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Nachrichtenarchiv November 2009




Montag 30.11.09 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 26,6 Grad - niedrigste Temperatur 15,8 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 20,0 - Temp. Min 8,1 - Feuchte 26 - 48 % Niederschlag 0 mm

Trügerische Ruhe im Asphaltdschungel
Keine Nachricht ist weder eine gute noch eine schlechte Nachricht

Langsam werden die Menschen nervös, weil sich anscheinend nichts tut in Sachen Asphaltwerke und Autobahn. - Das liegt aber nicht daran, dass man hier untätig sei, sondern man Schritt für Schritt vorgehen muss, und eben nicht alles auf einmal erledigen kann. - In Sachen Autobahn, oder korrekterweise ausgedrückt übergeordnete Schnellstraße, warten wir nun ab, was die Inselregierungen zu den tausenden an eingegangenen Alegaciones sagt. - Die müssen sich ja dazu äußern. - Daneben warten wir auch noch auf die Veröffentlichung des Projektes, welches nun für den Abschnitt Tunnel - El Paso wohl gerade erstellt wird. - Das ist zumindest von der Provinzregierung in Auftrag gegeben worden, und anhand dieses Projektes kann man dann ja erkennen, ob die wirklich die Umgehungsstraße planen, so wie das zwischen der Gemeinde El Paso und der Provinzregierung seinerzeit besprochen wurde, oder ob es sich um die Autobahn handelt. - Dann erst kann man auch die Finanzierung erkennen, das Umweltgutachten und damit hat das Ganze dann auch einen Namen, weil bislang sprechen wir immer nur von einem Vorhaben, oder nur einer Landreserve für eine, wie auch immer bezeichnete Straße. - Wir müssen uns also noch ein bisschen in Geduld üben. - Dringender sieht es auf der Ebene der Asphaltwerke aus, denn da ist ja bereits eines genehmigt, und das kann nicht mehr politisch oder populistisch durch eine Menge an Eingaben gestoppt werden, sondern muss auf rechtlichem Wege angegangen werden.

Die extra gegen die Asphaltwerke gegründete "Plataforma contra las plantas de asfalto" wird diese Woche noch nach Tenerife fliegen, um die Angelegenheit mit einem fähigen Anwalt zu besprechen. - Namen werden da noch nicht gehandelt, weil eben noch keine offizielle Vertretung abgeschlossen wurde, es ist ja auch die Frage der Kosten noch offen, und wie überhaupt eine erfahrene Fachkraft die Erfolgschancen in der Angelegenheit sieht. - Wir dürfen dabei nämlich nicht übersehen, dass man sich mit einer großen und einflussreichen Baufirma auseinandersetzen muss, die sicher eine perfekt bestückte Rechtsabteilung hat. - Von politischer Seite, zumindest von der, welche ja die Genehmigung unterschrieben hat, und die bilden die Mehrheit in Los Llanos, im Inselparlament, und zusammen mit der Partido Popular auch in der Provinzregierung, kann keine Unterstützung erwartet werden, denn die fürchten natürlich, sollte die Baufirma ihr Asphaltwerk dort dann doch nicht errichten dürfen, gewaltige Schadensersatzansprüche auf die öffentliche Hand zukommen. - Es ist also zunächst ein reines Privatvergnügen, allerdings im Interesse von an die 7.000 Menschen, welche in der Kernzone der Belastung liegen, welche das Gesetz auf einen Umkreis von 2.000 Meter rund um das Asphaltwerk angesetzt hat. - Dass je nach Windrichtung, und bei uns kommt der Wind meist aus Nordost, auch viel weiter weg liegende Zonen direkt betroffen werden, das liegt auf der Hand. - Was wir nun machen können, bis die anwaltlichen Gespräche auf Tenerife erledigt sind und der nächste Weg klar gezeichnet ist, das ist bislang nur, die Bürgerbewegung materiell so auszustatten, dass man sich einen kernigen Anwalt leisten kann. - Einige haben bereits gespendet, andere noch nicht, viele wissen auch noch gar nicht, dass diese Asphaltwerke dort in Las Manches drohen. - Nachdem es klar ist, wie man weiter verfahren wird, sobald gibt es auch die nächste öffentliche Versammlung, auf die wir von hier aus ganz sicher wieder hinweisen werden.

Das Konto der Bürgerbewegung gegen die Asphaltwerke lautet:
Asociación Plataforma en Contra de la Instalación de Plantas de Asfalto en el Valle de Aridane.
IBAN ES 43 2065 0718 1714 0097 0190 BIC/SWIFT CECA ESMM 065
Bei der Caja Canaria.

Nun muss man aber nicht den ganzen Titel eintragen, "Plataforma contra el Asfalto" genügt vollkommen. - Wer hier auf der Insel ist und einzahlen will, der braucht nur die Kontonummer:
2065 0718 1714 0097 0190





Montag 30.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1021 hPa

Danebenspekuliert
Frustrierter Investor verklagt Breña Baja auf Schadensersatz

Dinge ändern sich, auch Flächennutzungspläne. - Nicht einverstanden damit ist ein Investor, der 1995 direkt neben dem bestehenden Hotel Taburiente in Los Cancajos ein Grundstück erworben hatte, mit dem späteren Ziel, darauf einen touristischen Komplex zu errichten. - Zu seiner Zeit war dieses Gelände für diesen Zweck nach den lokalen Richtlinien auch bebaubar und touristisch nutzbar, im neuen Flächennutzungsplan aber nicht mehr. - Eine Grünfläche ist dort jetzt vorgesehen und die Gemeinde Breña Baja argumentiert, man hätte diesen neuen Flächennutzungsplan so lange diskutiert und ausgehängt, und nie sei ein Einwand seitens dieser Firma gekommen, so dass man sich heute nicht in der Pflicht sähe, irgendwelchen Schadenersatz an den Investor zu bezahlen. - Der sieht das zweifelsohne anders, und verlangt nun von der Gemeinde Breña Baja eine Ausgleichszahlung von 1,2 Millionen Euro, da dieses Grundstück als Grünfläche natürlich so gut wie wertlos sei. - Die Diskussion um Veränderungen der Nutzungsmöglichkeit von Grundstücken durch neue Pläne, ist so alt wie der Versuch selbst Flächennutzungspläne zu erstellen, und in der Tat muss man dabei feststellen, dass die angewandte Praxis mit dem kurzzeitigen Aushang von meist 4 Wochen nicht befriedigend sein kann. - Gut, das Gesetz sieht das als ausreichend an, und wer nicht da ist, oder sich nicht darum kümmert, der ist angeschmiert, sollte die Gemeinde oder eine übergeordnete Instanz aus Ihrem Grundstück plötzlich eine Grünfläche machen oder einen Kreisverkehr. - Dafür gibt es allerdings Entschädigungen, aber eben nur, wen es direkt betrifft, läuft die Straße nicht direkt über das Grundstück, sondern auch nur ein paar Meter nebenher, dann gibt es keine Entschädigung, auch wenn dabei das Grundstück einen Großteil der Wertes verliert.

In diesem speziellen Fall scheint das aber anders zu sein, es muss wohl Gespräche und Verhandlungen zwischen dem Investor und der Gemeinde gegeben haben, denn die Summe von 1,2 Millionen Euro stammt aus Verhandlungen des Investors mit der alten Gemeinderatsbesetzung, die laut Anwalt des Klägers wohl eine Abfindung versprochen hätten. - Es gäbe ein bestehendes Abkommen zwischen Gemeinde und Investor, nachdem man in beiderseitigem Einverständnis festgestellt hätte, dass dieses Grundstück diesen Wert hätte, und erst die neuen Mitglieder des Gemeinderates hätten diese Abmachung nun "vergessen". - Gut, das wird sich ja klären lassen ob es eine solche Verabredung gibt, oder war es wirklich nur eine mündliche Abmachung, seinerzeit zwischen dem alten Bürgermeister und dem Investor? - Auch noch ein interessantes Thema, wie viel gilt das Wort eines Gemeindechefs, wenn es nicht schriftlich festgehalten wird, oder sogar gegen geltende Bestimmungen verstößt? - Auf jeden Fall ist die lokale Korporation in Breña Baja nun sichtlich nervös geworden, kein Wunder, sind doch 1,2 Millionen Euro ein Viertel des gesamten Jahreshaushaltes der Gemeinde und bei weitem keine Peanuts. - So hat man zunächst mal einen Aufschub der Antwortfrist gebeten, damit man mehr Zeit hat, den Sachverhalt zu studieren und die Juristen der Gemeinde ein gutes Verteidigungskonzept ausarbeiten können. - Wie so etwas ausgeht, das wüssten wir auch gerne, denn sollten da Ausgleichszahlungen fällig werden, dann handelt es sich ja um die Steuergelder aller, und da hört der Spaß auf und fängt die Schmuruchelei an. - Auf der anderen Seite ist es natürlich nur recht, sollten die von uns gewählten Volksvertreter Mist bauen, dann müssen auch die Wähler dieser Leute die Zeche dafür bezahlen. - Leider hilft da die Argumentation auch nicht, ich habe ihn nicht gewählt, das sieht unsere leicht angezogene Demokratie nicht vor. - Auf der anderen Seite muss man dem Investor auch sagen, sei froh, dass ihr da kein Hotel gebaut habt, bei den Auslastungszahlen hier auf der Insel und ohne Aussicht, dass sich das die kommenden Jahre ändern würde, habt ihr sogar noch einen Batzen Geld gespart. - Vielleicht gibt es solche Advokaten auch, die nun den Investor darauf verklagen wollen, von den vielleicht gesparten 20 Millionen Euro für ein Hotel, welches nur Miese einfährt, die Hälfte der Summe an die Gemeinde zu zahlen, weil die es in ihrer unendlichen Weisheit verhindert hat, dass man solche Summen in den Sand schüttet? - Dann ist da immer noch die gute Idee, frei abgekupfert von den Stilllegungsprämien in der Landwirtschaft, man könnte Nichtbenutzungsprämien für Hotelbetten erfinden, oder gar Vergütungen ausschütten, für alle die Investoren, die von vorne herein darauf verzichten wollen, das Überangebot an Hotelbetten auf den Kanaren nicht noch weiter zu verschärfen. - Die Saat der Polemik geht nicht aus, wenn es um Grundstücke, Investitionen und mögliche Gewinne geht, und Polemik wächst so gut wie Unkraut, braucht kein Wasser und keine weitere Bearbeitung, da haben wir alle noch lange was davon.





Sonntag 29.11.09 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 24,6 Grad - niedrigste Temperatur 15,2 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 20,0 - Temp. Min 8,1 - Feuchte 26 - 48 % Niederschlag 0 mm

Advent, Advent…
Schwere Mission für den Adventskranz

Den Adventskranz kennt man hier eigentlich überhaupt nicht, genau so wenig wie den Adventskalender. - Kein Wunder, kommen doch beide christlichen Zählhilfen wohl eher aus dem Umfeld der protestantischen Kirche und wie sicher jeder weiß, ist das hier gleichbedeutend mit kurz vor dem Heidentum. - Nicht, weil man böse wäre, oder gar noch irgendwelche Aufrechnungen mit der lutheranischen Kirche hätte, wir kennen es einfach nicht, und haben nicht einmal die Möglichkeit einer Auseinandersetzung damit, mangels Masse. - Zugegeben, wir suchen diese Diskussion auch nicht, weil wir uns grundsätzlich nicht gerne in Frage stellen. - Allerdings zeigt man sich hier beim Bodenpersonal in kirchlichen Angelegenheiten sehr pragmatisch, wenn als es darum ging, unsere Kinder zu taufen, da wollten wir den Pfarrer nicht anlügen, und gaben zu, dass ein Elternteil evangelisch getauft war. - Eigentlich geht das nach den Dogmen der katholischen Kirche nun nicht, aber der Pfarrer hielt sich nicht daran sondern sagte, da wo diese Frau herkommt, da geht das gar nicht anders, und somit ist das wieder in Ordnung. - Wäre ja auch zu blöd gewesen unsere Kinder nicht in die Gemeinde aufzunehmen, bei dem Nachwuchsmangel… Dennoch hat die schöne Tradition des Adventskranzes noch keinen Eingang in die hiesige Gesellschaft gefunden, aber was noch nicht ist, das kann ja noch werden, denn inzwischen kennt man bei uns auch schon den Santa Claus, den Weihnachtsmann, den Adventskalender und dass man am 24. Dezember auch schon mit den Geschenken rüberrücken kann. - Das wird zwar nicht breit so ausgetragen, aber kleine Aufmerksamkeiten werden auch schon mal in der "Noche Buena" verteilt, wo doch ansonsten der Tag der Heiligen Drei Könige zumindest für die Kinder der große Tag ist.

Die Verarschungskampagne hingegen mit dem Weihnachtsmann, oder hier eben dem zeitlich gestreckten Santa Claus, die ist ja über die globale Werbung nicht mehr zu bremsen, und so hängen auch hier diese unsäglich kitschigen Figuren aus den Fenstern und von den Balkonen herab, welche den Nikolaus beim Fensterln zeigen sollen. - Allerdings hat man da auch schon wieder eine endeme Gegenaktion gestartet, findige Geschäftsleute, wer sonst, dem Bischof ist das nicht eingefallen, die verkaufen nun ähnlich geartete Figuren zur äußerlichen Fassadenanwendung in Gestalt der Heiligen Drei Könige. - So wogt also nicht wirklich der Kampf der Religionen bei uns, sondern der fast bereits verlorene Kampf um die Traditionen, und wenn Sie mich fragen, auch den Kampf um den guten Geschmack. - Aber darüber wollen wir nicht streiten, bunte Blinkbänder aus Kinderhänden in China zusammengebastelt, haben sich ja bereits unverzichtbar in die weihnachtlichen Traditionen gemogelt, und selbst unsere koreanische Südmanntanne aus Drahtgeflecht und Polyester erhält jedes Jahr Erleuchtung durch diesen Tand einer globalisierten Weihnacht. - Was zählt sind ja schließlich die großen Kinderaugen welche die Magie um Weihnachten spüren sollen, die ja auch uns in der Kindheit zumindest ein paar Jahre begleitet hat. - So reden wir uns halt heraus, lassen Stil- und Traditionsbruch ohne große Gegenwehr geschehen, sind aber sicher weder schuldig noch unchristlich, wenn man sich da die schönsten Bräuche vieler Regionen zusammenklaut und bastelt. - Allerdings habe ich meinen Kindern einen Brauch vorenthalten, das Absingen von Weihnachtsliedern steht bei uns weder im Advent, noch an Weihnachten selbst auf dem Programm. - Wir sind allesamt mit derart wenig Sangeskunst ausgestattet worden, dass es eigentlich einem Sakrileg gleichkäme, wenn wir das etwas in der Richtung "oh du selige" von uns geben würden. - Nicht mal eine Platte oder CD mit solchen Liedern haben wir und ein bisschen schäme ich mich jetzt schon, dass meinen Kindern das Wortspiel mit dem "heulenden Knaben im lockigen Haar" entgeht. - Es reicht ja eh, wenn in allen Kaufhäusern nun das "jingle bells" ertönt, die Klingeltöne der Handys plötzlich dieses Liedes rufen, der längst weltweit anerkannten Hymne eines globalisierten Weihnachten. - Kennt eigentlich jemand den Text dieses Gassenhauers, und dabei meine ich nicht den immer nur geträllerten Refrain? - Dashing through the snow…





Sonntag 29.11.09 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1021 hPa

Der Fall Aitana
Kollektive Hysterie und hoffentlich ein Lernprozess

So ziemlich das Schlimmste was man sich an Verbrechen vorstellen kann, das sind sexuelle Übergriffe an Kleinkindern, und wenn dann in der weiteren Folge das Kind auch noch stirbt, dann schaffen wir uns schnell auch physisch greifbare Monster, damit eine solche Tat irgendeinen Gegenwert erhält. - Auch in diesem Fall, geschehen auf Tenerife, war alles das vorhanden. Die kleine dreijährige Aitana, und der Stiefvater des Mädchens, der seine Schutzbefohlene sexuell missbraucht haben soll und durch mindestens einen schweren Schlag auch noch getötet. - Das waren die Meldungen seit Dienstag vergangener Woche, und die Pressemaschinerie war angelaufen, wie auch die dazugehörige schaurige Empörung aller Gutbürger, die irgendwie vor die neugierige Linse eines Fernsehkanals gelandet sind. - In den Zeitungen berichtet man von der angeblich schwierigen Jugend des "Täters", der auch längst von der Polizei verhaftet wurde und für den sich auch sofort ein Richter fand, welcher die Ermittlungshaft noch mal um 72 Stunden verlängerte. - Aitana ist zwischendrin an einem Herzstillstand verstorben, nach dem vierten Stillstand wie man aus dem Krankenhaus betont, zu groß seien die inneren Verletzungen gewesen. - Jetzt kommt auch noch die Meldung dazu, dass der neue Lebenspartner der Mutter ein Geständnis abgelegt haben soll, worin er wohl den oder die Schläge zugibt, nicht aber das Kind sexuell missbraucht zu haben. - Allerdings kommt die Meldung über das Geständnis nicht von der Polizei, die in solchen Fällen nicht redet, sondern ermittelt, die Presse hat längst den weiteren Ablauf der Geschehnisse übernommen. - Wenn der Stiefvater nun zu Verhören gebracht wird, dann kann das nur unter Polizeischutz geschehen, eine wilde Meute rachsüchtigen Mobs drängt auf die Polizisten ein und unter Rufen wie "Mörder" und "schlagt ihn tot", muss der junge Mann nun weggebracht werden.

Am Anfang stand ein Sturz von einer Schaukel, das muss am Dienstag gewesen sein. -. Da Aitana sich danach nicht wohlfühlte, Nasenbluten hatte und auch schwer atmen konnte, brachte die Familie Aitana zunächst auf die Gesundheitsstation. - Dort diagnostizierte man zunächst nicht weiteres als Nasenbluten und schickte die Kleine wieder nachhause. - Allerdings muss dort der Verdacht aufgekommen sein, dass Misshandlungen an dem Kind vorgenommen wurden. - Wer das nun genau diagnostizierte und an die Polizei und die Presse weitergab, das ist noch nicht komplett ergründet, auf jeden Fall steht plötzlich seit Mittwoch der Verdacht im Raum, das Kind sei über längere Zeit geschlagen worden, hätte Verbrennungen an den Gliedmaßen und weise darüber hinaus auch noch Anzeichen für einen sexuellen Missbrauch auf. - Danach überschlugen sich die Ereignisse, die Polizei nahm den ausgemachten Täter fest und die kleine Aitana musste erneut, nun ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil die Atemprobleme nicht besser wurden sondern schlimmer. - Dann eben die beginnenden Herzversagen, die schließlich zum tragischen Tod des Kindes geführt haben. - Am Samstag nun nahm man die Autopsie an dem kleinen Mädchen vor, und zunächst drang nur nach außen, dass es wohl doch keine Vergewaltigung, oder auch anders geartete sexuelle Übergriffe an Aitana gegeben hat, man fände keine Indizien dafür. - Dennoch bleibt die "Vox Populi" ihrem gefundenen Monster treu, es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Stiefvater überführt wird, denn das Geständnis soll er inzwischen widerrufen haben, ja, das machen die bösen Buben so.

Schließlich kommt aber das gesamte Ergebnis der Autopsie an die Öffentlichkeit, und was die forensischen Ärzte dort verlauten lassen, das gibt nun dem Fall Aitana eine komplette Wendung. - Keine Anzeichen von sexuellem Missbrauch, keine Anzeichen von Gewaltanwendung die auf Misshandlungen schließen könnten, und die Brandnarben sind eine allergische Hautreaktion auf irgendwelche Salben oder kosmetischen Produkte. - Das Kind sei an Herzstillstand gestorben, der Fall von der Schaukel passe eindeutig dazu, und es gäbe nicht den geringsten Hinweis auf ein Verbrechen. - Stunden später ist der Stiefvater frei und uns fällt allesamt die Kinnlade herunter in dem wir begreifen, wie schnell und einfach wir uns zu Schlüssen hinreißen lassen und ein Grundprinzip unserer Gesellschaft, welches auch eine kluge Rechtssprechung aufgegriffen hat, dass niemand als schuldig zu bezeichnen ist, solange man das nicht nachgewiesen hat. - Einige haben daraus gleich gelernt und sich entschuldigt, andere übertragen ihre schräg geleitete Wut über den Tod der kleinen Aitana nun aber auf den Arzt, welcher möglicherweise eine falsche Diagnose gestellt hat, oder aber man greift die Presse nun scharf an, die sicher auch dazu beigetragen hat, die Schuldfrage in eine eindeutige Richtung zu lenken. - Für die leiblichen Eltern wie für den Stiefvater wird das nun aber auch nicht leichter, Aitana bleibt tot, auch wenn nun wohlmöglich niemand dafür die Verantwortung übernehmen wird. - Es bleibt aber auch noch zu überlegen, wie groß unser Anteil daran ist, auch wenn stillschweigend geschehen, dass der junge Mann, den man uns als Monster darstellen wollte, ein paar Tage komplett unschuldig durch Höllen gegangen sein muss. - Wir sollten aus dem Fall Aitana schnell lernen und viel lernen, und zwar alle von uns. - Die Ärzte, welche wohl nicht genau genug untersucht haben, die Presse welche natürlich mehr Geld durch Monster als mit Unfällen verdient, die Polizei die sich von der Presse unter Druck setzen lässt und wir alle, dass wir unser eigenes Urteil bilden lernen und nachfragen, wenn da offensichtliche Lücken in der Information sind, und vor allem auch, von wem die Informationen stammen. - Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen von Aitana, neben der Grausamkeit dieses Kind zu verlieren, auch noch der Presserummel, die Verhaftung, die öffentliche Hinrichtung durch Volkes Meinung, da braucht man jetzt Helden, um solch eine Situation zu verarbeiten.



Samstag 28.11.09 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 25,2 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 21,4 - Temp. Min 10,2 - Feuchte 25 - 39 % Niederschlag 0 mm

Irgendwann wird alles gut
Müllverwertungsanlage bei Mazo soll jetzt bald fertig sein

Das habe ich vor ein paar Jahren schon mal so geschrieben, und in der Tat, es ist nun ziemlich genau 9 Jahre her, dass dieses (damals) moderne Zentrum für die Behandlung des gesamten Inselmülls in Bau ging. - Die Planungen liegen noch deutlich weiter zurück, und so muss man halt heute doch wohl gestehen, dass diese Anlage, in Konzept und wohl auch in der Technik, dem Wissen über die Behandlung von Hausmüll aus dem vergangenen Jahrtausend stammen wird. - Eigentlich sollte diese Anlage bereits im Jahr 2003 an die Arbeit gehen, aber unzählige Verzögerungen, sei es durch technische Gründe beim Bau selbst, bürokratische Hindernisse aber auch Planänderungen haben nun zu diesem enormen Aufschub geführt, der uns hier auf La Palma auch in eine prekäre Situation gebracht hat. - Da man uns auch die Müllverbrennungsanlagen geschlossen hat, blieb nichts anderes übrig als unsere Wohlstandshinterlassenschaften in der Landschaft zu hinterlassen. - Dazu nutze man die ehemals von den Städten Santa Cruz und Puntallana genutzte Müllkippe im Barranco Seco, und füllte nun mit dem gesamten Inselmüll eine komplette Schlucht auf. - Allerdings sagt man uns auch, dass diese Müllkippe wohl für diese Aufgabe vorbereitet wurde, und dass alles ganz sicher ist, und man nachdem das neue Müllverwertungszentrum bei Mazo eröffnet wird, diesen Barranco renaturieren will. - Allerdings sagen andere Stimmen auch, dass dem nicht so sein wird, und man den Barranco Seco wohl auch weiterhin im Entsorgungskalkül der Insel hat. - Da gibt es unterschiedliche Aussagen der betroffenen Gemeinden und der Inselregierung, und alles erfahren wir sowieso nie, und das ist manchmal auch gut so.

Auch müssen wir uns den Vermutungen aussetzen, dass dieser "Complejo Medioambiental" bei Mazo überhaupt nicht in der Lage sein wird den gesamten Inselmüll aufzunehmen, da die Mengen an Hausmüll in den letzten Jahren stark angestiegen sind. - Dazu sagen die Verantwortlichen allerdings, dass es kein Problem sei, die Anlage zu vergrößern, was eigentlich schon wieder eine Bestätigung dafür ist, dass dieser Müllverwertungskomplex jetzt bereits wieder zu klein geraten ist. - Dennoch wartet man bereits sehnsüchtig auf die Inbetriebnahme der Anlage, denn auf jeden Fall wird dann der Umgang mit unseren Hinterlassenschaften deutlich besser und auch sinnvoller gestaltet. - Der "Complejo Medioambiental" setzt auf Mülltrennung, so weit das noch nicht durch die bereits reichlich aufgestellten Sammelcontainer geschehen ist, und dann eben das Extrahieren aller Wertstoffe, deren Lagerung, bis ein Abtransport zu einem Recyclingbetrieb von der Menge hier sinnvoll ist. - Weiter werden alle kompostierbaren Elemente aussortiert und daraus eben Kompost gemacht, dann bleibt aber immer noch eine wohl erkleckliche Summe an nicht verwertbarem Restmüll übrig, der auch entsorgt werden muss. Ob dazu dann wieder der Barranco Seco herhalten soll, das wird eben vermutet, und so lässt sich das auch dem Inselplan entnehmen, gegen welche sich eben die Anrainergemeinden auch wieder zur Wehr setzen wollen. - Nun gibt es einen Termin, der 9. Dezember ist der Tag an dem die für die Erstellung beauftragte Firma den Komplex an die Inselregierung übergeben will. - Allerdings wird man nicht gleich am kommenden Tag mit den eigentlichen Aufgaben dort beginnen können, es muss ja auch zunächst das Personal in den Betriebsablauf eingeweiht werden, und wird dazu mit kleinen Mengen an Müll beginnen. - Bis es also so weit ist, dass zunächst aller Inselmüll dort landet, und dann, nachdem er getrennt, kompostiert und irgendwann auch weggebracht wird, das wird wohl auch noch etwas dauern. - Man muss bei aller Empörung wegen der ewigen Verzögerungen aber auch ganz klar sagen, für eine solch kleine Insel wie wir es sind, ist ein integrales Müllkonzept gar nicht so einfach zu basteln. - Wir können zwar trennen und kompostieren, die Wertstoffe aber hier auf der Insel selbst ja nicht weiterverarbeiten, sondern müssen diese erst unter großen Kosten und Aufwand auf das spanische Festland schaffen. - Da muss man dann auch irgendwann nach der Kostenrechnung fragen, und auch, wo und wie sammelt man den ganzen Kram, bevor ein Schiff kommt und uns von dieser Last befreit. - Nun rächt es sich aber auch, dass wir zwar seit ganz vielen Jahren nach einem nachhaltigen Müllkonzept fragen und bitten, nie aber Anstrengungen in Sachen Müllvermeidung unternommen haben, so dass uns unsere eigenen Hinterlassenschaften nun doch bald über die Schlucht hinauswachsen.



Samstag 28.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1022 hPa

Die Mutter aller Krippen
Los Llanos eröffnet die Weihnachtszeit

Man möchte es kaum glauben und schon gar nicht wahrhaben, dass am Sonntag bereits die Adventszeit beginnt. - Bei knappen dreißig Grad fällt das es noch ein bisschen schwerer als im nassen und dunklen Mitteleuropa, aber da müssen wir durch, und vor Weihnachten kann man ja eigentlich auch nicht mehr fliehen. - Denkt man mal unerbittlich nach, dann beginnt bei uns die Vorweihnachtszeit eigentlich schon im Juni. - Dann werden nämlich die ersten Lose für die berühmte Weihnachtslotterie verkauft, die jedes Jahr am 22. Dezember eine komplette Nation an die Radiogeräte fesselt. - Im Oktober dann füllen sich die ersten Regale mit den Turrones, den Leckereien die hier Weihnachten versüßen sollen, und danach gibt es eh kein Halten mehr und die Städte fangen an ihre glitzernden Straßenkunstwerke an Laternen zu hängen, damit auch ja keinem entgeht, dass wir uns jetzt alle schon ein bisschen einweihnachten müssen. - Die harte Zeit aber beginnt nun, nachdem die Krippe von Los Llanos eröffnet hat, und das geschah gestern in einem feierlichen Rahmen. - Man weiß dort in der Stadt wohl, dass man mit dieser Krippe allen anderen Gemeinden jedes Jahr eins auswischt, trägt aber dort diese Bürde mit sichtlichem Stolz. - Man muss aber auch zugeben, dass diese Miniatur dort in Los Llanos die Bemühungen der anderen Gemeinden fast zur Farce werden lässt, so viel Arbeit und Zeit steckt man woanders nicht in diese Landschaft. - Bemerkenswert die viele Kleinarbeit die dort zum größten Teil Freiwillige verbringen, angeleitet von Alten Hasen im Krippenbau und unter Aufsicht einiger federführender Künstler. - Früher, als alles anders war aber nur manches besser, da stand noch der Multitasking-Inselkünstler Luis Morera dem Krippenbautrupp vor, aber vor ein paar Jahren endete diese Zusammenarbeit, man war sich einfach nicht mehr grün oder gelb, der Krippe selbst aber hat das kaum geschadet.

Jedes Jahr gibt es ein bestimmtes Thema, wobei man sich eigentlich immer sehr endem gibt und nicht außerhalb des kanarischen Archipels bewegt, und in dieser Saison steht das traditionelle Handwerk im Mittelpunkt. - Na ja, im Mittelpunkt steht natürlich die Darstellung der eigentlichen Krippe, mit dem Jesuskindchen, Maria, Josef und all dem notwendigen Beiwerk wie Esel und Könige, aber die Leute genießen und gucken die Krippe eher wegen der Vielzahl an kleinen Szenen und Landschaften, die es da zu bewundern gibt. - Da gibt es eine Schmiede zu sehen, eine Ziegelbrennerei, eine Spinnerei und eine Windmühle um das Getreide zu malen. - Dabei natürlich auch die Menschen, die daran arbeiten, oder sich eben eine Pause gönnen nach dem harten Tageswerk, und das ist eigentlich immer das schönste an der ganzen Krippe, eben wie die Menschen dort in scheinbar völliger Normalität ihren Alltag, aber auch die Alltagsfluchten begehen. -Dazu gehört auch immer der "Meón" oder der "Cagón", eine Figur, welche irgendwo halb versteckt seine Notdurft verrichtet, und alle Besucher sind eigentlich zunächst auf der Suche nach dieser Szene, bevor man sich dann dem Gesamtbild hingibt. - Man findet diese Figur übrigens nicht nur in der Krippe in Los Llanos, wie man vielleicht glauben möchte, dieses Brauchtum der sehr menschlichen Krippendarstellung ist in Spanien häufig anzutreffen. - Über Geschmack, oder auch Geschmacklosigkeiten lässt sich natürlich streiten, aber solch kleine Alltagsszenen schützen einen und das Krippenwerk auch davor, in schwerer religiöser Fracht zu versinken. - Chapeau wieder mal nach Los Llanos, die Weihnachtszeit hat begonnen, und diese Krippe gilt bei uns wirklich als Startschuss für den ganzen, aber meist angenehmen Rummel, der ab jetzt veranstaltet wird. - Und wer es immer noch nicht weiß wo die Krippe ist, ganz einfach, in Los Llanos unter auf der Plaza am Eingang zur Casa de la Cultura gegenüber der Post.











Freitag 27.11.09 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 28,2 Grad - niedrigste Temperatur 16,4 Grad

Ruhend, fließend, stehend
Neue Versuche gegen den Stau in Los Llanos

Die Umgehungsstraße der größten Stadt der Insel ist zwar nicht so belebt wie man sich das gedacht hatte, bringt aber für die Stadt Los Llanos schon etwas Beruhigung. - Die Hauptsverkehrsstraße der Stadt, die Avenida Carlos Francisco Lorenzo Navarro ist nun deutlich seltener von Staus befallen. - Allerdings brachte die Umgehungsstraße keine Erleichterung für die Innenstadt, dort bummelt der Verkehr weiterhin auf der Suche nach einem Parkplatz, oder um sich in den Nordteil der Stadt in Richtung Los Barros durchzuschlagen. - Auch fällt jetzt auf, dass der Standort des Parkhauses zwar sehr zentral ist, man aber um in das Parkhaus zu gelangen, regelmäßig im Stau der Avenida Dr. Fleming steckt. - Los Llanos zahlt halt auch mit diesem dichten Stadtverkehr dafür, dass man so viele Geschäfte angesiedelt hat, und diese Stadt eben ein Magnet für Besucher außerhalb des Ortes geworden ist. - Nun hat man einen weiteren Schritt in der Verkehrsplanung vorgenommen um den Stau in der Innenstadt anzugehen, die beiden Straßen Dr. Fleming und die Enrique Mederos haben eine weitere Fahrspur erhalten, um deutlich mehr Fahrzeuge auf einmal durch die Straßen führen zu können. - Das macht im Fall der Dr. Fleming auf der Seite nach Süden hin deutlichen Sinn, da man zwar zweispurig auf die Hauptstraße abbiegen kann, aber nur auf einer Spur an die Ampel gelangt, was immer nur wenigen Fahrzeugen erlaubte, eine Grünphase auszunutzen. - In der Enrique Mederos hat die dritte Spur bislang wenig Erfolg gebracht, weil sofort wieder, sei es von Lieferanten oder Kunden, die zusätzliche Spur zugestellt wurde. - Da geht es also mehr um die Verkehrsdisziplin als um den Platz, aber man muss halt auch bedenken, dass man Geschäfte auch beliefern muss, und man kann den Transporteuren ja nicht zumuten, mit der Sackkarre oder gar auf der Schulter die Waren über mehrere hundert Meter anzuschleppen.

Aber es gibt noch mehr Kritik an diesem Versuch die Verkehrsprobleme der Innenstadt zu lösen, diese Maßnahme hat nämlich auch an die einhundert Parkplätze in der Innenstadt gekostet, und das ärgert sowohl die Autofahrer wie auch die ansässigen Geschäftsleute. - Nun kann man ja aber auch sagen, das Parkhaus ist doch gleich in der Nähe und in der Tat, man hat keine Probleme dort in dem Haus Platz zu finden. - Allerdings sind es gerade die vielen Dauerparker, die nun am meisten betroffen sind, denn die wollen sich natürlich das Parkhaus nicht leisten, denn wer den ganzen Tag sein Auto dort stehen hat, weil er eben in der Innenstadt arbeitet oder wohnt, für den würde das Parkhaus natürlich teuer werden. - So ergibt sich auch noch ein weiteres Problem, alleine die Autos, die auf der Suche nach einem Parkplatz möglichst zentral sind, sorgen bereits wieder für zusätzlichen Verkehr, der natürlich nicht notwendig wäre. - Für Kurzparker, wer eben nur ein paar Besorgungen zu erledigen hat, für den ist natürlich gut zumutbar, die paar Cent oder den Euro fünfzig auszugeben, um sein Auto gut abgestellt im Parkhaus zu nutzen. - Auch wird das dem Betreiber des Parkhauses natürlich gefallen, beklagt der sich doch auch Herz zerreißend darüber, dass er nicht mal die Kosten durch seine Einnahmen deckt, weil das Parkhaus nicht so ausgelastet ist, wie man sich das erhofft hatte. - Nun könnte man ja auch auf die Idee kommen, man hätte die Parkplätze in der Innenstadt eliminiert, um den Betreiber des Parkhauses zu helfen, aber das ist zu plump gedacht. - Man wird nun abwarten müssen, ob sich die neue Reglung mit dem Verkehr in Los Llanos einspielt und bewährt, oder ob man sich da wieder etwas ausgedacht hat, aber eben nicht mit unserem wenig disziplinierten Fahrverhalten rechnet.



