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Nachrichtenarchiv September 2003


Dienstag 30.09.03 18:00

San Miguel de La Palma

So heißt unsere kleine und grüne Insel richtig und einmal im Jahr erinnern wir uns wieder daran, denn sonst nennen wir uns ja schlicht La Palma. Am 29 September 1492 landete Alonso Fernández de Lugo, am Strand von Tazacorte um Wasser für seine Schiffsbesatzung zu suchen. An Bord hatte er auch bereits die ersten Siedler und weil das Ganze am Tag des heiligen Miguel geschah, nannte man diese Insel kurzerhand San Miguel. Das La Palma kam erst später hinzu, wann und warum das geschah, darüber gehen die Meinungen heute noch auseinander.

Dieser Tag wird jedes Jahr besonders in Tazacorte gefeiert, obwohl der San Miguel der Schutzpatron der gesamten Insel ist. Tazacorte blieb zwar der Ruhm der ersten Landung, aber schon bald war klar, dass die Ostseite die günstigere Seeverbindung, besonders auf die anderen Kanareninseln bot. Santa Cruz stellte Tazacorte schnell in den Schatten und der gesamte Transport von Waren wurde dann über die Ostseite abgewickelt. Auch die Amerikafahrer, die Station auf ihrem Weg von der „Alten Welt“ in die „Neue“ machten, landeten in Santa Cruz um sich mit Proviant zu versorgen. Erst über 500 Jahre später (2002) erhielt Tazacorte wieder einen Frachthafen, der allerdings so gut wie überhaupt nicht genutzt wird, weil die Frachtverbindungen von und nach La Palma alle noch über Tenerife und Gran Canaria laufen. Von Santa Cruz aus ist man halt doppelt so schnell in Tenerife, als aus Tazacorte.


Dienstag 30.09.03 08:30

Hoffen auf den ersten Regen

Nun sind es 7 Monate auf der Westseite ohne Regen. Das ist nicht ungewöhnlich, aber langsam wird es Zeit, dem Boden und der Luft etwas Erfrischung zu gönnen. Wasser zur Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen ist reichlich da, aber Regen hat eine viel größere Wirkung auf die Flora. Es ist jedes Mal ein beeindruckendes Schauspiel, wenn viele Wildpflanzen nach Monaten der Sommerruhe endlich neues Grün tanken.

Morgen Abend, oder Donnerstag in der Früh kann uns ein Tief aus Nordwesten erreichen. Das ist genau die Windrichtung, die uns Niederschläge auf der Westseite bringen kann. Nun hoffen wir, dass das Tief nicht noch weiter nördlich die Kurve kratzt und nur die Küstenregionen Nordafrikas streift, sondern uns auch bedenkt. Nach diesem außerordentlich trockenen Sommer in Deutschland versteht man uns vielleicht auch etwas besser, was Regen für uns bedeutet.

Für diesen Winter müssen wir uns rein auf die Wissenschaft und die Wettervorhersagen stützen. Die „Alten“ haben sich überhaupt nicht geäußert, was der Winter bringen wird. Sonst erfährt man bereits ab Ende Juli, ob es sich lohnt ein zweites Mal Kartoffeln zu pflanzen und wie der Winter überhaupt wird. Keiner der uns bekannte Wetterpropheten hat sich zu einer Aussage durchringen können. Was das bedeuten soll? Woher soll ich das wissen, wenn selbst Ricardo plötzlich Klimatabellen im Internet sucht und per Hand versucht auf dem Satellitenbild die Tiefdruckgebiete bis zu den Kanaren runterzudrücken. Wir werden uns überraschen lassen und ich erzähle Ihnen hinterher, wie der Winter war.


Montag 29.09.03 17:00

Frauenbeauftragte für die Gemeinden gefordert

Die Vorsitzende des kanarischen Institutes für die Frau „Instituto Canario de la Mujer“, Noelia García, fordert auch für La Palma Posten in den Gemeindeverwaltungen, die Frauenbeauftragten gleichkommen. Auf Tenerife, Gran Canaria und Lanzarote gibt es diese Stellen bereits und diese arbeiten sehr erfolgreich. Obwohl das Gesetz auch in Spanien längst keinen Unterschied der Geschlechter mehr kennt, sieht die Praxis oft anders aus.

Gerade in ländlichen Strukturen bleibt da noch viel Nachholbedarf und dafür sind direkte Ansprechpartner in den Rathäusern nötig. Neben den täglichen Problemen der Frauen in der Arbeitswelt soll besonders auf die Fälle häuslicher Gewalt aufmerksam gemacht werden. Dieses Feld kann man nicht wohltätigen Organisationen überlassen, sondern muss aktiv auch von politischer Seite angegangen werden. Noelia García bearbeitet da ein Thema, welches in unserer ländlichen Gesellschaft oft tabuisiert wurde. Nach spektakulären Übergriffen eines Mannes, der in Tenerife seine Frau umbrachte, obwohl die Frau bei der Polizei Schutz suchte, sind nun alle sensibilisiert für diesen wenig ruhmreichen Teil jeder Gesellschaft. Offizielle Ansprechpartner müssen her, die auch legislative Möglichkeiten haben, bedrohte Frauen zu schützen.


Montag 29.09.03 08:30

Die "Heilige Quelle" wehrt sich gegen ihre Wiederentdeckung

In Fuencaliente ist so manches möglich. Da gibt man sich über Nacht einen neuen Namen (Los Canarios) und ein Hotel wird gebaut, welches auch mit drei zugedrückten Augen, nicht der Gesetzeslage entspricht. Nur eines will nicht klappen, die Suche nach der 1677 verschütteten „Heiligen Quelle“ war bislang erfolglos. Nun ist erst mal Pause, da die Inselregierung neue Gelder beschaffen muss.

Obwohl die Pläne um die „Heilige Quelle“ einzig der Gemeinde Fuencaliente dienen, stammt das gesamte Geld für die Grabungsarbeiten von der Inselregierung. Nun wird es wohl zusehends schwerer im nächsten Haushalt wieder die Summen locker zu machen, die nötig wären, der Quelle endgültig auf die Spur zu kommen. Bislang grub man an Stellen die in alten Karten vermerkt waren, ein nicht gerade exaktes Geschäft. Nun kommen auch Zweifel auf, ob nicht der letzte Vulkanausbruch des „Teneguia“ im Jahr 1971 den Quellenausgang weiter verschoben hat und man lieber woanders suchen sollte.

Es klappt halt auch in Fuencaliente nicht alles per Knopfdruck und politischer Kungelei. Man kann halt Quellen nicht mit einstweiligen Verfügungen und Regierungsbeschlüssen zum Auftauchen bewegen. Vielleicht hat die Quelle einfach keine Lust ihr Wasser herzugeben, damit sich tausend „All-Inklusive“ Gäste dort die Füße waschen. Denn eines ist klar, der Bürgermeister von Fuencaliente kann hundertmal auf die historische Bedeutung der Quelle für die ganze Insel hinweisen. Der einzige Grund warum so viel Geld in das Wiederfinden der Quelle gesteckt wird, ist der touristische Wert den eine solche Heilquelle für die hochtrabenden Pläne des Ortes hat.


Sonntag 28.09.03 18:00

Fragwürdige Geldverteilung

Es geht mal wieder um die öffentlichen Gelder als Gemeindezuschuss für den Nationalpark „Caldera de Taburiente“. Obwohl sich der Nationalpark zu 100% auf der Gemeindefläche El Pasos befindet, bekommt El Paso jedoch nur 23.580 Euro Zuschuss. Die Gemeinde Santa Cruz, obwohl sie nicht mal an den Nationalpark grenzt, erhält jedoch Euro 69.000,-. Tijarafe erhält auch noch einen Zuschuss für die Verbesserung des Camino El Pinar von 25.500,- Euro.

Was diese unverständliche Geldverteilung angeht, da gibt es nun zwei Versionen. Die offizielle Version der Nationalparkverwaltung lautet: Es gibt nur Geld für bestimmte Projekte, die von den Gemeinden beantragt werden müssen und El Paso hat kein weiteres Projekt genannt, als die Konservierung der Petroglyphen auf dem „Lomo de Tamarahoya“. Noch wäre allerdings Zeit weitere Projekte einzureichen, allerdings nur noch zwei Tage, dann ist Einsendeschluss.

Die inoffizielle Version lautet, El Paso steht auf der schwarzen Liste, da es im Rathaus nicht die Koalition von Bürgerlichen (PP) und Nationalisten (CC) gibt, die von beiden Parteien im kanarischen Parlament ausgehandelt wurde. In El Paso gibt es eine Koalition von Bürgerlichen (PP) und den Sozialisten (PSOE) und das sehr zum Missfallen der grauen Parteieminenzen im Hintergrund. Es gab bereits Parteiausschlussverfahren gegen die Stadträte der PP, allerdings ohne Erfolg, da hat Madrid dann doch nicht mit gemacht. Nun munkelt man immer wieder, El Paso solle der Geldhahn abgedreht werden, damit diese rebellische Koalition bald ein Ende hat und die Nationalisten wieder selbstgefällig weiter regieren können. Ich kann nicht sagen, ob da wirklich was dran ist, aber merkwürdig ist es schon, dass El Paso sonst immer weit über 100.000,- Euro erhalten hat für den Nationalpark und nun plötzlich nicht mehr.


Sonntag 28.09.03 09:30

172 Boat-People in einer Nacht

In der Nacht vom Donnerstag auf Freitag nahm die Guardia Civil 172 Flüchtlinge fest, die mit insgesamt 11 kleinen Booten aus Marokko auf die Kanaren gekommen sind. Die Bootsführer wollten wohl die ruhige See und die mondlose Nacht ausnutzen, um unerkannt in Fuerteventura zu landen. Da aber Radaranlagen kein Mondlicht brauchen, konnten auch fast alle Bootsführer dingfest gemacht werden. Lediglich zwei Skipper schafften es den Behörden zu entkommen, weil etwa gleichzeitig vier Boote vor der Küste ausgemacht wurden.

Die Guardia Civil befürchtet nun auch eine neue Strategie der Schleuser. Wenn man mit vielen kleinen Booten gleichzeitig auf die Küsten zufährt, dann können die Patrouillenboote nicht überall zur gleichen Zeit sein und es gelingt zumindest ein paar Booten, auch wieder zurück nach Marokko zu gelangen. Die Behörden auf den Kanaren sind besonders daran interessiert die Bootsführer zu schnappen, um Ihnen den Prozess wegen Menschenhandels zu machen. An die Hintermänner und Organisatoren kommt man eh nicht ran, die sitzen in Marokko und verdienen sich goldene Wasserpfeifen mit menschlicher Fracht. Die spanischen Behörden versuchen seit Jahren mit den Marokkanern über eine Zusammenarbeit gegen den Menschenhandel zu reden, aber mehr als beruhigende Versprechungen kamen nicht dabei heraus.


Samstag 27.09.03 16:30

Auf La Gomera fahren die Busse wieder

Nach 10 Tagen Streik der Busfahrer fahren die „Guaguas“ ab heute wieder regulär. Allerdings sind weitere Verhandlungen terminiert, da nur einige Punkte überhaupt in der ersten Verhandlungsrunde geklärt werden konnten. Die Busfahrer fanden sich unter stetig steigendem Druck der Bevölkerung und ein Ausdehnen des Streikes hätte fatale Folgen gehabt.

Unter der Zusage der Transportfirma „Servicio Regular Gomera S.L.“ die bereits ausgesprochenen Kündigungen wieder zurück zu nehmen und auch zukünftig die vorgeschriebenen Pausenzeiten zu respektieren, gingen die Busfahrer wieder an die Arbeit. Ab dem zweiten Oktober gibt es nun wöchentliche Versammlungen, auf denen die weiteren Punkte im Forderungskatalog der Busfahrer besprochen werden sollen. Die Busfahrer betonen, dass sie auch weiter zu einem Streik bereit sind, wenn die Transportfirma nicht deutlich massivere Zugeständnisse macht. So richtig glaubt aber keiner mehr an die Fortsetzung des Streikes, da bereits viel Porzellan zerschmissen wurde.

