La Palma Aktuell
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Nachrichtenarchiv Oktober 2011




Montag 31.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 30 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 26,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,8 Grad

Zwei Monate ohne Rauch
Doch Helden sind die Anderen

Natürlich bin ich stolz auch mich, kann ich wohl auch sein, aber die Gefahr eines Rückfalls ist noch lange nicht vorüber. - Oft denke ich zwar gar nicht mehr an Rauchen, dann gibt es aber immer wieder Momente, und die kommen ganz plötzlich und ohne Vorwarnung, da spukt mir wieder diese Phantasie von dem kleinen Fluchtraum Nikotin durch den Bregen. - Es dauert eigentlich nicht lange, diesen Schweinehund abzuschütteln, und es ärgert mich dann, dass es immer noch nicht ganz klappt, diese Fluchtmöglichkeit gänzlich auszuschließen. - Sicher erwarte ich auch wieder zu viel und zu schnell die ganzen Fortschritte, es sind schließlich erst 2 Monate, dass ich von schwerem Raucher zu nicht mehr aktivem Raucher geworden bin. - Zugenommen habe ich nicht weiter, allerdings kaufe ich auch gezielt keine Schokolade mehr, denn da würde ich im Moment tafelweise meine Belohnungen verabreichen. - Weitere Veränderungen physischer Natur habe ich nicht mehr festgestellt, es bleibt bei einer sehr veränderten Geschmackswahrnehmung, wobei ich aber leider sagen muss, mir schmecken viele Dinge einfach nicht mehr, die ich früher sehr gerne gegessen habe. - Am auffälligsten ist die verbesserte Durchblutung, Spazierengehen macht wieder richtig Spaß, und ich friere so gut wie überhaupt nicht mehr, nachdem ich doch sonst bei Temperaturen unter 20 Grad schon die Unaussprechlichen getragen habe. - Das ist gewaltig positiv zu werten, alleine dafür hat es sich schon gelohnt das Rauchen aufzuhören, und natürlich huste ich auch nicht mehr und erkältet war ich auch noch nicht. - Gut, das muss noch nichts heißen, aber früher, als alles qualmte und meine Lungen noch geteert waren, da habe ich mir jede umherschwirrende Erkältung sofort eingefangen und Paracetamol war mein vierter Vorname. - Dann gab es immer Zwiebelsaft mit Honig, manch einer mag sich vielleicht erinnern, jetzt bin ich guter Hoffnung, mir zukünftig dieses Foltermittel ersparen zu können. - Witzig noch eine Geschichte, mein Hausarzt, Raúl, der hat von meiner Tochter gesteckt bekommen, dass ich nicht mehr rauche, und ließ mich ins Centro de Salud zitieren und ich hatte keinen Schimmer, um was es ging. - Der hat mir dann herzlichst gratuliert, mich in den Arm genommen, muss wohl auch pathologisch gut gewesen sein, dass ich die Glimmstängel nicht mehr anrühre. - Der hat sich richtig mit mir gefreut, denn jahrelang hat er mir mit dieser Geschichte in den Ohren gehangen, wir kennen uns halt schon eine Weile. - So weit läuft das also gut, ich sehe mich im Moment nicht in Gefahr wieder mit dem Rauchen anzufangen, und habe vorhin auch deutlich gesagt, dass ich physisch keine weiteren Veränderungen verspürt habe. - Psychisch habe ich da mehr Probleme, was zunächst mal einfach in schlechter Laune ausartete, das nimmt nun fast depressive Züge an, und einen Tag lang habe ich mich dann schon mal selbst auf die Seite geräumt, um nicht meiner Familie weiter auf den Geist zu gehen. - Nicht immer, das würde ich gar nicht aushalten, aber mitten drin bestraft mich meine Psyche dann doch, dass ich ihr nun langfristig die kleinen Fluchten vorenthalte und ich kann allen nur sagen, das sind keine schönen Momente oder Stunden, das sollte bald vorübergehen, denn am meisten leiden daran natürlich die, die einem am nächsten stehen. - Das geht auch wieder vorbei, das haben mir viele versichert die in ähnlicher Situation sich befanden, und all die sind sich einig, Rauchen aufhören ist eine gute Sache, da kann man sich Lorbeeren abholen, aber Helden sind diejenigen, welche einen Raucher auf dem Weg zum nicht mehr Rauchen begleiten.




Hier noch das Fundstück der Woche, neulich in Afrika, äh sorry, im Supermarkt




Montag 31.10.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1018 hPa

Hallo Wien und Brückentag
Blumen werden teurer

Morgen ist einer der höchsten Feiertage im katholischen Spanien, "Todos Santos" oder wie es korrekt und ausgeschrieben heißt, "Día de Todos Los Santos" wird hier groß, ausgiebig und auch blumenbunt gefeiert. - Nicht nur hier, auch in Deutschland kennt man Allerheiligen natürlich, auch dort werden die Gräber geschmückt und man denkt an die Hinterbliebenen und besucht diese, in dem man in Scharen die Friedhöfe besucht. - Es ist ein ruhiger Tag, nur die Blumenhändler sind in Aufregung, aber die sind seit Tagen bereits am arbeiten und versuchen die riesengroße Nachfrage an schmückenden Blüten nur irgendwie zu erfüllen. - Dieses Jahr liegt Allerheiligen an einem Dienstag, das nutzen viele dazu aus, das Wochenende mit einem Brückentag riesig lang zu machen, wohl dem, der noch Urlaubstage übrig hat oder es sich einfach erlauben kann, einen Montag ganz Montag sein zu lassen. - Die meisten hier aber fahren nicht weg, sondern sind heute dabei die Blumen zu besorgen und die Familiengräber auf Vordermann zu bringen, denn es gibt wirklich auch so etwas wie gesellschaftlichen Druck, wenn das Grab nicht ganz fein säuberlich herausgeputzt ist. - "Schau mal, wie wenig Blumen die gebracht haben" oder ganz schlimm ist eben, wenn sich gar niemand um die Grabstelle kümmert, das gibt einen Eintrag im virtuellen Gesellschaftsklassenbuch, das ist sogar noch schlimmer, als wenn man die Straße vor dem eigenen Haus nicht mindestens einmal in der Woche kehrt. - Wohl dem, der niemand auf dem Friedhof hat, der kann sich diesem Treiben entziehen und ich glaube man kann grundsätzlich froh sein, wenn man nicht dauernd auf den Friedhof rennen muss, um irgendwelche Familienangehörigen zu treffen. - Unsere Kinder müssen heute in die Schule, bei uns wird das nichts mit Brückentag, das passt sowieso nicht an einem Montag, da ist immer viel zu tun. - Für den heutigen Tag gibt es ja auch noch andere Varianten, es ist Reformationstag, Sie erinnern sich, der olle Luther mit seinen an die Tür genagelten Vorschlägen für eine bessere Kirche und in den letzten Jahren ist da noch etwas auf uns zugekommen, was man hier, sollte man der Generation 30+ angehören, kaum versteht oder verstehen will.

Hallo Wien. - Als nordamerikanisches Fest gepriesen, wie alles aber dort, außer den echten Amerikanern europäischen Ursprungs, kommt dieses Fest als prächtiger Reimport dann ausgeschmückt und kommerzialisiert wieder nach Europa. (Man denke nur an den Heiligen Nikolaus, den haben die da drüben tief in dunkle und klebrige Brause getunkt, und zurück kommt ein rot gekleideter Wolpertinger, welcher ein betrunken klingendes "Ho ho ho" von sich gibt und völlig losgelöst von Zeit und Raum dann plötzlich den Weihnachtsmann und das Christkind zusammen geben soll und auf den komischen Namen Santa Claus hört.) - Es gibt sogar wohl einen kirchlichen Zusammenhang, man feierte früher den Abend vor Allerheiligen, aber das hat mit dem Halloween wie man es inzwischen feiert oder treibt, überhaupt nicht mehr zu tun. - Halloween ist ein Heidenspaß für Kinder und Kindliche, man darf sich gruselig verkleiden und arglose Zeitgenossen derbe erschrecken. - Diese können sich dann durch Süßigkeiten von Strafe freikaufen und plötzlich fallen mir noch mehr Parallelen zu meiner katholischen Kirche ein, denn im Erschrecken von harmlosen Bürgern und möglichen Freikäufen haben wir sicherlich die größere und längere Erfahrung. - Das machte damals aber sicher nicht so viel Spaß, zumindest den Opfern der Inquisition nicht, aber man soll ja nicht immer nachtreten und als Katholik lernt man das Verzeihen ja, auch sich selbst. - Halloween ist hier bei den Kids inzwischen richtig angesagt und die paar Kürbisbauern die es auf La Palma noch gibt, die wundern sich wohl gewaltig, warum man vor Allerheiligen plötzlich so große Umsätze macht. - Eine meiner Töchter ist heute auf einer Halloween-Party und die andere, die sieht öfter mal so aus, immer wenn sie alle ihre Schminkutensilien gleichzeitig auf ihrem Gesicht ausprobieren muss. - Wir gehen also mit der Zeit, oder vielleicht nimmt die Zeit uns einfach mit. Das ist eigentlich egal, Hauptsache wir kommen immer noch hinterher, aber das ist ja auch eines der vielen schönen Dinge auf La Palma, so schnell fällt hier keiner hinten runter, wir warten meistens bis es der Letzte auch noch begriffen hat. - Selbst ich kann dem hiesigen Tempo folgen, auch wenn ich das erste Mal, als ich den Begriff Halloween gehört habe dachte, das sei ein netter englischer Gruß an die schöne österreichische Hauptstadt.



Sonntag 30.10.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 22,3 Grad - niedrigste Temperatur 17,4 Grad

Faule und feige Piraten
Am 13. November ist "Drake-Tag"

Jedes Jahr wieder erinnert man sich unter den Historikern dieser Insel wieder gerne an eine Geschichte aus dem Jahr 1585. - Gut, von uns war da noch keiner dabei, aber im Gegensatz zu den Ureinwohnern dieser Insel schrieben die spanischen und portugiesischen Eroberer sehr gerne Geschichtsbücher. - Ob diese Bücher allerdings immer transparent und besonders wahrheitsgetreu geführt wurden, das darf man wohl zumindest anzweifeln, wir kennen das ja bis heute, dass trotz aller Überwachung und Öffentlichkeit, immer noch gerne ein bisschen an dem, was mal Geschichte sein wird, mit subjektivem Botox experimentiert wird. - Aber lassen wir diese ganzen Vermutungen mal beiseite, wie genau alles am 13. November 1585 abgelaufen ist, im Ergebnis bleibt es einfach so, Sir Francis Drake versuchte an diesem Tag Santa Cruz de La Palma zu nehmen, wurde aber von der Abwehr an Land vertrieben. - Drake war auf dem Weg nach Mittelamerika, seinem Broterwerb nachzugehen, dort spanische Städte und Schiffe auszurauben und die dann wieder seiner britischen Despotin vor die Füße zu legen, damit das englische Königshaus weiter Geld hatte um zu funktionieren. - Ich will nun nicht nur die Engländer schlecht machen, weil ich hispanophil bin, die Engländer klauten des Spaniern Gold, welches die auch geklaut hatten, man war also in schlechtester Gesellschaft. - Auf dem Weg nach Mitteamerika war es üblich für die Piraten, dass man sich unterwegs mit Proviant versorgte und die Kanarischen Inseln boten Wasser, Lebensmittel und gute Weine in beeindruckenden Mengen, so dass viele Piraten unsere Inseln als "Tankstelle" nutzten. - Das führte natürlich auch wieder dazu, dass die Hafenstädte aufrüsteten, um es den Piraten nicht zu einfach zu machen, die Stadt zu nehmen. - Santa Cruz de La Palma litt schrecklich an den Überfall des französischen Piraten François Le Cler, der im Jahr 1553 fast 2 Wochen schrecklich in der Hauptstadt wütete und diese völlig ausgeplündert hat. - Allerdings zog Le Cler nicht über die Insel, er blieb in der Hauptstadt, die anderen Siedlungen blieben also unberührt, man wagte es aber auch nicht, an Land gegen ihn vorzugehen, zu groß war die Angst vor "Holzbein Le Cler". Darauf hin aber beschloss man in unserer Hauptstadt, die Abwehrmaßnahmen deutlich zu erhöhen, besondern am Castillo de San Miguel und kaufte dazu Kanonen überall dort, wo man sie bekommen konnte.

Darunter war auch eine Kanone von fast vier Metern Länge, welche der Duke of Somerset im Jahr 1551 von der königlichen Schmiede im Tower of London anfertigen ließ. - Im Jahr 1557 kaufte die Inselregierung diese mächtige Kanone, eben um sich besser gegen den Angriff von Piraten schützen zu können, welche dann umständlich und nach langer Reise auf La Palma ankam. - Mit der großen Kanone, von der man nicht weiß, ob man sie damals schon "El Escorpión" getauft hatte, kamen noch 2 weitere Kanonen nach La Palma, die aber ein kleineres Kaliber hatten. - Die langläufige Kanone war ein 18Pfünder, und besonders geeignet, zielgenau sehr weit zu schießen, und das sollte am 13. November sich als äußerst hilfreich erweisen. - An dem Tag nämlich tauchte Frqancis Drake mit seinem damaligen Flaggschiff "Elizabeth Buenaventura" von Norden her vor Santa Cruz de La Palma auf, in Begleitung von wohl mindestens 20 weiteren Schiffen. - Ziel war es, die Stadt zu nehmen, nach Proviant zu durchsuchen und dann wieder weiter die Fahrt nach Mittelamerika aufnehmen. - Santa Cruz de La Palma war aber nicht gewillt, sich einfach zu ergeben, wie das so manche Stadt gemacht hat, um die Piraten gnädig zu stimmen, sondern man beschoss die anlaufenden Schiffe und konnte auch mindestens drei Treffer landen. - Auf dem Flaggschiff schlugen zwei Kugeln ein, und man meint natürlich bis heute, dass diese Kugeln nur von der großen, in England gebauten Kanone sein konnten, damit die Geschichte eben schön rund wird. - Allerdings ließ sich Drake von der Gegenwehr sehr beeindrucken und floh, oder wie man vielleicht sagen sollte, setzte sich ab, denn er wollte auf keinen Fall vor der Überfahrt über den Atlantik weitere Schäden an seinen Schiffen riskieren. - Drake soll dann weiter nach El Hierro gesegelt sein, aber da gab es nichts zu holen, besonders nicht genügend Proviant für diese vielen Schiffe, so dass man von dort auch wieder ohne Ergebnis abzog. - Es ist schon bemerkenswert, wie einfach Francis Drake damals zu vertreiben war, er hätte doch einfach woanders auf der Insel an Land gehen können, wo keine Verteidigungsforts standen. - Das allerdings wäre dann zu aufwendig geworden, die Verpflegung von Land auf die Schiffe zu bekommen, so dass man in die Hauptstadt wollte oder gar nicht, und weil man eine englische Kanonen hatte, die einen mächtigen Namen und noch mehr Wumms hatte, konnte man den englischen Piraten auch erfolgreich vertreiben. - Die große Kanone, die ist übrigens nicht mehr auf La Palma, seit 1860 steht sie im Militärmuseum in Madrid und hier auf der Insel ist man sehr bemüht, dieses Bronzestück palmerischen Kriegsgeschickes wieder auf die Insel zu bekommen. - Aber noch zieren sich die Militärs in Madrid, die wollen diese schöne Kanone eben auch haben. - Wer Zeit hat und des Spanischen halbwegs mächtig, der kann sehr viel mehr über diese Kanone HIER nachlesen. - Über das gute Stück hat nämlich Juan Tous Meliá ein ganzes Buch verfasst.



Sonntag 30.10.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1018 hPa

1.464.914 Wolfsbarsche können nicht irren
Zu keiner Zeit bestand Gefahr für die Bevölkerung

Ende Februar des vergangenen Jahres, vor nun also 20 Monaten, kam es bei schwerer See zu einer Havarie in den Schwimmkäfigen der Fischfarmen vor Puerto de Tazacorte. - Bei grober See spült es immer mal wieder Fische aus diesen nach oben offenen Schwimmkäfigen ins Meer, aber was da im Februar 2010 geschah, das war eine mittelgroße Katastrophe, denn es gelangten wohl, glaubt man dem Gutachten, 1.464.914 Wolfsbarsche in den Atlantik vor Tazacorte. - Ich glaube zu wissen, was Sie jetzt denken, sicherlich zweifeln auch Sie diese Zahl an, denn wir sind und doch ziemlich sicher, dass kein Mensch in dieser Nacht da draußen auf dem Meer war und mit Klemmbrett und Zähler die Fische zählte, welche da in die Freiheit ausbüchsen konnten. - Warum man uns solche Zahlen vorsetzt, die von vorne herein an dem gesamten Gutachten zweifeln lassen, weil der plumpe Versuch größte Präzision zu vermitteln einfach dadurch ins Lächerliche gezogen wird, das kann man nur ahnen. - Niemand kann genau sagen, wie viele Fische das waren, das kann man in einem Aquarium mit 47 Fischen machen, nicht aber in dem Fall, wo es über Millionen Fische geht, die im Nordatlantik ausgebüchst sind. - Hätte man gesagt, an die 1,5 Millionen, oder etwas mehr als 1,4 Millionen, dann wäre das Ganze etwas glaubhafter gewesen. - Auf die Zahl kommt man natürlich dadurch, dass die Firma welche die Fischzucht betreibt denen gesagt hat, wie viele Fische man als Jungfische gekauft hat, um sie dann hier vor der Küste La Palmas zu verkaufsfähigen Exemplaren zu mästen. Dadurch wird aber die Zahl auch nicht glaubhafter, denn auch von der Firma hat die Fische keiner gezählt und keiner weiß eben auch, wie viele dieser Jungfische den Transport vom Festland nach La Palma nicht überlebt haben oder später in den Käfigen umgekommen sind. - Aber wollen wir nicht alles an dieser Zahl aufhängen, es geht um das Gutachten des Rates für Fischerei des Gobierno de Canarias, welches nun, 20 Monate nach dem massiven Auftreten der Spezies Dicentrarchus labrax, hier "Lubina" genannt, endlich fertig geworden ist, und uns verrät, dass alles nicht so schlimm ist, wie man zunächst befürchtet hat. - Anfänglich, also vor 20 Monaten, sprach man von 150.000 Fischen die entkommen wären, später von bis zu 400.000 Wolfsbarschen, und dass man nun daran gehen sollte, dieses Problem vor unserer Küste einfach "aufzuessen" und den Fischern Geld dafür versprach, wenn sie "Lubinas" ablieferten. - Die Zahl 400.000 galt damals als übertrieben, was wäre denn gewesen, wenn man seinerzeit schon davon gesprochen hätte, dass man zu dieser übertriebenen Zahl noch mal eine Million hinzufügen muss, um annähernd an die Wirklichkeit zu gelangen.

Die Fischer und Umweltgruppen protestierten seinerzeit heftig nach dieser Havarie, die Fischer forderten Hilfen, weil die Wolfsbarsche ihnen angeblich die eigene Beute wegfressen und die Umweltschützer härtere Auflagen und bessere Kontrolle für Fischfarmen, oder gleich am besten ein Verbot für solche Anlagen. - Immerhin bot man seitens der Politik an, diese Havarie gründlich zu untersuchen, und nun, 20 Monate später präsentiert man das Gutachten, welches niemanden mehr interessiert, denn inzwischen hat man sich an die dauerhafte Präsenz dieses Fisches vor den Küsten La Palmas gewöhnt. - Schlimmer noch, man kann heute noch Jungfische des Wolfsbarsches im Hafen von Tazacorte finden, als Nachweis dafür, dass andauernd Fische welche für die Zucht vorgesehen sind, aus den Schwimmkäfigen entkommen, oder beim Transport zu den Käfigen verloren gehen. - Es nutzen also alle Vorschriften nichts, genauso wenig wie weitere Gutachten, wenn man als Behörde nicht in der Lage ist, die bereits vorhandenen Betriebe so zu überwachen, wie es die bereits bestehenden Gesetze vorschreiben. - Die Fischfarmen hingegen wehren sich gegen weitere Auflagen mit dem Hinweis, noch mehr Bürokratie würde den Betrieb unrentabel machen, da eben anderswo auf der Welt Fischfarmen noch unter ganz anderen Bedingungen betrieben würden. - Die Idee mit den Fischfarmen ist eigentlich gar nicht schlecht, das könnte man bildhaft so übersetzen, als würde man wie auf dem Land neben der wilden Jagd auch die Landwirtschaft endlich erfinden, deren Notwendigkeit ja niemand mehr leugnen möchte. - Allerdings kann man gute Ideen auch schlecht ausführen und wie ich nun beim Thema Fischfarmen auf Kommunismus, Christentum und Demokratie komme, das verrate ich Ihnen später mal.





Samstag 29.10.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 26,7 Grad - niedrigste Temperatur 16,9 Grad

El Hierro weiter unter Beobachtung
Beben in der falschen Ecke

Die Insel ist zwar aus den Schlagzeilen verschwunden, zumindest aus den Überregionalen, aber die Geschichte El Hierro und der Vulkan, die ist noch lange nicht durch. - Da haben sich vor Wochen bereits einige, meist Politiker wieder mal so richtig zum Dödel gemacht, in dem sie behauptet haben, der Vulkan hätte sich nun schlafen gelegt, nachdem die unterseeischen Eruptionen sehr ruhig verlaufen sind. - Macht nichts, Politiker werden auch hier lediglich noch als irgendwie notwendige nachwachsende Hohlstoffe gehandelt, was aber gefährlich ist, denn leider haben diese hohlen Stängel viel zu sagen. - Aber heute lassen wir die Politik mal ruhen, ich bin sowieso noch nicht über den Schock hinweg, dass meine eigene Partei auf der Ebene des Gobierno de Canarias und des Cabildo Insular dafür sorgt, dass die Sekte Coalición Canaria weiter unsere Rohdiamanten an ihre Spezis verramschen kann. - Aus, aus, aus, ich will davon nichts mehr hören, sonst bekomme ich wieder furchtbar schlechte Laune, und das kommt nie gut bei einem, der nun seit 59 Tagen nicht mehr raucht. - Zurück nach El Hierro. - Zum einen ist die Eruption dort zunächst quasi mit Ansage und unter den wachen Augen eines zahlreichen Publikums, Laien wie Fachleuten abgelaufen, und herrlich war es, den gesamten Vorgang seit dem 19. Juli zu beobachten. - Alles ist wie im Lehrbuch verlaufen, gut auf Diagrammen und in Foren zu beobachten, denn außer dem braunen und grünen Flecken auf dem Ozean, der sich bereits mehrere hundert Kilometer inzwischen nach Süden ausgedehnt hat, und ein paar Blubberblasen, hat man von der eigentlichen Eruption nichts gesehen.- Zu tief läuft die Geschichte ab, der Wasserdruck sorgt, oder sagen wir sorgt noch dafür, dass weder Explosionen noch Asche zu sehen oder zu hören sind. - Was aber zu "hören" ist, das ist eben der "Tremor" dieses Vibrieren auf tiefer Frequenz, ständige Beben ohne Unterlass, die darauf schließen lassen, dass eine Eruption im Gange ist. - Seit dem 10. Oktober vernehmen wir dieses Signal, hören das natürlich nicht, können es aber deutlich auf den Seismogrammen, welche uns das IGN, das Instituto Geográfico Nacional zur Verfügung stellt erkennen. - Die Stärke des Signals verändert sich mehrfach, immer im Zusammenhang mit deutlichen seismischen Vorgängen, da der Magmafluss mal gebremst wird von Hindernissen, und dann eben wieder von stärkeren Beben freigelegt wird. - Die Amplituden des Tremos zeigen nicht unbedingt die Menge des Magma an welches austritt, sondern die Stärke des Widerstandes, welche das Magma überwinden muss, um austreten zu können.

Mit dem 10. Oktober hörten aber auch die dem ganzen vorangehenden Schwarmbeben schlagartig auf, das Magma musste sich ja nun nicht mehr mühsam den Weg nach oben frei brechen, was dann die Erdstöße ergibt, sondern ergießt sich inzwischen wenig angefochten in den Atlantik vor der Südspitze der Insel El Hierro. - Bis hier hin ist alles "schulmäßig" abgelaufen, so kennt man das, so muss das sein, bis dann am 19. Oktober eine Wendung im "Fall El Hierro" eintritt, welche bis heute die Welt der Geologie und Vulkanologie noch ohne wirkliche Antwort dastehen lässt. - Seit dem 19. Oktober setzten nämlich wieder Beben ein, aber an anderer Stelle, nämlich im Norden der Insel und das ist einer Tiefe, die auch noch Fragezeichen offen lässt. - Diese Beben steigen in der Zahl und auch in den Magnituden bis heute weiter an, so dass man nicht bezweifelt, dass nun auch im Norden El Hierros Magma im Untergrund in Bewegung ist. - Wohin diese Bewegung geht, das kann man nicht bestimmen, auf jeden Fall hat sich die mittlere Tiefe der Epizentren seit dem 19. Oktober nicht verändert. - Diese Geschichte verunsichert die Wissenschaftler schon, denn es ist für kanarische Vulkane nicht üblich, dass man mehrere Eruptionen an solch weit entfernten Schauplätzen durchführt. - Aber was ist schon "üblich" bei Naturgewalten. - Auch erinnern wir uns zurück, am Anfang der Serie der Schwarmbeben fanden diese auch im Norden der Insel statt, dann aber zogen die Epizentren wie an einer Linie zunächst Richtung Süden über die Insel, und dann ins "Mar de Calmas" eben die Region vor der Küste La Restingas. - Dort finden nun auch seit dem 10. Oktober die Eruptionen statt, gleichmäßig und ohne besondere Vorkommnisse, aber nun stört diese erneute Anhäufung von Beben im Norden der Insel. - Sicher sind die Vorgänge nicht isoliert, an einen solchen Zufall will keiner glauben und bislang weiß man eben nur, das mehr Magma noch unter der Insel in Bewegung ist, als das, was im Süden so unspektakulär austreten kann. - Das "IGN" Instituto Geográfico Nacional hat nun sein ohnehin bereits sehr umfangreiches Informationsmaterial noch erweitert, und bietet nun nicht mehr nur die wichtigsten Daten über den Vorfall auf Diagrammen seit dem 19. Juli an, sondern spezifiziert für uns die Vorkommnisse nun auch noch in 3 bzw. 10 Tages Abständen, was es uns sehr erleichtert, die letzten Veränderungen wahr zu nehmen. Da gebührt diesem staatlichen Institut ein gehöriges Chapeau, seit Beginn der vulkanologischen Krise auf El Hierro sind die eine verlässliche und transparente Quelle für jedermann, und verbessern ohne Not oder Druck diese Informationen sogar noch einmal.




So sieht der inzwischen viel zitierte Tremor aus, die stärkeren Ausschläge mitten drin sind die störenden Beben vor der Nordküste der Insel, deren Amplituden zwischen 1,5 und 3,6 liegen.




Samstag 29.10.2011 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1020 hPa

Asphaltplaudereien
Neuigkeiten und Altlasten

Mit gewisser Routine bereits verlaufen inzwischen die "Asambleas", also die Versammlungen der Bürgerplattform gegen den Betrieb zweier Asphaltwerke im Aridanetal, man hat eben einfach bereits Erfahrungen gesammelt. - Es war nicht ganz voll gestern Abend im großen Saal der Casa de la Cultura in El Paso, und ein bisschen verwundert mussten wir auch feststellen, dass weniger Palmeros anwesend waren, und mehr Ausländer. - Das war in den anderen Versammlungen nicht so und man wird sich fragen müssen, ob man die eigenen Landsleute nicht erreicht hat, oder ob sich so etwas wie ein Stück Resignation nach solch langer Zeit des Aufstandes eingestellt hat. - Dabei ist für Resignation überhaupt kein Anlass gegeben, im Gegenteil, nie stand man im Kampf gegen die Aufstellung dieser Industrieanlagen so potent da, man ist auf bestem Wege die Ziele zu erreichen, man muss nur noch durchhalten und darf nicht nachlassen. - Dazu ist es allerdings allererste Bürgerpflicht, Geld zu spenden, damit die Bürgerplattform weiter so effizient arbeiten kann. - Ein Tageordnungspunkt war so auch die Erklärung der Finanzlage, und da musste man leider feststellen, dass man im Moment nur noch über etwas mehr als 3.000 Euro verfügen kann, und man dringend wieder auf Spenden angewiesen ist. -. Seit der letzten Veranstaltung im Mai dieses Jahres hat man über 6.000 Euro ausgegeben, hauptsächlich wegen der Kampagne gegen das zweite Asphaltwerk, gegen welches man wieder Eingaben gefertigt hat. Hier gibt es allerdings eine Neuigkeit zu vermelden, die mindestens interessant ist, wenn nicht gar kurios. - Der Antrag des Betreibers der zweiten Anlage, der traf erst in der Gemeinde ein, als die den neuen Flächennutzungsplan bereits verabschiedetet hatten. - In dem neuen Plan aber steht ganz klar, dass dort im Industriegebiet am Callejón de la Gata die Aufstellung von Asphaltmischwerken zukünftig nicht mehr erlaubt ist. - Da man keine, sonst üblichen Übergangsfristen hat entdecken können, kann es sein, dass der Antrag auf Betriebsgenehmigung der zweiten Anlage schlichtweg hinfällig ist, da dort ja keine Asphaltwerke aufgestellt werden können. - Das gilt natürlich nicht für das erste Werk, dabei wird uns dieser kuriose Vorgang nicht helfen können. - Den neuen Flächennutzungsplan, den hat übrigens die alte Stadtverwaltung gebastelt, heißt diejenigen, welche dem Betreiber der ersten Anlage mit allen Mitteln Hilfestellung bis hin zur Ausstellung von mindestens fehlerhaften, wenn nicht sogar gefälschten Dokumenten geleistet haben. - Die Frage bleibt da offen, warum lässt man die beiden Betreiber dort Asphaltwerke errichten, aber anderen bleibt dann die Tür verschlossen? - Im Komplex, wie die Coalición Canaria die Claims für ihre Klientel absteckt, da treffen wir permanent auf Dinge und Vorgängen, die man wohl vornehm nur als Lobbyismus bezeichnen kann, unter uns könnte man aber ruhig das K-Wort anwenden und damit meine ich vorne K und hinten orruption. - Das Problem dabei ist, dass man das kaum aussprechen darf, es sei denn, man hat deutliche und unverrückbare Beweise auf dem Papier, und das ist meistens nicht der Fall.- Oft eben sind es nur Vermutungen, gestützt auf Indizien, aber keine echten Beweise und das bringt uns dann nicht weiter, sondern erregt nur die Gemüter noch weiter.

Dann kam der Auftritt des Staranwalts Felipe Campos, und in der Tat, der Mann kann rhetorisch begeistern und aus seinen dunklen Augen blitzt jede Menge an gebündelter Energie, und aus seinen Worten darf man ruhig schließen, dass er diese Energie ganz und gar im Kampf gegen die Asphaltwerke einsetzen wird. - Ohne Frage war dieser Anwalt die beste Wahl, Felipe Campos ist bereits geschult im Kampf gegen Behördenwillkür und kennt die wirtschaftlich/politischen Verknüpfungen in der kanarischen Gesellschaft bestens. - So konnte er uns auch noch ein paar wirklich interessante Dinge erklären, die wir bislang noch nicht so genau erfahren hatten. - In Gesprächen mit dem neuen Stadtrat der am meisten betroffenen Stadt Los Llanos ergaben sich deutliche Diskrepanzen, obwohl die neue Bürgermeisterin und deren Stellvertreter eigentlich auch gegen die Errichtung der Asphaltwerke sind. - Dabei geht es prinzipiell immer um die Aussage nach dem Gesetz 2414/1961 aus dem Jahr 1961, welches die Aufstellung giftiger und störender Industrieanlagen in einem Radius von 2.000 Metern zu Wohngebieten verbietet. - Allein die Präsenz dieses Gesetzes ist schon ausreichend, die Illegalität dieser Industrieanlagen anzunehmen und die Gerichte müssen dem auch folgen. - Allerdings hat eine, der alten Stadtverwaltung treue Angestellte ein Urteil eines Gerichtes aus dem Jahr 2004 gefunden, in dem der Artikel 4, genau jener, welcher den Abstand von Industrieanlagen zu Wohngebieten regelt, nicht zur Anwendung gekommen ist. - Dieses Urteil nun wurde als Argument genutzt um zu behaupten, dass der Artikel 4 des Gesetzes aus dem Jahr 1961 auf den Kanaren keine Anwendung findet. - Mit dieser Information ist man dann zum neuen Stadtrat gegangen und hat den wohl beeindrucken können damit. - Allerdings gibt es mehrere darauf hin folgende Urteile übergeordnete Gerichte, welche den Artikel 4 deutlich bestätigen, die Angestellte hatte also ein losgelöstes Urteil vorgelegt, wo es um die Genehmigung einer Bäckerei ging, um so den neuen Stadtrat zu einer fehlerhaften Entscheidung zu verleiten. - Felipe Campos nannte das Verhalten der Angestellten sogar kriminell, und wiederholte laut und deutlich mehrmals ihren Namen und forderte die Bürgermeisterin und ihren Stellvertreter auf, doch disziplinäre Maßnahmen ergreifen. - Der Artikel 4 des Gesetzes 2414/1961 gilt selbstverständlich auch auf den Kanaren, das Ausknipsen von nationalen Gesetzen, kurz vor dem Erreichen der kanarischen Gewässer, das hat die Coalición Canaria zwar schon oft geübt, und manchmal auch geschafft, in diesem Fall wird man das allerdings nicht erreichen.

Zurück zum neuen Stadtrat in Los Llanos. - Auch wenn sowohl Noelia García, die Bürgermeisterin, und ihr Stellvertreter, Chema de Vargas wohl glaubhaft gegen die Asphaltwerke sind, so ist es doch für den Anwalt, wie auch für alle anderen Beobachter fragwürdig, warum man denn nicht einfach hingeht, und die Eröffnungslizenz einfach widerruft. - Das können die machen, da es offensichtlich ist, dass an den Papieren mehr als ein Punkt nicht in Ordnung ist. - Aber man sagt, die beiden hätten Angst und dem ist wohl auch so, aber der Anwalt fragt zu Recht, warum die denn Angst haben, offenkundig zu Unrecht ausgestellte Papiere wieder zurück zu ziehen, aber wenn es darum geht, solche geschönten Anträge gewisser Gewerbetreibender durchzuwinken, dann schlottern keinem die Beine. - Es bleibt also ernüchternd, wie zaghaft die beiden Politiker, welche vor den Wahlen noch öffentlich und sogar schriftlich den "Ausstieg aus dem Asphaltgeschäft" unterschrieben haben, nun plötzlich zaghaft oder gar in Schreckstarre sich von alten und immer noch vorhandenen Seilschaften beeindrucken lassen. - Aber es ist nicht alleine das Gesetz 2414/1961 welches bereits die Illegalität dieser Anlagen beweist, auch hat man als Umweltauflage lediglich verlangt, Grobstäube welche die Anlagen ausstoßen zu untersuchen und dafür geeignete Maßnahmen zu treffen, welche man mit einem Schlauchfilter auffangen soll.- Beim Betrieb der Anlage fallen aber jede Menge weiterer Schadstoffe an, neben vielen chemischen Verbindungen eben auch Feinstäube, welche aber nicht berücksichtigt werden sollen. - Auch das alleine müsste die Stadtverwaltung bereits auf grobe Fehler hinweisen, und dann wären sie sogar verpflichtet, die Genehmigungen zurück zu ziehen. - So wird man das eben auf dem Weg über das Gericht machen müssen, schade, es könnte einfacher gehen, schnneller und auch billiger. - Zieht man nämlich die Genehmigung einfach zurück, dann müsste der Betreiber seine Interessen vor Gericht versuchen durchzusetzen, und nicht wie es jetzt ist, dass eine Bürgerplattform mit ihrem Geld, und besonders ihrem enormen persönlichen Zeitaufwand Gesetze einfordert, die ganz offensichtlich aus wirtschaftlichen Interessen von politischen Gruppen missachtet werden. - Immerhin hat nun die Stadtverwaltung angekündigt, man möchte nun ein neutrales Umweltgutachten erstellen lassen, und das solle die Universität Las Palmas anfertigen. - Wir nehmen an, dass dieses Gutachten positiv für die Bürgerbewegung ausfallen wird, wann aber dieses Papier dann vorliegen kann, das weiß niemand, und so lange will man wohl im Stadtrat alles hinhalten. - Parallel wird ja noch ein Strafprozess gegen den Betreiber der ersten Anlage in Los Llanos geführt, wegen des nicht genehmigten Probebetriebes, und auch von dort wird nun ein Gutachten angestrebt, welches eine Biologin erstellen soll. - Zunächst hatten alle gemeint, wegen des nicht, oder nur mündlich genehmigten Probebetriebes setzt es einfach nur eine kleine Geldstrafe und das war es, aber die Richterin scheint sich mehr Mühe mit dem Fall zu geben als wir befürchtet hatten und auch wenn wir nicht abschätzen können, was und wann da mal herauskommt, ist das doch ein weiteres Indiz für uns, dass wir im Kampf gegen solche willkürlichen Entscheidungen des politisch/wirtschaftlichen Komplexes nicht mehr ganz alleine sind. - Wichtig ist nun, bei der Stange zu bleiben, die Taktik der Gegenseite, welche da auf Zeit und Aussitzen schwört nicht gelingen zu lassen und dazu sind vorneweg mal Ihre Spenden wichtig. - Man ist nun bereits so weit gekommen, hat bereits so viel erreicht, dass es eigentlich grausam bis katastrophal wäre, auch in Hinsicht auf zukünftige Aktionen gegen politische Willkür, wenn dieser Widerstand nun an Geld scheitern würde. - Das haben Sie nun in der Hand.