Freitag 27.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1022 hPa

Mehrheitsentscheidungen
Olympische Spiele als Karnevalsthema

Seit wann braucht der "Carneval" in unserer Hauptstadt ein Thema? - Es war aber immer so, obwohl gerade in Santa Cruz de La Palma sich das endeme Treiben mit dem weißen Karneval längst zu einer völlig eigenen Veranstaltung entwickelt hat. - Karneval ist für manche Gemeinden hier auf der Insel das wichtigste Fest des Jahres, und auch wenn im kommenden Jahr die Bajada de la Virgen de Las Nieves in der Hauptstadt ansteht, der Karneval wird trotzdem, wie immer wild und aufmüpfig über Wochen hinweg sein närrisches und ausgelassenes Gesicht zeigen. - So viel Fiesta wie wir hier manchmal machen, das kann eigentlich auch nicht gut für die Volksgesundheit sein, aber Serotonin, ausgeschüttet durch Fiestas und andere Belustigungen gilt hier eben als Heilmittel, so kann man dann auch Wochen andauernde Festivitäten noch relativ gesund überleben. - Der "Carneval" in unserer Hauptstadt ist ja längst ein archipelweites Vergnügen geworden, da reisen Narren von allen anderen Inseln an, nur um sich weiß gekleidet gegenseitig mit Babypulver für Popöchen zu bewerfen. - "Indianos" sagt man dann dazu, und meint eine gelungene Persiflage auf die meist wohlhabenden Rückwanderer aus Mittelamerika oder von den Antilleninseln, die eben mit Geld in der Tasche und jeder Menge Überheblichkeit ihre Heimat besuchen kommen. - Auch wenn vielen der Ursprung dieses einmalige Brauchtums nicht wirklich schlüssig ist, "Carneval" in Santa Cruz ist weiß und staubig.

Offiziell beschränkt sich dieses Treiben mit dem Talkumpulver auf den Rosenmontag, oder hier auch inzwischen als "Día de Los Indianos" bekannt, aber auch die anderen Tage wird mit Babypulver geworfen. - Und das übrigens nicht nur in Santa Cruz, auch der noch lautere "Carneval" in Los Llanos ist voll des weißen Pulvers, aber dort sind die Leute halt nicht weiß gekleidet und es fehlt ein bisschen die Tradition. - Für die Tage neben dem Hauptprogramms am Rosenmontag sucht man sich dann immer noch ein Motto, unter welchem man sich Vergnügungen erlauben will. - Eigentlich ist das völlig egal, aber Ordnung muss sein, und für den "Carneval 2010" in Santa Cruz de La Palma hat man sich das Thema Olympische Spiele ausgesucht. - Klar, da kann man viel daraus machen, das gibt prima Kostümierungsmöglichkeiten her, und darum geht es ja wohl, und nicht um eine soziologische Breitbandstudie über den gesellschaftlichen Wert von Spitzenport im Einzelnen und Clenbuterol im Besonderen. - Geschenkt, aber wie denn die Entscheidung zugunsten dieses Mottos zustande kam, ist auch noch eine kleine Randnotiz aus der bunten Welt der Gehversuche in Sachen Demokratie. - Über die Webseite der Stadt Santa Cruz konnte man abstimmen, welches Thema denn der "Carneval 2010" haben sollte und es haben doch tatsächlich 50 Menschen abgestimmt, und mehrheitlich für die Olympischen Spiele ihre Stimme abgegeben. - Gut, beim Karneval ist es egal, man darf aber eben nur hoffen, dass solch repräsentativer Volksspiegel auf Aktionen wie den Karneval beschränkt bleibt. -





Donnerstag 26.11.09 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 28,5 Grad - niedrigste Temperatur 17,9 Grad

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Weltsensation
Inselregierung erfindet die Mistjauche neu

Eigentlich wollte ich ja Odel schreiben, aber das kennen nur die Süddeutschen, sagt meine Frau, und was meine Frau sagt, das ist Gesetz. - Zu nachhaltiger Landwirtschaft gehört auch, dass man eventuelle Überbleibsel der Produktion so weit aufarbeitet, dass diese auch wieder weiterverwendet werden können. - Das ist keine neue Erfindung, das hat man in der traditionellen Landwirtschaft immer so gemacht, der Misthaufen auf jedem Hof der Viehhaltung hatte, war zwar nicht unbedingt ein Statussymbol, da war eher der Fendt Favorit, aber selbstverständlich hat man den Kreislauf von Tierfäkalien als Dünger für den Ackerbau immer eingehalten. - Allerdings reicht das nicht als Dünger für intensive Landwirtschaft aus, und der extrem hohe Stickstoffgehalt macht Jauche oder Odel alleine als Düngemittel eh problematisch. - Man muss also genau wissen, was in der Jauche drin ist, und kann sich dann, mit Zuhilfenahme weiterer Zugaben an Dünger seine Idealpflanzennahrung basteln. - Da kommt auch der Punkt, wo man dann als Landwirt vielleicht gleich auf Fertigmischungen der Düngemittelriesen zurückgreift, und da die allermeisten Betriebe auch inzwischen so weit spezialisiert sind, dass nicht zwingend noch Vieh in jedem Hof steht, ist die Mistjauche kein wirklich modernes Düngemittel mehr. - Wer nur Viehzucht betreibt, der hat viel zu viel davon, und wer keine Viecher mehr hat, der kauft den Volldünger, und ab geht die Luzi. - Hier kennt man Jauchegruben eigentlich gar nicht, wohl aber den in Piniennadeln aufgefangenen Stallmist, der heute noch als Düngemittel Verwendung findet, und als "Estiércol" verkauft wird. - Allerdings wächst auch hier der Verbrauch an Fertigmischungen der Düngemittelindustrie, so dass man sich nun seitens der Landwirtschaftsabteilung des Cabildo Insular mal daran gemacht hat, wie man denn eine nachhaltigere Nutzung der Ressourcen beim Ackerbau und Viehzucht erstellen könnte. - Anlass war auch der rasante Preisanstieg bei den Düngemitteln vor etwa anderthalb bis zwei Jahren, was selbst unsere hartgesottenen Bananenbauern reichlich in Bedrängnis brachte.

Eigentlich will man es kaum glauben, wir machen nicht genügend Mist, um uns selbst damit zu versorgen, wobei doch jeder aufmerksame Mensch hier auf La Palma glaubt, allein der politische Mist, sei dazu in der Lage alle Bananenplantagen zu düngen. - Aber das ist ja leider so, dieser verbale und virtuelle Mist der verzapft wird, der hat keinerlei Nährwert, so muss man den vielleicht gewagten Satz formulieren, selbst Rinderpisse ist gehaltvoller und auf jeden Fall nachhaltiger, als politisches Geschwätz. - Verlassen wir aber nun den rutschigen Boden des Zynismus, und wenden uns wieder den odeligen Tatsachen zu. - Aus an die 9.000 Liter Jauche und etwas mehr als 3.000 Litern Abfallflüssigkeiten aus der Käseproduktion bastelt man monatlich an die 18.000 Liter Flüssigdünger, welcher nun im Feldversuch mit ausgesuchten Landwirten bereits seit einem Jahr positiv getestet wurde. - Auch bereitet man aus Resten der Bananenproduktion und anderen Pflanzenresten, unter Zuhilfenahme von Stallmist an die 70 Kubikmeter Kompost im Monat, der auch zur Düngung und sowieso zur Bodenverbesserung in den ausgesuchten Versuchsbetrieben eingesetzt wird. - Hört sich alles gut an und sehr vernünftig, so ein bisschen wirklich nachhaltig eben, man könnte fast meinen, das sei ein hervorragend eingefädelter Kreislauf. - Allerdings ist die Herstellung dieser Düngemittel noch viel zu teuer, um mit Mineral- oder Kunstdünger aus der BASF-Schmiede zu konkurrieren, aber besonders beim Thema Bodenverbesserung durch Kompost, dürfte der Nutzen die Kosten doch bald erreicht haben. - Ziel wäre natürlich, dass dieser Wiederverwendungskreislauf auch mal ohne die Stützung der öffentlichen Hand läuft, aber dazu muss der Preis halt stimmen, sonst machen die Landwirte nicht mit. - Auf der anderen Seite kann man natürlich auch wieder gegenrechnen, was es denn eigentlich kostet, die Bananenabfälle und die Jauche korrekt zu entsorgen, dann sieht die Kalkulation schon wieder anders aus. - Auf jeden Fall ist man seitens des Landwirtschaftsrates nicht komplett untätig, und auch wenn das finanziell noch ein Flop ist, ein Schritt in die richtige Richtung ist es allemal.



Donnerstag 26.11.09 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1022 hPa

Diese verflixten Tage
Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Eigentlich geht das Drama schon beim Muttertag los. - Einmal im Jahr nett sein zu "Mutti", das kann es doch nicht sein, aber zumindest profitieren die Blumenhändler und die Süßwarenindustrie heftig davon. - Gestern nun zelebrierte man, denn feiern kann man nun wirklich nicht sagen, den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. - Auch hier auf La Palma, und das große Drama an der Geschichte ist ja, dass es solche Tage doch wohl geben muss. - Es fanden Kundgebungen und Treffen in und vor den meisten Rathäusern der Gemeinden statt, und auch vor dem Cabildo Insular traf man sich, um gemeinsam auf dieses leider immer noch aktuelle Thema hinzuweisen. - Auf La Palma steigt die Zahl der gemeldeten Fälle von Gewalt gegen Frauen weiterhin an, und gegenüber dem Jahr 2008 gibt es sogar einen gewaltigen Anstieg von 23% der Ereignisse dieses Charakters, oder besser Uncharakters. - Allerdings sind sich sowohl die Vertreter der Schutzorganisationen, wie auch der Behörden einig, dass dieser Anstieg nicht gleichbedeutend ist, mit einem tatsächlichen Anstieg der Gewalt gegenüber Frauen, sondern dass sich immer mehr Frauen überhaupt trauen, diese Gewalt anzuzeigen. - Ein bisschen allerdings möchte ich dieser These widersprechen, nur ein bisschen, aber wir wissen ja auch, dass Gewalt gegen Frauen im familiären Umfeld auch was mit wirtschaftlicher Prosperität zu tun hat. - Das ergeben sowohl die "Täter- wie auch die Opferprofile" und bei einer solchen wirtschaftlichen Depression, wie wir sie derzeit erleben, entstehen natürlich größere Spannungen und Streitigkeiten zwischen den Paaren, die dann eben auch in Gewaltausbrüchen enden können. - Allerdings wäre es wohl zu einfach zu behaupten, man könnte der Gewalt gegen Frauen alleine mit Wohlstand begegnen, das soll nur ein Gedanke sein, warum gerade jetzt, in einer doch immer weiter sich öffnenden Gesellschaft deutlich mehr Fälle solcher Gewalt gemeldet werden.

Es gibt auch blanke Zahlen, welche uns der Abgeordnete der staatlichen Behörden hier auf La Palma nennt. - Alejandro Brito berichtet von 98 Frauen, welche bislang in diesem Jahr eine Anzeige wegen Gewaltanwendung aufgegeben haben, und die meisten davon haben sich an die Guardia Civil gewandt, einige auch an die Policía Nacional. - Die meisten Frauen aber sind erst zur Polizei gegangen, nachdem sie sich entweder Bekannten, Familienangehörigen oder aber auch den extra für diese Fälle eingerichteten Organisationen anvertraut haben, wobei man dabei auch betonen muss, dass die Guardia Civil in solchen Fällen immer auch sofort die "DEMA" (Dispositivo de Emergencia de Mujer Agredida) einschaltet, damit speziell dafür ausgebildete Kräfte einen entsprechenden Maßnahmenkatalog einleiten. - Das kann, je nach Fall und Lage, eine Schutzmaßnahme sein, ein sofortiger Umzug in ein extra für die Fälle bestelltes Wohnhaus sein, oder aber auch eine sofortige polizeiliche Reaktion gegenüber dem Aggressor. - Von Seiten der Behörden scheint somit wohl alles bereitet zu sein, den Fällen von Gewalt gegen Frauen zu begegnen, aber diese Maßnahmen bieten ja schlichtweg nur Hilfe nachdem die Gewaltanwendung bereits geschehen ist. - Prävention wird auch versucht, mit Plakataktionen, Vortragsreihen und Schriftmaterial, aber auch die beste Präventionsarbeit kann eben auch nicht gesellschaftliches Denken so komplett ändern, dass Gewalt gegen Frauen nicht zum absoluten Tabu wird. - Gewalt als Möglichkeit der Konfliktbewältigung bedingt ja auch einen familiären Lernprozess, der eben diese "Unmöglichkeit" überhaupt erst zum Mittel macht, denn wir wissen ja eigentlich, dass meist nur Geschlagene auch schlagen. - Gut und wichtig aber ist, dass die Anzahl der misshandelten Frauen welche sich an die Behörden wenden, steigt, denn die Täter müssen auch wissen, dass solche Taten nicht nur juristische Konsequenzen haben, sondern zunehmend auch zu einer gesellschaftlichen Ächtung führen, denn schick oder cool, ist das auch hier schon lange nicht mehr. - Allerdings fürchte ich, dass wir im kommenden Jahr wieder einen Tag der Gewalt gegen Frauen zelebrieren müssen, und wieder versuchen Zahlen zu erklären, die eigentlich nicht sein dürften.



Mittwoch 25.11.09 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 27,4 Grad - niedrigste Temperatur 15,5 Grad

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Freie (freche) Presse
"La Voz de La Palma" ist endlich online

Ich hab´s ja immer gesagt, das Internet ist doch für etwas gut… Die Presselandschaft auf den Kanaren, und eben ganz besonders auf La Palma, ist nicht gerade das, was man sich als pluralistisch, frei, unabhängig oder gar investigativ zusammenreimen kann. - Die meistgelesenen Blätter hier auf den Kanaren, "Diario de Avisos", "El Día", "Canarias 7" und "La Opinión" haben alle ihre Vor- und Nachteile, sind aber leider allesamt entweder politisch unterwandert, oder dermaßen auf die Einnahmen ihrer Werbekundschaft angewiesen, dass entweder plumpe Werbung für die Coalición Canaria dabei herauskommt, oder eben aus Rücksicht vor großen Werbekunden investigativer Journalismus nicht gefragt ist. - Von diesen "großen" Blättern ist mein klarer Favorit immer noch "La Opinión", aufgeräumt, wenig schreierisch, und überlässt das Denken in angenehmer Weise dem Leser. - Noch dazu gibt der geniale Karikaturist "padylla" dort auch noch seine frechen Zeichnungen ab, das muss man gesehen haben. - Leider erschließt sich der oft beißende Witz Padyllas sich nur dem, der über kanarische Lokalpolitik Bescheid weiß, und das darf man nun wirklich nicht von jedem erwarten. - Ich glaube auch, dass mein Leben deutlich ruhiger und gesünder verlaufen könnte, wenn ich meine Nase nicht immer so tief in diesen dunklen Sumpf der lokalen Angelegenheiten stecken würde. - Die Presselandschaft auf den Kanaren hat schon noch mehr zu bieten, es gibt noch ein paar Online-Zeitungen, die auch Erwähnung finden sollen. - Da sind noch "Canariasahora" und "Elindependientedecanarias" und andere, die ich nun hier nicht alle erwähnen muss, aber diese kümmern sich halt deutlich weniger um die kleinen Inseln, sondern belassen es meist die großen Themen der großen Inseln zu behandeln. - Bei "Canariasahora", übrigens durch aus zynisch bis streitbar, was auch dem Herausgeber des "Blattes" einige Gerichtsverfahren wegen Beleidigung und übler Nachrede eingebracht hat, aber die Gerichte hier in Spanien decken, außer es geht ums Königshaus, die freie Meinungsäußerung doch angenehm stark.

Hier auf La Palma gab es bis vor kurzem als einzige echte Zeitung aus und für La Palma "La Voz de La Palma" die allerdings nur alle 14 Tage erscheint. - Unerwähnt darf hier natürlich auch nicht "d-ocasión" bleiben, eigentlich ein Werbeblatt welches auch alle 14 Tage kostenlos verteilt wird, aber zunehmend auch interessantere redaktionelle Inhalte verbreitet. - Allerdings änderte sich die Presselandschaft hier auf La Palma grundlegend mit dem Erscheinen der Online-Zeitung "elapuron", die, wenn auch eben nur über das Medium Internet verbreitet, bereits zu einem echten Meinungsträger geworden ist. - Das allerdings weniger durch die Artikel selbst, die meist auch nur die aktuellen Tagesthemen angeht, so wie das sein muss, aber das Salz in der Suppe des "elapuron" sind die Kommentare der Leser selbst. - "Vox populi" ist dort derart angesagt, dass die gute Chefredakteurin bereits gute Not hat, die vielen Kommentare nach "Zecken" zu durchsuchen, da eben die Anonymität des Internets auch die dunklen Mächte und schwarzen Seiten mancher Zeitgenossen viel zu einfach durchdringen lassen. - Aber das hat man bis auf wenige Ausrutscher im Griff, allerdings gerät damit "elapuron" auch in Gefahr, Werbekunden aus öffentlichen Institutionen zu verlieren, oder Parteien zu vergrätzen. - Denn was da als Kommentar oft auftaucht, ist eine ziemlich deutliche Abrechnung mit den hier auf La Palma immer noch als verkrustet zu bezeichnenden politischen Verhältnissen. - Da die Balance zu finden, zwischen freier Meinungsäußerung und politischen Schaden, das ist gar nicht leicht, hat man aber bislang sehr besonnen erreicht. - Nun kommt aber endlich meine wirkliche Lieblingszeitung auf lokaler Ebene auch ins Netz, "La Voz de La Palma" ist nun "drin" und sucht eben sein Publikum jetzt auch auf dieser Ebene. - Diese Zeitung allerdings muss sich mit Balancesuche erst gar nicht auseinandersetzen, denn man geht bei der "Voz" seit immer schon den unbequemen Weg, den mit ätzender Säure versetzten Zeigefinger tief in die verletzbaren Stellen unserer feudalen Politikergruppe zu stechen. - Was man leider fast allen anderen Blättern absprechen muss, die investigative Aufgabe, das findet in der "Voz" wohl statt, auch wenn man sich wegen der dünnen Personaldecke auf wenige Themen beschränken muss, aber was die anbohren, das hat Hand, Fuß und meist auch öffentliche Folgen. - Sicher hat die von der "Voz" auch der Erfolg der Webseite "elapuron" angestachelt, nachdem man sich jahrelang verweigert hat, das Medium Internet zu nutzen. - Ein guter Schritt für uns alle, und gleich mal ein Chapeau an "La Voz de La Palma".





Mittwoch 25.11.09 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1022 hPa

Der Himmel muss warten
Entscheidung über Standort für das Riesenteleskop ist verschoben

E-ELT, das sind die Buchstaben der Hoffnung für La Palma. - European Extremly Large Telescope heißt das ausgeschrieben und steht für das Vorhaben, ein Spiegelteleskop mit einem Durchmesser des Primärspiegels von sage und staune 42 Metern zu bauen. - Nur zum Vergleich, das größte Spiegelteleskop der Welt, hier auf La Palma, das "Grantecan", besitzt einen Primärspiegel von 10,4 Metern Durchmesser, wir reden also bei dem E-ELT wohl von einem Ding einer neuen Dimension. - Eigentlich sollte sich die Standortfrage jetzt bereits erledigt haben, die ESO, European Southern Obersvatory wollte eigentlich im November dieses Jahres bekannt geben, wo denn diese Milliardeninvestition erstellt werden soll, aber das verschiebt sich nun bis in das Frühjahr 2010. - In der engeren Wahl sind wohl sowieso nur noch drei Standorte in Chile, wo die ESO bereits Observatorien betreibt, und eben La Palma, nachdem wir mit dem Bau des Grantecan bewiesen haben, dass solche Spitzentechnologie auch hier in Europa, und eben auf unserem höchsten Berg, installiert werden kann. - Man kann sich die Möglichkeiten für La Palma kaum ausmalen die entstehen würden, wenn man dieses Teleskop bei uns aufstellen würde. - Sind wir bislang wohl schon der erste Standort für professionelle astrophysikalische Himmelbeobachtung in Europa, so katapultierte uns das E-ELT an die absolute Weltspitze, und zöge sicherlich noch weitere Investitionen an Hochtechnologie auf diese Insel. - Nicht wenige, mich eingeschlossen erhoffen sich ja dadurch eine Möglichkeit, aus der fatalen wie engstirnigen Frage zu La Palmas Zukunft, Landwirtschaft oder Tourismus, endlich eine pluralere Antwort finden zu können.

Das würde aber auch bedeuten, dass neben der reinen Observation des Himmels, wir uns auch als Wissenschaftsstandort anbieten müssen, und eben nicht nur als Boden für die kalte Technik. - Die Daten, welche diese Teleskope liefern, werden ja heute bereits meist woanders bearbeitet, und hier auf La Palma sorgen nur Techniker dafür, dass die Gerätschaft einwandfrei funktioniert. - Die Hoffnung wäre ja, dass man rund um dieses Observatorium auch noch die Forschungseinrichtungen beherbergen kann und ein kleines Stück weitergedacht, auch noch Weiterbildung in Sachen Astrophysik anbieten kann, anhand einer wissenschaftlichen Fakultät, die uns dann endgültig zu einem Wissenschaftsstandort machen würde. - Die Infrastruktur um diese Hochtechnologie, das wäre dann eben auch der Punkt, welcher die "normale" Inselbevölkerung mit in die Wertschöpfungskette einbinden könnte, die Versorgung dieser Einrichtungen, mit Personal, Material, Energie und eben auch periphere Angebote für die Mitarbeiter der Institute, da lassen sich viele und gar nicht schlecht dotierte Arbeitsplätze basteln. - Ob nun aber das E-ELT nach La Palma kommt, das wissen wir natürlich nicht, auch wenn man die Verschiebung der Entscheidung seitens der ESO eher als Vorteil für uns sieht, weil wir nun weiter Anstrengungen in unserer Bewerbung für dieses Teleskop angehen können. - Ich bin mir da nicht so sicher, und glaube, dass die Entscheidung für den Standort eh auf einer anderen Ebene getroffen werden, auf die wir hier von der Insel aus überhaupt keinen Einfluss haben. - Technisch sieht das bislang wie ein Unentschieden aus, sowohl die Standorte in Chile haben ihre Vorteile, wie auch die Nähe La Palmas zu den europäischen Wissenschaftsstandorten, letztendlich entscheiden das aber ein paar Herren in meist grauen Anzügen und hoffentlich sind die sich bewusst, was ihre Entscheidung für diese kleine Insel bedeuten wird.



Dienstag 24.11.09 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 26,3 Grad - niedrigste Temperatur 17,1 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 20,3 - Temp. Min 9,8 - Feuchte 27 - 61 % Niederschlag 0 mm

Ein Mann sieht rot
Mitarbeiterführung aus vergangenen Jahrtausenden

So einige Knaller haben wir ja schon aus der größten Stadt der Insel an Skurrilitäten melden können, wie die Ausweispflicht für Katzen und Hunde, oder die 300 Euro für den weggeworfenen Kaugummi. - Ja, sie sind sehr ordnungsliebend die Bewohner der Stadt Los Llanos, und ihr Oberhirte ganz besonders, der zögert eben auch nicht mit harten Maßnahmen, wenn es darum geht, seine Stadt sauber zu halten. - Allerdings sind nicht alle von seinem Führungsstil begeistert, die Zeiten des "Caciquismo" (übertriebener, fast feudaler Führungsstil in lokalen Korporationen) sollte selbst in Los Llanos irgendwann ein demokratisches und gesellschaftliches Ende finden. - Besonders schlecht klappt so zu Zusammenarbeit mit den Angestellten des Rathauses, von stiller Unlust bis hin zu offener Rebellion und Streik, wider dem Führungsstil des Bürgermeisters ist es da bereits gekommen. - Wir erinnern uns an die Auseinandersetzung zwischen der Lokalpolizei und eben dem Bürgermeister, wo man aus einem kleinen Bummerlstreik eine schwere disziplinäre Fehltat machte, und mehrere Polizisten deswegen sogar für mehrere Jahre suspendierte. - Da musste das Gericht den überstrengen Stadtvater wieder auf die milde Bahn schieben, die Suspendierungen wurden allesamt vom Kadi aufgehoben, und die Polizisten schieben wieder ihren geregelten Dienst. - Wenn sie nicht gerade krank gemeldet sind.

Da schwelt nun der nächste Konflikt, und man konnte eigentlich sicher sein, dass das schwierige Verhältnis zwischen dem Bürgermeister und "seinen" Angestellten noch lange nicht in Frieden aufgearbeitet worden ist. - Der Krankenstand bei den Gemeindeangestellten, und auch besonders bei der Lokalpolizei ist in Los Llanos erschreckend hoch, höher als in jeder anderen Gemeinde dieser Insel. - Nun ist die Luft aber in Los Llanos nicht so schlecht, dass man davon krank würde, aber man weiß ja um den Zusammenhang von Menschenführung und Krankenstand, wohl in jeder Firma oder Gesellschaft dieser Welt. - Das passt dem Bürgermeister natürlich gar nicht, kein Wunder, dafür müssen andere Überstunden machen, und "seine", ach so saubere und ehrenwerte Stadt, plagt sich mit massivem Personalmangel durch den Alltag. - Allerdings denkt der Stadtvater nicht darüber nach, vielleicht sein Verhalten mal zu überdenken, und ob dieser hohe Krankenstand nicht etwas mit den internen Konflikten des Rathauses gegenüber seinen Angestellten zu tun haben kann. - Nein, nun werden Arbeitsinspektoren aus Tenerife eingeflogen, welche die Befugnis haben, die Krankmeldungen der Angestellten zu kontrollieren, zur Not auch durch einen Hausbesuch bei der krankgeschriebenen Person. - Es ist verständlich, dass der Bürgermeister hinter den Krankmeldungen auch gewisse Unlust vermutet, so manch einer könnte wahrscheinlich schon wieder arbeiten gehen, lässt sich aber vom Hausarzt dann doch lieber noch mal ein, oder zwei Wochen krank schreiben, weil die Arbeit eben so gar nicht schmeckt. - In den Reihen der Lokalpolizei vermutet er sogar betrügerisch ausgestellte Krankmeldungen und scheut sich nicht mal, das auch noch offen in der Presse zu nennen. - Solche Kontrollen sind natürlich das allerletzte Mittel irgendwelche Autorität wieder herzustellen, die man im normalen und menschlichen Umgang untereinander wohl bereits komplett verloren hat. - Vielleicht erwischt er ja wirklich einen oder gar mehrere Personen, die sich nicht wirklich an die Regeln halten was krank bedeutet und was arbeitsfähig, die allermeisten haben aber von einem Arzt die Dienstunfähigkeit bescheinigt bekommen, und wer dagegen angeht, der streut nicht gerade Nährboden für kommendes Vertrauen. - Der hat keine gute Hand der Bürgermeister von Los Llanos, man weiß doch inzwischen auch, dass die Angestellten auch so etwas wie der äußere Spiegel der Fähigkeiten der leitenden Personen ist, und da gibt es wohl noch so einiges zu verbessern in der schönen und so wohlfeilen Stadt Los Llanos.



Dienstag 24.11.09 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 72 % - Luftdruck 1022 hPa

Zwergenangriff
Die Vandalen sind unter uns

Sind die Vandalen eigentlich jemals danach befragt worden, ob sie sich mit dem heute gebräuchlichen Wort Vandalismus auch identifizieren können? - Vielleicht gibt es ja einfach keine Vandalen mehr im ethnographischen Sinn, zumindest niemanden mehr, der sich diese, inzwischen zweifelhafte Herkunft anheften will. - Auch hier auf La Palma gibt es Vorfälle, welche man unter der Bezeichnung Vandalismus einstuft, und wenn man die heutige Presse studiert, dann hat sich vor ein paar Tagen in der Hauptstadt ein gar unglaublich grausamer Akt von Vandalismus zugetragen. - Der Zwerg wurde beschmutzt, besser gesagt von einem, wahrscheinlich jugendlichen Täter aus übelste traktiert und man sieht nun das künstlerische und kulturelle Erbe der Hauptstadt und der gesamten Insel in Gefahr. - Der Statue des Zwergen, des Enano, steht auf der Plaza La Alameda, und wurde von unserem inseleigenen Multikünstler Luis Morera erschaffen, der auch noch für viele andere emblematische Kunstwerke auf dieser Insel seine Handarbeit und seine Muse spendete. - Der Zwerg ist so etwas wie das Markenzeichen unserer gesellschaftlichen Kultur geworden, jeder hier und auch anderswo kennt den Zwergentanz, der nur alle fünf Jahre aufgeführt wird, heute immer auf der Fiesta Bajada de la Virgen de Las Nieves. - Ursprünglich war der Zwergentanz als Verballhornung Napoleons gedacht, denn die Insel La Palma stand ja mal unter französischer Fuchtel, nachdem die Freibeuterfieslinge Francois Le Clerc und Jacques de Sores hier äußerst ungehobelt einen Eindruck von französischer Kultur hinterlassen haben. - Das war zwar nicht die gleiche Zeit, aber die Ablehnung gegen alles Französische stak tief im Herzen der Menschen hier, und man wollte sich mit einer Karikatur den Despoten Napoleon einfach ungefährlicher singen und tanzen. - Daraus entstand dann der Zwergentanz, ein Schauspiel mit inzwischen streng endemischen Wert, welches für diese Insel so etwas wie ein Staatsschauspiel geworden ist, und die Polka zu welcher die Zwerge sich bewegen, die Inselhymne. Die Zwergenverehrung grenzt fast schon an Hysterie, es gibt Klingeltöne für das Handy mit der Polka, und ausgewachsene Männer haben Zuhause ein Videoband, auf dem man sich ab und zu, wenn einem ganz endem im Herzen wird, sich diese Vorstellung immer wieder ansehen kann.

So viel Erklärung brauche ich vorab, um nun die Schande etwas besser erklären zu können, welche das Graffiti an der Statue des Zwergen heraufbeschwört. - Dabei ist die Schrift selbst unter der Vergrößerung kaum zu erkennen, auf dem Hut, fast in der gleichen Farbe wie die Statue selbst, hat irgendein, vielleicht jugendlicher Dösel, ein Wort hingeschrieben. - "Nito" scheint da zu stehen, vielleicht ein Name, oder was auch immer, allerdings eben so klein und unscheinbar, dass man diese Schandtat eigentlich nur sehen kann, wenn man auch weiß, dass diese dort am Hut des Zwergen verfasst wurde. - Nun denkt sich jeder Mitteleuropäer, was soll denn die Aufregung, warum verfasst man darüber sogar Schlagzeilen, wo man sich doch eigentlich wundern sollte, dass dieser Zwerg nicht bereits von oben bis unten mit bunter und schriller Graffiti behandelt wurde, so wie das in anderen Regionen bereits formeller Alltag geworden ist. - Hier aber ist Graffiti einfach nicht üblich, ganz selten sieht man solche, zwar meist nicht sonderlich kreativen, aber eben doch ausdrucksstarken Rufe sonst nicht gehörter Menschen. - Die kleine Schmiererei aber an dem Zwerg, dem Hort und der Fackel endemischer Kultur, der erregt uns dermaßen, dass wir uns darüber aufregen und härtere Strafen für Banausen der Kulturgeschichte fordern, die wirklich Angriffe aber auf unsere Integrität übersehen. - Wir sind halt wirklich anders gestrickt, da regen wir uns über solch eine Lappalie per Schlagzeile auf, aber kümmern uns nicht um regional und politisch verordneten Vandalismus, der vierspurige Schnellstraßen durchs Weltbiosphärenreservat bauen will, Golflätze in Naturschutzgebiete und Asphaltwerke neben Schulen. - Vielleicht sollten wir unser Bild von den Vandalen mal ein bisschen an die Neuzeit anpassen und endlich begreifen, dass Vandalen im Jackett und mit Krawatte dauerhaften Schaden an dieser Insel anrichten können. - Aber vielleicht habe ich das auch nicht richtig verstanden, und der Zwergentanz gilt längst nicht mehr Napoleon, sondern eben den eifrigen Gnomen in den entscheidenden Positionen, welche diese Insel so vortrefflich zu ihren Interessen ausweiden.



Montag 23.11.09 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 19,1 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 23,0 - Temp. Min 12,5 - Feuchte 24 - 38 % Niederschlag 0 mm

Himmelsgrippenwasser
Kurz, kurz, kurz

Wettbewerb für Astrofotographie. - Ja da weiß ich ja auch schon wer mitmacht… Das Cabildo Insular veranstaltet dieses Jahr einen interessanten Wettbewerb, Bilder des Sternenhimmels über La Palma sind dabei das Thema, und mitmachen kann wer will, oder besser der, der eine Kamera still halten kann oder noch besser, ein Stativ besitzt. - Allerdings hat man es auch bereits wieder eilig, der 30 November ist Einsendeschluss, allerdings gilt dabei der Poststempel oder der Einlieferungsnachweis des Kurierdiensts. - Dennoch wieder reichlich spät an die Presse gebracht, aber so sind wir halt. - Auch stellt man einige Anforderungen an den Fotografen, man darf 3 Bilder einsenden, auf CD/DVD und zusätzlich noch je eine Papierkopie 20x30 Zentimeter. - Dabei ist zu beachten, dass alle Werke einen Titel tragen müssen, und auf der Rückseite der Papierabzüge auch noch die technischen Daten des Bildes und der Kameratyp angegeben werden muss. - Also eben mal losknipsen ist nicht, es sei denn man ist gerade auf La Palma. - Weiterhin muss das Photo auf 60x40 vergrößerbar sein ohne zu "pixeln" und darf nur in den Formaten TIFF und JPEG abgespeichert sein. - Preise gibt es auch zu gewinnen, 2.000 Euro erhält der Gewinner, 1.500 der Zweitplatzierte, und 1.000 der Dritte und immerhin noch 500 Euro der Viertplatzierte. - Wer also solche Aufnahmen zuhause hat und glaubt da mitmachen zu können, also dann aber flott. - Die genauen Teilnahmebedingungen gibt es auf der Webseite des Cabildo Insular auch noch in Englisch und Spanisch nachzulesen. - Ich drücke die Daumen!

Grippeschutzimpfung auf La Palma ist auch angelaufen. -Natürlich fragt kein Schwein mehr nach der "normalen" Grippe, sondern wir reden hier natürlich auch über die Schweinegrippe, oder wie man hier sagt, "Gripe A". - Seit einer Woche nun wird hier auch geimpft, und in der ersten Woche ließen sich bereits 630 Menschen diesen Wirkstoff verpassen. - Man kommt zu dieser Impfung entweder über seinen "Medico de Cabezera" in den Gesundheitszentren, oder aber man ruft die 012 an, und dann erzählt man einem dort, wie es weitergeht. - Man empfiehlt hier die Impfung allen Risikopatienten, wer nicht weiß, ob er das ist, dann sollte er auch seinen Arzt fragen, und allen Menschen die viel Kontakt zu anderen Menschen haben und eben dadurch besonders gefährdet sind. - Die Diskussion, ob man sich denn impfen solle, die wird hier bei weitem nicht so ausgeprägt geführt, wie in Deutschland, wer sich bedroht fühlt, oder wenn der Arzt das einem empfiehlt, dann lässt man sich halt diese Impfung geben. - Nur ganz wenige Stimmen gibt es, welche diese Impfung als unnötig oder gar gefährlich betiteln, aber es heißt auch von den Gesundheitsbehörden, dass niemand sich impfen lassen muss, und der Verlauf dieser Grippe eben in den allermeisten Fällen ohne schwere Auswirkungen ist.

518.000.000.000 Liter Wasser, so viel fällt im Durchschnitt Wasser auf diese Insel, einzig mit den Regenfällen. - Das geht aus dem nun neu vorgestellten "Plan Hidrológica" - Wasserplan - hervor, der jedes Jahr die Bedingungen und die Aufgaben rund um die Wasserversorgung der Insel beschreibt. - Das sind 518 Kubikhektometer Wasser, und das allermeiste davon fließt ins Meer, mal über die tiefen Schluchten, oder versickert durch das poröse Lavagestein, und landet so auch irgendwann im Atlantik. - Ausgerechnet hat man das anhand der Durchschnittsniederschlagsmenge, und das eben auf die Größe der Insel umgerechnet, also ein eher theoretisches Modell. - Wir wissen ja, dass es einen deutlich feuchteren Osten und besonders Nordosten der Insel gibt, wo es deutlich, bis vielfach so viel Niederschlag gibt, wie auf der Westseite. - Man nennt so als Durchschnitt der Regenmenge hier auf La Palma somit 740 Liter auf den Quadratmeter pro Jahr. - Allerdings kommen die etwa 66 Kubikhektometer, welche die Insel jährlich etwa so an Wasser verbraucht, auch aus Brunnen und Galerien, das Regenwasser selbst bleibt direkt weitgehend ungenutzt, oder ist eben nur wirksam in dem man sich das Bewässern sparen kann, wenn es gerade mal wieder geregnet hat. - Aber natürlich füllt das Regenwasser die unterirdischen Brunnen und Kavernen der Insel immer wieder auf, Wassermangel gibt es also nicht auf dieser Insel, aber eben wenige Möglichkeiten dieses teuere und notwendige Nass zu speichern. - Aber daran bastelt man ja, und baut noch weitere Speicherbecken, damit wir trotz dieser enormen Regenmenge nicht mal auf dem "Schlauch" stehen. -



Montag 23.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1025 hPa

Es werde Licht
Lässt sich der Aufschwung herbeireden?