Samstag 27.09.03 09:30

Hotelprojekte in Puerto de Tazacorte vorläufig gestoppt

Die „Agencia de Protección del Medio Natural y Urbano del Gobierno de Canarias“ hat den Plänen für bis zu 4 Hotels in Puerto de Tazacorte einen herben Dämpfer erteilt. Keines der vorgesehenen Grundstücke ist bislang als touristischer Baugrund vorgesehen und über Allem steht auch weiterhin der Baustopp auf den gesamten Kanaren für Hotelanlagen unter 5 Sternen. Der Bürgermeister schäumt nun und fühlt sich von den Behörden verfolgt. Das ist aber nicht Neues, ist doch Ángel Pablo Rodríguez Martín auch als "Möllemann La Palmas" bekannt.

Er sollte sich eher von den Promotoren der Hotels verfolgt fühlen, die zum Teil schon richtig Geld für Pläne und Studien ausgegeben haben. Die nachträgliche Legalisierung der Hotelanlage in Fuencaliente hatte dazu beigetragen, dass nun alle Gemeinden glaubten, das Gesetz ist eh nur Schall und Rauch und was Fuencaliente kann, das können wir schon lange. Die Behörde sagt dazu, in Fuencaliente gab es eine Abwägung der möglichen Schäden und so hat man sich dazu durchgerungen, unter Auflagen die Genehmigung zu erteilen. Der Bau war bereits so weit fortgeschritten, dass die Einstellung Schadensersatzklagen des Bauherren in schwindelerregenden Höhen mit sich gebracht hätte.

In Puerto de Tazacorte ist aber noch kein Stein bewegt worden und nun will die Behörde frühzeitig bremsen, um nicht noch einmal von galoppierenden Bürgermeistern und Hotellobbyisten überrumpelt zu werden. Es liegt nun an den Advokaten der möglichen Bauherren einen legalen „Bypass“ der Gesetzeslage zu finden. Aber vielleicht nutzen ja die Promotoren auch die Gelegenheit noch ein bisschen abzuwarten und erst mal Erfahrungen zu sammeln, wie sich das mit dem Hotel in Fuencaliente gestaltet. Noch teurer als gar nicht bauen ist ja ein fertiges Hotel ohne Gäste!


Freitag 26.09.03 17:00

Fast schon Entwarnung

Allerdings ist es noch zu früh, einen Sommer ohne Waldbrand bereits jetzt zu feiern. Aber sicher kann man nun schon die Maßnahmen gegen Waldbrände loben, denn je weiter wir an den Oktober rücken, um so geringer wird die Gefahr eines Brandes. Auf der Ostseite hat es bereits geregnet, nur hier bei uns im Westen will der Sommer noch nicht aufgeben.

Die Umweltschutzbehörde hat nun bereits die Maßnahmen für das nächste Jahr verkündet. Weitere 1,4 Millionen werden in direkten, aber auch indirekten Brandschutz gesteckt. Das Netz der Höhenwasserleitungen wird verlängert und noch weitere kleine Wasserspeicher errichtet, um Löschwasser zur Verfügung zu haben. Auf jeden Fall will man aber im Jahr 2004 wieder mit massiver Präsenz von Personal, jeden Brand sofort entdecken und dann auch bekämpfen können. Die Schnelligkeit einen noch frischen Brandherd sofort zu bekämpfen, hat sich als allerbeste Strategie gegen solche Katastrophen erwiesen wie im Jahr 2001. Damals dauerte es Tage, bis gezielte Löscharbeiten begonnen haben und man sich einig war, wer denn nun den Löschhubschrauber aus Tenerife anfordern darf.

Bei aller Manie, für jedes Programm oder Gesetzeswerk Abkürzungen zu schaffen (da sind wir fast wie die DDR) kommen manchmal irrsinnige Buchstabenfolgen zusammen, die kein Mensch aussprechen kann. Beim Programm für die Waldbrandbekämpfung ist und nun ein richtig guter Wurf gelungen. „Papif“ ist das Zauberwort gegen Waldbrände und steht für: Plan de Acciones Prioritarias contra incendios Forestales. Das gibt uns ein gutes Gefühl, immer wenn es jetzt brennt, dann schicken wir Papif hin...


Freitag 26.09.03 08:45

Busfahrerstreik auf La Gomera geht in die nächste Runde

Nachdem erste Verhandlungen gescheitert sind, hat nun die Busfirma Fahrer gefunden, die zumindest Teile des Schultransportes wieder aufnehmen. Diese Busse werden nun von der Guardia Civil eskortiert, da man Angriffe seitens der streikenden Busfahrer fürchtet. Der Sprecher der streikenden Fahrer und ein Vertreter der Gewerkschaft sind natürlich stinksauer darüber, weil sich nun die Stimmung in der Bevölkerung gegen die Streikenden richtet.

Die Guardia Civil sagt, die Busfirma hätte um Begleitschutz gebeten und bevor irgend etwas passiert, macht man da mit. Jetzt ist der schwarze Peter bei den Busfahrern, denn nun sieht es so aus, als müsse man die Kinder vor den bösen Streikenden schützen. Für heute sind neue Gespräche angesetzt und die Luft um die streikenden Busfahrer wir immer dünner. Anfänglich hatten diese die Bevölkerung noch hinter sich, denn Preissenkungen und Verbesserungen im Transport sind ja auch auf dem Forderungskatalog der Streikenden.


Donnerstag 25.09.03 17:00

Streit mit Madrid um mehr Polizei

Die regierende kanarische Lokalpartei die CC, fordert mehr Polizeikräfte aus Madrid an, um der gestiegenen Einwohnerzahl auf den Kanaren Rechnung zu tragen. Zur Not droht man auch damit, eigene Polizeikräfte aufzustellen, falls Madrid nicht die versprochenen Beamten bereitstellt. Das ist natürlich völliger Blödsinn, denn wer braucht schon eine vierte Polizeiorganisationen, neben den drei bereits vorhandenen: Policia Municipal, (etwa ein bewaffnetes Ordnungsamt, von den Gemeinden gestellt), Policia National (ähnlich dem Bundesgrenzschutz) und Guardia Civil (die gute alte Polizei). Noch dazu müsste ja diese autonome Polizei dann auch von der kanarischen Regierung bezahlt werden. Also das wird nichts werden, zeigt aber ein bisschen von den Spannungen, die zwischen Madrid und seinem hiesigen Koalitionspartner der CC herrschen.

Der Innenminister aus Madrid kontert auch gleich mit neuen Zahlen. Von 1996 bis 2002 ist die Anzahl der Agenten der Guardia Civil um 500 Personen angestiegen und sei damit die höchste Zuwachsrate ganz Spaniens. Außerdem brauchen die kanarischen Insel gar nicht mehr Polizei, denn erneut ist die Anzahl der Delikte auf den Kanaren zurückgegangen. Im Jahr 2002 gab es einen Rückgang an Verbrechen um 12% und in den ersten sieben Monaten dieses Jahres sank die Anzahl der Delikte um weitere 6,5%. Da kann der Innenminister beruhigt lächeln, wer sich so gut benimmt, der braucht doch nicht mehr Polizei.


Donnerstag 25.09.03 08:30

Brand im Hochhaus schnell unter Kontrolle

Materielle Schäden und ein großer Schreck sind geblieben nach dem Brand im dritten Stock eines Hochhauses in Santa Cruz de La Palma. Aus noch nicht geklärten Ursachen brach in einem Büro an der Avenida de Puente gegen 11:00 Uhr vormittags ein Brand aus, der sofort von Passanten der Polizei gemeldet wurde. Innerhalb von Minuten hatten die Beamten die darüber liegenden Wohnungen evakuiert. Die Feuerwehr kam auch sofort und konnte den Brand löschen, noch bevor Nachbarwohnungen in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Durch das schnelle Alarmieren der Polizei und Feuerwehr konnte der Albtraum eines Hochhausbrandes mitten in der Innenstadt verhindert werden. Die Feuerwehr lobte ausdrücklich die Disziplin der Anwohner und konnte ohne Behinderungen sofort an den Brandherd rücken. Über den materiellen Schaden sollte man sich auch keine Sorgen machen müssen. Das ausgebrannte Büro war die Vertretung einer der größten spanischen Versicherungen.


Mittwoch 24.09.03 17:30

Windige Stromversorgung

Der Flughafen La Palma ist der erste spanische Verkehrsflughafen, der seinen Energiebedarf ausschließlich durch Windkraft deckt. Zwei große Windräder mit jeweils 600 Kilowatt Leistung reichen dazu aus. Lediglich bei Windstille, was selten passiert, oder sollte mal ein Windrad ausfallen, bleibt eine Leitung zum normalen Netz der Insel offen. Es ist also für permanente Energieversorgung gesorgt. Auftraggeber und Promoter der Windkraftanlage war die Aena (Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea) die auch Betreiber der anderen Flughäfens Spaniens ist. Die Aena hat auch die 6 Millionen Euro für die beiden Windräder aufgebracht.

Windkraftanlagen nahe Flughäfen zu errichten ist nicht ganz unumstritten, gibt es doch Kritiker die behaupten, das könnte die Piloten bei der Landung irritieren. Ich glaube aber eher die Piloten haben bei der Landung was anderes zu tun, als auf Windräder zu gucken. Aber man soll halt auch immer Kritiker zu Wort kommen lassen. Vielleicht sollte man ja vorsichtshalber auch noch alle Piloten die Quixote als Namen haben, lieber nicht mehr nach La Palma fliegen lassen...

Auf jeden Fall fühlt sich La Palma seit dem es Weltbiosphärenreservat geworden ist, den erneuerbaren Energien gegenüber stark aufgeschlossen. Ich halte zwar die unsichtbare geothermische Energiegewinnung für die elegantere Lösung, aber es ist schon verlockend mit der Windenergie auf La Palma, da an vielen Orten praktisch niemals Windstille herrscht. Noch eine kleine Anekdote zu den beiden Windrädern am Flughafen: Als die beiden Windräder sich während der Bauphase noch nicht drehten, fragte meine 6 Jahre alte Tochter ihre etwas ältere Schwester, warum die Windräder sich nicht drehen. Die kompetente Antwort: La Palma hat wohl nicht so viel Strom übrig, dass man die Dinger dauernd laufen lassen kann.


Mittwoch 24.09.03 08:30

Grottenputz

Die „Cueva Bonita“, was einfach nur schöne Höhle heißt, liegt unterhalb von Tijarafe und ist nur vom Meer aus zugänglich. An Tagen mit wenig Seegang kann man mit kleinen Booten in die Grotte fahren. Ein Abstecher zur „Cueva Bonita“ gehört zum festen Programm der Ausflugsboote. Im Laufe der Jahre hat nun das Meer viel Treibgut in die Höhle geschwemmt und Besucher haben auch so manches Teil dort gelassen. Die Gemeinde Tijarafe organisiert nun einen „Grottenputz“ und wird dabei von Tauchern eines Clubs unterstützt, welcher den gleichen Namen trägt, wie die Höhle selbst.

Es sollen aber auch die Reste eines vor mehr als 6 Jahren verunglückten Ausflugsbootes entfernt werden. Ein in unseren Gewässern unerfahrener deutscher Skipper wagte sich bei hohem Wellengang zu nahe an die Höhle und das Boot zerschellte auf den Felsen des Höhleneinganges. Der Skipper und ein Passagier kamen ums Leben, der Rest der Ausflügler musste in der Höhle die ganze Nacht ausharren, bis sie in einer großangelegten Rettungsaktion aus der Höhle gerettet werden konnten. Sicherlich hat auch der Gedanke an diesen tragischen Unfall dazu beigetragen, dass die Bootsführer sich nun mit mehr Respekt der Höhle nähern und es seit dem keinen Unfall mehr gegeben hat.


Dienstag 23.09.03 17:30

Müllverwertungsanlage in Mazo macht Fortschritte

Nach Jahren der Proteste und amtlichen Hin und Her konnten im Juli diesen Jahres die Bauarbeiten aufgenommen werden. Inzwischen hat man die Zufahrten und inneren Weg des Terrain fertig gestellt und auch eine Schutzfolie ausgebracht die verhindern soll, dass flüssiger Abfall in den Boden gelangt. Als nächstes werden nun die Betonierungsarbeiten für die Gebäude begonnen. Dabei wird auch die Plattform für die Kompostierungsanlage erstellt. Diese erste Bauphase soll Anfang 2004 abgeschlossen sein. Danach will man bereits mit dem „Hochbau“ beginnen und die erforderlichen Gebäude und Hallen errichten. Ein genaues Datum, wann die Anlage den ersten Müll aufnehmen kann, traut sich noch niemand zu nennen.

Die Müllverwertungsanlage von Mazo hat bislang unbekannte Wellen von Bürgerprotesten hervorgerufen. Bislang ließen die Palmeros alles mit sich machen und Bürgerinitiativen waren gänzlich unbekannt. Diese Anlage in Mazo hat nun dazu beigetragen, die Leute hier zu sensibilisieren. Genutzt hat der Protest insgesamt wenig, sie wird ja nun doch gebaut und auch in Betrieb gehen. Einzig die Zufahrt zum Gelände musste verlegt werden, um nicht durch ein Landschaftsschutzgebiet zu führen. Ein kleiner Teilsieg, den niemand genießen konnte.

Die Anlage ist aber für La Palma extrem wichtig, da die bisherige Müllverwertung nicht zukunftstauglich ist. Nur noch eine Müllverbrennungsanlage ist in Betrieb, die anderen Beiden erfüllten die EU-Auflangen lange nicht mehr und mussten abgestellt werden. Die Mülldeponie im „Barranco Seco“ bei Santa Cruz quillt über und ist auch eigentlich überhaupt nicht geeignet, um Müll zu aufzunehmen. Ziel der neuen Anlage ist ja des Trennen und Verwerten des Mülles um dann nur noch den restlichen, nichtverwertbaren Müll zu verbrennen. Natürlich will das Ding niemand vor der Nase haben, aber irgendwo muss es hin. Dass die Leute aus Mazo sich aufregen den Müll der ganzen Insel verwerten zu müssen, ist verständlich.

Dienstag 23.09.03 18:30

La Gomera weiter ohne Busverkehr

Seit sieben Tagen sind nun die Busfahrer auf La Gomera im Streik und es hat bei Verhandlungen am gestrigen Montag auch keine Annäherungen gegeben. Die Firma „Gomera Bus S.L.“ hat nun extra einen Rechtsanwalt einfliegen lassen, um sich bei den Gesprächen mit den Angestellten beraten zu lassen. Dieser Rechtsberater hat nun die Busfahrer aufgefordert, wieder an die Arbeit zu gehen und dann könne man weiterreden. Nix da sagen die Busfahrer, erst reden, dann arbeiten.

Heute gibt es ein neues Treffen mit allen Beteiligten und der Inselregierung. Da wäre dann auch ein klärendes Wort seitens der Politik gefordert, ob nun Subventionen an den Busbetrieb geflossen sind. Die Mitarbeiter der Firma behaupten dieses und die Firma bestreitet es. Die Subventionen sind letztendlich Hintergrund des Streikes, haben doch die Mitarbeiter jahrelang auf verbesserte Arbeitsverträge verzichtet, weil es der Firma finanziell nicht gut geht. Nun hört man was von eventuellen Subventionen seitens der Regierung und vermutet allerlei Mauschelei. Das Auftreten eines Rechtsanwaltes auf der Seite der Firma bestärkt diesen Verdacht auch noch. Die Einzigen die hoffen, dass dieser Streik nie enden möge sind nun die Taxifahrer. That`s business...


Montag 22.09.03 16:30

Menschenschicksale und nüchternen Zahlen

Es fällt immer ein bisschen schwer, angesichts der Welle von Flüchtlingen aus dem Süden Marokkos und der angrenzenden Länder nur Zahlen zu nennen. Hinter jeder dieser Zahlen verbirgt sich ein Menschenleben, welches nichts anderes will, als Sie und ich auch. Ein glücklicher Zufall und nichts als das, hat uns auf die Seite derer gestellt, die zu den bevorzugten dieser Erde gehören. Wir müssen uns nicht in Lebensgefahr begeben um an relativer Freiheit, Wohlstand und den Bequemlichkeiten des modernen Lebens teilzuhaben.

Die Zahl der aufgegriffenen Flüchtlinge ist leicht gegenüber dem vergangenen Jahr angestiegen. 5.046 „Boatpeople“ wurden bis Ende August dieses Jahres gezählt, gegenüber 4.973 im vergangenen Jahr. Diese Zahlen sind lediglich die Menschen, die von den Behörden aufgegriffen wurden. Wie vielen es gelang unentdeckt an Land zu kommen, oder wie viele der Leute auf offener See ertrunken sind, das steht nicht in dieser Statistik.

War letztes Jahr noch Lanzarote das bevorzugte Landungsziel, so hat sich nun die Flüchtlingswelle nach Fuerteventura verlagert. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Behörden auf Lanzarote die Überwachung der Küstenlinien sehr verstärkt haben. Die Bootsführer, meist marokkanische Fischer, die mit menschlicher Fracht das Hundertfache verdienen als mit Sardinen, haben das natürlich längst mitbekommen und sich nun in Richtung Fuerteventura orientiert.

Auf Fuerteventura wird nun auch aufgerüstet und mehr Polizei zum Aufgreifen der „Boatpeople“ bereitgestellt. Das wiederum verlagert den Flüchtlingsstrom dann wieder zurück zur südspanischen Küste. Seit zwei Jahren kommen nun wieder mehr Flüchtlinge durch die Meerenge von Gibraltar, als auf die kanarischen Inseln. Früher kamen fast alle illegalen Einwanderer über Südspanien, bis die Behörden dort „dicht“ gemacht haben und die Schleuser daraufhin, begannen auf die kanarischen Inseln auszuweichen. So muss man leider erkennen, dass die Gesamtzahl der Flüchtlinge immer noch ansteigt, wir schieben diese Menschen nur hin und her.


Montag 22.09.03 08:30

Wundersame Vermehrung der Bananen

Um der drohenden Überproduktion vorzubeugen hatte die EU ein Limit der Bananenpflanzungen auf den Kanaren bestimmt. Alle Plantangen die vor dem 31.12.2001 bereits in Produktion waren, erhalten weiterhin die vollen Subventionen. Wer nach dem 1.1.2002 allerdings neue Plantagen errichtet hat, der muss ohne diese Hilfen auskommen. So weit die Theorie.

In der Praxis allerdings steigt die Produktion, auch der subventionierten Bananen weiter an. Nun ist man hinter einige Fälle gekommen, wo findige Bananenbauern ihre Pflanzungen klammheimlich Stück für Stück vergrößern. Diese Früchte werden dann allerdings nicht als von Neuflächen abgegeben und somit nicht subventionsberechtigt, sondern in das Kontingent der subventionsberechtigten alten Flächen. In manchen Fällen gaben Pflanzer rund 40.000 Kilo im Monat ab und dann ein Jahr später um die 60.000 Kilo pro Monat. Das ist nicht alleine mit landwirtschaftlichem Können zu erklären, sondern verlangt nach Überprüfung.

Das Landwirtschaftsministerium muss nun handeln, denn die überwiegende Zahl der ehrlichen Bananenbauern will sich das nicht mehr gefallen lassen. Gerade im Sommer, wenn der Absatz stark zurückgeht sind die „wilden“ Anpflanzungen ein Dorn im Auge des dummen, ehrlichen Bauers. Nun will man mit Flugzeugen Aufnahmen der bestehenden Flächen machen, um zukünftigen Wildwuchs nachweisen zu können. Die Pläne des Katasteramtes geben oft nur unzureichende Auskunft darüber, wie groß denn nun die Plantage tatsächlich ist.


Sonntag 21.09.03 17:00

Wie Regen im Mai

Das sind blumige Worte und stammen aus dem Munde des Bürgermeisters von Los Llanos. Juan Ramón Hernández Gómez meint damit die offizielle Genehmigung eines weiteren Teilstückes der Umgehungsstraße von Los Llanos. Regen im Mai ist für uns im Aridanetal etwas außergewöhnlich Gutes. Die Umgehungsstraße wird seit sehr langem gefordert, aber nur stückweise konnte man sich auf bestimmte Trassen einigen.

Was eine notwendige Erleichterung für die Innenstadt von Los Llanos darstellt, ist natürlich für manche Anwohner der neuen Trasse ein gewaltiges Ärgernis. Aber allen kann man es sowieso nicht Recht machen und nun werden ein paar Bewohner von Los Llanos im ihrem beschaulichen Patio plötzlich viel Besuch bekommen. Aber noch traut sich keiner zu sagen, wann die Bauarbeiten beginnen, es heißt einfach nur, je eher desto besser.


Sonntag 21.09.03 09:30

Los Cancajos rüstet auf

An die 3 Millionen Euro will man für die Verbesserung der Küstenanlagen des Ferienzentrums ausgeben. Das Ministerium für Umweltschutz hat die Pläne abgesegnet und nun geht das Projekt in die öffentliche Ausschreibung. Los Cancajos liegt sehr zentral, 5 Minuten zum Flughafen und auch nur 5 Minuten in die Hauptstadt, aber das landschaftliche Umfeld ist wenig interessant. Schroffe, unbegehbare Felsküste schneidet den Ort ab und so muss man sich als Gast auf die Kernzone des Ferienzentrums beschränken.

Dieses Zentrum wird nun verschönert und erhält eine nächtliche Beleuchtung für den Strand und auch Rampen um Rollstuhlfahrern den Zugang zu ermöglichen. Des weiteren werden Gärten mit endemischer Flora und solche mit Duftpflanzen angelegt. Teile der Steilküste werden durch Wege und Aussichtspunkte begehbar gemacht. Weniger zur Verschönerung ist die Tiefgarage gedacht, aber praktisch ist das schon, obwohl es nie wirklich Parkplatzprobleme in Los Cancajos gab, es sei denn man wollte mit dem Auto gleich auf dem Strand parken.

Ein weiteres Projekt ist die Restauration der alten Saline von Los Cancajos. Der jetzige Zustand ist mehr als schlecht und so soll ein Wettbewerb stattfinden, wie man zumindest Teile der Saline wieder in Betrieb nehmen könnte. Nicht als produzierendes Gewerbe, sondern als touristische Attraktion. Ganz geschickt nennen die Planer auch den historischen Wert der Saline und mit dem Hintergrund kulturgeschichtliches Erbe zu retten, lassen sich viel einfacher Gelder locker machen. Wenn dann was Anständiges dabei rumkommt, dann ist das auch ganz in Ordnung.


Samstag 20.09.03 16:30

Störe meine Kreise nicht

Das ist so ein bisschen das Credo der Wissenschaftler der Observatorien auf dem Roque de los Muchachos. Nun gerät das Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC) und damit auch sein Direktor Francisco Sánchez in die öffentliche Kritik. Die Leute auf der Straße fragen schon lange, was ihnen die großen Sternwarten dort auf dem höchsten Berg bringen, wenn diese nur den Wissenschaftlern vorbehalten sind. Außer einem Tag der offenen Tür im Jahr, ist das gesamte Gebiet der Observatorien „astrophysische Sperrzone“.

Nun mischt sich auch die Politik in diese Kabbeleien ein und bezichtigt das IAC diverse Vorhaben der Insel auf dem Roque zu blockieren. Im Konkreten geht es um ein geplantes Besucherzentrum und um eine öffentliche Sternwarte für alle Amateure. Die Wissenschaftler des IAC wollen diese Einrichtungen nicht bei sich haben, das stört sie bei der Arbeit. Nun wird man sich an einen Tisch setzen und die Vorwürfe besprechen. Darum hat zumindest Francisco Sánchez gebeten. Mal sehen was für ein Kompromiss gefunden werden kann, damit die Wissenschaftler bei ihrer Arbeit nicht über uns stolpern, wir aber im Gegenzug auch was von unserem höchsten Berg haben.


Samstag 20.09.03 09:30

Busfahrerstreik auf La Gomera wird härter

Seit dem 17.9. streiken die meisten Busfahrer der Firma „Gomera Bus S.L.“. Da es der einzige Betrieb für öffentlichen Verkehr auf der Insel ist, geht da nun gar nichts mehr. Anfänglich hielten einige Fahrer noch einen Minimalbetrieb aufrecht, nun aber haben unter dem Druck der Streikenden auch die letzten Fahrer den Dienst nicht mehr aufgenommen. Zunächst setzte die Firma Taxis ein, um die Schulkinder zu ihrem Unterricht zu bringen, aber auch das wurde unter Drohungen der Streikenden dann eingestellt.

Die eigentlichen Forderungen der Busfahrer treten in der Berichterstattung bereits in den Hintergrund. Die Härte des Konfliktes ist auch nicht normal und stößt bei allen Außenstehenden auf völliges Unverständnis. Die Chefin des Busunternehmens Rosalba Cabrera, hat per Telefon bereits anonyme Morddrohungen erhalten.

Dabei sind die Forderungen der Busfahrer gar nicht so außergewöhnlich. Natürlich geht es auch um mehr Geld, aber im Wunschkatalog der Busfahrer stehen auch viele Punkte, welche die Organisation und den Service für die Verbraucher verbessern sollen. Man fordert den Fahrplan besser an die Notwendigkeit der Fahrgäste anzupassen, mehr Busse und man staune und höre, die Fahrpreise zu senken! Die Streikenden glauben zu wissen, dass die Firma Subventionen dafür erhalten hätte, die Firma selbst verneint das. Nun muss auch die Inselregierung in diesen Arbeitskampf einschreiten und Klarheit schaffen, ob da Gelder geflossen sind, oder nicht. Der Umstand, dass die Busfahrer da Mauscheleien mit eventuellen Subventionen vermuten, ist sicherlich der Hintergrund warum dieser Streik so außergewöhnlich hart verläuft. Es bleibt spannend, wann auf La Gomera die Busse wieder fahren.


Freitag 19.09.03 17:00

Die Engländer sollen es richten

Immer besorgt um seine Touristenzahlen ist der Chef des „CIT“ (Centro de Iniciativas Turísticas) Antonio Sosa. Nachdem er nun zugeben musste, dass der August einen spürbaren Rückgang der internationalen Besucher hatte, blickt er nun wieder stolz und frohgemut Richtung Großbritannien. Dort liegt die Rettung und von dort kommt das Heil, die Engländer sollen es richten und die viel zu großzügig geplanten Hotelbetten belegen.

Antonio Sosa ist zwar Palmero und lebt hier auch, aber irgendwie kommt es mir so vor, als ob er immer von einer anderen Insel spricht. Die Pläne passen eher nach Hawaii oder gar auf die Dominikanische Republik. Allerdings haben sich Gerüchte nicht bestätigt, dass Antonio Sosa nun La Palma in Palmrep umbenennen will.

Zurück nach England. Seit drei Jahren nun fliegen zwei Maschinen von Manchester und Gatwick nach La Palma, aber auch nur in der Wintersaison. Von einem Anstieg der Besucherzahlen aus England ist nicht zu sprechen und es hilft uns überhaupt nicht, für die Hauptsaison noch mehr Länder zu werben. Viel wichtiger wäre es das ganze Jahr über eine stetige Verbindung aus England zu haben. Bislang meandert (im Duden nachschauen) der Anteil der englischen Gäste bei 5% und will einfach den Turbo nicht finden. Viele meinen ja, das kann ruhig so bleiben, aber das würde ich nie, nie, niemals schreiben...

Noch ein Ding in eigener Sache. Heute von 11:00 – etwa 14:30 waren unsere Seiten über www.lapalma.cc nicht zu erreichen. Fragen Sie mich nicht warum, ich weiß es nicht. Die Wege des Internet sind manchmal unergründlich. Ich bitte das einfach zu entschuldigen. Sollte das mal wieder vorkommen, dann können Sie den gesamten Inhalt auch unter www.la-palma-aktuell.de/cc erreichen.


Freitag 19.09.03 09:00

La Palma von unten

Vom 15. bis zum 19. Oktober werden in einem internationalen Wettbewerb Unterwasserfilme vor der Ostküste der Insel gedreht. Im Rahmen der 3.Woche des „atlantischen Unterwasserfilmes“ stellen 24 Taucher ihre Filme dem Publikum vor. Unterstützt werden die Filmemacher von verschiedenen Tauchclubs der Insel. Die Teilnehmer kommen aus Frankreich, Spanien, Norwegen, Italien und Portugal und sollen an 6 verschiedenen Zonen der Ostküste Filme und Photos aus der Tiefe mit nach oben bringen.

Zu sehen gibt es dann die Werke im „Teatro Chico“ in Santa Cruz täglich von 18:00 bis 21:00 Uhr. Zum Abschluss werden dann auch noch Preise verteilt, für den besten Film und für die besten Unterwasserphotos. Die Jury ist hochgradig besetzt, mit bekannten Unterwasserfilmern aus mehreren Nationen. Wir können gespannt sein, was die Taucher da an Aufnahmen unserer Unterwasserwelt mit an die Oberfläche bringen. Auf jeden Fall ist es eine große Geschichte für La Palma, dass dieser Wettbewerb vor unseren Küsten stattfindet. So ein bisschen internationale Luft (und stammt sie auch aus der Sauerstoffflasche) tut uns immer gut.


Donnerstag 18.09.03 18:30

Bio Bio

Die erste Vereinigung palmerischer Biobauern wurde nun ins Leben gerufen. „Ecopalma“ heißt die Organisation und umfasst momentan 20 Mitglieder mit etwa 50 Hektar bebaubarem Land. Der Großteil der Flächen ist aber noch nicht in Produktion, sondern befindet sich noch im Umbruch. In etwa 2 Jahren will man soweit sein, dann im größeren Stil zu produzieren.

Bislang tüftelten die paar Biobauern so jeder für sich hin und produzierten ausschließlich für den lokalen Markt. Nun will „Ecopalma“ eine Art Kooperative für Biobauern darstellen um den Einkauf von ökologischen Düngemitteln gemeinsam zu betreiben. Vor allem denkt man aber über die möglichen Absatzmärkte nach und will den Verkauf der Produkte organisieren und auch die Produktion steuern, damit nicht alle Biobauern auf einmal Karotten anbauen und kein einziger Salatkopf zur Verfügung steht. Ein großes Vorhaben wenn man weiß, wie stur bereits „normale“ palmerische Bauern sind. Dann auch noch mit Bio und Mondphasen....

Als Kontrollinstanz für Bio Produkte gibt es in Spanien das (CRAE) „Consejo Regulador de Agricultura Ecológica“ in dem sich alle Produzenten registrieren lassen müssen. Dort wird dann geprüft, ob wirklich Bio drin ist, oder nur draufsteht. Sie können ruhig den Händler nach dem (CRAE) Eintrag des Produzenten fragen, wird der Händler dann nervös, dann sollten Sie es auch werden.


Donnerstag 18.09.03 08:30

Weiter Weg zum internationalen Hafen

Seit mehreren Jahrzehnten leidet La Palma unter der sogenannten „doppelten Insellage“. Wir haben keinen internationalen Hafen mit Zollstation und können so auch keine Schiffe abfertigen, die vorher nicht bereits in einem anderen kanarischen Hafen zollamtlich abgefertigt wurden. Das hat zur Folge, dass alle Fracht erneut in einem anderen kanarischen Hafen umgeladen werden muss. Das ist fast immer Tenerife und verteuert die Warenein - und Ausfuhr enorm.

Nun heißt es aus Madrid, man habe aus La Palma nie ein offiziellen Antrag für einen Zollhafen erhalten. Der dafür zuständige Landwirtschaftsminister Miguel Arias Cañete meint nun, man hätte sich nicht an den geforderten bürokratischen Weg gehalten und alle erforderlichen Instanzen durchschritten. Außerdem müssten wir, nach dem alle erforderlichen technischen, bürokratischen, sanitären Auflagen erfüllt sind, auch noch beweisen, dass wir so einen Hafen brauchen. Danach liegt das eh nicht mehr in seiner Hand, sondern müsste von der EU abgesegnet werden.

Da wir uns sicher sein können, dass nach dem wir alle erforderlichen Nachweise erbracht haben, die EU Normen für internationalen Häfen wieder geändert wurden, ziehen wir uns jetzt erst mal wieder in unser Schmollhäuschen zurück. Kein Wunder, dass die kanarische Lokalpartei CC bei uns so großen Zulauf hat. Das ist Wasser auf die Mühlen der Leute die da mit den Parolen: „Madrid und die EU kümmern sich einen Schei.. um uns“ auf Stimmenfang gehen. Es steht außer Frage, dass La Palma einen internationalen Hafen braucht, gerade wenn man von uns fordert auf eigenen Füßen stehen zu können.


Mittwoch 17.09.03 17:30

Wir lieben Rekorde

Auch wenn es nur Fast-Rekorde sind. Prozentual hat der Flughafen La Palma den zweitgrößten Anstieg der Flugbewegungen im gesamten nationalen Raum. Am schnellsten gewachsen ist allerdings der Flughafen Girona-Costa Brava. Auf La Palma gab es im August 2003 insgesamt 1.852 Flugbewegungen, also Starts und Landungen. Im August 2002 waren es lediglich 1.300. Diese Steigerung verdankt man aber ausschließlich der neu gegründeten Fluggesellschaft „Islas Airways“ die alleine für etwa 500 Flugbewegungen sorgt. An den 1.852 Starts und Landungen waren übrigens nur 138 internationale Charterflieger beteiligt.

Zur gleichen Zeit sind aber lediglich 10% mehr Passagiere in den nationalen Flügen befördert worden. Gerade bei den interinsularen Flügen von und nach Tenerife, ist die Auslastung stark gesunken. Noch fliegt die „Binter“ 11 mal und die „Islas Airways“ 4 mal täglich diese Route. Sollte sich aber da die Auslastung nicht über die 50% Marke steigern, dann ist sicherlich bald damit zu rechnen, dass unser Rekord wieder futsch ist. Einen ungern gehörten Rekord halten wir sicherlich für lange Zeit. Wir sind der einzige spanische Verkehrsflughafen der es geschafft hat, 6 Flugbewegungen ohne Towerbesatzung zu realisieren. (siehe 13.09.)


Mittwoch 17.09.03 09:00

Neues von der Müllfront

Für etwas mehr als eine Million Euro hat die Inselregierung 10 neue LKW besorgt um den zukünftig anfallenden Müllmengen auch gewappnet zu sein. 9 dieser modernen Fahrzeuge sind mit einer Hydraulik zur Komprimierung des Mülles ausgestattet. Davon hatte die Insel bislang nur ganz wenige. Die alten LKW waren offene Wannen und verloren endlos viel Zeit den vollen Wagen in der Deponie zu entladen um dann erneut los zu fahren.

Einer der neu angeschafften LKW ist ein Spezialfahrzeug zum Waschen der Container. Das ist eine sehr sinnvolle Geschichte, da immer Reste von Müll in den Containern verbleiben die bei unserer Temperaturen für übelste Gerüche sorgen. Derart gut vorbereitet will man auch gleich die gesamte Müllentsorgung neu regeln. Bisher waren die Gemeinden für die Organisation verantwortlich, nun soll das zentral gesteuert werden. Ich kann nur hoffen dass dann der gute Service den wir beim Müll bislang hatten auch weiter erhalten bleibt. Dreimal in der Woche und zwar Nachts wird bislang bei uns der Müll abgeholt, da kann man sich nicht beklagen.


Dienstag 16.09.03 17:30

Weinende Kartoffeln

Der Bösewicht der die Kartoffeln zu weinen bringt heißt „Ralstonia Solanacearum“ und ist ein für viele Pflanzen tödliches Bakterium. Hier nennt man die Krankheit „papa llorona“ und das heißt nichts anderes als weinende Kartoffel. Meistens weinen aber die Landwirte, denn dieses Bakterium führt zur Schleimfäule und damit zum Absterben der Pflanze.

Bis zu 75% Ernteausfall haben einige Kartoffelpflanzungen im Norden der Insel hinnehmen müssen. Das Bakterium ist erst vor ein paar Jahren auf die Insel gelangt, sicherlich als blinder Passagier mit irgendeiner tropischen Pflanze. Um nun das Bakterium wieder von der Insel zu schaffen müssen größte Anstrengungen unternommen werden. Ralstonia Solanacearum geht vorwiegend Nachschattengewächse, also Kartoffeln und Tomaten an, macht aber auch vor Tabak und Bananen nicht halt.

Ralstonia Solanacearum gilt in vielen Teilen der Welt als sogenannte Quarantäne - Krankheit. Sollte die Insel das Bakterium nicht erledigen können, droht uns auf die Dauer ein Ausfuhrverbot von landwirtschaftlichen Produkten. So weit soll es aber nicht kommen, das Landwirtschaftsministerium hat Gelder zur Verfügung gestellt für die Bekämpfung des Bakteriums. Auf vielen Flächen im Norden sind bereits Kampagnen gegen Ralstonia Solanacearum erfolgreich gelaufen.

In diesem Zusammenhang muss noch mal darauf hingewiesen werden, wie gefährlich es ist, lebende Pflanzen und Tiere aus anderen Regionen ohne Kontrollen einzuführen. 75% aller Pflanzenkrankheiten die es auf den Kanaren gibt, sind eingeschleppt. Mit mehr Sorgfalt und Einsicht hätte man sich die ganze Spritzerei gegen die neuen Schädlinge ersparen können. Die Einzigen, die über die weinende Kartoffel lachen können sind Bayer und Agrevo.


Dienstag 16.09.03 08:30

Mehr Geld für den Vulkan

Die Inselregierung will die Zone um die Vulkane „Teneguia“ und „San Antonio“ für Gäste besser zugänglich machen. Neue Wege sollen erstellt werden, Hinweistafeln sollen die wichtigsten Punkte erklären und eine Broschüre über die Umgebung wird auch gedruckt. Außerdem will man auch die Saline an der Küste für Interessierte öffnen und im alten Leuchtturm soll ein Besucherzentrum entstehen.

Über 400.000 Euro will man für diese Maßnahmen locker machen. Dazu gehört auch das Gehalt von Aufsichtspersonal, welches verhindern soll, dass die Gäste gefährliche oder besonders schützenswerte Regionen betreten. Noch nicht ganz klar ist, ob es auch geführte Wanderungen geben soll. Das wäre eine gute Geschichte und fände sicherlich viel Nachfrage. Zwei oder drei Stunden um die Vulkane und eine Besichtigung der Saline und das alles mit fachkundiger Erklärung ist sicherlich effektiverer Landschaftsschutz als das Aufstellen von plumpen Verbotsschildern.


Montag 15.09.03 18:00

Kleiner Freund sorgt für großen Schreck

Es geht dabei um unsere guten Hausgeister, die Geckos. Unermüdlich schaffen uns diese kleinen Helfer Fliegen und Mücken vom Hals und werden daher gerne auch in den Häusern geduldet. Anders geht es auch gar nicht, denn wenn man die kleinen Kameraden wieder aus dem Haus bringt, dann sind sie eine viertel Stunde später wieder da Es gibt nun halt Leute, die haben furchtbare Angst vor diesen nur max. 10 Zentimeter großen Echsen haben.

Die Geckos sind nachtaktiv und ihre Lieblingsplätze befinden sich unterhalb von Lampen wo die Mücken und anderes Getier schwirren. Da gibt es leichte Beute. Mit Lamellen an den Füßen gelingt den Geckos der aufrechte Gang in allen drei Dimensionen. Das ist wohl auch das, was unseren Gast am meisten erschreckt hat. Da liegt man friedlich im Bett und über einem an der Decke geht der kleine Gecko auf die Jagd. Was nun wenn er runter fällt?

Diese Angst ist völlig unbegründet, er fällt nicht runter. Sie sind weder giftig, noch ernähren sie sich von erholungssuchenden Mitteleuropäern. Sie fressen ausnahmslos Insekten und sind absolut harmlos. Schauergeschichten die berichten, die Geckos hätten eine giftige Haut sind was fürs Nachmittagsprogramm in den Privaten. Mag sein, dass es irgendwo auf der Welt giftige Geckos gibt, aber unsere hier sind einfach nur niedlich.

Es handelt sich bei unserem Gecko um den kanarischen Mauergecko. Auf La Palma, Tenerife, El Hierro und La Gomera lebt der "Tarentola delalandii" und auf den nördlicheren Inseln der "Tarentola angustimentalis". Beide sind endemische, also nur auf den Kanaren zu Hause. Man geht aber davon aus, dass sie vom afrikanischen Mauergecko (Tarentola mauritanica) abstammen.

Also, keine Angst. Viele Gäste füttern die niedlichen Tiere sogar und gehen dafür extra auf Fliegenjagd. Die Geckos, oder „salamadras“ wie sie auf La Palma fälschlicherweise genannt werden, gehören zu unserem Alltag und auch in unsere Häuser. Und noch eines ist Tatsache, der kleine Kerl hat deutlich mehr Angst vor Ihnen, als Sie vor dem Gecko


Montag 15.09.03 08:30

Alles Banane im palmerischen Export

Drastische Zahlen hört man von den Hafenbehörden. Demnach sind 80% aller Güter und Waren die diese Insel verlassen Bananen. Das erinnert uns mal wieder an die unglaubliche Abhängigkeit La Palmas von den gelben Früchten. Auch wenn da Hoffnungsschimmer auftauchen wie die Proteen, oder der Versuch wieder international Avocados zu vermarkten.

Bei den Einfuhren sind Baumaterialien und Treibstoffe an erster Stelle. Außer Sand und Kies muss alles was bei uns verbaut wird, von weit her und teuer herangeschafft werden. Bei der Einfuhr von Treibstoffen liegt das Schweröl für die Stromerzeugung noch vor Dieselkraftstoff und dem Kerosin für den Flugbetrieb. Insgesamt werden aber deutlich mehr Waren eingeführt als ausgeschifft, auch trotz der Bananen. Nur 39% der Bewegungen im Hafen haben mit dem Export zu tun, dagegen 61% mit dem Import.


Sonntag 14.09.03 17:30

Erfolgreiche Luftnummer

Die Fluggesellschaft „Islas Airways“ fliegt seit dem 28. März dieses Jahres diverse Routen zwischen den kanarischen Inseln. Man trat gegen die bislang exklusiv verkehrende allmächtige „Binter Canarias“ an und will sich einen anständiges Stück Kuchen vom lukrativen Binnenverkehr zwischen den Inseln abschneiden.

Die „Islas Airways“ hat sich schnell einen guten Namen gemacht, besonders wegen ihrer Zuverlässigkeit. Das war oft ein großer Kritikpunkt an der „Binter“ hat man doch häufig Wetterprobleme vorgeschoben um nicht gut ausgelastete Flüge einfach zu streichen. Nun konnte die „Islas Airways“ den Passagier Nummer 100.000 feiern. Der Fluggast flog von Gran Canaria nach Fuerteventura und wurde dort mit allerlei Geschenken bedacht. Es gab nicht nur Kugelschreiber und Werbeblättchen, sondern auch handfeste Präsente wie Käse und Wein aus Fuerteventura für den überraschten Passagier. So was gefällt uns, Käse und Wein kann hier der Beginn einer großen Freundschaft sein...


Sonntag 14.09.03 09:30

Rufer in der Wüste

Die politischen Machtstrukturen auf La Palma sind klar verteilt. Eine Inselregierung mit absoluter Mehrheit der Regionalpartei CC und weiteren willfährigen Abgeordneten der konservativen PP. Dem entgegen steht ein verlorenes Häufchen von Sozialisten die eher eine demokratische Alibifunktion besetzen. So regiert es sich leicht und nur selten gelingt es den Kritikern sich Gehör zu verschaffen. Die Ökologe Pedro Higinio Álvarez ist einer der wenigen die es in die Lokalpresse schaffen.

Seine harsche Kritik an den touristischen Plänen der Insel und vor allem denen der Gemeinde Los Llanos, wird sogar in dem CC nahen Blatt „Diario de Avisos“ abgedruckt. Das beweist zu mindest den Stellenwert den Pedro Higinio Álvarez bei uns belegt. Über die negativen Folgen eines sich rasch ausbreitenden Tourismus muss eigentlich überhaupt nicht mehr diskutiert werden, die Welt ist voll von erschreckenden Beispielen. Das ist auch gerade ein Punkt den Pedro Higinio Álvarez so kritisiert. Wir haben diese Beispiele vor der Haustür und selbst die Inselregierungen Tenerifes und Gran Canarias bemühen sich inzwischen die negativen Folgen des Billigtourismus in den Griff zu bekommen. Das klappt aber nur selten, denn wer einmal in die „All Inclusive“ Falle der Reiseveranstalter tappt, der hat es schwer sein Niveau später wieder zu heben.

Los Llanos plant in den nächsten Jahren die Anzahl der touristischen Kapazitäten von nun etwa 4.000 Betten auf über 13.000 Betten zu erhöhen. Dabei sind die gesalbten Worte zur Verleihung des Titels „Weltbiosphärenreservat“ von den selben gesprochen worden die nun bei dem Modewort „Nachhaltigkeit“ nur an die Nachhaltigkeit der eigenen Börse denken. So ist es schade, dass weder Vernunft noch ein namhafter Ökologe wie Pedro Higinio Álvarez diese Entwicklung bremsen werden, sondern nur die Marktwirtschaft selber. Es ist schlichtweg überhaupt kein Bedarf da, die Anzahl von Hotelbetten zu erhöhen. Wer La Palma auf das Parkett des Massentourismus führen will, der sollte vorher die Gesetze der Marktwirtschaft studieren und den Unterschied von Qualität und Quantität nicht als Druckfehler abtun.

Es muss kein La Palma Gast nun Angst haben, die Insel verändere ihre Erscheinung. Wir haben schlimmere Zeiten und Politiker überlebt und sind dennoch die kleine, grüne und so exklusive Insel geblieben. Daran kann auch der „Denver Clan“ in unserer Regierung nicht drehen. Diese Insel besitzt eine natürliche Abwehrhaltung gegen solch große Pläne und wir können ruhig darauf vertrauen, dass weder Kegelclubs noch Ballermänner uns jemals finden werden.


Samstag 13.09.03 16:30

Auch Fluglotsen können verschlafen

Gestern erschien der eingeteilte Lotse nicht um 8 Uhr, sondern erst eine dreiviertel Stunde später. Auf La Palma macht nur ein Controller auf dem Tower Dienst, da es nicht so viele Flugbewegungen gibt. Allerdings birgt das die Gefahr, dass bei einem Ausfall der einen Person, niemand sofort übernehmen kann. Ein zweiter Controller ist auf Rufbereitschaft, braucht aber auch Zeit, zum Flughafen zu gelangen.

Es gab trotzdem keine Probleme weil die Controller vom Flughafen „Gando“ auf Gran Canaria den nicht besetzten Tower auf La Palma ersetzten. Das ist auch so vorgesehen für den Fall dass ein Flughafen auf den Kanaren ein Problem hat, übernimmt die zentrale Leitstelle auf Gran Canaria. 4 Flugzeuge konnten mit minimaler Verspätung starten und zwei landeten in der towerlosen Periode. Die Einweiser auf dem Flugfeld funkten Startbahn frei nach Gando und von dort wurden die Piloten dirigiert. Interessant wäre es noch zu hören, welche Entschuldigung der Controller für sein spätes Eintreffen fand.


Samstag 13.09.03 09:00

Avocadoanbau soll wieder auf die Beine kommen

Der Abgeordnete für Landwirtschaft in der Inselregierung Mariano Lorenzo, will den Anbau von Avocados mit einer Reihe an Maßnahmen wieder ankurbeln. In den letzten Jahren ging der Export der grünen Früchte stark zurück, da die hohen Frachtkosten unseren Avocados auf dem Weltmarkt keine Chance ließen. Genau da soll der Hebel angesetzt werden und mit den anderen Inseln zusammen eine schlanke und effektive Vermarktung geschaffen werden. Anders als die Bananenbauern erhalten die Avocadopflanzer keine staatlichen Hilfen und sind damit gänzlich dem Weltmarktpreis ausgeliefert.

Eine andere Kultur, die ebenso die mittleren Zonen der Insel wieder für die Landwirtschaft interessant macht, braucht keine besondere Hilfe. Die Proteen sind ein Selbstläufer und dieses Jahr werden wohl bereits eine Million dieser Modeblumen per Luftfracht meistens nach Deutschland exportiert. Die Konkurrenz aus Südafrika kann auch kaum billiger produzieren, muss aber deutlich mehr für den Transport per Flugzeug bezahlen. Man kann nur hoffen, dass die Protea noch lange eine gefragte Blume in Mitteleuropa bleibt. Es ist leider so selten geworden, dass La Palma ein landwirtschaftliches Produkt erfolgreich auf den Weltmarkt werfen kann.


Freitag 12.09.03 13:00

Treppenwitz

Entweder hat sich der Autofahrer total verfahren, oder war dermaßen im Stress seinen Flug noch zu erreichen, dass ihm völlig egal war wo er parkte. So geschehen gestern Früh am Flughafen. Die Polizisten staunten nicht schlecht, als sie einen Mietwagen auf einer Treppe direkt vor dem Abfluggebäude fanden. Der Fahrer ist einfach die Treppe runtergefahren und hat den Wagen noch auf der Treppe stehen dann verlassen.

Um den Wagen nicht noch weiter zu beschädigen musste ein Kran gerufen werden, der den Mietwagen wieder in seine natürliche Umgebung brachte. Für die Polizisten am Flughafen war die Geschichte aufregend, eigentlich hätte man das sehen müssen, dass da einer die Treppe runterfährt. Für die Flughafenangestellten sorgte das für Unterhaltung, für den Autoverleiher ärgerliche Zeitverschwendung und für den Mietwagenfahrer wird es eine nette Rechnung geben, der Kran will auch bezahlt werden. Den Strafzettel für falsches Parken hatten die Polizisten in ihrer Aufregung allerdings glatt vergessen.


Freitag 12.09.03 08:30

Neu Überwachungsanlagen für den Vulkan

Die „Cumbre Vieja“ ist einer der aktivsten Vulkane des kanarischen Archipels, aber auch einer der am besten überwachte. Nun kommen weitere Überwachungsstationen dazu um noch mehr Daten über den Vulkan zu erhalten. Neben den beiden bereits funktionierenden geochemischen Stationen in „Pozo Amargavinos“, (Breña Baja) und an der Ostflanke des Birigoyo, wird jetzt eine dritte Station in Fuencaliente gebaut. Der Stollen der zur heiligen Quelle führen soll, ist Standort der neuen Anlage.

Geochemische Anlagen ermitteln anhand des „Mundgeruches“ des Vulkans, ob sich Veränderungen in der Konzentration und Zusammensetzung der Gase ergeben, die der Vulkan ausscheidet. Die neue Anlage kann aber auch die natürliche Radioaktivität der Umgebung messen und ist damit eine der modernsten Anlagen des „Instituto Tecnológico y de Energías Renovables“. (Institut für Technologie und erneuerbare Energien)

Weitere seismische Überwachungsanlagen werden vom nationalen geographischen Institut betrieben und senden die gewonnenen Daten per Satellit nach Madrid und Tenerife. Dass dem Vulkan „Cumbre Vieja“ so viel Aufmerksamkeit erteilt wird, liegt sicherlich auch an den spektakulären Aussagen des britischen Geologen Simon Day, der vor Jahren auf die katastrophalen Konsequenzen hingewiesen hat, die bei einem Ausbruch des „Cumbre Vieja“ entstehen könnten. Die spanischen Kollegen sehen das allerdings deutlich gelassener und sprechen von theoretischen Möglichkeiten und in universalen Zeitabläufen von mehreren zehntausend Jahren. Das klingt dann schon wieder beruhigender und hinter vorgehaltener Hand tuscheln die spanischen Geologen, Simon Day wollte wohl billig eine Immobilie auf La Palma erwerben...


Donnerstag 11.09.03 17:00

Die Geister die man rief

Die alte Verbindungsstraße von Los Llanos nach El Paso ist eng und steil und wurde bislang wirklich nur von hartgesottenen Automobilisten befahren. Dazu kam auch noch eine recht ruppige Fahrbahndecke, die von Schlaglöchern übersäht war. Man musste sehr langsam fahren und so blieb der Zeitgewinn auf dieser Strecke minimal und die Mehrzahl der Autofahrer nahm auch brav die große, aber längere Hauptstraße um von einem in den anderen Ort zu gelangen.

Unser alter Bürgermeister gönnte den Anwohner aber noch kurz vor der Wahl einen neuen Fahrbahnbelag. (Vor Wahlen wird hier immer viel geteert). Nun ist aber keiner der Anwohner über die nun glatte und neue Straße erfreut, da nun die Autos und Mopeds nicht nur viel schneller den engen Weg fahren, sondern es auch viel mehr geworden sind. Nun verlangt genau der alte Bürgermeister von seinem Nachfolger er solle Maßnahmen ergreifen, damit nicht weiter so gerast wird auf der Straße. Er denkt da an Ampeln und Bodenschweller. Das kostet nun alles wieder extra Geld und die Schlaglöcher von früher haben den gleichen Effekt gehabt. Dorfpolitik ist was herrliches und taugt ganz prächtig zum Ablästern.


Donnerstag 11.09.03 08:30

Nur noch 30 Soldaten auf La Palma

Bald könnte man die Insel La Palma als entmilitarisierte Zone betrachten. Nach dem Umbau der spanischen Streitkräfte in eine Berufsarmee, brauchte man die Kaserne „El Fuerte“ nahe der Hauptstadt kaum noch. Anfänglich saßen noch 200 Berufssoldaten in dem riesigen Komplex, nun aber hat man auch diese abgezogen und nur diese kleine Gruppe von 30 Soldaten belassen, die sich um die Erhaltung der Anlagen bemüht.

Die Inselregierung verhandelt nun mit dem Verteidigungsministerium um das 170.000 m² große Grundstück. Es soll wieder öffentlich zugängliches Land werden. Das spanische Militär ist auch zugänglich für diese Verhandlungen, da die Kaserne auf La Palma nur einen Kostenfaktor darstellt und keinerlei strategischen Nutzen besitzt. Es ist aber niemandem so richtig klar, was mit den ganzen Gebäuden werden soll und wie man diese nutzen will. Die Lage ist Klasse, nahe der Hauptstadt, unverbaubarer Meerblick, Sportanlagen und ein großes Schwimmbad. Das hört sich schon wieder verräterisch touristisch an, aber die Bauten selber geben das nicht her. Wir haben ja schon viele neue touristische Trends beobachten können, aber „Urlaub in der Kaserne“ scheint mir doch sehr abwegig zu sein.


Mittwoch 10.09.03 17:00

Plaudereien mit dem Pfarrer

Mit dem Pfarrer aus El Paso habe ich ein nettes, aber einseitiges Verhältnis. Ich komme ihn zwar nie in der Kirche besuchen, aber wir treffen uns öfter mal in der gleichen Bar um einen Kaffee zu trinken. Den gebe ich dann aus, sozusagen um mir die Absolution zu erkaufen, dafür, dass ich nicht in den Gottesdienst gehe. Juan Carlos, so heißt unser Pfarrer, nimmt das auch gerne an und dann ratschen wir ein bisschen.

Ganz interessant war nun der Besuch des Bischofs, es standen einige Firmungen an. Juan Carlos nahm die Gelegenheit war, den Bischof zu fragen, wie das nun ist mit den Fremden, die ja oft Protestanten sind und ob er denen die Kommunion erteilen darf, ohne zu wissen ob diese Katholiken sind. Der Bischof meinte ja, die glauben an den gleichen Gott und an die gleiche Bibel, was für einen Unterschied soll es da geben.

Gerade vor 14 Tagen hatte ich dem Pfarrer vom Kirchentag in Berlin erzählt, dass dort ein katholischer Pfarrer mächtigen Ärger bekommen hat, weil er Protestanten die Kommunion erteilte. Nicht ohne sichtlichen Stolz konnte er nun über die gar nicht rückständige katholische Kirche hier vor Ort plaudern und ich musste ihm Recht geben, dass liberale und aufgeklärte Gesellschaften (wie die deutsche) noch lange kein Garant für eine ebensolche Kirche sind.


Mittwoch 10.09.03 08:00

Kaum Fisch

Einen harten August haben die Thunfischer von La Palma und Tenerife hinter sich. Man spekuliert, dass das Wasser zu warm ist und deshalb Ende Juli und den ganzen August über kaum ein Thun vor den Küsten Tenerifes und La Palmas aufgetaucht ist. Im Mai und Juni gab es noch reichliche Fänge, die im Falle La Palmas von Kühltransportern aus Tenerife abgeholt wurden, weil das Kühlhaus in Tazacorte immer noch nicht betrieben wird.

Im Moment fangen die Fischer fast nur noch Makrelen, die allerdings kaum noch jemand haben will, weil irgendwann möchte man halt auch mal wieder einen anderen Fisch essen. Immer häufiger halten sich die unterbeschäftigten Fischer nun auch bei den Fischfarmen auf und fangen die ein oder andere Dorade, welche aus den Käfigen entkommen konnte. Insgesamt sind die Fischer aber zuversichtlich, dass es nicht mehr lange dauern kann, bis die Thunfische zurückkommen.


Dienstag 09.09.03 18:00

Restaurierung der Kirche El Salvador fast abgeschlossen

Die Sanierung des Portals einer der beeindruckendsten Kirchenbauten der Gründerzeit La Palmas ist nach viereinhalb Monaten nun abgeschlossen. Im Stadtzentrum von Santa Cruz musste man viele Jahre zusehen, wie die Kirche „El Salvado“ immer weiter verfiel. Halbherzige Sanierungen brachten mehr Schaden als Nutzen und so musste man schließlich einen Profibetrieb in Sachen Sanierung historischer Gebäude engagieren.

Die 170.000 Euro tun dem Stadtsäckel auch weh, aber anders war die Fassade wohl nicht zu retten. Die Baufirma musste auch den später benutzten Portland-Zement wieder entfernen und arbeitete nur mit Kalk und Sand. Der Zement hatte die Steine nur weiter angegriffen. Da die Steine des Portals nicht aus La Palma stammen und man nur vermuten konnte wo diese seinerzeit beschafft wurden kam es sehr gelegen, viele dieser Steine noch im inneren der Kirche vorzufinden. Da haben die früheren Erbauer entweder falsch kalkuliert, oder bereits an spätere Sanierungen gedacht.

Ein weiteres Problem, den Taubenkot, geht man nun mit Hilfe eines elektrisch geladenen Gitters auf der oberen Seite des Portals an. Das ist zwar nicht unbedingt historisch einwandfrei, aber wohl notwendig. Man hatte ja extra nur original Materialien verwendet um keinen Stilbruch zu begehen. Nun, wir werden das Taubengitter wohl übersehen müssen, denn die fleißigen Flugköter scheren sich nicht um historische Vorbilder.


Dienstag 09.09.03 07:30

Die Schule beginnt wieder

Nach nun fast drei Monaten süßester Ferien geht es ab Heute wieder in die Schule. Das ist für alle Kinder immer wieder ein spannender Tag, für viele Eltern ein entspannender Tag. Neue Lehrer, neue Klassenkameraden und überhaupt, wie fühlt sich Disziplin nach drei Monaten zeitloser Schwebe an. Nun das alles werden wir heute Nachmittag den Augen und Erzählungen unserer Kinder entnehmen können.

Noch ein paar interessante Zahlen zum Thema. Auf dem gesamten kanarischen Archipel gehen dieses Jahr 295.360 Schüler aller Alterstufen in öffentliche, oder private Schulen. Das sind 6.254 weniger als in der Periode 2002/2003. Diese sinkende Tendenz ist nichts Neues und wird auch nicht durch die starke Zunahme von Immigranten ausgeglichen. Waren es letztes Jahr noch 14.000 ausländische Schüler, so sind es dieses Jahr 17.830 die keinen spanischen Pass haben.

Diese Zahl wäre sogar noch deutlich höher ausgefallen, wenn man nicht vielen Rückwanderern aus Venezuela inzwischen die spanische Staatsbürgerschaft erteilt hätte. Die sinkenden Geburtenraten auf den Kanaren sind ein häufig diskutiertes Thema und vielen Politikern ist es ein Dorn im Auge, dass immer mehr Immigranten die entstehenden Lücken ausfüllen. Leider taugt diese Diskussion nur für den Stammtisch, denn jede Gesellschaft braucht notwendiger Weise genügend junge Menschen und wenn diese Gesellschaft nicht mehr in der Lage ist selber dafür zu sorgen, dann müssen diese von außen kommen.


Montag 08.09.03 17:30

Kneipendichte

Eigentlich gehört so etwas unter die Rubrik „Nutzloses Wissen“ aber interessant ist es schon, wie viele Kneipen es auf La Palma gibt. Man muss sich ja auch nicht unbedingt zur Aufgabe machen, alle 529 Etablissements zu besuchen. Gezählt wurden alle Arten von Restaurationsbetrieben, also überall wo es was zu Essen, zu Trinken oder Beides gibt.

Los Llanos steht wieder mal an der Spitze und hat 149 Lokalitäten aufzuweisen und lässt damit die Hauptstadt Santa Cruz mit 114 Kneipen deutlich hinter sich. In gebührendem Abstand folgen: Breña Baja (42), Villa y Puerto de Tazacorte (37), El Paso (36), Breña Alta (31), San Andrés y Sauces (25), Fuencaliente (17) Villa de Mazo (16), Barlovento (15), Garafía (15), Puntallana (12), Tijarafe (12) und Puntagorda (8). Nun muss man aber nicht glauben, dass die Leute aus Puntagorda alle Abstinenzler sind.

Insgesamt ist die Zahl der Kneipen in einem Jahr um 21 Betriebe angewachsen. Wenn man da noch ein bisschen rumrechnet, dann ergibt das eine Kneipendichte von einer Bar pro 159 Einwohner. Ich weiß auch nicht, ob das viel oder wenig ist, dazu fehlen mir die Vergleichszahlen. Aber bei einer Bar pro 159 Leute weiß ich endlich warum bei Carlos immer so viel Gedränge herrscht...


Montag 08.09.03 09:00

Wahlbetrug offensichtlich, aber nicht nachweisbar

Es geht immer noch um die Kommunalwahlen vom 25. Mai. Die PSOE hatte Wahlbetrug angezeigt, aber sowohl die Wahlkommission, wie auch die übergeordneten Gerichte haben diese Anschuldigungen zurückgewiesen. Man gab zwar Unregelmäßigkeiten zu, aber nicht in massiven Ausmaßen und eine Annullierung der zweifelhaften Stimmen würde auch keine Änderung des Wahlergebnisses herbeiführen.

Nun erhalten die Sozialisten neuen Rückenwind. Der venezolanische Postbetrieb IPOSTEL gab nun in einem offiziellen Schreiben zu, dass man in gutem Glauben einer spanischen Bürgerin in Caracas 215 Wahlbriefe ausgehändigt hat, nachdem sie sich als Angehörige der spanischen Botschaft ausgegeben hatte. Die 215 Wahlbriefe erreichten nie die eigentlichen Empfänger, landeten aber in den Wahlurnen der Kommunalwahlen auf den Kanaren.

Die raffgierige Frau ist auch identifiziert und gehört einem Verein an, der in Venezuela Stimmung für die kanarischen Nationalisten (CC) macht. So blöd waren die Postangestellten in Caracas nun auch wieder nicht und haben sich den Namen der Frau und deren Anschrift notiert. Ob die Sozialisten nun noch ein Gericht für diese Aufgabe begeistern können ist noch nicht klar, denn man kann nicht nachweisen, dass alle 215 Stimmen an die CC gegangen sind. Allerdings wird gegen die Frau bereits von der nationalen Staatsanwaltschaft ermittelt.


Sonntag 07.09.03 17:30

Der „Roque de Idafe“ soll noch besser geschützt werden

Die Regierung der kanarischen Inseln will einen besonderen Plan erstellen lassen, wie der einzige Monolith in der Caldera de Taburiente besser geschützt werden kann. Der „Roque de Idafe“ erscheint als Naturmonument in einer Liste und laut kanarischem Gesetz brauchen diese Naturmonumente einen besonderen Plan für deren Schutz. Gesetzestreu wie man nun ist, hat man die Techniker der Umweltschutzbehörde aufgefordert einen spezifischen Plan zu erstellen.

Die Techniker des Nationalparks antworten nun, mehr praxisbezogen als gesetzestreu, dass es nicht notwendig sei einen Extraplan zu erstellen, da der „Roque de Idafe“ sich ja mitten im Nationalpark befindet und so bereits die höchste Schutzstufe erreicht hat. Nun überlegt man gemeinsam, wie man dem Gesetz genüge tun kann und noch eine weitere „höchste“ Schutzstufe herbeireden kann. Sie kennen das aus der Sprache der Sportler, die können optimal, optimaler oder am optimalsten vorbereitet sein. (Wenn dann doch kein Tor gegen Island fällt war die Presse schuld, aber das ist eine andere Geschichte)

Der „Roque de Idafe“ ist sicherlich eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten innerhalb der Caldera de Taburiente und gibt auch reichlich mystischen Stoff her für allerlei Theorien und Schamanen. Bei den Ureinwohnern der Insel, den Benahoaritas galt der „Roque de Idafe“ als heiliger Monolith zu dessen Füßen man dem Gott Abora gehuldigt hat. So richtig was gebracht hat diese Huldigung allerdings auch nicht, der Fels steht zwar noch da, aber die Ureinwohner sind längst verschwunden.

Sonntag 07.09.03 09:00

Erdbeben vor Lanzarote ohne Folgen

Ein großer Schreck und viele Fragen bleiben nach dem Erdbeben von Gestern, welches seinen Mittelpunkt etwa 10 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Arrecife hatte. In den Gemeinden Arrecife, Teguise, Tías und San Bartolomé war das Beben 4 Sekunden spürbar aber nirgendwo müssen Schäden beklagt werden, weder materielle, noch menschliche. Auf der Richter Skala erreichte das Beben den Wert 4,4 und gehört damit schon zu den größeren Beben der letzten Jahre.

Das nationale geographische Institut gibt als Epizentrum die Lage 28.92 Grad Nord und als Länge 13.59 Grad West an. Das Beben fand in 42 Kilometer Tiefe statt und war tektonischen Ursprunges. Hier fürchtet ja immer jeder sofort einen vulkanischen Hintergrund, aber das schließen die Wissenschaftler des „Instituto Geográfico Nacional“ aus. In dem Seegebiet um die kanarischen Inseln, meistens nahe der afrikanischen Küste gibt es jedes Jahr eine Vielzahl von Beben die aber nur ganz selten für Menschen spürbar sind.


Samstag 06.09.03 18:30

Dicht bewohnte kanarische Inseln

An dritter Stelle, verglichen mit den anderen Provinzen Spaniens liegen die kanarischen Inseln was die Bevölkerungsdichte angeht. Da steht Madrid an erster Stelle mit 689 Einwohnern pro Quadratkilometer, weit vor dem Baskenland mit 297 und dann kommen bereits die kanarischen Inseln mit 247 Einwohnern pro Quadratkilometer. Damit liegen wir sogar noch vor so hochentwickelten Regionen wie Katalonien (202) und Deutschland, mit 225 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Die Zahlen, 1.843.755 Einwohner zählen alle 7 Kanareninseln und die Fläche beträgt 7.447 km². Für La Palma sieht das Ganze schon wieder weniger dramatisch aus. Dort teilen sich 84.000 Einwohner eine Fläche von 703 Quadratkilometern. Das ergibt dann 120 Leute für einen km². Also etwa genau die Hälfte des kanarischen Durchschnittes. Es ist also noch Platz...


Samstag 06.09.03 09:30

Ölsuche vor den nördlichen Kanaren

Die spanische Firma „REPSOL“ hat vor den Küsten Lanzarotes und Fuerteventuras ein 3.200 Quadratkilometer großes Seegebiet nach eventuellen Ölvorkommen abgesucht. Drei Monate dauerte die Untersuchung und nun sollen die Ergebnisse wissenschaftlich ausgewertet werden. Mit Hilfe einer an Bord des Schiffes installierten „Luftkanone“ ist man auf die Suche nach möglichen Ölblasen im Untergrund gegangen. Laut „REPSOL“ ist diese Untersuchungsmethode weder für Flora und Fauna schädlich. (Die angeschwemmten Wale haben sicherlich aus Liebeskummer Selbstmord begangen.)

Noch will die „REPSOL“ sich nicht dazu äußern, ob man glaubt fündig geworden zu sein. Auf jeden Fall hat man sich bereits die Förderrechte für 7 Stellen gesichert. Sollten die Voruntersuchungen positiv ausfallen, dann kann frühestens nächstes Jahr mit Probebohrungen begonnen werden. Erst dann kann man abschließend sagen, ob sich eine Förderung der Vorkommen lohnt. Eine kommerzielle Ausbeutung der Ölvorkommen ist frühestens ab 2007 möglich.


Freitag 05.09.03 17:00

Belgisches Teleskop als Organspender

Am 16. August des vergangenen Jahres wütete auf La Palma ein Unwetter mit starken Winden. Auf dem Roque de los Muchachos riss dabei die Kuppel des belgischen Teleskops „Mercator“ ab. Eine Reparatur war nicht möglich und so musste eine neue Kuppel her. Die alte Kuppel sollte auf den Müll, erhält nun aber eine zweite Chance.

Die katholische Universität Lüttich, der Betreiber des Teleskops hat die alte Kuppel der Gemeinde Breña Baja geschenkt. Zusammen mit der privaten Organisation „Agrupación Astronómica de La Palma“ will man aus der Kuppel einen Ausstellungsraum machen, der Teil des geplanten Himmelsmuseums von Breña Baja werden soll.

Noch schlummern die Einzelteile, gut nummeriert in einer Halle und warten darauf, wieder zusammengebaut zu werden. Das ist doch mal wieder ein wunderbares Beispiel für die Jäger und Sammlermentalität der Palmeros. Da wird nichts weggeschmissen, man kann ja nie wissen, ob man das noch mal braucht. Könnte ja sein, dass jemand kommt und fragt: „Hast du zufällig eine Teleskopkuppel da, so um die 8 Meter Durchmesser, kann ruhig ein bisschen verbeult sein?“


Freitag 05.09.03 09:30

Gefährliche Kurven

3 Stunden war gestern die Straße nach Puerto de Naos gesperrt, weil ein LKW in einer scharfen Kurve in den Straßengraben rutschte und der Auflieger beide Spuren blockierte. Rohre hatte der Fahrer geladen, für Bewässerungsanlagen in Puerto de Naos. Um den LKW von der Fahrbahn zu bekommen musste nun zunächst die Ladung geborgen werden. Bis ein Kran und ein zweiter LKW, der dann die Rohre aufnehmen sollte an der Unfallstelle waren vergingen mehrere Stunden.

Zwischen 10:30 und 13:30 ging auf der einzigen Zufahrtsstraße nach Puerto de Naos überhaupt nichts. Die Schlange der wartenden Autofahrer war rekordverdächtig und der arme Fahrer des LKW musste sich mehr als einmal anhören, dass er sich einen anderen Beruf suchen sollte. Zum Glück ist niemand verletzt worden und alles was bleibt ist eine schrottreife Zugmaschine und ein Haufen geplatzter Termine.


Donnerstag 04.09.03 16:00

Kirchliches Fest und irdisches Vergnügen

Noch bis Sonntag dauern die Festivitäten zu Ehren der „Virgen del Pino“ in El Paso an. Die Budenbesitzer haben allerdings bereits eine Verlängerung von einer weiteren Woche beantragt. Zur Erklärung, der irdische Teil der himmlischen Fiesta wird an den „Kioscos“ gefeiert. Am Ortsrand hat man an die 25 dieser Kioske aufgestellt und eine Bühne mit Lautsprechern die selbst Mick Jagger beeindrucken würden. Da finden dann Live Konzerte statt und so manch anderes Schauspiel.

Für die Budenbesitzer ist das ein lukratives Geschäft und wenn es nach Ihnen ginge, dann wäre das ganze Jahr Fiesta. Nun wollen die Kioskbetriebe noch eine Woche Aufschub, aber da haben Pfarrer und Bürgermeister wahrscheinlich was dagegen. Nicht nur, weil die Jungfrau am Sonntag eh wieder in die Verbannung muss, sondern auch weil das Vergnügen an den Buden gar zu irdisch war.

Das „Drag-Queen“ Spektakel wurde noch als Scherz abgetan, aber als der Pfarrer mitbekommen hatte, dass nun ein Striptease anstand, gab es im Rathaus ein himmlisches Donnerwetter und die Vorstellung wurde verboten. Heiligen Jungfrauen kann man den Anblick barbusiger Tänzerinnen nicht zumuten. Jetzt gibt es einen ordentlichen Streit zwischen Rathaus und den Budenbesitzern. Diese bezeichnen nun den neuen Bürgermeister als spießig und der kontert damit, dass er ab 3 Uhr nachts den Strom für den Festplatz abstellen lässt. Mich erinnert das immer ein bisschen an Don Camillo und Peppone und ich bin froh, dabei sein zu dürfen.


Donnerstag 04.09.03 09:00

Gute Zahlen auf dem Arbeitsmarkt

Erstmals seit 10 Jahren gibt es in einem August weniger als 100.000 Arbeitslose auf den Inseln. 98.292 ist die Zahl der registrierten Menschen ohne Arbeit im Monat August. Gegenüber dem Juli ist das sogar ein Rückgang von 3,47%. Besonders in den Sektoren Dienstleistung und Landwirtschaft konnten viele neue Verträge abgeschlossen werden. Die negative Nachricht kommt bei der Jugendarbeitslosigkeit. Gegen den allgemeinen Trend sind etwas über tausend Jugendliche unter 25 Jahren mehr arbeitslos als im vergangenen Jahr.

Bei allen positiven Zahlen muss immer wieder erwähnt werden, dass die kanarischen Inseln fast ganz oben stehen mit der Arbeitslosigkeit in Spanien. Zum Vergleich: Extremadura (12,06%), Canarias (11,36%), Asturias (11,19%), Andalucía (10,89%) und Galicia (10,69%). Um damit einen nationalen Durchschnitt von 8,37% zu erreichen braucht man auch „Musterländle“ und das sind: Baleares (4,99%), La Rioja (5,77%), Aragón (5,87%), Cataluña (6,28%), Murcia (6,57%), Navarra (6,79%) und die Comunidad Valenciana (6,88%).


Mittwoch 03.09.03 16:00

Späte Einsicht

Der Chef der „Cepyme-La Palma“ (Vereinigung der Gewerbetreibenden der Insel) beklagt die wenigen Parkplätze in der Hauptstadt Santa Cruz. Das ist nichts Neues und er hat auch sicher Recht wenn er behauptet, dass aus diesem Grund viele Firmen aus Santa Cruz abwandern. Logisch, ich kaufe auch nicht da ein, wo ich einen Kilometer bis zum Auto laufen muss.

Die Pläne für unterirdische Parkplätze sind längst gemacht, aber diese kommen erst nach Beendigung des Baues der Umgehungsstraße und das wird noch Jahre dauern. Sicher kommt Ihnen diese Problematik bekannt vor, in Deutschland gibt es das Problem verstopfter Innenstädte und Parkplatznot ja bereits bedeutend länger.

Das soll Sie als Gast aber nicht abhalten diese wunderschöne Stadt zu besuchen. Sie haben ja mehr Zeit und sicher auch nicht unseren angeborenen kanarischen Drang, mit dem Auto bis an die Supermarktkasse zu fahren. Sonntags gibt es eh kein Problem und wochentags kann ich Ihnen empfehlen bereits vor der Stadt zu parken, da wo die Hafenanlagen beginnen. Dort gibt es immer Parkplätze und 6 Minuten Fußweg kann doch nicht so schlimm sein.


Mittwoch 03.09.03 09:00

Alles Käse

Die erste öffentliche Molkerei La Palmas wird Anfang nächsten Jahres in Betrieb gehen. Lange hat es gedauert, bis man sich entschließen konnte diese Einrichtung zu bauen. Erst waren es Fragen der Finanzierung und dann konnte man sich nicht auf einem Standort einigen. Das alles ist nun geklärt und der Bau befindet sich bereits auf halbem Weg zur Fertigstellung. El Paso hat da das Rennen gemacht und die Ostseite wieder mal das Nachsehen.

In „Las Moraditas“, gleich neben dem Schlachthof können dann ab kommendem Jahr die Landwirte ihre Milch veredeln lassen. Für viele kleine Erzeuger lohnt es sich nicht, den gestiegenen Hygienevorschriften Rechnung zu tragen und den eigenen Betrieb umzubauen. Nun können diese Bauern die Milch abliefern und in der Molkerei wird dann daraus Trinkmilch, Käse und Joghurt gemacht. Ein ähnliches Projekt, allerdings aus privater Hand, scheiterte vor 7 Jahren und nun kann man nur hoffen, dass sowohl die Landwirte, wie auch die Verbraucher bei diesem neuen Versuch mitspielen.


Dienstag 02.09.03 17:00

Windspiele

Drei Klimaschichten befinden sich im Moment über uns, eine feuchte und warme Schicht bis 900 Meter Höhe, darüber bis auf 4.000 Meter ist die Luft warm und trocken und noch darüber setzt sich, wie eine Glocke, eine feuchte und kalte Luftschicht. Diese doppelte Inversion ist aber nicht ganz stabil und so kommt es unvermittelt vor, dass gerade über den Inseln sich diese Luftschichten zeitweise und lokal vermischen.

Dann entstehen starke Böen, aus dem Nichts. Diese dauern meistens nur wenige Minuten und verschwinden dann wieder wie von Geisterhand. Dabei kommt es vor, dass man innerhalb einer Minute ganz verschiedenen Lufttemperaturen ausgesetzt ist. Das ist so, als ob man in ein Kühlhaus geht und gleich wieder raus. Diese Windböen sind bei Gleitschirmfliegern ebenso unbeliebt wie bei Ferienhausvermietern. Nur bei uns, den Ferienhausvermietern ist es nicht so dramatisch, wir verlieren dabei nur ein paar Sonnenschirme, die sich plötzlich mit dem Wind auf und davonmachen. Wenn sich bei Gleitschirmfliegern der Schirm auf und davon macht, dann hat das schlimmere Folgen.


Dienstag 02.09.03 09:00

Ab in die Presse

Wie jedes Jahr wiederholt die Gemeinde Los Llanos eine Altmetallkampagne. Von 08:00 – 13:00 Uhr und von 15:00 – 18:00 Uhr kann jeder seine alte Waschmaschine, sein altes Auto, oder jegliche metallischen Gegenstände in der „Callejon de la Gata“ am „Punto Limpio“ abgeben. Dort werden diese gepresst und zwischengelagert um dann später auf dem Festland in einem Hochofen recycelt zu werden.

Diese Aktionen haben sehr viel dazu beigetragen, dass La Palma heute fast frei von wildem Sperrmüll ist. Die Zeiten, als man nachts mit dem Pickup in den Barranco gefahren ist um Sperrmüll loszuwerden sind vorbei. Ein ganz beliebtes Spiel war auch das Auffüllen von Hausfundamenten mit Schrott. Viele Häuser sind hier sozusagen auf Metall gebaut. Die Recyclinghöfe nehmen alle Art von Haus und Sperrmüll kostenfrei entgegen und erledigen die korrekte Entsorgung. Es wird aber noch mal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass unbrauchbar gewordene Männer und haben sie auch noch so viel Amalgam im Mund, nicht in die Metallpresse gehören, sondern getrennt entsorgt werden müssen.


Montag 01.09.03 17:00

Auch du mein Sohn...

Habe ich bislang die Pläne des Bürgermeisters von Fuencaliente und des Chef des Büro für touristische Entwicklung, mehrere Golfplätze auf der Insel anzulegen als Orientierungslosigkeit von Mittvierzigern abgetan, so wiegt das: Ja aber“ des Inselpräsidenten schon schwerer. Zwar erinnert José Luis Perestelo daran, dass der Bau von Golfplätzen immer im Rahmen der Möglichkeiten der Inselressourcen bleiben muss, aber grundsätzlich kann er sich das vorstellen und wird das auch unterstützen.

Man muss nun nicht mal Grüner oder von Greenpeace sein, um zu wissen, dass kaum eine Sportart mehr Natur frisst als ein Golfplatz. Von den Wassermassen die Hektar von gepflegtem Rasen brauchen ganz zu schweigen. Mir fallen Dutzende von anderen Möglichkeiten ein, mehr Gäste auf die Insel zu bringen, die im völligen Einklang mit unseren Möglichkeiten stehen und keine Prestigeobjekte sind mit denen dann auf Messen angegeben wird.

Wie wäre es mit einem botanischen Garten, wir haben fast zweihundert endemische Pflanzen auf der Insel. Wie wäre es mit einer öffentlichen Sternwarte, in der man Interessierte auch mal an die dicken Teleskope lässt. Wie wäre es mit einem Zentrum für behinderte Gäste, einem Heilbad, Sprachkursen, Geologiekursen, etc. Das haben wir alles hier vor der Haustür und für wenig Geld ließen sich da große Dinge bewegen. Aber das sind für unsere Globalplayer alles Peanuts. Da bleibt mir nur noch ein Spruch aus meiner Zeit, Stell dir vor, auf La Palma gibt es drei Golfplätze und keiner will da hin!

Das neue Kalenderblatt ist fertig, mit vielen Photos der Romeria in El Paso. HIER


Montag 01.09.03 09:00

Weinernte in vollem Gange

In den Zonen Mazo und Fuencaliente ist die Weinlese fast bereits abgeschlossen. Das ist nichts außergewöhnliches, sind die Weinberge dort fast alle in tieferen Lagen. Bis jetzt hat man 51.600 Kilo geerntet, letztes Jahr waren es im gleichen Zeitraum erst 36.000 Kilo. Das heißt nicht unbedingt, dass es so viel mehr Wein gibt, aber die Lese findet dieses Jahr deutlich früher statt. Auf jeden Fall wird der Jahrgang 2003 ein sehr gutes Jahr werden.

Jetzt wird auch bereits im Norden der Insel mit der Weinlese begonnen, das sind glatte zwei Wochen früher als letztes Jahr. Der Norden ist immer später mit der Ernte dran, da dort bis auf über 1.000 Meter Höhe Wein angebaut wird. Es dauert dann bis Oktober, bis die letzten Trauben eingebracht sind. Gerade die Weißweine aus den hohen Regionen des Nordens sind sehr beliebt.

Trinken müssen wir den Wein fast gänzlich selber. Lediglich 10% der abgefüllten Flaschen gehen auf die Nachbarinseln Tenerife und Gran Canaria. In diesen 10% ist aber ein stetiger Anstieg versteckt, da wir jedes Jahr mehr Wein in Flaschen abfüllen und mit dem hiesigen DOC versehen. Leider kann man diese leckeren Weine in Deutschland noch nicht kaufen, schade, denn gerade unsere leichten Weißen sind hervorragende Sommerweine. Nun müsste man mal gucken, ob man einen Importeur begeistern könnte für unseren Wein. Wenn nicht, dann bleibt alles beim alten und Sie müssen schon herkommen um sich ein Gläschen „Palmero“ zu gönnen.



Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel & Fax von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma