr mit einer Bajada war, sind die Buchungen rückläufig gewesen, und bis die Hauptstadt ihren eigenen Strand bekommt und damit der Standort des Marítimo deutlich aufgewertet wird, so lange konnte man einfach nicht durchhalten. - Auch muss man ja zunächst während der langen Bauzeit des Hafens eher mit weiter rückläufigen Buchungen rechnen, denn man kann sich gut vorstellen, dass diese Baustelle nicht wirklich besucherkompatibel ist. - Vielleicht lässt die Bank so das Gebäude erst mal in sich ruhen, und wenn dann der Strand steht, dann wird man wohl schon einen neuen Interessenten finden, welcher ein bisschen solventer ist.

All das scheint aber einen anderen Investor nicht abzuschrecken, welcher sich am Projekt des Sporthafens Los Cancajos beteiligt. - Das ist wieder so eine lustige Geschichte, nur ein paar Kilometer weiter dümpelt ein schlecht ausgelasteter Yachthafen in Santa Cruz vor sich hin, und dort in Los Cancajos soll ein weiterer Yachthafen entstehen, mit bis zu 400 Liegeplätzen für Sportboote. - Wieder ein paar Kilometer weiter ist noch ein Yachthafen geplant, nämlich bei Mazo, in Verbindung mit einem Hotel. - Wer das alles mal nutzen soll, das steht nirgendwo geschrieben, aber wir wissen ja, Augen zu und durch, und diese rosarote Brille kauft man nicht bei Fielmann, sondern bei Lehman Brothers. - Wie die Finanzierung dieses Yachthafens aussehen soll, das ist mir nicht ganz klar, ursprünglich hörte man mal, das soll komplett privat finanziert werden, und mit palmerischem Kapital. - Gott der Endemie, das höre ich gerne, allerdings kann man auch schnell sehr viel Geld einfach in den Atlantik werfen, irgendwie macht man das alles ja nicht aus reiner Langeweile, sondern dazu um Geld zu verdienen. - So kommt vielleicht auch die Idee auf, man müsse da noch ein Hotel mit an den Yachthafen bringen, als zusätzliche Einnahmequelle so zu sagen, wenn die vielen Yachten der Hartz IV Baureihe dann doch nicht kommen. - Der Bürgermeister hat großes Verständnis für den Promoter der Anlage, man müsse jetzt nur noch sehen, wo man denn Bauland für dieses Hotel auftreiben könnte. - Soll ich jetzt den Mut dieser Leute bewundern, oder die hohe Kunst des Selbstbetruges. - Wie schön eigentlich, dass La Palma bereits steht, einfach so gewachsen, wenn wir das alles geplant hätten…..




Los Cancajos, unweit der Inselhauptstadt Santa Cruz de La Palma




Sonntag 12.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 24,5 Grad - niedrigste Temperatur 19,4 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 27,1 - Temp. Min 11,3 - Feuchte 49 - 84 % Niederschlag 0 mm

Schlechte Ernte, aber keine Katastrophe
Neue Zahlen aus der Weinlese

Die gute Nachricht voraus, auch im kommenden Jahr wird es auf La Palma genügend Wein geben, man braucht sich seinen Schlummertrunk nicht von auswärts mitzubringen. - Kein Unwetter, keine Rekordhitze, und dennoch klagen die Winzer aber über deutliche Ernteverluste. - Allerdings sind die ersten Horrormeldungen von an die 90% weniger, als noch im vergangenen Jahr abgekühlt, und werden jetzt durch die pragmatische Zahl von 50% ersetzt. - Das hört sich immer noch viel an, aber man muss dazu auch wissen, dass wir in guten Jahren zu viel Trauben ernten, die dann für den Winzer auch keine Freude sind, da die Preise dann in den Keller rutschen. - 600.000 Kilogramm Trauben, so viel erwartet man nun dieses Jahr auf La Palma, und vergleicht man das mit einem Superjahr, wo es schon über 1.200.000 Kilo sein können, dann kommt man wohl auf diese Halbierung. - Das Wetter ist trotzdem an den knauserigen Ernten Schuld, zuerst zu kühl und feucht, lecker Zustand für den Mehltau, dann zu wenig Sonne während der Blüte, viele Reben unterbrachen die Blüte und zogen später noch mal nach, und dann die heißen Winde kurz vor der Ernte, die waren dann noch als Kompott gedacht für eine sehr schlechte Ernte.

Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle, im Osten und Süden der Insel haben so einige Winzer ihre Felder nach dem Feuer gar nicht wieder bestellt, die fallen also komplett aus und können so in der Erntestatistik auch gar nicht erscheinen. - Darüber hinaus gab es auch große Absatzprobleme genau in den angesprochenen Regionen, die beiden großen Bodegas dort stehen eigentlich vor der Pleite und retten sich zum Teil damit, dass die Winzer gar nicht oder erst viel später bezahlt werden.- Das unterstützt den Fleiß der regionalen Landwirte auch nicht so recht, was man natürlich verstehen kann. - Erst brennt es rund um das Feld, dann trägt der Wasser die Humusschicht ab, dann vernichten Krankheiten die Hälfte der Ernte und wenn man dann Glück hat, dann bezahlt einem der Kelterungsbetrieb in einem oder zwei Jahren die Ernte. - Gute Arbeitsbedingungen sehen anders aus, dass da mancher Winzer die Hacke fallen lässt, oder eben selber wieder seinen Wein macht und nur an "Freunde, Familie und Bekannte" abgibt. - Diese Mengen, die nicht an die Bodegas geliefert werden sondern privat zu Wein gemacht werden, die tauchen nämlich in der Zählung der Menge gar nicht auf. - Nur die lizenzierten Bodegas dürfen nämlich Wein offiziell verkaufen, wer das privat macht, der kann das zu seiner Freude und Muße tun, darf aber damit keinen Handel treiben. - Das ist ein weiterer Punkt, welcher die bei den Bodegas abgelieferte Menge reduziert, denn immer mehr machen wieder selber Wein, nachdem die Preise für Trauben in den vergangenen Jahren nicht wirklich interessant waren. - Verkauft wird dieser Wein dann manchmal trotzdem, und als offener Schoppen in den Bars ausgegeben, und weil das Risiko erwischt zu werden sehr gering ist, fährt so manch gastronomischer Betrieb da zweigleisig. - Trotzdem muss man eingestehen, dass sich der Zusammenschluss vieler Bodegas zu einem DO-La Palma gelohnt hat, zumindest was die Qualität der angebotenen Weine angeht. - Es war halt früher schon manchmal riskant bis lotterieverdächtig , was einem da eingeschenkt wurde, und Reinzuchthefen, Edelstahltanks und strenge Hygienevorschriften sind ein Segen für die önologische Entwicklung dieser Insel. - Besonders die frischen und blumigen Weine aus dem Norden der Insel gewinnen immer mehr Freunde und sind besonders bei den Gästen der Insel beliebt, ob diese nun aus dem Ausland kommen oder vom Festland. - Was uns aber bislang nicht gelungen ist, das ist der Sprung unserer Tropfen auch in den Export. - Da zwickt uns wieder unsere palmerische Krankheit, wir können alles produzieren, hervorragend sogar, sind aber Luschen im Verkauf unserer Köstlichkeiten. - Aber das lernen wir auch noch, früher, später, hoffentlich nicht zu spät.





Sonntag 12.09.2010 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1016 hPa

Aschersonntag
TPV - Trauma Post Vacacional

Wir kannten bislang PMS, TBC, HIV oder FDP als unangenehme Begleiterscheinungen unseres modernen Alltags, nun kommt noch TPV dazu. - Was das heißt ist eigentlich klar, das sind die Depressionen nach dem Urlaubsende, und wenn solch ein Ding eine offizielle Abkürzung erhält, dann hat es dieser Zustand endlich geschafft sich mitten in unserer Gesellschaft einen gebührenden Platz zu schaffen. - Eine gellende Frage schallt dann gleich durch den Raum, kann man TPV auch bekommen, selbst wenn man gar keinen Urlaub gemacht hat, und die traurige Antwort ist ein klares Ja. - Ganz schön bescheuert, das ist ja wie verurteilt ohne geklaut zu haben, ein Interruptus ohne Coitus, Filetsteak für Veganer, oder Lungenkrebs bei Nichtrauchern. - Braucht kein Mensch, aber es funktioniert, übermorgen fängt für unsere Brut die Schule wieder an und ich habe jetzt schon ein lähmendes Gefühl, dort wo manche dieses lustige Organ Seele vermuten, sich aber doch wohl nur Darmgeschlinge breit macht. - Ich muss ja nicht in die Schule gehen, sicher, das habe ich früher schon nicht gerne und auch wenig erfolgreich gemacht, aber dennoch, wir Eltern müssen ja dann auch wieder auf Knopfdruck regieren und funktionieren, und das fällt mir nicht nur im zunehmenden Alter immer schwerer, sondern eben besonders nach solch einer wunderbaren, fast drei Monate andauernden Auszeit. - Also alles wegen der Brut. - Stimmt schon irgendwie, ohne die hätten wir auch längst Weihnachten abgeschafft, oder Geburtstage, all diesen quälenden Aufstand aus Normen und Terminen. - Also kommen Kinder doch nicht unschuldig auf die Welt, sondern sind verantwortlich dafür, dass Eltern die Zahnfee wieder auspacken, den Weihnachtsmann, und Topfschlagen an Geburtstagen, obwohl man das selber mit 5 Jahren schon affig fand, aber eben den Eltern den Gefallen machen wollte, nicht ohne Aufwand an die Tafel Schokolade zu gelangen. - Aber das hat ja nichts mit TPV zu tun, da haben Sie Recht, aber ich habe ja den Umweg über die eigene Brut auch nur erwähnt um zu erklären, warum bei mir auch ohne Urlaub die Urlaubsenddepression einsetzt. - Nicht einsetzt, in vollem Gange ist, und auch wenn sie es lieb gemeint hat meine Frau, das prächtige Sonderfrühstück heute mit Speck und Spiegelei, sowie frisch gepresstem Orangensaft heute morgen, so war es doch eine Art Henkersmahlzeit, bevor die Woche wieder nicht nur aus Arbeit besteht, sondern eben aus festen Regeln, Terminen und Uhrzeiten.

Auch im "Urlaub", also wenn meine Kinder Ferien haben bin ich oftmals um 07:00 Uhr aufgestanden, aber ich musste nicht, und da genau liegt der feine und so wichtige Unterschied. Das Gesicht mal unrasiert lassen, die Schuhe ungebunden, und noch einen Kaffee bevor es wieder losgeht, das geht dann alles nicht mehr, und sei es nur als Vorbildfunktion für die eigenen Kinder, wir sind dann wieder hart wie Kohlefaser, zäh wie trockene Schweinelende und schnell wie Johnny Cecotto. - Wird ja auch Zeit, dass hier wieder Zucht und Ordnung einkehrt, dieser Satz ist etwa ähnlich wertvoll wie früher war alles besser, dennoch pocht dieser Satz hier an allen Ecken und Enden an viele Türen und Haushalte, denn Sie müssen doch nicht glauben, dass es nur mir so geht. - Das ist kollektiv hier auf La Palma, es fährt ja sowieso kaum einer in Urlaub, aber in den Sommermonaten sind wir grundsätzlich anders drauf, da fährt dann keiner mit uns Schlitten, sondern wir lenken das scheinbar unpassende Gefährt hier wunderbar über die dehnbaren Runden. Für die eine Hälfte der Eltern hat der "Ernst" des Lebens ja letzte Woche bereits wieder begonnen, und da die Suizidrate auf der Insel nicht gewaltig und radikal angestiegen ist, daraus entnehme ich mal, man kann das überleben. - Gestern Abend bin ich noch mal in die Kneipe gegangen, da wo ich immer hingehe, da wo man mich auch mal eine Stunde schweigen lässt wenn mein Gesichtsausdruck das empfiehlt, und siehe da, die hatten alle diese TPV-Fresse aufgelegt und ich sagte nur noch zu Miguel, ob ich denn genau so beschissen aussähe wie er. - Schlimmer, meinte der noch, und lud mich gleich auf ein Bier ein, noch bevor ich seine Aussage vor dem Toilettenspiegel verifizieren konnte. - Immerhin nicht alleine mit dem Blues, und es hätte schlimmer kommen können, denn immerhin haben wir ja nicht PMS, TBC, HIV oder FDP.



Samstag 11.09.2010 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 26,2 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 25,5 - Temp. Min 12,4 - Feuchte 20 - 76 % Niederschlag 0 mm

Andere blechen lassen
Zwei interessante Beispiele

Wer erinnert sich noch an den Eyjafjallajökull? - Sicherlich viele, denn dieser stinkende Kollege hielt ja ein paar Wochen lang Europa in schlechtem Atem und versaute so einigen Menschen auch ihre Flugreise und ihren Urlaub. - Ganz abgesehen davon, dass da sehr viel Unwissenheit, Panikmache und einfach schräger Umgang mit einem zwar nicht unbekannten, aber wohl nicht alltäglichem Vorgang ablief, der Vulkan hat richtig Geld gekostet. - Die Fluggesellschaften, die Hoteliers und alles was halt daran knabbert, wenn Menschen per Flugzeug durch die Welt reisen. - Thomas Cook nun hat auch viel Geld verloren, so wie alle anderen auch, nur haben die jetzt eine zündende Idee gehabt, ihre Verluste einfach an andere weiter zu geben. - Die Hoteliers sollen das bezahlen, und so kündigt man an, dass man für alle ausstehenden Zahlungen und weiter bis zum 30. Oktober 5% einbehalten will, als Ausgleich für die Verluste durch den stinkenden Isländer. - Die Presse berichtet, dass es sich dabei nur um die Verträge handeln soll, welche mit dem britischen Teil des Reiseveranstalters geschlossen wurden, und das beträfe auf den Kanaren somit die Übernachtungskosten von 825.000 Gästen im Jahr 2009. - Hier ist man verständlicherweise nicht "amused" über diese aufgedrückte Solidaritätsmaßnahme, und will das auch nicht einfach so hinnehmen. - Man fragt wohl schon mit Recht nach, wie Thomas Cook auf die Idee kommen kann, die Hoteliers nun an den Verlusten zu beteiligen, schließlich haben die touristischen Anbieter hier auf den Kanaren auch durch den Vulkan derbe Einbußen gehabt und nicht nur die Reiseveranstalter und die Fluggesellschaften. - Allerdings ist das ja auch immer eine heikle Geschichte, denn wenn man gegen Thomas Cook rumzickt, dann beißt man ja auch die Hand, welche einen füttert. - Allerdings ist der Vorstoß von Thomas Cook schon als Frechheit zu betiteln, denn wenn das einen Präzedenzfall ergeben würde, dann sind lustigen weiteren Forderungen Tür und Tor geöffnet, wie man denn eigenen unternehmerisches Risiko auf andere abwälzen kann.