Zumindest der gefühlte Teil eines Aufschwungs schon, denn letztendlich ist es ja auch nur eine Metapher, die uns da steigende Produktivität und Nachfrage erklären soll. - Dazu sagt aber Pedro Normalverbraucher, nun brauchen wir nur noch ein bisschen mehr Geld in den Händen, dann können wir dieses auch ausgeben. - Oft läuft man ja so durch die Städte und sucht nach Hinweisen auf den Pulsometer der Konjunktur. - Da beobachtet man dann Geschäfte, ob da überhaupt jemand drin ist, außer dem Personal, oder ob dieser oder jener Laden von den Öffnungszeiten her überhaupt noch Publikum haben will. - Bei anderen Läden sieht man das fatale Schild "se vende" oder "se traspasa" und schließt daraus natürlich, dass da wieder jemand das Handtuch geworfen hat, und wenn es sich dabei nicht um einen Handtuchladen handelt, dann wird aus dieser gebräuchlichen Metapher der nachhaltige Prozess eines Konkurses. - Los Llanos ist dabei eine sehr interessante Stadt, wie sich über die Jahre hin aufgrund der geänderten Verkehrsführung und der Fußgängerzonen auch die Geschäftswelt verändert hat. - Natürlich bleibt rund um die Plaza das allerbeste Pflaster, aber ansonsten haben die Fußgängerzonen wohl gewonnen, auch wenn sehr viele Geschäftsleute während der schier ewigen Bauzeit und der damit verbundenen Unerreichbarkeit so ziemlich an den Rand der Existenz gedrückt wurden, und manche sogar aufgegeben haben. - Aber damals gab es ja noch nicht die "offene Krise", sondern einfach nur wenig Geld, heute haben wir ja eine Erklärung dafür, 2.000 Arbeitslose mehr, als noch vor drei Jahren auf La Palma, und nimmt man die auch durch die Arbeitslosigkeit belasteten Familienmitglieder auch noch mit, dann bedeutet das an die 8.000 Konsumenten weniger, die über den wirklichen Bedarfskonsum hinaus Geld ausgeben.

Darüber hinaus sind in den letzten, sagen wir man anderthalb Jahren, auch wieder viele Immigranten abgereist, meist sind die gar nicht zurück in ihre vorwiegend amerikanischen Heimat, aber eben auf andere Inseln oder aufs Festland, wo man sich doch noch bessere Entfaltungsmöglichkeiten auch in einer Krise erhofft. - Die Kaufkraft ist also deutlich gesunken und selbst wenn wir wissen, dass der überwiegende Teil der auf La Palma in aktiven Arbeitsverhältnissen steht, sein Geld von konjunkturunabhängigen Korporationen erhält, selbst diese Gruppe hält sich zurück, was wohl mit Zukunftsängsten und einer grundsätzlichen Kaufzurückhaltung zu tun hat. - So sind die Zahlen im Handel und in der Gastronomie auf La Palma auch wirklich nicht besonders helle zu nennen, und man sucht dringend nach dem Streifen am Horizont, oder eben dem berühmten Licht am Ende eines Tunnels. - Und sei es auch nur dahingesagt, aber wir wissen ja, dass der Glaube, und der muss nun nicht religiöser Natur sein, sowieso Berge versetzen kann und wenn dann in dem Berg auch noch der Tunnel mit dem Licht steckt, dann hat man sich den Aufschwung wohl herbeigeredet. - So ein bisschen in diese psychologische Kerbe haut nun auch eine Pressemeldung aus unserer stolzen Hauptstadt, dort haben die Gewerbeanmeldungen gegenüber dem Jahr 2008 deutlich zugenommen. - So schreibt man stolz, bislang hätte man bereits 55 neue Lizenzen verteilt, an den Einzelhandel und die Gastronomie, und im kompletten vergangenen Jahr seien es nur 52 gewesen. - Das ist doch mal eine positive Meldung, mehr als letztes Jahr, alleine das reicht doch schon zu ungetrübter Freude und ist doch ein ganz deutliches Anzeichen dafür, dass wir den Rubikon oder den Allersbach bereits überschritten haben. - Nur griesgrämige Fortschrittszweifler können dann in einem solchen Moment auch noch die revanchistische Frage stellen, wie viele Lizenzen denn im gleichen Zeitraum erloschen sind, und auch vor allem, wie viele weniger, als noch im vergangenen Jahr. - Aber was soll´s, die ewigen Nörgler, die machen einem noch den ganzen Aufschwung kaputt, wobei die wirklich notwendige Lösung doch lauten muss, Leute, ihr habt kein Geld, also gebt das auch ordentlich aus.





Sonntag 22.11.09 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 28,9 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 25,7 - Temp. Min 14,2 - Feuchte 23 - 29 % Niederschlag 0 mm

Mast und Schotbruch
Ausstellung erinnert an die Werften der Insel

Santa Cruz de La Palma war mal einer der bedeutendsten Häfen Spaniens, und auch wenn das schon lange nicht mehr so ist, so hängt man dieser Historie doch noch gerne nach. - Als letzter christlicher Außenposten auf dem Seeweg nach Indien, oder als "letzte Tankstelle" vor Amerika, bieten sich die Kanaren ja geradezu an, auch an den großen Schifffahrtswegen irgendwie beteiligt zu werden. - Dabei wurden aber hier auf La Palma die Schiffe nicht nur repariert und proviantiert, es gab auch richtige Werften hier, weil man eben den damaligen Rohstoff für den Schiffbau in gerade schier unendlichen Mengen hatte, den Wald. Schiffe wurden auf La Palma bereits ab dem 16. Jahrhundert gebaut, und die wirkliche Blütezeit der Werften allerdings wird auf den Zeitraum der Mitte des 17. Jahrhunderts datiert, so zumindest lässt es uns Francisco Javier Martín wissen, Kapitän der Handelsmarine und Professor an der Universität Alicante, welcher sich als gebürtiger Palmero sehr mit der Marinegeschichte seiner Heimat beschäftigt. - Der Historiker kann auch ein paar Schiffsnamen nennen, so wurde hier die Brigg "Verdad" gebaut, sowie die "Cometa" und die "Juanito", sowie auch noch die "Paloma Isleña". - Und zu dem letztgenannten Schiff hat er auch gleich noch ein bisschen Seemannsgarn beisteuern. - Die "Paloma Isleña" war wohl das bekannteste Schiff, welches hier auf La Palma gebaut wurde, und fuhr regelmäßig von den Kanaren nach Kuba, Mexico und Venezuela. - Auf dem Rückweg einer dieser Reisen, hatte man 1770 die Marienfigur der Nuestra Señora de Los Dolores de Lodero an Bord, welche in Veracruz hergestellt war. - Diese Marienfigur war für die Kirche in Mazo gedacht und zeigt bis heute noch eine Marienfigur, welche auf ihren Knien den strebenden Jesus hält. - Allerdings konnte dieses Marienbildnis ihren Nutzen bereits auf der Überfahrt unter Beweis stellen. - Die "Paloma Isleña" geriet nämlich in einen schrecklichen Sturm, der sich erst wieder beruhigte, als man diese Marienfigur an Bord stellte und, was man als Katholik so macht, nämlich inständig betete. - Allerdings hilft so etwas mit den Patroninnen nicht immer, man hat das auch mal beim Fußball versucht oder gegen die Finanzkrise, dafür zeigten sich die taffen Damen aber dann doch nicht zuständig. - Die Einrichtung dieser Ausstellung nun konnte auch nur durch private Spenden und jahrelanges Suchen an Artefakten aus der Zeit bewerkstelligt werden, denn die eigentlichen "Exponate", die Schiffe selbst, die gibt es allesamt nicht mehr, ruhen irgendwo auf dem Grund des Ozeans, oder sind, weil die Dampfschiffe aufkamen, zu Bau- oder Brennholz verarbeitet worden. - Auf jeden Fall lohnt sich nun der Besuch im Inselmuseum noch mehr als vorher bereits, und das Inselmuseum findet man natürlich in unserer Hauptstadt Santa Cruz, im alten Kloster (Convento) de San Francisco. - Wer noch mehr über das Schiff "La Paloma Isleña" wissen will, der kommt HIER weiter, allerdings wird ihm der Text spanisch vorkommen…



Sonntag 22.11.09 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1029 hPa

Wir sind Pisa
Ob das gut gehen kann?

Die Pisa-Studie, wohl bekannt und gefürchtet in Europa, zumindest unter den Pädagogen und Politikern aus der Bildungsmaterie. - Bislang haben sich die Kanaren nicht diesem Dogma "Pisa" unterworfen, aus einer eher Trotzreaktion heraus, verweigerte man sich diesem europäischen Bildungsvergleich, wohl ahnend, dass dabei nicht Gutes herauskommen kann. - Die frühere Rätin der "Consejeria de Educación" meinte sogar mal, das ginge doch niemanden an, besonders nicht jemand der von außen kommt, der darf uns doch nicht sagen, wie wir unsere Kinder zu unterrichten haben. - Das hat sich Gott, oder wem auch immer sei Dank ein bisschen geändert und so wird die kommende Woche hier auf La Palma im Zeichen der Pisa-Studien stehen. - Ohne zu wissen in welchen Schulen da Tests durchgeführt werden, denn darüber werden wir nicht informiert, und auch ohne, dass man die Schüler darauf vorbereitet hätte. - Das lässt zumindest auf faire Chancen hoffen, wirklich mal unseren Standort im europäischen Bildungssystem festzustellen. - Genau dieser Vergleich fehlt uns ja, werkeln wir doch bildungstechnisch ziemlich autonom vor uns hin, und haben nicht wirklich einen Vergleich, wo wir denn eigentlich stehen. - Taugt das denn alles was wir unseren Kindern beibringen und zählt das auch im internationalen Vergleich, das wäre schon eine gute Geschichte das mal aus unabhängigen Kreisen überprüfen zu lassen. - Wir haben dabei eigentlich ein gutes Gefühl, auch wenn Lehrermangel und manchmal von oben verordnete schlechte Organisation den Bildungsalltag empfindlich stört, sind wir doch mit dem Ergebnis was unsere Töchter anbelangt durchaus zufrieden.

Die Knackpunkte sind eh nicht alleine im Schulwesen zu suchen, sondern meist in der Einstellung der Schüler und Eltern zu diesem Lebensabschnitt, der sich der Bildung widmen soll. - Wer da mitmacht und mitarbeitet, der hangelt sich auch mehr oder weniger erfolgreich durch die Pflichtklassen und bis zum Abitur, hier Bachillerato, die Jugendlichen aber, die nicht den häuslichen oder gesellschaftlichen Hintergrund haben in dem Bildung einen Lebenswert darstellt, die fallen aus dem Raster, wo immer man auch Bildung anbietet. - Unser Schulsystem, eben mit nur einer Einrichtung und ohne die lächerliche Aufteilung zwischen Haupt,- Realschule und Gymnasium zu machen, bietet doch mehr Chancengleichheit und lässt auch mal ein paar kritische Jahre überstehen, ohne dass der Schüler gleich in einen berufliche aussichtslose Struktur gerät, wenn ihm das Dogma "Hauptschule" anhängt. - Das hilft natürlich auch nichts, wenn aus dem persönlichen Umfeld eines konfliktiven Schülers die Wertstellung von Schulbildung nicht erkannt wird, auch hier laufen sehr viele Jugendliche herum, die lediglich die Pflichtjahre auf der Schule abgerissen haben, und sich dann ziemlich unvorbereitet dem Leben und dem Arbeitsmarkt stellen. - Man denkt nun sogar darüber nach, die Schulpflicht, von bislang bis zum 16. Lebensjahr, auf 18 Jahre auszuweiten, um eben so viel Bildung wie möglich in diese jungen und oft störrischen Schädel zu bekommen, ob das aber auch kommt, darüber ist man sich noch nicht einig. - Warum gerade La Palma sich nun stellvertretend für die Kanaren dem Pisa-Brimborium stellt, das kann man damit erklären, dass innerhalb unsere Archipels La Palma immer noch der Ruf hat, die meisten "Klugscheißer" zu produzieren. - Im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegt La Palma deutlich vorne, was die Anzahl der Studenten betrifft, keine Insel schickt mehr Jugendliche auf die Universitäten als die Grüne Insel. - Allerdings kommen wohl 95% dieser Jugendlichen dann auch nicht mehr zurück, sondern suchen ihre Karriere und ihr Glück außerhalb dieser "Mondo piccolo". - Ich bin mal ganz gespannt, was dabei herauskommt wenn die Damen und Herren "aus" Pisa ihre Beobachtungen abgeschlossen haben. - Sollte das Ergebnis nicht allzu desaströs sein, erfahren wir es vielleicht auch.



Samstag 21.11.09 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 28,4 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Haben wir das verdient?
Unverschämt gutes Wetter im November

Als möchte der Sommer niemals enden. - Da hatten wir im September bereits gefürchtet, das könnte ein schneller und kalter Winter werden, weil eben das Wetter exakt am 1. des Monats frisch und herbstlich wurde. Dann allerdings schlossen sich ein Oktober und November an, die nicht nur deutlich wärmer waren als der September, sondern dieser verlängerte Sommer auch noch so unendlich scheint. - Da war Anfang letzter Woche dieses drohende Tief, welches aber unsere Insel dann doch gnädig umschifft hat, um dann Tenerife und Gran Canaria zu nass zu machen, ansonsten keine Aussicht auf Regen, keine Aussicht auf Winter und endlich mal hat keiner was zu meckern. - So einfach ist das allerdings auch nun wieder nicht, das Wasser wird zwar noch nicht knapp, aber heute am 21. November trägt das Aridanetal immer noch sein "Sommerkleid", wenn man das auf die Vegetation bezieht. - Eigentlich müsste auch die Westseite inzwischen grün sein, wie das Etikett, unter dem wir uns sonst anbieten, aber auch die kommenden Tage wird sich da keine Änderung einstellen. - Es wird ein paar Grad kühler werden, aber eben nicht richtig Winter. - Nur der Horizont der ist schon winterlich, so klar und abgehackt wie in den letzten Wochen ist der sonst nur nach dem Durchzug eines Tiefs aus dem Westen. - Das stört ein bisschen das Gesamtgefüge, dass der Himmel überm Meer wohl so aussieht wie in der Jahreszeit üblich, die Temperaturen und der fehlende Regen aber Sommer vorgaukeln. - Heute auf einer Fahrt nach Los Llanos standen sie dann auch schon, die ersten Figuren mit der üblichen Weihnachtsdekoration am Kreisverkehr, und in der Stadt werden die Vorbereitungen getroffen auch an den Straßenlaternen die leuchtenden Sternchen, Kugel und stilisierten Tannennadeln aufzuhängen. - In den Supermärkten quillt bereits wieder das Turrón aus den Regalen, und der San Martín geizt auch nicht mit Lebkuchen und Stollen, eben für die Brezeldiebe und das restliche Immigrantenvolk aus Mitteleuropa, die sich eben einen Weihnachtskick verpassen wollen, weil über das momentane Wetter geht das überhaupt nicht. - In der Tat, in einem Monat und ein paar Tagen ist bereits Weihnachten und irgendwie haben das Wetter und wir damit auch noch nicht so den rechten Appetit darauf. - Aber das kommt schon noch, in einer Woche ist der erste Advent, und wenn das Lichtlein dann erstmal brennt, dann bekommen auch wir die Kurve wieder, und erkennen die Jahreszeit dann vielleicht auch an.





Samstag 21.11.09 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1025 hPa

Juan Ramón hat kurze Beine
Immer noch fehlt der Strom für das Industriegebiet von Los Llanos

Auch ohne in der Materie zu stecken, kann man locker nachlesen, wie viel Energie zwei Asphaltwerke benötigen. - Da dachten wie eigentlich, das Thema Energieversorgung der Industriegebietes sei vom Tisch, nachdem die Unelco-Endesa, unser einziger Stromversorger und Netzbetreiber die Transportspannung im Netz von 15 Kilovolt auf deren 20 erhöht hatte. - Es reicht aber trotzdem noch nicht, denn heute fordert der Bürgermeister von Los Llanos, Juan Ramón der Zweite, die Unelco vehement auf, endlich ausreichend elektrische Energie für das Industriegebiet zur Verfügung zu stellen. - Diese Forderung besteht sein langem, und lange wurde auch darüber diskutiert, aber die Unelco will einfach keine zweite Überlandleitung vom Kraftwerk bei der Hauptstadt nach Los Llanos ziehen, denn da gibt es große Schwierigkeiten. - Die Gemeinden Breña Alta und El Paso haben nämlich gefordert, dass diese neue Leitung unterirdisch laufen muss, da sie direkt durch den Naturpark Cumbre Vieja laufen würde. - Der Widerstand aus Breña Alta bleibt da auch aufrecht stehen, aber nachdem man in El Paso die gewählte Bürgermeisterin aus dem Amt geputscht hat, regieren dort nun die Abnicker aus der gleichen Partei, und die werden mit Sicherheit die einmal beschlossenen Auflagen gegen eine weitere Leitung wieder kippen, nur damit Los Llanos endlich seine Industrieanlagen in Gang bringt. - Die Unelco möchte nämlich die enormen Mehrkosten nicht tragen, die es mit sich bringen würde, wenn man diese neue Hochspannungsleitung unterirdisch verlegen muss, also hält man sich noch vornehm zurück.

Nun greift der Bürgermeister aus Los Llanos in der Pressemeldung aber furios an, und fordert von der Unelco endlich eine Reaktion und erwartet dabei auch die Unterstützung der Gemeinden Tazacorte und El Paso, denn es geht ja um die positive wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Aridanetals, und meint damit die polemischen Projekte im Industriegebiet von Los Llanos. - Da wachsen nun aber die Nasen und schrumpfen die Beine, wenn Juan Ramón behauptet, die dortigen Projekte besäßen allesamt komplette und korrekte Genehmigungen und warteten nur noch auf ausreichend elektrische Energie, um die Anlagen endlich bauen zu können und zu betreiben. - Dabei begibt sich der Bürgermeister von Los Llanos auf sehr dünnes Eis, denn ihm ist bekannt, dass das Genehmigungsverfahren für das erste Asphaltwerk nicht korrekt ist, sondern aufgrund einer vielleicht fahrlässigen, vielleicht manipulierten Textänderung eines Gesetzeszitates beruht. - Ich muss mich da wiederholen, das Gesetz fordert, dass solche giftigen, schädlichen und störenden Industrieanlagen mindestens 2.000 Meter von der nächsten Siedlung entfernt aufgestellt werden müssen, im Genehmigungsverfahren allerdings taucht der Satz auf, 2.000 Meter von einer städtischen Siedlung entfernt. - "Núcleo poblacional agrupado" steht im Gesetz, "Núcleo urbano" im Genehmigungsverfahren, und die Mitglieder der Bürgerbewegung gegen die Asphaltwerke haben diesen offenkundigen Fehler dem Bürgermeister auch mitgeteilt, der aber will nichts davon wissen, die berechtigten Bedenken seiner Bürger ernst zu nehmen. - Der Hintergrund ist klar, man hat schließlich den Firmen die Ansiedlung dort versprochen und fürchtet nun nicht nur politischen Schaden, sondern auch noch Schadensersatzforderungen, wenn endlich klar wird, dass dort keine solche Industrie betrieben werden darf, weil in dem beschriebenen Umkreis von 2 Kilometern immerhin 7.000 Menschen leben. Da muss sich allerdings der Bürgermeister auch darüber klar sein, dass jetzt, wo die Werke noch nicht stehen, der Schaden am geringsten wäre, diese eindeutig illegitimen Industrieanlagen von dort zu verbannen, denn sobald die Firmen ihre Komplexe erst mal errichtet haben, wird es noch teuerer, diese wieder stillzulegen. - Aber vielleicht ist genau das die Taktik, vollendete Tatsachen schaffen und dann den volkswirtschaftlichen Schaden anklagen den es mit sich bringen würde, diese Anlagen wieder an andere Stelle zu errichten?



Freitag 20.11.09 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 27,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,3 Grad

Die blinde Justitia
Das Rathaus von Tazcorte stolpert von einem Sumpf zum nächsten

Das mit der blinden Justitia, das kann auch nach hinten losgehen. - "Die soll die Augen aufmachen, damit die den Mist sieht, der da in unserer Stadt geschieht". - So erklärte mir gerade eine reichlich aufgebrachte "Bagañete" die angehenden Skandale rund um urbanistische Tätigkeiten in der Stadt im Aridanetal. - Gut, es reicht ja wenn die "Policía Judicial" die Augen aufmacht, denn von dieser Seite kommen die gesammelten Informationen, nach welchen dann die Richterin in Los Llanos die einzelnen Punkte angeht. - Über allem steht der bekannte Fall "Caso Los Tarajales", wo sich bereits der oberste spanische Gerichtshof beschäftigt hat, und das dort entstandene Gebäude mit Luxusappartements für illegal erklärt hat. - Besser gesagt, die "Audiencia Nacional" hat das bereits bestehende Urteil des obersten kanarischen Gerichtshofes eigentlich nur bestätigt. - Nun weiß man aber nicht so recht, wer denn verantwortlich dafür ist, dass dieses Gebäude dennoch mit den lokalen Genehmigungen ausgestattet ist, die aber eben den Entscheidungen der Küstenbehörde entgegenlaufen. - Denn das Gericht hat eben nicht gesagt, dass das Gebäude abgerissen werden muss, das ist noch nicht raus was damit geschehen wird, oder zu geschehen hat. - Auf der Suche nach Verantwortlichen nun, hat man in Los Llanos, als zuständiges Gericht bereits vor mehr als einem halben Jahr einen großen Prozess anlaufen lassen, der sicherlich zu den größten Verfahren gehört, die dort jemals verhandelt wurden. - 34 Beklagte gibt es dort inzwischen in dem Fall "Los Tarajales" und davon sind einige sogar hohe Politiker und Techniker der Provinzregierung, die zum Teil sogar Immunität besitzen, also lediglich gebeten werden können, ihre Aussage zu machen.

Dass der Gemeinderat mitsamt dem technischen Stab in Tazacorte Fehler begangen hat, das ist eigentlich klar, es geht nun nur noch darum festzustellen, ob es eine Fahrlässigkeit war, weil Informationen fehlten oder lückenhaft waren, oder ob man wissentlich betrogen hat. - Das sollen nun die Untersuchungen ergeben und wie es heißt, bohren die Gerichtsermittler sehr unangenehm nach und es herrsche ziemlich dicke Luft im Rathaus von Tazacorte. - Jetzt kommt es aber noch dicker, die Richterin weitet den Fall aus, und lässt auch noch über drei weitere Parzellen ermitteln, die auch von der Gemeinde Tazacorte für touristische Zwecke freigegeben wurden. - Bei den Ermittlungen stellte die Policía Judicial zumindest Anhaltspunkte fest, dass auch bei der Klassifizierung dieser Gelände einiges undurchsichtig, oder zumindest komisch verlaufen sein kann. - Es geht um zwei Gelände in Puerto de Tazacorte, und auch dem Bauplatz in "Las Hoyas" gleich beim Leuchtturm von La Bombilla, wo ja noch ein großes Hotel entstehen soll. - Wie weit da die Ermittlungen sind, das wissen wir von hier aus nicht, aber wenn die Richterin nun auch in diese Richtung ermitteln lässt, sollte man einfach mal davon ausgehen, dass da irgendetwas zu finden sein wird. - Mit von der Partie, aber eben nicht im Sinne der Gemeinde, ist dabei ein "alter Bekannter" in Tazacorte, nämlich die Firma "Inversiones Cook", die früher selbst versucht hat große touristische Investitionen in Puerto de Tazacorte zu tätigen und nach anfänglichem Einverständnis der Gemeinde, plötzlich doch nicht zum Zuge kam. - Aus dem Rathaus in Tazacorte hört man nun die Beklagten selbst klagen, nämlich gegen die Richterin, die sei nicht "blind", also unparteiisch, und besonders ärgert man sich auch über das plötzliche Engagement der nicht zum Zuge gekommenen Investitionsfirma, die wohl nur zu gerne der Gemeinde Tazacorte und den beteiligen Politikern und Technikern eins auswischen wollen. - Man kann sich ja nur zu gut vorstellen, dass die Leute der Bau- und Immobilienfirma in den Jahren der guten Beziehungen mit dem Rathaus besten Einblick erhalten haben, wie das da vor sich geht und nun könnte sich dieses Wissen deutlich zum Nachteil der Gemeinde erweisen. - Ewige Rache gegen das Rathaus hätte man geschworen, beklagt man sich seitens der Gemeinde, und auf solche Leute dürfe die Richterin doch nicht hören. - Die Richterin wird sich ihren Teil dabei denken und etwas Besseres kann doch den Ermittlern gar nicht passieren, wenn da "alte Bekannte" plötzlich den Mund aufmachen. - Es war immer spannend in Tazacorte, es ist spannend und ich gehe mal davon aus, dass dieser Spannungsbogen noch lange nicht wieder den Horizont über einer höchst konfliktiven Gemeinde erreicht hat.



Freitag 20.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1021 hPa

Rama dama Banana
Die Prophezeihung einer weiteren Krise

La Palma und die Bananen, eine hoffentlich unendliche Geschichte. - Doch durch Hoffnung alleine kann man vielleicht sentimentale Begebenheiten regeln, nicht aber dem Weltmarkt gegenüber bestehen. - Die Idee, in einem Hochlohnland landwirtschaftliche Massenprodukte herzustellen, die anderswo in der Welt unter Bedingungen, die an Sklavenhaltung und Kolonialisierung erinnern, gezogen werden, ist wirklich nicht besonders intelligent. - Allerdings hat man nicht mit den Bananen hier auf den Kanaren, und im Besonderen auf La Palma mit der Bananenzucht angefangen, nachdem die Globalisierung die Welt in Produzenten und Konsumenten aufgeteilt hat, sondern schon viel früher. - Mehr als einhundert Jahre werden hier auf La Palma inzwischen Bananen für das Festland angebaut und bis zum Eintritt in die Europäische Union, musste man sich auch nicht mit der Konkurrenz aus Billiglohnländern stellen. - Das soll mitnichten heißen, dass unser Beitritt zur Europäischen Union falsch war, allerdings hatten sich sehr viele Menschen, besonders die im Primärsektor, von diesem Zusammenschluss an Ländern etwas anderes erwartet. - Heute, wo Protektionismus nur noch über wirtschaftliche Kartelle funktioniert, erleben wir eben die blanke Auseinandersetzung mit den Produzenten der Mittelamerikanischen Länder, allen voran Panama und Costa Rica, die unter der Regie einer nordamerikanischer Konzerne den Weltmarkt für Bananen komplett unter ihre Fittiche bringen wollen. - Dagegen gab es zunächst den europäischen Versuch der Kontingentierung, später abgelöst durch ein System an Strafzöllen, welches die hemmungslose Einfuhr von amerikanischen Bananen nach Europa regulieren soll. - Bislang sind das 176 Euro pro Tonne, was die aus Übersee importierte Banane wenigstens so weit verteuert, dass wir unser Produkt noch halbwegs konkurrenzfähig in die Auslagen der Geschäfte bringen können. - Nach freiem Markt ruft immer nur derjenige, der die besseren Produkte oder das billigere Angebot hat, dass hinter den Produkten aber Menschen, Schicksale und Volkswirtschaften stecken, das blendet die schreiende Werbung um eine angebliche Schnäppchentugend komplett aus.

In den Verhandlungen der WHO, also der Welthandelsorganisation und der Europäischen Union, sind nun die Strafzölle, hier einfach "anrancel" genannt, erneut in der Diskussion, und es ist abzusehen, dass man diese Eintrittgebühr für amerikanische Bananen nach Europa absenkt. - Dabei ist ein Stufenplan wahrscheinlich, der uns bis ins Jahr 2017 folgend eine Quote von 114 Euro pro Tonne Bananen bringen wird. - Das ist alles noch nicht unterschrieben, aber dennoch sehr konkret und auch, wenn die hiesigen Produzenten drüber meckern und gar in apokalyptische Stimmungen verfallen, besser kann es für uns gar nicht laufen, denn eigentlich haben die in Mittelamerika produzierenden Länder eine komplette Abschaffung der Strafzölle gefordert. - So bleibt uns also wieder ein fast generöser Zeitraum, unsere Dinge hier endlich zu sortieren, ohne dass wir unter einen momentanen Druck gelangen, und die Bananen gleich rausreißen müssen. - Das heißt aber auch, dass wir endlich unsere Hausaufgaben machen müssen, denn unser Zutun am Gelingen einer funktionierenden Exportwirtschaft an dem landwirtschaftlichen Produkt Banane ist auch noch lange nicht ausgereizt. - Neue Märkte, neues Marketing, bessere interne Planung der Angebotsspitzen, das alleine würde reichen, auch mit unseren kleinen krummen Banänchen einen ruhigen Nischenplatz im brüllenden Überangebot an exotischen Früchten auf dem mitteleuropäischen Markt zu finden. - Danach, oder besser während ist es dringend angesagt, endlich den längst erforderlichen Strukturwandel auf dieser Insel anzugehen, der sicher nicht die Bananen wegwischen muss, aber eben die Abhängigkeit von dieser einen Erfolgsfrucht deutlich beschneiden wird. - Anfängliche Versuche für solch einen Strukturwandel kann man erkennen, doch sind diese Ansinnen als kleine, und fast hilflose lokale Konjunkturpakete eher mitleidig als wirkungsvoll verpackt, und können in keiner Weise der notwendigen Änderungen in unserem volkswirtschaftlichen gerecht werden. - Da herrscht auch große Angst, die Politik zögert natürlich mit der Aussage, wir müssen uns drehen, sonst dreht man uns, denn solche Aussagen lassen zunächst den Propheten in der Wüste stehen, und mit Sicherheit kommt dann irgendein Populist aus einer anderen Ecke herausgekrochen und verspricht das Goldene Kalb gleich dutzendweise. - Anders kann man das nicht verstehen mit dem aussichtslosen Versuch durch die Installierung eines verkappten Massentourismus, der mit lächerlichen Insignien wie Golfplätzen oder Yachthäfen auf ein angeblich gehobenes Niveau gestellt werden soll. - Das wäre die nächste Installation an Produkten die die Welt nicht braucht, und bevor wir nun hingehen und leerstehende Betten anfangen zu subventionieren, wäre es doch dringend erforderlich den Sektor aufzuräumen, den wir wunderbar verstehen und seit einhundert Jahren auch bedienen. - Um die Banane kommt hier keiner herum, es liegt aber eben nicht nur an äußeren Umständen, dass wir unsere Fähigkeiten nicht effizient auf den Markt bringen.





Donnerstag 19.11.09 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 26,1 Grad - niedrigste Temperatur 16,5 Grad

Air Endem
Neue Kanarische Fluggesellschaft

Die Spatzen pfiffen es ja schon von den Dächern, da kommt doch bald was, und nun hört man auch aus halboffizieller Stätte etwas darüber. - Halboffiziell deswegen, weil sich nicht die Fluggesellschaft selbst mit einer Pressemeldung an die Öffentlichkeit gewandt hat, sondern die "ZEC". - Nu stellen wir uns mal janz dumm und fragen uns: Wat is die "ZEC". - Das heißt ausgeschrieben Zona Especial Canarias und ist ein Steuersparmodell, mit dem man gewerbliche Neugründungen auf den Kanaren fördern will. - Unter bestimmten Umständen, welche die Webseite der "ZEC" spezifisch erklärt, kann man die Körperschaftssteuer sparen, und darüber hinaus von der "ZEC" auch noch beraterische Hilfe bekommen. - Eigentlich hatte man sich von dem Angebot mehr erwartet, so richtig flutscht das noch nicht mit den "ZEC"- Unternehmen hier auf den Kanaren, die Nachfrage ist deutlich geringer als angenommen. - Gerade hier auf La Palma hat man sich zwar bemüht, der grundsätzliche Wille zum Steuern sparen ist wohl schon da, nicht aber eben zum Investieren. - Aus der Pressemeldung über die neue Fluglinie, die natürlich nicht "Air Endem" heißen soll, sondern "Fly Combi Canarias, S.L.", geht hervor, dass nun das Konsortium der Zona Especial Canarias den Antrag auf die Vergünstigungen durch die "ZEC" genehmigt hat. - Das heißt aber auch noch nicht, dass diese neue Fluggesellschaft bereits fertig formiert ist, und über alle notwendigen Zulassungen zum Betrieb einer Fluggesellschaft verfügt, aber man ist eben einen Schritt weiter. - Weiter heißt es, man suche nun noch kanarische Firmen und Investoren, die sich an dem Aufbau der Fluggesellschaft beteiligen wollen, woraus man durchaus entnehmen kann, dass das Geld auch noch nicht komplett vorhanden ist.

Aber wer hat schon Geld in den heutigen Zeiten, doch Bange machen gilt erst recht nicht. - Die Idee, mit kanarischem Kapital in den Charterverkehr einzusteigen, ist nicht wirklich neu, allerdings hat immer der entscheidende ernsthafte Anlauf gefehlt. - Die "Binter Canarias" hatte das schon mal mit Flügen nach Mailand und Paris versucht, diese aber bald wieder eingestellt, irgendwie hat das nicht funktioniert. - So wird man auch seitens der "Fly Combi Canarias, S.L." natürlich auf harte Konkurrenz stoßen, auf dem Gebiet des Charterfluges herrscht nicht wirklich der Bedarf für eine neue Fluggesellschaft, man muss also schon wirkliche Vorteile mit in den Markt einbringen, um gegen die Air Berlin, die Condor und natürlich auch den Diskonter Ryanair bestehen zu können. - Wenn das wirklich alles kanarisches Kapital wird, dann kann man sich natürlich schon vorstellen, dass die Regierung der Kanaren da noch ein bisschen am Rad dreht, mit direkten und indirekten Hilfen, aber hart wird die Sache allemal. - Wenn es läuft, oder besser fliegt, wie die "ZEC" verlautet, dann soll der Flugbetrieb im Frühsommer 2010 aufgenommen, werden, und um volle Flottenstärke zu erhalten, hat man dann das Jahr 2012 aufs Korn genommen. Dann will man jährlich an die 400.000 Menschen von und auf die Kanaren fliegen, schlechte Laune und Frohsinn scheint also bei den Betreibern dieser Fluggesellschaft auch schon vorhanden zu sein. - Der Sitz der Fly Combi Canarias, S.L. soll übrigens auf Fuerteventura sein, man will aber nicht nur diese Insel mit seinen Flügen beglücken, und das hören wir gerne. - Das wäre wichtig für uns, gerade für La Palma, wenn es weitere Alternativen im Charterbereich gibt, welche unsere Insel aus Mitteleuropa bedienen kann, zu oft scheitern Buchungswünsche nach La Palma an den wenigen Flugverbindungen. - Unsere Segen hat diese neue Gesellschaft allemal, allein mir wird bei dem Gedanken, gegen die mächtige Konkurrenz auf dem Sektor bestehen zu müssen, ein bisschen endemisch flau im Unterbauch.



