La Palma Aktuell   Nachrichtenarchiv Juli 2015

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Freitag 31.07.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,9 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Am Wochenende geht es in El Paso los

Heute ist der erste bewölkte Tag seit langem, aber kalt ist es dennoch nicht geworden. - Der Sommer legt nur eine kleine Pause ein und es tut gut, wenn nachts die Temperaturen deutlich runter gehen, dann schläft man hervorragend. - Weiter auch mittelfristig ist keine Hitze in Sicht, der August fängt mit Temperaturen knapp unter dem 30-Jahres-Mittel an. - Der Juli war allerdings deutlich wärmer als der des vergangenes Jahres, der wiederum sehr frisch war und wir hoffen, dass der Sommer auch weiterhin lau bleibt, bei dem Wassermangel aus dem Winter wäre langanhaltende Hitze auch so gar nicht wünschenswert für die Landschaft und die Landwirtschaft. - Auch der sommerliche "Dauerbrenner" (Wortspiel oder Wortunfall?) Waldbrandgefahr bleibt Gott sei Dank weiter ohne Bestätigung, und das kann ruhig so bleiben. - Die streikenden Feuerwehrleute der staatlichen "BRIF" haben nun Rückendeckung aus dem Cabildo Insular erhalten, alle Parteien schließen sich den Forderungen der Feuerwehrleute an und bestätigen deren Wunsch nach Anerkennung und besserer Bezahlung. - Das ist natürlich gut für die Mitarbeiter der "BRIF", allerdings weiß ich nicht wirklich, ob denn die Unterstützung genau so wäre, wenn die Gehälter und die Arbeitsbedingungen Angelegenheit der Inselregierung wären. - Ich erinnere mich da an einen, jahrzehntelang geführten Kampf vieler Freiwilligere Feuerwehren um Anerkennung.

In ein paar Tage wird die Virgen de Las Nieves wieder in ihre Wallfahrtskapelle im gleichnamigen Ort getragen, und damit enden dann auch vom religiösen Teil her die Feierlichkeiten um die nur alle fünf Jahre stattfindende Niederkunft. - Um uns aber nicht aus der jungfräulichen Übung kommen zu lassen schwappt die fröhliche Frömmigkeit nun auf die andere Seite der Cumbre Nueva, genauer gesagt nach El Paso. - Dort macht sich ja auch eine Patronin eher rar, allerdings ist die ein bisschen fleißiger, und kommt sogar alle drei Jahre in den Ort, ihre Schäflein zu besuchen. - Heute fangen die Feierlichkeiten an, morgen ist dann offizieller Beginn, so richtig mit Fahne hissen und Rede vom Balkon, und dann wird bis in den September hinein in El Paso das Feierbein geschwungen. - Auch darf man wieder fragen, was Schaumfeste, Hüpfburgen, Tennisturniere und Geschicklichkeitsfahrten mit dem Auto zur Ehrerbietung an eine Schutzheilige zu tun haben, aber die Frömmigkeit heiligt die Rahmenveranstaltungen und Rathaus und Festkomitee jeder Gemeinde wetteifern geradezu damit, so viele Veranstaltungen wie möglich in die Wochen zu pferchen. - Die Frage nach dem Hauptgericht in El Paso ist ein bisschen leichter zu beantworten wie das in Santa Cruz der Fall war, hier ist es eindeutig die große Wallfahrt, die Romería am 15.8. - Man meint, die gesamte Gemeinde plus viele Besucher seien unterwegs, die Jungfrau abzuholen an dem Tag und ganz viele Nachbarschaften und Vereine haben "carrozas" gebastelt, was man wohl mit Pracht- oder Prunkwagen übersetzen kann, und auf diesen, meist sehr phantasievollen Vehikeln wird gesessen, getanzt, gekocht und auch gegessen. - Die Wallfahrt der Virgen del Pino ist nicht so fromm und akkurat wie die der Virgen de Las Nieves, aber dafür viel ausgelassener, fröhlicher und ein wahres Volksfest.

Zwischen den beiden großen Damen des Patroninnenkalenders auf der Insel geht dabei eine weitere Jungfrau fast unter. - Die Virgen del Rosario, Schutzpatronin der Gemeinde Barlovento, auch die will entsprechend gefeiert werden und mit Mühe hat man zwischen den "Bajadas des Platzrehe" Termine gefunden, um nicht in Konkurrenz mit den bekannteren Damen der Zunft zu treten. - Am 8. August findet die Romería, also die Wallfahrt in Barlovento statt, und am kommenden 9. August dann die bereits traditionelle Nachstellung der Seeschlacht von Lepanto. - Dieses, wirklich sehenswerte Schauspiel stellt unter dem Namen "Moros y Christianos" den Sieg der Heiligen Liga über den Admiral und muselmanischen Kriegshelden Ali Pascha nach. - Wie solch eine Seeschlacht, die eigentlich ins östliche Mittelmeer gehört, da in die Berge des Nordostens der Insel geraten ist, das erklärt sich wiederum durch die Patronin. - Die Virgen del Rosario war nämlich auch die Patronen des Juan de Austria und der Heiligen Liga, also haben wir der Dame die Rettung des Abendlandes irgendwie zu verdanken. - Das Abendland wird am 9. August also im Nordosten La Palma gerettet, und ich bin klammheimlich froh, dass so manch gestrenger Muselman mit Dschihad-Komplex nicht mitbekommt, was wir hier im August so alles für die Volksunterhaltung nachstellen.


Morgen, 01.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

Vormittags: "Barbacoa en la Plaza" mit Musik von "Parranda Central" und Aktivitäten für Kinder bei "Tapas & Trekking" an der alten Kirche.

12:00 Uhr. Hissen der Fahne an der Wallfahrtskirche

18:00 Uhr. Eröffnung der Gemäldeausstellung 1.Zyklus vom 1. - 11. August
Kulturhaus und Tourismusinformation

20:00 Uhr. Hissen der Fahne an der neuen Kirche

20:30 Uhr. "Pregón" - Eröffnungsrede der Fiesta von Ricardo Hernández
Balkon vom Rathaus

21:00 Uhr. Festival Música Joven 2015. Laute Tanzmusik, aufgelegt von lokalen Djs und als Hauptperson tritt Juan Magan im Laufe des Abends auf
Auf dem großen Parkplatz auf dem Weg zum Friedhof (Recinto Central)

21:30 Uhr. Vorstellung der Kandidatinnen zur Wahl der Wallfahrtskönigin (Romera Major)
Hinter dem Rathaus

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF







Freitag 31.07.2015 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Agosto y Septiembre, no duran siempre

August und September dauern nicht für immer an. - So richtig stimmig ist der Reim ja auch nicht, aber was man uns damit sagen will ist, dass auch gute Zeiten immer ein Ende haben und dass man das bedenken möchte. - August und September sind die Monate der Ernte, also der Fülle und vollen Körbe, aber der Oktober, also der Alltag wird kommen und es wäre klug, einiges aus den guten Monaten aufzubewahren.






Bild von Richard Wurdel





Donnerstag 30.07.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 25,7 Grad - niedrigste Temperatur 21,0 Grad

Am Puls der Insel
Kleine Nachrichtenhappen für zwischendurch

Ohne Feuer ist es schwer, für Feuerwehrleute zu streiken. - Die "BRIF" (Brigada de Refuerzo contra Incendios Forestales) ist eine Feuerwehrtruppe, bezahlt vom nationalen Umweltamt und in Brigaden über das Territorium Spaniens verteilt. - Unter anderem eben auch bei uns auf der Insel in Puntagorda, wo rund 50 Personen den Sommer über stationiert sind, um im Brandfall auf den Kanaren schnell eingreifen zu können. - Zwei Helikopter haben diese Spezialisten dabei, und eigentlich darf man zu denen nicht sagen, es seien "unsere" Hubschrauber und Feuerwehrleute, denn die sind einfach auf La Palma stationiert, fliegen aber im Brandfall auf alle Inseln um helfen zu können. - Diese Mitarbeiter sind aber gar nicht zufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen, denn sie verdienen, wie man aus der Presse erfahren kann, gerade mal 900 Euro im Monat und man erkennt deren Status als Feuerwehrmann auch nicht an, sondern lediglich als ganz normale Arbeiter im Forstbetrieb. - Auch gibt es keine Aufstiegschancen oder Sicherheiten für spätere Anstellungen oder Ausgleichsarbeiten für die Wintermonate, in denen Feuerwehrleute gegen Waldbrände in Spanien einfach nichts zu tun haben. - Dagegen streikt man, zunächst tageweise, inzwischen dauerhaft und versucht dabei auch die palmerische Öffentlichkeit und Presse für sich zu gewinnen. - Die Mitarbeiter der "BRIF" streiken übrigens auf dem gesamten Gebiet Spaniens, nicht nur hier auf La Palma, aber auf der Insel finden die nicht so richtig Unterstützung. - Nur quälend berichtet die Presse und aus den sozialen Netzwerken geht hervor, dass viele, natürlich anonyme Kommentatoren die Forderungen der Mitarbeiter der "BRIF" nicht für gerechtfertigt halten. - Es heißt, die seien mit 900 Euro gar nicht schlecht entlohnt, weil sie ja oft monatelang gar nicht zum Einsatz kämen und wo sonst gäbe es Arbeitsplatzgarantien denn im freien Arbeitsmarkt und viele Arbeiter kämen auch nicht über die 900 Euro hinaus. - Das hatte man sich einfacher vorgestellt, aber die Zeiten stehen eben nicht so einfach für Feuerwehrleute ohne Feuer. - Denn ich bin mir sicher, in dem Moment, indem diese Leute, wie bereits in vergangenen Jahren zum Einsatz kommen und ihre Fähigkeiten zeigen können, da dreht sich die Meinung ganz gewaltig und den Leuten der "BRIF" winkt man dann wieder als Helden zu und verunglimpft diese nicht als Schmarotzer. - Nun wünscht sich aber niemand, dass doch noch ein großer Waldbrand auf den Kanaren ausbricht, nur dass die "BRIF" im Einsatz beweisen kann, dass man Feuerwehrelite ist und auch so bezahlt, und behandelt werden will. - Man spürt halt den Streik nicht in der Öffentlichkeit und sollte es tatsächlich zu einem Feuer kommen, dann wird der Streik auch sofort unterbrochen, das haben die Leute der "BRIF" zu jeder Zeit bekundet. - Das ist ein bisschen so, als würden die Lokführer streiken, außer es soll ein Zug fahren…

Die Posten sind fast alle verteilt und das palmerische Gesundheitssystem ist nun die kommenden Jahre fest in sozialistischer Hand. - Was hat Politik denn damit zu tun? - Viel, manchmal leider sehr viel, aber hier herrscht nun doch Hoffnung, nachdem man Mercedes Coello, Ärztin im Hospital General de La Palma zur Direktorin des Krankenhauses ernannt hat. - Mercedes Coello war aber auch bereits schwer für die PSC/PSOE nicht nur auf La Palma tätig, sondern bis hin Abgeordnete der Partei in Madrid. - Jetzt ist sie nicht nur zurück dorthin, wo man sie am meisten braucht, nämlich im weißen Kittel am Krankenbett, sondern auch zur Direktorin des Inselkrankenhauses gemacht worden. - Warum das möglich ist, das ist wieder Politik, denn die PSC/PSOE ist im Cabildo Insular am Drücker und auch im Gobierno de Canarias für Gesundheit zuständig und noch in den paar ersten Monaten der Machtkonsolidierung packt man eben in die Schlüsselpositionen "seine Leute". - Mal ganz unter uns, das würde ich nicht anders machen, und in diesem Fall kann ich das auch nur gut heißen, hat sich Mercedes Coello in mehr als einem Fall als hervorragende Fachkraft in Sachen Medizin und Verwaltung gezeigt. - Um das Glück des Erkrankten nun komplett zu machen, haben die Sozialisten auch noch den Posten des "Director del Área de Salud de La Palma" übernommen, stellen also zukünftig den Chef des palmerischen Gesundheitsdienstes, und dem wird Alberto Taño Martín vorstehen. - Auch verdienter Parteisoldat, Lehrer als Beruf und auch wie sein Vorgänger, fast unser Nachbar. - Alles höchst sympathische Leute, mitten aus dem Leben, nun müssen die aber auch noch zeigen, dass man diese wunderbare Fügung, dass beide höchste Posten der palmerischen medizinischen Versorgung in "einer Hand" sind, nun auch mit Vorteilen für die Patienten füllen kann. - Allem voran wird man das natürlich an den Wartezeiten messen, welche leider beim Besuch von Fachärzten im öffentlichen Gesundheitssystem immer noch für großes Ärgernis sorgen.

Morgen, 31.7.2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

20:00 Uhr, "Salsa auf der Plaza"
Salsafest bei "Tapas y Trekking" an der alten Kirche

23:00 Uhr Eröffnung der Terraza de Verano "37 Grados"
Gegenüber dem Rathaus

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF







Donnerstag 30.07.2015 07:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser

Donnerstag ist BILA-Tag


Nur zur Erinnerung: Immer wieder donnerstags ist die BILA - die deutsche Bibliothek in Puntallana für alle von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Man kann schmökern und Bücher ausleihen - kostenlos!
Und man kann den Ausflug in die BILA verbinden mit einer Erkundung von Puntallanas wunderschönem alten Dorfkern. Da gibt es die Casa Lujan, heute eines der vielen liebenswürdigen Museen auf La Palma. Per Audioführung kann man sich zurückversetzen lassen in frühere Zeiten. Die Geschichte der Casa wird ebenso erläutert wie das tägliche Leben von damals und wie die religiöse Symbolik der San Juan Kirche.
Na, sicher ist es doch reizvoll, ein Stück altes La Palma zu erforschen. Lassen Sie sich nicht abschrecken von den gesichtslosen Neubauten am Rande des Ortes und befreien Sie sich von der Vorstellung Puntallana läge am A.....der Welt - oder zumindest am culo von La Palma. Nein, von Santa Cruz nach Puntallana sind es genau 10 Autominuten. Und wenn Sie genug haben von der Vergangenheit - die BILA erwartet Sie. Wie gesagt: von 11 bis 14 Uhr.












Mittwoch 29.07.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 26,8 Grad - niedrigste Temperatur 20,1 Grad

¿Pasa Gallo?
Es war der Hahn, und nicht die Nachtigallterrine an Maulbeermousse

Und wenn der Hahn zum zehnten Male kräht? - Dann gibt es wieder lecker Tapas und Bier für "zwofuffzich" im Aridanetal. - "La Ruta del Gallo" heißt eine interessante Erfindung aus der gastronomischen Branche, welche dem geneigten Zecher, oder zunächst potentiellen Besucher der lokalen Restaurantszene, einen kleinen und preiswerten Einblick in das Können und Treiben der hiesigen Etablissements geben soll. - Seit dem Jahr 2006 macht man das in den drei Aridanetalgemeinden so, und damit erreichen wir in diesem Jahr die zehnte Ausgabe der gastronomischen Route, welche man "La Ruta del Gallo" genannt hat. - Das ist auch ein bisschen erklärungsbedürftig, was denn nun der Hahn damit zu tun hat, und mitnichten ist irgendein Hühnerbrater der Hauptsponsor, sondern die Leute aus dem Aridanetal werden auch "Gallos" genannt. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war der Westen der Insel die ländliche Zone, das komplette Aridanetal noch eine Gemeinde und die Leute von der Ostseite, besonders eben die aus Santa Cruz, die nannten die Leute von hier "Gallos" um ein bisschen abfällig den ländlichen Charakter zu stilisieren. - Im Gegenzug nannte man die Leute aus der Hauptstadt "Portugueses", also Portugiesen, und man muss schon ganz ländlich strukturierte Leute fragen, wie das eine Beleidigung sein soll. - Ist es auch nicht, genau so wenig wie "Gallo" inzwischen eine Beleidigung ist, im Gegenteil, man bezeichnet sich selbst häufiger so. - Und dann gibt es eben noch diese unübersetzbare Begrüßungsformel, wenn zwei Leute der Coolfraktion mit nach hinten gedrehten Mützen aufeinander zugehen, dann bellen die sich oft ein "¿pasa gallo?" entgegen, was grundsätzlich heißt, "´s los Hahn?" aber wohl verständlicher mit "was geht ab Alter" zu übersetzen sei. - Vielleicht ist der Aridanehahn nicht ganz so stolz wie der gallische Vertreter, aber durchaus präsent hier im Tal, nur so, falls Sie wirklich wissen wollten, warum die kulinarische Route durch die drei Gemeinden des Aridanetals einen Namen trägt, welcher einen männlichen Hühnervogel beschreibt.

Technisch gesehen wollen die Wirte hier im Tal Gäste locken, die sonst nicht in ihre Kneipen gekommen wären, um denen einfach mal zu zeigen, guckt mal, auch bei uns kann man prima essen. - So ging man (Handelskammer und die Gemeinden) vor zehn Jahren an die Wirte heran und versprach eben durch Erfahrung aus anderen Regionen, dass man auf diese Art und Weise mit Sonderpreisen- und Happen durchaus neues Publikum locken kann. - Jeder Wirt kreiert zwei verschiedene Tapas, welche er die gesamte Zeit, hier vom 1. - 30. August dieses Jahres bereit hält, und die kosten dann, zusammen mit einem Getränk, ein Glas Bier, ein Glas Wein oder eine Saft, zwei Euro und fünfzig Cent. - Eine der Tapas muss einen Bezug zur Insel haben, dazu reichen Produkte von hier, oder ein endemischer Name, die andere Tapa darf ganz der Phantasie der Küchenmannschaft entsprechen und man muss wirklich sagen, da hat man uns in den vergangenen Jahren immer wieder überrascht. - Schade eigentlich, dass man uns überrascht hat in manchen Fällen, wäre es doch eigentlich besser, man würde immer solche Qualität und Phantasie bereit halten. - Aber es ist eben ein Unterschied, ob man tagaus-tagein "Stammessen" für Bananenarbeiter auftischen muss, oder ob man mal abgehobene Kleinigkeiten auf futuristische Teller anrichten darf. - Die Gäste können so, für kleines Geld, eine kulinarische Kostprobe erhalten, und man möchte so auch erreichen, dass die Leute von Wirt zu Wirt ziehen, um diese Route auch wirklich zu beleben. - Dazu gibt es auch einen "Gallo-Pass", den erhält der Gast in jedem teilnehmenden Betrieb, und die Wirte zeichnen dann den Besuch mit einem Stempel ab. - Mit einer gewissen Anzahl an Kneipenbesuchen kann man sich dann kleine Geschenke, heute auf neudeutsch "Giveaways" abholen, wie Mützen, Schürzen und T-Shirts und darüber hinaus darf man auch noch abstimmen, welche Tapa einem wo denn am besten gemundet hat. - Die Wirte können auch gewinnen, nämlich diverse Titel, "Gallo de Oro" also Goldhahn und so weiter und diese Titel sind durchaus beliebt hier in der Gastronomieszene.

Allerdings ist diese "Ruta del Gallo" auch wie alles andere im Leben mit Kritik versehen. - Die Wirte können bei einem Preis von 2,50 Euro pro Tapa und Getränk, plus laufende Kosten eben nicht wirklich Rendite machen. Umsatz schon, aber davon alleine kann man Blasen kreieren, aber nicht mehr. - Von den Hauptsponsoren, (Kellerei, Brauerei, usw.) gibt/gab es anfänglich durchaus reichlich Naturalien in Form von Wein und Bier, aber man hört von den Wirten, dass diese Deputate sehr rar geworden sind, oder sogar überhaupt nicht mehr greicht werden. - Also muss man das als klaren Werbeeinsatz sehen und viele Wirte halten sich dann auch strikt an die Regeln, welche eben die Zeiten und Bereiche des Restaurants limitieren, wo und wann denn die Tapas der "Ruta" angereicht werden. - Alptraum eines jedes Restaurantwirts, welcher ein reines Speiselokal hat ist eben, dass sich 35 muntere "Ruta-Recken" an seinen Tischen tummeln, jeder für "zwofuffzich" konsumiert, den A… dann nicht mehr hochbekommen und er mehrere Gruppen konventioneller Gäste wieder heimschicken muss, welche eben komplette Abendmenüs geordert hätten. - Das war jetzt ein bisschen drastisch beschrieben, aber solche Szenen sind halt schon vorgekommen und da muss eben der Gast, welcher sich die günstigen Leckereien servieren lässt, schon ein bisschen Rücksicht gegenüber den Notwendigkeiten des Gastwirtes aufbringen. - Insgesamt nehmen 23 Etablissements in diesem Jahr an der "Ruta del Gallo" teil, und wer das klug plant, der kommt locker auf 6 - 10 Kneipen, aber dann bitte nicht mehr mit dem Auto, denn der Gallo-Pass gilt bei einer möglichen Polizeikontrolle nicht als Freifahrtschein. - Welche Kneipen das sind, das können Sie auf der Webseite der "Ruta del Gallo" nachsehen, sobald diese komplett aktualisiert ist, denn irgendwie ist der Hahn mal wieder schneller als der Webmaster. - Kann ja mal passieren, oder aber der wartet auf Fotos und Beschreibungen, um diese dann in der Seite zu präsentieren. - Man hangelt sich von Kneipe zu Kneipe durchs Aridanetal, jeder hat zwei spezielle Tapas bereits, dazu ein Glas Bier oder Wein, ich kann mir durchaus schlimmere Szenarien für einen August im Aridanetal vorstellen…






Mittwoch 29.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Agarra el toro por los cuernos, al hombre por la palabra

Packe den Stier an den Hörnern, den Menschen an seinen Worten. - Endlich mal wieder ein kerniger Spruch, mit dem jeder was anfangen kann. - Der erste Teil ist klar, man soll die Dinge direkt und robust angehen, allerdings wohl in den Methoden unterschiedlich und es wäre dumm, einem Menschen so zu begegnen, wie man das mit einem Stier macht. - Darüber hinaus lässt uns der Spruch wissen, dass die Stärke, aber auch der wunde Punkt der Menschen seine Worte sind.






Bild von Richard Wurdel





Dienstag 28.07.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 26,8 Grad - niedrigste Temperatur 20,1 Grad

Die botanische Variante
Wer darf gute Ideen haben?

Man muss ihn nur glauben lassen, es sei seine Idee gewesen. - Was sich hier nach profaner Alltagsszene einer ganz normalen Beziehung anhört, kann man wohl ruhig viel breiter ansetzen. - Zwischenmenschlichkeit besteht oft aus Kommunikation und eben Verhandlungen bis hin zur Manipulation, wobei das nicht nur für Manni gilt… - Dabei ist es völlig legal bis hin zu lobenswert, wenn man seinem Gegenüber die Lösung nicht wie einen nassen Lappen ins Gesicht schlägt, sondern wie einen sämigen Fruchtsaft hinhält, den er nur noch schlucken muss. - Er kann auch eine Sie sein übrigens, das spielt längst keine Rolle mehr. - Sicherlich wird das hier kein Ratgeber dafür, wie Sie Ihre Frau dazu bekommen, Eishockey zu gucken, das gelingt mir nämlich selbst mit mir nicht, aber wie Menschen und Gruppen im Allgemeinen ticken, und warum es manchmal Scheiße ist, wenn die Falschen die richtige Idee haben, das werde ich nachfolgend kurz erörtern. - Das mit dem kurz, das war ein Witz…

Wir betreten das Minenfeld der lokalen Politik, aber irgendwie hat es sich ja ergeben, dass dieser lustige, und von uns irgendwie da hin geworfene Haufen Personalitäten bestimmt, was wir gut zu finden haben. - Oder umgekehrt, das nennt man dann Opposition, es sei denn, man nennt sich SPD, aber das ist wieder eine komplett andere Pathologie und hat hier nicht wirklich etwas verloren. - In der Politik werden Mehrheiten gebildet, diese Mehrheiten entscheiden dann, meist Dinge wie, wo kommt die Kläranlage hin, oder wie viel es theoretisch kostet, wenn ein Hund auf den Gehsteig scheißt. - Es gibt aber auch richtig gute Dinge, die man seitens der Politik tun kann, dazu zähle ich zum Beispiel die Einrichtung einer Auffangstation für ausgesetzte Tiere, meist Hunde natürlich, und ich weiß gar nicht, wie man das Ding anfassen soll, damit die Herren und Damen im Cabildo Insular nicht die Lust an der Geschichte verlieren. - Der Vordenker, dass man überhaupt an so etwas denken könnte, der sitzt plötzlich auch wieder im Cabildo Insular, José Luis Perestelo, der hat vor gut einem Jahrzehnt bereits seine Sympathie für eine solche Idee bekundet, ist aber dann nach Lächeldiktat nach Madrid verreist. - Danach fiel es aber den anderen Politikern schwer, diese Idee wieder aufzunehmen, denn eigentlich ist es Sache der Gemeinden, sich um ausgesetzte oder verwilderte Tiere zu kümmern. - Allerdings wäre es Blödsinn, bis unmöglich, 14 Aufnahmestationen in guten Konditionen auf der Insel zu schaffen, also muss irgendwie der Konsens wachsen, alle in einen Topf, das Cabildo Insular erklärt dann seine Zuständigkeit, und schon kann daraus was werden. - In der vergangenen Legislaturperiode ist man immerhin bereits so weit gekommen, ein Projekt dafür zu finanzieren, die Partido Popular als Regierungsmitglied hat sich dort hervorgetan, und das war gut so. - Jetzt sind die aber in der Opposition und ich kann nur hoffen, dass die schön die Schnauze halten in Sachen Auffangstation, damit die jetzige Regierung "ihr" Projekt fortführen kann. Ich glaube, Sie wissen was ich meine, und manchmal öffne ich die Zeitungen mit Angst, die Falschen könnten die richtigen Ideen haben, weil man sich dann sicher sein kann, das wird nichts.

Heute gibt es gleich zwei, welche in Los Llanos einen Botanischen Garten wünschen bis fordern, da sind meine Freunde der "IU", der Izquierda Unida, und die mir unheimlichen linken Nationalisten der "NC", der Nueva Canarias. - Beide übrigens unabhängig voneinander, aber dennoch kontraproduktiv, denn keine der beiden Gruppierungen hat dort Mitspracherecht oder Anspruch auf Sympathie, wo man denn gehört werden müsste. - Zwar dient die IU in Los Llanos als theoretischer Mehrheitsbringer in einer Minderheitsregierung der tapferen Noelia García der Partido Popular, aber man darf sicher sein, dass sowohl die knusperkonservative Coalición Canaria, wie auch die eifersüchtige Rumpf-PSOE des Ortes gegen Alles sind, was die IU auch nur annähernd interessant findet. - Und wenn Nueva Canarias etwas vorschlägt, dann schlagen alle anderen etwas zurück, und so dachte ich mir heute auch wieder, Leute, wünscht euch doch einen zweiten Flughafen, eine Autobahn, oder Asphaltwerke und macht uns die Idee mit dem Botanischen Garten nicht auch noch kaputt. - Nicht, weil die nicht Recht hätten, und wo meine Sympathien stecken, das wissen Sie sicherlich, aber wenn die Falschen das Richtige fordern, dann machen die Wichtigen sicherlich nicht das Richtige.

Darüber hinaus gibt es noch reichlich Gesprächsbedarf, was denn eigentlich überhaupt einen Botanischen Garten ausmacht, aber ich tippe eher mal darauf, dass man hier einen elysischen Endemiegarten meint, in dem man alle Kräutlein und Arbusten zeigt, welche auch bereits den uhrlosen Ureinwohnern so robust um die Ohren wuchsen. - Anderswo bedienen Botanische Gärten Fernweh und Aufwärmstation im Tropenhaus im Winter, ich glaube aber nicht, dass man hier darüber tatsächlich nachdenkt, isländische Moose und norddeutsche Flechten als botanische Raritäten und Zuschauermagneten zu ziehen. - Rund herum um das Besucherzentrum des Nationalparks oberhalb El Pasos gibt es zwar bereits so etwas in Kleinformat, aber natürlich ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit und auch garantiert der Standort nicht, dass man dort alle heimischen Kräuterchen ziehen könnte. - Die Neuva Canarias geht sogar so weit, diesen Botanischen Garten, oder sagen wir vorsichtshalber Endemischen Kanarischen Garten, auf der Plaza de Sotomayor in Argual einrichten zu wollen, denn dieser Platz dort sei gar nicht wirklich genutzt, und stelle in seiner heutigen Form keine adäquates Gegenüber der historischen Gebäude rund herum dar. - OK, macht es nicht, aber liebe Nueva Canarias, dort auf der Plaza findet seit, ich denke mal mehr als 20 Jahren, allsonntäglich ein, bereits deutlich als endemisches Ereignis zu bezeichnender Flohmarkt statt. - Sicher laufen da auch Figuren herum, welche dem Anspruch einer nationalistischen Partei nicht unbedingt folgen können, aber liebe NC, das mit dem nationalistisch stammt von euch selbst, ich habe das nicht erfunden. - (Bitte hier als Deutscher nicht verzweifeln, das sind keine Nationalisten im Sinne deutscher Interpretation, wir müssen nicht gleich anfangen zu emigrieren, sondern Regionalisten mit dem Anspruch, dass die Kanaren eine Nation seien.) Aber dort einen Botanischen Garten, stille Studien des Wachstums der Bencomia exstipulata, und ob nun der rosarote Natternkopf nicht doch bereits eine Hybride sei, anstatt buntem und lautem sonntäglichen Treiben mit solch großem Erfolg, dass die Autos bis Los Llanos hin auf den Bürgersteigen geparkt werden müssen? - Also, die botanische Variante ist gezogen, PSC und Coalición Canaria werden das nun in den kommenden Monaten nicht mal mit Asbesthandschuhen anfassen, und bitte liebe Leute von der IU und Dailos von Podemos, bitte geht nun nicht hin, und versaut uns auch noch die Auffangstation für verwilderte Tiere, in dem ihr sagt, das sei notwendig und eine gute Idee von euch. - Maximal könnt ihr hingehen und sagen: Leute von der PSC und der Coalición Canaria, ihr hattet doch damals so eine gute Idee…




Der rosarote Natternkopf





Dienstag 28.07.2015 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Gisela van Dijk

TANGO ARGENTINO LA PALMA


Nächste Aktivität: Unterricht und Milonga (Tangotanzabend) am 1. August. Einzelheiten bitte dem folgenden Plakat entnehmen.