Ein weiteres interessantes Beispiel für Umverteilungen bei Zahlungen macht nun die "Plataforma contra las plantas de asfalto" auf. - Die legen nach der Sommerpause nun wieder richtig los und gingen schon mal mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit. - Unter anderem macht man dabei den Vorschlag, man solle doch den Bürgermeister und die Stadträte von Los Llanos persönlich zur Rechenschaft ziehen wenn es darum geht, eventuelle Schadensersatzzahlungen an den Betreiber des Asphaltwerkes auszugleichen. - Man sehe nicht ein, warum denn der Steuerzahler, also wir alle, und auch die, die komplett gegen dieses Asphaltwerk sind, dafür blechen sollen, weil Politiker offensichtlich Fehlentscheidungen treffen. - Es gab nämlich eine Abstimmung im Rathaus von Los Llanos, dabei stimmten die Vertreter der CCN und der PSOE dafür, dass man die Betriebsgenehmigung für das Werk zurückzieht. - Die Vertreter der CC und der PP stimmten allerdings dagegen, so wurde aus dem Antrag nichts. - Allerdings klärte der Rechtsanwalt und Chef der CCN in dem Plenum alle Abgeordneten vorher auf, dass die Aufstellung dieses Werkes gegen geltendes Recht verstößt. - Wenn nun die Räte darauf hin dennoch dieses Asphaltwerk gut heißen, dann handelt es sich nicht mehr um einen Irrtum aus Unwissenheit, sondern ganz klar um einen Verstoß gegen geltendes Recht. - (Im Umkreis von 2.000 Metern von Wohngebieten dürfen keine giftigen oder störenden Industrieanlagen aufgestellt werden) - Auch beklagt man sich, dass nun die Gemeinde selbst auch einen Anwalt beschäftigt hat, welcher sich um die Interessen des Betreibers bemüht, allerdings auf Kosten der Steuerzahler und nicht wie im Fall der Bürgerplattform, welche ihren Anwalt durch Mitgliedschaften und Spenden finanziert. - Das ist mal ein wirklich interessanter Vorschlag, wenn Politiker für den Mist gerade stehen sollen, den sie angestellt haben. - Gut, bei Irrtümern, ist das vielleicht eine andere Sache, aber bei der Geschichte um das Asphaltwerk, da kann sich nun auch der kleinste Stadtrat aus Los Llanos nicht mehr herausreden, er hätte nicht gewusst, um was es geht. - Es ist nicht anzunehmen, dass dieser Vorschlag der "Plataforma" auch Erfolg hat, aber man kann es ja mal ansprechen, ob denn jeder für seinen Mist bezahlen muss, und nur die Politiker nicht.




Kundgebung gegen die Asphaltwerke im Aridanetal




Samstag 11.09.2010 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1016 hPa

Aida Ahoi
Kreuzfahrtsaison eröffnet

Die "Aidablu" eröffnete gestern die Kreuzfahrtsaison auch für La Palma, und daran merkt man, es wird Herbst. - Im Sommer schippern die Luxusdinger eher in skandinvischen Gewässern herum und erst wenn es kälter wird, dann sind die Kanaren dran. - Aus Madeira kommend und auf dem Weg nach Tenerife legte der neueste und größte "Dampfer" der Aida-Flotte bei uns an, und wurde herzlich begrüßt, mit Folklore, Blumen und den guten Hoffnungen, dass auch in dieser Wintersaison wieder reichlich Kreuzfahrtschiffe bei uns anlegen. - Pressemeldungen nach, erwarten wir in dieser Saison die Rekordzahl von 125 Schiffen der "KDF" Klasse, welche ja heute unter dem Motto Attention, Interest, Desire, Action laufen. - Normalerweise sind es um die einhundert Kreuzfahrtschiffe welche von September bis März bei uns anlegen, da ist uns für diesen Winter ja richtig ein fröhliches Plus gelungen, die Geschäftsleute der Hauptstadt, die Bus- und Taxiunternehmer und manch ein Ausflugslokal auf der Insel werden das mit unklammheimlicher Freude aufnehmen. - Auch ganz interessante Verbindungen sind dabei wie wir gerade erfahren haben, auf der Strecke nach Südamerika bilden wir den letzten europäischen Hafen und haben so Santa Cruz de Tenerife sogar als Anlaufpunkt verdrängt. - Anders herum wäre es uns allerdings noch lieber, wir wären gerne der erste Hafen welcher aus "Übersee" also vom amerikanischen Kontinent her angelaufen wird, denn alle Erfahrung lehrt, dass der erste Stopp solcher Touren auf den steuerbegünstigten Kanaren bei den Gästen und Besatzungsmitgliedern dieser schwimmenden Städte einen wahren Kaufrausch auslöst. - Der denkt wieder nur ans Geld der Siebold könnte man ja denken, und ja, Tourismus ist ein Geschäft und von den vielen Besuchern auf unserer Insel haben auch wir nur etwas, wenn die bei uns konsumieren. - Das war bislang immer der Kritikpunkt, viele Besucher aber nichts in den Kassen, und natürlich ist es schwer diesem Publikum in den wenigen Stunden Aufenthalt irgendetwas zu verkaufen. - Die Gastronomie geht außer ein paar Softdrinks und Kaffees eh leer aus, die haben ja alles auf den Schiff und werden dort meist sogar noch besser bekocht, als man das in den meisten Restaurants an Land hinbekommt. - Souvenirs, Tabak, Klamotten und der übliche Kleinkram, das kann man anbieten, und in Santa Cruz hat man dafür auch dazugelernt. - Viele hafennahe oder einfach nur findbare Geschäfte schließen so nachmittags nicht mehr, wenn solch ein Kreuzfahrtschiff im Hafen ist, und sonntags gibt es einen Trödelmarkt in der Stadt, welche nun auch wirklich alle Nachfragen bedient. - Das war noch vor ein paar Jahren anders, da legte am Sonntagvormittag so ein schmucker Kasten an, spuckte seine paar tausend blassen Engländer aus, und die fielen dann über die noch verschlafene Stadt her, und alles war zu und verrammelt, weil bei uns am Sonntagvormittag nichts als die Kirche offen hat. - Kein Wunder, dass man da kein Geschäft machen konnte, wer etwas verkaufen will, der muss einfach auch physisch anwesend sein. - Auf gute Geschäfte schwimmende Branche, La Palma lohnt auf jeden Fall einen Landgang, und allen Besuchern sei dann bitte in Erinnerung gerufen, this is La Palma, not Las Palmas…




Eine Aufnahme mit Seltenheitswert, eine Aida, ich weiß nicht welche, vor der Westseite der Insel




Freitag 10.09.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 27,0 Grad - niedrigste Temperatur 18,6 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 32,4 - Temp. Min 16,1 - Feuchte 20 - 60 % Niederschlag 0 mm

Ananasfarmen in Alaska
Touristische Pläne auf La Palma zerplatzen wie Seifenblasen

Wenn ich mich recht erinnere, dann stammt das Zitat von den Ananasfarmen in Alaska von Franz Josef Strauß. - Natürlich in einem anderen Zusammenhang, ich nehme an, der kannte La Palma gar nicht, vielleicht ist das auch gut so gewesen… Oder wer weiß, dann hätten wir vielleicht jetzt ein paar Autobahnbrücken herumstehen, oder gar eine Luftwaffe, mit ein paar Starfightern. Wir brauchen hier das Eine so wenige wie das Andere, und wie sich nun herausstellt, auch keine weiteren Hotels. - Gut, das ist vielen auch gar keine Neuigkeit, wer La Palma und seine touristischen Ressourcen kennt, der braucht nicht lange um zu begreifen, dass wir nie zum Massentourismus taugen. - Ganz im Gegenteil sogar, die Versuche Massentourismus, oder wenigstens konventionellen Tourismus von der Stange hier auf der Insel zu etablieren, stehen im krassen Gegensatz zur eigentlichen Aussage der Insel und eben auch zum Nischenangebot von Landschaft, Natur, Authentizität und überhaupt alternativem Ziel. - Ein paar Sakrilege hat man da bereits begangen, die jetzt schon vorhandenen Hotels sind allesamt zu groß geraten und gleiten inzwischen, bis auf die immer wieder erwähnenswerten Ausnahmen Hacienda San Jorge und Romantica, auf die wenig renditenwürdige all-inklusive Schiene ab. - Ganz einfach, weil man ohne Sonderangebote diese Hotels nicht mehr an den Gast bekommt, dem Sonne und Strand Urlauber ist es doch egal, ob der seinen Alabasterkörper in Lanzarote, Tenerife oder La Palma in die Sonne hält, was zählt ist der Preis und die touristische Infrastruktur drum herum. - Wer wirklich La Palma besuchen will, den zieht es äußerst selten in die touristischen Exklaven hier auf der Insel, denn ferner des eigentlichen Charakters dieser Insel können diese "núcleos turísticos" überhaupt nicht sein. - "No pega ni con cola", das klebt (passt) nicht, auch wenn man Leim nimmt, sagt der Volksmund hier, und in der Tat, wer erwartet denn bei dem Besuch eines Weltbiosphärenreservates und einer kleinen Insel im Atlantik Bowlingbahnen, Sangría-Wettsaufen oder dümmliche Animation am Hotelpool. - Das hat alles seinen Platz, sicher auch seine Berechtigung, und wer sich so erholen und entspannen will, von der aufreibenden Arbeit, der hat sich das auch sicher verdient. - Aber dazu muss man doch nicht nach La Palma fliegen, das bekommt man anderswo vielleicht sogar besser, auf jeden Fall aber billiger. - Das wissen eigentlich alle, und dennoch entstehen durch wirtschaftlich/politisch verknüpfte Interessenlagen dann wieder Pläne, welche genau diese für La Palma negative Entwicklung sogar noch vorantreiben wollen, mit noch mehr Hotels, nicht benötigten Sporthäfen oder dieser subnormalen Idee, von den 4 Golfplätzen auf der Insel mit weiteren 4 Großhotels.

Das Gute an der Marktwirtschaft ist ja, dass sie Investitionsfehler selten verzeiht, es sei denn, man ist eine Großbank, aber das wäre ein anderes, Bücher füllendes Thema. - Auch hier auf La Palma kann man alles erlauben und planen, wenn aber keiner kommt und riskiert, neben den bereits schlecht laufenden Hotels weitere hinzustellen, dann bügelt eben die Marktwirtschaft die Fehler in der Planung wieder aus. - Smarte Geschichten und Überlegungen sehen allerdings anders aus, und man muss unseren Planern schon vorwerfen, die Zeichen der Zeit, und die Notwenigkeiten wie Möglichkeiten der Insel nicht richtig zu deuten. - Da bin ich immer vorsichtig, denn ich möchte nicht behaupten sie wüssten was sie tun, ein Irrtum ist immer noch besser aus der Welt zu schaffen als vorsätzliches Handeln. - Dabei gäbe es durchaus auch auf dem touristischen Sektor noch einiges zu tun. - Kleine Stadthotels in den Orten, welche den Charakter der Städte widerspiegeln und interessierte Gäste einlädt zum "slow-inklusive". - Ländliche Herbergen, welche dem reichlich vorhandenen Wandervolk einfache wie ehrliche Unterkünfte bieten, damit man sich die Insel zu Fuß erobern kann, und dann natürlich die vielen Privatunterkünfte, die es ja auch bereits seit Jahrzehnten gibt, noch besser zu vermarkten. - Das kann man übrigens auch mit Reiseveranstaltern machen, das widerspricht dem gar nicht, man sollte aber dann einfach mal hingehen, und die seit so vielen Jahren bereits bestehende Rechtsunsicherheit für viele Fincas und Ferienhäuser aufarbeiten. - Dann gibt es noch so viel auf dem Sektor touristische Infrastruktur zu basteln, die Wanderwege noch besser und interessanter gestalten, lokale Rundwanderwege auszubauen und kleine lokale Orte von Interesse für den Besucher zugänglich machen. - Das Füllhorn der Ideen ist randvoll, welche man noch in die Verbesserung unserer touristischen Ressourcen packen könnte, aber leider fallen unseren Planern momentan keine besseren Ideen ein, als Vorhaben, welche bereits in anderen Regionen dieser Welt im Überfluss existieren nachzumachen. - Das bereits bestehende Überangebot an Hotelbetten hat zum Teil auch schon dazu geführt, dass kleinere und interessantere Investitionen nun gar nicht mehr durchgezogen werden, wie wir jetzt in El Paso schmerzhaft erfahren müssen.

Seit über 20 Jahren bereits hat eine eidgenössische Liegenschaftsverwaltung ein Grundstück in Vista Alegre in der Hand, mit dem Vorhaben, dort ein 200 Betten Hotel zu bauen, welches von gehobenem Standard sein sollte. - Die Lage ist gut, ein prächtiger Blick über das Aridanetal, Stadtnähe, aber ohne den Lärm und den Verkehr, und eben in einer für das Aridanetal typischen Landschaft mit gewachsener Vegetation. - Das touristische Vorhaben ist sogar bereits im Sondernutzungsplan der Insel vorgesehen, man muss lediglich noch die endgültige Unterschrift unter den lokalen Flächennutzungsplan abwarten, und dann könnte es losgehen. - Allerdings wollen die Schweizer das nicht mehr machen, die haben die Nase voll, und verkaufen das Grundstück nun, das Risiko einer Investition derzeit im Tourismus ist denen einfach viel zu groß. - Kann man verstehen, auch wenn man dort ein mit La Palma kompatibles Etablissement errichten würde, so stände man eben doch in Konkurrenz zu den bereits hier kämpfenden Betrieben, die sich eben über die Preisschiene die Gäste abluchsen wollen. - Wo da die Rendite herkommen soll, das ist eine Frage für das erste Semester Volkswirtschaft. - Allerdings muss man sich auch fragen, wem wiederum wollen die denn nun das Grundstück verkaufen? - Die touristische Nutzung ist vorgegeben, eine normale Urbanisation allerdings nicht, man kann also nicht einfach statt einem Hotel dort Chalets oder Einfamilienhäuser bauen. - Man kann natürlich versuchen, das Gelände neu klassifizieren zu lassen, allerdings ist das ein langwieriges Verfahren, und nicht immer von Erfolg gekrönt. - Auch bieten die das Grundstück nicht wirklich zum Schnäppchenpreis an, so dass manche auch ein bisschen den Verdacht hegen, die wollten dort nie ein Hotel bauen, sondern haben das Gelände seinerzeit als Geldanlage erstanden, und wollen das nun versilbern. - Diese Vermutung ist erlaubt, allerdings liegen keine Beweise dafür vor. - Eine andere Geschichte ist auch die Nähe zur im Inselplan eingezeichneten Autobahn, die genau an der Grundstücksgrenze vorbeilaufen würde, was man wohl als Beeinträchtigung des touristischen Wertes betrachten könnte. - Aber ob diese Autobahn kommt, das steht noch in den Sternen oder in den Finanzlöchern der Provinzregierung, auf jeden Fall ist der Preis für das Grundstück für diesen Umstand reichlich stramm. - Mal sehen, wer sich dieses Grundstück einverleibt, und was dann damit geschieht, aber wer im Moment auf La Palma im Tourismus investieren will, der braucht verdammt gute Ideen, oder Geld im Überfluss. - Vielleicht wären so Ananasfarmen in Alaska momentan lukrativer.