Donnerstag 19.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 73 % - Luftdruck 1019 hPa

Teure Entwicklungshilfe
Scharfe Kritik an "SODEPAL"

Sociedad de Promoción y Desarrollo Económico de la Isla de La Palma, so heißt SODEPAL ausgeschrieben und es handelt sich dabei um eine Gesellschaft, die zu 100% von der Inselregierung La Palmas gegründet wurde und auch unterstützt. - Ziel dieser Gesellschaft ist, neue Möglichkeiten zu finden, die ökonomischen Grundlagen unserer Volkswirtschaft zu verbreitern. - Dabei können sowohl bereits vorhandene Projekte unterstützt werden, oder aber völlig neue Ideen ausprobiert werden, es ist, wenn man so will, eine handelnde Denkfabrik, die mit unseren Steuergeldern neue Wege für La Palma ausloten soll. - Das hört sich doch eigentlich ganz gut an und man hat auch ein paar Projekte angeschoben die zumindest interessant sind, auch wenn der große Durchbruch bislang nicht geglückt ist. - Als positives Beispiel darf man nennen, die Vermarktung von hier auf La Palma hergestellten landwirtschaftlichen Erzeugnissen, allem voran der gebrauchsfertige Salat in den bekannten Knisterpackungen die man inzwischen überall in der Gemüsetheke kaufen kann. - Allerdings ist auch dieses Vorhaben bislang defizitär, aber das sollte uns eigentlich nicht wirklich Sorgen machen, da sich diese Schiene noch in der Aufbauphase befindet. - Gut, man hat auch viele Dinge angerissen die nicht erfolgreich waren, so muss man auch an den vergeblichen Versuch erinnern, den Nilbuntbarsch hier in den Bananentanks zu ziehen, was sich nach den ersten Versuchen allerdings als nicht sinnvoll erwiesen hat. - Es gibt noch viele Tätigkeiten mehr, welche SODEPAL in den letzten Jahren begonnen hat, und leider bleibt bislang diese Firma nur ein ziemlich großer Kostenfaktor für die Inselregierung und der wirkliche Erfolg bleibt bislang aus. - Dennoch mag es einen nun wundern, warum SODEPAL, sicherlich als Kind und Projekt der Coalición Canaria geboren, derart in der öffentlichen Kritik steht, wie das nun der Fall ist.

Da geht die Polemik prinzipiell erstmal in die Richtung von "enchufismo", was heißen will, dass dort in der SODEPAL nur Freunde und Bekannte aus dem nahen Umfeld der Partei einen ruhigen Posten erhalten. - Das ist auch sicher so, ist zum Teil auch verständlich, jeder will gerne die Leute um sich haben, die einem gesonnen sind und im Zweifel auch loyal, nur geht diese Vorteilgabe nach den langen Jahren der Alleinherrschaft der CC bereits in solch erschreckendem Maße vor sich, dass man durchaus auf bayrische Zustände schließen darf, und das noch in den Zeiten des großen Vorsitzenden. - In dieser Kritik gegen SODEPAL tun sich ganz besonders die eigentlichen Freunde und Steigbügelhalter der Partido Popular hier auf La Palma hervor, und man muss längst den Eindruck gewinnen, dass dies die letzte Legislaturperiode hier auf der Insel ist, in der die beiden Parteien, Freunde und Partner bleiben. - Aber das bleibt abzuwarten, man hat mal gesagt, Politik sei eine Hure, aber diese Beleidigung muss sich keine Prostituierte gefallen lassen. - Nun setzt die eigentliche Opposition, die Sozialisten nach, und fordert gleich die Auflösung dieser Gesellschaft öffentlichen Charakters, da die Millionenbeträge die der Betrieb der SODEPAL kostet keine Rechtfertigung besitzen. - Da merkt man an, das was SODEPAL leistet, das müsse eigentlich von den Inselräten bearbeitet werden, dazu seien die schließlich da und eine kleine Inselkorporation die gerade mal für 85.000 Einwohner da ist, die dürfe sich nicht den Luxus leisten, neben den bereits hoch bezahlten Inselräten, auch noch eine Parallelgesellschaft zu bezahlen, welche nun die Arbeit für die gewählten Volksvertreter übernimmt. - Macht Sinn die Kritik, allerdings haben wir immer wieder erlebt, das politische Arbeit sehr begrenzt sein kann, da man zum Beispiel nicht als Vermarkter auftreten kann, oder gar Handelspartner. - Das aber ist gefordert, wenn man effizient neue Wege in der Landwirtschaft zum Beispiel gehen will, da macht es keinen Sinn, einfach nur ein paar Subventionen zu streuen und dann abzuwarten, dass irgendjemand daherkommt, und diese subventionierten Waren auch vertreibt. - So ist die grundsätzliche Idee, sich eine solche Einrichtung wie SODEPAL überhaupt zu leisten nicht grundsätzlich verkehrt, allerdings fordern alle Gruppierungen zu Recht, dass für 2,3 Millionen Euro im Jahr, was der nun verabschiedete Haushalt der Gesellschaft für 2009 ist, ganz andere Ergebnisse rüber kommen müssen.





Mittwoch 18.11.09 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Der Mondfisch der Schande
Was ist das eigentlich mit dem Tierschutz

Denken ist grundsätzlich problematisch. - Bei den einen wegen kognitiver Untermotorisierung und bei anderen kann es schon mal passieren, dass der Denkprozess mittendrin einfach aufhört, ein mentaler Interruptus so zu sagen. - Allerdings laufen auch diejenigen Gefahr, die alles zu Ende denken wollen, in einer unendlichen Schleife von Argumenten und Grübeleien stecken zu bleiben. - In der Menschheitsgeschichte bleibt da ja sogar der Satz stehen, "selig sind die Armen im Geiste, denn ihnen ist das Himmelreich." Ob das nun richtig übersetzt oder zitiert ist, das weiß ich nicht, allerdings wissen Sie schon was ich meine, und daraus muss man wohl oder übel auch der zerebralen Evolution eine Rote Karte hinhalten. - Mir geht das oft so, dass ich Denkprozesse zum eigenen Wohl hin abbreche, sonst geht es mir wie meinem intimen Freund dem Dylan Bobby, allerdings rein fernplatonisch der immer sagt: "And if my thought-dreams could be seen. They'd probably put my head in a guillotine." - So, jetzt muss ich ja mal irgendwann zum Thema kommen, so viel verbales Vorspiel hält nicht jeder aus. - Für mich ist eben das Thema Tierschutz solch eine unendliche Geschichte, in der man einfach nicht zum endgültigen Fakt gelangt, außer man wird Veganer und begrüßt sogar noch das Ungeziefer im Haushalt. - Denn Tierschutz einfach bei Hunden, Katzen oder Säugetieren stehen zu lassen und die Kakerlake und den Tausendfüßer zu zertreten, das geht einfach nicht, ohne zwangsweise Abschaltung der zerebralen Funktionen. - Ich erinnere mich an ein interessantes Gespräch mit engagierten Tierschützern, die mich zum Abendessen eingeladen haben um mich zur Mitarbeit zu motivieren, und mir dann, während wir zartes Milchlamm verspeisten, die inhumane Behandlung von Hunden und Katzen auf La Palma erklären wollten. - Ich glaube, ich habe mich noch ganz gut benommen den Abend, frage mich aber heute noch, was humane Behandlung von Tieren bedeutet, und warum man bereits ein Tierschützer ist und kein Hundeschützer, wenn man sich für entlaufene Hunde bemüht. - Keine Frage, das ist eine ehrenwerte Aufgabe, diesen meist nicht mehr gewollten Tieren ein würdiges Zuhause zu bieten, und diese Menschen, die das tun, haben meinen höchsten Respekt, aber Tierschutz ist etwas anderes und lässt sich nicht so einfach durch konkrete Taten vereinnahmen. - Alleine wenn man bedenkt, dass viele andere, meist noch wehrlosere Kreaturen sterben müssen um das Tierfutter möglichst erschwinglich zu halten, dann muss man hier bereits von einem wohlfeilen kognitiven Interruptus sprechen. - Und glauben Sie bloß nicht, ich hätte das zu Ende gedacht, das ist auch mir bislang nicht gelungen. - Auch hilft die Einschätzung nicht, man darf zum Überleben töten, denn so ist die Nahrungskette ja aufgebaut, denn da lauert sofort wieder die Frage nach der Quantität der Ressourcen die man für sich beansprucht, und wie viel Nahrungsmittel steckt man in eine Kuh, damit diese uns dann mal ein saftiges Steak liefern kann.

Um Ihnen jetzt nicht das Abendessen zu verderben, treiben wir diese Gedanken mal nicht weiter, die führen sowieso, zumindest heute Abend nicht mehr zu einem handfesten Ergebnis. - Anlass meines Ausfluges in die Zwischenwelten der lustigen Hirnkapriolen ist eine Meldung in der Zeitung Canarias 7, wo man über den Fang eines über 100 Kilo schweren Mondfisches hier am Strand von Puerto de Naos berichtet. - Eigentlich eine kleine Meldung, wie stolz die Angler über diesen kapitalen Fang waren, und dass man dieses skurrile Tier innerhalb eines Wettfischens gefangen hätte. - Ein Foto mit dem Kadaver des Fisches und stolze Angler rund um das Tier, es hätte so schön sein können und man ein schlüpfriges Petri-Heil hinterherschicken. - Allerdings dachte ich so bei mir, der arme Fisch, solch ein großes Exemplar lässt man doch nicht aus Sport oder gar Rekordsucht sterben und berichtet darüber auch noch, als sei es ein Heldenstreich so mit einer Nuance von dem "Alten Mann und das Meer". - Es dauerte keine halbe Stunde, da sammelten sich die ersten Leserkommentare zu der Nachricht und inzwischen, nach vielleicht 6 Stunden der Veröffentlichung dieses Artikels, mussten sich die Sportangler dort aus Puerto de Naos von fast einhundert Menschen als Mörder, Idioten, Frevler und Kranke betiteln lassen. - Ein Kommentator rief gar zum Boykott der ganzen Insel La Palma auf, und vielfach erhob sich auch die Forderung, den Staatsanwalt einzuschalten, denn das sei ein Verbrechen gegen die Natur. - Nun wird sich aber der Staatsanwalt nicht dafür interessieren, denn Mondfische sind meines Wissens nicht geschützt, denn zumindest in der westlichen Welt stellt diesen Tieren niemand nach, denn die sind ungenießbar. - Zwar isst man den Fisch wohl in einigen Ländern Asiens, aber das soll ja für unsere Geschmacksnerven nichts bedeuten. - In der Tat frage ich mich jetzt, was soll denn diese Tötung des Fisches, wenn man das Tier sowieso nicht nutzen kann und wie will man sportlichen Ehrgeiz und Leistung erklären, wenn man dazu den Tod einer Kreatur in Kauf nehmen muss. - So ähnlich spielt sich ja das auch in der Jagd ab, zumindest hier im reichen Europa muss keiner mehr in den Wald und Kaninchen und sonst was schießen, weil sonst seine Kinder zuhause verhungern. - Auf der anderen Seite ist die Reaktion gegenüber den Sportfischern ja auch wieder komplett übertrieben, die allermeisten Mondfische sterben durch unser indirektes Zutun im Meer durch Beifang, Umweltverschmutzung und Zerstörung der Lebensräume. - So sind wir auch wieder Kollektivtäter, nur sehen wir halt die Kreaturen, die durch unseren hohen bis übertriebenen Wohlstandsfaktor täglich sterben müssen, und hier schließt sich wieder der Kreis, auch eben als Beifang in Netzen der Berufsfischer, die möglichst billig arbeiten sollen, um das Katzen- und Hundefutter zu Dumpingpreisen in die Supermärkte laden zu können. - Weiterdenken macht meist schlechte Laune, und auch wenn mir dieses einzelne Tier, was da so scheinbar sinnlos am Strand von Puerto de Naos gestorben ist Leid tut, weil ich es vor mir sehe, haben wir doch alle bereits aufgrund unserer Lebensweise viel mehr als diesen einen Mondfisch der Schande auf unserem Gewissen. - So, jetzt aber schnell noch irgendwas Schönes lesen, sonst bleibt ein fader Nachgeschmack nach Mondfisch… Wen der Artikel und die Kommentare interessieren, HIER.

Hier noch ein Veranstaltungshinweis für eine Lesung, bei der es, versprochen, nicht um Mondfische geht…

EL PASO, Casa de Cultura, SAMSTAG 21.11. 18:00 Uhr
Zweisprachige Lesung von NACARIA mit Sabas Martín (der Autor), Claudia Gehrke, Antonio Abdo, Pilar Rey u.a.
Monokultur und Cochenilleläuse: bewegt und direkt, aber ohne jedes überflüssiges Pathos, schildert der spanische Erfolgsautor in seinem preisgekröntem Roman die Geschichte eines aufstrebenden jungen Mannes, der aufs Engste mit dem Schicksal seiner Heimatinsel verwoben ist: es geht um den Aufbau einer Illusion und darum, was das Zerbrechen dieser Illusionen auslöst.
Mehr Info ...
Ebenso werden wir aus CANARIAS sowie aus dem Kanarenklassiker MARARíA vom kürzlich verstorbenen Autor Rafael Arozarena lesen.




Mittwoch 18.11.09 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1019 hPa

Erst kommt die Partei, und dann der Bürger
El Paso versinkt in politischer Lethargie

Fangen wir mit dem Positiven an. - Der Austausch der Ampelbeleuchtung war ein voller Erfolg. - Anstatt herkömmlicher Glühlampen stecken nun modere Luminiszenz-Dioden, so genannte LEDs in den Ampeln und man ist erstaunt, trotz einer enormen Energieersparnis sind diese Lichter deutlich besser zu erkennen als die früheren Glühlampen. Besonders im Gegenlicht, gegen die tief stehende Sonne macht sich das bemerkbar, der Austausch hat sich also nicht nur im Sinne der Energieersparnis gelohnt, sondern ist auch ein Faktor pro Sicherheit. - Das war dann aber auch schon der verordnete Versuch eines Stückes Objektivität, ansonsten wäre es eigentlich an der Zeit, das Rathaus von El Paso erneut zu streichen und zwar schwarz. - Die Asphaltwerke interessieren dort nicht, auf Anfrage der Oppositionsführerin heißt es lapidar, das Industriegebiet liegt in der Gemeinde Los Llanos, also können wir nichts machen und das geht uns nichts an. - Dass an die 2.000 Bürger aus der Gemeinde El Paso in der betroffenen Zone leben, ist keine Berücksichtigung wert, bloß nicht einmischen, bloß nicht gegen die großen Strukturen aufbegehren, das wagt man einfach nicht. - Dabei wäre die primäre Aufgabe einer mehr oder weniger gewählten Lokalregierung doch die Interessenvertretung ihrer Bürger, und nicht das wohlfeile Schweigen über Vorhaben, welches Parteigenossen der Nachbargemeinde im stillen Kabinettchen beschlossen haben. Schade, aber das wird wohl auch der Grund sein, warum die Bürger von El Paso in den letzten Kommunalwahlen sich deutlich für eine andere Stadtverwaltung ausgesprochen haben. - Dass letztendlich wieder die Coalición Canaria in El Paso am Runder ist, das verdanken wir dem unergründlichen Wankelmut des einzigen gewählten Rates der Partido Popular, der zuerst als Koalitionsmitglied auf der Seite der Sozialisten Dolores Padilla zur Bürgermeisterin gewählt hat, knappe zwei Jahre später aber die Lager wechselt und nun gemeinsame Sache mit der CC macht. - Warum das so geschehen ist, das lässt große Fragen offen. Es gibt auch das Gerücht, oder besser die Vermutung, dass der Rat der Partido Popular ein trojanisches Pferd der Coalición Canaria sei, nur für den Fall inthronisiert, um Mehrheiten zu schaffen. - Ich weiß es letztendlich nicht, auf jeden Fall war der Rat der PP schon in unseren Zeiten nicht wirklich zum Arbeiten aufgelegt, sondern eigentlich nur vorhanden, wenn auch nicht körperlich, da man ihn im Ort selbst eigentlich so gut wie gar nicht sieht.

Die gleiche glorreiche Geschichte um die ominösen Autobahnpläne, die ja letztendlich aus der Feder der Coalición Canaria stammen, gezeichnet und ausgeträumt in autochthonen Sitzungen in der Provinzregierung. - Es ist aber legal, Mist zu bauen und Dinge zu planen, die kein Mensch braucht, weil das zu erreichende Ergebnis, eine bequemere Anbindung zwischen West- und Ostseite der Insel auf einfacher, billiger und vor allem umweltverträglicher zu gestalten ist, in dem man einfach den vorhandenen Verkehrsweg ausbaut, und nicht eine völlig neue Trasse, zum Teil über Kilometer auch noch parallel zu der bereits existierenden Straße baut. - Wo kein Hirn, oder vielleicht Sinn im Provinzparlament vorhanden ist, da müsste dann aber doch wenigstens in der Gemeinde der Gemeinsinn wachsen können, und angesichts der drohenden Zerhackstücklung der Gemeinde der eigene Bürgermeister sich vor die Menschen stellen, aber wieder Fehlanzeige. - Nur einmal, ein paar Tage vor den letzten Kommunalwahlen, als es sich abzeichnete, dass die Bürger der Stadt diesen neuen Verkehrsweg wirklich nicht wollen, da ließ sich der damalige Kandidat der CC für den Bürgermeisterposten noch zu dem Lippenbekenntnis herab, dass er die Autobahn eigentlich auch nicht wolle. - Das war es aber schon, ansonsten kein Wort mehr darüber verlieren, weil das eben Parteiangelegenheit ist und damit "Lex CC". - Uns erinnert das reichlich an die Zustände in der DDR, da war bei den Parteikadern ähnlicher Kadavergehorsam angesagt, die Partei hat immer Recht, und maximaler Protest ist Schweigen, auf keinen Fall aber widersprechen. - Oder sollte mich das an die pragmatischen Zustände in meiner Heimat Bayern erinnern, wo auch über allem ein vermeintliches Gemeinwohl in Parteiform existierte? - Ist auch egal, wenn man sich an die wundersamen wie erfolgreichen Geschäfte der Transferrubel rund um Schweinefleisch mit bayrischen Großschlachtereien erinnert, dann waren sich seinerzeit Strauß und Honecker näher, als heute Merkel und Westerwelle. - Aber laufen wir zurück nach El Paso. - So bleibt ein kleines Beispiel für die Aufmerksamkeit unserer Stadtväter und Mütter gegenüber ihren Aufgaben im Alltagsgeschäft fast beispielhaft stehen. - Auf der alten Verbindungsstraße zwischen El Paso und Los Llanos, der so genannten "Cuesta", die eng und winkelig ist, stellte noch der für El Paso zu fesche und eloquente Bürgermeister Jesús Rodríguez eine Ampel auf. - Diese wurde bei den Bauarbeiten für die Kanalisation abgeschaltet, weil man den Apparat versetzen musste, und danach ging die Ampel nie wieder in Betrieb. - Nun sind die Arbeiten seit fast einem Jahr beendet, und der Verkehr hat auf der kleinen Straße längst wieder altes Niveau erreicht, aber die Ampel blieb weiter ohne Nutzung, obwohl gerade an der Stelle diese sehr notwendig ist. - Endlich erscheinen zwei Artikel in Zeitungen, die sich über diesen Umstand mokieren, und drei Tage später ist die Ampel wieder in Funktion. - Geht das wirklich so einfach, Öffentlichkeit einschalten und schon plagt diese Leute das schlechte Gewissen der unendlich vielen verpassten Chancen echte Volksvertreter zu sein? - Oder was ist mit dem Markt, auch seit Jahren fertig, aber immer noch ohne Nutzung? - Vielleicht sollte man darüber auch ein Artikelchen in einer lokalen Zeitung verfassen und Tage später haben wir einen quirligen Bauernmarkt. - So einfach scheint das aber nicht zu sein, denn dann wäre unseren Verantwortlichen nicht das große Unbehagen der Bevölkerung gegenüber den Asphaltwerken und den Autobahnplänen entgangen, da steckt mehr dahinter, warum sich unsere fast gewählten ersten Bürger nicht vor uns stellen. - Die Parteiräson geht über solche naiven Vorstellungen wie die einfache Anwendbarkeit das Wort Bürgermeister als solches zu interpretieren, wie es die Sprache nun mal ausdrückt. - Und wieder ist mir hier ein Fehler unterlaufen, hier ist das ein Alcalde, und das ist kein Vertreter seiner Bürger, sondern ein Richter, wenn man dem Ursprung des Wortes folgt. - Da müssen wir nur aufpassen, dass daraus kein Scharfrichter für die Interessen der Gemeinde El Paso wird.

Apropos Asphaltwerke. - Die Bürgerbewegung gegen die Asphaltwerke hat eine neue Webseite eingerichtet, in welcher auch in deutscher Sprache über die Unternehmungen gegen die Aufstellung dieser für Menschen und Umwelt unverträglichen Industrie berichtet wird. www.lapalma-contra-plantas-asfalto.net heißt die Adresse und ist sicherlich ihre Aufmerksamkeit wert.



Dienstag 17.11.09 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 25,0 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Kurz und bündig
Fremder Regen, gefährliche Bäume und stumme Zeugen

Heute Vormittag regnete es nun so heftig rund um die Haupststadt Gran Canarias, dass auch dort viele Straßen unter Wasser standen. - Im Gegensatz zum Norden Tenerifes, ist es dort auf Gran Canaria nicht so steil, und deshalb gibt es auf der einen Seite auch keine reißenden Flüsse, aber auf der anderen Seite läuft das Wasser auch nicht so schnell wieder ab. - Tenerife scheint auch noch nicht "durch" zu sein, dort hält man den Alarm aufrecht, weil man erneut mit starken Regenfällen rechnet. - Auch Fuerteventura und Lanzarote sind jetzt im Blickpunkt der Meteorologen, aber in der Presse ist noch nichts von irgendwelchen Überschwemmungen dort zu hören. - Der Flugverkehr läuft übrigens bis auf kleine Verspätungen normal. - Hier auf La Palmas Wetseite gab es noch mal Getröpfel welches der Wind aus den Wolken blies, aber ansonsten ist es bei uns, wie wohl auch auf La Gomera und El Hierro völlig ruhig geblieben und das Tiefdruckband hat sich komplett auf die anderen Inseln konzentriert.

Das Baumfällen im Ortskern von Fuencaliente geht weiter. - Man kappt dort alle Kiefern die näher als 30 Metern von den Häusern entfernt liegen, aus Angst vor dem Feuer und als populistische Maßnahme für einen aktiven Brandschutz. - Das Umweltamt hat diesem Baumschnitt zugestimmt, nachdem zunächst vermutet worden war, dass die Gemeinde das auf eigene Kappe entschieden hätte, was nicht korrekt gewesen wäre. - An die 50 Kiefern sollen fallen, so die offizielle Version, Gegner dieser Aktion der Eliminierung der "Pinos" rund um die Wohnhäuser zweifeln das an und haben bereits Protestschreiben verfasst. - Allerdings haben die Anwohner der Zone den Baumschnitt wohl gefordert, was eben nach dem Brand Anfang August irgendwie auch verständlich ist. - Sinnvoll scheint es aber nicht, die Funken flogen in der Brandnacht viele hundert Meter weit und das Unterholz sowie die Gärten um die Häuser bieten dem Feuer ja auch Nahrung. - Als weitere Maßnahmen zum aktiven Brandschutz will man in Fuencaliente nun auch eine Sirene installieren und Lautsprecher in den einzelnen Stadtteilen, damit man im erneuten Brandfall koordinierte Informationen weitergeben kann, und vor allen Dingen, die Leute aufwecken und warnen.

Die "vergessenen" Guanchen sind jetzt im archäologischen Museum angekommen. - In den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts fand man bei Bau eines Hauses diverse Skeletteile und ordnete diese auch richtig als Fund einer Grabstätte der Ureinwohner zu. - Das war bei Hermosilla, gleich unterhalb des Stadtkerns El Pasos und weil man seinerzeit noch keinen Archäologen auf der Insel hatte, kramte man die ganzen Knochen zusammen und trug diese ins Rathaus. - Dort in der Gemeindeverwaltung wusste man auch nicht so recht wohin damit, wollte sie aber zunächst ausstellen, schließlich landeten die Knochen in einer großen Holzkiste im Keller und irgendwie vergaß man den Fund schließlich auch. - Erst dieses Jahr, im Frühjahr 2009 fand Andrés Carmona, unser Rat für Kultur diese Knochen durch einen Zufall wieder. - Dieser Fund ging dann in die Hände von echten Archäologen, die den Wert dieser Entdeckung erst richtig wertschätzen konnten und es soll sich um einen der bedeutendsten Funde eines Friedhofs der Ureinwohner handeln, da es für diese Menschen eigentlich gar nicht üblich war, solch einen "Gottesacker" anzulegen. - Jetzt sind die Funde, darunter sieben gut erhaltene Schädel nach der Untersuchung endlich im archäologischen Museum angekommen und können dort jetzt bewundert werden. - Nicht ohne Wehmut erklären die Archäologen aber auch noch, wie schade es ist, dass dieser Fund aus den siebziger Jahren nicht bereits bei seiner Entdeckung nach professionellen Methoden ausgegraben wurde, sondern eben von ein paar Nachbarn, die wohl die vielen Beifunde neben den Schädeln gar nicht deuten konnten und so wertvolles Wissen verloren ging. - Das ist heute leider immer noch so, findet man solche Artefakte beim Bau eines Hauses, dann scheut sich der eine oder andere den Fund zu melden, ganz einfach aus Angst, der Bau würde nun gestoppt, bis die Archäologen ihre Arbeit erledigt hätten. - So geht der Forschung nach den Ureinwohnern viel gutes Material verloren.





Dienstag 17.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 72 % - Luftdruck 1016 hPa

Der Regen war da, aber nicht hier
Enttäuschendes Tröpfeln auf La Palma, Wassermassen auf Tenerife

Knapp daneben ist auch vorbei, und man konnte gestern auf dem Atlantik sehr gut die großen Niederschlagszellen erkennen, welche das lange Tiefdruckgebiet auf unser Archipel branden ließ. - Mit lächerlichen 4 Millimetern Niederschlag beginnt die Regensaison hier im Aridanetal extrem enttäuschend, im Nordwesten der Insel etwas mehr, allerdings sollten wir froh sein, nicht die Wassermassen abbekommen zu haben, welche im Norden der Nachbarinsel Tenerife gefallen sind. - Dort erwischte es besonders die Orte La Orotava, Los Realejos, Puerto de la Cruz, La Guancha, San Juan de la Rambla und Icod de los Vinos, wo in wenigen Stunden sintflutartige Regenfälle niedergingen. - Man meldet sehr unterschiedliche Summen, mal wird von 20 Millimetern in einer halben Stunde gesprochen, mal von 50 Millimetern in wenigen Stunden, eine andere Zeitung erwähnt sogar die Menge von 104 Millimetern. - Allerdings stehen eben nicht überall Regenmesser, und es muss gar nicht dort besonders viel Regen gefallen sein, wo dann die größten Schäden entstehen, sondern meist kreuzen sich humane Interessen und ungezügelte Wassergewalt dort, wo die Schluchten das Wasser dann ins Meer tragen. - Oberhalb der bereits vorher genannten Orte muss es am späten Nachmittag so heftig geregnet haben, dass die "Barrancos" in der Zone allesamt wieder zu reißenden Flüssen wurden, und dann auf ihrem Weg durch die Siedlungen Autos und andere sorglos abgestellten Dingen in den Flussbetten einfach mitnahmen. - So ist letztendlich auch nicht die Gesamtregenmenge entscheidend, sondern wie schnell das Wasser aus dem Himmel fällt und somit dem Boden keine Möglichkeit lässt das eigentlich kostbare Nass zu absorbieren. - Besonders da es sich um den ersten Regen handelte, ist der Boden noch nicht gut in der Lage schnell und viel Wasser aufzunehmen, da werden auch lächerliche 20 Millimeter, innerhalb kurzer Zeit gefallen, zu einer gefährlichen Menge Wasser, welche dann unkontrollierbar den kürzesten Weg ins Meer sucht. - Dabei spielt die brüske Orographie unserer Inseln natürlich auch eine entscheidende Rolle, nichts ist mit träge dahin fließenden Bächen oder Flüssen, hier mäandert nichts, unsere Inseln sind so steil, dass immer reißende Wildbäche daraus werden. - Das war immer so, und wird immer so bleiben, man muss sich eben nur mal die Schluchten unserer Inseln ansehen und fragen, wie die denn entstanden sein könnten. - Die Antwort ist einfach, durch Wassererosion, ausgelöst durch Niederschläge, die leider nicht den Charakter eines Hamburger Sprühregens haben, sondern mit großer Heftigkeit und Quantität in kurzer Zeit viel Wasser hinterlassen. - Dabei sucht sich solch ein Tief sehr selektiv die Zonen aus, welche denn dann intensiv beregnet werden, und es hätte auch genau so gut El Paso oder Los Llanos sein können, es ist aber der Norden Tenerifes geworden. - Es kamen aber keine Menschen zu Schaden, sondern nur materielle Verluste müssen gemeldet werden, aber da schwanken die Angaben noch ein wenig, man spricht von "zig" Autos und ein paar evakuierten Häusern in Puerto de la Cruz. - Die genauen Zahlen werden in den kommenden Tagen noch gemeldet. - Das muss uns immer wieder zur Aufmerksamkeit erziehen, dass selbst bei harmlos und normal wirkenden Tiefausläufern solche sehr lokalen Katastrophen eintreten können. Auch hier auf La Palma kann das jederzeit bei einem Tief aus dem Westen passieren, und ich darf daran erinnern, dass der "Barranco Tenisca" unmittelbar durch Los Llanos führt, mit einer inzwischen sehr nahen Bebauung und Brücken. - Sollte sich solch eine Niederschlagszelle am Bejeando, dem Hausberg El Pasos mal sammeln, und starke Niederschläge an seiner Südfront abgeben, dann wird dieser "Barranco" auch wieder zum reißenden Fluss und kann auf seinem Weg durch Los Llanos heftige Schäden verursachen. - Da wo ein Barranco ist, da floss mal Wasser und wird auch irgendwann wieder Wasser fließen. - So einfach ist die Regel eigentlich und in diesen Schluchten haben wir nichts zu suchen, die sind für das Wasser reserviert. - Das war es erstmal mit Regen, die Wäsche kann wieder auf die Leine, und wer sich noch Fotos von dem Unwetter im Norden Tenerifes ansehen will, der kommt HIER mit einem Klick zu einer Fotogalerie der Zeitung "La Opinión".



Montag 16.11.09 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 3 mm - Luftfeuchte 78 % - Luftdruck 1011 hPa
Höchsttemperatur heute 21,4 Grad - niedrigste Temperatur 17,0 Grad

How many roads…
Häusliche Gewalt der auditiven Art

Man könnte das auch so verstehen, dass ich meine Frau anbrülle, oder die Kinder, oder die Katzen, aber das mache ich äußerst selten. - Ich habe zwar als Sohn eines Wehmachtsoffiziers wohl eine beeindruckende Anschissstimme, aber da meine Frau, meine Kinder und meine Katzen mich kennen, bringen solche zweifelhaften Erziehungsmethoden bei uns auch nichts, ich kann mir die Seele aus dem Hals brüllen, auf so etwas hört hier in diesem Haushalt niemand. - Und das ist gut so. - Aber jetzt habe ich doch noch eine Möglichkeit gefunden, mir auditiv den mir als Haushaltsvorstand zustehenden Respekt zu verschaffen, ich habe investiert, und gegen diese sophistische Neuanschaffung ist seitens meiner Mitbewohner nur noch ein Stromausfall hilfreich. - Inzwischen bemühen die Damen zwar die Genfer Konvention, ob das Abspielen von Schallplatten der ersten Dylan und Baez Aufnahmen irgendwie dann doch als Folter gilt, (Dylanboarding) aber bislang haben die noch keine Antwort erhalten, bei denen kennt keiner mehr diese beiden Namen. - Die Katzen sich schon ein Stück weiter, morgen soll hier jemand vom Tierschutzverein mit einem Messgerät für Katzenjammer antanzen, und mal nach dem Rechten sehen. - Da ich aus meiner aktiven Zeit der musikalischen Frühwelt noch etliche Schallplatten habe, damit meine ich diese runden, schwarzen Dinger mit den vielen Rillen auf beiden Seiten, dem Loch in der Mitte und den Kratzern quer über die Scheibe, die ich nun mit einem erstaunlich ausgeklügeltem Apparat allesamt digitalisieren will. - Das geht, man kauft sich solch einen Plattenspieler, steckt das USB-Kabel in den Rechner, ein kleines Progrämmchen noch geladen, und schon bringt man die alte Lieder im mp3 Format auf den Rechner. - Leider geht das so einfach, dass sogar ich das kann, meine Kinder hofften noch bis zuletzt, dass ich erst ein 864 Seiten langes Handbuch lesen muss und damit dann sofort die Lust verliere, aber inzwischen ist viele moderne Technik rund um den Computer idiotensicher geworden, so kann selbst ich inzwischen damit arbeiten.

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da sammelte ich Langspielplatten wie andere Matchbox-Autos oder Tüddelkram, und nun stehen hier bei uns so an die 400 Scheiben seit Jahrzehnten herum, und dienen seit dem als willige Staubfänger. - Einen Plattenspieler habe ich theoretisch schon noch, Dual 1228, so was kennt man einfach, aber natürlich keine Nadel mehr, und auch schon gar nicht die dazu weiter notwendigen Verstärker und Lautsprecher, und wer will in der heutigen Zeit schon umständlich am Plattenteller stehen, und schwarze Scheiben besprechen. - Dafür ist die Lösung nun gekommen, die werden jetzt allesamt in digitale Schnippsel verwandelt und so bringt man mehrere Kubikmeter Vinyl und Papier auf eine kleine Festplatte. - Allerdings höre ich mir beim digitalisieren die Lieder auch an, ich muss ja schließlich wissen, wann das Lied zu Ende ist, um dann den Interpreten, das Album und den Titel einzugeben, und darüber regt sich nun das rebellische Gros dieser Familie auf. - Ja, es gibt auch Kopfhörer, aber das ist einfach etwas anderes, denn, ich gebe es zu, ich habe mir für meinen Computer auch noch eine Lautsprecher Surround Anlage zugelegt, das gibt es heute schon für unter 100 Mücken. Da kann man doch nicht Nein sagen und so stehen jetzt 5 Krachmaschinen rund um den Schreibtisch herum und ein "Subwoofer" massiert unter dem Tisch meine müden Füße. - Grundsätzlich haben weder meine Frau, noch meine Kinder, noch meine Katzen etwas gegen Musik, aber weiter reicht der gemeinsame Nenner schon nicht mehr, denn das Wort "Musik" alleine lässt noch jede Menge Deutung offen. - Some call it music, some call it Krach, und so kommt es eben, dass an gewissen Abenden ein einsamer Herr im Büro sitzt und seltsame Musik abspielt, von denen meine Kinder nur was in den Geschichtsbüchern eines Tages lesen werden, und meine Frau jede einzelne Platte für einen Scheidungsgrund hält. - OK, wir sind bei einem ganz gefährlichen Buchstaben angelangt, nach vielen Tagen der Aufnahmen, genauer gesagt, beim B. - Kreist man es weiter ein, dann sind wir erst beim Ba und diese Joan Baez war für meine Frau immer schon eine gewisse Bedrohung. - Nicht so sehr im körperlichen Sinn, aber ich glaube, Sie wissen schon was ich meine. - Aber da bricht halt diese Altersseuche Nostalgie durch, gegen die es wenig Medikamente gibt, und leider sorgt ja auch die Musikproduktion der letzten Jahre, mit Ausnahmen natürlich, nicht gerade für Argumente, solchen alten Kram einfach über die Wupper zu wuppen. - Ich weiß ja, das wird noch viel schlimmer, wenn wir dann bei C wie Johnny Cash sind, oder bei Dy wie Bob Dylan, das wird dann richtig hart für meine Frauen, und ich muss vielleicht darüber nachdenken, das Büro dann hermetisch abzuriegeln, damit die Terrorkrieger der Tokio-Hotel-Fraktion nicht meine Bude stürmen, und die alten Scheiben auf den Scheiterhaufen der Antike stürzen. - Aber da bin ich ja der Meinung, Platten verbrennen ist fast wie Bücher ankokeln, das macht man nicht. - Obwohl, wenn ich mir so manche Interpreten heute anhöre, was wir damals aufgelegt haben… - Nein, es gibt kein Feuer, außerdem wäre das Umweltverschmutzung dieses Vinyl dem Feuer auszusetzen, und meine Familie muss da durch, zumindest einen Abend pro Woche, mehr darf ich nicht. - Ein paar Scheiben noch Joan Baez, dann hat meine Familie zumindest das überstanden und wenn es um die ganz harten Scheiben geht, da wo die olle Protestjule diese alten englischen Balladen singt, dann kommt meine kleine Tochter öfter mal rein und ruft: "Nun gib ihr doch endlich was zu Essen, dann hört die vielleicht auf zu Weinen". - Ich versuche das dann wieder mit der Geschichte um den historischen Wert der Aufnahmen und dann kommt gleich zurück: "Historisch, genau so siehst du aus Papa…"




Erwischt, Paul der Saboteur




Montag 16.11.09 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 75 % - Luftdruck 1013 hPa

Dunkel war´s, der Mond schien helle
Doppelt gesetzt hält besser

Ein "Himmelsgesetz" welches die Lichtverschmutzung auf unserer Insel regelt gibt es hier bereits seit 1998, und soll den Observatorien auf dem Roque de Los Muchachos dienen, damit diese nachts einen ungetrübten Blick ins Universum genießen können. - Man stellt sich das als Laie immer so ein bisschen als Kokolores vor, was haben die da mit ihrer "contaminación lumínica", wie man das hier nennt, das kann doch nicht so schlimm sein. - Ist es aber doch wohl, und wir haben ja inzwischen auch hier auf der Seite Bilder und Erklärungen dafür, die das anschaulich verbreiten. - Für uns hier auf der Insel bedeutet das, keine nach oben gerichteten Leuchtkörper, die Straßenlaternen dürfen einen bestimmten Winkel zu den Seiten hin nicht mehr beleuchten und Reklametafeln wird eine Obergrenze bei der Leuchtleistung auferlegt. - Allerdings ist der Kontrollmechanismus für diese Dinge nicht als lückenlos zu bezeichnen, in seltenen Fällen wird eingegriffen und Strafen, falls die das "Himmelsgesetz" überhaupt kennt, sind meines Wissens auch noch nicht erlassen worden. - So werden viele Rathäuser immer noch nachts auch angestrahlt und die riesigen Flutlichtanlagen der Sportplätze von Los Llanos und El Paso schicken Licht mit solcher Gewalt in den Nachthimmel, dass man diese Lichtquellen einfach nicht übersehen kann. - Dazu fällt mir dann auch immer wieder "Juan Ramons Lampenladen" ein. - So bezeichne ich immer das neue Industriegebiet von Los Llanos, wo derart viele Straßenlaternen aufgestellt wurden, dass man eigentlich einen Vergnügungspark dort wähnt, nicht aber ein nachts von Fußgängern sicherlich nicht genutztes Industriegebiet. - Aber die Laternen leuchten ja nicht, kein Saft da, noch nicht, und wenn es dann mal so weit ist, dann frohlocken die Astronomen da oben auf dem Berg sicherlich noch weiter.

Dieses Himmelsgesetz ist eine lokale Angelegenheit, nun aber kommt ein staatliches Gesetz auch noch hinzu, welches Madrid extra für Gemeinden geschaffen hat, die an astronomische Einrichtungen heranreichen. - Im Prinzip geht es um die gleichen Aufgaben und Ziele, nur soll dieses Gesetz schärfere Richtlinien setzen und da als Legislative die Zentralregierung in Madrid gilt und eben nicht das Cabildo Insular hier auf La Palma, könnte man auch davon ausgehen, dass nun eine bessere und effizientere Handhabe seitens "Lichtverschmutzer" möglich ist. - Allerdings ist es auch nicht klar, wer sich denn darum kümmern soll, man kann sich nicht vorstellen, dass nun ein Lichtinspektor auf die Insel kommt und nachsieht, ob unser Bürgermeister auch nachts das Licht vor dem Rathaus ausgestellt hat. - So wird das wohl über das Astrophysikalische Institut laufen müssen, die sollen und können dann eben nicht nur bei der Inselregierung die Lichtverschmutzung anzeigen, sondern eben auch bei den staatlichen Behörden, sprich der Guardia Civil. - Ob die davon Gebrauch machen werden, das weiß ich natürlich nicht, aber gerade auf die immer noch nicht entschiedene Standortsuche für das Riesenteleskop "E-ELT" der ESO, wäre eine funktionierende Überwachung unseres Himmelsgesetzes schon von großem Vorteil. - Da warten wir ja alle höchst gespannt darauf, machen wir uns doch sehr große Hoffnungen dieses Jahrtausendwerk hier auf La Palma installieren zu können, was uns von einem Tag auf den anderen an die Weltspitze der astronomischen Beobachtungen führen würde. - Von den vielen Kollateralvorteilen ganz zu schweigen, solche eine Milliardeninvestition in absolute Spitzentechnik könnte uns nie gewagte Entwicklungsträume und Zukunftsvisionen für die Insel eröffnen. - Also immer schön das Licht ausmachen, das mögen die Astrophysiker besonders gerne.





Sonntag 15.11.09 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 26,8 Grad - niedrigste Temperatur 16,4 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 20,4 - Temp. Min 8,4 - Feuchte 25 - 49 % Niederschlag 0 mm

Weiße Beine und rote Köpfe
Santa Cruz im Belagerungszustand

Es gibt böse Menschen die behaupten, Gott hätte die Engländer nur erschaffen, damit die Deutschen nicht mehr die hässlichsten Europäer sind. - Aber das behaupten nur böse Menschen, und mit solchen haben wir nichts zu tun. - Eigentlich sollten laut Presse heute gar drei Kreuzfahrtschiffe in Santa Cruz liegen, aber es waren nur derer zwei, die "Aida bella" und die "Island Escape". - Auf der Aida fährt ja meist ein jüngeres Publikum mit "Event- und Animationsdrang, und so konnte man eigentlich die Passagiere der beiden Schiffe ganz gut unterscheiden. - Allerdings war meine Frau da noch besser als ich, bis ich deren Trick raus bekam, die Aida-Passagiere tragen auch noch ein kleines Scheckkärtchen um den Hals, da kann nichts wegkommen und jeder findet den Weg wieder zurück. - Noch ein Gag den sich die Aida-Reeder ausgedacht haben, die verleihen Fahrräder, und damit schickt man dann die Passagiere auf Landurlaub, die Umgebung eben mit dem Drahtesel zu entdecken. - Eine gute Idee, allerdings nicht wirklich La Palma tauglich, denn spätestens berghoch in Richtung Puntallana oder Breña ist für Otto-Normalradler die Messe gelesen. - Allerdings heißt das auch wieder, diese Radler nehmen nicht an den organisierten Ausflügen teil und nehmen sich auch kein Taxi oder einen Bus, also wieder ein bisschen weniger Einkunftsmöglichkeit für die besuchte Region, aber eine gute Idee der Reeder. - Das mit den Einkünften aus den Besuchen der Kreuzfahrer, das ist ja hier ein reichlich diskutiertes Thema, denn wir wollen es ja nicht als reinen Höflichkeitsbesuch sehen, sondern sind so unverschämt, an diesen Besuchern auf etwas verdienen zu wollen. - Dabei kommt La Palma eh immer schlecht bei weg, da wir nie die erste Kanareninsel sind, sondern meist Nummer zwei oder drei. - Das bedeutet aber auch, dass die Passagiere und auch Besatzungsmitglieder die meisten Sachen bereits auf einer anderen Insel eingekauft haben, so wie die billigen Zigaretten, Schnaps und Parfüms, hier auf La Palma müssen wir auf Spontankäufe setzen, nicht auf den Hamsterdruck der Schnäppchenjäger.

Damit taten wir uns bislang sehr schwer, schnelle Reaktion auf sich verändernde Zustände ist nicht unsere wirkliche Kunst. - Geschlossene Läden, eine leere Stadt, das war oft das Szenario auf welches die Kreuzfahrer auf ihrem Stadtausflug vorfanden und es dauerte lange, bis man eine effiziente Lösung fand. - Aber die scheint nun tatsächlich geglückt zu sein mit einem listigen Kompromiss, man lockt die Gäste mit bunten Ramschständen in die Innenstadt und die lokalen Händler öffnen dazu auch noch ihre Läden und nach dem Anschein den wir heute gewannen, geht das Konzept auf. - Zuerst verlegte man den Trödelmarkt vom Parkplatz am Hafen in die Innenstadt, eben um das Publikum in die Einkaufsstraßen zu locken. - Man kann es auch als Sakrileg betrachten, der Tand und der Ramsch aus China und Thailand unter Musik und elektronischem Gepiepse in den altehrwürdigen Gassen der Hauptstadt feil zu bieten, aber bitte Leute, es geht ums Geschäft und nicht um historische Korrektheit. - Die komplette Fußgängerzone, bis fast hin zu Plaza de Alameda war mit diesen Ständen belegt, so dass der eigentliche Charakter der Gassen nicht mehr zur Geltung kommt, aber wie bereits gesagt, wir haben nichts davon wenn staunende Weltenbummler unsere schönen Fassaden fotografieren, sondern die sollen ihren Beitrag zur Inselvolkswirtschaft leisten, so wie jeder andere Konsument auch. - Das Angebot ist extrem weit gestreut, es gibt wirklich alles, alte Klamotten, Billigbarbies, Büstenhalter im Dreierpack für 10 Euro, Angelhaken, Luftmatratzen, Sonnenbrillen und eben alles, was man sonst auch auf den Flohmärkten von Sankt Petersburg und Karachi findet. - Dazwischen unverzagt und eben durch das bunte Treiben angelockt, boten auch manche Händler Obst und Gemüse von hier an, Mojo, Wein, Stickereien, so ein bisschen Endemie lugte also ab und zu auch durch, umlagert von durchaus kaufinteressiertem Publikum. - Die lokalen Einzelhändler hatten zwar nicht alle geöffnet, aber doch die Mehrzahl und auch dort sah man die kurzbehosten Bleichbeiner der "Island Escape" genau so wie das knackigere Transportgut der Aida. - Die Cafes allesamt voll und wer unsere Hauptstadt sonst mal an einem Sonntagvormittag besucht, der wird angesichts dieses bunten Treibens doch sehr erstaunt sein, wie viel da los war. - Ob sich nun für alle diese Sonntagsöffnung gelohnt hat, das weiß ich natürlich nicht, aber man kann so viele tausend mögliche Kunden doch nicht an geschlossenen Geschäften vorbeiziehen lassen. - Interessant war auch noch, dass viele Palmeros sich unter die Kreuzfahrer gemischt hatten, und ebenso den Markt und das fast enge Treiben auf der Fußgängerzone erleben wollten. -

Den Vogel allerdings schossen einige Pennäler einer Schule aus Santa Cruz ab, die sich diese Kulisse zunutzen machte um ihre jährliche Schulreise zu finanzieren. - Alle hundert Meter etwa standen kleine Grüppchen von Schülern, verkleidet und geschminkt, und wer ein paar Cent oder auch einen Euro in die Schale vor den Jugendlichen warf, für die wurde dann ein kleines Sekundenschauspiel aufgeführt, bei dem die Kostüme und der Tanz oder die Bewegung in einem Motto standen. - Das hat uns dermaßen gut gefallen, besonders die Idee, Gelder für die Schulreise auf diese Art und eise zu vedienen, dass wir die "Puppen" immer wieder tanzen ließen, sehr zu unserer Belustigung, und zur pekuniären Freude der Schüler. Allein für die Idee gibt es hier schon mal einen Zwischenchapeau. - Aufgabe erfüllt kann man da nur zu den Stadtvätern und den Händlern sagen, auch wenn natürlich die Puristen unter uns, angesichts des vielen Ramsch und des Angebotes mit wenig Lokalkolorit natürlich den vordergründigen Konsum anklagen werden, aber es geht nun mal ums Geschäft, und wer die Hauptstadt in Ruhe und gemütlich erkunden will, der darf dann halt nicht an einem Sonntag dahinfahren, wenn diese großen Kreuzfahrtschiffe dort liegen. - Man muss wohl diesen Kompromiss anerkennen, und ohne die große Fülle der Stände mit dem zweifelhaften Angebot, lockt man die Leute einfach nicht an, und wenn dann neben dem brüllenden Plastik der Souvenirstände die lokalen Händler auch noch ihren Umsatz machen, dann gibt der Erfolg dieser Maßnahme einfach recht. - So für uns ganz allein ist das nichts, wir lieben eher die ruhigen Ecken wenn es denn schon Santa Cruz sein muss, aber der journalistische Ehrgeiz hat uns halt da mitten unter die Kreuzfahrer getrieben.




Das sind keine 4 Kreuzfahrschiffe, sondern da liegen noch die Fähren "Volcán de Tauce" von Armas und die "Benchijigua Expres" der Reederei Olsen.















Sonntag 15.11.09 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1017 hPa

Linsen über der Cumbre
Schlechtwäschewarnung

Bislang war nichts mit Regen auf der Westseite, das bisschen Niesel und die verschreckten Tropfen aus den Passatwolken haben noch kein brauchbares Ergebnis für die Vegetation hinterlassen. - Ständiger Hochdruck, also das perfekte Funktionieren des Azorenhochs hat es einfach nicht zugelassen, dass uns mal ein atlantisches Tief aus dem Westen erreicht. - Das sehr stabile Hochdruckgebiet über dem Nordatlantik drückt alle vom Westen anbrausenden Tiefs so weit nach Norden, dass diese vielleicht noch Nordspanien streifen, und dann über die Biskaya den Weg zu den Britischen Inseln nehmen. - Jetzt allerdings gibt es untrügerische Anzeichen, dass sie doch mal ein Tief zu uns hat durchquetschen können. - Das atlantische Hoch war kurz nicht auf der Wacht, oder an seiner Stelle, sondern zu weit nordwestlich, und schon schiebt sich ein schmaler, aber dennoch gut geladener Keil mit feucht-warmen Luftmassen bis fast hinab zum Äquator. - Dieses Niederschlagsband wird nun wieder vom erneut wachsenden Azorenhoch in Richtung Osten geprügelt, und auf diesem Weg an die afrikanische Küste, wird dieses Niederschlagsband auch die Kanaren überqueren. - Das wird wohl der Montag werden, und es kann auch zu kurzen stürmischen Attacken zuerst aus Südwest, später dann aus Nordwest kommen. - Noch in der Nacht zum Dienstag wird das Regengebiet schon weiter im Osten stehen, um dann an der afrikanischen Küste noch Niederschläge zu liefern. - Die staatlichen Meteorologen prognostizieren diese kommenden Niederschläge auch, allerdings ruft man keinen Alarm aus und darauf wollen wir uns gerne verlassen, obgleich wir aus der Erfahrung wissen, dass diese schmalen und schnell durchziehenden Niederschlagsstreifen durchaus ein gewisses Gefahrenpotential aufweisen können. - Aber ich will Sie auf keinen Fall beunruhigen, außerdem handelt es sich nur um einen meteorologischen Quickie.

Früher, als alles anders war und nur manches besser, da gab es die alten Männer, welche einem das Wetter prophezeiten. - Aber da wir heute anhand von Tabellen und Diagrammen im Netz aus aller Welt informiert werden, über das zukünftige Wetter, da haben die alten Männer Ruh, und kaum einer mehr blickt gen Himmel, kratzt sich am von der Landarbeit über Jahrzehnte gebeugten Buckel und sinniert dann über das Wetter, die alten Männer haben keine Lust mehr, ihr Wissen in Konkurrenz zu den neuen Medien weiterzugeben. - Das ist schade, sicherlich, aber so ein paar Dinger sind schon geblieben und dabei kommen nun die "Linsen" ins Spiel. - Altocumulus lenticularis meint dazu der Meteorologe, und spricht eben von diesen runden bis mandelförmigen Wolkenformationen, die sich über Berggipfeln sammeln und dort auch trotz heftiger Winde verweilen können. - Diese Wolken sind als Regenanzeiger besser brauchbar als die Kriegsverletzung oder das Zipperlein, welches sich wohl auch vor drastischen Luftdruckveränderungen immer zu melden pflegt. - Solche Linsen über der Cumbre Vieja, aber auch über dem Bejenado oder dem Massiv des östlichen Calderagrats, sind ganz klare Hinweise, dass es meist einen Tag später regnet, und dann bräuchte man auch die Diagramme vom "Global Forecast System" nicht mehr, Linsen über der Cumbre sind eine klare Ansage an die HausManninen unter uns, dass heute die Wäsche auf die Leine gehört, und morgen die Waschmaschine einen der seltenen Ruhetage genießt. - Es wird auch Zeit, dass endlich mal für die Vegetation brauchbarer Niederschlag auf der Westseite fällt, wir haben Mitte November, und die Landschaft hat immer noch ihr bräunliches Sommerkleid an, das passt einfach nicht so richtig ins Bild.





Samstag 14.11.09 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 25,2 Grad - niedrigste Temperatur 14,7 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 20,4 - Temp. Min 8,4 - Feuchte 25 - 49 % Niederschlag 0 mm

Kein Baum kann nicht brennen
Kiefern fallen in Fuencaliente

Man fragt sich wenn man Logik hat, was macht ein Suahelischnurbarthaar des Nachts um drei am Kattegat. - Logik ist was Feines, und Ringelnatz der olle Schwerenöter hat das noch besser erkannt als wir hier. - Aber wir eifern ihm nach, da lassen wir uns nicht lumpen, und proben jetzt die endgültige Feuerschutzidee, der Wald muss weg, dann kann auch kein Waldbrand mehr entstehen. - Ja, ich habe das schwer überzeichnet, aber sonst macht das nicht so viel Spaß. - Nach dem verheerenden Waldbrand im Süden der Insel hat man viele Maßnahmen überlegt, wie man denn solche Feuer in Zukunft verhindern könnte und eben auch besonders, wie man Humaneigentum besser vor den Flammen schützen kann, denn dass der Wald irgend mal wieder brennen wird, das muss man als sicher bezeichnen. - Da Los Canarios, also der Ortsteil Fuencalientes, welcher einen Zentrumscharakter besitzt, ganz nah an den Wald gebaut ist, besteht dort auch die größte Gefahr bei einem Feuer sein Hab und Gut zu verlieren. - Nun geht man hin, und fällt die Kiefern einfach die dort an den Ort heranreichen, der Logik folgend, kein Baum kann nicht brennen. - Das hätten die Anwohner so gewünscht, heißt es seitens der Stadtverwaltung, und da fällt mir gerade mal wieder ein, dass die Anwohner des Aridanetals keine Autobahn und keine Asphaltwerke wünschen, aber vielleicht haben wir ja bloß nicht brav Bitte gesagt. - Verzeihen Sie mir diesen polemischen Ausflug, aber wenn ich ein paar Tage nicht über diese wunderbaren Vorhaben mit nachhaltigem Fortschrittscharakter schreiben kann, dann geht es mir nicht gut…

Nun zurück nach Fuencaliente. - Man muss den Wunsch der direkten Anwohner wohl verstehen, haben die doch diese Nacht Ende Juli dieses Jahr den Wald und die Kiefer in einem anderen Licht zu sehen bekommen, als wir das aus der Entfernung erblicken können. - Allerdings darf man auch nachfragen, ob es denn nicht bessere, und auf jeden Fall weniger harte Methoden gibt, die Menschen und ihre Häuser vor dem Feuer besser zu schützen, als mit dieser radikalen Maßnahme. - Zumal wir ja bei dem Brand Ende Juli - Anfang August auch gesehen haben, dass die meisten Schäden an Häusern durch Funkenflug entstanden sind, der über viele hundert Meter herangetragen wurde und auch Zonen betroffen hat, wo schon längst keine Kiefern mehr gestanden haben. - So müsste man um wirklichen Schutz für die Häuser zu schaffen auf einem reichlich großen Gebiet alle Kiefern schlagen, und das kann ja nun wirklich nicht im Sinne des Erfinders sein, da wo wir doch wissen, welch enorme Bedeutung diese Bäume für die Insel haben. - So stehen die Kiefern ja auch unter höchstem Schutz und dürfen nur in Ausnahmefällen gefällt werden, mit Genehmigung des Umweltamtes. - So muss auch gefragt werden, ob denn diese, sicherlich aus Sicht der direkten Anwohner verständliche Aktion, denn nur vom Rathaus Fuencaliente beschlossen wurde und einfach durchgeführt wird, oder das auch mit dem Umweltamt abgesprochen ist. - Auf jeden Fall sparen nun viele Einwohner Fuencalientes nicht mit Kritik an dieser Aktion, aber natürlich nur die, welche nicht direkt am Wald wohnen und vom Brand nicht betroffen sind. So ist das halt, der Heilige Sankt Florian beschützt ein Haus und zündet andre an.



Samstag 14.11.09 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 67 % - Luftdruck 1019 hPa

Nordlichter
Der Norden der Insel an der Spitze der Weinproduktion

Als man vor Jahren die "Denominación de Origen" für Weine aus La Palma geschaffen hat, war das ein guter Schritt nach vorne. - Das muss bei aller weiteren Kritik stehen bleiben, die Weine dieser Insel haben durch die deutlich höheren Qualitätsansprüche sehr gewonnen und moderne und besonders zeitgemäße Methoden der Kelterung haben aus manch trübem Trunk, einen exzellenten Tropfen gemacht. - Wer also heute Flaschenwein hier auf La Palma kauft, der kann sich sicher sein, ein trinkbares önologisches Produkt vorzufinden, ob es ihm auch schmeckt, das ist eine andere Sache. - Auf jeden Fall zeigen die vielen Preise, welche Weine aus oder von La Palma auf internationalen Wettbewerben gewonnen haben, auch eine positive Tendenz an, weiter so möchte man rufen. - Allerdings hat man auf der Seite des Marketing noch nicht wirklich erfolgreich gearbeitet, es fehlt noch der große Wurf im Exportgeschäft, bis auf kleine Mengen, die über Internetshops vertickt werden, trinken wir unseren Wein eigentlich nur hier auf der Insel. - Auch hat man mit der Schaffung der "DO" sehr viele Winzer aus dem Geschäft gedrängt, da es heute auf legalem Weg unmöglich ist, an der "DO" für La Palma Wein selbst zu ziehen, zu keltern und dann auf den Markt zu bringen. - Man ist darauf angewiesen, seine Trauben in eine dem "DO" angeschlossenen Bodegas zu liefern, oder man macht eben selber Wein, und trinkt diesen dann auch selbst und im Kreise seiner Familie und Freunde, aber ein gewerblicher Verkauf des Produktes ist dann nicht möglich. - Damit hat man viele Winzer auch in den Ruin getrieben und die Vielfalt deutlich beschnitten, aber man hat nun mal diesen Weg genommen, letztendlich zum Vorteil der durchschnittlichen Qualität, und es ist eigentlich müßig, darüber nun zu lamentieren. - Viele der meist im Nebenberuf auftretenden Winzer verkaufen ihren Wein nun an Restaurationen zweifelhafter Natur, der dort dann als offener Landwein in den Gläsern der Gäste landet. - Erlaubt ist das eigentlich nicht, aber eben eine probate Form, der Überbürokratisierung die wie hier auf den Inseln erleben, zu entgehen. - Auch muss man das Monopol des Consejo Regulador de la Denominación de Origen del Vino de La Palma erwähnen, dieser erlauchte Club entscheidet autokratisch, ob man sich selbst weitere Konkurrenz auf die Bühne holen will.

Wenn wir schon beim Jammern sind, gefällt mir auch nicht die krude Aufteilung die man für die Weinbauregionen auf La Palma gefunden hat. - So gehört die Region Tamanca, in El Paso und Los Llanos liegend, mit der gleichlautenden Bodega offiziell zur "subzona Fuencaliente", obwohl wir komplett andere Bedingungen hier vorfinden, sei es im Klima oder in der Bodenbeschaffenheit, wie das in der Kernzone im Süden der Fall ist. - Klar, man wollte die Insel nicht aufstückeln, aber El Paso als "subzona Fuencaliente" zu bezeichnen, das ist schon grenzwertig. - Weiter kann man das auch für den Norden der Insel behaupten, dort wird alles unter einem Namen verwirklicht, der einfach nur "Norden" heißt, obwohl es gewaltige Unterschiede zwischen den hohen Lagen Puntagordas und Garafias gibt, und den gemäßigten Zonen Tijarafes, welche auch wieder unter komplett anderen Bedingungen heranwachsen. - Aber vielleicht gehen die das ja auch noch an und lassen sich sogar eines Tages dazu herab Lagen zu betiteln und zu bewerben, so wie sich das in vielen anderen europäischen Regionen letztendlich bewährt hat. - Da ist noch viel Arbeit zu machen und das Hauptpotential liegt sicherlich gerade im Norden der Insel, dessen leichte und frischen Weißweine gerade auf einer nachvollziehbaren guten Welle schwimmen. - So auch das Ergebnis dieser Ernte, 69% der auf La Palma geernteten Trauben, welche dann später in Flaschen unter dem Siegel des "DO" angeboten werden, stammen inzwischen aus dem Norden der Insel. - 24% der Gesamtmenge kommt aus Fuencaliente und 14% aus Mazo, wobei man natürlich bedenken muss, dass Fuencaliente nach dem Brand große Anbauflächen verloren hat. - Aber das kann die Vorherrschaft der Weine aus dem Norden auch nicht mehr bremsen und mag vielleicht auch als Signal dienen, wohin die Reise für die Nordregionen gehen kann, nämlich in Richtung hochwertige Landwirtschaft. - Aber wer will schon einen Morgenthau-Plan haben, wenn man seitens der Institutionen auch einen Marshall-Plan für den Norden verspricht.





Freitag 13.11.09 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 25,4 Grad - niedrigste Temperatur 16,2 Grad

Gottes Raketen und des Menschen Beitrag
Manch einer zweifelt an der "Böllertheorie" als Waldbrandursache

Beim Frisör, im Taxi und in der Kneipe kommt normalerweise die "Vox populi" zum Einsatz, aber eben seit wir alle "Bürger 2.0" sind, nun auch im Internet. - In Foren, in Kommentarspalten und per E-Mail geht die Diskussion über die Ursachen, Schuldigen und Verantwortlichen über das Feuer munter bis heftig weiter. - Dabei möchte man ja eigentlich meinen, die Polizei hat Beschuldigte ermittelt und nun liegt es in der Hand der Justiz ob die ein schuldhaftes Verhalten bei den drei Organisatoren der Fiesta in Tigalate sieht oder nicht. - So einfach ist die Geschichte aber nicht, da viele eben nun nicht nur nach Schuld fragen, sondern eben auch nach weitergehender Verantwortung, es sollen nicht nur die für den Schaden gerade stehen, welche das Fest organisiert haben, sondern eben auch die, welche den Abschuss der Böller nicht verhindert haben. - Das reicht dann sofort auch in die Politik hinein, denn Mazo - in der Gemeinde liegt der Ortsflecken Tigalate - wird seit ewigen Zeiten von der Coalición Canaria regiert, und von dort aus dem Rathaus hört man keine Zustimmung an der nun erklärten Brandursache, zumal auch die beschuldigten Organisatoren der Fiesta aus dem weiteren Umfeld der Partei stammen. - Die eine Beschuldigte trat auf der Liste der CC für die Kommunalwahlen vor zwei Jahren an, ist also zumindest der Coalición Canaria nahestehend. - Zumal auch noch seitens des Ex-Inselpräsidenten, wie auch anderen Mitgliedern der Partei nun öffentlich darum geworben wird, doch die drei Beschuldigten nicht zu verurteilen, das wären doch nur Freiwillige gewesen, die ohne irgendwelchen Schaden anrichten zu wollen, eine kirchliche Fiesta organisiert haben. - Sicher sind die drei Beschuldigten nicht zu beneiden, da ist das Ehrenamt nach hinten losgegangen, aber wo ein Schaden verursacht wurde, sucht man in einem Rechtstaat eben nach Schuld und Verantwortung, und die liegt zunächst eben bei den Organisatoren der Fiesta, auf welcher die fatalen Böller abgeschossen wurden. - Allerdings ist die Justiz vielleicht blind, aber nicht blöde, und sicherlich wird der Staatsanwalt nicht nur das "Bauernopfer" annehmen, sondern auch weiter in Richtung Verantwortung ermitteln, und das könnte eben für die vorhandenen politischen Strukturen unangenehm werden. - Könnte, denn natürlich wissen wir nicht wie das ausgeht, aber allgemein wird eben auch von der "Vox populi" klar gefordert, nicht nur die "Kleinen" zu hängen und die "Großen" laufen zu lassen.

Dabei bedienen sich nun wieder Sympathisanten rund um die Coalicion Canaria und der drei Beschuldigten der Vermutung, dass die Guardia Civil nicht richtig ermittelt hätte. - Da es ein latentes Problem zwischen den nach größtmöglicher Unabhängigkeit von Madrid Bürdenträgern der Coalición Canaria und den staatlichen Organisationen, wie eben Justiz und zum Beispiel eben Guardia Civil gibt, ist dieses Misstrauen schnell bei der Hand. - Auch vermutet man gerne aus den endemischen Kreisen rund um die CC, dass die Justiz mit zweierlei Maß misst, die landesweit operierenden Parteien schont und bei den "Separatisten" der Coalición Canaria ganz anders zu Werke geht. - Das möchte ich allerdings nach meinen Beobachtungen über sehr viele Jahre nicht annehmen, da kommt einem dies oder jenes bei der Justiz fragwürdig oder mindestens unverständlich vor, aber Haberfeldtreiben auf die Coalición Canaria seitens der Gerichte, das findet nicht statt. - Auch die Guardia Civil ist da makellos und nicht Handlanger politischer Interessen, das kann man ausschließen. - Dennoch zweifelt man weiterhin an der "Böllertheorie" und führt nun auch die Spezialisten der Pyrotechnik mit vor. - Die Firma welche diese Böller und auch die Feuerwerke hier auf La Palma vertreibt, die sagt ganz klar aus, solche "voladores" könnten keinen Brand verursachen, die kämen bereits wieder erloschen vom Himmel. - Auch flögen die nicht so weit, wie man das bei der Ermittlung der Brandursache ausgemacht hat, da wird von 300 Metern gesprochen, das sei unmöglich. - Allerdings weiß ich aus eigenen Beobachtungen, dass diese Böller wohl Brände verursachen können und war bereits mehrfach Zeuge davon auf den vielen Fiestas die ich begleitet habe. - Das liegt aber fast immer an der falschen Handhabung der Raketen, die eben auch von Laien oder schon mal direkt aus der Hand abgeschossen werden und dabei nicht immer in den Himmel, sondern viel zu oft auch schon mal in der Landschaft landen, mit immer noch brennendem "Motor". - Auch sagt der Bericht der Guardia Civil ja gar nicht aus, dass diese Raketen dreihundert Meter weit geflogen sind, sondern nur, dass die Stelle an dem das Feuer zum ersten Mal gesichtet wurde, dreihundert Meter von der Stelle entfernt war, wo die Fiesta stattfand. - Gut, wir wissen es nicht, und das Gericht wird darüber zu entscheiden haben, wir reden uns aber als halbwissende Neunmalkluge vorher noch den Mund darüber fusselig.



Freitag 13.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1016 hPa

Gripe E
Zweites Konjunkturpaket lässt freudige Erwartung in den Gemeinden

Wo der nur all das Geld hernimmt fragt man sich immer wieder, der Zapatero, und weiß eigentlich genau dabei, dass das alles auf Pump ist, und wir das wohl alles mal zurückbezahlen müssen, oder eben an den Zinsen zu nagen haben. - Aber der Rubel muss rollen, und die schlechten Zahlen in der so lange erfolgsverwöhnten spanischen Wirtschaft lassen selbst einen eingefleischten Sozialisten wie unseren Zapi nicht mit "slow hand" weiter arbeiten. - Die Zentralregierung in Madrid steht unter dermaßen hohem Druck, dass man bereits vor einer Weile beschlossen hat, den Kapitalismus mit Geld zu "bekämpfen" und auf der Suche nach kurzfristigen Erfolgen das Risiko späterer inflationärer Entwicklung hinzunehmen. - Volkswirtschaftlich nicht nachhaltig sinnvoll, aber bei über vier Millionen Arbeitslosen und immer noch defizitärem Wachstum knickt selbst Zapatero ein, und zieht aus der Schublade mit der Aufschrift "the show must go on" riesige Geldbündel die den Banken gehören, und wirft diese unters Volk. - Aber gut, wir wissen ja sowieso alles immer besser und haben ja die Gnade der Unwichtigkeit, und müssen unser Besserwissen nicht beweisen… Nachdem das erste Konjunkturpaket für die Gemeinden zum Jahresende ausläuft, schickt man jetzt ein zweites Päckchen hinterher, welches ein bisschen kleiner ausfällt und auch in der Passform einen kleinen Unterschied aufweist. - Das erste Paket , da gab es an die 170 Euro pro Einwohner für die Gemeinden, richtete sich komplett in die Marschrichtung Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten. So drückte man den lokalen Korporationen reichlich Geld in die öffentliche Hand, damit diese Investitionsprojekte durchführen können und an Firmen vergeben, die nachweisen konnten, dass damit Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten bleiben. - Allerdings wird das Ergebnis unterschiedlich interpretiert, die Arbeitslosigkeit ist in dem Zeitraum ab Mai dieses Jahres, dem Monat in dem das erste Konjunkturprogramm aufgelegt wurde nicht wirklich zurückgegangen. - Damit belegen die einen den Unsinn dieser Maßnahmen, die anderen sagen, aber die Arbeitslosigkeit ist auch nicht weiter angestiegen, und beweisen mit dieser Tatsache die Richtigkeit des Konjunkturpakets.

Es ist doch schön, dass es immer verschiedene Blickwinkel gibt, auf jeden Fall aber droht nach dem Auslaufen der subventionierten Maßnahmen ja ein Rückfall, und so schiebt man nun noch eine weitere Geldspritze an die Gemeinden hinterher, die sich dann nahtlos an das auslaufende Modell anfügen soll. - Ähnlich aber nicht gleich, richtet sich dieses 2 Päckchen eher an die sozialen Notwendigkeiten und verlangt eben in den Projekten diese Komponente, genauso wie ein paar Worte zur Nachhaltigkeit. - Das gelingt uns immer hervorragend, haben wir doch das Wort "sostenibilidad" längst verinnerlicht und unsere lokalen Politiker verfassen ihre Reden immer in dem sie per Streuwurf die Vokabel Nachhaltigkeit im Zehnerpack auf das Stück Papier vor ihnen werfen, und schreiben dann den restlichen Fülltext mit ein paar Hinweisen zum eigentlichen Thema noch schnell hinzu. - So durften wir schon hören, dass unsere Müllabfuhr nachhaltig sei, im Rahmen von nachhaltigem Tourismus auch Golfplätze in Naturschutzgebiete gebaut werden dürfen und erst kürzlich meinte der Vertreter des Konsortiums des Weltbiosphärenreservates auch noch ganz pauschal, wie sollten uns keine Sorgen machen, die Insel sei nachhaltig. - Angesichts solch großer Ansammlung an Un- Miss- und Dummverständnis brauchen wir uns also keine Sorgen zu machen um die Phantasie rund um Nachhaltigkeit, das sollte also kein Problem werden bei der Auftragsvergabe. - Neu ist auch in dem zweiten Konjunkturpaket, dass bis zu 20% der Gelder auch für bereits laufende Projekte ausgegeben werden dürfen, die allerdings auch wieder eine soziale Komponente aufweisen müssen. - Das ist alles kein Problem, wer eine nachhaltige Müllabfuhr hat, der erkennt auch soziale Zwänge im Anstrich eines Kulturhauses, das Geld, das bekommen wir schon ausgegeben. - Insgesamt fließen im zweiten Happen etwas über 9 Millionen Euro nach La Palma, dann aufgeteilt nach der Einwohnerzahl auf die einzelnen Gemeinden. - Für El Paso ergibt das 832.000 Euro, für Los Llanos 2.218.000 als einwohnerstärkste Gemeinde, und immerhin noch 197.000 für Garafía, den Ort mit den wenigsten Bewohnern der Insel.



Donnerstag 12.11.09 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 26,4 Grad - niedrigste Temperatur 17,1 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 20,7 - Temp. Min 8,1 - Feuchte 25 - 73 % Niederschlag 0 mm

Zickezacke Kaninchenkacke
Rauchen kann widerlich sein

Für uns ist ja Tenerife immer so was die wie "Mutter aller Inseln". - In der Tat ist ja die größte der Kanareninseln auch gleichzeitig Heimat unserer Provinzhauptstadt, und alles was es hier auf La Palma nicht gibt, das gibt es dann sicherlich auf Tenerife. - Aber alles wollen wir gar nicht haben, und das zeigt sich jetzt wieder mal in einem spektakulären Kriminalfall, der sich eben auf Tenerife abgespielt hat. - Für uns ist Tenerife auch immer so ein bisschen wir "Amerika", auch alles Böse geschieht dort, und was wir uns hier auf unserem kleinen Inselchen alles so gar nicht vorstellen können, das passiert aber sicherlich dort. - Gaunereien im großen Stil mit illegalen Zigarettenimporten aus China hat die Polizei nun aufgedeckt, nachdem eine 12 köpfige Bande dort wohl schon eine geraume Zeit gewirkt hat. - Die wohl hervorragend gefälschten Packungen und Zigaretten wurden über die Vereinigten Arabischen Emirate nach Tenerife gebracht, und von dort aus, als Altreifen zu Recyclingzwecken deklariert auch weiter auf die Halbinsel und nach Andorra gebracht. - Sogar drei Beamte vom Zoll waren mit von der Partie, so dass man nicht über die Papiere der Bande auf die Schliche kam, sondern andere Wege brauchte, den Fälschern und Steuerbetrügern beizukommen. - Zuerst fragt man sich natürlich, lohnt sich es denn überhaupt die Zigaretten auch hier auf den Kanaren zu verkaufen, wo doch hier die Kippen, auch Originalware so billig ist, aber es muss sich lohnen, so billig waren wohl die Fälschungen in China zu beziehen. - Über eine 1.600.000 Schachteln der gefälschten Ware konnte die Polizei nun sicherstellen und gibt damit den Steuerschaden mit der Summe von 1,4 Millionen Euro an. - Das aber eben nur für die sichergestellte Ware, noch weiß man nicht, wie viele Zigaretten denn von den Tabakschmugglern bereits auf Tenerife, der Halbinsel und Andorra verkauft wurden. - Nun könnte sich ja der Verbraucher denken, was geht mich das an, aber nun kommt ja der Hammer, die Zigaretten sind auch noch über das normale Maß hinaus gesundheitsschädlich, da sie eben "zusammengekrautet" sind. - Und so ist man ja erst der Betrügerei überhaupt auf die Spur gekommen, Raucher hatten sich darüber beklagt, dass die Zigaretten nicht schmecken würden und sogar recht schlecht riechen würden, so ein bisschen nach Kot. - Und das muss uns nach den Analysen auch nicht wundern, im Labor fanden die Prüfer sogar Kaninchenkacke in den Zigaretten, kein Wunder, dass viele behaupten, Rauchen sei Schei….



Donnerstag 12.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1014 hPa

Bauernopfer ?
Heiße Diskussionen um die Beschuldigten des Waldbrandes im August

In der palmerischen Presselandschaft hat sich etwas verändert, seit dem die online-Zeitung elapuron.com ihre Dienste dem Leser anbietet. - Nicht unbedingt wegen der Einmaligkeit der Artikel die dort erscheinen, sondern aufgrund der Möglichkeit dort anonyme Kommentare abzugeben. - Davon wird reichlich Gebrauch gemacht, Volkes Stimme tobt sich aus und unter vielem Blödsinn, der eben hinter dem feigen Mäntelchen der Anonymität als Schmiererei dort auftaucht, erscheinen auch Kommentare, welche die angesprochene Nachricht komplettieren und wichtige Details hinzufügen. - Man kann sich aus der kompletten Lektüre der Nachricht und der Kommentare wohl ein Bild basteln, nur ist es wie fast überall im Netz, man muss viel Mist schlucken um zum Kern zu kommen und trotz aller wunderbarer Technik wird es wohl nie gelingen, eine selektive Suchmaschine zu entwickeln, welche einem das Studium von diktiertem Ballast erspart. - 3 Beschuldigte gibt es nun, welche als Verantwortliche für die Fiesta am 31. Juli in Tigalate sich vor Gericht verteidigen müssen, weil aus der Fiesta heraus diese äußerst unglücklichen Böllerschüsse abgegeben wurden, die schließlich in dem verheerenden Feuer endeten, welches Anfang August die Insel in konkreten Ausnahmezustand versetzt hat. - Mit allem Recht eines Beschuldigten wehren sich die drei Bürger aus Tigalate natürlich gegen die Vorwürfe und es ist auch fragwürdig, ob man Organisatoren die Verantwortung für Taten der feiernden Masse aufbürden kann und darf. - Dieses Thema beschäftigt ja nicht nur La Palma und den konkreten Fall des Brandes im Süden, denken wir nur an die Ausschreitungen in Fußballstadien, die jedes Wochenende stattfinden und wo es Schäden gibt oder Verletzte, man auch die Betreiber der Stadions und den Sportclub dafür in die Verantwortung nimmt. - Da findet auch keine Zuordnung statt, wer denn nun wirklich die Hand erhoben hat, sondern schlicht und ergreifend aus dem Notstand heraus Verantwortliche finden zu müssen, rückt man den Organisatoren auf den Pelz. - So scheint das nun auch in dem Fall des Brandes zu sein, denn die drei Beschuldigten sind lediglich die Organisatoren eines Volksfestes mit kirchlichem Hintergrund, Fiesta de Santo Domingo de Guzmán, in dessen Verlauf man Feuerwerkskörper abgeschossen hat, die dann zu dem Brand führten. So wird man sich fragen müssen, ob da Schuld herrscht oder Verantwortung, oder lediglich stellvertretend für irgendwelche Hirnis die ohne Wissen und Zutun der Organisatoren selbst gegen 23:00 Uhr noch diese Feuerwerkskörper abgeschossen haben.

Der Tenor der Kommentare in der online-Zeitung elapuro.com geht aber weiter, und sieht die 3 Beschuldigten lediglich als Bauernopfer, denn Verantwortung kennt keine Grenze nach oben und es gibt eben Autoritäten, welche von vorneherein das Abschießen der Böller hätten verhindern, oder zumindest verbieten müssen. - Auf der Fiesta waren eben auch die Vertreter der Gemeinde Mazo, Stadtpolizisten, der Pfarrer und eben jede Menge anderer Bürger, und keiner von denen ist auf die Idee gekommen, dass man nach einer Woche erbarmungsloser Hitze, abends immer noch Temperaturen von nahe an die 40 Grad und Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 Stundenkilometer keine Feuerwerkskörper in den Wald schießen darf. - Unglückliche Aussagen vom Bürgermeister Mazos, es wären keine Böller mehr nachts abgeschossen worden, was von Zeugen eindeutig dementiert wurde, und auch noch der Satz unserer Inselpräsidentin, dass diese Böller noch keine Brände verursacht hätten, schüren die Wut und treiben die Verantwortungskette bis ganz nach oben. - Wer nun physisch diesen Böller abgeschossen hat, der dann zu dem Feuer geführt hat, das hat auch die minutiöse und bravouröse Untersuchung der Guardia Civil nicht ergeben, also hangeln wir uns in dem Fall wohl durch die Fragen eines komplexen Verantwortungsgebilde. - Es war eine mutige Entscheidung des Gerichtes in Santa Cruz überhaupt Beschuldigte zu nennen, und damit einen Ablauf in Gang zu bringen, welcher völlig offen ist, wer denn noch an der Geschichte dieses Feuers mitbezahlen muss. - Die drei Beschuldigten können einem eigentlich nur Leid tun, das sind normale Bürger und Freiwillige, die sich gemeldet haben um ein Volksfest zu organisieren, sich nun aber einem Gebilde an Schuldzuweisungen und Vorverurteilungen stellen müssen, welches eigentlich nicht angemessen erscheint. - Allerdings darf man hier wohl auf die langsame, aber dennoch wirksame Justiz setzen, die es sicher im weiteren Verlauf nicht zulassen wird, dass Bauernopfer zu einem probaten Mittel gegen höhere Verantwortung werden.





Mittwoch 11.11.09 23:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1015 hPa

Einfache Lösungen
Alberto ist tot

Keiner wird sich jetzt die Hände reiben, aber einige erleichtert sein, dass eine unbequeme Person nun keinen Ärger mehr bereiten kann. - Ärger nicht in dem Sinn, dass Alberto aufbegehrt hätte, sondern er war halt einfach unbequem und störte den geplanten und effektiven Ablauf einer in sich satten und wenig wandelbaren Gesellschaft, wie es die unsere nun mal ist. - Man kann auch sagen, Alberto sei das erste prominente Opfer der Räumungsarie der Küstenbehörde und der Gemeinde Tazacorte, die seine "Chabola" mit all seinen Habseligkeiten an der Playa Nueva abreißen ließ, und Alberto in die Obdachlosigkeit trieb. - Auf der anderen Seite muss man ganz klar auch anerkennen, dass es einfach war, sich nicht für diese Person zuständig zu fühlen, er passte wegen seiner Abstammung und seiner fehlenden Papiere einfach nicht in die bestehenden Raster der Verwaltungsmaschinerie. - Freunde, gute Freunde, und vielleicht auch manchmal Menschen, die an Alberto einen ewigen Schuldkomplex an Schwarzen abarbeiten wollten, kümmerten sich gut bis übertrieben um die Klärung seiner Existenz hier auf der Insel. - Ich bin in großem Zweifel, ob er diese Hilfe überhaupt wollte und er nicht einfach das selbst gewählte Paradebeispiel eines "Opfers" war und sein wollte. - Alberto war kein Freund von mir, zu fremd waren mir seine Aktivitäten, aber der Mann hat mich häufig beschäftigt, ganz einfach aus dem Grund, weil diese Gesellschaft wohl gut und gerne mit ihm als Nagelprobe ihrer Toleranz umgegangen ist. Allerdings hat die "Obrigkeit" aber keinen gangbaren Weg für seinen legalen Aufenthalt und seine Entfaltung auf dieser Insel angeboten. - Der Tod Albertos trägt weitere Wunden und Fragen nach Zuständigkeiten direkt ins Rathaus von Tazacorte, die sicherlich nie beantwortet werden. - Die haben dort mit in Euro auszudrückenden Skandalen zu tun und werden sich einen Dreck scheren um einen toten Schwarzen, der darüber hinaus auch noch in El Paso aufgefunden wurde, denn das Recht, oder wie immer man auch die Ansammlung von beweisbaren Irrtümern nennen will, entlässt Alberto als einen der viele "Vogelfreien" in unseren so gerechten, abgesteckten und geregelten Alltag. - Alberto ist gegangen, und auch wenn ich nicht sein Freund war, wir müssen hier ein kollektives Versagen beklagen, welches wohl Namen und Adressen hat, aber keine Lösungen anbietet, und uns in letzter Instanz alle betrifft. - Ich hoffe nur, dass seine Familie auch gut informiert wird, und es hier nun ein würdiges Begräbnis gibt, mehr kann man nicht mehr für Alberto tun. - Ansonsten hat er seine Arbeit gemacht und vielen Menschen auf der Insel ein Ausrufezeichen gesetzt, vielleicht nur um uns zu zeigen, dass wir noch viel lernen müssen, wie man konsequent und ohne Druck anderen seine Hilfe anbietet. - Und sowieso, dass man im Rathaus von Tazacorte vielleicht endlich begreift, was man da angestellt hat. - Ich hoffe, dass Alberto in dem Moment seines Todes festen Glaubens war, dann tut das nicht mehr ganz so weh. - Adios Alberto und ich habe es inzwischen satt, dass man Leuten im Tod den Frieden wünscht, der ihnen im Leben nicht vergönnt war.



Mittwoch 11.11.09 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 24,8 Grad - niedrigste Temperatur 18,1 Grad

Pumphosen
Meine Frau war "shoppen"

Ich wusste bis heute Morgen nicht, was Pumphosen eigentlich sind. - In meiner bayrischen Heimat, da nannte man mal Hosen aus Breitcord so, aber das soll faktisch falsch sein, auch wie die Meinung, Bier sei ein Lebensmittel und die CSU eine christlich orientierte Partei. - Aber das hilft uns nicht weiter, was denn nun Pumphosen sind, aber meine Frau hat jetzt eine solche, zumindest behauptet sie das. - Aber meiner Frau sollte man eh nicht widersprechen, das bringt immer nur kurzen, so zu sagen einen momentanen Effekt, langfristig geht das immer in die Hose, und manchmal ebnen sogar in eine Pumphose. - Allerneueste Mode soll das sein, der "dernier cri" der Beinbekleidung so zu sagen, wobei ich diesem französischen Ausdruck eigentlich immer etwas Schreckliches zugeordnet habe, weil es ja um den letzten Schrei geht. - Ich könnte das noch verstehen wenn man so meine Unaussprechlichen betiteln würde, Sie wissen schon, die Schiesser Tausendsassa, lang und grau, mit Eingriff, aber bei Mode und den Terminologien der Branche habe ich mich immer und grundsätzlich geirrt. - Aber zurück zur Pumphose, von der ich gestern Abend bereits erfahren durfte, dass man sich dieses Kleidungsstück zugelegt hat und ich mir noch dachte, meine Frau in Breitcordhosen, na ja, die wird schon wissen was sie macht. - Heute durfte ich dann das Werk des gestrigen Los Llanos-Bummel betrachten und Pumphosen haben mit Cord nichts zu tun, sondern es geht um den Schnitt ganz unten an den Beinen. - Die fallen breit wie an der Hüfte bis auf die Knöchel, und dort verengen sie sich dann stark, so dass das Ganze einen reichlich aufgeplusterten Eindruck erhält, eben aufgepumpt, und damit die Luft unten nicht entweicht, bindet man da die Hosen wieder zu. - Ich muss wohl sonderlich erstaunt geblickt haben, wobei ich mich jeglichen Kommentars enthielt, irgendwann aber auf Drängen meiner Frau dann doch noch zum Ausdruck brachte, dass ich mich auch weiterhin mit ihr in der Öffentlichkeit zeigen werde, und ich immer schon ihre Zivilcourage bewundert habe. - Mit keinem Wort habe ich gesagt, dass mir die Hose nicht gefällt, aber irgendwie hat sie meine pragmatische Wortwahl doch so gedeutet. - Aber das war kein Problem, meine Frau ist selbstbewusst genug nicht von meinem Modeurteil abhängig zu sein, ich glaube die hätte eher gezuckt, wenn ich gesagt hätte das sieht gut aus.



Schlimm war das Mittagessen, denn da sind ja unsere Nachwuchsdamen auch wieder von der heftigen Schularbeit zurück, und die verbiegen sich nicht die Zunge, wenn es um Kritik an Vater oder Mutter geht, ganz im Gegenteil. - "Wie kannst du nur" und, "nur im Dunkeln kann man so etwas tragen", das sind noch die Formulierungen die man so ohne weiteres auch veröffentlichen kann, aber meine Frau bleibt standhaft und ist sich ihrer modischen Avantgarde weiterhin stolz bewusst. - Es sieht auch wirklich nicht schlecht aus, nur eben ungewohnt, weil wir konservatives Volk eben auf gewisse Hosenformen trainiert sind, und wirkliche Mode nicht erkennen. - Gut, das ist nun auch nicht weiter schlimm, aber wer keine Ahnung hat, der sollte halt einfach seinen Mund nicht aufmachen, und das versuche ich nun auch weiterhin. - Daraus hat sich nun ein lustiges Spiel entwickelt zwischen meiner Frau und mir, wir gucken uns nun immer gegenseitig auf die Hosen und loben unseren guten Geschmack, wobei ich zugeben muss, dass meine Beinkleider auch von meiner Frau ausgesucht worden sind, da sie mir das sonst nicht zutraut. - "Du kaufst dir doch wieder nur die "Bananenarbeiterjeans" für 12 Euro, die dann am Hintern schlabbern und wo man hinten die Ritze sieht, wenn man sich hinsetzt". - Da hat sie ja auch recht, ich lege nun wirklich überhaupt keinen Wert auf Passform und Schnitt, passen muss das Teil, damit es nicht rutscht gibt es einen Gürtel und so lange die Hose noch Reste von blauer Farbe aufweist, wird das Teil weder gewaschen noch weggeschmissen. - Und so einer will sich dann erdreisten, über Hosenmode zu diskutieren oder gar zweifelhafte Bemerkungen über das Beinkleid von Frauen zu machen. - Ich werde das sicher nicht mehr tun, das hier ist das allerletzte Mal, dass ich den Ausdruck Pumphose überhaupt verwende. - Ja, da hat meine Frau die Hosen an, und was für welche…



Mittwoch 11.11.09 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1013 hPa

Quiebra técnica
Eigentlich sind wir alle pleite, aber Bange machen gilt nicht

Die "Krise" hat viele Gesichter, und jeder geht damit anders um. - Spanien ist sicher eines der Länder der EU, welches an den Folgen der von Heuschrecken inszenierten Krisenplagen am heftigsten betroffen ist. - Hier hat das komplett auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen, vorbei die große Sause um Bau, Immobilien und Massentourismus, mit Zuwachszahlen aus dem Reich eines debilen Wachstumsterrors. - Dabei hat La Palma, als abgegrenzte Region noch Glück gehabt, bei uns verlief der Aufschwung deutlich langsamer als auf den Boominseln wie Lanzarote und Fuerteventura und hat somit auch eine solidere Basis. - Auch hat hier die Mentalität der Menschen geholfen, die in guten Jahren dann doch mal einen Brocken zur Seite legen, weil wir aus der Geschichte wissen, dass weder "Bonanza" noch die "Vaca flaca" dauerhafte Zustände sind. - Wobei das Wort "Bonanza" nun nichts mit der Fernsehsendung aus dem letzten Jahrtausend zu tun hat, sondern eigentlich das Wort ist für "gute Zeiten" so wie die "Vaca flaca" für schlechte Zeiten steht. - Aber dennoch sind die Folgen der wachsenden Arbeitslosigkeit und das Ende des schnellen Geldes, überall auch bereits ohne Argusaugen auszumachen. - Das Konsumverhalten hat sich grundsätzlich geändert, der Euro rinnt nicht mehr so locker durch die Finger und zuallererst merken das die Händler und die Gastronomie. - Auch wenn ich nun weder Händler noch Gastronom bin, sondern wir mit unserer Branche, mit einem nur leicht blau angelaufenen Auge davon zu kommen scheinen, langsam geht es ans Eingemachte. - Die Regeln des auf Wachstum basierenden Wirtschaftskreislauf sehen halt keine Rezession vor, sondern kennen nur zwei Richtungen, von denen eine nach vorne zeigt und Prosperität verspricht, und die andere unablässig in den grausamen Strudel des "círculo vicioso" drängt. - Die Spirale nach unten kann man auch ganz einfach auf Deutsch sagen. - Weniger Nachfrage, ergibt weniger Angebot, dann weniger Personal und schließlich auch noch weniger Service, was auf wieder dazu führt, dass die Nachfrage nicht wieder ansteigen kann, auch wenn die Konjunktur wieder "anspringt". - So kann man als wunderbares wie wundersames Ergebnis dieser von der unliebsamen Klammer zwischen Umsatz und Kosten angesiedelten Strategie die "Krisenöffnungszeiten" mancher Läden ausmachen. - Spät öffnen, vielleicht erst gegen 10:30 oder 11:00 Uhr, dann eine lange Mittagspause und gegen Abend noch mal 2 Stunden dranhängen. - Das ergibt dann 5 - 6 Stunden Öffnungszeit am Tag, und gibt so dem Zufallskunden kaum eine Möglichkeit, gegen die Konjunkturflaute anzukaufen. - Das hat natürlich jeder für sich selbst kalkuliert und hat sich Gedanken darüber gemacht, auf wie viel Umsatz man verzichten kann, um auf der Kostenseite Einsparungen vorzunehmen. - Oder gehen wir ins Tourismusgeschäft, wo bei sinkender Nachfrage die Hoteliers, derart nach Auslastung lechzen, dass sie sich an dem fatalen Spiel aus dem Regiebuch des "Círculo vicioso" beteiligen, welches unter "All inklusive" eine Branche total verändert hat, und das sicher nicht zum Vorteil einer gesunden Schere zwischen Umsatz und Kosten. - Dabei übersieht der fleißige Betriebswirt meist, dass der Umsatz nur ein Faktor eines positiven Betriebsergebnisses ist, und dass man auch noch die zukünftige Entwicklung des Angebotes im Blick behalten muss und ein "Ausverkauf" im Sinne von brachialen Sonderangeboten eine ziemlich endgültige Maßnahme ist. - Und jetzt die Gastronomie, da hat es sich längst eingebürgert zwei Ruhetage pro Woche einzuplanen und Personal wird nur noch aus ungelernten Kreisen rekrutiert, weil die anderen viel zu teuer sind, oder eh schon aufs Festland gegangen sind. - Verständlich diese Reaktion, aber sicher nicht nachhaltig, denn der gleiche Mechanismus, der in unserem marktwirtschaftlichen System den Aufschwung so einfach erreichbar für alle macht, zeigt seine negativen Auswirkungen wie ein rasend wachsendes Geschwür welches nach unten wächst, wenn denn die Blase mal platzt und wir wieder auf "das Eingemachte" angewiesen sind. - Guter Rat ist da weder einfach, noch billig, noch teuer, es gibt eigentlich nur einen einzigen Weg und der heißt noch mehr Anstrengungen zu unternehmen, noch präsenter zu sein und auch wenn es auf die eigenen Knochen geht. - Aber die sind es doch gerade die man retten will. Also alle angepackt, diese "Krise" werden wir schon wegarbeiten, und wir müssen uns einfach nur vor Augen halten, dass es die vergangenen Jahre vielleicht ein kleines Stückchen zu einfach war und wir uns von der süßen Konjunktur im Wachstumsrausch haben einlullen lassen.



Dienstag 10.11.09 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 29,2 Grad - niedrigste Temperatur 18,2 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 24,3 - Temp. Min 10,3 - Feuchte 28 - 81 % Niederschlag 0 mm

Waldbrandursache aufgeklärt
Böllerschüsse waren Schuld an dem verheerenden Feuer Anfang August

Es hat sich also doch gelohnt Geduld zu bewahren und auf die Guardia Civil und die Justiz zu setzen. - Da hatte vor etwa einem Monat die Kommission der Inselregierung bereits die Akte Waldbrand schließen wollen und ihre Techniker verkünden lassen, dass man die Brandursache nicht mehr ermitteln kann, so platzt die heutige Nachricht wie eine richtige Bombe in die kleine Pressewelt der Insel. - Das Gericht in Santa Cruz hat nach einer Befragung von drei auch namentlich genannten Personen diese nun als Beschuldigte benannt, den Waldbrand fahrlässig verursacht zu haben. - Die drei Beschuldigten sind Präsidenten und Mitglieder des Festausschusses, welcher für den Ablauf der am 31. Juli in Tigalate stattfindenden Fiesta zuständig war, und wie das Gericht nun meint, auch dafür verantwortlich, dass überhaupt diese Böller abgeschossen wurden. - Auch wenn es nur eine kleine Pressemeldung seitens des Gerichtes gab, nennt man doch ganz klar, dass die Seprona, das ist die Spezialeinheit der Guardia Civil für Umweltdelikte, als Brandursache die zwischen 22:00 und 23:00 abgeschossenen Böller ermittelt hat. - Immerhin haben die gute 3 Monate Zeit genommen den Fall zu untersuchen und man darf davon ausgehen, dass die ihre Arbeit sauber und professionell gemacht haben, also kann man deren Bericht nicht einfach verneinen. - Es wäre natürlich nun sehr interessant, mal in diese Ermittlungsakten zu blicken, aber so weit wird es wohl nicht kiommen, und wir werden uns mit weiteren Häppchen die an die Presse gegeben werden zufrieden geben müssen.

Allerdings nimmt nun die Aufarbeitung des Brandes einen komplett anderen Verlauf. - Es ist damit zu rechnen, dass man auch Anklage gegen die drei erheben wird, und die werden natürlich versuchen, die Verantwortung für ihr Tun an andere Instanzen weiter zu geben. - Dabei ist es natürlich interessant, ob diese Fiesta auch noch mit der lokalen Korporation abgesprochen war, und ob daraus weitere Verantwortungsketten zu knüpfen sind. - Auf jeden Fall geht das Gericht davon aus, dass es an diesem Tag äußerst fahrlässig war, diese Böller anzuschießen, es herrschte bereits seit einer Woche enorme Hitze und Trockenheit und heißer Winde in der Zone, so dass man auf keinen Fall diese Feuerwerkskörper hätte benutzen dürfen. - Auch wenn es Tradition ist, auch wenn man das bei jeder Fiesta so macht, an den Tagen darf man das einfach nicht, und wir sehen ja auch die Folgen, was dabei passieren kann. - Nun kommt natürlich auch gleich die Frage nach der Haftung auf, es ist ja schließlich ein nicht unerheblicher Schaden entstanden. - Ob das Festkomitee eine Haftpflichtversicherung hat, oder die nun Beschuldigten, diese Frage ist noch nicht angesprochen worden, wird aber sicherlich in den nächsten Tagen auch noch geklärt werden. - Und natürlich überhaupt, ob aus der Anschuldigung auch ein Schuldspruch wird, der dann für Schadensersatzansprüche verwertbar sein wird. - Auf jeden Fall hat die Insel wieder ein neues Klatschthema, denn dieses Feuer im August, auch wenn es nicht der größte Waldbrand der letzten Jahre war, hat doch die Gemüter sehr erhitzt und eigentlich hatte man erwartet, keine "smoking gun" im Wald bei Tigalate zu finden, aber die aufmerksamen Herren der Guardia Civil haben uns da nun sehr positiv überrascht.





Dienstag 10.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1018 hPa

Lokalpolitik macht (ist) krank
Schmutzige Wäsche wird sortiert in der Hauptstadt

Eigentlich soll man schmutzige Wäsche ja waschen, aber was im Stadt- und Gemeinderat der Hauptstadt momentan passiert, das kann man nicht mal als reinigendes Gewitter betrachten, sondern nur noch als pure Schlammschlacht. - Man muss allerdings zunächst ein bisschen die Vorgeschichte erklären, sonst versteht man die Auseinandersetzungen nicht, und warum dort alte Partner plötzlich wie die Rugby-Spieler aufeinander eindreschen. - Wie fast überall auf den Kanaren bildete man auch im Rathaus von Santa Cruz eine Liaison von Coalición Canaria und Partido Popular. - Das ist so von ganz oben verordnet, weil in der Provinzregierung, dem Gobierno de Canarias auch eine solche Verbindung besteht, nachdem beide Parteien bei den letzten Wahlen derart viele Stimmen verloren haben, dass man sich gegen die meist gewählte Partei auf Provinzebene, den Sozialisten, nicht mehr anders an der Macht halten konnte. - In unserer Hauptstadt, eigentlich immer eine Hochburg der Partido Popular, machte man das genau so, auch wenn die Bedrohung durch die PSC/PSOE nicht ganz so groß war, wie auf Provinzebene. - Nun verließ aber einer der Stadträte der PP vor Wochen seinen Posten, aus privaten Gründen wie er angab, und das führte letztendlich dazu, dass die Partido Popular ihre Koalition mit der CC aufkündigte und auch in die Opposition wechselte. - Nun steht der Bürgermeister der Coalición Canaria, Juan Ramón Felipe in einer bösen Minderheit gegen eine üppige Opposition und macht jetzt auf beleidigte Leberwurst. - Allerdings auf aggressive Leberwurst, auch wenn man sich das bildhaft zunächst vielleicht nicht vorstellen kann. - Eine kampfeslustige Leberwurst beißt selbst noch kurz vor dem verschluckt werden zu, und das kann zu schlimmem Sodbrennen führen, bis hin zu knuddeligen Magengeschwüren. - Noch dazu wurde die Leberwurst auf einer schmutzigen Tischdecke serviert, der Stadtrat der Partido Popular welcher zu dem Krach führte, ist jetzt nachdem die Partei in die Opposition gewechselt ist wieder in deren Reihen zurückgekehrt, und erhebt nun heftige Vorwürfe gegen die Coalición Canaria.

Schmu soll es da gegeben haben, Schmurucheleien und Vorteilnahme, aber der erst aus, und dann wieder eingestiegene Ex-Stadtrat Juan José Cabrera Guelmes nennt keine Namen und konkreten Vorgänge, sondern klagt diese Praktiken rund um die Vergabe von städtischen Bauaufträgen allgemein an. - Das kann man natürlich vermuten und sicher gibt es da ja in anderen Gemeinden herrliche Vorbilder dafür, aber wenn man solche Praktiken als Ex-Interner einer politischen Korporation anklagt, dann sollte man auch nahe an der Beweisführung stehen. - So ist es eigentlich kein Wunder, dass nun der Bürgermeister auf den Abtrünnigen Stadtrat verbal einprügelt und ihm nahe legt, Beweise beizubringen oder sich zu entschuldigen und wenn beides nicht geht, dann doch sein Amt auch in der Opposition aufzugeben. … Sie sind es nicht wert in der ersten demokratischen Institution Spaniens zu sein… wettert da der Bürgermeister los und ich frage mich immer noch, was der mit der ersten demokratischen Institution Spaniens meint. - Sicher spielt er damit auf die Geschichte der Stadtregierung in Santa Cruz an, die tatsächlich wohl eine der ersten, oder auch die erste demokratisch aufgelegte des gesamten Landes war. - Aber das ist Geschichte und es ist auch nicht gerade heraus, solche Vergleiche zu bemühen. - Der so gescholtene Ex-Stadtrat verteidigte sich natürlich auch und beschreibt sein weiteres Vorgehen, in dem er nun die Akten über die Verteilung von Bauaufträgen aus den letzten drei Jahren angefordert hat, um diese zu überprüfen. - Ob da was bei rumkommt, das wissen wir natürlich nicht und wir sehen ja auch am Beispiel von Tazacorte, dass selbst wenn sich da Zweifel in der Vergabe der Aufträge beweisen, dennoch keine politischen Konsequenzen gezogen werden. - Eigentlich müsste man seitens der anderen Opposition, also der PSC/PSOE dem ganzen Treiben gelassen zusehen können, wie die beiden "alten" Partner sich nun gegenseitig den Schädel einschlagen. - Aber das ist auch nicht befriedigend, überlässt man doch so die eigentliche Oppositionsarbeit, also das Meckern, Anklagen und Draufhauen doch der Partido Popular. - "Sag doch auch mal was", so könnte man die Situation der Sozis hier auf La Palma im Moment umschreiben, aber noch bevor man auch nur einen klaren Satz formulieren kann, platzt bereits der designierte Koalitionspartner mit einer noch viel schärferen Kritik heraus und lässt so den Sozialisten keinen Platz mehr in der Lokalpresse. - Dabei ist das alles eigentlich nur furchtbar traurig und macht auf die Dauer krank, da nur noch um eigene Interessen geschachert wird, und wer in 2011 auch noch seine Geschäftchen weitermachen kann. - Da muss sich auch keiner wundern, dass die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung auch hier auf La Palma beängstigend ansteigt, und sich die wirklich fähigen Köpfe aus solchen Schlammschlachten und pennälerhaften Rüpeleien heraushalten wollen.



Montag 09.11.09 - 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 29,0 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Fischfänger für die Katz
Verloren gegangene Fischreusen "arbeiten" weiter

An was man nicht alles denken muss. - Da geht die Diskussion um die marine Schutzzone vor der Westseite der Küste wieder los, und es drängt sich einem das Gefühl auf, dass dort auch schon wieder mit gezinkten Meinungen argumentiert wird. - Wir erinnern uns: "Die Reserva Marina de La Palma" ist ein staatliches Projekt, wird also von der Zentralregierung gesteuert und bezahlt, und unsere lokalen wie provinziellen Korporationen haben da nichts zu wirken. - Bislang lobte man dieses Projekt immer, auch seitens der Inselregierung, nun aber schwenkt man um, und bescheinigt der marinen Schutzzone latente Sinnlosigkeit und es gäbe ein wissenschaftliches Gutachten, welches das auch beweisen würde. - Seitens der staatlichen Regie sieht man das anders und kann immer wieder von wachsenden Fischen und damit auch Erfolgen innerhalb der Schutzzone berichten. - Was nun diese unterschiedlichen Aussagen angeht, da könnte man schlicht und ergreifend "Zuständigkeitsneid" vermuten, so etwas gibt es bei Behörden wirklich, oder man nimmt eine Vermutung auf, die sich in den letzten Monaten gebildet hat. - Man plant ja seitens der Inselregierung auch die Küstenstraße von El Remo nach Fuencaliente, ein schon lange geträumter Verkehrsweg, welcher die Küstenregion des Südzipfels der Insel dann ganz nah an die Badeorte um Puerto de Naos anbinden würde. - Wir dürfen nicht vergessen, da im Süden liegt das größte Hotel der Insel und die "Heilige Quelle", aber eben sehr abgeschnitten und als touristischer Ort praktisch isoliert. - Will man aber die Küstenstraße bauen, dann stellen einem sich nicht nur technische Probleme in den Weg, sondern eben auch noch die "Reserva Marina", die nicht nur den "nassen Teil" der Küste unter ihren Schutz gestellt hat, sondern auch einen erklecklichen Uferstreifen. - Der gehört nach Meinung Madrids einfach mit dazu. - Nun könnte man vermuten, aber das ist bitte wirklich nur eine Vermutung, dass man hier lokal nun versucht diese Schutzzone madig zu machen und als sinnlos erklären will, damit man freie Bahn hätte, diese Straße zu bauen. - Und bitte verstehen Sie mich jetzt nichts falsch, jetzt geht nicht die nächste "Alegacionssause" los und wir protestieren gegen diese Straße, denn dieser Verkehrsweg wird sicher von einem Mehrheitswunsch getragen und ein bisschen demokratisch waren wir doch immer schon…

Nun aber wieder zurück zum Thema, denn ein Argument in dem Versuch die marine Schutzzone als unergiebig zu betiteln ist der Hinweis, alle Fische die geschützt in der Schutzzone heranwachsen würden, sobald sie diese verlassen sterben, weil sie weggefangen würden oder in verlorenen Fischreusen verenden. - Das ist ja mal ein mittelgroßer Hammer und die Erklärungslogik will sich mir da nicht komplett erschließen. - Das mit dem Wegfangen, das ist nun mal ein Punkt, den wir nur durch rigoroses Fangverbot lösen könnten, aber das will ja keiner, und schließlich ist die Schutzzone auch dazu da, Fischern damit überhaupt noch eine sinnvolle Zukunft zu bieten. - Aber das mit den Reusen, die aus welchem Grund auch immer dort unten vor der Küste liegen und verloren gegangen sind, das ist ein ganz anderes Thema, denn die Fische und andere Meerestiere die dort verenden, die sterben ja nicht mal für die Katz als Fischmehl, sondern sind dann in der Reuse nur weiterer Köder für andere Jäger und das wiederholt sich dann immer weiter. - Nun fordert auch die Politik, in dem Falle die Inselregierung eine eingehende Studie, wie viele Reusen denn da vor unseren Küsten den Fischbestand so unmoralisch reduzieren und was man denn dagegen machen könnte. - Was man machen kann, ist eigentlich klar, die Dinger müssen aus dem Wasser, aber mit dieser groß angelegten Studie deucht mir schon wieder, dass man hofft, damit die Kosten dafür auch los zu werden. - Aber stimmt schon, eine verloren gegangene Reuse im Wasser, die immer noch dazu dient Fische zu fangen, die aber dann nicht in den menschlichen Konsumkreislauf gelangen, das ist ja nun so sinnlos wie meine restlichen Haare auf dem runden Körperteil, das direkt über meinem Hals so unmotiviert angebracht ist.



Montag 09.11.09 - 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1020 hPa

Hacienda del Cura
Asphalt als Retter der Biosphäre

Was hat denn nun den Siebold wieder geritten, wenn er Asphalt als Retter der Biosphäre ausgibt. - Das ist doch sicher polemisch gemeint, oder haben die den am Wochenende in einer Bodega mit 3 Gläsern Wein und Kastanien gekauft? - Weder noch, Kastanien stimmt zwar, aber es waren nur 2 Gläser Wein, und von gekauft kann keine Rede sein. - Es geht viel mehr um eine interessante Geschichte um die berühmte "Hacienda del Cura", die kleine Siedlung in der Caldera, welche sich auf dem halben Weg vom Parkplatz auf dem Weg nach Los Brecitos befindet. - Diese Siedlung und große Ländereien waren früher allesamt in den Händen der Kirche, und man betrieb dort äußerst erfolgreich Landwirtschaft, und allem voran Tabakanbau. - Mitte des letzten Jahrhunderts verkaufte die Kirche die Ländereien dort an Privatleute, welche natürlich die Landwirtschaft weiter betrieben und der dort bei der "Hacienda del Cura" angebaute Tabak hatte sogar den Ruf, einer der besten der Welt zu sein. - Gut, das kann man ruhig dahingestellt lassen, aber man produzierte dort wohl sogar Deckblätter für Zigarren, also den weitaus wertvollsten Bestandteil in der Herstellung von Zigarren. - Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts nun beschlossen die dortigen Nachbarn zusammen mit den Betreibern der Wassergalerien in der Caldera eine Zufahrt zu bauen. - Zuerst vom "Lomo de los Caballos" hinab ins Flusstal, dann wieder hinauf zu den Häusern von Tenerra und später weiter bis nach Los Brecitos. - Die Kosten wurden umgelegt und am Wochenende legten die Anwohner selbst Hand an, so dass in erstaunlich kurzer Zeit diese Piste dort entstand. - Anfänglich war das eine wahre Revolution und Fortschrittsmaschine für die dortige Siedlung, konnte man doch endlich mit Autos und LKW dort Materialien heran, aber auch die Ernte wieder wegschaffen. - Auch begann nun der Tourismus, und die Zufahrt nach Los Brecitos, als Ausgangspunkt für die große Calderawanderung, wurde von immer mehr Fahrzeugen befahren. - Anfänglich versuchten die Anwohner sich noch dagegen zu wehren, denn schließlich war diese Straße eine private Geschichte und durfte theoretisch nicht von anderen befahren werden, aber man konnte auch nicht richtig etwas dagegen unternehmen, eilig aufgespannte Ketten wurden einfach wieder entfernt und als schließlich auch noch der Nationalpark entstand, beteiligte sich die Verwaltung dieses Schutzgebietes auch an der Straße und deren Instandhaltung.

Gleichzeitig aber begann der Abstieg auch der Tabakproduktion in und an der Hacienda del Cura, man konnte einfach nicht mehr die geforderten Qualitäten liefern, und so stiegen die hiesigen Manufakturen auf Deckblätter aus Kuba um, die vielleicht nicht ganz die Qualität der früheren Lieferungen aus der Caldera hatten, aber auch deutlich billiger waren. - Zunächst wollte man das gar nicht glauben, kam aber sehr schnell dahinter, dass die Straße, besser gesagt die Piste, Schuld an dem Ruin des Tabakanbaus dort in der Caldera hatte, der feine Staub welchen die Fahrzeuge aufwirbelten, setzte sich auf die klebrigen und rauen Blätter des Tabaks und konnte auch nicht mehr entfernt werden. - Dabei reichten ein paar Autos am Tag, denn es war kein wirklicher Andrang dort auf der Straße, aber Tabak verzeiht solche Verschmutzungen einfach nicht, und nach ein paar weiteren Jahren frustrierender Versuche, riss man nun den Tabak dort oben heraus und pflanzte Orangen, Avocados und Feldfrüchte. - Damit verschwand dort eine tief traditionelle Nutzung, und alles nur, weil man eine Piste gebaut hatte, um einfacher an den Ort der Pflanzung heranzukommen. - Vierzig Jahre später nun asphaltierte man den Weg hoch vom Parkplatz nach Los Brecitos, was auch nicht ohne Polemik ablief, fürchtete man doch nun einen Ansturm an Fahrzeugen besonders am Wochenende. - Das war überhaupt erst möglich geworden, nachdem man den Weg, und damit auch die Kosten und die Verantwortung an die Inselregierung übertragen hatte. - Nun aber stellt sich heraus, dass überhaupt nicht so viele Menschen wie befürchtet diesen Weg mit dem eigenen Fahrzeug wählen, was sicher auch daran liegt, dass überall Parkverbot herrscht und man sein Auto auch nicht auf dem kleinen Parkplatz oben in Los Brecitos stehen lassen kann, so dass es für die Besucher besser ist, sich mit dem Sammeltaxi aus dem Flussbett hochfahren zu lassen und von oben aus, dann die Tour durch die Caldera anzugehen. - Ein weiterer Aspekt aber ist, und nun kommen wir zurück zur Überschrift, inzwischen könnte man dort oben wieder Tabak anbauen, denn es wird kein Staub mehr aufgewirbelt, der liegt unter der Asphaltdecke zum Schweigen verurteilt begraben. - Man merkt das auch, an der die Straße umgebenden Vegetation, die früher halt immer gelblich und staubig dahinkümmerte, da ergibt sich nun ein komplett anderes Bild und es macht Freude diese Veränderung zu sehen. - Ob man nun tatsächlich mal wieder hingeht und in dieser Ecke Tabak höchster Güte anzubauen, das muss man abwarten, weil inzwischen sich die Märkte natürlich anderswo eindecken, aber viele ehemaligen Pflanzer haben die alten Sorten dort weiter aus Nostalgie kultiviert, und theoretisch könnte man loslegen. - So sorgt der von uns doch so verschmähte und gefürchtete Asphalt doch manchmal an den richtigen Stellen ausgebracht für interessante Wandlungen.





Sonntag 08.11.09 - 21:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 27,8 Grad - niedrigste Temperatur 18,7 Grad

Hacienda del Cura
Keine Zeit mehr zu schreiben

Wir waren den ganzen Tag mit Freunden in der Caldera und sind jetzt erst nach Hause gekommen. - Es ist halt schon spät und wir müssen noch ein bisschen arbeiten, so dass wir heute mal gnädig darauf verzichten, Sie mit subjektiven Informationen zu quälen. - Wir hatten einen wunderbaren Tag, und wir hoffen, Sie auch.





Sonntag 08.11.09 - 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 70 % - Luftdruck 1019 hPa

¡ Caramba Garimba !
Endlich eine Brauerei für La Palma

Na gut, wollen wir nicht voreilig sein, angekündigt hatte man uns solche revolutionären Basisindustrien schon öfter, aber bis auf einige kleine Brauversuche in El Paso, ging das alles irgendwie immer in die Hose. - An mir liegt das nicht, ich würde sofort ein Abonnement für jegliche endemische Brauerei erwerben, nur hat das bislang eben nie wirklich funktioniert. - Es wäre müßig nun die gescheiterten Versuche aufzuzählen, wobei ich doch vielleicht noch erwähnen darf, dass es bereits Gläser und weitere Utensilien mit dem Aufdruck und Logotyp einer Brauerei auf La Palma gibt, die niemals einen Tropfen Bier erzeugt hat. - Diese Gläser werden inzwischen wie Devotionalien gehandelt, so wie wertvolle Fehldrucke in der Philatelie. - Gut, wir hätten auch noch jede Menge Fehlfarben aus der Politik zu melden, aber immer wenn ich in letzter Zeit über unsere schwierigen Fälle in den lokalen Korporationen beklage, dann schickt man mir empört eine Westerwelle aus Mitteleuropa zurück, und ich muss mich ganz tief ein Ehrfurcht verneigen und betonen, ja, es geht noch schlimmer als hier bei uns. - Aber lassen wir das, wir wollten über Bier reden und ein bisschen wundert es mich schon, dass ich mich von diesem frischen und perligen Thema abbringen lasse. - In Los Llanos soll dieser erneute Versuch eine Inselbrauerei zu installieren diesmal funktionieren, und man ist bester Hoffnung, noch dieses Jahr den ersten Anstich bewerkstelligen zu können. - Mal sehen, ob die das dann auch in "Hirschen" abfüllen und Juan Ramón II zum "ozapfa" bestellen, aber so gut und routiniert wie der Ude kann einfach kein zweiter sein. - Das wäre eh wieder nur Symbolik und wir wollen ja nicht alles nachmachen, sondern dieses Bier soll etwas ganz eigenes werden. - So ist auch der Name bereits höchst endemisch, "Garimba" soll das Getränk lauten, das ist ein Kanarismus und bedeutet nichts anderes als Bier, allerdings nur umgangssprachlich habe ich mir sagen lassen und Leute mit Krawatte würden diesen Ausdruck nicht in den Mund nehmen. - Hier auf La Palma ist dieses Wort bislang kaum gebräuchlich, man kennt es, aber bestellt wird immer eine "Cervecita" oder eben gleich beim Firmennamen gerufen, Dorada, Tropical, Reina oder was uns da sonst noch an Importbieren über den Atlantik geschickt wird.

Das soll sich nun ab Jahresende ändern, dann kann man ohne anzuecken auch eine "Garimba" bestellen und soll, so die Hoffnung und Vorstellungen der Betreiber, in den meisten palmerischen Lokalen dann ein endemisches Bier aus dem Aridanetal erhalten. - Natürlich sind da auch wieder Deutsche an dem Projekt beteiligt, aber wie soll das anders sein, das sind die Gene. - Wenn mehr als 20 Deutsche irgendwo auf dieser Welt als Emigranten sich treffen, dann entstehen zunächst ein Vereinsheim, dann eine Bäckerei, eine Fleischerei und dann eine Brauerei. - Gut, wenn es 20 Bayern sind, dann zunächst die Kirche, aber das kann man sich hier angesichts der Kirchendichte auch sparen und dann kommt sofort die Brauerei, denn irgendwie muss man Prioritäten setzen. - Man muss aber auch ganz ehrlich sagen, so eine kleine Inselbrauerei das ist fast ein "must" in der modernen Gastronomie, lokale Produkte machen ja oft auch gerade den Unterschied aus und geben der ganzen Geschichte deutlich mehr Authentizität. - Ich käme ja auch nicht auf die Idee in einem Münchner Biergarten eine Dorada zu ordern und dazu Chorizo vom Grill, so könnte ich mir wohl vorstellen, dass Urlauber diesem neuen lokalem Angebot wohl auch zusprechen. - 250.000 Liter im Jahr will man produzieren, mehr gibt die Anlage wohl nicht her, und das macht mir dann plötzlich doch wieder ein bisschen Angst. - Das sind 685 Liter am Tag für die ganze Insel, da sollte man aber schnell über Liefergarantien aus der Gastronomie El Pasos nachdenken, nicht dass uns man den ganzen Gerstensaft bereits in Los Llanos aus dem Krug löffelt. - Die Brauereianlage stand übrigens bis vor kurzem noch in El Paso, in der ehemaligen Bar Central, wo man vor Jahren bereits einmal den Versuch unternommen hatte, eine lokale Brauerei zu betreiben. - Ich wünsche dem erneuten Versuch, nun für eine Inselbrauerei auf La Palma zu stationieren, immer eine Handbreit Hopfen unterm Kiel und ein dreifaches ¡ Caramba Garimba !





Samstag 07.11.09 - 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 28,0 Grad - niedrigste Temperatur 17,7 Grad

Brisa
Das Aridanetal bekommt was um die Ohren

Das Wort "Brisa" haben Sie sicher schon mal gehört, nimmt man doch dieses Wort hier im Aridanetal nur allzu oft in den Mund. - Da wir Diminutiva sowieso über alles lieben, und nie ein Bier trinken sondern ein Bierchen, nie einen Wein trinken sondern ein Weinchen, darf man natürlich auch vermuten, dass hinter der "Brise" etwas größeres steckt, als nur ein laues Windchen. - Und so ist es auch. - Die "Brisa" ist ein Kind des Passats, angefeuert durch unsere Orographie, welche aus dem stramm ankommenden Nordostpassat durch die "Düse" Cumbre Nueva gepresst, als heftige Fallwinde ins Aridanetal auf der Westseite fegen. - Nordost ist ja sowieso unsere vorherrschende Windrichtung, allerdings fällt dabei nicht grundsätzlich, solch scharfer Fallwind an, wie jetzt die Tage. - Ein Blick auf das Barometer verrät uns aber sehr wohl, dass das den Passat antreibende Azorenhoch, energiegeladen seinen Motor angeworfen hat, und ein darüberliegendes Tief den Rotor noch beschleunigt. - So bläst nun der Wind kräftig aus Nordost, prallt an die störrische Insel, steigt an den Hängen der Insel nach oben und sucht sich nun den Weg der geringsten Widerstände, und das ist eben die Cumbre Nueva, die als tiefster Übergang zwischen Cumbre Vieja im Süden und der Punta de los Roques im Norden den Wind auf die Westseite entlässt. - Diese Fallwinde verdoppeln dabei locker die ursprüngliche Geschwindigkeit des Windes, in Böen verdreifacht sich das sogar, so dass wir bei dieser Wettersituation auf der eigentlich dem Wind abgewandten Seite zeitweise Sturm haben, auf der anderen Seite der Wind aber deutlich moderater weht.

Dabei entsteht auch der berühmte "Wolkenwasserfall" die "Cascada", welche auf so vielen Bildern bereits verewigt, auch die offiziellen Flaggenfarben El Pasos darstellen. - Da ist das Schwarz für die Lava, das Grün für die Kiefern, und das Weiß steht eben für die Wolkenspiele, welche uns der Passat über die Cumbre schickt. - Je nach Windgeschwindigkeit türmen sich so auch die Wolken über der Cumbre in unterschiedlicher Höhe, mal fällt nur ein feiner Wolkenfilm die Hänge herunter, und mal steht über dem Ort eine enorme Wolkenwand, die dann locker auch noch die Punta de Los Roques verhüllt. - Dann ist "Brisa-Alarm" und der Wind pfeift uns in heftigen Böen um die Nase und die Leute auf der Straße raunen sich gegenseitig zu, man möchte doch mal die Tür zu machen, damit die "Brisa" uns nicht wegfliegen lässt. - Dabei regnet es auf der Westseite nicht wirklich, wohl aber treibt der scharfe Wind feinen Nieselregen aus den Wolken, die auch mal bis La Laguna und Todoque runterreichen können. - Das nennt man hier "chirizo", bringt nichts für den Feuchtigkeitshaushalt des Bodens, treibt aber Brillenträger in den schieren Wahnsinn, weil dieser feine Wasserstaub einem umgehend den Blick raubt. - Meist dauert es drei bis vier Tage, bis die "Brisa" sich ausgetobt hat und dabei kann man tolle Wolkenspiele erleben und gut beobachten, wie launisch die Fallwinde immer mal wieder an anderer Stelle ins Tal jagen. - Da ist es bei uns Momente windstill, beim Nachbarn aber biegen sich die Palmen fast so tief wie bei einem japanischen Gruß, um dann unangemeldet plötzlich wieder über unsere Terrasse zu fegen und den Nachbarn dann zu verschonen. - Nur Sisyphos greift an solchen Tagen zum Besen und versucht die Blätter unter dem Vordach zu bändigen, das macht man ein, zwei Mal, dann hat man schnell gelernt, dass an Tagen mit "Brisa" der Besen, Ruhe hat. - Auch sollte man wissen, dass man an diesen Tagen die Vulkantour oder den Aufstieg vom Reventón hin zur Punta de Los Roques auf jeden Fall verschieben sollte, dort pfeift einem der kalte und feuchte Passat derart die Leviten, dass man vor lauter Ehrfurcht schnell wieder ins Tal hinabsteigen will.






Samstag 07.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1020 hPa

Die Schachfiguren springen einfach vom Brett
Bürger gegen Bürgermeister in Tacoronte auf Tenerife

Es gibt Schlüsselängste. - Wir erinnern uns an die Angst des Torwarts vorm Elfmeter, Paul hat Angst vor dem Konkurs von Kitekat, und Bürgermeister haben Angst vor den Bürgern. - Gut, es mag ein paar Ausnahmen geben, so wie zum Beispiel in Los Llanos, da muss der Bürgermeister keine Angst vor seinen Bürgern haben, dort scheint es ja zum guten Ton zu gehören, die Coalición Canaria selbstverständlich mit einer absoluten Mehrheit auszustatten, und die setzen dann einfach einen willfährigen Büchsenspanner ein. - In den Gemeinden, in denen es aber knapper zugeht, und man wohl ein bisschen zumindest auch auf die Stimme des Volkes hören muss, weil schließlich alle vier Jahre sich theoretisch etwas ändern könnte, werden die Lokalregenten dünnhäutig angesichts vielfachen Protestes. - Das kennen wir ja noch aus der ersten Reihe hier aus El Paso, wo man die Autobahntrasse nach dem Bürgerprotest seitens der seinerzeit regierenden Koalition aus PP und PSOE aus dem lokalen Flächennutzungsplan entfernt hat. - Gut, inzwischen wissen wir, dass man den Protest bis hin in alle Instanzen tragen muss, so wie es nun erneut nötig war, sich gegen die plötzliche wieder auferstandenen Autobahnpläne seitens der Inselregierung zu stellen. - Mal sehen wie das jetzt weitergeht, offiziell hat sich noch niemand aus dem Cabildo Insular zu den vielen tausend "Alegaciones" geäußert. - Interessant aber ist in dem Zusammenhang, dass man nun das Projekt endlich erstellen lassen will, für den Bau der Teilstrecke Tunnel - El Paso, wobei die erste Überraschung ist, dass in diesem Projekt eine Renovierung des alten Tunnels vorgesehen ist, und nicht der Neubau einer zweiten Tunnelröhre. - Bislang sind wir immer davon ausgegangen, dass man neben den neuen Tunnel von West nach Ost einen zweiten in die Gegenrichtung stellen will. - Auch wissen wir nicht, ob nun dieses Projekt ein Teilstück der Autobahn sein wird, oder die von der Provinzregierung und der Gemeinde El Paso ausgehandelte Umgehungsstraße sein wird, aber das wird sich ja klären lassen, wenn dann dieses Projekt mal fertig ist. - Dann auch erst kann man sich mit diesem Papier an die EU wenden, um es überprüfen zu lassen, mit dem simplen Vorhaben oder der Idee eine vierspurige Straße durch das Aridantetal zu schlagen, kann sich niemand in Brüssel konkret beschäftigen.

Aber das Thema Straßenbau auf La Palma werden wir sicherlich weiter verfolgen, jetzt geht es um den Bürgerprotest in der Gemeinde Tacoronte (23.000 Einwohner) und auch dort ging es gegen den lokalen Flächennutzungsplan. - Dort in Tacoronte wurden keine tausende von Alegaciones verteilt, sondern dort gingen die Bürger, wohl bis zu 2.000 einfach auf die Straße und verkündeten ihre Unzufriedenheit über dieses Planungspapier lautstark und eindrucksvoll. - Das machten die über Wochen hinweg und schließlich knickte der Bürgermeister der CC ein und man zog auch in der Gemeinde den "PGOU" (Plan General de Ordenación Urbana) wieder aus dem Verkehr. - Nun muss man halt dazu sagen, dass die politischen Verhältnisse dort nicht so satt sind wie in Los Llanos, und nur so war es auch möglich, dass man sich dem Druck der Öffentlichkeit ergab, weil man ganz einfach fürchten musste, bei den nächsten Kommunalwahlen durchzufallen, wenn man an diesem unpopulären Plan festhält. - Wir müssen also eingestehen, dass dieser Plan dort in Tacoronte, auf den wir hier jetzt wegen zu wenig Information nicht eingehen können, nicht deshalb aus dem Verkehr gezogen wurde weil er wohl Fehler und urbanistische Grausamkeiten enthält, sondern nur, weil eine politische Partei Angst hat, mit ihrer zuvor getroffenen Entscheidung später an Macht zu verlieren. - Was man aber auch bescheinigen muss, das ist kein Sieg der Demokratie, denn in einer Demokratie wählt das Volk die Vertreter, welche die Sachen dann im Sinne der Mehrheit beschließen und im besten Fall kommt sogar noch etwas Vernünftiges dabei rüber. - Vo solchen Traumvorstellungen einer Demokratie haben wir uns aber wohl offensichtlich so weit entfernt, dass das Volk nun per massenhaftem Protest fragwürdige Entscheidungen der Politik mit dem Druck der Straße bekämpfen muss. - Da läuft doch was schief, und auch wenn die Politiker hoffen, eine echte Demokratie ließe auch sie mal ein anderes Volk wählen, sind wir doch gefragt, in Zukunft unsere Volksvertreter deutlich besser auszusuchen. - Ansonsten haben wir wieder mal gelernt, Protest funktioniert, und so lange wir nicht die richtigen und kompetenten Menschen in die Politik wählen, so lange wird das auch ein probates Mittel bleiben den gröbsten Mist unserer Vertreter doch noch zu verhindern.



Freitag 06.11.09 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 28,1 Grad - niedrigste Temperatur 18,1 Grad

Die große öffentliche Hand
Mehr als die Hälfte der aktiven Bevölkerung La Palmas lebt von Einkommen der öffentlichen Hand

Vor Jahren hatte man uns das schon mal mehr vorgeworfen also vorgerechnet, aber das Ding geht wirklich auf. - José Ángel Rodríguez, Lehrstuhl für Ökonomie auf der Universität La Laguna auf Tenerife erklärt uns diese wenig aufmunternde Zahl. - Er geht davon aus, dass auf La Palma, neben den Arbeitslosen und Rentnern, an die 24.000 Menschen in Lohn und Brot stehen, Selbstständige mit eingerechnet. - Davon arbeiten an die 7.500 Menschen dauerhaft in behördlichen Institutionen, seien es nun Rathäuser, Inselverwaltung, Polizei, Schulen, Krankenhäuser und pipapo. - Dazu kommen die vielen Arbeitskräfte der Verwaltungen welche nur einen zeitlich begrenzten Arbeitsvertrag haben, Angestellte die in Firmen arbeiten welche der öffentlichen Hand zuarbeiten, sowie die tausenden Rentner und Arbeitslosen. - Dazu müsste man eigentlich auch noch die Zuschüsse aus Subventionen rechnen die zum Beispiel in der Landwirtschaft gezahlt werden, auf alle Fälle kommt man so auf eine Zahl die aussagt, dass mehr als die Hälfte der Einkommen auf der Insel nicht aus produktivem Gewerbe oder Handel erzeugt wird, sondern aus den Kassen der öffentlichen Hand stammt. - Das darf man ruhig als volkswirtschaftliches Desaster bezeichnen und rüttelt natürlich auch an der sich immer hartnäckig haltenden Behauptung, diese Insel lebe zur Hälfte von den Bananen. - Man muss bei der Aufzählung des Gelehrten dann doch einfach eingestehen, das Amt, in welcher Form auch immer, ist unser größter Einkommensgarant, und danach kommen erst die Bananen.

Populistisch oder vielleicht auch plump ausgedrückt könnte man so sagen, dass wir mehr als die Hälfte der Arbeitskräfte brauchen um uns zu verwalten und pflegen, und nur der kleinere Teil der Bevölkerung damit beschäftigt ist, konjunkturrelevant irgendetwas auf die Beine zu stellen. - So kosten wir als Inselgesamtheit mehr als wir produzieren, hieße diese Insel Opel oder Quelle, dann wären wir längst alle entlassen worden. - Dieser lustig bis morbide Zustand bringt aber noch einen anderen interessanten Aspekt auf, die Wirtschaftskrise beutelt La Palma zwar auch, aber da der Großteil der Arbeitnehmer eben krisenfeste Einkommen hat, sind die spürbaren Auswirkungen hier auf La Palma nicht derart gravierend, wie das in anderen Regionen ist, in denen mehr produziert als verwaltet wird. - So, nun muss ich nur noch zusehen, wie ich mich auch der großen öffentlichen Hand anpreisen könnte, und das am besten noch vor der Rente. - Aber wir haben ja nun erfahren, wie wichtig es ist, dass wenigstens noch ein paar Menschen hier auf der Insel produktiv arbeiten, in sofern werde ich in Zukunft meine Einkommenssteuer noch stolzer und aufrechter in die heiligen Hallen der öffentlichen Hand tragen.



Freitag 06.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1019 hPa

Reservat oder Reserve
Sieben Jahre Weltbiosphärenreservat La Palma

Was ist das eigentlich, ein Weltbiosphärenreservat? - Dabei muss man mal in die Literatur blicken, und wir erfahren dabei, dass ein Biosphärenreservat eine durchweg interessante wie auch zum Missverständnis lockende Legende hat. - Hier nun die Definition, so wie Wikipedia das sieht: - "Biosphärenreservate sind Gebiete, bestehend aus terrestrischen und Küsten- sowie Meeresökosystemen oder aus einer Kombination derselben, die international im Rahmen des UNESCO-Programms Der Mensch und die Biosphäre (MAB) nach Maßgabe vorliegender internationaler Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate anerkannt werden." - Es geht daher in erster Linie um den Schutz der vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaften, für welche die UNESCO zuständig ist, und nicht um Natur- oder Landschaftsschutz. Im Mai 2009 gab es 553 Biosphärenreservate in 107 Ländern. - Da lesen wir also, dass es um den Schutz von Kulturlandschaften geht und nicht um Naturschutz, wie man vielleicht zunächst eigentlich annehmen möchte. - Dieses offensichtliche Missverständnis basiert natürlich auch auf dem Begriff "Biosphäre", weil bei uns alles mit "Bio" die pure Natur darstellt, möglichst ohne Eingriff des Menschen. - Daher müssen wir ein bisschen umdenken und das Weltbiosphärenreservat als solches sehen was es ist, ein Studienprojekt, was denn der Mensch mit seiner Umgebung alles so treibt und wie sich das verändert. - Es ist also nicht wirklich eine Auszeichnung, sondern eher eine Aufgabe, und wir sind vielleicht ausgewählt worden, um ein schlechtes Beispiel geben zu können. - Aber eben nur vielleicht, denn es ist hier auf La Palma sicher nicht zu spät die Kurve noch zu kriegen und aus einer Bedrohung der Landschaft durch den Menschen eine paritätische Zweckgemeinschaft zu bilden. - Dahin geht ja auch der Gedanke der UNESCO mit dem großen Feldversuch Biosphärenreservate, wie gehen wir mit den natürlichen Ressourcen um und welche Folgen hat der Eingriff des Menschen auf die Umwelt. - Dabei ist natürlich eine kleine überschaubare Insel wie La Palma ein hervorragendes Labor, die Einflüsse von außen sind minimal, und so sind Taten, wie Abfolgen dieser Taten, immer einfach und konsequent nachzuvollziehen.

Nimmt man es genau, dann sind wir ein Freilandlabor, eine Art Container, in der "Big Brother" UNESCO uns beim Menscheln zusieht, um irgendwann mal einen Bericht verfassen in dem da stehen könnte, denn sie wussten nicht was sie taten. - So müssen wir uns wohl leider von der blumigen Vorstellung verabschieden, die UNESCO könnte eines Tages hier auftauchen und uns auf die Finger klopfen, angesichts der vielen Umweltsünden welche bei uns so auf dem vermeintlichen Fortschrittskatalog stehen. - Es ist eher anders herum, die warten ab, gucken zu, und wenn wir dann den Karren in den Mist gefahren haben, dann heißt es "ällabätsch" und man zitiert uns dann endlich, allerdings als "bad guy". - So wird die Motivation eine andere, und sicher auch die Argumentationen, nicht aber die Aufgabe. - Nach sieben Jahren sollte man allerdings noch keine Abrechnung machen, schon gar keine Endabrechnung, noch ist genügend Zeit der UNESCO zu beweisen, dass wir wohl aus dem fatalen Komplex, nur durch Ausbeutung von Ressourcen zu leben, ausbrechen können und dann doch unsere Aufgabe als Forschungsreservat in einem positiven Licht präsentieren wollen. - Dazu sind aber noch viele Schritte notwendig, welche wir durchaus als kollektive Aufgabe betrachten müssen, da kann sich niemand herausziehen oder komplette Gruppen einen separaten Weg beschreiben. - Das ist natürlich auch die Angst die dabei aufkommt, aber wir dürfen uns sicher sein, dass wir unsere Probleme ganz alleine lösen müssen, es wird keiner von außen kommen und uns auf die Finger klopfen, oder das Perpetuum mobile in die Hände drücken. Die Entwicklung und die Zukunft dieser Insel liegt in unser aller Hände, und wir müssen aufmerksamer, wachsamer und rühriger denn je sein, die Examen des Weltbiosphärenreservates zu meistern die dulden keine Reservisten, sondern nur aktive und damit vielleicht manchmal auch unbequeme Bürger. - Zur Sonne, zur Freiheit hätte man früher vielleicht noch mal gesagt als Schlusswort, aber ich kann Sie beruhigen, diese Aufgabe hat mit Politik rein gar nichts zu tun, sondern eher schon was mit purem Überlebenswillen. - Und Chapeaus werden erst dann verteilt, wenn es auch Köpfe gibt, auf welche diese passen.



Donnerstag 05.11.09 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 18,1 Grad

Wasser marsch
Enorme Wasserverluste in den städtischen Betrieben

"Stadtwasser" erhält man hier auf La Palma fast überall, die Gemeinden waren in den letzten Jahren fleißig, diese Wasserversorgung auszudehnen. - Nicht nur, weil man damit ein Geschäft wittert oder sogar machen kann, sondern weil es der hydrologische Plan der Insel so vorsieht. - Die Gemeinden wiederum kaufen das Wasser von den vielen privat organisierten Aktiengesellschaften und leiten dieses dann in das von der Stadt verwaltete Netz. - Der Preis für den Kunden ist eine einmalige Anschlussgebühr, und später wird über die Uhr nach Verbrauch abgerechnet, so wie man das wohl in ganz Mitteleuropa kennt. - Allerdings ist die Preisgestaltung interessant, Mehrverbrauch wird reichlich bestraft, das hat aber den Hintergrund, dass man dieses zu Trinkwasser aufbereitete Nass nicht als Gießwasser verwenden soll oder um den Pool zu füllen sondern lediglich im Haushalt. - Es gibt also keinen Mengenrabatt wie sich das nun ein Betriebswirt vorstellen könnte, sondern einen Mengenzuschlag. Wer im Monat "nur" 8 Kubikmeter verbraucht, der bezahlt pro Kubikmeter 75 Cent, wer aber mehr als 40 Kubikmeter aus dem Netz zieht, der landet dann bei einem Preis von 1,56 Euro pro Kubikmeter. - Dazwischen sind die Preise gestaffelt, so dass sich so mancher wundert, wie unterschiedlich man hier das Wasser berechnet. - Neben diesem "Stadtwasser" haben die allermeisten Haushalte auch noch "Privatwasser", welches in ihrem Eigentum ist, und permanent zuläuft, dass wohl auch hervorragender Qualität sein kann, aber offiziell kein Trinkwasser ist. - Wer also einen Gewerbebetrieb hat, der muss Stadtwasser nutzen, auch wenn es nur ein Büro ist und dort das Wasser lediglich für die Toilettenspülung benutzt wird.

Einmal im Jahr rechnet nun der Wasserrat der Insel vor, wie viel Wasser denn die Gemeinden in ihre Netze leiten, und wie viel davon als verkauft bei den Bürgern ankommt. - Da tun sich Abgründe auf jedes Jahr, etwa die Hälfte des eingeleiteten Wassers geht irgendwie verloren, oder besser gesagt, landet als nicht verkauft in den Fängen des berühmten Schwundes. - Erklärbar sind aber auch diese aberwitzigen Verlustzahlen. - Da ist einmal wirklicher Wasserverlust zu melden, unterirdische Leitungen tropfen vor sich hin und keiner bekommt es mit weil das Wasser versickert, oder aber größere Rohrbrüche bringen große spontane Verluste, die aber dann nur kurzzeitig andauern, weil man diese halt sehen kann und somit gleich einschreiten. - Auf der anderen Seite gibt es aber jede Menge Wasserabnehmer, denen keine Rechnung zugestellt wird, weil diese Zapfstelle einfach nicht den bürokratischen Weg von der Montage bis ins Büro der Rechnungsstelle geschafft hat. - Das ist zum Teil Dusseligkeit, unleserliche Zettel mit Zählernummern die nicht identifiziert werden können, oder aber jemand meldet seinen Anschluss ab weil er wegzieht, aber niemand dreht den Hahn auch wirklich ab, so dass der nächste Konsument sich über seine sprudelnde Quelle freut, aber niemals eine Rechnung bekommt. - Die Gemeinden haben kaum Personal welches detektivisch solchen Fällen auf der Spur ist, so sind es meist reine Zufälle, welche solchen Missbrauch aufdecken. - Dabei haben wir es auch anders gesehen, manche Gemeinden haben die Wasserversorgung an private Unternehmen verliehen, meist für 20 Jahre, und diese Firmen, hier meist "Canaragua" ist wohl mit Personal auf der Spur von solchen stillen Wassergenießern, und hat innerhalb eines Jahres zum Beispiel alleine in der Hauptstadt viele hundert nicht fakturierte Entnahmestellen registriert. - So sind auch die Städte, welche ihre Wasserversorgung einem privaten Betreiber übergeben haben, und dafür auch noch kräftige Abstandszahlungen in Millionenhöhe erhalten, heute die Musterstädtchen, wenn es um die zu registrierenden Verluste im Wassernetz geht. - Als größten Wasserverschwender klagt der Bericht des "Consejo de Aguas" die Stadt Los Llanos an, und als Primus die Gemeinde Tijarafe. - Wie viel Wasser denn nun in Los Llanos unbezahlt oder ungenutzt so im Jahr verschwindet, das verschweigt man uns pragmatisch, ist vielleicht auch besser so…



Donnerstag 05.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1019 hPa

Hättste, wennste, wärste
Zahl der Arbeitslosen sinkt erneut

Ich liebe positive Überschriften, besonders wenn es sich um die Meldung einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt handelt. - Aufgrund der beiden Krisen welche Spanien momentan abreiten muss, ist die Zahl der Arbeitslosen in den letzten 2 Jahren drastisch angestiegen, und Spanien vom konjunkturellen Vorzeigeländle der EU zum Sorgenkind geworden, in keinem anderen Land der Europäischen Union ist die Zahl der Erwerbslosen derart stark angestiegen wie hier. - Das hat aber auch Erklärungen. - Da ist zum einen das wenig flexible Arbeitsrecht welches keine Kurzarbeit duldet, und auf der anderen Seite ist der schnelle Aufschwung um die Jahrtausendwende ein Produkt eines gepuschten Baubooms gewesen, der schließlich am Überangebot selbst erstickt ist. - Man kann das noch sehr viel genauer definieren, nur ist das für die Betroffenen keine Hilfe und so sucht man dringend um Abhilfe, die aber auch aufgrund der wiederum durch die Finanzkrise ausgelösten Zurückhaltung und Geldmangel einfach nicht kommen will. - Für die Kanaren gilt das genau so wie für das Festland, nur trifft uns hier zusätzlich noch der starke Rückgang im Tourismus und besonders Inseln wie Lanzarote und Fuerteventura, die fast ihre gesamte Inselwirtschaft dem Komplex Bau/Tourismus übergeben haben besonders drastisch. - La Palma, traditionell Insel mit der höchsten Arbeitslosenquote aller sieben Kanareninseln, steht im innerkanarischen Vergleich noch ganz gut an, und es lässt sich ganz einfach die Formel anwenden, wer nicht so hoch gestiegen ist, der fällt auch nicht so tief. - So haben wir die Rote Laterne längst an Lanzarote und Fuerteventura abgegeben, was zwar keinen Trost darstellt, aber eben eine Erklärung für den Zusammenhang von nicht nachhaltigem Wachstum und was passiert, wenn die Blase dann zwangsläufig wieder platzt.

Seit dem "Big Bang" schnellte die Zahl der Arbeitslosen auf La Palma von einem unangenehmen Schnitt von um die 6.000 Arbeitslose auf etwas über 9.000 Menschen ohne Arbeit an, ist aber nun die den vergangenen Monaten kontinuierlich, wenn auch sehr langsam wieder auf jetzt 8.716 gesunken. - Nehmen wir im Vergleich mal den Zeitraum 2005 bis heute, so meldete man seinerzeit für La Palma 6.576 Arbeitslose, für Lanzarote 4.958 und Fuerteventura 3.928. - Heute sieht das so aus, La Palma hat 8.716 Menschen ohne Arbeit, Lanzarote 16.306 und Fuerteventura 10.452. - Während wir also einen im Vergleich schon als moderat zu bezeichnenden Anstieg der Arbeitslosigkeit haben, hat sich die Zahl der Menschen ohne Arbeit auf Lanzarote mehr als verdreifacht und auf Fuerteventura fast verdreifacht. - Damit möchte ich nun nicht die gute Arbeit unserer Korporationen loben, sondern nur als Hinweis zu bedenken geben, wie grausam der rückläufige Pendelausschlag sein kann, wenn man auf Wachstum ohne Fundament setzt. - Seit Mai dieses Jahres aber nun stagniert der freie Fall, auf den gesamten Kanaren steigt die Zahl der Arbeitslosen nicht mehr an, sondern ist, wenn auch in sehr geringem Maße sogar rückläufig. - Da stellt sich nun die Frage, ob das mit dem staatlichen Konjunkturprogramm (Plan E) zusammenhängt, oder die beiden Krisen nun einfach schon genügend Arbeitsplätze abrasiert haben. - Seitens der staatlichen Behörden ist man voll und ganz überzeugt, dass eben genau diese Maßnahmen den weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit gestoppt haben, denn man hätte hier auf La Palma sogar fast 1.000 Arbeitsplätze damit geschaffen. - Ups, dann hätten wir also heute eigentlich knappe 10.000 Menschen ohne Arbeit, wenn man uns nicht aus Madrid die Konjunkturhäppchen hingeworfen hätte und man muss befürchten, dass mit Auslaufen der Programme die nun extra eingestellten Arbeitskräfte wieder freigesetzt werden. - Das würde natürlich "Brot für heute, Hunger für morgen" bedeuten, aber so schlimm wird es sicherlich nicht kommen, da die Annahme der Zentralregierung, man hätte mit den Maßnahmen fast 1.000 Arbeitsplätze geschaffen, sicher zum großen Teil auf populistischen Aussagen beruht. - Kaum eine Firma hat deswegen neue Arbeitskräfte eingestellt, sondern zum Teil einfach nur nicht entlassen, oder eben die vorhandenen Leute effizienter eingesetzt. - Wir werden also nicht in ein paar Monaten plötzlich wieder einen Anstieg auf 10.000 Arbeitslose befürchten müssen, sondern die wirtschaftliche Zäsur hat ihre Arbeit nun getan und wir müssen nun daran gehen, diese vielen Menschen ohne Arbeit in Branchen und Aufgaben unterzubringen, die eben nicht diesen lustig-perfiden Launen der Schleuderbranchen Bau/Tourismus angehören. - Wie das gehen kann, da hätte ich schon Ideen, Landwirtschaft, Energie, ökologischer Umbau, aber die Zeiten sind immer noch auf schnelle Erfolge programmiert und Regierungen unter dem großen Druck der Massenarbeitslosigkeit nehmen sich und geben uns einfach nicht die notwendigen Perspektiven, die eigentlich gerade jetzt notwendig wären.



Mittwoch 04.11.09 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 25,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,4 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 29,8 - Temp. Min 14,1 - Feuchte 23 - 29 % Niederschlag 0 mm

Saludos Amigos
Provinzregierung finanziert Stromanschluss für das Industriegebiet

Oft schon habe ich die Kanarischen Inseln mit Bayern verglichen. - Das bezieht sich natürlich nicht auf den Atlantik oder die Alpen, rein äußerlich gibt es da schon Unterschiede, aber politisch fühle ich mich immer wieder ins wohlige Heim der absoluten Mehrheiten versetzt, Politik kann so effizient sein, wenn man alles in der Hand hat. - Los Llanos hat doch nun endlich sein Industriegebiet, und so viele schöne Laternen dort aufgestellt, dass ich eigentlich immer Juan Ramóns Lampenladen dazu sage. - Aber bislang hatten die keinen Strom und wie es jetzt aussieht, müssen die auch gar nicht eine neue Leitung legen über die Cumbre Vieja, so wie es anfänglich hieß. - Das nämlich hätten die beiden Gemeinden Breña Alta und El Paso teuer gemacht, indem sie darauf bestanden haben, dass diese neue Leitung so lange man den Naturpark Cumbre Vieja durchquert, unterirdisch verlaufen muss. - Gut, das hat unsere Ex-Bürgermeisterin noch bestimmt, (alte Bürgermeisterin wage ich einfach nicht zu sagen, denn die ist ja noch so jung) aber inzwischen hat man sich ja der resoluten wie streitbaren Frau entledigt und mit einem kühnen Konstrukt aus drei Parteien aus dem Amt geworfen. - Aber mit der Erhöhung der Transportspannung von 15 auf 20 Kilovolt scheint nun ja doch genügend "Saft" hier über die bereits vorhandenen Leitungen anzukommen, so dass man sich neue Leitungen sparen kann. - Nun muss der Strom aber auch noch dorthin gebracht werden und die Anschlüsse verteilt, und dafür brauchte die Gemeinde Los Llanos an die 200.000,- Euro. - Das Geld hat man aber nicht, und Umlegen auf die Interessenten die sich dort ansiedeln wollen, das kennt man hier nicht, also muss diese Finanzierung woanders her kommen. - Da ist es doch gut, dass der Mann, welcher dieses Industriegebiet dort mitten in Siedlungen gebaut hat, inzwischen in der Provinzregierung sitzt und solche "Peanuts" wie eben die 200.000,- Euro mal eben locker für sein altes Projekt "rüberschieben" kann.

Das hätte uns mal passieren sollen, als wir in El Paso noch am Drücker waren, dass uns die Provinzregierung so einfach die Wünsche erfüllt hätte. - Aber wir sind halt eben keine Familienmitglieder der Coalición Canaria, welche durchstrukturiert die Gemeinden, die Inselregierungen und das Provinzparlament beherrschen und so eben nach Lust, Laune, Notwendigkeit und "Saludos Amigos" die Gelder immer dorthin schieben können, wo es die Interessenlage gerade fordert. - Aber wollen wir mal ehrlich sein, andersherum wäre sicherlich eine sozialistische Provinzregierung freundlicher zu einer Gemeinde die aus den eigenen Reihen gleitet wird, als von politischen Gegner. - So ist das nun mal und wir meckern natürlich immer, wenn die anderen das so machen. - Nun kann man aber in dem Zusammenhang davon ausgehen, dass mit dem bald anliegenden Strom auch die Bauarbeiten dort beginnen werden und da drohen ja die beiden Asphaltwerke, die man uns so "bürgernah" dort hinstellen will. - In dem Zusammenhang möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass die "Plataforma", also die Bürgerbewegung gegen diese beiden Giftschleudern im Aridanetal auf Spenden angewiesen ist, damit man sich einen "taffen" Anwalt besorgen kann, der gegen das offensichtlich falsche Umweltgutachten angeht. - Dazu nennen ich hier noch mal jetzt die Kontonummer, für die, die sich jetzt erst einschalten, oder es einfach wieder vergessen oder verdrängt haben, dass wir nicht nur die Autobahn als latente Bedrohung im Aridanetal haben, sondern auch noch diese beiden Asphaltwerke.

Asociación Plataforma en Contra de la Instalación de Plantas de Asfalto en el Valle de Aridane.
IBAN ES 43 2065 0718 1714 0097 0190 BIC/SWIFT CECA ESMM 065
Bei der Caja Canaria.

Nun muss man aber nicht den ganzen Titel eintragen, "Plataforma contra el Asfalto" genügt vollkommen. - Wer hier auf der Insel ist und einzahlen will, der braucht nur die Kontonummer: 2065 0718 1714 0097 0190 (Caja Canaria)



Mittwoch 04.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1019 hPa

Betriebsausflug
Leiterin der staatlichen Delegation besucht La Palma

Die Autonomien der einzelnen Provinzen in Spanien sind derart groß, dass man sogar extra staatliche Vertretungen in den "Ländern" geschaffen hat. - Man könnte das fast als Konsulate bezeichnen, die sich da neben den provinziellen Regierungen zu behaupten versuchen. - Auf jeder kanarischen Insel gibt es so eine Delegación del Gobierno, auf La Palma direkt in der Hauptstadt, neben dem Cabildo Insular. - Über allem thront natürlich der Posten der staatlichen Vertretung bei der Provinzregierung, und das ist in im Moment Carolina Darias, die gestern zur Stippvisite nach La Palma gekommen ist. - Da wir hier eigentlich sowieso machen was uns gerade in den Sinn kommt, ist der Posten der staatlichen Vertretung nicht unbedingt reines Zuckerschlecken, man sollte das wirklich vergleichen mit einem kolonialen Außenposten, der über sein gerade selbstständig gewordenes Volk achten soll. - Interessant aber ist die Geschichte geworden, seit dem die hier regierende Coalición Canaria die Zentralregierung der Sozialisten in Madrid mit ihren Stimmen gegen die Partido Popular unterstützt, hier aber auf den Kanaren eine innige, wie für die Entwicklung der Inseln aber desaströse Koalition mit der PP aufrecht erhält. - Solch ein Spagat ist in der Politik nicht unbedingt selten, es geht ja meist nur um Macht, Machtausübung und den pekuniären Vorteilen, die man daraus spinnen kann. So müssen wir uns eigentlich nicht über solche virtuosen Verhältnisse wundern, sondern lediglich beobachten, was denn daraus werden kann. - In der Presse berichtet man von zwei wichtigen Besuchen welche Carolina Darias abgehalten hat, von denen der eine eigentlich schnell abzuhaken ist. - Der Betriebsausflug auf der "Ignacio Aldecoa", dem Schiff der staatlichen Einrichtung um die marine Schutzzone La Palmas zu überwachen, auf auch wir schon die Ehre hatten, eine Reise zu unternehmen. - Das ist das Zuckerle für Carolina Darias, und sicher wird man ihr den wunderschönen Küstenstreifen erklärt haben, nicht aber, dass die marine Schutzzone hier auf der Insel von allen nicht staatlichen Stellen als völlig unnütz oder gar kontraproduktiv betitelt wird. - Erst neulich meldeten sich Biologen der Provinzregierung mit einer Untersuchung zu Wort, dass die marine Schutzzone hier auf der Westseite der Insel keinerlei Beitrag zu einer Regeneration der Meeresfauna außerhalb seiner Grenzen leistet und man deshalb den Sinn dieses Reservates neu bestimmen müsste. - Wobei man doch mal die Frage stellen muss, wer denn tatsächlich glauben konnte, dass eine wenige Kilometer lange Schutzzone vor der Küste La Palmas die Überfischung und die Folgen der Umweltbelastungen für den Atlantik ändern könnte.

So ist der andere Programmpunkt auch wohl die interessantere Geschichte, es geht um das erste staatliche Konjunkturpaket, welches hier nur "Plan E" heißt, und viele Millionen an Euro über die Gemeinden ausgeschüttet hat. - In Los Llanos hat man aber bei dem Projekt das Gebäude des "Parque Cultural de Canarias" endlich mal voranzutreiben alle gesetzten Fristen verstreichen lassen, und eigentlich müsste nun die Gemeinde auf die dafür veranschlagten 1,3 Millionen Euro verzichten. - Aber wir haben ja vorhin erfahren, dass es neue Verbindungen zwischen der Coalición Canaria, welche in absoluter Mehrheit die Gemeinde regiert, und den Sozialisten in Madrid gibt, und so wird es wohl für diesen Fall eine Ausnahmegenehmigung geben, welche der Stadt Los Llanos auch eine spätere Vergabe der Gelder ermöglicht. - Ein politisches Possenspiel, welches den hiesigen Vertretern der PSC/PSOE natürlich nicht schmecken kann, hätte man doch endlich mal den politischen Gegner so richtig beim Schmurucheln erwischt, da kommen die Leute der eigenen Partei aus Madrid, und regeln den Fall zugunsten der Coalición Canaria. - Höhere Gewalt kann man das vielleicht nennen, oder eben auch geschickte Strategie, der letzte kleine Rest an Spaß und Freude über Engagement in der lokalen Politik geht dabei allerdings komplett verloren. - Ach ja, fast 1.000 Arbeitsplätze hätte der "Plan E" auf La Palma generiert, und uns bleibt dabei die Spucke weg, denn auf der Insel sind weiterhin fast 9.000 Menschen ohne Arbeit, genau so viel wie vor der Ausschüttung dieser ersten Konjunkturspritze.






Dienstag 03.11.09 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 27,7 Grad - niedrigste Temperatur 18,2 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 29,8 - Temp. Min 14,1 - Feuchte 23 - 29 % Niederschlag 0 mm

Wen Gott liebt, dem schenkt er Wasser und ein Leben auf La Palma
Jetzt muss man nur noch ein Geschäft aus dem Wasser machen

Der erste Spruch wird wohl in vielen Ländern oder Regionen unterschiedlich gedeutet werden und seit neuestem soll rund um die Bundeshauptstadt auch der Spruch die Runde machen: Wen Gott liebt, dem schenkt er einen Außenminister der Englisch kann. - Aber wollen wir nicht wieder gleich zu Beginn abgleiten, das passiert mir doch später sicher noch öfter. - Sicher ist, dass La Palma die wasserreichste Insel der Kanaren ist und wenn man sich mal die geographische Lage der Insel betrachtet und welche Landschaft nur ein paar hundert Kilometer östlich von uns wartet, dann wird dieses Wunder und die Geschichte mit dem Geschenk des Wassers hier auf der Insel schon noch deutlicher. - Das heißt nun aber nicht, dass wir gleich Wasser in die Sahara exportieren müssen, man kann auch hier auf der Insel etwas damit anfangen. - Ob dieses Wasser nun am besten dazu geeignet ist unbedingt Bananen zu gießen, das liegt ein bisschen im Sinne des Betrachters, sicherlich aber eben auch, bis wann die Europäische Union und die Welthandelsorganisation uns das Bananeln überhaupt noch machen lassen. - Aber jetzt bloß nicht in die Bananengrundsatzdiskussion einsteigen, sonst kommen Sie nie ins Bett und ich nie in die Kneipe. - Das Wasser hier dient natürlich grundsätzlich erst mal dazu unser Label "Grüne Insel" zu wahren, für die Landwirtschaft und eben auch für den häuslichen Gebrauch. - Weiter kann man das Wasser natürlich auch noch in Flaschen abfüllen und verkaufen, und wenn man dabei sich auch noch einen Marketingexperten leistet der mehr drauf hat als die Quellemanager, dann könnte man dieses Mineralwasser aus dem Weltbiosphärenreservat auch noch in anderen Regionen verkaufen, als ausschließlich auf den Kanarischen Inseln. - Zwei Abfüller haben wir bislang, "Aguas de Aridane", der deutlich kleine Betrieb hier in El Paso, und "Aguas de La Palma", für unsere Verhältnisse bereits ein Großbetrieb, welcher eben sein Wasser sogar an die Gastronomie auf den anderen Inseln verkauft. - "Aguas de La Palma" ist es übrigens auch endlich angegangen sein Wasser unter der Bezeichnung Mineralwasser zu verkaufen, nachdem die dafür erforderlichen Analysen allesamt positiv ausgefallen sind.

Jetzt möchte man seitens der Betreiber des Bewässerungsnetzes um Marcos y Corderos auch noch auf den offenen Markt der Trinkwässer einfallen und eben diese mythischen Quellen als Brunnen zu nutzen. - Wasser wäre da reichlich vorhanden, 120 Liter pro Sekunde sind der mittlere Wert. Bislang fließt dieses Wasser in die Verteilungsbecken, welche das Stadtwasser für Los Sauces bedienen aber auch weiterleiten ins Bewässerungsnetz. - Das Wasser sei von hervorragender Qualität, so heißt das und ich frage dann immer dagegen, genau so wie beim Jubelwasser der "Fuente Santa", zeigt uns einfach die entsprechenden Analysen dazu, und jeder kann sich dann selbst darüber informieren, ob das denn wirklich solch ein Glückstropfen oder gar zauberhafter Jungbrunnen ist. - Aber keine Frage, dass unser Wasser vorzüglich ist, aber man kann das doch auch beweisen und sollte deshalb aus Fakten Superlative schmieden, und nicht aus weichen und warmen Worten. - Aber vielleicht bin ich da auch viel zu sehr deutsch, wir stehen ja auf solche chemischen Analysen, auch wenn wir eigentlich gar nicht verstehen, um was es da eigentlich geht. - Wäre doch gut, wenn wir unsere Wasser noch intensiver nutzen könnten, und die Quellen von Marcos und Corderos wären sicherlich ein interessanter Punkt, auf den man dann auch das Marketing aufbauen könnte. - Aber wie sagen wir hier immer, wenn wir Gott nicht in der Geschichte um das Wasser auf La Palma missbrauchen wollen: Auf La Palma, da spülen die ihr Klo sogar mit Mineralwasser, die müssen´s ja haben.




Jetzt auch mit praktischem Pumpwerk




Dienstag 03.11.09 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1020 hPa

Mendomüll
Aus der Müllverbrennungsanlage wird wilde Deponie

Drei Müllverbrennungsanlagen gab es früher auf der Insel. - Eine bei Barlovento, eine bei Mazo und die dritte im Gemeindegebiet von El Paso, genauer gesagt auf den Anhöhen von Mendo, schön im Wald versteckt. - Diese drei Anlagen wurden aber einerseits nicht mit dem gesamten Inselmüll fertig und auf der anderen Seite verstieß der Betrieb dieser Anlagen gegen europäisches Recht und mussten nach Abmahnungen aus Brüssel geschlossen werden. - Das tat man auch, zwar verspätet, aber man tat es widerwillig, denn man hatte seinerzeit noch kein alternatives Müllkonzept bei der Hand. - Hat man heute übrigens auch noch nicht, denn die so heiß aber wenig innig erwartete Müllverwertungsanlage bei Mazo ist noch nicht in Betrieb. - So dient weiterhin der Barranco Seco, welcher auf der Ostseite die Gemeindegebiete von Santa Cruz und Puntallana trennt, als Müllkippe für die Reste unserer Wohlstandgesellschaft. Wann sich das ändern wird, das traut sich inzwischen keiner mehr zu sagen. - Schlimmer noch, der Barranco Seco bleibt in den Plänen der Müllentsorgung der Insel sogar erhalten. Selbst wenn die Verwertungsanlage von Mazo mal funktionieren sollte, will man die jetzige Kippe immer noch als Zwischenlager verwenden und wohl auch als Endlager für den dann anstehenden Restmüll. - Dagegen sind natürlich die Anliegergemeinden, aber irgendwo muss der Müll ja hin. - So spricht man heute auch schon wieder von der Errichtung eines Verbrennungsofens in der neuen Müllverwertungsanlage bei Mazo, da man einfach nicht alles trennen, kompostieren oder wieder als Wertstoffe in den Produktionskreislauf einbringen kann. - Zudem muss man sich mal überlegen was das kostet, die wohl getrennten und gesammelten Wertstoffe wieder von der Insel zu schaffen, dahin wo diese dann recycelt werden können. - Da sind noch viele Fragen offen und auch noch viele Rechnungen und überhaupt macht es einen ein bisschen sprachlos, dass wir in den ganzen Jahren immer nur davon geredet haben was mit dem Müll mal geschehen soll, nie aber über Müllvermeidung gesprochen haben, was doch eigentlich der erste und wichtigste Schritt in eine moderne Müllwirtschaft sein sollte.

Weiteres aktuelles Beispiel für die Nachwirkungen eines nicht funktionierenden Müllkonzeptes ist die jetzt ohne Nutzung herumliegende alte Anlage der Verbrennungsöfen. - Vor Jahren bereits machte unsere damalige Bürgermeisterin Loli darauf aufmerksam, dass das Gelände in Mendo von einer Müllverbrennungsanlage nun zu einer wilden Müllkippe mutiert und forderte die Inselregierung schriftlich auf, Maßnahmen dagegen einzuleiten, das Gelände abzusichern oder der Anlage eine neue, natürlich andere Nutzung zu verleihen, um mit der wilden Deponie im Naturpark Cumbre Vieja endlich Schluss zu machen. Das Gelände gehört nämlich der Inselregierung, sowie die Müllentsorgung auch in deren Hand ist, aber Lösung weder für das Problem Müll generell, wie auch für das punktuelle Problem Mendo bietet. - Nun sorgt die online-Zeitung elapuron.com mit einer neuerlichen Recherche dort in Mendo für hoffentlich größeren öffentlichen Druck, als die nun Ex-Bürgermeisterin aus El Paso ausrichten konnte und hat die Anlage erneut besucht und feststellen müssen, dass sich dort bereits wieder riesige Mengen an Müll aufgetürmt haben. - Übrigens unvorstellbar große Mengen an Müll und auch jeglicher Natur. - Schutt, genau so wie simpler Hausmüll oder sperrige Güter, gerade so als gäbe es auf der Insel keine Müllabfuhr oder "Puntos Linpios", auf denen jeder Privatmensch seinen Sperrmüll problemlos und völlig ohne Kosten entsorgen kann. - Warum sich also Menschen die Mühe bereiten den Müll auf ihr Auto zu laden und anstatt den bequemen Weg zum Punto Limpo zu wählen, sich die steile und abgelegene Straße hoch quälen, das ist mir ein komplettes Rätsel, aber ebenso die völlige Ignoranz der Inselregierung am Schicksal ihrer nicht mehr betriebenen Anlagen. - Ich kann nur hoffen, dass nun durch die Veröffentlichung dieses Themas erneuter öffentlicher Druck auf die Behörden ausgeübt wird, dass diese wenigstens in diesem konkreten Fall endlich nach Jahren handeln.



Montag 02.11.09 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 29,4 Grad - niedrigste Temperatur 19,8 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 28,8 - Temp. Min 13,8 - Feuchte 23 - 29 % Niederschlag 0 mm

Geld ausgeben leichter gemacht
Flohmarkt in der Hauptstadt für die Reisenden auf den Kreuzfahrtschiffen

Darauf haben die Leute der "Aidas" und "Navigators" sicher gewartet, dass man nun auch sonntags auf La Palma piepende Schlüsselfinder und Laserschwerter der Marke Vietdong kaufen kann. - Aber natürlich gibt es nicht nur glitzernden Tand auf diesem "Mercadillo/Rastro", den man da jetzt jeden Sonntag während der Kreuzfahrersaison, also bis Ende April abhalten will, aber so ein bisschen ist es schon verwirrend, wenn man unter dem gleichen Namen "Mercadillo" den Erzeugermarkt von Puntagorda anpreist, wie eben den sonntäglichen Flohmarkt in der Hauptstadt. - Also sollte man das doch vielleicht besser als Flohmarkt betiteln und dann wäre der Name "Rastro" angebrachter. - Aber wollen wir nicht Hüter der Vokabeln werden, das steht besonders mir nicht zu, wo ich doch ständig neue Worte erfinde. - Eine gute Idee ist diese Verkaufsmöglichkeit am Sonntag, denn ansonsten strömen die vielen, oft tausende von Kunden, zwar staunend ob der Schönheit unserer Hauptstadt, aber eben mit von außen verschlossenem Geldbeutel durch Santa Cruz. - Von außen verschlossen bedeutet in dem Moment, wir sorgen dafür mit unserer Verkaufsverweigerung, dass die gar kein Geld ausgeben können und hinterher beklagen wir uns darüber, dass uns die Kreuzfahrer keinen Gewinn bringen. - Es ist also dringend notwendig diese Möglichkeit zu schaffen, und wenn es die normalen Läden nicht sein wollen, die sonntags ihre Dienste anbieten, dann eben das fahrende Volk der ambulanten Händler.

Sonst steht der Flohmarkt immer direkt am Hafen, aber jetzt will man die Standorte für eben diesen sonntäglichen Verkaufsrummel alternierend an diversen Punkten der Hauptstadt abhalten. - Natürlich nicht neben der Kläranlage oder der Poliklinik, sondern eben an touristisch interessanten Punkte wie der Fußgängerzone oder die Plaza de la Alameda oder auch mal auf der Avenida Marítima. - Auch das ist eine gute Idee, man müsste dann aber eben noch ein paar Hinweisschilder für die uns besuchenden Gäste aufstellen, dass die sich auch die paar Meter dann vom Hafen wegbewegen. - Das wäre nämlich der Standortvorteil des Hafens, da müssen die praktisch durch die Verkaufsbuden laufen und können gar nicht anders wenn sie vom Schiff kommen. Findet das an der Plaza de la Alameda statt, dann hat sich bis dahin natürlich der Gästestrom stark ausgedünnt. - Man wird sich da noch was überlegen müssen, um einerseits den Händlern genügend Gäste zuzuführen, aber eben auch auf der anderen Seite den verständlichen Wunsch gerecht werden, immer mal wieder andere Gegenden herzuzeigen. - Und das wissen wir ja alle, unsere Hauptstadt hat viele schöne Ecken, sicher schönere als eine Hafenmole oder ein Parkplatz. - Und was die Auswahl der Standbetreiber dort angeht, vielleicht ist es gut so, dass es bunten Kitsch ebenso gibt wie endemischen Mojo und dreizehnmal gelesene Bücher der Simmel-Klasse. - Den Wunsch, dort nur hiesige Händler zuzulassen und dann auch noch möglichst die Produkte so zu reglementieren, dass alles irgendwelchen Bezug zu La Palma oder den Kanaren an sich haben soll, den kann ich sehr gut verstehen, das wird aber nichts bringen. - So ist auf jeden Fall dafür gesorgt, dass genügend Händler ihre Waren feil bieten, und eben nicht nur drei Stände handgeklöppelte Spitzendeckchen für das Mokka-Service ausstellen. - Das wird schon, wichtig ist halt, dass man die Besucher auch am Sonntag nicht am Geld ausgeben hindert…





Montag 02.11.09 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 67 % - Luftdruck 1018 hPa

Moderne Zeiten
Polemik und Empörung über die Erweiterung des Hafens von Tazacorte

Früher, als alles anders war und nur manches besser, da konnte man noch so richtig schön öffentliche Bauten hochziehen, ohne dass einem dabei jemand ans Bein gepinkelt hätte. - Wo der Zementmischer brummt, da riecht es nach Fortschritt und Zukunft und der bis vor kurzem noch Bürgermeister von Los Llanos, Juan Ramón Hernández, der brüstete sich sogar mal in der Presse damit, dass seine Stadt die schönste, beste und größte der Insel sei, weil dort am allermeisten Zement verbraucht wurde. - Aber Zeiten ändern sich, genau wie die Gesichtshaut, Worte wie Asphalt und Zement verkommen immer mehr eine negative Last und das gipfelt ja nun in der Bewegung gegen die beiden geplanten Asphaltwerke im Industriegebiet von Los Llanos. - Früher, da gewannen Stadträte die Bürgermeisterwahlen noch damit, dass man zum strategisch korrekten Zeitpunkt vor den Wahlen, Straßen asphaltierte, aber früher hatten die einen den Kaiser, andere Franco und ich noch Haare. - Aber Kaiser, Franco und Haare sind futsch, und bringt uns wohl auch keiner zurück. - Wobei ich klar zugebe, dass mir die Haare dabei am allermeisten fehlen… Wer heute aber ein Großprojekt angeht, der benötigt nicht nur Gutachten über die Umweltverträglichkeit, sondern eben auch viel Glück und geduldiges Publikum rund um die Baustelle, denn sonst hagelt es Einsprüche und besorgte Bürger stellen unliebsame Fragen. - So geht es nun auch dem Hafenausbau in Tazacorte, der sowieso groß auf der Bühne der Polemik steht, weil eigentlich niemand so richtig weiß, wozu denn dieser riesige Hafen später man dienen soll, außer als Fischereihafen für 15 kleine Boote, und eben die Flotte der Sportboote der Leute hier auf der Westseite. - Aber das haben wir ja gerade schon vor ein paar Jahren bekommen, und nun wird der Hafen mit der damals noch hochgelobten und preisgekrönten Mole wieder abgerissen und doppelt so lang und breit wieder hingestellt. - Offiziell handelt es sich dabei um die zweite Ausbaustufe, allerdings war vorher der Hafen bereits komplett und zu groß, aber wahrscheinlich begreifen wir mit unseren so stur auf Protest gepolten Hirnen nicht die Vision des Transatlantikhafens Puerto de Tazacorte.

Aber nicht genug mit der Polemik, jetzt gibt es auch noch seitens der Umweltschützer wie auch der politischen Opposition im Rathaus, Anzeigen gegen die Bauarbeiten. - Genauer gesagt, man bemängelt die Auswahl und die Ausbringung des Schuttes und der Steine die man ins Meer kippen muss, um der Hafenmole einen Untergrund zu geben. - Es seien keine Maßnahmen getroffen worden eine Trübung des Wassers durch die Einbringung des Gerölls zu verhindern und auch sei der benötigte Abraum für den Bau zu großen Teilen gar nicht aus Steinbrüchen oder von Baustellen, sondern man hole die Steine einfach und ohne Genehmigung aus der Landschaft. - Die "Seprona" ist nun eingeschaltet, das ist die Abteilung für Vergehen gegen die Umwelt der Guardia Civil und die soll sich nach Angaben der Umweltschützer auch bereits einen Überblick verschafft haben, welches Material denn da angekarrt wird und wo es herkommt. - So hat sich die Anzahl der LKW, die dieses Material sonst in langen Kolonnen zum Hafen transportieren, enorm ausgedünnt und viele der Kutscher bekommen im Moment auch keine Touren zugewiesen. - Ganz aufgehört hat aber der Transport der Steine nach Puerto de Tazacorte nicht, allerdings stark verlangsamt. - So wie es scheint, traut man sich halt im Moment nur von dort Schüttmaterial zu holen, wo es auch einwandfrei herkommen darf. - Die Politik dazu befragt, in diesem Fall die "Consejería de Obras Públicas del Gobierno de Canarias" welcher unser bereits erwähnte Juan Ramón Hernández vorsteht, wissen nichts von irgendwelchen Problemen hier beim erneuten Ausbau des Hafens und sowieso, das sei dann Angelegenheit der ausführenden Baufirma.





Sonntag 01.11.09 11:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1021 hPa

Laufen bis der Arzt kommt
Transvulcania 2010 bereits Anfang Juni kommenden Jahres

La Palma braucht sicherlich noch mehr Attraktionen, um im großen Pudding der Buhlerei um Feriendestinationen aufzufallen. - Den ganzen Quatsch mit Golfplätzen und Luxushotels kann man sich dabei allerdings sparen, nicht nur weil es bereits ein deutliches Überangebot weltweit an solchen mehr set als jet Spektakeln gibt, man richtet damit auch einfach nicht mehr korrigierbare Umweltfrevel an, die sich eine kleine Insel wie die unsere nicht erlauben darf und kann. - Also müssen andere Attraktionen her, die im Einklang, oder besser sogar noch auf Basis unserer einzigartigen Landschaft nicht nur Gäste, sondern sogar noch die richtigen Gäste auf unsere Insel locken. - Die treue Gefolgschaft an La Palma Enthusiasten die gibt es auch bereits und fast hat es den Anschein, als wären alle weiteren Initiativen in Sachen Tourismus eher geeignet, uns diese Stammgäste sogar zu vergraulen, weil die uns bislang als kantige Alternative zum schnöden Einheitsbrei des Pauschaltourismus gewählt haben. - Denen stößt das halt auf, dass wir uns genau so glatt machen wollen und gefällig und jeder Mode auf dem Sektor nachhecheln, als gelte es eine schmale Kopie Tenerifes oder gar Mallorcas herzustellen. - Es ist natürlich kompletter Blödsinn auf eine touristische Quantität zu setzen, die zuerst eine Transformation unserer natürlichen Ressourcen fordert, um sich auf eine Angebotspalette zu konzentrieren, auf welcher allerhöchste Konkurrenz herrscht und das Preisniveau seit Jahren am sinken ist. - Auf unsere eigenen Möglichkeiten müssen wir setzen und diese kontinuierlich ausbauen, und auf jeden Fall besser vermarkten, denn gerade auf dem Sektor der Werbung bringen wir bislang nur dilettantische Ergebnisse hervor, die irgendwo zwischen Bananenbrei und Disneyworld liegen, aber keine klare Struktur erkennen lassenm von dem was wir zu bieten haben, und dem was wir eigentlich wollen. - Denn wir dürfen nie aus den Augen verlieren, dass wir von einem Geschäft reden, Arbeitsplätzen und dem volkswirtschaftlichen Nutzen, welcher Tourismus bringen kann. - Aber eben nicht um jeden Preis, und schon gar nicht auf eine Art und Weise, welche den natürlichen Ressourcen einer Landschaft, einer Region, oder in unserem Fall einer Insel widerspricht.

So haben wir neben unserer Landschaft und dem bislang immer noch funktionierenden ungeschminkten gesellschaftlichem Gefüge, wenige Attraktionen zu bieten. - Die allermeisten unserer Gäste fordern aber auch keine Attraktionen oder Sensationen, sondern sind eher auf der Flucht vor dem überall lauernden Gespenst der "Eventomanie". - So passen wenige Unternehmungen in das Bild welches wir transportieren können, aber eine davon ist sicherlich das im Juli dieses Jahres erstmals aufgeführten Spektakels der Transvulcania. - Ein Mörderlauf über 80 Kilometer über unsere Vulkane, in dem die Läufer über 4.000 Höhenmeter erklimmen mussten, und das fast ohne Schatten und eben über Stock und Stein. - Vom Leuchtturm in Fuencaliente, über die Vulkantour aus südlicher Richtung kommend, dann über das Refugio El Pilar und die Cumbre Nueva schließlich an den Calderarand und über den Pico de La Nieve am Roque de Los Muchachos vorbei wieder hinunter, zunächst nach Tijarafe. - Von dort aus den Time herunter bis Puerto de Tazacorte, und dann weiter ins Ziel nach Los Llanos. - Der Sieger dieses Jahres, Salvador Calvo, benötigte für die Tour 9 Stunden und 54 Sekunden und wird auch auf jeden Fall wieder bei der Ausgabe im Jahr 2010 dabei sein. - Die Organisation war hervorragend und kleinere Teilstrecken wie ein Halbmarathon und auch eine Sektion für Wanderer sorgten dafür, dass mehr als nur ein paar Extremsportler auch an diesem Vorhaben teilnehmen konnten. - Was uns aber noch nicht gelungen ist, kein Wunder bei einer ersten Ausgabe, ist die große internationale Beteiligung wie zum Beispiel das der "Ironman" in Hawaii hat. - Dabei müssen wir uns überhaupt nicht verstecken vor solch großen Namen wie dem "Ironman" eben und die 83 Kilometer über die Vulkane der Insel, von Meereshöhe auf 2.426 Meter durch unwegsames Gelände, das ist nur was für die wirklich harten Jungs und Mädels. - Man hat aber wohl verstanden, welch großes Potential diese Veranstaltung hat und organisiert nun bereits die Ausgabe für das kommende Jahr, denn wer solch ein Mörderrennen durchstehen will, der muss sich sehr lange darauf vorbereiten. - Etwas früher als in diesem Jahr, um der Hitze zu entkommen hat man nun den Termin angesetzt, und zwar für den 5. Juni 2010. - Die Webseite für das kommende Rennen wird auch gerade bereits erstellt und so hofft man natürlich, dass in der immer größer werdenden Gemeinde der Extremsportler der Welt, diese "Transvulcania" ihren festen Platz finden kann. - Und das ist mal eine Geschichte, die wirklich auf unserem Mist gewachsen ist, mit unseren Ressourcen durchgeführt werden kann, und eben die Charakteristiken unserer Insel in den Vordergrund rückt, und nicht weichgespülte Kunstlandschaft aus dem Hochglanzkatalog für touristische Warmduscher. - Also, harte Jungs und Mädels sind gefragt, die Anforderungen dieser Insel zu meistern und es wäre doch fantastisch, wenn es in ein paar Jahren in der Gemeinschaft der Extremsportler heißt, wir müssen wieder nach La Palma zum Trainieren und zur Transvulcania, denn das ist ein Rennen, da werden Helden gebastelt.

Noch in eigener Sache. - Heute wird bei uns Geburtstag gefeiert, eine meiner Töchter macht das immer an Allerheiligen und wir sind den ganzen Tag halt damit gerne beschäftigt und widmen uns ausschließlich diesem Ereignis.









Familie Ingrid & Mathias Siebold
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