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Nachrichtenarchiv März 2004


Mittwoch 31.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 69%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Wer den Cent nicht ehrt

Man könnte auch von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen für unterbeschäftigte Verwaltungsangestellte sprechen. Ein Witzbold bezahlte in Santa Cruz de Tenerife seine Verkehrsstrafe von 150,- Euro in Münzen zu einem Cent und legte damit für mehrere Stunden die Behörde lahm, da man tatsächlich anfing die 15.000 Münzen zu zählen. Des weiteren wollte er noch eine zweite Strafe bezahlen, eine über 90 Euro für die er auch schon 9.000 Cent Münzen bereit hielt. Allerdings kam es nicht mehr dazu, die Behörde schloss nach dem Zählen der ersten 15.000 Münzen und vertröstete den Mann auf morgen.

Ein 37 jähriger Mann aus der Hauptstadt Tenerifes hatte sich dermaßen über die zwei Verkehrstrafen geärgert, dass er auf diese Art und Weise seinen Protest ausdrücken wollte. Allerdings musste er einsehen, dass man durchgezogene weiße Linien nicht überfährt, auch wenn es sich um einen unübersichtlichen Baustellenbereich handelt. Das waren die 150,- Euro. Als er anfing mit den Polizisten darüber zu diskutieren ließen die Beamten sich auch noch die Autopapiere zeigen und dort entdeckte man, dass der Halter es mit dem TÜV (ITV) Termin nicht allzu genau gehalten hatte. Das waren die 90,- Euro. Daraus sollte man lernen, dass man mit Polizisten nicht diskutiert und die Verwaltungsbehörde sollte mal darüber nachdenken ob man den Begriff Bargeld nicht in Zukunft etwas kompakter sehen sollte. Ich kenne die Rechtslage nicht, ob die Behörde dazu verpflichtet ist, jegliche Stückelung an Bargeld entgegen zu nehmen. Aber wer da auf die Idee gekommen ist, die 15.000 Münzen zu zählen der muss sich den Spruch von Erich Kästner anhören der dort lautet: "Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao durch den man euch zieht, auch noch zu trinken". Guter Mann der Kästner...



Mittwoch 31.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 67%, Luftdruck 1017 hPa stabil

Inselpräsident erklärt den Streit um die Käsesiegel zur Chefsache

Bevor wir uns ganz und gar lächerlich machen mischt sich nun José Luis Perestelo, unser Inselpräsident in den Streit, welcher Käse nun das begehrte Siegel der UNESCO tragen darf. Auf jeden Fall will er verhindern, dass es konkurrierende Auszeichnungen für die Käse gibt und so der Verbraucher überhaupt nicht mehr weiß, welcher verlockenden Aussage er folgen soll. Da stecken handfeste wirtschaftliche Interessen dahinter, verkauft sich doch ein „besiegelter“ Käse leichter als ein „no name“ Produkt aus der Käseschmiede eines Bauern der keine Lust hat, sich den Statuten einer dieser Organisationen zu unterwerfen.

Am 6. April ist die nächste Sitzung in der mit dem Rat des Weltbiosphärenreservates über dieses Thema verhandelt wird. In dieser Runde soll über die Bedingungen dann endgültig beschlossen werden und ich bin mal gespannt, ob es José Luis Perestelo gelingen wird einen Kompromiss zu basteln, der alle Käsehersteller zufrieden stellt. Wird auch Zeit, dass der Käse vom Tisch kommt und wir wieder über andere Dinge sprechen können. Man könnte ja glauben, wir haben sonst keine Probleme...



Dienstag 30.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 63%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Die Kanaren, Vulkane im Ozean

Eine Wanderausstellung mit dem Namen „Canarias, volcanes en el Océano“ gastiert seit heute in der Casa Massieu auf dem „Llano de Argual“. Diese Ausstellung soll uns näher bringen, was die Kanaren eigentlich sind, nichts anderes als Vulkane die aus dem atlantischen Ozean hervorragen. Es wird anschaulich erörtert, wie die Ursprünge des Vulkanismus der Kanaren ist und welche Folgen dabei für die weitere Entwicklung der Inseln entstehen. Da gibt es einiges zu berichten, begann doch die Entstehung der Kanaren bereits vor 20 Millionen Jahren. La Palma und El Hierro gelten dabei als die jüngsten Inseln mit etwas mehr als einer Million Jahren. Gezeigt wird auch, wie in den vergangenen Jahrhunderten sich aus der reinen Beobachtung von Vulkanismus eine umfassende Wissenschaft entwickelt hat und welche Technik und Methoden den Vulkanologen heute zur Verfügung stehen.

Bis zum 25. April wird die Ausstellung geöffnet sein und es sollte ein Muss für jeden Besucher der Insel darstellen. Man findet den „Llano de Argual“ recht einfach. Durch Los Llanos hindurch in Richtung Tazacorte. Genau dort wo rechts der Abzweig nach Tijarafe und Puntagorda ist, biegt man links auf den „Llano de Argual“. Da ein Hauptsponsor der Ausstellung das Erziehungsministerium der Kanaren ist, werden auch nach und nach alle Schulen der Insel einen Ausflug in die Entstehungsgeschichte der Inseln machen. Darüber hinaus hat sich die „Fundación La Caixa“ an den Kosten der Ausstellung beteiligt, die große und sehr aktive Kulturstiftung einer der größten Banken Spaniens.



Dienstag 30.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 65%, Luftdruck 1016 hPa steigend

Vernetzung der Gesundheitszentren fast abgeschlossen

Vor etwa einem Jahr hatte man damit begonnen die Gesundheitszentren der Insel mit dem Krankenhaus zu vernetzen um die Daten der Patienten überall sofort zur Hand zu haben. Bis Ende April will man die beiden noch fehlenden Polikliniken in Santa Cruz de La Palma und Breña Baja auch noch ans Netz bringen. Was sich für mitteleuropäische Datenschützer wie der Supergau anhört, gilt hier als fortschrittliches System welches die Arbeit in der gesamten medizinischen Betreuung der Insel sehr vereinfachen soll. Die Vernetzung dieser Daten auf La Palma ist ein Pionierprojekt des spanischen Gesundheitssystems und man kann ganz einfach ahnen, dass das nur der Anfang sein soll.

Der Schlüssel zum Zugang zu den Patientendaten ist eine Karte mit einem Magnetstreifen, die jeder Palmero mit sich herumträgt. Die Vorteile liegen auf der Hand, jeder Arzt kann sofort auf die gesamte Krankengeschichte des Patienten zurückgreifen und muss nicht in mühevoller Kleinarbeit alles neu aufnehmen oder sich vorangegangene Untersuchungsergebnisse auf dem Postweg schicken lassen. Diese wirklich neue Verfahrensweise im Gesundheitssystem bringt viele Vorteile, aber auch viele Gefahren mit sich. Jeder der auch nur im Entferntesten mit Datenverarbeitung zu tun hat weiß, dass es unendlich viele Möglichkeiten gibt da Fehler zu machen oder noch schlimmer, Daten zu manipulieren. Es ist nicht das erste Mal, dass La Palma Versuchsfeld für irgendwelche neunen Technologien ist, aber es dient ja nur unserem Wohl und andere wissen immer besser, was gut für einen selber ist...



Montag 29.03.04 18:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 61%, Luftdruck 1012 hPa stabil

Avocadoanbau auf La Palma wieder im Kommen

Der Avocadoanbau auf La Palma ist ja nichts unbekanntes für uns, bereits seit 25 Jahren werden diese ovalen Grünlinge bei uns intensiv kultiviert. Seinerzeit sollte die Avocado die Banane auf lange Zeit ersetzen, was sich bald als Illusion erwies. Viele, viele andere Länder setzten damals auch auf den steil wachsenden Avocadomarkt und brachte die Produktion auf La Palma wieder in den Keller. Lediglich auf die anderen Inseln und nach Frankreich wird momentan noch exportiert. Das Problem liegt daran, dass inzwischen nur noch eine einzige Sorte im Export akzeptiert wird, die länglich-ovale und glattschalige Sorte mit dem unschönen Namen „Hass“. Die hier früher oft verbreitete Sorte „Fuerte“, wird im Export nicht mehr gefragt. Sie hat schwärzlich gerippte Haut und sieht so hässlich aus wie die andere Sorte heißt. Allerdings schmeckt sie deutlich besser als die ovale Schöne mit dem doofen Namen und wird hier von der Gastronomie bevorzugt verwendet.

Dieses Monopol der einen Sorte führt dazu, dass genau wenn wir unsere Avocados zum Verkauf bereit stellen, alle anderen Avocado produzierenden Länder das auch tun und wir mit unseren teuren Frachttarifen wieder hinterher laufen. Nun soll eine neue Sorte, deren Namen ich nicht rausbekommen habe, aber schlimmer als „Hass“ kann er auch nicht sein, Abhilfe schaffen. Diese neue Wundersorte soll auch noch in den Monaten Oktober und November ansehnliche Früchte hervorbringen, wenn der Markt bereits wieder mehr Geld für Avocados hergibt als im Sommer. Die Fruchtgenossenschaft „Cocampa“, die alleine 25% der Avocadobauern La Palmas unter ihren Fittichen hat, schätzt den Anstieg der Anbaufläche für Avocados auf 20 – 30% in den nächsten Jahren.



Montag 29.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 65%, Luftdruck 1011 hPa steigend

Keine Schäden auf La Palma nach dem Sturmtief der vergangenen Woche

Gestern bereits stieg das Thermometer wieder deutlich an und ein strahlend blauer Himmel war Zeuge des Abschiedes von der Regenfront. Es liegt wieder Schnee auf dem Roque de los Muchachos und als einzige negative Folgen der Tiefdruckfront kann man die Sperrung der Straße zu den Observatorien nennen und die leicht mürrischen Gesichter der Gäste. Wer sich aber auskennt auf der Insel der weiß, kommt der Wind von der einen Seite, dann fährt man auf die Andere und schon ist man dem Regenwetter entkommen. Nun ist wieder alles im Normalbereich, allerdings wird es die nächsten Tage nachts reichlich frisch werden.

Auf den anderen Kanaren hat das Tief zum Teil zu lokalen Überschwemmungen geführt, besonders auf den „orientalen“ Inseln Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura. Dort fielen in manchen Regionen mehr als 50mm Niederschlag in weniger als 12 Stunden was zu erheblichen Behinderungen auf den Straßen führte. Auf Gran Canaria und Lanzarote unterspülte das viele Wasser einige Straßenbefestigungen, so dass die Straßen gesperrt und erst wieder repariert werden müssen. Hier im Aridanetal fielen in den drei Tagen in denen wir im Einzug des Tiefdruckgebietes standen lediglich 30mm Niederschlag und nur am Samstag Mittag tauchten plötzlich starke Windböen auf. Es hätte mehr Wasser sein können, aber ich will nicht immer meckern. Mühsam ernährt sich der Wasserspeicher und bis Mai dürfen es schon noch mal zwei kleine Tiefdruckgebiete für zwischendurch sein um den langen regenlosen Sommer zu beginnen.



Sonntag 28.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 62%, Luftdruck 1007 hPa steigend

Eiertanz um Käsesiegel

Es geht in die nächste schildbürgerliche Runde, welcher Käse denn nun das begehrte Siegel der UNESCO tragen darf und sich damit Weltbiosphärenkäse nennen darf. Die Statuten sind mehr oder weniger klar. Nur Käse der aus Milch von einheimischen Ziegen gewonnen wird darf dazu verwendet werden. Die Ziegen müssen auf La Palma geboren und aufgewachsen sein und den auf den Kanaren ansässigen Rassen angehören. Hört sich gar nicht so ganz verkehrt an obwohl mir nicht schlüssig klar wird, warum die Milch einer Ziege die woanders geboren wurde, oder einer „ethnischen Randgruppe“ angehört, den ganzen Käse verwässern soll. Macht nichts, meine Gedanken sind beim Verzehr des Käses nicht beim Siegel, das esse ich nicht mit, sondern alleine beim Geschmack.

Nun gibt es aber nicht nur die Siegelverteiler des Weltbiosphärenreservates, sondern auch noch ein streitbares Konsortium welches um das „DOC“ für Ziegenkäse aus La Palma wacht. Diese Organisation will nun erreichen, dass nur Ziegenkäse der die „Denominación de Origen Queso Palmero“ trägt sich auch mit dem Siegel der UNESCO schmücken darf. Da muss man dann die Käse ein bisschen größer machen, damit Platz bleibt für die ganzen Plaketten. Die Vereinigung der Ziegenkäseproduzenten welche das „DOC“ verleiht, vertritt aber gerade mal 10% der Produktion der Insel. Es wird also verwirrend um den Käse aus La Palma. Es wird einen geben mit Siegel der UNESCO, einen mit einer Herkunftsgarantie „DOC“ einen ohne jegliches Siegel und dann noch den Doppelsiegelkäse. Wer jetzt unschlüssig vor der Käsetheke steht, sollte mal den herrlichen Ziegenkäse aus Fuerteventura probieren. Das ist zwar kein Produkt nach der reinen Lehre der Rasse, aber schmeckt hervorragend und man kommt wunderbar an den Käse, ohne sich durch Schichten von Siegeln zu wühlen.



Sonntag 28.03.04 09:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 4 mm, Luftfeuchte 64%, Luftdruck 1005 hPa steigend

Amoklauf in Santa Cruz

Gegen 02:00 Uhr nachts ereignete sich in unserer Hauptstadt Santa Cruz ein Vorfall den man irgendwo vermutet hätte, aber nicht bei uns auf La Palma. Der 67 Jahre alte Manuel Guillén Morales erschoss mit einem Jagdgewehr seine 59 Jahre alte Ehefrau María del Carmen Caballero Umpiérrez. Danach wollte er auch noch seinen anwesenden Sohn erschießen, der Sohn konnte Manuel allerdings entwaffnen, wurde aber dabei verletzt und liegt nun im Krankenhaus. Danach lief Manuel mit zwei Stangen Dynamit hinaus auf die Straße bis zur Plaza Fernando im Norden der Stadt. Dort entzündete er die beiden Dynamitstangen und sprengte sich so selber in die Luft.

Die Explosion war so heftig, dass die Polizei und die Feuerwehr mehrere Stunden benötigten alle Reste dieses Amoklaufes zu beseitigen. Nicht auszudenken was passiert wäre, wenn sich der Vorfall zu einer anderen Uhrzeit ereignet hätte und nicht mitten in der Nacht als kein Mensch unterwegs war. Manuel Guillén Morales galt als nörglerischer Eigenbrötler, der seiner Frau vor Eifersucht das Leben unerträglich machte, aber bislang keine Gewalt angewendet hatte. María del Carmen ist damit das dreizehnte Todesopfer häuslicher Gewalt in Spanien in diesem Jahr. Für uns hier auf La Palma bleibt die ernüchternde Erkenntnis, dass wir nun auch Teil dieser erschreckenden Statistik sind und uns dieses Mal nicht wegducken können.



Samstag 27.03.04 19:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 8 mm, Luftfeuchte 66%, Luftdruck 999 hPa sinkend

Wieder ein Stückchen mehr Unabhängigkeit von der Hauptstadt Santa Cruz

Los Llanos wächst deutlich schneller als die Hauptstadt Santa Cruz und hat von der Einwohnerzahl sein 3 Jahren auch die Nase vorne. Immer mehr Unternehmen ziehen Los Llanos als Standort der Hauptstadt vor, ganz einfach weil das Einzugsgebiet größer ist und auch Gewerbe mehr Möglichkeiten hat einen guten Standort zu finden. Santa Cruz liegt mit „dem Rücken zum Berg“ und kann sich nicht ausdehnen. Die Leute auf der Westseite der Insel lieben es gar nicht, wenn man um irgendeinen Papierkram zu erledigen in die Hauptstadt auf die andere Seite fahren muss. Es gibt wenig Parkplätze und für uns behäbige Westseitler ist die Hauptstadt ein hektischer Moloch.

Alles was Verwaltung angeht, musste jedoch immer in der Hauptstadt erledigt werden. Alle Ämter und Behörden sind dort untergebracht, wie es sich für eine Hauptstadt gehört. Langsam weicht dieses Dogma aber auf. In der Casa Massieu im Stadtteil Argual gibt es seit gut 2 Jahren eine Außenstelle des Passamtes, wo Spanier sich die Ausweise besorgen können, ohne auf die andere Seite fahren zu müssen. Ausländer werden aber weiterhin von der Policia National in Santa Cruz bedient. Nun hat auch das Finanzamt im gleichen Gebäude eine Zweigstelle eröffnet und nun können, dürfen, wollen wir unsere Steuerangelegenheiten dort erledigen, wo wir das Geld verdient haben. Wieder ein Stück mehr Unabhängigkeit für die Westseite, nun fehlt nur noch eine politische Partei welche die endgültige Loslösung der West, von der Ostseite fordert. – Das war ein Scherz, aber es existiert tatsächlich ein schrulliger Lokalpatriotismus, in dem die Bewohner beider Inselseiten sich gegenseitig durch den Kakao ziehen. Die da drüben nennen uns „gallos“ also Hähne und wir schimpfen mit „portugeses“ (Portugiesen) zurück.



Samstag 27.03.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 12 mm, Luftfeuchte 64%, Luftdruck 1002 hPa sinkend

Umgehungsstraße von Los Llanos kann nun gebaut werden

Seit etwa 15 Jahren denkt man über diese Möglichkeit nach, den Verkehr nach Tazacorte und in den Nordwesten der Insel am Stadtinneren vorbei zu lenken. War es vor 15 Jahren noch ein Gedanke an Luxus, so ist heute daraus eine dringende Notwendigkeit geworden, die größte Stadt der Insel vor dem technisch motorisierten KO zu retten. Etwa die Hälfte des Verkehrsaufkommens welches in Los Llanos für „stop and go“ sorgt ist Durchgangsverkehr in den Nordwesten der Insel und nach Tazacorte. Die Vorstellung an einem normalen Wochentag zügig nach Los Llanos fahren zu können ohne den üblichen Stau an den Ampeln, bereitet nicht nur mir große Freude.

Die neue Trasse wird über Triana nach Argual führen, beides Stadtteile im südlichen Teil der Stadt. In Argual mündet die Umgehungsstraße dann an die Abzweigung nach Tijarafe oder Tazacorte. Der kanarische Minister für Infrastruktur Antonio Castro Cordobez, wegen seiner Ähnlichkeit mit einem britischen Mimen auch „Mr. Bean“ genannt hat, hat das Projekt in einem Treffen mit dem Bürgermeister von Los Llanos nun abgenickt und die endgültige Zustimmung des kanarischen Parlamentes ist nur noch Formsache. Für 5 Millionen Euro gibt es 3,5 Kilometer neue Straße und schon im Juni will man mit dem Bau beginnen. Santa Cruz baut eine Umgehungsstraße, Los Llanos auch, nun müssen wir in El Paso auch mal darüber nachdenken ob wir nicht auch so eine moderne Möglichkeit haben wollen an uns vorbei zu fahren.



Freitag 26.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 58%, Luftdruck 1005 hPa sinkend

Der Regen dreht noch eine Warteschleife

Nachdem der Wind nun von Nordwest auf Südwest gedreht hat verzögert sich der von uns erhoffte Regen noch etwas, da das Tief nun sozusagen über die Hintertür zu den Kanaren eilt. Der staatliche meteorologische Dienst hat nun auch eine Sturmwarnung für heute Nacht und morgen herausgegeben, die Winde aus Südwest gelten als tückisch. Allerdings schreibt man dort, dass man Windgeschwindigkeiten von bis zu 70 kmh erwartet also kein richtiger Sturm, aber in Böen kann das deutlich mehr werden. Auf dem Satellitenbild kann man gut die typische Form eines Tiefdruckwirbels erkennen und nördlich davon das Azorenhoch, welches den Wirbel nach Südosten drückt.



Freitag 26.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 56%, Luftdruck 1007 hPa stabil

Wieder schwache Zahlen im Tourismus auf La Palma

Während die beiden großen Inseln, Tenerife und Gran Canaria für den Februar dieses Jahres ein Plus in der Zahl der anreisenden Gäste vermelden können, müssen die anderen Inseln sich mit einem Rückgang der Besucher abfinden. Mit einem Minus von 4,6% führt La Palma die Negativliste an, gefolgt von Lanzarote mit 3,1% weniger Gästen und Fuerteventura kommt mit einem blauen Auge davon und registriert 1.8% weniger Besucher als noch vor einem Jahr. In blanken Zahlen sieht es weniger dramatisch aus, 656 Gäste weniger verzeichnet La Palma im Februar 2004 gegenüber dem gleichen Monat des Jahres 2003.

Hauptgrund für diese negativen Zahlen ist fragwürdige Politik der Fluggesellschaften, welche die kleinen Inseln immer weiter benachteiligen. Keine Flüge am Wochenende und Preise, die unentschlossene Gäste dann doch eher abschrecken. Bislang hat sich kein Preisbrecher für die kleine grüne Insel im Atlantik interessiert und so teilen sich die Air Berlin, LTU, Hapag Lloyd und Thomas Cook einen Markt in dem es wohl heißt, lieber streichen wir einen Flug bevor wir mit den Preisen runtergehen. Es wird interessant was die Eröffnung des neuen Hotels in Fuencaliente an dieser arroganten Politik der Fluggesellschaften ändert. Auf einen Schlag erhöht sich dann die Anzahl der zur Verfügung stehenden Betten der Insel um 10%. Wie sollen denn mehr Gäste auf die Insel kommen, wenn die Kapazitäten der Anreisemöglichkeiten immer weiter beschränkt werden? Es wird spannend mit dem Tourismus auf La Palma.



Donnerstag 25.03.04 17:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 3 mm, Luftfeuchte 56%, Luftdruck 1006 hPa sinkend

Leider nur ein Schauer

Da hat der Tag so hoffnungsvoll begonnen und just als ich die Kinder in die Schule bringen musste, fiel der erhoffte Regen. Aber nach dem ersten und einzigen Schauer brachen die Wolken wieder auf und das "Bauernwetter" wandelte sich wieder in "Urlauberwetter". Die drei Millimeter wurden von der danach gierig wieder auftauchenden Sonne gleich wieder zurück in die Atmosphäre geschickt. Noch sinkt das Thermometer aber und zwei Tage mindestens haben wir noch Chancen auf den dringend benötigten Regen. Für Sonntag meldet sich das Azorenhoch schon wieder an und dann schickt der Nordostpassat zwar feuchte Wolken nach La Palma, aber davon hat dann nur die Osteseite was. Wir auf der Westseite müssen immer auf die knappen Tage mit Westwind warten um überhaupt mit dem kostbaren Nass beschenkt zu werden.

Warnung vor Trickserei mit Servicenummern

Eben erreicht mich eine Nachricht die ich zwar nicht persönlich bestätigen kann, habe aber keinen Grund an der Aussage zu zweifeln. Die spanische Post ruft niemanden an wenn ein Paket ausgeliefert werden soll, da gibt es Benachrichtigungszettel. Hier der Hinweis:

Hallo Herr Siebold! Heute haben mir Kunden erzählt, dass Sie angerufen wurden mit der Information ein Paket aus Deutschland sei angekommen. Damit diese Paket zugestellt werden kann müsse eine bestimmte 807-Nummer angerufen werden - das Paket könne ohne einen Anruf nicht zugestellt werden. Die Anrufer werden in einer Warteschleife gehalten und zwischendurch auch mal weitergeleitet. Kosten: ca. 2 Euro pro Minute. Bitte warnen Sie die Leser Ihrer Seiten. HIER erfahren Sie mehr darüber.
Danke und Gruss aus Tendiña Hertwig Neumann



Donnerstag 25.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 55%, Luftdruck 1007 hPa sinkend

Breites Jammern an der Bananenfront

Die „Asociación Palmera de Agricultores y Ganaderos“ kurz „ASPA“ genannt beklagt die schlechten Preise die für Bananen im Moment gezahlt werden. Seit Januar sinken die Preise ständig und erst nach Ostern erwartet man eine leichte Verbesserung. Es wird überlegt, ob man nicht wie im vergangenen Sommer einfach 30% der Ernte auf den Plantagen lässt, um den Druck vom Markt zu nehmen. Diese unpopuläre Maßnahme bedeutet für die Bananenbauern einen kräftigen momentanen Einkommensverlust, hat aber im vergangenen Jahr funktioniert und die Preise wieder ansteigen lassen.

Hauptproblem in der Strategie gegen den Preisverfall ist die mangelnde Zusammenarbeit der Produzenten. Es gibt mehrere Verbände die oft konkurrierend ihre Ideen anpreisen, aber immer erst, wenn der Preis bereits im Keller ist. Die Bananenbauern selbst sind natürlich mit schuldig und werfen, immer wenn die Preise anfangen zu sinken schnell noch so viel Bananen auf den Markt, dass die Kühlhäuser überquellen. Langfristige Überlegungen sind da gefragt und eine strammere Organisation. Da aber beginnt das Problem, sind doch die palmerischen Bananenbauern eher für Sturheit bekannt, die einem niederbayrischen Viehhändler zur Ehre gereichen würde, als für kooperative Marktstrategien.



Mittwoch 24.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 54%, Luftdruck 1009 hPa sinkend

Diebesgut mit giftigen Folgen

Das könnte eine so schöne Geschichte sein, bei Mirca im Nordosten der Insel klauten Diebe in den frühen Morgenstunden von einem Feld 180 Salatköpfe. Selbst bei uns auf La Palma wäre das keine Meldung mehr wert, auch wenn es furchtbar ärgerlich ist, wenn einem die Früchte der Arbeit geklaut werden. Der bestohlene Bauer unterrichtete nun die Polizei, dass die Salatköpfe mit Insektiziden behandelt waren und die vorgeschriebene Wartezeit noch nicht abgelaufen ist. Kann sein, dass der Bauer den Dieben nur die Freude an der Beute vermiesen will und er deshalb erzählt sie seien mit Gift behandelt worden, kann aber auch sein, dass es wirklich so ist. Die Polizei hofft nun auf besonnene Markthändler die besonders günstig angebotene Salatköpfe lieber nicht ankaufen und die Gesetzeshüter zu der Quelle der vegetarischen Strauchdiebe führen.



Mittwoch 24.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 52%, Luftdruck 1012 hPa sinkend

Neue Chance auf Regen

Nach den Tagen mit heftigem Wind aus Nordost dessen Ursprung aber nicht das Azorenhoch war, sondern trockene und heiße Luft auf die Kanaren brachte, scheint nun der Wetterwechsel vollzogen. Dicker morgendlicher Nebel kündigt ein Tief aus Nordwest an, welches eingekeilt zwischen dem abziehenden afrikanischen Hoch und dem im Norden lauernden Azorenhoch keine Chance hat, sich an den Kanaren vorbei zu mogeln. Vielleicht bringt uns ja dieses Tief die noch fehlende Regenmenge um für den kommenden Sommer gerüstet zu sein. Ich kann aber alle anreisenden Gäste beruhigen, für das Wochenende hat sich bereits das Azorenhoch wieder angekündigt.

Der Stromausfall vom Wochenende beschäftigt uns weiter. Der Direktor unseres einzigen Stromversorgers UNELCO, José María Plans ist gestern auf die Insel gereist um in einer Pressekonferenz Stellung auf den Vorfall vom Sonntag einzugehen. Leider bekamen wir keine Details zu hören. Nach dem Ausfall einer dieselbetriebenen Turbine dauerte es fünf Stunden die Ersatzturbine an das Netz zu bringen. Durch die Zeilen glaubt man aber zu hören, dass man die Schuld den Technikern hier vor Ort geben will. Auf die Frage, ob es Entschädigungen geben wird, ließ José María Plans verlauten: Wir werden alle Beschwerden prüfen und so reagieren, wie wir es für gerecht ansehen“. So was nennt man Kundendienst und da kam es passend, dass gerade als ich die Meldung lese, der Strom schon wieder weg war. Zwar nur für 10 Minuten aber die UNELCO schient viel größere Probleme zu haben, als man uns sagen will.



Dienstag 23.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 29 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 50%, Luftdruck 1015 hPa sinkend

3 Kreuzfahrer auf einmal im Hafen von Santa Cruz

Mit Blumen will man die annähernd 2.200 Gäste der drei Schiffe im Hafen von Santa Cruz begrüßen, auf dass Sie die Insel in guter Erinnerung halten. Heute ist die „A Rosa Blu“ mit hauptsächlichen deutschen Gästen an Bord bis in den Abend in Santa Cruz, bevor sie weiter fährt nach Puerto de Rosario. Als zweites Schiff mit über 200 Meter Länge legt die „Mona Lisa“ an und bleibt bis zum Nachmittag und fährt dann weiter nach Funchal. Aus der Hauptstadt Madeiras kommend erwarten wir die „Adriana“, die gegen Mitternacht weiter nach La Gomera steuert.

Es wird immer wieder darüber gestritten, was uns denn die Besuche von weit mehr als hundert großen Kreuzfahrer im Jahr bringt. Die Passagiere lassen kaum Geld auf der Insel, da Sie ja bestens versorgt werden auf den schwimmenden Hotels. Die Gastronomen klagen über den plötzlichen Einfall von einer oder mehrerer Busladungen und jeder nimmt nur einen Kaffee oder eine Brause zu sich. Die Geschäftsleute spüren in ihren Läden auch kaum mehr Umsatz mit den Gästen von den Kreuzfahrern. La Palma ist nie die erste Anlaufstation der europäischen Gäste. Das ganze Geschäft mit dem Einkauf zollfreier Waren wird bereits auf Madeira oder Gran Canaria abgewickelt. Andererseits hat die Insel so die Möglichkeit sich für einen erneuten Besuch der Gäste zu empfehlen. Sicher sind da einige Leute die kaum was von uns wissen, aber von einer Busfahrt über die Insel doch begeistert werden und uns dann ein anderes Mal ausgiebiger zu besuchen.



Dienstag 23.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 44%, Luftdruck 1016 hPa sinkend

Stromausfall vom Sonntag immer noch nicht geklärt

Die Aussagen über die Ursache des inselweiten Stromausfalles seitens der Firma UNELCO sind sehr knapp und wenig einleuchtend. Sinkender Öldruck an einem der Dieselgeneratoren wird als Grund angegeben, dass die gesamte Insel über 5 Stunden ohne Strom war. Warum die zweite vorhandene Turbine keinen Ersatz leisten konnte bleibt offen und nährt den Verdacht, dass die UNELCO uns über den tatsächlichen Zustand der Stromversorgung auf La Palma im Dunklen lässt. Da läuft nicht alles rund und gerade um die vorhandene Ersatzturbine gab es viel Polemik, sollte diese doch ohne ersetzt zu werden nach Fuerteventura geschafft werden. Dort wächst der Stromverbrauch schneller als auf La Palma und schließlich will die UNELCO auch Geld verdienen.

Der angerichtete Schaden ist noch nicht zu beziffern. Abgesehen von den Unbequemlichkeiten für die Haushalte reagieren viele moderne technische Geräte äußerst sensibel auf Stromausfälle und besonders auf die Schwankungen die beim erneuten Anfahren der Versorgung entstehen. Am Sonntag gab es drei Versuche die Stromversorgung wieder herzustellen, zweimal jedoch nur für einen kurzen Moment. Das Inselkrankenhaus meldet den Ausfall von mehreren Instrumenten und etliche Computer müssen zur Reparatur gebracht werden weil die Netzteile die schlechte Behandlung seitens des Stromerzeugers mit Arbeitsverweigerung quittierten. Die Unternehmervereinigung ruft alle Geschädigten auf, der UNELCO die Kosten für die Geräte und den Verdienstausfall in Rechnung zu stellen. Das ist laut gebellt aber wohl aussichtslos, die Rechtsabteilung des Stromversorgers ist sehr viel fähiger und effektiver als die technische Abteilung.



Montag 22.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 29 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 48%, Luftdruck 1018 hPa sinkend

Halb leer oder halb voll

Es geht mal wieder um das Wasser, reicht es denn jetzt um damit über den Sommer zu kommen oder nicht? Da gehen die Meinungen weit auseinander, die Politiker reden sich die Lage schön und die Wasserhändler sprechen bereits von der nächsten Dürre. In der Tat sind die letzten Niederschläge fast wieder einen Monat her, das letzte Mal regnete es am 25.2. Das ungewöhnlich warme Wetter und der trockene Wind dazu, machen die Bananen durstig und wenn es nicht bald regnet, dann müssen wir wieder auf unsere Reserven zurückgreifen, die eigentlich für den Sommer gedacht sind. Das „Consejo Insular de Aguas“ (Inselwasserrat) dem unser verehrter Inselpräsident vorsteht vermeldet stolz, fast alle Wasserspeicher sind voll. Nun muss man leider immer wenn diese Herren etwas erzählen, nachgucken wie das denn nun gemeint ist.

Richtig ist, dass drei der sechs Wasserspeicher fast voll sind, die beiden Größten allerdings nicht. Der größte Wasserspeicher der Insel bei „La Laguna de Barlovento“ hat ein Fassungsvermögen von 6.500.000 pipas und fasst damit mehr Wasser als alle anderen Speicherbecken zusammen. Eine „pipa“ sind 480 Liter Wasser. Er ist aber nur zu etwa einem Drittel gefüllt und hat derzeit 2.300.000 pipas. Der zweitgrößte Speicher, hier im Aridanetal bei Dos Pinos hat ein Fassungsvermögen von 833.000 pipas, im Moment sind allerdings nur 100.000 pipas drin. Rechnet man die Speicherkapazität aller öffentlichen Becken zusammen ergibt das eine Summe von 8.743.000 pipas. Zählt man die Gesamtmenge des Wassers zusammen, welches tatsächlich im Moment gespeichert ist, dann kommt man auf 3.555.000 pipas, also nicht mal die Hälfte der möglichen Menge. „Fast voll“ kann ganz schön verwirrend sein. Die Insel braucht also dringend noch mehr Regen, so überstehen wir den Sommer noch nicht.

Wasserspeicher bei Dos Pinos auf der Westseite La Palmas


Montag 22.03.04 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm


Kleines Loch in der Hafenmole ist kein Problem

Der Bürgermeister von Tazacorte zeigt sich wenig beunruhigt von einem 4 x 4 Meter großen Loch in der zum Meer gewandten Seite des Hafens von Puerto de Tazacorte. Beim Versenken der unterseeischen Befestigungen war ein Zementblock an die Hafenmole gekracht und hinterließ Risse in der Mole denen man zunächst keine Bedeutung schenkte. Der starke Wellengang der vergangenen Wochen arbeitete jedoch so heftig an der Außenhaut der Mole, dass nun ein stattliches Loch in der Befestigung klafft. Allerdings befinden sich die Bauarbeiten am neuen Frachthafen von Tazacorte noch in der Garantiefrist und die ausführende Firma „Dragados“ hat angekündigt, dieses Loch so bald der Seegang es zulässt wieder mit Beton zu verschließen.



Sonntag 21.03.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm

In neun Monaten steigt die Geburtenrate

Von etwa 12:30 Uhr bis in den späten Nachmittag hinein gab es auf der gesamten Insel keinen Strom. Noch weiß ich nicht die Ursache für diesen totalen „blackout“ sicher kann ich aber morgen sagen, was die UNELCO unser Stromlieferant dazu sagt. Die Ausfälle haben sich in den letzten Wochen gehäuft, aber diese waren meist lokal und nur von kurzer Dauer. Der letzte komplette und inselweite Ausfall liegt nun schon Monate zurück. Gerade gestern noch lese ich in der Zeitung einen Artikel in dem die UNELCO Investitionen von 25 Millionen Euro für dieses Jahr auf La Palma einplant. Wie wir sehen, sind diese Investitionen dringend notwendig.

Wie verbringt man denn nun so einen Sonntag ohne Strom? Zuerst mal ganz friedlich, unser Telefon geht nicht und die Computer auch nicht. Das Handy sorgt aber dann für allerlei Kurzweil. Gäste aus 31 Häusern wollen mir mitteilen, dass sie keinen Strom haben. Das ist durchaus richtig, dass man uns kontaktiert wenn es keinen Strom im Haus gibt. Meine Allmacht ist aber begrenzt und ich kann die Gäste auch nur vertrösten, dass wir die fähigsten Techniker in Sachen Stromversorgung auf der Insel haben und sicherlich kommt der Strom gleich zurück... Das Hauptproblem bei Stromausfall auf La Palma ist, dass es ohne Strom in den meisten Häusern auch kein Wasser gibt. Elektrische Pumpen sorgen dafür, dass das Wasser aus den Sammelbehältern in den häuslichen Kreislauf fließen und wo kein Strom ist, da wollen auch die Pumpen ihre Ruhe haben.

Die Palmeros selbst ficht so ein Stromausfall überhaupt nicht an. „No hay luz“ (Es gibt kein Licht) heißt es lapidar und alles geht seinen normalen Weg. Ich durfte Zeuge sein, wie ohne Strom ein Restaurant völlig normal funktionierte und keiner der anwesenden Gäste auch nur das geringste Problem mit dem eingeschränkten Angebot hatte. Lamentieren bringt nichts, davon bekommt man nur Magengeschwüre und die können wir uns bei unserer Ernährungsweise gar nicht erlauben. Das sind Bilder die ich nie vergessen werde, ohne die Registrierkasse sind wir blind, Kopfrechnen ist nicht unsere Stärke. Da bestellt eine große Runde die Rechnung und der Wirt setzt sich zu den Leuten an den Tisch und gemeinsam und demokratisch erörtert man dann, wie man denn nun diese unendlich vielen Zahlen zu einer verständlichen Endsumme biegt. Kennen Sie das Problem von 13 x 1,15 Euro? Aus vielen Annäherungswerten wird dann eine vernünftige Quersumme gewählt und jeder geht zufrieden seiner Wege. Mit Strom, das kann jeder, das ist doch einfach...



Sonntag 21.03.04 09:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Die Inselregierung will die Wanderwege La Palmas aufwerten

Wenn man mal gerade nicht über Golfplätze spricht, dann haben die Inseloberen sogar Zeit sich um die tatsächlich vorhandenen touristischen Attraktionen zu kümmern. Man will einen Katalog auflegen in dem die historischen und kulturellen Hintergründe erklärt werden, warum es diesen und jenen Wanderweg eigentlich gibt. Fast alle Wanderrouten auf La Palma sind ehemalige Verbindungsstrecken zwischen den Siedlungen oder Pfade auf denen die Ziegenhirten ihre Tiere an die begehrtesten Futterplätze führten. Noch vor der Epoche der Toyotas gab es ein offizielles Wegesystem, so genannte „Caminos Reales“ die von öffentlicher Hand gepflegt wurden. Diese Routen bilden heute das Rückgrad des umfangreichen Angebotes an Wanderwegen der Insel La Palma.

In diesen Wegen verbergen sich natürlich Geschichten welche die Entwicklung der Insel erzählen und genau diese Geschichten will man jetzt wieder erzählen. Wer mal den Reventón Pass von El Paso auf die Ostseite überquert hat, der kann sich den Mühsal vorstellen die die Leute vor noch hundert Jahren täglich erlebten, wenn sie mit ihren Maultieren loszogen um Baumheide und andere Leckereien für ihre Ziegenherden holen mussten. Ein anderer emblematischer Weg ist der Aufstieg von Tazacorte nach El Time, früher die einzige Verbindung aus dem Aridanetal in den Nordwesten der Insel. Auf diesem abenteuerlichen Weg gelangten alle Waren aus dem Tal in den Norden und umgekehrt die Ernte der Bauern aus den fruchtbaren Äckern Puntagordas und Garafias auf den Markt von Los Llanos. Die wohlhabenden Bauern ließen die Maultiere (hier „bestias“ genannt) für sich schleppen. Wer sich keinen frühzeitlichen Toyota leisten konnte, der musste seinen Sack Kartoffeln auf dem Rücken den steilen Weg ins Tal tragen und auf hungrige Städter hoffen die ihm den Sack Knollen abkaufen. In diesen Wegen stecken unendlich viele Geschichten und ich freue mich darauf, diese zu hören.



Samstag 20.03.04 16:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm

Den Benahoaritas in den Kochtopf gucken

Die prähistorische Fundstätte „El Tendal“, unweit von San Andres und Sauces erhält nun ein Besucherzentrum und wird damit in den gleichen Rang gehoben wie die bekannten Höhlen unserer Ureinwohner bei „Zarza und Zarcita“. Die Inselregierung hat beschlossen dafür 547.000 Euro auszugeben und will damit nicht nur die Fundstätte vor dem Verfall und Souvenirjägern schützen, sondern auch einen weiteren touristischen Anziehungspunkt auf der Insel setzen. Es wird, ähnlich wie bei „La Zarza und La Zarcita“ auch einen kleinen erklärenden Museumsbereich geben, sanitäre Anlagen und reichlich Parkplätze. Die Ausgrabungen bei „El Tendal“ sind deswegen archäologisch so wertvoll, da sie gut erhaltene Gegenstände aus dem Alltag der Benahoaritas zeigen. Wann wir unseren Vorfahren dann in den Kochtopf blicken können, das wurde noch nicht gesagt.

Ach etwas in eigener Sache. Wir haben 2 neue Häuser in unser Programm aufgenommen, da uns die Qualität der angebotenen Objekte völlig überzeugt hat. Eigentlich wollten wir uns nicht mehr vergrößern, aber bei den beiden Angeboten konnten wir nicht Nein sagen. Einmal handelt es sich um ein komfortables Ferienhaus bei Tajuya, das Casa Alida und dann noch eine luxuriöse Penthousewohnung in Puerto de Naos, welches unter dem Namen „Atico“ läuft. '



Samstag 20.03.04 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Puntagorda ist „drin“

Die öffentliche Bibliothek in Puntagorda bietet ab Montag gratis für ihre Besucher Internetzugang per ADSL. An vier Rechnern gleichzeitig können dann Schüler im Internet ihr Wissen erweitern, so zumindest meint es der Bürgermeister. Sicherlich werden die wissbegierigen Schüler nur nach binomischen Formeln und der präpauschalen Unrelativitätstheorie in den Weiten des Internet suchen. Die Bibliothek ist wochentags von 16:00 bis 20:00 Uhr geöffnet und ich bin mir sicher, dass dieser hehre Ort der Bildung nun Publikum empfangen wird, welches bislang nicht mal wusste, dass es eine Bibliothek in Puntagorda gibt.



Freitag 19.03.04 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm

Erst fallen die Avocados, dann die Preise

Der heftige und böige Wind ist Schuld daran, dass die Avocadobauern plötzlich nicht mehr wissen, wohin mit ihren grünen Früchten. Selbst bei den frühen Sorten wäre eigentlich noch keine Erntezeit und schüttelt der Wind die mühsam gehegten Früchte von den Bäumen. In aller Eile müssen diese nun aufgesammelt, sortiert und auf den Markt kommen. Lässt man eine Avocado länger als einen Tag in der Sonne auf dem Boden liegen, dann wird diese schwarz, unansehnlich und kann nur noch weggeworfen werden. Es wird auch schwer sein den Abnehmern vorzugaukeln, man hätte die Früchte ordentlich vom Baum geschnitten, das glaubt jetzt kein Händler und für Avocados die vom Baum gefallen sind, gibt es weniger Geld.

Bei den Cooperativen, welche die Früchte aufkaufen und in den Handel bringen sinkt der Preis für Avocados stündlich, so groß und drückend ist jetzt das Angebot. Im Gegensatz zu den Bananen gibt es keine staatlichen Hilfen für jedes Kilo produzierter Avocados, da zählt nur der Preis den der Markt hergibt. Es ist traurig anzusehen, wie die Arbeit eines Jahres auf dem Boden liegt. Im Moment hat es nur die frühen Sorten erwischt, der Großteil der Avocados hat gerade erst geblüht und da kann man noch nicht genau sagen, wie weit der Wind dort auch Schaden verursacht hat.

Erst Bauernstolz und jetzt Fallobst


Freitag 19.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Festhalten

Heftige Winde brausen seit gestern über das Aridanetal, eigentlich aus der gleichen Richtung wie unser geliebter Nordostpassat, aber dieses Mal ist die Luft trocken und warm. Das Hochdruckgebiet welches unser Wetter im Moment bestimmt hat afrikanischen Ursprung und konnte so auf seinem kurzen Weg zu den Kanaren keine Feuchtigkeit aufnehmen. Dieses kontinentale Wetter ist sehr selten bei uns, bestimmen doch sonst der Nordostpassat oder südwestliche Winde unser Wetter, die angereichert mit Feuchtigkeit unsere Inseln besuchen.

Die Winde im Aridanetal sind zum Teil so heftig, dass Sonnenschirme und Gartenmöbel aus Kunststoff sich selbstständig in der Nachbarschaft bewegen. Der aussichtslose Kampf mit dem Besen gegen das Laub auf den Terrassen wird nur noch von ganz wenigen geführt, Sisyphos ist an diesen Tagen Palmero mit Besen und Kehrschaufel bewaffnet. Die Landwirtschaft leidet sehr unter diesem trockenen Wind, die Bananen sind zerzaust und entwickeln einen übergroßen Durst um die enorme Verdunstung zu kompensieren. Jetzt fange ich schon wieder an auf Regen zu hoffen. Es sieht momentan nicht so aus als würde uns dieses Hoch bald wieder freigeben, aber mit ganz, ganz viel Phantasie glaube ich gesehen zu haben, dass das Barometer ein ganz klein bisschen tiefer steht als gestern noch...



Donnerstag 18.03.04 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm

Zapatero macht Urlaub auf den Kanaren, wo denn sonst!

Es wird zwar nur ein Kurzurlaub von einem Wochenende aber er erfüllt damit ein Versprechen das er bereits vor den Wahlen angekündigt hat. Er sagte, damals mehr im Scherz, nach den Wahlen wird er auf den Kanaren Urlaub machen und an der künftigen sozialistischen Regierung feilen. Nun ist er tatsächlich unser neuer Ministerpräsident, wer hätte das noch vor 4 Wochen für möglich gehalten, als alle Umfragen ihn deutlich hinter Mariano Rajoy platzierten. Ich hoffe der Kurzurlaub auf den Kanaren gibt ihm die nötige Energie und Weitsicht ein ordentliches Kabinett zu bilden. Man sagt uns ja nach, dass die Inseln jede Menge Energie transportieren, aber da kenne ich mich nicht aus, dieses Feld überlasse ich den Esoterikern.

Die große Frage lautet nun, auf welcher Insel machen José Luis Rodríguez Zapatero und seine Frau Sonsoles Espinosa Urlaub? Das ist laut Parteibüro der PSOE oberste Geheimsache und nur ganz wenige Eingeweihte wissen, wo und auf welcher Insel er sich mit Energie volladen will. Irgendwie kann ich das verstehen, dass der Mann mal ganz alleine und ohne Öffentlichkeit nachdenken will, das hat er auch dringend nötig, es stehen viele wichtige Entscheidungen an. Wir haben ja auch die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass in der nächsten Regierung ein Minister von den kanarischen Inseln sitzt. Da kommt es doch passend, wenn Zapatero sich hier ein bisschen umsieht. Vielleicht bekommt ja irgendein Pressemensch es doch noch raus, welche Insel unser zukünftiger Präsident mit seinem Besuch ehrt. Ich werde auf jeden Fall die kommenden Tage die Augen offen halten, vielleicht trifft man sich ja so rein zufällig beim Bäcker...



Donnerstag 18.03.04 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Vollendete Tatsachen

Es gibt Streit zwischen der Inselregierung und der Verwaltung der Hauptstadt Santa Cruz. Die Renovierung der „Casa Quemada“, einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert an der „Plaza de Santo Domingo“, läuft anders ab als die Inselregierung sich das vorgestellt hat. Am 17. Februar bereits wollte die Inselregierung auf Anraten eines Architekten die Restaurierungsarbeiten einstellen lassen um weitere Analysen zu erstellen. Die Stadtverwaltung aber ließ weiterbauen und riss auch gleich die ganze Fassade ab. Nun geht der Streit zwischen den Architekten der Inselregierung und der Stadt, ob denn nun die Fassade zu erhalten gewesen wäre oder nicht.

Der verantwortliche Architekt vor Ort bezeichnet den Abriss der Fassade als notwendig, da der Zustand des Gebäudes so schlecht ist, dass eine Renovierung nicht mehr möglich ist. Die Architekten der Inselregierung behaupten etwas anderes und sehen in dem Abriss eine Verletzung der Verordnung zur Erhaltung historischer Fassaden. Da kontert der verantwortliche Architekt mit dem Hinweis, dass diese Verordnung nicht nur die Restaurierung historischer Fassaden kennt, sondern auch deren Rekonstruktion und wenn man etwas rekonstruieren will, dann muss man es erst mal abreißen. Vollendete Tatsachen sind ein probates Mittel auf La Palma um Diskussionen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Ganz in den Hintergrund gerät dabei die neue Bestimmung dieses historischen Gebäudes. In dem Haus soll das Museum für zeitgenössische Kunst untergebracht werden, im Moment gleicht das alles aber eher einem Schauplatz für zeitgenössischen Beamtenstreit.



Mittwoch 17.03.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm

„Mosca Blanca“, der Albtraum jedes Bauern

Das kanarische Institut für Agrarforschung (ICIA) hat jetzt ein Netzwerk aufgebaut in dem 26 verschiedene spanische Institute gemeinsam Wege suchen, diesem globalen Schädling den Kampf anzusagen. Allein auf den Kanaren haben die Wissenschaftler über zwanzig verschiedene Arten der „weißen Fliege“ entdeckt, einige endemisch, die meisten jedoch eingeschleppt. Irgendeine Art der weißen Fliege findet sich an so gut wie jeder Nutzpflanze und hier haben besonders die Bananen und Citrusplantagen heftig mit dem kleinen Insekt zu kämpfen. Die weiße Fliege schädigt die Pflanze nicht nur direkt in dem die Larven den Blättern den Saft absaugen, sondern ist auch noch Überträger einiger Viruskrankheiten. Wenn die Fliege selbst die Pflanze nicht zur Strecke bringt, dann besorgt das später der Virus. Das nennt sich diabolische Arbeitsteilung.

Man kann die chemische Keule anwenden, das wird auch reichlich gemacht, aber man ist auch immer weiter gekommen auf der Suche nach natürlichen Feinden um so die Plage auf galanterem Weg zu bekämpfen. Dabei erweisen sich die natürlichen Feinde der weißen Fliegen allerdings sehr wählerisch, man hatte eine bestimmte Schlupfwespe mit Erfolg eingesetzt im Kampf gegen die „Trialeurodes vaporariorum“ eine der vielen Arten der weißen Fliege. Allerdings verschmähte der „Nützling“ die hier häufig vorkommende Art „Aleurothrixus floccosus“, die besonders bei den Zitruspflanzen grassiert. Nun hofft man auf eine andere Schlupfwespenart welche auf den exotischen Namen „Encarsia guadaloupae“ hört, die soll angeblich weniger dogmatisch in ihren Fressgewohnheiten sein. Wie man später dann die Schlupfwespen wieder bekämpft, das erzählen wir in einer anderen Geschichte...

weiße Fliege auf einem Zitronenblatt



Mittwoch 17.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm

Alter Schlachthof von Los Llanos wird Polizeistation

Seit Jahren ist bereits kein Betrieb mehr im Schlachthof von Los Llanos. Einmal ist ein Schlachthof mitten in der Stadt nicht zeitgemäß und auch hätten notwendige Umbaumaßnahmen um den EU Normen gerecht zu werden Unsummen verschlungen. Der neue und große Inselschlachthof oberhalb von El Paso hat die Aufgaben mit übernommen und nun stehen die Räume für andere Verwendungen zur Verfügung. Der Gemeinderat hat nun beschlossen die Lokalpolizei dort unterzubringen und einige Räume für Nachbarschaftsgruppen zu öffnen. Der alte Schlachthof liegt an der Straße nach Puerto de Naos gegenüber dem Park "Antonio Gómez Felipe".

Der Umbau des Gebäudes wird an die 570.000 Euro kosten, von denen mehr als die Hälfte vom Arbeitsamt kommen. Die Restaurierung der Räume wird von jugendlichen Auszubildenden vorgenommen die dort in der Praxis den Umgang mit allen Materialien erlernen können. 16 jungen Menschen wird so eine Chance gegeben für 2 Jahre einen bezahlten Ausbildungsplatz zu haben und später auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr als ungelernt da zu stehen. Diese Form von „learning by doing“ ist nicht neu auf La Palma, sondern hat bereits in vielen Gemeinden ähnliche Projekte entstehen lassen. Sinnvoller kann man Ausbildung gar nicht machen und für die Gemeinden ist es natürlich auch schön, wenn man für Umbaumaßnahmen an öffentlichen Gebäuden mehr als die Hälfte nicht bezahlen muss.



Dienstag 16.03.04 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm

Alle Vögel der Insel in einem Atlas

Die Inselregierung stellt einen neu erschaffenen Atlas vor, in dem alle 50 hier brütenden Vogelarten aufgeführt und erklärt werden. Darüber hinaus werden auf La Palma 38 weitere Vogelarten beobachtet, die aber nicht hier brüten und sich auch nicht die gesamte Zeit auf der der Insel aufhalten. Dieser Atlas erlaubt für die Zukunft eine genaue Analyse wie die Populationen der einzelnen Vogelarten vermehren, oder im schlechtern Fall immer weniger werden. Es ist das erste Mal, dass der Insel nun so ein minuziöser Almanach über ihre Vögel zur Verfügung steht. Es gibt zwar andere Aufzeichnungen welche Vögel hier leben, aber nicht in wie großer Verbreitung es diese hier gibt und welche Arten besonders geschützt werden müssen

Die am häufigsten vorkommenden Vögel der Insel sind die „Paloma bravía“ (Felsentaube), „Mosquitero Canario“ (Kanarenzilpzalp), wer nicht glaubt, dass der Vogel so heißt kann ja mal unter Phylloscopus canariensis nachsehen. Weiter sehr verbreitet ist natürlich der „Canario“ (Kanarenvogel), der „Bisbita Caminero“ (Kanarenpieper), „Cernicalo Vulgar“ (Turmfalke), „Vencejo Unicolor“ (Einfarbsegler) und nicht zuletzt die „Chova Piquirroja“ auch als „Graja“ (Alpenkrähe) bekannt. Außerdem laufen noch ein paar schräge Vögel über die Insel die allerdings fluguntauglich sind und so in diesem Atlas keinen Platz gefunden haben.

Selten anzutreffen, aber laut Atlas sind auf La Palma auch beheimatet: „Pardela Chica“ (Kleiner Sturmtaucher), „Águila Pesquadora“ (Fischadler) – ich habe allerdings noch nie einen gesehen auf La Palma, „Gallineta Común“ (Teichhuhn), „Charrán Rosado“ (Rosenseeschwalbe), Lechuza Común“ (Schleiereule), „Gorrión Chillón“ (Steinsperling) und „Pico de Plata Africano“ (Silberschnäbelchen). Einige dieser Arten stehen unter strengem Naturschutz, wie die beiden endemisch kanarischen Taubenarten „Paloma Rabiche“ (Lorbeertaube) und „Paloma Turqué“ (Silberhalstaube)



Dienstag 16.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm

Weltbiosphärenreservat in unterschiedlichen Preisklassen

Wer in Zukunft mit dem Siegel der UNESCO seine Produkte an dem Verbraucher bringen will, der muss dafür bezahlen. Je nach Größe der Firma werden im Jahr 150 – 3.000 Euro fällig, dann darf man das Logo des Weltbiosphärenreservates La Palma nutzen. Darüber hinaus gibt es ein Regelwerk in dem die Voraussetzungen genannt werden, wann ein Produkt dieses Logo tragen darf. Das Konsortium will darüber wachen, dass nur traditionell hergestellte Waren mit dem Siegel der UNESCO versehen werden. Das ist sicher vernünftig, sonst kleben findige Betriebswirte die biosphärische Werbung auf alles was nur im Geringsten mit dieser Insel zu tun hat. Leider wurde noch nicht darüber gesprochen ob es nicht sinnvoll wäre die Politiker die wir nach Madrid schicken auch mit diesem Logo versehen werden sollten. An der traditionellen Herstellungsweise der Politiker gibt es ja keine Zweifel. Wenn dann im Kongress so einer mit einem Logo auf der Stirn rum läuft, dann erinnert sich vielleicht mal einer an die 0,2% der spanischen Bevölkerung, die auf einer kleinen grünen Insel im Atlantik sitzt und auch ernst genommen werden will.



Montag 15.03.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm

Telefonica, mal so und mal so

Unverständliches hört man aus Breña Baja im Osten der Insel. Dort wurde ein neuer Wohnblock erstellt mit 24 Wohneinheiten. Zu der Zentrale der Telefonica wo das Glasfaserkabel aus Tenerife ankommt sind es nur ein paar Meter. Vor dem Neubau befinden sich die Versorgungsschächte mit anderen Leitungen und dennoch sollen die Mieter keine Telefonanschlüsse erhalten. Seit drei Monaten hat man nun die Anschlüsse beantragt, diese wurden aber von der Telefonica abgelehnt mit dem Hinweis, es sei nicht rentabel die Anschlüsse zu legen. Dabei müsste man nur die Kabel aus dem Versorgungsschacht bis ins Haus ziehen, dort sind vom privaten Bauherren bereits intern alle Kabel verlegt. 24 neue Anschlüsse und das alles nur mit ein paar Metern Kabel zu bewerkstelligen sollen nicht rentabel sein? Sehr fragwürdig. Das ist aber nicht der einzige Fall, im Raum Todoque warten viele Anwohner seit Jahren auf einen Telefonanschluss, werden aber mit den gleichen Argumenten abgewiesen. Dort versucht man nun privat Kabel und Strippen zu ziehen um der Telefonica es schmackhaft zu machen, dieses „Tal der Ahnungslosen“ mit der Außenwelt zu verbinden.

Es gibt aber auch positives zu berichten. Mein Nachbar hatte ein Problem mit seinem Telefon und bat mich für ihn diese Havarie der Telefonica zu melden. Kein Problem, da wählt man 1004 und schon fragt eine angenehme Stimme vom Band, was man denn wolle. In dem Moment wo ich etwas von „averia tecnica“ sprach wurde ich schon weiter geschaltet und ein echter Mensch fragte mich höflich was ich wolle. Ich brachte das Anliegen vor, mein Nachbar hört keinen Ton mehr in seinem Telefon und er braucht technische Hilfe. Nach seiner Telefonnummer wurde ich gefragt, kein Problem und nach seinem Namen. Antonio heißt er, wie weiter weiß ich nicht, Antonio halt, der mir dem einen Bein, den kennt doch jeder hier. Die Frau musste lachen und nannte mir dann seinen Nachnamen und auch wo er wohnt, das hat sie natürlich alles auf ihrem Bildschirm. Ich habe nicht gefragt, warum sie dann mich danach fragt. Sie bat mich noch um meine Telefonnummer, die hat sie sicher auch auf dem Bildschirm, aber das macht nichts. Sie wird es weitergeben... Ich habe Antonio dann beruhigt, die werden schon kommen.

Gerade bin ich wieder zur Tür rein als das Telefon klingelt und sich ein Techniker der Telefonica meldet, ob ich ihm denn sagen kann, wo Antonio Hernandez Castro wohnt. Ich bin so naiv, dass mich so prompte Rückmeldungen nicht schocken. Die Erklärung, wo Antonio Hernandez Castro wohnt ist nicht schwer. Bis zur „Clinica Dental, dann die kleine Straße weiter bis zum Laden von Nieves, da links abbiegen, dann das zweite Haus rechts. Auch nicht erstaunt kommt es durch den Hörer zurück: „Ach so, du meinst den Antonio mit nur einem Bein“. - Sag ich doch. Das Ganze dauerte keine 15 Minuten von meinem Anruf in Madrid, bis der Techniker bei Antonio in der Tür stand und sein Telefon reparierte. Wer es nicht glaubt, der kann Antonio ja fragen. Sie wissen ja wen ich meine, den mit dem einen Bein.



Montag 15.03.04 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm

Die Macht wird mich nicht ändern

Das sind wahrhaft hoffnungsvolle Worte eines überraschend gewählten neuen spanischen Ministerpräsidenten: José Luis Rodríguez Zapatero. Die Sozialisten gewinnen landesweit fast 8% hinzu ( jetzt 42,64%) und die Konservativen Partido Popular müssen einen Rückgang von fast 7% (jetzt 37,64%) hinnehmen. Nimmt man nun die Umfragen vor dem Attentat vom Donnerstag, da lagen die Konservativen noch 4 bis 5 Punkte vor den Sozialisten, dann wird der Hauptgrund für den deutlichen Umschwung klar. Der klägliche Umgang der Regierung mit Wahrheit über die Hintergründe des Attentates war ausschlaggebend für den Stimmungswandel vieler Wähler. José Luis Rodríguez Zapatero weiß das sehr wohl und hat in seiner ersten Ansprache auch betont zurückhaltend auf diesen deutlichen Sieg seiner Partei reagiert. Noch bevor er einige Sätze an seine bereits jubelnden Parteigenossen richtete, brachte er diese wieder zum Schweigen und forderte eine Minute der Ruhe zum Gedenken an die Opfer des 11. März. Seine Ansprache dauerte nur kurz und endete mit dem Satz: Die Macht wird mich nicht ändern.

Es gibt eine weitere Überraschung, die katalanische Regionalpartei ERC ist neben der PSOE die einige Partei die Stimmen hinzugewinnen konnte und stellt nun 8 Abgeordnete. Der Vorsitzende dieser Partei Carod-Rovira hatte im Vorfeld der Wahlen sich schärfste Kritik anhören müssen, weil er Verhandlungen mit der ETA nicht nur befürwortet, sondern es auch bereits ein Treffen mit politischen Führern dieser Gruppe gab. Die kanarischen Insel wählen im Trend so wie das Festland, die stärkste Partei bleibt aber knapp die PP. Die Sozialisten gewinnen deutlich hinzu und sorgen dafür, dass die kanarischen Regionalisten der Coalicion Canaria den Verlust eines weitern Sitzes im Parlament hinnehmen müssen. Mit nur noch drei Abgeordneten hat diese Partei nun nicht mal mehr den Status einer parlamentarischen Gruppe und spielt damit nur noch eine untergeordnete Rolle in Madrid. Die Partido Popular der Kanaren schicken 6 Abgeordnete nach Madrid, genauso viele wie die Sozialisten.



Sonntag 14.03.04 18: 00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm

Der Kochtopf läuft über

Das war, die zwar wenig wissenschaftliche, aber dennoch sehr zutreffende Aussage eines Gastes zu unserem Wetterphänomen „Brisa“. Bei Nordostpassat stauen sich an der entsprechenden Seite der Insel die feuchten Wolken und lassen die Westseite in der Sonne. Je nach Windstärke und genauer Richtung kommen dann Fallwinde im Aridanetal an und bringen in den höheren Lagen El Pasos auch vom Winde stark verwehten Nieselregen. Nass wird man dabei nicht, zu fein sind die Tropfen. In den Höhen, ab 1.300 Meter und speziell auf der Vulkanroute ist en jetzt aber unangenehm kalt und der Nordost pfeift dort mit Geschwindigkeiten von 80 – 100 Kilometer in der Stunde.

Die Temperaturen sind nun auch in den unteren Lagen deutlich zurückgegangen und liegen wieder eher jahreszeitlich im Mittel. Es werden auch bereits wieder die ersten Rufe nach Regen laut, am 25.2. fiel das letzte Wasser vom Himmel und die Plantagenbesitzer haben längst wieder mit der künstlichen Bewässerung begonnen. Es ist eher als Erinnerung gedacht und nicht als Drohung an die in den nächsten Tagen anreisenden Gästen. Wir haben bislang noch nicht einmal die Hälfte unseres Jahresmittel an Niederschlag erhalten und bräuchten noch mal einen kräftigen Nachschlag. Danach sieht es aber in den nächsten Tagen nicht aus, bei Nordostpassat geht der Westen der Insel immer leer aus.

Der Kochtopf läuft über


Sonntag 14.03.04 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm

Schwierige Wahl

73.900 Palmeros sollen heute ihre Stimme abgeben und damit das weitere politische Schicksal Spaniens mitbestimmen. Davon leben alleine 10.700 im Ausland und können nur per Briefwahl teilnehmen. Die Wahlen stehen völlig unter dem Eindruck des Attentates vom Donnerstag und der daraus entstandenen Konfusion, wer denn nun für den Tod von 200 Menschen verantwortlich ist. Eine Aufarbeitung der Geschehnisse innerhalb von drei Tagen ist unmöglich und unter diesen Umständen eine Wahl abzuhalten scheint fragwürdig. Die politische Einigkeit gegen Terror, von welcher Seite er auch immer kommen mag, hielt auch nur 24 Stunden und die Regierungspartei PP hat sich viel zu lange an die ETA-Version geklammert. Es ist verständlich im allerersten Eindruck dieses Massakers die ETA zu nennen, haben die doch 30 Jahre lang Bomben gelegt und sich damit natürlich direkt in den Mittelpunkt des spanischen Zornes gedrängt. Das haben wir alle gedacht und anscheinend haben wir uns da alle geirrt.

Allerdings gab es noch am Abend des Donnerstag die ersten, wenn auch wenig konkreten Hinweise auf eine mögliche andere Täterschaft. Nur unter dem Druck der in und ausländischen Presse war nun die Regierung bereit auch diesen Faden aufzunehmen. Dabei war die eigene Polizei und der spanische Geheimdienst bereits viel weiter, nur gefielen diese Erkenntnisse der Regierungspartei nicht. Hätten sie einfach nur geschwiegen und den Ermittlungskräften freie Hand gelassen auch die Ergebnisse zu veröffentlichen, dann wäre uns viel Fragwürdiges erspart geblieben. Den Gipfel brachte der Spitzenkandidat der PP Mariano Rajoy, als er Protestanten die vor dem Sitz der Partei in Madrid Aufklärung wollten, als undemokratisch betitelte und aufforderte die Anführer zu verhaften. Ich will hoffen, dass es nur der Ausdruck eines plötzlich verunsicherten Kandidaten war, der sich bis gestern noch ganz und gar siegessicher zeigte.

Wie frei Wahlen unter dem Eindruck von Schmerz, Trauer und Verbitterung sind kann ich nicht beurteilen. Ich würde diesem so getroffenen Land mehr Zeit wünschen, das Geschehene nicht in dieser Hektik und unter dem Druck dieser Wahlen innerhalb von drei Tagen verarbeiten zu müssen. Wer immer heute als Sieger der Wahlen hervorgeht muss mit der Schwäche regieren, auf Grund besonderer Umstände an die Macht gekommen zu sein und nicht wegen der besseren Politik.



Samstag 13.03.04 16:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm

Stein des Anstoßes in Puerto de Naos wird entfernt

Seit Ende Januar 2002 steht ein Stück abgebroche Uferpromenade als künstliches Riff im Süden des Badeortes Puerto de Naos. Große Wellen hatten so lange den Sand unter der Promenade ausgespült, bis ein Teil abbrach. Das Meer hatte nun Zugriff zu den dahinter liegenden Plattformen und spülte diese Stück für Stück aus. Der dort befindliche Spielplatz musste geräumt werden und erhielt einen neuen Platz. Bevor es nun zum neuen Wahrzeichen des Ortes wird, lässt die Umweltschutzbehörde diesen Teil der Uferbefestigung nun neu erstellen. Der Betonsockel wird ganz abgetragen und ein neuer Wellenbrecher aus Steinen errichtet. Die Baumaßnehmen sollen an die 440.000 Euro kosten und werden vom Umweltschutzministerium bezahlt. Bis Mitte Mai will man damit fertig sein, vorausgesetzt das Meer zeigt sich gnädig und verzögert die Bauarbeiten nicht.

Es gab bereits einige Polemik um dieses wenig schöne Stück Puerto de Naos. Darüber hinaus musste der gesamte Strandbereich dort gesperrt werden weil es auch ein Gefahrenpotential darstellte. Die Hotelleitung, aber auch alle anderen Gewerbetreibenden aus Puerto de Naos beschwerten sich unaufhörlich bei der Gemeinde Los Llanos, dieses marode Stück des Ortes endlich zu entfernen. Spötter sahen in dem abgebrochenen Betonteil nur einen weiteren Hinweis für die desolate Situation des Ortes, der seit Jahren starke Besucherrückgänge hinnehmen muss. Das Wort „Wahrzeichen von Puerto de Naos“ machte die Runde, sehr zum Ärger der Anwohner und Geschäftsleute. Die Gemeinde Los Llanos sah sich aber nicht in der Lage aus eigener Kraft diesen Stein des Anstoßes zu entfernen und so mussten wir über 2 Jahre warten, bis Puerto de Naos wieder ein neues Kleid erhält. Es geht doch, zwar langsam aber es geht.





Samstag 13.03.04 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm

30.000 Menschen auf den Straßen von Santa Cruz gegen den Terror

Die größte Manifestation aller Zeiten erlebte gestern Abend unsere Hauptstadt. Einige Quellen sprechen sogar von 35.000 Teilnehmern. Bedenkt man, dass die Insel nur 83.000 Einwohner hat, dann ist das eine gewaltige Anzahl und ein deutliches Bekenntnis der Solidarität mit den Opfern und deren Angehörigen. Auf dem gesamten kanarischen Archipel schätzt man die Zahl der Manifestanten auf etwa 600.000. In Santa Cruz de Tenerife waren 250.000 Menschen auf der Straße, in Las Palmas de Gran Canaria 200.000. Alle Demonstrationen verliefen ohne Zwischenfälle, es waren leise Protestzüge, schließlich weiß man nicht in welche Richtung sich die Wut entladen soll. Nur vereinzelt hörte man Rufe gegen die ETA, welche immer noch als Hauptverdächtige für die Anschläge in Madrid gesehen wird.

In Santa Cruz de La Palma ging der Trauerzug von der “Plaza San Francisco”, über die „Avenida Marítima“ und endete auf der “Plaza de El Salvador“. Die Menschenmenge war so groß, dass die erste Gruppe der Manifestanten mit allen Lokalpolitikern an der Spitze bereits am Ziel war, als die letzten Gruppen gerade erst aufbrachen. So viele Leute zu versammeln, an einem Werktag um 18:00 Uhr konnte nur gelingen, weil fast alle Geschäfte und Büros dem Aufruf gefolgt waren die Geschäfte bereits um 17:00 Uhr zu schließen um allen die Möglichkeit zu geben an der Demonstration teilzunehmen.



Freitag 12.03.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm

Regierung gerät unter Druck

Wären nicht bereits am Sonntag die Präsidentschaftswahlen, hätte man genügend Zeit die Hintergründe und die Verantwortlichen des Attentates auf professioneller Ebene zu suchen. Seitens der Opposition weiß man sehr gut, so lange ein Anschlag der ETA vermutet wird, nutzt das nur der Regierungspartei und trotz aller Zweifel glauben die Spanier fest an diese Version. Nun vermutet man, die Regierung könnte Ermittlungsergebnisse zurückhalten, welche auf eine andere Täterschaft als die ETA schließen würde. So kommt die Presse mit neuen Ergebnissen immer vor der Regierung an die Öffentlichkeit und das hinterlässt kein gutes Bild.

Es wird unmöglich sein, alles Wesentliche dieses Attentates bis Sonntag aufzuklären und so lange werden Gerüchte und Halbwahrheiten die Runde machen, keine guten Ratgeber vor einer so wichtigen Wahl. Der Gedanke, dass die Regierung die ETA als Attentäter vorzieht und die Opposition lieber andere Terroristen hätte, tut richtig weh und hilft auf keinen Fall den Opfern und deren Angehörigen. Alle politischen Gruppen müssen so knapp vor den Wahlen höllisch aufpassen, nicht in den Verdacht zu geraten dieses schreckliche Attentat zu ihren Gunsten ausnutzen zu wollen. Wenn das geschieht, dann zerstören wir unsere Demokratie selber und vollenden damit das Werk der Terroristen. Ich beneide die Spitzenpolitiker in diesen Momenten nicht. Eigentlich sollten sie schweigen und erst bewerten, wenn es Tatsachen gibt. Auf der anderen Seite fordert jeder, die Presse und das Volk gerade in diesen Momenten permanentes Auftreten der höchsten Legislative. Die Möglichkeit dabei entscheidende Fehler zu machen ist sehr groß und leider sind weder Jose Maria Aznar, noch sein Herausforderer Zapatero als begnadete Diplomaten bekannt.



Freitag 12.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm

Alleine gelassen

Nach dem ein doch sehr eindeutiges Bekennerschreiben einer islamistischen Gruppe aufgetaucht ist, wird alles noch viel schwieriger. Große Unsicherheit breitet sich aus, denn ohne klare Überzeugungen lässt sich gar nichts verarbeiten und jeder ist plötzlich ganz alleine mit seiner Trauer und Wut. Hat die ETA zu ihrem größten Schlag ausgeholt, oder erhalten wir jetzt die Rechnung für das blinde Vasallentum gegenüber den USA? Beides enthält viele Ungereimtheiten aber auch Erklärbares. Die spürbare Unsicherheit des Königs in seiner zur Einheit aufrufenden Ansprache hat die Situation nicht vereinfacht, auch er konnte keine Klarheit geben, wer nun verantwortlich ist für die Tragödie in Madrid. Jetzt ist jeder ganz alleine mit seinen Zweifeln und damit haben die Terroristen bereits einen Teilsieg errungen. Ganz schnell brauchen wir Aufklärung, es ist nicht auszudenken mit dieser Unsicherheit wieder einen Alltag zu beginnen.



Donnerstag 11.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm

Der König ist gefragt

König Juan Carlos weiß, wann er etwas sagen muss und wann nicht. Heute Abend wird er zum spanischen Volk sprechen und sicher wird es dieser uneingeschränkten Autorität gelingen den verständlichen Hass und die Wut des Volkes in zivilisierte Bahnen zu leiten. Hier herrscht kein Zweifel an der Schuld der ETA, auch wenn manche ausländischen Beobachter einen islamistischen Hintergrund vermuten. Zu oft hatte die ETA gerade in letzter Zeit von großen Anschlägen gesprochen und nur der Umsicht der Polizei war es zu verdanken, dass die letzten vier Anschläge vereitelt werden konnten. Auch dort hatte man Rucksäcke mit dem gleichen Sprengstoff in Zügen versteckt.

In solch einer Situation die Vernunft zu bewahren ist unendlich schwer und ich bin froh, dass Spanien einen funktionierenden König hat. Zum ersten Mal bin ich auch froh, dass die Konservativen der Partido Popular an der Macht sind. Sicher werden sie es auch bleiben, nun ist kein Wahlkampf mehr nötig. Es wäre nicht auszudenken wenn dieser Anschlag unter einer sozialistischen Regierung passiert wäre. Man hat den Sozialisten immer wieder ihrem Schmusekurs gegenüber den ETA nahen Gruppen vorgeworfen und sicher wäre sie nun nicht in der Lage die Wut und den Hass der Leute zu kanalisieren. Es ist schwer einer trauernden Mutter zu erklären, warum der Terrorist der ihre Kinder ermordet hat einen Anwalt braucht und leben darf. Die Leute in den Zügen hatten keinen Anwalt dabei und sie sind tot. Demokratien sind sehr verletzlich und können nicht immer das Gefühl von Gerechtigkeit vermitteln. Die wirkliche Gefahr für unsere Demokratie sind aber nicht die Terroristen, sondern unsere unüberlegten Reaktionen drauf und seien diese auch noch so verständlich. Das Leben muss weiter gehen, sonst hätten die Terroristen gesiegt. Andere Nachrichten kann es heute nicht geben, es gibt kein anderes Thema.



Donnerstag 11.03.04 09:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm

Zugeschnürte Kehle

Das werden schwere Tage für Spanien wenn erst das Entsetzen und die Trauer über die vielen Opfer von Madrid sich hoffentlich nicht in Wut und Hass verwandeln. Auch wenn es noch nicht klar ist, dass die baskische Separatistenorganisation ETA hinter diesen Anschlägen auf die Öffentlichkeit ist, muss sich die Demokratie in Spanien jetzt beweisen und steht vor ihrer größten Prüfung seit dem Putschversuch des Guardia Civil Tejero. Jetzt ist auch Europa gefordert sich hinter Spanien zu stellen und ganz deutlich zu machen, dass es keinen Platz und stillschweigende Unterstützung für Regionalisten geben darf, die sich außerhalb jeglicher Moral und Ethik bewegen. Das öffentliche Leben hier ist erstarrt, kaum ein Auto fährt auf den Straßen und wir ringen um Fassung und es wird lange dauern bis es wieder einen Alltag gibt.



Donnerstag 11.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm

Hochsicherheitstrakt Bodega

Die private Bodega zu Hause ist für viele Palmeros ein geliebtes Refugium. Ganz langsam nur entkommt man dem Aberglauben, Frauen dürfen nicht in Bodegas weil der Wein dann sauer wird, falls eine Frau ihre Periode hat. Die viel größere Gefahr geht allerdings von „Freunden“ aus und so werden zwar von Häusern, Autos und vielem Anderen Nachschlüssel angefertigt und meistens unter dem rechten Blumentopf vor dem Objekt versteckt, aber nicht von einer Bodega. Das was dem Deutschen sein Opel Vectra, ist dem Palmero seine Bodega. Ich benutze gerne platte Vergleiche, dann verstehe ich selber besser was ich eigentlich schreiben will.

Dass die Angst um unberechtigten Zugriff auf eine Bodega reell ist, zeigt sich an einem Kapitalverbrechen größten Ausmaßes geschehen in einer Bodega in Breña Alta. Dort musste ein Bewohner des Ortes mit Sorge feststellen, dass seine gehüteten Weinvorräte einen so großen Schwund aufwiesen, dass die Verdunstungstheorie einfach nicht mehr herhalten kann. An die dreihundert Liter Wein fehlten in seiner Rechnung und der angeborene Argwohn jedes Bodegabesitzers lässt da natürlich auf „äußere Einwirkung“ schließen. Nun sind Weinbauern auch auf La Palma nicht mehr von gestern und er installierte eine Minikamera welche den Eingang zur Bodega überwachte. Angeschlossen an einen Videorekorder dauerte es auch nicht lange, bis auf den Bändern zwei ungebetene Gäste zu erkennen waren die sich an dem Wein zuschaffen machten. Die Polizei freute sich über derart professionelle Mithilfe und die beiden Weindiebe haben jetzt einen Prozess vor sich und keine Fernsehkarriere. Gerüchte nach dem einige Weinbauern bereits an das Aufstellen von Selbstschussanlagen denken können aber nicht bestätigt werden...



Mittwoch 10.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm

Wenn die Straße Risse bekommt

dann hat das meistens nichts Gutes zu bedeuten. Auf der Straße nach Argual neben der Markthalle in Los Llanos sind auf der rechten Fahrspur mehrere Risse aufgetaucht. Nebenan wird ein großes Gebäude errichtet und man hat dort viele hundert Tonnen an Erdreich abgetragen um das Fundament zu errichten. Nach den intensiven Regenfällen vor fast zwei Wochen scheint nun der Straßenuntergrund in Bewegung geraten zu sein und wandert in Richtung Baustelle. Die rechte Seite der Fahrspur ist nun gesperrt und man will die Risse nun ganz genau beobachten, ob sie größer werden. Dem Bauunternehmer ist nicht wohl bei dem Gedanken, nicht nur das Fundament des Gebäudes neu errichten zu müssen, sondern auch noch ein schönes Stück Straße. Jetzt wird erst mal abgewartet ob sich weiter etwas tut, so lange bleibt die Straße zu und in Los Llanos fehlen noch ein paar Parkplätze mehr.



Mittwoch 10.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Erdölsuche vor den Kanaren vorerst ausgebremst

Die spanisch-argentinische „Repsol“ ist seit zwei Jahren auf der Suche nach Erdöl vor den Küsten Lanzarotes und Fuerteventuras. Nun hat der oberste Gerichtshof dem Ölmulti die Erlaubnis entzogen die zweite Phase der Suche nach dem begehrten Rohstoff zu beginnen. Die erste Phase ist in vollem Gange und beschränkt sich auf das Sammeln von seismischen Daten. Die nächste Phase, die Probebohrungen die noch gar nicht begonnen haben sind nun vorerst gestoppt. Das hört sich erst mal wie ein Sieg der gegen die Erlaubnis klagende Inselregierung von Lanzarote an, ist aber keiner.

Der oberste Gerichtshof hat entschieden, dass das Gesetz welches die Suche nach dem Erdöl regelt den Aspekt des Umweltschutzes nicht ausreichend bewertet. Erst wenn das Gesetz geändert ist, ist es möglich eine neue Erlaubnis zu erteilen. Die „Repsol“ sieht das Ganze gelassen und spricht von einem Formfehler der leicht zu beheben ist, Gesetze sind schließlich dazu da geändert zu werden. Ob tatsächlich Öl vor Lanzarote gefunden wird und auch in Mengen in der sich eine Förderung lohnt, das ist noch nicht klar. Allerdings wird die „Repsol“ schon wissen was sie tut, verschlingt doch eine auf 6 Jahre angesetzte Untersuchung schon enorme Summen an Geld. Uns auf La Palma geht das eh nichts an, das ist alles viel zu weit weg und Ölsardinen kaufen wir im Supermarkt.




Dienstag 09.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0 mm

Viel zu gutes Wetter um sich aufzuregen

Allerdings lässt mich ein Bericht der Unternehmervereinigung „Cepyme“ nicht so richtig mein Feierabendbier genießen aber Sie wissen ja, wenn man drüber redet oder schreibt, dann ist alles halb so schlimm. Es ist gut, dass die Unternehmervereinigung sich Gedanken über die wirtschaftliche Zukunft der Insel macht und dabei gibt es auch ein Kapitel über den Tourismus. Es ist die übliche Geschichte von den 4 Golfplätzen und den unbedingt notwendigen Hotels. Das ist ein alter Hut, davon haben wir eigentlich schon reichlich gesprochen. Das Neue daran ist nun, dass die Unternehmervereinigung nun vorschlägt, die noch zu bauenden Golfplätze und Hotels mit dem Siegel des Weltbiosphärenreservates zu bewerben. Also erst mal Beton auf den Boden und dann ein Schild dran: Die UNESCO hat gesagt das ist schön.

Die von der UNESCO müssen sich wie Trottel vorkommen was hier für Gedanken über den möglichen Mehrwert durch die Verleihung des Titels Weltbiosphärenreservat entsteht. Das ist aber nur die Meinung der Unternehmervereinigung. Unsere Politiker sind etwas vorsichtiger und lassen zwischen dem Wort „Hotel“ und „Biosphärenreservat“ immer noch eine moralische Pause. Um das richtig zu sehen, niemand und schon gar nicht ich, fordert für La Palma rührseligen Stillstand um jedes Kraut und jeden Wurm der hier rum läuft nicht den Lebensraum streitig zu machen. Aber Fortschritt heißt doch eigentlich, dass wir weiterkommen wollen und nicht mit Massentourismus dorthin zurück, wo viele andere Regionen der Welt ganz tief in der Tinte sitzen. Von Abhängigkeiten sollten wir genug haben, die Monokultur Banane durch den Tourismus ersetzen zu wollen zeugt nicht gerade von unternehmerischen Weitblick.

Dazu noch eine kleine Geschichte, heute erlebt als Beispiel dafür was uns erwartet, wenn wir es den großen Reiseunternehmen erlauben auf unserer Insel zu bestimmen. Ein Bekannter von mir hat eine kleine Apartmentanlage mit 8 Einheiten und vermietet diese erfolgreich über einen großen Veranstalter seit drei Jahren. Der Vertrag läuft Ende Oktober aus und nun kamen die Damen und Herren des Veranstalters um eine neue Form der Zusammenarbeit vorzuschlagen. Das ist nett ausgedrückt, denn er soll einfach weniger Geld bekommen, sonst gibt es keinen neuen Vertrag. Die Erklärungen waren simpel und logisch, es gäbe ein Überangebot an Unterkünften, das neue Hotel in Fuencaliente wird den hochpreisigen Tourismus abschöpfen und wenn er weiter Gäste von ihnen haben will, dann muss er den Preis senken. Die Herren und Damen des Veranstalters sind noch ein paar Tage auf der Insel und werden noch mehr Leute besuchen, um neue Formen der Zusammenarbeit zu besprechen. Vor lauter Schreiberei ist jetzt mein Feierabendbier warm geworden, macht nichts, es hätte mir eh nicht mehr geschmeckt.



Dienstag 09.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Niedrige Renten auf den Kanaren

Die Bezüge der Altersversorgung auf den kanarischen Inseln liegen durchschnittlich um 6,25% niedriger als im nationalen Vergleich. In blanken Zahlen bedeutet das, der berühmte "Durchschnittsrentner" erhält auf den Kanaren 515 Euro im Monat, auf dem spanischen Festland aber 549 Euro. Das ist nicht wirklich viel Geld und da es sich um einen Durchschnittswert handelt, gibt es viele Rentner, die mit noch weniger Geld auskommen müssen. Hauptgrund für die niedrigeren Renten sind natürlich die geringeren Löhne auf den Kanaren im Vergleich zu den meisten anderen Regionen Spaniens.

Zum Teil werden diese geringeren Löhne und Renten durch die deutlich niedrigere Mehrwertssteuer aufgefangen, die hier nicht "IVA" heißt wie auf dem Festland, sondern "Impuesto General Indirecto de Canarias", kurz "IGIC" und liegt mit 5% deutlich unter dem nationalen Satz von 16%. Es gibt weitere Vergünstigungen auf den Kanaren, das Benzin ist deutlich billiger und Schnaps und Zigaretten auch. Nun sollen aber Rentner nicht den ganzen Tag Auto fahren und sich nur von Schnaps und Zigaretten ernähren. Da kommt der Wermutstropfen, die Lebensmittel sind auf den Kanaren und speziell auf den kleinen kanarischen Inseln teurer als auf dem spanischen Festland. Sorgen macht nun, dass die Differenz zwischen den Renten auf dem Festland und denen auf den Kanaren weiter ansteigt, anstatt sich anzugleichen. Im Jahr 2000 lag der Unterschied noch bei 5,7% zu Ungunsten der Kanaren und nun bereits bei 6,25%.



Montag 08.03.04 18:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 28 Grad, Niederschlag: 0 mm

La Palma, ein Blütenmeer

Der vor reichlich einer Woche gefallene Regen hat die Blütenpracht auf der Insel förmlich explodieren lassen. Zusammen mit den jetzt hochsommerlichen Temperaturen hat sich La Palma in ein Blütenmeer verwandelt. Die Mandeln blühen in den tieferen Zonen um die Wette und auch manche Mandelbäume die vor lauter Dürre das Blühen schon eingestellt hatten, legen nun erneut los. Wir haben eben die zweite Märzwoche begonnen und haben noch so viele Mandelbäume in Blüte, wie wir es für Mitte Februar sonst erwarten. Die Crassulaceaen (Dickblattgewächse oder fette Hennen) treiben ihre Blütenstände in Richtung Sonne und viele Pflanzen die man nach der langen Dürre bereits für vertrocknet gehalten hatte, haben ein neues Leben geschenkt bekommen.

Auf der ganzen Insel blühen jetzt auch die Avocados mit ihren abertausenden kleinen Blüten und verströmen einen süßlichen Duft, der an Jasmin erinnert, aber bei weitem nicht so aufdringlich ist. Läuft man jetzt durch eine Avocadoplantage, dann möchte man gar nicht wieder heraus und Parfümeure würden vor Neid ihren Beruf an den berühmten Nagel hängen. Das sind so die Tage auf La Palma wo ich meinem Freund Carlos, dem Koch aus der Tasca Barbanera recht geben muss wenn er sagt: Wir müssten eine Luxussteuer bezahlen für das Glück auf La Palma leben zu dürfen.

Aus winzigen kleinen gelben Blüten wachsen dicke grüne Klunker



Montag 08.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm

Einzelhandel unzufrieden mit dem Winterschlussverkauf

Hier benötigt man kein so kompliziertes Wort wie Winterschlussverkauf um dem Einzelhändler die Möglichkeit zu geben, seine Lager zu räumen. „Rebajas“ sagen wir und eigentlich hätten ab dem 22 Januar die Kassen nur so klingeln müssen, aber was ist schon so wie früher. Selbst Preisnachlässe von bis zu 50% konnten die Kunden nicht dazu bringen, mehr zu kaufen als noch vor einem Jahr.

Hauptschuldiger ist nach Meinung der Händler das Wetter, denn bis auf eine Woche Ende Februar, hatten wir bislang keine winterlichen Temperaturen und dafür hält auch noch mal die alte Jacke aus dem vergangenen Jahr her. Der Umsatzrückgang liegt bei 5-10% je nach Branche, Zahlen die so auch von den anderen Kanareninseln genannt werden. Sicher hat das Wetter auch damit zu tun, aber insgesamt sitzt angesichts der unsicheren Wirtschaftssituation bei vielen Leuten der Geldbeutel angenäht in der Tasche. Das wird sich aber bald ändern wenn man den Politikern im Wahlkampf glauben kann. Was die uns die letzten Tage alles versprochen haben, das reicht für mehrere Aufschwünge und es kann einem ganz schwindelig werden, wie gut es uns bald gehen wird.



Sonntag 07.03.04 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm

Mariano Rajoy ist stolz auf La Palma gewesen zu sein

Einen braven Wahlkampfauftritt vollzog gestern der Spitzenkandidat der Partido Popular für die anstehende Präsidentschaftswahl. Es gilt als ausgemacht, dass er Nachfolger des sich nicht mehr zur Wahl stellenden Jose Maria Aznar wird. Alle Prognosen deuten darauf hin, dass die PP (Partido Popular) die Wahl am 14 März gewinnen wird. In der Ringkampfarena von Breña Alta versprach Mariano Rajoy sich um die Belange der kanarischen Inseln und natürlich auch um La Palma zu kümmern. Er kenne die Probleme der Insel und er wird sich weiterhin für die Beibehaltung der Hilfen für die Bananenbauern einsetzen und auch gegen die extrem hohe Arbeitslosigkeit angehen. So macht man Punkte hier auf La Palma und manchmal bin ich gerne naiv und glaube was man mir erzählt.

Interessant ist noch, welche Vertreter wir nach Madrid schicken um auch aufzupassen, dass Herr Rajoy seine Versprechen gegenüber den kanarischen Inseln einhält. 14 Abgeordnete entsenden unsere sieben Inseln in die Moncloa und auch in diesen Umfragen liegen die Konservativen (PP) vorne. Mit dem Unsicherheitsfaktor jeder Umfrage erwartet man, dass die PP 7 Leute nach Madrid schickt, die Sozialisten der PSOE 4 und die kanarischen Regionalisten der Coalicion Canaria 3 Abgeordnete. Ganz wichtig ist uns diese Wahl allerdings nicht, Madrid ist weit weg und alles was von dort kommt, kommt uns eh spanisch vor. Besser gesagt gotisch, der Spitzname die Festlandsspanier lautet hier „godos“ was nichts anderes als Goten bedeutet. Wir Deutschen sind übrigens die „Cabezas cuadradas“, cabeza bedeutet Kopf und den Rest können Sie sich denken. Wenn ich mich so im Spiegel betrachte muss ich feststellen...



Sonntag 07.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm

Weltbiosphärenreservatskäse

Vor gut einem Jahr hat die UNESCO die gesamte Insel La Palma zum Weltbiosphärenreservat erklärt und darauf sind wir mächtig stolz. Das ist aber nicht nur als Auszeichnung zu verstehen, sondern auch als Aufgabe und da tun wir uns noch ein bisschen schwer wie das alles gehen soll. Ist ja auch kein Wunder, bislang waren wir einfach nur eine kleine grüne Insel im Atlantik und konnten tun und lassen was wir wollten und plötzlich stehen wir im Rampenlicht einer Weltorganisation und müssen uns gut benehmen. Gut benehmen ist grundsätzlich kein Problem für uns, aber die Frage muss erlaubt sein, was bringt uns dieses Siegel von globaler Bedeutung.

Bislang gar nichts, aber das ist nicht die Schuld der UNESCO, sondern ganz und gar unsere eigene Interessenlage. Wer so heftig um Zukunft ringt wie wir, dem sind alle Mittel Recht und die UNESCO wird uns das Siegel schon nicht wieder wegnehmen, nur weil wir läppische vier Golfplätze und 8 weitere Hotels mitten ins Weltbiosphärenreservat bauen wollen. Dass niemand diese Hotels und Golfplätzen braucht ist auch kein Argument, viel zu groß ist der Aktionismus um bloß nicht den Anschluss zu verlieren. Auf Hawaii gibt es auch Weltbiosphärengolfplätze und das ist uns bereits Rechfertigung genug. Was machen wir also mit dem scheinbar wertfreien Titel Weltbiosphärenreservat? Die Antwort ist einfach: Käse machen wir. Nach gut einem Jahr hat das Konsortium des Reservates sich dazu durchgerungen die Statuten festzulegen, wann ein hier produzierter Ziegenmilchkäse sich mit dem Titel Weltbiosphärenreservatskäse schmücken darf. Das nenne ich konstruktiven Fortschritt und sicherlich wird uns dieser prämierte Käse nachhaltig und ganzheitlich aus der Krise führen.




Samstag 06.03.04 16:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm

Kein gutes Jahr für Pilze

Nun hatten wir gehofft die intensiven Niederschläge Ende Februar würden uns endlich wieder mal frische Pilze bescheren, wir wurden aber leider enttäuscht. Nichts ist zu finden und auch die sonst besten Plätze auf der Ostseite geben nichts her. Das Pilzjahr, Oktober-April fing eigentlich gar nicht so schlecht an und wir hatten anfänglich reiche Pfifferlingsbeute gemacht, aber ab Ende November geht nichts mehr, die Trockenheit ließ die paar Pilze die sich noch an die Oberfläche trauten gleich vertrocknen. Auch der Regen hat nun nicht mehr geholfen, fast drei Monate ohne Wasser überleben die Pilze einfach nicht. Es bleibt nun zu befürchten, dass auch viele der sonst in der Erde gut geschützten Myzelien eingegangen sind und es lange dauern wird, bis der sonst übliche Pilzreichtum auf La Palma wieder hergestellt ist. Die Natur hat auf die Dauer das immer wieder hingebogen und wenn es mal ein Jahr lang keine Pfifferlinge gibt, dann ist das schade, aber nicht schlimm.



Samstag 06.03.04 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm

Die vergessene Plage

Wir sind so undankbar, meckern über die Dürre, den Calima und dass kein Mitteleuropäer unsere Bananen essen will. Längst haben wir vergessen über was wir letztes Jahr um diese Jahreszeit gemeckert haben, denn dieses Problem hat sich anscheinend erledigt, einfach so und vollkommen unspektakulär. „Diplopoda julidae ommatoiulus moreletii“ ist nicht mehr da und keiner vermisst die kleinen schwarzen Biester die uns im letzten Winter einige Nerven gekostet haben. Es geht dabei um den „portugiesischen Tausendfüßer“, der in manchen Jahren als wahre Landplage unsere Insel durchstreift hat auf der Suche nach Nahrung und Fortpflanzung. Letzten Winter hatte die Anzahl der „Bichos Negros“ wie man sie hier nennt solche Ausmaße erreicht, dass man ernsthaft den Einsatz flächendeckender chemischer Keulen erwägt hat.

Da wir von Natur aus schneller reden als handeln können kam es dann doch nicht dazu und das war gut so. Im Sommer treten die Tausendfüßer eh nie in Erscheinung und siehe da, in diesem Winter sind die Viecher einfach nicht wieder gekommen. Hier und da ein Exemplar welches uns daran erinnert, dass die Art noch nicht ausgestorben ist, aber kein Vergleich zu den letzten beiden Wintern. Es mag an der Dürre liegen, kann aber auch sein, dass die Tausendfüßer in ähnlichen Intervallen auftreten wie man das von den Maikäfern kennt. Man müsste mal einen „Tausendfüßerforscher“ fragen, wenn es denn so etwas überhaupt gibt. Auf jeden Fall weint keiner dem Tausendfüßer nach und es werden sich keine Leute finden, die nach Vorbild einiger Grüner Krötenretter die letzten Exemplare über die Straßen tragen. Wir müssen so unser Meckerpotential auf andere Zielgruppen richten und das fällt uns ja auch nicht so schwer, aber die meisten Themen sind halt nur eine temporäre Erscheinung. Die Dürre hat sich ja vorerst erledigt, der Calima zieht weiter, die Bananenpreise steigen wieder und trotz Daniel Küblböck ist die Versorgung der Bevölkerung mit Gewürzgurken weiterhin gewährleistet. Wie gut dass es wenigstens eine verlässliche Zielgruppe gibt über die wir dauerhaft, nachhaltig und ohne Randgruppen zu diffamieren meckern können: Die Politiker, denn nur dazu haben wir sie schließlich ja selber gewählt!



Freitag 05.03.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm

Nur gemeinsam haben die Bauern eine Chance

Sieht man von den Bananen ab, dann gibt es nur ganz wenig landwirtschaftliche Produkte die La Palma überhaupt noch exportiert. Die Ausnahmen sind schnell aufgezählt .Proteen, Kalla, Wein und Honig. Vor einigen Jahren konnte man auch noch Zitrus, Avocados, Kartoffeln und einige andere Feldfrüchte hinzuzählen, aber das ist „Gemüse“ von gestern. Schuld daran sind nicht die Bauern denn man kann von niemandem erwarten, dass er sein Feld bestellt wo er doch genau weiß, dass ihm keiner die Früchte seiner Arbeit abkauft. Der innere Markt siecht dahin, billige Importe verderben die Preise und Export scheint unmöglich, da keine Mengen zusammen kommen welche die Transportkosten rechtfertigen.

Abhilfe soll nun eine gemeinsame Plattform für den Vertreib landwirtschaftlicher Produkte bringen. Die Idee ist einfach und gut, viele Kleinbauern produzieren geplant und nach Absprache und ein einziger Exporteur kümmert sich um den Vertrieb. „Proexca“ nennt sich die verheißungsvolle Organisation die auch Unterstützung durch die Inselregierung erhält. (Lob, Lob!) Noch läuft das Ganze unter dem Motto Erfahrungen sammeln, mit Leuten reden und Absatzmärkte studieren. Das wird noch ein langer Weg werden, aber sicherlich ist es die einzige Möglichkeit die „außerbananische“ Landwirtschaft auf La Palma wieder anzukurbeln. Eigentlich fragt man sich ja warum man erst jetzt darauf kommt, aber vor lauter Planungen für die 4 Golfplätze haben unsere hohen Herren und Damen natürlich wenig Zeit sich um so etwas Nebensächliches wie die Landwirtschaft zu kümmern. Das kann sich aber alles auch ergänzen. Wenn erst der Gemüseexport so richtig ins Rollen gekommen ist, dann finden sich mit Sicherheit fleißige Bauern, welche die verwaisen Golfplätze gerne umackern und Kartoffeln darauf pflanzen. Ich höre schon Feinkostläden in Deutschland die berühmten palmerischen „Golfpotatos“ anpreisen und wir kommen mit der Produktion überhaupt nicht mehr hinterher. Ich kann nur fröhlich unseren weisen Politikern zustimmen, wir brauchen mindestens 4 Golfplätze, zum Wohl der palmerischen Landwirtschaft.



Freitag 05.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm

Afrika liegt in der Luft

Das dritte Mal in diesem Winter beschert uns ein Hochdruckgebiet über dem nordafrikanischen Kontinent das Wetterphänomen „Calima“. Jeden Winter haben wir dieses Wetter ein paar Tage und werden dabei erinnert, wie nahe wir an der größten Wüste der Erde leben. In diesen Tagen ist die Luft angefüllt mit feinsten Sandpartikeln, die mit dem Wind locker die mehreren hundert Kilometer aus Afrika zu uns bewältigt haben. Die Intensität ist sehr unterschiedlich und gestern haben die „Calimaforscher“ der Universität auf Gran Canaria einen Rekord auf Tenerife und La Palma messen können. In der bekannt sauberen Luft der kanarischen Insel wurden gestern bis zu 2.400 Mikrogramm Staub pro Kubikmeter gemessen, gegenüber einem normalen Standard von 15 Mikrogramm an Tagen im Nordostpassat. Den absoluten Rekord allerdings hält weiterhin Gran Canaria, dort wurden im Jahr 2002 am Dreikönigstag 5.600 Mikrogramm Staub gemessen.

Für die ankommenden Gäste bedeutete der Calima gestern eine angenehme Temperaturüberraschung, gegen Nachmittag konnten wir in El Paso 26 Grad registrieren. Es gab aber auch wieder Probleme für die ankommenden Chartermaschinen die zeitweise mit starken Fallwinden zu kämpfen hatten und mit der eingeschränkten Sicht. Die Air Berlin aus Tegel und die beiden Charter der Thomas Cook aus Hamburg und Stuttgart landeten zunächst auf Tenerife um eine Verbesserung der Wettersituation abzuwarten. Am späten Nachmittag klarte dann das Wetter soweit auf, dass die Maschinen sicher auf La Palma landen konnten. Für die nächsten Tage ist eine schrittweise Verbesserung angesagt und danach wird uns wohl eines der beiden Tiefruckgebiete erreichen die westlich der Kanaren darauf lauern, dass das afrikanische Hoch schwächelt.



Donnerstag 04.03.04 15:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm

Fähre Cádiz-Kanaren als Lebensretter

Seit über 20 Jahren fährt die „Juan J. Sister“ der Trasmediterránea im Liniendienst zwischen Cádiz und den kanarischen Inseln. Vorgestern Nacht auf ihrem Weg von Cádiz nach Gran Canaria konnte die Fähre 5 marokkanische Fischer aus Seenot retten, die bereits seit drei Tagen und Nächsten hilflos auf dem Atlantik trieben. Das kleine Boot „Tahadi2“ hatte Motorschaden und den 5 Besatzungsmitgliedern war es nicht gelungen die Havarie zu beheben. Auch konnte sie keine Hilfe rufen, sie hatten keinen Funk an Bord. Gegen 01:30 entdeckte die Besatzung der „Juan J. Sister“ das in der schweren See treibende Boot und nahm die 5 überglücklichen Fischer an Bord. Die „Tahidi2“ war bereits 80 Seemeilen vom Ausgangshafen Mohamedia entfernt. Die Küstenwache wurde verständigt, damit das havarierte Boot geborgen werden kann.

Der Bordarzt der Fähre untersuchte die fünf Fischer, die außer Unterkühlungen keine weiteren gesundheitlichen Probleme aufwiesen. Heute Morgen um 08:00 Uhr landete die „Juan J. Sister“ im Hafen von Gran Canaria wo Angehörige der marokkanischen Botschaft sich um die 5 geretteten Fischer kümmern um deren Heimreise zu organisieren. Die Fähre hat seit sie unter dem Kommando von Kapitän Federico Cundín fährt, bereits 6 mal auf ihrem Weg nach Cádiz Menschen aus Seenot retten können. Wie oft das Schiff insgesamt bereits an Rettungsaktionen beteiligt war, das weiß man nicht mehr. Die Fähre begegnet auf ihrer Route an der marokkanischen Küste entlang permanent vielen kleinen Fischerbooten, die nur zu oft kein Funkgerät an Bord haben und nach europäischem Standart eigentlich gar nicht mehr fahren dürften. Die meisten der marokkanischen Fischer haben aber nicht genug Geld ihre Boote besser auszurüsten und wagen sich dennoch auf den Atlantik hinaus.



Donnerstag 04.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm

Puerto de Tazacorte wartet weiter auf seinen Jachthafen

Im Zuge der Umgestaltung des gesamten Hafens waren auf 55 Anlegeplätze für Sportboote vorgesehen, diese sollten etwa zeitgleich mit dem Frachthafen fertig gestellt werden. Nun ist die Mole an der Schiffe von 100 Metern Länge anlegen könnten seit über einem Jahr fertig, aber außer zur Einweihung hat dort niemals mehr ein Schiff angelegt. Die versprochenen Liegeplätze für Sportboote bleiben aber weiter auf dem Papier und werden vorerst auch nicht verwirklicht. Es wird nun erst mal 16 Anlegemöglichkeiten im Bereich des Hafens geben, welcher der Fischerei vorbehalten ist.

Es wird aber weiter kräftig an den Hafenanlagen gearbeitet. Die innere Mole wird neu befestigt, ein neuer Kran kommt hinzu und der steil ansteigenden Hügel hinter dem Hafen wird befestigt. Gregorio Guadalupe, Vize des Ministeriums für Infrastrukturmaßnamen will nun die Planung für die Sportboot Liegeplätze neu auflegen lassen, was nichts anderes bedeutet, dass es noch sehr lange dauern kann. Das Planungschaos im Hafen von Tazacorte erklärt sich aus dem Kompetenzgerangel dreier Ministerien. Sowohl Fischereiministerium, Hafenbehörden und das Ministerium für Infrastruktur planen heftig aneinander vorbei und die einzigen die es etwas angeht, die Insel und die Leute aus La Palma haben keinen Einfluss darauf, was mit unserem Hafen geschieht. Dafür müssen wir auch nichts bezahlen und eigentlich kann man ja froh sein, dass man es Anderen überlassen kann Fehler zu machen.



Mittwoch 03.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm

Absolutes Traumwetter

Der Nordostpassat hat uns wieder den Rücken gekehrt und damit den Zustrom arktischer Luftmassen gestoppt. Das Thermometer springt heute locker über die 20 Grad und auch die Nachttemperaturen haben deutlich angezogen. Die 0 Grad-Grenze ist auf über 4.000 Meter gestiegen und so schmilzt auch die weiße Schneekappe am Roque de los Muchachos ab. Ob wir nun weiter in den Einfluss wärmerer südlicher Winde geraten und damit erneut Calima bei uns haben, hängt von einem schwachen Tiefdruckgebiet östlich der Kanaren ab.

Die Wassersituation hat sich nach den letzten Regenfällen deutlich entspannt und im Moment kommen wir locker noch ein bis zwei Wochen ohne weiteren Regen aus. Allerdings liegen wir noch weit hinter unserem Jahresmittel von 550mm Niederschlag zurück und bis Ende April, unserem Sommeranfang, ist es nur noch 2 Monate hin. Sehr schnell vergisst man angesichts der blühenden Insel, wie es wirklich um unseren Wasserhaushalt steht und dass wir noch mehr Regen brauchen um für den Sommer gerüstet zu sein. Ein kleines Kuriosum der Natur liefern im Moment einige Mandelbäume. Viele der Mandel blühten wegen de Wärme im Januar bereits, aber nur kurz und eher schwächlich. Nun nach dem Regen fangen manche der Bäume erneut zu blühen an, obwohl bereits Blätter an den Zweigen sind. Es ist sehr ungewöhnlich, Mandelbäume mit Blüten und Blättern gleichzeitig zu sehen.


Blätter und Blüten gleichzeitig an den Madeln, ein seltenes Bild auf La Palma



Mittwoch 03.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm

Mariano Rajoy kommt nach La Palma

Ganz kurzfristig hat Mariano Rajoy seinen Wahlkampfkalender noch geändert und beehrt nun auch die kleine grüne Insel mit seinem Besuch. Herr Rajoy ist designierter Nachfolger von Jose Maria Aznar und es gilt als sicher, dass er nach den Wahlen am 14. März neuer Ministerpräsident Spaniens wird. Samstagnachmittag wird unser neuer Chef einschweben und mit Angehörigen seiner Partei, der Partido Popular (PP) den Abend verbringen. Am nächsten Tag geht es dann weiter nach Las Palmas und ich kann nur hoffen, dass Mariano Rajoy sich später als Ministerpräsident noch oft an La Palma erinnern wird. (War das nicht die kleine Insel wo man mir permanent Bananen in die Hand gedrückt hat?)

Der komplette Ausfall aller Telefonverbindungen gestern auf den gesamten kanarischen Inseln konnte deshalb so schnell wieder behoben werden, weil die Havarie an Land stattgefunden hat und nicht wie zunächst vermutet unter Wasser. Ich entschuldige mich gerne bei der spanischen Marine und allen marokkanischen Fischern für meine Vermutungen von gestern. Wie wir jetzt wissen, haben Bagger in Andalusien zwei Kabel mit optischen Glasfaserleitungen durchtrennt und so das kanarische Archipel für drei Stunden ohne Telefon gelassen. Betroffen war das gesamte Festnetz, alle Internetverbindungen und der Mobilfunkbetreiber Moviestar. Die drei anderen Funknetze waren aber auch betroffen weil es sofort zu einer Überlastung der verbliebenen Netze kam. Allerdings muss man den Technikern der Telefonica auch Lob zollen, denn nach drei Stunden war die Störung beseitigt. Glaubt man der Telefonica, dann mussten zwei Kabel geflickt werden und das ist bei optischen Glasfaserleitungen wohl etwas komplizierter als nur zwei Drähte wieder neu zu verbinden.



Dienstag 02.03.04 17:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm

Blumen für die Gäste

Eine richtig gute Idee hat nun das, von mir so oft gescholtene „Patronato de Turismo“ gehabt. Diese Woche erhält jeder ankommende Gast auf dem Flughafen eine Protea als Willkommensgruß. Diese wunderschöne Blume wird seit ein paar Jahren sehr erfolgreich auf La Palma angebaut und stellt gewissermaßen einen Teil der Möglichkeiten dieser Insel dar. Der Gast braucht darüber nicht nachdenken sondern soll sich einfach an der Schönheit und der Geste erfreuen. Eine ähnliche Aktion hatte es bereits einmal mit Bananen gegeben und ich würde es für sehr klug halten, daraus eine Dauereinrichtung zu machen. Es müssen aber nicht immer Bananen oder Proteen sein, wir haben noch viele schöne Dinge zu verteilen. Wer soll das bezahlen? Ganz einfach, sollen die hohen Herren nicht so häufig auf irgendwelche Messen fahren und dort Kontakte suchen die es nicht gibt, schon hätten wir das Geld übrig und könnten uns noch aufmerksamer um unsere Gäste kümmern.

Heute gegen 12:00 mittags brach der gesamte Telefonverkehr auf den Kanaren zusammen. Eine Havarie im optischen Glaskabel auf das spanische Festland wird als Grund angegeben. Ob da ein U-Boot dagegen gefahren ist, oder ein marokkanischer Fischer umsonst telefonieren wollte, das wurde uns noch nicht gesagt. Seit etwa 15:00 Uhr stehen die Verbindungen wieder, noch etwas wackelig aber es reicht zum Telefonieren und die Nachrichten hoch zu laden. Morgen wissen wir mehr.

Das neue Kalenderblatt ist fertig und kann hier nachgelesen werden.



Dienstag 02.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm

Politischer Kleinkrieg um das Wasser

Nun hatte ja endlich die Insel ihren Regen und ein bis zwei Wochen können wir nun noch aushalten, bevor wir wieder die Reserven angreifen müssen. Um diese Reserven geht es nun. Man wirft dem Chef des inseleigenen Wasserrates vor, das überschüssige Nass nach den reichlichen Regenfällen nicht in das zweitgrößte Staubecken der Insel, „Dos Pinos“ oberhalb von Los Llanos geleitet zu haben, sondern in das Staubecken von Las Manchas „Cuatro Caminos“. Nun ist der Präsident der Wasserbehörde gleichzeitig auch noch der Inselpräsident und damit eine höchst politische Person.

Wo immer es nur geht, versuchen nun die anderen politischen Kräfte die Entscheidungen und das Vorgehen der Wasserbehörde zu kritisieren, nicht weil diese unbedingt falsch sind, sondern weil der falsche Mann sie verkündet. Der Gescholtene reagiert auch nicht besonders glücklich, es ist kein Zeichen von Selbstbewusstsein, sofort nach der erfolgten Kritik Wasser in das Becken zu leiten. Noch dazu werden nun Gerüchte laut die sagen, das Staubecken von „Dos Pinos“ sei undicht und hätte deshalb noch kein Wasser erhalten.

Es ist schier unerträglich wenn man bedenkt, dass wir knapp einer Dürrekatastrophe entgangen sind und ein paar Tage später das endlich gewonnene Nass dazu benutzen, politische Gegner anzugreifen. Wasser darf kein politisches Machtinstrument werden und es ist sicherlich ein fataler Fehlgriff, einen Politiker an die Spitze einer solchen Behörde zu setzen. Da gehört eine Person an diese so heikle Position, die frei von möglichen Attacken politischer Gegner ist und so keine opportunen Entscheidungen trifft, sondern vernünftige. Leider haben wir ja über all die Jahre lernen müssen, dass Politik und Vernunft nur schwer vereinbare Zustände sind. Vielleicht ist es an der Zeit zu lernen, dass Politiker nur Politik machen sollten und vernünftige Leute sich um die wichtigen Dinge im Leben kümmern müssen.



Montag 01.03.04 18:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm

Unbekannter Kanarenstrom

Im Gegensatz zu dem sehr bekannten Golfstrom, gibt es bei der Erforschung des Kanarenstromes der unser Archipel durchläuft immer noch viele Fragezeichen und nun auch überraschende neue Erkenntnisse. Dr. Francisco José Machín von der Universität Las Palmas de Gran Canaria hat jetzt eine These aufgestellt, nach dem Teile des Kanarenstromes im Herbst plötzlich die Richtung ändern. Normalerweise fließt die Strömung im Umfeld der kanarischen Insel in Richtung Süd und damit in Gegenrichtung des nordwestlicher verlaufendes Golfstromes.

Im Herbst allerdings wandert der Kanarenstrom nach Westen aus und lässt damit Platz für wärmeres Wasser welches dann von Süden her zu den Kanaren gelangt. So zumindest behauptet das Dr. Francisco José Machín. Nun werden noch viele weitere Studien über den Kanarenstrom fällig, die These die nun aufgeworfen wurde verändert einiges am bisherigen Bild der uns umgebenden Gewässer. Die Zirkulation unserer Weltmeere und die kompletten Zusammenhänge mit der Wettermaschine im Nordatlantik sind ein unerschöpfliches Thema. Da liegen sie noch begraben die weißen Flecken unseres Wissens (außerhalb der Kommaregeln) und ein Meeresstrom der rebellisch plötzlich die Richtung ändert, das ist doch was Wunderbares.


Montag 01.03.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 12 Grad, Niederschlag: 0 mm

Zurück zum Alltag

Jetzt ist Carneval so richtig vorbei, wer jetzt nicht genug gefeiert hat, der muss bis zum nächsten Dorffest warten welches bestimmt auch nicht lange hin ist. Es wird einige Tage dauern, bis die Babypuderreste von den Straßen verschwunden sind und noch etwas länger bis das letzte bisschen „Polvo“ aus den Kleidern geht. 2 Paar Schuhe sind unwiderruflich „polvorisiert“, das ist angesichts der Heftigkeit der Puderschlachten ein angemessener Kollateralschaden. Nun ist Stärke gefragt und die Weisheit, dass es neben dem Carneval auch noch ein Leben gibt.

Die Kinder müssen wieder in die Schule, hier gibt es immer eine Woche Ferien im Carneval. Das ist eine löbliche Entscheidung gewesen, wer will den an diesen Tagen Pünktlichkeit von den Eltern erwarten, die ihre Kinder zur Schule bringen. Oder von den Lehrern? Damit ist jetzt Schluss, die Zeit der Ausreden ist vorbei, jetzt wird wieder heftig gearbeitet. Man darf wieder Termine machen und auf normale Öffnungszeiten der Geschäfte hoffen. Gestern noch war ein dicker Katerkopf gesellschaftlich relevant, heute muss alles wieder funktionieren auch wenn man vielen Leuten noch ansieht, wie schwer der gequälte Körper sich an ein Leben nach dem Carneval gewöhnen will. Auch ich werde jetzt voller Elan in den Ort gehen um meine Arbeit energiegeladen zu beginnen. Ich spüre bereits die neue Kraft, die endlich nach dem Terrorregime des Carnevals wieder unsere Körper und den Geist beseelt... Nach einem Blick in den Spiegel habe ich mich allerdings anders entschieden und werde mich erst mal zu Carlos setzen, einen Cortado trinken und mal gucken, ob die neue Kraft dort irgendwo herumliegt.





Familie Ingrid & Mathias Siebold
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La Palma, Islas Canarias, Spanien
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Kanarische Ferienhäuser auf La Palma