Freitag 10.09.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1019 hPa

Die Südautobahn kommt…
86 Millionen für Erneuerung der Südstraße

Natürlich wird das keine Autobahn, im Gegenteil, kann der Ausbau der Trasse zwischen Breña Alta und Tajuya über Fuencaliente sogar die ein weiteres Argument gegen den Bau der so oft angesprochene Autobahn von Santa Cruz nach Los Llanos sein. - Jeder der hier schon mal auf La Palma war, der kennt die kurvenreiche Strecke über den Süden. - Was für den beschaulich fahrenden Inselgast eine landschaftliche reizvolle Straße ist, das nervt den Einheimischen gewaltig, denn man kommt einfach nicht voran wegen der vielen Kurven und dem schmalen Straßenbett. - Im gleichen Zug hat man das ja auch für den Norden der Insel gemacht, und ist mit dem Ausbau der Inselumfahrung im Norden bereits bis hinter Barlovento gekommen, und Ziel der Geschichte ist natürlich, irgendwann den Ausbau der Nord- und Südvariante zu vereinigen. Auf der Nordvariante ist es gelungen, die Fahrzeit von der Hauptstadt nach Los Sauces gar um eine halte Stunde zu verkürzen, was eine deutliche Erleichterung für die Bewohner des Nordostens mit sich bringt. - Allerdings muss man auch erwähnen, dass der erhoffte wirtschaftliche Aufschwung der Region nicht stattgefunden hat. - Es ist halt nicht so einfach wie man oft behauptet, dass eine gute oder gar sehr gute Verkehrsanbindung automatisch den Wohlstand in ländliche Zonen bringen. - Für den Ausbau des südlichen Teils der Inselumfahrung erhebt man ähnlich große Ansprüche, und meint damit natürlich die Gemeinde Fuencaliente, die dann in 20 Minuten von der Hauptstadt und in der gleichen Zeit auch von Los Llanos aus zu erreichen sein wird. - Ich darf das einfach mal bezweifeln, dass damit die Gemeinde Fuencaliente einen wirtschaftlichen Aufschwung erhalten wird, die kurvige Straße bislang mag ein Ärgernis sein, aber kein Grund, nicht in Fuencaliente zu investieren. - Darüber hinaus fürchten natürlich viele Besorgte, der Ausbau der Südstraße würde mit zu viel Landschaftsverbrauch einhergehen, denn schneidet man Kurven ab und verbreitert Straßen, dann nimmt man zwangsläufig vorher unberührte Natur mit in das Straßenbild ein.

Allerdings gibt es so gut wie keine Proteste gegen den Ausbau, im Gegenteil, haben doch die Gegner der geplanten aber noch nicht spruchreifen Autobahn von Ost nach West gar die Hoffnung, dass ein perfekter Ausbau der Südumfahrung dann den Schwerlastverkehr von einer Inselseite zur anderen aufnehmen könnte, und damit weitere Argumente gegen die Autobahn liefern. - In der Tat könnte das ein Thema sein. - Die schwer beladenen LKW müssten so nicht mehr auf fast 1.000 Meter Höhe klettern um die Cumbre-Tunnel zu erreichen, sondern könnten auf 500 Meter Höhe die Inselseiten wechseln, was sicherlich eine Entlastung für den Fuhrpark und auch für die Treibstoffrechnung darstellt. - Dennoch würde wohl der Weg über Fuencaliente etwas zeitaufwendiger sein, auf jeden Fall, wenn man von West nach Ost fährt. - Auf jeden Fall wäre aber der neue Verkehrsweg eine Alternative, oder gar Konkurrenz zur meist befahrenen Straße der Insel, der Ost-West Tangente, die sich durch die Cumbre Tunnel zwängt. Für die Anwohner Fuencalientes und auch die Angestellten wie Gäste des großen Hotels im Süden bringt der Ausbau der Straße natürlich große Erleichterung, besonders eben nach dem die jetzige Trasse immer noch unter den Reparaturen nach den Erdrutschen im vergangenen Winter leidet. - Allerdings hat man bei den Reparaturen bereits auf den kommenden Ausbau geachtet, es wäre ja auch zu unvernünftig gewesen, nur eine Notreparatur zu tätigen, um dann ein Jahr später erneut die Trasse zu ändern. - Dennoch bleiben die meisten skeptisch was die Gefährdungslage der Südstraße bei erneuten schweren Regenfällen angeht, denn es wird bei allem Aufwand nicht einhundertprozentig gelingen, den Verkehrsweg gegen mögliche Murenabgänge zu schützen. - Wir müssen abwarten, wie regenreich dieser Winter wird, und wie wirksam die Schutzmaßnahmen sind, und eben wie weit die nach dem Brand verschwundene Vegetation sich wieder erholt hat, um weitere Erdrutsche zu verhindern. - Da steckt keiner drin und es wäre vermessen zu fordern, man könnte diese Strecke gänzliche gegen Unbilden der Natur sichern. - Der Ausbau der Strecke ist nun beschlossene Sache und in Kürze werden bereits die ersten Enteignungen an der vorgesehenen Trasse über die Bühne gehen, und dann wird sich sicherlich auch Protest aufschwingen. - Dennoch kann man davon ausgehen, dass ab nächstem Jahr bereits die erste Baumaßnahmen dort stattfinden und nun wissen wir endlich, warum man unbedingt diese beiden Asphaltwerke dort im Aridanetal ihren Sinn finden sollen. - Einen schönen Gimmick hält aber die neue Straße auch noch bereit, die wird von einem Fahrradweg begleitet werden, was ja dann doch ein absolutes Novum hier auf der Insel darstellt.



Donnerstag 09.09.2010 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 27,2 Grad - niedrigste Temperatur 20,0 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 32,4 - Temp. Min 16,1 - Feuchte 20 - 60 % Niederschlag 0 mm

Asphaltkünstler
Wer erinnert sich noch an den "Caso Quiosco"?

Formalitäten, simple Formalitäten nannte doch erst kürzlich der Bürgermeister von Los Llanos die vordatierte Unterschrift unter einem Dokument, welches zur Erlangung von Subventionen dienen sollte. - Wer es nicht mehr weiß, der scrollt eben mal bis zum 2.9. und 4.9. zurück, da gibt es die Vor- beziehungsweise Quergeschichte dazu. - In der Tat scheint es gang und gäbe zu sein, dass man es mit "Formalitäten" nicht wirklich ernst nimmt, und das erlebt man fast ständig auch wieder bei der Geschichte um das, oder die Asphaltwerke im polemischen Industriegebiet von Los Llanos. - Wer dachte, der Schlot qualmt nicht, also haben wir Ruhe und können das abhaken, der hat sich auf jeden Fall getäuscht, denn der Betreiber ist wohl tätig, nicht im Asphaltdschungel, wohl aber im Behördendschungel. - Interessant dabei ist, dass ja der Bürgermeister von Los Llanos seinerzeit eine mündliche Genehmigung zum Probelauf gegeben hatte, aus dem dann eine echte Produktion wurde, und man zumindest für einen Tag bereits Asphaltmischungen produzierte und an die Gemeinde Los Llanos auslieferte. - In Los Llanos hätte man allerdings mal in die Papiere blicken sollen, denn der Betreiber hatte bei weitem nicht alle Genehmigungen vorliegen, welche auch bereits für einen Probebetrieb auf dem Tisch liegen müssten. - So wurde erst am 24. August bei dem "Consejo Insular de Auguas", also dem zuständigen Wasseramt der Insel der Antrag gestellt, die notwendigen Anlagen erstellen zu können, welche Tanks zur Lagerung von Treibstoffen erforderlich machen. - Damit meint man Schutzwälle welche die Tanks umgeben, um bei möglichen Leckagen die Treibstoffe nicht im die weitere Umgebung zu verlieren. - Auch die betriebseigene Kläranlage muss mit in diesen Komplex und ist jetzt beantragt worden, weil schlichtweg noch nicht vorhanden. - Damit zeigen sich zwei Dinge klar. - Der Betreiber erfüllte beim Probelauf noch nicht über die notwendigen Anlagen zum Wasserschutz, und auf der Gemeinde Los Llanos hat das niemanden interessiert als man die Genehmigung erteilte, oder man wusste schlichtweg gar nicht, wie solche ein Genehmigungsverfahren abläuft. - Ich persönlich neige dabei immer an die "nicht wissen Version" zu glauben, ganz einfach, weil ich dann besser schlafe. - Andere mögen das ruhig anders sehen, die Gedanken sind ja schließlich frei. - Aber was sagt uns dieser Antrag auch, der Betreiber hat noch lange nicht aufgesteckt, der möchte nach wie vor das Asphaltwerk dort in Reichweite der Wohngebiete betreiben und versucht nun, alle noch ausstehenden Papiere zu besorgen. - Also aufgepasst, auch wenn der Schlot nicht qualmt, die haben längst noch nicht aufgesteckt und auf die Mitglieder der "Plataforma contra la planta de asfalto" kommt noch eine Menge Arbeit zu und auf uns, weitere Spendenbereitschaft.

Aber da war doch noch was mit dem Anwalt in Tenerife und einer Klage gegen die Asphaltwerke. - Sicherlich, das läuft auch noch, allerdings ist das eine zähe Geschichte. - Das Gericht hat überhaupt noch nicht verhandelt, zunächst hat man von allen Seiten Gutachten angefordert, und die "Plataforma" hat ihren Teil auch schon dazu beigetragen und die beiden geforderten Schriftstücke übergeben. - Da ist einmal ein Umweltgutachten eines Biologen, wegen der möglichen negativen Folgen des Asphaltwerkes auf die dortige Flora und Fauna, und ein zweites Gutachten eines Straßenbauingenieurs, welcher die Funktionsweise und die Gefahren einer solchen Anlage erklären soll. - Von der Gegenseite hat man auch so einige Gutachten und vor allem die notwendigen und eingereichten Genehmigungsverfahren verlangt, aber so wie es aussieht sind die noch nicht eingetroffen. - Das Gericht wird nun einen bestimmten Zeitraum noch abwarten, aber irgendwann die Tür zumachen und sämtliche nicht eingereichten Papiere als schlichtweg nicht vorhanden deklarieren. - Der Anwalt kennt diesen Zeitraum nicht, meint aber, das ist nicht mehr lange hin und man könnte dann mit der Eröffnung des Verfahrens rechnen. - Ob die Gegenseite die geforderten Unterlagen einreichen wird, oder das überhaupt kann, das weiß hier auch niemand und überhaupt muss man wissen, dass gerade August war und da auf den Gerichten nicht das Geringste geschieht. - So hofft man jetzt auf September und darauf, dass alle sich gut erholt haben, um das Ding endlich mit Schmackes anzugehen. - Die Plataforma wartet jetzt noch eine Weile ab, ob das endlich zur Verfahrenseröffnung in Tenerife kommt, um dann wieder einer neue Versammlung zu organisieren, wo die Führungsmitglieder den Interessierten und Betroffenen des Asphaltwerkes Rede und Antwort stehen werden, so wie man das bislang ja auch bereits in mehreren Sitzungen gemacht hat. - Sollte sich das aber noch weiter hinziehen, dann gibt es trotzdem eine neue Informationsrunde. - Wir dürfen halt auf keinen Fall annehmen, nur weil der Schlot nicht qualmt und sich dort nichts tut, dass nun alles bereits erledigt ist. - Das wäre ein großer Irrtum und sicher setzen der Betreiber und die angehängten Politiker auch darauf, dass man den Protest zermürben kann und dass uns vor allem das Geld ausgeht. - Ich bin mir sicher, das wird nicht passieren, wir müssen nur alle weiter wach bleiben und auch unser Scherflein dazu beitragen, dass dieser Blödsinn mit den Asphaltwerken im dicht besiedelten Aridanetal einfach nicht durchkommt.




Mal ein anderer Blick auf das Industriegebiet von Los Llanos. - Da ist das Asphaltwerk noch gar nicht erstellt, aber man kann gut erkennen, wie viel Wohnhäuser in unmittelbarer Nähe zu dem Industreigebiet stehen.




Donnerstag 09.09.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1017 hPa

Jammerkammer
Handelskammer spielt Blues statt Salsa

Gab es nicht mal solche Sprüche und Versuche von den Aufschwung herbeireden? - Scheint nicht unser Ding zu sein. Das tiefe Jammertal beim Binnenkonsum bleibt undurchschritten, nach jeder Kurve taucht wieder eine neue Gerade auf und das Ende dieses Tals will einfach nicht erscheinen. - So zumindest sieht es die Handelskammer, die "Cámara de Comercio" auf La Palma, welche ihre Trimesterumfrage an die Gewerbetreibenden der Insel gerade veröffentlicht hat. - Gerade mal 4% der Geschäftsleute sind überzeugt, dass die Umsätze steigen werden im kommenden halben Jahr, 67% sind überzeugt davon, dass alles gleich bleibt, und immer noch 29% glaubt, das alles noch schlechter wird. - Einschränkend muss man dazusagen, dass man nur das nächste Jahr abfragt, also sehr kurzfristig betrachtet, dennoch ist das Ergebnis der Umfrage ein erneuter Schock für das Geschäftsklima hier auf der Insel - Aber auch nicht verwunderlich, wo soll eine schnelle Erholung denn auch herkommen, wenn wir weiterhin rekordverdächtige Zahlen bei den Arbeitslosen zu zählen haben, deutliche Unsicherheit im Primärsektor, welcher bei uns auch "Banane" buchstabiert werden kann, und keine positiven Aussichten im Tourismus, da die Flugverbindungen nach La Palma weiter gekürzt wurden. Vielleicht sollte man solche Umfragen erst gar nicht abhalten, denn das hätten wir uns auch denken können, dass noch keine positiven Impulse auf die Insel gesprungen sind, wir wüssten ja auch nicht wirklich, wo die herkommen sollten. - Die Politik wäre sicherlich äußerst amused gewesen, diese Umfragen lieber unter Verschluss zu halten, oder zumindest nur die paar netten Daten aus dieser Befragung zu veröffentlichen, die es nämlich auch gibt. - 95% der Gewerbetreibenden der Insel können nämlich angeben, dass sie im kommenden Jahr nicht vorhaben ihre Belegschaft zu verkleinern oder Einschritte bei den Investitionen vorhaben, das hat man nämlich alles schon im vergangenen Jahr gemacht.

Die kleinen Brötchen sind also längst angenommen und geschmiert, geschrumpft ist man längst, ohne wirklich gesund zu werden, aber immerhin kann man nicht mehr kränklicher werden, und das kann man bei intensiver Betrachtung und durch farbige Brillen hindurch doch auch als positives Ergebnis werden. - Die Frage ist eben nun, wie kann man aus dem Stand auf die Schultern seines Schattens springen, sprich ohne positiven Einfluss von außen den Binnenmarkt wieder ankurbeln. - Die Antwort darauf lautet ganz einfach, man kann es nicht, noch nicht zumindest, da unser Binnenmarkt eben weder über die Erfindung des Perpetuum mobiles verfügt, noch stagnierende Nachfrage im Inneren mit stärkeren Exporten zu kompensieren vermag. - Das mit dem Perpetuum mobile, das lassen wir mal lieber, auch wenn genügend Ganzheitliche, Neoliberale oder einfach nur Scharlatane durch diese Welt laufen, und eben genau solche Möglichkeiten verkaufen wollen, meist nur zum eigenen Vorteil. Hier müssen wir vielmehr lernen mit unseren Waren und Dienstleistungen flexibler zu werden, und nun werden wir etwas burschikos, was der Palmero nicht frisst, weil er satt ist oder es sich nicht mehr leisten kann, das sollen eben andere konsumieren, sonst bleiben wir in unserem Kreislauf der kleinen Brötchen gefangen. - Es ist ja nicht so, dass die Leute hier Hunger leiden, ganz und gar nicht, aber wir sind eben über die letzten Jahre längst "auskonsumiert" und wer wird sich wundern, wenn auf einer Insel mit gerade mal 85.000 Einwohnern aber 40.000 Autos gemeldet sind, warum kaum noch Neufahrzeuge zugelassen werden. - Ähnlich sieht es auf dem Wohnungsmarkt aus, und der touristische Sektor meldet mehr als doppelt so viele Betten wie Gäste. Wer da nach weiteren Investitionen ruft, um dieses irrationale Vorhalten von Ressourcen noch weiter auszubauen, und daraus auch noch das Goldene Kalb "Wachstum" basteln will, der wird dieser fragilen Volkswirtschaft auf unserem Inselchen weder mittel- noch langfristig keinen Gefallen tun. - Wir werden wohl bei unseren kleinen Brötchen bleiben, vielleicht könnten wir diese aber besser belegen zukünftig, dazu ist auch kein Wachstum nötig, sondern schlichtweg smarterer Umgang mit unseren Ressourcen.