Tauchen Sie mit uns ein in eine andere Welt, Sie werden begeistert sein! Anfänger kostet es einiges an Mühe, bis sie die Musik tanzenderweise entspannt genießen können. Aber die Mühe lohnt sich, wie es die vielen Tango-Fans in aller Welt bestätigen. Der Tango hat sich in rund um den Globus verbreitet, nachdem er, sehr geprägt durch Einflüsse europäischer Einwanderer und ehemaliger Sklaven, von Buenos Aires und Montevideo kommend, vor dem ersten Weltkrieg in den Bars und Salons von Paris zu dem Modetanz avancierte.
Übrigens wurde der Tango Argentino 2009 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Gisela van Dijk






Montag 27.07.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 28,0 Grad - niedrigste Temperatur 19,6 Grad

Anwesenheitsbescheinigung
Der Sommer plätschert vor sich hin

Das Wetter ist hervorragend, Sonne den ganzen Tag, dennoch erreicht uns frisch und kühle Luft aus nördlicheren Gefilde und von den, weit über 30 Grad auf dem Festland, merken wir hier überghaupt nichts. - Aber man muss auch aufpassen, die kühle Luft gaukelt dem Wanderer vor, mit seiner Haut sei noch alles in Ordnung und man noch weit vom Sonnenbrand entfernt, dabei hat man längst viel zu viel abbekommen. - Also, daran denken, besonders wenn es hoch hinaus geht, unsere Luft ist derart sauber und klar, dass rasend schnell die Sonne nicht nur ihr gesegnetes Werk verrichtet. - Mütze ist generell Pflicht, auch wenn das komisch aussehen mag, und alle Stellen, die man dann doch der Sonne aussetzt, dick eincremen. - Aber auch bitte, trotz der frischen Luft, höchste Waldbrandgefahr weiterhin in den Bergen und den Zonen des Kiefernwaldes, also bitte auf keinen Fall offenes Feuer. - Das Wetter geht weiter so, der Monat wird sich angenehm verabschieden und die ersten Tage des Augusts lassen auch noch nicht auf Unbilden seitens des Wetter schließen.

Nach der Bajada ist vor der Bajada, und der Reigen der Konzerte geht weiter so. - Letzte Woche das große Konzert der Queen-Revival-Band, "Dios Salve a la Reina" gestern kam dann Juan Luis Guerra, eine wirklich internationale Größe des Latino-Rock-Pop-weißnichtwiemandasnennt, der nun auch schon seit über 25 Jahren die Bühnen der Welt erfolgreich abklappert. - Beide Konzerte füllten komplett die große Bühne am Hafen der Hauptstadt, also jeweils knapp 10.000 Menschen und ich darf daran erinnern, dass die offizielle Einwohnerzahl der Insel bei knapp über 80.000 Menschen liegt, tatsächlich aber deutlich darunter. - Zwischendrin viele kleine Konzerte, in jedem Dorf ist was los und manchmal liegt man auch ein bisschen daneben. - In Las Tricias, hoch oben im Nordwesten der Insel verbrennt man jedes Jahr zur Fiesta del Carmen einen "Judas". - Dazu bastelt man eine Puppe, um diese später zu verbrennen und bis dahin ist das alles bekannt, das macht man in viele Gegenden so. - Hier aber gibt man dem "Judas" nicht das Gesicht einer fiktiven Person, sondern hier wurde der baskische Bildhauer Agustín Ibarrola nachgestellt, wie er einen Stein bemalt und viel Geld quillt ihm dabei aus der Strickjacke. - Agustín Ibarrola sollte in der Gemeinden Garafía auch Skulpturen erstellen, wie er das auch bereits in halb Europa gemacht hat, aber da man so unklug war, und die Leute nicht gefragt hatte, gab das eine riesige Aufregung und eine breite Ablehnung gegen dieses Projekt. - Konkret sollten Steinhaufen farbig bemalt werden. - Vielleicht haben die in Las Tricias einen ganz eigene Art von Humor, den ich einfach nicht verstehen kann, weil mir die entsprechende Drüse fehlt, aber ich mag es nicht, wenn Flaggen oder Puppen verbrannt werden, welche Werte oder Personen darstellen, auch wenn ich diese Werte oder Personen nicht schätze.

Ansonsten plätschert der Sommer mit uns vor sich hin, und die großen politischen Diskussionen nach den Kommunalwahlen sind auch vorbei. - Erst die Anspannung um die Ergebnisse der Wahlen, dann der Sommer und schon verraucht die ganze Aufregung wieder und man richtet sich ein. - Fast schon traditionell hat La Palma über seine eigentliche Bedeutung als Anteil der Autonomen Region Kanarische Inseln Einfluss auf das Gobierno de Canarias. - Vier Prozent der Bevölkerung, mehr sind wir nicht, aber immer stellen wir Räte und besonders Generaldirektoren der einzelnen Ressorts. - Darüber hinaus dirigieren zwei palmerische Eminenzen, grau wäre hier das falsche Adjektiv, von hinten-oben die Coalición Canaria, Antonio Castro und Juan Ramón Hernández, und wie heißt es immer in diesen Kreisen, es wird schon nicht zu unserem Nachteil sein. - Interessant ist, die PSC/PSOE schickt die ehemalige Bürgermeisterin aus Tazacorte, Carmen Acosta als Generaldirektorin für soziale Politik und Einwanderung ins Gobierno de Canarias. - Gute Wahl, sicherlich kann die taffe Carmen dort mehr ausrichten als im täglichen Kleinkrieg in Tazacorte mit den Anfeindungen und Lokalschmutzitäten. - Auf der anderen Seite fragt man sich, warum übergeht man auch hier wieder Loly Padilla aus El Paso, welche der Partei auch ganz viele Jahre robust gedient hat und die Antwort weiß ich auch, die Frau sagt einfach immer was sie denkt, und immer sind halt ein paar Mal zu viel. - In jeder Partei, leider. - Weiteres Augenmerk fällt auf die Besetzung des Ressorts territoriale Politik und hier hat sich die Coalición Canaria, sicherlich zufällig, eine Doppelspitze gebastelt, denn sowohl die Rätin für dieses, durchaus wichtige Ressort, wie auch der Generaldirektor, sind verdiente palmerische Parteisoldaten. - Einmal Nieves Lady Barreto, ehemalige Bürgermeisterin der Gemeinde Mazo, welche nun Rätin, also Ministerin für territoriale Politik und Raumordnung der Autonomen Region Kanarische Inseln ist, und Pedro Afonso, der freundliche und blitzgescheite Wirbelwind aus El Paso, wird Generaldirektor im gleichen Ressort. - Na, da wird sich der Raum doch wohl ordentlich ordnen lassen, bei so viel Kongruenz.



Montag 27.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A grandes males, grandes remedios

Dem großen Übel große Mittel. - Den Spruch gibt es in vielen Varianten und soll bedeuten, dass man angemessen reagieren muss und es nicht ausreicht, mit Spatzen auf Elefanten zu schießen, um diesen Spruch mal anders herum zu brauchen.






Bild von Richard Wurdel





Sonntag 26.07.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 27,3 Grad - niedrigste Temperatur 21,1 Grad

Kann denn Golfplatz Süde sein?
Sonntags werden keine Frage gestellt…

Der Bau eines Golfplatzes ist zunächst nichts anderes als eine ökologische Katastrophe. - Genau so wie der Bau eines Fußballplatzes, eines Hauses, einer Müllverwertungsanlage, einer Bananenplantage oder eines Flugplatzes. - Kommt halt immer drauf an, was hinten rauskommt und wenn im Haus eine Familie ihr Leben lang glücklich wohnt, auf dem Fußballplatz Freude und Spielwitz trotz Siege und Niederlagen überleben und auf dem Flughafen diese Flieger Menschen zueinander bringen und neue Ziele eröffnen, dann ist diese ökologische Katastrophe rechenbar und scheint mehr Nutzen zu bringen, als Kosten und Schäden zu verursachen . - Das alles ist erlaubt, immer dann, wenn es funktioniert und wie überhaupt kann man Häuser, Müllverwertungsanlagen, Bananenplantagen und Flugplätze in Frage stellen? - Kennen Sie "Los Tarajales"?, die Müllverwertungsanlage in Mazo, oder BER? - Also darf man doch alles in Frage stellen, auch sonntags, denn nicht alles funktioniert und manchmal weiß man das sogar vorher schon. - Jetzt schlägt sich der Kreis zu dem, oder den Golfplätzen auf La Palma doch schon wieder leichter, denn wir hätten ja noch die Chance, Dinge zu verhindern, die letztendlich doch nicht funktionieren würden. - Allerdings wissen wir das natürlich nicht, denn niemand, auch wir auf dem Elfenbeinturm wissen es nicht, ob der oder die Golfplätze auf der Insel funktionieren würden. - Auch könnten wir noch mal darüber sprechen, was denn eigentlich funktionieren bedeutet, und spätestens ab jetzt wird es kompliziert, denn von einem städtischen Bolzplatz, der letztendlich auch natürlichen Raum in Anspruch nimmt, und diesen unwiederbringlich verändert, erwarten wir andere Ergebnisse, als von einem Golfplatz. - Ein Golfplatz ist ein Geschäft, wenn alles gut geht, sogar ein gutes Geschäft und wenn alles wunderbar läuft, dann hat auch die Region etwas davon, zum Beispiel Arbeitsplätze, Steuereinnahmen, lokale Lieferantenumsatz und mehr Besucher generell. - Allerdings wird der Golfplatz gar nicht gebaut, um direkt damit zu Rendite zu generieren, sondern man will an der den Golfplatz begleitenden Peripherie verdienen, am Hotel, und wie wir auch erfahren, auch gut betuchte Bewohner locken, welche dann teure Häuser, also Typ Chalets erwerben. - Also ist der Golfplatz letztendlich nur eine, die noch zu erbauenden Hotels zuarbeitende Infrastruktur. - Die genannten Hotels haben zwischen 500 und 900 Betten, darüber wurde viel verhandelt, auch nachverhandelt und man hatte den Investoren auch bereits zugesagt, da noch etwa erforderliche Bettenzahlen nachzurüsten. - Inzwischen ist das allerdings ja alles wieder vom Tisch, der touristische Sondernutzungsplan ja vom Gericht zerrupft und eben gerade die Golfplätze sind vom Tisch auf eine sehr lange Bank gerückt. - Aber das versucht man nun wieder gerade zu rücken, schon kommende Woche wird unser, für territoriale Fragen zuständiger Inselrat beim Gobierno de Canarias vorsprechen, wie man denn die Golfplätze dennoch für La Palma retten könnte. - Was dabei rauskommt weiß ich nicht, denn eigentlich hat ja ein Gericht gesprochen, aber das hat ja die Politik eigentlich noch nie nachhaltig interessiert.

Mich interessiert dabei viel eher, gibt es denn wirkliche Machbarkeitsstudien und wie eigentlich sieht das mit dem Golftourismus in Zukunft aus? - Modetrend, gibt es nicht bereits Überangebote an Golfplätzen und Hotels in Europa, passt das Publikum eigentlich auf unsere Insel, oder müssen wir uns erst noch ganz weit strecken, um überhaupt für dieses Publikum in Frage zu kommen? - Die Reiseveranstalter nehmen natürlich gerne jedes weitere Lockmittel auf, allerdings bleibt eine Grundfrage offen, wächst denn die generelle Zahl der La Palma Besucher mit der steigenden Bettenzahl an, oder sinkt die Auslastung aller Betriebe durch das größere Angebot dann noch weiter. - Ich bin mir auch gar nicht sicher, dass ein Golfplatz in unser, eigentlich vorgegebenes Biosphärenimage passt, allerdings muss ich zugeben, dass die Geschichte mit dem Image bei uns nicht gerade an Stringenzüberschuss leidet, denn wir bewerben eigentlich so ziemlich alles, was uns als Zielgruppe eben gerade so vor die Werbeflinte kommt. - Man spricht von "all-inklusive" genau so wie von "slow city", von "go green" und "Red Natura" und eben Golfplätzen, wobei das mit dem "go green" sicherlich nicht so gemeint ist, dass man aufs "Green" gehen soll. - Wir sind halt touristisch, und was die begleitende Infrastruktur betrifft, schon noch deutlich unterentwickelt, keine Frage, aber vielleicht darf man doch auch mal vorher die Frage stellen, was denn eigentlich dabei raus kommt, wenn man die Mumie "entwickelt" hat. - Und auf dem Weg dort hin muss man schon gut überlegen, wie viel von dem, was wir eigentlich haben, nämlich meist unberührte Landschaft, wir hergeben wollen, um damit einen Mehrwert zu generieren. - Nicht falsch verstehen, mein Handycap ist nicht, dass ich generell gegen Golfplätze bin, nein, aber das Risiko ist groß, dass man sich damit gleich viele Hektar an Landschaft ruiniert, wenn das hinten raus nicht funktioniert, oder eben bloß dazu dienen soll, Zweit- oder Drittwohnsitze für gelangweilte FIFA-Funktionäre in begrünte Landschaften zu setzen. - Wir kennen ja aus Hochglanzangeboten von Golfplatz-Visionären hier auf der Insel den Satz, sollte das mit dem Golfhotel nicht funktionieren, dann hätte man sich bereits abgesichert, und könne die Anlage in eine exklusive Villengegend verwandeln. - In Fuencaliente äußert sich die neue Stadtregierung nun auch kritisch gegenüber dem dort geplanten Golfplatz, man hätte sowieso nun nicht mehr die bürokratische Möglichkeit, eben nachdem das Gericht den Sondernutzungsplan in Sachen Golfplätze eben aufgehoben habe, sondern man sei eh nicht glücklich mit dem möglichen Standort für den Golfplatz dort gewesen, und man würde weiter nicht mit einer solchen Infrastruktur in der Gemeinde planen. - OK, aber Bürgermeister verhindern keine Großprojekte, eher umgekehrt, das wissen wir doch auch aus Erfahrung, aber vielleicht sollten man doch einfach mal vorher darüber nachdenken, was hinterher zu spät ist. - Ein, oder gar zwei Golfplätze würden die Insel nicht zerstören, sicher nicht, aber wenn die nicht funktionieren, und eben lediglich als Alibi für Nobel-Bebauungen dienen, dann kann diese Insel und deren Image schon deutlich verlieren. - Mir ist irgendwie nicht wohl dabei, La Palma als Golfinsel, das reimt sich für mich nicht rhythmisch genug. - Ich fürchte, dass uns diese Kleider einfach nicht passen könnten, und unpassend gekleidet, ist immer aus der Mode.




Ob der noch wächst? - Wir haben doch schon einen Golfplatz, irgendwie in La Palma-Größe,
gleich unterhalb von Todoque





Sonntag 26.07.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Susan Erk

Liebe Leser des La Palma Blogs


wir möchten einen Hilferuf starten. Wir haben heute 4 sehr kleine, ausgesetzte Katzenkinder gefunden. Erst vor wenigen Wochen haben wir bereits eine ausgesetzte kleine Katze aufgenommen, unsere Nr. 2.
Da wir kein Grundstück am Haus haben, wohnen nun beide Katzen im Haus. Aus diesem Grund können wir nicht auch noch diese 4 Katzenbabys bei uns aufnehmen. Daher unsere Bitte: Wenn jemand eine oder mehrere dieser 4 Katzen (oder Kater) bei sich aufnehmen möchte, dann melden Sie sich bitte bei uns (in Las Manchas arriba).

Unsere Telefonnummer: 922 49 40 32
Vielen Dank
Familie Erk

PS: Wenn Sie keine Möglichkeit haben, eine der Katzen bei sich aufzunehmen, haben aber einen Tipp, an wen wir uns wenden können, dann rufen Sie uns bitte an. Tel: 922 49 40 32





Samstag 25.07.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 27,1 Grad - niedrigste Temperatur 20,6 Grad

Planwirtschaft
Retten, was zu retten ist, aber es gibt wohl keine Einhörner mehr

Ein Plan funktioniert immer dann, wenn sich alle daran halten. - Selbst Planwirtschaft würde dann funktionieren, genau so wie das Christentum und letztendlich würde sogar der Kapitalismus funktionieren, wenn sich alle an ihre Rollen halten. - Aber da steckt eben der Mensch im Detail, so ein Mist aber auch, alle wollen sie Erste Welt sein, so kann das doch nicht funktionieren… Deutlich einfacher, und mit viel weniger Anspruch haben wir hier auf und für die Insel Pläne entwickelt, und man muss sagen, die allermeisten führen ein wenig beachtetes Dasein, weil kein Mensch sie kennt, und keiner sie beachtet. - Das sind auch die Pläne, welche funktionieren. - Andere Pläne hingegen sind in aller Munde, sowie Brieftaschen und Schubladen, und da kommen wir dann schon auf die lokalen Flächennutzungspläne zu sprechen, welche durchaus robusten Einfluss auf, mindestens Vermögensverhältnisse von Bürgern haben können. - In den Plänen steht drin, da und dort kann man dies und das machen, und dort, wo du ein Grundstück hast, darfst du bauen, ganz legal, oder musst heimlich was hinstellen, darfst dich dann vier Jahre lang nicht mit deinem Nachbarn streiten, und dann können die dich alle mal. - Über diesen lokalen Plänen allerdings steht der Inselplan, der Masterplan so zu sagen und daneben gibt es dann noch Sondernutzungspläne aller möglicher Couleurs, und manchmal stehen die in der Hierarchie der Pläne sogar noch über dem Masterplan. - Die Probleme fingen schon früher an, unten, in den lokalen Plänen, aber die allererste Frage darf doch sein, warum stelle ich einen Masterplan auf, wenn der sich, und nun kommt noch ein Einhornfuß, an gleichzeitig oder gar später entwickelte Pläne halten muss. - Da kommen eben solche Geschichten, wie der touristische Sondernutzungsplan, (Golfplätze, Jachthäfen, Hotels) und auch noch übergeordnete Straßenpläne (Autobahn) ins Spiel. - Gut, dass ich Töchter habe, die wissen, wie herum man Einhörner sattelt und das geht ganz einfach, von vorne nach hinten. - Also zuerst der Masterplan, und dann bastelt man Sondernutzungspläne, und nun bitte aufpassen, welche sich an den Masterplan halten müssen, und nicht umgekehrt. - Wenn wir uns dann einig sind, dass dieser Inselplan und die Sondernutzungspläne fertig und, jetzt kommt es, tauglich und auch rechtssicher sind, dann gehen wir daran, auf diesen Grundlagen lokale Raumordnungspläne zu basteln, welche eben auf lokale und regionale Gegebenheiten reagieren können. - Dabei immer schön beachten, der Kopf ist und bleibt vorne, und der Masterplan muss sich nur an Regeln halten, welche mit den nationalen und regionalen Maßgaben und Gesetzen konform sind. - Nur…

Das alleine ist schon schwierig genug, allerdings gibt es dafür gelernte Leute und richtig aufregend wird es dann, wenn man alle diese Pläne gleichzeitig macht, also alle planerischen Hierarchieebenen arbeiten gleichzeitig ihre Pläne aus und immer dann, wenn ein Plan fertig ist, dann müssen die anderen Pläne daran angepasst werden. - Da kommt also jemand an, und schiebt die Satteldecke unter den Sattel und schnitzt dann so lange am Sattel herum, bis die Satteldecke sitzt. - Dann kommt aber der Reiter und sagt, der Sattel passt mir nicht mehr, darauf kann man nicht mehr sitzen, hier herrscht Handlungsbedarf, sonst setze ich mich auf ein anderes Pferd und klage Schadensersatz ein. - Ich bleibe ein Moment bei dem Bild, und dann kommt sogar noch ein Tierschützer und sagt, man darf ein Einhorn immer erst satteln, wenn die Satteldecke bereits drauf ist und die Windrichtung Nordsüd. - Das Gericht gibt dem Recht, Nordsüd bleibt unberührt, aber weil man den Sattel vor der Decke draufgelegt hat, verbietet man das ganze Einhorn, aber das Zaumzeug sei legal, aber nur für verwitwete Pferde zwischen zwei Jahren und drei Telefonzellen. - (Haben Sie noch nie ein Gerichtsurteil gelesen, in dem es um Raumordnungsfragen geht?) - Weil es aber nun einen anderen Plan gibt, auf dem ein gesatteltes Einhorn als Wappentier über die palmerische Prärie läuft, und Wohlstand verbreitet, muss der Plan nun auch, mangels Einhorn, überarbeitet werden. - Dann kommt auch noch so ein unnötiges Gericht daher und verreißt einen Raumordnungsplan, weil der etwas erlaubt, was er auf einer anderen Seite verbietet, und anstatt nun zu verlangen, das Einhorn wieder in den Stall zu schicken, um es ordentlich zu satteln, schickt man das Einhorn zum Abdecker, den Plan in den Müll, aber weil wir keinen zugelassenen Entsorger für Einhörner und desolate Pläne haben, versucht man nun, den ganzen Kram wieder irgendwie zu flicken.

Verlassen wir die Welt der Bilder, es geht um den touristischen Sondernutzungsplan und den PGO von Los Llanos und inzwischen bin sogar ich der Meinung, vier Jahre Legislatur sind viel zu wenig, in dem Zeitraum kann man keine Pläne schmieden, Bürger mit entscheiden lassen, mit anderen Plänen abgleichen, rechtlich prüfen, und dann in Kraft setzen um anschließend ein befriedigendes Ergebnis zu erlangen. - Dazu hatte man eigentlich die Coalición Canaria erfunden, die paktiert immer mit jedem und bleibt so immer im Amt, aber irgendwie hat das auch nicht funktioniert und wir spekulieren immer noch darüber, an was das wohl liegen mag. - Vielleicht daran, dass es keine Einhörner mehr gibt, aber da sind sich noch nicht alle sicher… - Jetzt versucht man zu kitten, was noch irgendwie geht, in Los Llanos heißt es, man möchte versuchen, das juristische NEIN zum Flächennutzungsplan auf das Stückchen Gelände zu begrenzen, um welches es eigentlich geht, nämlich das neben dem Industriegebiet auf dem die Asphaltwerke stehen/standen. - Ob so etwas machbar ist, das weiß ich nicht, erinnert mich aber an das Herumfummeln an Satteldecken unter dem Sattel, aber die Reaktion der Bürgermeisterin ist verständlich, denn müsste man einen kompletten neuen Flächennutzungsplan basteln, dann würden Jahre erneut ins Land gehen, in denen die räumliche und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und Gemeinde lahm liegen, oder nach Regel ablaufen sollten, welche aus dem letzten Jahrtausend stammen. - Ähnlich, aber nicht gleich, verhält es sich da mit dem touristischen Sondernutzungsplan, dem hat man nur den Sattel heruntergerissen, auf dem waren die Golfplätze befestigt, die Jachthäfen und viele große, aber auch kleine touristische Anlagen. - Jetzt will man den Sattel alleine wieder auflegen, ohne die Satteldecke zu wechseln und auch, ohne das Tier zu prüfen, ob es denn überhaupt eine solche Last tragen kann. - Immerhin, man will jetzt vorher Leute befragen, wie so was geht, allerdings weiß man dennoch immer noch, ob denn überhaupt jemand diese Golfplätze haben will. - Leider wird wieder nur geflickt, nicht neu gemacht. - Ich kann das verstehen, denn Neu machen würde bedeuten, dass man wieder von Null anfangen müsste, da man sich ja von Anfang an bei den Planungsabläufen und den Hierarchien heillos verzettelt hat. - Aber wieder wagt es kein Politiker, und die Anklage geht dabei mit an uns Bürger, denn wir würden es ja nicht akzeptieren, dass es plötzlich heißt, alles wieder auf Null, wir müssen von vorne anfangen und einen Masterplan aufstellen, der den Namen auch verdient hat, aber bis dahin gibt es keine Zusagen. - Ich weiß jetzt, warum die Einhörner ausgestorben sind. - Das verträgt keine Kreatur, jeder fummelt immer an einem herum, wer kann schon fünf Golfplätze und die touristischen Hoffnungen einer ganzen Insel tragen, wenn man einem den Kram, ohne zu überlegen, von hinten auf den Rücken knallt, und gar nicht darüber nachdenkt, ob die schlanken Beine einer solchen Last überhaupt standhalten können. - Darum haben die Bayern den Wolpertinger erfunden, der lässt sich auch von hinten satteln, aber dann müssten wir Maut auf der Insel bezahlen…




Das kommt dabei raus, wenn man ein Einhorn zu lange von hinten sattelt. Ein Horn hinten...





Samstag 25.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von SOS La Palma
Bienvenidos a Fritz





"Er ist so angenehm unaufgeregt", war der Kommentar von Christina, Mitglied der Junta Directiva von "SOS - Ayuda para los Palmeros" nach unserer ersten Sitzung mit Fritz. Seit dem Ausscheiden von Jesper, der Berufs- und SOS-Arbeit nicht mehr unter einen Hut bringen konnte, war die Junta Directiva rein weiblich und ohne Vizepräsident. Es ist bei weitem nicht so, daß wir nur ein gackernder Hühnerhaufen wären, wie wir uns manchmal selbstironisch bezeichnen, doch die Ruhe von Fritz und auch ein männlicher Gegenpol werden uns und dem Verein sicher gut tun.

Auf einem der letzten Flohmärkte in Santa Cruz - SOS hat einmal im Monat dort einen Stand und verkauft geschenkte Klamotten, Kruscht und Kram - signalisierte uns Fritz sein Interesse an der Mitarbeit in unserem Verein.

Fritz kennt La Palma seit 1989 und lebt dauerhaft hier seit dem Jahr 2005. "Unser Sohn ging hier in die Schule und mit einem Schulkind ist man automatisch im sozialen Netz verankert." So könne man auch einen Blick hinter die Kulissen werfen und sehen, daß "Not am Mann ist".
"Mein Grundsatz ist," sagt Fritz, "wo ich helfen kann, helfe ich!"

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit - es gibt noch viel zu tun!

Wer auch aktiv will, HIER geht es zum Anmeldeformular








Freitag 24.07.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 29 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 22 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 29,2 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
So was nennen die Hitzewelle…

Die Gäste aus Mitteleuropa fordern in Zukunft sogar im Sommer Heizlüfter und Öfen, denn auch bei einer, selbst ernannten Hitzewelle, schaffen wir es nicht mal mehr über die 30 Grad Marke und da kennt man doch aus Deutschland und Österreich ganz andere Werte. - Ist schon ein bisschen verrückt die Geschichte, aber wir hier sind froh, dass wir an der 30 Grad Marke quetschen und nicht an der 40 Grad Marke. - Jetzt wird es auch schon wieder frischer, immer eben abhängig, von wie weit im Norden der hohe Azorenbengel den Wind einfangen kann. - Seien wir auch noch aus einem anderen Grund froh, das Wasser für die Landwirtschaft wird nun vorsorglich eingeschränkt, noch nicht rationiert, das wäre die nächste Stufe, aber für die Bewässerung der Bananenplantagen hier im Tal wir nun bereits Vorwarnung gegeben. - Es hat halt seit November im Tal nicht mehr effektiv geregnet, das kann man nicht ganz wegschieben, auch wenn Verknappung immer auch ein probates Mittel für Einhaltung von hohen Preisen ist. - Aber der Rest des Monats wird wunderbar angenehm von den Temperaturen her, man muss halt in den Bergen immer nur wissen, unsere Luft ist dermaßen sauber und klar, dass nicht nur die "guten Strahlen" durchkommen. - Der böse Witz lautet ja immer, Hautkrebs ist in vielen großen Städten Mitteleuropas wegen des dichten Feinstaubes kaum mehr möglich, bei uns hingegen sind Mützen und lange Ärmel Pflicht, zumindest für diejenigen, die unter der Mütze noch was zu schützen haben. - Haare meine ich natürlich…

Wie misst man die Wohlstandfaktoren einer Gesellschaft? - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war der dicke Bauch Zeichen des "Bienestar" und die Gicht, hier "La Gota" genannt, die wird bis heute noch Krankheit der Oberen Elftausend genannt. - Weil es eben was mit Nahrungsmitteln zu tun hat, welche mal teuer waren, heute ist ja gesunde Ernährung manchmal eher teuer, weil man länger suchen muss. - Ich frage mich ja auch immer noch, warum eine der bekanntesten Keltereien der Insel ihren Premiumtropfen "Die Gicht" nennt, aber die Antwort kennen doch alle La Palma-Freunde auch, "La Gota" heißt eben auch "Der Tropfen" und nicht nur "Die Gicht" und so wird dann doch wieder ein leckeres Getränk daraus. - Kommen wir zurück zu den Wohlstandsmaßeinheiten und das wird oft mit Wachstumsindikatoren verknüpft und auch verwechselt. - Da werden bei uns schon mal grundkonservative Behauptungen aufgestellt, je mehr Zement auf die Insel gebracht wird, um so größer ist das Wachstum, und das sei natürlich gut. - Zement ist bei uns ein positiv belegtes Wort, und auch der Stromverbrauch ist dringender Augenzeuge, ob unsere Volkswirtschaft denn wächst, oder wir mal wieder eine schöpferische Wachstumspause einlegen. - Mir tut das immer ein bisschen weh, dass es zwar deutliche Unterschiede zwischen den Worten Wachstum und Wohlstand gibt, ganz viele aber aus dem bislang noch geschuldeten Zusammenhang heraus, also Wachstumsgesellschaft, auch einen Zusammenhang für immer festschreiben wollen. - Dabei ist es doch gerade die Aufgabe unserer Gesellschaften hier und dort, also allen, denen es so gut geht, neue Modelle zu entwickeln, welche gewissen Wohlstand generieren oder erhalten können um endlich ewig verbrauchendes Wachstum davon abkoppeln zu können. - Seit langem mal wieder meldet unser lokaler Stromversorger einen Anstieg des Verbrauchs elektrischer Energie. - Die Wachstumsapostel klatschen sich vergnügt auf die strammen Oberschenkel, jetzt geht es also wieder aufwärts, nach ein paar Jahren des permanenten Sinkens des Stromverbrauchs. - Aber halt, da muss ich dann gleich wieder schlechte Laune verteilen, denn diese Meldung hat was mit der vorhergehenden zu tun. - Es war und ist so trocken, dass Wasser seit Monaten hin und her gepumpt wird auf der Insel, aus dem Berg gesaugt und aus Schluchten geholt wird. - Und das machen keine Maultiere mehr bei uns, und kaum noch qualmende Benzinpumpen, sondern das wird durch schicke und schnurrende Elektropumpen erledigt, und die schieben seit Monate Überstunden und sind locker in der Lage dafür zu sorgen, dass der Verbrauch an elektrischer Energie sich um 4,7% im ersten Halbjahr 2015 gegenüber dem Vergleichszeitraum des letzten Jahres erhöht hat.

Und dann ist da noch die Geschichte von den schönsten Jungs Spaniens. - Richtig, eine durchaus ansehnlicher Bengel aus Los Llanos, wurde fünftschönster Mann der Welt, aber nur, wenn man auf den Titel Mister Universe hört. - Yovany Perez Reyes heißt das Sahneschnittchen und ist auch gerade wieder auf der Insel um zuzusehen, wie man gleichzeitig andere schönste Männer der Welt wählt. - Zunächst sucht man den Mister international España, der wird heute Abend gewählt, aus 36 Kandidaten aus allen spanischen Provinzen. - Wer davon gewinnt, der geht nach Manila und stellt sich dort der Wahl, um dann Mister International zu werden. - Das läuft also alles parallel, der eine Schöne hat mit dem anderen nichts zu tun, Mister International und Mister Universe kommen aus unterschiedlichen Wettbewerben und ich habe mir sagen lassen, es gibt sogar noch weitere "Klassen". - Also nicht verwirren lassen von so viel Schönheit auf unserer Insel, aber das sind wir ja eh schon gewohnt.




Hier Mister Lagarto Taburiernte International





Freitag 24.07.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1018 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A galgo viejo, échale liebre, no conejo

Gib dem alten Windhund Hase, nicht Kaninchen. - Der Fulanito hätte so einfach werden können. - An Kaninchen ist weniger dran und viel zäher, also gibt man den alten Hunden besser Hasenfleisch. - In der Art und Weise gibt es viele Sprüche, kennen wir hier auch schon. - Allerdings findet man auch eine andere Version die sagt, nur die alten Windhunde seien erfahren genug, Hasen zu jagen, die viel wertvollere Beute, also verschwende die Kraft der alten Windhunde nicht auf Kaninchen, sondern lass die Hasen jagen.






Bild von Richard Wurdel





Donnerstag 23.07.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 29 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 29,8 Grad - niedrigste Temperatur 22,7 Grad

Es bleibt ja in der Familie
Virgen de Las Nieves oder San Miguel Arcángel?

So ziemlich jeder und alles hat einen Schutzpatron oder eine Patronin, die Landwirte, die Postboten, die Städte, die Länder und vielleicht sollte man in der ganzen klerikalen Gemengelage mal hinterfragen, ob das Christentum wirklich eine monotheistische Angelegenheit ist. - Klar, nur ein Gott, aber dann kommen schon Jesus, der Heilige Geist und dann die vielen Referatsleiter, aber wenn dann wirklich mal was schief läuft, dann betet man zur Jungfrau von Dingenskirchen und fragt den Heiligen Despotistan, ob es denn Sünde ist, wenn man die "Pille Danach" schon vorher gekauft hat. - Nein, ist es nicht, das ist einfach nur bescheuert… - Ganz früher, also noch bevor alles anders war, und nur manches besser, da wollte ich sogar mal Pfarrer werden. Irgendjemand hatte dann aber ein Einsehen mit der Katholischen Kirche und heute kann ich die Dinge viel einfach von außen betrachten und Fragen stellen, anstatt Antworten glauben zu müssen. - Die Geschichte mit den vielen SchutzpatronInnen, die übrigens nur ganz weitläufig mit den Schutzengeln verwandt sind, die begegnet einem hier überall und andauernd, und der gemeine Schutzbedürftige sucht oftmals hilflos nach ein bisschen Hilfe bei der Orientierung im himmlisch-heiligen Durcheinander. - Echte Spezialisten, meist schwarz gekleidete, grob geschätzt über dreißigjährige Damen, mit einer Mulde in der Brust, vom Draufklopfen, die wissen meist am allerbesten Bescheid, welche Jungfrau oder welchen tugendhaften Racker der himmlischen Garden man denn anflehen soll. - Dabei gibt es große Unterschiede natürlich, wer ein Furunkel am Hintern hat, der wird sich an eine andere Patronin wenden als derjenige, der kein Glück hat bei den Frauen, es sei denn, er hat die Hose beim Laufen so weit unten, dass man das Furunkel bereits sehen kann. - Es gibt aber auch ganz patente Helfer, die sind für alles zuständig, das sind meist eben lokale Größen und das kann von der Landesmutter über die Provinzpatronin hin zur Inselmutter und Gemeindeengel gehen, und auch Stadtteile haben eigenen PatronInnen und manchmal sogar Straßen oder Familien. - Sogar in den Familien kommt es immer mal wieder zu Überschneidungen, wobei die Rivalität zwischen dem Heiligen Barca und dem Heiligen Real wieder ein anderes Alltagsproblem darstellt. - Wir sollten das aber nicht mehr als nötig ins Satirische ziehen, was für den einen sehr verwirrend erscheinen mag, ist für den anderen ein wichtiger Teil seiner Problemlösungen und ich habe leider keine Statistik zur Hand, die mir Auskunft geben könnte, ob denn in Gemeinden mit erhöhtem Schutzpatronenaufkommen der Abverkauf von Psychopharmaka niedriger ist, als in der Nachbargemeinde, welche nur den Heiligen Fulanito als Generalmanager hat. - Sicher gehen die alle in der anderen Gemeinde zur Apotheke, Statistik und Scham schließen sich zwar nicht generell aus, sind aber bei der Erstellung von erhellenden Tabellen nicht immer hilfreich.

Hier auf La Palma stellt sich dann immer wieder die Frage, wer ist denn nun für uns generell zuständig, also nicht wegen des Furunkels, sondern des Heils an sich? - Die berühmte wie beliebte Virgen de Las Nieves, oder der Heilige Michael, eigentlicher Namensgeber und somit doch zunächst mal diensthabender Schutzpatron der Insel San Miguel de La Palma. - Die einzige mögliche Antwort darauf kann nur lauten, beide sind zuständig, parallel und gleichberechtigt, aber diese Frage wird in unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich beantwortet. - Kein Mensch würde es jemals wagen, bei der Bajada de la Virgen de Las Nieves lautstark zu behaupten, eigentlich sei doch der San Miguel Arcángel der wirkliche Patron der Insel und die Dame dort "nur" die Patronin der Hauptstadt. - Ebenso unmöglich erscheint es uns, wenn beim politischen Gottesdienst am Michaelstag, also am 29. September, InselpräsidentIn und Gefolge beim Loblied auf den Patron der Insel plötzlich anhebt und sagt, eigentlich sei das hier nur eine lokale Veranstaltung in Sachen Tazacorte, denn zuständig für Inselfragen sei die Virgen de Las Nieves. - Früher, als alles anders war, und nur die Heiligen häufiger, da war der 29. September, also der Tag des San Miguel, inselweiter Feiertag. - Heute ist der 5. August, inselweiter Feiertag und ich muss Sie gar nicht raten lassen, welcher Tag das denn nun sein kann, denn das ist langweilig, es ist der "Día de Nuestra Señora de Las Nieves". - Man mag da eine Verschiebung in der Heiligen Hierarchie wahrnehmen wollen, weg vom robusten Erzengel, hin zur liebreizenden Jungfrau, oder sollte hier ein auch auf der Insel bekannter alter Streit wieder aufbrechen, der Ost-West-Konflikt? - Vielleicht aber sollte man das so sehen, der Michi mit dem Schwert ist immer da, der Alltagsheilige so zu sagen, hilft bei Problemen mit dem Finanzamt ebenso wie bei "Rücken", eine Art zugeteilter Pflichtheiliger, auf "Kasse" so zu sagen. Für die wirklich großen Dinge aber, Fruchtbarkeit, Eifersucht und Schwiegermütter aber wendet man sich an die Jungfrau, die hat dafür sicher eher ein Händchen. - Darüber hinaus lassen sich mit den Damen vom Heiligen Gewerbe auch viel besser die Wallfahrten gestalten, macht einfach deutlich mehr her und überhaupt, Marienanbetung und Katholische Kirche, dagegen muss ein Erzengel schon reichlich anstricken und mindestens Teil des Inselnamen sein. - Nein, es gibt keine drückende Rivalität, solche Fragen stellen auch fast immer nur Ungläubige Guiris oder Godos, und neulich erst habe ich im unheiligen Inselfunk und Dampfradio "El Soplete" den passenden Ausdruck gehört: Es sind co-patrones! - Heilige Doppelspitze könnte man das auch nennen, und dann noch die elysischen Winde dazu, Kinder, was kann uns denn überhaupt noch passieren?




San Miguel, Wessi-Patron oder für die ganze Insel zuständig?





Donnerstag 23.07.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Afortunado en el juego, desafortunado en amores

Glück im Spiel, Pech in der Liebe. - Den Spruch kennt wirklich jeder und ich frage mich immer noch, wen will man denn damit eigentlich bestrafen?






Bild von Richard Wurdel





Mittwoch 22.07.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 29 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 29,2 Grad - niedrigste Temperatur 20,6 Grad

Rund ums Sommerloch
Full House zu Haus

Die eine Bajada, die in der Hauptstadt, schickt noch Nachwehen in Form von Rahmenveranstaltungen ans Publikum, die "Andere", die in El Paso, ist noch nicht wirklich am Laufen, dennoch ist jedes Wochenende bereits etwas los. - Zwischensaison scheint es nicht zu geben, im Sommer müssen wir da durch. - Gut, dass wir bei den Temperaturen wohl nicht dem "Welttrend" folgen, der da den heißesten Sommer seit "Wettergedenken" proklamiert, zumindest hier auf La Palma waren Mai und Juni nicht besonders warm, und der Juli wird wohl auch höchstens einen Mittelwert bringen. - Dennoch stehen wir vor der nächsten Hitzewelle, wenn auch nur wieder ein Wellchen, es zeichnet sich für diesen Sommer ab, viele kleine Hitzeperioden und wir sollten am Ende des Monats mal gucken, ob Mitteleuropa, oder wir, mehr Tage mit Temperaturen über dreißig Grad zu verzeichnen hat. - Hier wäre es der dritte Sommer in Folge, ohne Hitzerekorde, aber es ist ja noch viel zu früh, den Sommer bereits als erledigt zu betrachten. - Ab heute Abend oder morgen Früh also wieder über dreißig Grad, ab Wochenende kommt dann wieder frische Luft zu uns, gerade so, dass die Häuser wieder abkühlen können, nachdem uns der Juli eingeheizt hat.

Ab heute wird das bei uns ja eh wieder heißer, in jedem Sinn, die Familie ist ab Mittag wieder komplett. Bis Ende August und die Frage, ob es denn einen Drachenflugtag geben wird, und ob dieser "light" ausfallen wird oder nur kurz, auch das ist noch alles gänzlich offen. - Aber Besuch kommt, Bekannte von den Mädels, von der Familie aus Deutschland, unsere beiden eigenen Ferienhäuser sind bis Ende August komplett im Dienste des Tross hinter dem Gedanken, im Sommer trifft sich die Familie hier auf La Palma. - Soll mir Recht sein, zehn Monate im Jahr dreht sich alles um die Firma und die Katzen, und auch mal anders herum, jetzt ist Stimmung in der Bude und am Tisch sitzen wieder generell mehr als 2 Personen und ich bin immer froh, wenn ich die Gesichter alle kenne und die meisten Namen. - Die Katzen haben auch bereits wohlwollend aufgenommen, dass nun wieder mehr willfähriges Streichel- und Futterpersonal durch die Hacienda streift, und spätestens ab der "Blauen Stunde", also ab 17:30 Uhr, wenn selbst der sonnenbeschienene Teil der Terrassen wieder ohne Verbrennungsgefahr zu betreten ist, sammeln sich dann die sieben Kastraten zum gemeinsamen Schauliegen. - Die dienstbaren Hintergrundgeister gehen derweil einkaufen, und aller Einkaufsorten ist man höchst glücklich darüber, dass nun plötzlich auch unsere Familie wieder Mengen über den Tisch zieht, welche sogar den Krämer glücklich machen.

Und was ist uns noch aufgefallen? - Am alten Flughafen hat man an vielen Stellen das Unkraut gerodet und aus der Presse erfährt man auch, dass der Jahrzehnte lange Weg der Rückübereignung der Gelände dort zum Teil abgeschlossen ist. - Zum Teil bedeutet, dass längst nicht alle ehemaligen Eigentümer dort bereits wieder über ihr Gelände verfügen können, auch weil in mehreren Fällen die Erben überhaupt nicht mehr auf der Insel wohnen, und man nicht so genau weiß, welche Interessen denn da überhaupt noch verfolgt werden. - Werden aber sicher, denn das Gelände dort ist strategisch hervorragend für Geschäfte jeglicher Art, besonders eben solcher, welche gute Erreichbarkeit von überall her haben müssen und viele Parkplätze. - Da bietet sich so einiges an, und Breña Alta war immer die Gemeinde, welche alles versucht hat, Geschäfte und Handel in ihren Einflussbereich zu bringen. - Was die Gemeinde nun selbst gemacht hat, auf einem der Grundstücke dort, welche eben Eigentum Breña Altas sind, das ist ein kleiner Sportplatz. - Zunächst dachte man, da bastelt jemand eine Kart-Bahn, mit dem Fragezeichen, so nah am Krankenhaus, stört das denn nicht beim Erholen? - Als durchaus auch interner Kenner der Krankenhausszene kann ich Ihnen aber versichern, dort würden Karts tagsüber sicher nicht annähernd die Lautstärke der Ganggespräche des Reinigungspersonals und der Besucherfamilien übertreffen... - Aber wir müssen das gar nicht ausprobieren, denn die Gemeinde hat dort einen kleinen Sportplatz hingestellt, mit mehreren Längen an Laufstrecken und innen im Rund stehen auch weitere Folterinstrumente der Marke Trimmdich, wenn es denn unbedingt sein muss. - Mal sehen, ob das angenommen wird, denn bislang ist der alte Flughafen bereits Laufstrecke für viele Amateure, aber auch Profis, denn nicht überall auf der Insel kann man, von Autos ungestört, fast 2 Kilometer ohne Steigung laufen. - Früher oder später wird sich das aber mit der Rückgabe der Gelände an die Eigentümer erledigen, dann wird man dort maximal im Zick-Zack laufen können, eher noch durch ein Gewerbegebiet, und vielleicht hat man in der Gemeinde derart wunderbaren Weitblick gehabt und mit diesem Angebot an Rundkurs langfristigen Platzmangel für Sportler vorausgeahnt.




Nur ein Höcker, also Dromedarhitze, so prognostiziert uns das Global Forecast System die Temperaturentwicklung der kommenden Tage.




Paul ist immer der Erste, welcher klipp und klar macht, wer da mit dem Koffer kommt, der streichelt mich zurest und bleibt auch meine...




Am alten Flughafen La Palma, Trimm Dich Pfad für Pfadfinder, aber Pferde dürfen das Reck nicht benutzen





Mittwoch 22.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Thomas Stölting

FRIDA unter den 10 besten Eiscafés auf den Kanaren


Eine schöne Auszeichnung für das Café FRIDA in Los Llanos gibt es zu vermelden: die große Madrider Zeitung ABC hat sich auf die Suche nach den zehn besten Eiscafés auf den Islas Canarias gemacht. Die Eismacher vom FRIDA waren selbst ganz überrascht, denn sie hatten von den Recherchen der Zeitung ABC gar nichts mitbekommen.

Neben dem FRIDA auf La Palma befinden sich drei weitere ausgezeichnete Eisacés auf Lanzarote und Tenerife, zwei auf Gran Canaria, eines auf Fuerteventura. Die Betreiber freuen sich über die Auszeichnung sehr, weil es zeigt, dass der ganze Aufwand sich lohnt. Denn das FRIDA arbeitet mit natürlichen Produkten und verzichtet vollständig auf künstliche Aromen, Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe. Das macht die Herstellung zwar etwas schwieriger, aber den Eisgenuss eben auch um ein Vielfaches größer. Regelmäßig gibt es neue Eiskreationen, wie jüngst ein schwarzes cremiges Schokoladeneis. Außerdem gibt es immer verschiedene Sorten laktosefreies Eis.

Beliebt sind, gerade auch jetzt im Sommer, die leckeren Batidos in 12 verschiedenen Geschmacksrichtungen. Und über die besonders leckeren Torten, Boccadillos und das exquisite FRIDA-Frühstück muss man hier fast gar nicht mehr reden.

Ein Besuch im FRIDA lohnt sich also immer. Hier der Link:
http://www.abc.es/local-canarias/20150710/abci-mejores-helados-canarias-201507091537_9.html

Café FRIDA
Lunes - Viernes 10:00 - 19:00
Sabado 9:00 - 16:00
C/Calvo Sotelo 24, Los Llanos
Telefono: 922 465 110
www.frida-lapalma.com












Dienstag 21.07.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 26,6 Grad - niedrigste Temperatur 20,4 Grad

Dreimal Null
Palmerische Gemeinden bauen Schulden ab

Ob Spanien sich gesund spart, oder krank, das können Ihnen auch schlauere Leute nicht beantworten, auf jeden Fall ist seit ein paar Jahren Sparen nicht nur schick, sondern oberstes Gebot. - Zwar sorgen die Gemeinden nur für einen begrenzten Teil der Schulden, aber hier hat man besonderes Augenmerk darauf gesetzt und sogar gedroht, falls man hier nicht harte Sparmaßnahmen durchsetzt, würde man die vielen Klein- und Kleinstgemeinden des Landes deutlich in Frage stellen. - Über 8.100 Gemeinden führt man in Spanien in den Büchern, mehrere Publikationen streiten sich darum, ob es denn nun 8.111 oder 8.122 sind, auf jeden Fall sind das eigentlich viel zu viele, aber selbst eine, in absoluter Mehrheit in Madrid regierende konservative Regierung hat es nicht gewagt, dort einen notwendigen Schnitt einzubringen. - Hier auf den Kanaren gibt es 88 Gemeinden, auf La Palma deren 14 und bei offiziellen 84.000 Einwohnern (permanent wohnen hier deutlich weniger Menschen) scheint es auch nicht sinnvoll zu sein, alle dieser Gemeinden weiterhin betreiben zu wollen. - Für jede Gemeinde den kompletten politischen Apparat, den technischen ebenso, eigenes Kataster, eigene soziale Dienste, kein Wunder, dass viele kleine Gemeinden da völlig überfordert sind und viele dieser Dienste eigentlich überhaupt nicht mehr anbieten. - Allerdings fallen die kleinen Gemeinden auch bei der neuesten Schuldenrechnung nicht mehr so negativ auf, entweder hat man sich wirklich entschuldet, oder aber die Schulden besser im Tagesgeschäft versteckt, denn auch das kann man machen, wenn man es denn will. - Aber Madrid hat allen Gemeinden mehrfach in den vergangenen Jahren in die Kassen geblickt und immer schwerer wird es für die Gemeinden, die Portokasse, oder die berühmte Schublade, in die alle Rechnungen kommen, welche niemand anzufassen wagt, aber dennoch irgendwann ja bezahlt werden müssen, noch aufrecht erhalten zu können. - Mir hat mal ein Rat für Finanzen einer Gemeinde, deren Namen ich gerade vergessen habe gesagt, als Schulden zählt nur das, für was man Zinsen bezahlen muss, alles andere wird auf die Seite gelegt.

Insgesamt ist es aber deutlich besser geworden, dennoch tauchen in den neuesten Statistiken, welche die landesweite Zeitung "El Pais" darbietet, hier übernommen wurden, und auch gleich für Diskussionen sorgen, auch fünf Gemeinden der Insel auf, in welchen sich die offiziellen Schulden sogar erhöht habe im Zeitraum von 2011 bis 2014. - Alle anderen Gemeinden haben es geschafft, die Schulden zu senken, und drei der Gemeinden darf man wirklich loben, Tijarafe, El Paso und Mazo, denn alle drei Gemeinden gelten seit dem Jahr 2014 als schuldenfrei. - Mazo hat es da immer sehr viel einfacher, denn man verzeichnet aus den Körperschaftsteuern des Flughafens und der Müllverwertungsanlage reichlich Einnahmen, und war so seit Jahrzehnten die Gemeinde der Insel, welche praktisch immer ohne Schulden zu machen über die Runden gekommen ist. - Aber man darf auch kritisch sein, denn der harte Sparkurs, welchen die anderen Gemeinden gefahren haben, den haben die eigentlich in fast allen Fällen damit erreicht, dass man das Kapitel Investitionen in den Jahreshaushalten in vielen Gemeinden sogar gegen Null gefahren hat. - Zwar konnte man in mehreren Gemeinden aus den gesparten Zinsen die neuen Löcher in den Sozialkassen stopfen, aber wir geraten hierbei schon wieder in die Gefahr von Grundsatzdiskussionen, ob es denn sinnvoller ist, mit gesparten Zinsen Arbeitslose über die Runden zu bringen, oder Geld in die Hände zu nehmen, um mit öffentlichen Aufträgen Arbeitsplätze zu schaffen. - Den Gipfel der politisch/kognitiven Unflätigkeiten könnte dann heißen, wir müssen das Rentenalter hochschrauben, um uns die Jugendarbeitslosigkeit leisten zu können… - Nein, nicht weiter darüber nachdenken und bloß nicht auf die irre Idee kommen, Spanien und Griechenland vergleichen zu wollen, denn das haut nicht hin.

In den meisten Gemeinden hier ist es nämlich wohl gelungen, in den letzten vier Jahren die Schulden, so wie auch die Zahl der Arbeitslosen zu drücken, wobei ich realistisch bin und dieses Vermögen in den meisten Gemeinden schlichtweg mal "aus Unterlassung" annehme. - Gut, auf meine Loly lasse ich nichts kommen, zweimal in einem Jahrzehnt die Gemeinde saniert, um sie dann wieder in andere Hände zu geben, das mag schon anstrengend sein, aber es gibt auch deutlich schlimmere Schicksale. - Neun von fünfzehn Gemeinden schaffen es also die Schulden zu senken und die es nicht geschafft haben, die wollen klar darauf hinweisen, dass man früher zwei Formen von Schulden hatte: Die Offiziellen bei der Bank, und den "Cajón", also die bereits beschriebene Schublade, die in manchen Gemeinden durchaus die Größe eines Wandschranks einnehmen kann, in welcher man die Rechnungen an die Gemeinde aufbewahrt, welche aber nie als Kosten oder Schulden aufgeführt wurden. - Das hat sich eben geändert in den vergangenen vier Jahren, und gerade in den großen Gemeinde wie Los Llanos oder Santa Cruz nahm man die Angebote aus Madrid auf, welche eben Kredite anboten, mit denen man endlich aus diese Verbindlichkeiten gegenüber Kreditoren herauskommen sollte. - So heißt es zwar offiziell, Santa Cruz de La Palma hätte im Jahr 2011 "nur" 9,5 Millionen Euro Schulden gehabt, und im Jahr 2014 deren 10,5 Millionen. - Allerdings gibt es Schätzungen aus Ende 2011, dass Santa Cruz 16 Millionen Euro Außenstände hätte, davon eben 9,5 Millionen als beurkundete Verpflichtungen, der Rest aus Rechnungen bestand, welche nicht aufgelistet waren, genau so wenig wie Schulden aus Überstunden dem Personal gegenüber. - Wir haben in keines dieser Bücher oder Schubladen sehen können, genau so wenig wie El Pais, oder das Finanzamt selbst, aber es sind keine Geheimnisse, dass in vielen Gemeinden der Umgang mit Rechnungen an Lieferanten oder Dienstleister nicht wirklich so war, wie es die Kunst der Buchführung eigentlich so vorsieht. - Drei Fleißbildchen werden verteilt, eines an Tijarafe, eines geht nach Mazo und eines nach El Paso, die anderen Gemeinden haben auch deutlich besser gearbeitet, und wenn wir mal außen vor lassen, weil wir es einfach nicht berechnen können, wie viele Arbeitsplätze hätten geschafft werden können, ohne den Schuldenabbau, in den allermeisten Gemeinden ist die Zahl der offiziellen Schulden nun gleich derer, wie hoch die Außenstände sind. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da nannte man so etwas Anflüge von Glasnost.




Schulden- aber dennoch nicht sorgenfrei. - El Paso, mal von hinten!





Dienstag 21.07.2015 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag vom Kulturbeuaftragten

They will, they will rock us!


Ich gebe zu, dass die Zeit von 1980-89 nicht mein musikalisches Lieblingsjahrzent war, zu viele Synthesizer, zu wenig Stromgitarren. So viel also gleich mal vorweg. O.k., es gab Police, es gab die Pretenders, Frank Zappa war noch am Leben, und es gab da auch noch Queen!

Lassen wir mäßige Songs wie z.B. "Radio Gaga" mal beiseite, das meiste von Queen war hervorragend, nicht zuletzt auch die Show. Mit dem Ableben ihres Frontmanns Freddy Mercury ging es dann aber mit der Band bergab. Über diverse Versuche, das Projekt mit anderen Leadsängern am Laufen zu halten, würde ich lieber den Deckmantel des Vergessens werfen. Oder den der Scham.

Nun gibt es aber Fans, die gleichzeitig gute Musiker sind und den Niedergang ihrer Lieblingsband nicht einfach so hinnehmen wollen. Solche Menschen bilden dann gerne eine sogenannte Coverband und spielen die Songs ihrer Idole so gut sie können nach. Einige wenige sollten das besser lassen, um nicht unter Blasphemieverdacht zu geraten, die meisten machen ihre Cover-Sache aber recht gut. Wieder andere gehen bei ihren Kopierbemühungen noch einen Schritt weiter und bilden eine Tribute-Band. Da geht es dann nicht mehr nur darum, Klänge und Wörter möglichst originalgetreu zu reproduzieren, der Tribute-Künstler trägt auch die Kleider seines Vorbilds, die Haarpracht (?) und versucht sogar Bewegungen und andere Showelemente zu berücksichtigen, um zu einer Art geklontem Gesamtkunstwerk zu gelangen. Es gibt reichlich gute Beispiele dafür, aber nur eine Truppe konnte vom Rolling Stone Magazine zur besten Tribute-Band der Welt gekürt werden:

Dios salve la reina - God save the Queen

Es handelt sich dabei nicht um vier Jungs aus New York oder London. Aus Argentinien stammen die vier Königinnengetreuen, also von eher ziemlich weit weg. Wir haben am morgigen Mittwoch die Gelegenheit, sie Live auf der großen Bajadabühne in Santa Cruz zu erleben. Vor wenigen Tagen haben sie Santa Cruz de Tenerife gerockt, mit überwältigendem Erfolg. Ich habe mich etwas eingehender mit DSR beschäftigt und dabei wie üblich Quellen wie Facebook , Frau Google oder Youtube konsultiert. Mein Ergebnis lautet:

Dieses Konzert sollte man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen!!!

Mittwoch den 22. Juli 2015, über den Beginn sind sich die Medien nicht einig, manche schreiben 21.30h, andere 22h. Auf Grund der angespannten Parkplatzsituation in unserer Inselhauptstadt ist es sowieso empfehlenswert, sich rechtzeitig auf den Weg zu machen. Die Festarena ist groß, ich rechne nicht mit vollem Haus. Karten können also an der Abendkasse für € 15 erworben werden.

Mit musikalischen Grüßen

Ihr

Ödi Jonitz, MdS
(Kulturbeauftragter)






Montag 20.07.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 26,4 Grad - niedrigste Temperatur 20,3 Grad

Warum eigentlich nicht?
Neue Gesichter gegen Betriebsblindheit

Zunächst noch ein paar Worte zum Wetter, denn schöner kann Passat eigentlich gar nicht sein. - Bis Donnerstag verspricht man uns nun das Wunder der "Elysischen Winde", der "Vientos Alisios" wie der Passat hier bei uns genannt wird, und auch wenn das Wort Wunder wohl keiner meteorologischen Prüfung in dem Zusammenhang standhalten würde, ist es doch phantastisch, ein paar Hundert Kilometer westlich der Sahara zu sitzen, auch noch auf gleicher Höhe, und dennoch das Wasser sprudeln zu hören. - Dabei weht der Passat fast immer, man geht in der Regen von 300 Tagen im Jahr aus, aber was in drei Jahreszeiten meist Alltag ist, weil wir es gar nicht wahrnehmen, im Sommer werden aus dem Passat in der Tat Elysische Winde, auch wenn das ein bisschen zu sehr nach Hymne klingen mag. - Man muss sich nur mal vorstellen, was aus uns würde, gäbe es den Passat nicht? - Was aus uns wird, das kann man gut beobachten, dafür gibt es die östlichen Kanaren, über welche zwar auch oft der Passat streift, der aber schon nicht mehr "drankommt", weil keine hohen Berge und schon gar keine Kiefernwälder mehr den Passat melken. - Noch ein paar Millionen Jahre, dann ist es wohl auch bei uns so weit, bis dahin strecken wir unsere Hitzköpfe weiterhin in den kühlen Wind und fragen weiter, ob das Wort elysisch heute noch verständlich ist, oder einfach nur komplett bescheuert.

Bei der Überleitung zum Thema Betriebsblindheit mag das Adjektiv bescheuert hilfreich sein, denn diese Form von fehlendem Realismus ist wohl einfach genau das. - Aber wir treffen jeden Tag, vielleicht sogar fast jeden Moment auf dieses Phänomen, welches irgendwie randlos an so genannten Tugenden stößt, welche Traditionen, oder weniger heftig Bräuche oder Gewohnheiten genannt werden. - Ab wann eine dumme Angewohnheit zur Tradition wird, und besonders, ob es denn auch einen verträglichen Weg da wieder raus gibt, darüber lässt es sich bestimmt ab einer dritten Flasche Teneguía vortrefflich plaudern, aber ich kann Ihnen gleich versprechen, die Lösung ist so volatil wie alles, was Bacchus Drüsen uns versprechen. - Das haben wir immer schon so gemacht, die Idee ist doch uralt, dafür ist kein Geld da und warum soll ich etwas ändern, wenn es doch immer noch funktioniert. - Damit habe ich wohl jedem, und allen voran mir selbst, auch auf den Fuß getreten, denn täglich begegnen wir in der Arbeitswelt wohl diese Antworten und es begleitet uns noch dazu wohl ein gerüttelt Maß an Selbstgerechtigkeit, wenn wir derart verankert Fragen und Anstößen gegenüber auftreten. - Diesen, oft fehlenden Mut zu Neuem, kontern wir mit unserer Erfahrung, Menschenverstand und wirtschaftlichen Regeln, welche wir selbst zwar nicht erfunden haben, aber doch irgendwie verinnerlicht, wenn auch seit fünfunddreißig Jahren mit einem förmlichen Protest auf dem knochigen Zeigefinger tragen. - Noch schlimmer an der ganzen Geschichte ist ja, dass wir oft ohne echtes Ansehen der eigentlichen Aussage Dinge ablehnen, also den Kern schon ausspucken, obwohl wir die Frucht noch gar nicht gekostet haben. - Das mag an Personen liegen, oder Gruppen, für welche diese Personen oder Meinungen stehen, und es stimmt schon, das Allermeiste ist kompletter Blödsinn, aber die Kunst muss eben sein, den brauchbaren Rest da durchschimmern zu lassen.

Konkret geht es da um den Vorschlag von Ana María Pérez, der Partei Nueva Canarias aus Breña Alta, man solle doch den "Risco de la Concepción" dazu nutzen, einen Aussichtsplatz zu schaffen um dort mehr Tourismus betreiben zu können und auch Einkommen zu schaffen. - Erste Reaktion: Nueva Canarias, braucht kein Mensch, linke Nationalisten, was wollen die denn und Ana María Pérez, noch nie von gehört, und außerdem, da ist doch schon ein Aussichtspunkt, und wir haben doch kein Geld, wieder mal jemand, der nur in die Presse will und deshalb solch eine Erklärung absondert. - So weit, so schlecht, das war auch meine erste Reaktion, und an guten Tagen, behalte ich die für mich, und damit hat es sich auch schon. - Und heute ist ein sehr guter Tag, denn Ana María Pérez hat durchaus Recht, mit dem was sie da sagt und vorschlägt, denn dort, wo heute der kleine Aussichtspunkt ist, befindet sich ein touristisch strategisch einmaliges Gelände, welches nicht nur einen hervorragenden Blick über die Hauptstadt zulässt, sondern auch ein erstklassiges Panorama vom Norden der Insel in den Süden, auf die Gipfel der Cumbre Nueva und Vieja, den Flughafen und die weit ausladenden Siedlungen der Breñas. - Und kein Café, nur ein kleines Rondell, auf dem Parkverbot herrscht. - Gut, da hält sich keiner dran, aber wenn ein Bus dort steht, dann müssen alle anderen Autos zurücksetzen und man könnte den Aussichtspunkt noch viel näher an die Kante nach vorne, in dem Fall Osten setzen, und damit den Blick sogar noch verbessern. Ein Restaurant, ein Ausflugslokal, und lassen Sie uns ein bisschen spinnen, einen, irgendwie gearteten Aufzug hinab an den Strand von Breña Alta, also zur Playa de Bajamar, oder lassen Sie uns noch mehr spinnen, eine Seilbahn in die Hauptstadt und ebenso einen kleinen Wanderpfad hinab. - So etwas gibt es überall auf der Welt, wo sich solche Aussichten lohnen und es kann mir doch keiner erzählen, dass sich diese Aussicht nicht lohnt und natürlich bezahlen wir locker 30% mehr für den Kaffee bei der Aussicht und die vielen Kreuzfahrttouristen sowieso und gerne. - Klar, es gibt auch tausend Gründe dagegen, auch die könnte ich jetzt alle hier aufzählen, aber heute ist mal Tag gegen die Betriebsblindheit und ich verbleibe mit dem Gedanken an ein solches Projekt, gerade wo doch die Hauptstadt sich in den kommenden Jahren neu definieren muss und mit dem Strand doch bereits alles auf Tourismus gepolt ist. - Neulich, da stand ein Ausflugsbus des Schiffes "Mein Schiff" und die haben sich Getränke und sogar Bananen dahin mit hochgebracht, obwohl es nur der kleine Aussichtspunkt ist und müssen wir uns immer erst alles von anderen zeigen lassen, wie es gehen kann, oder sind wir auch mal bereit, unsere Betriebsblindheit zumindest phasenweise aufzugeben.




Bananen nach La Palma tragen, das sollte uns zu denken geben und dass man den Kaffee im Bus anbringen muss...




Der "Risco de la Concepción", also die Klippe der Empfängnis. - Ich habe das nicht so benannt!





Montag 20.07.2015 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A espaldas vueltas, memorias muertas

Den Rücken gekehrt sind die Erinnerungen gestorben. - Aus dem Auge, aus dem Sinn, wäre wohl das Äquivalent und dabei schwingt meist sogar ja ein bisschen Hoffnung mit, dass man die Dinge so schnell vergessen könnte.






Bild von Richard Wurdel





Sonntag 19.07.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 27,1 Grad - niedrigste Temperatur 20,5 Grad

Windeln für den Tilsiter
Neue Ideen um Wasserverluste zu minimieren

Zuvor aber noch der Chapeau, wenn sie denn ihre Hüte ziehen könnten. - Die Zwerge, die haben gestern das letzte Mal für fünf Jahre getanzt, und dafür, dass die so selten üben, ist das Ganze doch wieder hervorragend verlaufen. - Gestern Abend aber, in der Vorstellung um 22:00 Uhr, gerade als auch alle sieben Inselpräsidenten aller Kanaren anwesend waren, passierte etwas, was noch nie vorher geschah. - Die Zwerge kamen aus dem Häuschen, in welchem Sie sich von Riesen in Zwerge verwandeln (fragen Sie nicht zu viel!) aber es ertönte nicht die sonst übliche Polka, nach welcher die Zwerge sonst so lustig tanzen. - Es war still, und erst nachdem alle Zwerge draußen waren, erklang ein Trauermarsch, welcher dann nach wenigen Sekunden in die bekannte Polka überging. - Die Zwerge trugen auch malvenfarbene Schleifen an ihren Kostümen, und so war schnell allen klar, die Zwerge leisteten ihren Beitrag gegen, leider immer noch allgegenwärtige Gewalt gegen Frauen. - Es ist absolut nicht üblich, dass dieser Zwergentanz auf aktuelle Geschehen reagiert, aber hier fand man es dringend notwendig, nachdem vor ein paar Tagen eine junge Frau in unserer Hauptstadt einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel. - In einem terroristischen Akt, wie das die Schriftstellerin Elsa López überraschend aber deutlich treffend betitelt, überschüttete ein junger Mann in aller Öffentlichkeit seine ehemaligen Partnerin mit Benzin und beendete damit ihr Leben. Unsere Zwerge tanzen also nicht nur Polka, sondern können auch ganz anders, und der Beifall dafür galt der jungen Frau und deren Angehörigen. - Chapeau an die Zwerge!

Nun zum Thema, zum ebenso unendlichen Thema, die Wasserversorgung der Insel. - Nach jedem Winter ohne ausreichende Niederschläge beginnt nicht nur das große Jammern, sondern auch wieder der Jahrmarkt der Ideen, wie man denn noch mehr Wasser aus der Insel quetschen könnte oder auffangen. - Die Idee, im Winter das Wasser aus der Caldera de Taburiente per Staudamm zu sammeln, dieser Vorschlag kommt seit vielen Jahren, ich glaube gar Jahrzehnten schon nicht mehr, wobei ich mich immer wieder frage, warum denn eigentlich nicht. - Dort, wo man das Wasser stauen könnte, da ist noch gar kein Nationalpark, und man würde damit nicht nur ganz viel Wasser vorrätig haben, sondern auch verhindern, dass allerbester Mutterboden durch Erosion aus der Caldera in den Atlantik versenkt wird. - Vielleicht ist diese Aufgabe aber zu groß, oder zu einfach, oder aber aus anderen Gründen nicht genehm, die man mal anderswo diskutieren könnte und für die hier nicht genügend Raum ist. - Auf einem neuen Papier, welches man in den hydraulischen Masterplan der Insel einarbeiten will, steckt wird die Idee, Galerien der Insel nach unten hin zu versiegeln, um eben ein Absickern des vorhandenen Wassers zu verhindern. - Man spricht von großen Behältnissen, aber auch anderen Methoden, wie man verhindern will, dass das kostbare Süßwasser ungenutzt durch die poröse Insel sickert und sich schließlich dann mit dem Salzwasser des Atlantiks verbindet. - Das Vorhaben scheint verständlich, enorme Mengen an Wasser gehen der landwirtschaftlichen Nutzen verloren, weil diese Insel einfach fast überall undicht ist. - So löchrig wie ein Käse, der Vergleich ist richtig, nun allerdings müssen wir uns noch auf die Sorte einigen, aber ein Schweizer Käse ist das nicht, auch wenn es mehr Käse in der Schweiz gibt, als den bekannten mit den großen Löchern. Suchen wir also unbedingt einen Vergleich mit einem fermentierten Milchprodukt, dann käme der Tilsiter-Käse mit seiner kleinen und unregelmäßigen Lochung wohl eher als Vergleich in Frage.

Allerdings ist nichts beim Thema Wasser auf La Palma einfach, denn wenn wir von den Galerien sprechen, dann muss man dazu wissen, dass diese Tunnel und Schächte, die man in den Berg gebohrt hat auf der Suche nach Wasser, in privater Hand sind. - So wie eigentlich alles Wasser auf der Insel, selbst die öffentlichen Anbieter, also die Gemeinden, die kaufen das Wasser der privaten Gesellschaften und speisen es dann in ihre Leitungen ein. - Daraus kann dann auch der doppelt eingesprungene Privatwasserkapitalismus werden. - Weltweit geht ja der Versuch um, öffentliche Versorger von Wasser, aber auch von Energie, in feudale Hände zu bringen. - Auch hier auf La Palma haben sich Firmen angeboten, die öffentlichen Wasserversorgung zu übernehmen. - Das hat aber nur marginal geklappt, denn als die privaten Versorger merkten, dass das Wasser längst privat war, sie also mehr oder weniger auf den Erfinder der Methode gestoßen sind… Investiert man nun in diese Galerien, welche meist als Aktiengesellschaften geführt werden, wer bezahlt denn dann diese Kosten, welche eine besser Abdichtung bedeuten würden, und wer wiederum profitiert denn auch davon? - Da bleiben viele Fragen offen, denn bis ein Tropfen Wasser aus dem Berg in den Wasserhahn im Haushalt, oder im allergrößten Maße eben in der Landwirtschaft landet, müssen ganz viele Leitungen beschickt, ganz viele Verleitungsstationen passiert und ganz viele Handaufhalter bedient werden. - Da schweben so einige ganz große Fragen über uns, nicht nur eben die Frage, wie kommt das Wasser von A nach B, sondern eben auch, wie schaffen wir es, dass C bis Z auch wie immer daran mitverdienen und wie kann es eigentlich sein, dass Oberflächenwasser bei uns Privatangelegenheit ist. - Das große Wunder der Kanaren, eine kleine, grüne Insel im Atlantik, so viel Wasser, überall lassen wir das ungenutzt in den Atlantik laufen und dennoch ist das Wasser uns lieb und auch teuer. - Windeln für die Galerien, ich bin mir nicht so ganz sicher, ob das nicht eher dazu dienen soll, Diskussions- und Sommerlöcher vorsorglich zu stopfen. - Hier an dieser Stelle ist es trefflich gelungen…




Erhebliche Mengen an Süßwasser mit wertvoller Fracht an knappem Mutterboden gehen jeden Winter über den Barranco de las Angustias für immer verloren





Sonntag 19.07.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1020 hPa

Gastbeitrag von Rode Marie Dähncke

Dein Freund und Helfer


Es war einer dieser lästigen Tage, an dem alles danebenging, weil man vielleicht mit dem falschen Fuß aus dem Bett gestiegen war, wo nichts so richtig gelingen wollte, und die Stimmung auf dem Nullpunkt stand oder tiefer. So ein richtiger Fehlschlag von einem Tag.

Und dann kam auch noch die Polizei. Sie fuhren direkt auf meiner Finca vor, mit so einem vergitterten Wagen, wo man nicht wieder herauskam, wenn man einmal drinnen war. Es waren zwei Uniformierte, und sie machten keinen freundlichen Eindruck, als sie mich aufforderten, einzusteigen und mitzukommen. Ich war entsetzt. Noch nie im Leben war ich in eine Grüne Minna verfrachtet worden, das war doch das Letzte! Der blaue Anteil meines Blutes drohte zu gerinnen vor Empörung. Dass ich mich überhaupt völlig unschuldig fühlte, ging mir gar nicht so richtig auf.

Klar - und ich allein zu Hause. Wenn man die Männer brauchte, war keiner da, auch nicht mein lieber Carlos. Ich versuchte, ihnen klar zu machen, dass ich nichts Böses getan haben konnte, stieß aber auf konkretes Unverständnis. "Sie kommen sofort mit, und das ist jetzt kein Spass mehr!" Er langte automatisch nach hinten, denn sie waren mit Pistolen da, und die waren bestimmt geladen. Ich auch. Da half nun kein Ablenkungsmanöver mehr; das konnte tödlich sein. "Aber darf ich wenigstens mit meinem eigenen Wagen fahren?"

"Nein, das ist nicht gestattet" und nach kurzem Zögern "wir können ja mal eine Ausnahme machen. Fahren Sie vor uns her direkt zur Polizei, und keine faulen Tricks, das macht die Sache nur noch schlimmer."

Am Ziel angekommen geleiteten sie mich am Arm gepackt in das Büro eines auf Verhöre spezialisierten Oberpolizisten. Der sah lange Zeit nicht auf und schließlich penetrant auf mich. Jetzt werden sie mir wohl Handschellen anlegen, dachte ich, aber die beiden Uniformierten wurden mit einem Wink entlassen. Vielleicht behielten sie die Situation von draußen aus im Auge.

Der Verhörungsoberpolizist saß bequem in seinem Sessel, mich ließ er, unbequem, stehen, wie es sich für einen Sträfling gehört. Dann wurde ich vernommen:
"Name ---, Vorname ---, Alter ---, ledig oder verheiratet?" "So, geschieden sind Sie, aha."
"Sie wohnen alleine in Ihrem Haus?"
"Nein."
"Mit wem denn, mit Ihrer Tochter?"
"Nein."
"Mit anderen Verwandten?"
"Nein, mit einem Spanier."
"So, mit einem Spanier. Was macht der beruflich?"
"Er ist Gartenarchitekt".
"Sind Sie mit ihm verheiratet?"
"Nein".
"Sie leben also unverheiratet mit Ihrem.... Ihrem .... " er suchte nach einem möglichst tief beleidigenden Wort, traute sich dann aber wohl doch nicht und sagte nur ....."Katalanen".
Mich packte die Wut. Da wusste dieser ... dieser ..., - und nun fing ich auch schon an, stotternd zu denken, denn mir fehlten die Worte für seine Unverschämtheit - , ganz genau, dass Carlos Katalane war und vermutlich auch, wo er wohnte und was er machte und fragte mich absichtlich in so beschämender Weise aus. Gemein.

"Haben Sie Geld?"
Klar hatte ich Geld.
"Wie viel, und wo haben Sie es?"

Ich musste nachdenken, wie viel hatte ich denn? Wer weiß schließlich wie aus der Pistole geschossen, wie viel Geld er hat. Außerdem war ich bemüht, die Wahrheit zu sagen - ich dumme Liese - , möglicherweise musste ich es beweisen.
Meine Denkpause sah der Verhöhrer als Widerstand gegen die Staatsgewalt und wurde scharf: "Wie viel Geld haben Sie, und wo haben Sie es. Antworten Sie gefälligst."
Nun nannte ich ihm einen ungefähren Betrag, Genaues wusste ich nicht so schnell.. Das hatte er davon, warum diese Eile. "Etwas habe ich zu Hause, den Rest auf der Bank".

Er las sich seine Notizen noch einmal halblaut vor: "ist geschieden, lebt unverheiratet mit einem Spanier in ihrem Haus, hat Geld". Sein stechender Polizistenblick, mit dem er mich dann bedachte, wurde durch eingemischte Schadenfreude seinerseits weder menschlicher noch sympathischer. "Kommen wir zur Sache: Ihre Ziegen haben also bei Ihrem Nachbarn die Obstbäume angefressen. Es liegt Anzeige gegen Sie vor. Was haben Sie dazu zu sagen?".

"Ich habe keine Ziegen".
"Aber Sie hatten Ziegen".
"Ja, aber das ist etwa l2 Jahre her, seitdem habe ich keine Ziegen mehr".
"Die Anzeige ist aber vom vergangenen Monat. Sie müssen doch einsehen, dass es so nicht geht. Sie dürfen hier nicht lügen".
"Ich habe aber keine Ziegen".
"Und wer hat dann die Obstbäume angefressen? Wie erklären Sie mir das?"
"Ich kann das nur so erklären, dass Sie sich irren ..."
"Wir irren uns nicht."

"So lassen Sie mich doch ausreden, ich will sagen, dass etwa 2 km von mir entfernt eine andere Deutsche wohnt, von der mir bekannt geworden ist, dass ihre Ziegen des Nachbarn Obstbäume angefressen haben".

Da wurde es ganz still, ziemlich lange. Ich blickte frohlockend auf das sitzende Häufchen polizeilichen Unglücks hinab und ließ mir keinen Minenwechsel entgehen: zuerst der Schreck, na so etwas Peinliches, aber dann sah ich Erleichterung aufblühen, denn es ging ihm wohl durch den Sinn, dass es sich bei mir ja nur um eine Frau handelt, die zählen nicht, und da brauchte man wirklich keine Gewissensbisse zu haben. Aber Zweifel packten ihn, denn es handelte sich um eine ausländische Frau, womöglich zählte die mehr, vielleicht wie ein halber Mann gar? Was nun? Er wippte nervös mit den Beinen, presste die Lippen fest aufeinander, nahm die Brille ab und setzte sie wieder auf, streckte sich in seinem Sessel, machtlos, sprachlos. Aber dann endlich kam ihm die rettende Idee: quasi als Nichtentschuldigung, eher als ihm gebührende Rechtfertigung stieß er spröde hervor: "Na, irgend etwas werden Sie ja auch ausgefressen haben. Sie können gehen".

Jetzt habe ich einen riesigen Mastino Napolitano, einen Superkampfhund, groß wie ein Kalb, der hat keine Angst und behandelt Polizisten genau wie gewöhnliche Menschen. Die Uniformknöpfe spuckt er aus.






Samstag 18.07.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 28,6 Grad - niedrigste Temperatur 22,9 Grad

Schönes finde
Nur wirres Zeug

Finde steht für fin de semana, und das bedeutet Wochenende, aber diese Abkürzung hat sich durchaus ihren Platz im Sprachgebrauch erobert. - Es ist Sommer, also überall Fiesta, und heute tanzen die Zwerge erneut in der Hauptstadt und nachts, nach den sechs programmierten Aufführungen, ziehen die Figuren auch wieder tanzend durch die Hauptstadt. - Das dürfte dann so gegen 04:00 Uhr sein, also eigentlich morgen, und dabei treffen die dann auf der Plaza de España auch auf die eigentliche Hauptperson der Fiesta, der Virgen de las Nieves. - Die großen Events sind dann auch vorbei, allerdings finden noch reichlich weitere Rahmenveranstaltungen statt, und am 1. August wird dann der Thron der Schutzpatronin wieder auf einer Wallfahrt nach oben in die Kirche nach Las Nieves getragen und am 5. August folgt dann die "Virgen" auch nach, und dann erst sind die Feierlichkeiten, deren Rahmenprogramme bereits am 9. Mai begonnen haben, endlich vorbei. - Das mit dem endlich, das hört man in der Hauptstadt vielleicht nicht so gerne, aber es bleibt leider sehr viel liegen, wie immer in solchen Zeiten und den Satz: Da gehen wir dann nach der Fiesta ran, den hört man nur allzu oft, und weil die Fiestas eben den Sommer über nahtlos ineinander greifen, kommen wir dann nicht so richtig voran. - Und danach ist Weihnachten, Sylvester, Reyes…

Ein interessante Meldung kommt aus Fuencaliente, der südlichsten Gemeinde unserer Insel, denn die haben seit fast einem Jahr keinen Stadtpolizisten mehr. - Eigentlich sollten die drei Uniformierte haben, aber es war nur noch Geld für einen Schutzmann da, dann hat der sich krank gemeldet, und nun hat man gar keinen mehr. - Es scheint also auch ohne zu gehen, allerdings hat man sich mit der Nachbargemeinde Mazo verständigt, dass man im Falle eines Falles sich dort bedienen kann, wenn man unbedingt solche Bediensteten braucht. - Man will nun diese Stelle wieder ausschreiben, aber der Bürgermeister druckst ein bisschen herum, denn er kann den Grund, warum denn der letzte seines Standes, also der Polizist, nicht mehr auf dem Posten ist, gar nicht nennen. - Das würde gegen die Datenschutzbestimmungen laufen, aber man meint ja eh, dort unten im Süden sei alles so friedlich, man käme wunderbar ohne Stadtpolizisten aus. - Allerdings dient dieser Polizeikörper sowieso eher als bewaffnetes Ordnungsamt, die haben zwar alle möglichen Befugnisse, wie auch die Guardia Civil oder die Nationalpolizei, aber wenn wirklich böse Geschichten am Laufen sind, dann wendet man sich nicht an die Stadtpolizei, oder wie man hier auch oft sagt, an die Municipales, sondern an die "Grünen" der Guardia Civil oder die "Blauen" der Policía Nacional. - Es gibt auch noch einen vierten Polizeikörper auf den Kanaren, die "Policía Canaria", vor ein paar Jahren erst unter breitem Protest eingeführt und die Gegner dieser Einrichtung fragen halt immer wieder, was denn diese vierte Polizei außer Kosten eigentlich erreichen soll. - Auf La Palma gibt es keine Beamten der "Policía Autonómica de Canarias" wie es ausgeschrieben heißt, die hier permanent stationiert sind.

Eine andere kleine Gemeinde lässt auch von sich hören, und zwar Garafía und das in Sachen Kultur. - Agustín Ibarrola ist der Name eines sehr bekannten Bildhauers hier in Spanien, und der Mann wollte in einem Barranco in Garafía ein Monument errichten, bei dem Steine und Felsbrocken bemalt werden. - Dazu hat man seitens des Cabildo Insular auch die Summe von 180.000 Euro bereit gestellt, nur hat man den Künstler gerufen, ohne das Volk vorher zu befragen und die Geschichte ist deutlich nach hinten losgegangen. - Es war auch gerade vor den Wahlen, als der "Skandal" in die Presse kam und es gab ein breites Aufschreien in allen Medien und sogar Kampagnen in den sozialen Netzwerken gegen diese "Kunst" und als Schlagwort hieß es immer wieder, man wolle sich die schöne Natur in Garafía nicht mit Farbe besudeln lassen. - Das Cabildo Insular, je nach Ansicht schuldig, oder verantwortlich für die Aktionskunst des Agustín Ibarrloa, die versteckte sich komplett und weil die damalige Kulturrätin nun ins Gobierno de Canarias hochgelobt wurde, und der jetzige Kulturrat nichts mehr dafür kann, ist die Sache zumindest von der Verantwortung erst mal vom lauten Podest des Protestes auf die Lange Bank der Untätigkeit geraten. - Nun aber interessieren sich die neuen Politiker der Gemeinde Garafía dann doch für das Projekt, und ließen sich von einem lokalen Kompagnon des baskischen Bildhauers denn bei einem Lokaltermin erklären, was denn da überhaupt gemacht werden sollte. - Keineswegs will man Schluchten und Landschaften mit Farbe vollkippen, so viel konnte man schon vermitteln, allerdings bleiben die Lokalpolitiker dort in Garafía skeptisch, was das Kunstwerk angeht. - Noch ist kein Stein bemalt, vielleicht ist die Bank einfach noch nicht lang genug gewesen, die Kommunalwahlen noch zu nah und wahrscheinlich hat das Cabildo Insular auch erst wieder Zeit nach der Bajada, sich überhaupt darum zu kümmern, was denn da in den Schluchten von Garafía geschehen soll. - Noch ist also kein Stein in Garafía bemalt, oder keine Schlucht verschandelt worden, je nachdem wie man das sehen will und ansonsten, schönes finde noch.




Ein Modell der bemalten Steinskulpturen, welche Volkes Zorn so bewegt haben





Samstag 18.07.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 11 % - Luftdruck 1020 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Adonde el corazón se inclina, el pie camina

Wohin das Herz sich neigt, geht der Fuß. - Ja wenn das mal immer so wäre. - Schöner Spruch und lebendiger Beweis dafür, dass nicht jeder das Herz im Fuß hat…






Bild von Richard Wurdel





Freitag 17.07.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 30 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 11 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 30,6 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad

Zwischen die Jungfrauen passt auch noch viel Fiesta
Den ganzen Sommer lang

Fangen wir aber mit dem Wetter an, es wird mal wieder frischer. - Gut, das verspricht man uns jetzt seit Anfang des Monats und die Voraussagen geben das auch her, aber schon in der letzten Abkühlungsphase gab es wohl kleine Aussetzer. - Bis Mitte kommende Woche wird es aber wieder frischer werden auf der Insel als in Mitteleuropa, aber der Sommer sitzt schon ziemlich fest im Sattel hier, und es kommt nicht genügend frische Luft aus dem Norden zu uns, um eine nachhaltige Abkühlung zu schaffen. - Die kommende Tage werden angenehmer, aber aus den Wohnungen bekommt man den Sommer nicht so schnell raus, und Mitte nächster Woche wird es dann erneut heiß werden. - Aber meckern wir nicht, keine Temperaturen, welche im Sommer unbekannt für uns seien, und was kann der Sommer dafür, dass der Winter so trocken war…

Der Abschluss der Feierlichkeiten zu Ehren der Virgen del Carmen haben uns gestern Abend noch daran erinnert, dass wir kaum noch hinterherkommen, die Fiestas alle zu benennen, welche den Sommer über hier stattfinden. - Großes Feuerwerk in Tazacorte, und für uns Bergvolk kommt das meist ein bisschen überraschend, denn die Virgen del Carmen ist die Schutzheilige der Seeleute , der Fischer, der Leute vom Meer halt und eigentlich könnte man sich auch als Almödi irgendwann mal den 16. Juli merken. - Die Statue wird auch immer auf ein Boot gebracht, und dann von Siedlung zu Siedlung auf anderen Booten und auch starken Schwimmern begleitet, aber die Virgen del Carmen ist nicht die einzige Dame ihrer jungfräulichen Zunft, welche in diesem Jahr vom klerikalen Donnerdoppel Virgen de Las Nieves und Virgen del Pino ein bisschen an den Rand gedrängt wird. - Nicht wirklich an den Rand drängen lässt sich ein anderes Fest, welches erst vor ein paar Jahren den Mief eines kleinen Stadtteilfestes verlassen hat und inzwischen sogar landesweit Furore macht. - In Puerto de Naos feiert man nach der Fiesta de Carmen das Wasserfest, die Fiesta del Agua, und dass es dort nass zugeht, das beinhaltet eigentlich schon der Name. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da fand dieses Fest immer Freitagnachmittag statt, und es waren ein paar Hundert Menschen, welche Wasser aus den Fenstern auf Passanten geschüttet haben und sich auf der Straße gegenseitig nass gemacht haben. - Am folgenden Samstag dann fand großer Tanz statt, da wurde dann kein Wasser mehr gespritzt. - Zunächst also wirklich nur Angelegenheit der Nachbarschaften, dann aber wollte man von der Gemeinde Los Llanos aus dieses Fest einfach größer machen, und seit ein paar Jahren also organisiert der Gemeinderat dieses Fiesta und seit dem hat sich dieses Fest zu einem der größten Zusammensein von Jugendlichen auf der Insel entwickelt.

Nicht übrigens zum Gefallen aller, aber das kennen wir ja aus dem breiten Spektrum des Lebens sowieso. - Seit ein paar Jahren wird nun die Angelegenheit auch noch von dem Musikkanal in Spanien überhaupt, den "40 Principales" gesponsert, und nun geht an dem Samstag deutlich mehr als die Post ab, und ich frage mich gerade ob man nicht mal wirklich überlegen sollte, sowohl in Spanien, als auch in Deutschland, ob man den Ausdruck, da geht die Post ab, nicht mal irgendwie dem tatsächlichen Jahrtausend anpassen sollte. - Wer diesen Bass, bei dem die Milz wie ein Flummi durch den Wanst plumpst, nicht abkann, nicht nass werden will, und auch alkoholisierte Massen sonst meidet, der muss auch morgen wieder Regionen weiträumig umfahren. Wer ein entspannenden Strandaufenthalt mit ruhigem Bad im Atlantik sucht, robust an Puerto Naos vorbei fahren, das geht, zumindest zu bestimmten Uhrzeiten, sollte die Polizei nicht gerade mal wieder alle Autos dort anhalten. Von irgendwo her hat man nämlich das Gerücht vernommen, ein oder zwei Jugendliche hätten sogar versucht, Teufelszeug aus dem dunklen Land der illegalen Rauschmittel nach Naos zu schmuggeln… - Samstag ab 14:00 Uhr, feucht, fröhlich, laut, und ein bisschen zu besoffen und eigentlich brauche ich nicht wöchentlich den, an mich selbst nett gerichteten Hinweis, für den Scheiß bin ich zu alt.

Dann noch ein Hinweis in Sachen Gastartikel. - Her damit, auch Veranstaltungshinweise, und die dürfen auch ruhig den Charakter von Werbung haben. - Aber bitte nicht nur ein Plakat, sondern ein bisschen mehr, ein par Zeilen mindestens, wir sind kein Schwarzes Brett, sondern eine breite, aber dennoch persönliche und private Plattform. - Am allerliebsten natürlich Geschichten von und über die Insel, nur her damit!


Nachfolgend ein paar Bilder der Fiesta del Carmen aus dem Jahr 2005...





















Freitag 17.07.2015 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1018 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Acuéstate sin cena y amanecerás sin deuda

Leg´ dich ohne Abendessen hin, und du wachst ohne Schulden auf. - Schäuble lässt den Spruch gerade ins Griechische übersetzen und so sieht man wieder mal, wie kleine, fromme Sprüchlein, die eigentlich nur sagen wollen, gib nicht mehr Geld aus als du hast, zur Unzeit gleich zu internationalen Austeritätszipperlein führen können.






Bild von Richard Wurdel





Donnerstag 16.07.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 29,2 Grad - niedrigste Temperatur 22,5 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Drum herum ums Sommerloch

Die Bajadas haben bislang kein Sommerloch aufkommen lassen, und wenn dann Anfang kommenden Monats "die vom Schnee" wieder nach Hause getragen wird, dann ist es nicht mehr lange hin, und man holt "die von der Kiefer". - Die Virgen de Las Nieves wird alle fünf Jahre zu ihren Schutzbefohlenen gebracht, die Virgen del Pino alle drei Jahre, und alle fünfzehn Jahre kommen beide Jungfrauen. - Das könnte man jetzt einfach so stehen lassen, Wortspiele mit klerikaler Naivität und Missverständnissen, immer noch besser als Griechen- oder Schäuble-Witze. - Bei der Geschichte um die Niederkünfte, also die Bajadas der Schutzpatroninnen, da kommt ja auch immer wieder die Frage auf, warum wird das nur alle paar Jahre gemacht und die Antwort hierzu ist einfach, man hat daraus solche großen Feste gemacht, dass man das nicht jedes Jahr stemmen könnte. - Sowohl Santa Cruz, als auch El Paso haben sich meist derbe verschuldet sogar, um diese großen Feste austragen zu können und auch dieses Jahr wird da wieder deutlich mehr Geld ausgegeben, als das, was Sponsoren da hintragen könnten, aber das Volk will feiern, das Volk bezahlt dann auch und wer das Volk ist, das bestimmen die Volksvertreter. - Unterschiede zwischen den beiden Bajadas? - Enorm viele! - Eigentlich, aber man trifft sich bei einer Unreihe an Rahmenveranstaltungen, Auto-Tuning, Domino-Tournier, Schaumfest, Trommel dich frei und alles Mögliche mehr, und alles im Namen der Jungfrau, und selbst viele Nichttraditionalisten fragen ab und zu höflich nach, waren das nicht ursprünglich mal ein religiöse Feste, auf dem man die Schutzpatronin für ein paar Wochen in den Ort holt, um ihr für die andauernde Überwachung zu danken? - Die Bajada de la Virgen de Las Nieves ist die deutlich bekanntere Niederkunft, zumindest außerhalb der Insel, und irgendwie auch auf einem, nicht wirklich festgeschriebenen klerikalen Hierarchieatlas, steht die Virgen de Las Nieves ein bisschen über der aus El Paso. - In Santa Cruz feiert man deren Bajada fein, künstlerisch, fromm, pompös und leuchtend, in El Paso laut, phantasievoll, fröhlich, bäuerlich und ausgelassen. - In Santa Cruz stapeln sich die Spektakel, in El Paso konzentriert sich die Angelegenheit auf den Tag der "Romería", also den Tag, an dem man die Jungfrau von der Wallfahrtskirche mit in den Ort nimmt. - Da geht wirklich was ab, das müssen Sie gesehen haben, Sie glauben sonst meiner Beschreibung eh nicht. Viele Tausend Menschen tanzen, feiern, essen und trinken viele Kilometer und stundenlang, bis die Virgen del Pino endlich in den Ort gelangt. - Dabei begleiten Hunderte von Karossen den Zug und wenn die ersten Pilger den Ort erreichen, dann ziehen die Letzten oben an der Kirche los und erst in den Grauen des Morgens verstummen die Viva la Virgen und Viva El Paso-Rufe. - Die Romería findet am 15.8. in El Paso statt, entweder man macht mit, oder umfährt den Ort sonst weiträumig, am besten über San Borondón .

Weiter Dinge, welche aus dem Sommerloch gucken: - Die Angestellten der "BRIF" (Brigadas de Refuerzo de Incendios Forestales Link geht zur gewerkschaftsähnlichen Interessenvertretung) streiken, und dabei sind doch die beiden Hubschrauber erst vor ein paar Tagen auf die Insel gekommen und wir dachten, jetzt kann uns in Sachen Feuer nichts mehr passieren. - Die Feuerwehrleute der "BRIF" streiken aber nicht erst jetzt, sondern auch in den vergangenen beiden Jahren gab es dieses Ausstand bereits, man fordert vom Landwirtschaftsministerium endlich die berufliche Anerkennung als Feuerwehrleute und damit eine deutlich bessere Bezahlung und auch berufliche Absicherung. - Problematisch dabei ist auch, dass die Angestellten der "BRIF" immer mit der "Tragsa" als Arbeitgeber zu tun haben, einer Servicefirma, welche zwar dem Landwirtschaftsministerium gehört, und damit auch untersteht, aber andere Arbeitsbedingungen und Verträge ausgibt. - So heißt es in einem Kommuniqué: "Überall preist uns das Landwirtschaftsministerium als Super-Waldbrand-Spezialisten und Feuerwehrleute an, aber die "Tragsa" bezahlt uns wie Hilfsarbeiter." - Aber man macht auch klar, sollten Einsätze notwendig werden, dann würde man diese auch machen.

Unsere neue Tourismusrätin Alicia Vanoostende hat nun auch ihre erste Presseerklärung losgelassen und darin erklärt, dass man umgehend erneut zum Low-Cost-Carrier "Norwegian" Kontakt aufnehmen will. - Man versucht, die bereits gestiegenen Flugverbindungen mit Mitteleuropa auszubauen und hofft dabei eben auch auf die Hilfe dieser Fluggesellschaft. - Allerdings hat uns die Norwegian Air Shuttle ASA bereits im vergangenen Winter bedient, und das hat nicht wirklich gefruchtet. - Warum das nicht funktioniert hat, das war aber vorauszusehen und auch fast allen Beteiligten klar, denn die Norwegian flog die Strecke London-La Palma, aber diese wird im Winter bereits mit zwei Flügen bedient. - So weit sind wir dann doch noch nicht, dass wir drei Flieger aus London brauchen in einer Woche, man sollte also über andere Städte reden und mir fallen da die alten Geschichten ein, als es noch mehrere Flieger wöchentlich aus der Schweiz gab und uns auch die Österreicher mit eigenen Mitteln erreichen konnten und nicht immer über Deutschland fliegen mussten. - Es gibt also noch so viel andere Städte, aus denen man nach La Palma will, und bis wir dreimal in der Woche aus einer Stadt fliegen müssen, weil so viel Nachfrage ist, haben wir noch reichlich Hausaufgaben zu erledigen.

Und dann noch allerletzte News, obwohl wir das vor gut einem halben Jahr bereits frech vorausgenommen haben. - Auf unserem höchsten Berg, dem Roque de Los Muchachos, wo sich bereits die astrophysikalischen Einrichtungen des IAC (Instituto Astrofísico de Canarias) befinden, werden in den kommenden Jahren auch noch an die 20 Teleskope errichtet, welche Gamma-Strahlen untersuchen. - Es gibt bereits zwei dieser, "Cherekov-Teleskope" hier auf der Insel, MAGIC I + II und auch das hat dazu geführt, dass sich das Cherenkov Telescope Array (CTA) Resource Board dazu entschlossen hat, La Palma als nördlichen Standort für die Aufstellung der Cherenkov-Teleskope zu bestimmen, anstatt für San Pedro Martir in Mexico. - Mit dem Bau eines des größten Teleskopes dieser Art, mit einem Primärspiegel von 23 Metern Durchmesser soll bereits im kommenden Jahr begonnen werden. - La Palma bleibt also mit dieser wunderbaren Nachricht über die Aufstellung dieser modernen Anlagen weiter auf der nördlichen Hemisphäre Spitze in der astrophysikalischen Beobachtung. - Das ist ganz enorm wichtig für die Insel, und hält eben auch für unsere Volkswirtschaft neben Landwirtschaft und Tourismus den Fuß in der Tür in Sachen Spitzentechnologie. HIER gibt es die letzten Nachrichten vom CTA Board auf Englisch und unser Astrobeauftragter Kai Stockrahm weiht uns HIER rudimentär (also so, dass das auch der Rudi versteht und der Rudi bin auch ich) in die Funktion von Cherenkov-Teleskopen auf Deutsch ein.




Die beiden Cherenkov-Teleskope MAGIC I+II auf La Palma





Donnerstag 16.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 11 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Acuérdate suegra, de que fuiste nuera

Erinnere dich Schwiegermutter, dass du Schwiegertochter warst. - Der Spruch haut rein. - Nicht nur wörtlich auf Schwiegermütter projiziert, wir sollten öfter mal alle Halt machen in unseren Vorurteilen, denn fast immer standen wir auch mal in der Situation unserer Gegenüber.






Bild von Richard Wurdel





Mittwoch 15.07.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 31,2 Grad - niedrigste Temperatur 23,0 Grad

Ab mit der Kuh aufs Eis
Läuft bei uns

Was macht man anderswo mit einem Verantwortlichen für Tourismus, wenn es Zuwachszahlen von über 70% gibt? - Anderswo würde man wohl ein Denkmal bauen, den Lohn erhöhen, oder den Verantwortlichen für Statistiken entlassen. - Bei uns schickt man einen solchen Mann in die Opposition, wir gönnen uns ja sonst nichts. - Ich habe da natürlich sofort nachgerechnet, Jahrzehnte wunderbarster und wundersamster Pressemeldungen haben Spuren hinterlassen, aber es stimmt, im Juni 2014 noch kamen 4.284 internationale Besucher über den Flughafen auf unsere unschuldige Insel, im Juni 2015 waren es 7.305 Passagiere und das sind über 70% mehr. - Also kein Schreib- oder Meinungsfehler a la DDR-Hurra-Meldung, den Aufschwung im internationalen Tourismus haben wir täglich und überall bemerkt, bloß eben nicht in solche Zahlen gefasst, welche in der Tat außergewöhnlich erscheinen. - Allerdings sollten wir auch kurz die Zahlen analysieren, besonders eben die Zahl mit den 4.284 Passagieren, welche im Juni 2014 zu uns kamen und wenn wir mal davon ausgehen, dass die mittlere Aufenthaltsdauer 10 Nächte beträgt, dann waren nicht mal 1.500 Gäste bei uns permanent anwesend, im Juni 2014. - Das sind Zahlen, da könnte man die Insel gleich schließen, dafür brauchen wir keinen touristischen Apparat, auch keine entsprechenden Infrastrukturen und schon gar keinen politischen Verantwortlichen. - Oder doch, zum Beschimpfen, zum Entlassen, bloß um irgendjemanden zu haben, der Schuld daran trägt. - Wir müssen vorsichtig sein, oder mindestens aufmerksam, denn wir würden auch einen Zuwachs von 100 Prozent feiern, wenn jetzt zwei, anstatt des einen kommen, der gestern noch da war, denn auch 7.305 internationale Gäste im Monat sind lediglich 2.435 belegte Gästebetten von, je nach Zähl- oder Publikationsmethode, 10.000 bis 15.000 Gästebetten. - Nein, ich vergesse den nationale Tourismus nicht, allerdings konnte man den in den letzten Jahren eigentlich total vergessen, aber in diesem Jahr sind wieder nationale Gäste gekommen, wobei es extrem schwer ist bei den Zahlen zu ermitteln, wer denn tatsächliche Inselgast ist, oder zurückkehrender Einwohner, oder Pendler, oder Geschäftsmann oder Politiker auf dem Weg, eine Telefonzelle in Tijarafe einzuweihen. - So nehme ich mal die Zahl von 4.568 nationalen Gästen, eine Zahl, welche uns das CIT-Tedote schenkt, ohne zu erwähnen, wie man diese Zahl ermittelt hat, aber ich kenne die Statistiken, wie lange die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von nationalen Gästen in Spanien ist, und die liegt bei ein bisschen mehr als drei Nächten. - Das wären dann also etwa 1.550 Gäste, plus die 2.435 internationalen Gäste, das ergibt knappe 4.000 Gäste, dann bleiben immer noch, je nach Glaubensbekenntnis, 9.000 bis 6.000 Gästebetten leer.

Es bleibt also doch noch Platz nach oben und die künftige Rätin für Tourismus im Cabildo Insular wird sich besser an realen Zahlen messen, als an Prozentspielchen, denn im kommenden Juni 2016 verspreche ich Ihnen schon mal, dass wir keinen weiteren Anstieg von über 70 Prozent haben werden. - Das alles soll überhaupt nicht die Arbeit des in die Opposition geschickten Rat für Tourismus Raúl Camacho schmälern, im Gegenteil, der hat hervorragende Arbeit geleistet und auch wenn ich nicht weiß, wie viel von den 70% wir alleine ihm zu verdanken haben, der Mann ist und bleibt auf der Insel und man wird sich an ihm messen müssen. - Der Schlüssel des Zuwachses liegt ganz einfach an der Erreichbarkeit der Insel, aus Deutschland gibt es diesen Sommer fünf plus ein (Germania) Charter anstatt deren drei plus einen im vergangenen Jahr, also ist der Zuwachs an internationalen Gästen alleine dadurch zu erklären, dass es mehr Möglichkeiten gibt, auf diese Insel zu gelangen. - Wenn das so einfach ist, dann wissen wir doch, was zu machen ist und wo es zwickt. - Richtig, aber Condor, Air Berlin und Germania, und wer noch alles Leute in die Luft bekommt, die fliegen nur auf unsere Insel, wenn es genügend Reiseveranstalter gibt, welche einen erheblichen Anteil an Plätzen in den Flugzeugen bereits lange vor Saisonstart bucht, und der Individualtourismus belegt dann, wenn alles klappt, den Rest der Maschinen. - Aber dafür muss die Insel sich eben auch weiterhin attraktiv für Reiseveranstalter geben, an der Marktwirtschaft vorbeimogeln, das wird auch uns nicht gelingen, auch wenn wir das schon ganz viele Jahrzehnte versucht haben. - Wo sonst auf der Welt entlässt man den erfolgreichsten Tourismusrat aller Zeiten, einfach so? - Klingt so ein bisschen nach Bayern München, die ohne mit dem Hoeneß zu zucken auf den Jupp verzichtet haben. - Mia san hoid mia, und das zu einhundert Prozent, und wer zu erfolgreich ist, der gehört in die Opposition!




Woher wissen wir, dass das auf La Palma ist, und nicht auf Ibiza?





Mittwoch 15.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 9 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A chica cama, échate an medio

Ein kleines Bett, lege dich genau in die Mitte! - Aufforderung, die zur Verfügung stehenden Mittel komplett auszunutzen, nicht meckern, nicht jammern, sondern einfach machen, eben genau mit dem, was einem zur Verfügung steht.






Bild von Richard Wurdel





Dienstag 14.07.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 28,4 Grad - niedrigste Temperatur 24,0 Grad

La Palma, Hikers Island, nicht Shutter Island
Da sind wir doch froh!

Mir ist das mit der Wanderinsel sogar mit falschem Genetiv-s recht, also Hiker´s Island, bringt das aber doch denn Mitteleuropäischen Besucher dennoch weiter, wenn er sich einen Platz an der Wandersonne im August reservieren will. - Dass La Palma die Wanderinsel überhaupt ist, das kann ich Ihnen nun sicher nicht als exklusive Neuigkeit verkaufen, das wissen die allermeisten doch auch schon längst. - Im August veranstaltet allerdings die Inselregierung ihre bereits legendären Wandertage, am 21. 22. und 23. August, und hier nennt man das ein bisschen spektakulärer, nämlich das "Festival de Senderismo y Montaña". - Klingt doch gleich viel bunter, nicht mehr so nach Schulausflug und gewellten, schwitzenden Butterbrote mit Schmelzkäse. - Warum nun muss denn die Inselregierung solche Wandertage machen, das kann man doch sonst auch immer machen, jeden Tag und darüber hinaus bieten sich doch alle möglichen privaten Firmen an, geführte Touren zu unternehmen. - Wieder alles richtig, man muss nicht organisiert von der Inselregierung an den drei Tagen wandern und den Rest der Ferien am Strand liegen, aber es hat sich über die Jahre gezeigt und ergeben, es ist immerhin die siebte Ausgabe des "Festivals", dass diese Touren, allesamt von Profis geführt, doch einen ganz besonderen Charme besitzen. - Und nicht nur das, es gibt auch noch ausgefallene Touren, welche man im normalen Programm weniger findet, und diese Gelegenheiten wollen eben immer viele Leute beim Wanderschuh packen. - Da gibt es die Rum-Tour, welche von Puntallana hinab nach San Andrés und Puerto Espíndola geht, und dann in die Rumdestillerie "Aldea", einzige Rum-Herstellung auf der Insel La Palma, welche aber mit hervorragenden Reservas aufwarten kann, die zum Teil älter sind, als ein Menschenleben. - Wem das nicht reicht, der kann noch eine gemischte Wander-Bootstour unternehmen, welche ein bisschen dramaturgisch angereichert wird mit dem Titel, die Sixtinische Kapelle des Atlantik, und man meint damit die "Cueva Bonita", diese wunderschöne Höhle in der Gemeinde Tijarafe, die nur vom Wasser aus zu erreichen ist. - Aber auch die "normalen" Touren werden angeboten, Vulkantour, Marcos y Corderos, und einiges auch in Verbindung mit astronomischen Beobachtungen, da ist also wirklich reichlich dabei und immer wieder wird von vielen Teilnehmern über die Jahre betont, da gibt man sich wirklich mühe und das ist eine runde Angelegenheit. - In den Preisen ist jeweils die An- und Abfahrt dabei, von und bis zur Plaza de España in der Hauptstadt, wo es auch nach und zwischendurch von den Wanderungen noch Konzerte und Verkaufsveranstaltungen gibt, und abends auch noch Wein- und Käseproben. - Bei der Buchung der Wanderungen haben wir festgestellt, dass nicht alle in der englischen Übersetzung auf der Seite zu buchen sind, da geht man dann halt auf die spanische Version, und macht das von dort aus. - Ist doch noch so lange hin, könnten Sie mir entgegenhalten, warum schreibe ich jetzt bereits darüber? - Der Erfahrung lehrt uns halt, dass viele dieser Touren bereits lange vor dem Termin ausgebucht sind, und wer zuerst zugreift, der kann an diesen Tagen dann auch mitlaufen. HIER geht es zu der Webseite, und fast alle Wanderungen sind auch auf Englisch beschrieben, es sollte also jeder klar kommen.

Was noch anliegt ist der Hinweis auf eine neue/alte Fernsehsendung über die Insel La Palma, welche gestern Abend in 3sat ausgestrahlt wurde. - Mir kam das gleich bekannt vor, und in der Tat, war das doch gestern Abend ein auf 45 Minuten gekürzter Beitrag, welcher ursprünglich mal im WDR unter der Rubrik "Wunderschön" gelaufen ist. - Die kommenden fünf Tage lang kann man sich auch im Netz diesen Beitrag noch ansehen, HIER der Link dazu. - Anderthalb Stunden war ursprünglich Beitrag der im Januar gesendet wurde, und Andrea Grießmann hat damals hervorragend über die Insel geführt. - Jetzt also eine kompaktere Version, ohne die meisten Interviews, was den Beitrag ein bisschen weniger Deutsch macht, und eben die Rahmengeschichte aus "Wunderschön" weglässt. - Was in beiden Versionen bleibt, sind spektakuläre Bilder über und von der Insel La Palma, welche selten in der Qualität und Intensität gezeigt wurden. - Vielleicht damals noch, als Sven Jaax die Insel besuchte, und einen Beitrag für den NDR machte. - Auf jeden Fall, beide Beiträge sind Hochlichter der Berichterstattung über die Insel La Palma, und beide absolut sehenswert.






Dienstag 14.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Acertar errando, sucede de vez en cuando

Durch Irrtum richtig liegen, manchmal funktioniert es. - Sogar der Duden kennt bereits den Ausdruck "Trial- and-Error-Methode" und so erklärt man Deutschen ein spanisches Sprichwort anhand von Anglizismen. - Soll noch mal einer sagen, Multikulti würde nicht funktionieren, zumindest de vez en cuando…






Bild von Richard Wurdel





Montag 13.07.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 28,6 Grad - niedrigste Temperatur 20,6 Grad

In Ermangelung eines Drachenflugtages
Können Katzen wenigstens fliegen?

Da war doch was, meist Anfang Juli. - Stimmt, früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es jeden Sommer einen Drachenflugtag und damit begann die große Leidenszeit des Alleingelassenen. - Muss ich Ihnen denn nun wirklich erklären, was ein Drachenflugtag ist? - Neue Leser, oder dann doch bereits beginnendes Siechtum? - Drachenflugtag, da verreisen die Frauen der Familie, eine Mutter mit zwei Töchtern und lassen mich alleine hier mit vielen Katzen, einem Büro und einer Waschmaschine, deren Bedienung ich bis heute nicht kapiert habe und zur Belohnung bekomme ich eine Dose Ravioli, die ich dann kalt aus der Dose beim abendlichen Fernsehen esse, ohne dass mich dafür jemand rügt. - Nun sind die Töchter ja aber bereits aus dem Haus, in der Ferne, zwar nicht in der Fremde, denn Gran Canaria ist einfach nicht fremd, aber dennoch fern. - Besuchszeiten werden nun zugeteilt, noch greifen Weihnachten, Ostern und die Sommerferien, aber das sind eben für Studenten auch kürzere Zeiträume als noch für Schüler, und so wird das knapp werden mit einem, wenigstens halbwegs brauchbaren Drachenflugtag. - Die ältere Tochter kommt eh nicht mit, die hat etwas Anderes zu tun, bleibt die Jüngere, welche allerdings die Größere ist, aber da gibt es auch keine ganz genauen Planungen, wie viel Zeit denn überhaupt bleibt. - Dabei war dort die Zeit des Planens das Allerschönste überhaupt, wochenlang kam ich nicht an den Computer, wusste dennoch Dank Google immer gleich Bescheid, für welche Ecke dieser Welt man sich denn interessiert hat, und ein paar Wochen Beobachtung haben es mir dann ermöglicht, das Reiseziel des Drachenflugtages auch ohne Fragen auszumachen. - Meist waren das ja Rundreisen, immer in den Norden, Schweden, Irland, Deutschland, Dänemark oder Niederlande und immer hatten die Damen wunderbares Glück mit dem Wetter und immer konnten die aus Wochen Monate lang erzählen und zehren. - Das sieht dieses Jahr anders aus, auch die größere Tochter, also die Jüngere, ist nun fort um sich Bildungslorbeeren zu holen, irgendwas muss man ja tun, gegen 50% Jugendarbeitslosigkeit, aber unter uns, die genießt das auch mit dem Studieren und erwachsen werden, und andere Dinge sehen und tun, als die auf dieser kleinen, und so limitierten Insel erreichbar sind. - Aber der heilige Drachenflugtag, man kann doch nicht einfach sämtliche familiären Traditionen so einfach verwerfen, aus dem Hause, aus dem Flug? - Man setzt auf Spontanität, gerade meine Frau brennt darauf, wieder zusammen mit der Brut, sei es auch nur ein Teil, noch mal Europa zu besuchen, die Angst vor dem letzten gemeinsamen Urlaub mit den Kindern beginnt ja meist bereits beim Ersten, und da meine Frau und ich aus Gründen der Firma nicht gemeinsam weg können, wird das in diesem Jahr wohl wirklich ein Überraschungsflugtag mit Drachenspuren.

So lange die Dose Ravioli noch nicht gekauft ist, so lange muss ich mir auch keine wirklichen Sorgen machen, und eigentlich brauche ich mich sowieso nicht mehr zu fürchten, denn die ältere Tochter, also die Kleinere, die bleibt ja den Restsommer über mit mir hier, und die kann Waschmaschinen ohne Hinsehen bedienen und kennt auch den Trick mit dem Einkaufen, also die Logistik, dass man gegen einen sich leerenden Kühlschrank auch etwas unternehmen kann. - Ich bin also versorgt, so oder so, komme nun doch noch ein Flugtag oder nicht, muss nur sehen, dass dennoch die Raviolitradition nicht ausgedünnt wird, bloß weil wir nun plötzlich einen Sommer lang die ganz Spontanen sind. - Noch kann ich Google nicht den geringsten Hinweis entlocken, für welche Provenienzen man sich denn überhaupt interessiert, eine Woche Camping in der Fuldaschleife, oder auf dem Donaudampfschiff von Passau nach Wien…(Das ist mir neulich mal eingefallen, weil ich auch irgendwann in Gesellschaft mal wieder der Jüngste sein wollte) - Fast könnte der Eindruck entstehen, ich würde das den Beiden nicht gönnen, aber dem ist nicht so, ganz bestimmt nicht, da haben wir an die zwanzig Jahren hart und mit allem Einsatz an Familientraditionen gebastelt, und das will man doch nicht einfach so wieder hergeben. - Ich habe keinen blassen Schimmer, ob, wann und noch weniger wohin denn der mögliche Drachenspätflugtag dieses Jahr führen könnte, es bleibt also spannend.

Spannend waren auch die letzten Tage in Sachen Katzenpopulation, denn fast wären es wieder acht geworden, um die wir uns kümmern. - Meine ältere Tochter, also die Kürzere, die kommt in Sachen Katzen sehr nach mir, und hat schon wieder einen Flüchtling in Gran Canaria aufgenommen und fast wäre Lola, so heißt das Tier, auch bei uns gelandet, wie schon Lufy zuvor. - Zwei Tage vor der Übersiedlung allerdings verliebte sich ein Kommilitone meiner kleineren Tochter allerdings in Lola, oder auch anders herum, und Lola bleibt nun auf Gran Canaria und ihr und uns bleiben diese drei grausamen Monate erspart, die man, Mann und Katze durchmachen müssen, wenn man sieben dominanten, ausgewachsenen Soziopathen mit Fell und Miau einen neuen Konkurrenten vor die Nase setzt. - Mein Vergleich dazu steht immer noch, stellen Sie sich mal vor, da bringt Ihre Frau plötzlich einen zwanzigjährigen Italiener mit und turtelt nur noch mit dem auf der Terrasse herum, und selbst kann man sich mit den Anderen um Restzuneigung balgen. - Diese Gefahr ist also gebannt, meine nicht so hoch gewachsene Tochter kommt alleine, zumindest ohne Katze. - Dabei sind es hier eh schon wieder acht Katzen, wobei Jutter, so heißt der Unfall, nicht wirklich als unsere Katze aufgenommen wurde. - Der gestreifte Graue wohnt irgendwo in der Nachbarschaft, klaut aber gerne bei uns Futter und legt sich dabei mit allen anderen Katzen an, die sich aber auch nur wehren, wenn sie gerade Hunger haben, oder nicht sehr bequem liegen. - Tür zu, verscheuchen, mit dem Fuß aufstampfen und sich ärgern, hilft alles nichts, Jutter klaut sich immer mal wieder Brocken und zeigt beim Sprint von hinten frech seine dicken Beweise, nicht kastriert zu sein. - Die waren nicht immer so dick, die haben wir erst angefüttert… Nein, der ist noch jung, gehört aber zu jemandem, und am Anfang haben wir die Doppelbelastung am hinteren Ende gar nicht sehen können, deshalb hatten wir ihn ja auch Jutta genannt. - Wenn einem dann noch aus reiner Frechheit Klöten wachsen, dann wird eben aus der Jutta ein Jutter. - Kein Foto von ihm wird gemacht, das wäre nämlich bereits das halbe Aufnahmeritual, denn wir bleiben bei sieben Katzen, Acht gab es nur einmal!

Und noch der Hinweis, ab heute gibt es die Eintrittskarten für die Zwergentänze am 18. Juli zu kaufen. - Entweder in der Hauptstadt, Laden in der Fußgängerzone mit der Menschenschlange davor, oder im Netz…




Penny zur Blauen Stunde





Montag 13.07.2015 12:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1018 hPa






Keine Angst, es brennt nicht, die üben doch nur...





Montag 13.07.2015 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Aceituna: Una es de oro, dos, son de plata, y la tercera mata

Oliven. Eine ist aus Gold, zwei aus Silber, und die dritte tötet. - Es geht halt wieder darum, dass die Menge das Gift macht, allerdings lese ich das als Olivenstarkverzehrer nicht so gerne. - Ich halte mich da lieber an einen anderen Spruch der da lautet: Siete aceitunas al día para darnos energía. - Sieben Oliven am Tag, um uns Energie zu geben, oder für ehemalige Bewohner des letzten Jahrtausends, Oliven sind gut gegen Maroditis!






Bild von Richard Wurdel





Sonntag 12.07.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 27,8 Grad - niedrigste Temperatur 22,3 Grad

Sonntags meistens
An großen Tagen ganz klein machen

Wunderbare Abkühlung gab es gestern Abend noch. - Spät, aber nicht zu spät, schnell die Fenster und die Türen auf, damit die stickige Hitze der letzten Tage herausgeblasen wird. - Jetzt herrschen wieder Idealtemperaturen, wunderbares Sommerwetter, aber eben mit der herrlichen frischen Luft, so wie wir das hier lieben. - Könnte allerdings morgen bereits wieder vorbei sein, die nächste Hitzewelle steht an, aber nichts wirklich Schlimmes, und für den weiteren Verlauf des Monats prognostiziert man auch eher moderate Temperaturen. - In der Hauptstadt feiert man heute den großen Umzug der Virgen de Las Nieves, der große Tag überhaupt. - Ganz viele Besucher sind da, aber wie viele es wirklich sind, das bleibt immer offen. - Wirft man einen Blick auf den Flugverkehr, so ist heute wohl der Tag mit den meisten Flügen überhaupt, 35 nach Tenerife und 12 nach Gran Canaria, an einem "normalen" Sonntag sind das 12 auf die große Nachbarinsel und deren 2 nach Gran Canaria. - Man fragt sich dabei auch, wo hat die Binter denn die großen Kapazitäten her, so viele Sonderflüge einfach einsetzen zu können.

Indianos oder Enanos, also Karneval oder der Zwergentanz, was lockt mehr Leute an in die Hauptstadt zu kommen, und auch diese Frage wird man so einfach nicht beatworten können. - Die Indianos, also der Weiße Karneval, der lockt wahrscheinlich mehr Menschen an einem Tag an, da bevölkern wirkliche Massen die Stadt, aber die Bajade de la Virgen de Las Nieves, die dauert mehrere Wochen an und lockt auf diese Art und Weise sicherlich viel mehr Besucher an, als das Tagesereignis mit den bepuderten Indianern. Wir waren gestern Abend noch auf einen Spaziergang in Los Cancajos, und haben den Ort aufmerksam beobachtet, so voll haben wir das dort noch nie gesehen und klar auffallend, fast nur nationales Publikum. - Kaum ein Hotel- oder Apartmentbalkon deutete auf Leerstand hin, wenn jetzt keine Besucher zu finden sind, dann kann man die Geschichte wohl besser gleich vergessen. - Aber es sind halt nur ein paar Tage, heute ist bereits wieder große Abreise, und sicher geht das vielen Hoteliers und Ferienhausvermietern so, zumindest auf der Ostseite, diese Tage könnte man dreifach vermieten, aber kommende Woche geht bereits das magere Sommergeschäft wieder los. - Hier auf der Westseite bekommen wir nicht wirklich so viel von dem enormen Andrang mit, die meisten Besucher, welche eben zur "Bajada" kommen, die beschränken ihren Besuch auf der Insel auf die Ostseite. - Wir bereiten uns ja langsam, aber unaufschiebbar auf unsere eigene Bajada vor, denn die Virgen del Pino wird auch dieses Jahr wieder aus ihrer Wallfahrtskirche in den Ort kommen und deren Ort eben ist El Paso. - Auch bei uns gibt es jede Menge Rahmenprogramm, ich lassen die Frage, was ein Domino-Turnier oder ein Schaumfest mit der Niederkunft einer Schutzpatronin zu tun hat mal einfach außen vor, aber in El Paso konzentriert sich die Angelegenheit dann schon robuster, der große Tag bei uns ist der 15. August, dann findet die "Romería" statt, also die Wallfahrt, bei der die Statue der Jungfrau unter extrem großer Anteilnahme der Leute vom Llano de las Cuevas in den Ort getragen wird. - Dazu beizeiten aber noch mehr, noch ist die Virgen de Las Nieves die Protagonistin aller Heiligkeiten, also bitte kein Gedränge in Sachen Jungfrauen.

Aber mit der Wallfahrtskirche Virgen del Pino kann ich gut überleiten noch in Sachen Inselsouvenir. - Viele Monate hin haben doch die bemerkenswerten Nachtaufnahmen von Kai Stockrahm unsere vormittäglichen "Fulanito-Sprüche" begleitet und da gab es auch diverse Versionen der Wallfahrtskirche und der über 800 Jahre alten Kiefer in nächtlichen Stimmungen. - Kai Stockrahm hat nun 12 seiner spektakulärsten Bilder in einen La Palma Kalender geschnürt und den kann man hier in El Paso erwerben. - Die meisten der Bilder kennen aufmerksame Beobachter bereits aus dieser Seite, allerdings bekommt man in dem Kalender die Aufnahmen in höchster Druckqualität und Hochglanz serviert, und eben auch noch mit dem Kalender, das kann man sich dann Zuhause doch nicht so einfach basteln. - Zu erstehen gibt es den Kalender bei Sorpresa in El Paso, schräg gegenüber dem Parkplatz des großen Supermarktes und so groß ist der Ort nun auch wieder nicht, dass man das nicht finden könnte. - Ein gelungene Idee wie wir finden!









Sonntag 12.07.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 21 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Rode Marie Dähncke

Apropos Injektionen


Ja, und dann war ich selbst einmal dran. Sechs Injektionen, täglich eine. Der Arzt verschrieb sie mir. Als Alterfahrene wusste ich schon, wie das nun weiterging. In der Apotheke bekam ich die Ampullen auf Rezept, aber die Einwegspritzen musste ich dazukaufen, auch ein Päckchen Watte und ein Fläschchen Sterilisationsmittel. Alles klar.

Wie es Sitte ist, sucht man sich dann jemand unter der Hand, der einem die Injektionen geben kann. Zuständige sogenannte Praktikanten sind rar, das wissen wir ja schon. Ich fragte im Dorf herum und traf gleich auf jemand, der Bescheid wusste. Was aber kein Wunder ist, da hier alle Bescheid wissen, da in jeder Familie immer wieder Injektionen fällig sind. Jetzt, jetzt gehöre ich auch zu den Wissenden und kann ohne weiteres andere beraten.

Man erklärte es mir genau: unterhalb unseres Dorfes, wo eine Piste am Hang entlang führt, stehen sieben oder acht ganz gleiche kleine Häuser, in einem davon wohnt die Krankenschwester Maria Carmen. Die macht das sehr gut.

Die Piste fand ich sehr schnell, und ich wollte am besten gleich im ersten Haus fragen, wo ich Maria Carmen finde. Bin ja clever. Eine Klingel gab es nicht, und auf mein Klopfen an der Haustür rührte sich nichts. Vielleicht war jemand hinter dem Haus? Mit kleinen Hallo-Rufen und "ist jemand da?" (man möchte ja keinen Hund erschrecken) erreichte ich dann einen wunderbar kühlen, schattigen Hofplatz, der mit Pflanzen aller Art völlig zugestopft war. Das kletterte, und rankte, wucherte in Grün und blühte in allen Farben. Und duftete. Welch schönes Plätzchen, und dort traf ich dann auch eine junge Frau. Unser Gespräch war kurz:

"Entschuldigen Sie, können Sie mir sagen, wo ich die Krankenschwester Maria Carmen finde?"

"Was möchten Sie denn?"

"Injektionen".

"Na, dann kommen Sie man rein".

Was denn! Das war ja ganz toll! So auf Anhieb funktionierte das heute, das gibt es ganz selten und ist ein Ereignis, das einem hilft, in üblen Fällen Geduld, Nerven und Hoffnung zu behalten.

Sie führte mich in den kleinen Salon, wo ich schon wieder vor einer Überraschung stand: er war ausgefüllt mit einem riesigen ovalen Hochglanztisch für 12 Personen. Aber für Stühle war da kein Platz mehr, der Salon war voll. Die waren auch nicht nötig, denn an dem Tisch wurde nicht gegessen, sondern er war Abstellplatz für Mengen von kleinen und großen Blumentöpfen mit Zimmerpflanzen aller Art und ihre Ableger. War eben eine Blumenfreundin. Ich bedauerte den Hochglanz der Tischplatte, konnte ihm aber nicht helfen. Gegen Leidenschaft ist kein Kraut gewachsen, da kann auch schon mal ein kostbarer Tisch bei draufgehen.

Auf dem vorderen ovalen Ende machte die Blumenbesitzerin eine Handbreit Platz für meine Injektionszutaten, und ich machte pomäßig gesehen rechts etwas Platz für die Injektion. Da man nicht weiß, welche Spritzmethode hier angewandt wird, hielt ich mich leicht an der Tischkante fest, was aber gar nicht nötig gewesen war, denn es hat überhaupt nicht weh getan. Ich hatte nur die leichte Kühlung der Sterilisation gespürt, und als ich auf den Einstich wartete, war schon längst alles vorbei. Na toll machte sie das. Ist doch gut, wenn man an einen Fachmann gerät. An der Wand hing ein klitzekleiner gläserner Zierschrank mit ihren Nippes, diesen kostbaren Schmuckstücken, an denen der Wohlstand des Hauses gemessen werden kann, und dazu legte sie meine Injektionszutaten (sie fühlten sich bestimmt sehr geehrt).

Ich durfte jeden Tag zur selben Zeit kommen, das passte ihr sehr gut. Am fünften Tag frage ich, was ich ihr schuldig sei, und sie sagte "gar nichts". Mich wunderte es fast nicht, waren doch alle Einheimischen sehr hilfsbereit und entgegenkommend und kassierten nicht für nachbarliche Hilfe. Natürlich zeigte auch ich mich inselmäßig gesittet, war ja schon lange genug hier, und suchte als Dank unter meinen Orchideen einen wunderschönen Topf aus mit einer gerade sich öffnenden leuchtenden Blüte, und damit hatte ich ins Schwarze getroffen. Sie war hingerissen und fand fast keine Worte für das wertvolle Geschenk. Andere Pflanzen wurden beiseite geschoben, um dieser Königin ihrer Sammlung nun den besten Platz zu geben. Sie konnte sich kaum von dem einzigartigen Anblick trennen.

Vor dem Gehen gedachte ich, ein paar Worte mit ihr zu wechseln. Ich bedankte mich für die erstklassige Behandlung und fragte sie nach ihrer Arbeit als Krankenschwester. Was sollte man einen fremden Menschen schon fragen, von dem man nichts weiß, und sie sagte: "da muss ich Sie berichtigen, Maria Carmen, die Krankenschwester, wohnt dahinten im vorletzten Haus, ich bin Angeles, Hausfrau".




Ungefähr da, wo das Riemchen sich kringelt, muss man reinpieksen





Samstag 11.07.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 26 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 31,2 Grad - niedrigste Temperatur 26,1 Grad

Natürlich geht alles weiter,
aber nicht, als wäre nichts geschehen

Als die gute Meldung vorab, die beiden Sokol-Hubschrauber, welche das Innenministerium jeden Sommer chartert, um in Puntagorda während der gefährlichsten Zeit gegen Waldbrände stationiert zu sein, sind heute Nachmittag endlich bei uns auf der Insel angekommen. - Wir haben ja sehnsüchtig darauf gewartet, und heiß genug ist es ja immer noch.

Der Tod der Sechsundzwanzigjährigen in unserer Hauptstadt Santa Cruz war also tatsächlich ein Verbrechen im Rahmen einer frustrierten Beziehung, viel mehr müssen wir dazu auch nicht wissen, die Hierarchie der Trauer soll auch in diesem Fall die nahen Verwandten und Freunde schützen. - Die Feierlichkeiten rund um die Niederkunft der Virgen de Las Nieves gehen heute weiter, das für gestern angesagte Spektakel "Carro Alegórico y Triunfal" ist auf heute verlegt worden und es bleibt abzuwarten, ob man denn dieses, eigentlich fröhliche Fest, trotz oder eben genau wegen dieser traurigen Umstände weiter zelebrieren wird. - Ich traue den Leuten dort genügend Feingefühl zu, den Grat zwischen Schockstarre und "The show must go on" mit Würde und festen Schritts zu begehen. - Die Trauerarbeit wird in der Familie präsent sein, die Justiz auf der anderen Ebene, und der Gesellschaft muss klar bleiben, dass auf dem Sektor Gewalt in Beziehungen noch sehr viel weitere Arbeit anliegt und warum die meisten Opfer weiblichen Geschlechts sind, ist auch alles andere als aufgearbeitet. - Das Fest in der Hauptstadt geht weiter, die Virgen de Las Nieves kommt heute nach Santa Cruz und wird unter "Viva-Rufen" willkommen geheißen werden und ich könnte wetten, dass viele dabei auch Laura rufen, oder zumindest diesen Namen in Gedanken bei sich tragen.

Schreib´ doch noch was über die Zwerge, die meisten Ausländer hier verstehen das gar nicht, warum man hier so einen Zauber um diese Geschichte macht. - Eigentlich habe ich so oft schon über die Zwerge geschrieben, aber dann müsste man den ganzen Kram wieder hervorsuchen und so im Anschluss die Zeilen über die Magie der Zwerge, welche ich gestern Vormittag geschrieben haben, nachdem wir aus Santa Cruz zurück waren, ich aber wegen der aktuellen Ereignisse noch nicht veröffentlicht habe.

Der kleinste gemeinsame Nenner
14 Stunden Schwerstarbeit rund um Geheimnisse und Magie

Jetzt werden die Zwerge wohl schlafen, rechtschaffen wird man sagen dürfen, an die 14 Stunden haben die Darsteller der "Enanos" in der Hauptstadt getanzt und sorgten so für den weltlichen Höhepunkt der diesjährigen Ausgabe der Bajada de la Virgen de Las Nieves. - Der Zusatz weltlich wird notwendig, denn die Jungfrau ist ja noch nicht einmal in der Stadt, die kommt erst am Samstag, und am Sonntag findet dann der große Umzug durch Santa Cruz statt. - Der Zwergentanz hat allerdings, als eigentliches Rahmenprogramm, längst in der Bekanntheit mit der eigentlichen Protagonistin gleichgezogen, denn eigentlich geht es hier ja um die Schutzpatronin der Hauptstadt und "Co-Schutzpatronin" der Insel, und nicht um die Zwerge. - Allerdings wissen wir, dass besonders außerhalb der Insel der Zwergentanz, der "Danza de los Enanos" deutlich bekannter ist als die Person, um die es bei dieser Fiesta überhaupt geht, aber dieses Schicksal teilt sie mit vielen anderen, meist religiösen Persönlichkeiten, welche im Laufe der Jahre für ein Rahmenprogramm in den Hintergrund getreten sind. - Bleiben wir auf der Insel und nennen dabei den Teufel in Tijarafe, den kennt hier, und außerhalb der Insel jeder, dass aber der Teufel eigentlich nur Rahmengestalt ist, und die Nacht schließlich gegen die eigentliche Hauptfigur der Fiesta verliert, die Virgen de Candelaria, das weiß man, wohl außerhalb der Gemeinde kaum. - Aber es ist klar, der Teufel ist viel interessanter als die Jungfrau, und fast könnte man in der Hauptstadt auch sagen, die Zwerge locken viel mehr Menschen, als die Virgen de Las Nieves, aber der kommende Sonntag kann da noch gegenhalten, wenn die Schutzpatronin mit größter Anteilnahme der Bevölkerung durch die Stadt getragen wird.

Die Zwerge allerdings, die sind auch harte Münze wert, die Insel versucht sich immer wieder alle Rechte an der Figur zu sichern, allerdings mit wechselndem Erfolg, und wer sich an den Zwergen bereichern will, also nicht nur die, die das offiziell dürfen, der kann Ärger bekommen. - Auf jeden Fall aber gibt es Ärger, zwar nicht juristischer Art, wenn Dritte, und Dritte sind nicht nur alle, die nicht von hier sind, sich über die Zwerge lustig machen, oder diese zu kopieren versuchen. - Da ist man hier ganz eigen, wenn anderswo sich Leute als Zwerge verkleiden und dann auf "Danza de Enanos" machen, dann verfolgt die nicht nur ein virtueller shitstorm, sondern es wäre dann sicherlich besser, sich hier nicht, und schon gar nicht in der Hauptstadt sehen zu lassen. - Da erinnern wir uns an ein paar Jungs aus Los Llanos, welche im Karneval als Zwerge gegangen sind, und halt eben unverwechselbar als Zwerge aus Santa Cruz, die mit dem großen Hut, der mal dazu gedacht war, Napoleon zu veräppeln. - Dieser Karnevalsscherz, der ging nach hinten los, kaum waren ein paar Bilder der Plagiate im Netz, schon brach der Sturm über die traurigen Figuren zusammen und die mussten sich später in einem Zeitungsinterview öffentlich entschuldigen, und selbst ernannte Traditions- oder meinetwegen Zwergenwächter forderten dann auch noch die Presse auf, diese Bilder der Karnevalszwerge aus Los Llanos doch besser nicht zu veröffentlichen, weil es nach deren Meinung ein Teil der Magie um die Zwerge zerstören könnte. Die Magie der Zwerge, das ist der Punkt, der wohl Hiesigen vorbehalten bleibt, oder eben denen, welche sich die Nacht um die Ohren hauen um die Zwerge tanzen zu sehen und da müssen wir ein bisschen breiter ausholen. - Es gibt einmal die Geheimnisse um die Zwerge, welche da wären, wer steckt da drin? Und dann eben, wie ist es möglich, dass auf der einen Seite erwachsene und große Männer singend in das knappe Zelt dort auf der Bühne marschieren, und auf der anderen Seite voll verkleidete Zwerge wieder herauskommen. - Diese Geheimnisse kann man ohne Weiteres der Phantasie des Betrachters überlassen, und es gibt diese Leute ja, und reichlich, die bei jeder Zaubervorführung den Spoiler machen, in dem sie allen rund um sich herum den Trick verraten, ob man es nun wissen will, oder nicht, aber wer so ein bisschen mehr als Technik zwischen sich und der Funktion der Welt setzen kann, der erreicht dann das zweite Stadium, die Magie. - Wer da drin steckt und wie das geht, ist dann nicht mehr wichtig, sondern man lässt sich tragen und entführen, und wenn man das dann auch noch Generationen lang innerhalb von Gesellschaften und Familien weitergibt, dann kann man als Außenstehender vielleicht annähernd begreifen, wie präsent und reell diese Magie rund um die nur alle fünf Jahre tanzenden Zwerge ist. - Nicht, weil sie klein sind, die Zwerge, sondern wegen der Magie, sind die tanzende Zwerge der kleinste gemeinsame Nenner aller Menschen hier auf der Insel und wer nicht das Glück hat, diesen springenden und tanzenden Gesellen nachts auf den Straßen von Santa Cruz begegnet zu sein, dem bleibt diese Magie wohl für immer verschlossen.



Samstag 11.07.2015 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 11 % - Luftdruck 1020 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A casas viejas, puertas nuevas

Für alte Häuser, neue Türen. - Den Spruch gibt es in unendlich vielen Varianten und wird meist positiv gebraucht um auszurufen: Man kann sich ändern, es lohnt sich immer weiter zu machen, Wandel ist ständig und notwendig. - Man kann den Spruch aber auch als Aufforderung betrachten, besonders bei alten Dingen nicht zu pfuschen, also nur noch Schminke drauf zu legen, sondern man muss dort schon richtig ranklotzen, um das noch weiter tragbar zu halten. - Noch eine weitere Nutzung des Spruches kann sein, wenn sich alte Dinge, allerdings sind damit meist Menschen genannt, unangemessen mit jugendlichen Accessoirs umgeben.






Bild von Richard Wurdel





Freitag 10.07.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 33 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 7 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 35,7 Grad - niedrigste Temperatur 28,0 Grad

Santa Cruz in Schockstarre
Frau wird in der Innenstadt mit Benzin übergossen und stirbt an ihren Verletzungen

Wir waren heute Morgen kurz in der Hauptstadt, etwas besorgen, uns kamen noch die Familien und Zwergenbesucher entgegen, welche aus spät - früh gemacht haben. - Alles war friedlich, die ersten Cafés in der Fußgängerzone spendeten den übernächtigten Leuten den notwendigen Kaffee und kaum zurück zu Hause überfällt uns dann die schreckliche Nachricht. - Ein junger Mann stürmt mit einem Kanister brennbarer Flüssigkeit, man spricht von Benzin, in einen Laden mit preisgünstiger Mode in der Fußgängerzone der Hauptstadt, übergießt die Angestellte dort mit der Flüssigkeit, und zündet diese an. - Die Frau wird zunächst ins Inselkrankenhaus gebracht, noch fertig gemacht für eine Überführung nach Tenerife, stirbt aber noch hier auf der Insel, etwa 13:00 Uhr. - Gegen 10:30 Uhr fand dieser Überfall statt, auch der junge Angreifer verletzt sich, begibt sich zunächst selbst in die Poliklinik, wird dort behandelt, und dann weiter ins Inselkrankenhaus gebracht, natürlich bereits unter Bewachung, befindet sich aber wohl nicht in Lebensgefahr. - Alles deutet auf ein Eifersuchtsdrama hin, das Alter der Frau wird mal mit 25, mal mit 27 Jahren angegeben, aber das ist wohl auch nebensächlich. - Santa Cruz befindet sich nun n einer Art Schockstarre, von dem größten Fest und beschwingter Freude allerseits in ein solch tiefes und dunkles Loch zu fallen ist nicht nur für die Angehörigen des Opfers, aber auch des Täters so, und im Moment findet eine Zusammensein auf den Straßen von Santa Cruz statt, um einerseits gegen geschlechtsspezifische Gewalt zu demonstrieren, aber mehr noch, um einfach zusammen zu sein und versuchen, diesen Schock irgendwie zu überwinden. - Für heute sind alle Konzerte und Veranstaltungen abgesagt, die Gastronomie wird allgemein gebeten, doch auf Musik und Unterhaltung zu verzichten. - Dabei ist die Stadt voller Besucher wie fast nie zuvor, man befindet sich in den absoluten Höhepunkten der Bajada de la Virgen de Las Nieves, denn morgen soll ja die Schutzpatronin in die Hauptstadt kommen, und diesen Teil der nur alle fünf Jahre stattfindenden Feierlichkeiten wird man wohl nicht absagen können. - In den sozialen Netzwerken explodieren die Gerüchte und Versionen, wie und warum das alles stattgefunden hat, wir werden uns daran nicht beteiligen, sondern sind in Gedanken bei den Angehörigen und Freunden des Opfers. - Der Stadt, oder besser der ganzen Insel kann man auch nur wünschen, dass man schnell aus diesem Schock erwacht und wieder mit positiven Nachrichten in die nationale Presse rückt und nicht mit solchen üblen Nachrichten aus einer Welt, die man immer so weit weg von hier wähnt.




Fußgängerzone, Santa Cruz de La Palma





Freitag 10.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 7 % - Luftdruck 1019 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A casa de tu hermano, no vagas ni cada verano

Treibe dich nicht jeden Sommer im Haus deines Bruders herum. - Eine Warnung, gutmütige Menschen oder positive Umstände nicht bis aufs Letzte auszunutzen. Der Hinweis auf Familie bedeutet auch, dass sicherlich viele helfen müssen, aber alles auch Grenzen hat.






Bild von Richard Wurdel





Donnerstag 09.07.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 34 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 11 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 34,1 Grad - niedrigste Temperatur 27,0 Grad

Weiträumig umfahren?
Kunsthandwerksausstellung als Rahmen der Rahmenveranstaltungen

Heute tanzen die Zwerge, und das bis morgen Früh und es laufen bereits Wetten, ob die Zwerge nach der letzten Vorstellung bereits wieder Tageslicht sehen, oder nicht. - Ich tippe mal ganz stark darauf, dass die Grauen des Morgens schon längst eingesetzt haben, wenn die Zwerge ihre gehoppelten Beine auf der Plaza La Alameda zur Freude des Publikums herumschleudern. - Eine weitere Vorstellung hat man noch den bereits sechs traditionellen Auftritten hinzugefügt, es dürfte eine der wenigen Male im internationalen Kalender sein, dass der Beginn einer Aufführung um 03:00 morgens aufgerufen wird. - So gibt es sogar noch Karten für diesen Auftritt, allerdings könnte ich mir vorstellen, dass die allermeisten dann sowieso sich den Wecker früh stellen und dann lieber die Gratisvorstellung der Zwerge auf der Straße verfolgen, die eigentlich dann um 04:30 beginnen sollte. - Für alle anderen darf man hinzufügen, es gibt am 18. Juli sechs weitere Vorstellungen des Zwergentanzes, aber die Karten sind noch nicht im Verkauf, man muss also nicht unbedingt heute oder morgen Früh zu den Zwergen, wie fast immer im Leben hat man weitere Möglichkeiten. - Ganz nebenbei stellt sich ja auch die Frage, ob man denn weiterleben kann, ohne den Zwergen beim Polka tanzen zugesehen zu haben...

Leider ist für dieses riesengroße Inselfest, mit Mittelpunkt in der Hauptstadt, der Stadtstrand noch nicht fertig geworden. - Warum das so ist, ist einfach zu erklären, es hat halt einfach länger gedauert und nicht nur bauliche Probleme sind daran Schuld, sondern auch bürokratische. - Sieht man den Strand da so unschuldig liegen fragt man sich, warum der eigentlich noch nicht bevölkert wird, braucht man doch eigentlich nicht viel mehr, als das, was da bereits ist. - Allerdings steht ja immer noch die Verlegung der Pumpstation der Abwässer der Stadt an, und die kann eben erst dann geschehen, wenn das neuen Pumpenhaus steht, und auch die Technik dort einsatzbereit ist. - Und was war das für ein Theater, den Standort zu bestimmen, das Geld dafür zu bekommen und überhaupt die ganze negative Presse, welche die Stadt aushalten musste, denn schließlich berichtete man eigentlich wöchentlich über die Abwässerbefindlichkeiten unserer Hauptstadt. - Nun wird aber an der Pumpstation gearbeitet, wir fürchten aber mal, dass das noch bis in den Herbst dauern könnte, dann kommt der Winter und so sind wir mal vorsichtig, und hoffen auf den kommenden Sommer, um dann den Stadtstrand der Hauptstadt auch nutzen zu können. - Dabei hatte man so gehofft, noch zu dieser "Bajada" bereits den Strand mit in die Planungen mit einbeziehen zu können, aber wir wissen ja, in fünf Jahren kommt die Schutzpatronin wieder in den Ort, und bis dahin sollte der Strand dann aber wohl bevölkert sein.

Auch hieß es, man wolle das Rathaus von seinem bisherigen Standort gegenüber der Plaza de España nach "vorne" verlegen, nämlich in das viel zu groß geratene Postgebäude, gegenüber dem Eingang zum Hafen. - Wobei man sicherlich sich an der Bezeichnung "vorne" stören mag und wie ich davon ausgehen kann, dass der südliche Eingang der Stadt "vorne" sei. - Kommt vielleicht daher, dass an die 80% des Verkehrs in und aus der Stadt aus Richtung Süden kommt. - Also, die alte Stadtregierung, noch bestehend aus einer Koalition von Partido Popular und den Sozialisten, die hat noch mit der Post verhandelt, doch zwei Stockwerke des riesigen Gebäudes anmieten zu wollen, um dort dann das Rathaus mit all seinen Räumen unterzubringen. - Dort, wo man jetzt sei, in dem historischen Gebäude, dort sei man zu beengt und müsse viele Ressorts und Archive auslagern und man wolle endlich genügend Platz haben. - In der neuen Stadtregierung sind immer noch die Sozis, allerdings haben die Partner nun die Mädels und Jungs von der Coalición Canaria (man trägt regional in dieser Legislatur) und nun heißt es, das komme überhaupt nicht in Frage, das Rathaus bleibt dort, wo es immer schon war, nur die Progressivlümmel der Partido Popular könnten auf solch eine Idee kommen, die Kirche hat selbstverständlich im Ort zu bleiben . - Hauptsächlich werden die Kosten als Gründe aufgeführt, man müsse ja dann der Post Miete zahlen, aber wir erinnern uns ja daran, dass die Coalición Canaria immer schon gegen diesen Plan war, also ist das nun vom Tisch.

Da die Hauptstadt ja noch nicht voll genug ist, hat man sich in diesem Jahr auch noch die Kunsthandwerksmesse geholt. - Keine Ahnung, ob man das bewusst gemacht hat, parallel zur Bajada, zu den größten Tagen des Spektakels, aber man kann sich auf dieser Art und Weise natürlich sicher sein, dass man so viele Besucher haben wird wie nie zuvor. - Jährlich findet die Kunsthandwerksmesse auf der Insel statt, immer in einer anderen Gemeinde, und nun hat man die Hafenmole dafür auserkoren, denn woanders ist ja kein Platz mehr dafür. - Mit den Parkplätzen ist das also so eine Sache, wer früh kommt, der wird sicherlich noch an der Playa de Bajamar sein Auto los und kann dann die letzte Strecke zu Fuß laufen, wer später kommt, wird wohl das Parkhaus mitten im Ort aufsuchen müssen. - Ein Bummel über diese Ausstellung lohnt sich allemal, Kunsthandwerk ist auf dieser Insel weit verbreitet und es kann sich auch sehen lassen, mit wie viel Phantasie und Können da die meisten Kunsthandwerker an ihr Werk gehen. - Stickereien sind die häufigste Form des hiesigen Kunsthandwerks, allerdings ist genau dieser Zweig des Handwerks nicht mehr mit goldenem Boden versehen, das verkauft sich halt einfach nicht mehr so wie früher, und viele der meist weiblichen Handwerkerinnen fürchten so auch, keinen Nachwuchs mehr zu finden. - Ich weiß auch, wo das Problem liegt, die flachen Fernseher und Monitore sind daran Schuld, und die Mobiltelefone. - Auf solch einem Flachbildschirm, da findet einfach kein gehäkeltes Deckchen mehr Platz, und haben Sie schon mal einen geklöppelten Handy-Schoner gesehen? - Auf der Hafenmole, bis einschließlich Sonntag, von 11:00 bis 21:00 Uhr, und es gibt nicht nur Gehäkeltes zu sehen, versprochen!




Hier baggert man für die Pumpstation, welche die Abwässer der Hauptstadt bewältigen soll




Zwerge, überall!!





Donnerstag 09.07.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 9 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Claudia Gehrke

(Titel so was wie (un-)veränderte Orte oder ewige Orte)


Seit 33 Jahren besuche ich La Palma.
Sommer hier mag ich sehr, die vielen Feste, das angenehme Sommerklima, nachts frisch zum Schlafen (wenn nicht Calima), tags Sommersonne, ich im Schatten, Blick auf Meer, kann mich konzentrieren an meinem Arbeitsplatz an der schwarz-weiß gescheckten Lavawand des alten Häuschens. In Süddeutschland ist Sommer viel anstrengender, einen Tag schön, dann schwül, dann Starkregen, Hagel, heftiges Gewitter und dann das Gleiche von vorne. In der Ecke, in der ich hier wohne, ist in diesen 33 Jahren auf der anderen Seite des früher hier endenden Erdwegs, jetzt Straße, fast ein kleines Dorf entstanden, das Nachbarsehepaar wohnt dort, ihre drei Kinder (mit dem Jüngsten habe ich anfangs, da war er noch unter 10, Schach gespielt, jetzt ist er um die 40), Enkel, Urenkel. Es gibt mehr Hunde, mehr Ziegen und auch mehr Vögel als früher, denn die Bäume und Palmen auf unserem Gelände (das Wildnis ist), sind groß. Der Meerblick, früher eine Totale mit gekrümmtem Horizont, ist von ein paar Baumwipfeln unterbrochen Überall auf der Insel gibt es neue Häuser, Straßen, Ampeln, Autos, immer wieder neue Restaurants, alte und neue Kulturorte, einige schildbürgerhaft begonnene und abgebrochene Projekte - auf dieser schönen Seite von Mathias Siebold erfährt man alles über die Absurditäten und Aufregungen der Inselpolitik, mehr als ich je über die Politik in meinem dt. Wohnort erfahre.

Ich fühle mich ebenso wohl hier wie zu Anfang. Diese "kleine Inselwelt", in der sich natürlich auch die Probleme der "großen Welt" spiegeln, liegt abseits. Europaprobleme, die einen z.Z. beschäftigen oder ängstigen, wie auch alle früheren großen Probleme und Tragödien der "großen Welt", erreichen einen hier gedämpft - Weltpolitik auf nur einer Seite in den hiesigen Tageszeitungen.

Viel ist anders geworden in der Zeit. Die berauschende Natur, die Landschaftsformen sind gleich geblieben. Bei jedem Spaziergang blüht irgendwo etwas, zu jeder Jahreszeit, sogar dann, wenn es so trocken ist wie nach diesem regenarmen Winter. Der Duft, die verschiedenen kunstvollen Formen und Baum-Gestalten, die Barrancos (ich brauche eher keine bemalten Steine, die Natur hat für mich genug Kunst) , jedes Mal berauscht mich das aufs Neue -ich halte inne und stehe neben mir und kann es nicht fassen, das Gefühl, das durch Natur erzeugt wird. Wie sehr mich das jedes Mal wieder begeistert! (Geht mir auch an anderen Orten der Welt so, aber die sehe ich meistens nur einmal, La Palma immer wieder und immer wieder packt ihre teils gewaltige, eher nicht liebliche Schönheit).

Und es gibt Orte, die heute noch genauso sind wie damals, als ich das erste Mal hier war. Zum Beispiel in Puerto Tazacorte das Restaurant Playamont mit dem schönen Blick auf Sonnenuntergang. Die Kokospalmen sind gewachsen und damalige Kellner jetzt in Rente. Puerto Tazacorte hat sich stark verändert. Aber das Playamont nicht. Einmal gehe ich bei jedem Aufenthalt dort essen. Speisekarte ist auch noch erkennbar, Gueldes, die winzigen panierten Fischchen, gibt es im Sommer wie damals, Fleischspieße auch noch, und mich überfällt fast jedes Mal die Erinnerung an meinen ersten La-Palma-Aufenthalt. Den Strand gab's noch nicht. In der Ecke an der alten Hafenmauer, am verrosteten Anlegehaken, war ich das allererste Mal auf La Palma schwimmen.
Auch unverändert ist die "schönste Tankstelle der Welt", bzw. der Insel, über dem Meer in Tazacorte, früher war sie die einzige, die sonntags geöffnet war.

Und der Autor, in dessen Haus ich hier lebe, er selbst reist nicht mehr, hat in den 80ern einen Roman geschrieben, der in Tazacorte spielt.

http://www.konkursbuch.com/html/kanaren.html

http://www.konkursbuch.com/html/rabsch.html









Mittwoch 08.07.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 34 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 7 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 34,4 Grad - niedrigste Temperatur 27,2 Grad

Mein Gott, müssen die gut sein
Die Krise ist vorbei, die Politiker bekommen wieder mehr Geld

Am allermeisten wundert mich, dass die Opposition, und das ist hier auf den Kanaren in den allermeisten Fällen die Partido Popular, so sanft und zart mit den Regierenden umgeht. - Das stützt dann wieder die, kaum noch vorhandenen, eher klamm und heimlich, als klammheimlich versteckte Hoffnung, dass der große Pakt hier auf den Kanaren zwischen PSC/PSOE und der Coalición Canaria doch nur für das große Theater geschmiedet wurde. - Solch naiven Geister wie ich sind halt Nostalgiker, und hängen immer noch der rebellischen Koalition zwischen Partido Popular und den Sozialisten nach, sei es nun im Cabildo Insular, oder auch in den meisten Gemeinden der Insel. - Diese Pakte haben bestens funktioniert, das stellt auch irgendwie niemand in Frage, dennoch müssen, wir nennen es hier wasserfallartig, alle weiteren Korporationen auf den Inseln den gleichen Pakt eingehen wie im Gobierno de Canarias, und dort ist seit gestern Fernando Calvijo Batlle neuer President der autonomen Region Kanarische Inseln. - Unsere Gratulation, sei er der beste Präsident aller Zeiten, ganz in unserem Sinne… - Interessant dabei ist, dass Fernando Clavijos Partei nur die drittmeisten Stimmen erhalten hat, aber die meisten Sitze inne hat, denn nach einem komplizierten Schlüssel werden direkt von den kleinen Inseln geschickten Kandidaten wieder aufgerechnet, und so kann das wohl passieren, dass nicht der meistgewählte Kandidat die meisten Sitze hat, sondern wie in diesem Fall, nur die drittmeistgewählte Partei, die CC (165.446 ) hinter der PP (169.065 ) und der PSC/PSOE (180.669) dennoch über die meisten Sitze im Parlament verfügt. - Ich wage es keine Grundsatzdiskussion von der Insel zu brechen, wie denn nun Demokratie zu funktionieren hat, das ist, seit dem wir täglich häufiger von Griechenland hören, als von unserem Töchtern und Katzen, sowieso eine höchst komplizierte Angelegenheit geworden.

Wie angenehm, dass ich über La Palma und auch ein bisschen über die Kanaren parlieren darf, hier herrschen also nun, bis auf ein paar kleine Ausnahmen, die Coalición Canaria und die PSC/PSOE vom Gobierno de Canarias hinab bis in die tiefsten Schluchten. - Auf La Palma tun wir uns damit besonders schwer, weil wir eben, nach den Umfragen und auch nach dem Wahlergebnis ja in allerbesten Händen wähnten, vom besten Cabildo aller Zeiten war sogar hie und da die Rede, und das Traumquartett Anselmo, Carlos, Raúl und Jorge hat uns Bürger tatsächlich mit erstaunlicher Nähe, Effizienz und vor allem gesunden Menschenverstand mehr als einmal positiv überrascht. - Das Wahlergebnis im Cabildo Insular de La Palma legen wir deshalb auch als Wählerwunsch aus, alles möchte so weitergehen wie bisher. - Aber das darf ja nicht, nach jahrelangen Querelen musste der Chef der palmerischen Sozis, Anselmo Pestana ja notariell bezeugen, dass er zukünftig Befehle der Parteioberen nicht mehr ignorieren wird, wie er das Ende 2013, als der zusammen mit der PP die neue Inselregierung bildete, noch getan hatte. - Nun haben wir also den neuen Salat mit vielen alten Zutaten und jetzt versucht man, aus der erfolgreichen Inselregierung eine noch bessere zu machen, so zumindest lässt man uns das aus dem höchsten Inselgremium wissen. - Auf jeden Fall wird das neue Cabildo Insular das Teuerste werden, und hier meldet die Presse übereinstimmend, dass es sogar 46% mehr Kosten sind, welche alleine für die Gehälter der neuen Inselregierung ausgegeben werden müssen.- Und das nicht, weil die sich mehr auszahlen lassen, sondern es sind einfach mehr geworden, weil die Coalición Canaria sich nicht, wie vorher die PP mit vier Räten begnügt, sondern deren sechs im Cabildo haben will. - Um nun der Stimmenverteilung gerecht zu werden "muss" die PSC/PSOE nun sieben Räte in Lohn, Brot und Regie halten und damit sind nun dreizehn Räte im Cabildo Insular tätig, anstatt deren neun noch vor den Wahlen. - Das kostet nun rund 695.000 Euro und nicht mehr 474.000 wie noch im Jahr zuvor, und mal sehen, ob die es schaffen, so viel besser zu sein…

Anders gehen viele lokale Regierungen mit ihren Gehältern um und es ist wohl auszumachen, dass man die Zurückhaltung abgelegt hat, welche noch vor vier Jahren bei der Verteilung der Gehälter so gemacht wurde. - Damals überschlug man sich damit, die Gehälter zu kürzen, wenn auch meist nur symbolisch, um ein paar Euro, aber es war gesellschaftlich nicht möglich, sich damals noch die Gehälter zu erhöhen. Das hat sich geändert, wollen wir mal daran den Zustand der Post-Krise bei uns markieren, anders kann man das doch gar nicht interpretiert werden. - Interessante Rechnungen werden dabei allerdings präsentiert, welche irgendwie einer Prüfung aber nicht ganz standhalten. - So lässt uns der neue Bürgermeister aus El Paso wissen, er hätte die Kosten um 12,4%, und die Gehälter der Stadtregierung sogar um 2,7% gesenkt, (eltime.es) und das gegenüber dem Jahr 2011. - Stimmt, allerdings schied der sozialistische Rat Ibán Fernández im Januar 2012 noch aus der Regierung aus, um die Kosten für das Rathaus zu senken. - Leider zog man beim damaligen Koalitionspartner Partido Popular nicht mit, man hoffte eigentlich, die setzen auch noch jemanden frei, aber dem war nicht so. - Aber ab Februar 2012 kostete somit die Stadtregierung El Pasos nicht mehr 239.400 Euro jährlich, wie noch bei Beginn der Legislaturperiode, sondern "nur" noch 208.702 Euro und der neue Stadtrat wird uns 230.836 Euro kosten. - Und das sind nicht 2,7% weniger, sondern das sind gute 10% mehr. - Aber bitte, Sergio hat keinen Moment falsche Zahlen genannt, oder noch schlimmer, sogar gelogen. Nein, er hat einfach nur die Zahlen anders gesetzt, als man es auch machen kann, und das scheint auch ein Stück Politik zu sein, die Dinge eben aus eigener Blickrichtung transportieren zu wollen. - Ich fürchte allerdings, dass genau solche Interpretationen auch dafür mit verantwortlich sind, dass viele Bürger sich nicht mehr von ihrer politischen Vertretung gespiegelt sehen.




BOP 130/2011 Gehälter der Mitglieder des Gemeinderats El Pasos, festlgelegt im Juli 2011. - Man bedenke, das sind Bruttojahresgehälter, auszuzahlen in 14 monatlichen Zahlungen.





BOP 86/2015 Zum Vergleich, die Zahlen der neuen Stadtregierung. - Nachzulesen ist das alles im "BOP" (Boletín Oficial de la Provincia de Santa Cruz de Tenerife), dem offiziellen Amtsblatt der Provinz.





Mittwoch 08.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 6 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A cada santo llega su día

Zu jedem Heiligen kommt sein Tag. - Vordergründig ein frommer Spruch, jeder hat seinen Platz auf dieser Welt. - Aber dahinter steckt die kaum versteckte Drohung, dass jeder sein Fett wegbekommt, und sei es auch erst bei der letzten Gelegenheit, oft auch Jüngstes Gericht genannt. - Man kennt den Spruch auch so: A cada cerdo llega su San Martín, jedem Schwein begegnet sein Heiliger Martín, und dabei sollte man wissen, hier kennt man keine Martinsgans, sondern hier isst man Schwein am Martinstag.






Bild von Richard Wurdel





Dienstag 07.07.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 32 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 32,8 Grad - niedrigste Temperatur 21,3 Grad

Wechselwarm
Fußballplatz und Shell-Tankstelle sind Wetterscheiden

Es wurde ja langsam auch mal Zeit, dass zumindest stundenweise die Temperaturen bei uns höher sind, als in Mitteleuropa. - Wie schon oft gesagt, der Sommer fängt auf La Palma meist spät im Mai an, so um den Achtundsechzigsten herum, und das wäre dann heute. - Diese Sprüche mit dem sehr langen Mai kommen einfach daher, dass es oft auf dem Festland und auch Mitteleuropa im Frühjahr bereits wärmer sein kann, als bei uns auf den Kanaren. - Das bestimmt die Großwetterlage so, steht das Azorenhoch stramm und weit bis in den Norden hinein, dann werden wir ständig von frischer und feuchter Kaltluft abgekühlt, welche ganz weit aus dem Norden. Das Hoch schaufelt die Luft oft eben bis aus den Breiten Islands heran und sorgt dabei für Bewölkung und Temperaturen bei uns auf den Kanaren, welche nicht gerade die direkte Nachbarschaft zur Sahara widerspiegeln. - Aber das läuft halt nicht ewig so, manchmal lässt das Azorenhoch in seiner Kraft nach, und lässt Tiefdruckgebiete auf ihrem Weg von West nach Ost, (anders wollen die nicht) näher an unsere Breiten heran. - Im Winter kann das sogar so weit führen, dass diese Tiefs bis zu uns herab reichen und uns damit auch den Durchzug von Niederschlagsgebieten gönnen. - Das kommt in den Wintermonaten meist vier bis sieben Mal vor, und dann kann es zu reichlichen, und auf den Westseiten der Inseln zu den einzigen Niederschlägen kommen. - Später im Jahr, also Frühling und Sommer, da kommen die Tiefs nicht mehr hinab bis zu uns, sondern bleiben meist auf der Höhe Großbritannien und Mitteleuropa hängen, also nichts mit Niederschlag für uns. - Aber damit schneiden dieses Tiefs auch den Zustrom kalter und feuchter Luft zu uns ab, und selbst wenn die Windrichtung weiter passatähnlich Nordost bleibt, weil ein "Rumpfazorenhoch" weiter den nun Dünnen Maxen macht, diese Luft ist dann trocken und warm, meist staubig und trüb, denn diese Luftmassen sind bereits über den Europäischen und Afrikanischen Kontinenten vorgewärmt worden. - Man könnte sogar so weit gehen und behaupten, die heiße Luft, welche auch jetzt noch Mitteleuropa befeuert, die kommt nun bis zu uns zurück, schönen Dank auch dafür…

Wetter kommt immer, Unwetter immer zur Unzeit, und das beziehen wir im Moment auf die mit der Hitze steigende Waldbrandgefahr. - Zwei Sommer haben wir ja nun ohne größeres Feuer überstanden, wobei wir ja auch zugeben müssen, die beiden letzten Sommer waren auch nicht besonders heiß. - Aber man war auch auf der Hut, hat gelernt von den fatalen Geschichten aus den Jahren 2009 und 2012 und bestes Werkzeug hierbei waren, neben der ständigen Bereitschaft, auch immer die beiden Sokol-Hubschrauber der staatlichen "BRIF" (Brigadas de Refuerzo contra Incendios Forestales), welche zusammen mit an die 50 Feuerwehrleuten in Puntagorda den Sommer über stationiert sind. - Aber die beiden Hubschrauber sind immer noch nicht da, und wie eltime.es, immer bestens informiert meldet, liegt das an rechtlichen Problemen bei der Ausschreibung, welche Firma denn die Hubschrauber zur Verfügung stellen kann. - Das ist längst Mode hier, man geht gegen das Ergebnis öffentlicher Ausschreibungen rechtlich vor, meist sind das natürlich frustrierte Mitbewerber, mit dem momentanen Ergebnis allerdings, dass dann zunächst überhaupt nichts geht. - Handelt es sich dabei um die Vergabe von irgendwelchen Lizenzen Gummibärchen zu produzieren, dann ist das nicht wirklich das Problem, sollte sich aber durch solch ein Verfahren der geplante Brandschutz im Sommer auf La Palma und auch den anderen Inseln als Makulatur erweisen, dann wird daraus mehr als ein Ärgernis. - Auf Gran Canaria gab es allerdings ein anderes Problem, dort hatten die gecharterten Helikopter nicht alle notwendigen Papiere, und durften deswegen keine Löscheinsätze fliegen. - Wir können nun hoffen, dass unsere beiden "Gelben Engel" bald kommen, und die bürokratischen Probleme schneller gelöst werden, als diese Hitzewelle andauert. - Allerdings erwarten wir nur ein paar Tage Hitze, keine scharfen Winde, also ist die Waldbrandgefahr zwar sehr hoch, aber nicht so extrem, wie das bereits in anderen Situationen war.

Dann steht da noch Wechselwarm in der Überschrift, und das hat was mit dem Standort und der Klimazonen der Insel zu tun. - Fängt das warme Wetter an, dann können wir an unserem Standort zumindest am ersten Tag der Hitze ein interessantes Phänomen beobachten. - Kommt der Wind vom Meer her, dann kühlt es augenblicklich mindestens um 10 Grad ab, dreht der Wind dann wieder aus einer Richtung aus den Bergen, schon spüren wir wieder die trockene Hitze Afrikas. - Das liegt natürlich an dem ausgleichenden Einfluss des Atlantiks, der hat fast immer gute 21 Grad und kühlt die unteren Zonen der Insel so wunderbar ab. - Es dauert Tage, bis es auch "unten" richtig heiß wird, hängt aber auch von den Windgeschwindigkeiten und der Richtung ab. - Auf jeden Fall dreht sich bei uns die Behauptung, nach "oben" hin wird es je 100 Meter um ein Grad kälter, bei solchen Phänomenen komplett um, und das geschieht nicht nur im Sommer öfter mal. - Dazu kommt dann auch das morgendliche Wolkenspiel dicht über dem Atlantik, die trockene und heiße Luft lässt die Feuchte dort nachts nicht nach oben abziehen, und erst mit der Sonne verdampft dann der Dunst. - Es ist ein untrügliches Zeichen für kommende Tageshitze, und ein wunderbares Wolkenschauspiel. - Auf unserem Standort hier auf 540 Meter kurz unterhalb El Pasos liegen wir in einer wunderbar gemäßigten Zone, und haben eher das Wetter der Stadt Los Llanos, als das des näheren Ortes El Paso. - Dabei gibt es zwei ganz markante Wetterscheiden, und die erste finden wir auf der Höhe des Fußballplatzes El Pasos. - Bei solchem Wetter kann der Temperaturunterschied aus El Paso-Zentrum, 610 Meter, zu uns, 540 Meter, zwischen fünf und zehn Grad betragen, übrigens Sommer wie Winter, man muss dann nur die Vorzeichen wechseln. - Noch weiter nach oben, ab der Shell-Tankstelle, da wird es dann noch heißer im Sommer, denn ab dort ist der Einfluss des Atlantiks überhaupt nicht mehr zu spüren, dort, ab der "Recta de Padrón", hinauf zur Cumbre Nueva, erreichen wir dann kontinentales Klima. - Dort finden wir somit auch die kälteste, wie auch die heißeste Gegend der Insel. - Im Auto fahrend, und den Ellenbogen aus dem Fenster gehalten, so wie das nach Gebrauchsanweisung endemischer-kanarischer Pickups sogar Pflicht ist, bekommt man diese Klimalehre auf der Fahrt von Los Llanos hinauf zum Tunnel ohne weitere Anweisung zu spüren. - Achten Sie auf Ihren Ellenbogen, der wird auf der kurzen Fahrt zum Tunnel locker einen Temperaturunterschied von deutlich über 10 Grad messen. - Moderne Fahrzeuge haben sogar Thermometer an Bord, und Klimaanlagen, da kann man den Ellenbogen schonen, aber das ist mit den Traditionen hier eigentlich nicht vereinbar. - Und wie sagten schon meine Kinder immer zu mir: Papi, nur weil dir kalt ist, bist du noch lange nicht cool…






Früh am Morgen im Aridanetal, kurz vor der Hitze steigen die feuchten Wolken das Tal hoch, bis dann die ersten Sonnenstrahlen die Wolken verbrennen. - Es wird heiß.




Einer der "Gelben Engel", welche sonst im Sommer hier über uns wachen.





Dienstag 07.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1014 hPa

Gastbeitrag von Hartmut Wagner

Humus aus der Badewanne


Was eine Finca auf La Palma zum Internationalen Jahr des Bodens 2015 beiträgt

Mein Kontakt mit der Isla Bonita begann mit einer weltweiten Suche nach einer ganzheitlichen Permakultur-Ausbildung. Unser Gemeinschaftsgarten in Freiburg, der WandelGarten Vauban, brauchte frische Anregungen. Siebenlinden, Auroville, Thailand und Australien boten sich mit faszinierenden Programmen an. Meine Wahl fiel jedoch - auf eine Finca im Nordwesten La Palmas - die Finca Autarca. Ein langjähriger La-Palma-Fan erzählte mir von dem Schweizer Ehepaar Barbara und Erich Graf, das in Tinizara ein kleines Paradies geschaffen habe. Und dass die beiden ihre Erfahrungen gern und qualifiziert weitergeben würden - bei Führungen und eben auch einer zertifizierten Permakultur-Grundausbildung.

So befand ich mich im Januar 2015 auf dem Weg in dieses angebliche Paradies und wurde von Barbara und Erich herzlich empfangen. Gleich am Tag darauf gab es eine Führung für uns sieben Kursteilnehmer und Besucher. Wir erfuhren, warum Barbara und Erich hier gelandet waren. Ihnen wurde früh bewusst, dass der Luxus und der Reichtum in der Schweiz, wo sie aufwuchsen, auf der Ausbeutung und Ausrottung anderer Völker und Nationen basierten. Nach jahrzehntelangem Engagement bei Greenpeace, Amnesty International und dem WWF (World Wildlife Fund) machten sie in Australien eine Permakultur-Ausbildung. Sie fanden dort Werkzeuge, die man in die Hand nehmen kann, um kreative und produktive Alternativen selbst aufzubauen, um Pflanzen, Tieren und der Erde etwas zurückzugeben. Das schien ihnen auf La Palma möglich. Sie sind davon überzeugt, dass wir anders leben und einen sehr hohen Standard an Kultur haben können, ohne die Erde, Tiere und andere Menschen und Völker auszubeuten. Wiederaufforstung erscheint ihnen wesentlich, daher setzen sie sich aktiv für das Reforesting auf La Palma. Auf der Finca haben sie bereits 600 Bäume gepflanzt. Eine Frau ist dabei ihr Vorbild - die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai aus Kenia, die mit ihrer Bewegung "The Green Belt Movement" in 30 Jahren ca. 30 Millionen Bäume in Afrika pflanzte und eine Diktatur stürzte.

Sie begannen, einen Waldgarten aufzubauen und pflanzten viele Pionierpflanzen wie die Tagasaste, um die Erosion aufzuhalten. Den stickstoffanreichernden und humusbildenden Pionieren folgten weitere Pflanzen und Bäume. Ich konnte kaum fassen, dass vor 7 Jahren die Orangen- und Avocado-Bäume zwar schon da waren, aber nur kahle Baumgerippe - die im Jahr 2014 eine Überfülle an Früchten trugen. Barbara brachte die Situation auf den Punkt: "Wir sahen 2007 "die Steine wachsen - die fruchtbare Erde war durch Erosion weggeschwemmt". Als erstes brachten sie die Erde aus, die sie in vielen Topfpflanzen vorgefunden hatten. Dann begannen sie mit der Anlage von Bodenmulden (swales), die horizontal entlang der Höhenlinien verlaufen, das Regenwasser halten und langsam nach unten abgeben. Mit einer biologisch-dynamischen Methode begannen sie Heiltee herzustellen und in auf die Erde zu bringen. So sollte der Boden wieder mehr Leben gewinnen und sich langsam regenerieren.

Erich Graf begann sehr bald mit der Anlage von Wurmfarmen - die erste entstand in einer alten Badewanne, denn, wie er sagt: "irgendwo musst man ja mal anfangen", guten Boden herzustellen, und es gibt wohl kaum einen besseren Humus als Wurmhumus. Ihr organischer Küchenabfall war die Nahrung der Kompostwürmer vom Typ Eisenia foetida. Am Abfluss der Badewanne gewinnen die Grafs "Wurmtee" als konzentrierten Flüssigdünger. Das Wormfarming fand ich so überzeugend, dass ich nach meiner Rückkehr nach Freiburg im März 2014 damit begann, eine vertikale Wurmfarm Typ Can-o-Worms auf unserer Terrasse einzurichten. Ich war skeptisch, ob die "Wrigglers" die kalten Wintermonate überleben würden. Sie haben es geschafft und uns wunderbaren Wurmhumus geschenkt. Jetzt gehen wir weiter - es entsteht gerade eine größere horizontale Wurmfarm in vier horizontalen Kompostern aus Recycling-Paletten in unserem 900-qm-Gemeinschaftsgarten.

Die UNO hat das internationale Jahr des Bodens 2015 ausgerufen. Im urban gardening, in Garten-Coops und der solidarischen Landwirtschaft wollen wir das unterstützen: nicht nur Wasser und Luft brauchen unsere Aufmerksamkeit, damit wir eine enkeltaugliche Welt aufbauen - auch das Kümmern um den Boden, seinen Erhalt und seine Qualität ist Zukunftsthema. Ich bin dankbar und froh, dass ich dafür viele Impulse aus La Palma mitnehmen durfte.

Über meine anderen Erfahrungen auf der Finca und La Palma kann ich demnächst mehr erzählen. Wenn Sie sich ein eigenes Bild der beeindruckenden Pioniere auf der Finca Autarca bei einer Führung machen wollen: am 9. Juli öffnet die Finca wieder ihre Tore für eine Führung. Erich und Barbara laden dazu wie folgt ein:

Autarca-Erlebnisfuehrung für die Heilung von Natur und Mensch mit Schlemmerbuffet für alle.
Am Donnerstag, 9. Juli, um 17.00 Uhr.
Bringt bitte Fotoapparat und Notizpapier mit.
Dauer: 4-5 Std., 20 Euro/Person, Kinder gratis.
Anmeldungen: 922 49 02 15, autarca@matricultura.org.

Wir zeigen und erklären ausführlich:
Permakultur im Alltag: Die Wissenschaft der geschlossenen Kreisläufe, konkret und einfach: für jede Frau und jeden Mann.
Immunstarke Bienen, naturnah gepflegt, siehe auch: www.resistantbees.com
Wildromantische Waldgärten: Essbare Landschaften, Waldgarten-Selbstversorgung, Samenfestes Saatgut, Urban und Roof-top Gardening.
Aufbau von Humus: TerraPreta, Pyrolyse, Bokashi, Biokläranlage, Wurmfarmen.
Integrale Landschaftsheilung: Herstellung von biologisch-dynamischen Präparaten, Wasser- und Mineralstoffkreisläufe.
Retentionsteiche nach Sepp Holzer,
Komplette Energieautarkie: Biogas mit Küchenabfällen, Sonnenkochen,-dörren,-backen, Bioklimatisches Bauen u.v.m.

Familie Barbara und Erich Graf, Camino La Ermita 26, Tinizara, La Palma - www.matricultura.org
Erinnerung: 16. bis 28. August 2015: Permakultur &Transition:
"Crashkurs für Stadtmenschen und andere Aus-Einsteigende", http://www.matricultura.org/Kurse.html.

Weitere Informationen: Autarca-Interview mit jetzt TV: Eine lebensfreundliche Alterna"Tiefe": Barbara u. Erich Graf im Interview mit W. Umlauf: http://www.jetzt-tv.net/index.php?id=permakultur-graf#c21963

Barbara Graf, Eidg. Dipl. Architektin, ETH Zuerich / Lausanne, UDK Berlin - Eidg.Dipl. Paed., FA St. Gallen. Erich Graf, Eidg. Dipl. El. Ing. ETH Zuerich - Körper-Energie-Therapeut, CORE Institut, Berlin. Beide: Permakulturdesigner/in und Dipl. Design Permakultur Professor/in, SARI Institute, Australien. Schöpfer/innen von Autarca-Matricultura, seit 2007.
"Autarca-Matricultura, Zentrum für ökologische Lebensentfaltung", angewandte Permakultur, Tiefenökologie, matriarchale Subsistenzwirtschaft und integrale Landschaftsheilung.










Montag 06.07.2015 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 27,4 Grad - niedrigste Temperatur 19,2 Grad

Die "Große Woche" und es wird warm
Bislang war alles nur Vorspiel

Heute beginnt die "Semana Grande", also die "Große Woche" in unserer Hauptstadt Santa Cruz de La Palma und darunter versteht man die Kulmination der Höhepunkte der, nur alle fünf Jahr stattfindende Niederkunft der Schutzpatronin der Virgen de Las Nieves. - Die kommt tatsächlich erst am kommenden Samstag in die Stadt und wird dann bis zum 5. August bleiben, wobei es mehrere Umzüge innerhalb der Stadt geben wird, damit die Patronin wirklich überall hinkommt und auch überall gesehen werden kann. - Zuvor kommen noch reichlich Rahmenveranstaltungen,

Heute Abend die "Pandorga" (Umzug mit gebastelten Lampions, welche am Schluss dann verbrannt werden)

morgen der Tanz der Akrobaten "Danza de Acróbatas"

am Mittwoch das Festival des 18. Jahrhunderts, die Gala-Veranstaltung "Minué"

am Donnerstag schließlich die bekannteste und berühmteste Rahmenveranstaltung, der Zwergentanz, "La Danza de Enanos"

und am Freitag dann das Straßentheater "Carro alegórico y triunfal"

Der kommende Sonntag ist wohl der größte Tag der Feierlichkeiten, ganz früh geht das bereits los, die Virgen de Las Nieves wird durch die Stadt getragen und dabei findet dann auch das Zweigespräch zwischen dem Schiff und der Festung statt. "Diálogo del Castillo y la Nave" , - Ein Dialog, erdichtet von Antonio Rodríguez López und seit 1875 Teil des Spektakels und nicht nur nach meiner Meinung der absolute Höhepunkt des triumphalen Umzugs der Schutzpatronin am ersten Tag ihres Aufenthaltes in der Stadt. - Böllerschüsse aus der Festung beenden den Dialog dann und draußen auf dem Atlantik wird zur gleichen Zeit das Schiff "Tornado" der spanischen Marine kreuzen, welches dann auch Salutschüsse zu Ehren der Virgen de Las Nieves abgeben wird.

Es wäre grausam, den Text ins Deutsche zu stümmeln. Ein mehr als hundert Jahre altes Gedicht aus dem Spanischen in dieses unkompatible Deutsch, das kann ich nicht ohne zu viel Reibungsverlust. Da würden alle Blumen der Sprache aus dem Text purzeln, deshalb nur eine kleine Inhaltsangabe.

Eine Karavelle fährt vor die Küste La Palmas und wird von der Festung aus aufgefordert, seinen Namen und Ziel zu verkünden. Das Schiff will erst nicht mit dem Namen rausrücken und auch nicht mit dem Ziel und wirbt damit, kostbare und wichtige Fracht an Bord zu haben. Die Festung droht damit, das Schiff zu versenken, wenn es den Namen nicht preisgibt. Darauf hin erzählt das Schiff, es hieße "Estrella de los Mares" (Stern der Meere) und käme aus dem Orient und brächte viele Wunder, viele schöne Dinge und auch die Jungfrau María von dort her. Die Fracht, welche das Schiff aufzählt sind unter anderem; Die Rose von Jericho, die Lilie aus Palästina, die Zeder aus dem Libanon und die Olivenbäume aus Zypern. Darauf hin kommt von der Burg anstatt der grausamen Kugeln der Kanonen ein Salut von 21 Schüssen und die Feststellung, das sei das Schiff von María. La Palma kommt übrigens in dem Text nur als kaum erkennbares Adjektiv vor. "Puerto palmesano" = Palmerischer Hafen und "palmesana orilla" = Palmerische Küste. Ich habe mir sagen lassen, das hat nichts mit geriebenen Käse zu tun und in der Poesie darf man das so schreiben. Soll mir Recht sein.


Castillo:

Velera nave, que la mar surcando,
A este fuerte te vienes acercando;
No prosigas tu rápido camino
Sin decirme tu nombre y tu destino.

Nave:

Castillo altivo detener no quiera
Mi rumbo hacia el Oriente tu voz fiera;
A ella, mi marcha sin parar, respondo
Y que a mi bordo una Doncella Pura
Conduzco de simpática hermosura,
En cuyo corazón sacro y divino
Da la raza de Adán nació el destino.

Castillo:

No con palabras sin sentido y vagas
Mi intimación severa satisfagas,
Tu nombre dí, bajel desconocido,
Y sea tu derrotero compprendido.
O tu hundirás en la mar junto á ese cayo
De mis cañones de certero rayo.

Nave:

Tu furia enfrena, y tus bronces rudos
Conviértanse los rayos en saludos,
Y porque el rumbo de mi viaje ampares,
Yo me llamo la Estrella de los Mares.
Vengo de aquellos sacros litorales
Donde reinan las nieves inmortales;
Cuya helada región alumbra y dora
Nueva celeste boreal aurora.
Traigo a mi bordo al puerto palmesano,
Un tesoro sagrado y soberano,
Traigo de Jericó la pura Rosa,
De Palestina la Azucena hermosa;
Traigo el Cedro en el Líbano arraigado,
Y el Olivo pacifico y sagrado
Traigo el alto Ciprés, la Vid pomposa
De la región de Engadi deliciosa;
La oriental Perla, el arabesco aroma
Y de Sión la cándida Paloma;
Cuyo tesoro el cielo me confía,
Pues soy la sacra Nave de María.

Castillo:

Salve Nave feliz! Surque tu quilla
El mar que baña la palmesana orilla,
Y mensajera de sin par ventura
El áncora en sus playas asegura,
Mientras mi pabellón rinde homenaje
A tu grandeza y deseado viaje.
Y el eco de mi fuerte artillería
Hace salva a la Nave de María.






Das Schiff und der Zwerg, Protagonisten der kommenden Tage in Santa Cruz de La Palma





Montag 06.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1013 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Weichei bleibt Weichei


War das eine Pilzsaison dieses Jahr! Ständig kamen die Leute mit übervollen Körben. Sind die essbar? Ist schon ein bisschen lästig mit diesen Pilzessern. Zum Glück war dann aber auch mal ein Mann dabei, der sich wirklich gut an meine Anweisungen hielt und die Pilzgrüppchen getrennt in Nestern von Zeitungspapier im Korb transportierte. Damit konnte man etwas anfangen, und ich wollte ihm auch gerne bei der Bestimmung helfen.

Eines der Grüppchen stellte einen Risspilz dar, und auch von dem wollte er gerne den Namen wissen, aber bei den Risspilzen gibt es viele ähnlich aussehende, und bei den meisten kann nur die mikroskopische Untersuchung weiterhelfen. Das erklärte ich ihm alles eingehend, er verstand es auch richtig, und wir verblieben, dass ich ihn anrufen würde, wenn das Ergebnis heraus ist.

Er kramte nach einem Kugelschreiber und riss von einer Zeitung ein Stückchen vom Rand ab für die entsprechende Notiz. Der Kugelschreiber wollte nicht, war wohl kalt geworden im Pilzwald, aber nach einigen Versuchen ging es dann. Bei dem nötigen Druck ging das Papierchen ein bisschen kaputt, aber die Telefonnummer war deutlich zu erkennen. Bei dem Namen musste man etwas raten, erkannte ihn dann aber doch ganz schnell: Weichei. Oh nein, Herr Weichei. Der arme Mann, was musste der zu leiden haben bei dem Namen. Ich möchte immer nett zu meinen Mitmenschen sein und rede sie gerne mit ihrem Namen an. Und als wir uns dann einig waren, verabschiedete ich ihn freundlich: "Na gut, sofern ich etwas Näheres weiß, rufe ich Sie an, Herr Weichei".

Er schreckte mit dem Kopf hoch, guckte entgeistert und ging davon.

Später sagte meine Tochter zu mir: "Mama, der erste Buchstabe von seinem Namen war kein W, das war ein M".

Was, ein M? M wie Meichei? Meichei - das war ja noch schlimmer. Was sollte das denn bedeuten? Nein, das gefiel mir überhaupt nicht, und ganz schnell schwirrten meine Gedanken hilfsbereit los, um diesen untauglichen Namen aufzubessern. Mein Talent, bekannt für sinnvolle Ideen, kam mir zu Hilfe, und mir fielen mühelos solche Namen ein, bei denen man sich wenigstens etwas drunter vorstellen konnte, z.B.:

Bleichei - wäre doch ein netter Name für einen Indianerhäuptling oder so. Bleichei, der Späher, spähte gedankenverloren über die endlose Prärie und kratzte versonnen im Federbüschel auf seinem Kopf herum.

Deichei - ist der Inselvogt auf den Halligen. Deichei ging um und hatte alles unter Kontrolle. Im Krug trank er einen Glühwein, auf seinem persönlichen Krug stand DEICHEI, wie es sich gehörte.

Teichei - der Angler stand bis zum Unterleib im Teich und hoffte auf Karpfen. Teichei fror sich fast die Dingsda ab, und es biss keiner an.

Reichei - nennt man den Millionär da oben am Hang mit der protzigen Villa. Reichei ist von Natur aus doof, hat nur bei Günther Jauch mal Glück gehabt, sagen die Leute.

Gleichei - da muss ich an eineiige Zwillinge denken, sie kamen aus dem gleichen Ei.

Eichei - das ist der Chef vom Eichamt. Der Eichei kann mir mal, dachte der schlaue Bauer, ich kriege meine Waage schon hin.

Leichei - darf im offenen Sarg noch einmal betrachtet werden, bevor er in die Verbrennung geschoben wird. Es sieht noch recht frisch aus.

Seichei - der hat immer die Hosen nass und in der Nacht das Bett. Seichen ist eine sehr üble Angewohnheit.

Streichei - damit ist der Bassgeiger bei der Kammermusik gemeint. Streichei hat im letzten Satz ganz schön gepatzt.

Schleichei - der huscht immer geräuschlos in den Räumen umher, man kann ihn nicht kommen hören, höchstens riechen.

Scheichei - bei den Scheicheiern weiss ich nicht so recht Bescheid. Scheichei fährt jedenfalls immer die neuesten, teuersten Autos in der Wüste herum.

Weichei fand ich dann zum Schluss auch gar nicht so schlecht, behielt den Namen bei und benutzte ihn als einfacheren Arbeitsnamen dieses Risspilzes, Inocybe heterochrominea, den der Herr gefunden hatte. Das passte nach meiner Meinung doch ganz gut zusammen - hetero und Weichei. Oder auch nicht? Ist vielleicht relativ.

Einmal allerdings erwähnte ich aus Versehen den Weicheirisspilz vor Publikum, da guckten einige nicht ganz überzeugt und andere indigniert. Ein Unbedarfter fragte sogar: kann man den essen?




Sonntag 05.07.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 26,2 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Mit was man sich den Sonntag alles versauen kann
Steuerabrechnung und Arbeitslosenzahlen

So ein wunderbares Wetter, keine Wolke am Himmel, und dennoch frische Luft und keine Hitze lässt uns daran zögern, diese herrliche Insel in Müllerslust zu erobern. - 1.000 Kilometer Wanderwege, meist bestens gepflegt, warten auf uns, hervorragende Einkehrmöglichkeiten mit der einzig entscheidenden Frage: Wollen Sie papas arrugadas oder papas fritas, oder meinetwegen, Rotwein oder Weißwein, und was machen wir? - Steuerabrechnung, Hausputz, Krankenbesuch und dann auch noch mein Steckenpferd, die monatliche Beobachtung des Sinkens der Arbeitslosenzahlen in Spanien, und warum das an der Front dennoch keiner mitbekommt, und warum Grafiken, selbst gut manipuliert, dennoch grausam "zurückpulieren" können. - Ich kann es auch nicht sagen, warum ich irgendwann angefangen habe, die alle drei Monate fällige Steuerabrechnung an einem Sonntag zu machen. - Vielleicht ist das erblich bedingt, oder ich hatte irgendwann die Hoffnung, so dem, mit dem Heranwachsen der Brut aufkommenden Widerstand gegen die sonntäglichen Familienausflüge zu entkommen. - Fünfzehn- und siebzehnjährige Teenager zum Sonntagsspaziergang zu zwingen, kann eine Sache sein, diese davon aber demokratisch (so eine Scheiße) oder aber auch im harmonischen Familiengespräch freudig von den Vorteilen eines solchen Ausflugs überzeugen zu wollen, scheinen völlig unmöglich, versauen einem nachhaltig auch noch den Wochenanfang, also bloß nicht auf solche Konfessionen hereinfallen. - Fußlahm, Bauchweh, schlechte Laune, oder eben solche Notwendigkeiten wie Steuerabrechnung, oder irgendwelche Listen verfassen, das sind doch hervorragende Ausreden und werden auch gerne angenommen. - Später, das ist jetzt, reicht dann auch einfach ein: Ich habe keine Lust, aber bis dahin muss man erst mal kommen, und wenn man dann einmal angefangen hat, den Sonntag mit Plage zu belegen…

Der Krankenbesuch gilt "unserer" Straßenhündin Margarita, allen unseren Hausgästen und Freunden seit mehr als 10 Jahren gut bekannt, die hat sich mal wieder von einem Auto überfahren lassen, da die alte, schwarze Dame immer noch nicht kapiert hat, dass Hundeknochen eher brechen als Autoreifen. - Wer das war, keine Ahnung, aber sie kam mittags zu uns gehumpelt, begleitet vom völlig aufgeregten Erwin, denn die eigentlichen Eigentümer waren nicht da. - Wir erkannten ziemlich schnell die Ernsthaftigkeit der Lage und Gott sei Dank war Ángel noch in seiner Praxis und hat ihr in einer länger dauernden Operation eine bemerkenswerte Schiene mit Gips gebastelt. - Happyspritze intramuskulär, Halskrause um, und dann mal sehen, ob es gelingt, die alte Dame mehrere Wochen davon zu überzeugen, dass man dieses lästige Gestell am Bein nicht abkauen sollte. - Sie liegt jetzt bei unseren Nachbarn im Vorraum zu deren Bodega, vielleicht wabern ja genügend ethylische bis Gase dahin, und Margarita schläft sich so den Bruch aus den Beinen. - Wir werden sie täglich besuchen gehen, Ángel war nicht besonders überzeugt davon, dass eine so alte Dame diesen robusten Bruch so einfach abwettern kann. - Ich hasse es, wenn Tierärzte so gucken, und habe meiner Tochter vorab verboten, diesen Blick zu üben. - Vielleicht sollten wir mit der Gemeinde reden, ein Warnschild aufstellen, anstatt der spielenden Kinder eine dösende, schwarze und verlauste Margarita auf dem Schild, welche selbst nach dem fünften Unfall immer noch nicht einsehen will, dass es durchaus unterschiedliche Meinungen darüber geben kann, für wen die Straße denn da ist.

Jetzt noch die vielen guten Zahlen mit den Fragezeichen und den perfiden Grafiken. - Es bleibt dabei, die Zahl der Arbeitslosen in Spanien, und auch bei uns auf den Kanaren, sinkt nun seit Oktober 2013 ohne Unterlass. - Das ist eine wunderbare Geschichte, bald haben wir eine Million Arbeitslose weniger, als noch zu den Katastrophenmonaten im Frühjahr 2013, aber liegen dennoch weiter mit der Zahl der Menschen ohne Arbeit auf einem erschreckend hohen Niveau. - Aber hier mal der positive Vergleich, waren im Juni 2013 noch 4.763.680 Menschen in Spanien arbeitslos gemeldet, so waren es im Juni 2014 "nur" noch 4.449.701 und ein Jahr später, also jetzt, sind wir bei 4.120.304. - Saisonbereinigt erfahren wir seit Monaten nun einen Rückgang von um die 7% monatlich, und sollte das weiter so anhalten, wovon wir einfach mal ausgehen, dann erreichen wir noch deutlich vor dem Wahlmonat November eine Zahl der Arbeitslosen von unter 4 Millionen Menschen. - Das hatte sich vor allem die regierende Partei Partido Popular mit Mariano Rajoy an der Spitze so gewünscht, erhöht doch eine solch permanent sinkende Zahl vor Arbeitslosen deren Möglichkeiten, ihre Macht auch weiterhin auszuüben. - Allerdings wird man an der Grafik, siehe unten, bald mal was ändern müssen. - Geschickt bis perfide hat man ja als X-Achse, wie man das eigentlich kennt, nicht Null genommen, sondern spanisch pragmatisch 4 Millionen. - Wenn man jetzt unter die 4 Millionen kommt, dann muss man ja die X-Achse verändern, und es werden noch Wetten angenommen, ob man dann 3,5 oder 3,0 Millionen ansetzt, um weiterhin im sinnlichen Farbspiel der Jahreskurven auch Wählergunsten kognitiv unbeleckt einfangen kann. - Auf den Kanaren und auch auf La Palma läuft das Sinken der Zahl der Arbeitslosen auf gleichem bis ähnlichem Niveau ab, anstatt 10.655 Menschen ohne Arbeit noch im Juli vergangenen Jahres vermelden zu müssen, sind es jetzt "nur" noch 9.543. - Zu den bekannten Grafiken stelle ich mal noch eine weitere des Gobierno de Canarias ein, welche mich ein bisschen an dem Sinn und Zweck der seit nunmehr fast zwei Jahren steigenden Touristenzahlen zweifeln lässt. - Nicht daran, dass wirklich deutlich mehr Leute auf die Inseln kommen, und das nicht nur, weil es anderswo Probleme gibt, sondern auch, weil die Kanaren einfach Spitze sind, aber wenn wir uns die praktische Nichtentwicklung der Zahl der Arbeitslose im Bereich "Hostelería" seit Juli 2012 ansehen, dann kommen doch Fragen auf, warum denn im Ressort Tourismus die Umsatz- und Gewinnsteigerungen sich kaum auf die Zahl der Arbeitslosen auswirken.

Die Zahlen stammen wie immer von der "SEPE" dem Servicio Público de Empleo Estatal und wer die nachfolgenden Grafiken eingehender studieren will, der kann das auf gut 70 Seiten als PDF hier machen.

Die kanarischen Zahlen stammen vom Gobierno de Canarias und können HIER nachgeschlagen werden.




Hier sind wir gespannt, wo denn die neu zu bastelnde X-Achse angesetzt wird. - Null, wie es eigentlich sein sollte, das traut sich doch keiner...




Seit Oktober 2013 nun ständig sinkende Zahlen.




Immer wieder kritisiert. - Der geringe Anteil unbefristeter Arbeitsverträge im Verhältnis zu der Gesamtzahl der abgeschlossenen Verträge




Gute Geschäfte im Tourismus, aber kaum gesunkene Zahlen in Sachen Hostelerie.





Sonntag 05.07.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A cada puerta, su dueña
Zu jeder Tür seine Eigentümerin. - Zwei Erklärungen finden wir hier. - Es kann die Aufforderung sein, doch aufzupassen, dass man gut abschließt und eben auf seine Tür und damit sein Hab und Gut aufpasst. - Öfter jedoch wird das gebraucht um damit zu sagen, kümmere dich um deinen eigenen Kram.






Bild von Richard Wurdel





Samstag 04.07.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 18,4 Grad

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Nachrichten ohne Bajada, Politik und Griechenland

Ich versuche es einfach mal… La Palma versucht sich immer öfter als Film-Insel, und der langfristige Hintergrund ist natürlich, dass man unser Eiland als Drehort vermarkten will. - Da gibt es Arbeitsplätze zu gewinnen und natürlich auch einen ganz gewaltigen Werbefaktor, und sollten sich Produktionsfirmen erst einmal "festgesessen" haben, also die Vorzüge der Insel kennen, und bereits Erfahrung damit gemacht haben, dann würden die natürlich auch häufiger wiederkommen, weil man eben das Potential der Insel auch bereits einschätzen kann. - Es sollen ja nicht nur Filme oder Dokumentationen über die Insel entstehen, die gibt es ja bereits reichlich, man will eben als Drehplatz fungieren und kann hierbei natürlich mit Landschaften werben, die nicht so einfach Vergleiche finden. - Eher zufällig habe ich am 1. April dazu auch war verfasst, warum nicht, aus Spaß wurde Ernst, und Ernst könnte viele Arbeitsplätze schaffen. - La Palma Film Commission heißt die inseleigene Firma, welche ausschließlich dazu gegründet wurde, Produktionsfirmen aus aller Welt unsere Insel von der besten Seite zu präsentieren. - Mit Alberto de Paz, einem, weit über die Insel hinaus bekannten Künstler, hat man da auch die richtige Person gefunden, welcher dieser Firma Antrieb verleiht, und bald will man auch die ersten größeren Erfolge vorführen. - Keine Frage, La Palma bietet enorme Kulissen für Filme, aber der Markt als "Kulisse" ist umkämpft, denn es hat sich schon lange herumgesprochen, dass es für die Regionen lohnen sein kann, wenn sich Hollywood und Nachbargemeinden im Geiste und im Ressort zum fröhlichen Dreh niederlassen.

La Palma ist ja auch nicht unbeleckt in Sachen Film, viele Jahre lang diente unsere wilde Insel als Wirkungsstätte für das internationale Filmfestival des Digitalen Films, dem "Festivalito". - Das waren lustige bis skurrile Zeiten, da wurde man selbst als Passant auf der Straße oder in den Bergen mal eben zum Komparsen, oder Teil eines Films, denn die vielen Regisseure und Produzenten kamen nicht nur auf die Insel um ihre Werke hier dem neugierigen Publikum zu präsentieren, sondern man hat auch fleißig hier auf der Insel gedreht und als Abschluss gab es jedes Mal einen Film, der innerhalb einer Woche und von einem Großteil der Teilnehmer des Festivals gedreht wurden. - Man ließ dann leider das Festivalito ohne die notwendigen Zuschüsse seitens der Inselregierung, es waren halt Krisenzeiten, man weiß es doch, erst kommt das Fressen, dann der Sport, dann die Moral und dann erst die Kultur, und auch ohne genau zu wissen, in welchem Entwicklungsstadium wir uns gerade wieder befinden, die Inselregierung hat das Sponsoring für das Festivalito wieder aufgenommen und stolz präsentiert man uns nun die 10. Ausgabe des Filmfestivals, welches vom 24 - 31. Juli stattfinden wird. - Ein bisschen was hat sich geändert, das heißt nun nicht mehr Festival des Digitalen Films, sondern "X Edición del Festivalito de La Palma - Festival de Cine de las Estrellas". - Zwar sind die allermeisten Teilnehmer des Festivals Künstler aus der "Schublade" des unabhängigen Films, aber man gräbt das gesamte Spektrum an, und es wird so auch die Aufgabe der "La Palma Film Commission" sein, dass hinter dem munteren Treiben eines ausgelassenen Filmfestivals die Suche nach dem Brot in oft brotloser Kunst nicht zu krümelig wird. - Wie geschickt man in Sachen Ganzheitlich und Synergieeffekten bereits geworden ist, das beweist nun auch der neue Untertitel "Festival de Cine de las Estrellas", man ist sich und uns also durchaus bewusst, da war doch noch was außer Barrancos, Landschaften und triefender Traditionen im Inselportfolio, was durchaus ungefiltert ins Inselportemonnaie wandern könnte. - Diversifikation der Inselvolkswirtschaft, mehr als Bananen, Tourismus und Subventionen, dringend notwendig und wenn die hier Filme drehen wollen, sie seien uns herzlich willkommen.




Hier der Llano de Las Cuevas, in den dortigen Höhlen und einfachen Basaltbauten lebte ein Teil der Landbevölkerung, so wird diese "Ebene der Höhlen" auch einen bedeutenden Teil der Filmkulisse ergeben. - So zumindest beschreibt das die Erfolgsgeschichte vom 1. April dieses Jahres in Sachen Film-Insel-La Palma.





Samstag 04.07.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1020 hPa

Gastbeitrag von Rainer Olzem und Timm Reisinger

Der Explosionskrater "La Caldereta" bei Santa Cruz de La Palma. Teil 2 von 2


Auf dem Kraterrand ist die Schichtung der Palagonite gut zu erkennen: In dünnen, nur Millimeter- und Zentimeter-dicken Lagen, fällt die Schichtung konzentrisch nach außen zum Kraterrand mit einem Winkel von etwa 10 - 15° ein. Auffällig ist hier nicht nur die bräunliche Färbung des Gesteins, die ganz im Gegensatz zur dunkelgrauen bis schwarzen Farbe der auf La Palma allgegenwärtigen basaltischen Laven steht, sondern auch die schiefrige Ausbildung des Materials.

Im Palagonit ist sowohl schichtparallel als auch quer zur Schichtung ein auffälliges weißes Mineral auskristallisiert. Vermutlich handelt es sich um Gips, der durch in das Gestein über Klüfte und Schichtfugen eingedrungenes Niederschlagswasser aus dem Gestein gelöst wurde und später nach Verdunstung des Wassers auskristallisiert ist.

Altersbestimmungen für die Eruption des Caldereta-Vulkans gibt es nicht, nach einer sehr groben Abschätzung dürfte sie älter als die Cumbre Vieja, aber jünger als der jüngere Taburiente-Vulkan sein. La Caldereta entstand demnach in einem Zeitraum vor etwa 700.000 bis 150.000 Jahren.



Weißes Mineral schichtparallel und quer zur Schichtung des Palagonits

Altersbestimmungen für die Eruption des Caldereta-Vulkans gibt es nicht, nach einer sehr groben Abschätzung dürfte sie älter als die Cumbre Vieja, aber jünger als der jüngere Taburiente-Vulkan sein. La Caldereta entstand demnach in einem Zeitraum vor etwa 700.000 bis 150.000 Jahren.



Historisches Foto von der Caldereta 1890



La Caldereta vor der Bebauung



Die weltweit stärksten vulkanischen Ereignisse waren phreatomagmatische Eruptionen. Auf den westlichen Kanaren und vor allem auf La Palma gibt es eine ganze Reihe von Beispielen phreatomagmatischen Vulkanismus, z. B. die 1949er San Juan-Eruption im Krater des Duraznero und des Hoyo Negro auf der Cumbre Vieja und die historische Eruption des Vulkans San Antonio vor rund 3.200 Jahren.

Der imposante Krater des La Caldereta-Vulkans ist als schützenswertes Naturdenkmal ausgewiesen - er ist der größte Tuff-Kegel auf den gesamten Kanaren - und wurde zunächst in seinem Inneren naturbelassen. Aber wie so oft kollidierte auch hier die Ökonomie mit der Ökologie und so wurde nur der ohnehin unzugängliche und nicht nutzbare Bereich des Kraters geschützt, während der bebaubare Bereich durch eine Wohnsiedlung abgewertet wurde, ohne zu berücksichtigen, dass dies ein Naturdenkmal ist und nicht nur ein beliebiges Baugrundstück. Es gab damals von Seiten der Bevölkerung und von vielen Geologen und Naturschutzverbänden heftige, aber erfolglose Kritik an den Bauvorhaben.



Panorama vom Mirador de la Concepción in den Krater und auf Santa Cruz



Den besten Überblick über die Caldereta bietet der Mirador de la Concepción. Von der Straße LP-202 von San Pedro in Fahrtrichtung Santa Cruz de la Palma zweigt nach der Ortschaft Buena Vista de Abajo unmittelbar hinter der Straßenüberführung über die Hauptstraße LP-3 Santa Cruz - El Paso in einem Kreisverkehr rechts die Stichstraße "Subida al Mirador de la Concepción" ab. An der Stichstraße liegt auf der "Plaza de la Concepción" die kleine Kirche "Nuestra Senora de la Concepción".

Entlang der 300 m kurzen Straße und an ihrem Ende im Rondell gibt es ausreichend Parkraum. Zu Fuß geht's dann über den südlichen Rand des Caldereta-Kraters mit weitem Panoramablick in den Krater, auf die Bebauung im Kraterinneren, auf Santa Cruz de la Palma mit seinem Hafen und auf den Atlantik. Bei klaren Sichtverhältnissen sind die Nachbarinseln Teneriffa und La Gomera am Horizont zu sehen.


Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Leider gibt es das Buch auf La Palma noch nicht zu kaufen, am schnellsten kommt man über das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.





Freitag 03.07.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Die Landwirte und Manolo freuen sich über den Regen
Aber es regnet nie zur Freude aller

Nunca llueve a gusto de todos, so sagt man hier, Fulanito de tal hat immer Recht und die Regel der Bäuerin ist meist zuverlässiger als die Bauernregeln. - Gestern hat es geregnet, und zwar gar nicht wenig, allerdings hat das Aridanetal überhaupt nichts davon abbekommen, so wie das meistens der Fall ist. - Im Norden und im Osten der Insel ist reichlich Regen gefallen, allerdings findet man keine belastbaren Aussagen, wie viel es denn eigentlich war, lokal unterschiedlich natürlich, so zwischen 15 und 35 Milliemter. - Regen im Juli ist kein Weltwunder hier, sondern auch eine Angelegenheit der Großwetterlage, und fast immer eben kommt der Wind aus Nordosten, und bringt daher eben die Niederschläge auch aus der Richtung zu uns. - Im Nordosten der Insel verzeichnet man locker das Dreifache der Durchschnittsmenge der Insel, und als Mittel setzen wir knappe 600 Millimeter im Jahr an. - Hört sich gar nicht so schlecht an, allerdings muss man eben dazu sagen, dass wir hier im Westen diese Menge selten erreichen, es im Aridanetal von Mai bis Oktober praktisch überhaupt nicht regnet und wenn dann Niederschläge fallen, diese oft ungenutzt wieder in den Atlantik rauschen und keine Nutzen bringen, sondern im Gegenteil auch noch die Erosion fördern. - Es muss also nicht nur regnen, sondern auch noch richtig, und an entscheidender Stelle, aber so läuft das eben nicht mit der Geschichte um die Niederschläge, da kann man sich vierundneunzig Mal mit der Faust auf die Brust schlagen, hundertsechszehn Vaterunser beten und Heerscharen an Jungfrauen in Prozessionen vom Berg herunter holen, wenn die Drücke auf dem Atlantik und die Winde am Horizont nicht wollen, dann regnet es keinen Tropfen. - Dabei trifft die Trockenheit in diesem Winter La Palma ganz besonders. - Wir erinnern uns, auch mit Hilfe der Statistik, dass sowohl im Oktober, wie auch im November doch fette Tiefdruckgebiete von Westen über die Kanaren gezogen sind, aber die anderen Inseln das Gros der Niederschläge abbekommen haben, und wir nur sehr wenig.

Insgesamt fielen im Aridanetal von Oktober bis April 135 Millimeter Niederschlag, und davon knapp 100 Millimeter im Oktober und November, den Rest des Winters kann man also praktisch als trocken bezeichnen, und das merkt man dann als aufmerksamer Beobachter auf der Westseite wohl. - Allerdings sind wir auch weit von einer Katastrophe entfernt, erst nach zwei solchen Wintern hintereinander wird es eng, aber die Landwirte stehen ja meist nah am Wasser, und irgendwie ist bei denen das Glas immer halbleer. - Aber wie kann es dann sein, dass auf der Westseite im unteren Bereich des Aridanetal die Bananenplantagen liegen mit den höchsten Erträgen? - Ich könnte jetzt versuchen, Ihnen die Geschichte von dem einarmigen chinesischen Tüftler Lei Tung zu verkaufen, der einen robusten Beitrag dazu geleistet hat, dass Wasser inzwischen von einer Inselseite zur andere gebracht werden kann, aber solche dusseligen Wortspiele kommen meist nicht mehr an. - Wenn es auf der Ostseite regnet, dann freut sich der Bananenbauer auf der Westseite ganz besonders, denn der hat inzwischen auch noch ein paar Apartments in der Finca stehen, und vermietet diese an Feriengäste. - Das Wasser kommt dann aus dem Tunnel, oder über die Ringleitung auch ins Tal, aber es regnet hier nicht, und schon ist das Glas nicht mehr nur halbvoll, sondern hört gar nicht mehr auf, sich zu füllen. - Prinzipiell ist dieses Paradies schon vorhanden, allerdings besteht ja nicht die gesamte Landwirtschaft aus Plantagen, welche gegossen werden und je weniger es regnet, um so mehr versalzen die Böden und auch die Brunnen im Westen und dann ist nicht nur guter Rat, sondern auch gutes Wasser teuer. - La Palma hat sicher kein Wasserproblem, nur ist das Wasser nicht immer dort, wo es gebraucht wird und daran arbeiten weiterhin schlaue, aber auch bauernschlaue Köpfe und Hände, und auch daran, dass Wasser, und wie man da rankommt, auch weiterhin ein fließendes Geschäft bleiben.

Das will ich jetzt weiter nicht vertiefen, aber über Wasser auf unserer Insel könnte man gleich mehrere Doktorarbeiten schreiben und gleichzeitig reichlich Stoff für Filme oder Serien aus dem "Clan-Dynastie-Ressort" sammeln. - Aber dieser Regen bringt auch für andere Leute noch Geschäfte, denn wenn es im Juli regnet, dann verwandeln sich unsere Straßen in wahre Rutschbahnen. - Klar, der Staub des Sommers und das Öl alter Pickups haben sich bereits zur sommerlichen Ruhe auf der Fahrbahn niedergelassen, und dann regnet es sanft auf den Belag, und schon haben Abschleppunternehmen, Karrosseriespengler und Versicherungsunternehmungen reichlich Arbeit. - Und Manolo, der mit den Reifen, die so neu sind, dass die noch Profil haben. - Wer die Rutschpartie gestern auf der Ostseite gerade noch so überstanden hat und es bis nach El Paso schaffte, der freut sich so den "Local-Gummi-Heroe" zu sehen und lässt sich schnell neue Schlappen auf die Felgen ziehen. - Bald geht Manolo in Rente, dann fehlt wieder so ein Gesicht, an dem man ablesen kann, wie denn das Wetter denn auf der Ostseite wird und ob es sich denn lohnt, mit dem Auto kurz durch den Tunnel zu fahren, damit es mal wieder sauber wird…




Ganz langsam... La Palma, Juli 2015, Ostseite, nicht weitersagen...





Freitag 03.07.2015 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Rainer Olzem und Timm Reisinger

Der Explosionskrater "La Caldereta" bei Santa Cruz de La Palma. Teil 1 von 2




La Caldereta, Santa Cruz und der Hafen (Quelle: vseneprostotak.ru)




Dem Hafen der Inselhauptstadt Santa Cruz de la Palma gegenüber liegt ein riesiger zum Meer hin offener Vulkankrater, genannt La Caldereta. Seine Basis hat einen Durchmesser von 1,5 km, sein innerer Durchmesser beträgt rund 1 km und der Kraterrand überragt die Stadt an seinem höchsten Punkt um etwa 400 m. Die stadtauswärts verlaufende Schnellstraße durchfährt die südliche Kraterwand der Caldereta durch einen etwa 450 m langen Tunnel, während die stadteinwärts führende Gegenfahrbahn ein senkrechtes Profil durch den Kraterrand schneidet.

La Caldereta ist ein ganz besonderer Vulkan, nämlich ein Vulkan, der durch eine sogenannte phreatomagmatische Eruption entstanden ist. Eine phreatomagmatische Eruption ist ein mit heftigen Explosionen verbundener Vulkanausbruch, wobei unter hohem Druck stehende Gase die überlagernden Gesteinsmassen durchschlagen. Wenn das bis zu 1.200°C heiße glutflüssige Magma mit Meerwasser, Grundwasser oder Oberflächenwasser in Kontakt kommt, wird dabei das Wasser weit über seinen Siedepunkt hinaus erhitzt, verdampft schlagartig und vergrößert sein Volumen dabei auf das 1.000-fache, was eine gewaltige Dampfexplosion verursacht.

Die Explosion zertrümmert das umgebende Gestein und sprengt einen Krater in den Gesteinsuntergrund. Das ausgeworfene Gestein wird rings um den Krater als Wall abgelagert. Durch den direkten Kontakt von Magma mit Wasser werden die pyroklastischen Materialien sehr stark fragmentiert - von feiner Asche (kleiner 0,0625 mm) bis zu groben Blöcken (größer 256 mm) - und palagonitisiert. Palagonit ist ein gelblich-braunes Gesteinsglas, das aus heißem basaltischem Magma in Kontakt mit Wasser entsteht. Durch die Anwesenheit von Wasser und durch die hohen Temperaturen des Magmas wird zweiwertiges Eisen zu dreiwertigem Eisen oxidiert, wodurch die Farbe des Gesteins bräunlich wird. Palagonit ist nach dem Ort Palagonia auf Sizilien, südwestlich von Catania, benannt, wo dieses Gestein zum ersten Mal gefunden und beschrieben wurde.

Das vulkanische Auswurfmaterial der Caldereta besteht aus hoch verdichteten palagonitischen Tuffen und weist eine schlechte Sortierung auf, d.h. es besteht aus feinen und groben Komponenten. Große Blöcke haben oft keine Einschlagkrater erzeugt, denn sie wurden nicht im Flug transportiert, sondern rollten über den Boden.

Phreatomagmatische Eruptionen produzieren nicht nur charakteristische vulkanische Auswurfmaterialien, sondern sie bestimmen auch Form und Größe der vulkanischen Kegel. Durch Phreatomagmatismus entstandene Krater sind meist weiter und offener als effusive Krater mit Lavaaustritten. An diesen charakteristischen Eigenschaften - weite offene Krater, starke Fragmentierung und gelblich-braune Färbung des Gesteins und das Fehlen von Lavaflüssen - können phreatomagmatische Eruptionen meist gut identifiziert werden.

Wenn der Zustrom von externem Wasser versiegt, kann eine phreatomagmatische Eruption von rein magmatischen Eruptionen gefolgt werden. Im Inneren der Caldereta befindet sich ein magmatisches Eruptionszentrum, das belegt, dass am Ende der phreatomagmatischen Eruption auch hier das Magma keinen Kontakt mehr zum Wasser hatte und sich der Mechanismus der Eruption zu einer normalen vulkanischen Aktivität wandelte.




Die Schichtung des Palagonits fällt konzentrisch zum Kraterrand ein




Typische Fragmentierung und braune Färbung des Palagonits




Morgen folgt Teil 2

Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Auf La Palma gibt es dieses Buch bei Sorpresa in El Paso zu kaufen, manchmal auch nur als Vorbestellung, oder man geht auf das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.







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