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Nachrichtenarchiv Juni 2003


Montag 30.06.03 17:00

Historische Fundstätten sollen besser geschützt werden

Es geht nicht nur um die Petroglyphen, also Steinzeichnungen, sondern auch um die Reste der Lagerstätten der Ureinwohner der Insel. Die noch erhaltenen Steinzeichnungen sind bereits weitgehend geschützt, das heißt, man hat das was noch übrig war mit Metallkäfigen eingezäunt. In La Zarza ist sogar ein kleines Besucherzentrum entstanden, mit Museum und einem bewachten Pfad, der zu den Petroglyphen führt. Das ist ein ernst gemeinter Tipp für ein bisschen Kultur im Urlaub!

Felipe Jorge Pais, der Chef der historischen Abteilung in der Inselregierung, will nun eine erneute Bestandsaufnahme der noch erhaltenen Lagerstätten und Steinzeichungen anstreben. Die letzte fand 1992 statt und bereits im ersten Augenschein finden sich viele historische Fundstellen nicht wieder, die 1992 noch vermerkt waren. Ich hoffe es bleibt dann auch nicht bei der Einschätzung der Schäden, sondern geeignete Schutzmaßnahmen werden ergriffen. Dann stehen zwar in der Caldera plötzlich hässliche Metallkäfige rum, aber anders kann man wohl die Geschichte der Menschen, nicht vor den Menschen schützen.


Montag 30.06.03 08:30

Erste Kampagne gegen die "Motte aus Guatemala" beendet

Das ist ein Kartoffelschädling, ursprünglich nur in Südamerika beheimatet, der seit 1999 auch auf den kanarischen Inseln sein Unwesen treibt. Auf La Palma trat die "polilla guatemalteca" (Tecia solanivora) letztes Jahr das erste Mal in Erscheinung und hinterließ in einigen Regionen des Nordostens der Insel große Schäden in den Kartoffeläckern. Angesichts der großen Gefahr für den Rest der Insel, überließ das Landwirtschaftsministerium die Bekämpfung dieses Schädlinges nicht den Landwirten selbst, sondern organisierte und finanzierte die Bekämpfung.

So wurden nun keine Spritzmittel eingesetzt, sondern Fallen aufgestellt, die mit Feromonen die Männchen der Motte anlocken und töten. Es wird sich zeigen, ob diese Maßnahme ausreicht, die Ausbreitung des Schädlinges zu verhindern. Der Versuch, ohne die große chemische Keule gegen den Schädling anzugehen, ist lobenswert und da muss man einfach auch mal den Hut ziehen vor unseren "Inseloberen", da hat man die Bauern nicht im Stich gelassen.


Sonntag 29.06.03 17:30

Wasserversorgung auf La Palma für den Sommer gesichert

Das behauptet zumindest das "Consejo Insular de Aguas de La Palma", das sind die Beauftragten der Inselregierung für das Wasser. Die 5 großen Staubecken auf der Insel sind voll und für reichlich Nachschub sorgt der neue Versorgungstunnel, der knapp oberhalb von Los Llanos aus dem Berg kommt. Dieser Tunnel hat eine interessante Geschichte.

Geplant war, den nur mannshohen Tunnel von der Westseite auf die Ostseite zu treiben, um überschüssiges Wasser von Osten nach Westen zu pumpen.

Im Osten braucht man sich keine Gedanken um das Wasser zu machen, die haben durch den Nordostpassat auch im Sommer genügend Wasser. Nun begann man auf beiden Seiten der Insel die Stollen in den Berg zu treiben, um sich irgendwann zu treffen. Das war aber gar nicht nötig, denn schon nach einigen hundert Metern sprudelte mehr Wasser aus dem Tunnel, als man eigentlich rüberpumpen wollte. Nicht umsonst nennt man La Palma auch "Isla Afortunada", die glückliche Insel.


Sonntag 29.06.03 10:00

Heißer Sand und männliche Charaktereigenschaften

Ein einträgliches Geschäft auf La Palma im Sommer ist, der strandnahe Verkauf von Brandsalben. Unser schwarzer Lavasand kann bei längerer Sonneneinstrahlung so heiß werden, dass echte Verbrennungen entstehen können. Das Bild ist immer das Gleiche. Frisch gebackene Urlauber ziehen erwartungsvoll an den Strand. Unter den Palmen zieht man seine Decke zurecht und peilt erst mal die Nachbarn. Die Gruppe von Leuten, die oben an der Promenade steht und verschämt grinst fällt zwar auf, ist aber irgendwie nicht einzuordnen. Irgendwann will man ins Wasser gehen, wie man halt als Mann so geht, Brust raus, Bauch rein und lässig losstolziert.

Auf diesen Moment haben die Leute oben an der Promenade gewartet, denn Sie haben einen entscheidenden Fehler gemacht!

Nach drei, oder vier Schritten wird es heiß an den Fußsohlen, aber leider läßt der Stolz es nicht zu, den "point of no return" zu respektieren. Noch ein paar Schritte weiter und Sie fangen an zu rennen, als wär der Eichel hinter Ihnen her. Bis Sie die Zone des nassen und kühlenden Sandes erreicht haben, sind die Füße bereits rot und haben Brandblasen. Wer jetzt noch seine Postur bewahren will, der lässt sich nichts anmerken, kühlt seine Füße und tut so, als würde man immer am Strand rennen. Vielleicht hat es ja auch keiner gemerkt? Glauben Sie ruhig daran. Bloß warum grinsen die alle so komisch?

Gut, nun muss man ja auch wieder zurück zum Handtuch, in den rettenden Schatten. Da gibt es mehrere Praktiken und Strategien, die aber alle dazu führen, Ihren Stolz endgültig zu brechen.

Es gibt da den "Winker" der seiner Frau so lange zuwinkt, bis sie reagiert. Meistens reagieren die Frauen überhaupt nicht, die lesen gerade ein Buch, oder unterhalten sich mit dem Nachbarn.

Dann gibt es den "Graber" . Da der Sand nur an der Oberfläche glühend heiß ist, versucht der Graber eine Spur in den Sand zu graben, in dem er Stück für Stück die obere Sandschicht wegschippt um sich dann auf der kühleren Schicht zu bewegen. Das dauert sehr lange und ist sehr demütigend. Manche Forscher glauben heute noch, dass diese Spuren von Schildkröten stammen...

Dann gibt es noch den "Befeuchter" . Der läuft unablässig zum Wasser, greift mit seinen hohlen Händen so viel Kühlflüssigkeit wie er kann und versucht so eine feuchte Spur bis zum rettenden Schatten zu ziehen. Das ist eindeutig die dümmste Methode und immer zum Scheitern verurteilt.

Dann gibt es noch den "Kommunikativen" . Der spricht jemanden an, er möchte doch bitte zu seiner Frau gehen, und sie bitten, mit den Schuhen herzukommen um ihn zu befreien. Diese Methode ist sehr erfolgreich, so lange Sie nicht auf einen Winker, Graber oder Befeuchter treffen. Sprechen Sie jemanden an der Schuhe trägt und dieses verzückte Lächeln "ich habe es schon hinter mir" trägt. Ist auch demütigend, aber meistens erfolgreich.

Machen Sie sich nichts daraus, die Apotheken auf La Palma haben sehr lange auf, nach drei Tagen können Sie wieder aufstehen und sich Badelatschen besorgen. Sollten Sie jetzt unseren kostenlosen Kursus zur Demut verinnerlicht haben, dann kann man gratulieren. Sollten Sie weiterhin auf Ihren Stolz bestehen, dann behaupten Sie von da an, sowieso nur zum Wandern nach La Palma gekommen zu sein. - Und das mit den Füßen!

Sollten Sie aber ein ganz normaler Kerl sein, dann stehen Sie mit uns an heißen Tagen auf der sicheren Promenade über dem Strand. Mit ein bisschen Übung gelingt es Ihnen dann schnell, Ihr erlerntes Wissen anzuwenden. Man sucht sich Neuankömmlinge aus und wettet, ob es sich um einen Winker, Graber, Befeuchter oder Plauderer handelt. Verschwenden Sie dabei keine Zeit mit Leuten, die Badelatschen tragen. Die waren schon mal da und haben ihre Lektion bereits gelernt.

So, nun ist Schluss, heute ist es heiß und wir wollen eben noch mal zum Strand. Nicht zum Baden, wo denken Sie hin, nein zum Gucken...


Samstag 28.06.03 17:00

Schmutzige Wäsche waschen in El Paso

Der neue Bürgermeister Jesús Manuel Rodríguez, hat seinen Vorgänger scharf angegriffen. Es geht um die neue Schule von El Paso. Diese wird frühestens Dezember 2004 fertig und das wusste auch jeder. Da sind noch nicht mal die elektrischen Kabel gezogen und man hat eben damit begonnen, die Fensterrahmen einzusetzen. Der vorherige Bürgermeister hatte aber seinen Wahlkampf auch damit geführt, die neue Schule könnte bereits bis September fertig sein, wenn man ihn wählt.

Nun müssen die Kinder aus El Paso ab der 6. Klasse erst mal wieder nach Los Llanos, um dann nächstes Jahr endgültig in die neue Schule zu ziehen. Wahlkampf auf Kosten der Eltern und Schüler ist halt einfach nicht in Ordnung. Da der jetztige Bürgermeister bisher Vize-Bürgermeister war, werden nun scheibchenweise solche Geschichten kolportiert. Das ist ein gefundenes Fressen für die geiernde Presse. Wird Zeit, dass auch die Politiker in Urlaub gehen.


Samstag 28.06.03 09:30

Die heilige Quelle von Fuencaliente will einfach nicht gefunden werden

Seit gut zwei Jahren bohrt und gräbt man nun in Fuencaliente, um die sagenumwobene heilige Quelle wieder zu finden. Vor 326 Jahren verschüttete der Ausbruch des San Antonio mit seinen Lavafeldern die Quelle, aus der über 60 Grad warmes mineralhaltiges Wasser austrat. Leider sind die Aufzeichnungen aus 1677 nicht so genau, dass man ohne Probleme die Quelle wieder finden könnte. Lange horizontale und vertikale Stollen hat man in den Berg getrieben, in Richtung der vermuteten Stelle.

Sondierungsbohrungen haben auch bereits heißes Wasser zu Tage gebracht, allerdings mit Meerwasser vermischt. Das taugt aber nicht als Thermalwasser und so muss man weitersuchen, bis die eigentliche Quelle gefunden wird.

Nun hat man Angst, das Geld könnte ausgehen. Ein Wechsel an der Spitze der Baubehörde lässt die Gemeinde Fuencaliente fürchten, es könnten bald keine Hilfen mehr vom Staat kommen um weiterzusuchen. Hintergrund der ganzen Bohrerei ist, die Gemeinde Fuencaliente will ein Thermalbad werden und sucht auch dringend nach einem Grund, warum das große Hotelprojekt ausgerechnet in ihrer Gemeinde steht. Da wäre natürlich eine heilige Quelle, die vor Furunkeln und Schwiegermüttern schützt, eine feine Sache.


Freitag 27.06.03 17:00

Jammern gehört zum Geschäft

Alle Jahre wieder, pünktlich zum Beginn der großen Schulferien, die bei uns fast drei Monate dauern, fangen die Bananenbauern zu klagen an. Die Sommermonate sind die Jahreszeit mit dem geringsten Konsum der krummen, gelben Frucht. Da noch rudimentäre Gesetze der Marktwirtschaft erhalten sind, sinkt demnach der Erzeugerpreis. So werden im Moment nur noch 40 Cent pro Kilo Frucht, fertig verpackt bezahlt. Auf 3,2 Millionen Euro rechnet man nun den Verlust für La Palma hoch.

Das war immer so und einen Teil der Schuld tragen die Bananenbauern selbst. Es wurde extra eine Gruppierung gebildet, welche die Produktion der Bananen regulieren soll. Man kann durchaus den Wachstumszyklus der Banane verschieben und damit einer Überproduktion im Sommer entgegenwirken. Was man halt leider nicht kann, ist den Individualitätsanspruch 3.000 palmerischer Kleinbauern unter Kontrolle bringen. &xnbsp;


Freitag 27.06.03 09:00

Flächenbrand auf La Gomera schnell wieder unter Kontrolle

Bei Chipude, unweit des Nationalparkes Garajonay brannten gestern dennoch etwa 20 Hektar Grasland ab. Dem schnellen Eingreifen der Feuerwehren und zweier Löschhubschrauber aus Tenerife ist es zu verdanken, dass kein größerer Schaden entstanden ist. Wie der Brand entstanden ist, das will man im Moment noch nicht sagen. Vor Jahren hatte es an gleicher Stelle bereits schon einmal gebrannt.

Die Gefahr von Wald und Flächenbränden ist im Moment extrem hoch. Am meisten fürchtet man Brände in unzugänglichen Regionen und starken Wind. Je schneller die Feuerwehren an den Brandherd gelangen um so größer ist die Chance, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Wir alle erinnern uns immer noch an den großen Waldbrand im Norden der Insel, der erst nach vielen Tagen und unter dem Einsatz von mehreren Löschhubschraubern und Flugzeugen gelöscht werden konnte. Damals hatte der starke Wind und die Unzugänglichkeit des Terrains ein schnelles Eingreifen unmöglich gemacht.


Donnerstag 26.06.03 17:00

Lichtverschmutzung und Himmelsgesetz

Was sich erstmal wie Stilblüten liest, hat auf Tenerife und La Palma einen konkreten Hintergrund. Beide Inseln haben große Teleskopanlagen auf den Bergen. Auf Tenerife, unterhalb des Teide bei Izana und auf dem Roque de los Muchachos auf La Palma. Beide Anlagen sind auf etwa 2.400 Metern Höhe. Das brachte viel Geld auf die Inseln, dafür versprach man im Himmelsgesetz (Ley del cielo) die Lichtverschmutzung (contaminación lumínica) möglichst gering zu halten.

Der Präsident des Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC), Francisco Sánchez beklagt nun, dass die Gemeinden sich nicht an das Gesetz halten und viel zuviel öffentliche Beleuchtung installiert haben. Das viele Licht stört die Beobachtungen mit den Teleskopen. Sánchez schätzt, dass etwa 50% der öffentlichen Beleuchtung nicht notwendig seien. Was sicher richtig ist, gerade viele kleine Gemeinden haben in den letzten Jahren es sich zur Aufgabe gemacht, jede, auch noch so kleine Straße zu beleuchten. Was den Nachbarn freut und dazu bringt, den Bürgermeister wieder zu wählen, stört den Astronomen ungemein.

Da ist mal wieder ein kanarischer Kompromiss fällig. Jetzt wollen Sie auch noch wissen, was ein kanarischer Kompromiss ist, ganz einfach. Die Gemeinden fragen bei der EU an, welche Subventionen es gibt, für das Abschalten von öffentlicher Beleuchtung und das IAC fragt bei der EU an, welche Hilfen man Ihnen gewährt, ihre Teleskope besser vor dem Fremdlicht zu schützen. Freude schöner Götterfunken...


Donnerstag 26.06.03 09:00

Traditionelle Fischfangmethode mit hoher Durchschlagskraft

Schon völlig in Vergessenheit geraten war das Dynamitfischen auf La Palma. In den 70er Jahren war das Fischen mit Explosivstoffen noch weit verbreitet und auch gesellschaftlich anerkannt. Das änderte sich radikal, nicht nur wegen der Einführung hoher Strafen, sondern auch durch die Sensibilisierung der Bevölkerung was den Umweltschutz anbelangt.

Drei Männer, von 19 - 64 Jahre alt, haben sich gestern bei "El Palma" in Garafia erwischen lassen, als sie mit Dynamit fischten. Nachbarn hatten die Polizei alarmiert, da man ja vom Dynamitfischen nicht behaupten kann, es sei eine leise und beschauliche Methode mit den Früchten der Natur umzugehen. 30 Kilo Fisch waren bereits an Land und die Polizei konnte auch Zünder, Zündschnur und Dynamit sicherstellen. So wird es ein Leichtes sein, die drei zu hohen Geldstrafen zu verurteilen. Wie man allerdings so einfach an Dynamit auf La Palma kommt, dem sollte die Polizei auch noch nachgehen.


Mittwoch 25.06.03 17:00

Puerto de Tazacorte will auch die blaue Flagge

Das ist eine Auszeichnung für qualitativ hochwertige Strände. Sauberkeit, Infrastruktur und weitere Auflagen müssen erfüllt sein, wenn man dieses Zeugnis haben will. Bislang haben nur die Strände in Puerto de Naos und in Los Cancajos diese Auszeichnung.

Der Strand von Puerto de Tazacorte ist ja erst ein Jahr alt und wenn man ehrlich ist, immer noch nicht so ganz fertig. Hat aber jetzt schon den Vorteil, dass die Umgebung einfach viel schöner ist, als in Puerto de Naos. Neben dem, in 15 Jahren aus dem Boden gestampften Puerto de Naos, nimmt sich der Hafen von Tazacorte, wie ein beschauliches Fischerdorf aus. Um nun auch an die begehrte blaue Flagge zu kommen fängt man jetzt an, in regelmäßigen Abständen Wasserproben dem Gesundheitsamt zur Kontrolle vorzulegen.


Mittwoch 25.06.03 08:30

Hotelreservierungen sind rückläufig

Was jeder längst weiß, ist nun auch für die offiziellen Stellen nicht mehr zu leugnen. Die Anzahl der Reservierungen für die Sommermonate ist im Bereich der Hotelanlagen etwa 10% unter der des Vorjahres.

Ferienhäuser hingegen, sind mindestens genauso gefragt im Sommer wie im Jahr 2002. Das hat natürlich auch mit den Preisen zu tun, denn gerade Familien mit Kindern, müssen schon gucken, das das Alles bezahlbar bleibt.

Da sind die "neuen" Länder wie, Kroatien, Bulgarien und Ungarn nicht zu schlagen.

Das spezielle La Palma Publikum hat eh nie in Hotels gewohnt, sondern individuell seine "Casita" bewohnt. Der neue Hotelkomplex bei Fuencaliente im Süden der Insel, wird die wirtschaftliche Situation der bereits bestehenden Hotelanlangen weiter verschlechtern.

Die Kurzsichtigkeit und Ignoranz unserer Legislativen, die von bis zu 20.000 Hotelbetten träumen, gefährden die zukünftige Entwicklung dieser Insel. Es ist müßig, die Schuld bei der schwächelnden deutschen Wirtschaft zu suchen, wenn man ein Produkt anbietet, welches andere Ferienregionen deutlich billiger anbieten. &xnbsp;


Dienstag 24.06.03 17:30

Naturpark Las Nieves

Das Umweltschutzministerium hat nun den Plan vorgestellt, wie man sich den Naturpark Las Nieves denkt. Nun fragen sich viele, warum denn nun noch ein Park, ist doch die ganze Insel bereits UNESCO Biosphärenreservat. Die UNESCO spricht aber nur Vorschläge und Belobigungen aus und wenn es ganz schlecht läuft, dann verliert man so eine Belobigung auch wieder.


Die Umsetztung, auch die rechtliche, ist allerdings unsere Sache. So können nur in Natur, und Nationalparks ganz bestimmte Beschränkungen erlassen werden.

Konkret geht es um die Region von Las Nieves bis oberhalb von Los Sauces. Dort befinden sich große Lorbeerwälder und auch reichlich Fundstätten der "Benahoritas" der Ureinwohner La Palmas. Nun will man Aufseher an den neuralgischen Punkten des Parkes einsetzen, wie Casa del Monte, Marcos y Corderos und Los Tilos.

Manch müder Wanderer würde sich zur Erfrischung wohl eher ein Wirtshaus wünschen anstatt aufklärender Hinweistafeln, aber eine Hütte mit Biosphärenbier ist leider nicht vorgesehen.


Dienstag 24.06.03 12:40

Digitalisierung im Inselkrankenhaus geht in die nächste Phase

La Palma hat ein sehr modernes Krankenhaus, eines der 5 im spanischen Territorium, welche alle Stationen über Computerterminals miteinander verbindet.
So kann der Arzt am Krankenbett sämtliche Informationen und Untersuchungsergebnisse jederzeit abfragen und ergänzen. Das vereinfacht den Ablauf ungemein und ist unter den Ärzten und Pflegern des Krankenhauses sehr erfolgreich aufgenommen worden.

Die nächste Phase beginnt nun. Die dem Krankenhaus angeschlossenen Polikliniken erhalten nun auch Zugang zu den Daten. Der Hausarzt kann so direkt auf die Krankenhausdaten zugreifen und umgekehrt das Krankenhaus auf die Historien der Ärzte in den Polikliniken.

In El Paso ist das nun bereits Realität, andere Gemeinden werden folgen. Warum da immer El Paso ganz vorne ist, das weiß ich nicht. Von Datenschutz wird hier wenig geredet, man überlege sich mal, was in Deutschland für ein Aufschrei losginge, wenn man ein ähnliches Vorhaben umsetzen wollte.


Montag 23.06.03 17:30

Sommercamp wird vorbereitet

Der Sommer ist nun auch kalendarisch da, die Schulferien haben begonnen und so wird es auch dieses Jahr wieder ein Sommercamp für Kinder geben. Organisiert wird das Lager vom Cabildo Insular und gesponsort von der Bank " Caja Canarias" Abwechselnd für jeweils eine Woche kommen Kinder verschiedener Altersgruppen dort unter. Das Lager liegt unterhalb von La Cumbrecita bei El Paso.

In der Woche, die den Kindern gegönnt ist werden natürlich Spiele organisiert, aber auch Naturkundeunterricht gegeben. Es wird gemeinsam gekocht und die täglichen Arbeiten werden zusammen erledigt. Da das Camp aber nur 45 Plätze hat, muss man sich früh anmelden, um einen der sehr begehrten Plätze zu erhaschen. Lustig ist, dass abends dann immer viele besorgte Eltern eben noch mal vorbeischauen und den Kleinen was zustecken. Den Kindern selbst ist das natürlich unendlich peinlich. Na was sag ich, Eltern eben... &xnbsp;


Montag 23.06.03 08:30

Biodiversität La Palmas in Gefahr

Wissenschaftler des "Consejo Superior de Investigaciones Científicas (CSIC)", warnen in harscher Form vor dem Einbringen weiterer fremder Pflanzen und Tiere nach La Palma. Die endemische Flora und Fauna hat bereits großen Schaden erlitten und bedarf eines umfassenderen Schutzes, so die Wissenschaftler. Da erwägt man die Einfuhr aller Tiere und Pflanzen aber auch Sämereien, ganz zu verbieten. Flugzeuge und Schiffe, die die Insel ansteuern sollen untersucht und begast werden, um die unkontrollierte Einfuhr von "fremder Biomasse" zu verhindern. Nach den Wünschen der Wissenschaftler müsste jeder Besucher des Nationalparkes vor dem Eingang seine Schuhe und Kleidung desinfizieren lassen, er könnte ja Träger eines Schädlings sein.

Da einen gesunden Mittelweg zu finden ist schwer. Wir leben ja von einer Frucht, der Banane, die vor nun etwa 90 Jahren eingeführt wurde. In den bewohnten Zonen La Palmas ist die weit überwiegende Anzahl von Pflanzen längst nicht mehr endemischer Herkunft. Da gibt es kein Zurück mehr und wir müssen behutsam versuchen, einer weiteren Verfremdung der Flora und Fauna zu begegnen. Radikalmethoden bringen da aber nie was. Wir werden auch aus diesen Gründen nicht unsere Pickups wieder gegen Esel eintauschen. Wenn man ganz konsequent weiterdenkt, dann müssen wir eingestehen, dass wir Menschen auch nichts anderes als "fremde Biomasse" auf diesem Planeten sind.


Sonntag 22.06.03 17:30

Zum "shoppen" eben mal nach Tenerife

Das gab es immer schon und früher hat man sich in die kleinen ATR der BINTER gezwängt und Tenerife war ein Tag lang "Unser". Zu Ikea, zu Al Campo und immer gab es einen Big Mäc von Mac Donalds und immer wurde uns wieder schlecht davon, aber das ist egal. Auf La Palma gibt es halt weder Ikea, noch Al Campo und auch keinen Big Mäc.

Die Einkaufstouren zu all den Tempeln der modernen Konsumwelt waren aber leider immer etwas beschnitten vom geringen Platzangebot im Flugzeug. Man musste ja die ganzen kostbaren Preziosen auch wieder auf die kleine grüne Insel bringen. So trug der letzte Flieger von Tenerife nach La Palma längst den Namen Ikeaexpress.

Der Laderaum vollgestopft mit Möbeln und höchst notwendigen Haushaltswaren, da es auf La Palma keine Messer und Gabeln zu kaufen gibt. Wenigstens nicht so schicke und günstige wie bei Ikea... In der Kabine selbst, jongliert jeder seine zerbrechlichen Teile auf dem Schoß und versucht mit dem Bilderrahmen seinen Nachbarn nicht zu verletzen. Der ist aber auch bewaffnet und hält seinen Acryl CD-Ständer so, dass man seine Verteidigungsbereitschaft spüren kann.Die Stewardessen haben längst aufgegeben auf die Sicherheitsvorschriften hinzuweisen. Die IATA kann gegen IKEA eh nichts ausrichten, jedenfalls nichts bei palmerischen Consumholics.

Nun tritt Phase zwei des Kaufrausches ein.

Die neue Schnellfähre von La Palma nach Tenerife macht es ja möglich sein Auto mitzunehmen und als Stauraum zu nutzen. Das freut alle, denn nun kann man die ganzen Dinge für die man eigentlich nach Tenerife fährt auch kaufen. So geschehen gestern, meine Frau und eine Freundin fahren mit einem Kleinbus nach Tenerife. Auf dem Einkaufszettel: Geschirrspüler einer guten Marke, ein Bett, ein Sofa und Matratzen. Nicht auf dem Zettel: Messer und Gabeln, Bilderrahmen und Mac Donalds.

Die beiden, auf La Palma zurückgelassenen Männer, tranken währendessen Bier (aus Tenerife) und schwelgten in ihrer Großzügigkeit, den beiden Frauen so einen schönen Tag gegönnt zu haben. "Das tut denen gut, mal einen Tag herauszukommen" - "Hast du deiner Frau auch so viel Geld mitgegeben?" - "Ich hoffe die gönnen sich richtig was"

Eben all die Sprüche, wenn Männer glauben, ihren Frauen was zu gönnen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die Beute aus Tenerife sinnvoll und nützlich ist. - Endlich, 21:30 kommt die Fähre wieder in La Palma an und schon 40 Minuten später sind die Frauen wieder bei ihren Gönnern.

Vollbepackt mir verräterischen Tüten die keine Geschirrspülmaschine enthalten können und auch kein Bett und schon gar kein Sofa. Dafür war der erste Satz, "Das war ein richtig schöner Tag, aber uns ist jetzt noch schlecht von dem Big Mäc..." "Schön, dass ihr wieder da seid" Erst noch schnell ein Bier, vorher trauen wir uns nicht nach den anderen Dingen zu fragen. "Geschirrspülmachine gab´s keine gute, Bett, konnte ich mich nicht entscheiden, aber wir haben euch so viele schöne Sachen mitgebracht"

Sie sind erfahren genug um zu wissen, was da alles aus den Tüten gezaubert wird. Wir haben jetzt ganz poppiges Besteck und überall stehen auf den Regalen plötzlich kleine, wichtige Utensilien, die schwedische Namen tragen. Ich bin aber auch erfahren genug, das zu würdigen. Wenn die Männer darüber meckern, dann müssen sie irgendwann selber "rüberfahren" um die nützlichen Dinge zu kaufen. Dazu haben wir aber überhaupt keine Lust und wenn ich mir es genau überlege, dann hält das Sofa doch noch ein paar Jahre.


Sonntag 22.06.03 09:00

Alternative Energie für La Palma

Es hat zwar keinen spürbaren Knall gegeben, seit dem La Palma Weltbiosphärenreservat ist, aber viele gute und moderne Gedanken haben plötzlich eine Lobby. Auch ohne einen einzigen grünen Politiker im Inselparlament suchen die Parteien die Nähe der Ökologen und schreiben sich deren Ziele auf die eigenen Fahnen. Auch ein Weg und wenn´s was bringt, um so besser.

Das Konsortium für das Weltbiosphärenreservat La Palma, hat große Pläne für die Energieversorgung der Insel. Angestrebt sind 100% Energie aus alternativen Quellen und erneuerbaren Rohstoffen. Gerade eine so überschaubare Insel wie La Palma, bietet sich bestens dazu an. Keine große Industrie, die enormen Energiebedarf hat und reichlich natürliche Ressourcen auf die man zurückgreifen kann. Windenergie, geothermische Wärmegewinnung, Wasserkraft und Wellenkraftwerke stehen da vorne an auf der Liste der Hüter des Reservates.

Das sind stolze Pläne, haben aber durchaus Chancen verwirklicht zu werden. Das dauert natürlich richtig viel Zeit, aber alleine das gütige Nicken der Inseloberen jeglicher politischer Couleur, macht schon Mut. Und solange Politiker gütig Nicken, haben wir Zeit, was daraus zu machen.

Samstag 21.06.03 19:30

Bei den Löhnen sind die Kanaren mal wieder das Allerletzte

1.166.- Euro brutto ist der Durchschnittsverdienst der Leute auf den Kanaren. Das sind 18% weniger als das nationale Mittel. Die Schere wird sogar noch größer, da die Lohnsteigerung im letzten Jahr auf den Kanaren mit nur 2.8% ausgefallen ist, im nationalen Durchschnitt aber mit 4,9%

Zum Teil werden diese geringen Löhne mit niedrigeren Steuern abgefedert. So haben wir nur eine, der Mehrwertsteuer ähnliche, Verbrauchersteuer die "IGIC", welche nur mit 5,5% zuschlägt. Der Treibstoff ist sehr viel billiger als auf dem Festland und die Sonnenbank sparen wir uns auch.

Die Preise für Lebensmittel jedoch, sind zum Teil höher als auf dem Festland, da sehr viele Produkte einen langen und teuren Weg hinter sich haben. Und wer so unverzichtbare Lebensmittel, wie Sonnen Bassermann Linseneintopf in der Dose haben will, der muss richtig Geld hinlegen.

Samstag 21.06.03 08:30

Baukran als Abrissbirne

Gestern vormittag stürzt der Auslegerarm eines Baukranes auf ein Wohnhaus in Santa Cruz. Niemand wurde verletzt, das ist das Gute an der Geschichte, da das Haus derzeit unbewohnt ist. Das wird es auch bleiben, denn ein Wiederaufbau wird sich nach ersten Einschätzungen nicht lohnen.

Wie es dazu kommen konnte, dass der Kran umstürzte ist nicht bekannt. Eigentlich sollte der Kran auf der anderen Seite der Straße neue Wohnhäuser errichten.


Freitag 20.06.03 17:30

Zu wenig Geld für den Nationalpark Caldera de Taburiente

Ursprünglich rechnete die Gemeinde El Paso mit einem Zuschuss von Euro 300.000,- für die Arbeiten am Nationalpark. Das Geld hat man aber noch nicht erhalten, obwohl es bereits überfällig ist. Man spricht von internen Problemen des Ministeriums, da es Wechsel in der Führungsebene gab. Nun hat man auch noch erfahren, dass es nur die Hälfte des Geldes geben soll, also Euro 150.000,- Nun ist das Jammern groß und man überlegt, wie man das Ministerium doch noch überzeugen könnte, mehr Geld springen zu lassen. Angesichts der Schäden an den nordspanischen Küsten nach dem Untergang der Prestige, ist aber der Haushalt des Umweltschutzministeriums arg angespannt.

Von diesem Geld werden Löhne von Arbeitern bezahlt, die nicht direkt dem Umweltschutzministerium unterstehen, die Zeltplatz und die Zufahrtsstraßen unterhalten. Da der Nationalpark Caldera de Taburiente im Gemeindegebiet von El Paso liegt, muss sich die Gemeinde auch um die anfallenden Arbeiten kümmern. &xnbsp; &xnbsp;


Freitag 20.06.03 08:30

Schülermangel

Die Zahl der jungen Menschen auf La Palma nimmt weiter beunruhigend ab. Waren es im Jahr 1984 noch 14.000 Kinder die im schulpflichtigen Alter waren, also bis 14 Jahre, so sind es heute nur noch 8.000. Noch erlaubt man sich den Luxus, die vielen kleinen Schulen zu betreiben und die Anzahl der Lehrkräfte beizubehalten. So sind in der Schule, auf die meine Kinder gehen, noch ganze 31 Kinder, verteilt auf 3 Vorschuljahre und die Klassen 1 bis 4.

Gäbe es nicht so viele Zuwanderer aus Ländern wie Venezuela, Columbien, aber auch Deutschland, dann wären die Zahlen noch dramatischer.

Gründe dafür sind zum Teil die gleichen, wie auch im anderen Europa. Unsichere Zukunftslage und schneller Wandel der Anforderungen an junge Menschen bringen viele dazu, keine Kinder mehr in die Welt zu setzen. Andere sind einfach eher auf Fungesellschaft getrimmt und würden Kinder nur als Klotz am Bein empfinden.


Donnerstag 19.06.03 21:00

Da ziehe ich alle meine Hüte

Ich bin noch ganz "ver rückt" von dem Filmbericht über La Palma, der eben zu Ende gegangen ist. Wir haben schon einige Reportagen über diese Insel gesehen und für manche dafür hat man mich auch als "scout" angeheuert. Nach dieser Reportage über La Palma gebe ich gerne zu, die hatten einen besseren "scout". Vielleicht war es aber auch nur das Einfühlungsvermögen von Sven Jaax, der wohl der Autor der Sendung ist.

Die Kamera muss gezaubert haben um diese Aufnahmen im Februar zu machen. Das zum Handwerk, da muss man einfach gratulieren. Das Gezeigte trifft La Palma so genau, wie ich es kaum jemals erlebt habe. Details unseres Lebens, bekannte Gesichter und dicke Bäuche und schlechte Zähne, dabei eine zufriedene Selbstgerechtigkeit, die nur uns nachzuweisen ist. Sozusagen endemisch. Es gibt übrigens auch Zahnärzte auf La Palma.

Sie hatten heute Abend die Möglichkeit das zu sehen und wenn Sie es aus unerfindlichen Gründen versäumt haben, dann haben Sie am 23.06.03 um 15:15 Uhr im NDR noch mal die Möglichkeit einen wirklich guten Filmbericht über La Palma zu erleben.

Volker Lechtenbrink war nie mein Schwarm, hat aber dem Bericht über La Palma eine sehr angenehme Stimme verliehen.


Donnerstag 19.06.03 17:00

Mazo ist in diesen Tagen ein einziges Kunstwerk

Fronleichnam heißt bei uns Corpus Christi und ist traditionell in Mazo der Jahreshöhepunkt an Festlichkeiten. Auch wer keinen religiösen Zugang zu diesem Fest hat, kommt so auch auf seine Kosten. Die Straßen von Mazo sind geschmückt mit Blütenteppichen und Ornamenten aus Samen. In unvorstellbarer Fieselarbeit haben hunderte von Helfern diese Pracht auf die Straßen von Mazo gezaubert.

Seit 1605 wird in der Kirche San Blas de Mazo das Corpus Christi Fest gefeiert. Da steht also in 2 Jahren ein ganz dickes Fest an. Da heute auf La Palma kein Feiertag ist, sondern nur lokal in Mazo, fahren die Insulaner alle am Wochenende dorthin um sich an den Kunstwerken zu erfreuen. Wir können nur hoffen, dass bis Sonntag kein zu starker Wind aufkommt, oder gar Regen fällt. Dann wäre es mit der Pracht ganz schnell vorbei. Aber Sie wissen ja, mit Gottes Segen und flotter Beichte wird das Wetter schon halten.

Noch mal zur Nachricht von unten. Natürlich haben wir auch viele Gäste aus Österreich. Da zeigt sich auch gleich wieder das Problem der Statistik. Jene des "Zentrum für touristische Aktivitäten" wird am Flughafen gemacht und weil es leider keinen Direktflug von Österreich nach La Palma gibt, tauchen diese nicht in der Statistik auf. Viele Österreicher fliegen über München, dann werden Sie als Deutsche gezählt, oder aber über Madrid/Tenerife, dann sind es plötzlich Spanier. Ich weiß nun nicht, was für Österreicher angemessener ist...


Donnerstag 19.06.03 08:30

Gezählte Touristen

Auch wenn alle Statistik immer mit Vorsicht zu behandeln ist, sind die neuen Zahlen unserer Besucher schon interessant. Für die ersten 5 Monate des Jahres 2003 steht da ein Wachstum von 8.3% gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das widerspricht dem Trend für die gesamte Region kanarische Inseln deutlich.

Die Deutschen und die Holländer sind für dieses Wachstum verantwortlich. So sind laut Zentrum für touristische Aktivitäten in den ersten 5 Monaten etwas mehr als 44.000 Deutsche und fast 12.000 Holländer La Palma besuchen gekommen. Ich glaube bei weitem nicht allen Quellen dieser Zahlen, auch weil sie Meldungen der letzten Monate widersprechen, aber der Trend ist schon da. Bei aller Krise im Tourismus steht La Palma außer Konkurrenz. Die kleine, aber feine Schar unserer Gäste ist uns halt doch treu.


Mittwoch 18.06.03 18:00

Fernsehtermin notieren

Für alle La Palma Fans gibt es morgen Abend im NDR einen 45 Minuten langen Filmbericht über La Palma und speziell die Wasserversorgung. Der Autor Sven Jaax verheisst Gutes, was ich bislang von dem Mann gesehen habe war gut. Nun da es um La Palma geht, werde ich noch genauer hinsehen und hören.

Also, Donnerstag 19.6. 20:15 im NDR.


Mittwoch 18.06.03 08:30

Verkaufsargument Biosphärenreservat

So langsam kristallisiert sich heraus, wie das laufen soll mit den Produkten, die das Siegel der UNESCO tragen dürfen. Gleich drei Organisationen sind mit der Reglung und Überwachung der Produktionsstätten beauftragt. Das Konsortium des Biosphärenreservates, das Landwirtschaftsministerium und die Gesellschaft für ländliche Entwicklung La Palmas, werden also José dabei zugucken, wenn er seinen Ziegenkäse in Form bringt. Und nur wenn er den Käse auf traditionelle Weise formt, dann bekommt er auch das begehrte Siegel der UNESCO.

Ziegenkäse, Wein, Wasser, Salz, Honig, Rum, Gofio, Chorizo und alles was aus Mandeln gemacht wird, sind die auserlesenen Produkte. Nun wäre es ja sicher interessant, Absatzmärkte außerhalb der Insel dafür zu finden, auf der Insel selber wird niemand sein Verkaufsverhalten ändern, nur wegen des Siegels der UNESCO.

Da sind nun Importeure der Lebensmittelbranche aus Europa gefragt, die in ihrem Angebot solche Produkte pflegen wollen. Traditionell hergestellte Lebensmittel sind sicherlich gefragte Artikel. Da bräuchten wir auch keine drei Kontrollinstanzen die aufpassen, dass wir alles so machen wie früher. Wir können es eh nicht anders.


Dienstag 17.06.03 18:00

Unfall, oder Mordversuch

Verwirrende Nachrichten kommen aus Los Llanos. Ein 34 Jahre alter Mann fährt mit hoher Geschwindigkeit auf seinen Nachbarn zu, der gerade aus dem Auto steigt. Mit einem Sprung zur Seite rettet er sich. Der Unglücksfahrer rammt aber dann noch so heftig das geparkte Auto, dass er verletzt ins Krankenhaus gebracht werden muss.

Bei der Polizei gibt nun das glücklicherweise unverletzte Opfer an, der Nachbar wäre mit voller Absicht auf sein Auto zugerast. Die zunächst ungläubigen Beamten werden aber auf jeden Fall auch in diese Richtung ermitteln, da es wohl Probleme zwischen den beiden Nachbarn gab. Das ist eigentlich keine palmerische Art und Weise seine Streitigkeiten so auszutragen, aber wer weiß, was alles in uns schlummert. Vielleicht war es aber auch nur ein dummer Zufall. Das wird sich bald klären, wenn der Unglücksfahrer von der Polizei vernommen wurde.


Dienstag 17.06.03 08:00

La Bombilla auf der langen Bank

Nach dem Einspruch gegen den Abriss der Hütten in La Bombilla wird es etwa 3-4 weitere Jahre dauern, bis die Abrissverfügung vollstreckt werden kann. Da ist viel Zeit, andere Wege zu finden. Von den 300 Menschen, die in La Bombilla wohnen, haben nur etwa 20 keine andere Wohnung. Für diese Leute wird es auf jeden Fall Entschädigungen geben und, oder eine Ersatzwohnung.

Die anderen 280 wollen aber auch Geld und versuchen nun die Gemeinden Tazacorte und Los Llanos auf ihre Seite zu bringen. Die Gemeinden sind aber überhaupt nicht weisungsbefugt für den Küstenstreifen und so wird es außer guten Worten, von der Seite keine Hilfe geben. Einige der Hüttenbesitzer in La Bombilla wollen auch einfach nur ein gutes Geschäft machen und versuchen einen Schwarzbau auf fremden Grund, gegen ein legalisiertes Haus auf eigener Scholle zu tauschen.


Montag 16.06.03 17:30

Nordostpassat und nächtlicher Tau

Der Wind aus Nordost hat zugenommen und es kommt wieder jeden Tag zu dem grandiosen Naturschauspiel des Wolkenwasserfalles über der Cumbre Nueva. Pünktlich um 11:00 Uhr vormittags fangen die dichten Passatwolken an, von der Ostseite auf die Westseite zu schwappen. Dort fallen sie in heftigen Fallwinden auf die Ebene oberhalb El Pasos um sich dann in Nichts aufzulösen.

Ein weiteres Phänonem ist im Moment zu beobachten, die Kondensationsfeuchtigkeit in der Nacht. Wer abends seine Wäsche draußen lässt, der findet sie morgens nass vor. Das Auto tropft, als wäre Regen gefallen. Sobald der erste Sonnenstrahl dann drauffällt, trocknet alles wieder ab. Die Nachtfeuchtigkeit hilft in der Landwirtschaft sehr, aber bringt leider auch den Mehltau als ständigen Begleiter an unseren Pflanzen. &xnbsp;


Montag 16.06.03 08:30

Archäologisches Museum in Los Llanos bis Ende dieses Jahres fertig

In Los Llanos, wo sonst, wird gerade das archäologische Inselmuseum gebaut. Das Gebäude hat drei Stockwerke und ein Innenmaß von 2.280 Quadratmetern. Im Keller wird es einen klimatisierten Lagerraum für die Fundstücke geben. Im Ergeschoss eine Werkstatt in der die Fundstücke restauriert und katalogisiert werden. Oben können wir uns dann tummeln und haben auch Zugriff auf eine archäologische Bibliothek.

Von außen ähnelt das Ganze eher einem römischen Kolloseum, als einem kanarischen archäologischen Museum. Macht nichts, es gibt schlimmere Baustile. Um nun noch näher am römischen Baustil zu sein, wird die Fassade mit norditalienischem "Travertino" verkleidet. Ursprünglich sollte das mit Naturstein aus Tindaya auf Lanzarote geschehen, aber das erschien uns dann doch zu provinziell...

Ganz unprovinziell sind die veranschlagten Baukosten von 1,3 Millionen Euro, auf nun 2,4 Millionen Euro aufgestockt worden.


Sonntag 15.06.03 17:40

Erfolgreiche Drogenjagd vor den kanarischen Inseln

Das Patroullienboot "Petrel" der spanischen Zollfahndnung hat Anfang Juni die zwei Boote gestellt, die insgesamt 5 Tonnen Kokain an Bord hatten. Die "Pescan1" und die "Alejandra" waren auf dem Weg aus Südamerika und wollten ihre Fracht irgendwo in Europa an Land bringen. Da die Ermittlungen nach den Abnehmern noch laufen, äußert man sich darüber nicht weiter.

Die Drogen stammen aus Kolumbien und sind wohl über Venezuela und Brasilien auf den Weg nach Europa gebracht worden. Der Wert der 5 Tonnen Kokain wird mit 150 Millionen Euro angegeben, als Kilo-Vorzugspreis, weiterverpackt in 80 Millionen sogenannte "Friedman-Tüten", wäre der erzielte Gewinn noch deutlich höher.

Das Aufbringen der beiden Boote war natürlich kein Zufall, sondern eine Zusammenarbeit mit Drogenfahndern aus Venezuela und Brasilien. Seit sieben Monaten verfolgten die südamerikanischen Drogenfahnder bereits den Weg des Rauschgiftes, bis nun die Behörden zuschlagen konnten, noch bevor das Kokain nach Europa gelangte.


Sonntag 15.06.03 09:30

Tenerife eröffnet die Waldbrandsaison

Auf etwa 5 Hektar wütete gestern der erste Flächenbrand dieses Jahres auf den Kanaren. An den Hängen des Teide im Nationalpark auf 2.000 Meter Höhe, verbrannten vornehmlich "Retama" und einige junge Kiefern. "Retama" ist eine weißblühende Euphorbie die als Hauptnahrung der Bienen in diesen Höhen dient. Einige Bienenvölker fielen so diesem Feuer zum Opfer.

Das man den Brand bis zum Abend unter Kontrolle hatte, war auch Glück, einerseits war der Wind sehr schwach und die Gegend schnell erreichbar, da es Waldwege dorthin gibt. Etwa 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr und Guardia Civil konnten mit Hilfe von Löschhubschraubern eine weitere Ausdehnung des Feuers so verhindern.

Vielleicht ein Warnschuss zur rechten Zeit. Zu leicht vergessen wir immer wieder, wie groß die Gefahren eines Waldbrandes auf unseren Inseln ist. Vorsicht und Aufmerksamkeit sind jetzt besonders wichtig. &xnbsp; &xnbsp;


Samstag 14.06.03 18:00

&xnbsp; Gastrecht missverstanden

Zwei junge britische Touristen haben noch am Ankunftstag ihr Hotelzimmer in Playa de las Américas auf Tenerife vollkommen zerstört. Den Feuerlöscher im Raum entlehrt und dann durch das Fenster in den Garten geschmissen, das Geschirr zerschlagen, den Kühlschrank der Minibar zerlegt und die Getränke über die Wäsche und die Wände geschüttet. Noch bevor die Beiden sich aus dem Staub machen konnten holte die Polizei sie ab und nun warten sie auf den Richter.

Diese Meldung ist leider kein Einzelfall, zumindest auf Tenerife und Gran Canaria nicht, auch sind nicht nur Briten unter denen, die sich wie Vandalen benehmen. Auf La Palma ist aber noch nicht ein einziger solcher Fall registriert und wir sollten an dem weiterarbeiten was wir haben und was wir sind. Wir sind kein Klon von Tenerife und haben unser ganz spezielles, eigenes Publikum. Das wirft keine Feuerlöscher aus dem Fenster, sondern quittiert unsere Gastfeundschaft mit vorbildlichem Verhalten. Immer wenn wir solche Meldungen lesen, denken wir uns: "Mensch, was haben wir für ein Glück mit unseren Gästen"


Samstag 14.06.03 08:45

Machtprobe in El Paso

Heute stehen die Wahlen der Bürgermeister in den Gemeinden an. Nachdem nun in Barlovento und Garafia die Bürgerlichen der Partido Popular auf Druck der Parteispitzen doch mit der Coalición Canaria koalieren und nicht mit den Sozialisten, richten sich alle Blicke auf El Paso.

Dort gibt es drei (bislang) standhafte Gemeinderäte der PP, die an ihrer Koalitionsaussage zu Gunsten der Sozialisten stehen. Nun hat die Parteiführung sogar mit einem Rausschmiss aus der Partei gedroht, wenn man die Koalition mit den Sozialisten tatsächlich wagt.

Das wird ein harter Tag für die Rebellen in El Paso. Einerseits haben Sie öffentlich ihr Wort gegeben, zum dem Pakt mit den Sozialisten zu stehen, andererseits riskieren die drei Quixotes mit einem Rausschmiss aus der Partei jegliche politische Karriere. Ist nur gut, dass keiner von denen Fallschirmspringer ist und nebenbei auch noch einen anständigen Beruf erlernt hat.


Freitag 13.06.03 17:00

In Brüssel wird über unsere Zukunft entschieden

In diesen Tagen werden die Weichen für die zukünftige Agrarpolitik der EU gestellt. Ein neuer Versuch, das alles bezahlbar zu halten. Außerdem sind 10 neue Mitglieder an den Futtertrog getreten und wollen auch was abhaben. Man will die Überproduktionen damit senken, dass nun keine Zuschüsse mehr für die Mengen bezahlt werden, sondern nach einem bestimmten Schlüssel, per Bauernhof.

Wir wollen natürlich das alles so bleibt wie es ist und sehen auch gute Aussichten dafür. Die kanarischen Inseln bilden zusammen mit Madeira und den französischen Überseeprovinzen, die ultraperifäre Zone der EU. So heißt das wohl in der Amtsprache. Wir sagen hier kurz UP dazu und da gab es bisher immer Ausnahmen.

Ein anderer Kritikpunkt an der neuen Regelung ist auch die Befürchtung, damit viele Landstriche dem Verfall preiszugeben, die kaum rentabel sind. Kein Bauer wird mehr Flächen in extremen Zonen bewirtschaften, wenn er damit keinen Mehrwert erwirtschaften kann. Es könnte dazu führen, dass viele Landwirte dann für Flächen kassieren, die sie längst nicht mehr bewirtschaften.


Freitag 13.06.03 08:30

So quer kann keiner denken

Erst gestern schreibe ich, es wäre vielleicht hilfreich einen Warnhinweis am Zugang der Playa de Nogales anzubringen. Die Gäste unserer Insel wissen halt nicht um die Gefährlichkeit dieses Strandes. Nun, ein Schild wird es geben. Aber da soll nur draufstehen, dass die Gemeinde Puntallana jegliche Verantwortung ablehnt und jeder auf eigene Gefahr baden geht.

Natürlich ist Hintergrund der Streit um die Finanzierung der Überwachung des Strandes. Die Gemeinde hat nicht genug Geld und die Inselregierung prestigeträchtigere Projekte im Kopf. Es geht doch nicht darum, Verantwortung zu delegieren, sondern einfach nur den Leuten zu sagen: Seid vorsichtig, baden ist hier lebensgefährlich.

Logischer Schritt wäre nun, an alle Rathäuser ein Schild zu heften: "Wir sind nicht verantwortlich für das was wir tun" Aber das hat schon nichts mehr mit La Palma zu tun, sondern ist weltweite Tristesse.


Donnerstag 12.06.03 17:00

Endspurt für die Bürgermeister

Am Samstag den 14. Juni müssen die gewählten Gemeinderäte nun zusammentreten und den Bürgermeister bestimmen. Das sind nur noch zwei Tage, um letzte Absprachen zu treffen und Koalitionsverhandlingen zu führen. Richtig offen ist die Geschichte eigentlich nur noch in Barlovento und Garafia. Dort sind die Verhandlungen der Parteien noch nicht beendet.

El Paso drängt sich mal wieder in den Mittelpunkt. Die beiden kleineren Parteien paktieren dort und wollen den Bürgermeister stellen und werden das wohl auch durchsetzen. Die stärkste Fraktion, die CC ist darüber natürlich sauer und versucht das "Volk" gegen diese Pläne aufzuwiegeln.

Dabei ist ein netter Spruch entstanden, unser neuer Bürgermeister wird wohl Jesus Manuel Rodríguez heißen, der von der PP. Nun wird es ja dieses Jahr wieder die "Bajada de la Virgen" in El Paso geben. Ein Fest welches alle drei Jahre stattfindet, bei dem die Schutzheilige aus Ihrer Kirche ins Dorf getragen wird. Nun behaupten die vergrämten Verlierer der CC, dieses Jahr wird die Schutzheilige nicht nach El Paso herabsteigen, weil Jesus ja aufgestiegen ist. - Jesus Manuel Rodríguez war bislang Vize Bürgermeister.



Donnerstag 12.06.03 08:30

Baywatch an der Playa Nogales

Das Rote Kreuz wird zwischen dem 14. Juni und dem 30. September an der Playa Nogales Wache schieben. Das war letztes Jahr auch schon so und damit konnte man verhindern, dass während der Hochsaison, Badeunfälle passieren. Zwischen 10:00 und 18:00 Uhr werden nun Rettungsschwimmer am Strand sein und auch darauf achten, dass die Leute nur in ganz bestimmten Zonen ins Wasser gehen. An vielen Tagen werden sie das Baden auch völlig verbieten, denn eine rote Fahne alleine, hat bisher noch keinen Unfall verhindert.

Eine Überwachung der Playa Nogales das ganze Jahr hindurch ist leider nicht zu finanzieren. Man könnte Hinweisschilder anbringen, die auf die besondere Gefahr an diesem Strand aufmerksam machen. Das kann zwar auch die Gefahr nicht mindern, aber der Vorwurf "hat uns doch keiner gesagt" wäre dann zumindest vom Tisch.


Mittwoch 11.06.03 17:45

Grantecan kommt ein Tröpfchen später

Das "Gran Telescopio Canarias" auf dem Roque de los Muchachos wird wohl erst ein Jahr später fertig als geplant. Der Direktor des Instituto de Astrofísica de Canarias (IAC), Francisco Sánchez musste das in einem Interview zugeben. Ursprünglich sollte das größte spanische Teleskop auf dem Roque, Ende dieses Jahres den ersten Durchblick gewähren. Nun wird man wohl bis Ende 2004 warten müssen.

Schuld daran sind natürlich die Zulieferer und Fremdfirmen. Das ist auch bei uns nicht anders. Allerdings sind auch so viele neue Technologien in dem "Grantecan" versteckt, dass viele Schwierigkeiten nicht vorhersehbar waren. Das Teleskop verfügt über einen Primärspiegel von 10,4 Metern Durchmesser. Na ja, für 92 Millionen Euro muss auch schon was Großes her.

Was uns schon ein bisschen ärgert, die Engländer haben ihr Teleskop "Liverpool" rechtzeitig fertig bekommen. Ist aber auch nicht so groß, so schön, so teuer und überhaupt, was macht eine Verspätung von einem Jahr, wenn man in die Unendlichkeit blicken will...


Mittwoch 11.06.03 08:30

Die Gleitschirmflieger haben wenig Zukunft in Puerto de Naos

Der bisherige Landeplatz wird nun doch bald bebaut. Das droht schon seit Jahr und Tag und es war eigentlich klar, dass dieses Filetstück in Puerto de Naos nicht für immer unbebaut bleibt. Wann das sein wird, ist noch nicht raus, aber man muss nun Alternativen suchen. Die Gemeinde Fuencaliente will sich anbieten, einen Startplatz zu Verfügung zu stellen und die Betreiber des neuen Hoteles in Cerca Vieja haben Interesse signalisiert, an der Schaffung eines Landeplatzes mitzuwirken. Klingt alles gut, denn es wäre wirklich schade die Gleitschirmflieger von dieser Inselseite zu verlieren.

Bis in Puerto de Naos nicht mehr gelandet werden kann, geht aber noch viel Zeit ins Land. Im Dezember wird so auch der Saisonabschluss der spanischen Meisterschaft auf La Palma stattfinden. Gelandet wird in Puerto de Naos.


Wieder ertrinken Flüchtlinge vor Fuerteventura

Als wäre es eine Wiederholung vom 2. Juni, kenterte gestern Nacht erneut ein Boot mit 25 Afrikanern an Bord. Dem Patroullienboot gelang es 16 Menschen zu bergen, aber 9 verschwanden im Wasser und konnten nicht mehr gerettet werden. Die Ähnlichkeit zu dem Vorfall vom 2. Juni ist erschreckend. Wieder brachten die Flüchtlinge das Boot selbst zum kentern, nachdem sie geglaubt hatten, entdeckt worden zu sein.

Das sind nur die Dramen die wir mitbekommen. Wie viele bereits auf dem Weg zu den Kanaren auf hoher See kentern und verschwinden, das kann keiner sagen.


Dienstag 10.06.03 22:30

Wollen Sie das wirklich alles wissen?

Ich muss mich entschuldigen für die knappe Nachricht dieses Nachmittages. Wenn einfach nichts passiert auf La Palma als kommunalpolitische Diskussionen, dann will ich Sie nicht langweilen mit den letzten Geschichten aus La Palma. Es interessiert halt niemanden in Deutschland, wer nun Bürgermeister in El Paso wird. Für uns ist das fundamental und Sie können sicher sein, dass niemand hier dieser Entscheidung entgeht.

Die Gratwanderung zwischen Werbung und Information ist eng. Sie wollen Nachrichten von blauen Stränden und ich schreibe von den Arbeitslosenzahlen. Pech gehabt, das wird sich nicht ändern.

Hochglanzwerbung ist nicht unser Geschäft und wir sind auch keine Hochglanzinsel. Wer uns anspornen will mit Vergleichen aus Tenerife und Gran Canaria, der weiß überhaupt nichts von uns, sondern ist nur aus Versehen auf unserer Insel gelandet. - Und kommt nie wieder.

Das ist auch gut so. Sie werden sich jetzt fragen, was schreibt der da? Das geht Sie eigentlich nichts an, es ist nur an den Herren gerichtet, der uns seit Monaten Ratschläge gibt, wie wir uns besser verkaufen sollten.

Vielleicht versteht er es jetzt, wir wollen uns nicht verkaufen!


Dienstag 10.06.03 17:45

Traurige Gewissheit um die vermissten Boatpeople

Inzwischen hat man 7 der 12 vermissten Flüchtlinge für der Küste Fuerteventuras gefunden. Man geht nicht mehr davon aus, dass die anderen es an die Küste geschafft haben können. Am 2.Juni war ein Flüchtlingsboot gekentert und es konnten nur 11 der Insassen gerettet werden. Siehe 3.6.


Dienstag 10.06.03 08:00

El Paso gibt Vorbild für Garafia und Barlovento

Groß ist der Unmut der Mitglieder der Coalición Canaria. Der Pakt in El Paso zwischen PP und PSOE steht, trotz vehementer Anfechtungen wollen auch die beiden Gemeinden Garafia und Barlovento aus dem bequemen Bündnis CC/PP aussteigen.

Das ist eine Ohrfeige für die Partido Popular (PP) die auf Provinzebene die langweilige Mehrheitsehe mit der Coalición Canaria bereits vor den Wahlen angesagt hatte. Nun kommt nächsten Mittwoch der Jose Maria Aznar Klon, Jose Manuel Soria nach El Paso. Das ist der Chef der PP der kanarischen Inseln und nicht nur seine äußerliche Ähnlichkeit zu Aznar hat ihm diesen Spitznamen eingebrockt. Ein bisschen Zittern vor dem großen Vorsitzenden geht schon um in den Reihen der rebellischen Bürgerlichen von El Paso, aber man will standhaft bleiben und zu seinem Wort stehen.

Lokalpolitik auf La Palma ist spannender als man sich denken kann und ein lebendiger Beweis dafür, dass Politik nicht nur in den Hauptstädten gemacht wird.


Montag 09.06.03 17:00

Warten auf den Winterflugplan

Jedes Jahr das gleiche Spiel. Alle Leute wollen Ihren Winterurlaub auf den Kanaren buchen, aber die Fluggesellschaften lassen uns warten. Die Optionen stapeln sich bei uns und wir können die Leute immer nur vertrösten. Immerhin sind jetzt die Abflüge der HAPAG LLOYD und der THOMAS COOK (bei uns immer noch CONDOR genannt) klar. LTU und AIR BERLIN zieren sich noch.

Bis Ende Juni wird es wohl noch dauern, bis dann auch die Flüge der beiden anderen Fluggesellschaften kar sind. sind. Eigentlich ändert sich eh kaum was, aber besser ist es doch Fakten auf dem Tisch zu haben.

Hier nun mal ein provisorischer Flugplan mit den bis jetzt feststehenden Verbindungen:

Flugtage La Palma Winter 2003/04 Stand 06.06.03 Ohne Gewähr

Hamburg Mo - Condor Do - Condor Do - HLF
Bremen Mo - Condor Do - HLF
Hannover Mo - Condor Do - Condor Do - HLF
Berlin Mo - Condor Do - Condor Do - HLF
Dresden Mo - Condor Di - Condor
Leipzig Mo - Condor Do - Condor
Münster/Osn. Do - HLF
Paderborn Mo - Condor Do - HLF
Düsseldorf Mo - Condor Do - Condor Do - HLF
Köln Mo - Condor Do - HLF
Frankfurt Mo - Condor Di - Condor Do - HLF
Saarbrücken Do - HLF
Stuttgart Mo - Condor Do - Condor Do - HLF
Nürnberg Do - HLF
München Mo - Condor
Basel Do- HLF

Alle Angaben vorbehaltlich Änderungen. Flugzeiten auf Anfrage.
Einige Flüge mit Zwischenlandung in Deutschland oder Kanaren.


Montag 09.06.03 08:30

Großer Erfolg für die Altpapiercontainer

Erst war man natürlich skeptisch, wieder was neues aus dem fernen Europa, das uns vorschreiben will wohin wir unsere gelesene Zeitung packen. Aber freiwillig verpackt klappt das ganz hervorragend. Angefangen hat das vor einem halben Jahr und man hat damals 115 Container aufgestellt. Nun kommen weitere 56 dazu, weil die Nachfrage so groß ist.

Hat man bislang fast ausschließlich die Städte bedient, sollen nun auch in den kleinen Gemeinden und Siedlungen die graublauen Kästen aufgestellt werden. Bis zum europäischen Standard von einem Container für 400 Einwohner sind wir zwar noch weit weg, aber auf einem guten Weg.

In der Anlage zur Altpapierverwertung in Tenerife, lobt man die Qualität des palmerischen Mülles. Säuberlich getrennt und kaum Fremdmüll dabei. In dem Punkt wären europäische Standards plötzlich wieder ein herber Rückschritt.


Sonntag 08.06.03 17:45

Die Strömungen an der "Playa de Nogales" haben wieder zugeschlagen

Ein 29 jähriger Tourist vom spanischen Festland ist das Opfer der gefährlichen Strömungen geworden. Er ertrank, unbemerkt von seinem Begleiter im Kampf mit den Wellen und dem übermächtigen Sog nach draussen. Als sein Freund nach einer Weile nicht mehr auftauchte, benachrichtigte der Begleiter die Rettungsposten, aber die konnten auch nicht helfen, weil man den Verünglückten im Wasser nicht sehen konnte. Selbst der herbeigerufene Hubschrauber konnte den Mann im wilden Meer nicht ausmachen. Stunden später war es das Meer selbst, welches den Leichnam an anderer Stelle des Strandes wieder an Land spülte.

Die Playa de Nogales gehört sicher zu den schönsten Stränden der Insel. Eingerahmt von hohen Basaltklippen befindet sich dieser etwa 500 Meter lange Strand unterhalb des Ortes Puntallana. Allein der etwa 20 minütige Fußmarsch dorthin ist ein spektakuläres Erlebnis. Hier auf der Insel weiß aber jeder um die Gefährlichkeit dieses wunderschönen, aber so grausam gefährlichen Strandes. Man kann also die Leute nur immer wieder warnen, an den Seiten des Strandes ins Wasser zu gehen. Dort befinden sich die gefährlichsten Strömungen. Lediglich in der Mitte des Strandes ist ein schmaler Streifen mit ruhigerem Wasser. Aber auch da muss man höllisch aufpassen, nicht von der Strömung auf die Seiten getragen zu werden. Dort kommt man nicht mehr aus dem Wasser, kämpft verzweifelt gegen den Sog an und wird von Welle und Welle überspült, bis keine Kraft mehr da ist.


Sonntag 08.06.03 09:30

111 Traumschiffe für Santa Cruz

So viele Kreuzfahrtschiffe erwartet die Haupstadt in diesem Jahr. Das ist genau eines mehr als letztes Jahr und ist somit auch Ausdruck der Geschwindigkeit unseres Wachstumes. Insgesamt wird Santa Cruz so um die 100.000 Besucher zu verkraften haben. Die Hauptsaison der Kreuzfahrer beginnt aber auch erst wieder im dritten Quartal des Jahres. Im Moment durchbrechen nur ganz selten die großen Traumschiffe den merkantilen Alltag des Hafens.

Man überlegt nun, wie La Palma und besonders die Hauptstadt mehr Nutzen aus den vielen Besuchern schlagen kann. Üblicherweise liegen die Schiffe hier nur 6 - 10 Stunden. Ein Stadtbummel und vielleicht ein Busausflug, viel mehr ist schon nicht drin. Man darf nicht vergessen, dass die Passagiere auf den schwimmenden Hotels bestens versorgt werden und ausser ein paar Souvenirs, nichts weiter kaufen.

Es könnten mehr Kreuzfahrtschiffe sein, wenn ein immer wieder angeklagtes Problem behoben wird. La Palma ist kein internationaler Hafen. Das heißt, nur Kreuzfahrtschiffe die vorher in einem Hafen eines EU-Landes waren, können hier anlegen. Das sicher lukrativere Geschäft, erster europäischer Hafen für die amerikanischen Schiffe zu sein, geht an uns vorüber.


Samstag 07.06.03 20:30

Los Llanos bereitet sich auf das Feiern vor

Die größte Fiesta des Jahre (sieht man vom Carneval ab) steht für die Hauptstadt des Aridanetales an. Man feiert die Schutzheilige der Stadt: Nuestra Señora de los Remedios. So heißt auch die Kirche an der Plaza und Remedios heißt in etwa Rettung, aber auch Abhilfe und Ausweg. Der Name ist heute noch sehr gebräuchlich, viele Frauen heißen Remedios, meistens Meme abgekürzt, denn sonst würde man ja sagen "Guck mal, da kommt der Ausweg"

Zurück zur Fiesta. Da sind einerseits religiöse und kulturelle Veranstaltungen angesagt. Ab dem 20. Juni ist auch noch das Festival "Musik, Tanz und Theater Isla de la Palma" in die Feierlichkeiten integriert.

Neben so viel Kultur gibt es auch noch den Viehmarkt, der eigentliche Höhepunkt der "patronales" wie die Tage in Los Llanos auch noch genannt werden. Eine besondere Attraktion dabei ist die "degustacion". Nachbarschaften aus den zu Los Llanos gehörenden Stadtteilen bereiten kulinarische Spezialitäten zu und verteilen diese an die Feiernden. Das hört sich alles ganz vornehm an, artet aber bisweilen in eine schiere Schlacht ums Futter aus. Da darf man nicht zimperlich sein, da wird gedrängelt und geschoben.

Da liegt aber auch wieder der Unterschied, hier drängelt und schiebt man mit einem Lächeln im Gesicht. Der Nebenmann ist nicht der böse Konkurrent, sondern Mitleidender in einem herrlichen Chaos von unverwechselbarer Eigendynamik. Es gibt kaum eine größere Gaudi für Leute ohne Berührungsängste.


Samstag 07.06.03 10:30

Koalition der Unwilligen in El Paso

Nach den Gemeinderatswahlen in El Paso ergibt sich folgendes Bild: Coalición Canaria hat 6 Sitze, Partido Popular 3 Sitze und die PSOE 4 Gemeinderäte. Die letzten 4 Jahre regierte ein Bündnis aus CC und PP, sehr zum Unwillen vieler PP Wähler, die sich nicht als Mehrheitsbringer der CC verstanden wissen wollten.

Nun bahnt sich eine Koalition zwischen PP und PSOE an, die zwar nur über eine Mehrheit von einem Sitz verfügen würde, aber machbar ist das wohl. Das pikante an der Geschichte ist, dass auf nationaler Ebene, PP und PSOE sich als "natürliche Feinde" betrachten. Auch im Insel und Regionalparlament ist man dieser neuen Freundschaft skeptisch eingestellt. Andererseits fürchtet man um die mögliche Signalwirkung für andere Gemeinden.

Aus gut informierten Kreisen (23:30 Uhr, am Tresen der Bar Yanes in El Paso) hört man schon wie das ablaufen soll, zwei Jahre stellt die PP den Bürgermeister und die beiden anderen Jahre die PSOE. El Paso als Wegbereiter einer Koalition der Vernünftigen, das hätte ich uns kaum zugetraut. Lassen wir uns überraschen.


Freitag 06.06.03 17:15

El Paso auf dem Weg zur Hochburg der Proteenzucht

Bereits etwa 400.000 Pflanzen zählt der Bestand in der Gemeinde El Paso. Da die Protea Höhen unter 400 Meter nicht so schätzt, bietet sich El Paso ja geradezu an. Man setzt auch auf bestimmte Sorten, die der südafrikanische Markt nicht hergibt. Südafrika ist Marktführer im Proteenexport, lässt aber sorten- und saisonbedingt auch Lücken für kleinere Produzenten. Die Ende Dezember bis jetzt geernteten Proteen gingen übrigens allesamt auf dem Luftweg nach Düsseldorf. Sie erkennen Proteen aus La Palma an dem kleinen, handgeschnitzten "LP" hinter dem siebten Blütenblatt an der rechten, vorderen zweiten Reihe der Blume...

Ein weiterer Exportartikel aus El Paso

kommt Sie auch besuchen: ForRainOffice. Die Rockband wird ihre erste Deutschlandtournee vom 19.6. - 29.6. starten. Erwarten Sie keine folkloristischen Darbietungen, sondern handfeste elektrische Rockmusik. Der Tourneekalender sieht so aus:

19.06. Marburg Molly Malone´s Irish Pub 21.00 h
20.06. Uelzen Mephisto 22.30 h
21.06. Baunatal Klimperkasten (noch nicht sicher)
24.06. Berlin Junction Bar, Gneisenaustrasse !!! 21.00 h
25.06. Mützingen/Wendland Alte Ziegelei 20.00 h
26.06. Flensburg Noch nicht bestätigt
28.06. Reutlingen Kaiserhalle 21.00 h
29.06. Balingen Bären 17.00 h


Freitag 06.06.03 08:30

Der neue Tunnel, ein Glücksfall für die Geologen

Nie zuvor konnten Geologen so tief in die Struktur unserer Insel gucken. Noch sind längst nicht alle Bodenproben und Vermessungsergebnisse ausgewertet aber die eingebundenen Geologen jubeln bereits, angesichts der Fülle der neuen Informationen.

So scheint nun sicher, das Aridanetal ist durch einen großen Erdrutsch vor Tausenden von Jahren entstanden. Das ist aber nur das spektakulärste Ergebnis der Forschungen. Vielmehr geht es den Geologen darum, weitere Puzzleteile zu finden, um ein Gesamtbild der Enstehungsgeschichte der Insel zu erlangen.


Donnerstag 05.06.03 17:00

Arbeitslose, zur Freiheit, zur Sonnenenergie

Puntagorda bietet nun 20 Arbeitslosen eine Ausbildungsmöglichkeit in Sachen Solarenergie an. Zunächst ist Geld da für ein halbes Jahr, aber mit Optionen für Mehr. Diese, bei uns immer noch sträflich vernachlässigte, Energiequelle bietet den Leuten gute Zukunftsaussichten. Die Hoffnung ist halt immer bei solchen Maßnahmen, dass ein Teil der Leute sich später in dem Sektor auch verdingt.

Ausbildung heißt auf La Palma immer Praxis, anstatt Schulbank drücken. Das Altersheim, der Kindergarten, die Markthalle, Waschräume vom Fußballplatz und der Schule sind die Ausbildungsplätze. Dabei geht es nicht um komplizierte Photovoltaik, sondern einfach nur darum, wie installiere ich an bereits vorhandenen Gebäuden einen neuen Warmwasserkreislauf und was für Schwierigkeiten treten dabei auf. Die richtige Berechnung der Größe der benötigten Fläche von Solarzellen und auch die spätere Wartung der Anlagen sind Themen der Ausbildung.


Donnerstag 05.06.03 08:00

Hotelbau bei Fuencaliente kann weitergehen

Seit dem 9. September 2002 war die Baustelle von den Behörden versiegelt. Das Hotelprojekt entsprach nicht den Vorschriften, die das Gesetz vorschreibt. Angesichts der bereits verbauten Millionen und dem Prestigewert des Objektes war es aber nur eine Frage der Zeit, wann die Gesetze so gebeugt werden, dass der Bau doch vollendet werden kann.

Das als 4 Sterne Hotel geplante Bauwerk, wurde so zu einer 5 Sterne Anlage aufgewertet. Obwohl jeder weiß, dass weder die Zimmergrößen, noch die touristische Infrastruktur rund um das Hotel die Auflagen für 5 Sterne erfüllen. Unser weiser Inselpräsident hat so auch zugegeben, dass man sich auch mit einem 4,5 Sterne Hotel zufrieden geben kann.


Den Vogel schießt aber wieder Antonio Sosa, Präsident des Zentrums für touristische Aktivitäten, ab. Er spricht sogar von einer Notwendigkeit, die das Hotel für La Palma darstellt. Berauscht von der eigenen Selbstüberschätzung sind Golfplatz und Jachthafen für ihn auch nur noch eine Frage der Zeit. Da sitzt ein möchtegern "Global Player" auf einer kleinen grünen Insel im Atlantik und träumt von Miami.

Wer 5 Sterne, Golfplatz, Jachthafen und einen Pincode um das Handgelenk braucht um Urlaub zu machen, der hat andere Vorstellungen von Qualität. Wer diese Insel verändern will, um sie attraktiver zu machen für ein Publikum welches uns, so wie wir sind nicht will, der tut dieser kleinen und so verletzbaren Insel nichts Gutes.


Mittwoch 04.06.03 17:00

Weinanbau kontra Naturschutz

Der Weinanbau ist auf La Palma im steilen Ansteig. Höhere Erzeugerpreise und neue Absatzmärkte verlangen nach immer mehr Anbauflächen. Im Westen der Insel ist das kaum ein Problem, reaktiviert man einfach die ehemals verlassenen Weinäcker.

Im Norden der Insel gerät man immer öfter mit den Naturschützern in Konflikt. Vielfach reicht der unter Schutz stehende Kiefernwald bis runter in die Zonen wo der Anbau von Wein lukrativ ist. Der Umweltschutzbehörde liegen dutzende von Anträgen vor, Kiefern zu schlagen um dort Wein anzubauen. Die Naturschützer fürchten Erosion wenn weitere Teile des Kiefernwaldes abgeholzt werden. Darüber hinaus sind die Kiefern auch für den Wasserhaushalt der Insel von größter Bedeutung.

Der Weinanbau ist aber auch von bedeutendem Interesse, hilft er uns doch ein Stück aus unserer bedingungslosen Abhängigkeit von der Banane. Gerade im strukturschwachen Norden der Insel ist der Weinanbau eine große Hoffnung. Da sind mal wieder Entscheidungen mit Fingerspitzengefühl gefragt


Mittwoch 04.06.03 08:30

Schnellfähre mit neuem provisorischen Fahrplan

Die jährliche Inspektion eines anderen Schiffes, der "Barlovento" zwingt die Schnellfähre "Benchijigua Express" zu leicht veränderten Abfahrtzeiten. So müssen jetzt Leute die von La Palma nach Tenerife wollen, schon eine halbe Stunde früher aufstehen. Die neue Abfahrtzeit in La Palma ist 06:00 Uhr. Die Fähre legt dann einen Zwischenstopp in La Gomera ein, um die Barlovento zu ersetzen.

Ab Tenerife nach La Palma verschiebt es sich um eine halbe Stunde nach hinten, neue Abfahrzeit in Los Christianos ist 20:00 Uhr. Wie lange diese Änderung andauert hängt von der Inspektion der Barlovento ab.

Zwei weitere Ertrunkene des Flüchtlingsbootes hat man gestern im Laufe des Tages gefunden. Nun weiß man auch mehr darüber, wie das Unglück passieren konnte. Das völlig überladene Boot kenterte, weil Unruhe in dem Boot entstand, nachdem man bemerkt hatte, dass man von einem Patrouillenboot entdeckt worden war. Von den 23 Flüchtlingen an Bord konnte die Küstenwache nur 11 retten.


Dienstag 03.06.03 18:00

Erneut 11 vermisste Boatpeople vor der Küste Fuerteventuras

Montag früh um 2:00 Uhr wurde ein leckgeschlagenes Flüchtlingsboot etwa 2 Meilen vor der Küste bei "Faro de la Entallada" in Tuineje im Süden der Insel entdeckt. 11 Flüchtlinge konnten gerettet werden, es sollen aber mehr als 20 Leute in dem Boot gesessen haben, als es kenterte.

Mit zwei Helikoptern und drei Patrouillenbooten wurde die Suche zunächst ohne Erfolg aufgenommen. Am nächsten Morgen fand man einen Ertrunkenen. Von den anderen gibt es bis jetzt keine Spur und man kann nur hoffen, dass manche es schwimmend an Land geschafft haben.


Dienstag 03.06.03 08:15

Zittern um die letzte Saline La Palmas

Symptomatisch für alles produzierende Gewerbe auf La Palma gerät nun auch noch die letzte Saline der Insel in finanzielle Schräglage. Die Firma "Sal de Teneguia" produziert an der Südspitze der Insel an die 500 Tonnen Salz im Jahr. Dieses Salz ist aber zu teuer und wird ausschließlich auf La Palma konsumiert. An einen Export ist wegen des hohen Preises nicht zu denken. Zahlen dazu, kostet die Produktion eines Kilo Salzes in großen Anlagen 3 Cent pro Kilo, so sind es in der Saline von Fuencaliente 12 Cent pro Kilo.

Der Betreiber der Anlage ruft nun um öffentliche Hilfe und hat einen Ideenkatalog an die Inselregierung gesandt, mit Vorschlägen, wie die Saline zu retten sei. Ein Windkraftwerk könnte die Saline autark machen und so überleben, oder auch der Verkauf eines Teil des Grundstückes um Häuser zu bauen.

Noch fehlt die Antwort der Politiker, aber das ist verständlich, sind die Herren und Damen im Moment noch mit wichtigeren Dingen beschäftigt. Bald aber müssen doch alle Pöstchen verteilt sein und dann müssen auch Politiker wieder dafür arbeiten, wofür wir sie gewählt haben, für La Palma.


Montag 02.06.03 15:30

Die Sozialisten vermuten Wahlbetrug in La Gomera und El Hierro

Dieses mal geht es nicht um die Stimmen der Briefwähler, die zu spät angekommen sind, sondern um Stimmen die schon pünktlich waren, aber wohl nicht vom richtigen Absender. Konkret werden 215 Fälle in La Gomera und 15 in El Hierro geschildert.

Demnach soll im Fall von La Gomera eine einzige Person 215 Briefwahlunterlagen in einer Poststelle in Venezuela abgeholt haben. Diese Briefwahlunterlagen sind den Adressanten nicht zugegangen, aber die Umschläge fanden sich in den Wahlurnen wieder.

Was da wirklich dran ist, das wird jetzt die Staatsanwaltschaft beschäftigen. Die Wahlkommission konnte die Vorwürfe nicht klären und hat so das Ganze an das Gericht weitergegeben.

Die Sozialisten vermuten nicht das erste Mal, dass mit den Briefwahlstimmen aus Venezuela nicht alles in Ordnung ist, konnten aber Betrug nie nachweisen. Ob nun was dabei rauskommt, oder ob die Sozialisten nur schlechte Verlierer waren, wir werden es hoffentlich mitbekommen.


Montag 02.06.03 08:30

Die Jungfrau der Todesängste ist wieder zu Hause

Da ist immer etwas gruseliges im spanischen Katholizismus. Kapuzenmänner und Unberührbare wirken halt immer noch als Garanten für eine Autorität, die in Zeiten offener Moralvorstellungen, eine bequeme Lebenshilfe abgibt. Es ist praktisch, seine eigenen Fehler als Gottes Werk zu erklären.

Hintergrund für meine heuchlerische Blasphemie ist die pompöse Prozession von gestern Abend. Die "Virgen de las Angustias" wurde mit großer Beteiligung nach einem einmonatigen Ausflug nach Los Llanos wieder in ihre Heimstatt gebracht. Im Gegensatz zu den fest bestimmten Ausflügen unserer anderen Jungfrauen, muss die der Todesängste nur ab und zu arbeiten. Der letzte Ausflug ist nun 15 Jahre her und so muss man sich nicht wundern über die große Beteiligung an der Prozession. Das kaum junge Leute unter den mürrisch blickenden Pilgern waren, macht dann wieder ein bisschen Hoffnung.


Sonntag 01.06.03 17:30

Tag der Streitkräfte unter dem Eindruck der Trauer

Gestern begrüßten auf dem Flughafen "Gando" auf Gran Canaria die Angehörigen der Streitkräfte den König Don Juan Carlos, seine Frau und den Prinzen. Es war der einzige Auftritt der königlichen Familie anlässliches des Feiertages der Streitkräfte. Die ansonsten, mit Paraden und Flugschauen zelebrierten Darbietungen, wurden auf ein Mindestmaß zusammengestrichen.

Zur Erinnerung, am 26. Mai stürzte ein Flugzeug mit 62 spanischen Militärs an Bord auf dem Heimflug von Afghanistan in der Türkei ab. Dabei kamen alle 62 Soldaten und die 12 ukrainischen Besatzungsmitglieder ums Leben.


Sonntag 01.06.03 09:00

Wind und Wolken, ein palmerisches Schauspiel ohne Gleichen

Unsere häufgste Wettersituation ist der Nordostpassat. Stabile Hochdruckgebiete über dem Nordatlantik sorgen für gleichbleibende Temperaturen und einen ständigen Wind, der logischerweise, aus Nordost kommt. Abhängig von der Windgeschwindigkeit bilden sich typische Wolkenformationen. Wobei der Norden und Osten der Insel fast permanent bewölkt sind. Der Wind drückt die Wolken an die steilen Hänge der Ostseite und sehr häufig kommt es dabei auch zu Niederschlägen.

Die Westseite bleibt trocken und erst im Laufe des Tages können die Wolken auch diese Seite erreichen. Das hängt von der Thermik ab, welche die Wolken auf eine Höhe bringt, die Cumbre Nueva zu übersteigen. Dabei entsteht häufig der so oft beschriebene Wolkenwasserfall. Zwischen dem steilen Massiv der Caldera und dem Beginn der hohen Cumbre Vieja drücken die Wolken wie durch eine Düse auf die Westseite. Ein morgenlicher Spaziergang auf der Cumbre Nueva wird zum einzigartigen Erlebnis. Erst läuft man in strahlender Sonne, auf der Westseite keine Wolke und die Ostseite liegt versteckt unter einer dichten Wolkenschicht. Später steigen die Wolken höher, bis sie den Grat der Cumbre Nueva erreichen und plötzlich findet man sich in schaurig jagenden Wolkenfetzen wieder, die immer dichter werden. Nun ist die Rückkehr in tiefere Gebiete wieder angesagt.

Von der Windgeschwindigkeit hängt die Bewölkung auf der Westseite ab. Je stärker der Nordostwind, um so sonniger ist die Westseite, da der Wind die Wolken auflöst. Ist der Wind aber sehr schwach, dann bildet sich meistens gegen Mittag, auch auf der Westseite eine geschlossene Wolkendecke. Das ist gut für die Landwirtschaft, würden wir doch bei permanentem Sonnenschein im Sommer austrocknen. Die Wolkenschicht liegt meistens zwischen 800 Meter und 1.200 Meter Höhe. Darüber scheint die Sonne. Wanderer sollten sich nicht von der Wolkendecke abhalten lassen, die Vulkantour oder die Caldera zu erwandern. Über den Wolken...

Aufmerksame Leser unserer Nachrichten haben es längst bemerkt, wenn mal wieder nichts passiert ist auf La Palma, dann schreibt er über das Wetter...



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