Mittwoch 08.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 27,1 Grad - niedrigste Temperatur 18,5 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 32,4 - Temp. Min 16,0 - Feuchte 20 - 66 % Niederschlag 0 mm

Sich selbst abschaffen
Lokale Partei der Bürgerlichen ruft nach dem Wechsel

Man merkt deutlich, dass der Wahlkampf bereits im Gange ist und die Ferien zu Ende sind. - Das ist gut für uns Schreiberlinge, haben wir doch endlich wieder genügend Futter um uns laue Tage auszuschmücken. - Und lustig ist das politische Kabarett hier auf La Palma allemal, hier trifft der Spruch, "pueblos pequeños, infiernos grandes" (Kleine Orte, große Höllen) neugierig genau zu. - OK, ich gebe es zu, das ist auch mein Hobby, neben Paul streicheln und den Trottel für meine drei Frauen spielen, ist Politik eben mein Ding. - Hier auf La Palma sind die politischen Verhältnisse ziemlich klar, in der Inselregierung herrscht die Coalición Canaria in absoluter Mehrheit, hat aber dennoch einen aufgezwungenen Partner, die Bürgerlichen von der Partido Popular. - Diese Zwangsehe muss auch hier auf La Palma befolgt werden, weil ja schließlich regional PP und CC das Gobierno de Canarias stellen, um sich gegen die stärkste Partei auf den Kanaren, die Sozialisten der PSC/PSOE weiter an der Macht zu halten. - Allerdings haben die beiden Parteien stark abgewirtschaftet und beide fürchten sich davor, diese "Koalition der Verlierer" zu erneuern, da man sich nichts Gutes davon erwarten kann und will. - Das sieht auch ein großer Teil der Bevölkerung so, allerdings zieren die sich die Sozialisten noch wie Chorknaben vor einer möglichen Verbindung mit der Coalición Canaria, aber man muss kein Prophet sein, dass diese Kombination die wahrscheinlichste Lösung der politischen Wirren auf den Kanaren sein wird. - So ganz ohne Machtstreben sind dann die "roten Socken" auch nicht, und vielleicht ist es ja auch einfach vernünftiger, als die bisherige Koalition des Grauens weiter fortzusetzen. - Hier auf La Palma tut man seitens der Partido Popular längst seit langem so, als wäre man an dem ganzen Schlamassel gar nicht beteiligt und kritisiert die regierende Coalición Canaria derart heftig, dass man sich wirklich fragen muss, wer ist denn nun Steigbügelhalter der Macht, oder eben Opposition.

So fordert der junge und quirlige Asier Antona, übrigens ein sehr netter und aufgeschlossener Mensch, solche gibt es nämlich auch bei der Partido Popular, doch den politischen Wechsel hier auf der Insel, und übersieht dabei, dass ein Wechsel auch bedeuten würden, dass seine Partido Popular auch gewechselt werden müsste, denn die sind ja schließlich auch Teil der jetzt vorhandenen Misere. - Dabei muss man natürlich der Partido Popular die Frage stellen, wie denn solch ein geforderter Wechsel aussehen soll und in welcher Rolle man sich darin selbst sieht. - Eine alleinige Mehrheit der PP auf La Palma, das ist, bei allem gebührenden Respekt vor den Aufrechten der Bürgerlichen, wirklich nicht zu erwarten. - Man könnte so mit den Sozialisten koalieren, was aber einfach nicht geht, weil die ja spanienweit und überhaupt, natürliche politische Gegner sind. - Mit der Coalición Canaria geht auch nicht, das hat man ja schon, und man fordert ja den Wechsel, also bleibt nur, die zu erwartende Verbindung von CC und den Sozialisten. - Damit schließt sich die Partido Popular nun ja nach eigenen Angaben von der kommenden Regierungsbildung aus. - Das mögen ja manche durchaus begrüßen, so hat das aber der smarte Asier Antona sicherlich nicht gemeint, aber so ist das halt, wenn man sich selbst als Alternative für den selbst mitproduzierten Mist anpreist. - Der Wechsel! Das ist ja immer solch ein nettes und auch längst zerfressenes Schlagwort vor den Wahlen, wenn jetzt allerdings die Regierungsparteien auch schon anfangen von einem notwendigen Wechsel zu sprechen, spätestens dann ist es Zeit dieses Wort noch mal eingehend auf Selbstkritik hin zu untersuchen.



Mittwoch 08.09.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1016 hPa

Die Mülldetektive
Breña Alta traut sich was

Niemand kümmert sich gerne um das, was hinten rauskommt aus einer Wohlstandsgesellschaft. - Das gilt sowohl für die Reste, welche in Sickergruben oder Kläranlagen mehr oder weniger verschwinden, wie für den ständig wachsenden Berg an Müll, den wir unbeachtet produzieren. - Die Geschichte mit den Kläranlagen, die ist redlich in Bewegung, zumindest kümmert man sich in den Ballungsgebieten gerade darum, entsprechende Kapazitäten vorzuhalten. - Mit der Müllentsorgung haben wir nach wie vor unsere Probleme, und die stinken auch vom Kopf her, aber nicht nur. - Unser "ganzheitliches" Müllkonzept sieht ja vor, dass der gesamte Inselmüll in die Trennungs- und Verwertungsanlage von Mazo gebracht wird, und dort sollen alle verwertbaren Stoffe aussortiert werden, und nur ein kleiner Rest an wirklich nicht verwertbaren Materialien zur endgültigen Deponierung gebracht werden. - Gut gedacht, aber noch nicht gemacht, weil man einfach diesen Komplex nicht ins Laufen bekommt, obwohl man inzwischen 15 Jahre darüber nachgedacht hat, und fast 10 Jahre daran bereits herumwerkelt. - So lange diese Anlage nicht läuft, landet unser gesamter Inselmüll im Barranco Seco zwischen der Hauptstadt Santa Cruz und Puntallana, nachdem die Europäische Union vor Jahren schon dafür gesorgt hat, dass unsere Müllverbrennungsöfen abgestellt werden mussten. - War wohl richtig so, allerdings kam das für uns einfach ein bisschen schnell, und so wurde aus einer vorübergehenden Maßnahme im Barranco Seco eine fast dauerhafte Einrichtung. - Leider wissen wir immer noch nicht, wann nun die famose Anlage in Mazo wirklich ihren Dienst aufnimmt und erst danach werden wir auch den Wirkungsgrad kennenlernen, welchen dieser Komplex leisten kann.

Dazu gehört auch die einheitliche Müllentsorgung, welche zukünftig nicht mehr den Gemeinden obliegt, sondern der Inselregierung. - In vielen Gemeinden hat man sich schon dem vom Cabildo Insular angeschlossenen Müllentsorgungsverband angeschlossen, und das funktioniert auch gar nicht schlecht. - An den großen Straßen und in den Innenstädten wird der Müll täglich abgeholt, in Seitenstraßen alle drei Tage, damit kommen wir zurecht. - Allerdings hat die Entsorgung des Hausmülls über Sammelcontainer auch einen deutlich negativen Aspekt mit sich gebracht, die Hausmüllentsorgung findet nun mehr oder weniger anonym statt, denn keiner kann mehr den in den Containern entsorgten Müll irgendjemanden zuordnen. - So hat die Disziplin, was den in den Hausmüll gehört und was nicht, dadurch deutlich abgenommen, und in, und neben den Sammelcontainern stapelt sich oft wie häufig Sperrmüll, Karton, Papier und alles mögliche, was wirklich da nicht hin soll. - Das war früher anders, da holte die lokale Müllabfuhr die meist sorgsam verschlossenen Beutel von jedem Haus ab, und so achtete man auch persönlich darauf, mit dem Müll kein Schindluder zu treiben, weil ja die Herren und Damen von der Müllabfuhr ganz genau wussten, wer denn da schlampig sortiert oder gar Dinge wegwirft, die im Hausmüll nichts verloren haben. - Da bliebt dann schon mal anklagend ein Beutel stehen, in dem viel Glas war oder kleingehackter Sperrmüll, und jeder verstand das sofort und ließ sch zumindest bei einem solchen Müllfrevel nicht mehr erwischen. - Mit dieser gesellschaftliche Kontrolle ist halt jetzt vorbei, alles landet in den großen Containern und sorgt damit für reichlich Mehrarbeit, die man grundsätzlich nicht einkalkuliert hatte. - Sperrmüll nehmen die Entsorger gar nicht mit, so müssen dann wieder die Gemeinden einmal oder gar öfter in der Woche mit einem eigenen LKW ausrücken, und diesen Sperrmüll aufsammeln und dann über den "Punto Limpio" entsorgen. - Darüber hinaus ist auch die Reinigung dieser Sammelstellen kompliziert, weil einfach nicht klar ist, wer dafür zuständig ist. - Keine Frage, das ist keine Schuld der Planer dieses Konzeptes, sondern die Faulheit und Ignoranz mancher Mitbürger, die es schlicht und ergreifend an Disziplin mangeln lassen. - In Breña Alta hat man nun die Nase voll von diesen Entsorgungsbanausen und hat Überwachungskameras an manchen Sammelstellen aufgestellt. - Allerdings sind sich Beobachter gar nicht so sicher, dass diese Kameras wirklich funktionieren, und nicht vielleicht einfach nur Attrappen sind, denn so einfach ist das gar nicht hier in Spanien Überwachungskameras einzusetzen. - Dazu braucht man nämlich Genehmigungen des Innenministeriums, und muss auch dafür sorgen, dass nur geschultes und vereidigtes Personal später Zugriff auf die Mitschnitte der Bänder hat, so will es das Datenschutzgesetz. - Kann ja sein, dass man seitens der Gemeinde alle diese Auflagen erfüllt hat, kann aber auch sein, dass nicht. - Vielleicht hilft es ja trotzdem, und manch ein Müllfrevler lässt sich von diesen Kameras abschrecken und fährt dann mit seinem Auto um die nächste Kurve und wirft dann seinen Müll in den Straßengraben…



Dienstag 07.09.2010 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 23,1 Grad - niedrigste Temperatur 19,3 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 32,4 - Temp. Min 16,0 - Feuchte 26 - 66 % Niederschlag 0 mm

Kurznachrichten
Schulbeginn, und das Warten auf Godot, was übrigens das Gleiche sein kann…

Morgen beginnt die Schule wieder, zumindest für die unteren Jahrgangsstufen, also die Klassen 1 bis 6. - Die Oberstufe fängt erst nächste Woche wieder an, dann allerdings schon am Dienstag, den 14. September. - Für uns bedeutet das noch eine Woche länger auf Ferienmodus zu fahren, für die Eltern und Schüler kleinerer Kinder ist morgen der Ernst, oder zumindest der Alltag wieder "online". - Für viele Kinder bedeutet das auch den ersten Schultag überhaupt, und wen es hart erwischt, der geht ja schon mit drei Jahren in die Schule. - Das heißt dann "preescolar", also Vorschule, findet aber bereits im gleichen Gebäude statt wie die richtige Schule und wenn alles gut läuft, dann ersetzt diese Vorschule auch die so selten vorhandenen Kindergärten hier. - Das mit der Vorschule ist ein gern gesehenes Angebot der Schulbehörde, den Müttern oder Vätern die sich um die Kleinen kümmern müssen auch wieder einen Arbeitsalltag zu ermöglichen. - Andere finden eine Einschulung mit 3 Jahren viel zu früh, allerdings ist der Kindergartencharakter in den "preescolares" deutlich zu spüren. - Dabei spielen auch die "Unitarias", die Zwergschulen hier in Spanien eine wichtige und entscheidende Rolle, kleine, zum Teil kleinste Schulen in den Stadtteilen, die bis zur vierten Klasse eine Alternative zu den Zentren in den Städten bieten. - Je nach Schülerzahl, 15 - 40 unterrichten dort ein bis drei Lehrer und werden zusätzlich noch von Fachlehrern unterstützt, welche dann zu bestimmten Unterrichtsstunden in die Schule gefahren kommen. - Dieses Modell ist immer weiter umstritten, fürchten doch manche Eltern um die schulische Leistung in solchen Zwergschulen, wenn mehrere Klassen gleichzeitig unterrichtet werden, weil eben zu wenig Schüler einer Jahrgangsstufe vorhanden sind. - Auch die Schulbehörde sieht die Zwergschulen nicht besonders gerne, wo immer weniger Schüler diese "Unitarias" besuchen, umso aufwendiger und teurer wird es diesen Dienst anzubieten. - Die Eltern und Schüler, welche aber die ersten Schuljahre ihres Lebens in solch einen kleinen und extrem behüteten Kreis eingeführt werden, die schätzen diese Einrichtung über alles. - Die extreme Nähe zu den Lehrern und auch anderen Eltern sind wichtige Bestandteile für diese entscheidenden Jahre im Leben eines jungen Menschen.

Godot kommt. - Allerdings immer seltener. - Die öffentlichen Kassen sind längst alle, die Gemeinden leben auf Pump, aber dennoch will man weiter öffentliche Bauten vorantreiben und über ausgedehnte Infrastrukturen die Lebensqualität der Einwohner verbessern. - Da ist man dann irgendwann mal auf die Idee gekommen, private Investoren für öffentliche Einrichtungen zu suchen, und manchmal klappt das sogar. - Das hat aber Grenzen, und die liegen meist bei den Banken und oft, aber nicht immer pickeligen Betriebswirten der Investoren, die ihre Chefs und Geldgeber vor einem Reinfall bewahren wollen, in dem sie mal ganz genau die Möglichkeiten des Geldverdienens mit diesem oder jenem Projekt abklopfen. - So liegt in Los Llanos nun wie Sauerbier oder warmes Bier der Rohbau für das "Centro Aquatico El Jable" herum, und keiner will das angekündigte "Spaßbad" haben oder fertig bauen und betreiben. - Nötig wären noch mindestens 4 Millionen Euro, und täglich wird es ein bisschen teurer, denn die Natur nagt bereits wieder am Rohbau und die ersten Pflanzen wachsen bereits in dem Gebäude. - 3 Millionen Euro hat man bereits ausgegeben, das wäre die "Dreingabe" der Gemeinde an den weiteren Investor, sowie auch das Grundstück. - Aber es taucht einfach kein Investor auf, verdient man doch mit Hallenbädern in kleinen Orten nicht wirklich Geld, es ist einfach zu wenig Kundschaft da, die bereit wäre einen mindestens kostendeckenden Beitrag zu leisten. - Gut sehen kann man das an dem bereits auf der Insel installierten "Baltavida" in der Gemeinde Breña Alta, die kommen auch nur mit Subventionen der Gemeinde klar, und keiner weiß, wie lange man sich diese Zuzahlungen noch leisten kann. - So wäre ein zweiter Badekomplex auf der Insel ja auch nur Konkurrenz für das bestehende Bad, und wenn eine solche Einrichtung schon nicht wirklich finanziell tragbar ist, wie sollen das denn dann zwei sein. - Zu große Brötchen hat man da wieder gebacken, und es ist zu befürchten, dass diese Brötchen Entenfutter werden, noch bevor Godot auf der Plaza von Los Llanos einen Cortado trinken kann, und sich dann von den Stadtvätern überreden lässt, doch eben mal 4 Millionen Euro ins Badewasser zu schütten. - Schade, aber aus Schade(n) wird man doch klug, oder?