Asociacion Platafroma En Contra La Instalacion De Plantas de Asfalto En El Valle Aridane, N.I.F. G 38995007 (Es reicht aber "Asociacion Platafroma" als Empfänger einzutragen)
CODIGO CUENTA: CAJA CANARIA
2065 0718 17 1400970190

Wenn Sie aus dem Ausland überweisen möchten:
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Freitag 28.10.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 25,5 Grad - niedrigste Temperatur 17,4 Grad

Carracedo und kein bisschen leise
Neues Buch über die Geologie der Kanaren vorgestellt

Juan Carlos Carracedo ist einer der bedeutendsten Geologen und Vulkanologen dieser Insel, das steht außer Frage und wird auch sicher niemand abstreiten wollen. Allerdings hat er sich in der Fachwelt der Vulkanologie hier in den letzten Jahren nicht immer nur Freunde gemacht, und teilweise gab es sogar heftige Auseinandersetzungen mit anderen Kollegen oder der auf den Kanaren breiten Anhängerschaft der Amateurgeologie. - Wer nun Recht hat, das ist in der Wissenschaft sowieso nicht immer eindeutig darzustellen, aber manchen Kollegen ist Carracedo zu medienpräsent und in manchen seiner Aussagen auch zu angepasst. - Diese Kritik ist nicht ganz neu, wir erinnern uns auch an die vulkanologische Krise auf Tenerife in den Jahren 2004 und 2005, da gab es heftige verbale Ohrfeigen zwischen Carracedo und anderen Wissenschaftlern, nachdem der Grande der kanarischen Vulkanologie sich über die Angst und/oder Unsicherheit vieler Kollegen aber auch der Bevölkerung lustig gemacht hat. - Ich erinnere mich noch sehr gut, damals ging es darum, dass man Fumarolen in manchen Regionen der Insel entdeckt hatte, eben auch in Los Benijos, und Carracedo nach in Augenscheinnahme behauptet hat, das seien keine vulkanischen Fumarolen, sondern Wasserdampf aus einer nahen Käsefabrik, nachdem die gereinigt hatten. - Sicher ist der Herr streitbar und hat wie die meisten Koryphäen auch seinen ganz eigenen Kopf, was aber eben nicht immer dazu dient, im Team arbeiten zu können. - So besitzt Carracedo auch nur beratende Funktion in den Gremien, welche sich auf den Kanaren um Vulkanismus kümmern, und auch die gesamte Aktionen eben bei einer "Krise" managen, das Sagen haben dann andere Geologen, eben weil man teamfähig sein muss, um solche Krisen zu bewältigen. -Auch bei den Vorgängen auf El Hierro kann Carracedo es nicht lassen Seitenhiebe zu verteilen, "Auf Hawaii und in Island würde man uns auslachen, wenn die mitbekämen, welche übertriebenen Vorsichtsmaßnahmen auf El Hierro getroffen wurden" - Solche Aussagen sind eben nicht gerade produktiv, geht es doch darum, auch der Bevölkerung klar sagen zu können, jetzt kann es gefährlich werden, jetzt muss man handeln. - So sieht Carracedo die Evakuation La Restingas als völlig unnötig an, genau so wie die Sperrung des Tunnels, aber er war und ist eben auch nicht für die Sicherheit der Bevölkerung El Hierros zuständig, sondern das sind andere Wissenschaftler, die sich mit solchen Aussagen natürlich gar nicht gerne konfrontiert sehen. - Am Beginn der vulkanischen Krise El Hierro gab es auch noch Aussagen Carracedos, dass gar nichts passieren wird, aber wir wissen ja inzwischen, dass mehrere Eruptionen vor der Südküste der Insel noch am Laufen sind, und es war reiner Zufall, dass diese Eruptionen nicht so nah an La Restinga stattgefunden haben, damit Schaden für Menschen hätte entstehen können.

Trotz all dieser Kritik am Umgang mit anderen Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit, gilt doch nun die neueste Veröffentlichung Carracedos, welche schlichtweg ""Geología de Canarias" heißt, als neuestes Basiswerk über die kanarischen Geologie. - Sein Fachwissen zweifelt niemand an, nur eben manchmal das Wie und Wann er dieses Wissen anwendet. - Interessant auf der Vorstellung seines Buches, was man übrigens für 30 Euro in den Buchhandlungen kaufen kann, (Juan Carlos Carracedo, "Geología de Canarias" Ediciones Rueda) war auch seine Aussage, dass die Eruptionen, die nun auf El Hierro stattfanden, eigentlich hier auf La Palma hätten stattfinden müssen. - Statistisch gesehen wäre nämlich La Palma dran, nicht aber El Hierro, denn hier auf der Insel findet alle 30 - 40 Jahre eine solche Eruption statt, auf El Hierro allerdings ist es der erste Vorfall seit 2.500 Jahren. - Auch bezeichnet er El Hierro und La Palma als Schwestern, denn diese beiden Inseln sind die jüngsten der Kanaren und wachsen gleichzeitig, wobei die anderen Kanareninseln immer nach dem "Modell on-off" entstanden. - Das will heißen, immer erst, wenn eine Insel wirklich fertig war, entstand die nächste, nur La Palma und El Hierro entstehen gleichzeitig. - So war aber dann die Aussage vieler Vulkanologen, was dort vor El Hierro stattfindet sei völlig normal, auch nicht wirklich treffend, denn es ist ja schließlich die erste Eruption nach 2.500 Jahren und das kann man dann eigentlich nicht mehr als normal bezeichnen. - Gut, aber geologische Zeiträume und auch Gedankenstrukturen sind für uns Laien nicht immer ganz einfach zu verstehen. - Was El Hierro betrifft, da hat man nun deutlich die Theorie widerlegt, das was das Forschungsschiff Ramón Margalef da vor ein paar Tagen kartographiert hat, sei gar kein neuer Vulkan, denn man hat Vergleichsaufzeichnungen des Schiffes "Hespérides" heranziehen können, welche im Jahr 1998 den Meeresboden dort auch per Fächerecholot entstanden sind. - Darauf kann man klar beweisen, dass dieser Vulkankegel neu ist, und so sollte nun niemand mehr bezweifeln, dass dort vor El Hierro seit dem 10. Oktober wirklich eine Eruption im Gange ist. - Unten sind beide Grafiken zu sehen. - Wer den ganzen Artikel des "Ministerio de Ciencia e Innovación" lesen will, der klickt HIER.




Karte aus dem Jahr 1998, welche durch das Schiff "Hespérides" entstanden ist.




Genau das gleiche Gebiet, vor ein paar Tagen auf der "Ramón Margalef"




Freitag 28.10.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1019 hPa

Passat bis Ende des Monats
Schöne Tage, frische Nächte

Der Oktober war wettertechnisch ein interessanter Monat, denn die ersten 2 Wochen war es "für die Jahreszeit" deutlich zu warm. - Sogar wärmer als im August, aber im weiteren Verlauf des Monats regulierte sich das wieder und nach ersten Niederschlägen kühlte nun das Wetter auf der Jahreszeit entsprechende Temperaturen ab. - Dabei zeigt sich eben auch das "Winterwetter" hier auf der Insel, welches einfach nur dadurch geprägt wird, dass nicht immer und andauernd das nordatlantische Hochdruckgebiet unser Wetter dominiert, sondern dass es durchaus auch mal Westwind und Tiefdruckgebiete geben kann. - Daran sind wir die letzten Tage gerade immer wieder vorbeigeschrammt, nicht ihm, nicht ihr, sagt der Berliner Volksmund zu solchen Nichtumständen, aber jetzt regiert wieder Hochdruck über den Inseln, das Azorenhoch hat sich wieder auf seinen Platz gedrängt und schickt das Tief, welches uns die letzten Tage anvisiert hatte, schnurstracks weiter nach Norden, damit es dann den europäischen Kontinent beglücken kann. - Das ist also noch mal gut gegangen, und die nächsten Tage haben wir hier, zumindest auf der Westseite, keine weiteren Niederschläge zu erwarten, dafür wehen launisch und gewohnt die Fallwinde, welche den Passat hier im Aridanetal kennzeichnen. Allerdings ist das Hoch nicht wirklich kräftig ausgeprägt, das hält nicht lange möchte man beim ersten Blick schon meinen, und in der Tat versprechen uns die Wetterdiagramme der führenden Dienste für die ersten Novembertage eine erneute Instabilität. - Das Hoch ist nicht kräftig genug für den nächsten Tiefdruckwirbel, welcher da von Westen angebraust kommt, aber noch ist nicht klar, wie eindrucksvoll und bestimmend sich dieses Tief herab bis auf unsere Höhe auswirken wird. - Die Voraussagen des Global Forecast Systems meinen dazu, es wird kaum regnen Anfang November, weil uns das Tief nur partiell erreicht, die nationale Kollegen vom spanischen Wetterdienst sehen etwas mehr Regen auf uns zukommen. - Unwetter sieht keiner, das gefällt uns natürlich sehr gut, auch wenn wir, wie man letzte Woche gesehen hat, nie ganz vor Überraschungen gefeit ist.

Von El Hierro gibt es nicht wirklich Neues zu berichten, da sich die Lage nicht wirklich verändert hat. - Allerdings hat man jetzt Zeit, diverse Theorien zu spinnen, was ziemlich anstrengend zu verfolgen ist, denn langsam gibt es so viele Spezialisten zu dem Thema, dass man vorsichtig sein sollte. - Weiter weiß man nicht wirklich, was die immer wieder auftretenden Beben im Norden vor der Insel zu bedeuten haben, welche nicht so gut zu den im Süden stattfindenden unterseeischen Eruptionen passen. - Auch wird nun in Frage gestellt, ob der vom Forschungsschiff Ramón Margalef gefundene Vulkan wirklich zu den jetzt stattfindenden Eruptionen gehört, oder vielleicht doch ein älteres vulkanisches Gebäude darstellt. - Allerdings sind die Fragesteller dazu nicht in der Überzahl, oder können mit besonderen wissenschaftlicher Meriten punkten, es ist wohl das übliche Aufeinandertreffen von wissenschaftlichen und wissenwolltlichen Meinungen, wenn die Dinge etwas unklar bleiben.



Donnerstag 27.10.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 18,5 Grad

Der Kulturbeauftragte zürnt den Göttern in Krawatte
Was raus muss muss raus, heute kann ich mich mal zurücklehnen und im Fremdschimpfen suhlen...

Der Kulturbeauftragte ist sauer.

Gerne überlasse ich das Feld der Lokal- und Regionalpolitik dem Blogbetreiber, bin zwar ein politisch interessierter Mensch, aber Mathias macht die Politikkritik schon so gut, da muss ich mich nicht auch noch einmischen. Aber heute ist mir dann doch der Hut hoch gegangen.

Noch am Montag, bei der Vorstellung des Haushaltsplans für die Kanarischen Inseln 2012, tönte Paulino Rivero, unser Regierungspräsident und somit unser Oberkanare:

Der Haushalt für 2012 ist gerecht, ausgeglichen und solidarisch!

Immerhin, er erreicht mit 6.716,2 Millionen € eine neue Rekordhöhe, eine Steigerung um 1,1 %. Tatsächlich steigen die Ausgaben für das Gesundheitswesen überdurchschnittlich um 2,5 % auf 2.600 Mio. €, die für Erziehung (unterdurchschnittlich !) um 0,3 % auf 1.624 Mio. €. Für Soziales werden keine Zahlen genannt, die Ausgaben sollen aber steigen. Schamhaft (?) verschwiegen wurden die Ausgaben für Kultur, und da komme nun ich mit meinem Ressort ins Spiel.

Im laufenden Haushaltsjahr liegen die Ausgaben für Kultur, Sport, Buch und Kultur- und Kunstschätze (so lautet die korrekte Übersetzung) bei 38,26 Mio. €. Hört sich zunächst mal gar nicht so schlecht an. Ist es aber, und es kommt noch toller. Im kommenden Jahr werden dann - festhalten - 13,5 Mio. über die Consejeria de Cultura, Deportes, Libro y Patrimonio laufen. Ein Drittel nur noch. Und da bleibt mir wirklich die Spucke weg. Das sind dann sage und schreibe 50 Cent pro Einwohner im Monat. Es sollen uns tatsächlich Brücken zum Stückpreis von über 100 Mio € verkauft werden, für die Kultur aller sieben Inseln ist ca. ein Siebtel gut genug. Da hört der Spass auf.

Es ist ja nun nicht so, dass diese Gelder nur für überzogene Gagen fragwürdiger Popsternchen ausgegeben werden. Am Kulturtopf hängen jede Menge Arbeitsplätze, und zwar nicht nur die von Künstlern. Geschätzte 16.000 Menschen leben vollständig oder teilweise von diesem Sektor. Musiker, Schauspieler, Literaten, Maler, Bildhauer, aber auch Toningenieure, Beleuchter, PA-Verleiher, Maskenbildner, Regisseure, Lehrer an Musikschulen etc. pp. Da könnte ich noch eine lange Liste daraus machen. Ich prophezeie ein mittleres Erdbeben in der Kulturlandschaft.

Mein Vater sagte gerne: "Statistik ist wie ein Bikini. Sie zeigt viel und verbirgt das Wesentliche." Ich habe deshalb mal ein wenig recherchiert, um Vergleichszahlen zu bekommen. In meinem letzten Heimatland Baden-Württemberg wurden von der Landesregierung im Jahr 2010 pro Einwohner € 37 im Jahr für Kultur ausgegeben, was 1,1 % des Haushalts ausmachte. Hier waren das 18,22 €. Und in der Zukunft bescheiden wir uns mit € 6,43. Womit wir dann bei meinen errechneten 50 Cent pro Kopf und Jahr wären. Oder genauso krass: 0,2 % vom Gesamten ist das wert!

Die Kultur blutet aus. Das herrliche internationale Musiktreffen in El Paso jeden Sommer: Tot. Einmal jährlich eine Opernproduktion für unsere Insel: Wird Jahr für Jahr schwieriger und ist nur noch mit gewaltiger Privatinitiative möglich. Neue Buchprojekte, CD-Produktionen, Workshops, Meisterklassen.........davon sollten wir uns so langsam verabschieden. Oder geht da noch was?

Ich bin ja in den einschlägigen Kreisen emsig unterwegs und spüre, wie die Künstlerseele kocht. Und wenn wir einen 15M der "Indignados" wegen der wirtschaftlichen Lage hinbekommen haben, dann könnte ich mir gut vorstellen, dass auch das kunstschaffende Volk auf die Strasse geht. Da wäre ich dann dabei. Mit jeder Menge Groove.

Und da nun etwas Dampf entwichen ist, hier noch was Positives. Es wird sich ja nun hoffentlich nicht um die letzte Veranstaltung der nächsten Jahre handeln:

In der Breña beheimatet ist die Asociación Voces Amigas. Diese hochsympathische Truppe hat ihr Herz der Zarzuela verschrieben. In Mitteleuropa hält sich wacker die Operette als leichtfüßiges Sideprojekt der grossen Oper. Im spanischsprachigen Raum gibt es die Zarzuela mit einer schier endlosen Liste an volkstümlichen Werken von Komponisten aus Spanien und Mittel- und Südamerika.

Voces Amigas bringt am Sonntag, dem 30. Oktober in der Casa de la Cultura in El Paso ihre neueste Produktion auf die Bühne. Unter der Leitung von Ana Milagros Díaz, am Klavier begleitet von Fernando Felipe Martel, erwartet uns das Spektakel "Amor y Guerra", Liebe und Krieg, Beginn ist um 19.30 Uhr. Auch da geh ich hin.

Mit musikalischen Grüssen

Ödi Jonitz





Donnerstag 27.10.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1017 hPa

Vorsicht, öffentlicher Auftrag
Ausbau der Nordumfahrung gestoppt

Seit dem Jahr 2007 baut man am Ausbau der LP1 zwischen Los Sauces und Cruz de Castillo in Garafía, und eigentlich sollte die Straße bereits fertig sein. - Ist sie aber nicht, noch nicht mal die Hälfte der Arbeiten ist geschehen und wenn das so weiter geht, wird diese Straße auch niemals fertig, denn das Geld dafür ist alle. - Ursprünglich hatte man sich auf einen Kostenvoranschlag von 32 Millionen geeinigt, aber im Laufe der Arbeiten kamen noch Sonderaufträge und Änderungen im Rahmen von an die 10 Millionen Euro hinzu, welche nun das Gobierno de Canarias nicht gewillt ist zu bezahlen und deshalb stellen die drei am Bau beteiligten Unternehmen die Arbeiten bis auf weiteres ein. - Gut, man kennt das ja, öffentliche Bauaufträge werden meist viel teurer als zunächst angegeben, aber warum macht man dann überhaupt Ausschreibungen und Kostenvoranschläge, wenn das alles immer nur reine Augenwäscherei ist. - Die zusätzlichen Arbeiten sollen angeblich vom Rat für öffentliche Arbeiten des Gobierno de Canarias genehmigt worden sein, aber der Rat, der sich jetzt weigert zu bezahlen, das ist nach den Wahlen ein anderer Rat, als der, der diesen Arbeiten noch zugestimmt hatte. - So ganz genau wissen wir das natürlich nicht, welche Änderungen an welchem Bauabschnitt nun notwendig und welche genehmigt waren, aber seit dem die Sozialisten dieses Ressort übernommen haben werden zumindest Fragen gestellt. - Es wird breit vermutet, dass es von Anfang an klar war, dass man für dieses Geld die Straße nicht ausbauen kann und man so der ausführenden Firma den Wink gegeben hat, doch mit zusätzlichen Bauabschnitten und Änderungen doch noch zu Gewinnen zu kommen. - Das geht natürlich so nicht, riecht auch ganz furchtbar nach dem "K-Wort" und das scheinen nun die Sozis genauer wissen zu wollen und zeigen sich zunächst nicht bereit, für weitere, nicht im Kostenvoranschlag auftauchende Arbeiten, zu bezahlen. - Letztendlich wird das wohl bezahlt werden, die Baufirmen haben das gut in der Hand, schließlich liegen viele Bauabschnitte der Straße in jämmerlichen Zustand da, so kann man das nicht liegenlassen und sollte die Vorgängermannschaft des Gobierno de Canarias diesen zusätzlichen Arbeiten zugestimmt haben, dann müssen auch die Nachfolger in dem Ressort diese Arbeiten bezahlen. - Aber man kann ja mal nachfragen und HALLO sagen, so ganz einfach geht das zukünftig nicht mehr mit dem Geldverdienen, wobei man natürlich auch die andere Seite verstehen sollte, welche der Meinung ist, die neuen Politiker wollen einfach nur ernst genommen werden und machen deswegen diesen ostentativen Aufstand. - Sicher ist nur eines, von Anfang an war die Planung für den Ausbau der Straße katastrophal, und zusätzliche Arbeiten nahezu zwangsläufig. - Die Frage wird bleiben, ob man das vorsätzlich gemacht hat, um den anfänglichen Kostenvoranschlag niedrig zu halten, oder ob das einfach nur schlimme, aber verzeihbare Unfähigkeit war. - Wir werden das nicht herausbekommen, sondern weiterhin diesem Phänomen beiwohnen dürfen, alles was die öffentliche Hand plant ist Murks, und wird mindestens doppelt so teuer wie ursprünglich vorgesehen. - Schade eigentlich, und wenn ich an den Ausbau der Südumfahrung denke, der nun auch in den kommenden Monaten angegangen werden soll, dann erwartet uns mit Sicherheit das gleiche Schauspiel.



Mittwoch 26.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 24,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,8 Grad

Gemischte Früchte
Nussknacker und noch mal Handyärger

Man gönnt sich ja sonst nichts in Zeiten der Krise, und so hören wir seit Monaten nun, wo denn die Gemeinden sparen wollen und müssen und dass man im kulturellen Bereich besonders hart den Rotstift ansetzt, um eben im sozialen Sektor keine Maßnahmen ergreifen zu müssen. - Es ist zwar ein bisschen unfair, Kultur gegen Soziales auszuspielen, denn mir fallen auch noch ganz andere Sektoren ein, bei denen man sparen könnte. - (Flughafenneubau, Frachthafen Tazacorte, kanarische Polizei und ich könnte stundenlang weiter machen, habe aber keine Lust, denn sonst bekomme ich wieder schlechte Laune und das ist seit dem ich nicht mehr rauche dann immer Alarmstufe eins.) - Also man beschneidet den Kulturhaushalt, immer mit der sozialen Formel, sonst müssten wir im Sozialdienst streichen, so manipuliert man selbst im Kleinen die Leute. - Um so verwunderter gucken wir nun aus der kulturellen Wäsche, als wir die Ankündigung lasen, am 1. Dezember gastiert das Moskauer Ballett unter der Leitung von Timur Fayziev in Los Llanos und knackt uns die Nüsse. - Das Moskauer Ballett ist ja keine Amateurtruppe, die sonst in Hinterzimmern und bei Einweihungen von Nagelstudios spielen, sondern die tingeln hauptberuflich durch die Welt, im Moment meist aber durch Spanien, wie ich bei meiner Internetrecherche gesehen habe, und lassen sich gerne von schönen Landschaften und gesellschaftlichen Reizen locken, um dann dort zu spielen. - Quatsch, die machen das für Geld, so wie wir Ferienhäuser vermieten, und das ist auch in Ordnung so, beste Kritiken begleiten diese Truppe und wer guckt schon nicht mal gerne Moskauer Tänzern zu, und denkt dabei an die große Geschichte welches das Ballett in Russland hat. - Nun die Frage, wie kann das Rathaus von Los Llanos es sich leisten, das Moskauer Ballett in die Stadt zu holen, man hat doch 15 Millionen Schulden und wollte doch sparen. - Also einmal steht da dick auf dem Plakat, "patrocincado por Naviera Armas", eine der beiden großen Reedereien, die sich hier auf den Kanaren anbieten, die werden da also schon eine nette Summe bereitgestellt haben, und dann will man für den Eintritt auch 35 Euro pro Platz. - Anderswo kosten die Karten meist um die 20 Euro für das Moskauer Ballett, man möchte also in Los Llanos auf keinen Fall draufbezahlen müssen, wer feinstes Ballett bewundern soll, der muss eben richtig Geld auf den Tisch legen. - Allerdings findet die Aufführung im Freien statt, nicht in einem Saal, besser gesagt im Freien, aber überdacht, dort wo früher der Bauernmarkt stattgefunden hat und sonst oft Basketball gespielt wird. - Öha, Ballett im Freien, am 1. Dezember, das ist mutig und ich darf annehmen, dass die Akustik ähnlich gut sein wird wie in einem Großraumwagen der indischen Staatsbahnen. - Aber dennoch, Nussknacker lebt ja von der Geschichte und vom Ballett, und eine Profitruppe wird das sicher auch gut hinbekommen. - Dennoch mutig von Los Llanos, aber sicher ein lobenswerter Versuch. - Mutig auch das Plakat, mit dem man für den Nussknacker wirbt, das erinnert nämlich eher an Schwanensee und ist vielleicht einfach stecken geblieben bei uns, denn auf der Bajada de la Virgen de Las Nieves im letzten Jahr, da war das Moskauer Ballett auch schon bei uns und hat dem Schwan einen See gegeben.

Jetzt wird es wieder ein bisschen profaner, es geht um Politik und schlechtes Benehmen. - Gestern durfte ich doch die Empörung des neuen Bürgermeisters aus San Andrés y Sauces weitergeben, über die hohen Handyrechnungen der Vorgänger im Stadtrat. - 23.000 Euro hat man dort im Jahr im vertelefoniert, nur die Handys der Gemeinde, obwohl man nur eine kleiner Ort von 4.800 Einwohnern stellt. - Der neue Bürgermeister wollte aber keine Namen nennen, wer denn da noch so alles in Verdacht steht auf Kosten der Gemeinde telefoniert zu haben, das wagte er nicht, denn sonst hätte er es auch beweisen müssen und eine Strafgeschichte daraus basteln und auf solchen Ärger hat er keinen Bock. - Nun aber nimmt ihm das die Tageszeitung "El Día" ab, die früher mal das Sprachrohr der Coalición Canaria gewesen ist, aber inzwischen nicht mehr so gut auf diese rustikale Truppe zu sprechen ist. - Ohne Namen des Autors kann man da heute lesen, dass der Ehemann der Bürgermeisterin, der mitnichten für die Gemeinde gearbeitet hat, ein Telefon der Gemeinde benutzt hätte, zumindest im vergangenen Jahr. 4.500 Euro sollen mit diesem Handy vertelefoniert worden sein, im Jahr 2010, und unter dieser Nummer soll der Ehemann der Bürgermeisterin zu erreichen gewesen sein. - Das ist nun natürlich ein starkes Stück, was man aber herausbekommen könnte, denn einige haben sich sicher die Nummer notiert. - Abgemeldet wurde die Nummer dieses Jahr, gleich nachdem man die Wahl im Mai verloren hatte, kein Beweis, aber eben auch noch ein Indiz. - Nun wird sich zeigen, ob nicht doch ermittelt werden muss, wegen Untreue, oder wegen Amtsmissbrauch, und da wird dann auch die Frage nach Beweisen aufkommen, welche das Blatt "El Día" zu haben glaubt. - Da ziehen dunkel Wolken über eine Gemeinde auf La Palma und eine Familie in Los Sauces ruft wohl gerade einen Anwalt an. - Fragt sich nur, wer den Anruf bezahlt…





Mittwoch 26.10.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1014 hPa

Cumpleaños Feliz Teneguía
Unser Vulkan feiert seinen 40. Geburtstag

Immerhin ist der Teneguía seit dem 10. Oktober dieses Jahres schon wieder einen Titel los, nämlich der jüngste spanische Vulkan zu sein. - "Las Calmas" wird wohl der noch jüngere Kollege vor der Südspitze El Hierros getauft werden und vielen ist es wohl aufgefallen, dass genau nach 40 Jahren und sogar im gleichen Monat vulkanische Aktivität nun anstatt auf unserer Insel, auf El Hierro stattfindet. - Mit den 40 Jahren Pause zwischen zwei Vulkanausbrüchen liegen wir noch im Schnitt, wobei es mehrfach innerhalb dieses Zeitraumes auch zu Zeiten der vulkanischen Aktivität im Unterbau der Inseln gekommen ist, ohne eben dass sich Magma über die Oberfläche ergossen hat. - Diese Inseln sind ständig in Bewegung, von unten bastelt der vulkanische Hotspot weiter an der Form der Inseln und von oben knabbert die Erosion, bis irgendwann, in vielen Millionen Jahren, diese Inseln wieder unter die Wasseroberfläche verschwinden. - El Hierro und La Palma sind die jüngsten Kanareninseln, wohl noch nicht mal ganz 2 Millionen Jahre alt, da ist es völlig normal, dass wir noch nicht ausmodelliert sind, noch bastelt der "Erbauer Vulkan" an uns herum und schenkt uns, wenn auch mit Schrecken für die Menschen begleitet, neues Land und neue Möglichkeiten. - Der Teneguía brach genau heute vor 40 Jahren im Süden der Insel in der Gemeinde Fuencaliente aus und sorgte 24 Tage lang für Aufregung und Aufmerksamkeit nicht nur auf La Palma, sondern eben auch auf den anderen Kanaren und dem spanischen Festland. - Bis heute sind wir diesem Ereignis dankbar, aus touristischer Sicht, denn neben der Caldera de Taburiente gehört die junge Vulkanlandschaft im Süden der Inseln zu den großen Attraktionen der Insel. - Im Jahr 1971 war ich noch nicht auf La Palma, erst einige Jahre später, ich muss mich also auch auf die vielen Erzählungen verlassen, wie das damals war.

Die Eruption kündigte sich eigentlich genau so an wie die auf El Hierro, nämlich durch sehr viele und kurz aufeinander folgende Erdstöße an, die zum Teil überall auf der Insel gespürt werden konnten. - Damals hatte man allerdings noch keine Seismographen auf den Inseln, konnte also das Geschehen nicht so minuziös verfolgen wie man das heute auf El Hierro macht, man hatte nur die Hydrophone der Amerikaner in Puerto de Naos, welche eigentlich die Fahrten russischer U-Boote aufzeichnen sollte, aber in dem Fall eben Zeugen des nun vorletzten spanischen Vulkanausbruches wurden. - So war man damals nicht in der Lage, eine Vorausschau zu tätigen, so wie man das heute wohl in gewissen Grenzen kann, aber das Glück, das ewige Glück dieser Insel brachte es eben wieder mal dazu, dass Vulkane ausbrechen, große Feuer wüten, aber niemals ein Mensch dabei zu Schaden kommt. Der Jahrestag der Eruption des Teneguía bringt es auch mit sich, dass sich viele internationale Vulkanologen auf La Palma aufhalten und den Kongress "MAKAVOL 2011" abhalten, wobei der Titel dieses Symposiums halt zusammengestückelt ist von den makaronesischen Inseln und eben "Volcán". - 70 Vulkanologen aus 14 Ländern sind nun gerade auf der Insel und diskutieren über Vulkane und deren Gefahren, wären aber wohl lieber auf El Hierro und viele von denen werden nach Beendigung des Kongresses die Möglichkeit wohl auch noch nutzen, einem lebendigen Vulkan die Ehre zu erweisen und 70 Kilometer weiter fahren. - Für La Palma war und ist der Ausbruch des Teneguía aus heutiger Sicht ein kompletter Gewinn, und so sollte man die Geschichte vielleicht auch eher sehen. - Nemesio Pérez, heute neben Juan Carlos Caracedo sicherlich der am meisten zitierte Vulkanologe der Kanaren, meint auf dem Kongress so auch, "wir sollten Vulkane eher mit den Vokabeln Alarm und Möglichkeiten assoziieren, weniger aber mit Gefahr". - Sicher hat der gute Mann Recht, keine Frage, aber das muss man erst mal in unser laienhaftes und so auf konservativen Gleichmut getrimmtes Gemüt prügeln. - Alles Gute zum Geburtstag Teneguía und wie schreibt heute die Zeitung "El Día" so schön, auch den Teneguía überfällt die Midlifecrisis jetzt, hier die "Crisis de las 40" genannt, denn der junge Vulkan vor El Hierro, der könnte dem Teneguía kurzfristig, wie auch auf lange Sicht die Schau stehlen.



Dienstag 25.10.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 25,2 Grad - niedrigste Temperatur 16,2 Grad

Kleinvieh
Teure Handys, Inkassobüro Gemeinde und El Hierro

Öfter mal einen Wechsel an der Spitze der Gemeinderäte, so kommen die Bürger dann an interessante Rechnungen oder Tatsachen. - Die Gemeinde San Andrés y Sauces hat auch dieses Jahr einen neuen Gemeinderat erhalten, Francisco Paz von den Sozialisten hat sogar mit absoluter Mehrheit die Gemeinde von Nieves Dávila der Coalición Canaria übernommen. - Was er nun an kleinen Schmutzitäten seiner Vorgängerin, oder sagen wir des ganzen alten Gemeinderats an die Öffentlichkeit geraten lässt, könnte man einerseits als das Waschen schmutziger Wäsche betiteln, oder Nachtreten, man kann es aber auch als absolute Frechheit ansehen, dass der alte Gemeinderat für Handyrechnungen im letzten Jahr 23.000 Euro ausgegeben hat. - Die Gemeinde hat gerade mal 4.800 Einwohner, und das Bürgermeisteramt verfügt natürlich auch über Festnetztelefone, das kommt sogar noch hinzu. - Natürlich soll ein Stadtrat nicht für seine Arbeit, wenn er unterwegs ist, sein Privathandy nutzen, das verlangt doch keiner von ihm, aber wie kann man als kleine Gemeinde, mit gerade mal 5 Stadträten 23.000 Euro für Handytelefonate ausgeben. - Was auch noch stutzig macht, die Gemeinde hat 25 Handys ausgegeben, von denen man bei vielen Nummern gar nicht weiß, wer denn die Apparate überhaupt genutzt hat. - Natürlich verdächtigt man nun die Bürgermeisterin und die Stadträte, nicht nur ihre Diensthandys auch für private Zwecke benutzt zu haben, sondern darüber hinaus auch noch Diensthandys an Familienmitglieder gegeben zu haben. - Aber das wird sich nicht oder nur extrem schwer beweisen lassen, so soll es auch gar keine Untersuchung geben, der neue Bürgermeister wollte es uns einfach nur wissen lassen.

Die nächste Meldung könnte auch noch ein bisschen in die Rubrik Nachtreten passen, und dieses Mal gehen wir dazu nach Los Llanos. - Die sind inzwischen bei etwa 15 Millionen Euro Schulden angelangt, nicht weil man sich weiter verschuldet hat, sondern weil immer noch Rechnungen auftauchen, von denen man bislang nichts gewusst hat. - Auch in Los Llanos musste die Coalición Canaria in die Opposition, allerdings ist es hier die Partido Popular, welche das Amt Juan Ramón Marín entrissen hat, in Zusammenarbeit mit den Sozialisten. - Nicht nur, dass Los Llanos derartig verschuldet ist, dass man eigentlich das Rathaus besser zuschließen sollte und nicht wieder aufmachen, es herrscht auch in Los Llanos eine recht schlechte Zahlungsmoral, wenn es darum geht, Gemeindegebühren zu bezahlen. - Es gibt enorme Außenstände bei den Wasserrechnungen, den Steuern für Autos, Müllabfuhr und die ganze Palette an Gebühren, welche denn eine Gemeinde so an ihre Bürger richten kann. -Besonders Wasser und Müllabfuhr, das sind so zwei Posten, die man in Los Llanos gar nicht so gerne bezahlt, denn es schließt trotzdem keiner die Wasserversorgung ab oder der Müll wird nicht mehr abgeholt, sollten die Gebühren nicht bezahlt werden. - Nach vier Jahren können die Rechnungen dann nicht mehr eingetrieben werden, so dass man öfter schon de Spruch gehört hat, wer in Los Llanos Wasser und Müllabfuhr bezahlt, der ist einfach nur doof. - Der neue Stadtrat will das nun nicht mehr so gelten lassen und geht mit den Schuldnern hart ins Gericht, die Mahnungen flattern nur so in die Haushalte, und man will auch Wasser sperren und den Müll stehen lassen, sollten die Forderungen nicht ausgeglichen werden. - Ob man sich so neue Freunde macht, das wage ich ganz einfach mal zu bezweifeln, aber die brauchen das Geld so dringend, dass man danach nicht mehr fragt. - 600.000 Euro hätte man so in kurzer Zeit bereits eingetrieben, wobei man uns nicht sagt, wie groß die Schulden der Bürger bei der Gemeinde eigentlich insgesamt sind.

Auf El Hierro gibt es eigentlich keine signifikante Änderung der Situation. - Vor der Südspitze sind immer noch mehrere Schlote offen und es fließen weiterhin Magma und Gase in den Atlantik, was man anhand der seismischen Signale, in dem Fall dem Tremor, aber auch der riesigen Verfärbungen auf dem Meer erkennen kann. - Der Fleck welchen der Auswurf hervorruft, der ist inzwischen deutlich größer als die Insel selbst und kann wunderbar sogar aus dem Weltall beobachtet werden. (Bild von www.deimos-imaging.com 3150 x 2870 Pixel und bei dem Bild könnte man wirklich von der Ästhetik eines Vulkanausbruches schreiben) So weit so gut, möchte man meinen, die Eruption ist in Gange, draußen vor der Küste, dann kann ja nichts passieren. - Allerdings hat die Erde in den letzten Tagen wieder angefangen zu beben, nachdem mit der ersten Eruption am 10. Oktober die Beben fast gänzlich aufhörten. - Noch dazu befinden sich die Epizentren der jetzigen Beben nicht im Süden der Insel, sondern im Norden und da gehören die eigentlich gar nicht hin. - Die Wissenschaftler rätseln nun schon, wie das sein kann und man muss natürlich vermuten, dass dort auch wieder Magma sich den Weg durch das Gestein bahnt und die Schlote im Süden der Insel nicht ausreichen, den Druck alleine abzubauen. - Allerdings melden die geodätischen Stationen keine weiteren Deformationen, so dass das Magma dort im Norden El Hierros nicht unbedingt die Tendenz nach oben haben muss. - Das ist nun alles nichts wirklich Neues, das ist der Stand seit etwa 5 Tagen. - Neu ist, dass nun das Forschungsschiff Ramón Margalef die ersten Untersuchungen abgeschlossen hat, und auch einen neuen aktiven Vulkan vor der Südküste El Hierro kartographiert hat. - Das Schiff ist die neueste Errungenschaft des "IOE" (Instituto Español de Oceanografía), muss ich wohl nicht übersetzen, und hat nun hier vor der Küste El Hierros gleich seinen ersten heißen Einsatz. - Einen Schlot hat man also gefunden, 700 m im Durchmesser soll der an der Basis groß sein, der Krater selbst, der hat wohl noch 120 Meter Durchmesser und der Vulkan soll 100 Meter bereits hoch sein und liegt in 300 Meter Wassertiefe. - Das bedeutet, dass nun der Schlot "nur" noch 200 Meter von der Wasseroberfläche entfernt ist, und wenn dieser Vulkan weiterhin so fleißig arbeitet, es doch noch ein neues Inselchen vor der Südküste El Hierros geben kann. - HIER geht es zum Dossier über diese Entdeckung, auch mit Graphiken versehen, dass wir uns eine Vorstellung machen können. - Jemand hat dann gleich mal herumgerechnet, dass dort bereits 15 Millionen Kubikmeter Lava ausgetreten sind. - 50 Millionen Kubikmeter erwartet man, also kann das doch was werden mit der Insel. - Allerdings sind diese ganzen Rechnungen nicht wirklich genau, letztendlich sagt der Vulkan wo und wie es langgeht, wir können nur Vermutungen anstellen.





Dienstag 25.10.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1012 hPa

Kartoffelsubventionskäfer
Die Knolle muss billiger werden, wirklich?

Die Kartoffel ist nicht nur in Deutschland ein Grundnahrungsmittel, auch hier auf unserer Insel werden diese Tuberkel in nur jeglicher Zubereitungsart gerne verzehrt. - La Palmas Küche könnte man sich doch ohne die berühmten "papas arrugadas" gar nicht vorstellen, kein Wunder also, dass hier auf der Insel auch viele Kartoffeln angebaut werden. - Aber eben nicht mehr so viele wie früher, heißt es zumindest, der Rat für Landwirtschaft wirft uns dann auch gleich Zahlen um die Ohren, welche allerdings der Nachprüfbarkeit keine Möglichkeit lassen, da er keine Jahre oder weitere Spuren hinterlässt, was er denn da eigentlich meint. - Der Anbau von Kartoffeln auf La Palma sei von 10.000 Tonnen (wann?) auf 1.000 Tonnen zurückgegangen, also müsse man dringend den Kartoffelanbau unterstützen, weil sonst bald gar keine dieser Knollen mehr angebaut würden. - Das stimmt natürlich so nicht, und zeigt mit peinlicher Offenheit, wie weltfremd die Dinge im Cabildo Insular aufgegriffen werden, und wie wenig das mit der Realität auf unserer Insel noch zu tun hat. - Richtig ist, dass früher, als alles anders, und nur manches besser war, hier mehr Kartoffeln angebaut wurden und die auch überall auf die anderen Kanareninseln exportiert wurden. - Das war zu einer Zeit, als die Kanaren noch nicht von der Globalisierung überrollt wurden und auch die Transporte für Produkte auf die Kanaren noch nicht subventioniert waren. - Heute ist der Preis für unsere eigenen Kartoffeln im Handel nicht mehr durchzusetzen, da wir alles in Handarbeit machen müssen, kann der Landwirt nur dann noch gerade kostendeckend produzieren, wenn er mindestens 80 Cent, besser aber einen Euro für ein Kilo Kartoffeln erhält. - Die bekommt er aber nicht im Handel, sondern nur in der Direktvermarktung, und genau das machen unsere Kartoffelbauern seit langer Zeit schon, die bieten die Knollen dem Handel erst gar nicht mehr an, sondern beliefern damit die Gastronomie direkt, verkaufen auf den immer häufiger werdenden Bauernmärkten oder aber stellen sich mit dem Pickup an die Straßen und verkaufen ihre Knollen Sackweise an Passanten.

So nimmt unser Rat für Landwirtschaft nämlich seine Zahlen von der "Central Hortofrutícola del Cabildo", also der inseleigenen "Kooperative" welche den Landwirten anbietet, ihr Obst und Gemüse dort doch abzuliefern. - Allerdings gibt es dort für Kartoffeln keine guten Preise, und so liefern immer weniger Landwirte ihre Ware dort ab, sondern suchen sich lieber Verkaufskanäle, die wir vorher gerade genannt haben. - So stimmt die Aussage, es würden immer weniger Kartoffeln auf La Palma angebaut einfach nicht, sondern es müsste heißen, immer weniger Kartoffeln aus La Palma gelangen in den konventionellen Handel, da sie vom Preis her nicht mehr im den globalisierten Knollen aus "Irgendwo" konkurrieren können. - Nun will man mit Subventionen dagegen angehen, dem Landwirt sollen zukünftig die Transportkosten vom Acker in die zentrale Anlieferstation der Inselregierung am alten Flughafen bezahlt werden, und medial schreibt man dazu, so werde man den Kartoffelanbau auf der Insel retten. - Das ist einfach nur lächerlich, denn hier werden sicherlich genau so viele, wenn nicht gar mehr Kartoffeln angebaut als noch vor 5 Jahren, nur werden die über andere Kanäle vermarktet, denn die Inselregierung kann mit ihrem Dienstleiter "Central Hortofrutícola del Cabildo" kein für Landwirte attraktives Lockmittel anbieten, damit diese ihre Knollen dort abliefern. - So sieht es dann aus, die Zentralregierung subventioniert die Transporte aller Art von Lebensmittel hier auf die Inseln, auch die Kartoffeln aus allen Flecken der Erde, damit wir hier die Lebensmittel billiger kaufen können, und gleichzeitig muss dann die Inselregierung den lokalen Kartoffelbauern die Transporte hier auf der Insel subventionieren, damit es sich überhaupt noch lohnt, Kartoffeln anzubauen. - Willkommen in der Welt der Subventionen und ich werde erst ruhen, wenn es Stilllegungsprämien für nicht mehr benötigte Hotelbetten und Golfplätze gibt.



Montag 24.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 76 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 24,0 Grad - niedrigste Temperatur 17,9 Grad

Asphaltversammlung
In El Paso am Freitag den 28. Oktober um 20:00 Uhr

Von Anfang an hieß es seitens der Direktion der "Plataforma contra las plantas de asfálto" Geduld, Geduld, das wird ein langwieriger Prozess, den wir nicht in einem Rutsch erledigen werden können. - Und Recht haben die gehabt, es ist noch lange nicht vorbei, auch wenn grundsätzlich mal eines erreicht wurde, bislang ist das Asphaltwerk nicht in Betrieb gegangen, und das ist einzig und allein das Verdienst der Bürgerbewegung gegen die Asphaltwerke. - Allerdings ist die Sache noch nicht erledigt, im Gegenteil, der Betreiber der Anlange arbeitet im Hintergrund immer noch straff daran, doch noch alle Papiere für den Betrieb zu erlangen. - Politisch hat sich trotz der Abwahl des Asphaltwerkbefürworters Juan Ramón Marín weniger getan als wir gehofft hatten, Noelia García und Chema der Vargas kooperieren zwar gefügiger mit der Plataforma, scheinen aber in ihrer politischen Unerfahrenheit zu unsicher in ihren Taten und stützen sich zum Teil auf die gleichen Berater, welche auch schon unter Juan Ramón am Werke waren. - Leider hat das nicht funktioniert, abwählen und abwarten, das hätte so schön und einfach sein können, aber Chema ist eben keine Loly, so einfach sieht das aus, und für uns bedeutet das dann nichts anderes als "Arsch hoch" und weitermachen mit Protesten, mit Arbeit und natürlich auch der finanziellen Unterstützung an die Plataforma. - Das hat ein bisschen nachgelassen, nachdem anfänglich wunderbar gespendet wurde, ist da nun ein kleiner, oder sagen wir lieber mittelgroßer Hänger entstanden, und was passiert, wenn die Plataforma wegen Geldmangels nicht mehr handlungsfähig ist, das möchte ich mir gar nicht ausmalen. - Auch müssen wir, die doch nur passiv an der Arbeit beschäftigt sind den Leuten dort in der Direktive den Rücken frei halten, die geben viel, sehr viel ihrer Freizeit mit Familie oder Hobby her, fliegen nach Tenerife oder Gran Canaria um in unserem Sinne gegen die Asphaltwerke am Wohngebiet etwas zu unternehmen. -. Unsere Aufgabe, oder fast sollte ich sagen unsere Verpflichtung ist es doch eigentlich, dass diesen Menschen dann wenigstens die Mittel von uns zur Verfügung gestellt werden, schließlich müssen wir nicht deswegen auf unseren Feierabend verzichten. - Auch möchte ich die vielen Hausbesitzer, aber auch Ferienhausvermieter in dieser Ecke erneut ansprechen, es geht schließlich um ihr Geld, ihren Besitz, der durch die nahe Präsenz eines Asphaltwerkes deutlich an Wert verlieren würde. - Auch die Vermietungen könnten sinken, so etwas spricht sich herum, also müsste es doch ein Leichtes sein, die Arbeit der Plataforma mit genügend Spenden am Arbeiten zu halten, denn wir sprechen ja von an die 7.000 Menschen die betroffen sind. - Ich rufe also dringend zu weiteren Spenden auf, die natürlich auch aus dem Ausland einfach zu tätigen sind. - Einzahlungen bitte auf das Konto:

Asociacion Platafroma En Contra La Instalacion De Plantas de Asfalto En El Valle Aridane, N.I.F. G 38995007 (Es reicht aber "Asociacion Platafroma" als Empfänger einzutragen)

CODIGO CUENTA: CAJA CANARIA

2065 0718 17 1400970190

Wenn Sie aus dem Ausland überweisen möchten:

IBAN: ES43 2065 0718 1714 0097 0190

BIC / SWIFT: CECA ESMM 065

Für die nächste Versammlung nun am kommenden Freitag in der Casa de la Cultura in El Paso erwarten wir auch die Präsenz des Anwaltes der "Plataforma" Felipe Campos, der uns dann aus allererster Hand erklären kann, warum das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht sich dermaßen lange hinzieht. - Auch wird er uns weitere juristische Aspekte erklären können, und es wird sehr interessant sein, den Anwalt zu der Sache direkt zu hören. - Schon bei der letzten Versammlung sollte er eigentlich erscheinen, konnte aber nicht kommen, da ihm widriges Wetter einen Strich durch die Flugverbindung gemacht hatte. - Nun aber sollte es klappen. - Die Plataforma wird zunächst zur aktuellen Situation um die Asphaltwerke Stellung nehmen, dann werden die kommenden Schritte besprochen und erläutert. - Weitere Punkte der Tagesordnung sind dann die Erklärung zur wirtschaftlichen Situation der Plataforma, also Einnahmen und Ausgaben werden erklärt, und dann richtet Felipe Campos das Wort an uns und am Schluss der Veranstaltung gibt es dann wie immer den beliebten Tagesordnungspunkt mit Fragen und Antworten. - Mit regem Erscheinen wird gerechnet, auch wenn man so ein bisschen manchmal das Gefühl hat, bei vielen Zeitgenossen ist bei dem Thema Asphaltwerk so ein bisschen die Luft raus, weil es einfach so lange dauert, bis man irgendetwas Greifbares in der Hand hat. - Da ist es halt wieder, wir müssen Geduld haben und Durchhaltungswillen, denn die "Gegenseite" rechnet ja damit, dass wir uns solche Blößen geben, die Lust und den "Zug" am Kampf gegen die Asphaltwerke verlieren, und letztendlich die "Plataforma" an fehlender Unterstützung einknicken muss. - Das werden wir doch aber nicht zulassen, also spenden Sie weiter und wer am Freitagabend nicht kommen kann, weil er eben zur Zeit nicht auf La Palma ist, dem berichte ich natürlich am Samstag dann wie gehabt über den Ablauf der Veranstaltung.





Montag 24.10.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1016 hPa

Winter
Die Inseln des ewigen Herbstes

Natürlich soll die Überschrift zunächst provozieren, denn was man in Mitteleuropa als Winter betitelt, das können wir hier nicht wirklich nachweisen. - Einmal wegen unserer südlichen Lage und dann auch noch, weil wir eben kein kontinentales Klima haben, sondern der Atlantik unser Wetter bestimmt. - Dann gibt es da noch diese Aussage, die Kanaren seien die Inseln des ewigen Frühlings und dem setze ich eben entgegen, warum denn dann nicht die Inseln des ewigen Herbstes? - Ganz einfach, Frühling besetzen wir positiver als Herbst, wobei man losgelöst von jahreszeitlichen Dogmen auch einfach behaupten könnte, der Herbst kommt vor dem Frühling. Dennoch dient uns der Herbst als Vorbote des Endes, wie kleingeistig wir Menschen doch immer wieder sind. - Hier auf den Kanaren gibt es eigentlich weder Herbst noch Frühling, sondern nur Sommer oder Winter, oder sagen wir besser, eine Jahreszeit der Stabilität und einer der Instabilität. - Im Sommer, der übrigens kein halbes Jahr ausmacht bei uns, sondern nur den Juni, den Juli, August, September und ein Stückchen vom Oktober betrifft, da wird der Nordatlantik dominant von einem unglaublich stabilen Hochdruckgebiet regiert, so dass uns den gesamten Sommer über kein einziges Tiefdruckgebiet erreichen kann. - Im Westen und Süden der Inseln regnet es dann überhaupt nicht, im Norden und Osten auf den Inseln mit hohem Relief aber kann es schon zu Niederschlägen kommen, da der feuchte Passat zu ständigen "Inkontinez" neigt. - Das ist aber gleichzeitig das wunderbare Geheimnis dieser Inseln, die auf einer Höhe mit der nahen Sahara dennoch mit reichlich Wasser versehen ein blühendes Naturwunder präsentieren. - Im Winter verweigert sich das nordatlantische Hoch immer mal wieder, so dass wir dann auch mal auf die Fahrbahn der Tiefdruckgebiete geraten, welche sich, wie an einer Schnur aufgespannt auf ihrem immer gleichen Weg vom Golf von Mexiko über den Atlantik in Richtung Mitteleuropa bewegen. - Ist das, immer mal wieder Azorenhoch genannte Gebilde dann nicht auf seinem Platz, dann reichen eben Ausläufer dieser Tiefdruckgebiete auch bis auf unsere Höhen hinab und bringen dann eben entsprechende Niederschläge mit sich, die dann von Westen kommen. - Dabei ist es nicht kalt, sondern einfach nur nass und manchmal kommen dann sogar Tage, an denen der Unterschied zwischen der Nacht- und der Tagestemperatur nicht mal ein Grad ausmacht. - Das Winter zu nennen kommt mir angesichts des Schnees und des Frostes in Mitteleuropa dann ein bisschen gewagt vor, zumal wir mitten im Winter auch Tage oder gar Wochen haben, an denen das Azorenhoch wieder arbeitet und wir Höchsttemperaturen von locker 30 Grad erreichen. Das kann man meinetwegen auch Frühling nennen, dann gäbe es bei uns also nur den Sommer und den Frühling, damit kann ich mich eher abfinden als mit dem Ausdruck Winter. - Anfang diesen Monates hatten wir noch diese sommerliche Stabilität, nun aber ist es damit vorbei, das Azorenhoch hat die Nase voll immer zu funktionieren und lässt somit auch Niederschlagszellen gewaltiger Tiefdruckgebiete zu uns heran, die eigentlich viel weiter nördlich sonst ihre feuchten Spiele treiben. - Es kann also gut sein, dass wir heute mit Regen aus dem Nordwesten zu tun bekommen. - Nicht viel Regen, aber das haben wir vor ein paar Tagen auch gesagt, als dann die Unwetter auf der Ostseite und in der Caldera stattfanden, also richten wir uns einfach darauf ein, dass das, was viele Sommer nennen, jetzt vorbei ist, und das, was viele Winter nennen, die nächsten Monate unser Begleiter sein wird.



Sonntag 23.10.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 25,1 Grad - niedrigste Temperatur 14,5 Grad

Beruhig dich und rauch´ doch erst mal Eine
Nichtrauchen ist möglich

Inzwischen gönnen wir uns hier in der Familie auch schon mal Witze über meine "Ex-Schwäche", gerade eben dann, wenn ich mal wieder fahrig bin oder nervös, weil eben der glimmende Rettungsanker nicht mehr vorhanden ist. - Aber das geht gut, die Momente an denen es besonders zwickt kommen meist ganz unerwartet, zum Beispiel dann, wenn meine Frau vor Freude laut schreit, da es dem relativ unbekannten Fußballclub ihrer Heimatstadt gerade gelungen ist, gegen den Rekordmeister der Bundesliga per Elfmeter ein Tor zu schießen. - Aber da ich gar kein echter Fußballfan bin, und schon gar nichts davon verstehe, geht auch das an mir vorüber. - Aber meine Frau hat uns alle überrascht, die war ihr Leben lang auch kein Fußballfan, nun aber hockt sie jeden Samstag oder Sonntag am Liveticker und es fehlt nur noch, dass sie einen Hannover-Schal trägt oder mit einer Tröte dann eventuelle Tore ihrer Mannschaft verkündet. - Gut, die Tröte kann auch nicht lauter sein als der hannoveranische Urschrei nach dem Tor gegen die Bayern, aber was ja noch viel schlimmer ist, meine Frau macht mich damit zum gedungenen Bayern-Fan, denn als geborener Bayer, und in Ermangelung anderer bayrischen Clubs in der Bundesliga, kann ich ja gar nicht anders, als für Bayern München sein. - Und bringen Sie mich jetzt bitte nicht mit den sicher nett gemeinten Hinweisen, dass Nürnberg und Augsburg auch in Bayern lägen noch näher an eine Zigarette heran, denn Nürnberg, das ist Franken, und Augsburg ist bereits Schwaben, und für uns echte Bayern reicht unsere Heimat nicht über die Regierungsbezirke Oberbayern und Niederbayern hinaus. - Gut, bei der Oberpfalz, da kann man noch eine Ausnahme machen, zumindest die Ecke um Regensburg herum, die ist tiefstes und bestes Bayern, aber niemals Schwaben und Franken. - So nach diesem kleinen Ausflug durch die Abstammungslehre aus Sicht eines Niederbayern wieder zurück zu meinem neuen Hobby, nämlich dem Nichtrauchen.

Inzwischen werde ich von meiner Umwelt auch als Nichtraucher wahrgenommen, nach 54 Tagen ohne Zigarette nehmen es einem die meisten auch ab, dass man die Geschichte ernst nimmt und der Erfolg greifbarer scheint als ein Scheitern. - Obwohl das gar nicht richtig ist, viele fallen auch Monate später wieder einem schlechten Tag oder einem schlechten Umstand um, oder sollte meine Frau doch noch ein Trikot-Hemd von Hannover 96 tragen, dann überlege ich mir das mit dem Rauchen noch mal. - Bislang war dieser Haushalt, außer bei Europa- und Weltmeisterschaften so schön fußballfrei, vielleicht auch ein bisschen, weil es eben ein überwiegend Frauen- und Katzenhaushalt ist, mit einer geduldeten Drohne für bestimmte Aufgaben, aber wer sagt, dass Frauen keine Fußballfans sein können. - Und das auch noch, ohne irgendwelches Zutun vom "Kerl im Haus" und ich überlege nun angestrengt, ob man das nach so vielen Jahren der Ehe und Zweisamkeit noch irgendwo als arglistig versteckten Mangel reklamieren kann. - Ähnliche Überlegungen schießen meiner Frau sicher immer in den Kopf, wenn ich mal wieder meine PND-Anfälle bekomme, meine Stunden der Partiellen Nikotinverlust Depression dunkelgrau durchziehe, ich also nicht mal mehr von mir selbst ertragen werde und deswegen auf Zombie schalte und mich vegetativ weiter durch den Tag schleppe. - Das kommt wirklich vor, nicht in den ersten Wochen des Tabakverzichtes, sondern eben so in der dritten Phase des Entzugs, wenn einem bewusst wird, dass es keinen kleinen Rettungsanker in Form von heißen Öfchen mehr gibt. - Das soll wieder nachlassen versichern uns alle erfahrenen Menschen, welche die gleiche Aufgabe hinter sich haben, und das ist gut so für den Familienfrieden, und ebenso gut wäre es, wenn Hannover 96 zukünftig alle Spiele gewinnt…



Sonntag 23.10.2011 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1017 hPa

El Hierro kommt nicht zur Ruhe
Wieder deutlich mehr Beben in den letzten Tagen

Die Politik und die Presse haben da bereits den Vulkan wieder ausgeknipst, und sich anderen Dingen zugewandt, aber dazu muss man sagen, man hat den jungen Drachen unter El Hierro damit ziemlich falsch verstanden. - Seriöse Wissenschaftler warnten auch davor, nun sofort wieder zum Tagesgeschehen überzugehen, bloß weil die vulkanische Aktivität sich nicht kontinuierlich erhöht hat, sondern zunächst auf ruhigem Niveau stabilisiert. - "Der Vulkan friert ab", das "Spektakel ist vorbei", so konnte man die hohen Herren des Gobierno de Canarias palavern hören und ganz ohne klammheimliche Freude werden die nun auch anerkennen müssen, dass nichts vorbei ist dort unter El Hierro, das Magma noch immer gewaltigen Druck ausübt und die letzten Eruptionen lediglich dafür gesorgt haben, dass sich der Druck nicht noch weiter erhöht. - Ein paar Tage lang schien sich alles in der Waage zu halten, aus den mindestens drei Schloten konnten so viel Magma und so viele Gase entweichen, dass die seismische Tätigkeit fast zum Erliegen kam. - Das funktioniert im Süden der Insel immer noch, dort gibt es kaum noch kleine Beben, welche eben davon künden würden, dass Gase und Magma unter starkem Druck Gestein brechen. - Allerdings steigt nun die Zahl der Beben in den letzten Tagen wieder kontinuierlich an, aber nicht mehr im Süden der Insel, sondern von Frontera nach Norden, in den "Golfo" hinein. - Die Magnituden der Beben liegen meist zwischen 1 und 2 auf der Richterskala, es sind aber auch ein paar Ausreißer bis 3 dabei und die gemessene Tiefe der Beben liegt rund um 20 Kilometer. - Nun darf man spekulieren, was diese Entwicklung bedeutet, und natürlich besonders, wo das hinführt, aber über eines sind sich fast alle einig, die Eruptionen im Süden haben also noch nicht ausgereicht, den Druck des unter El Hierro sich bewegenden Magma ganz zu nehmen. - Es kann sein, dass sich ein zweiter Focus ergibt, dieses Mal im Norden der Insel, es kann aber auch genau so gut sein, dass es sich dabei um horizontale Bewegungen des Magma handelt, weil man eben noch nicht feststellen kann, dass es aufsteigende Tendenzen gibt.

Heute kommt das spanische Forschungsschiff "Ramón Margalef" nach El Hierro, welches den Tauchroboter "ROV Liropus 2000" an Bord hat und man so hofft, endlich die ersten visuellen Eindrücke von der oder den Eurptionen im Süden El Hierros zu bekommen. - Das wäre wohl wichtig, denn nur so könnte man eben viele Spekulationen beenden, also den "Indizienprozess" endlich verifizieren und damit erkennen, ob man den Recht gehabt hat mit der Deutung der vorhandenen Daten. - Bis 2.000 Meter Tiefe kann dieser Roboter tauchen, es sollte also auf alle Fälle möglich sein, die bislang vermuteten Eruptionsstellen zu erreichen. - Direkten Einfluss auf die nun erneut angestiegene seismische Aktivität wird natürlich das Erscheinen diese Forschungsschiffes nicht haben, aber sollten sich durch die visuellen Eindrücke bestätigen, dass man bisher richtig lag in den Deutungen, dann bekommt man natürlich sehr viel mehr Vertrauen in die eigene Arbeit und erreicht damit auch mehr Wirkung auf die Politik und die Gesellschaft, sollte es wieder einmal darum gehen, der Bevölkerung der Insel irgendwelche Evakuierungsvorschläge zu machen. - Denn nichts lässt mehr an der eignen Glaubwürdigkeit zweifeln, als Gefahren zu prognostizieren, die dann nicht, oder ganz anders eintreten. - So wird nun bereits die vorsorgliche Evakuierung La Restingas kritisiert, die aber nach einhelliger Meinung aller Wissenschaftler dringend notwendig war und auf jeden Fall gerechtfertigt, da es durchaus direkt vor der Küste zu explosiven Eruptionen hätte kommen können. - Nun aber hat sich die Lage im Süden auf ruhigem Niveau stabilisiert, so dass die Bevölkerung La Restingas auch wieder in den Ort zurückkehren konnte, aber im Norden erhöht sich nun wieder der Druck. - Es muss als weiter mit äußerster Präzision und Bedacht weiter die Situation auf unserer Nachbarinsel beobachtet werden, noch sind die Aussagen einiger medialer Größen über den nun "einschlafenden Vulkan" sehr verfrüht gewesen. - Die folgenden beiden Graphiken stammen vom "IGN" (Instituto Geográfico Nacional)




auf dieser Graphik kann man die Entwicklung der Anzahl der seismischen Ereignisse unter El Hierro seit dem 19. Juli sehen. - Ab dem 10. Oktober bricht die Aktivität fast gänzlich ab, das war der Tag mit der ersten Eruption. - Nun aber steigt die Anzahl der Beben wieder deutlich an, was Anlass zur Vermutung lässt, dass Magma und Gase wieder mehr Druck ausüben.



Auf dieser Graphik kann man die Lage und die Tiefe der Beben erkennen, und rot gekennzeichnet sind die Ereignisse der letzten beiden Tage. - Daraus schließt man nun, dass eben das Zentrum der Aktivitäten sich in den Norden der Insel verschoben hat.




Samstag 22.10.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 24,3 Grad - niedrigste Temperatur 15,4 Grad

Die Wiederentdeckung der Langsamkeit
Slow Food - Slow City - Slow Travel - Slow Weizenbier

Viele von Ihnen haben doch schon mal was von dieser Gegenbewegung der höher, schneller weiter und Junk Food Fraktion gehört, wer langsam isst und ist, der hat mehr vom Leben, das gilt übrigens für fast alle Menschen, aber nicht alle wollen das wahr haben. - Die Frage nach einem touristischen Konzept für diese Insel wird immer wieder gestellt, denn hier hat sich Tourismus von selbst entwickelt, erst später kam man auf die Idee, das planen zu wollen, zu dirigieren, zu verbessern und zu beschleunigen, und alles was man dadurch erreicht hat, ist eine wirre Vorstellung unserer "Corporate Identity" und deutlich weniger Besucher, als noch zu Zeiten der planfreien Verzückungsjahre. - La Palma war immer schon ein alternatives Ziel, welches man mit Planung und Steuerung eigentlich nur kaputt machen kann, besonders wenn man eher auf Wachstum setzt als auf echten Fortschritt, der eben in Lebensqualität gemessen werden muss und nicht in börsenorientierte Werten. - Die Urlauber müssen etwas davon haben, die Insel aber auch, und keineswegs darf man dahin kommen, die Insel im Interesse des Tourismus zu verändern, sondern man muss sich dem Publikum anbieten, welches sich eben für unsere Werte interessiert. - Das allerdings erschließt sich nicht allen Menschen, und wer immer noch nicht begriffen hat, das Wachstum und Fortschritt zwei verschiedene Dinge sind, der wird es auch nicht schaffen, eine touristische Zukunft für diese Insel zu basteln, welche wirklich nachhaltig und auch nicht schädlich ist. - Ich habe mir über dieses Thema ja bereits den Mund fusselig geredet und bereits mehrere Tastaturen im wahrsten Sinne des Wortes blankgeschrieben, das findet auch allgemeinen Anklang meine "Philosophie" der kleinen Schritte und der Bescheidenheit, aber damit kann man natürlich keine Investoren, Bänker und Politiker begeistern und somit bleibt das leider brotlose Kunst. - Nun aber fällt mir ein Bänker in den Rücken, allerdings positiv, und redet plötzlich davon, dass La Palma eine hervorragende touristische Zukunft haben könnte, wenn man sich an der "Slow Food" Philosophie orientieren würde und eben weiter zu den "Slow Cities" auch hin zu einem "Slow Travel" zu kommen. - Da dachte ich schon, ich kann die alle nicht leiden, Bänker-Bashing ist ja inzwischen auch eine Modeerscheinung geworden, so dass ich mich davon eigentlich distanzieren müsste, aber ich war zuerst da…

Die Caja Canarias - Banca Civica hält in den Tagen ein Symposium hier auf der Insel ab, in dem es um zukünftige Geschäftsideen und Felder auf La Palma gibt, und da taucht dann plötzlich der smarte Krawattenträger Óscar González Tabares auf, Direktor für Strategie und Innovation der Bank, und erzählt uns was von Slow Food. - Natürlich heißt die Überschrift seines Beitrages "El movimiento slow como oportunidad de negocio", also die "Bewegung slow" als Gelegenheit für Geschäfte und gibt damit dem Ganzen gleich wieder den Bezug wie denn ein Bänker Interesse daran haben könnte, aber natürlich muss Tourismus auch ein Geschäft sein und nicht nur einseitiges Geben. - Auf der anderen Seite könnte man nun gleich wieder einwenden, die sind so geschickt die Strategen der Banken, dass die sogar an solchen positiven Lebensphilosophien ihre Geschäfte machen wollen und sicher muss man da dann aufpassen, was einem denn dann alles als "Slow" verkauft wird. - Denn wir wollen doch mal festhalten, Großhotels gehen doch gar nicht als "Slow" durch, Golfplätze sind mindestens grenzwertig, denn die Bewegung "Slow" achtet peinlich darauf, die Umwelt nicht zu belasten und darüber hinaus geht auch gar nicht, dass unsere Gesellschaft sich verdrehen soll, damit wir in touristischen Konfektionsgrößen passen, die allesamt nicht unsere Kragenweite sind. - Vielleicht hilft es ja ein bisschen weiter, wenn auch mal ein Bänker in diese Kerbe schlägt, denn sicherlich hat der auch schon mitbekommen, dass die lächerlichen Versuche, hier auf der Insel über den konventionellen Tourismus ans Geld zu kommen, längst kläglich gescheitert sind. - Weitere Kopien bereits ausgelutschter Feriendestinationen braucht kein Mensch mehr, sondern interessante Ziele und auch Alternativen zum Massenbrei, und dafür sind wir doch selbst ohne Plan und Strategien hervorragend geeignet. - Denn langsam, das sind wir aus Prinzip, das können wir, das muss uns keiner beibringen...





Samstag 22.10.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1016 hPa

Caldera-Falle schnappt erneut zu
Regenfälle schließen 46 Personen im Krater ein

Gleich vorneweg, es ist alle gut gegangen, die meisten von den Wanderern konnten noch am späten Abend aus eigener Kraft die Caldera wieder verlassen und acht Wanderer, die sind die Nacht in der Unterkunft nahe des Campingplatzes geblieben und können dann heute im Lauf des Tages aus dem Krater gelangen. - Aber wie konnte das passieren, und die zweite Frage stellt sich dann gleich nach der Verantwortung, warum hatte man den Zugang in den Krater nicht gleich verboten. - Was passiert war ist einfach zu erklären. - Gegen Nachmittag setzten schwere Niederschläge in der Caldera ein, die mit knappen 9 Kilometern Durchmesser natürlich enorme Mengen an Regenwasser auf einen kleinen Flusslauf konzentriert und bereits mittelschwerer Regen den sonst kleinen und stillen Fluss in eine reißende Klamm verwandeln. - Das geht so schnell, dass man nur noch Zeit hat den Flusslauf, der in vielen Abschnitten auch der Wanderweg ist, zu verlassen, aber auf die andere Seite wechseln, das geht dann nicht mehr. - Glücklicherweise ist gestern kein weiteres Unglück geschehen, denn wir erinnern uns, im November 2001 sind bei einem ähnlichen Vorfall zwei Urlaubsgäste ertrunken. - Die nächste Frage ist eben die nach der Verantwortung, und das wird in diesem Fall etwas schwieriger zu lösen sein, denn es gab zwar Wettervorhersagen, welche auf Niederschläge hindeuteten, aber zu dem Zeitpunkt noch keinen Wetteralarm. - Es gab wirklich keinen Anlass an ein solches Wetterphänomen zu glauben, das kam für uns alle überraschend, auch für die Wetterstationen. - Leichter Regen war möglich, aber in manchen Regionen der Insel gab es kurzzeitig starke Niederschläge, so wissen wir das zumindest aus Fuencaliente, der Region oberhalb El Pasos und eben der Caldera de Taburiente. - Bei uns zum Beispiel fielen lediglich 3 Millimeter, aber wir konnten nachmittags auf dem Weg nach El Paso noch sehen, dass es ein der Caldera heftig regnete. - Man hätte wohl den Zugang in den Nationalpark bereits sperren müssen, so wie man das eigentlich immer macht, wenn Regen zu erwarten ist. - Allerdings gab es schon sehr häufig Ärger mit Veranstaltern, Taxi-Fahrern und auch Einzelwanderern, die eben aufgebracht waren über die vielen vorsorglichen Schließungen des Zugangs in den Nationalpark, die sich dann eben zum größten Teil auch als nicht notwendig herausstellten. - Die Entscheidung, den Nationalpark vorsichtshalber zu schließen, obwohl vormittags die Sonne scheint und die Wettervorhersagen lediglich minimale Niederschläge ankündigen, die verlangt sehr viel Mut und Durchsetzungsvermögen, was eben gestern Vormittag nicht funktioniert hat. - Als Warnung hätte uns natürlich das Gewitter diesen müssen, welches gestern früh noch vor der Westküste der Insel seine donnernde Probe abgegeben hat, wo ein Gewitter ist, da sind lokale und starke Niederschläge nicht weit, und die können eben auch in die Caldera kommen. - Doch, man hätte es ahnen können, nicht unbedingt wissen müssen, aber wenn man jedes Mal die Caldera sperrt, wenn es möglicherweise zu Regenfällen kommen kann, dann müsste man unser erstes touristisches Ziel fast durchgängig zwischen Oktober und April schließen. - Das will niemand, allem voran die Besucher nicht, und so werden wir weiterhin mit einem gewissen Restrisiko leben müssen und wenn alles so glatt und gut abläuft wie gestern Abend, dann können wir doch froh sein. - Das mit der Verantwortung, das sehe ich hier schwerlich, der Wetteralarm, der wurde erst gegen Mittag herausgegeben, die Wanderer sind aber allesamt bereits am Vormittag in den Krater gelangt und wir dürfen nicht von einfachen Mitarbeitern des Nationalparks erwarten, dass die mehr über das Wetter wissen müssen als diplomierte Meteorologen und besonders dürfen wir nicht erwarten, dass die von sich aus, und ohne "Befehl" von oben den Nationalpark für Besucher sperren. - Die Wanderer trifft auch keine Schuld, niemand von uns hätte man Vormittag erwartet, dass nachmittags solche Niederschläge fallen würden.

Nachtrag. - Hier noch ein Bericht eines Gastes, welcher gestern Nachmittag von La Palma wieder abgereist ist und bildhaft beschreiben kann, dass auch auf der Ostseite solcher Starkregen stattfand. - Immer zum Vergleich, im Aridanetal fielen nur 3 Millimeter Niederschlag.

Liebe Familie Siebold

Mittlerweile wieder gut in Berlin angekommen, lese ich Herrn Siebolds Bericht über die schweren Regenfälle in der Caldera. In der Tat waren wir gerade zur selben Zeit mit dem Mietwagen zum Flughafen unterwegs, als in den hohen Lagen von El Paso kräftiger Regen einsetzte. Gleich hinter dem Tunnel auf der Ostseite regnete es noch heftiger, auf Höhe des Inselkrankenhauses und praktisch die ganze Strecke lang Steinschlag, Aquaplaning, aus Seitenstraßen Sturzbäche, die Regenwasserkanäle an den Seiten liefen teils über. Es gab mehrere Unfälle, ich sah einige heikle Überholmanöver auf der Gegenfahrbahn, mehrmals von sportlichen Fahrern gewisser motorstarker deutscher Limousinen. Eine solche Limousine war dann in auch in einen Unfall verwickelt war, zum Glück gleich in der Nähe des Krankenhauses. Polizei und Ambulanz waren schon da. Was hätten wir machen sollen außer im Schneckentempo weiterzufahren? Wo rechts ranfahren und abwarten? Ich war heilfroh, als wir im Parkhaus des Flughafens standen, denn selbst auf dem Zubringer zum Flughafen konnte man vor lauter Regen nicht sehen, dass da ein Atlantik war. Auch da stand teilweise kniehoch Wasser auf der Straße. Wenigstens war das Auto schon mal gut gewaschen, einschließlich Unterbodenwäsche, die Firma Yanes konnte sich bestimmt einen Arbeitsgang sparen. Unser Flug hatte eine halbe Stunde Verspätung, weil der Hinflieger aus Berlin wegen des Wetters anscheinend eine Extrarunde gedreht hatte. Die Crew gab "Wetterbedingungen" an. Wir haben die ganze Zeit vermutet, dass Wanderer in der Caldera eingeschlossen sein müssen, ich selbst habe auf keiner Wetterseite im Internet - außer der Wetterzentrale (war aber auch nicht dramatisch) - irgendwelche Hinweise auf Regenfälle gesehen. Allerdings war es im Aridanetal morgens und mittags entsetzlich schwül, die Luft stand, das ist nicht so verlockend zum Wandern. Bloß, wer kann da wissen, wie sich das im Laufe des Tages entwickelt?





Bei Niederschlägen kann der im Sommer vollständig verschwundene "Fluss" gewaltige Ausmaßen einnehmen




Freitag 21.10.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 3 mm - Luftfeuchte 67 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 23,2 Grad - niedrigste Temperatur 20,6 Grad

Gemischtwarenladen
Inspektionen, Müll und El Hierro verschwindet aus den Schlagzeilen

Seit Wochen ist man hier auf der Insel, und besonders im Bereich der Bananenproduktion, höchst erregt über Kontrollen gegen Schwarzarbeit. - Gerüchten nach ziehen viele Inspekteure der Seguridad Social über die Insel und suchen, ganz besonders in den Bananenplantagen, nach Arbeitern oder den Besitzern der Fincas, ob die denn auch alle brav angemeldet sind. - Heiß diskutiert werden diese Inspektionen und zu einer großen Zahl an Neuanmeldungen hat das auch bei der Seguridad Social geführt, da haben in sich wohl Pflanzer gedacht, bevor die mich auch erwischen melde ich mich lieber mal an. - Nun erfahren wir aber von einem Mann, der es wissen müsste, dass es keine massenhaften Inspektionen gab, sondern lediglich am 20. September es zu außerordentlichen Inspektionen in Bananenplantagen gekommen ist, und das auch nur 3 Stunden lang. - Allerdings weigert sich Alejandro Brito, das ist der Verbindungsmann für die staatlichen Behörden hier auf der Insel, uns die Zahl der Inspektoren zu nennen, genau so wie die Anzahl der Erwischten. - Das ist alles noch in Bearbeitung, man müsse die ganzen Angaben noch überprüfen und für irgendwelche abschließenden Aussagen wäre es noch zu früh. - Diese Inspektionen gab es also wohl, aber eben bei weitem nicht in dem Ausmaß wie gerüchteweise kolportiert wurde, oder aber man kann auch gleich sagen, es war den Inspektoren der Seguridad Social auch ganz recht, dass solch eine Unruhe entstanden ist, denn nur so hat man es erreichen können, dass viele, bislang Schwarzarbeiter, sich nun angemeldet haben. - Und übrigens, die Inspektoren sind immer mal wieder auf der Insel, nicht nur am 20. September und wer hier Geld verdient, der sollte sich auch anmelden.

Wie oft haben wir bereits über die Müllverwertungsanlage in Mazo geschrieben? - Keine Ahnung, aber viel zu oft, denn dieses "Wundertüte" ist weiterhin noch nicht in Betrieb und so geht auch weiterhin der gesamte Inselmüll weiter auf die Müllkippe im Barranco Seco, auf halben Wege von Santa Cruz nach Puntallana. - Aber alle zwei Monate zumindest wird darüber berichtet, dass man nun wieder einen Schritt weiter sei, und es sich nur noch um die letzten bürokratischen Schritte handelt, bis die Anlage endlich in Betrieb gehen kann. - Jetzt ist es wieder so weit, man darf vermelden, dass man, nachdem man das Bauwerk, lediglich 6 Jahre zu spät, endlich vom Gobierno de Canarias übernommen hat, sich endlich um alle notwendigen Papiere kümmern kann, die für den Betrieb notwendig sind. - Im Eilverfahren wie man meldet, will man das nun machen, ohne dass man es wagt, einen erneuten Zeitraum zu melden, wann es denn dann wirklich mal losgehen könnte. - Allerdings frage ich mich auch, ob man denn diesen Papierkram nicht bereits längst hätte erledigen können, die Fakten sind doch alle auf dem Tisch, und wir brauchen diese Anlage doch so dringend, damit wir endlich auch wirklich die Wertstoffe aus unserem Müll herausholen können und mit der Kompostierung des "Biomülls" beginnen können. - Wir sind also wieder einen Schritt weiter, allerdings wissen wir nicht, wie viele Schritte noch vor uns liegen.

El Hierro verschwindet langsam aus den Schlagzeilen. - Zuerst lässt sich der komische Libyer erwischen, dann meldet die ETA zum x-ten Mal, dass sie nun nicht mehr zu den Waffen greifen will, und dagegen hält ein Vulkan, dem momentan gerade die Luft auszugehen scheint. - Die Bewohner von La Restinga dürfen nun wieder in ihren Häuser, wobei nicht alle Einwohner auch wirklich darauf reagieren und zurückkommen, der Vulkan ist nämlich weiterhin tätig, nur eben hat die Entwicklung eine andere Dynamik erhalten, eine die man so nicht erwartet hatte. - Die aktuelle Gefahr scheint zunächst auch mal vorbei, sowohl das Signal des Tremors ist "stabil-schwach" und die anderen Messwerte geben auch kein Anzeichen für akut bevorstehende Eruptionen welche für die Bevölkerung gefährlich werden könnten. - Aber die ganze Geschichte ist noch nicht ausgestanden, denn es gibt immer noch weitere Beben, zwar bei weitem nicht so viele wie direkt vor der ersten Eruption am 10. Oktober, aber es rührt sich unter der Insel immer noch Magma und so lange gibt es auch keinen Grund die Sache für "erledigt" zu erklären. - Aber es scheint für die Presse nicht mehr so interessant zu sein, über einen Vulkan möchte man eben nur berichten, wenn es raucht und zischt, oder blubbert oder grüne Flecken auf dem Ozean hinterlässt, nicht aber, wenn die Aktivität sinkt, und man nichts mehr beobachten kann als Diagramme.



Freitag 21.10.2011 11:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1017 hPa

Schlechter Verlierer
Ex-Bürgermeister als beleidigte Leberwurst

In Los Llanos geht es wieder rund, im Plenum wird gestritten und gleich so heftig, dass der Ex-Bürgermeister Juan Ramón Marín beleidigt davonzieht und seine acht Kollegen der Partei auffordert, das Gleiche zu tun. - Dabei ging es nicht um wichtige Dinge, wie zum Beispiel die Asphaltwerke oder wie man Puerto de Naos wieder auf Fordermann bringen könnte, sondern es ging darum, ob man für das Gelingen des Karnevals in Los Llanos unbedingt die Komparsen, Büttenredner und Musikantengruppen mit Subventionen unterstützen muss. - Die neuen Herren und Damen im Rathaus hatten nämlich beschlossen, nachdem man von der jetzigen Opposition an die 13 Millionen Euro Schulden geerbt hat, in Sachen Fiestas und Veranstaltungen kräftig zu sparen, um nicht das Gleiche bei den sozialen Diensten tun zu müssen. - Das allerdings gefällt der Opposition nicht, die wollen weiter Karneval auf jeden Fall subventionieren, auch wenn man schon lange kein Geld mehr dafür zur Verfügung hat. - Darüber stritt man sich im Plenum so heftig, dass irgendwann der Ex-Bürgermeister die Robe der beleidigten Leberwurst anzog und mit seinen Getreuen das Plenum verließ, nachdem der laut das "Vámonos" ausgesprochen hatte. - Nach dieser Arbeitsverweigerung, denn auch die von der Opposition bekommen Geld für eine Plenumssitzung, legte Juan Ramón dann auch noch nach und kritisierte, dass der jetzige Stadtrat auch Firmen als Sponsoren anspricht, welche gar keine Geschäfte in der Stadt unterhalten, sich also gegen die eigenen Geschäftsleute richten würde. - Noch dümmer kann man kaum argumentieren, wenn die Geschäftsleute aus Los Llanos unbedingt als Sponsoren im Karneval auftreten wollen, und das auch an prominenter Stelle, dann steht das denen doch frei, ein gutes Angebot zu machen. - Und Firmen, die nicht, oder noch nicht in Los Llanos vertreten sind, die werden sich das sowieso überlegen, ob es sich doch rentiert, in der Stadt als Sponsor aufzutreten. - Es ist peinlich, wie die Gruppierung, welche Los Llanos an den Rand, oder bereits über den Rand des Bankrotts hinweg mit Geldgeschenken an Lobbyisten und Interessengruppen gebracht hat, nun die fast bereits hilflosen Versuche des neuen Stadtrates kritisiert, diese Pleite gerade noch abzuwenden. - Darüber hinaus dann aber auch noch als Beleidigter die demokratischen Regeln solcher Debatten nicht anzuerkennen und das Plenum zu verlassen und das auch noch von seinen Parteikollegen zu verlangen, das deutet doch dann ganz klar darauf hin, dass Juan Ramón Marín ein schlechter Verlierer ist. - Eine interessante Frage taucht dabei auch noch auf, er ist nämlich auch noch der Kandidat seiner Partei für das Amt als Senator für La Palma. - Das wird dann hart, denn wenn der in den Senat gewählt wird, dann kann er nicht einfach aufstehen und gehen, wenn es unangenehm für ihn wird.



Donnerstag 20.10.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 25 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 28,9 Grad - niedrigste Temperatur 20,2 Grad

Vulkan bei El Hierro
Geht dem jungen Drachen die Puste aus?

Vor guten zwei Tagen noch bereitete man sich auf die gefährlichen wie auch im wahrsten Sinne des Wortes bombastischten Phasen der vulkanischen Eruption vor, aber dieser Vulkan ist zickig, und macht alles, aber nicht das, was die Spezialisten voraussagen. - Dennoch muss man auch lobend erwähnen, sowohl die Beobachtung, wie auch die Informationen welche die staatlichen wie regionalen Behörden getätigt und angeboten haben, waren vorbildhaft. Eine Unmenge an Daten standen allen Interessierten jederzeit zur Verfügung und auch die Evakuierung La Restingas - und das ist nicht nur meine Meinung - ging und geht völlig in Ordnung. - Für die Menschen aus der Region ist es natürlich nervig, aber was wäre denn geschehen, wenn der junge Drache wirklich gekommen wäre, ganz nah an La Restinga und diesen Ort mit Dampfexplosionen und Ascheregen zerstört hätte? - Übrigens ist die Gefahr noch keinesfalls vorbei, sie ist nur kleiner geworden, da der Vulkan seit nunmehr zweieinhalb Tagen ständig weniger aktiv ist. - Der Tremor ist noch vorhanden, allerdings mit deutlich weniger Kraft als noch zu Beginn der ersten Eruption am 10. Oktober, so dass manche Optimisten, aber auch Pessimisten, bereits verkünden, der Vulkan sei am einschlafen und die ganze Aufregung bereits vorbei. - Optimisten sind die, welche in La Restinga leben, die wollen natürlich keine Explosionen, keinen Ascheregen oder gar Lava in den Straßen, und Pessimisten sind die Wissenschaftler und Interessierte, welche nun gehofft haben, in ihrem Leben doch einem präzise vorhergesagten Vulkanausbruch beiwohnen zu dürfen. - Ich weiß nicht, was ich den Menschen aus El Hierro am besten wünschen sollte, vielleicht den "Wuchs" einer neuen Insel, aber so weit von El Hierro entfernt, dass keine Gefahr entstehen kann, aber Naturgewalten sind eben nicht in gänzlicher Weise zu bestimmen, es kann eben alles ganz anders kommen. - Es gibt inzwischen eine Gesteinsprobe, welche zunächst für Unstimmigkeiten bei den wissenschaftlichen Beobachtern gesorgt hatte, denn man vermutet in dem Gestein einen großen Anteil von Silizium, was für kanarische Vulkane eigentlich untypisch ist. - So erklärten uns die Wissenschaftler, dass Lava mit einem hohen Anteil an Silizium kälter und dickflüssiger ist als Lava mit einem geringeren Anteil an Silizium. - Auf den Kanaren konnte diese allerdings bislang nicht festgestellt werden, sondern immer dünnflüssige basaltische Lava. - Nun bastelte man sich daraus das Phänomen, diese dickflüssige Lava könnte einen Propfen auf die Schlote gesetzt haben, und dadurch drohe die Gefahr einer explosiven Eruption.

Das allerdings hätte man auf den seismischen Aufzeichnungen sehen müssen, der Tremor hätte sich verändert und sowieso hätten dann die Erdstöße wieder deutlich zunehmen müssen, da das Magma dann wieder von unten am Basaltdeckel wackelt und so Schwarmbeben und auch größere seismische Aktivitäten auslöst. - Das war und ist aber nicht der Fall, die Erdstöße bleiben auf dem niedrigen Niveau wie nach der ersten Eruption am 10. Oktober, der Tremor ist unverändert schwach, die geodätischen Werte verraten auch keine weitere Ausdehnung des Geländes und die Graphiken der angesammelten Energie weisen auch nicht darauf hin, dass sich dort unterhalb El Hierros wieder größerer Druck aufgebaut hat. - Man weiß also im Moment nicht, wie das weitergehen soll, kann aber auch so gut wie gar nichts ausschließen. - Der Vulkan "schliefe jetzt ein", so ein Politiker, das ist viel zu schnell und zu pauschal gesagt, El Hierro befindet sich weiterhin mitten in einer vulkanologischen Krise und nur nach weiteren Tagen mit solch geringer Aktivität und keinen Auffälligkeiten bei den Messwerten kann man dann von einer Beruhigung sprechen. - Aber wir dürfen auch nicht unwachsam werden, alle Beobachtungsstationen bleiben auf höchstem Alarmniveau, wer jetzt in der Wachsamkeit nachlässt, nach bislang so hervorragender Arbeit, der würde einen großen Fehler begehen. - Hier noch die Links zu den besten wissenschaftlichen und behördlichen Informationsquellen.

Instituto Vulcanológico de Canarias (facebook)

Actualidad Vulcánica de Canarias "AVCAN"

Instituto Geográfico Nacional "IGN"

Todogeologia (interessantes Forum über Vulkanologie der Kanaren)



Donnerstag 20.10.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1018 hPa

Spontan auch noch nach 6 Jahren
Mendo wird saniert

Viele wissen sicher nicht, was "Mendo" ist. - Das ist eigentlich ein Toponym, aber hier bezeichnet man damit das Gelände, auf dem die Müllverbrennungsanlage stand, welche über viele Jahre hin den Müll des gesamten Aridanetals verbrannt hat. - Diese Anlage musste geschlossen werden, Auflagen der modernen Zeit forderten das, und noch heute gibt es keinen Ersatz dafür, denn die neue Müllverwertungsanlage in Mazo, welche den gesamten Inselmüll verarbeiten soll, will einfach nicht in Betrieb gehen. - (Eine böse Anlage aber auch…) Das Gelände, welches wir nun "Mendo" nennen, kurz vor Santa Cecilia aus El Paso kommend links steil den Berg hoch, liegt seit dem brach, und niemand kümmert sich darum. - Aus welchen Gründen auch immer, fahren weiterhin Bürger, oder in dem Fall besser Unbürger, Abfall dort hoch und schmeißen den einfach ins Gelände, obwohl für die allermeisten Einwohner der Punto Limpio, also der Wertstoffhof, sicherlich sogar näher läge als die Fahrt nach Mendo. Das werde ich nie verstehen, jedes Haus hat hier auf La Palma einen Anschluss an die Müllabfuhr, oder zumindest einen Sammelcontainer in der Nähe, darüber hinaus gibt es einen Wertstoffhof, wo man jeglichen Sperrmüll kostenlos entsorgen kann, dennoch feuern Unbürger Müll weiterhin in den Wald, oder wie in dem Fall, auf das Gelände der ehemaligen Müllverbrennungsanlage. - Auch wenn Mendo in El Paso liegt, die Gemeinde hat keine Handhabe über das Gelände, denn das wurde der Inselregierung zugesprochen, seinerzeit, als man den Verbrennungsofen dort errichtete. - Immer wieder wies die Gemeinde El Paso die Inselregierung darauf hin, dass Mendo weiterhin als illegale Müllkippe verwendet wird, und dass man doch bitte Abhilfe schaffen möchte. - Zumindest den Müll wegräumen, den Weg absperren oder das Gelände, oder Kameras aufstellen, damit die Leute Angst bekommen, wenn sie dort den Müll ablegen wollen. - Am besten aber gleich, das Gelände zum ersten Tierheim der Insel ausbauen, vielleicht könnte man sogar die vorhandenen Gebäude verwenden, und dort oben würde man keinen Menschen stören, da es keine Anwohner gibt. - Vielleicht bräuchte man einen Millionenbetrag, um das Gelände zu sanieren und die notwendige Infrastruktur zu schaffen, damit man dort zumindest ein Auffanglager für die vielen gestrandeten Hunde errichten kann, aber es interessiert sich in der Inselregierung seit dem Weggang José Luis Perestelos niemand mehr für dieses Thema.

Nun wird Mendo doch saniert, gleich für 1,54 Millionen Euro, aber nicht um es danach einer weiteren Nutzung zu übergeben, sondern einfach nur so, um einen "umweltpolitischen Alptraum" zu beenden, wie es ein lokaler Reporter so nett zu sagen pflegt. - Immerhin, nach 6 Jahren, wobei der herumliegende Müll gar nicht das wirkliche Problem ist, das ist eine reine Frage der Ästhetik, sondern es sind die Altlasten der Zeit als man verbrannt hat und die vielen Schlacken und Aschen welche dort noch herumliegen und die mit dem Regen tief ins Erdreich eindringen. - Nach 6 Jahren dürfte man eigentlich kaum noch etwas vorfinden, was man abtragen könnte, man hat lange genug gewartet, und auch die Tatsache, dass man nun den Boden wasserundurchlässig abdecken will, zeugt von dem übergroßen Maß an Sorge um unsere Umwelt, welche man seitens der Coalición Canaria immer wieder spürt. - Nach 6 Jahren Regen braucht man da nichts mehr abzudecken, das ist reine Augenwischerei und nur den Müll wegräumen, und das Gelände hübsch machen, das muss keine anderthalb Millionen Euro kosten. - Am allermeisten ärgert mich aber, dass man nun daraus nicht gleich die sinnvolle Aufgabe strickt, das Auffanglager für ausgesetzte oder ausgebüchste Hunde zu errichten, aber da fürchtet man halt die Folgekosten, denn die Diskussion um eine notwendige Hundesteuer inselweit, welche dann die Kosten einer solchen Anlage tragen könnte, die wird von der Coalición Canaria strickt abgelehnt. - Da nun aber die Sozialisten mit im schlingernden Boot Cabildo Insular rudern, und unbedingt mit der CC paktieren wollten, könnten die doch nun mal dieses Thema aufgreifen und vorantreiben. - Anstöße von außen - und auch von innen - gab es bereit genug.



Mittwoch 19.10.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0,5 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 21,3 Grad

Asphaltwürgerei
Noelia zieht den Nippel durch die Lasche

Zumindest versucht sie dass, weil etwas anderes fällt ihr nicht mehr ein mit den Asphaltwerken. - Enttäuscht sind wir schon von dem Gewürge des neuen Stadtrats in Los Llanos, schließlich hatte man doch vor der Wahl noch versprochen, sogar schriftlich und vor Zeugen, sich aktiv gegen die Asphaltwerke stark zu machen. - Wenn das stark machen ist, dann sind Noelia und ihr Sozialistischer Vize keine, die morgens bereits Gofio zum Frühstück essen, denn das soll ordentlich Muckis machen. - Auf der anderen Seite sind die auch nicht wirklich für die Asphaltwerke, das darf man ihnen auch nicht vorwerfen, aber den einfachen Satz seitens der Gemeinde, es gibt keine Genehmigung, der kommt denen einfach nicht über die Lippen. - Abfindung, und das war´s, so einfach stellen wir uns das zumindest vor und der Betreiber sucht sich ein anderes Gelände auf der Insel, um das herum keine 7.000 Einwohner leben. - Da gewöhne ich mir gerade mühsam das Rauchen ab, und dann ein Asphaltwerk in unserer Nähe… OK, so richtig zum Scherzen sind wir bei dem Thema nicht aufgelegt, aber immerhin muss man Noelia und Chema auch zugute halten, dass sie immer neue Ideen aus dem Mustopf zaubern, wie man denn noch die Erteilung der Betriebsgenehmigung weiter hinauszögern könnte. - Im Moment geht es eh noch nicht, da die Kläranlage noch nicht in Betrieb ist, aber nun will die Gemeinde Los Llanos ein Gutachten einholen, und zwar von der Universität Las Palmas de Gran Canaria, welche Schadstoffe denn ein solches Asphaltmischwerk wirklich produziert. - Der Betreiber und ein Gutachter, muss aber ein befreundeter gewesen sein, die behaupten, da kommt nichts weiter raus als Wasserdampf, das habe ich meinem Kardiologen auch immer von meinen Winston erzählt, und irgendwie genau so glaubwürdig ist das auch. - Schön, Gutachten gibt es bereits, auch eines von der "Plataforma" gegen die Asphaltwerke, die haben Werte von einem baugleichen Modell genommen und dann unter diversen Witterungsbedingungen beschrieben, wie denn die Emissionswolke mit den zum Teil karzinogenen Stoffen zieht. - Aber es gibt eben auch ein Gutachten der Gemeinde, ausgestellt vor Jahren, wann, das weiß ich nicht auswendig, und da steht drin, das Asphaltwerk will nur spielen, das tut doch keinem was.

Nun gehen wir aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Techniker und Gutachter der Gemeinde nach 20 Jahren Einparteiensystem voll und ganz auf Linie gebracht worden sind, und eben das geschrieben haben, was die Nomenklatura da so gerne sehen würde. - Der Stadtrat kann sich ja ändern, aber die Funktionäre bleiben die gleichen, und es ist schwer solche Leute auf andere Posten zu setzen oder gar raus zu werfen. - Solche Dinge gehen meistens nicht gut aus, die klagen dann auf Wiedereinstellung, die Gewerkschaften schicken einen willigen Anwalt, dann wird das teuer noch obendrein und auch ein Gesichtsverlust der aktuellen Regierung bringt das mit sich. - So hat man sich nun überlegt, wir lassen kein neues Gutachten von den gemeindeeigenen Technikern ausstellen, sondern wollen eben ein Unabhängiges fordern und da ist man mit der Universität Las Palmas de Gran Canaria wohl auch gut bedient. - Die Coalición Canaria hat sehr viele Ressorts und Bereiche der kanarischen Verwaltung nahezu völlig in ihrer Hand, aber an den Universitäten hat man sich bislang immer die Zähne ausgebissen, Akademiker sind eben meist keine plumpen Nationalisten, das beißt sich so ein bisschen kognitiv. - Für die Gemeindetechniker, welche das erste Gutachten verfasst haben, ist das natürlich auch eine Ohrfeige, denn das heißt doch nichts anderes, als das man den eigenen Mitarbeitern nicht traut, oder nichts zutraut. - Ist auch so, das hätte man sich doch auch denken können und vom Gericht in Los Llanos hört man ähnliche Geschichten, die wollen auch erst noch ein Gutachten einholen lassen, das kann also alles wieder ein Tröpfchen länger dauern. - Allerdings frage ich mich, ob denn nun für die Gutachten das Ding noch mal in den Probebetrieb gehen wird, oder ob die das auch mit den Daten vergleichbarer Anlagen machen. - Das konnte ich der Pressemeldung nicht abschließend entnehmen.

Auf El Hierro gibt es keine substantielle Änderung, der "Drache" ist überraschend ruhig, nur die Gerüchte blühen und daran will ich mich nicht beteiligen. - Hier auf La Palma werden wir wohl Regen bekommen, nachdem es heute Vormittag bereits getröpfelt hat, sind noch weitere Niederschlagszellen unterwegs Heute Nacht und morgen wird das noch so sein, dann wieder ein bisschen Ruhe aber im weiteren Verlauf des Oktobers war das dann noch nicht alles mit den Niederschlägen.



Mittwoch 19.10.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1019 hPa

Ob das Tafelsilber noch was wert ist?
Los Llanos will Wasserversorgung privatisieren

Vor ein paar Jahren noch dachte man in einigen Gemeinden der Insel, man könnte seinen Haushalt damit sanieren, in dem man die Wasserversorgung gegen eine Art Abstandszahlung privatisiert. - Das ist im Falle von Santa Cruz und El Paso kräftig in die Hosen gegangen, dort hatte Canaragua die Versorgung übernommen, allerdings müssen beziehungsweise mussten die Ausschreibungen wiederholt werden, weil Konkurrenzunternehmen vor Jahren bereits gegen die Vergabe der Lizenzen an Canaragua geklagt hatten. - Die neuen Ausschreibungen aber sind ins Leere gelaufen, kein Interessent ist mehr übrig geblieben und nun fordert Canaragua von Santa Cruz an die 8 Millionen Euro Schadensersatz und von El Paso an die 800.000 Euro. - Wie die beiden Fälle geklärt werden können, das steht noch in den Sternen und nun kommt Los Llanos auf die Idee, durch eine Privatisierung der städtischen Wasserversorgung von ihren Schulden halbwegs herunter zu kommen. - Man hofft, 9 Millionen Euro zu erhalten, und will damit dann die Städtische Wasserversorgung für 25 Jahre an den meistbietenden Interessenten vergeben. - Gut, mit 22.000 Einwohnern ist Los Llanos die bevölkerungsreichste Gemeinde der Insel und die Einwohner verteilen sich auch nicht auf ein solch großes Gebiet, wie es zum Beispiel in El Paso der Fall ist, aber in Los Llanos warten ganz andere Unwägbarkeiten auf einen zukünftigen Wasserversorger, die auch nicht wirklich lockend sind. - So ist das Verteilungsnetz äußerst störanfällig, weil man bislang immer nur geflickt hat, und ganz viele Menschen in der Gemeinde Los Llanos haben noch nie für ihr Wasser bezahlt, denn die Stadt hat Wasserschuldner nie richtig oder robust verfolgt und nach 5 Jahren verjähren solche Schulden auch. Aus dem Mund eines Angestellten der Gemeinde habe ich mal gehört habe, wer in Los Llanos sein Wasser bezahlt, der sei ein Feigling. - Gut, das wollte ich wirklich nicht gehört haben, denn so kann eine Gemeinde nicht funktionieren, aber was sich alles noch an "Leichen im Keller" des Rathauses von Los Llanos nach über 20 Jahren Alleinherrschaft Coalición Canaria findet, das weiß man selbst nach vier Monaten des neuen Gemeinderats noch nicht. - In El Paso hatte man in der erneuten Ausschreibung nur noch 900.000 Euro für 25 Jahre gefordert, und kein einziger Interessent meldete sich auf dieses Angebot, also wird es für Los Llanos, mit dreimal so vielen möglichen Kunden vielleicht nicht so einfach sein, 9 Millionen zu erzielen. - Aber wer weiß, Los Llanos als bevölkerungsreichste Gemeinde der Insel ist natürlich wichtig für die Versorgungsfirmen, wenn man den Markt auf der Insel La Palma beherrschen will, aber nach dem Reinfällen in Santa Cruz und El Paso kann man es gar nicht wirklich abschätzen, ob den "Canaragua", "Aqualia" oder "Valoriza Agua" (ein Unternehmen der Sacyr-Gruppe) sich weiter auf La Palma engagieren wollen. - Canaragua ist schon da, das wissen wir, die unterhalten auch ein Labor in Breña Alta, in dem Wasserproben analysiert werden, und somit sind die sicher am meisten interessiert, aber mal sehen, zu welchem Preis. - Los Llanos steht deutlich unter Druck, denen steht zwar das Wasser nicht bis zum Hals, aber die Schulden, alleine 7,5 Millionen Euro schuldet man Lieferanten und Firmen aus den letzten Jahren, und weitere Bankkredite sind nicht mehr aufzunehmen, man muss also das Tafelsilber verkaufen, in der Hoffnung, dass das noch etwas Wert ist.



Dienstag 18.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 25,2 Grad - niedrigste Temperatur 22,0 Grad

Inselmutter wie Turnvater Jahn
Cabildo Insular macht Geld für Sport locker

Dabei muss ich ja nun fürchten, dass die meisten von Ihnen gar nicht mehr wissen, wer der "Turnvater Jahn" eigentlich war. - Wichtig ist das für die heutige Nachricht nicht, wir können uns also einen Querverweis sparen. - Auf La Palma ist man seit jeher stolz darauf, dass es ein großes Angebot für sportliche Betätigung gibt, für Jung und Alt übrigens, wobei doch für die Jugendlichen deutlich mehr Kurse und spannende Sachen angeboten werden. - Die Kurse laufen meist parallel zum Schuljahr, weil in den großen, dreimonatigen Ferien man so etwas gar nicht anbieten muss, da würde doch eh keiner kommen. - Meist gehen die sportlichen Kurse und Veranstaltungen bereits im Oktober wieder los, aber dieses Jahr verzögert sich das drastisch, denn seit diesem Jahr ist da ein großes Obstaculum aufgetaucht, was auch dazu hätte führen können, dass dieses ganze, und wirklich breite Angebot an sportlichen Aktivitäten einfach hätte eingestellt werden müssen. - Schuld daran ist eine Anzeige eines der Trainer dieser Veranstaltungen, der hatte vom Rathaus in Los Llanos verlangt, nicht nur knappe 200 Euro im Monat zu erhalten damit er an 12 Monatsstunden Sportunterricht gibt, sondern er wollte zusätzlich noch versichert werden. - Das schlug man ihm aus, so zeigte er die Gemeinde an, dass man ihn ohne anzumelden beschäftigt hätte und diese Geschichte ist dann happig und robust nach hinten losgegangen. - Die meisten Gemeinden der Insel wurden darauf hin von der Sozialversicherung verklagt und mit Strafgeldern belegt, denn man hätte tatsächlich auch für diese Minderbeschäftigten Abgaben an die Sozialversicherung zahlen müssen. - Die Gemeinden der Insel weigerten sich schließlich, für alle diese Trainer, oder auch nur Aufsichtspersonen Arbeitsverträge abzuschließen, da müsse eine inselweite Reglung her, als Gemeinde sei man da alleine schon verwaltungstechnisch überfordert und außerdem hätte man gar nicht so viele Interessierte, die sich für 200 Euro im Monat einen Eintrag bei der Sozialversicherung machen lassen wollen. - Ich will nun nicht so ganz tief aus dem Nähkästchen plaudern, aber nicht alle der an die 600 "Monitores" welche, wohl inselweit beschäftigt waren, würden keinen weiteren Nachteil verspüren, wenn man die Personen anmeldet. - Man könnte nun auch sagen, hier auf La Palma haben die Gemeinden massenhaft Schwarzarbeit unterstützt, aber man ging von einer völlig anderen Grundlage aus, bezahlte nämlich steuerfreie Aufwandsunterstützungen und war bislang der Meinung, das haben man richtig und legal gemacht. - Gut, nun wissen wir, dass wir das falsch interpretiert haben, und zukünftig müssen also alle Trainer, Aufpasser und Beteiligten an diesen sportlichen Angeboten sozialversicherungspflichtig einen Arbeitsvertrag erhalten. - Mir kommt das kleinlich vor, ist aber so. - Die Gemeinden haben nun mit ihrem Nein die Inselregierung unter Druck gesetzt und gestern konnte man sich nun durchringen, 338 sportliche Aktivitäten für das nun eben etwas später beginnende Jahr auf den Weg zu bringen, und stellt dafür monatlich 50.000 Euro bereit. - Auch wird man sich um die "Papiere" kümmern, dass da alles glatt und klar läuft, es kann also wieder gelaufen, gesprungen und gerockt werden hier auf der Insel. - Bis vor 3 Jahren bezahlte man diesen Sportgruppen, (keine Vereine, das ist etwas anderes) sogar auch noch alle Transporte zu Wettbewerben, aber das hat man aus Kostengründen streichen müssen, so war man sich jetzt auch bis zu letzt nicht sicher, ob denn nicht das gesamte Sportangebot der öffentlichen Hand nicht in der Krise baden geht.

Aus El Hierro gibt es als Neuigkeit nur, dass der "junge Drache" heute auf ganz handzahm macht. - Gespenstig die Ruhe, der "Tremor" wird immer dünner und zarter, so dass man fast der Meinung sein könnte, das war´s mit der vulkanischen Herrlichkeit. - Allerdings meinen das die meisten Wissenschaftler nicht, solche Eruptionen verlaufen eben nicht immer nach dem gleichen Schema, und es könnte gut sein, dass ein oder mehrere Tage Ruhe herrscht, und dann die ganze Chose wieder ins Laufen kommt. - Die Luftqualität bei La Restinga wird inzwischen von einem mobilen Labor gemessen, nachdem der Wind ein bisschen gedreht hatte, roch der Süden der Insel wieder deutlich nach Schwefel, aber es kommt Entwarnung, das seien keine Konzentrationen, welche eine Gesundheitsgefahr darstellen könnten.



Dienstag 18.10.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1019 hPa

Arbeiten, rund um die Uhr
2.812 Überstunden für die Stadtpolizei von Santa Cruz

Wer Feste feiert muss auf feste arbeiten, das weiß man ja und manchmal kann es dann auch dazu kommen, dass man ein bisschen länger arbeiten muss. - Was aber in Santa Cruz sich an zusätzlichen Lohnforderungen wegen der "Bajada de la Virgen de las Nieves" im vergangenen Jahr angesammelt hat, das macht dem Stadtrat echte Sorgen, denn noch hat man diese extra eingestellten Teilzeitkräfte, wie auch die Überstunden der eigenen Funktionäre noch gar nicht bezahlt. - Allen voran meldet die Lokalpolizei enorm viele Überstunden, kein Wunder, gibt es doch auf diesem gewaltigen Fest, welches nur alle 5 Jahre stattfindet, andauernd Veranstaltungen welche polizeiliche Überwachung benötigen oder der Verkehr über Stunden hin umgeleitet werden muss. - Alles sehr personalaufwendig, aber dazu gibt es doch willige Stadtdiener, nicht Staatsdiener, denn die Lokalpolizisten sind keine Beamten, sondern Angestellte der Stadt. - Vorbildhaft könnte man meinen auf der einen Seite, keiner drückt sich dort vor Mehrarbeit, auf der anderen Seite sind da dermaßen viele Überstunden angefallen, dass man unwillkürlich beginnt Fragen zu stellen. - Die allermeisten Überstunden hat natürlich der Polizeichef, klar, der muss mit gutem Beispiel vorangehen, aber wenn wir uns, laut einer Pressemeldung die Überstunden des Polizeichefs in der großen Woche der Bajada de la Virgen mal ansehen, dann kommt dabei heraus, dass er in den 8 Tagen vom 23 - 30 Juni 140 Arbeitsstunden abrechnet, also 17,5 Stunden pro Tag, und das 8 Tage hintereinander. - Das kommt einem dann schon komisch vor, muss wohl einer mit viel Kondition und wenig Schlafbedürfnis sein, wenn denn alles so stimmt, was wir da der Pressemeldung entnehmen können. - Weiter heißt es, insgesamt rechnet der Polizeichef 332 Überstunden im Jahr 2010 ab und soll dafür 22.300 Euro erhalten. - Nicht schlecht, und insgesamt sind bei der Stadtpolizei der Hauptstadt im vergangenen Jahr 2.812 Überstunden angefallen, was eine Lohnnachforderung von nun knappen 115.000 Euro entspricht. - Da die Stadtpolizei gute Überstundenvergütungen hat, verdienen die mit einer dieser geleisteten Extrastunden somit im Schnitt an die 40 Euro, das kann sich sehen lassen in einer Kleinstadt mit nicht mal 20.000 Einwohnern. - Der absolute Star der Überstunden ist aber kein Stadtpolizist im letzten Jahr geworden, sondern ein kleiner Funktionär der Gemeinde, der brachte es auf sage und arbeite 601 Überstunden. - Allerdings bekommt der "nur" 19 Euro in der Stunde und nicht 40 Euro wie die Polizisten, fällt also dem Stadtsäckel nicht wirklich so zur Last. - Dabei bleibt allerdings die Frage offen, wie die Gewerkschaften solche Angelegenheiten sehen, ich kenne die Tarifverträge der Stadtpolizei und auch den der städtischen Angestellten nicht, aber in vielen Bereichen gibt es ganz klare Abmachungen, und man setzt eine Obergrenze an möglichen Überstunden. - Auf jeden Fall hat man seitens der Stadt mit der Veröffentlichung dieser Zahlen für einige Polemik gesorgt, besonders dem Polizeichef dürfte es nicht gefallen haben, dass man diese Zahlen so in die Welt hinausposaunt, und auf der Straße wird der Fall auch bereits diskutiert und das recht heftig.



Montag 17.10.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 28,4 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad

Schreck am Abend
Feuer am Bejenado und Routine auf El Hierro

Bleiben wir zunächst mal auf unserer eigenen Insel. - Gegen 16:00 Uhr meldete man einen Brand am östlichen Teil des Bejenado und sofort übernahm der Löschhubschrauber des Gobierno de Canarias mit dem Wassersack die Löscharbeiten, die von Einheiten auf dem Boden unterstützt werden. - Inzwischen gibt es kaum noch Rauchentwicklung, daraus schließen wir von unserem Standort aus, dass das Feuer bereits unter Kontrolle ist. - Der Löschhubschrauber fliegt aber weiterhin, um das Gelände zu kühlen. - Es gibt noch keine weiteren Detail in Radio oder Internetpresse, aber wie es scheint, haben die Jungs vom "Medio Ambiente" das im Griff. - Morgen gibt es dann mehr dazu.

Über El Hierro und sein magmatisches Problem gibt es mehr zu berichten. - Zunächst mal nimmt man inzwischen an, dass die letzte Eruption an einer Stelle aufgetreten ist, die nur noch 150 Meter unterhalb der Wasseroberfläche liegt. - Damit kommt man der Wassertiefe deutlich näher, bei der nicht mehr genügend Wasserdruck aufgebaut wird, um explosives Verdampfen des Wassers bei Kontakt mit der 1.200 Grad heißen Lava zu verhindern. - Das und folgender Ascheregen wären der gefährliche Teil eines zukünftigen Szenarios, und läge dann die Eruption ganz nahe an La Restinga, dann würde es dort zu Beschädigungen kommen und auch Menschen könnten Schaden nehmen, wenn die sich dort aufhalten, wo man sich nicht aufhalten soll, wenn ein Vulkan den Inseln neues Land schenkt. - Daher verwundert es umso mehr, dass man nun vorhat, die Evakuierung La Restingas wieder aufzuheben. - Aber das scheint eine politische Entscheidung gewesen zu sein, die Geschäftsleute des 600 Einwohner-Ortes fürchten natürlich um ihre Läden, die Verluste sind groß, kein Mensch dort, also kann man auch nichts verkaufen. - Die Politik hat diesen Druck übernommen und es erinnert nun an diese ewig gleich gestrickten Katastrophenfilme, in denen Politiker und Geschäftsleute auch immer die warnenden Wissenschaftler umgehen. - Das gibt es also wirklich, und die Entscheidung La Restinga wieder zu bewohnen, fällt bei sehr vielen Wissenschaftlern und Interessierten auf deutlichen Protest. - Auch viele Bewohner La Restingas selbst wollen nicht zurückkehren, bis alles ausgestanden ist. - Das kann aber gut einen oder zwei Monate dauern, vergleicht man die Entwicklung der vulkanischen Tätigkeit mit den Abläufen, die es vor ziemlich genau 40 Jahren hier auf La Palma am Teneguía gegeben hat. - Allerdings gab es beim Teneguía keine Eruption am oder unter Wasser, so dass das explosive Szenario nicht vorhanden ist. - Man geht auch davon aus, dass sich mehr Magma in den Kammern unter und neben El Hierros zum Auswurf bereithält, als das beim Teneguía der Fall war. 40 Millionen Kubikmeter Lava waren es beim Teneguía, für den Vulkan bei El Hierro erwartet man an die 50 Millionen Kubikmeter. - Errechnet haben will man das anhand der geodätischen Messungen, sollte also das Magma nahe genug an der Küste austreten und sich solche Mengen dort wirklich ergießen, dann könnte man mit einer neuen Insel vor El Hierro rechnen. - Die Leute dort machen schon Umfragen wie denn dieses neue Inselchen dann heißen soll, manche schlagen dabei auch den Namen San Borondón vor, wobei ich sehr gegen diese Lösung bin, denn die Insel San Borondón, die gibt es bereits.

Gehen wir zurück nach El Hierro. - Im Zusammenhang mit der Wiederkehr der Bewohner La Restingas am morgigen Dienstag muss man noch hinzufügen, dass diese Rückkehr unter strengen Auflagen geschieht. - Zunächst bleiben alle alten oder kranken Menschen dort wo sie jetzt sind und der Schulunterricht wird auch weiterhin in El Pinar gegeben. - Weiter bleiben 24 Stunden Wachen und eine Transportbereitschaft, und die Bewohner, welche wirklich zurück wollen, die müssen in der Lage sein, innerhalb von 60 Minuten La Restinga wieder zu verlassen. - Weiter hat man jetzt Hydrophone zur noch genaueren Überwachung der Vorkommnisse da vor der Küste der Insel eingesetzt, so dass man sich es zutraut, die folgenden Schritte der erwartete Vulkanshow zeitlich so einschätzen zu können, dass keinerlei Gefahr für die Bewohner La Restingas bestehen soll. - Deren Wort in Vulkans Ohr, denn Gott hat damit wohl nichts zu tun. - Auf dem Atlantik vor der Südküste treibt weiter diese grünlich/braune Brühe, ein paar Bimsbrocken und wenn die Wellen das Wasser nicht zu heftig aufwirbeln, dann kann man sogar aufsteigende Gase erkennen. -Das Wetter ist den Inseln noch gewogen, der Wind weht leicht aus Nordost, treibt also die Gase wieder auf den Atlantik hinaus. - Der Wind ist zwar nicht sehr stabil, allerdings bleiben nördliche Richtungen weiter zu erwarten, allerdings mit einer möglichen Störung am Mittwoch und Donnerstag. - Da kann es dann regnen und kurzzeitig die Windrichtung auch drehen. - Nun wartet man seitens der Wissenschaftler die nächsten Schritte des Vulkans ab, man rechnet wohl und deutlich damit, dass noch sehr viel mehr Magma austreten wird, als bereits geflossen ist, nur eben wo und wann das genau geschieht, das weiß man nicht.



Montag 17.10.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1018 hPa

Zahnlose Piraten
Bewegung 15-M

Eigentlich nennen sie sich ja, "die Empörten - los indignados" und wenn es nur darum geht, dann gehöre ich auch dazu, denn ich empöre mich ja andauernd. - Aber so einfach ist das nicht, die Bewegung vom 15. Mai 2011 begreift sich schon als etwas genauer definiert, nämlich als Unzufriedene mit dem aktuellen politischen System, besser gesagt, mit der Parteiendemokratie, und ein besonderer Anlass für diese Proteste seit dem 15. Mai war auch, dass alle politischen Parteien auch Kandidaten in ihren Reihen haben, welche der Korruption zumindest verdächtig sind. - "Ihr seid nicht unsere Vertretung", oder "nicht mit meiner Stimme" sind so auch die Hauptslogans, obwohl man sich schwer tut damit, politisch zu sein, ohne sich die gleiche Uniform anzuziehen, welche seit vielen Jahrzehnten, sei es nun in Spanien oder in Deutschland, die Politik dermaßen verdrießlich für den "Mann und die Frau von der Straße" macht. - In den großen Städten Spaniens machte diese Bewegung der Unzufriedenen sogar internationale Schlagzeilen, und nicht wenige bezeichnen diese Bewegung auch als adäquat zu den jetzt überall stattfindenden Protesten gegen das, was man wohl landläufig als Kapitalismus bezeichnet. - Die "Piraten" haben es ja sogar geschafft, aus einer Bewegung gegen politischen Alltagstrott und Stumpfsinn, sich eine neue Uniform zu basteln, die berühmte Nonkonformisten-Uniform, und gehen nun als Partei gegen die Parteien vor. - Das alles schaffen wir hier auf La Palma nicht, hier schaffen wir es ja nicht einmal, dass Grüne in auch nur ein einziges Stadtparlament einziehen. - Alles was wir hier schaffen ist, dass die Leute nicht mehr wählen gehen, was man zwar als Bankrotterklärung für die Demokratie ansehen sollte, die eingesessenen Parteien davon aber sogar noch profitieren, da die enttäuschten Bürger, die ihre Stimme einem Wechsel, oder einer neuen Idee schon mal geben könnten, sich in ihrer Politikverdrossenheit schon komplett zurückgezogen haben. - Auch auf La Palma gibt es ein "Movimiento 15-M", die haben auch in Santa Cruz, und ab und zu Los Llanos vor dem Rathaus kampiert, um so ihre Empörung auszudrücken, allerdings bleibt das alles komplett ohne greifbare Folgen, denn es lässt sich kein wirksamer Druck gegen das bislang praktizierte System damit aufbauen, dass man Plakat in die Luft hält oder auf dem Fußweg schläft. - Es ist schade, dass diese Empörung so einfach verpufft, und die Politiker sich weder fürchten müssen oder Gedanken machen, denn es ist ja egal, denn sie sind ja nicht auf die Stimmen dieser Bürger angewiesen und solange es keine "Piratenpartei" oder "Grüne" hier gibt, welche den eingesessenen Parteien die Stimmen und damit das Gewicht im Gerangel um die Macht streitig machen, so lange bleibt die Bewegung 15-M eine zahnlose Veranstaltung von Gutmenschen, welche wohl Anerkennung erhalten sollten, aber keinerlei Einfluss haben auf das, was sie ändern wollen. - Am Wochenende gab es nun eine Protestveranstaltung der Bewegung 15-M in Puntagorda, man zog nach einer kleinen Kundgebung vom Rathaus zum "Mercadillo", je nach Medienbericht an die 80 - 300 Mann, Frau und Kinder, und die Frage, warum Puntagorda und nicht Los Llanos, oder Santa Cruz, wo man unter Umständen sogar mit spontanen Sympathisanten hätte rechnen können, die wird wohl nicht beantwortet werden. - Man kann solch ein System nur von innen heraus aufbrechen, allerdings verstehe ich auch die Angst dieser Menschen, wenn man erst zur Partei werden muss, um die Parteiendemokratie zu bekämpfen, dann stellt man sich ja gleich selbst wieder zur Frage. - Ich wage es nicht einzuschätzen, ob aus der Bewegung 15-M mehr wird als eine Gewissensentscheidung. "Grüne" oder "Piraten" hätte unser verkrustetes politisches System mehr als nötig, aber es wäre keinesfalls sicher, dass man, trotz größter Verbitterung innerhalb der Bevölkerung, auch die notwendigen Stimmen bei Wahlen erhalten würde. - Nötig wäre es allemal.



Sonntag 16.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 30 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 29,0 Grad - niedrigste Temperatur 23,1 Grad

Siebte Woche ohne Rauch
Rauchen aufhören ist wie schwanger sein

Man könnte jetzt annehmen, ich beziehe mich auf den wachsenden Bauchumfang, weil sowohl Schwangere wie auch werdende Nichtraucher die Hose nicht mehr so leicht zubekommen. - Aber das meine ich nicht, und ich persönlich habe auch nicht weiter zugenommen, es sind immer noch die 4 Kilo mehr, die bereits nach ein paar Tagen an den Bauch gehängt wurden. - Ich könnte mir auch vorstellen warum das so ist, denn mein Geschmackssinn, der spielt immer noch ein bisschen verrückt. - Da hatte man mir ja versprochen, und alle sagen das auch so, man schmecke alles wieder intensiver und das ist wohl auch so, aber mir schmeckt nun kaum noch was, alles ist entweder versalzen oder zu intensiv. - Einzig was mir momentan behagt, das sind süße und saure Sachen, und deswegen mein Vergleich mit dem schwanger sein. Stark gesüßten Kaffee, Schokolade und Gewürzgurken… - Aber das soll weggehen, genau so wie das schwanger sein, und da hoffe ich doch noch deutlich darauf. - Die bessere Durchblutung ist nun deutlich zu spüren, warme Füße, heiße Hände und ein rosiges Gesicht, was früher weiß bis grau war, wird eben jetzt wieder besser durchblutet. - Die Lust, oder sagen wir besser die Sucht zu Rauchen, die nimmt jeden Tag ein Stückchen weiter ab und es gibt nun schon ganz viele Momente, in denen ich gar nicht ans Rauchen denke, weil ich mit anderen Dingen beschäftigt bin. - Das sind dann auch stressfreie Momente, denn wenn harte Situationen eintreten, dann zuckt die Sucht doch wieder durch das Hirn und bietet eine nikotinhaltige Lösung für das Problem an und das sind eben genau die Momente, in denen alles wieder schief laufen kann. - Ich bewege mich jetzt auch wieder mehr, fahre nicht mehr mit dem Auto in die Kneipe, sondern verdiene mir mein Weißbier mit einem Fußmarsch vorher und nachher, vielleicht habe ich auch deswegen nicht weiter zugenommen, wobei ich ehrlich sagen muss, ich esse einfach schon weniger als früher, weil mir kaum noch etwas schmeckt. - Das werde ich weiter beobachten, kann doch nicht normal sein, wenn nur mir das so geht und alle anderen davon schwärmen, wie gut das Geschmackempfinden dann wieder wird.

Der Hautausschlag im Gesicht ist nach etwa einer Woche Blühkopf wieder verschwunden, der Stoffwechsel scheint nun auf eine Funktion ohne Nikotin und andere Gifte eingestellt zu sein, da bin ich also auch auf einem guten Weg. - Witzig sind weiterhin manche Situationen mit anderen Menschen, ich kann richtig beobachten, wie mir einige aus dem Weg gehen, und damit meine ich Leute, die auch zu rauchen aufgehört hatten, aber den Versuch sauber zu werden wieder aufgegeben hatten. - Das ist schade, denn Raucher müssen vor mir keine Angst haben, ich werde nun weder zum Gesundheitsapostel, genau so wenig wie ich andere missionieren werde, mit dem Rauchen aufhören zu müssen. - Das klappt eh nur, wenn man selber den Schalter im Hirn umlegt oder umlegen kann, wer dazu noch nicht bereit ist, der sollte es vielleicht gar nicht erst versuchen, denn wenn es dann nicht klappt, dann ist das Selbstvertrauen auch wieder angeknackst und gerade ein solches dient hervorragend dabei, dreißig mal am Tag seinem eigenen Schweinehund eines in die gierige Fresse zu hauen. - Mir macht es auch keine Angst, wenn Raucher an meinem Tisch sitzen, ich rieche das immer noch gerne, weiß aber nun nicht, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist. - Zum militanten Nichtraucher werde ich auch nie werden, ich habe so lange in meinen Leben geraucht, da müsste ich ja 38 Jahre meines Lebens verfluchen, und das kommt nicht in die Tüte. - Jeder wie er will, mich stört es nicht, wenn andere Rauchen, macht ja sowie so keiner mehr in geschlossenen Räumen, also was soll die Diskussion. - Neulich bot mir mal ein bis dahin Unbekannter eine Zigarette an, der wusste nicht, dass ich Nichtraucherfrischling bin, und ich musste grinsen, denn das war das erste Mal in meinem Leben seit der frischen Jugend, dass ich einem anderen Menschen klar ins Gesicht sagen konnte, Danke nein, ich rauche nicht. - Anders verlief diese Situation mit einem Jugendlichen vor der Schule, der mich früher öfter mal angeschnorrt hatte und ich ihm immer eine Zigarette gegeben hatte. - Nun musste ich dem auch sagen, nein, ich habe keine Zigarette, denn ich rauche nicht mehr. -. Der hat mir das nicht geglaubt und ist mit einem schrägen Gesicht aber ohne Zigarette verschwunden, fast wäre ich ihm hinterher gelaufen um ihm zu versichern dass ich wirklich nicht mehr rauche, aber da habe ich doch eigentlich gar nicht nötig.



Sonntag 16.10.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1020 hPa

September der Hoffnung
Im Tourismus geht es nicht mehr bergab

Man kennt das doch, wenn man endlich unten aufgeschlagen ist, dann kann man sich sicher sein, tiefer wird man nicht mehr fallen. - Mit blutiger Nase und angeknackstem Selbstbewusstsein blickt der touristische Sektor auf einen September zurück, welcher erstmals seit Jahren wohl eine positive Entwicklung beim internationalen Tourismus gebracht hat. - Julio Cabrera meldet gar 14,2% mehr internationale Gäste diesen September gegenüber dem gleichen Monat des vergangenen Jahres und hat damit sogar Recht, allerdings müssen wir davon 12,5% aus rein technischen Gründen wieder abziehen. - Warum erkläre ich auch ganz einfach, im September 2010 gab es nur 7 Tage an denen Charterflieger kamen, 4 Dienstage und 3 Freitage, da der letzte Freitag bereits der erste Oktober war. - Im September 2011 hingegen gab es 8 Ankunftstage für internationale Flieger, also 12,5% mehr, so dass leider nur ein kleiner, aber dennoch freundlich zu betrachtender Aufschwung übrig bleibt. - Für den Winter haben wir uns einiges mehr vorgenommen, es gibt ja mehr Flieger und die Preise sind selbst an Terminen welche sonst sehr teuer waren noch sehr moderat gehalten, dass wir uns an manchen Tagen fragen, warum nicht noch mehr Buchungen für den Winter einlaufen. - Die Nachfragen und Buchungen kommen wohl, allerdings nicht in dem Maße, in dem wir das erwartet hatten, nachdem wir die Preise für die Flüge betrachtet haben. - Wichtig, auch für unser Selbstbewusstsein war es aber nun, endlich die negative Tendenz überwunden zu haben und der Oktober sieht gar nicht so schlecht aus bislang, wir dürfen weiter hoffen und uns auf neue Gäste freuen. - Wobei wir dabei auch wieder sagen müssen, den Tourismus hier auf der Insel, den haben die vielen Stammgäste aufrecht erhalten, müssten wir uns wie anderen Destinationen auf größtenteils Neukunden stützen, dann sähe es noch deutlich schlechter aus in der ohnehin schon sehr gerupften Branche. - Es gibt sie halt, die echten La Palma Fans, die um den enorm großen Erholungswert dieser Insel wissen, die Vielfalt der atemberaubenden Landschaft kennen und die noch nicht von Massentourismus gezeichnete intakte Gesellschaft, was man leider manchmal ungebildet mit Unprofessionalität verwechselt. - Perfekt sind andere, die gelernt haben, wann man grinsen muss, auch wenn es ein falsches Grinsen ist, und wer das will und braucht, der muss sich anderswo umsehen und solche Destinationen die gibt es wie den buchstäblichen Sand am Meer. - Dennoch müssen wir auch für Neukunden interessanter werden, aber unsere Fähigkeiten für treffende und effiziente Werbung darf man durchaus als äußerst bescheiden bewerten. - Bei den Fluggesellschaften hat man es geschafft, uns einigermaßen zu platzieren, wobei die angekündigte Zusammenarbeit mit dem TV-Billigreisen-Tandler Sonnenklar-TV wohl als kompletter kognitiver Atemstillstand zu bezeichnen ist, denn die setzen ausschließlich auf billig und reißerisch, und genau da sind wir doch nicht beheimatet. - Aber gut, wollen wir uns nicht wieder streiten darüber, ob man ein Weltbiosphärenreservat nun mit Golfplätzen zumüllen soll um das Überangebot dann wieder mit all-inklusive verramschen muss, oder ob man unserem Inselchen auch die Möglichkeit lässt, mit eigenen Ressourcen ein Publikum zu bedienen, welches eben genau neben dem Roten Teppich der touristischen Mode die Langsamkeit und die Authentizität sucht. - Davon haben wir reichlich und können auch viel davon abgeben, ist auch im Preis bereits erhalten, wir haben halt ein anderes all-inklusive Verständnis als andere Destinationen und Hotelanlagen, welche ihr Publikum in einem Dauerrausch halten müssen, damit man den Urlaub einigermaßen übersteht.



Samstag 15.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 30 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 30,1 Grad - niedrigste Temperatur 22,7 Grad

Weitere Eruption vor El Hierro
Noch faucht der "Drache" unter dem Wasser

Langweilig wird es auf El Hierro nicht. - Da sprach man bereits von einer Stabilisierung der Lage, und die Leute fingen an ungeduldig zu werden weil der Tunnel immer noch zu ist und man die Menschen nicht nach La Restinga lassen wollte, da ereignete sich heute gegen Mittag eine weitere Eruption vor der Südküste El Hierros. - Darauf hin wurde das dort kreuzende Forschungsschiff "Professor Ignacio Lozano" abgezogen, auch die die Zone überfliegenden Helikopter zurückgerufen und nun gilt wieder ein Verbot für die Zone. - Just hatte man die Menschen aus La Restinga wieder zu ihren Häusern gelassen, um sich neue Kleidung oder andere Sachen aus ihren Häuern zu holen, da schickte man die Leute schnell wieder weg. - Vor dieser neuen Eruption, die auch wieder zwischen 2 - 3 Kilometer von der Südküste entfernt vermutet wird, und in etwa 600 Meter Tiefe begann eine Diskussion unter der Wissenschaftlern, ob denn wirklich seit dem 10. Oktober vor der Insel El Hierro bereits Magma ausgetreten ist, oder ob es sich lediglich um Gase handelt. - In der Tat hat man vermisst, dass die Beben, welche die Bewegung der Magma anzeigen, nicht auffallend höher gestiegen sind, sondern die heftigen Erdstöße mit Magnituden zwischen 3 bis 4.3, von denen man annimmt, die Auslöser für die Abgabe vom Magma oder großen Mengen an Gas gewesen zu sein, zumeist in Tiefen von 10 - 15 Kilometer Tiefe gemessen wurden. - So sagen nun einige Wissenschaftler, bevor Magma austreten kann, wird man zunächst viele weitere Schwarmbeben messen, welche sich der Oberfläche nähern, da man es registrieren kann, wenn das Magma das Gestein bis zu Oberfläche hin aufreißt. - So gehen oder gingen einige Vulkanologen davon aus, das bislang alles nur "heiße Luft", Verzeihung, heiße Gase waren, welche dort vor der Südküste El Hierros unterseeisch ausgetreten sind. - Allerdings passt das nicht wirklich mit anderen Messwerten zusammen, nur austretendes Gas würde wohl nicht einen derartigen Tremor auf den Seismogrammen ergeben, und seit dem 10. Oktober, dem Tag der ersten angenommenen Eruption, ist die Zahl der Beben extrem gesunken. - Das würde eben erklären, dass das Magma sich nicht mehr den Weg an die Oberfläche "errütteln" muss, weil es diese bereits erreicht hat. - Aber da man bislang, außer der Sediment und der Schwefelwolke welche da großflächig vor der Küste El Hierros sogar aus dem Weltraum erkennen kann hat, gab oder besser gibt es noch keinen echten Beweis für eine Magmaeruption, sondern nur eine Indizienkette, welche aber bereits eng gestrickt ist.

Seit heute Nachmittag ist das aber anders, man hat nun auf der Wasseroberfläche "piroclastos humeantes" gefunden, was sich dramatisch anhört, aber nichts weiter ist als schwimmende Brocken von Bims sind, welche von dem stark gashaltigen Magma stammen. - HIER das Bild der Zeitung Diariodeelhierro. - Ich zitiere hier mal nicht Wikipedia, weil die nur über pyroklastische Ströme berichten, sondern ein Mineralienhandbuch: "pyroklastisch sind unverfestigte und verfestigte Gesteine, die aus von Vulkanen ausgeworfenem klastischen (zertrümmerten) Material bestehen (Beispiele: Tuff, Bimsstein)" - Einige dieser Trümmer sind auch von dem Forschungsschiff aufgesammelt worden, genau so wie Wasserproben und tote Fische, die nun allesamt analysiert werden um weiteren Aufschluss über den Verlauf der vulkanolgischen Krise von El Hierro zu geben. - Spätestens jetzt, nach dem Auffinden der pyroklastischen Brocken ist es allen klar, das Magma ist ausgetreten, der erste sichtbare Beweis für eine Eruption ist damit gefunden worden. - Seitens der verantwortlichen Behörden meldet man weiter, dass es momentan keine Gefahr für die Bevölkerung gibt und auch Gerüchten tritt man entgegen, dass weitere Gebiete evakuiert werden sollten, das stimmt nicht. - Allerdings ist die Lage im La Restinga nicht lauschig, man fürchtet eben eine Eruption nahe der Küste und in seichtem Wasser, was dann heftig explosive Folgen haben würde. - Ansonsten ist man bestens informiert wenn man der Webseite der Instituto Geográfico Nacional anwählt, oder das Geologieforum "tenerifetodogeologia" allerdings muss man dabei der spanischen Sprache mächtig sein. - Die folgende Grafik zeigt recht eindrucksvoll, die deutliche Abnahme der Erdstöße, nachdem sich am 10.10. die erste Eruption ereignet hatte.





Samstag 15.10.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1019 hPa

Inselweit
Cabildo Insular gegen lokale Egoismen

Dass unsere Verwaltung und auch die politische Präsenz aufgebläht sind, das bezweifelt außer ein paar Politikern und ein paar Funktionären niemand. - Nun ist es aber immer das gleiche Spiel, der Gesetzgeber schafft nur Gesetze, welche ihm selbst nicht schaden, weder das Cabildo Insular wird jemals entscheiden, dass man sich wegen Unnütz auflösen wird, genau so wenig wie die Stadträte der 14 palmerischen Gemeinden jemals zugeben würden, dass 2 oder 3 Gemeinden für die ganze Insel mit 83.000 Einwohnern deutlich besser wären. - Da der Krisendruck bei uns noch lange nicht auf griechischem Niveau angekommen ist, und es wohl auch nicht so weit kommen wird, leisten wir uns also weiterhin politische Gremien, die eigentlich völlig unnötig sind, weil über, unter und neben ihnen andere Entscheidungsträger die gleichen, oder sogar höhere Befugnisse haben. - In Zeiten der Krise wird es natürlich noch auffälliger, wie viel Überhang wir an Verwaltung oder falsch verstandener Selbstständigkeit haben, denn diese Egoismen oder diesen Lokalpatriotismus, die müssen ja auch bezahlt werden. - So klagt nun die Inselregierung mal einstimmig, welch Seltenheit, die Gemeinden an, man solle endlich von diesen Kuriositäten Abschied nehmen und mehr Dienste und Serviceleitungen auf Inselebene heben, anstatt weiter auf Gemeindeebene zu verrichten. - Das ist sicher richtig und man fragt sich warum es überhaupt noch Gemeinden gibt, welche zum Beispiel die Müllabfuhr noch in ein Eigenregie regeln oder die Wasserversorgung und warum jede der 14 Gemeinden ein eigenes technisches Büro unterhält. - Die Antwort darauf ist einfach, aber mit 2 Aspekten versehen. - Einmal machen die Gemeinden das, weil bislang die Angebote der Inselregierung für den Ersatz dieser Dienste sehr dürftig und teuer waren, und auf der anderen Seite fürchten halt die Gemeindevertreter um ihre Bedeutung, jeder Dienst der zentralisiert wird, kostet Arbeitsplätze in den Gemeinden und macht abhängiger von der Inselregierung. - Zumal es nicht garantiert ist, dass man mit einem Verbund aller Gemeinden unbedingt Geld spart, so kostet zum Beispiel die Müllabfuhr die Gemeinde El Paso genau so viel wie früher, als man den Dienst noch selbst organisiert hatte.

Darüber hinaus ist ja beim Thema Müll das Angebot der Inselregierung sowieso noch eine Mogelpackung, man kassiert von den Gemeinden die Gebühren für die Trennung und die Wiederaufbereitung von Wertstoffen in einer Anlage, die noch gar nicht funktioniert, kippt den gesamten Müll aber unsortiert in den Barranco Seco. - Da will ich aber auch mal verlauten lassen, das hört sich immer so an, als schmisse man den Müll einfach in eine Schlucht, und dem ist nicht so. - Die Deponie im Barranco Seco ist wohl nach europäischen Auflagen brauchbar, enthält Entlüftungen wie Drainagen und auch die Befürchtung, sollte es einmal sehr viel regnen, dann würde der ganze Müll ins Meer rutschen ist unbegründet, denn ein Tunnel lässt Regenwasser unter der Deponie ins Meer rauschen. - Welche weiteren Dienste man denn noch zentralisieren könnte muss man auch fragen und da kommt immer wieder das Thema Wasserversorgung auf. - Einige Gemeinden haben das ja privatisieren lassen, allerdings mit wenig Erfolg, da die Firmen, die sich vor Jahren noch dafür interessiert hatten nun anderen Aufgaben zuwenden wollen. - Keine Gemeinde hat eine Wasserversorgung welche auch nur annähernd kostendeckend arbeitet, da muss man sich schon fragen, wie denn eine zentralisierte Versorgung das anfangen würde. - Die technischen Büros in den Gemeinden, die kann man meinetwegen wohl abschaffen und zentralisieren, aber das wollen viele andere Bürger nicht, denn dann gibt es keine Möglichkeit mehr auf lokaler Ebene ein "Problem" mit dem "Schuppen" oder der "Garage" auszutragen. - Es ist also eher ein Aufruf an die Gemeinden, als wirklich ein Fortschritt, denn wirklich viele Dienste kann man gar nicht zentralisieren, ohne die Gemeinden gleich abzuschaffen, und diesen Schritt wagt man einfach nicht. - Was man aber dringend zentralisieren sollte, und das bitte konkret und nicht einfach als lose Willenserklärung, das wäre die Geschichte um die Verantwortung für entlaufene oder ausgesetzte Haustiere, wobei es sich fast ausschließlich um Hunde handelt. - Das ist bislang Gemeindesache aber es ist idiotisch zu verlangen, dass man auf La Palma nun 14 Tierheime oder Auffangstationen einrichten sollte, das muss zentral gesteuert werden und betreut. - Leider ist es auch der Inselregierung unter der Beteiligung der PSOE nicht eingefallen, diesen konkreten Fall der Zentralisierung der Dienste gleich anzugehen.



Freitag 14.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 25 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 28,6 Grad - niedrigste Temperatur 19,2 Grad

Kurzgeschichten
Bus in der Hauptstadt, Rentner in den Bananen und El Hierro

Was man so hört aus der Hauptstadt, ist das von allen erwartete Verkehrschaos ausgeblieben, obwohl man nun die an die 700 Parkplätze verloren hat, weil dort nun der Stadtstrand gebaut werden soll. - Entweder haben wir uns alle einfach nur geirrt, oder die Leute kommen jetzt früher zur Arbeit, parken weiter draußen oder fahren mit dem Bus, auf jeden Fall werden keine Straßenschlachten um Parkplätze gemeldet. - Die Geschichte mit der Blauen Zone, also Kurzzeitparkplätze, welche man mit der Parkuhr belegen muss, die scheint auch zu funktionieren, da haben wir wohl daneben gelegen mit unseren Prophezeiungen. - Dennoch will man nun einen neuen Busservice anbieten, welcher die Parkplätze an der Playa de Bajamar mit dem Stadtzentrum verbindet, um die Autofahrer zu locken, doch lieber schon draußen vor der Stadt zu parken. - Vormittags soll dann alle 20 Minuten ein Bus fahren, der über viele Haltestellen die gesamte Stadt bedienen soll und dann auch wieder zurückfährt. - Von 07:10 bis 13:50 geht das so, im 20 Minuten Takt, und am Nachmittag noch weitere viermal, denn den größten Ansturm von Besuchern hat man natürlich am Vormittag, da viele Menschen zu den Ämtern kommen um dort etwas zu erledigen. - Der Fahrpreis wird einen Euro betragen und sollte der Dienst nicht rentabel sein, dann will die Stadt und die Vereinigung der Geschäftsleute das Defizit mittragen. - Für zunächst 2 Monate will man diesen Dienst anbieten, dann soll analysiert werden, ob das etwas bringt und dann sieht man weiter. - Mein Vorschlag war ja immer noch, dass man die Busse, die aus Los Llanos und aus dem Süden kommen nicht nur vorne am Hafen halten lässt, sondern der Bus auch noch bis ans Nordende der Stadt fährt, da könnte man sich dann mehrere Kilometer Fußweg ersparen, wenn man im Norden der Stadt etwas zu erledigen hat.

Wir hatten ja schon darüber berichtet, dass nun auch in der Landwirtschaft, und dort besonders bei den Bananen, Kontrollen durchgeführt werden, ob die dort beschäftigten Personen alle angemeldet sind. - Da geht es um Schwarzarbeit, welche in der Landwirtschaft sehr verbreitet sein soll, aber auch um Leistungsmissbrauch von Arbeitslosenunterstützung sowie der Renten. - Denn sehr viele Rentner arbeiten in den Bananen, man spricht in einer Pressemeldung gar davon, dass 60% aller Kleinunternehmer im Sektor Bananen Rentner sein sollen, und die haben jetzt natürlich Angst, ihre Rente zu verlieren, oder gar Rückzahlungen vornehmen zu müssen. - Ein Spezialist klärte nun in einem Treffen mit besorgten Rentnern auf, bis 8.979 Euro netto darf man als Rentner hinzuverdienen, ohne dass man sich als Gewerbetreibender bei der Seguridad Social anmelden muss. - Wer darüber liegt, der muss das aber wohl machen, und natürlich dann auch sein Einkommen wie auch die Rente versteuern. - Wie viele der Rentner sich nun anmelden, oder unter dieser Grenze liegen, das hat man nicht gemeldet, ich darf aber versprechen, dass die Steuerberater in Zukunft immer häufiger Besuch von Rentnern bekommen werden, mit der Bitte, doch eine Steuererklärung über 8.979 Euro zu fertigen…

Auf und unter El Hierro gibt es keine entscheidenden Veränderungen. - Mindestens zwei Schlote schicken unterseeisch Magma in den Atlantik und sorgen dafür, dass kaum weitere Beben stattfinden, der Druck also nicht größer wird. Man spricht auch davon, dass es eher ein Riss sein wird als ein Schlot, das Magma also in breiter Linie austritt. - Es herrscht momentan eine gewisse Stabilität und die Magnituden des Tremor sind deutlich kleiner, seit dem sich noch mindestens ein zweiter Schlot geöffnet hat. - Sichtbar treiben große Asche- und Schwefelflecken vor der Südküste El Hierros, die sogar auf Satellitenbildern der Nasa zu erkennen sind. - Angst hat man nun davor, dass sich eventuell noch weitere Schlote öffnen könnten, oder eben den Riss verlängern, und sich dann die Eruptionen so dicht ans Ufer drängen, dass man in flaches Wasser gerät. - Das wäre gefährlich, ab einer Wassertiefe von nur etwa 100 Meter reichte der Druck des Wassers nicht mehr aus die Eruption explosionsfrei zu halten. - Das wäre momentan das Szenario, welches man am allermeisten fürchtet, denn das wäre deutlich heftiger, als würde Magma über die trockene Erde austreten. - Unterdessen beklagen sich lokale Politiker darüber, dass die von den Wissenschaftlern und Verantwortlichen der Zentralregierung Vorsichtsmaßnahmen übertrieben seien, und dass man den Straßentunnel von Los Roquillos doch wieder öffnen solle, denn dieser Weg ist die wichtigste Lebensader für die Stadt La Frontera. - Auch sollen diejenigen Bürger wieder in ihre Häuser zurück dürfen, welche vorsorglich evakuiert worden waren, noch bevor man die Stadt La Restinga geräumt hatte. - Bei allem Verständnis für Unbequemlichkeiten welche man durch längere Verkehrswege auf sich nehmen muss, in solchen Situationen sollten die Spezialisten das Sagen haben und nicht lokale Interessenvertreter.



Freitag 14.10.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1017 hPa

Du arbeitest, ich kassiere
Puntallana und Santa Cruz meckern mit Recht

Wir haben es doch immer schon gesagt, mit Müll kann man richtig viel Geld verdienen. - Manchmal klappt das sogar ohne Müll, wie man aus Mazo berichten kann, denn die kassieren jährlich knapp 400.000 Euro von der Inselregierung, weil man das Müllverwertungszentrum der Insel auf seinem Gemeindegebiet beherbergt. - Allerdings wissen wir ja, dass diese Anlage noch nicht funktioniert, also noch kein einziger Tetra-Pack oder keine kompostierwütige Biotonne dort abgegeben wurde, die ehemals als Ei des Kolumbus gepriesene eierlegende Müllverschwindungsanlage ist weder fertig, noch betriebsbereit, noch erhält diese Anlage auch nicht im Ansatz unser Vertrauen, ob die in sie gerichteten Hoffnungen jemals erfüllen werden. - Die Anlage sollte eigentlich bereits im Jahr 2004 in Betrieb gehen, daher erhält Mazo bereits diese jährliche "Schadensersatzzahlung" und nun, sieben Jahre später läuft immer noch nichts und unser gesamter Inselmüll landet weiterhin im Barranco Seco auf halbem Wege von Santa Cruz nach Puntallana. - Beide Gemeinden teilen sich diese Schlucht, die früher mal Deponie der Hauptstadt war, dann aufwendig aufgerüstet wurde, nachdem man die Müllverbrennungsanlagen schließen musste, um den gesamten Inselmüll aufnehmen zu können. - Früher, als alles anders war und nur manches besser, da bekam sowohl die Gemeinde Puntallana wie auch die Hauptstadt jährlich eine Entschädigung von 300.000 Euro, weil eben die Inseldeponie dort betrieben wird, aber seit 2009 gibt es kein Geld mehr, das hatte man im Jahr 2007 beschlossen weil man sich sicher war, dass dann spätestens die Müllverwertungsanlage in Mazo arbeiten würde. - Dem ist nicht so, drei Jahre sind seit dem vergangen, der Müll wir weiterhin im Barranco Seco abgelegt, aber Mazo kassiert, und Santa Cruz und Puntallana gehen leer aus. - Das kann natürlich so nicht sein, dass da einer arbeitet und der andere kassiert, aber warum man seitens der Hauptstadt jetzt erst meckert, und nicht bereits im Jahr 2009, das erklärt sich wieder nur durch die politischen Verhältnisse. - Mazo gehört der gleichen politischen Fraktion an wie die Inselregierung, also der Coalición Canaria und da meckert keiner, obwohl die seit 2004 unberechtigt fast 400.000 Euro beziehen. - Wobei das mit dem "unberechtigt" so eine Sache ist, denn wir kennen ja nicht den Wortlaut des Vertrages, welcher doch sicherlich zwischen der Gemeinde Mazo und dem Müllkonsortium der Inselregierung besteht. - Da müsste man halt gucken, ob man das Geld für den Betrieb der Anlage bekommt, oder einfach nur weil man das Gelände zur Verfügung gestellt hat. - Sinn macht das alles keinen und die beiden Gemeinden Santa Cruz und Puntallana meckern nun zurecht, dass sie kein Geld mehr erhalten, denn nichts hat sich geändert, der gesamte Inselmüll landet weiterhin im Barranco Seco, ob man nun glaubte die Anlage im Mazo sei bereits in Betrieb oder nicht. - Darüber hinaus wird der Barranco Seco auch nicht geschlossen, sollte irgendwann mal die Recycling-Anlage in Mazo in Betrieb gehen, man wird schlicht und ergreifend nur weniger Müll ankarren, aber der gesamte Restmüll, der nicht zu kompostieren oder wiederzuverwerten ist, der wird weiterhin dort entsorgt. - Die beiden Gemeinden können also mit Recht auch weiterhin auf Zahlungen von der Inselregierung bestehen, nicht nur rückwirkend ab dem Jahr 2009, sondern auch in die Zukunft hinein. - Mit Müll kann man also wohl Geld verdienen, so ist Mazo auch eine der am geringsten verschuldeten Gemeinden dieser Insel, kein Wunder, hat man doch bereits 2,7 Millionen Euro in den letzten Jahren dafür kassiert, ein Grundstück auf dem einige Maschinen herumstehen, an die Inselregierung zu vermieten.



Donnerstag 13.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 27,0 Grad - niedrigste Temperatur 21,6 Grad

Karneval ist eine ernste Sache
…und auch teuer

War da nicht irgendetwas zu hören von Krise, und dass die Gemeinden kräftig sparen müssen, weil man auf einem riesigen Schuldenberg sitzt und gar nicht mehr weiß, wie man die laufenden Kosten begleichen soll? - War mir doch so, als hätte da mal jemand darüber geschrieben. - Los Llanos ist mit etwa 13 Millionen Euro verschuldet, nicht schlecht für eine Gemeinde mit 22.000 Einwohnern, ein nettes Erbe hat uns da die Coalicón Canaria hinterlassen und plötzlich erinnere ich mich auch wieder, da hätte schon mal ein fleißiger Schreiberling davor gewarnt und vorgeschlagen, man sollte die doch ihre Brockensuppe alleine auslöffeln lassen. - Es kam anders wie wir wissen, wir haben es auch gefeiert, bis man so nach und nach feststellte, was da noch alles an Rechnungen offen ist. - Nun hat man ein Sparprogramm aufgelegt, was übrigens von allen gut geheißen wird, denn es geht gar nicht mehr anders, sonst muss die Gemeinde Mitarbeiter entlassen und das wäre eine der letzten Maßnahmen die man ergreifen möchte. - Sparen ist also "In" gesellschaftskonform geworden und wie oft höre ich die Aussagen meiner Mitmenschen auf der Straße, oder in diesen lustigen Denunziantenworkshops die sich anonyme Foren nennen, wie man zum Teil gut gemeinte Vorschläge macht zum Sparen. - Keine Feuerwerke mehr, weniger Personal, Fiestas, also Volksfeste sollen wieder vom Volk gemacht werden und nicht mehr nur für das Volk und wenn man das alles zusammennimmt, dann müssten wir in kürzester Zeit unsere Gemeindehaushalten wieder sanieren können. - Wäre da nicht der Heilige Sankt Florian mal so missverstanden worden, Sie wissen schon was ich meine, "verschon mein Haus, zünd´ andere an". - Denn Sparen ist gut, solidarisch und gesund, so lange es nicht bei mir, oder bei irgendjemand überhaupt angewendet wird, Sparen das macht die Allgemeinheit, und das sind grundsätzlich die Anderen, niemals Wir. - So muss man sich das nun auch in Los Llanos vorstellen, als die Gemeinde verkündete, man werde für die am Karneval beteiligten Gruppen keine Subventionen mehr ausgeben. - Davon sind betroffen, die Trommelgruppen, die diversen Nachbarschaften welche die Kleider für die "Miss-Wahlen" fabrizieren, die Tanzgruppen, die Büttenrednergruppen, alle die haben bislang als Unterstützung für ihre Bemühungen um die 2.700 Euro erhalten, und das soll nun wegfallen, weil man sich solchen Spaß einfach nicht mehr leisten kann, sondern das Geld für Gehälter und soziale Zwecke dringender benötigt.

Groß ist nun der Aufschrei der diversen Gruppen, das könne man nicht machen, so sei das alles nicht zu finanzieren, und man würde dann halt nicht im Karneval auftreten, wenn die Gemeinde kein Geld dafür herausrückt. - So schnell bröselt also wieder die Solidarität zusammen, man will Spaß haben, aber den sollen, weil man es eben so schön gewohnt ist, die anderen bezahlen, Krise hin und her, aber nicht mit meinem Karneval. - Aber wir wollen uns jetzt nicht auf Los Llanos oder den Karneval einschießen, denn dieses Problem taucht ähnlich in allen Gemeinden auf, alle haben schlaue Vorschläge wie man sparen könnte, geht es aber an die eigene Tasche, dann sind alle schnell nach Diktat verreist. - Nächstes Jahr haben wir ja in El Paso wieder die große "Romería", welche nur alle 3 Jahre abgehalten wird, und da geht es jetzt schon los und dem Rat für Kultur und Fiestas rennt man die Bude ein, fast immer mit dem gleichen Anliegen "Sicher müssen wir sparen, aber ihr werdet doch nicht bei diesem oder jenen Spektakel die Schere ansetzen" - Doch, groß wird die Schere sein und in der Tat, wenn man sich die Programme dieser "Romería" aus den anderen Jahren ansieht, 5 Wochen Fiesta und über 100 Rahmenprogramme und Konzerte, da gibt es so viel Sparpotential, da könnte man viele Fernsehsendungen der "Scriptet Reality" daraus machen. - Peter Zwegat saniert Villaarriba und Villaabajo, gesponsert von Fairy-Oberultra und wer es nicht schafft, der muss in den Dschungel, holt mich da raus, denn ich bin pleite. - Nun noch mal ein klein bisschen ernst, Sponsoring kann da wohl ein Mittel sein, die Fiestas am Laufen zu halten, aber bitte liebe Leute, erst kommen die Gehälter der Angestellten und das Geld für die sozialen Dienste und wenn dann einer feiern will, dann muss er schon selber mit anpacken, oder Geld auf den Tisch legen, ist doch eigentlich klar. Oder?



Donnerstag 13.10.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1020 hPa

Erneute Eruption vor der Küste El Hierros
Es gibt auch erste Bilder

Gestern um 14:30 Uhr vollzog sich vor der Küste El Hierros ein Vorgang, der bis heute von den Wissenschaftlern und interessierten Laien nicht abschließend interpretiert werden kann. - Die Aufzeichnungen der seismischen Ereignisse zeigen einen heftigen Erdstoß um diese Uhrzeit und danach ändert sich das Bild komplett. - Der Tremor, welcher fließendes Magma signalisiert, sandte deutlich geringere Signale und wenige Stunden später meldeten Helikopter und bereits auch Beobachter von Land aus grünliche Flecken auf dem Meer, welche als sichtbare Folge einer zweiten Eruption genommen werden. - Näher an der Küste, wohl immer noch in einer Tiefe von an die 500 Meter und als Erklärung für die Signale auf dem Seismogramm bietet man an: Das kräftige Beben zeigt den Moment an, an dem das Magma den Meeresboden erreicht und sich der Druck damit deutlich gemindert hat. - Die Magnituden des Tremor sinken danach deutlich ab, weil nun das Magma ungestört und damit mit weniger deutlichen Signalen nach außen strömen kann. - Fraglich ist nun aber, ob der erste Eruptionsfocus noch besteht, oder sich geschlossen hat und durch den gestern seit 14:30 tätigen ersetzt wurde oder ob nun beide Öffnungen dafür sorgen, den Druck des Magmas zu stabilisieren. - Den Wissenschaftlern fehlen hier Vergleiche für eine bessere Bewertung, so erklärt sich auch die Unruhe und die widersprüchlichen Aussagen der Spezialisten, aber allen ist eines klar, das ist kein vulkanologisches Schaulaufen, sondern das Ereignis vor El Hierro ist größer und ungreifbarer, als man sich das anfänglich vorgestellt hat. - Weiter bleibt auch interessant und wichtig, es gibt einen Riss der von Süden im Meer auch die Insel erreicht, und über La Restinga in Richtung El Pinar verläuft. - Die zweite Eruption nun liegt auf dieser Linie, und das erschreckende eben ist, dass die Eruption nun bis auf wenige Kilometer an die Küste herangerückt ist und man fürchten kann, dass es weitere Eruptionen gibt und diese auch auf dem Land stattfinden können. - Allerdings würde das auch wieder bedeuten, dass alle bislang vorgenommenen Maßnahmen zur Sicherheit der Bürger gerechtfertigt waren, nur möchte ja keiner eine solche Bestätigung sehen und hören. - Sorgen macht weiterhin, dass trotz des zweiten offenen Schlots, der wohl größer sein muss als der erste, es weiter Erdstöße gibt, der Druck den das Magma ausübt also noch nicht vorbei ist und man damit rechnen muss, dass es weitere Eruptionen geben kann. - Die gute Nachricht ist, dass die angesammelte Energie sich nicht weiter erhöht, sondern nun wohl durch das Ausströmen von Magma auf gleichem Niveau gehalten wird. - Die folgenden Grafiken stammen wie immer vom "IGN" (Instituto Geográfico Nacional) und zeigen zunächst, das Ereignis von gestern 14:32 heftiger Erdstoß und späteres Absinken der Magnituden des Tremor, Bild 1 und 2 und dann die "Kurve" der angesammelten Energie über die letzten Monate hinweg, seit dem 19. Juli, dem Tag als die ersten Beben auf El Hierro den Beginn dieses Ereignisses markierten. Fotos von den Schwefelflecken auf dem Meer gibt es in allen Zeitungen abgedruckt, zum Beispiel HIER bei Canarias 7.




Seismogramm aus El Hierro, man beachte die Veränderung um 14:32 Uhr



Hier der gleiche Vorgang in gemssenen Frequenzen



Dritte Tafel mit der angesammelten Energie seit Juli

Das und noch weitere Grafiken kann man auch direkt bei dem "IGN" einsehen.



Mittwoch 12.10.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 32 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 33,7 Grad - niedrigste Temperatur 24,2 Grad

Hispanidad
Heute dürfen alle falsch parken

Wer mir gestern nicht zugehört hat, der wird es heute gemerkt haben, heute ist in Spanien Feiertag. - In ganz Spanien, nichts lokales, sondern der Spanische Nationalfeiertag. - Allerdings hat dieser Feiertag viele Namen, und mindestens ebenso viele Bedeutungen, und dieser Feiertag ist nicht ganz ohne Grübeln und vielleicht sogar mit ein bisschen Fragwürdigkeit zu begehen. - Aber das nur, wenn man das als Deutscher von außen sieht, und mit deutsch meine ich in dem Fall, erzogen zur lückenlosen Aufklärung der eigenen Geschichte, wenn so etwas überhaupt möglich ist. - 12. Oktober für das Fest ist klar und einfach, an dem Tag erreichte Kolumbus die Bahamas und damit im weiteren Verlauf auch den amerikanischen Kontinent und Spanien nimmt eben für sich in Anspruch, dieser Entdeckung alleiniger Herr zu sein. - Wir wissen zwar alle, dass Kolumbus kein Spanier war, aber Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón bezahlten die Show, und wer bezahlt, der kassiert auch. - Kassieren in dem Fall wortwörtlich, denn über Jahrhunderte nun plünderten die spanischen Könige Südamerika nach Belieben aus und bauten für die einheimische Bevölkerung nicht nur Schulen und Krankenhäuser… - Das ist der Teil, der uns ins Grübeln bringen sollte, denn wenn wir diesen Tag feiern, dann feiern wir die Spanisierung Amerikas, und das ist eigentlich objektiv gesehen mit mehr Blut und Schmerzen verbunden als mit reinen Freuden. - Aber ich habe das vorhin schon mal erklärt, wir Deutsche, wenn man meinetwegen so will, mit dem "Birne-Spruch", welcher die Gnade der späten Geburt beschrieb, wir sehen die Dinge anders als viele andere. - Frankreich feiert mit Napoleon, die eigene Revolution, und genau genommen waren das furchtbare Despoten und Geschehnisse, aber das hinterfragt keiner. - So feiern wir eben heute die Spanisierung Amerikas, oder sagen wir genauer Mittel- und Südamerikas und weil dort alle, klar, bis auch Brasilien, spanisch sprechen und katholisch sind, ergibt das eine große Familie, welche sich unter dem Mantel der "Hispanidad" wieder findet. - Heute ist also nicht nur Nationalfeiertag, sondern auch "Día de la Hispanidad" - Allerdings feiert man damit auch die konservativen Werte und unter der Franco-Ära wurde dieser Tag mit solchem Aufwand und Getöse begangen, dass einige linke und liberale Kräfte diesen 12. Oktober lieber nicht mehr als Feiertag sehen möchten.

Es geht aber noch weiter mit den vielen Namen dieses Tages, wie sind noch nicht durch. - In einigen Ländern Südamerikas heißt dieser Tag auch "Dìa de la Raza" und das bedeutet genau das was Sie auch lesen, Tag der Rasse, und meint damit die spanischen Eroberer. - Lediglich in zwei Ländern hat man diese Bezeichnung inzwischen abgelegt, in Chile heißt dieser Tag unpolitisch "Día del Descubrimiento de Dos Mundos" (Tag der Entdeckung zweier Welten) und in Venezuela hat Linksproll Hugo Chavez dea ganz umgedreht und aus dem Tag der Rasse den "Día de la Resistencia Indígena" (Tag des endemischen oder indigenen Widerstandes) gemacht. - Jetzt wird es auch noch katholisch, da kommt man bei uns nie wirklich dran vorbei, denn diese "Hispanidad" die hat auch eine Schutzpatronin, und das ist die "Virgen de el Pilar". - Manche meinen fälschlich, das sei die Schutzpatronin ganz Spaniens, nein diese Dame ist die Patronin der "Hispanidad", also diesem geistigen Erbe der spanischen Eroberer. - Die Patronin Spaniens ist Santa Teresa de Avila, auch wenn das einige nicht glauben wollen, aber es ist so. - Also ist heute auch gleich noch der "Dia de la Virgen de el Pilar", meist abgekürzt "Día del Pilar" und diese vorzüglich Schutzpatronin hat auch noch die Postbeamten in Spanien unter ihre Fittiche genommen wie auch die Guardia Civil. - Die Dame heißt so, (unsere liebe Frau auf dem Pfeiler sagt die deutsche Kirche) weil die Statue, welche sich in Zaragoza befindet, auf einem Pfeiler, also "Pilar" steht. - So ist für viele heute auch der "Día de la Guardia Civil", was zunächst nichts anderes bedeutet, dass die grünen Damen und Herren heute kräftig feiern können und dürfen.

Jetzt verstehen Sie auch die Überschrift, denn die von der Guardia Civil haben heute keine Zeit für solche Späße wie Kontrollen oder Böse Onkel fangen, denn an diesem Tag richten die immer ein Fest aus, auf welches auch viele Bürger eingeladen werden. - Da El Paso wieder eine eigene Station der Guardia Civil bekommen hat, nachdem man jahrelang der Dienststelle in Los Llanos unterstand, wird auch hier in El Paso diese Feier ausgerichtet und da lassen die sich wirklich nicht lumpen. - Zunächst allerdings geht es fromm in die Kirche, denn schließlich will man ja seiner Schutzpatronin gedenken, und dann ab ins Festzelt oder in den Saal, je nachdem, wie die Räumlichkeiten das zulassen. - Anfangs geht es dann noch etwas formell zu, die Nationalhymne wird gespielt, dann die Hymne der Guardia Civil gesungen und mit einem zackigen "Viva España - Viva el Rey - Viva el orden y la ley - Viva honrada la Guardia Civil" wird dann angestoßen und danach menschelt man auch wieder ganz gewaltig. - In solchen Momenten merkt man dann schon wieder, dass die Guardia Civil eine halb militärische Einheit ist, zumindest militärische Wurzeln hat. - Allerdings sind heutigen Polizisten, mit denen man es zu tun hat, nicht mehr die verdrießlich dreinguckenden Angstmacher von früher, bei denen man es kaum wagte ihnen ins Gesicht zu blicken, sondern ganz normale Ordnungshüter denen inzwischen moderne und liberale Werte in der Ausbildung beigebracht werden. - Was ich noch nicht herausbekommen habe, jedenfalls wussten die, die ich gefragt hatte es nicht, ob nun die Guardia Civil nur zufällig die gleiche Patronin ha,t wie die "Hispanidad" oder ob das Absicht oder eine Folge dessen ist. - Das mit dem Zufall kann gut sein, denn die Postler hier haben die gleiche schneidige Maid als Patronin. - Das Essen war reichlich, Paella, Papas arrugadas und gebratenes Schweinefleisch, allerdings greift kaum jemand von den Gästen an dem Tag öfter zur Weinflasche als einmal, weil irgendwie fühlt man sich beobachtet von den grünen Damen und Herren und man ist ja schließlich mit dem Auto da. - Aber heute beißen die nicht, heute feiern die und das haben die sich auch verdient.








Mittwoch 12.10.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1023 hPa

Den Waldi ganz flach halten
Rattengift wird ausgelegt

Aus El Hierro hört man keine Veränderung der Situation, also wenden wir uns wieder dem schnöden palmerischen Alltag zu. - Entrattifizierung, das Wort gibt es in der deutschen Sprache nicht, schade eigentlich, es kommt allerdings selten vor, dass die spanische Sprache in Sachen Wortvielfalt die Deutsche überragt. - "Desratización" ist angesagt auf der Insel, den großen Nagern will man an den Kragen, ein Kampf den man niemals gewinnen kann, aber für ein paar Monate zumindest die Anzahl der störenden Tiere deutlich mindern. - Ratten gibt es überall, in Berlin, in Pjöngjang, auf Schiffen, in Kantinen und Wohnhäusern, und auch bei uns leben richtig glückliche Ratten in Bananenplantagen, selten so geschwelgt. - Wenige Lebewesen auf dieser Erde sind so erfolgreich wie Kakerlaken, Ratten und Menschen, und es sollte uns schon zu denken geben, in welcher glorreichen Trinidad wir da stecken. - Bei uns zuhause beugen wir durch ein Überangebot an Katzen gegen die Vermehrung dieser Nagetiere vor, wobei da mehr die vielen Katzen unserer Nachbarin die Arbeit verrichten, unser verwöhnter Club feliner Couch Potatoes fängt höchstens mal ein junges Exemplar dieser Tiere und immer muss ich daran denken, wie das war, mit der Ratte, drei Katzen und ich in der Küche. - Verzeihen Sie mir diesen kurzen Ausflug in die Historie meiner Katzenliebe. - Wir mussten feststellen, dass trotz permanenter Anwesenheit dreier Katzen sich eine Ratte hinter unserem Kühlschrank einquartiert hatte. - Wenn Katzen- Menschen- und Sturmfreie Bude war, dann kam das Tier aus seinem Versteck, holte sich etwas aus den Schälchen für die Katzen und kroch dann wieder in ihr warmes Zuhause. - In unserer kleinen Küche müssen wir die Eckbank und den Tisch wegrücken, wenn wir den Kühlschrank vorziehen wollen, es wurde also eine richtig große Aktion, gegen den Kühlschrankmitbewohner vorzugehen. - Vorher allerdings bewaffnete ich mich mit einem Besen und drei Katzen, weil ich annahm, dass sei eine gute Taktik. - Schließlich zog ich den Kühlschrank aus seiner Ecke, stocherte mit dem Besen unter dem Apparat und die Ratte kam schließlich heraus und lief in Richtung Tür um dem unangenehmen Vorgang zu entfliehen. - Nun dachte ich, meine drei felinen Kampfmaschinen erledigen den Rest im Dienst der Familie, aber weit gefehlt, einzig die kleine dreibeinige Lucky war noch auf dem Boden und sah der Ratte mit großen Augen zu, die beiden anderen Kastraten saßen längst auf den Küchenstühlen und machten überhaupt keine Anstalten, sich in die Schlacht zu werfen. - Nach schlimmen Verrenkungen schaffte ich es, die Ratte mit Hilfe der Tür einzuklemmen und so kampfunfähig zu machen, denn das Tier hatte einzig Angst vor dem Besen.

Da wir aber nicht alle Ratten dieser Insel mit Besen in die Ecke treiben können, legt die Inselregierung nun in Absprache mit den Gemeinden Rattengift aus, und zwar in den bereits bekannten und bewährten kleinen Beutelchen mit Weizen, der mit Bromadialon versetzt ist. - Es heißt ja immer, Ratten seien intelligent, aber auf diese Köder fallen die Tiere schon sei Generationen rein, und in den kommenden Wochen werden wir also vermehrt diese Tiere wieder auf den Straßen antreffen, bereits verwirrt durch das Gift, auf der Suche nach Wasser unvorsichtig, sind sie dann leichte Beute für Autos, Hunde und Katzen. - Da wiederum setzt nun die Angst des Tierhalters ein, kaum ein Hund oder Katze rührt das mit Gift versetzte Getreide an, aber die bereits vergifteten Tiere sind es dann, welche das Gift natürlich an ihre Fressfeinde weitergeben. - Man sollte in den kommenden Wochen also sein Haustier überwachen, möglichst nicht alleine durch die Pampa streifen lassen und auf jeden Fall so reichlich füttern, dass weitere Nahrung nicht notwendig ist. - 70.000 Euro lässt die Inselregierung sich diese Aktion kosten, ein Teil des Giftes wird an die Gemeinden weitergegeben, die dann mit eigenen Kräften auch an den kleineren Straßen die Beutelchen verteilen. - Wenn man das richtig macht, mit einem Stöckchen den Beutel tief in die Natursteinmauern drückt, dann bekommen wir von dieser Aktion nicht mal etwas mit, aber wir haben auch schon erlebt, dass weniger motivierte Mitarbeiter die Beutel einfach in die Gegend werfen. - Sollten Sie also in den kommenden Wochen solche kleinen Beutelchen finden, mit rot eingefärbtem Weizen, denn nehmen Sie diesen Beutel und stopfen ihn tief in eine Mauerritze. - Danach gut die Hände waschen vor dem Nasepopeln, und vor allem, den Waldi flach halten die nächsten Wochen, sonst haben die Veterinäre viel zu tun in den kommenden Wochen.



Dienstag 11.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 34 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 34,9 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad

La Restinga wird evakuiert
Keine guten Nachrichten aus El Hierro

La Restinga ist ein kleiner Hafenort am südlichsten Zipfel El Hierros und seit gestern weiß man, dass etwa 5 Kilometer weiter draußen im Meer Lava austritt. - Zunächst wollte man das nicht bestätigen, aber man hat es dann doch getan, auch wenn es keinen visuellen Nachweis dafür gibt, so zeigen die Seismogramme mit dem Tremor doch deutlich an, dass sich Magma dort bewegt. - Und zwar viel Magma, die Amplituden des Tremor sind deutlich größer geworden und Zeugen aus der Region La Restinga berichten, dass der Erdboden ständig vibriert, als Folge des kräftigen Tremor. - War gestern noch allgemeiner Tenor, jetzt ist alles gut, das Magma entleert sich in den Ozean, so sinkt der Druck und die Gefahr, so ist man heute seit Vormittag höchst nervös geworden, weil die seismischen Signale nicht eindeutig sind. - Einmal ist der Tremor enorm groß, aber weiter gibt es Erdstöße welche darauf hindeuten könnten, dass auch an anderen Stellen das Magma noch versucht durch die Felsen zu kommen. - Darüber hinaus könnte es gut sein, dass der unterseische Lavafluss gestaut wird, und sich so ein zweiter, oder gar noch mehr Schlote öffnen könnten. - Man spricht auch von einer Spalte, welche sind von nördlicher in südliche Richtung eben genau über La Restinga hinaus ins Meer zieht, und an dieser Spalte wäre es gut möglich, dass sich weitere Eruptionen abspielen. - Nach der Entwarnung die gestern noch die Menschen auf El Hierro hoch erfreut hatte, herrscht nun im Süden Angst und heute Nachmittag hat man sogar die vulkanische Gefahrenampel für die Region La Restinga auf die höchste Gefahrenstufe gelegt, die Ampel zeigt nun rot an. - Seit heute Nachmittag nun werden die Menschen aus La Restinga evakuiert, das heißt zunächst wurden sie alle auf den Sportplatz gerufen um ihnen die Lage mitzuteilen. Inselpräsident und Bürgermeister der Gemeinde El Pinar sind anwesend. - Die Menschen sollen einen Koffer packen mit den wichtigsten Sachen, auf jeden Fall alle wichtigen Papiere einpacken und auch Geld und die Medikamente, und wer Familie hat anderswo auf der Insel der solle dahin fahren, wer nicht, der werde mit Bussen nach San Andrés und Valverde gebracht. - Canarias 7 twittert aus La Restinga, also kann man immer ganz aktuell dabei sein, zumindest was dort im Ort vorgeht. - In einem der letzten Einträge heißt es, der Ort ist bereits praktisch leer, nur noch Journalisten und Sicherheitskräfte sind vor Ort, die Bewohner sind bereits weg. - An die 500 Menschen leben dort, die allermeisten sind mit eigenem PKW abgereist, haben sich also selbst evakuiert. - Die meisten sind bei Familie und Freunden untergekommen, nur lediglich 40 Personen mussten in Unterkünfte gebracht werden. - Zapatero will sich um 19:00 Uhr mit einigen seiner Minister und Vulkanologen treffen, um über El Hierro zu sprechen, die Besorgnis ist also bereits in Madrid angekommen, meines Erachtens kein gutes Zeichen. - Alle bemühen sich aber weiter um Ruhe, es sind alles nur präventive Maßnahmen heißt es aus allen öffentlich fungierenden Organen, aber den Menschen dort vor Ort ist sicher nicht wohl bei der ganzen Geschichte. - Wir drücken von hier aus die Daumen, dass alles gut geht auf unserer Nachbarinsel. - Jetzt zahlt sich aber auch aus, dass man vor Wochen bereits Vorsichtsmaßnahmen getroffen hat, dass man Hilfspersonal von anderen Inseln bereit hat und wenn ein Fernsehteam doch noch anreisen will, dann sollte man das wohl bald machen.

Unsere kleinen Sorgen verblassen da am Rande, ich will Ihnen aber vorenthalten, dass es heute Morgen ein Feuer in Tacande de arriba in der Gemeinde El Paso gegeben hat. - Allerdings konnte das schnell gelöscht werden, Feuerwehr und Mitarbeiter des Umweltamtes haben das innerhalb einer Stunde im Griff gehabt. - Dennoch müssen wir jetzt wieder höllisch aufpassen, die Luft ist extrem trocken und heiß, es herrscht allerhöchste Waldbrandgefahr.




Das seismische Protikoll von heute auf El Hierro, vergleichen Sie das mal mit dem von gesterns, dazu müssen Sie einfach nur einen Tag herunterscrollen.




Dienstag 11.10.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1023 hPa

Eruption vor der Küste El Hierros bestätigt
Wissenschaftler beugen sich den Indizien

Kurz vor 22:00 Uhr gestern Abend trat man dann doch noch vor die Presse und nun ist es offiziell, 5 Kilometer vor der Südspitze El Hierros und in 600 Metern Tiefe ergießt sich flüssige Lava ins Meer. - Das ist also näher als bislang vermutet und auch die Tiefe ist mit 600 Metern anders als bislang ausgesagt. - Dennoch kann man keine Zeichen an der Oberfläche entdecken, aber es wird berichtet, dass man tote Fische in der Zone gesichtet hat. - Ich bin vorsichtig mit solchen Meldungen, kann sein, muss aber nicht sein, in den letzten Stunden sind so viele Gerüchte erzählt worden, dass man äußerst selektiv mit Nachrichten umgehen sollte. - Die Magnituden des Tremor (siehe gestern Abend) sind größer geworden, der Lavafluss hat also zugenommen in den letzten Stunden, allerdings gibt es überhaupt keine Meldungen oder brauchbare Vermutungen darüber, über welche Mengen an ausgeschüttetem Material wir sprechen. - Die Erdstöße sind deutlich weniger geworden, aber es gibt sie noch, an anderen Stellen auch unter der Insel, so dass man es noch nicht ausschließen kann, dass auch an anderen Stellen noch Lava austreten kann. - Die Behörden sind sich aber in der Gefahrenzumessung einig, es ist nun deutlich sicherer geworden, es bestehe keinerlei Gefahr für die Bevölkerung und der Straßentunnel, welcher seit Wochen vorsichtshalber geschlossen ist und dessen Schließung Frontera vom "Rest der Insel" fast ausgeschlossen hat, der soll bald wieder eröffnet werden. - Was keiner weiß und keiner sagen kann, wie lange nun dieses Szenario anhält, und wie das weitergeht. - Das hängt von solch vielen Faktoren ab und man kann nur dasitzen und versuchen, den wirklich vielen Daten irgendetwas logisches abzuringen, wobei wir hier von einer Naturgewalt sprechen, welche nicht immer das macht, was unserer Logik entspricht, sondern durchaus eigene Dynamik entwickeln kann. - Das Mediale kommt nun ein bisschen zu kurz, die angereisten Fernsehteams müssen sich mit Interviews zufrieden geben, die Anstalten senden anstatt der El Hierro Eruption Archivbilder anderer Eruptionen und interessant ist es zu lesen, wie aus zögerlichen Aussagen von Wissenschaftlern, die genau wissen, wie wenig sie eigentlich wissen, in Basalt gemeißelte Wahrheiten rund um ein nicht in Gänze begreifbares Naturschauspiel gemacht werden. - Wir wissen nicht mehr als gestern Abend, aber wir haben uns entschlossen, unseren eigenen Messdaten zu glauben, so könnte man das auch nennen, und so kommt auch diese Bestätigung zusammen. - Wie es weitergeht, das werden wir die kommenden Tagen, und wahrscheinlich Wochen, täglich neu erleben und ob wir jemals was von dieser Eruption zu sehen bekommen, auch das wissen wir nicht. - Man müsste schon einen Tauchroboter dort hinschicken, und wenn das wirklich in 600 Meter Tiefe ist, dann ist das gar nicht ausgeschlossen, solch eine Tour in relativer Kürze zu organisieren.

Eine Feiertagswarnung darf ich noch weitergeben. - Morgen am 12. Oktober ist der spanische Nationalfeiertag, denn genau am 12. Oktober soll Christoph Columbus eine bis heute folgenschwere Entdeckung gemacht haben und nicht wenige wünschen sich immer noch, der hätte tatsächlich einen anderen Weg nach Indien gefunden… - Morgen sind die Läden also zu, eingekauft wird heute, wobei viele kleine Läden zumindest vormittags dennoch geöffnet haben, verhungern wird uns schon keiner.



Montag 10.10.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 32 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 32,2 Grad - niedrigste Temperatur 19,9 Grad

Tremor gleich Eruption?
Offizielle Wissenschaftskreise wollen eine Eruption vor der Küste El Hierros noch nicht bestätigen

Vermuten heißt nicht wissen, und auch wenn alle glauben, dass vor der Küste El Hierros eine Eruption stattfindet, wollen die zuständigen Wissenschaftler das noch nicht bestätigen. - Das Problem ist, dass man es nicht mit einhundertprozentiger Sicherheit bestätigen kann, ohne weitere Messungen, denn der Augenschein nutzt hier nichts, denn man bekommt von einem unterseeischen Vulkanausbruch nichts mit, wenn der in beachtlichen Tiefen stattfindet. - So bleibt das bislang eine "Indizieneruption", ohne komplette Bestätigung. - Man wird nun von Schiffen aus in den kommenden Tage die notwendigen Messungen der Gase und Temperaturen vornehmen und es dann bestätigen können, was wir bislang alle nur annehmen, die Presse und die Politik aber bereits bestätigen. - Vielleicht sind die Wissenschaftler da auch etwas kleinlich, aber das muss man auch verstehen, denn alleine durch die Präsenz eines Tremors eine Eruption zu bestätigen reicht vielen nicht aus. - Allerdings ist das wohl eines der stärksten Indizien, denn das seismische Signal "Tremor" (lateinisch für Beben und Zittern, spanisch für Erschauern) deutet fast zwingend auf eine Eruption hin und dieses Signal hat man seit letzter Nacht andauernd gemessen. - Im Gegensatz zu Erdstößen, welche eine breite Frequenzbreite auf den Seismographen hergeben und meist nur von kurzer Dauer sind, liegen die Tremoren (ich weiß nicht, ob ich den Plural richtig gedeutet habe) nur im unteren Frequenzbereich und können andauernd bleiben, was sie nun auch sind. - Die Erdstöße vulkanischen Ursprungs deuten darauf hin, dass aufsteigendes oder horizontal sich bewegendes Magma das Gestein aufbricht und so eben für Erdbeben sorgt. - Ein Tremor allerdings deutet auf frei fließendes Magma hin, welches keine Hindernisse mehr passieren muss, also bereits das Untergrundgestein durchdrungen hat. - Allerdings gibt es Fälle, da hat man Tremore gemessen, welche auf Magma dicht unter der Oberfläche deuteten, aber noch nicht durchgebrochen war, so dass man es nicht als einhundertprozentigen Beweis nutzen kann, nur eben als sehr deutliches Indiz. - Jetzt gibt es so gut wie keine Erdstöße mehr, nur noch kontinuierlichen Tremor, und das Ausbleiben der Erdstöße darf auch als Indiz gewertet werden. - Es gibt aber wohl noch ein paar Beben, allerdings nicht genau dort, wo der Tremor herkommt, also widerspricht sich das nicht. - Unten habe ich einige Grafiken angehängt, die das mit dem Tremor noch besser verdeutlichen.

Was nun fehlt, um die "Indizieneruption" wirklich abzuschließen, man hat nicht beobachten können, wie die Magma aufgestiegen ist, denn es hätten kontinuierlich Beben stattfinden müssen, die immer weiter an die Oberfläche streben. - Das ist ausgeblieben, ansonsten fehlt noch der optische Beweis für eine Eruption, aber das kann man später durch Gasmessungen im Wasser wohl bestätigen. - Für alle, welche sich für Vulkanismus interessieren eine große Sache, wir konnten fast "live" seit 19. Juli dieses Jahres dabei sein, wie sich eine solche Eruption hier auf den Kanaren andeutet, und wie genau man anhand der vielen vorhandenen Daten wissen kann, was wo passieren wird. - Auch ein erwartetes Beben der Stärke 4 war vorhanden, welche wohl der ganzen Geschichte den Wandel verliehen hat, seit diesem Beben misst man den Tremor, und viele sagten auch, sobald die Beben die Stärke 4 erreichen wird es ernst. - Für die Bewohner El Hierros ist es gut, dass die Eruption unterseeisch stattfindet, im Moment gibt es überhaupt keine Gefahr, auch wenn ein Wissenschaftler meint, die Tiefe der Eruption liegt bei "nur" 500 Meter, tippen die meisten doch auf Tiefen zwischen 1.000 und 2.000 Meter und da müsste schon ein Krakatau losbrechen, damit man da etwas mitbekommen würde. - Dennoch ist damit das ganze Kapitel vulkanische Krise auf El Hierro noch nicht abgeschlossen, es darf nicht ausgeschlossen werden, dass sich weitere Eruptionen ereignen, die dann auch wieder das Festland treffen können. - Aber auch das erscheint bei der Erfahrung welche man über kanarische Vulkane gesammelt hat, als unwahrscheinlich, alle Eruptionen die man bislang beobachten konnte, die entleerten den Überdruck über ein Ventil. - Für die langfristige Entwicklung der Insel El Hierro ist es aber schade, dass man kein sichtbares Beweisstück für einen "Vulkanausbruch" hat, den man dann touristisch ausnutzen könnte, denn mit dem Hinweis, dort 1.000 Meter tiefer, da ist vor kurzem Magma geflossen, kann man keinen Urlauber anlocken. - Wir werden also auf eine runde Bestätigung der Eruption noch warten müssen, wobei die Presse und die Politik das längst überlaufen haben, aber es gibt sie eben doch noch, die ganz seriösen Wissenschaftler, die wirklich erst die Beweise komplett haben wollen und nicht rein nach Indizien bewerten wollen. - Alle nachfolgenden Grafiken stammen vom "IGN" Instituto Geográfico Nacional), auch Bild 5, das wurde allerdings noch von der "AVCAN" (Actualidad Volcánica de Canarias) zum besseren Verständnis bearbeitet.







Bild 1. Hier zeigt sich ein typischer Tremor, ein nicht endendes "Grummeln" auf dem Seismogramm, was auf fließendes Magma deutet.




Bild 2. Die Frequenzmessungen zu Bild 1.




Seismogramm El Hierro vom 8.10. Hier kann man gut die einzelnen Erdstöße erkennen.




Bild 4. Hier die Frequenzenmessungen dazugehörig zu Bild 3.




Bild 5. - Hier wird anhand eines anderen Ereignisses sehr gut der Unterschied von Tremor zu Erdstoß erklärt.




Montag 10.10.2011 12:10 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1022hPa

Endlich ist er da
Vulkanische Eruption vor der Insel El Hierro

Ganz frisch ist das noch alles und ganz wenige Daten und Fakten sind bislang bekannt geworden, aber nun scheint es sich zu bestätigen, dass die seit dem 19. Juli erwartete Eruption begonnen hat. Heute gegen 11:00 Uhr lokaler Zeit gab es die ersten Gerüchte, nachdem Fischer von einer unterirdischen vulkanischen Tätigkeit gesprochen haben. - Die Wissenschaftler sind jetzt gerade auf einer Sondersitzung und haben noch keine Pressekonferenz gegeben, aber die Agentur "EFE" zitiert einen Vulkanologen des "CSIC" (Consejo Superior de Investigaciones Científicas) nachdem auch die Daten des "IGN" des Instituto Geográfico Nacional bestätigen, dass es eine unterseeische Eruption vor der Südküste El Hierros gibt. - Es gibt zwei unterschiedliche Meldungen über die Lage der Zone, einmal heißt es 6 Meilen vor der Küste und einmal heißt es 4 Meilen, aber auf jeden Fall Südküste. - Zunächst wurde die Tiefe des Ereignisses mit 500 Meter angegeben, laut der Agentur "EFE" allerdings findet der Austritt der Lava in 2.000 Metern Tiefe statt. - Mehr weiß ich noch nicht, heute Abend kann ich dann sicher ein paar Fakten zusammentragen. -



Montag 10.10.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1020hPa

Rettung für den Stadtsäckel
Tazacorte und Mazo gehen da unterschiedliche Wege

Ich hätte längst die Lösung für alle Gemeinden parat, ihre bekanntermaßen klammen Stadtsäckel wieder zu füllen. - Man müsste nur alle Falschparker konsequent abkassieren, dann wäre das kein Thema mehr, aber das wagt man halt in den Gemeinden nicht, das gäbe zu viel böses Blut und auch die Stadtpolizisten selbst, die gucken täglich vielmals noch schnell woanders hin, damit sie bloß nicht irgendwelche Bekannten anzeigen müssen. - Das ist verständlich, jeder kennt jeden, vielleicht sogar sympathisch, von wegen Augen zudrücken und zwinkern, allerdings kommt auch dabei heraus, dass obwohl ordentliche Parkplätze vorhanden sind, jeder seine Karre dorthin stellt, wo er gerade Lust hat diese zu parken. - In Tazacorte geht man nun einen interessanten Weg um wieder an Einkünfte zu gelangen, man setzt Geschäfte und Kioske zur Versteigerung aus, welche über Jahre hin keine Gewerbesteuern mehr bezahlt haben und deren Gemeindelizenz längst abgelaufen ist. - Das sind meist Betriebe, die gar nicht mehr geöffnet haben, oder nur noch sporadisch, und deren Situation oft illegal ist, weil sie eben keine Eröffnungslizenzen haben, oder ohne öffentliche Ausschreibung an Privatpersonen gegangen sind. - Bei diesen Geschäften, Läden und auch einem Industriebetrieb handelt es sich natürlich um Gewerbe auf öffentlichen Grund, die also von der Gemeinde abhängig sind, dadurch kam man überhaupt erst auf die Idee, diese Geschäfte mit neuem Leben zu füllen und damit auch neue Einkünfte zu erhalten. - Natürlich ist es nicht sicher, dass sich für alle 17 Gewerbe auch neue Interessenten einfinden, die den Laden, den Kiosk oder das Geschäft dann auch betreiben wollen, aber versuchen darf man das doch mal und oft kehren doch neue Besen deutlich besser. - Nächstes Jahr kommen denn noch weitere 7 Gewerbeobjekte hinzu, unter anderem auch der neu errichtete Kiosk am Strand "Playa de los Guirres", der meist aber eher als "Playa Nueva" bekannt ist. - Aus der Gemeindeverwaltung lässt man uns wissen, dass man mit diesen Maßnahmen hofft, an die 160.000 Euro in die Stadtkassen schaufeln zu können. - Anders geht man in Mazo die Dinge a, um an mehr Geld zu kommen, allerdings muss man hinzufügen, dass diese Methoden nicht gerade erfolgreich sind, sondern man sich so nur Ärger einhandelt. - Mehrere Fälle sind nun aus Mazo bekannt geworden, wo man für Autos, die längst manche schon seit 20 Jahren, stillgelegt waren, nun Steuern kassieren wollte. - In den Fällen, in denen die Bürger der Gemeinde eine Einzugsberechtigung erteilt haben, ist das sogar geschehen, und nun müssen diese Menschen sich darum kümmern, dass sie wieder an ihr Geld kommen. - Von der Gemeinde selbst gibt es dazu keine Aussagen, sondern nur von der Opposition, die sich natürlich gerne auf solche Fehler stürzt. - So meint man auch, nun die gesamten Rechnungen der letzten Monate zu kontrollieren, da es auch sein kann, dass manch ein Bewohner der Gemeinde es noch gar nicht mitbekommen hat, dass man ihm fälschlicherweise die Steuern für ein altes Auto untergejubelt hat. - In Mazo ist man seit langem schon äußerst aufmerksam mit dem Kämmerer, denn vor Jahren hatte man diesen Dienst mal an eine Fremdfirma vergeben, von denen einer oder mehrere Mitarbeiter äußerst lange Finger bekommen haben und immer wieder Teile der Einnahmen verschwunden waren. - Jetzt macht man den Kram wieder in eigener Regie, aber wie sich zeigt eben auch fehlerhaft, obwohl bei dem jetzigen System die Gemeinde mal nicht draufzahlen muss.



Sonntag 09.10.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1019hPa
Höchsttemperatur heute 26,9 Grad - niedrigste Temperatur 17,6 Grad

Smalltalk
Staatliche Bauernfänger, keine Parkplätze für Politiker und ein Oktober, wärmer als ein August

Reihenweise kommt es plötzlich bei der "Seguridad Social" zu neuen Anmeldungen, gerade so als würde die Wirtschaft hier heißlaufen und jede Menge an neuen Firmen entstehen. - Ist aber nicht so, es ist die Angst vor den Inspektionen, welche viele, bislang noch nicht angemeldete Landwirte dazu bringt, sich nun den Status "Autónomo" zu sichern, was so viel bedeutet wie "Unabhängiger" und etwas zwischen Freiberufler und Ich-AG ist. - Aber auch ganze Firmen melden sich an, allesamt aus dem landwirtschaftlichen Bereich, und da kann man den gleichen Hintergrund vermuten, die staatlichen Bauernfänger sind unterwegs. - In der Tat laufen auf der Insel Inspektoren der "Seguridad Social" herum, die sich bei diesem Auftritt mal nicht die Restaurants oder die Läden vorgenommen haben, ob dort Schwarzarbeit praktiziert wird, sondern die Landwirtschaft und dort vornehmlich den Sektor Bananen. - Man hatte es immer schon vermutet, es gilt in dem Sektor nicht wirklich als schick, auch ordentlich angemeldet zu sein, aber jeder der hier Geld verdienen will, und sei es auch wenig oder aus der Landwirtschaft, der muss bei der "Seguridad Social" angemeldet sein und seine Beiträge bezahlen. - Renten- Kranken- und Arbeitslosenversicherung, Drei in Einem bietet die "Seguridad Social" an und ist für wirklich alle Pflicht, selbst für diejenigen, die darüber hinaus noch eine andere Krankenversicherung haben. - Wie viele "Schwarzbauern" denn man schon "inbanani" erwischt hat, das will man uns vorerst noch nicht sagen, aber man munkelt, dass es nicht wenige waren, welche den staatliche Häschern ins soziale Netz gegangen sind. - Viele, die nicht erwischt wurden, die haben sich jetzt eben noch schnell angemeldet, die können dann ruhiger die kommenden Tage schlafen und auch arbeiten, wenn plötzlich fremde Männer mit Aktenkoffern mitten in der Bananenplantage auftauchen. - Der oberste Rat für Landwirtschaft der Kanaren, der uns allem gut bekannte Juan Ramón Hernández, Ex-Bürgermeister aus Los Llanos, und Miterfinder der Asphaltwerke neben Wohngebieten, der sieht sich nun auch gezwungen darauf hinzuweisen, dass er, also die Coalición Canaria nichts mit den Kontrollen zu tun hätten, sondern das eine staatliche Angelegenheit ist, also eher der PSOE zuzurechnen sei. - Darüber hinaus meint er auch noch, mit diesen Kontrollen würde man die Landwirte doch nur verscheuchen und stellt sich damit auf die Seite seiner lieben Sünderlein.

Da wir nun schon erfahren durften, wie die Coalición Canaria das mit Solidarität unter den Beitragszahlern sieht, kommt hier noch ein lustiges Beispiel dafür, wie man Fähnchen schnell, praktisch und vor allem wechselhaft in jeden Wind hängen kann. - Im Rathaus von Santa Cruz, unserer schmucken Hauptstadt mit den Parkplatzproblemen, da hat die Coalición Canaria nichts mehr verloren. - Im Rathaus sitzen die Damen und Herren der rebellischen Union aus PSOE und PP, sehr zum Unwohlsein der heutigen Opposition, die sich mit dieser harten Bank doch so gar nicht anfreunden kann. - Und weil das nun so ist, da kommt die Coalición Canaria auf die populistische Idee, doch vorzuschlagen, die Politiker des Rathauses sollten das Privileg verlieren, dort am Rathaus parken zu können. - Alle Menschen seien gleich, die Parkplatznot der Hauptstadt bekannt, warum sollten dann Politiker Privilegien gegenüber Malern, Geschäftsleuten oder sonst wem haben. - Gut gebrüllt Coalición Canaria, das unterstütze ich sofort, ich würde auch noch ein Parkverbot für Bänker und FDPler einführen, und damit sogar eine Mehrheit finden, aber warum schlagt ihr das erst vor, als ihr selbst nicht mehr im Amt seid und so die Parkplätze auch gar nicht mehr nutzen dürft? -

Komisches Wetter kann auch gutes Wetter sein, und das erleben wir nun bereits genau die letzten 10 Tage. - Zunächst war das Azorenhoch komplett verschwunden, da kam sogar ein bisschen Regen, aber immer waren die Temperaturen hochsommerlich, und das wird nun nach einem kleinen "Zwischennormal" auch wieder so. - Allerdings dieses Mal mit dem Azorenhoch, oder sagen wir lieber dem Nordatlantischen Hoch, denn über den Azoren lag dieses prächtige Hochdruckgebiet nicht mehr. - Weit nach Osten lehnt sich das Hoch nun über das spanische Festland, und sorgt dort für prächtiges Wetter und für Wärme auf den Kanaren. - Der Wind kommt weiter aus Nordost zu uns, allerdings nicht mehr als kühler und trockener Segen, welcher sich auf seinem ewigen Weg über den Nordatlantik abgekühlt hat und voller Feuchtigkeit steckt, sondern als eher kontinentaler Wind, vom Festland her und auch über den afrikanischen Kontinent geschickt. - So bleibt die Wetterlage eigentlich gleich, nur eben weht der Wind zu und über Land, nicht mehr über Meer, und das kleine Stückchen, welcher dann der Wind auf dem Weg von Afrika zu uns wieder den Atlantik berührt, das reicht nicht aus, wieder zu alter Frische zurück zu finden. - Im Hochsommer würde das Hitze bedeuten, jetzt im Oktober bedeutet das angenehme Wärme, die uns für die kommenden 5 Tage sicher erwartet. - Auch wenn es vielen in Deutschland nun nicht so gerne hören, die tiefste Temperatur, welche wir bislang im Oktober auf unserer Höhe gemessen haben, die betrug 17,6 Grad, plus wohlgemerkt, und das war diese Nacht. - Die Unaussprechlichen sind bislang noch die Unberührbaren, und das ist gut so.




Wie immer werden diese wunderbaren Grafiken von der Agencia Estatal de Meteorología zur Verfügung gestellt.




Sonntag 09.10.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1019 hPa

110 Kilometer
La Palma Ultrabike de Montaña

Inzwischen haben wir keine Angst mehr vor internationalen Sportveranstaltungen und das ist gut so. - Die "Transvulcania" hat uns dieses neue Selbstbewusstsein verliehen und dieser Ultramarathon über 83 Kilometer war überhaupt auch so etwas wie ein Startschuss für La Palma, die sich nun als Sportinsel versteht, und ihre Bewohner da auch mitnimmt. Fast jede Gemeinde hat inzwischen ihr "Laufevent", das heißt mal "Reventón-Trail" mal "Cabra-Trail" und wo die Anglizismen nicht weit sind, da fühlt man sich doch gleich international und hochmodern. - Der neueste Klopper nun soll ein 110 Kilometer-Rennen für Mountainbiker sein, von El Paso aus nach Fuencaliente, über die Forstpiste zurück, zum Refugio El Pilar und dann hinab nach Santa Cruz. - Es wird auch eine Kurzstrecke geben, die endet dann bereits in Fuencaliente die ist nur 33 Kilometer lang, aber auch anstrengend und anspruchsvoll, nur eben nicht so kräfteraubend wie die lange Version die dann in Santa Cruz endet. - Am 7. April 2012 wird dieses Rennen das erste Mal gestartet, und es gibt diverse Kategorien in denen man sich anmelden kann, die sowohl unter 23 jährige, wie auch ältere Semester berücksichtigen. - Die Organisation übernimmt die Inselregierung, der Anstifter und Anschieber dieser Übung ist erneut Julio Cabrera, der seinerzeit bereits als Rat für Umwelt die "Transvulcania" organisiert hat, und nun als Rat für Tourismus weiter auf ein sportliches Image für diese Insel setzt. - Das ist sicher nicht verkehrt, das steht und ganz gut, und die Vermischung unserer grandiosen Landschaft eben mit anspruchsvoller sportlicher Betätigung, die bietet sicherlich noch weitere touristische Ressourcen. - So könnte man auch noch an ein großes Straßenrennen denken, oder einen heftigen Triathlon, aber das muss eben alles auch gut organisiert sein und international bekannt gemacht werden. - Mit der Transvulcania hat das funktioniert, auch wenn wir uns noch schwer damit tun wirklich das Rennen auch als international zu betiteln, dürfen wir darauf hoffen, auch bei den Mountainbikern noch bekannter zu werden. - Die Strecke führt zumeist über Forstpisten, aber auch teilweise über Wanderwege, und nur 5% der Wegstrecke muss auf Asphalt zurückgelegt werden, so zumindest kann man das auch der Webseite entnehmen, die für dieses Rennen auch schon zur Verfügung steht. - Dort kann man sich auch gleich anmelden für den April 2012, man sollte aber vorher die Teilnahmebedingungen auch gelesen haben und das wird dann für Ausländer ein bisschen schwierig, denn es gibt zwar eine Übersetzung, aber man hat es halt immer noch nicht begriffen, dass automatische Maschinenübersetzungen einfach nur Scheiße produzieren und keine deutsche Sprache. - Weiter passiert immer der gleiche Fehler, man gibt eine Kontonummer an, auf welche die Teilnahmegebühr überwiesen werden soll, gibt das Ganze als internationales Rennen aus, nennt aber nicht die notwendige IBAN und Swift-Nummer. - Das sind alles noch Dinge, wo wir noch an unserem internationalen Image arbeiten müssen, aber es bewegt sich etwas und das alleine ist schon gut. - Ich könnte mir auch vorstellen, dass ein Ritt über 110 Kilometer per Mountainbike eine interessante Aufgabe ist, und sich dabei auch noch mit vielen Gleichgesinnten zu messen. - Die Webseite der La Palma Ultrabike de Montaña lautet www.ultrabikelapalma.com und bietet alle weitere Informationen und lustige Übersetzungen.





Samstag 08.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 26 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 28,7 Grad - niedrigste Temperatur 20,9 Grad

El Hierro kommt näher
Weiter Rätselraten um die viele Erdstöße auf der Nachbarinsel

Am 19. Juli ging alles los, da bebte die Erde unter der Insel El Hierro zum ersten Mal in diesem Jahr. - Allerdings gab es von da an Schwarmbeben in einer Vielzahl, dass man mehrere hundert Beben am Tag messen konnte, welche aber anfänglich allesamt für Menschen nicht spürbar waren und bei Magnituden zwischen 0,5 und 1,5 auf der Richterskala lagen. - Diese "Schwarmbeben" sind typisch für vulkanische Aktivitäten und werden nicht das erste Mal hier auf den Kanaren gemessen, sondern immer dann, wenn Magma sich unter den Insel bewegt. - Es kann sein, dass die Bewegung des Magmas horizontal verläuft, dann muss es nicht zu einer Eruption kommen, die entsteht eben nur, wenn das Magma sich vertikal ausbreitet und sich dabei auch den Weg über die Oberfläche sucht. - Das nennt man dann Vulkanausbruch und davor haben alle Laien Angst und alle Vulkanologen und Geologen freuen sich darauf und würden am liebsten dabei sein. - Zumal man uns ja auch immer erzählt, unsere Vulkane seien "brave Buben", strombolisch nennen die Wissenschaftler das, weil man die eben mit der Wirkung unserer Vulkane mit der auf der Insel Stromboli vergleicht. - Dennoch sind vulkanische Eruptionen kein Kinderspiel, geht es doch auch immer dabei um mögliche Nebenwirkungen wie Steinschlag im lokalen Ausmaß, bis hin zum Abbruch großer Mengen an Gestein in den Atlantik. - In den letzten Wochen nun sind die Magnituden der Erdstöße deutlich angestiegen und immer mehr Beben werden von der Bevölkerung auf El Hierro jetzt auch gespürt. - Die Magnituden erreichen nun immer wieder Werte über 3, die stärksten die gemessen wurden lagen bei 3,8 und damit nicht mehr weit von der Stärke der Beben entfernt, welche vor 40 Jahren die Eruption des Teneguía hier auf La Palma angekündigt haben. - Allerdings scheint das Magma nicht aufzusteigen, denn die gemessenen Tiefen der Beben nehmen eher noch zu, waren die anfänglich noch zwischen 10 - 12 Kilometer Tiefe, so liegen diese jetzt bei 14 - 16 Kilometer. - Darüber hinaus wandern die Epizentren der Beben immer weiter in Richtung Süden, so dass nun die meiste seismische Aktivität sich gar nicht mehr unter der Insel El Hierro abspielt, sondern mehrere Kilometer vor der Südküste.

Man geht davon aus, dass die Magmabewegung deshalb horizontal ist und es gar nicht zu einer Eruption kommen muss, oder die unterseeisch abläuft und wir davon, außer den Erdstößen gar nichts bis fast nichts mitbekommen. - Vor der Insel El Hierro erreicht der Atlantik schnell eine Tiefe von bis zu 3.000 Meter, so dass uns das Spektakel dann nicht medial aufbereitet werden könnte. - Allerdings gibt es noch die Frage nach der deutlichen Bodendeformation, die seit August dieses Jahre gemessen wird, und sich danach die Ostseite der Insel 4 Zentimeter auf La Palma zubewegt hat, die Westseite sich aber in etwa gleicher Geschwindigkeit von La Palma abwendet. - Das sind hohe Geschwindigkeiten nach geologischen Maßstäben und daraus entsteht nun eine andere Theorie, dass es sich bei den Beben gar nicht unbedingt um ein vulkanisches Ereignis handeln muss, sondern es tektonischen Ursprungs sein kann. - Diese These wurde anfänglich eigentlich nur belächelt, und auch wenn man die Meinung der meisten Wissenschaftlern immer noch klar auf einen vulkanischen Ursprung der Beben hinweisen, wird diese neue Theorie inzwischen immer mehr diskutiert. - Demnach liegen die Kanaren auf einem eigenen Sockel, welcher von der atlantischen Platte Richtung afrikanische Platte geschoben wird. - Dabei werden Teile der "kanarischen Platte" angehoben und auch verschoben, und manchmal gehen diese Risse eben auch mitten durch eine Insel, wie das jetzt der Fall auf El Hierro sein könnte. - Nicht beantwortet wäre allerdings damit die Frage, warum denn dann die ständige Bewegung und so plötzlich seit Juli, und man früher diese Bewegungen gar nicht wahrgenommen hat. - Weitere Frage, warum dann nur das Gerumpel unter El Hierro und nicht auch bei uns und den anderen Inseln? - Ganz befriedigend ist also diese Theorie auch nicht, vielleicht ist es aber auch eine Mischung aus beidem, wobei denn noch die Frage offen wäre, ob denn die Magmabewegung verantwortlich ist für den "schnellen Ritt" El Hierros, oder eben diese Bewegung auch vulkanische Aktivität ausgelöst hat. - Es bleibt spannend auf El Hierro, die Einwohner dort müssen inzwischen aber reichlich genervt sein, der Tunnel welcher Frontera mit dem Rest der Insel verbindet bleibt weiterhin gesperrt, der Tourismus ist fast zusammengebrochen und keiner weiß, wie es weitergeht. - Die nachfolgende Grafik zeigt eine hypothetische Möglichkeit über die Entstehung der kanarischen Inseln und auch die vorher im Text angesprochenen Hebungen werden verdeutlicht. - Die Grafik habe ich dem sehr interessanten Geologieforum "todogeología" entnommen, allerdings ist dort auch nicht der Urheber der Grafik genannt.





Samstag 08.10.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1021 hPa

Krisenanschauungsunterricht in Tazacorte
64 Wohnungen, die nicht mehr bezahlbar sind

Sechs Jahre ist das wohl her, wenn man die Lektüre korrekt deutet, da legte eine Baufirma aus Tazacorte ein Projekt auf, welches 64 Sozialwohnungen anbot. - Begleitet von der Caja Canarias und dem kanarischen Amt für Wohnungsbau fand man auch gleich 64 Interessenten, welche die geforderte Anzahlung von 20% des Kaufpreises aufbringen konnten, um endlich Wohnungseigentümer zu werden. - Ich darf daran erinnern, dass wir vor 6 Jahren noch zu den Boomländern gehörten und die Banken nicht zögerten, auch diesen Familien Hypothekenkredite zu gewähren, welche den Kauf der Wohnungen auch ohne jegliches Eigenkapital ermöglichten. - So weit so gut, oder so schlecht, denn nun sieht die ganze Geschichte anders aus, die Wohnungen sind fast fertig, werden aber von der Baufirma nicht an die zukünftigen Eigentümer übergeben, weil die Bank keine weiteren Kredite an die Käufer geben will und die Baufirma sich darauf hin weigert, die Wohnungen zu übergeben. - Da ist halt die Krise dazwischen gekommen möchte man meinen, das stimmt so weit, aber was eigentlich alle daran Beteiligten nicht sehen wollen, genau das was dort in Tazacorte jetzt mit diesen Wohnungen abgeht, das genau ist der Grund für die Krise. - Es ist unwahrscheinlich, dass die Käufer der Wohnungen den vollen Kaufpreis jemals bezahlen können, die hohe Arbeitslosigkeit macht den meisten daraus einen roten Strich durch die Rechnung und die Bank will keine Hypothekenkredite mehr geben, weil man eben genau das fürchtet. - So kommt auch die Baufirma nicht zu ihrem Geld, die inzwischen Kapital vorgestreckt hat und nun in der Zwickmühle steht, dass die Käufer sich zusammenschließen und über die Öffentlichkeit, also Presse und Demonstrationen fordern, endlich "ihre" Wohnungen zu beziehen. - Allerdings nicht alle, die genaue Zahl der Käufer, welche lieber wieder vom Kauf zurücktreten würden, weil ihnen klar ist, dass sie niemals die Zinsen für einen kompletten Kredit von mehr als 100.000 Euro aufbringen können, die wissen wir nicht, aber diese unglücklichen Menschen die kommen da nun nicht mehr heraus, weil die Bank den Hypothekenkredit nicht auflösen will und die Baufirma angezahltes Geld auch nicht mehr zurückgibt.

Da stehen wir nun, 64 Familien, die nicht in ihre Wohnungen kommen, eine Baufirma, die bislang nur 20% der errechneten Endsumme erhalten hat und eine Bank, die keine weiteren Kredite vergeben will, weil die Geschichte halt in den letzten Jahren plötzlich angefangen hat ernst zu werden. - Wer nun die Schuld hat, das ist gar nicht so einfach zu beantworten, vordergründig ist es einfach zu sagen, die Baufirma soll endlich die Wohnungen rausrücken, denn die Käufer hätten ein Recht darauf, aber was ist denn los, wenn die Wohnungen bezogen werden, wie kommt dann die Baufirma zu ihrem Geld? - Die Bank vergibt nämlich keine Kredite mehr an die zukünftigen Eigentümer, die müssten das also mit eigenen Mitteln aufbringen, aber das scheint kaum möglich zu sein, denn es handelt sich schließlich um Familien mit geringem Einkommen, sonst wären die überhaupt nicht ausgewählt worden, in den Genuss zu kommen, von der kanarischen Regierung steuerbegünstigte Sozialwohnungen erwerben zu können. - Ohne die Kredite liegt also das gesamte System sofort still, und die Frage, wie man denn überhaupt auf die Idee kommen kann, einkommensschwachen Familien Kredite von mehr als 100.000 Euro in Aussicht zu stellen, damit die eine Wohnung kaufen, die darf nur unter Aufsicht gestellt werden, obwohl das genau der Knackpunkt zu sein scheint. - Das ist nun der Moment, in dem die Gemeinschaft der Steuerzahler eingreifen muss, und der Bank eine Bürgschaf geben, damit die weitere Kredite gewähren kann, damit die Käufer der Wohnungen endlich den geforderten Kaufpreis bezahlen, sonst ist das gesamte Geld weg und keiner hat was davon. - Das wird so in Tazacorte geschehen, genau so ist das auch am Beginn der "Krise" mit den Banken passiert, jeder hat sich darüber aufgeregt, aber anders kann man das wohl gar nicht handhaben, als einfach weiterhin dieses Schmierentheater zu füttern. - Böse ist dabei nur, wer genau das wusste wo der Hammel lang läuft, und leider scheint es so zu sein, dass viele genau das wussten und heute noch herrlich davon leben, dass anderen das Wasser bis zum Hals steht.



Freitag 07.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 32 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 32,9 Grad - niedrigste Temperatur 22,4 Grad

Chaos in El Paso
Baustellenblues

In Santa Cruz hatten ja alle ein Verkehrschaos erwartet, weniger in El Paso, denn eigentlich sind wir doch gesegnet mit Parkplätzen und haben uns längst zum "Speckgürtel" der große Stadt Los Llanos gemausert. - Seit ein paar Wochen allerdings funktioniert das aber nicht mehr so richtig, denn der große Supermarkt San Martín wird umgebaut, und bei dieser Aktion fällt immer mal wieder der Großteil der Parkplätze weg und plötzlich wird auch in El Paso das Parken zum Problem. - Immer noch bauen die um werden Sie nun denken, aber das liegt nicht daran, dass die faul wären oder langsam, man hat halt einfach wirklich mehr vor als nur im Inneren alles auf Vordermann zu bringen. - Die Lebensmittelabteilung ist ja nun schon eine ganze Weile im Erdgeschoss angekommen, sauber, hell und übersichtlich, wobei die Übersichtlichkeit auch der Tatsache geschuldet ist, dass man noch keine neue Ware geordert hat, sondern Cocktailwürstchen von Tulip in zwanziger Reihen stapelt. - Macht nichts, man hat uns versprochen nach der Umbauphase auch neue Produkte ins Programm zu nehmen, aber im Moment ist noch kein Lagerraum vorhanden und so bleibt das Angebot noch klein. - Wobei ich allerdings sagen muss, irgendein Einkäufer im San Martín muss Weizenbier mögen, es gibt dort bis zu 7 verschiedene Weizen zu kaufen. (3 x Franziskaner, 2 x Maisel, Schlappeseppel und Krombacher) Wobei ich als Bayer nun auch mal ein Lob nach Nordrhein-Westfalen schicken muss, die retten nicht nur den Regenwald, sondern brauen auch ein hervorragendes Weizen dort in Kreuztal. - Zurück nach El Paso. - Im Obergeschoss ist die Nonfood-Abteilung noch nicht fertig, und damit ist der Fahrstuhl auch nicht erreichbar für das Publikum, man erreicht also das Untergeschoss nur über die beiden Laufbänder und ältere oder gehbehinderte Menschen haben größte Probleme damit. - Aber auch Menschen die gut gehen können, müssen aufpassen, es gibt so große Einkaufskörbe, die man auch auf dem Boden ziehen kann, mit Rollen drunter und erst neulich habe ich erlebt, wie sich auf dem Laufband einer dieser Körbe selbstständig gemacht hat und wieder abwärts gestürzt ist. - In dem Korb war kaum was drin, und kein weiterer Mensch auf dem Laufband, aber das kann auch mal ins Auge gehen. - Bei den großen Einkaufswagen kann das nicht passieren, die krallen sich mit ihren Rädern in das Laufband und können so nicht die Biege machen. - Da muss man also noch nachbessern, oder vielleicht diese großen Einkaufskörbe aus dem Verkehr ziehen.

Jetzt sind wir aber bei Thema Verkehr, und das macht im Moment keinen Spaß in El Paso einkaufen zu gehen. - Zwar ist der Parkplatz offen, aber gleichzeitig ist unten Materiallager, die Baustellenfahrzeuge nutzen den Parkplatz auch, und das Obergeschoss ist nur zeitweise offen und man muss Glück haben, dass einem niemand entgegenkommt, weil der wenige Platz der einem geblieben ist, nun für beide Fahrtrichtungen genutzt wird. - Man kann da, wenn man Muße hat, einfach mal eine halbe Stunde zusehen, wie die Fahrer sich abmühen, oder man ist gleich pfiffig genug, sich einen anderen Parkplatz zu suchen und den Rest zu Fuß zu machen. - Oft kommt es nun auch vor, dass Baustellenfahrzeuge auf dem Parkplatz rangieren und dann kein PKW mehr rein oder raus kann, die Fahrzeugführer aber dennoch auf der Straße stehen bleiben, weil sie auf den Parkplatz wollen und so einen Rückstau verursachen, der sich dann locker bis hin zur Hauptstraße ausdehnt und dann ist komplettes Chaos angesagt. - Gestern und heute war dann das Chaos komplett, nicht nur am San Martín wurde außen an der Fassade gebaut und ein Kran stand auf dem Gehweg und halb in die Straße hinein, sondern auch genau gegenüber stellte man noch einen Kran auf, um auch dort zu arbeiten. - Gehweg gab es dann überhaupt keinen mehr, besser planen kann man nicht und ich bin immer wieder höchst erfreut, wie leidensfähig und wenig mürrisch wir dennoch die Dinge angehen. - Aber der San Martín wird irgendwann auch wieder besuchbar und dann gibt es sogar Schattenparkplätze auf dem Obergeschoss und das Chaos wird sich in für El Paso gewohnte Ruhe wieder auflösen. - Bis dahin allerdings, Nerven zusammenhalten und für diejenigen, die sich gerade das Rauchen abgewöhnen, ist es besser, den Bereich weiträumig zu umfahren…





Freitag 07.10.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1020 hPa

Weihnachtsgeld für Politiker ja
Mehr Lehrer für bessere Bildung nein

Das Gobierno de Canarias kommt aus den Peinlichkeiten nicht mehr heraus, und heute, da die PSC/PSOE mit an Bord ist, scheint sich deren Verhalten nahtlos an die bislang von der Coalición Canaria vorgegebene Unverfrorenheit anzugleichen. - Seit vielen Jahren predigt man hier auf den Kanaren, dass dem Bildungssystem Mittel fehlen, um die Schulen auf den Kanaren dem spanischen Durchschnitt anzupassen. - Wer da am meisten gebrüllt hat waren die Sozialisten, doch nun haben genau die das Ressort Erziehung und Bildung im Gobierno de Canarias übernommen, aber nichts, gar nicht hat sich geändert. - Sicher ist die Krise daran schuld, es ist kein Geld da heißt es, aber das wissen wir doch besser, da man doch Geld ausgibt für sinnlose Unterfangen wie den Hafen von Granadilla, oder den dritten Hafenausbau von Tazacorte, oder nennen wir die unsägliche "Policía Autónoma", eine vierte Polizeitruppe, die kein Mensch braucht, und die nur Kosten verursacht. - Nachdem man an der Oberstufenschule in El Paso streiken musste, um die Abiturklasse von 41 Schülern zu teilen, was übrigens inzwischen geschehen ist, müssen jetzt auch die Kinder der Zentren aus La Nieves und Puntagorda auf die Straße gehen, um so etwas Grundlegendes wie das Recht auf gute Bildung durchzusetzen. - In beiden Schulen fehlen Lehrer und in Las Nieves taucht das gleiche Problem auf wie das in El Paso war, auch da will man die Abiturklasse mit 40 Schülern durchziehen, was nun wirklich kein ordentliches Angebot an die Schüler ist, welche das wichtigste Jahr ihrer Schulkarriere angehen. - In diesen, leider schon normal gewordenen Akt hinein, dass auf vielen Schulen der Kanaren erst gestreikt oder gebrüllt werden muss bis genügend Mittel zur Verfügung gestellt werden platzt die Nachricht, dass die Mitglieder des Gobierno de Canarias keinen Anlass sehen, auf ihr Weihnachtsgeld zu verzichten, denn "man hat ja seine Aufgaben gemacht" und "das Sparprogramm auf den Weg gebracht". - Die Frage nach der Streichung des Weihnachtsgeldes war aufgekommen, nachdem die Landespolitiker Kataloniens beschlossen hatten, solidarisch mit der Gesellschaft auf das 13. Monatsgehalt zu verzichten. - Für Politiker und Beamte hat das Jahr in Spanien übrigens sogar 14 Monate, ein doppeltes Gehalt im Sommer und eines im Winter, es ist also durchaus noch eine Knautschzone für weitere Einsparungen vorhanden. - Die Frechheit der katalonischen Politiker kommt also bei uns auf den Kanaren nicht gut an, lieber lässt man es sein, ein paar Lehrer einzustellen, um in Sachen Bildung vielleicht mal halbwegs auf europäisches Niveau gelangen, wichtiger ist, dass unsere Politiker auch ihr Weihnachtsgeld bekommen. - Der Witz aber an der ganzen Geschichte ist, dass sich andere dafür schämen, nicht aber diejenigen, welche den eigentlichen Grund zu dieser Schande bieten.



Donnerstag 06.10.2011 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 29 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 29,6 Grad - niedrigste Temperatur 22,7 Grad

Auch das Goldene Kalb muss versichert sein
Ungeliebte Inspektionen auf den Bananenplantagen

Die "Krise" hat viele Gesichter, das haben wir schon oft gehört, und da gehen die Behörden nun auf der Suche nach Einnahmen, oder auch weniger Ausgaben, auch bislang fast ungegangene Wege. - Die Bananen sind hier auf den Kanaren, und ganz besonders gilt das für La Palma so etwas wie Force majeure, wie ein Goldenes Kalb und jeder der sich mit dem Sektor anlegt oder kritisiert, der bekommt was mit der endemischen Staude robust auf Nase und Meinung. - Der Hintergrund ist natürlich auch die breite wirtschaftliche Bedeutung für die Insel, allerdings werden immer wieder Zahlen kolportiert, die Hälfe des Inseleinkommens würden durch die Bananen erwirtschaftet, die nicht der Realität entsprechen, die Bedeutung für La Palma ist riesig, aber nicht so drückend wie gerne behauptet wird. - Der Sektor wird aber sehr gepflegt, auch von politischer Seite, immerhin haben die großen Kooperativen viel Einfluss und an die 4.000 Bananenbauern gibt es auf der Insel, plus noch mal etwa die gleiche Anzahl an Menschen, welche mit der Weiterverarbeitung oder dem Transport der Früchte zu tun haben, solche einen Sektor bei nur 83.000 Einwohnern nimmt jeder Politiker ernst. - So hat man bislang auch immer wieder einen Umstand nicht wirklich an die große Glocke gehängt, dass viele Pflanzer keine gewerbliche Anmeldung haben, also nicht in die staatliche Grundversorgung einzahlen, so wie das eigentlich Pflicht wäre für alle, die auch nur irgendwie Geld verdienen. - Die Zahlen will keiner nennen, wie viele der 4.000 Pflanzer auch den Status "autónomo" haben und die "Seguridad Social" mit ihren Beträgen beglücken. Aber im Moment scheinen Inspektoren auf der Insel zu sein, welche sich auf den Plantagen der Insel umsehen und wohl bereits für reichlich Unruhe gesorgt haben. - Es scheint überhaupt das erste Mal zu sein, dass dem Sektor solche Inspektionen sogar auf den Plantangen drohen, in den Kooperativen hat es das schon öfter gegeben, ob denn alle Mitarbeiter ordentlich angemeldet sind und auch Beiträge gezahlt werden.

Einige "Pflanzer" hat man schon erwischt, die keine Beiträge zahlen, einige sogar, die nebenbei arbeitslos gemeldet waren, aber kräftig auf ihrer Finca gearbeitet haben. - Schwarze Schafe gibt es überall, aber es scheint besonders hier in der Landwirtschaft gang und gäbe zu sein, dass man aus reinem Nebenerwerb heraus schließt, keine Sozialversicherung, Krankenversicherung und Arbeitslosenversicherung bezahlen zu müssen. - Ist für manche Kleinbetriebe auch nicht wirklich lohend, denn als "autónomo" muss man monatlich erst einmal 254,- Euro auf den Tisch legen als Beitrag für die "Seguridad Social", und nicht weniger, bloß weil man vielleicht das nur in Teilzeit macht und sowieso tagsüber noch einen anderen Job hat als Angestellter. - Ebenso die Rentner, die müssten dann auch wieder in die Kasse einzahlen und wer nur ein paar Bananen sein Eigen nennt, für den lohnt es sich dann gar nicht mehr. - Ich denke mir auch oft, wo sind da die Grenzen, jeder hat hier einen Gemüsegarten und auch ein paar Kartoffeln und wenn man da ein bisschen mehr davon hat und mal ein paar Säcke davon verkauft, dann müsste man theoretisch gleich einen Betrieb anmelden. - Da hat man nun in ein Wespennest gestochen, und wir wissen noch nicht wirklich, ob das gut sein wird, was hinten herauskommt. - Viele andere meinen aber auch, natürlich nur Menschen, die nicht mit Bananen ihren Unterhalt verdienen, das geschehe denen ganz recht, jahrelang Subventionen erhalten, aber die Renten- und die Krankenkasse nicht bezahlen, das ist nicht nur unsolidarisch, sondern einfach auch illegal.




Bananen, so weit das Auge reicht




Donnerstag 06.10.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1020 hPa

Demokratie ist…
…wenn Verlierer regieren

In Deutschland ist das kaum anders, da bestimmt seit Jahrzehnten eine klassenfeindliche Splittergruppe von Lobbyisten in Form der FDP die Bundespolitik mit, es muss also keiner den Zeigefinder ausfahren, wenn wir mal wieder kurz über Lokalpolitik auf La Palma sprechen. - Ich kann Ihnen sowieso versichern, dass ich zukünftig viel weniger darüber schreiben werde, ganz einfach deshalb, weil es sich eigentlich nicht mehr lohnt, darüber auch nur nachzudenken. - Bei den Kommunalwahlen im Mai dieses Jahres gab es zunächst einen hoffnungsvollen Ruck, in 12 der 14 palmerischen Gemeinden gelang es endlich die seit Jahrzehnten andauernde Übermacht der Coalición Canaria zu stoppen, welche mit Gutsherrenpolitik und Vetternwirtschaft diese Insel seit nunmehr 20 Jahren ruiniert. - Das roch nach Revolution, die eigentlich gegensätzlichen Gruppen der PP und der PSOE verbündeten sich, um die gescheiterte CC zu vertreiben und selbst im Cabildo Insular gelang es, die absolute Mehrheit der Coalición Canaria zu beenden. - Alle, aber wirklich alle gingen nun davon aus, dass auch im Cabildo Insular "unsere" 5 gewählten Räte sich mit denen der PP versammeln, um die Coalición Canaria aus dem Amt zu werfen, aber leider müssen wir schamvoll zugeben, dass genau das nicht geschehen ist und "unsere" Räte noch diese Woche dafür sorgen werden, dass die Coalición Canaria weitere 4 Jahre ihr Unheil auf La Palma treiben kann. - Angekündigt hatte man das schon, nun sind die Verhandlungen abgeschlossen, die 5 Räte der Sozialisten erhalten sogar zum Teil wichtige Ressorts, wie Infrastruktur, (Jorge González), Planung, neue Technologien und Vizepräsidentschaft (Anselmo Pestana), Kultur, (Vicky Hernández), Schulwesen und Soziales (Jovita Monterrey), José Basilio Pérez (Sport). - Den Schritt, nun zusammen mit der Coalición Canaria zu regieren, den werden die Sozialisten hier auf La Palma noch bitterböse bereuen, denn kaum jemand von der Basis war angetreten, um die Coalición Canaria weiter an der Macht und damit am Leben zu halten. - Allerdings gab es kräftigen Druck von "oben", man drohte und droht den "unseren" Räten mit Parteiausschlussverfahren, wenn man mit der Partido Popular paktiert, denn auch auf der Ebene des Gobierno de Canarias gibt es diese frivole bis lächerliche Koalition aus PSOE und CC, und um den Hauptverlierer der Wahlen zu stützen, Jose Miguel Pérez, der es geschafft hat, die Mandate seiner Partei auf den Kanaren von 26 auf 15 zu senken, wird über den Willen der Wähler und der Parteibasis hinweg eine Konstruktion geschaffen, welche in keiner Weise die aktuelle politische Situation dieser Insel erhellen kann.

Beide Parteien, sowohl die Coalición Canaria, wie auch die PSC/PSOE; haben bei den Kommunalwahlen gegenüber dem Stand von vor 4 Jahren an Wählergunst verloren, und genau deswegen sind nun beide Gruppierungen an der Macht. - Dabei sind die 5 gewählten Räte der Sozialisten im Cabildo Insular richtig gute Leute, allerdings werden die ihre Leistungen nun mit in den Dienst der Coalición Canaria stellen, und das ist für die allermeisten Wähler der PSOE wirklich nicht nachvollziehbar, und auch nicht tragbar. - Der einzige Gewinner der Wahlen, die Partido Popular, die geht sowohl im Gobierno de Canarias, wie auch im Cabildo Insular La Palmas leer aus, was mich nun nicht wirklich persönlich trifft, aber eben nicht als Widerhall einer Angelegenheit gelten kann, welche durch Wahlen vorgibt, die Meinung des Volkes zu repräsentieren. - Aber die PSOE, oder korrekt hier für die Kanaren, die PSC/PSOE ist in diesem Spiel nicht alleine, vor 4 Jahren waren die Vorzeichen genau anders, da gewann die Wahlen im Gobierno de Canarias ein blendend aufgelegter Juan Fernando López Aguilar, einer der letzten echten Sozialisten, welcher dem perversem Charme des Neoliberalismus noch nicht erlegen war, aber die Regierung bildeten damals die Verlierer, Coalición Canaria und Partido Popular. - So scheint das politische Gesetz auf den Kanaren zu sein, wir werden immer von den Verlierern regiert, und irgendwie immer der Coalición Canaria und darum stehen wir auch im spanischen Vergleich da wo wir sind, ganz unten.



Mittwoch 05.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 29,1 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad

Online-Pranger
Vox populi 2.0

In den meisten Online-Medien hat ja der Leser inzwischen die Möglichkeit einen Kommentar abzugeben, das ist unheimlich wichtig für das Medium selbst, denn in den meisten Fällen machen die Kommentare einen Artikel erst interessant und da ja die Zugriffszahlen im Netz die Höhe der Werbeeinnahmen bestimmen, lassen da selbst konservative Zeitungen derbste anonyme Pöbeleien durchgehen. - Ich persönlich finde das nicht gut, wer eine Meinung kundtun will, der sollte auch einen Namen haben, aber ich habe das alles nicht erfunden, muss aber auch nicht alles mitmachen. - Hier auf La Palma hat mit dieser Kommentarsucht das lobenswerte Online-Magazin elapuron.com angefangen, welches inzwischen, sicher hauptsächlich durch die vielen, meist bösen Kommentare, zur Pflichtlektüre vieler Politiker und anderer öffentlicher Personen dieser Insel geworden ist. - Die anderen Zeitungen mussten irgendwann nachziehen, inzwischen kann bei allen kommentiert werden, auch wenn der Diario de Avisos das etwas komplizierter gestaltet. - Lobenswert ist elapuron aber eher deswegen, weil es ausnahmsweise kein Parteiblatt der Coalición Canarias ist, sondern auch Pressemeldungen der PP und der PSOE abdruckt, welche früher einfach in den Abfalleimern der anderen Zeitungen verschwunden sind. - Das geht nun nicht mehr, elapuron.com druckt die Pressemeldung, und dann wird kräftig in der anonymen Leserschar darüber diskutiert, gestritten oder beleidigt, und schon ist diese Thema so interessant, dass auch die anderen Medien es nicht mehr auslassen können. - Das hat wohl dazu geführt, dass mehr Nachrichten nun wirklich an die Bevölkerung kommen, und nicht mehr politisch so gesiebt werden kann, wie man das früher gerne getan hat. - Man wirft elapuron.com zwar immer mal wieder vor, pro PSOE zu sein, wobei ich sagen muss, bloß dadurch dass man auch Pressemeldungen der Sozialisten abdruckt, so wie die der anderen Parteien auch, ist man doch noch kein Zentralorgan. Das wäre man, wenn man die der anderen Parteien ignorieren würde oder nach Belieben verändert, aber dem ist nicht so, also gilt dieser Vorwurf nicht. - Aber auch nicht alles ist eitel Sonnenschein bei elapuron.com, denn die vielen Kommentare können nicht nur eine Freude sein sondern auch eine Last, zumal wenn es um politische oder wirtschaftliche Interessen geht, welche durch anonyme Foristen oder Kommentatoren berührt werden.

Das kennen fast alle Foren oder Zeitungen mit Kommentarbereich, diese müssen moderiert werden, um den größten Unfug oder die schlimmsten Beleidigungen gleich abzufangen. - Das ist nicht immer leicht, sehr zeitaufwendig, weil man alles lesen muss, und dann muss auch der Moderator noch in sich gehen, ist das schon eine persönliche Beleidigung, kann dieser oder jener Kommentar einer anderen Person, Partei oder Firma Schaden zufügen, da gilt es gut und oft auch glücklich abzuwägen. - Auf der anderen Seite aber, löscht oder editiert man zu viele Kommentare, dann brüllt die Netzgemeinde gleich etwas von Zensur und dem Recht auf freie Meinung, dabei vergessen die aber, dass es kein Recht gibt, eigene Meinungen über fremde Webseiten zu verbreiten. Das gibt es lediglich im Rahmen von gerichtlich angeordneten Gegendarstellungen, nicht aber in Kommentarleisten oder Foren von Massenmedien. - Dennoch, wird zu kräftig "moderiert", dann meidet die Gemeinde der anonymen Teilnehmer schnell mal solch eine Seite, und das ist absolut nichts wünschenswert, denn dann sinken die Klicks und damit die Einnahmen. - Ich beziehe mich jetzt auf den Fall den ich heute Morgen beschrieben habe, mit der unverständlichen und fast schon frechen Forderung der Betreibers des Parkhauses in Santa Cruz, der 5,5 Millionen Euro von der Gemeinde haben will, weil die auch Parkplätze und das auch noch kostenlos zur Verfügung stellen. - Der stellt sich da auf eine Höhe mit den Banken und will unternehmerisches Risiko nicht selbst tragen, sondern auf die Steuerzahlergemeinschaft abwälzen. - Bei den Banken hat das ja geklappt, im Falle des Parkhauses bin ich aber skeptisch. - Nun aber wird der Betreiber des Parkhauses dort im Kommentarbereich, oder sagen wir Forum, derart nieder gemacht, zum Teil persönlich beleidigt und dazu aufgerufen, das Parkhaus zu boykottieren, dass der oder die arme Moderatorin sicher Alpträume von diesem Thema bekommen wird. - Sicher haben die schon ganz viele Beiträge erst gar nicht veröffentlicht, aber bei manchen die jetzt noch stehen, kann man die Neigung geschäftsschädlich zu sein, einfach nicht mehr leugnen. - Das wird jetzt auch dem Betreiber zu viel, der hat sich nun selbst eingemischt, und bietet den Foristen von dort ein Treffen im Parkhaus an, damit die sich von der Schönheit und der Sicherheit des Parkhauses überzeugen können. - Damit ist eine neue Qualität entstanden, kein Politiker hat das jemals gemacht, auf anonyme Beleidigungen zu reagieren, der Betreiber des Parkhauses wird aber nun nervös. - Auf der anderen Seite will er vielleicht auch versuchen, da ein paar aus der Anonymität zu ziehen, aber ich bezweifle, dass das gelingen wird. - Allerdings lädt der Betreiber des Parkhauses mit seiner krummen Forderungen auch dazu ein, angegangen zu werden, und was man früher mit ein paar Kumpels am Tresen diskutiert hat, das steht heutzutage für alle Welt sicht- und lesbar im Online-Pranger.



Mittwoch 05.10.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1020 hPa

Parkplatzchaos in der Hauptstadt
Zu viele Parkplätze, nicht zu wenig

Ich weiß ja nicht, wie es in anderen Ländern ist, aber in Spanien gibt es immer häufiger Fälle, in denen Firmen oder Geschäftsleute Einkommen vor Gericht erstreiten, da die Geschäftsidee Blödsinn war oder gar nicht erst begonnen werden konnte. - Gipfel dieser lustig-skurrilen Geschäftsmethode hier auf den Kanaren war und ist der "Caso Tebeto" auf Fuerteventura, dort beantragte eine private Firma Schürflizenzen, welche zunächst auf lokaler Ebene zugesagt wurden. - Später allerdings zog man diese Zusagen wieder zurück, nachdem man festgestellt hatte, dass es nach den Flächennutzungsplänen unmöglich ist, dort Minenarbeiten zu betreiben. - Die interessierte Firma verklagte nun daraufhin das Gobierno de Canarias auf 101 Millionen Euro Schadensersatz, und ein Gericht auf Tenerife erkannte diese Summe sogar an und forderte die Regionalregierung auf, diese Summe innerhalb von 15 Tagen zu überweisen. - Man bezahlte bislang keinen Euro, allerdings ist die Sache noch nicht vom Tisch, sondern man erreichte in einer Revision lediglich, dass neue Studien über die Schadensersatzforderungen eingeholt werden müssten. - Meist geht es aber nicht um so viel Geld, aber oft auch um Millionensummen, welche Geschäftsleute vom Gemeinschaftskonto aller Steuerzahler fordern, und gewiefte Rechtsanwälte mit dem Hang zum Drehen und Biegen interpretierbarer Gesetzestexte gibt es eben so viele. - Hier auf La Palma läuft auch gerade wieder eine solche Welle an, Canaragua gegen Santa Cruz, Canaragua gegen El Paso, die Drohung gegen Los Llanos, Millionen zu fordern falls das Asphaltwerk nicht eröffnet werden kann und nun kommt der neueste Hammer, und die Geschichte ist gleich richtig skurril bis dreist, der Betreiber des Parkhauses in Santa Cruz möchte die Gemeinde verklagen, weil die "illegale" Parkplätze bereithalten würde. - Wir erinnern uns, der Bau des Parkhauses in Santa Cruz geriet zur absoluten Geduldsprobe für Anwohner und das Rathaus, dem Betreiber ging immer wieder das Geld aus, die Bauarbeiten ruhten über Monate und kein zeitliches Limit für das Ende der Bauarbeiten wurde eingehalten, so dass man oft kurz davor stand, die erteilte Lizenz dem Betreiber wieder zu entziehen. - Das hätte die komplette Pleite für den Bauherren und späteren Betreiber bedeutet, aber man hat davon abgesehen, weil man einerseits so schnell keinen anderen gefunden hätte, welcher die Arbeiten weitergetrieben hätte, auf der andern Seite wollte man diese Firma auch nicht kaputt machen.

Diese nette Geste interessiert heute niemanden mehr, das Parkhaus lief bis vorgestern geschäftlich extrem schlecht, da zu teuer, sehr eng, und es eben genügend andere Parkplätze gab, welche kostenlos waren und von der Stadt zur Verfügung gestellt wurden. - Genau dagegen klagt der Betreiber heute, die Parkplätze, welche die Stadt am Hafen gegenüber der Post, und eben auch auf dem vom Meer gewonnenen Stück Land angeboten hat oder hatte, die sind illegal und hätten nie betrieben werden dürfen. - Die Stadt hätte nicht die erforderlichen Papiere dafür gehabt, und das seit vielen Jahren nicht, also sei das nicht in Ordnung gewesen und gäbe es diese Parkplätze nicht, dann würde das Geschäft mit dem Parkhaus vor Jahren schon Gewinne abgeworfen haben. - 5,5 Millionen Euro fordert man nun von der Gemeinde Santa Cruz als Schadensersatz, und will diese Forderung nun gerichtlich durchsetzen, da bislang von der Gemeinde kein Angebot über Schadensersatzansprüche geäußert wurde. - Diese Summer erhöhe sich jeden Tag weiter erklärt der Chef der Betreiberfirma in einer Presseerklärung, jeden Tag an dem der Parkplatz am Hafen gegenüber der Post weiterhin betrieben würde. - Der große Parkplatz am Meer ist ja nun zum 1. Oktober geschlossen worden, auch wenn aus einem anderen Grund, dieser Parkplatz zählt also nicht weiter. - Die Stadt dürfe diese Parkplätze nicht betreiben, da sie nicht die Genehmigung von der Küstenbehörde dafür hätte, also stellt das eine illegale Konkurrenz für das Unternehmen dar, welche so auf Einkünfte verzichten musste. - Da macht sich jemand ganz, aber ganz unbeliebt, denn alle Anwohner und später Nutzer des Parkhauses sind komplett stinkig auf den Betreiber, der sich nie an Vorgaben gehalten hat und das Parkhaus an sich ist eine äußerst enge Höhle, schlecht beleuchtet und feucht, aus der man mit seinem Auto so schnell wie möglich wieder heraus will. - Ich bin gespannt, ob man einen Richter finden wird, um diese frivole Forderung einzutreiben, aber nach einigen wirren Entscheidungen, die ich hier bereits erlebt habe, kann man das gar nicht mehr ausschließen.



Dienstag 04.10.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 5 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 26,8 Grad - niedrigste Temperatur 21,4 Grad

Kurzlichter
Hauptstadt ohne Chaos, Brände ohne Folgen und El Hierro ohne Eruption

Das erwartete, oder vielleicht auch herbei geredete Verkehrschaos in der Hauptstadt wegen der Schließung des großen Parkplatzes am Meer ist ausgeblieben. - Vorerst ausgeblieben merken manche an, weil von vorne herein viele Leute am gestrigen Montag gleich darauf verzichtet haben nach Santa Cruz zu fahren oder lieber den Bus genommen haben. - Auf jeden Fall ist alles glimpflich verlaufen und auch die vielen Pendler scheinen sich erfolgreich außerhalb mit Parkplätzen abgefunden zu haben. - Noch nicht wirklich klar ist die Geschichte mit der "Blauen Zone", kaum ein Autofahrer hat eine Parkscheibe im Auto, kaum einer weiß, wie lange er dort stehen kann, (wohl 90 Minuten) und wer das alles kontrollieren will, das ist auch noch nicht fassbar. - Aber Hauptsache, es ist zunächst mal alles ruhig geblieben und erst die nächsten Tage werden dann zeigen, wie zukünftig der Alltag in Santa Cruz abläuft. - Und dann werden die Geschäftsleute auch noch ihre Meinung dazu abgeben und uns wissen lassen, ob ihre Umsätze gesunken sind, weil eben nun viele Leute zum Einkaufen erst gar nicht mehr nach Santa Cruz fahren. - Ein Geschäftsmann ist aber nun zufrieden, der Betreiber des einzigen Parkhauses der Hauptstadt, der kann sich nun die Hände reiben, boomt doch nun sein Geschäft plötzlich, nachdem sonst fast niemand diese Einrichtung angenommen hatte.

Die Gewitter heute Morgen blieben nicht ohne Folgen auf der Insel. - Kurzeitig fiel der Strom in manchen Regionen aus und man meldet gleich 5 Feuer, welche durch Blitzschlag ausgelöst wurden. - Ein Lagerschuppen in Puntagorda wurde vom Blitz getroffen und brannte, in Fuencaliente brannten ein paar Kiefern aus dem gleichen Grund, und in der Gemeinde Garafía gab es gleich an drei Stellen ebenso brennende Kiefern nach Blitzeinschlägen. - Alle Feuer konnten schnell gelöscht werden, auch wenn so viele Feuer gleichzeitig natürlich für die Brandbekämpfer eine besondere Herausforderung darstellen, aber da man viele kleine Trupps dieses Jahr unterwegs hat, ging das trotzdem zügig voran. - Natürlich half auch der Regen dabei mit, dass sich diese Feuer nicht schnell über das Unterholz ausbreiten können, dennoch sollten wir froh sein, dass es auf unserer Insel selten Gewitter gibt und diese im Sommer sowieso nicht vorkommen.

Auf El Hierro weiß man noch nicht so richtig wie das weitergeht, man kann keineswegs von Entwarnung sprechen, aber die Beben werden auch nicht häufiger oder stärker, so dass es auch keine spürbare Entwicklung hin in Richtung Eruption gibt. - Die Epizentren der Beben sind in den letzten Wochen und Monaten interessant von der Nordseite der Insel nach Süden gewandert, und im Moment finden die meisten seismischen Vorkommnisse bereits nicht mehr unter der Insel El Hierro statt, sondern 10 bis 15 Kilometer vor der Südküste und die Tendenz hält an, dass es weiter Richtung Süden geht, und damit von der Insel weg. - Das hört man gern auf der Insel, auch wenn ein frischer Vulkan eine bedeutende touristische Attraktion darstellt, die Leute dort wollen das lieber gar nicht haben, soll doch die Eruption lieber weiter draußen und unter der Wasseroberfläche stattfinden. - Inzwischen ist ja bereits sehr viel geschrieben über die geologische Entwicklung dort auf El Hierro und ein Wissenschaftler stellt nun eine interessante These zur Diskussion, die man zumindest mal anhören könnte. - Die andauernde Bewegung der Beben von Nord nach Süd und zugleich eine Bewegung der Ostseite der Insel in Richtung Norden und der Westseite in Richtung Süden seien auffällig. - Per GPS-Daten hat man ermittelt, dass sich der Ostteil der Insel bereits 3,5 cm in Richtung La Palma bewegt hat, und der Westteil ebenso 3 Zentimeter nach Süden, also weg von La Palma. - Nun könnte man daraus auch konstruieren, dass diese Beben gar nicht vulkanologischen Ursprungs sind, sondern die Insel auf einer Riftzone sitzt und sich die beiden Fragmente der Insel gerade aneinander reiben. - Das würde dann bedeuten, dass die jetzigen Beben nicht unbedingt vulkanischen Ursprungs sein müssen. - Der Wissenschaftler selbst ist von seiner These übrigens nicht überzeugt, sondern stellt die nur zur Diskussion, die allermeisten lehnen das als mögliche Ursache allerdings ab. - Die vorherrschende Meinung sagt aus, dort in etwa 12 - 15 Kilometer Tiefe bricht das Basaltgestein regelmäßig auf, da von unten Magma dagegen drückt. - Allerdings scheint diese Magma sich nicht in Richtung Oberfläche zu bewegen, sondern horizontal zu wandern und dabei eben von Norden nach Süden. - So wird es denn auch sein, und es ist auch gut möglich, dass diese "Krise" die man seit Juli dieses Jahres auf der Insel miterlebt, völlig ohne wirkliche oder für uns beobachtbare Eruption endet.



Dienstag 04.10.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 6 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1019 hPa

Blitzgefährlich
Freilichtkino mit Donner

Seit 4 Uhr morgens blitzt und donnert es, wobei La Palma noch nicht im wirklichen Focus des Gewitters steckt. - La Gomera muss bislang das meiste an Blitzen abbekommen haben, aber so langsam werden auch hier die Einschläge lauter. - Paul steckt in irgendeinem Schrank versteckt, den sehen wir nicht mehr, bis dieses Gewitter vorüber ist. - Das kann allerdings noch ein wenig dauern, die Wetterlage hier über den Inseln will sich nur ganz langsam ändern. - Seit vier Tagen nun hängen wir im Niemandsland der Einflussgebiete, mal stundenweise Afrika mit brütender Wärme, dann fallen plötzlich dicke Tropfen vom Himmel die Regen darstellen sollen, aber eigentlich zum Großteil aus Staub bestehen und wer sein Auto gerade gewaschen hatte, oder weiße Wäsche auf der Leine, der wird sich wunderbar aus der großen Schublade der Flüche bedienen. - Schuld, oder sagen wir lieber Ursache dieser meteorologischen Wirrungen auf dem Nordatlantik sind einzig wieder der Lage des großen nordatlantischen Hochs zuzuschreiben, welches viel zu weit östlich steht und so diversen Niederschlagszellen es ermöglicht hat, bis auf unsere Breite vorzurücken. - Zwei Tage noch müssen wir diese Wirrungen ertragen, dann rechnen uns die großen Wetterstationen vor, regiert wieder der Hochdruck über unserem Archipel, und schickt die Niederschlagsgebiete wieder dorthin wo sie hingehören, nach Mitteleuropa. - Jetzt regnet es auch kräftig, nicht mehr nur dicke Tropfen welche mehr aus Staub bestehen als aus Wasser, sondern richtiger Regen, welcher nun die Autos wieder sauber spült und den Mehltau auf dem noch nicht geernteten Wein noch besser gedeihen lässt. - Zu früh kommt dieses Wasser, auch wenn wir über Regen eigentlich glücklich sein sollten, aber vor November brauchen wir eigentlich keinen Niederschlag, das hat sich unsere Pflanzenwelt längst so eingerichtet. - Wollen wir jetzt aber nicht undankbar werden, das Wetter lässt sich einfach nirgendwo manipulieren und wir hatten doch einen so angenehmen Sommer, über den wir jetzt noch dankbar sein sollten. - Die Kinder müssen gleich zur Schule, mit Regenschirm aber im T-Shirt, denn es ist weiter warm und könnte heute sobald die Sonne herauskommt auch wieder tropisch warm werden. - Verrücktes Wetter die Tage, aber auch der klare Hinweis, der Sommer ist vorbei, die Stabilität des Azorenhochs weicht nun wieder der Unbeständigkeit. - Heute also weiter Regen und Wärme, morgen kann es auch noch regnen, ist aber unwahrscheinlich, und ab Donnerstag sollte wieder unser normales Wetter Dienst tun, mit Wind aus Nordosten und frischer Luft vom Atlantik.



Montag 03.10.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 27,1 Grad - niedrigste Temperatur 19,3 Grad

MAKAVOL 2011 Teneguía Workshop
Unser Vulkane, fast immer Quell heller Freude

Am 26. Oktober feiert der letzte Vulkanausbruch auf den Kanaren seinen 40.Geburtstag, und damit meinen wir natürlich auch die Entstehung des Teneguía hier auf unserer Insel. - Heute denkt man dankbar hier auf der Insel daran, dass dort vor 40 Jahren dieser Vulkan entstanden ist, lockt doch diese Geschichte und überhaupt das Thema Vulkanologie viele Gäste auf unsere Insel. - In Fuencaliente selbst beschreibt man das noch drastischer, dort begrüßt man im Jahr an die einhunderttausend Besucher, die ausschließlich kommen um die Vulkane Teneguía und San Antonio zu sehen, die Gemeinde hätte sonst keine weiteren Attraktionen zu bieten. - Man darf also den Vulkanismus hier auf der Insel nicht als Gefahr betrachten, oder sagen wir besser ausschließlich aus Gefahr betrachten, wir dürfen auch ruhig anerkennen dass es eine bedeutende touristische Ressource ist, die wir immer noch nicht gut genug ausgenutzt haben. - Darüber hinaus müssen wir ja auch anerkennen, dass es diese wunderschönen Kanareninseln ohne die vulkanische Aktivität überhaupt nicht geben würde. - Das wissen wir hier und so gilt es vielleicht auch den Menschen auf El Hierro zuzurufen, die eben genau 40 Jahre nach unserer letzten Eruption eine vulkanologische Krise durchmachen, deren Ausgang noch sehr offen ist. - Allerdings müssen wir auch schon hören, dass El Hierro momentan sehr unter der öffentlichen Berichterstattung leidet, denn Urlauber kommen momentan so gut wie keine mehr auf die Insel, dafür allerdings mehr Wissenschaftler. - Dabei begibt man sich deutlich mehr in Gefahr wenn man im Auto sitzt und auf der Autobahn fährt, denn ich darf daran erinnern, dass all die Vulkanausbrüchen auf den Kanaren, welche in der Neuzeit auch dokumentiert wurden, keine Menschenleben gefordert haben. - Ich weiß, ein Vulkan löst Urängste aus, das ist wie Feuer, allerdings gilt unsere vulkanische Aktivität hier auf den Inseln als äußerst ruhig und langsam verlaufend, so dass man auch auf El Hierro wohl beruhigt sein kann. - Vielleicht muss man sich auch damit trösten, dass man danach um so interessanter für Gäste ist, während der drei Wochen Aktivität des Teneguía hier auf der Insel stiegen allerdings die Besuche von anderen Inseln bereits an, weil jeder dieses Schauspiel unbedingt mitbekommen wollte. - Ich bin da zwiespältig veranlagt, einerseits interessiert mich Vulkanologie schon sehr, allerdings liebe ich auch gewissen Abstand… Die Gefahr welche von unseren Vulkanen ausgehen kann, die sind eher im Steinschlag oder Erdrutschen zu suchen und zu vermuten, nicht aber durch austretendes Magma, Explosionen oder pyroklastische Ströme. - So wie es ja die Theorie gibt, dass ein Abbruch großer Teile des Cumbre Vieja hier auf der Insel La Palma einen gigantischen Tsunami verursachen könnte, welcher die gesamte Ostküste der USA bedrohen würde. - Also, benehmt euch alle dort drüben an der Ostküste, sonst steigen 83.000 Palmeros gleichzeitig auf den Vulkan und stampfen mit dem Fuß auf…

Satire beiseite, das kann wirklich passieren, allerdings müssten schon sehr viele Ereignisse gleichzeitig eintreten, damit die größte anzunehmende Katastrophe überhaupt vorstellbar ist. - Heute sieht man das alles ziemlich entspannt, als man damals vor vielen Jahren das erste Mal diese Theorie aufgestellt hat, da war man noch sehr nervös, heute allerdings weiß man ja auch, dass diese Theorie im Zusammenhang mit Risikoforschung entstanden ist, und man ein "Worst-Case Scenario" gebastelt hat, also einer Wurstkiste eine Szene gemacht hat. - Besonders hervorgetan dabei hat sich seinerzeit Simon Day, der zusammen mit Juan Carlos Carracedo diese Arbeit erstellt hat, und jener Simon Day kommt nun wieder nach La Palma, und ist uns, anders als vielleicht zu erwarten wäre, hoch willkommen. - Simon Day wird einer der Hauptdarsteller einer internationalen Konferenz mit dem Beinamen Arbeitsladen, oder ausgeschrieben "MAKAVOL 2011 Teneguía Workshop" sein. - Vom 24. - 28. Oktober wird man sich hier aus allen Herren Ländern, oder besser aller Vulkanen Ländern hier auf La Palma treffen, um den Untertitel "40th Anniversary Volcano Conference Commemorating the 1971 Teneguía Eruption - International Meeting on Island Volcano Risk Management" zu erfüllen. - Wir merken da also schon, es geht um Risiko-Management der Vulkaninseln, und federführend in der ganzen Sache sind die drei Inselarchipele des Nordatlantik: Azoren, Kapverden und Kanaren, mit prächtiger Mithilfe Madeiras, und zusammen ergeben diese Inselgruppen ja die sich so lustig anzuhörende Region "Makaronesien". - Ist wirklich so, glauben Sie mir, Sie müssen jetzt keine schlauen Webseiten deswegen öffnen, dadurch wird ja auch der Name der Konferenz nun klar, warum würde das sonst "MAKAVOL 2011 Teneguía Workshop" heißen. - Also, wir freuen uns auf viele Vulkanologen von überall her, und vielleicht auch später mal auf ein Ergebnis dieses "Arbeitslagers made by Volcano". - Wer mehr über die Konferenz aus erster Hand wissen will, der kann das HIER per PDF in drei Sprachen nachlesen.





Montag 03.10.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1017 hPa

Griechischer Wein
Polemik um 400.000 Kilo fremde Weintrauben geht weiter

Es könnte sich auch zum Eigentor entwickeln, was der "Consejo Regulador de Vinos de La Palma" in den letzten Tagen hier an Pressearbeit veranstaltet. - Dieser "Consejo" ist der Hüter des palmerischen "DO" (Denominación de Origen La Palma) und die sorgen dafür, dass alle Winzer aus La Palma, welche ihre Weine unter dieser Bezeichnung verkaufen, sich auch an die Spielregeln halten. - Da sind scharfe Qualitätskontrollen angesagt, und natürlich müssen die zur Kelterung genutzten Trauben aus La Palma sein. - Dieser "Consejo" hat viel dazu beigetragen, dass die Qualität der in Flaschen verkauften Weine hier auf der Insel deutlich zugenommen hat im letzten Jahrzehnt, so dass man die Arbeit und den Aufwand wohl als gelungen betiteln muss. - Aber nicht alle Winzer oder Keltereibetriebe, also Bodegas, die kümmern sich um die etwas teureren Weine die als "Denominación de Origen La Palma" verkauft werden, es gibt auch ganz normale Tafelweine, welche oft in Großgebinden dann an die Gastronomie gehen. - Die wiederum können Trauben verarbeiten, wo immer die auch her sein mögen, so lange sie nicht draufschreiben, der Wein sei von hier. - Tafelwein aus Ländern der EU steht dann drauf, bestenfalls, denn manche Partien dieses Weines gehen komplett ohne Etikettierung in den Verkauf, bei Großgebinden welche dann als offener Wein verkauft werden, spielt das Etikett keine Rolle. - Das heißt nun nicht, dass das schlechter Weins ein muss, ganz und gar nicht, dieser Wein unterliegt einfach nur deutlich weniger Kontrollen und Auflagen. - Und ist damit billiger als Weine die unter dem Siegel des "DO" verkauft werden und das gefällt dann dem "Consejo Regulador de Vinos de La Palma" wieder nicht, weil man gegen diese Konkurrenz auf der Preisschiene schlecht vorgehen kann. - So begann die Polemik zunächst, dass der "Consejo Regulador de Vinos de La Palma" über Pressemeldungen angeklagt hat, dass diese 400.000 Kilo Weintrauben vom Festland nicht richtig kontrolliert seien und sogar die Reblaus nach La Palma bringen könnten. - Diese Kritik wurde deutlich von den Behörden zurückgewiesen, aber damit war plötzlich auf dem Tisch, dass überhaupt so viele Trauben nach La Palma eingeführt werden oder worden.

Aus anderen Kreisen hört man nämlich, dass lediglich 2 Container mit Monastrel-Trauben aus Alicante hier im Hafen angekommen sind, also bei weitem keine 400 Tonnen. - Aber diese Zahl wird immer wieder vom "Consejo Regulador" genannt und vielleicht wird der sich bald mal fragen lassen müssen, woher er denn diese Mengenangaben hat. - Nun kommt der "Consejo Regulador" mit der nächsten öffentlichen Behauptung auf, diese 400 Tonnen Trauben würden eine Million Euro an Steuerschaden verursachen, weil der daraus produzierte Wein niemals versteuert würde. - Griechischer Wein so zu sagen, aber damit greift der "Consejo Regulador" in eine ganz böse Kiste, denn damit behauptet er ja, dass alle Winzer die anderswo her Trauben kaufen, die Steuer hinterziehen würden, und eine solche Annahme ist schlichtweg frech bis ungeheuer. - Nein, ich sitze nicht in jedem Büro jeder Bodega und sehe nach, ob die auch jeden Liter verkauften Weines auch versteuern, aber jede Bodega muss hier ihre Steuern und Abgaben bezahlen, nicht nur diejenigen, welche unter dem Siegel des "DO La Palma" ihre Weine verkaufen. - Da prescht man zu sehr nach vorne, ganz gleich ob man damit vorhat die palmerischen Winzer zu schützen, und es könnte sich durchaus eben zum Eigentor entwickeln, wenn jetzt von der anderen Seite, also von den Keltereibetrieben, welche nicht unter der Fuchtel des "Consejo Regulador" stehen, mal nachgesehen wird, in welche Bodegas denn dieser fremde Wein überhaupt geliefert wurde. - Es ist ja nicht auszuschließen, dass zumindest Teile dieser großen Lieferung auch an Bodegas gegangen sind, welche unter dem "DO" verkaufen, weil es dieses Jahr so wenig Trauben auf La Palma gibt, und auch die Qualität nicht besonders gut ist. - Am besten man hätte nicht so auf die große Trommel geschlagen, aber nun ist die Polemik eingeschenkt und mal sehen, wer die am Ende austrinken muss.



Sonntag 02.10.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 27,1 Grad - niedrigste Temperatur 19,3 Grad

Ab morgen mit dem Bus
Wie bekommt man einen Palmero in die Guagua

Morgen beginnt für die Hauptstadt eine erneute Probe im Großstadtdasein, die Bauarbeiten für den mondänen Stadtstrand fangen an, und dazu muss der große Parkplatz am Meer geschlossen werden. - Seit Wochen, fast schon Monaten hat man davor Angst, denn diese über 700 Parkplätze sind unerlässlich für die vielen Pendler und Besucher der Stadt. - Zunächst bleiben aber einige dieser Parkplätze noch offen, die Bau ausführende Firma hat das zugesagt, dass man in der nächsten Zeit nur dort Parkplätze schließt, wo auch wirklich gearbeitet werden muss. - Es wird also eine gewisse Übergangsfrist geben, das ist vielleicht auch gut so, denn eigentlich erwartet man ein ziemliches Chaos. - Auch obwohl die Stadt sich bemüht hat Vorsorge zu treffen, aber diese dann fehlenden Parkplätze sind in der Stadt nicht zu ersetzen. - Anwohnerparkplätze machen die Situation für Pendler und Besucher auch nicht besser, darüber hinaus wird es mehr "Blaue Zonen" geben, das die Kurzzeitparkplätze wo man die Parkuhr benutzen muss, was dem Besucher und den Kunden der Läden dienen kann, nicht aber den Pendlern. - Allerdings werden wohl auch die Besucher in den "Blauen Zonen" nicht wirklich immer fündig werden, einmal weil die Stadtpolizei bei der Überwachung dieser Zonen völlig überfordert ist, und auf der anderen Seite gibt es viel zu wenige Stellflächen, man muss also mit viel zusätzlichem Verkehr in der Stadt rechnen, von Autofahrern die ihre Runden drehen um einen Parkplatz zu finden. - Besucher sollten sich, wenn Sie aus Süden kommen bereits gleich nach dem Elektrizitätswerk schon um einen Parkplatz umsehen, man geht dann halt ein Stückchen in die Hauptstadt hinein, aber das ist auch gar nicht langweilig oder weit, da man am Hafen entlang geht.

Man kann aber auch gleich den Bus nehmen, dann hat man überhaupt keine Sorgen um einen Parkplatz, und zum Beispiel auf der Strecke Los Lanos/El Paso - Santa Cruz, verkehrt an Wochentagen alle halbe Stunde ein Bus. - Diese Strecke kostet genau 2 Euro, ist also auch noch billig, und für 4 Euro hin und her kann ich mein Auto nicht nach Santa Cruz und zurück bewegen. - Außerdem fahren auf der Strecke ganz moderne Busse mit Klimaanlagen und darüber hinaus sieht man vom erhöhten Bussitz auch viel mehr als im PKW, und sowieso der Fahrer, der sich ja nun entspannt die Landschaft ansehen kann. - Allerdings ist es sehr schwer, auch diejenigen Palmeros in den Bus zu bekommen, welche ein Auto ihr Eigen nennen. - Da haben sie jahrelang für die Blechschüssel geschuftet, oder einen Kredit aufgenommen, und dann soll man wieder Bus fahren, so wie die alten Omas oder die Schüler, das kann doch nicht richtig sein, lautet dann vielerorts die Erklärung. - Für uns gehört eben Autofahren noch zu einem erst kürzlich erworbenen Grundrecht, da sind wir sogar ein bisschen amerikanisch, obwohl ich mich dafür jetzt sogar ein bisschen schäme für diesen leider richtigen Vergleich. - Das kann man aber nur durch Leidensdruck ändern, und der wird ohne Frage über die Pendler ab morgen in Santa Cruz hereinbrechen und mal sehen, wie viele Menschen dann vernünftig werden, das Auto einfach mal stehen lassen und sich bequem in einem modernen MAN oder Scania zur Arbeit oder zum Einkaufen kutschieren zu lassen. - Ich bin ehrlich, das letzte Mal dass ich Bus gefahren bin, das ist viele Jahre her, und das war ein Ausflug mit der Musikgruppe der Kinder. - Aber ich schließe nicht aus, in der kommenden Zeit sogar mal auf meinen eigenen Rat zu hören und mit dem Bus in die Hauptstadt zu fahren, wenn es denn mal wieder notwendig ist. - Ich werde dann sicher einen ausgiebigen Bericht darüber schreiben…



Sonntag 02.10.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1014 hPa

Asphaltflimmern
Der Ton wird schärfer

Über einhundert Tage ist nun der neue Stadtrat von Los Llanos versammelt, aber man hat noch keinen konkreten Weg gefunden das Wahlversprechen einzulösen, welches da aussagt, die Betriebsgenehmigung für das bereits fertig gestellte Asphaltwerk zu verweigern. - Zwar ist die Eröffnungslizenz immer noch nicht gegeben, aber wenn man nicht bald robust einschreitet, dann wird der Betreiber auch auf juristischem Weg die Eröffnungslizenz einfordern, weil die dann nicht mehr verweigert werden kann. - Felipe Campos, der Anwalt der Plataforma contra las Plantas de Asfalto, meldet sich nun mit kräftigen Worten an die Presse, nachdem er ein Treffen mit der Bürgermeisterin Noelia García und ihrem Stellvertreter Chema de Vargas hatte. - So spricht Felipe Campos wohl von gewissen Bemühungen das Asphaltwerk nicht in Betrieb gehen zu lassen, allerdings seien die beiden Neupolitiker wohl nicht in der Lage sich gegen die Sachbearbeiter und technischen Berater im Rathaus durchzusetzen, welche eben nach über 20 Jahren Coalición Canaria nicht plötzlich neuen Herren und Ideologien dienen wollen. - Dieses Problem kennt man übrigens nicht nur aus Los Llanos, aber dort wird es eben im Moment sehr prominent diskutiert und aufgezeigt und Felipe Campos schließt sogar nicht aus, dass der neue Stadtrat zurücktreten muss, wenn man nicht in der Lage ist sich gegen Funktionäre durchzusetzen, welche rechtlich fragwürdig bis falsche Dokumente ausstellen. - So ist da immer noch die technische Befürwortung des Stadtarchitekten zur Eröffnung des Asphaltwerkes in welcher steht, dass dort keine Anwohner leben, wo es doch in Wirklichkeit über 7.000 Menschen sind, die in einem Umkreis von 2.000 Metern wohnen. - Man muss Felipe Campos aber nicht gleich so wörtlich nehmen, Rumpeln gehört mit zu seinem Geschäft, und uns sollte es deutlich lieber sein, die beiden jetzigen Politiker mit Durchsetzungsschwächen bleiben im Amt, als bräche diese Koalition nun auseinander, und der Befürworter der Asphaltwerke Juan Ramón Marín käme wieder ans Ruder. - Also ruhig Blut, niemand fordert momentan ernsthaft den Rücktritt der Bürgermeisterin, es geht nur darum den Druck ein wenig zu erhöhen, damit man sein Wahlversprechen nicht vergisst.

Auf der anderen Seite muss sich auch Felipe Campos Kritik anhören, auch wenn die außer mir wohl kaum jemand formulieren will. - Seit anderthalb Jahren warten wir auf die Eröffnung des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht in Tenerife, und nichts will sich tun, und da wäre es doch die Aufgabe des Anwalts, die Angelegenheit voranzutreiben. - Gut, ein Anwalt kann dem Gericht nicht befehlen dies oder jenes jetzt und sofort zu tun, aber nach anderthalb Jahren sollte zumindest mal eine Erklärung über den Ablauf oder den warum nicht Ablauf kommen, und wer Noelia und Chema kritisiert, sie hätten ihre Beamten und Sacharbeiter nicht im Griff, der muss sich auch diese Kritik anhören. - In Tenerife geht es gegen die Betriebsgenehmigung welche die Consejería de Industria seinerzeit gegeben hatte, auf welcher ja letztendlich auch die lokale Betriebsgenehmigung aus Los Llanos basiert. - Man könnte nun die gesamte Zeremonie und den Schautanz um die Asphaltwerke sofort vergessen, wenn das Verwaltungsgericht entscheidet, dass der vom Gesetz geforderte Mindestabstand von 2.000 Metern nicht eingehalten wurde. - Meines Erachtens sollte man auf dem Weg die Lösung suchen, denn die "Fehler" wurden auf einer höheren Ebene begangen und in Los Llanos hat man schließlich die falschen Papiere einfach nur noch mal unterschrieben. - Weder der neue Stadtrat ist Schuld an der jetzigen Situation, noch der Anwalt macht schlechte Arbeit, es geht halt einfach nicht voran, auf der einen Seite zicken linientreue Funktionäre und das Verwaltungsgericht schnarcht vor sich hin. - Da kann man schon mal nervös werden, allerdings gibt es keinen Grund dafür, es soll nur jeder kräftig seine Arbeite machen und seine Wahlversprechen umsetzen, dann wird das schon was.



Samstag 01.10.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 27,3 Grad - niedrigste Temperatur 21,5 Grad

Klein ist fein
Vega Norte Superstar, Nachkarten in Garafía und ich habe keine Ahnung wie das mit dem Wetter weitergeht.

Unsere Weißweine aus dem Norden der Insel sind und werden immer wieder gelobt. - Kann ich nur unterstreichen, wenn ich schon mal Wein trinke, dann ausschließlich die aus den Nordbodegas und genau mein Lieblingswein, der Vega Norte Albillo, der hat neben vielen internationalen Preisen nun schon wieder auf einer Verkostung die Goldmedaille abgestaubt. - Heute erfahren wir das erst, am 24. September bereits gab es die jährliche Weinprobe ausschließlich spanischer Tropfen in Córdoba, die "XVII Concurso nacional de vinos premios mezquita". - Dieser Wettbewerb gilt so ein bisschen wie die spanischen Meisterschaft auf önologischer Basis und ein La Palma Wein hat es dort auch nun zu allerhöchsten Ehren gebracht und die Auszeichnung nennt sich "Gran Mezquita de Oro". - Wobei ich nun allerdings auch wieder hinzufügen muss, dass "Große Goldmoschee" vielleicht nicht der ganz richtige Name ist um ein alkoholisches Getränk zu prämieren, aber mir steht eine solche Kritik dann eigentlich auch nicht zu. - Wichtig ist nur, dass wieder einer unserer Weine sich als hervorragend präsentiert hat und ich mich freue, wenn man auch anderswo mitbekommt, dass wir hier viele Dinge auch hervorragend machen können.

Mist in der Lokalpolitik ist eine unserer besten Übungen und in den kleinsten Orten gibt es auch die größten Streitereien. - Unser Dauerthema Garafía, in dem wir heute mal nicht über die theoretisch bereits vorhandene Pleite sprechen, sondern von der "mala leche" (Schlechte Milch heißt das wörtlich übersetzt, bedeutet aber Schandmaul) welche dort unter den Lokalpolitikern herrscht. Die Opposition beklagt sich lauthals, dass die regierenden Sozialisten immer noch den Ex-Bürgermeister Abilio Reyes hofieren, der sogar den Rathausschlüssel hätte, sich wann und wie der will das Rathaus aufschließt und sogar noch Dienstwagen der Stadt fahre, obwohl er längst kein offizielles Amt mehr inne hat. - Zum Teil stimmt das sogar, allerdings erklärt Abilio Reyes auch warum, und dass er mit den Dienstfahrzeug lediglich seine kranke Mutter zweimal ins Krankenhaus gefahren hat, was eigentlich die Aufgabe des Sozialdienstes der Gemeinde wäre. - Da aber dort Personalknappheit herrscht, hätte er angeboten, diese Fahrten zu unternehmen, und damit der Gemeinde sogar Geld gespart und geholfen. - Sicher ist Abilio Reyes sehr eng mit dem jetzigen Gemeinderat verbunden. - Einmal gleiche Partei, dann war Abilio an die 20 Jahre Bürgermeister, die neuen im Amt sind aber politische Neulinge, waren und sind zum Teil also noch auf den Rat von Abilio Reyes angewiesen, da kommt es sicher zu Verknüpfungen, die man auf Dauer besser sein lassen sollte. - Aber wegen dieser beiden Fahrten mit dem Auto der Gemeinde, das ist kein Grund jemanden zu kritisieren. - Ausgetragen werden solche Streitigkeiten heutzutage zunächst auf facebook, wobei ich immer noch meine, eigentlich habe ich etwas Besseres zu tun.

Besser wäre sicher, wenn ich Ihnen sagen könnte, wie das Wetter die kommenden Tage weitergehen wird, aber dieses Mal muss ich passen, das ist mit viel zu durcheinander dort draußen auf dem Nordatlantik. - Ich bin aber nicht alleine mit meiner Ratlosigkeit, die großen Wetterdienste widersprechen sich auch alle komplett, und meine Kriegsverletzung (1975, Vertreibung der Sozis aus dem Bayrischen Wald) zuckt auch ganz unregelmäßig und Bauerregeln helfen nur noch wenn die Bäuerin ihre Regel nicht bekommt. - Es kann regnen die kommenden Tage, muss aber nicht. - Ein Hoch liegt etwas zu hoch, ein Tief ist nicht tief genug um alles klar zu machen, und unangenehm viele Niederschlagszellen liegen nordwestlich von uns auf der Lauer. - Morgen wäre es dann so weit, allerdings könnte es uns sogar fast die ganze kommende Woche beschäftigen, aber das bleibt eben so unklar, dass ich es nicht wage Ihnen Tipps für die Grillsaison oder die Wäscheplanung zu geben. - Sie entdecken mich kleinlaut dieses Mal, kommt ja nicht wirklich so häufig vor, aber selbst eingehendes Lesen und Studieren der Grafiken und Diagramme bringt uns nicht weiter. - Überraschung, ist doch auch mal was Lustiges…



Samstag 01.10.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1015 hPa

Ein Monat ohne Kippen
Es geht, es geht nicht, es geht…

Vom nicht Rauchen bis zum Nichtraucher ist der Weg äußerst weit, vielleicht sogar niemals wirklich begehbar. - Immer noch zuckt es für Momente und immer noch muss ich dann mit reiner Willenskraft die Sucht und Lust nach einer Zigarette bekämpfen. - Das geht aber, wird auch seltener, vielleicht nur noch 20 bis 30 Mal am Tag, und ab und zu vergesse ich sogar, dass ich mal Raucher war. - Schöner Trost, Nichtraucher durch Alzheimer, oder durch Demenz, das hatte ich mir anders vorgestellt, und natürlich muss ich auch zugeben, dass fast alles andere besser geworden ist. - 4 Kilo zugenommen, es scheint vorerst dabei zu bleiben, wobei andere Menschen, welchen den gleichen Weg genommen haben, durchaus von einer größeren und besonders dauerhaften Zunahme beim Körpergewicht sprechen. - Gut, das ist nicht wirklich meine Sorge, ich kann ohne weiteres noch ein paar mehr Kilo ohne Folgen draufsetzen, und außerdem verbietet sich bei mir Eitelkeit sowieso schon immer, das hat nämlich einfach keinen Sinn. - Allerdings hat mich jetzt seit drei Tagen ein anderes Übel erwischt, ein übler und juckender Hautausschlag überfällt hauptsächlich mein Gesicht und der erste Witz den ich darüber machte, dass das auch davon kommt, weil ich nicht mehr rauche, der entpuppte sich als erschreckende Wahrheit. - Bei der Umstellung des Metabolismus des Körpers treten verschiedenste Wirrungen auf, und in vielen Fällen wird darüber berichtet, dass die Haut, des Körpers größtes Organ, auch diese Umstellung zu dokumentieren hat. - Triefäugelchen nennt mich nun meine Frau, Nosferatu meine Kinder, und sie wollen nur noch bei Dunkelheit mit mir gesehen werden, was meine gesamte Erziehungsbemühungen hin zum Humanismus und Zivilcourage deutlich in Frage stellt. - Nun bin ich mehr damit beschäftigt mich vom Kratzen abzuhalten als vom Rauchen, auch eine interessante Methode um sich abzulenken, wirklich smart ist das aber nicht, wobei es eh schwer ist für einen schweren Raucher beim Ablegen dieser Sucht, Reste von Smartheit zu bewahren. - Ich habe mich inzwischen in mehreren Foren schlau gemacht, in welchen Leidens- oder bald Freudensgenossen gemeinsam den Weg vom Raucher zum nicht mehr Raucher schildern, dass die Umstellung des gesamten Stoffwechsels meist so nach 4 Wochen eintritt, und das bei vielen eben hier eine heftige Krise einläutet.

Man kommt dann schon auf den Gedanken, mit einer Fluppe könnte man den Juckreiz stillen, oder eben viele Frauen gehen dahin und sagen, bevor ich weiter zunehme, rauche ich lieber. - Das muss dann jeder für sich selber wissen, welchen Weg er gehen will, ich kann über keinem den Stab, in diesem Fall die Zigarette brechen, aber ich werde wohl diese Ausfahrt nicht nutzen. - Die nächste große Krise soll nach etwa drei Monaten kommen, da sollen dann zwar keine körperlichen Reize mehr auftreten, aber eben der Brägen macht dann wieder vermehrte Mucken, so wie das ja überhaupt die meiste Zeit nur der Kampf zwischen dem eigenen Schweinehund und der Restvernunft, gepaart mit Willen ist. - Die Spanier sagen dazu, kämpft gegen den Affen, den "mono", und das ist gar kein so schlechter Vergleich, auf jeden Fall ist die Metapher einfacher vorzustellen als ein Schweinehund. - Ob nun Hund oder Affe, es sind genau genommen nur kurze Momenten in denen man hart und kräftig sein muss, und das sollte doch gelingen sich am Tag 20 Mal kurz zusammenzureißen. - Auf der anderen Seite muss man aber sich immer wieder klar werden wo die Vorteile liegen, und der ausbleibende Husten, die bessere Durchblutung und der langsam wieder einsetzende Geschmackssinn, die sind schon nett zu gebrauchen. - Wobei das mit dem Geschmackssinn äußerst lustig ist, plötzlich nehme ich fast doppelt so viel Zucker in meinen "Kaffee" als früher, aber alles andere schmeckt versalzen und im Supermarkt stehe ich die längste Zeit vor dem Regal mit der Schokolade. - Gut, man darf eben nicht erwarten, dass nach über 30 Jahren Rauchen der Körper in einem Monat wieder auf Normalzustand gebracht werden kann, dafür müssen wir deutlich länger bezahlen. - Ich bin weiter vorsichtig aber zuversichtlich, was meinen Weg zum nicht mehr Raucher betrifft, aber eines weiß ich ganz gewiss, ich werde nie wieder ein zweites Mal versuchen, mir das Rauchen abzugewöhnen…



Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel & Fax von Deutschland: + 34 922 497216
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Kanarische Ferienhäuser auf La Palma