Dienstag 07.09.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1016 hPa

Stabile Rekordarbeitslosigkeit
Bloß keine 10.000 bitte

9.367 Menschen die Arbeit suchen sind auf La Palma gemeldet. - Das sind ein paar weniger als noch im Vormonat (14), dennoch immer noch ein paar mehr, als im bisherigen Jahresdurchschnitt (21). - Aber eine beruhigende Tendenz ist zu bemerken, der steile Anstieg konnte gebremst werden, nachdem man von 9.053 Menschen ohne Arbeit im Januar dieses Jahres kontinuierlich auf 9.575 im Juni geklettert war. - Das war übrigens gleich der Rekord, seit dem man diese Zahl überhaupt ermittelt. - Man fürchtete damals schon, dass wir bis Ende des Jahres die Schallmauer von 10.000 Menschen ohne Arbeit erreichen, aber diese Zahl werden wir wohl dann doch nicht erreichen. - Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt kann also noch nicht als positiv bezeichnet werden, aber der galoppierende Anstieg scheint gebremst, und das auf allen Kanareninseln, was uns zwar noch nicht wieder lächeln lässt, aber eben kurz Luft holen. - Eine schnelle Lösung ist nicht zu erwarten, und die allgemeine Doktrin der anderen Inseln, den touristischen Sektor als Ausweg für die hohe Arbeitslosigkeit zu suchen, die wird auf La Palma nicht greifen. - Zwar hat man auf Lanzarote und Fuerteventura den rasenden Anstieg der Arbeitslosigkeit wohl auf dem touristischen Sektor bremsen können, aber eben nur auf dem Weg über Billigangebote. - Das ist eine erlaubte Maßnahme und bringt schnell wieder Menschen in Arbeit, aber der Sektor hält solche Dumpingmethoden meist nicht lange durch, weil die Renditen schwinden. - Das führt dann mittelfristig wieder zu Personalabbau, und der Kreislauf beginnt von vorne. - Dass man sich mit kurzfristig angesetzten Sonderangeboten auch das Preisgefüge insgesamt kaputt macht, weil Billigbucher nicht wirklich einer Region treu sind, sondern meist einfach nur das Schnäppchen suchen, diese Auswirkungen merkt man dann spätestens im kommenden Jahr.

Allerdings muss man die Versuche über den Tourismus die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen auch verstehen, denn andere Sektoren bieten sich einfach nicht an, die große Last aufzunehmen. - Der gesamte Bausektor befindet sich in einer schweren Krise und hat auf den Kanaren zehntausende von meist schlecht ausgebildeten Hilfskräften in die Arbeitslosigkeit geschickt, und diese Leute sind nur sehr schwer in anderen Bereichen unterzubringen. - Langfristig wird man um einen Strukturwandel überhaupt nicht herumkommen, und völlig neue Sektoren für den Arbeitsmarkt erschließen. - Bau und, oder Tourismus bieten da keine wirkliche Alternative, Industrie ebenso wenig, da wir als Inseln im Atlantik ja unsere Waren immer erst noch teuer zu den Kunden bringen müssen und daher einen deutlichen Standortnachteil haben. - Auf der anderen Seite importieren wir nicht nur Konsumgüter und Luxusartikel von weit her, sondern sogar Grundnahrungsmittel und Dinge des täglichen Bedarfs. - Da liegt eine Möglichkeit Menschen in Arbeit zu bringen, in dem man sich dem Binnenmarkt auf den Kanaren mehr zuwendet. - Das reicht aber sicher noch nicht aus, es werden zusätzliche Ideen gefordert sein, die vielen Menschen die man seinerzeit durch den Bau- und Tourismusboom auf die Inseln gelockt hat auch weiterhin in Arbeit zu halten.- Anbieten würde sich natürlich die Sektoren Energie und Umwelt, alleine der Umbau auf alternative Energieträger fordert sehr viele Arbeitskräfte und weiterhin könnte man sich auch darauf besinnen, Recycling von vielen Materialien nicht aufs Festland weiter zu schieben, sondern sich hier auf den Inseln darum zu bemühen. - Alles aber keine kurzfristigen Lösungen, sondern dazu brächte man einen langen Atem und auch ein ganzes Stück Mut, den "Aufschwung" in die kommenden Jahr zu verschieben, und nicht immer schnelle Erfolge zu versprechen. - Den Preis für ein zu schnelles Wachstum, den werden wir die kommenden Jahre auch noch bezahlen müssen, und wenn wir jetzt nicht anfangen endlich neue Ideen und Bereiche auszuleuchten, dann wird sich das auch nicht ändern.



Montag 06.09.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 21,1 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 32,2 - Temp. Min 18,6 - Feuchte 32 - 53 % Niederschlag 0 mm

Tunnelgedöns
Neuer Tunnelwärter gesucht

Vielleicht mag es ja an meiner politischen Grundhaltung liegen, dass mir Privatisierungen von öffentlichen Aufträgen und Institutionen immer reichlich suspekt sind. - Aber gut, gehen wir mit der Zeit, auch wenn diese spinnt, das Tafelsilber der gemeinschaftlichen Anstrengung aller Steuerzahler wird verscherbelt, oder manchmal auch verliehen, weil die öffentliche Hand nicht in der Lage scheint, die Arbeit ordentlich auszuüben. - Wir werden jetzt nicht die unendliche Diskussion um die Bahn-Privatisierung aufgreifen, das ist nicht die Ebene dieser Kolumne, aber auch hier versucht man immer mehr öffentliche Aufgaben an private Dienstleister zu überführen. - Ob es die städtischen Wasserversorgungen sind, oder Parkplätze und öffentliche Sporteinrichtungen, überall sucht man private Investoren und Betreiber, weil der Steuerzahler entlastet werden soll. - Ganz schlüssig ist das Ganze aber nicht, denn auch der private Betreiber hat ja die gleichen Kosten zu stemmen und erhält das Geld dafür aus der bereits schrumpeligen öffentlichen Hand, so bleibt also der Rahmen des Sparens auf der einen Seite, und des gewerblichen Gewinns auf der anderen Seite recht schmal. - Die Rendite liegt einfach nur in den Faktoren billigere Arbeitskräfte, Einsparungen im Betrieb, welche auch die Sicherheit betreffen können, oder eben Zuzahlung der die Einrichtung benutzenden Bürger. - So liegt die Frage auch offen, wer denn zukünftig unseren wunderbaren "Cumbre-Tunnel" betreuen soll offen, denn man denkt seit Anbeginn des Betriebes dieser Verkehrsstrecke darüber nach, den Unterhalt und die Überwachung der Infrastruktur zu privatisieren. - Allerdings hat man noch keinen Anlauf gemacht eine öffentliche Ausschreibung dafür einzuleiten, was nun heftig von dem Sprecher der Partido Popular gerügt wird. - Der wirft nun unter die Leute, dass jahrelang das Geld der Steuerzahler heraus geworfen wurde, weil man den Betrieb des Tunnels noch nicht privatisiert hat. - 60.000 Euro im Monat kostet es, das Gros davon Personalkosten, und man könne dieses Geld ja sparen, wenn man den Tunnel endlich von einem privaten Betreiber verwalten lassen würde.

Allerdings ist das reiner Populismus, kommt eben vor bei einer Partido Popular, denn die Fixkosten sind nun mal da und müssten ja weiter von der Inselregierung und damit vom Steuerzahler aufgebracht werden, auch wenn da nun ein privater Betreiber seine Finger ins Spiel bekommt. - Vielleicht könnte der das billiger machen, weil er eben seinen Angestellten weniger bezahlt, oder eben beim Unterhalt spart, oder eben gar bei der Sicherheit, aber der mögliche Fremdbetreiber will doch auch Geld verdienen und das muss letztendlich der Steuerzahler auch wieder hergeben. - Der Vorwurf, man würde das Geld mit vollen Händen heraus werfen, oder die Suggestion, man könne glatt 60.000 Euro im Monat sparen, ist halt schlichtweg falsch. - Bezahlt werden muss es so oder so, und sowieso von den Steuerzahlern, denn wir werden keinen Tunnelsamariter finden, welcher seine Arbeit am Tunnel für lau vergibt. - Bislang betrieb den Tunnel die inseleigene "Gesplan", vor kurzem aber wurde die Verwaltung an die ebenso inseleigene "Sodepal" übertragen, die Kosten und die Mitarbeiter sind die gleichen, warum man das also gemacht hat, bleibt auch noch im Dunkeln. - Die PP fordert nun endlich die öffentliche Ausschreibung der privaten Tunnelverwaltung und schimpft wie ein Tunnelspatz, (Unterart des Rohrspatzes) warum man das noch nicht gemacht hat und noch nicht einmal einen Plan, wie das überhaupt von sich gehen könnte. - Ich glaube schon, dass die darüber nachgedacht haben, aber zwischen zwei Cortados dann auch auf den Trichter gekommen sind, dass es wohl keinen privaten Betreiber geben wird, der den Tunnelbetrieb, bei genauer Erfüllung aller Vorschriften, das Ganze billiger betreiben könnte. - Da gäbe es ja immer noch die "Lösung", einen Wegezoll für die Benutzung des Tunnels einzuführen, dann wäre das mit den Betriebskosten schon wieder eine andere Sache. - Aber solch einen Vorschlag, den traut sich keiner hier zu machen, zumindest nicht acht Monate vor einer Kommunalwahl.



Montag 06.09.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1016 hPa

Den Waldi ganz flach halten
Die Rattenfänger sind unterwegs

Erfahrene Hundebesitzer haben ja immer bereits eine Atropinspritze im Haus, denn immer wieder kommt es zu Vergiftungen von Haustieren, insbesondere eben Hunde, wenn auf der Insel wieder Rattengift ausgelegt wird. - Es ist jetzt erneut so weit, man muss die kommenden Wochen noch vorsichtiger sein, mit den vierbeinigen Lieblingen, die Inselregierung startet die diesjährige Kampagne gegen die geschmähten Nagetiere, welche halt als Plage gelten, und nur in den seltensten Fällen als Spielgefährte anerkannt werden. - Das ist halt deren Schicksal, ich mag sie auch nicht, und wenn die Tiere einem nahe rücken, dann wird der Mensch nervös. - 80.000 Euro gibt die Inselregierung für den Ankauf von Bromadiolon und den Personalkosten aus, welche durch diese Kampagne entstehen. - Es wird gleichzeitig in allen Gemeinden das Gift verteilt, sonst ist der Effekt nicht so groß, als würde das jede Gemeinde an einem anderen Zeitpunkt machen. - Es sind die bekannten kleinen Päckchen mit Weizen, der rot eingefärbt ist, und den Nagern wohl besonders gut munden soll. - Im besten Fall steckt man diese Beutel dann tief in die überall vorhandenen Natursteinmauern, so dass niemand anderes als kleine Nager herankommen können. - Allerdings sind es oft die auch in den Mauern wohnenden Eidechsen, welche die Beutel dann wieder aus der Mauer herausschubsen, so dass es sich wohl nie ganz vermeiden lässt, dass dieses Gift dann auch offen auf der Straße liegt. - Es ist wohl nicht anzunehmen, dass Haustiere diese Beutelchen sich schnappen und vertilgen, es sind meist Sekundärvergiftungen die auftreten, wenn eben dann die Hunde sich eine bereits vergiftete Ratte einverleiben. - Diese jährlich durchgezogenen Ratten-Kampagnen sind nicht ganz unumstritten, da viele einfach die Wirkung dieser Aktionen in Frage stellen, denn die Nagetierpopulation erholt sich recht schnell, nach kurzfristigen Erfolgen im Kampf gegen diese als Ungeziefer klassifizierten Tiere. - Wir wissen aber auch nicht wie es wäre, wenn man gar nichts gegen die Ratten unternimmt, denn seit langem bereits versucht man mit Gift den wohl unmöglichen Kampf gegen diese Plage zu gewinnen. - In den Bananenplantagen halten viele Pflanzer Hunde oder Katzen einfach nur zu dem Zweck, dass diese die Rattenpopulation klein halten. - Berühmtheit hat dabei der "Ratonero" erlangt, ein Terrier, manche sagen es wäre ein "Irish Rat-Terrier", welcher mit Erfolg Ratten erlegt. - Auch einer der Hunde unserer Nachbarn ist ein solches Tier, der Arturo, von uns immer nur Erwin, oder die Presswurst genannt, und bei dem ist es kaum zu glauben, dass der mal eine Ratte erwischen soll. - Das kann aber auch daran liegen, dass der von seinen Eigentümern und unseren Gästen dermaßen gemästet wird, dass er eher zum Sofahund mutiert ist als zum gefährlichen Jäger. - Katzen werden dazu auch gerne verwendet, und es muss wohl wirklich Katzen geben, die erfolgreiche Rattenjäger sind. - Allerdings haben die meisten Katzen nicht wirklich die Rattenjagd auf ihrem Lebensplan, das geschieht in der Regel dann nur aus Notwendigkeit heraus.

Unsere Katzen sind übrigens auch keine begnadeten Jäger, lediglich junge Ratten, die noch nicht viel größer sind als Mäuse, die stehen noch auf dem Jagdkalender, ausgewachsene Ratten haben von unseren Katzen nichts zu befürchten. - Da wir ebenerdig wohnen, und den ganzen Tag, und im Sommer auch die ganze Nacht die Türen und Fenster offen haben, da kommt das schon mal vor, dass man Besuch von großen "Landmäusen" bekommt. - Unter den Kühlschrank hat sich mal solch ein Vieh geschmuggelt, da war sie halt sicher vor unserem schnellen Zugriff. - Entdeckt haben wir sie dennoch, dann den großen Kühlschrank mühsam hervorgezogen, da der eingebaut ist, und zu die Tür und alle drei Katzen in der Küche. - Wir dachten, das wäre eine gute Idee, die erledigen das schon auf natürliche Weise, aber als das Vieh dann aufgeschreckt vom Besenstiel durch die Küche lief, da sprangen alle drei Katzen vor Schreck auf die Spüle. - Das war ein bisschen so wie bei den Cartoons, wo Hausfrauen immer auf den Stühlen stehen, wenn ein Mäuschen herumläuft, und so war es meiner Schnelligkeit und dem Besen vorbehalten, diese Ratte dann doch zu erlegen. - Wir sprechen heute nicht mehr oft über diesen Vorfall, die Katzen werden nicht gerne daran erinnert, nur sehen wir ziemlich häufig seit dem mit einer Taschenlampe unter den Kühlschrank, ob sich da wieder ein Vierbeiner versteckt hält. - Nicht, weil es uns unhygienisch oder einfach nur ekelig erscheint, mit einer Ratte zusammen in der Küche zu wohnen, wir haben Angst, unsere Katzen könnten sich erneut erschrecken.



Sonntag 05.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 28,0 Grad - niedrigste Temperatur 20,5 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 36,2 - Temp. Min 19,3 - Feuchte 5 - 54 % Niederschlag 0 mm

Kurznachrichten
Weil sonst nichts passiert ist

In El Paso feiert man heute das Bergfest. - Berge gibt es viele in El Paso, aber hier gemeint ist der Anhang gleich hinter der Kapelle der Virgen del Pino, und weil diese eben dieses Jahr nicht in die Stadt kommt, geht die Stadt dorthin. - Bereits am frühen Morgen ziehen Hunderte wohl präparierter Karawanen los, sich die besten Plätze und auch Parkplätze zu besorgen, denn wenn erst mal die Stadtpolizei dort ist, dann lassen die niemand mehr hochfahren zur Kirche und man muss seinen ganzen Vorrat an Speis und Trank den Weg hoch tragen. - Theoretisch kann man sich auch an den dort aufgestellten Kiosken versorgen, aber weil das ein Familienfesttag ist, wird daraus ein riesiges Picknick und man darf doch wohl im Ernst nicht glauben, dass auch nur eine palmerische Hausfrau es zulässt, dass die Familie sich auf dem Bergfest von Fastfood oder Bocadillos am Kiosk ernährt. - Alles wird da aufgefahren, die Tortilla, die Ensaladilla, frisch gebratene Croquetas, kalte Leberstückchen in Mojo und gebratenes Fleisch in allen Variationen. - Ein bisschen vorzeigen muss man sich schon auch, und wer einen nur schmal gepackten Picknickkoffer da aufweisen kann, der erntet dann schon mal mitleidige Blicke, und das Schlimmste was einer guten Hausfrau hier passieren kann ist, wenn dann die Nachbarn ankommen und einem was zu Essen herüberreichen wollen, weil man doch wohl nicht genug habe. - Die Männer stört so etwas meistens nicht, die sind eher um die Kühlung der Getränke besorgt, denn auch der Wein wird bei uns lieber gekühlt getrunken. - Spötter sagen ja, unser Rotwein schmecke so schlecht, dass man den nur gekühlt herunter bekommt, aber so viele Kehlen und Gaumen können sich eigentlich gar nicht irren. - Die Schutzpatronin wird gegen Mittag auch auf eine Runde durch den prallvollen kollektiven Picknickplatz getragen, begleitet von frommen Trommeln und Trompeten und dann wird uns einen Moment wieder ganz klerikal zu Mute. - Das dauert aber nicht lang, dann kommen wieder die Ghettoblaster zum Einsatz und südamerikanische Tanzmusik entzaubert den sonst so ruhigen Wald. - Ein schönes Fest, mir tun nur immer die Arbeiter der Stadt Leid, die morgen wieder alles aufräumen müssen.

Wegwerfen ist auch beim nächsten Thema der Aufhänger. - Aus der Inselregierung müssen wir uns anhören, dass wir schlecht erzogen sind und dringend Nachhilfe bräuchten. - Man habe festgestellt, dass die Hälfte aller Brände hier auf der Insel auf das Konto von rauchenden Autofahrern ginge, welche ihre noch brennende Kippe einfach aus dem Auto werfen würden. - Solche Schweineigel gibt es sicherlich, aber gleich die Hälfte aller Feuer, das hätte ich nicht geglaubt. - Der Beweis für die 50% ist ganz einfach, von den Feuern welche man dieses Jahre löschen musste sind die Hälfte in einem Straßengraben ausgebrochen, und bei all diesen Feuern geht man davon aus, dass es eben brennende Zigaretten waren, welche das trockene Kraut am Wegesrand entzündet haben. - Unverständlich möchte man meinen, weiß man doch eigentlich ganz klar, dass man gar nichts aus dem Auto werfen soll, weder die Schwiegermutter noch jammernde Brut, und schon gar keinen brennenden Zigaretten. - Eine Aufklärungskampagne will man nun starten, und an Autofahrer mobile Aschenbecher verteilen, sowie ein Faltblatt, auf dem noch mal diese Erziehungslücke angeprangert wird und die möglichen Folgen aufgelistet sind. - Man möchte eigentlich meinen, ein bisschen spät im Jahr, der Sommer ist doch bald zu Ende, aber die Erklärungen warum jetzt, sind auch schlüssig. - Einmal hat man eben genau aus den Erfahrungen dieses Jahres den Schluss gezogen mit der Kippenplage, und dann ist die Waldbrandgefahr ja auch überhaupt nicht vorbei, bloß weil der Monat in dem wir uns befinden, September heißt. - Im Gegenteil, die Berge und die hohen Wälder sind gerade jetzt am Ende des Sommers extrem trocken und weil viele bereits denken, die Gefahr eines Feuer würde jetzt abnehmen, genau deshalb beginnt man jetzt erst mit dieser Aufklärungskampagne. - Ich will auch so einen Aschenbecher…




Bergfest eben...





Sonntag 05.09.2010 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1015 hPa

Terraforming
La Palma immer in Bewegung

Geologisch gesehen ist La Palma noch nicht mal dem Säuglingsalter entkommen. - Gute 2 Millionen Jahre hat diese Insel erst auf dem Buckel und wird so noch eine ganze Weile Zeit brauchen, um eine erwachsene Form anzunehmen. - Von einer endgültigen Form wird man nicht sprechen können, da man unser Schicksal auch schon kennt.- Wir werden irgendwann von Erosion so platt wie Lanzarote oder Fuerteventura, und wenn sich der vulkanologische Hotspot unter uns nicht wieder neue Landmasse kreiert, dann verschwindet diese Insel in ein paar Millionen Jahren wieder unter der Meeresoberfläche. - Ich will Sie, oder den immobiliären Sektor nun nicht nervös machen, wir sprechen von Millionen von Jahren, vielen Millionen von Jahren und auch gute und langfristige finanzielle Planung muss nicht so weit reichen. - Die ganze Welt verändert sich ständig, nur bekommen wir es meist nicht mit, zu langsam schreitet diese Änderung voran, lediglich beim Klimawandel haben wir ja die Vorstellung den Wechsel bereits zu spüren. - Auf La Palma aber kann man wohl miterleben, wie sich die Orographie der Insel ändert, wir sind eine dermaßen steile und frische Insel, dass der Prozess der Erosion noch deutlich schneller abläuft als anderswo. - Dabei spielt das Wasser die entscheidende Rolle, weniger der Wind oder die Sonne und wenn irgendwann der Vulkan weniger Landmasse nach oben treibt als das Wasser wieder in den Atlantik spült, dann ist es um diese Insel geschehen. - Man muss sich nur mal die gewaltigen Schluchten im Norden der Insel ansehen, alles Produkt des ablaufenden Wassers, wenn im Winter die Tiefdruckgebiete schwere Regenfälle über die Insel schicken. - Nur dort, wo sehr viel Vegetation die dünne Humusschicht zusammenhält, dort verlangsamt sich der Prozess der Erosion und lässt Regionen für hunderttausende von Jahren inne halten.

Was passiert, wenn diese schützende Vegetationsschicht verloren geht, durch Feuer zum Beispiel, das kann man sehr gut im Süden der Insel betrachten, welche ja immer noch an den Folgen des Brandes vom August 2009 zu tragen hat. - Das Feuer selbst hatte aber nur indirekt die Schäden verursacht, das Wasser rund um die Weihnachtsfeiertage schuf dann die Probleme, welche bis heute nicht behoben sind, wenn man sie denn überhaupt beheben kann. -Vier neue "Barrancitos", also "Schlüchtlein" haben sich im Süden der Insel gebildet, und es ist wohl anzunehmen, dass diese neuen Entwässerungsabläufe bei den nächsten größeren Niederschlägen auch wieder Wasser führen werden und so im Laufe der Jahre immer größer und tiefer werden. - Das kann dann schon in Menschenjahren dazu führen, dass plötzlich das Grundstück zweigeteilt ist, oder Straßen dauerhaft verlegt werden müssen, weil sich das Wasser dazu entschieden hat, genau diesen Weg zu nehmen. - Damit wird man aber leben können, Platz genug ist ja da, aber man muss die Planung permanent neu abstimmen, eben mit den Launen und spontanen Einfällen der Natur. - Auch vier neue Strände haben die schweren Niederschläge des vergangenen Winter geschaffen, allesamt zwischen El Remo und Fuencaliente gelegen und theoretisch sogar fast mit dem Auto erreichbar. - Das Wasser hat so viel feines Material den gewaltigen Abhang der Cumbre Vieja heruntergespült, dass eben dort, wo bislang Kiesel oder große Basaltbrocken lagen, nun eine Sandschicht Strände bildet. - Allerdings hat man den Zugang zu diesen Stränden gesperrt, und man kann niemandem empfehlen dort baden zu gehen oder sich auch nur aufzuhalten, denn die Aktion Küstenveränderung geht permanent weiter, was nichts anderes bedeutet, dass dauernder Steinschlag eventuelle Badefreuden verhindert. - Man kann eben zusehen, wie diese Insel ihr Äußeres verändert, nicht überall und auch nicht andauernd, aber doch in einen Tempo, welches von uns Menschen wahrgenommen werden kann, und das kommt auf dieser Welt nicht so wirklich häufig vor. - Da kommt er wieder der Spruch, den wir eigentlich mal benutzt haben als alles Welt wieder auf dem Trip war, La Palma würde auseinanderbrechen und so einen Monstertsunami auslösen, welcher die Wallstreet in New York noch nass macht. - Diese These besteht weiterhin, allerdings ist man längst davon abgekommen, dass dieses ein kurz- oder mittelfristiges Problem ergeben könnte, dazu ist die vulkanische Aktivität auf unserer Insel viel zu ruhig im Moment. - Aber wir brauchen diese plötzlichen Gewalten auch gar nicht um uns ständig zu verändern, jeder Regentropfen macht das bereits und auch ohne Supervulkanausbruch wird diese Insel in ein paar Millionen Jahren wieder verschwunden sein. - Also, besuchen Sie La Palma, so lange es noch steht…




Die Küste zwischen El Remo und Fuencalinte




Samstag 04.09.2010 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 27,9 Grad - niedrigste Temperatur 20,8 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 36,2 - Temp. Min 20,2 - Feuchte 5 - 50 % Niederschlag 0 mm

Vereinigt euch oder sterbt
Fusion der Kooperativen des Bananensektors

Cupalma heißt die Hoffnung auf einem schwierigen Gelände. - Seit Monaten bereits wird über eine Fusion der Bananenkooperativen Morriña/Bonana und der Cupalma gesprochen und getuschelt, aber klar war bis gestern Abend noch nichts. - Morriña, eine der traditionsreichsten Kooperativen hier auf La Palma war ins Straucheln gekommen und konnte auch seit drei Monaten bereits den Landwirten die angelieferten Früchte nicht mehr bezahlen und auch die Belegschaft läuft wohl den Gehältern hinterher. - Das trieb auch die mit der Morriña verknüpfte Bonana an den Rand der Pleite, und so blieb eigentlich gar keine andere Wahl, als sich dem großen und offensichtlich gesunden Branchenriesen Cupalma anzuschließen. - Aber die Verhandlungen waren nicht einfach, selten transparent, sondern meist wurde in Hinterzimmern getagt und verhandelt und das bisschen was an die Außenwelt drang, das war ein schräges Sammelsurium an Gerüchten. -Für die Landwirte und die Angestellten der Morriña muss das heute ein Feiertag sein, verspricht doch die Cupalma bereits in der kommenden Woche alle Außenstände zu begleichen und auch das Personal zu bezahlen. - Auch wolle man alle Festangestellten übernehmen, aber die Zeitarbeitsverträge würden nicht verlängert, so dass dann doch wohl an die 30 Arbeitsplätze wegfallen. - Wie viele das genau sind, und ob es nicht doch Kündigungen von Festangestellten gegeben hat, das liegt ein bisschen in der Luft. - Die Cupalma sagt nein, hat es nicht gegeben, die Gewerkschaft sagt doch, habe es gegeben und keiner kann das so richtig überprüfen in diesem jungen Zustand der Fusion. - Vielleicht ist Fusion auch ein bisschen pragmatisch ausgedrückt, es ist eher eine blanke Übernahme, schließlich nimmt die Cupalma eine Pleitefirma und eine angeschlagene Kooperative mit ins Boot, wer da zukünftig das Sagen hat, muss man nicht großartig erraten.

Cupalma ist dann die größte Kooperative der Insel und beherrscht damit an die 40% der Produktion La Palmas, mit 2.200 Pflanzern, und erwartet sich dadurch natürlich eine bessere Position in der Vermarktung der Früchte gegenüber Transporteuren und auch den Abnehmern auf der spanischen Halbinsel. - Gerne singt der Chef der Cupalma das Lied der notwendigen Fusionen, um sich besser gegen die globale Konkurrenz behaupten zu können. - Ob das so einfach ist und das Generalrezept, das muss sich erst noch beweisen, denn zaubern können die auch nicht und an dem großen Preissprung den es zwischen den amerikanischen Bananen und den eben viel teureren "Platanos de Canarias" können die auch nichts drehen. - Dennoch sieht man ja an den Schwierigkeiten der kleineren Kooperativen, dass sich in dem immer rauer werdenden Geschäft nur die Großen behaupten können, so sind solche Fusionen wohl einfach als notwendig zu bezeichnen. - Die Frage ist dabei nur, wie viele Menschen verlieren auf die Dauer ihre Arbeitsplätze, denn natürlich will man durch Fusionen auch Geld sparen, und ob die neue und so viel größere Cupalma so viel Geld aufbringen kann, das alles zu wuchten. - Aber wenn man monatelang verhandelt, dann darf man auch annehmen, dass die fleißig gerechnet haben und die Banken auch mitspielen.



Samstag 04.09.2010 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1015 hPa

Indalecio ist eine Petze,
sagt der Bürgermeister aus Los Llanos

"Caso Quiosco" nimmt Fahrt auf. - Presseleute und Schreiberlinge lieben solche Possenspiele, liefern doch solche politischen Kleinkriege allerbesten Grundstoff für Geschichten, und solche die es werden wollen. - Allerdings ist es nicht wirklich lustig, denn schließlich geht es um unser Geld und um die Glaubwürdigkeit der Lokalpolitik und der Politiker grundsätzlich. - Und da gelangen wir halt nah an diesen Punkt, den man wohl Politikverdrossenheit nennt, und sich das Volk angewidert aus diesem fröhlich feudalen Spiel zurückzieht, welches man Demokratie nennt. - Wenn der alte Sarazene sagt, Deutschland schafft sich selbst ab, dann ist das natürlich vollkommener Quatsch, schlimmer aber ist, dass wir selbst die Demokratie abschaffen, in dem das Volk nicht mehr aktiv an der Auswahl und Überwachung der Legislative teilnimmt. - Das trifft wohl für die meisten satten Demokratien zu, der Wähler wendet sich mit Grausen ab und wählt, wenn überhaupt, nur noch das seiner Meinung nach geringere Übel, obwohl die Menschheit doch nicht gänzlich aus Idioten besteht. - Die wirklich fähigen Köpfe aber, die tun sich so etwas wie Politik doch gar nicht mehr an, zu tief ist der Sumpf der Klüngelei, Vorteilnahme und Gabe und hässlicher Lobbyismus bereits im Wesen der Politik verankert. - Auch verdient man wenig Geld und muss sich darüber hinaus noch täglich beschimpfen lassen, langsam wächst da eine Schicht politisches Prekariat heran, die nur Politik betreiben, weil sie es in anderen Berufen nicht geschafft haben. - Ich erachte das als blitzgefährlich, denn eigentlich sollte man die Besten mit der Richtungsweisung und Führung von demokratischen Gesellschaften beauftragen, und nicht die, die bei "Drei" noch nicht auf dem Baum oder in der "freien Wirtschaft" waren. - Wie wir das ändern können ist doch allen klar. - Immer abwählen wenn einer Mist macht, Basisdruck in die eigenen Parteien tragen und bis zum zivilen Ungehorsam Missstände anprangern und öffentlich machen, damit den Lausbuben das Naschen am Allgemeingut vergeht. - Aber das ist halt anstrengend, zeitraubend und hat so einen faden Nachgeschmack nach Revoluzzerei, obwohl es eine höchst konservative Handlungsweise ist, sich um die Aufrechterhaltung der Demokratie zu bemühen.

Jetzt aber wieder in die Tiefen der Lokalpolitik und nach Los Llanos. - Der "Caso Quiosco" dürfte Ihnen noch in Erinnerung sein, oder Sie scrollen noch mal zum 2.9. um 18:30 Uhr zurück, da ist die Eröffnung der Schlacht beschrieben. - Jetzt geht es also weiter, der Bürgermeister aus Los Llanos antwortet im Radio auf die Vorwürfe und die Anzeige seines Berufskollegen Indalecio. - Der sei eine Petze, denn wegen seiner Veröffentlichung verlöre die Gemeinde Los Llanos nun die Subvention von 28.700 Euro des Umweltamtes in Madrid, weil die ja nun mitbekommen haben, dass man mit den Papieren gemauschelt hätte. - Und übrigens sei das keine Mauschelei oder Urkundenfälschung was man da gemacht hätte, sondern reiner "Formalismus" wenn man Papiere vor- oder nachdatiert, so etwas käme in jeder Gemeinde ständig und andauernd vor, anders könne man gar nicht regieren. - Hoppla, da hat sich aber einer selbst in den Fettnapf getaucht, Lokalpolitik ist ohne Urkundenfälschung nicht möglich? - Man hätte die Subvention nicht beziehen können, wenn man ordentlich und ehrlich gehandelt hätte? - Und man kann eventuelle Lieferzeiten des Herstellers des Kioskes nicht mit einberechnen? - Tiefe Spalten öffnen sich da, oder zumindest haben wir jetzt in diesem kleinen Fenster mal den Einblick, wie unsere Legislative sich an Regeln und Vorgaben hält. - Sicher kann man kein Verbrechen in der Tatsache erkennen, dass man versucht hat sich Subventionen zu sichern, obwohl man den Termin verpennt hat, aber wohl ist es ein Delikt falsche Angaben zu machen. - Die Krönung ist dann wirklich auch noch, dass der Bürgermeister von Los Llanos nun den anzeigenden Indalecio Pérez beschuldigt, er wäre Schuld daran, dass man die Subvention verlöre. - Das hat sich der Bürgermeister komplett selbst zuzuschreiben, wenn der Termine nicht einhält oder diese nicht berechnen kann, dann darf man die Schuld doch nicht der Opposition in die Schuhe schieben. - Aber wir haben ähnliche Dinge ja auch schon bei der mündlichen Betriebsgenehmigung für das Asphaltwerk im Aridanetal erlebt und wundern uns so über gar nichts mehr. - Mich wundert aber immer noch, warum keiner mal nachfragt, wie solch ein kleiner und schmuckloser Verkaufskiosk aus Kunststoff mit einem Wert von 43.000 Euro angegeben wird. - Ich habe mich mal im Netz umgesehen, und genau den Kiosk nicht gefunden. - Allerdings ähnliche, und viel schönere, und die gab es allesamt für unter 20.000 Euro zu kaufen.



Freitag 03.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 27,6 Grad - niedrigste Temperatur 20,5 Grad

Der Hahn ist müde
Die V. "Ruta del Gallo" endet unspektakulär

Irgendwie ist ein bisschen die Luft raus aus einer eigentlich netten Idee. - "Ruta del Gallo" gibt es jeden Sommer nun seit 5 Jahren und dabei handelt es sich um ein gastronomisches Angebot hier im Aridanetal. - Einen Monat lang gibt es in teilnehmenden Restaurants, Kneipen und Cafeterías eine Tapa und ein Getränk für 2,50 Euro und so will man mehr Leute in die Gastronomie locken und viele Wirte nutzen diese Gelegenheit aus, um ihr Etablissement auch mal einem breiteren Publikum vorzuführen und nicht immer nur die bereits rekrutierten Stammgäste zu empfangen. - Der Preis für das Getränk und die Tapa lohnen die Sache für den Wirt eigentlich nicht, aber man begreift das ja als Werbung. - Von Sponsoren gibt es dann noch die Getränke dazu, so will man die Wirte auch locken da mitzumachen, und die Gäste werden Werbegeschenken belohnt und können sogar ein Hotelwochenende gewinnen. - Aber es nehmen immer weniger gastronomische Betriebe hier im Aridanetal teil, waren es vor 3 Jahren noch knapp 40 Lokalitäten, so sind es in diesem Jahr nur 21 Kneipen oder Restaurants, welche spezielle Tapas und einen launigen Schluck für die Gäste anbieten. - Viele Wirte beklagen sich eben um die Unvereinbarkeit zwischen den "Gallo-Gästen" und den normalen Besuchern, da sind schnell mal die Tische voll oder die Bedienung überlastet, wenn so eine fröhliche Truppe von 15 "Gallos" das Lokal betritt, und darunter würde dann die Qualität und der Service den anderen Gästen gegenüber leiden. - Das Gegenargument der Werbung schmettern auch viele mit dem Hinweis ab, ihr Lokal sei ohnehin bereits bekannt, das würde nichts bringen. - Die Teilnehmerzahl an Gästen dieser V. Ruta del Gallo ist auch weiter zurückgegangen, irgendwie ist der Dampf raus aus der Geschichte. Man kann nun natürlich auch die gesunkenen Gästezahlen auf das geringere Angebot zurückführen, aber hört man den Nutzern dieses Angebot mal außerhalb der oft gestellten Jubellaune zu, dann gibt es wohl ernst zu nehmende Kritik an der Organisation.

In den Statuten der "Ruta" steht so auch geschrieben, dass es dieses gastronomische Angebot auch in den ausgewiesenen Lokalen nur zu bestimmten Bedingungen gibt. - Einmal gilt das eigentlich nur am Tresen, nicht an den Tischen, und auch nur zu bestimmten Uhrzeiten. - Das kann dann schon mal dazu führen, dass "Gallo-Ritter" abgewiesen werden oder unsanft behandelt werden. - Zwar akzeptieren die allermeisten Wirte die "Billigheimer" auch an den Tischen und machen sicherlich auch Ausnahmen bei der Uhrzeit wenn eh nicht viel im Lokal los ist, aber es gibt eben diese Konflikte und das bleibt dann unangenehm im Gedächtnis. - Davon müsste man wieder loskommen, auch der Gast der ein "Sonderangebot" annimmt hat Rechte und möchte sich zu jeder Uhrzeit willkommen fühlen. - Dann ist immer noch das leidige Problem mit dem Transport. - Die Kneipendichte der teilnehmenden Etablissements ist nicht so dicht, dass man locker zu Fuß mit Gesang von einem zum anderen Restaurant erst gehen und dann schwanken kann, wer eine richtige "Ruta del Gallo" machen will, der braucht ein Transportmittel. - Gruppen mieten sich da schon mal einen Bus, aber das muss umständlich organisiert werden, so richtig verbraucherfreundlich ist das also nicht. - Man könnte da aber ja vielleicht an bestimmten Tagen Shuttlebusse einsetzen, welche die organisierenden Organe und die Sponsoren aufbringen und diese Busse fahren von Kneipe zu Kneipe und bringen die Gäste vom einem zum anderen Restaurant. - Nur eine Idee, kein Hinweis, aber es wäre doch schade, wenn man diese Angelegenheit so langsam einschlafen lassen würde, weil am bisherigen Konzept einfach noch zu feilen ist . - Die Gewinner der "Ruta" stehen inzwischen auch fest, nicht nur die Gäste können abstauben, sondern die teilnehmenden Restaurants können auch Preise, oder besser Ehrentitel gewinnen. - Dieses Jahr geht der erste Preis, der so genannt "Gallo de Oro" nach Tazacorte, nämlich an das "Carpe Diem".- Die "Siegertapa" war übrigens "Knackige Datteln mit Speckschaum". - Zweiter Preis geht an das Restaurant "Carmen" in den Bungalows Celta und der dritte Preis an die Tee- oder Cafetería "Kchoté" auch in El Paso. - Die Anita dort hat nun jedes Jahr einen Preis abgeräumt, entweder kocht die verdammt gut, oder die kennt die Preisrichter noch besser… Weitere Preise haben erhalten die Bar "Punto de Encuentro" sowie das Cafe "Dulce Aroma". - Wir gratulieren und hoffen, dass nächstes Jahr wieder mehr los ist.





Freitag 03.09.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1016 hPa

Der Alltag klopft an
Die fünfte Jahreszeit neigt sich dem Ende zu

Die fünfte Jahrszeit sind hier die großen Schulferien, welche den gesamten Rhythmus der Insel verlängern und meist angenehm verlangsamen. - Die Kleineren fangen kommende Woche bereits mit der Schule wieder an, und die Größeren sind dann am 14. September wieder dran und spätestens dann heißt es wieder früher aufstehen, die gleichen Gesichter morgens an der Schule sehen, andere Uhrzeiten werden wieder vorgegeben und morgens klingelt der Wecker mitten in der Nacht. - Nach fast 3 Monaten Pause ist es schwer wieder in den frühen Alltag zu rutschen, obwohl die Kinder sich wirklich auch schon wieder auf die Schule freuen, was mich fast dazu veranlasst hat, dann doch einen Vaterschaftstest zu beantragen… Dabei werden genau meine Kinder es am 14. extrem schwer haben, schlafen die doch jetzt im "freien Sommer" meist bis 11:00 Uhr, und müssen sich dann wieder an solche Dinge wie 07:00 Uhr gewöhnen. - Aber die packen das weg, und wecken muss die sowieso ich, und spätestens nach dem 3. Tag Schule haben die den Rhythmus wieder aufgegriffen. - Bei uns Alten dauert das länger, viel länger und so versuchten wir jetzt auch bereits wieder zu trainieren, was denn früher aufstehen anbelangt. - Nicht ganz freiwillig, wir haben uns dazu Handwerker kommen lassen, welche nun jeden Morgen um 07:30 bei uns auf der Terrasse stehen um einige Arbeiten zu erledigen, die wir schon Monate, oder vielleicht sogar Jahre hinausgeschoben haben. - So müssen wir jetzt um 07:00 Uhr bereits aufstehen, hastig den unerlässlichen ersten Kaffee hinunterstürzen, um dann gegen halb acht halbwegs an Menschen erinnernd den Handwerkern Rede, Antwort und Aufgaben entgegen bringen zu können. Die Kinder schlafen aber dennoch unbeeindruckt von Flex und Fluchen weiter, die Trockenübung für den nahen Schulbeginn geht spurlos an denen vorüber, solch einen Schlaf möchte ich auch mal haben.

Die Neuausstattungen für das kommende Schuljahr sind jetzt auch wieder dran und damit verbunden, kräftige Mehrausgaben im Familienhaushalt. - Dabei machen die Schulbücher, auch wenn die mit fast 200 Euro zuschlagen noch den kleineren Teil aus, der "Kleinkram" bringt uns da regelmäßig in Bredouille. - Ich weiß nicht, wie viele Scheren, Klebstifte, Anspitzer, Lineale und sonst was wir bereits in unserer Pennälerelternkarriere gekauft haben, aber das Zeug hält immer nur wenige Wochen, löst sich in Luft auf, wird eingesaugt vom großen Schwarzen Loch schulischer Aktivitäten. - Irgendwo hinter jeder Schule muss es einen riesigen Haufen von all dem Kram geben, denn alle Eltern kaufen ja 10 Scheren jedes Jahr, 30 Radiergummis, 15 Klebstifte und wer weiß nicht was noch alles. - Es ist ja nicht so, dass nur wenige das kaufen, und die anderen Kinder sich den Kram schnappen, überall sieht man ständig nur Eltern schulische Ausrüstung kaufen, und die ist regelmäßig nach wenigen Tagen wieder verschwunden. - Das ist fast so, wie mit den Socken in der Waschmaschine, irgendwo muss der ganze Kram doch wieder zu finden sein. - Vielleicht haben aber die Lehrer ja auch alle einen Nebenjob und sammeln die ganzen Sachen auf, und verticken dann die Scheren und Stifte wiederum in den Schreibwarenläden, um dann erneut in den unendlichen Kreislauf der schulischen Kleinartikel eingespeist zu werden. - Neue Klamotten müssen natürlich auch wieder her, neue Schuhe, der Rucksack ist nicht mehr schick und eigentlich hätten sie auch noch gerne, dass ich mir ein neues Auto zulege, denn mit der alten Karre zur Schule gefahren zu werden, das sieht doch nicht aus. - Aber da beißen die auf väterlichen Granit, neue Schuhe ja, Scheren und Klebstifte nur noch in Großverbraucher Umpackungen, damit die gleich im Zehnerpack verschwinden können, aber ein neues Auto, das kommt mir nicht ins Haus. - Und wenn denen das Auto nicht passt, sollen sie doch zu Fuß in die Schule gehen, und spätestens bei der Drohung steigen sie dann schnell doch wieder in das Auto, welches fast so alt ist wie beide Kinder zusammen und mehr als halb so alt wie ich. - Dazu könnte man jetzt die Frage stellen, wie alt ist mein Auto, aber das ist eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten - fast so wie der Alltag eben.



Donnerstag 02.09.2010 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 29 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 22 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 29,8 Grad - niedrigste Temperatur 21,0 Grad

Freunde für´s Leben
Indalecio vs. Juan Ramón

Ich wollte so gerne eine schöne Nachricht schreiben, so was nettes, vielleicht ein bisschen skurril, aber eben nett. - Und was passiert, in Los Llanos ist mal wieder ein Skandal angesagt, ein "caso", also ein "Fall" wie wir solche polemischen Angelegenheiten nenne und ich nehme den Namen dieses Falles schon mal voraus, das wird der "Caso Quiosco" werden. - Die Protagonisten sind alte Bekannte, denn alte Freunde kann man nun wirklich nicht sagen, es ist nicht das erste Mal, dass Indalecio Pérez und Juan Ramón Marín kräftig aneinanderrasseln. - Die Pikanterie dabei wird noch erhöht, wenn man weiß, dass beide ja in das gleiche Hobby haben, beide sind in der Lokalpolitik in Los Llanos beschäftigt, man möchte fast sagen verstrickt. - Juan Ramón Marín ist bekannterweise Bürgermeister, allerdings nicht gewählter, sondern nachgerückt, nachdem Juan Ramón Hernández "freiwillig" seinen Posten geräumt hat, um ins Gobierno de Canarias aufzusteigen. - Die Schuhe scheinen ein bisschen groß zu sein für den zweiten Juan Ramón, der meist mit JuanRa II abgekürzt wird, man kann nicht wirklich sagen, dass seine Amtszeit bislang sorgenfrei und vor allem kritikfrei verlaufen wäre, der Mann produziert einfach zu viele Baustellen. - Mit Baustellen sind jetzt nicht wirkliche Baustellen mit Mörtel und Schubkarre gemeint, sondern er langt des Öfteren mal schlichtweg daneben, gleich in den Fettnapf. - Sei es die fragwürdige Personalführung im Rathaus selbst, die unschöne und fast schon schmierige Geschichte um das Asphaltwerk, wenig geht dem Mann wirklich glatt von der Hand und die Kritik an ihm wird auch ständig größer. - Indalecio Pérez hingegen sitzt für die Partei CCN (Centro Canario Nacionalista) auf der Oppositionsbank und zielt gerne und gut auf den Bürgermeister, und da er im bürgerlichen Leben auch noch Anwalt ist, und wohl ein guter obendrein, zumindest ein erfolgreicher, kann man sich vorstellen, mit dem ist bei den Gemeinderatssitzungen nicht gut Kernobst essen und wenn der mal angebissen hat, dann wird man den auch nicht mehr los. - Ein "harter Hund" also als Anwalt, was ja für diesen Beruf wohl als Auszeichnung gilt.

Nun hat Indalecio den Bürgermeister wegen Pflichtverletzung und Urkundenfälschung angezeigt, es geht um den Kiosk den man in Puero Naos aufgestellt hatte, welcher als Tourismusinformation dienen sollte. - Dieser Kiosk wurde im August aufgestellt und ein paar Tage danach gleich wieder entfernt, weil die Anwohner des Ortes heftig protestiert hatten, einmal weil der Kasten potthässlich ist und auch der Standort war den Bewohnern des Badeortes nicht genehm. - Indalecio hat sich nun die ganzen Papiere um den Ankauf dieses Kioskes mal kommen lassen und dabei festgestellt, dass man die Aufstellung und Inbetriebnahme dieses Kioskes bereits in den Juni zurückdatiert hatte, obwohl dieser erst im August aufgestellt wurde. - Dieses Dokument ging aber bereits im Juni an die das Umweltamt in Madrid, wofür man eine Subvention kassiert, da es sich um eine Verbesserung der Ausstattung des Weltbiosphärenreservats handelt. - Darin sieht nun Indalecio bereits eine Urkundenfälschung, und ist man pingelig, dann ist das wohl auch so, denn der Bürgermeister, und nicht nur der, die haben ja mit ihrer Unterschrift bestätigt, dass der Kiosk bereits gestanden hat. - Was wir nicht in Erfahrung bringen konnten ist, ob denn die Subvention bereits ausgezahlt wurde und über welchen Betrag wir hier reden. - Der Kiosk selbst, der aussieht wie ein großes Dixi-Klo mit Fensterscheiben und sandfarben daherkommt, soll 43.000 Euro gekostet haben, das alleine stellt schon eine Frechheit dar, bietet aber auch noch weitere Nahrung für Spekulationen. - Als Kompott bietet dann Indalecio auch noch die wirren Aussagen des Bürgermeisters nachdem er die Reklamationen der Bürger vernommen hat. - Der behauptet nämlich, das sei gar nicht der Kiosk gewesen, den man bei der Firma bestellt hätte, das sei nicht seine Schuld. - Dafür gibt es aber keine Belege, so dass sich nun der Bürgermeister von Indalecio auch noch als Lügner beschimpfen lassen muss. - Da kommt Freude auf bei einer solch dauerhaften Männerfreundschaft und nun wird man mal auf die Antwort des Juan Ramón darauf gespannt sein, und auch ob und wann sich ein Gericht dafür interessiert.



Donnerstag 02.09.2010 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1017 hPa

Abtauchen,
Ausschwitzen, Aussitzen, und bloß nicht hingucken

Viele Dinge, vielleicht sogar die meisten, erledigen sich von selbst. - Das ist doppelt praktisch, wenn es sich um unangenehme Dinge handelt, denn im Dunstkreis von Problemen lässt sich einfach kein Strahlefoto für die Presse ablichten, und wer will schon grübelnd und aussichtslos an der Stätte des Handlungsbedarfs aufgenommen werden. - Ich habe großes Verständnis für so etwas, warum sollte sich eine Inselpräsidentin mit verzweifelten Tierschützern ablichten lassen, oder gar etwas zum Thema sagen, das kann doch nur nach hinten losgehen. - Tänzelnd ausweichen, lächelnd den vorzeitigen Ausfallschritt üben, den Tango der Unauffälligkeit proben, so lange bis wieder grünes Licht die Bühne freigibt und andere Themen Applaus und Lächeln garantieren. - Bei weitem nicht so gravierend wie in Sachen abgelegter Hunde und Katzen, erleben wir gerade wieder das Ballett der Schande unserer politischen Führung, am Krankenhaus, wo alle nach Problem verreist sind. - Unser Krankenhaus hat keine Parkplätze mehr, und keiner hat Schuld an dem Umstand und jeder ist im Recht und wenn ein kranker Mensch dort zur Untersuchung muss, dann darf der doch locker 500 Meter den Berg hinauf vom alten Flughafen laufen, denn woanders bekommt der sein Auto gar nicht mehr abgestellt. - OK, früh genug, so gegen 07:30 Uhr vielleicht noch in zweiter Reihe oder auf dem eigentlichen Bürgersteig, dann kann man das Krankenhaus sogar noch in 5 Minuten erreichen, später geht das auch nicht mehr und die Busfahrer muss man mal befragen, wie die das sehen, denn die müssen sich jetzt zwischen falsch geparkten Wagen und dem ewigen Stau der Parkplatz suchenden Autos hindurchtasten. - Was war geschehen? - Der Parkplatz des Krankenhauses, nördlich des Gebäudes gelegen, der war nur geliehen, von der Gemeinde Breña Alta. - Abgemacht war, als das neue Krankenhaus eröffnet wurde, dass dieser Parkplatz so lange genutzt werden kann, bis die Klinik ihren eigenen Parkplatz hat. - Allerdings gibt es im Haushalt des Krankenhauses seitens der Gesundheitsbehörde überhaupt keinen Posten welcher die Schaffung eines Parkhauses vorsieht, der Parkplatz stehe also auf Warteposition und niemand kümmert sich darum. - Die Gemeinde nun hat ihrerseits die Nase voll und für das Gelände des Parkplatzes anderes im Sinn, als diesen weiter ohne erkennbaren Nutzen für sie, dem Krankenhaus zur Verfügung zu stellen.

So ist der Parkplatz nun seit dem 1. August geschlossen, Arbeiter des Cabildo Insular bereiten dort Infrastrukturen vor, welche für den "Plan Parcial de Buenavista" vorgesehen sind, und keiner kann einem so wirklich sagen, was denn da eigentlich gebaut wird und ob das denn nötig ist. - Weder das Cabildo Insular, noch die Gemeinde Breña Alta noch die Krankenhausleitung sind gewillt oder in der Lage dazu etwas zu sagen, obwohl alle drei Korporationen auch dafür verantwortlich sind, dass eine Infrastruktur der ersten Reihe, das Inselkrankenhaus, welches auch noch als Poliklinik dient für alle Fachärzte, für Patienten und Personal gut erreichbar ist. - Dazu gehören auch Parkplätze und ich möchte nicht wissen was los ist, wenn ein Rettungswagen einen Schwerverletzten anliefert, aber nicht durchkommt zum Krankenhaus, weil der Zufahrtsweg durch falsch geparkte Fahrzeuge oder einen Unfall beim Rangieren blockiert wird. - Das Krankenhausleitung sagt, das geht uns nichts an, die Gemeinde sagt, die Krankenhausleitung weiß seit 8 Jahren, dass sie einen Parkplatz braucht, und die Inselregierung ist verreist, oder viel zu sehr damit beschäftigt woanders hinzugucken. - Die Bauarbeiter selbst, das sind die einzigen die Auskunft geben und so wie es aussieht, ist Ende September wieder alles fertig, und die Autos können wieder dort parken, wo sie es immer getan haben. - Bis dahin, Chaos pur, und keiner kümmert sich darum, und manchmal bin ich schon sehr überrascht, dass diese Insel dennoch immer weiter funktioniert. - Und das sogar erstaunlich gut, trotz unserer globalen Abneigung gegen Planung und trotz unserer ständig präsenten und für alle Eventualitäten gewappneten Nichtzuständigkeitsminister.



Mittwoch 01.09.2010 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 30 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 29,4 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 35,8 - Temp. Min 18,9 - Feuchte 5 - 30 % Niederschlag 0 mm

Hungerstreik gegen Hausabrisse
Costas hat immer weniger Freunde

Costa Cordalis, der singende Schmalzkringel aus Griechenland, der hatte viele Freunde, zumindest noch in der Zeit vom Heck, vom Dieter Thomas. - Wir meinen aber nicht diesen Costa, sondern Costas, und auch nicht mit Nachnahmen Cordalis, sondern ausgeschrieben, Demarcación de Costas. - Das ist die Küstenbehörde, und die untersteht wiederum dem Umweltministerium. - Umweltministerium bedeutet übrigens nicht Umweltschutzministerium, das verwechseln manche, und sind dann immer wieder erstaunt, wenn wieder mal ein Umweltmysterium geschieht. - Costas steht hier auf den Inseln am meisten in der Kritik, weil es ein wunderbares Gesetz in Spanien gibt, welches Privatmenschen oder Firmen den Besitz auch nur eines Meters der Küstenlinie untersagt. - Die Küste ist für alle da, nur hoheitliche Behörden oder Organisationen können bestimmte Stellen an Spaniens Küsten belegen, allen anderen ist das untersagt, und bebaut darf diese Zone schon gar nicht werden, es sei denn, es handelt sich dabei um öffentliche Einrichtungen welche das Grüne Licht Costas erhalten haben. Nun taucht allerdings eine Frage auf, und die gar nicht so selten, was ist denn mit den Häusern und Siedlungen, welche bereits vor 1988 an der Küste gestanden haben, also noch bevor das Gesetz diese Einschränkungen aufstellte. - Bestandsschutz möchte man meinen, aber das sieht die Küstenbehörde anders, und will an der gesamten spanischen Küste alles was Fenster und Türen hat einreißen lassen, und hat auch schon kräftig damit begonnen. - Das gibt Ärger aller Orten, auch auf La Palma, wir erinnern uns an die Abrisse an der Playa Nueva, im Süden der Insel und dem drohenden Abriss der lebendigen Siedlung La Bombilla.- Für die meisten Haus- oder auch Hüttenbesitzer gibt es ein grundsätzliches Problem, dass sie auch vor dem Inkrafttreten des Gesetzes von 1988 bereits ihr Haus illegal errichtet hatten, weil keine Behörde ihnen die Erlaubnis ausgestellt hat, beziehungsweise ausstellen konnten. - In den meisten Fällen sieht es ähnlich mit dem Grund und Boden aus, auf dem die Häuser errichtet worden sind, der gehört meist niemandem, oder ist auf fragwürdigen Wegen in den Besitz der Anrainer gelangt, und dann in Privatverträgen veräußert worden. - Über die Gültigkeit solcher Papiere streitet man im großen Rahmen, und wer den pfiffigeren Anwalt hat, der kann sogar Recht bekommen, so wie das erst neulich mehreren Anwohner El Remos gelungen ist. - Eine letztendliche Rechtsprechung gibt es da noch nicht, viel zu unterschiedlich sind die legalen Besitzverhältnisse, von null Papieren bis hin zu einem Kaufvertrag, und in manchen Fällen sogar einen Eintrag im Katasteramt, obwohl das eigentlich gar nicht möglich wäre. - Aber bei uns ist alles möglich, außer Regen im August…

Die Küstenbehörde hat zunächst ziemlich erfolgreich mit Druck die ersten Abrisse durchgeführt, Mahnungsschreiben in denen hohe Strafen angedroht werden, wenn bis dann und dann das Haus nicht verschwunden ist, das hat so manchen schon Beine gemacht und einige Häuser sind wirklich durch die Hände der eigenen Besitzer gefallen, die sich beeindrucken ließen. - Allerdings nahm der Widerstand auch immer weiter zu. - Da sind eben auch immer wieder mal Meldungen von kleinen juristischen Erfolgen einiger Siedlungsbewohner, bis dann die Küstenbehörde in höherer Instanz wieder erfolgreich klagt, oder eben vielfach mit weiterem Druck die Eigentümer unter Stress stellt. - Eine letztendliche Lösung ist nicht in Sicht, die juristischen Auseinandersetzungen in dem Thema absolut unübersichtlich und für Laien unverständlich, und viele Fragen bleiben auf allen Seiten offen. - Warum hat man bislang nur Hütten abgerissen aber keine Paläste, warum werden manche Siedlungen gerettet in dem man sie urbanisiert, und warum kommt die Küstenbehörde erst jetzt mit dem Gesetz daher, welches doch schon seit 1988 Anwendung findet. - Wer sein Haus und seine Bleibe dort in einer der Siedlungen hat, für den sind das existenzielle Fragen, und so verwundert es nun auch nicht, dass die Nachbarn aus "Cho Vito", einer dem Abriss unterstellten Siedlung auf Tenerife, jetzt in den Hungerstreik begeben, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. - "Cho Vito" ist bereits zum Symbol für die Abrisse hier auf den Kanaren geworden, so richtig mit Fernsehbildern, live weinende Familien neben den Raupenschleppern und wütende Männer, welche mit Besen und Latten auf die Baumaschinen eindroschen. - Genutzt hat das bislang wenig, aber immerhin wird die Presse diesen Hungerstreik blumig und aufmerksam beobachten, und das ist ja dann schon die halbe Miete. - Ob das langfristig zu einer tragbaren Lösung für alle führt, das möchte ich dennoch bezweifeln, die lange Hand des Gesetzes wird sich wohl dauerhaft durchsetzen. - Aber wir wissen ja, die Justiz hält manchmal auch wirkliche Überraschungseier bereit und wir werden sicherlich noch sehr oft über dieses Thema berichten können. - Hungerstreik hier auf La Palma, das kann ich mir aber nicht wirklich vorstellen, wir essen doch alle für unser Leben gern…



Mittwoch 01.09.2010 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1017 hPa

Sicherheitsgürtel um Fuencaliente
Wasserleitungen gegen Waldbrände

Vielleicht ein bisschen spät möchte man meinen. - Aber was soll man den noch alles von einer Gemeinde verlangen, die stehend KO ist, weil solch kleine Korporationen einfach nicht effektiv arbeiten können. - Das Personal kann man gerade noch bezahlen, die Telefonkosten im Rathaus, und dann wird es bereits eng, und wenn wirklich noch weitere Maßnahmen durchzuführen sind, dann muss der Bürgermeister bei anderen Instanzen anklopfen um dort Gelder locker zu machen. - Das ist auch der Hintergrund, warum man jetzt erst das erste Teilstück einer Wasserleitung in Betrieb nimmt, welche als Sicherheitsgürtel um den Ort liegt, um zukünftige Waldbrände von besiedelten Gebieten fern zu halten. - Immerhin liegen jetzt bereits ein Kilometer Wasserleitungen oberhalb von Los Canarios im Wald, und weiter will man noch 5 Kilometer Rohre verlegen, bis diese Leitungen in den beiden Siedlungen La Fajana und El Charco ankommen. - Die Wasserrohre werden oberhalb der Südstraße gelegt, genau dort, wo eben letztes Jahr das Feuer sich so schnell und unbekämpfbar ausgebreitet hatte. Geld dafür gibt es von der Zentralregierung in Madrid, aber auch vom Gobierno de Canarias, es sind wohl 300.000 Euro zur Verfügung, da kann man schon ein paar Kilometer verzinktes Rohr verlegen. - Wasserleitungen im Wald und den Bergen, das ist immer schon der Traum der Feuerwehr, dann könnte man im Falle eines Brandes eben auch in für Fahrzeuge unzugänglichen Gebieten sofort über große Mengen Wasser verfügen. - Im Norden der Insel hat man vor ein paar Jahren bereits begonnen damit, Druckwasserleitungen in den Bergen zu verlegen. - Alle 50 Meter eine Zapfstation, und dann muss man hoffen, dass man auch das Personal in dem Moment zur Verfügung hat, welche an diesen Rohren ihren Dienst verrichten. - Die Idee ist hervorragend und schließlich sogar noch billiger auf die Dauer als Brandschneisen, welche brutal von Raupenschleppern in die Landschaft gepflügt werden, um eventuelle Feuer davon abzuhalten, ungebremst weitere Flächen zu vernichten. - Die Brandschneisen müssen nämlich alle Jahre wieder von nachwachsendem Grünzeug befreit werden, sonst verlieren diese Sperren ihren Nutzen. - Das Netz der Wasserleitungen nun soll als Bandschneisen dienen, hört sich gut und vernünftig an, allerdings hat dieses System bislang noch keine Feuertaufe gehabt. - Im wahrsten Sinne des Wortes.

Passend zum Thema sind die Temperaturen nun fast wieder auf einem sommerlichen Normal angekommen. - Keine abrupte Abkühlung, es ist einfach nur stündlich ein bisschen frischer geworden und im Laufe des Tages soll auch die Luftfeuchte mal wieder messbar werden. - Ein kompletter Wandel der Großwetterlage bringt uns diese Abkühlung, das störende Tief auf der sonstigen Position des Azorenhochs ist nach Westen verschwunden und hat wieder Platz gemacht für weit reichenden Hochdruck auf dem Nordatlantik. - Noch kein wirkliches Hoch mit Pauken, Trompeten und scharf abgezeichnetem Passat, aber man arbeitet daran. - Von Herbst oder gar Winter noch keine Spur, es sind noch durchaus sommerliche Spiele, welche sich da hinter unserem Horizont am Wetterhimmel abspielen und bereits kommende Woche kann es noch mal warm bis heiß werden.





Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel & Fax von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma