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Nachrichtenarchiv Juli 2011


Sonntag 31.07.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 29,3 Grad - niedrigste Temperatur 22,5 Grad

Das kommt mir spanisch vor…

... und zwar jeden Tag aufs Neue..

Hallo Welt!

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll bei Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen hier und da. Sprache, Mentalität, Umgebung, Klima, die sozialen Gefüge, das Gesundheitswesen, Einkaufen, Autoversicherung, Telefon, Strom & Internet, Arbeit - alles ist anders...

Wobei? Die Sprache hier erinnert mich doch immer mehr ans Englische. Ich dachte ja vorher immer, dass italienisch oder französisch näher an spanisch dran seien, was in puncto Grammatik sicherlich auch stimmt. Aber in Sachen Vokabular sehe ich viel mehr Parallelen zum Englischen. Eine destination ist eine destino. Ein carpenter ist ein carpintero und eine ambition ist eine ambición. Klingt alles ziemlich gleich, oder?...

Mit dem Klima hatten wir anfangs leichte Probleme. Wir waren von Kanada aus eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit gewöhnt und liefen wirklich ab 10 Grad plus im T-Shirt durch die Weltgeschichte. Hier trugen wir anfangs bei 20 Grad Jeans und Pullover. Nein, keine Long Johns - das überlassen wir jemand anderem... ;-)

In Sachen Autoversicherung waren wir erst einmal völlig überfordert. In British Columbia ist die Versicherung bei der Provinz abzuschließen und nirgendwo anders. Entsprechend teuer ist sie leider auch. Wir haben für unsere beiden Trucks - beide nur mit Haftpflichtversicherung ohne Schnickschnack - pro Monat knapp 400 Dollar bezahlt. Das sind ca. 280 Euro. Nun, das bezahlen wir hier für das Sternemobil für ein halbes Jahr incl. Kasko, Pannenhilfe, kostenlosem Leihwagen bei einer Panne, etc. Wenn das mal kein Schnäppchen ist...

Aber auch andere Schnäppchen lassen unser Herz höher schlagen - hier, wo der Himmel zwar nicht voller Geigen aber dafür voller Schinken hängt. Das Einkaufen.

Mensch, was lässt es sich hier gut und günstig einkaufen. Nach den Jahren in Kanada, wo wir uns doch schon an die hohen Preise gewöhnt hatten, genießen wir es immer wieder aufs Neue einen vollen Einkaufswagen durch die Gegend zu schieben und im Supermarkt auch Bier, Wein & Co. erwerben zu können. Nix da mehr mit extra Stopp im Liquor Store...

Ich werde in auf all die Unterschiede demnächst detaillierter eingehen - das ist nicht mal kurz abgehandelt. Auch wird es ein paar Fortsetzungen der noch nicht zu Ende geschriebenen Stories aus Whistler geben. Dort hat sich in Sachen Asphaltwerk, Bärenjagd, Hundeschlitten-Massaker nämlich noch einiges getan und durch diverse Mails weiß ich, dass sich doch der eine oder die andere dafür interessiert.

Auch auf etwas anderes bin ich immer wieder angesprochen worden. Nun, heute ist Sonntag und was gab es da immer? Richtig... ;-)

Drum beginne ich mal mein etwas aus dem Takt geratenes Sonntagsrezept mit einem Zitat von George Bernhard Shaw, welches ich blind unterschreibe: "There is no love more sincere, than the love for food."

In diesem Sinne, ab in die Küche mit uns - es gibt viel zu brutzeln, fangen wir an. Auch, wenn es hier ein Gasherd ist, dem ich nach wie vor nichts abgewinnen kann - aber das ist einen anderen Schwank aus meiner nicht-mehr-Jugend wert. Das erste Küchenhandtuch habe ich jedenfalls schon abgefackelt und mir auch schon ordentlich die Finger verbrannt... ;-)

Die superschnelle Blitzpizza für nicht geplante Gäste oder auch sich selbst

Ja, das kommt hier schon einmal vor, dass jemand plötzlich und unerwartet vorm Tor steht - ohne eine Speise kommt bei mir aber niemand wieder weg...

Mann-Frau-Kind nehme:

Eine Rolle frischen Blätterteig (gibt es hier in der Kühltheke und passt genau für ein Backblech)
3-4 frische Tomaten, gewaschen und in Scheiben geschnitten
eine Zwiebel, geschält und in Würfel oder Ringe geschnitten
eine kleine Dose Sardellen in Öl
eine handvoll Kapern
eine Dose Thunfisch
Oliven
etwas geriebener Käse
Oregano, Salz und Pfeffer

Blätterteig aufs Backblech legen, mit allem belegen und bei 220ºC ca. 30 Minuten backen. Heiß, lauwarm oder kalt servieren...

Champignons mal anders (oder auch nicht)

500 g frische Champignons geputzt und geviertelt
1 Zwiebel, geschält und gewürfelt
ca. 100 g Chorizo, fein gewürfelt
gehackte Petersilie
Sherry-Essig
Salz, Pfeffer
Olivenöl zum Anbraten

Olivenöl erhitzen, Zwiebelwürfel und Chorizo darin Farbe nehmen lassen, Champignons hinzufügen und anbraten. Mit etwas Sherry-Essig ablöschen. Salzen, pfeffern und mit der gehackten Petersilie vermengen. Etwas durchziehen lassen und lauwarm oder kalt servieren...

Gefüllte Paprika mal anders

Ich bin auch bei den bereits angesprochenen für uns niedrig erscheinenden Lebensmittelpreisen immer noch kein Mensch, der gerne Essensreste in den Müll wandern lässt. Letztens hatten wir Kartoffelpüree übrig, den ich eigentlich zu Gnocchi weiterverarbeiten wollte. Nun, heraus gekommen sind dabei diese Paprikaschoten...

Paprika
(Reste) Kartoffelpüree
Ziegenkäse, in feine Würfel geschnitten
Eigelb
Knoblauch, gehackt oder gepresst - wie es einem jeden beliebt
Pfeffer, Paprikapulver

Die Paprika längs halbieren, waschen und die Kerne entfernen. Entscheiden, welche Hälfte am besten auf dem Backblech liegen bleibt und die andere Hälfte fein würfeln. Käse sowie Eigelb und Knoblauch hinzufügen und würzen. Auf ein Backblech geben und bei 220º C, ca. 30 Minuten backen. Fertig!

Gutes Gelingen und vor allem: ¡Buen provecho! Hasta la próxima...








Sonntag 31.07.2011 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1016 hPa

Gabi ist wieder Europäerin…
…noch besser, in Spanien

Gabi ist uns wieder ein Stückchen näher gerückt, soll heißen, inzwischen zahlen wir die Steuern an das gleiche Finanzamt. - Allerdings ist Gabi nicht auf den Kanaren gelandet, sondern im Süden der Iberischen Halbinsel, auch da soll es schön sein, zumindest weiß ich das noch aus meiner Zeit in Granada und jetzt wieder von den Fotos, welche uns Gabi immer mal wieder zukommen lässt. - Wie das so dazwischen abgelaufen ist, zwischen Kanada und Spanien, und wie denn so die ersten Unterschiede aussehen, das kann keiner besser erzählen, als Gabi selbst. - Hier nun der erste Teil, am Abend geht es dann weiter.


Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen…

... wenn einer einen transkontinentalen Umzug macht, noch viel mehr... ;-)

Hallo Welt!

Ich muss mich doch mal wieder melden und berichten, wie es uns in der Zwischenzeit so ergangen ist...

Nach einem recht holprigen Hausverkauf in Kanada - ich sage nur soviel: Makler können oftmals viel reden, bringen aber nicht unbedingt etwas zustande - dies in Kombination mit einer immer schlechter werdenden wirtschaftlichen Lage und geänderten Hypothekenbedingungen - haben wir am 31.März d.J. Nordamerika den Rücken gekehrt und sind von Chicago aus nach Madrid geflogen.

Chicago? Die wohnten doch in British Columbia wird sich nun sicherlich der eine oder die andere fragen. Nun, die Antwort ist einfach. Aufgrund des Kleinzoos kam für uns nur ein Direktflug in Frage. Unser Hund muss alle 12 Stunden seine Epilepsie-Tabletten bekommen - ein Flug Vancouver - Europa dauert im Schnitt 11 Stunden. Plus die Zeit des Eincheckens, plus die Zeit der tierärztlichen Kontrolle am Zielflughafen und Verzollung - das hätte alles viel zu lange gedauert. Durch Europa wollten wir nicht fahren, also haben wir kurzerhand ein Wohnmobil angemietet und sind mit diesem einmal quer durch die USA nach Chicago gebraust. Yepp, wir können nun von uns behaupten sowohl den Mississippi als auch den Missouri überquert zu haben und weder Washington State noch Idaho, Montana, South Dakota, Minnesota, Wisconsin oder Illinois sind noch weiße Flecken auf der Landkarte - und ich gebe gerade ganz schön an... ;-)

In Chicago mussten unsere Tiere noch zum Tierarzt, damit wir die Ausfuhrpapiere für die USA bekamen. Der damit verbundene Heckmeck ist eine eigene Story wert. Ich sage nur eines: der Tierversand hat mich Nerven gekostet und mir bestimmt noch mehr graue Haare beschert. Aber die sieht frau ja nicht - ist wie immer Farbe drüber... ;-) Und merkt Ihr alle etwas? Genau, ich schweife schon wieder ab - das habe ich in der Zwischenzeit nicht verlernt... ;-)

Der Flug war für uns der gefühlt Kürzeste unseres Lebens. Am Gate sahen wir, wie unsere Tiere verladen wurden. Leute, ich kann Euch sagen, dass mir ein Stein vom Herzen fiel, als ich sie sah, musste ich doch nicht darum bangen, dass sie nicht mitkamen. An Bord gab es flugs Getränke, das Essen wurde serviert - hey, das war wirklich lecker - ein Filmchen lief, den wir uns gar nicht anschauten, ein kurzes Schläfchen, das Licht ging wieder an, es gab Frühstück und schon landeten wir in Madrid...

Dort angekommen wieder der gleiche Zirkus mit Amtstierarzt und Zoll - dummerweise konnte ich mich in Spanien aber nicht sooo gut verständlich machen, wie es noch in den USA der Fall war. Egal, irgendwann war alles über die Bühne und 5 Stunden nach Ankunft konnten wir unsere Bestien wieder in Empfang nehmen. In den extra großen Leihwagen mit ihnen und zusehen, dass wir den Weg in Richtung Süden finden.

Nun, jeder, der schon einmal dort war, wird nun mitfühlend den Kopf wiegen - es war eine einzige Katastrophe. Mit der Ausschilderung kamen wir nicht klar, eine Autokarte hatten wir noch nicht, so dass wir ca. eine Stunde herum kurvten, bis wir endlich auf der richtigen Autobahn ankamen.

Mensch, was fahren die hier alle schnell und wie dicht fahren die hier alle auf! In Kanada zockelte man mit gemütlichen 80 durch die Gegend und drängeln oder gar hupen war unbekannt. Und wie voll das hier alles ist und guck mal Schatz, da hängen Wäscheleinen am Haus. Ein absolutes No-go in Kanada - da muss man ja sogar ein Bußgeld bezahlen, wenn man es macht und dabei erwischt wird...

An dem Tag sind wir noch bis kurz vor Malaga gekommen und sind am kommenden Tag noch vor Einbruch der Morgendämmerung zum Mittelmeer gefahren. Ja, wir wollten unseren ersten Sonnenaufgang am Meer erleben. Es war so richtig schön kitschig - während wir die Autovia entlang fuhren... ;-)

Eine Unterkunft für die ersten Wochen hatten wir bereits von Kanada aus gebucht und haben damit einen guten Griff gemacht. Diese wirklich netten Menschen haben uns in der ersten Zeit sehr geholfen und so manchen Gang zur hier unglaublich aufwendigen Bürokratie erleichtert. Wir sind nunmehr "eingebürgert" und hätten auch schon bei den Lokalwahlen unseren Mostaza dazu geben dürfen - wir haben es aber gelassen. Weiß ich, wer hier für was steht? Da wähle ich lieber nicht als den oder die Falsche(n).

Immerhin weiß ich, dass auch hier eine Autobahn die ohnehin nicht allzu volle Autovia ergänzen soll und auch hier gibt es zahlreiche Proteste dagegen. Hey, warum wohne ich immer dort, wo es Parallelen zum Inselchen gibt? Drüben das Asphaltwerk - hier die Autobahn. Hm, Einwände gegen Golfplätze, die gibt es hier glaube ich nicht. Aber der eine hier in der Gegend stört glaube ich niemanden - im Gegenteil. Der ist ganz gut besucht...

Und schon wieder schweife ich ab... ;-)

Nach gut vier Wochen konnten wir ein schönes Haus mit großem Garten und Pool beziehen. Hey, ein Haus mit Pool - welch Luxus!!! Und die Aussicht erst einmal. Wir gucken nun nicht nur auf Berge - das hatten wir schließlich jahrelang - wir gucken nun auch aufs Meer und die Schiffe und einen riesigen Korkeichenwald und und und...

Bis unser Container dann auch endlich spanischen Boden unter dem Boden hatte, verging aber noch eine Weile. Während wir den Atlantik überquerten, meinte unsere gelbe 20ft Kiste den Pazifik vorziehen zu müssen und kam dann nach langer Reise via Suez-Kanal ins Mittelmeer, wurde in Valencia auf einen anderen Frachter umgeladen und letztendlich in Cadiz verzollt. Unsere Siebentausendsachen können nun von sich behaupten eine Weltumrundung gemacht zu haben. Wer kann das schon von sich behaupten???

Die Verzollung war dann aber auch wieder eine Sache für sich. Mensch, was mussten wir an Papierkram hinter uns bringen, ich musste mich noch steuerlich registrieren lassen, musste Geld auf irgendwelche Konten einzahlen (ja, immer schoen eine Wartenummer ziehen) und und und. Als ich schon fast keine Nerven und oder Geduld mehr hatte, kam dann der erlösende Anruf: der Container ist freigegeben - wann möchtest Du ihn haben? Nun, es war Freitagvormittag - und ich meinte nur: Montag? Du kannst ihn auch noch heute bekommen, wenn Du magst. Ja sicher! Immer her mit der Kiste!!!

Gegen 5 Uhr nachmittags rauschte der LKW dann den Berg empor - dummerweise schickten sie den größten anstelle des kleinsten LKWs, und so mussten wir den kompletten Kram auf der Strasse ausladen, blockierten die Zufahrt für unsere sehr verständnisvollen Nachbarn, und haben bis weit nach Einbruch der Dunkelheit alles poco a poco per Sternemobil (so nennen wir unser Auto) zum Haus gefahren. Irgendwann war es dann so zappenduster und wir so fix und fertig und müde und hungrig, dass wir den Rest einfach haben stehen lassen. Morgen ist auch noch ein Tag. Ist mañana, mañana, nicht eh die spanische Devise? Wir passen uns halt den Sitten und Gebrauchen an... ;-)

Innerhalb weniger Tage war dann alles fertig und was seitdem so alles geschah, was wir erlebt haben und wo wir Parallelen oder Unterschiede zwischen Kanada und Spanien sehen, das könnt Ihr alle in einer kommenden Fortsetzung lesen... ;-)






Leo sitzt nicht vor einer Fototapete




Sie taten mir so Leid, fast eine dreiviertel Stunde standen sie dort





Samstag 30.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 33 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 34,1 Grad - niedrigste Temperatur 21,8 Grad

Kurzgeschichten
Was so nebenbei passiert

Das Finanzamt kassiert nun säumige Zahler der Stadt Santa Cruz. - Da werden manche "Kunden" unserer Hauptstadt ganz schön gucken, wenn die in den kommenden Tagen Post von der "Agencia Tributaria Canaria" bekommen, in welcher sie aufgefordert werden, das Wasser, die Müllabfuhr oder die Autosteuern zu bezahlen. - Ich wusste auch nicht, dass es einen solchen Service gibt, dass sich das Finanzamt hier als Inkassobüro für die lokalen Korporationen anbieten kann. - Aber man kann das eben aushandeln, wobei in der Presseerklärung nicht erzählt wird, ob sich nun das Finanzamt für seine "Dienstleistung" einen Teil der eingetrieben Schulden behält, oder ob das für die Gemeinde oder den säumigen Zahler gebührenfrei ist. - Die Städte hier haben öfter mal Probleme ihre Gelder einzutreiben, manche Zeitgenossen reagieren einfach nicht auf die Rechnungen der Gemeinden und sind notorische Zech- und sonst was Preller, und wenn die Stadt mit Zwangsmaßnahmen droht, dann wirkt das nicht besonders auf diese Bürger. - Post vom Finanzamt ist dann schon etwas anderes, und die können dann, sollte es hart auf hart gehen, auch Bankkonten der Schuldner sperren lassen, so lange bis die Schuld getilgt ist. - "Embargo" nennt man solch eine Situation, und es ist immer lustig bis derbe interessant, wenn jemand einen auffordert, Geld bloß nicht auf sein Konto einzuzahlen, denn dann käme er nicht an sein Geld.

Rund ums Krankenhaus gibt es auch etwas Neues. - Über 2.000 Unterschriften haben Nutzer und Patienten des öffentlichen Gesundheitssystems an einem Vormittag in Santa Cruz gesammelt. - Es geht dabei um die Entlassung des Cheftraumatologen des Inselkrankenhauses, dem hat die Krankenhausleitung unter ominösen Umständen nicht den Vertrag verlängert und der kann nun seinen Dienst bei uns auf La Palma nicht mehr ausüben. - Der war wohl zu kritisch mit der Krankenhausleitung umgegangen, das kann man da gar nicht ab, und weil das kein fest angestellter Arzt war mit einer Planstelle bei uns, sondern eine "Leihgabe" eines Krankenhauses auf Gran Canaria war, konnte man sich dieses Arztes sehr einfach entledigen. - Mit diesen Unterschriften fordern die Bürger und Patienten nun, den Arzt wieder einzustellen und auch dafür Sorge zu tragen, dass endlich genügend medizinisches Fachpersonal für das Krankenhaus auf La Palma geholt wird. - Man befürchte schon lange, extra eine Unterversorgung mit Fachärzten zu dulden, um immer mehr Patienten dazu zu bringen, doch lieber auf Privatärzte zu setzen, deren Behandlung dann nicht vom öffentlichen Gesundheitssystem bezahlt werden muss. - Ob nun diese vielen Unterschriften die Krankenhausleitung dazu bewegen können, den Traumatologen wieder einzustellen, das müssen wir vorsichtig abwarten. - Allerdings werden die wohl auf keinen Fall zugeben, dass die Vermutung die Patienten in private Praxen treiben zu wollen richtig sein könnte. - Das war öfter auch schon mal groß medial und politisch behandelt worden, und natürlich von allerhöchster Stelle dementiert worden. - Allerdings müssen wir leider beobachten, dass die Wartezeiten für Operationen und Facharztbesuche, welche keine Notfälle sind, leider immer länger werden, und man es einfach nicht schafft, endlich diese Wartezeiten abzuarbeiten, so wie man das noch groß versprochen hatte.

Nun noch die Meldung zum Wochenende, und ich garantiere Ihnen, dass ich ein Alibi habe. - In Granadilla auf Tenerife, verschwanden in den Monaten März bis Juli an die 800 Fässer Bier aus einem Getränkelager. - Nun endlich konnte man den fleißigen Dieb erwischen, ein junger Mann hatte die Fässer nach und nach aus dem Lager abtransportiert. - Allerdings hat der diese 800 Fässer nicht mit seinen Freunden beim Fußballgucken gemeinsam ausgetrunken, sondern diese an Kneipen und Restaurants verkauft. - 800 Fässer Bier, da fallen mir viele schöne Geschichten zu ein…



Samstag 30.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 27 % - Luftdruck 1018 hPa

Drei Tage Sommer
Aber Wasser bis zum Abwinken

Bis Sonntag haben wir nun ein paar Tage afrikanischen Sommer, obwohl immer noch weit entfernt von Höchsttemperaturen. - Das Azorenhoch ist zwar immer noch da, so kommt das bisschen Wind weiter aus Nordost, aber ein beeindruckendes wenn auch nicht langatmiges Tiefdruckgebiet nördlich des Azorenhochs sorgt dafür, dass die Frischluftzufuhr abgeschnitten wird. - Atmet das große nordatlantische Hochdruckgebiet sonst Luft aus Zonen die bis in die irische See und manchmal gar bis Island hoch reichen, so bleiben wir jetzt in unserem eigenen Mief ein paar Tage sitzen und das bedeutet einen deutlichen Anstieg der Temperaturen. - Das ist weder Calima noch Levante, auch kein Africano, das ist schlichtweg eine dröge Variante des Passats, wenn der einfach nichts anderes als warme Luft findet, welche er um seine große Achse im Uhrzeigersinn blasen kann. - Aber weder Calima noch Levante sind geschützte Begriffe, genau so wenig wie Demokratie und Sozialismus, es kann also weiterhin jeder alles von sich und anderen behaupten. - Diese kleine Wetterkapriole ist aber bereits am Sonntag wieder vorbei, dann öffnen sich wieder die Frischluftkanäle bis weit in den Norden und wir kommen zurück zu diesem wunderbaren Sommerwetter, welches uns bereits den gesamten Juli über so frisch und angenehm begleitet hat.

Kaum ist es nachts über 20 Grad, da schrillen bei uns immer die Alarmglocken, haben wir denn genügend Wasser angesammelt um über den Sommer zu kommen. - Wir erinnern uns dann auch noch, dass das größte Wasserspeicherbecken der Kanarischen Inseln, die "La Laguna de Barlovento" ja nicht einsatzbereit ist, und nach dem Bruch keine Reserven an Wasser mehr aufzuweisen hat. - Die sind übrigens immer noch nicht fertig mit der Einschätzung der Schadensregulierung, nur erfahren wir nebenbei, dass man inzwischen 8 Millionen Euro anstatt der ursprünglich 5 Millionen für die Reparatur veranschlagt, wenn das in diesem Tempo weitergeht, dann haben wir im Jahr 2016 ein wieder einsetzbares Speicherbecken, repariert für 25 Millionen Euro. - Nicht so negativ denken, das wird alles wieder gut, und der "Consejo Insular de Aguas", also der Inselwasserrat beruhigt uns auch alle gleich, es gibt genug gespeichertes Wasser in den anderen noch funktionierenden Speicherbecken. - Die sind allesamt fast komplett voll, und die gesamte Wassermenge in den Becken wird mit 2.667.124 "pipas" angegeben. - Jetzt wollen Sie natürlich wissen, was eine "pipa" ist, und das mit vollem Recht. - Das Wasser für landwirtschaftliche Nutzung berechnen wir hier immer noch in dem alten Hohlmaß "pipas" und nicht in Liter, so wie bayrische Bauern immer noch von Tagwerk sprechen und selten von Hektar. - Also, eine "pipa" sind 480 Liter, mehr oder weniger, und das kommt vom englischen "pipes", also die Menge an Flüssigkeit, die sich in einem bestimmten Fass befand. - "Pipes" oder "pipas" als Hohlmaß wird auf der ganzen Welt noch benutzt, aber eben oft mit völlig unterschiedlichen Inhalten, hier hat man sich eben auf diese Menge geeinigt, und will davon einfach nicht wieder los. - Wir haben also momentan 1.280.219.520 Liter Wasser hier einfach so herumliegen, das ist immer noch deutlich weniger als die amerikanische Staatsverschuldung in Dollar, und vielleicht sollten die auch mal anfangen in "pipas" zu rechnen, dann hört sich das gleich viel besser an.



Freitag 29.07.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 29,2 Grad - niedrigste Temperatur 19,2 Grad

Wir machen den Weg frei…
Neuwahlen am 20. November

Zapi hat die Nase voll. - So könnte man das auch ausdrücken, und die überwiegende Anzahl der Spanier auch, allerdings von ihm. - José Luis Rodríguez Zapatero hat es nicht geschafft, Spanien weit genug an der Krise vorbei zu rudern, und zum Teil hat er den jetzigen Zustand Spaniens auch mit verschuldet. - Nicht originär, aber durch Unterlassung könnte man das nennen, denn die notwendigen Reformen und Einsparungen hat der smarte Politiker zu spät, vielleicht viel zu spät begonnen. - Vielleicht hat er es nicht gesehen, vielleicht wurde er auch falsch beraten, oder man hat es nicht gewagt, in eine "Heile Welt" hinein drastische Einschnitte vorzunehmen, obwohl diese "Heile Welt" eigentlich nur noch aus billigem Pump bestand. - So wird Zapatero leider nicht als der Krisenbewältigungspräsident in die Geschichte eingehen, sondern als Krisenpräsident, obwohl man ihm damit eigentlich Unrecht tut. - Zu aufgebläht war das spanischen System des alleinigen Wachstums im Bausektor und im Tourismus, ohne jegliches Fundament und ohne jede Alternative, das musste ganz einfach schief gehen, und das gewaltig. - Der eigentliche Schuldige an dem Schlamassel, José María Aznar, welcher uns eben in diese Schuldenfalle getrieben hat, der klopft heute noch dazu oberschlaue Sprüche und das tut ein bisschen weh. - Allerdings lässt sich dieser Schmerz eher verkraften als derer, welche zu den immer noch über 20% an Arbeitslosen zählen, welche diese Krisen hier in Spanien hinterlassen haben. - Eine solch hohe Zahl an Menschen ohne solventes Einkommen kann eine Gesellschaft auf die Dauer nicht verkraften, da muss kurz- und mittelfristig eine Erleichterung her, sonst erleben wir eine Zäsur, die wir uns nicht wünschen sollten. - Zwar gibt es Indizien, welche bereits ab dem kommenden Winter eine kleine Erholung prophezeien, aber weiter aussitzen geht auch nicht, der Ruf der jetzigen Regierung ist heillos verbunden mit den Begriffen "Krise" und "Vernichtung von Arbeitsplätzen". - Man könnte aber nun doch meinen, bis kommenden März kann man noch warten, da sind eh die regulären Wahlen, aber immer breiter wird auch die Ablehnung der bislang Zapatero unterstützenden baskischen und katalanischen Regionalparteien, so dass es wahrscheinlich schon nicht mehr möglich sein wird, im Herbst einen Haushalt für das kommende Jahr zu basteln. - Die auf den Weg gebrachten Reformen laufen allerdings weiter, aber Neues ist nicht mehr anzupacken, deshalb nimmt Zapi seinen Hut bereits vorher, anstatt sein Amt und sein Gesicht in einem Misstrauensvotum komplett zu verlieren, wenn es bei der Abstimmung über den Haushalt keine Mehrheit mehr gibt.

Von allen anderen Parteien wird so die Ankündigung Zapateros, vorgezogene Neuwahlen abzuhalten begrüßt, zum Teil sogar sehr gelobt. - Es geht einfach nicht mehr, zu beschädigt ist der Namen Zapatero hier in Spanien bereits, als dass politische Unterstützer anderer Parteien es noch wagen würden, sich auf die Seite Zapateros zu stellen. - So ganz unerwartet kommt nun der Schritt mit den vorgezogenen Neuwahlen auch nicht, der Nachfolger als Spitzenkandidat der PSOE, Alfredo Pérez Rubalcaba, wurde schon vor guten 2 Wochen offiziell bestimmt und hat auch bereits mit dem Wahlkampf begonnen, auch wenn er das so nicht betitelt hat. - Es war also schon klar seit ein paar Wochen, man hat nur noch den richtigen Moment abgewartet, um jetzt die Bombe, oder das Bonbon, jeder wie er will, explodieren zu lassen. - Man kann eigentlich mit Sicherheit davon ausgehen, dass es nach dem 20. November in Spanien wieder eine konservative Regierung geben wird, die Partido Popular wird diese Wahlen gewinnen, mit einigem Abstand zu den Sozialisten sogar. - So wird unser kommender Präsident, sollten sich es die Brüder und Schwestern der PP nicht doch noch anderes überlegen, Mariano Rajoy heißen, ein bärbeißiger Zauderer und eigentlich der ewige Verlierer, aber eben nun mal Spitzenkandidat der Partido Popular. - Allerdings ist gerade er nicht wirklich beliebt beim Volk, beim Wahlvolk, so richtig Vertrauen, dass er nun der richtige Mann sei diese Krise endgültig abzuschütteln, das genießt er nicht. - Der wird nun nur Präsident, weil es mit Zapatero einfach nicht mehr geht, er wird nicht der bessere Präsident sein, sondern eben nur der andere. - Aber es ist mehr als verständlich, dass die überwiegende Mehrheit hier in Spanien einen Wechsel wünscht, und leider sind die Sozis der PSOE eben in die Schuldenfalle getappt. - So bleibt die Hoffnung, dass mit dem Wechsel auch der Ruck durch die Gesellschaft, Gewerbetreibende und Industrie geht, und dann wieder investiert und gewagt wird, sonst kann auch ein konservativer Präsident nicht erfolgreich arbeiten. - Hier für die Kanaren können diese vorgezogenen Neuwahlen übrigens auch Auswirkungen haben. - Es gibt hier ja auf Ebene des Gobierno de Canarias eine Koalition zwischen PSOE und der Regionalpartei Coalición Canaria. - Dabei steht die Absprache, man unterstützt sich hier gegenseitig, dafür stimmen die beiden Abgeordneten der CC, welche in der Madrider Regierung sitzen, immer für Zapatero. - Dieser Absprache haben wir es ja auch zu verdanken, dass in unserer Inselregierung die gewählten Vertreter der PSOE nicht mit der Partido Poplar koalieren dürfen, denn sonst zöge die CC ihre Unterstützung für Zapatero zurück. - Diese Unterstützung ist nun allerdings nicht mehr notwendig, das hat sich so zu sagen erledigt, damit könnte ja auch das Koalitionsverbot mit der Partido Popular auf Ebene des Inselparlaments aufgehoben werden. - Könnte, muss aber nicht, in letzter Zeit überraschen mich meine Genossen der PSOE immer mal wieder.



Freitag 29.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 73 % - Luftdruck 1016 hPa

Feuchte Träume
Wasser Alptraum in El Paso

Ich habe es doch immer wieder gesagt, am besten lässt man diejenigen die Suppe auslöffeln, welche diese auch eingebrockt haben. - Aber es ist anders gelaufen, mutige Menschen der PSOE und der Partido Popular haben in den allermeisten Gemeinden der Insel das Ruder übernommen, um endlich mit der selbstherrlichen Herrschaft der Coalición Canaria brechen zu können. - Langsam nun tauchen die "Leichen im Keller" auf, Stück für Stück und Tag für Tag kommen neue Hinterlassenschaften der alten Konsistorien ans Tageslicht und meistens handelt es sich dabei um enorme Geldbeträge die nun zu bezahlen sind, weil vorher jemand seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. - In Tazacorte weiß man nicht wohin mit den ganzen Arbeitern welche die UB/CC vor den Wahlen noch schnell eingestellt hat, in Los Llanos tauchen täglich neue Schulden auf und in El Paso verlangt nun Canaragua von der Gemeinde 800.000 Euro, für den Betrieb des Gemeindewassers in den letzten Jahren. - Was ist da passiert, denn eigentlich sollte ja Canaragua sogar Geld dafür bezahlen, dass man den Betrieb und auch die Einnahmen der städtischen Wasserversorgung übernehmen "darf". - In anderen Städten zumindest ist das so geschehen, allerdings klappt das nicht so wirklich zur Zufriedenheit des Betreibers und auch nicht der Städte. - In El Paso übergab man, nach einer öffentlichen Ausschreibung, den Betrieb des Stadtwassers für zunächst 5 Jahre an Canaragua. - Dafür gab es keine Abstandszahlungen an die Gemeinde, so wie das in anderen Städten gemacht wurde, dort allerdings für 25 Jahre, und wie in den anderen Gemeinden auch, fochten Konkurrenten von Canaragua die damalige Vergabe der Aufträge vor Gericht erfolgreich an. - So muss es nun auch in El Paso eine erneute Ausschreibung der Wasserversorgung geben, seitdem klar ist, dass die erste Vergabe der Lizenzen nicht korrekt abgelaufen ist. - Das weiß man seit nunmehr fast 3 Jahren. - So lange allerdings hat Canaragua den Betrieb der Wasserversorgung in El Paso weiter aufrechterhalten, nach Absprache mit der Gemeinde, und dafür will Canaragua nun diese 800.000 Euro haben. - Gerechtfertigt scheint diese Summe nicht zu sein, denn man hat ja auch in den drei Jahren weiter das Geld von den Endverbrauchern eingenommen, aber man kann es ja mal versuchen. - Es musste also eine neue Ausschreibung über die Vergabe der Wasserversorgung her, und diese hat die alte Rathausbesatzung nach 2 Jahren Wartezeit auch gemacht. - Allerdings stellte man seitens der Gemeinde Forderungen in die Ausschreibung, die nicht wirklich zeitgemäß waren, mit dem Ende das kein einziger Anbieter sich auf diese Ausschreibung gemeldet hat und somit die Wasserversorgung in El Paso wieder zurück an die Gemeinde gefallen ist. - Canaragua hat dann noch ein paar Monate weiter den Betrieb weiter geführt, bis man dann endlich am 8. Juni dieses Jahres die Wasserversorgung an die Gemeinde übergeben hat. -

Das ist also kräftig in die Hose gegangen, und nun stehen die neuen Ratsherren und Damen mit dieser enormen Rechnung in der Hand da, und dem Problem, dass man keinen Betreiber findet, welcher die Wasserversorgung übernehmen will. - Der alte Gemeinderat hat es einfach über die Jahre versäumt, mit Canaragua oder einem anderen Anbieter zu einem positiven Abschluss zu kommen, und diese Nachlässigkeit kommt nun erst zum Tragen und kann, wenn denn diese Forderung Bestand hat, die Gemeinde finanziell ruinieren. - Nun geht man zunächst juristisch dagegen an und lässt die Forderung prüfen, gleichzeitig bemüht man sich um eine erneute Ausschreibung der Wasserversorgung. - Allerdings stehen die neuen Ratsherren vor dem gleichen Problem wie die alten, El Paso kauft das Wasser zu teuer ein. - Dabei ist El Paso die wasserreichste Gemeinde der Insel, doch profitieren wir nicht von diesem Reichtum. - Der "Tunel de trasvase", aus welchem das Stadtwasser aller drei Aridanegemeinden gespeist wird, der liegt auf dem Gemeindegebiet El Pasos, allerdings muss das Wasser von dort teuer nach oben gepumpt werden, was alleine die Kosten im Jahr auf 300.000 Euro hebt. - Auch da versucht man nun einen Hebel anzusetzen, denn schließlich scheint es abwegig zu sein, dass Gemeinden wie Tazacorte und Los Llanos billiger an Wasser aus El Paso herankommen, als diese Gemeinde selbst. - Da kommt nun einiges an Problemen auf die neue Regierung zu, und man muss denen ein glückliches und fleißiges Händchen wünschen, sonst kann das ziemlich teuer werden für die Stadt. - So hat jeder seinen Rucksack zu tragen, allerdings ist es halt besonders unangenehm, den Rucksack tragen zu müssen, den man selbst gar nicht gepackt hat, sondern in dem noch Ballast aus früheren Jahren steckt.



Donnerstag 28.07.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 25,2 Grad - niedrigste Temperatur 18,4 Grad

Komm Baby, lass uns den Mond putzen
Fullmoon-Trail in Tijarafe

Die "Transvulcania" hat viele kleine Kinder bekommen, La Palma wird zur "Laufinsel". - Gut, Cross-Läufe haben hier immer schon Tradition gehabt, da gibt es reichlich Vereine welche den Sport und die Landschaft vereint haben, allerdings war das bislang halt eine recht konservative Geschichte, und die "Transvulcania" mit ihrem großen Erfolg, hat nun aus schnöden Waldläufen viele neue "Lauf-Events" geboren. - Da wo viele Anglizismen sich wie Zwiebackkrümel durch den Sprachalltag drängeln, da bin ich eigentlich nicht so gerne, aber Nachtwaldlauf in Tijarafe, das kann man nicht so gut verkaufen wie einen "Fullmoontrail". - Das muss ich auch zugeben, und wenn es dem Spaß dienlich ist und die Leute einem Event eher zusprechen als einer Unternehmung, dann haben die meinen Segen. - Den brauchen die allerdings gar nicht, die machen das ganz alleine. - Also, am 10. September dieses Jahres findet nun der erste nächtliche Waldlauf in Tijarafe statt, und man hat vor dieses Ereignis groß zu bewerben, damit nicht nur 3 Waldschrate sich dort des Nachts durch die Büsche quälen, sondern ganze 250 Mann, Frau und was es sonst noch gibt. - 23,2 Kilometer ist dieser Lauf lang, also nichts für Spaziergänger, aber wir haben doch reichlich "Cracks" hier auf der Insel, welche wunderbar schnell durch die Pampa rennen können. - Das haben schon die anderen "Transvulcania" Epigonen-Rennen gezeigt, Laufen wird auf La Palma immer schicker, vielleicht hat das auch was damit zu tun, dass viele hier gewohnt sind, vor Problemen wegzulaufen… Jetzt aber ohne Quatsch, die Sportvereine haben großen Zulauf erhalten in den letzten Jahren, gesund und fit sein ist nicht mehr suspekt, und wer heute in aller Öffentlichkeit behauptet, ich habe einen Halbmarathon im Gelände in so und so viel Zeit geschafft, der bekommt keine rollenden Augen mehr zugeworfen, sondern verdient sich alle Hochachtung. - Also, Tijarafe will nun auch ins Laufeventgeschäft einsteigen, und als Aufhänger hat man sich einen Nachtlauf ausgesucht, in einer Nacht mit Vollmond. - 20:30 Uhr geht es los, im Ortskern von Tijarafe, und dann müssen insgesamt 23 Kilometer und 3.848 Höhenmeter überwunden werden, um ans Ziel zu gelangen, welches erneut im Zentrum Tijarafes liegt. - 5 Verpflegungsstationen gibt es und reichlich Hilfskräfte wie auch Physiotherapeuten und anderes ärztliches Personal wird auch dabei sein, nur für den Fall der Fälle, wenn einer sich mit dieser Aufgabe übernimmt, oder umknickt und stürzen sollte. - Der Weg führt meist über Wanderwege in einem großen Rundkurs zunächst hinauf Richtung El Pinar, und führt dann in der Höhe bis nach Tinizara und auf dem Rückweg bleibt man unterhalb der Straße wieder nach Süden führend. - Auch wenn man meist auf Wanderwegen läuft, muss man doch gewisse Strecken auch auf der Straße laufen, und diese wird dafür nicht für den Verkehr gesperrt, so dass höchste Vorsicht angebracht ist. - Allerdings werden auch Begleitfahrzeuge unterwegs sein, welche an bestimmten Stellen dafür sorgen, dass die Läufer nicht mit dem normalen Verkehr aneinander geraten. - Und weil man nachts läuft, müssen die Teilnehmer auch vorne und hinten mit Lichtern an der Kleidung laufen, aber kennt man auch schon von der Transvulcania. - Zeit hat man für diese 23 Kilometer maximal 6 Stunden, wobei die ersten natürlich viel früher erwartet werden, aber auch bei diesem Rennen gilt natürlich, dass teilnehmen wichtiger ist als gewinnen. - Das Ereignis hat natürlich auch eine Webseite, auf der man alles nachlesen kann, auch wo und wie man sich einschreiben muss, und als Zuckerl gibt es da auch ein kleines Video. - Das ist ganz nett gemacht, die nächtlichen Läufer kommen da an einem alten Opa vorbei, und der wundert sich natürlich über die laufenden Jungs, und ruft verwundert aus, "was zum Teufel ist das denn". - La Palma als Insel der Lauf-Events, das ist sicher auch eine sehr gute Idee für unsere natürlichen Ressourcen zu werben und passt äußerst gut um unser Image weiter aufzupolieren. - Da sollte man ruhig weiter daran basteln und sich vielleicht auch noch an ein zweites Großevent wagen, die Transvulcania im Frühjahr und vielleicht einen Vulkantriathlon im Herbst.





Donnerstag 28.07.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1015 hPa

Wundertüte San Martín
Was wäre El Paso nur ohne "seinen" Supermarkt

Wir aus El Paso hören es eigentlich gar nicht so gerne, aber wenn wir ehrlich sind, und das sagt man uns dann doch nach, dann hat unser kleines Städtchen dem Supermarkt San Martín viel, sehr viel zu verdanken. - Damals, so ganz genau weiß ich das jetzt auch nicht mehr, ob es 16 oder 18 Jahre her sind, da war El Paso ein verschlafenes Städtchen, aus dem die eigenen Anwohner sagten, wir fahren in die Stadt, wenn sie Los Llanos meinten. - Ein kleiner Sparmarkt war da, ein paar andere kleine Läden, eine Bank, ein paar Kneipen, die Ferretería von Gregorio, die zwar viel, aber nie alles hatte, und das war es dann eigentlich schon. - Bis eben der San Martín nach El Paso kam und das Gebäude der ehemaligen Capote-Tabakfabrik kaufte, um dort einen Supermarkt einzurichten. - Das war damals gewagt, aber die Leute waren pfiffig und erkannten das Potential El Pasos als Speckgürtelgemeinde des Aridanetals, und außerdem muss ja jeder welcher die Insel von Ost nach West quert durch den Ort, und kann dann seine Einkäufe gleich "auf dem Weg" erledigen. - Denn der Parkplatz neben dem Gebäude und auch auf dem Dach, das war und ist wohl der entscheidende Faktor um die Leute zum Einkaufen in El Paso zu bewegen. - Und was für ein Glück, dass dieser Supermarkt nicht auf der "Grünen Wiese" steht, sondern mitten im Ort, und so die Kunden ins Zentrum lockt, und nicht nach außen. - Natürlich war es der Supermarkt und sein Parkplatz nicht ganz alleine, welche aus El Paso heute eine gut sortierte Einkaufsstadt gemacht haben, mit einem erstaunlich großen Angebot für seine vielleicht 2.500 Einwohner, welche das Zentrum des Ortes besiedeln. - Nach und nach zogen immer mehr Läden nach El Paso, im San Martín deckte man seinen Grundbedarf an Lebensmittel ein, und dann ging man noch dieses oder jenes kaufen und erledigen. - Man musste plötzlich nicht mehr nach Los Llanos fahren, ganz im Gegenteil, die Leute aus Los Llanos kamen nun nach El Paso zum Einkaufen, weil es ganz einfach bequem war und ist, das Auto ohne Probleme direkt neben dem Supermarkt zu parken. - Der San Martín in El Paso war bei seiner Eröffnung der größte Supermarkt der Insel, er ist heute auch noch einer der größten, und läutete in vieler Hinsicht eine kleine gesellschaftliche Evolution ein. - Revolution wäre nicht richtig, aber die ersten Scannerkassen und überhaupt das System, greifen, und nicht fragen, das war neu für uns, und überhaupt, das große Warenangebot war damals auch noch eine echte Überraschung für viele von uns. - Inzwischen ist der Lack ein bisschen ab, Supermärkte sind Alltagsgeschäft bei uns geworden und nach dem schnellen Verlust der anfänglichen Monopolstellung sucht man heute so ein bisschen die Linie. - Was aber immer noch funktioniert, der Parkplatz treibt weiterhin die Leute in Scharen in den San Martín, auch wenn die Angebotspalette eigentlich nicht mehr heutigen Erwartungen entspricht.

Dazu kommt noch marode Technik, bei Regenfällen müssen Eimer aufgestellt werden, weil man das Dach trotz vieler, zum Teil grotesker Versuche niemals dicht bekommen hat, und sollte zum Beispiel Lidl seine Drohung wahr machen, und eine Filiale auf La Palma eröffnen, dann stände der San Martín ziemlich blass mit seinem Angebot und seiner Aufmachung da. - Dann gab es Gerüchte, das ganze würde verkauft werden, illustre Namen wurden bereits gehandelt, aber nichts davon war richtig, und nun wissen wir, zum Teil schmerzhaft, die investieren nun richtig in den Standort El Paso und wollen aus einem 80er Jahre Supermarkt nun einen zeitgemäßen "Shopping-Tempel" basteln. - Ob das gut geht höre ich jetzt den einen oder anderen bereits stöhnen, aber es wird investiert in Millionenhöhe. - Auf zwei Ebenen wird dann verkauft, Food unten, mit großen Fahrtreppen beide Stockwerke verbunden und oben auf dem Dach macht man ein zweites Dach, eine Art große Pergola, und hofft damit, die Feuchtigkeitsprobleme endgültig zu lösen. - Gut, das macht aus einem alten Industriegebäude noch keine moderne "Mall", aber so anspruchsvoll sind wir ja nun auch wieder nicht. - Ich gehe mal davon aus, dass auch die Technik, also Kühltruhen, Bedienungstheken und das alles neu gestaltet wird, und wenn man sich die richtigen Planer und Strategen geleistet hat, dann kann das durchaus wieder ein Laden mit Vorzeigecharakter werden. - Vielleicht feilt man auch noch ein bisschen am Angebot, da hat man nie so richtig durchgeblickt, auf welcher Schiene man überhaupt fahren will. - Die Angestellten sind mit Freude dabei, auch wenn man während der Umbauphase mit Krach und dauernden Provisorien zu tun hat, die hoffen auch darauf, dass ein neuer Look ihnen den Arbeitsplatz weiterhin sichert, so bescheiden sind wir bereits geworden. - Beim Personal hat man eh in den letzten Jahren die Taktik geändert, dort setzt man nun sehr darauf, die Leute zu halten, und nicht nach alter "hire and fire" Manier dauernd Personal rotieren zu lassen. - Da ist man also schon auf einem modernen Weg, dann warten wir jetzt nur noch darauf, dass die "Alte Tante San Martín" uns bald wieder lockt, und nicht nur der bequeme Parkplatz.



Mittwoch 27.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 25,3 Grad - niedrigste Temperatur 17,6 Grad

Ein Hoch auf das Hoch
Weiter Traumwetter auf La Palma

Gut, mit einer kleinen Einschränkung, auf der Westseite der Insel. - Das Azorenhoch rührt sich nicht vom Fleck, bleibt stabil dort wo es hingehört, und trägt uns so weiterhin feuchte und frische Luft auf die Insel. - Auf der Ostseite kann es dabei auch mal kurz regnen, meist feine dünne Tropfen, und etwas zu stark bewölkt sein für eine Kanareninsel, aber das kennt man ja auch aus Tenerife und La Gomera, der Nordosten der Inseln hat eben anderes Wetter als der Süden und der Westen. - Den ganzen Juli über schon dürfen wir dieses wunderbare Wetter genießen, die Temperaturen schwanken von Tag zu Nacht lediglich ein paar Grad im Schatten. - Keine Spur vom gefürchteten "Africano" keine Spur von "Calima", die Kartoffeln stehen prächtig aufgereckt auf dem Feld, von Trockenheit keine Spur. - Das geht auch noch weiter so, zwar werden die Temperaturen über das Wochenende hin etwas ansteigen, aber wir erwarten keine Hitze, sondern einfach nur ein paar Grad mehr. - Die erste Augustwoche haben wir auch noch relativ sicher im Blickfeld, weiter wird das Azorenhoch uns seine frischen Gaben spenden, und uns und die Landwirtschaft nicht in der Hitze Afrikas schmoren lassen. - Die alten Leute hatten eigentlich etwas anderes vorausgesagt, nach dem regenreichen Winter prophezeiten sie einen heißen Sommer, aber davon ist bislang noch nichts in Sicht. - Gut, der Sommer kann noch lang werden, aber der Juli ist schon fast rum, und man möchte ja kaum glauben, dass dieses prächtige Hoch dort über den Azoren irgendwann auch wieder verschwinden würde, so treu und stabil wie es sich nun zeigt. - Auf Spanisch heiß Hochdruckgebiet übrigens "anticiclón" und unser Glückspender hier nennt sich folgerichtig "anticiclón de las Azores". - Hört sich irgendwie aufregender an als auf Deutsch, der Effekt allerdings ist derselbe. - Allerdings lieben nicht alle das Azorenhoch und damit die verhältnismäßig niedrigen Temperaturen, die Weinbauern hätten gerne etwas mehr Hitze, aber denen kann man es selten recht machen. - Richtige Probleme aber kann dieses Wetter am Nordflughafen auf Tenerífe machen, das ist der Flughafen auf dem fast alle interinsularen Flüge abgewickelt werden, und somit auch La Palmas Verbindung in den "Rest der Welt" - Der Flughafen liegt so hoch, dass er stundenweise von den Passatwolken völlig eingeschlossen ist, und es so zu deutlichen Verspätungen führen kann, wenn nicht gar zum Ausfall einiger Flüge. - Das haben wir in den letzten Wochen immer mal wieder gehabt, und auch unsere große Tochter wäre beinah auf ihrem Weg nach Frankreich bereits am Abflug hier auf La Palma gescheitert, weil zunächst die Maschine aus Tenerife sehr verspätet kam, und dann auf dem Rückweg auf den Nordflughafen mehrfach durchstarten musste. - Glück war nur, dass auch ihr Anschlussflug verspätet war, die hatten halt mit den gleichen Problemen zu kämpfen. - Man nennt diese sommerlichen Wolken oder Nebelfelder "Panza de Burro", (Eselswanst) wohl weil es dann tagsüber so dunkel wird, wie man sich das im Bauch eines Esels vorstellt. - Allerdings wird dieser Begriff hier auf La Palma äußerst selten verwendet, das sagen wohl mehr die Leute auf Tenerífe.



Mittwoch 27.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1016 hPa

Lokalpatriotismus auf dem Müll
Bitte den Müll nur in der eigenen Gemeinde entsorgen…

Es kommt immer darauf an, was hinten raus kommt. - In einer Konsumgesellschaft wie der unseren, ist das meistens Müll, was hinten raus kommt, und den muss man irgendwie entsorgen. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es eine Müllabfuhr nur in den Innenstädten, und den Müll fuhr man dann ohne weiteres Aufheben in irgendeine nahe Schlucht. - Im ländlichen Umfeld holte niemand die Hinterlassenschaften ab, da verkokelte man am Wochenende den Müll auf seinem Feld, die gesamte Insel lag dann manchmal unter einer Rauchglocke und eine wahre Orgie an sophistischen Gerüchen zauberte ein olfaktorisches Gesamtkunstwerk. - Später dann schloss man viele Müllkippen, auch in den ländlichen Gebieten holte man dann den Hausmüll ab, und errichtete dafür Müllverbrennungsanlagen, die dann langsam den sonntäglichen Schwelbrand auf der Insel verklingen ließen. - Allerdings dauerte das ganz schön lange, denn nicht alle Einwohner waren einverstanden damit, dass die Kosten für die Müllabfuhr inzwischen obligatorisch für alle Haushalte geworden sind. - Die Müllverbrennungsanlagen musste man aber von der Europäischen Union verordnet wieder schließen, weil das eben rechte Dreckschleudern waren und so gar nicht auf dem neuesten Stand der Umwelttechnologie. - Letzter Stand der Geschichte ist nun dieser, man wirf den gesamten Müll wieder in eine Schlucht, allerdings ist der dafür genutzte "Barranco Seco" zwischen Santa Cruz und Puntallana nach allen Regeln der Deponiekunst dafür hergerichtet worden. - Das soll aber nur so lange gehen, bis das Müllverwertungszentrum in Mazo seinen Dienst aufnimmt, dort soll der gesamte Inselmüll sortiert werden, alle Wertstoffe geborgen und zwischengelagert, bis sich genügend Material angesammelt hat, welches einen Weitertransport aufs Festland lohnend macht. - Alles Kompostierbare wird zu Blumenerde, und nur noch eine geringe Menge wirklich unverwertbaren Restmülls soll dann auf der Deponie im "Barranco Seco" landen. - Hört sich gut an so weit, allerdings sind zwei Grundvoraussetzung für dieses integrale Abfallsystem noch nicht gegeben. - Einmal ist die Anlage in Mazo immer noch nicht in Betrieb, weil man es einfach nicht auf die Reihe bringt, und auf der anderen Seite hat ein Gericht nun auch noch festgestellt, dass das Enteignungsverfahren für das Gelände auf dem die Anlage steht nicht ordnungsgemäß abgelaufen ist.

Zweiter Fehlpunkt in der Planung ist, dass die Gemeinden auf der Insel noch nicht alle dem inseleigenen Müllkonsortium angegliedert sind, sondern die meisten Gemeinden die Müllabfuhr noch in eigener Regie betreiben. - Das hat zur Folge, dass überall auf der Insel die Müllabfuhr nach unterschiedlichen Regeln betrieben wird, so wie es eben jedem Rathaus gefällt. - Dabei hat sich so etwas wie ein Mülltourismus entwickelt. - Dort, wo die inseleigene Müllabfuhr bereits die Entsorgung übernimmt, da wird nur in den Innenstädten und an den Hauptverkehrsstraßen täglich geleert, in den Nebenstraßen und auf dem Land dreimal die Woche. - Darüber hinaus sind die Kutscher angewiesen, auf keinen Fall irgendwelchen Sperrmüll mitzunehmen, welcher rund im die Müllcontainer auch immer wieder abgestellt wird. - Den wiederum muss dann die Gemeinde immer wieder entsorgen, und das dauert manchmal tage- wenn nicht wochenlang, bis der abgeholt wird. - So beklagt sich nun Santa Cruz darüber, dass auffällig viele Plätze an denen Müllcontainer stehen, die an das Gemeindegebiet von Breña Alta grenzen, immer überdurchschnittlich gefüllt sind, und jede Menge an Sperrmüll dort abgeworfen wird. - Breña Alta ist bereits an das inselweite Müllentsorgungssystem angegliedert, Santa Cruz noch nicht, die müssen den Müll noch selber abholen, sei es nun Hausmüll, oder die sperrige Variante. - Nun vermutet man, dass Einwohner aus Breña Alta lieber die Container aus Santa Cruz zumüllen, da diese häufiger geleert würden, und eben auch immer der lästige Sperrmüll gleich abgeholt wird, was in Breña Alta eben nicht der Fall ist. - Nun kann man aber nicht neben jeden Müllcontainer in Santa Cruz einen Lokalpolizisten stellen, welcher die Herkunft des Mülls kontrolliert, so setzt man auf das öffentliche Beklagen dieses Umstandes und auf Plakate, welche auf den Containern angebracht werden. - Ich bezweifle, dass solche Aufrufe die Müllfrevler irgendwie zum Umdenken zwingen, aber schön, dass wir mal darüber gesprochen haben. - Es gibt Probleme, die gibt es nur hier, hausgemacht, endemisch so zu sagen, und so lange wir 14 Gemeinden für gerade mal 83.000 Einwohner haben, und jeder macht was er will, so lange wird sich das auch nicht ändern.



Dienstag 26.07.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 24,8 Grad - niedrigste Temperatur 17,0 Grad

Hay que aprovechar
Abstauben

Nein, nicht mit dem Staubwedel, ich meine das andere Abstauben, wenn sich Gelegenheiten und Möglichkeiten bieten, etwas sehr billig, oder am besten gleich ganz umsonst haben kann. - Es gibt Häuser hier auf der Insel, da hat der Eigentümer nicht einen Hohlblockstein, nicht eine Tür und nicht einen Dachziegel selbst gekauft, sondern alles abgestaubt. - Nicht unbedingt durch Diebstahl, das ist etwas anderes, und das gilt nicht. - OK, für manche ist das auch ein gleitender Übergang, da muss man dann aufpassen, aber die meisten wissen schon, wo die Grenzen sind. - Wer auf dem Bau oder sonst wo arbeitet, dem fallen immer wieder Dinge in die Hand, welche der Bauherr nicht mehr braucht. - Mit ein bisschen Überzeugungsgabe und dem Hinweis, man würde ihm die Entsorgungskosten ersparen, kann man dann mit dem Kram abziehen und gut ist. - Oder Umbauten, die sind besonders ertragreich, wenn wieder mal einer seine Holzfenster satt hat, und die in Aluminium umtauscht, dann fallen ja wieder viele Holzfenster ab. - So geht das immer weiter, und wer Geduld hat und ein bisschen Sammlerleidenschaft und auch Talent, der bekommt irgendwann den ganzen Kram zusammengeschnorrt. - Auch besonders interessant sind Großbaustellen, die können sich als wahre Schwarze Löcher der Materialbeschaffung erweisen, und wenn jeder nur ein bisschen mitnimmt, dann ist das mit dem schlechten Gewissen auch nicht so drückend. - Man muss allerdings der Typ dazu sein, "hay que aprovechar", was treffend übersetzt heißt, man muss die Gelegenheit beim Schopf packen, liegt einfach nicht jedem. - Das ist auch gut so, sonst würde der Baustoffhandel ja schwer leiden, wenn jeder meinem Credo folgen würde, was das heißt: Es gibt keinen Müll, sondern nur mehr oder weniger stinkende Rohstoffe. - Allerdings bin ich längst kein "aprovechador" mehr, vor vielen Jahren bereits ins andere Lager gewechselt, ganz einfach weil ein bisschen wirtschaftlicher Erfolg es einem auch ermöglicht, nicht auf Fenster warten zu müssen bis es die irgendwann krumm und schief für lau gibt, sondern man kauft sich die einfach. - Dabei war und ist es wunderbar zu beobachten, wie man vom "aprovechador" zum "aprovechado" mutiert, gerne gebe ich meine alten Holzfenster jetzt her, weil mich zukünftig Aluminium vor Wind und Wetter beschützen wird.

In Zeiten der Krise ist solch eine Sammlerleidenschaft und nachhaltiger Materialstrom besonders wichtig und lobenswert, und nun kommt sogar die Gemeinde Santa Cruz auf den Trichter, sich doch als "aprovechador" zu betätigen. - Das alte Flughafenterminal wird ja bekanntermaßen abgerissen, und das soll bereits in den kommenden Wochen geschehen. - Vorher allerdings kommen noch Techniker und Arbeiter der Gemeinde Santa Cruz ins alte Terminal, und werden kräftig herumschrauben und abtransportieren, was man denn anderswo noch gebrauchen kann. - Für die Gemeinde natürlich, und besonders das Holz hat es denen angetan, damit will man die Gemeindewerkstatt mit Rohstoffen wieder ausrüsten, nachdem der Ankauf von Holz immer so kräftig ins Kontor schlägt. - Und im alten Terminal gibt es viel Holz zu holen, Fenster, Türen, Veranden, nur das große Giebeldach, da wird man wohl nicht rankommen, denn das wird wohl mit der Abrissbirne auf den Boden der Tatsachen gebracht werden. - Das ist natürlich alles mit dem Betreiber des Flughafens abgesprochen, die machen das nicht einfach so und ohne zu fragen, aber Vorbildfunktion hat diese Geschichte wohl, denn die Gemeinden haben so große wirtschaftliche Schwierigkeiten, dass man sich solche Möglichkeiten nicht entgehen lassen sollte. - Manuel Abrante heißt der pfiffige Stadtrat aus Santa Cruz, der diesen Coup eingefädelt hat, der macht den Sozialisten dort im Rathaus alle Ehre und ich könnte mir gut vorstellen, dass in manchen anderen Gemeinden sich die Räte und Bürgermeister nun an den Kopf fassen und vor sich hinschimpfen, warum die denn nicht auf diese Idee gekommen sind.





Dienstag 26.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1015 hPa

Stuttgart ist überall
Auf der frustrierenden Suche nach der Demokratie

Im Vorbeigehen schnappte ich aus dem Fernseher noch eine Nachricht auf die besagte, dass inzwischen bereits 42% der Bevölkerung in Stuttgart dem Brachialtunig des Bahnhofes nicht mehr negativ gegenüberstünden. - Was soll uns das nun sagen? - Sind Umfragen grundsätzlicher Humbug, oder muss man Humbug nur lange genug reifen lassen, dann nimmt die Zustimmung unter der Bevölkerung schon irgendwann zu? - Als Frage bleibt da immer stehen, wer hat eigentlich wen gefragt, als man sich solche pharaonischen Bauwerke ausgedacht hat, und warum ein, nach dem Titel demokratisches System, demokratische Entscheidungen, halt per Volksabstimmung, schier unmöglich macht. - Da muss natürlich noch die Frage vorab gestellt werden, macht das Ganze einen Sinn, und gehen wir mal davon aus, dass es wohl so ist. - Gut, darüber ist man sich nicht einig, aber ich will es einfach mal annehmen. - Darf nun eine Mehrheit ein Projekt ablehnen, nur einfach, weil man es nicht haben will, obwohl es sinnvoll ist? - Auf der anderen Seite muss aber auch die Frage gestattet sein, ist es denn nur sinnvoll dieses Projekt, oder auch notwendig? - Stellt man aber diese Notwendigkeit in Frage, dann gibt es doch auch wieder das Recht anderer, diese Finanzierung in Frage zu stellen, so lange es anderswo Notwenigkeiten gibt. - Ich verstehe viel zu wenig von den Verkehrsproblemen rund um Stuttgart, will das auch bloß als Beispiel dafür nehmen, wie schwierig, oder gar unmöglich es scheint, direkte Demokratie anzuwenden. - La Palma hat viele Stuttgarts, und seit dem ein Teil der Bevölkerung aufgewacht ist und den kognitiven Segen zu mehr benutzt, als die Bananensubventionen auszurechnen, muss sich die Politik täglich viele unangenehme Fragen stellen lassen, um Sinn und Unsinn, Notwendigkeit oder Luxus vieler Projekte. - Tunnel, der dritte Hafenausbau Tazacortes, Brücke über den Barranco, Stadtstrand in Santa Cruz, Autobahn, Hotels mit Golfplätzen, Südumfahrung mit Fahrradweg, neues Flughafenterminal, Besucherzentrum auf dem Roque, Besucherzentrum für die Vulkantube von Todoque, und viele große und kleinere et cetera. - Seit dem die öffentliche Meinung vom Tresen der Kneipen und den Wartesälen der Gesundheitszentren auch in die neuen Medien gerutscht ist, möchte man eigentlich meinen, wir sind grundsätzlich gegen alles, kein öffentlich diskutiertes Projekt findet eine zustimmende Mehrheit. - Oft wird der Sinn angezweifelt, mehr noch die Notwendigkeiten, und fast immer fallen uns Ersatzobjekte ein, die viel dringender diese Finanzierung benötigten.

Krankenhaus statt Autobahn, mehr Lehrer statt Flughafenterminal, Ausbau von erneuerbarer Energie anstatt Südumfahrung. - Prächtig gebrüllt vox populi, klingt fast nach politischem Programm, und vor allem sozialer, als das was man uns sonst vorsetzt. - Allerdings funktioniert die Demokratie hier auch nur in der Ablehnung der Projekte, nicht aber in einer gemeinsamen Planung der alternativen Vorhaben, denn dafür gibt es dann auch wieder keine Mehrheiten, weil der eine dieses, und der andere jenes lieber machen will. - So kommen wir natürlich auch nicht weiter, und die simple Ablehnung jeglichen Vorhabens, ohne Alternativen zu nennen und zu zeichnen, das können wir uns auf die Dauer auch nicht leisten. - Oft lustig, manchmal giftig, manchmal einfach nur stinkend blöde ergeben sich so auch die Kommentare aus den anonymen Foren oder Stänkerkästen der medialen Demokratie 2.0. - Seit dem es möglich ist, in mehreren Zeitungen gleich, zu jedem Würstchen auch seinen Senf abzugeben, ohne dass man dafür auch gerade stehen müsste für seine Meinung, blüht die Kommentaritis und auch die Phantasie um das, was jeder für sich selbst als demokratisch ansieht. - Abgesehen davon, dass kein anonymes Forum überhaupt demokratischen Werten entspricht, denn wer keinen Namen hat, also nicht identifizierbar ist, der hat auch keine Meinung, sondern steht dem Denunzianten näher als dem Ratgeber, funktionieren diese Kummerkästen erstaunlich gut. - Wegbereitend dafür war und ist hier auf La Palma die Revolution auf dem Pressesektor, die online-Zeitung "elapuron.com" die von Anfang an auf eine rege Mitarbeit der Leser gesetzt hat, in einem anonymen Forum. - Ohne der Zeitung jetzt auf die Füße treten zu wollen, denn ohne Zweifel ist "elapuron.com" die beste mediale Informationsquelle welche es hier auf La Palma gibt, denke ich doch, das Forum zieht mehr Leser an, als die Artikel selber. - Kann denen egal sein, mehr Klicks, mehr Einnahmen durch Werbung, so läuft das Geschäft, und wenn man dazu nicht mal selber in die Tasten schlagen muss, umso pfiffiger. - Das Bild unserer demokratischen Gesellschaft allerdings, welche in diesem Forum, (dort treffend "Kiosco de la Plaza" genannt) einzuatmen ist, spiegelt leider einen großen Teil unserer Demokratieunfähigkeit wider. - Denn Demokratie erwächst ja nicht aus dem Zufall, dass viele Menschen gleichzeitig etwas ablehnen, sondern dass Mehrheiten, möglichst mit Wissen über den konkreten Fall, die Entscheidungen treffen, was nun getan wird. - Dabei erschrecken wir uns auch immer wieder, dass die Demokratie so schonungslos ist, dass auch Deppen in der Mehrheit sein können, und man das leider auch zu akzeptieren hat. - Und dabei meine ich nicht unbedingt und ausschließlich unsere höchst demokratische Insel.



Montag 25.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 22,9 Grad - niedrigste Temperatur 16,8 Grad

Sommertrip
Mit Islas-Airways nach Fuerteventura

Immer auf der Suche nach positiven Meldungen! - Die Sommersaison lässt sich leider nicht wirklich so wunderbar an wie man das gehofft hatte, sondern stellt sich so düster dar, wie man es erwartete. - Nun schickt man Video-Clips in die Welt hinaus, verteilt Handzettel auf Gran Canaria und nun kommt als Sondermeldung: Direktflüge mit Binter von Lanzarote nach La Palma und mit Islas von Fuerteventura auf unsere schöne Insel. - Man verkauft uns das auch als Neuigkeit, allerdings ist die sommerliche Verbindung mit Binter nach Lanzarote nicht wirklich neu, die gibt es jeden Sommer und erfreut sich auch guter Auslastung. - Wobei wir allerdings eher meinen, es verbringen so mehr Palmeros ihren Urlaub auf Lanzarote als umgekehrt, aber jeder Flug ist hier willkommen, gilt es doch die Verbindungen von und nach La Palma zu erhöhen. - Donnerstag, Samstag und Sonntag bietet Binter diese Strecke an, und wir haben mal nachgeguckt, es sind noch viele Plätze frei, und damit gibt es auch die "Mini-Tarife", welche dann einen Flug zwischen Lanzarote und La Palma bereits für 74,- anbieten, und wer hier auf den Inseln wohnt, der bezahlt sogar nicht die Hälfte. - Eine Stunde Flugzeit ist das und die Flüge werden im August und September angeboten, danach muss man nach Lanzarote wieder über Tenerife oder Gran Canaria fliegen. - Es ist also eine Verbindung in der Woche mehr als noch im vergangenen Jahr nach Lanzarote, lassen wir uns hoffen, dass das was bringt. - Wirklich neu ist allerdings die Linie von und nach Fuerteventura, die gab es bislang noch nicht, und auf dieser Strecke bietet sich die andere kanarische Fluggesellschaft an, die "Islas Airways". - Jeden Montag fliegt Islas nun am frühen Nachmittag von La Palma aus auf die zweitgrößte Kanareninsel, und dieses Angebot besteht auch wieder nur für August und September. - Die Preisgestaltung ist bei Islas sehr ähnlich der von Binter, die unterscheiden sich kaum, so dass man den gleichen Flugpreis annehmen darf. - Aus der Inselregierung verkauft man nun diese "neuen" Verbindungen als weiteren Erfolg auf der Suche nach mehr Sommergästen, wobei die meisten Leute sehr skeptisch sind, ob diese Verbindungen uns mehr Besucher von den anderen Inseln bringen. - Aber es geht, wenn auch nur für 2 Monate, und bevor wir meckern, sollten wir lieber das Ergebnis abwarten.

Andere Erfolgsmeldungen haben sich dagegen ja leider in Schall und Rauch aufgelöst, ohne dass die Presse dafür informiert wurde. - Die drei wöchentlichen Flüge der Islas Airways von und nach Tenerife Süd, die sind nach nur zwei bis drei Monaten wieder komplett eingestellt worden, es gab einfach viel zu wenig Nachfrage. - Damals hatte man das groß angekündigt, als vollen Erfolg des politischen Verhandlungsgeschicks, und dann ohne weitere Meldung einfach wieder sein gelassen. - Wenn die Nachfrage nicht da ist, dann kann man brüllen und betteln, es wird immer noch kein Geschäft daraus, und auch die neuen Verbindungen aus Mitteleuropa, die sich nun boten, ohne dass anreisende Gäste auf Tenerife den Flughafen wechseln müssen, die haben nichts gebracht. - Es war einfach zu aufwendig, und auch zu teuer, denn zum Flug nach Tenerife, mussten die Gäste ja noch mal gut 100 Euro dann drauf bezahlen, um dann weiter zu uns und wieder zurück über Tenerife Süd fliegen zu können. - Da sind wir dann wieder bei den so oft umgarnten Gesetzen der Marktwirtschaft, wo keine Nachfrage, da muss man auch kein Angebot lancieren, und das sollte uns doch so weit zumindest zu denken geben, dass wir unsere Marketingstrategie auf Werbung an den möglichen Kunden direkt fokussieren. - Wenn mehr Gäste wieder nach La Palma fliegen wollen, dann setzen die Fluggesellschaften blitzschnell wieder mehr Maschinen ein. - Nun werden wir erst mal beobachten, wie viele "Majoreros", so heißen die Leute auf Fuerteventura, und "Conejeros", so nennt man die Menschen auf Lanzarote, uns hier auf der Insel besuchen kommen.





Montag 25.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1018 hPa

Normal - anormal
Wortklauberei um Beben "unter" El Hierro

Die Frage, was normal ist, die beschäftigt uns ja im täglichen Leben in vielerlei Hinsicht. - Das hängt natürlich mit davon ab, wie bastelt man sich denn eine Norm zusammen, und auch die Frage, wer macht das. - Bevor wir uns nun im Trivialen verlieren, es geht hier konkret um den Umgang mit den Nachrichten rund um die vielen kleinen Erdstöße, die man seit dem 19. Juli auf El Hierro, besser gesagt unter El Hierro gemessen hat. - Was uns allen eigentlich klar sein sollte, die Kanaren sind Vulkaninseln, allerdings nicht im Ruhestand, sondern immer noch aktiv. - Es wird also weiter gebastelt an der Form und dem Aussehen der Insel, auf der einen Seite formt der vulkanische Hotspot unter den Inseln mit neuen Magmalieferungen die Inseln immer wieder neu, und auf der anderen Seite arbeitet die Erosion daran, dass diese "Pickel im Ozean" irgendwann wieder verschwinden. - Letztendlich wird die Erosion gewinnen, allerdings rate ich nicht an, darauf zu warten, denn wir befinden uns bereits wieder in Gedanken, in welchen wir in geologischen Zeiträumen denken. - Betrachtet man nun in diesem Zusammenhang das massenhafte Auftreten von Schwarmbeben unter El Hierro, dann ist durchaus das Wort "normal" angebracht, eine verschwindend kleine Episode der aufregenden Entwicklung unserer Inseln. - So dürfen Geologen oder Vulkanologen die momentane Situation auf El Hierro in ihrem Verständnis auch durchaus als "normal" betiteln, denn vulkanische Aktivität wird eben begleitet von solchen seismischen Phänomenen. - Auf der anderen Seite betrachtet es die Bevölkerung als durchaus "anormal", wenn irgendetwas anders ist als noch am vergangenen Tag, denn wir dürfen uns ja das Recht herausnehmen, uns in unserem Empfinden der Dinge nicht nach dem Urknall, der Schöpfungsgeschichte oder irgendwelcher Ewigkeiten zu richten, sondern nach unseren eigenen kleinen Empfindlichkeiten, die eben nichts mit geologischen Zeitabständen zu tun haben. - So ist die berühmte und richtige Antwort eines Vulkanologen auf die Frage, wird es zu einem Vulkansubruck kommen auch immer die gleiche unbefriedigende: "Sicher wird es dazu kommen, aber wir wissen nicht wann." - Den Laien interessiert ja auch nicht wirklich, was da unter uns so stattfindet, uns interessiert doch nur, ob es uns irgendwie betrifft, oder gefährlich werden kann. - Dass vulkanische Aktivität auf unseren Inseln etwas ganz "normales" ist, das können wir uns schon noch irgendwie vorstellen, dennoch haben wir selbst für diesen Zustand ja so etwas wie eine Norm entwickelt, und alles was von dieser Norm abweicht, das wirkt dann erschreckend bis bedrohlich.

Als kleines Beispiel. - Auf einigen Inseln Hawaiis ist der dauerhafte Austritt von Lava an die Oberfläche Norm, und führt dort sogar zu touristischer Begeisterung. - Für uns bedeutet ein solches Szenario Alarmstufe Rot, und man möchte eigentlich überhaupt nicht darüber reden. - Was nun seit dem 19. Juli auf El Hierro passiert, ist aber eben nur eine kleine Änderung in der täglichen Norm, die wir uns gesetzt haben, nicht der vulkanische Hotspot. - Was passiert da unter der Insel El Hierro, ist eigentlich auch ziemlich klar. Magma bewegt sich, sucht neuen Platz und so wie es aussieht, steigt das Magma nicht an die Oberfläche, sondern verteilt sich horizontal in neu zu füllende Kavernen. - Bei diesen Bewegungen des Magmas entstehen diese kleinen Beben, so bekommt man das überhaupt mit, dass sich da "was tut". - Allerdings kann das auch die Vorstufe zu einer Eruption sein, eben dann, wenn das Magma nur noch Platz findet, in dem sie sich über die Erdoberfläche hinaus ausdehnt. - Man kann also nicht ausschließen, dass sich dort auf El Hierro solch ein Szenario anbahnt, allerdings zeigen die letzten Beobachtungen, dass die Bewegungen wieder abnehmend in Anzahl und Magnituden sind, und was noch wichtiger ist, die Tiefe der gemessenen Beben bleibt gleich, nähert sich also nicht der Oberfläche. - Für jeden Geologen völlig normal, für jeden Laien erschreckend abnormal, denn meist, also in menschlichen Zeiträumen gedacht, brodelt kein Magmakessel einem unter den Füßen. - So sind die Wortklaubereien, welche Wissenschaftler und Politiker über die Presse ausfechten, nichts weiter als zumindest peinlich, denn man klammert sich an einen Ausdruck, welcher noch dehnbarer ist als Freiheit, Demokratie oder gar Moral. - Für einen Vulkanologen ist selbst eine Eruption auf den Kanaren etwas Normales, so wie das der Krebs für einen Onkologen ist. - Für die Bewohner der Kanaren, oder eben den Krebskranken, sieht das natürlich ganz anders aus. - So wäre es vielleicht auch einfach besser, man würde uns erklären, was da unten passiert, und nicht, ob das jemand als normal, oder anormal betitelt. - Es ist eher wahrscheinlich, dass nichts passiert, im Moment deutet es sich an, dass das Magma wird wohl wieder zur Ruhe kommen wird und wir uns wieder in unsere scheinbare Normalität zurückziehen können.



Sonntag 24.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 18,0 Grad

Die bösen Rotalgen
Jachthafen Los Cancajos kommt nicht voran

Mutige Investoren, glaubt man der Presse, allesamt von hier, wollen unbedingt 25 Millionen Euro vor Los Cancajos im Atlantik versenken. - Das stimmt nicht nur bildhaft, sondern die wollen dort einen Jachthafen bauen, für 385 Boote und Schiffe. - Ein paar Kilometer weiter gibt es zwar bereits einen Jachthafen mit kompletter Infrastruktur, nämlich den im Hafen von Santa Cruz, welcher allerdings überhaupt nicht ausgelastet ist, sondern händeringend nach Belegung sucht. - Ein paar weitere Kilometer in Richtung Süden, in Mazo, gibt es noch ein Projekt welches einen weiteren Jachthafen vorsieht, gerade so, als läge La Palma nur ein paar Seemeilen von Monte Carlo und Saint Tropez entfernt. - Vielleicht verstehen wir ja auch nichts von dem Geschäft, oder von der zukünftigen Entwicklung hier auf der Insel, aber manchmal frage ich mich schlicht und ergreifend, wo denn diese Boote alle herkommen sollen, für die man rund um die Insel Liegepläne projektiert. - Krisenjollen, Hartz IV-Jachten, Volksboote, wer kann sich denn alle diese schicken Dinger leisten, hier auf der Insel auf jeden Fall immer weniger Leute. - Nach meinen bescheidenen Kenntnissen gilt selbst auf dem Markt der Jachthäfen das Spiel von Angebot und Nachfrage, und La Palma ist sicher kein Ziel für einen launigen Sonntagnachmittagausflug, den man dann in einem Jachthafen der Insel beendet. - Wo sollen die Boote denn herkommen, von den anderen Kanareninseln? - Die haben selbst schon alle ihre Häfen und unterliegen dem gleichen komischen Drang, unbedingt durch Überangebote die Preise verderben zu wollen. - Aber es soll uns ja eigentlich nichts angehen, wenn andere ihr Geld im Atlantik versenken wollen, nur gibt es seitens der Naturschützer sicher berechtigte Gründe, warum man den Bau von Häfen und Jachthäfen sehr kritisch betrachtet. - Nicht nur der Betrieb eines jeden Hafens hat großen Einfluss auf die Meeresflora und Fauna, sondern bereits der Bau einer solchen Anlage kann irreparable Schäden dort im Küstenbereich anrichten. - So ist die ganze Geschichte eben nicht nur ein Rechenexempel für Privatinvestoren, sondern geht wohl auch die Allgemeinheit an.

So fordert nun die "Dirección General de Protección de la Naturaleza", also die Naturschutzbehörde der autonomen Region Kanarische Inseln von der Bau- und Betreiberfirma ausgiebige Gutachten, wie denn der Bau der Anlage ablaufen soll, und in wie weit der Bau und der spätere Betrieb Einfluss auf die dortige Biodiversität hätte. Dabei sind im besonderen Fokus zwei Rotalgen, welche im kanarischen Katalog der bedrohten Arten auftauchen, und damit wohl solche Bauvorhaben kippen könnten. - "Gelidium arbuscula" und "Gelidium canariensis" heißen die beiden Rotalgen, von denen ich keine entsprechende Bezeichnung auf Deutsch finden konnte. - Was bislang an Gutachten der Investoren dort erbracht wurde, das reicht nicht aus, man fordere deutlich ausführlichere Gutachten, eben besonders weil sich dort diese bedrohten Arten an Algen befinden. - Ob nun diese Gutachten erstellt werden können, also so erstellt, dass die "Dirección General de Protección de la Naturaleza" den Bauantrag positiv beantworten kann, das weiß ich natürlich nicht. - Interessant aber dabei ist, dass man gerade im vergangenen Jahr den berühmten "Katalog" der bedrohten Arten auf den Kanaren so weit angepasst hat, dass man einige Bauvorhaben durchziehen konnte, wie zum Beispiel den Hafen von Granadilla auf Tenerife, in dem man einige bedrohte Arten schlichtweg nicht mehr als schützenswert betitelt hat. - Da muss man die beiden Rotalgen wohl "übersehen" haben, denn unsere Provinzregierung ist sonst nicht wirklich zimperlich, wenn es darum geht für Gewerbe Betriebslizenzen zu vergeben, aber in diesem Fall macht man seitens der Behörden den Investoren das Leben schon etwas schwerer. - Ich bin gespannt, wie dieser Fall weitergeht, und auch, ob der weitere Vorgang denn auch öffentlich einsehbar abläuft. - Und das nicht nur aus Gründen des Naturschutzes, ich wüsste auch gerne, ob man denn mit einem Jachthafen für 25 Millionen Euro, den eigentlich keiner braucht, denn Geld verdienen kann. - Nein, ich habe keine 25 Millionen und überlege, wo ich die hinwerfen will, ich bin einfach nur gespannt, wie dehnbar die Gesetze der Marktwirtschaft sind.



Sonntag 24.07.2011 11:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1020 hPa

Arbeitslager El Paso 2011
Ferien im Dienst der Allgemeinheit

Man möchte kaum glauben, dass es so etwas noch gibt. - Aber in der Tat, jedes Jahr kommen im Sommer zwischen 20 und 30 Jugendliche aus ganz Spanien nach El Paso und auch nach El Hierro, um dort ein paar Tage lang freiwillig zu arbeiten. - Organisiert werden diese "Camps" von den jeweiligen Jugendämtern der autonomen Regionen Spaniens, und die ausgesuchten Gemeinden kümmern sich dann um die Unterbringung der Jugendlichen und auch darum, dass die Tage des Aufenthaltes sinnvoll gestaltet werden. - Keine Angst, da wird zwar gearbeitet, aber das Freizeitangebot kommt auch nicht zu kurz und für die meisten Jugendlichen ist es eh wichtiger mit einer Gruppe Gleichaltriger zu verreisen, als was da nun wirklich vor Ort geschieht. - Seien wir ehrlich, die meisten der Jugendlichen haben sich das auch nicht unbedingt selbst ausgesucht, sondern wurden eher wohl von den Eltern da zart "hingestoßen", dass man in den Ferien auch mal etwas anderes tun könnte, als nur am Strand zu liegen oder den Rechner qualmen zu lassen. - Das kann man in der Tat, auch ohne 12 Stunden hartem Drill, sondern unter guter und verständnisvoller Anleitung, in der Gruppe sinnvolle Tätigkeit auszuüben. - Letztes Jahr hat eine Gruppe von Jugendlichen alle Bushaltestellen der Gemeinde in deren Farben, Weiß, Grün, Schwarz angestrichen, das mag nach Pipifax klingen, allerdings freut man sich immer wieder, wenn man die Straßen lang fährt, dass wir nun die schönsten Bushäuschen der Insel haben. - Dieses Jahr räumt die Gruppe der Jugendlichen Gestrüpp und trockene Piniennadeln in der Umgebung der archäologischen Ausgrabungsstätte am "Lomo de Tamarahoya" weg, und kann dabei gleich einiges über die Arbeit der Archäologen und die Theorien zu den ersten Besiedlungen der Insel durch afrikanische Berberstämme lernen. - Untergebracht sind die Jugendlichen im Ferienlager "El Riachuelo", welches der Inselergierung gehört, aber meist von der Gemeinde El Paso genutzt wird. - Die andere Gruppe auf den Kanaren, welche nach El Hierro gefahren ist, die wird die 14 Tage damit verbringen alte Menschen zu pflegen und zu unterhalten, dort setzt man eher auf den sozialen Charakter solcher Jugendcamps. - Die Jugendlichen konnten sich natürlich vorher aussuchen, wo sie hinkommen und wissen dann auch, was für Tätigkeiten sie erwarten, es wird also niemand ins Ungewisse geschickt. - Auch wenn diese Jugendcamps sowohl bei den teilnehmenden Jugendlichen, wie auch von den Betreuern und Gemeinden immer wieder sehr gelobt werden, so bleiben doch solche Aktionen leider eine Ausnahme, obwohl man doch auf diese Art und Weise viele Jugendliche erreichen könnte, die aus welchen Gründen auch immer, nicht in Urlaub fahren können, oder sich einfach dafür interessieren, wie die Dinge anderswo so laufen und man dafür gerne bereit ist, auch mal kräftig anzupacken.





Samstag 23.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 18,1 Grad

I got a feeling
Knackige Badenixen repräsentieren La Palma

Über das Wie und Wo für touristische Werbung für La Palma haben sich schon viele den meist zu kleinen Kopf zerbrochen, meine Dürrigkeit eingeschlossen. - Uns fehlt ein klares Konzept, wir wollen an allen touristischen Töpfen schleckern, betreten dabei aber immer wieder dünnen Boden und bringen uns in den mörderischen Preiskampf mit anderen Destinationen. - Ganz alleine aber auf Natur und Alternativziel setzen, das wagen wir auch nicht, uns fehlt dabei nicht nur das klare Bild welches wir selbst von uns nach außen stülpen wollen, und noch weniger sind wir uns alle hier im Sektor und der Politik einig, wie denn solch ein Bild, eine Marke oder gar die "Corporate Identity" auszusehen hätte, damit das Ganze auch funktioniert, und wir im Tourismus mal wieder so etwas wie Zuwächse vermelden können. - Wir dürfen ja nicht vergessen, das Tourismus auf La Palma ist nie geplant oder geführt entstanden, sondern so ganz locker nebenher, seit 30 Jahren etwa besuchen uns Gäste erst und wir können heute bisweilen damit noch nicht richtig umgehen. - Anfänglich waren wir lediglich ein Ziel für Individualreisende, welche noch richtig Planung und Aufwand betreiben mussten um zu uns zu gelangen, bis dann die erste LTU; ich glaube es war eine Maschine aus Düsseldorf, die ersten Pauschalgäste zu uns brachte. - Allerdings blieb La Palma weiter das zarte Pflänzchen ohne touristische Konfektionsgröße und bis heute trägt ein lokaler und oft privater Sektor an Ferienunterkünften die Hauptlast im internationalen Tourismus. - Allerdings erreicht man damit nicht wirklich großen Gästedurchlauf, und irgendwann fing jemand an zu behaupten, wir brauchen mehr Hotels, müssen auf schick machen, Hawaii imitieren, blieben aber leider dabei bei einer Kopie Tenerifes stecken und müssen heute lernen, das ist alles schon da, gibt es woanders sogar billiger, also kehrt marsch, aber wohin denn nur. - Mein Tipp am Rande, wer imitiert, der macht sich auf die Dauer überflüssig, der wird leider auch nicht von jedem verstanden.

Es geht nicht ohne die Hotels, denn dann kämen noch weniger Flieger, allerdings ist das Netto-Ergebnis aus dem Pauschalurlaub für die Insel fast lächerlich klein, gegenüber dem effizienten Individualtourismus welcher einen viel größeren Anteil seines Urlaubsbudgets hier auf der Insel liegen lässt. - So dümpeln wir halt im Ungefähren dahin, für keine Seite wirklich glaubhaft, die einen sagen, wir hätten zu wenig Unterhaltungsangebote um neue Märkte zu erschließen, die anderen sagen, genau deswegen kommen wir hier nach La Palma, um dem sonst üblichen Tourismusrummel zu entgehen. - Leider haben wir auch keinen César Manrique, der uns wie weiland die Insel Lanzarote mit einem Motto versieht, allerdings sollten wir uns das vielleicht in der letzten Konsequenz auch gar nicht wünschen, wenn man sich die Entwicklung dort auf der schwarzen Insel in den letzten Jahren so ansieht. - Ich gebe es zu, ich weiß auch nicht, wie man, ohne der immer noch äußerst intakten Gesellschaftsstruktur hier und der gewaltigen Landschaft zu schaden dieser Insel auch ein funktionierendes Standbein verleihen kann, welches uns hilft, die Krücken der Bananen etwas zu stabilisieren. - So wirken auch die meisten Aktionen der Inselregierung oder des Patronato de Turismo oft wie panische Schnellschüsse, jedes Mal wenn die neuesten negativen Zahlen durch die Presselandschaft gerattert sind, dann kommt eine Woche später der neueste Versuch, unsere Insel werbetechnisch an Frau, Mann und Tourist zu bringen. - Sonnenklar TV, das war auch wieder so eine Sache, oder der Spruch, "La Palma lo tiene todo" (La Palma hat alles) und den auf Plastiktüten gedruckt in Fußgängerzonen der anderen Inseln verteilt, das zeigt alles so ein bisschen die Hilflosigkeit, mit welcher wir unserem größten Manko begegnen, wir können uns nicht gut verkaufen. - Jetzt soll ein neues, kleines La Palma Video diese Insel in den Blickpunkt der Festlandsspanier rücken, ausgestrahlt im Fernsehen und nun auch in den Reisebüros des Veranstalters "Travelplan", damit der Konsument dieser Bilder einen bleibenden Eindruck unserer Insel behält. - In einer Minute kann man keine Geschichten erzählen, nur eben optische Wirkung, und so spielt da wuchtige Musik mit wuchtigen Bildern, und ausgesuchte Inselgrazien und Grazier durchwandern dabei lächelnd unsere Landschaft, tummeln sich im Wasser und deuten sogar so etwas wie ein vorhandenes Nachtleben an. - Zunächst könnte man sich, wenn man sarkastisch veranlagt wäre, was mir Gott sei Dank nicht gegeben ist, darüber lächeln, allerdings ist dieser kleine Spot gar nicht so verkehrt, denn er soll ja nur eben mal darauf hinweisen, dass es uns überhaupt gibt, und prächtige Bilder sagen immer noch mehr als tausend Seiten gedruckter Inselweisheiten. - "I got a feeling" nennt sich der Spot, warum ausgerechnet in Englisch, allerdings auch einfach die Gegenfrage, warum nicht, es soll ja ein Hingucker sein, und das ist gar nicht so schlecht gelungen. - Also, dann sehen wir mal, ob unsere Inselbadenixen, und die sind wirklich von hier, es schaffen, den so dürftigen Touristenstrom vom Festland ein bisschen wieder neuen Schwung zu verleihen. - HIER gibt es das Video, zur Verfügung gestellt von der bravourösen online-Zeitung "elapuron.com".



Samstag 23.07.2011 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1019 hPa

Hay que cambiar el chip
Schon wieder

Langsam wird es ernst in der Hauptstadt, der Strand soll gebaut werden und nun wird nicht nur ein paar Bürgern klar, was das bedeutet, sondern auch den Politikern und den Geschäftsleuten. - Langfristig ist die Strandgeschichte natürlich positiv zu werten, keine Frage, allerdings wird es ab Baubeginn im Oktober oder November gravierende Verkehrsprobleme in der Hauptstadt geben. - Weniger weil große Maschinen und LKW dort an der Promenade arbeiten werden, sondern weil dann der größte Parkplatz der Stadt wegfällt, das aufgeschüttete Stück Land, welches man dem Atlantik abgerungen hat. - Darüber reden wir seit langer Zeit, nun wird das "Chefsache", der neue Bürgermeister der Stadt, Sergio Matos hat sich nun mit Geschäftsleuten und dem Betreiber des einzigen Parkhauses der Stadt zusammengesetzt, um mögliche Szenarien zu überdenken. - Die Schlussfolgerung des Bürgermeisters bleibt dann aber ungefähr, so ungefähr wie das bereits vor 40 Jahren in Deutschland klang, als man mitbekam das ein paar Autos Bewegung versprechen, viele Autos aber das Gegenteil. - "Wir müssen unsere Mentalität ändern in Bezug auf das Autos und den öffentlichen Nahverkehr und uns auf eine neue Stadt einstellen." - Recht hat er, doch das nützt weder ihm was noch den anderen, denn wir sind noch nicht so weit am Grundrecht des Individualverkehrs zu rütteln, bei uns geht die Tendenz zum Drittwagen um, da hat auch die Krise nichts daran geändert. - Der Weg muss also über ein verbessertes Angebot im öffentlichen Nahverkehr gehen, und über erhöhte Kosten des Individualverkehrs, denn predigen kann man vieles, aber niemand wird hier seinen Toyota ungesattelt lassen, nur weil ein Bürgermeister mit Visionen einen Traum von einer neuen Stadt hat. - Oder aber man wartet ganz einfach ab, lässt die Stadt eine Weile im täglichen Chaos des Verkehrs ersticken, bis die Pendler und Besucher dann freiwillig auf das Auto verzichten und per Bus kommen, oder gleich lieber einen weiten Bogen um unsere Hauptstadt machen.

Genau das aber fürchten die Geschäftsleute der Hauptstadt, denn in den letzten beiden Jahrzehnten hat man bereits starke Einbußen hinnehmen müssen, viele Läden sind aus der Stadt verschwunden, haben sich im "Speckgürtel" der aufstrebenden Gemeinden Breña Alta angesiedelt, oder sind nach Los Llanos abgewandert. - Santa Cruz hat eben das Problem, vor sich den Atlantik, hinter sich den Berg, da bleibt kein Platz für breites Wachstum, wie man es auch dreht und wendet. - Gedreht und gewendet hat man vieles und auch gebohrt. - Zunächst kam die Umgehungsstraße, damit hat man den Transitverkehr aus Santa Cruz fernhalten wollen, mit Erfolg, allerdings spielte dieser Transitverkehr gar keine so große Rolle bei den Verkehrsproblemen der Hauptstadt. - Dann hat man das Parkhaus gebaut, das allerdings nicht wirklich angenommen wird, noch nicht, aber nach wie vor liegen die Verkehrsprobleme in Santa Cruz im ruhenden Verkehr, oder eben den Bewegungen, die dazu dienen, einen Parkplatz zu finden. - Und dann stelle man sich eben vor, man schließt auch noch den größten Parkplatz der Stadt. - Das Parkhaus wird sicherlich profitieren, da reiben sich manche auch schon die Hände, aber das wird niemals ausreichen, den gesamten ruhenden Verkehr der Stadt aufzunehmen. - Die Busse nach Santa Cruz, die fahren auf der Magistrale von Los Llanos bereits jede halbe Stunde, mit modernen klimatisierten Fahrzeugen zumeist, und für 2 Euro pro Fahrt auch angemessen preiswert. - Gut, nachts und an den Feiertagen könnte man das Angebot noch verbessern, und auch daran denken, nicht nur einen Halt mit dem Bus vorne am Hafen zu machen, sondern auch noch das Nordende der Stadt zu bedienen. - Aber wirklich viel kann man da nicht mehr verbessern, der Rest wird schon von uns Autofahrern abverlangt werden. - Ich tippe mal auf die Chaos-Version nach Baubeginn des Strandes, denn an Propheten im eigenen Land haben wir noch nie geglaubt. - Immerhin, es gibt ja die Umgehungsstraße…



Freitag 22.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 24,3 Grad - niedrigste Temperatur 18,6 Grad

Alles normal auf El Hierro
Sagt man so

Sicher ist alles normal auf El Hierro, warum sollte das auch nicht so sein, allerdings kann man 151 seismische Vorkommnisse innerhalb von 3 Tagen auch auf den Kanaren nicht als normal bezeichnen. - So aber lässt man in der Presse titeln, alles ganz normal, und nennt lustige Zahlen von Erdstößen, die sich im Bereich von 20 oder 30 bewegen, nicht aber die korrekte Zahl, von inzwischen 151 kleinen Beben innerhalb von 3 Tagen. - Allerdings zweifeln manche auch bereits wieder daran, dass diese von dem "Instituto Geográfico Nacional" genannte Zahl ganz korrekt ist, denn es "verschwinden" aus den Aufzeichnungen immer mal wieder einzelne Vorkommnisse, und andere kommen Stunden später wieder hinzu. - Diese Aufzeichnungen werden automatisch gemacht, allerdings nicht die Veröffentlichung der Registrierung der seismischen Bewegungen, also lässt das bereits wieder großen Spielraum für irgendwelche Manipulationsversuche. - Dabei hätte man das gar nicht nötig - oder doch? - Sicher sind diese Schwarmbeben auf El Hierro nichts Beunruhigendes, noch nicht, sollte sich die Anzahl, die Magnituden und die Tiefe in welchen diese Beben gemessen werden nicht dramatisch verändern, dann bleibt das auch so. - Folgt man den bisherigen Angaben, dann hat die Anzahl der Beben gegenüber gestern leicht abgenommen, und gemessene Tiefe der Vorkommnisse sind gleich geblieben, ebenso die Magnituden der Beben. - Was nun aber die Frage ist, warum misst keiner die Gasemissionen dort auf El Hierro, oder warum lässt man uns diese Ergebnisse nicht wissen, denn es gibt dort eine Messstation, und es wäre äußerst interessant zu erfahren, wie sich die Gasemissionen dort in den letzten Tagen verändert haben. - Erst in dem Zusammenhang könnten Vulkanologen eventuelle Schlüsse daraus ziehen, wann wir aufmerksam sein sollten, oder ob sich da unter der Insel El Hierro lediglich Magma bewegt, aber nicht aufsteigt. - Allerdings hat sich noch kein Geologe der Inseln konkret zu den aktuellen Vorkommnissen geäußert, außer dass man der Sache nun nachgehen würde, und dass Magmabewegungen unter den Inseln immer wieder vorkommen können, nicht aber grundsätzlich oder immer zu Eruptionen führen müssen. - Das ist im Gegenteil sogar der seltene Fall, aber ein bisschen bessere Informationspolitik, das wäre schon wünschenswert. - Alleine die Tatsache, dass die Presse vom dauerhaft arbeitenden "Comité de Seguimiento y Vigilancia Volcánica" nur lapidar und auch noch mit falschen Zahlen unterrichtet wird, das lässt ein ungutes Gefühl aufkommen. - Wir erinnern uns halt sorgenvoll an die "vulkanologische Krise" auf Tenerife in den Jahren 2004 und 2005, als man um alles auf der Welt verhindern wollte, dass die Presse darüber berichtet, dass es möglicherweise zum Austritt von Lava auf der Oberfläche der Insel kommen könnte. - So macht man sich jetzt auch wieder unglaubwürdig, wenn man es als "normal" bezeichnet, dass innerhalb von 3 Tagen auf der Insel 151 seismische Vorkommnisse gemeldet werden, wo doch "normal" auf El Hierro im Jahr zwischen 0 und 3 Beben stattfinden. - Die Einwohner El Hierros hätten sicher bessere Informationen verdient, das kann man ja wunderbar auch ohne jeglichen Alarmismus machen, denn nach wie vor ist das was da unter El Hierro geschieht zunächst nur interessant, noch nicht aber beunruhigend.



Freitag 22.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1016 hPa

Strandbaustelle in Santa Cruz
Nur Arbeit für Spezialisten

Im Oktober soll es ja losgehen, dann will man einen Strand vor die Hauptstadt bauen, das Geld dafür ist längst bewilligt, die Pläne fertig und auch die Vergabe an die Firma "FCC" ist bereits beschlossene Sache. - Drei Deiche sollen den Strand dann schützen und an die 25 Millionen Euro stehen dafür bereit, eine gewaltige Baustelle wird das also in den kommenden zwei Jahren. - So ist auch die Hoffnung auf neue Arbeitsplätze gewachsen hier auf La Palma und weit über einhundert Personen sollen sich laut "gut unterrichteten Kreisen" bei der Baufirma bereits gemeldet, und ihren Lebenslauf auch dort abgegeben haben. - Aber man bremst seitens der Firma die Erwartungen der lokalen Bevölkerung, denn der Bau dieser Deiche sei zwar eine enorme Aufgabe, allerdings benötige man dafür nicht sonderlich viel Personal, sondern gewaltige Maschinen und damit Spezialisten, welche mit diesen Monstern umgehen können. - Und die gäbe es hier auf der Insel wenig bis gar nicht, so dass man Spezialisten aus Tenerife und Gran Canaria als Arbeitskräfte nach La Palma bringen müsse. - Hilfskräfte ohne spezifische Ausbildung bräuchte man so gut wie überhaupt keine, so dass die lokale Bevölkerung sich nicht zu viel Hoffnung auf einen Arbeitsplatz beim Bau des Strandes machen solle. - Wer wohl an den Arbeiten partizipiere, das wären die Firmen hier auf der Insel, welche schwere LKW hätten, zum Transport des vielen Materiales, welches man zum Aufschütten der Deiche benötige. - Allerdings sei dabei auch noch nicht klar, ob nicht ein Konkurrent von außerhalb sich mit einem besonders guten Kubikmeterpreis dort einbringt, und die Transportunternehmen der Insel dann auch wieder das Nachsehen hätten. - Ähnliches hören wir auch von den anderen Großbaustellen auf der Insel, sei es der Hafenausbau in Tazacorte, oder eben am Flughafen, wo ja inzwischen der Großteil der Arbeiten bereits erledigt ist.

Apropos Flughafen. - Ohne große Schwierigkeiten haben wir nun die zweite Woche im neuen Terminal hinter uns, man möchte fast sagen, wir haben uns bereits an den dunklen Kasten gewöhnt. - Im Erdgeschoss sind nun auch bereits zwei Läden eingezogen, so dass sich ein bisschen mehr Leben zeigt im Terminal, aber im Obergeschoss tut sich noch nichts weiter, nur 2 Cafeterías locken Besucher und Flughafenangestellte mit Speis und Trank. - Was negativ auffällt, es dauert viel länger nun bis man sein Fluggepäck erhält nach der Landung, zwischen 20 und 30 Minuten muss man warten, bis das Gepäckband sich überhaupt anfängt zu drehen. - Aber das muss an den immer noch stattfindenden Bauarbeiten liegen, also ein temporäres Problem sein, also nicht wirklich schlimm. - Das Parkhaus finden die meisten Gäste auch ohne Schwierigkeiten, die Rolltreppen und die Fahrstühle sind von der Kofferausgabe aus leicht zu finden. - Dabei gibt es aber auch so kleine Hindernisse zu überwinden. - Die Fahrstühle sind lächerlich klein, es passt gerade mal ein Gepäckwagen rein und da immer zwei Fahrkörbe direkt nebeneinander liegen, gibt es nur einen "Rufknopf" um einen Fahrkorb anzufordern. - Ist nun einer der Fahrstühle bereits besetzt, und die wollen eigentlich abfahren, aber draußen drückt jemand den Knopf um einen Fahrkorb zu holen, dann geht die Tür des bereits abfahrbereiten Fahrstuhles immer wieder auf, obwohl kein Mensch dort mehr hinein passt. - Man muss den Fahrstuhl also erst abfahren lassen, und dann den Knopf drücken, sonst kommt keiner weiter. - Dann noch eine kleine Hingabe an die Phantasie, wer zum Beispiel auf die Parkhausebene "S2" will, der muss im Fahrstuhl den Knopf "-3" drücken, nicht "-2" wie man vielleicht zunächst annehmen möchte. - Zwar gibt es inzwischen Hinweisschilder, welche auf diesen Umstand hinweisen, aber nicht wenige fallen immer noch auf diesen Trick herein. - Aber alles keine wirklichen Probleme, es bleibt zwar immer noch viel zu groß dieses neue Terminal, aber es funktioniert. - Allerdings findet man nirgendwo eine Uhr, zwar kann man die augenblickliche Temperatur und die Luftfeuchte erfahren, aber wie spät es ist, und ob man nun bereits rennen muss um seinen Abflug noch zu erreichen, darum muss man sich selbst kümmern. - Vielleicht nennt man das ja auch zeitlose Architektur.



Donnerstag 21.07.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 25,6 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Seismische Aktivität auf El Hierro
70 Minibeben in 2 Tagen

In den Jahren 2004 und 2005 gab es so etwas wie eine vulkanologische Krise auf Tenerife, viele Beben, erhöhte Gasemissionen und nicht wenige Geologen waren der Meinung, bald tut sich was auf Tenerífe und es könnte sogar zu eine vulkanischen Eruption kommen. - Doch die Tätigkeit des Hotspots nahm wieder ab, ist zwar noch nicht wieder auf einem Stand der Dinge vor 2004 angekommen, aber inzwischen sieht man dort keine akute Gefahr mehr. - Nun registriert die seismische Station auf El Hierro seit zwei Tagen enorm viele kleine Beben, 70 an der Zahl, bis heute um 15:10 aufgezeichnet, für danach gibt es keine weiteren Angaben, was aber nicht bedeuten muss, dass die Beben plötzlich aufgehört haben, wahrscheinlicher ist, dass man die Aufzeichnungen noch nicht veröffentlicht hat. - Die Beben besitzen Magnituden zwischen 1,1 und 2,2 auf der berühmten Richterskala, sind also so klein, dass diese von Menschen noch nicht wahrgenommen werden. - Die Tiefemessungen werden rund um 10 - 15 Kilometer angegeben, und alle diese Beben werden aus der Gegend von Frontera gemeldet, im "Golfo". - Das muss jetzt noch nicht gleich bedeuten, dass die Gefahr einer Eruption für die Insel El Hierro nun ansteigt, aber es ist ungewöhnlich, dass so viele kleine Beben so plötzlich dort auftauchen. - Gut, so ungewöhnlich nun auch wieder nicht wenn man bedenkt, dass die Kanarischen Inseln auf einem vulkanischen Hotspot sitzen, denn schließlich sind wir ja Kinder des Vulkans, ohne diese innere Kraft der Erde gäbe es uns gar nicht und weiter ist auch sicher, dass die Kanaren in ihrer zukünftigen Entwicklung noch viele Eruptionen erleben werden. - Schwarmbeben meldet das Nationale Geographische Institut, hält sich jedoch mit einer Einschätzung über eventuelle Gefahren noch komplett zurück, so weit ist man noch nicht, da irgendetwas an die Presse geben zu wollen. - Ein paar lokale Politiker aus El Hierro hat man aber schon aufgeschreckt, denn nach ganz vielen Jahren der Ruhe, bei uns immer relativen Ruhe, erlebt nun El Hierro plötzlich die Aufmerksamkeit aller Geologen der Kanaren und wohl auch vieler Kollegen weltweit. - Die seismischen Bewegungen können vieles bedeuten, am wahrscheinlichsten aber ist, dass flüssige Lava unter der Insel in Bewegung geraten ist, und sich "Platz schafft" in den vielen Kavernen, welche sich unter unseren Inseln befinden. - Das kann dann auch wieder aufhören, wenn die Lava ihren neuen Platz gefunden hat, oder aber die Lava breitet sich weiter aus, schlimmstenfalls auch bis über die Erdoberfläche, was man dann eine Eruption nennt.

Die Wissenschaftler sagen noch nichts dazu, denn man muss jetzt noch parallel die Gasemissionen prüfen, welche in der näheren Umgebung dort auf El Hierro gemessen wurden. - Sollten sich dort die Gasausschüttungen in Menge und Zusammensetzung deutlich verändert haben, dann wird man sich das noch genauer ansehen, und unter Umständen auch die "vulkanologische Ampel" der Insel El Hierro von Grün auf Gelb setzen. - Denn erst im Zusammenhang mit einer deutlichen Erhöhung der Gasemissionen kann man feststellen, ob die Lava Druck nach oben hin weitergibt, was dann möglicherweise auf eine spätere Eruption schließen lassen könnte. - Als drittes, aber meist sehr spätes Warnsignal kommen dann noch Bodendeformationen hinzu, wenn die aufsteigende Lava bereits so viel Druck ausübt, dass sich die Erde über ihr aufwölbt. - Die Beben alleine sprechen bislang nur für Aktivität im Untergrund, und das kann auf den Kanaren immer mal wieder vorkommen. - Es gibt also noch keinen Grund für einen Alarm, aber man sollte doch vielleicht in den kommenden Tagen sich immer mal wieder über die weitere Entwicklung informieren. - Das kann man über die Tagespresse machen, die sicher den Fall jetzt auch gierig aufgreifen wird, oder über entsprechende Foren, in welchen sich auch hiesige Geologen beteiligen. - Mein Favorit dabei ist www.todogeologia.com da wissen wir, dass auch einer der "Köpfe" der kanarischen Vulkanologen teilnehmen, nämlich Nemesio Pérez. - Mein Link führt direkt in den entsprechenden Faden, sonst muss man da zu viel herumsuchen. - Oder man sieht sich die Aufzeichnungen des "IGN" (Instituto Geográfico Nacional) an, welche alle seismischen Aktivitäten veröffentlichen. Der Link führt auf die Suchseite der seismischen Ereignisse. - Dort müssen Sie nur das Datum (fecha) des Suchbeginns auf der linken Seite eintragen, zum Beispiel 2011 - 07 - 19, der Tag an dem die Beben auf El Hierro begannen. - Alle anderen Angaben sind bereits vorgegeben, dann noch unten auf "enviar" klicken, dann öffnet sich eine weitere Seite, auf der Sie nur noch mal mir "aceptar" bestätigen, und schon hat man die Übersicht über die seismischen Ereignisse ab dem 19. Juli im Nordatlantik. - Viel Spaß beim "Seismospotting"



Donnerstag 21.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1016 hPa

Geräteschuppen mit Pool
Die berühmten "cuartos de apero"

Guckt man mal vom Aussichtspunkt "El Time" auf das Aridanetal hinab, dann sieht man auf Los Llanos, Tazacorte und El Paso. - Allerdings kann man nicht erkennen, wo ein Ort anfängt und wo der andere, denn das gesamte Aridanetal ist ein großer Siedlungsbereich. - Zersiedelt kann man auch sagen wenn man will, das ist Ansichtssache. - Seit vielen Jahren nun geht man gegen weitere Zersiedlung vor, in dem man Zonen ausarbeitet, hier darf gebaut werden, hier nicht, und wer in dieser Lotterie mit Anfassen und Nachhelfen, Glück bis Einfluss gehabt hat, der kann auf seinem Grundstück auch zukünftig bauen. - Andere Zonen wurden als landwirtschaftliche Schutzzone erklärt, wieder andere als Landschaftsschutzzonen. - Letztere macht eine Bebauung unmöglich, keine Chance. - Wer sein Grundstück als landwirtschaftliches Gelände ausgewiesen findet, der kann auch nicht bauen, allerdings hat kanarischer Pragmatismus die "cuartos de apero" erfunden, um doch wieder dort zu bauen, wo es eigentlich nicht geht. - Um seine Fläche landwirtschaftlich nutzen zu können, braucht der rührige Landmann einen Geräteschuppen und einen Wassertank, sonst kann er seine drei Obstbäume und die vier Tomatenpflanzen ja nicht bearbeiten. - Diesen Geräteschuppen und den Wassertank, den kann ihm die Gemeinde genehmigen, und so nimmt die Bautätigkeit dann ihren Lauf und wer vier Jahre lang keinen Ärger bekommt, der beantragt dann später eine Erweiterungsgenehmigung und irgendwann steht dann da ein Wohnhäuschen, und weil das da schon "so lange" steht, kann man es auch nicht wieder abreißen. - Man bezahlt eine Strafe, lässt nachträglich ein Projekt erstellen, und hat dann irgendwo ein Wohnhaus, wo eigentlich keines stehen dürfte. - Das war jetzt bitte keine Anleitung zum Schwarzbau, auch weil ich diese Methode niemandem empfehlen kann, und so einfach wie ich das hier in ein paar Zeilen beschrieben habe geht das in der Praxis auch nicht. - Aber fährt man mal so durch die Außengebiete der Ortschaften, dann sieht man komplette Siedlungen in landwirtschaftlichem Gelände, allesamt "cuartos de apero", zum Teil mit Pool, Vorgärtchen, Briefkasten und wunderbarer Eigenheimidylle. - Alle wissen das, jeder guckt weg, die Gemeinden vor allem, denn die wollen ja ihren Bürgern die Möglichkeit schaffen, auf ihrem Grund und Boden auch ein Haus zu erstellen. - Eigentlich aber ist das illegal, und wenn dann wirklich mal jemand hinguckt und das auch zur Anzeige bringt, dann wird es eng für den Geräteschuppenerbauer, und es droht nicht nur ein saftiges Strafgeld, sondern auch der Abriss des "Schuppens" mitsamt Kosten für die Arbeiten und Entsorgung des Abraums. - Nicht wirklich oft geschehen bislang, aber schon praktiziert, und gäbe es bei der "Agencia del Medio Urbano y Natural" und der Umweltgruppe der Guardia Civil, der "Seprona" mehr Personal, dann müssten viele Menschen mit Geräteschuppen hier auf der Insel reichlich zittern. - Das würde sicher sogar auf dem Seismogramm aufgezeichnet werden, so sehr würde die Erde hier dann wackeln.

In Puntagorda nun droht solch ein Beben, denn da hat nun die "Agencia del Medio Urbano y Natural" angekündigt, alle Baugenehmigungen für "Cuartos de apero" von der Gemeinde ausgestellt seit 2007, also jünger als die berühmten vier Jahre, zu überprüfen. - Warum das so ist, warum gerade Puntagorda, das kann einen politischen Hintergrund besitzen. - Kann habe ich gesagt, muss aber nicht so sein. - Dort regiert seit vielen Legislaturperioden die PSOE in alleiniger Herrschaft, und Puntagorda ist eine Vorzeigegemeinde in den von Landflucht gebeutelten Nordgemeinden, die einzige mit Bevölkerungszuwachs, und das fällt auf. - Es mögen auch noch stichprobenartige Kontrollen der "Seprona" dazugekommen sein, oder Anzeigen neidischer oder verärgerter Nachbarn, die sich eben diesen Schritt über den "immobiliaren Kunstgriff cuarto de apero" nicht gewagt haben, jetzt aber mit ansehen müssen, wie der Nachbar da langsam aus einem Geräteschuppen ein Einfamilienhaus bastelt. - Auf jeden Fall ist nun Puntagorda ins Visier der "Agencia del Medio Urbano y Natural" geraten und auch der Bürgermeister musste bereits zugeben, dass vielleicht in dem einen oder anderen Fall man irrtümlich eine nicht korrekte Baugenehmigung erteilt hätte. - Der "eine oder andere Fall" könnten aber auch locker über 50 betroffene Gebäude sein, und deren Eigentümer erhalten in diesen Tagen Post. - Der Bürgermeister ist noch überzeugt davon, dass fast alle "Fälle" noch zu retten seien, allerdings bläst der oberste ebenfalls berühmte und berüchtigte Vizechef des Raumordnungsamts, Miguel Ángel Pulido, ganz andere Töne und spricht von illegalen Gebäuden, die wohl allesamt abgerissen werden müssen. - In den anderen Gemeinden der Insel gerät man nun auch allmählich ins Schwitzen, denn man weiß ja nicht, ob es eine punktuelle Strafmaßnahme gegen Puntagorda ist, oder das nur als Startschuss für weitere Kontrollen hier überall auf der Insel dient. - Wie das nun mit den "Cuartos de apero" in Puntagorda weitergeht, das werden wir in den kommenden Wochen und Monaten erfahren, für alle anderen gilt, ganz leise sein, bloß keinen Ärger machen und das vier Jahre lang, dann bleibt die Abrissbirne außen vor.



Mittwoch 20.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 18,6 Grad

Kurz belichtet
Falschgeld, Falschgemüse und ein richtiges Konzert

Neulich hatten wir doch schon mal die Nachricht über Falschgeld in Los Llanos. - In dem Zusammenhang verbreitete sich auch dieser wunderbare Übermittlungsfehler der 3 und der 8 Euroscheine, was dann eher für Erheiterung sorgte, als für echte Empörung. - Nun aber hat die Polizei richtig aufgeräumt und gleich 7 Personen im Zusammenhang mit der Herstellung von Falschgeld auch wieder in Los Llanos festgenommen. - Diese Gruppe stellte auf einem Computer und mit einem Drucker der etwas besseren Klasse Kopien von 50 und 100 Euro Scheinen her und versuchten diese auf der gesamten Insel loszuwerden. - Allerdings ist das Papier der Scheine von derber Qualität, so dass jeder, der öfter mit Geldscheinen hantiert die Fälschung leicht feststellen kann. - So gelang es der Bande, für die auch ein Jugendlicher arbeitete, nicht wirklich viele dieser Scheine unterzubringen, sondern in den meisten Fällen stellten die Kassierer gleich beim Geldempfang fest, dass die angebotenen Scheine unecht waren. - Einige der Scheine aber sind in Umlauf geraten, und sind es wohl immer noch, so dass man sehr vorsichtig sein solle, besonders die Gewerbetreibenden auf der Insel, wenn Kunden mit Scheinen von 50 oder 100 Euro bezahlen wollen. - Insgesamt, so schätzt die Polizei, hätte die Gruppe wohl Blüten im Wert von 10.000 Euro hergestellt, allerdings weiß man das nicht so genau, denn auch die bereits festgenommenen Mitglieder der Bande wussten wohl nicht mehr, wie oft die den Kopierer angeschmissen haben. - Die meisten Scheine hat man versucht bei Taxifahrten loszuwerden, oder in Bars und Restaurants, wo man für kleine Bestellungen dann mit großen Scheinen bezahlt hat. - Aber auch Drogen wurden mit Falschgeld bezahlt, und nun frage ich mich, wie die Polizei das herausbekommen hat, denn ich nehme doch nicht an, dass der Drogenverkäufer zur Polizei gegangen ist, um die Schweinerei anzuzeigen.

Der Bauernmarkt in Los Llanos ist ein voller Erfolg. - Anders kann man das nicht nennen, jeden Sonntag unter den großen Lorbeerbäumen tummeln sich die Händler und Kunden, und in Los Llanos ist damit sonntags endlich auch was los. - Früher war dieser Markt am oberen Stadtrand unter den Eukalyptusbäumen, bis man dann darauf kam, den Markt doch zentraler anzusiedeln. - Allerdings nicht, ohne vorher die "Bauern" mal zu durchleuchten, denn man konnte ohne Probleme allein durch bloßen Augenschein feststellen, dass sich viele Händler zwischen die Bauern geschmuggelt haben, welche samstags das Obst vom Großhändler kauften und sonntags dann auf dem Bauernmarkt den Kram als endemische Produkte von hier verkauften. - Die damalige Stadtverwaltung hat dann einen Punktekatalog entwickelt, nachdem die Besitzer der dortigen Stände sich bewerben konnten, um dann einen ordentlichen Standplatz zu erhalten. - Man musste eigene Anbauflächen nachweisen und auch spielten die familiären und finanziellen Verhältnisse eine gewisse Rolle, so dass man davon ausgehen konnte oder kann, wer dort eine Berechtigung erhalten hat einen Stand zu betreiben, der sei wirklich Landwirt und das Obst und Gemüse komme von hier. - Gut, so ganz verbissen muss man das auch nicht sehen, auf meinen Streifzügen habe ich öfter schon mal Produkte gesehen, die von der Jahreszeit her einfach nicht funktionieren können, oder man machte sich auch gar nicht mal die Mühe, die Produkte aus der verräterischen Fremdverpackung zu nehmen. - Und ob die nun auch alle wirklich Landwirte sind, das weiß ich nicht, und nachfragen will ich auch nicht. - Das aber macht nun die alte Stadtverwaltung, die fordert nun die neuen Chefs im Rathaus auf, die Betreiber der Stände zu überprüfen, ob es sich denn wirklich um Landwirte handelt, oder ob sich dort Händler eingeschlichen haben. - Gut, das könnte man mal machen, aber die Frage darf doch auch gestellt werden, gerade die alte Stadtverwaltung hat doch die heute noch gültigen Genehmigungen an die jetzigen Ständebetreiber verteilt. - Na ja, die sollten es doch eigentlich besser wissen, oder vielleicht gerade deswegen…

Am kommenden Freitag, also am 22. Juli findet in der Casa de la Cultura von El Paso ein Konzert der bekannten Gruppe "Vrandán" statt. - Um 20:30 Uhr geht es los, und "Vrandán" wird dieses Konzert als Benefizveranstaltung durchführen, denn der Erlös, immerhin 10 Euro Eintritt, wird komplett für den Tierschutz auf der Insel gespendet. - Die Gemeinde El Paso nimmt auch kein Geld für die Bereitstellung von Saal und Equipment, so dass dieses Geld dann wirklich in Gänze an die Organisation "Bianpa-Anda La Palma" gehen kann. - "Vrandán" spielt eigene Stücke und Texte, welche sowohl von afrikanischen und südamerikanischen Einflüssen bestimmt sind. - Ein interessante und beschwingende Mischung, und wer Freitagabend nicht nur gute Musik hören will, sondern dabei auch noch "Gutes" im Namen des Tierschutzes, der hat nun einen Termin.


    




Mittwoch 20.07.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1018 hPa

California Dreaming
Wein aus Fuencaliente in Kalifornien

Und es geht doch. - Wie oft haben wir uns schon darüber aufgeregt, dass wir nicht in der Lage sind manche unserer Inselprodukte auch zu exportieren. - Kein Wein, keine Mojo, kein Salz und keinen Käse aus La Palma gibt es zum Beispiel in deutschen Läden zu kaufen, und Schuld daran sind wir selbst, weil wir einfach zu faul oder zu eingefahren sind, diese Produkte mal einem solventen Importeur anzubieten. - Oder es formiert sich ein Handelsverband einiger Hersteller, und bindet sich mal eine Woche "Anuga" ans Bein und nimmt so Kontakt mit deutschen Händlern auf, um diese schmerzliche Lücke endlich zu stopfen. - Dabei muss auch klar sein, dass man nicht nur ein paar Kisten Wein oder ein paar Kilo Salz verschicken kann, die Kosten müssen auch im Blickfeld eines solchen Unternehmens bleiben, und daher muss man schon an Größenordnungen von mindestens einem Container an Ware denken. - Das kann doch eigentlich gar nicht sein, dass unsere Weine, vor allem unsere Weißweine aus dem Norden der Insel, hoch dekoriert auf vielen internationalen Weinproben, außerhalb der Insel gar nicht zu bekommen sind und wir die Weine hier für billiges Geld in den Supermärkten für ein paar Euro verramschen müssen. - Oder wäre das nicht eine Aufgabe für das Konsortium des Weltbiosphärenreservats, oder für die extra gegründete Firma Sodepal? - Die scheinen anderes zu tun zu haben, wie die Vorstellung zweier Menüvorschläge aus dem Reich der Semimolekularküche, welche dann in den lokalen Restaurants angeboten werden sollen. - Viel Wind um nichts, aber da, wo wir Wind brauchen, da weht keiner, oder wir blasen alle in unterschiedliche Richtungen. - Dass es geht, das beweist der gute Kontakt der kleinen Bodega Juan Matías Torres Pérez aus Fuencaliente, welcher seine Weine unter dem eingängigen wie schlagkräftigen Namen "Vid Sur" anbietet, denn der verkauft nun bereits zum zweiten Mal in kurzer Zeit seine Rotweine nach Kalifornien. - Im März ging eine erste Lieferung mit 720 Flaschen an die Westküste der Vereinigten Staaten, und nun ordert man knapp 3.000 Flaschen nach, da dieser exotische Tropfen dort bestens angenommen wurde. - In der gehobenen Gastronomie werden die palmerischen Weine dort angeboten, und nun muss man die Frage stellen, sind denn die Leute aus Kalifornien die besseren Weinkenner oder Liebhaber? - Und das bei dem breiten Angebot an eigenen und hervorragenden Weinen die es dort zu kaufen gibt, da kann man wirklich erstaunt sein, wie erfolgreich dort dieses palmerische Produkt ist. - Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie teuer der Versand dieser Flaschen dorthin ist, aber für den Händler ist das kein Grund das anzugehen, der hat eben eine Nase für Produkte, und wagt dann einen solchen Schritt einfach. - In der Bodega Juan Matías Torres Pérez ist man natürlich sehr stolz auf diesen Erfolg, und hofft nun, auch noch andere Weine aus ihrem Programm bald nach Kalifornien schicken zu dürfen. - Alle anderen, die müssen weiterhin nach La Palma fliegen, um unsere hervorragenden Weine zu kosten. - Das ist ja vielleicht auch der Trick an der ganzen Geschichte, so stützen wir unseren Not leidenden Tourismus…





Dienstag 19.07.2011 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 25,0 Grad - niedrigste Temperatur 18,4 Grad

Uups, verrechnet
Anderthalb Millionen Euro Schulden, eben mal so entdeckt

Der Spruch ist nicht neu, wo die Coalición Canaria regiert hat, da ist nichts mehr als verbrannte Erde. - Man hatte ja in Los Llanos bereits damit gerechnet, in den kommenden vier Jahren gegen einen Schuldenberg anlaufen zu müssen, welcher das Regieren in der bevölkerungsreichsten Gemeinde der Insel nicht einfach machen würde. - 5 Millionen Euro schuldet man den Banken, das ist noch etwa erklärbar bei einer Einwohnerzahl von knapp 22.000 Menschen, aber für Lieferanten und laufende Kosten ist man jetzt bereits mit 6,5 Millionen Euro in der Kreide, so dass die Gesamtschulden in Los Llanos auf über 11 Millionen Euro angewachsen sind. - 5 Millionen an Lieferanten, das war der letzte offizielle Wissenstand noch vor den Wahlen, und diese 5 Millionen Euro stammen zum Teil noch aus Rechnungen, welche bereits vor ein paar Jahren fällig waren. - Wie man diese Summen immer durch den Haushalt gewuppt hat, das ist völlig unverständlich, aber in Los Llanos war in den letzten Legislaturen so ziemlich alles möglich, dank der absoluten Mehrheit der Coalición Canaria. - Jetzt ist die neue Mannschaft an Bord, und wählt sich gerade mal einen guten Monat durch die Bücher und die leeren Kassen, da meldet der Stadtkämmerer einen neuen Zwischenstand, inzwischen sind es anderthalb Millionen Euro mehr an Schulden, die da aufgelaufen sind, und täglich kommen neue Rechnungen dahergeflattert. - Wir man da mal wieder auf einen Grünen Zweig kommen will, das wird nun die absolute Frage, denn auch schon mit den bereits bekannten Schulden wird man schwerlich einen Haushalt basteln können, und neue Kredite dürfen die Gemeinden nicht mehr aufnehmen. - Es geht bereits der böse Witz um, dass inzwischen an der Plaza in Los Llanos Ouzo und Souvlaki serviert werden, einfach nur so wegen des "Feelings", aber ohne Aussicht auf EU-Hilfen oder andere Tricks. - Man hat da einfach die letzten Jahre konsequent über die Verhältnisse gelebt, und gewisse Rechnungen, so wie zum Beispiel das Wasser, einfach seit Jahren nicht mehr bezahlt. - Wichtiger waren da die Prestigeobjekte und Politikergehälter, wer Rechungen bezahlt der ist ein Weichei, oder hat noch nie was vom "Big Business" gehört. - Öfter schon vor den Wahlen habe ich geunkt, man sollte doch vielleicht die Coalición Canaria einfach an der Macht lassen, damit die jetzt von ihrem eigenen Schuldenberg erschlagen werden, und nicht die mutigen Jungs und Mädels von der PSOE und der PP; die jetzt versuchen irgendwie über die Runden zu kommen. - Phantasie ist nun gefragt, und ein harter Sparkurs, und ganz gespannt sind wir auch noch, wie viele Rechnungen denn in den kommenden Wochen noch auftauchen.



Dienstag 19.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1019 hPa

Wenn der Vater mit dem Sohne
Alkohol und Testosteron, eine unrühmliche Kombination

Wie froh ich doch bin, nie mit meinem Vater nächtlich "unterwegs" gewesen zu sein. - Der "Sommerskandal", oder wie man hier sagt, der "Caso Curbelo" wird unangenehm. -. In mehreren Zeitungen taucht nun der Polizeibericht der nächtlichen "Tour" des Senators und Inselpräsidenten La Gomeras auf, und was es da zu lesen gibt, das muss man eine riesengroße Sauerei nennen. - Wenn das denn alles stimmt, aber es geht eigentlich keiner mehr davon aus, dass es sich um eine Verschwörung der fünf Polizisten handelt, welche diese Nacht in Madrid das Vergnügen mit Casimiro Curbelo hatten, seinem Sohn und einem Freund des Sohnes. - Diese Verschwörungsvermutung lässt Curbelo manchmal anklingen, allerdings ist das lächerlich, da keiner der Polizisten darauf vorbereitet sein konnte, dass in jener Nacht ein sozialistischer Senator betrunken bei der Polizei auftaucht und man daraus einen politischen Skandal formen könnte. - Lassen wir das also mit solchen Theorien. - Was man vielleicht in Augenschein behalten könnte ist, dass es nachts in den Vergnügungsvierteln der Hauptstadt nicht immer sanft und nach Hofsitten zugeht, und dass die Polizisten, als sie sich drei betrunkenen Bürgern gegenübersahen, welche den Rausschmiss aus einem Puff anzeigen wollten, nicht wirklich aufopfernd und komplett verständnisvoll gezeigt haben. - Wie weit ein wenig kooperatives Verhalten seitens der Polizei aber dazu ermächtigt, oder gar legalisiert, dass man danach die Polizisten mit übelsten Drohungen, Beschimpfungen und auch noch Verwünschungen überschüttet, und darüber hinaus auch noch seine politische Stellung als Senator als Druckmittel verwenden lässt, das braucht auch nicht mehr zu diskutiert werden. - Was auch noch schwer wiegt ist, Casimiro Curbelo hat in seiner ersten Pressekonferenz den Ablauf des Abends ganz anderes dargestellt, als das nun aus dem 18-seitigen Polizeibericht (veröffentlicht von der Zeitung Diario de Avisos unter anderen) hervorgeht, und man kann damit ohne weiteres auch behaupten, dass er in seinen eigenen Darstellungen gelogen hat. - Zunächst wollte ja Curbelo nicht von seinen Ämtern zurücktreten, inzwischen hat er aber, auf Druck der Partei, seinen Posten als Senator für La Gomera niedergelegt, den als Inselpräsidenten aber nicht. - Als Senator genösse er gewisse Immunität, was ein kommendes Verfahren, oder eben die konkrete Aufklärung des gesamten Vorfalls erschweren würde, und wenigstens hinter diesem Schutz kann er sich nun nicht mehr verstecken. - Allerdings gibt es im Moment noch keine Anklage, auch noch keine Anzeige der betroffenen Polizisten in Madrid, so dass die kommenden Tage noch kein Gericht die Arbeit deswegen aufnehmen muss.

Dennoch wäre eigentlich jetzt, oder schon ein paar Tage früher die letzte Möglichkeit gewesen für Casimiro Curbelo mit aufrechtem Haupt seine politische Laufbahn für beendet zu erklären, um Entschuldigung zu bitten, für einen schlimmen nächtlichen Ausflug, in dem man sich so gründlich daneben benommen hat, dass man sich reichlich schämen muss. - Hat er nicht getan, machen die meisten Menschen, die im öffentlichen Leben stehen irgendwie nicht, wenn sie plötzlich beim Schmurucheln erwischt werden, sondern klammern sich guttenberggleich an ihr meist sehr fragiles Gerüst aus Titeln und Ämtern, und sehen schließlich selbst hilflos zu, wie ein Baustein ihres Elfenbeinturms nach dem anderen in die dann gnadenlosen Fluten der nun machtlosen Arroganz stürzt. - Ein bisschen mehr Käßmann wäre da gefragt, die einzige die "ihren (Käß)mann" wirklich gestanden hat, nachdem auch sie gemerkt hat, dass sie nicht unfehlbar ist. - Das muss auch keiner sein, aber die Konsequenzen muss man tragen wenn man Mist gebaut hat, und noch mehr eben die gewählten Volksvertreter, als das meist getretene Volk. - Auch wird es interessant sein, ob denn nun die eigenen Partei dem "Problem Curbelo" Herr wird, denn der ist nicht mehr tragbar in einer Partei, welche im kommenden Wahlkampf gegen die Partido Popular antreten will mit der Aussage, "wir sind alle sauber, aber bei euch verstecken sich jede Menge Halunken". - Nicht nur als Senator ist der Mann untragbar geworden, sondern auch als Inselpräsident und Mitglieder, welche Polizisten nachts schlimm und betrunken beschimpfen, sollten eigentlich auch keine Zukunft in einer Partei haben, welche sich gerade auf Saubermannkurs befindet. - Warum das alles so wichtig ist für La Palma, wo es doch eigentlich eine "Gomera-Angelegenheit" ist, das kann ich Ihnen auch erklären. - Hier wie dort kämpfen wir seit vielen Jahren um saubere Politik, und wenn es dann wieder einmal ein Schwarzes Schaf erwischt, und dieses sich davonschleichen will, dann müssen wir das verhindern, aus welcher Partei dieses Schaf auch immer sei.



Montag 18.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 25,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,7 Grad

Das Wandern ist des Palmeros Lust
19. - 20. - 21. August, Wanderfestival auf La Palma

Manchmal stimmt die Überschrift nicht so ganz, einige Zeitgenossen würden am liebsten mit dem Auto sogar in die Bäckerei hineinfahren, oder ihren Landcruiser gleich neben der Decke am Strand parken. - Aber Wandern wird auch hier immer beliebter, nicht nur die vielen mitteleuropäischen Besucher pieken inzwischen mit diesen überlangen Skistöcken auf unserer Insel herum, sondern auch immer mehr Palmeros. - So gibt es immer mehr Wandervereine, meist lokale Gruppen, die sich dann für die meist notwenigen Transfers zusammenschließen und ein- bis zweimal im Monat irgendeine interessante Tour machen. - Zum dritten Mal findet nun auch das Wanderfestival auf der Insel statt, "Festival der Senderismo y Montaña 2011" genannt, und dabei bietet man 1.100 Plätze in diversen geführten Wanderungen an, zum kleinen Preis und großen Spaß. - Letztes Jahr war das bereits eine sehr gelungene und viel besuchte Veranstaltung, so dass man in diesem Jahr die angebotenen Plätze sogar noch erhöht hat und nun hofft, der großen Nachfrage gerecht zu werden. - 24 verschiedene Routen werden an den drei Tagen angeboten, manche langen Wanderungen, eine gar die sich über 2 Tagesetappen erstreckt, aber auch kurze Wanderungen gibt es da auszusuchen, sowie eine Nachtwanderung und mehrere kurze Touren, an denen auch körperlich behinderte Personen teilnehmen können. - Bei der Anmeldung muss man das dann mit angeben, damit genügend Begleitpersonal mitkommt. - Natürlich kann jeder auch auf eigene Faust loswandern, keine Frage, viele wollen vielleicht auch gar nicht in einer Gruppe laufen, aber es wäre eine gute Gelegenheit, andere Menschen kennen zu lernen und ich kann Ihnen aus eigener Erfahrung sagen, dass diese geführten Wanderungen wirklich Spaß machen. - Wer also an den Tagen unsere Insel besucht, und sich mal ein bisschen angenehme Gesellschaft mit auf die Wanderung nehmen will, der ist herzlich dazu eingeladen, sich diesen Touren anzuschließen. - Start ist jedes Mal die "Plaza de España" in der Hauptstadt, von dort aus geht es dann zu den angegebenen Zeiten im Bus zu den Ausgangspunkten der Wanderung, und der Bus bringt einen dann auch wieder zurück in die Hauptstadt, so dass man sich um den lästigen Transfer keine Sorgen machen muss. - Die meisten Wanderungen gehen allerdings bereits um 08:00 und 09:00 Uhr los, man sollte also die Anfahrt nach Santa Cruz mit einberechnen, besonders wenn man von der Westseite kommt, damit man rechtzeitig vor Ort ist. - Parkplätze zu dieser Uhrzeit sind in der Hauptstadt noch zu haben.

Die Anmeldung für diese Wanderungen, ohne Anmeldung geht es nicht, die können Sie bequem vom heimischen Sessel aus machen, über das Netz der tausend Möglichkeiten. - www.walkingfestivallapalma.com ist hier die Zauberadresse und man kann alles Interessante und Notwendige dort auch in englischer Sprache nachlesen, so dass es keine Probleme geben sollte, sich dort in der Seite zurechtzufinden. - Bei der Anmeldung werden viele Fragen gestellt, warum auch immer, aber so sind wir hier halt und wenn wir schon mal solch wunderbare Dinge organisieren, dann wollen wir auch die Bürokratie in Ehren halten. - Nachdem man die Anmeldung gemacht hat, muss man auch noch einen Obolus berappen, meistens 5,- Euro pro Tour, außer den Spezialwanderungen, die kosten mehr, und diesen Betrag kann man entweder per Paypal senden, oder per normaler Banküberweisung. - Aber das ist alles in den Bedingungen dort erklärt, wenn ich das verstanden habe, dann sollte das für Sie doch schon gar kein Hindernis sein. - Da die Plätze jeweils auf 50 Teilnehmer beschränkt sind, sollten Sie sich bald möglichst anmelden, damit Ihnen andere Gäste nicht die Wanderungen wegschnappen, das wäre schade. - Eine Runde Sache die man da anbietet, man könnte das sogar öfter machen im Jahr, oder regelmäßig an bestimmten Wochenenden, aber so weit sind wir dann auch wieder noch nicht mit unserem Wunsch, die touristische Infrastruktur in Sachen Wanderurlaub weiter zu verbessern. - Also, machen Sie was draus, erst eine Wanderung, dann "Ruta del Gallo", da bietet sich doch was an hier für Ihren Urlaub auf La Palma.





Montag 18.07.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 70 % - Luftdruck 1017 hPa

Der Hahn kräht wieder
VI "Ruta del Gallo" ab 1. August

Eine Tapa und ein Glas Bier oder Wein für 2,50 Euro, so will man Gäste in die Restaurants im Aridanetal locken und die ganze Geschichte nennt sich "La Ruta del Gallo", und diese Aktion läuft nun bereits im sechsten Jahr. - Was eine Tapa ist, das muss man heute niemandem mehr erklären, aber warum das "Ruta del Gallo" heißt vielleicht schon. - Der Gallo ist natürlich der Hahn und früher, manchmal auch noch heute, nannte man die Bewohner des Aridanetals "Gallos", zumindest die Hauptstädter aus Santa Cruz auf der anderen Seite machten das so und bezogen sich damit fein lächelnd auf die bäuerliche Struktur der Westseitenbewohner. - Anders herum betitelte man die Hauptstädter als "Portugeses", was eigentlich kein Schimpfwort sein darf, aber damit wollte man deutlich hervorheben, dass es in Santa Cruz dermaßen viel portugiesischen Einfluss gab und man eigentlich gar kein richtiger Spanier sei. - Das alles ist aber nur harmloser Lokalkolorit, erklärt aber die Herkunft der "Ruta del Gallo". - Ausgedacht haben sich diese gastronomische Werbeaktion die Handelskammer und ein paar Sponsoren aus der Lebensmittelindustrie und dieses Jahr nehmen 24 Restaurants und Cafeterías an der Aktion teil. - Die Wirte zaubern, extra für den Anlass der "Ruta del Gallo", zwei spezielle Tapas, die es nur während der Zeit der Aktion gibt. - Dabei muss eine der Tapas einen Bezug zu La Palma haben, also aus Produkten von hier sein, oder abgewandelt aus einem traditionellen Rezept, und die andere Tapa, die so genannte "Tapa libre" lässt dem "Createur de Tapas" alle Freiheit dieser Welt. - Nach der Aktion, die am 31. August endet, stimmt eine Jury, bestehend aus Köchen und den Sponsoren darüber ab, welche Lokale die besten Tapas gemacht haben, und diese werden dann mit Sonderpreisen ausgezeichnet. - Aber auch die Gäste können gewinnen, dazu müssen die sich einen "Gallo-Pass" besorgen, welcher in allen teilnehmenden Restaurants ausliegt, und für jede verzehrte Tapa gibt es dann einen Stempel in den Pass. - Wer nun fleißig Stempel sammelt, der erhält kleine Geschenke wie Schürzen, Mützen oder T-Shirts, und nimmt am Ende der Aktion auch an der Verlosung des Hauptpreises teil, welcher meist aus einem Wochenende in einem Hotel der Insel besteht.

Auch wenn diese "Ruta del Gallo" inzwischen von vielen Wirten nicht mehr unterstützt wird, weil man neben dem Tagesgeschäft eben Probleme hat, die vielen Teilnehmer an dieser Werbeaktion zu bedienen, ist die Beliebtheit dieser Geschichte bei den Besuchern und Gästen ungebrochen. - Und 24 Restaurants im Aridanetal sind auch ausreichend, gut, am Anfang waren es über 40 Etablissements, aber immerhin hat man den Tiefpunkt mit nur 21 teilnehmenden Lokalen aus dem letzten Jahr schon wieder überwinden können. - Dennoch bleiben einige vorsichtige Stimmen, die wiederum warnen und es grenzwertig finden, dass man Gäste dazu animiert, möglichst viele Lokale zu besuchen, die auch noch weit entfernt von einander liegen, um dort Alkohol zu trinken und das wohlmöglich auch noch mit dem eigenen Auto. - Diesem Vorwurf will man mit dem Hinweis entgehen, dass man natürlich auch alkoholfreies Bier trinken kann und stellt auch einen Shuttle-Bus-Service in Aussicht, welcher die fröhlichen Zecher ganz nach der Straßenverkehrsordnung von Tränke zu Schänke fährt. - Das konnten wir auch letztes Jahr bereits beobachten, da haben sich immer wieder Gruppen gefunden, die sich einen Mini-Bus oder ein Großraumtaxi gemietet haben, um dann ohne jegliches schlechtes Gewissen, oder gar den Führerschein zu riskieren, die "Ruta del Gallo" eingeschlagen haben. - Aber nicht alle Wirte, welche bereits die ersten beiden Jahre mitgemacht haben, sind auch dieses Mal wieder mit von der Partie, manche kritisieren eben, dass genau in der gastronomischen "Prime-Time", wo man eh schon alle Plätze voll hat, die "Gallos" kommen und die Plätze einnehmen und für 2,50 Euro futtern, wo man doch an andere Gäste ein komplettes Abendessen verkaufen könnte. - Jeder hat da so seine Erklärung warum er mitmacht, oder warum nicht, der Erfolg aus dem letzten Jahr gibt den Veranstaltern allerdings Recht, obwohl man den langfristigen Werbenutzen auch dieser Kampagne sicher nicht pauschal feststellen kann.



Sonntag 17.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 27,8 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Traumwetter
Besser geht es gar nicht

Tagsüber sonnig, und die Sonne brennt heftig auf unseren Breiten, doch kaum sucht man den Schatten auf, da kühlt einen ein wunderbar säuselnder Passat, und wenn man nicht gerade Dachdecker ist, dann kann man nicht umhin, dieses Wetter als Traumwetter zu betiteln. - Nachts sinken die Temperaturen dann knapp unter die 20 Grad Marke, sorgen so dafür, dass die Häuser sich nicht aufheizen und wunderbar kann man dann in dieser frischen Luft ruhen. - Sommer neben der Sahara, und doch solch prächtiges Wetter, das haben wir, ja, Sie haben das schon öfter von mir gehört, ausschließlich dem Passat zu verdanken. - So prächtig zeigt sich das Azorenhoch derzeit, so stabil, dass wir noch lange mit diesem wunderbaren Wetter gesegnet sein werden. - Die kommenden Tage werden die Temperaturen des Nachts sogar noch ein bisschen weiter heruntergehen, was höchst erfreulich ist, denn das Hoch ist so mächtig, dass der Passat frische Luft fast aus der Höhe Island und Grönland bis zu uns herunterschaufelt. - So kalt kommt die Luft hier natürlich nicht an, aber über dem Atlantik wärmt sie sich auch nicht so weit auf, dass man unsere eigentlichen Breiten zu spüren bekommt. - Das ist immer wieder phantastisch zu fühlen, auf einer Höhe mit der Sahara, nur ein paar hundert Kilometer weiter östlich verbrennt die Hitze alles, und wir hier auf unserem spitzen Fels im Atlantik haben allerfeinstes Königswetter. - So muss man auch immer wieder sagen, politisch sind wir Europa, geographisch Afrika, kulturell eine Mischung aus Kastilien, Portugal und Lateinamerika, und klimatologisch sind wir ganz eindeutig Atlantik. - Nicht Afrika, nicht Europa, sondern komplett anders, aber eben abhängig vom Passat. - Der Passat kann aber auch mal Zicken machen, wie jeder Charakter das so an sich hat. - Anfang des Monats ließ sich das Azorenhoch so weit von einem feisten Tief nach Süden drücken, dass die vom Rotor des Hochs angesogenen Luftmassen nicht mehr aus dem frischen Norden kamen, sondern eben aus der Höhe der Iberischen Halbinsel. - Dann auf dem Weg zu uns noch ein bisschen Afrika gestreift, schon bläst der Passat nicht mehr frisch und fröhlich, sondern warm und trocken. - Das hält aber meist nur ein paar Tage an, dann setzt sich wieder die frische Luft durch. - Im Winter kennen wir den Passat hier im Aridanetal dann manchmal auch als "Brisa" und verharmlosen dabei den beißenden Fallwind über der Cumbre Nueva ganz gewaltig. - Das kann mächtig in die Knochen gehen, besonders wenn dann auch noch die feinen Regentropfen wie kleine Mückenstiche einem ins Gesicht fliegen, dann möchte man unseren Pragmatismus, so etwas liebevoll "Brisa" zu nennen, schon manchmal verfluchen. - Diesen Regen nennt man hier "Chirizo", nicht Chorizo, so wie die leckere Paprikawurst heißt, und wir wissen inzwischen auch, woher dieser Ausdruck kommt, den man in keinem spanischen Wörterbuch findet. - Dieser Ausdruck wird wirklich nur auf La Palma verwendet und kommt ursprünglich aus dem portugiesischen, die sagen "Cherizo" für kalten, schneidenden Regen, und wir haben halt das "e" zu einem "i" gemacht. - Bei uns haben viele Wörter portugiesische Wurzeln, besonders in der Landwirtschaft und beim Wetter. - - Der "Chirizo", der kommt nur im Winter vor, und jetzt ist Sommer, und was für ein Sommer, und die nächsten 2 Wochen geht das sicher noch weiter so.




Hier kann man wunderbar erkennen, wo der Passat sich die frische Luft herholt.




Und so sieht das Prachtstück von "Azorenhoch" auf der Isobarenkarte aus. - Beide Grafiken stammen von der "AEMET" (Agencia Estatal de Meteorología)




Sonntag 17.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1018 hPa

Der Sommerskandal nimmt Fahrt auf
Endlich mal nicht La Palma…

Gerade der Mann, der es geschafft hat, unsere kleine Nachbarinsel La Gomera in den letzten Jahren aus politischen Schlagzeilen herauszuhalten, und der Insel stabile Ruhe verliehen hat, gerät nun in Gefahr, La Gomera mit in den Sommerskandal 2011 zu ziehen. - Was nun Casimiro Curbelo in Madrid passiert ist, das wissen wir immer noch nicht ganz genau, aber es wird eng um die Glaubwürdigkeit des PSOE-Politikers, nachdem zumindest Teile seiner Version des Geschehenen sich bereits als nicht nachvollziehbar erwiesen haben. - Um nun nicht wieder die gesamte Geschichte erzählen zu müssen, am 15.7. habe ich das bereits gemacht. - Allerdings hat man inzwischen den Wirt des "Lokals" durch die Presse gezogen, und der hat großmütig geplaudert, und siehe da, es war doch ein "Puff"; ein "puticlub" wie man hier sagt und der Sohn des Inselpräsidenten muss sich dort angesäuselt so schrecklich aufgeführt haben, dass man ihn und eben auch seine Begleiter rausgeschmissen habe. - Dabei erzählt der Wirt des Clubs, Casimiro Curbelo selbst habe nur an der Bar gestanden und etwas getrunken, aber als sein Sohn Ärger machte wies er den nicht in die Schranken, sondern trat auch noch zu seiner Verteidigung auf. - Schlecht gemacht, das ist der erste Punkt an dem man Vorwürfe loswerden kann, wenn ich schon mit meinem Sohn nachts durch Freudenhäuser der Hauptstadt ziehe, dann kann ich als Senator und Inselpräsident den Bengel nicht einfach durchdrehen lassen. - Was dann weiter auf dem Polizeirevier passierte, das liegt noch etwas weiter im Dunkeln, denn die Polizei plaudert hier nicht so freimütig mit der Presse. - Aber man kann sich wohl vorstellen, wie Hauptstadtpolizisten reagieren, wenn sie auf eine angetrunkene und stinksaure Gruppe von Männern treffen, die gerade aus einem Puff geflogen sind, und sich nun bei der Polizei darüber beschweren wollen. - Warum da der Herr Senator nicht eingegriffen hat, und seinen randalierenden Sohn einfach von der Straße genommen hat, das wird noch zu beantworten sein, denn alles was dann weiter geschah, basiert ja auf diesen ersten Fehlern. - Wer sich nachts um 03:00 Uhr mit Polizisten auf dem Revierboden rollt, der hat vorher schon etwas sehr falsch gemacht, zu solch einer Situation darf man es nicht kommen lassen. - Gut, aber die eigene Brut ist einem halt doch sehr nah, soll ja angeblich sogar das eigene Spiegelbild sein, nicht wirklich schmeichelhaft in dem Fall.

Nun mehren sich sogar in der eignen Partei die kritischen Stimmen, Elena Valenciano, Chefin des Wahlkampfteams Rubalcabas, der neuen Nummer eins bei den Sozialisten, äußerte sch dann auch bereits unmissverständlich zu dem Thema, und bezeichnet das Verhalten des Senators als bedauerlich und beschämend, und forderte auch bereits seinen Rücktritt. - Andere in der Partei sehen das ein bisschen pragmatischer, allerdings bügelt man in der PSOE gerade die weißen Westen, denn Rubalcaba wird politische Moral und sauberen Führungsstil weit vorne in seinem Wahlkampf tragen, nachdem bei der Partido Popular so einige Landesfürsten und hohe Parteimitglieder unter Beobachtung der Anti-Korruptionsbehörde stehen. - Da kann man dann natürlich eigene Sünderlein nicht wirklich gebrauchen, da hat sich Curbelo die falsche Jahreszeit ausgesucht, sich ungestraft des Nachts mit Madrider Polizisten zu balgen. - Je näher man allerdings wieder auf die Kanaren kommt, umso pragmatischer wird die Bewertung der Vorfälle dort, und das historische Schlachtross der Partei hier auf den Kanaren, Jeronimo Saavedra, der verteidigt nun Curbelo kameradschaftlich, und spricht von einem komplett privaten Vorfall, der keine politischen Konsequenzen haben sollte. - Er glaubt nicht, dass "eine Nacht im Puff politische Auswirkungen hat" und "man solle nicht den Puritanismus aus anderen Staaten kopieren, sonst wäre bald niemand mehr bereit, Politiker zu werden." - Hoppla, das ist nicht Berlusconi der da spricht, sondern Jeronimo Saavedra, und auch wenn uns nichts menschliches fremd sein sollte, ich möchte es nicht, dass ein von uns gewählter Volksvertreter sich nachts mit der Polizei prügelt und uns am nächsten Tag dann auch noch zweifelhafte Erklärungen serviert. - Sicher war das, was Curbelo da gemacht hat ein Einzelfall, und in einer Situation in welcher er seinem Sohn beistehen wollte, aber falsch war es allemal und dazu hätte er stehen sollen und nun nicht auf Opfer machen, die Polizei sei an allem Schuld. - Wir können uns sicher sein, dass der "Fall Curbelo", so heißt der Sommerskandal inzwischen, noch viel bunter werden wird, und irgendwie bin ich erleichtert, dass mal einer aus La Gomera in die Fettnäpfchen springt, und nicht immer nur unsere Politiker.



Samstag 16.07.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 25,7 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Kreuzfahrer als Wirtschaftsfaktor
Ungenutztes Potential schlummert dort

Im Oktober geht auch hier auf La Palma die Saison der Kreuzfahrtschiffe wieder los, um die 120 Pötte erwarten wir dann die Wintermonate über. - An die 190.000 Besucher sind das dann, eine enorme Anzahl an Gästen, die aber allenfalls ein paar Stunden hier auf der Insel bleiben, und der überwiegende Teil dieser Urlauber höchstens die Silhouette La Palmas und die ersten paar Meter unserer Hauptstadt kennen lernen. - Diese schlechte Ausbeute ärgert uns immer wieder, und so setzt man sich jetzt, angeregt von der Inselregierung und der Handelskammer mit Vertretern der Gewerbetreibenden auf La Palma zusammen, wie man diese vielen Besucher effizienter nutzen könnte. - Nutzen, das hört sich nicht nett an im Zusammenhang mit Menschen oder Besuchern, allerdings darf man uns auf der anderen Seite auch nicht vorwerfen, wenn wir Tourismus durchaus als Geschäft betrachten und die höchst mögliche Rendite erreichen wollen, wenn wir schon so viele Besucher auf der Insel haben. - Zunächst allerdings ist kräftige Selbstkritik angebracht, denn erst langsam haben die Geschäftsleute der Hauptstadt darauf reagiert, dass da plötzlich tausende an potentiellen Käufern ziellos durch die Stadt laufen, auf der Suche nach einem Mitbringsel und einem netten Kaffee in einer ruhigen Gasse. - Schließlich reagierte man wohl, allerdings umfasst das Angebot nun in der "Einfallschneise" der Kreuzfahrer meist nur buntes Allerlei, gekrönt von Sonntagsmärkten, auf denen man billigen Plastikschrunz aus Babytigerstaaten, gefälschte Sonnenbrillen sowie häuslichen Trödel kaufen konnte. - Das ist bunt, laut, ein bisschen Leben ist auch dabei, die Besucher schieben sich durch die Gassen und können dort den gleichen Schrott kaufen, wie sonst wo auf der Welt viele kurzbehoste Touristen auftauchen. - Der "normale" Handel hat dann wenig davon, allerdings haben es die traditionellen Gewerbebetriebe einfach auch zu lange versäumt, entsprechendes Angebot aufzubauen. - Da gibt es noch Verbesserungsbedarf, das hat man auch bereits erkannt, so dass wir in Zukunft darauf hoffen können, den Gästen von den Kreuzfahrtschiffen auch ein passendes Angebot in der Hauptstadt zukommen zu lassen. - Es geht ja nicht so einfach dass man sagt, die Leute geben zu wenig Geld aus, wir müssen denen auch etwas anbieten, was sie denn kaufen oder konsumieren können.

Ein anderer Punkt scheint mir aber noch interessanter, viele unternehmen in den Stunden auf La Palma einen Ausflug in die nähere oder weitere Umgebung der Insel per Bus. - Von Kreuzfahrern haben wir bereits erfahren, dass es für La Palma ein breites Angebot an Ausflugstouren gibt, sogar mehr als auf Madeira und den anderen Kanareninseln, da haben also schon die Reiseveranstalter gute Arbeit geleistet. - Darauf kann man aufbauen und nun sind die Gemeinden gefragt, den Reiseveranstaltern Angebote zu machen, was man denn noch alles so zeigen könnte hier auf der Insel, nicht nur die Vulkane und die Caldera. - Einen Anfang hat ja Los Llanos bereits gemacht, da gibt es Führungen durch die Stadt, und so kann man den Gästen noch mehr und noch authentischeres unserer Insel zeigen, als eben nur die Einkaufsmeile der Hauptstadt. - Aber das ist noch weiter ausbaufähig, man könnte auch noch Kulturtouren anbieten, Traditionstouren, einen Abstecher in die historische Arbeitswelt der Insel oder in die heutige, in dem man den Bananenanbau erklärt, die Ziegenkäseproduktion und den Weinbau. - Das kann man auch alles kombinieren und so eine weitere Vielfalt an Angeboten weit über die landschaftlichen Reize hinaus anbieten.- Denn eines muss uns klar sein, eine bessere Werbung kann es gar nicht geben, als interessierten Besuchern, die sogar noch dafür bezahlen uns zu betrachten, unsere Insel wirklich und wahrhaftig näher zubringen. - Da wird es nicht wenige geben, die sich einen solch gut geführten, interessant gestalteten Ausflug merken, und einen zukünftigen Urlaub auf La Palma einplanen, um dieser wunderbaren Insel weiter auf den Vulkanzahn zu fühlen. - So kommt die Initiative der Inselregierung gerade noch rechtzeitig vor der neuen Saison, und dass diese Erkenntnis überhaupt kommt, das ist schon lobenswert. - Einen Chapeau gibt es noch nicht, weil wir ja noch kein Ergebnis haben, aber unser neuer Rat für Tourismus, Julio Cabrera, der vorher noch das Ressort Umwelt betreut hatte, setzt zumindest schon mal eine bemerkenswerte Fußnote und den leider so selten gesehenen Beweis, dass nicht alles schräg ist, was seitens der Coalición Canaria für die Insel versucht wird.





Samstag 16.07.2011 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Kolchose Rote Rübe oder Feudalsystem
Maurerkellen zu Pflugscharen

Das Pendel schwingt wieder zurück. - Vor 15 Jahren noch, da schmissen viele Landmänner die Hacke in die Ecke, griffen zur Maurerkelle, und labten sich an dem geliehenen Aufschwung. - Eigentumswohnungen, Landhäuser, öffentliche Infrastruktur, wer auf dem Bau arbeitete war zwar noch nicht Beamter oder Arzt, hatte aber immer Geld in der Tasche, und auf jeden Fall mehr davon, als man noch Kartoffeln aus Erde wühlte. - Gleichzeitig kamen die Auswirkungen der Globalisierung auch bei uns an, billiges Gefrierfleisch aus Südamerika, Obst, Gemüse und Kartoffeln aus aller Welt, und das zu einem Preis, der es nicht mehr lohnend erscheinen lässt, den Kram selber im eigenen Garten zu ziehen. - Schnell bracht die Wertschöpfungskette zusammen, die man hier noch mit lokalen landwirtschaftlichen Produkten aufrecht erhalten hatte, es gab keine Exporte mehr auf die anderen Inseln, und es gab viele Monate lang auf dieser, eigentlich landwirtschaftlich geprägten Insel, in denen man keine Kartoffeln von hier kaufen konnte, weil einfach viel zu wenige angepflanzt wurden. - Was aber noch schwerer wog, viele junge Menschen ließen sich auch von dem Boom auf dem Bau locken, die mussten die verhasste Schule nicht mehr weitermachen, gingen mit dem Vater oder Freunden auf den Bau und lernten nicht weiter, als Mörtel anzumischen und Hohlblocksteine schnell und gerade aufeinander zu setzen. - Ein ehrenwerter Job, wenn denn Finanz- und Baublasen ewig und noch mehr als drei Tage anhalten würden. - Das Ende des Liedes kennen wir alle, Massenarbeitslosigkeit, nachdem man noch mit faulen Krediten versucht hatte die Blase weiter zu strecken, und nun stehen wir mit einem Überangebot an Immobilien da und keiner braucht mehr die vielen ungelernte Leute, auf deren Schultern und Gesundheit dieser Boom über ein Jahrzehnt funktioniert hat. - Einen Teil dieser vielen ungelernten Kräfte konnte und kann die Tourismusbranche aufsaugen, aber diese Sparte ist launisch wie meine Töchter, und sollte Nordafrika mal wieder zu Frieden, Ruhe und Dauerhaftigkeit gelangen, dann sind die vielen Gäste, welche heute den Tourismus auf den östlichen Kanareninseln befeuern, auch schnell wieder weg. - Da sind andere Rezepte gefragt, gerade weil eben wir hier auf La Palma im Tourismus keine wirklich Alternative erwarten dürfen, wirtschaftlich gesehen meine ich, drängt sich der Weg zurück auf die Scholle gerade zu auf. - Überall nun spricht man davon, dass der lokalen Landwirtschaft wieder mehr Gewicht gegeben werden muss, auch ein bisschen unterstützt von einem gesellschaftlichen Phänomen, die Konsumenten fragen wieder mehr nach lokalen Produkten, nachdem sich die meisten Versprechungen der globalen Lebensmittelindustrie als Mogelpackungen mit Nebenwirkungen entpuppt haben.

Allerdings ist das nicht so einfach, nicht jeder hat Land, fruchtbares Land, und Wasser zur Verfügung, manche auch deswegen nicht, weil sie ihr Land, was früher noch als Ackerland genutzt wurde, für einen Appel und einen Toyota verkauft haben und jetzt in einer Eigentumswohnung irgendwo in der Stadt wohnen. - Auf der anderen Seite aber gibt es enorm große Brachflächen auf der Insel, die ungenutzt herumliegen, weil diese eben nach dem Niedergang der Landwirtschaft auf La Palma einfach nicht mehr beachtet wurden. - Jetzt muss man sehen, wie man die arbeitswilligen Leute an diese Brachflächen bringt, und das klingt doch eindeutig nach einer Aufgabe für die Gemeinden. - So betrachtet man das auch, und verkauft das als neue Idee, wobei diese Idee alles andere als neu ist, nur eben wieder aus der Kiste geholt, weil die Zeiten sich eben ändern. - Mehrere Modelle bieten sich da nun an. - Manche Gemeinden bieten eigene Flächen an, stellen Werkzeug, Motorhacken, technische Beratung und auch Wasser an, interessierte, oder sagen wir weniger blumig, bedürftige Menschen bearbeiten dann diese Erde und bessern so ihre Lebensverhältnisse auf und verkaufen den Überschuss auch. - Dazu muss dann die Gemeinde auch die notwenige Infrastruktur in Form von Bauermärkten stellen, "Hallo El Paso", damit das Ganze nicht beim Erbsenzähen bleibt, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. - In anderen Gemeinden stellte man sich als Mittler auf, Grundbesitzer welche über Land und Wasser verfügen bieten dieses der Gemeinde an, diese vermittelt das Land an arbeitswillige Bürger und der Grundbesitzer erhält eine gewisse Entschädigung für sein Land. - Manchmal Geld, meist allerdings einen Teil der Ernte, andere wiederum wollen gar nichts dafür haben, sondern endlich ihr Land wieder gepflegt und "unter Pflug" sehen. - Jetzt bieten immer mehr Gemeinden solche "Ackerbanken" an, und säuseln dabei was von sozial bis gar sozialistisch, wobei das nichts anderes ist, als das jahrtausende alte Lehnswesen, ein Feudalsystem in dem der Lehnsmann andere auf seinem Grundstück arbeiten lässt, und dafür den "Zehnten" oder mehr kassiert. - Das ist gut, das ist in der momentanen Situation die richtige Antwort auf die hohe Arbeitslosigkeit, und in der heutigen Gesellschaft entstehen daraus auch keine demütigenden Standesformeln mehr, aber bitte verkauft uns dieses System nicht als neu, und schon gar nicht als Kolchose verkleidet oder unter dem Antlitz höchst sozialer Ideen.



Freitag 15.07.2011 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 26,6 Grad - niedrigste Temperatur 19,0 Grad

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Reist ein Gomero nach Madrid…
Die Ostfriesen der Kanaren

Viele Witze fangen hier so an, "reist ein Gomero nach Madrid". - Gomeros sind die Leute aus La Gomera, und die müssen leider viel Spott ertragen, denn irgendwie gelten die Bewohner unserer kleinen Nachbarinsel hier als ein bisschen zurückgeblieben bis kognitiv schnell überfordert. - Das ist natürlich Quatsch, die Ostfriesen sind auch nicht dümmer als Schwaben, aber wir wissen ja, hat sich das einmal festgebissen, dann lässt der Volksmund nicht mehr los. - Nun aber gibt es wirklich eine Geschichte von einem Gomero der nach Madrid gereist ist, und die macht heute überall in der Kanarenpresse die Runden, denn dieser Gomero ist der Obergomero Casimiro Curbelo, Senator für La Gomera und gleichzeitig Inselpräsident. - Und das schon über viele Legislaturperioden führt er wohl beachtet und in absoluter Mehrheit das Cabildo Insular de La Gomera für die Sozialisten der PSC/PSOE. - Und der reist halt schon ab und zu mal nach Madrid, aber seine letzte Reise wird er nicht so schnell vergessen, denn die endete damit, dass er und sein Sohn mehrere Stunden festgenommen auf einem Polizeirevier ausharren mussten, bis ein Anwalt die beiden da wieder rausholte. - Allerdings hören wir von beiden Parteien, Policía Nacional, und eben Casimio Curbelo komplett unterschiedliche Darstellungen wie denn der Abend und die spätere Verhaftung so vor sich gegangen wären. - Ein klarer Polizeibericht liegt nicht vor, aber mehrere Zeitungen behaupten, von der Polizei eine klare Darstellung des Abends erhalten zu haben. - Demnach sei der Inselpräsident mit seinem Sohn in einer "Sauna" in einem Vergnügungsviertel von Madrid von der Polizei aufgegriffen worden sein, nachdem er alkoholisiert in dem Lokal randaliert hatte. - Eine Quelle gibt auch noch an, er habe sich aufgeregt darüber, dass man ihm als Senator keinen Gratis-Sex anbieten wollte, und der Wirt die Polizei gerufen hat. - Curbelo hätte dann die anrückenden Polizisten auch noch angegriffen, zumindest geschubst, und dann war wohl der Spaß für die Polizei endgültig vorbei.

Die Version Casimiro Curbelos, die wir heute gegen Mittag in einer Pressekonferenz hören durften, die sieht ganz anders aus und lässt den Schluss zu, dass die Polizei sich heftig im Umgang mit den beiden Verhafteten vergriffen hätte. Demnach sei Casimiro Curbelo nach einem Abendessen mit seinem Sohn und einem weiteren Freund noch in einen Club gegangen, um etwas zu trinken. - Dabei sei sein Sohn mit einem Kellner in Streit geraten und man hätte den Sohn auf die Straße gesetzt. - Man sei dem Sohn gefolgt, und der hätte beschlossen, die Sache nicht auf sich beruhen zu lassen, sondern er wollte unbedingt zur Polizei gehen und Anzeige gegen den Kellner erstatten. - Auf der nahen Polizeiwache habe man aber den Sohn ignoriert, man sei eine Verkehrswacht und für solche Anzeigen sollten sie zu einem anderen Polizeirevier gehen. - Aber der Sohn bestand darauf, die Agenten kümmerten sich nicht weiter um ihn und schließlich wurde die Situation immer gereizter, bis die Polizei den insistierenden Sohn schließlich rüde aus dem Polizeirevier schubsen wollte. - Der aber wehrte sich, was die Polizisten nun endgültig aufbrachte und man fesselte den Sohn mit Handschellen. - Nun erst mischte sich Casimiro Curbelo ein, das sei eine illegale Festnahme und er verlange sofort die Freilassung seines Sohnes. - Nun kamen auch noch andere Polizisten hinzu, bekamen den lauten Wortwechsel mit, und nachts in Madrid diskutiert die Polizei nicht lange mit "Kunden". - So landete auch Casimiro Curbelo in Handschellen, bei einem Gerangel gingen auch noch die Brille und das Handy kaputt und man warf sie in die Arrestzellen. - Irgendwann stellten aber dann die Polizisten fest, dass es sich bei der festgenommenen Person wirklich um einen Senator handelt und schließlich rief man einen Anwalt herbei, welcher dann erreichte, dass die beiden gegen Vormittag wieder aus dem Arrest ohne Auflagen freigekommen sind. - Nun sind wir aber wirklich alle gespannt, welche Version denn stimmt, denn unterschiedlicher kann man eigentlich den Ablauf eines solchen Abends nicht schildern. - Die politische Opposition verlangt den sofortigen Rücktritt, Casimiro lehnt natürlich ab, denn er sei das Opfer der brutalen Polizei geworden, und so trägt man das Getratsche nun breit und süffisant durch alle Medien und jeder kann sich seinen Teil denken. - Mache ich auch, als Gomero hat man es nicht leicht in Madrid….

Allerdings kann ich noch mit einem Fundstück heute aus der Presse nachweisen, dass nicht die Gomeros die dusseligsten Leute sind, sondern hier auf La Palma entweder verwirrte Gauner herumlaufen, oder ebenso verwirrte Reporter, die lustige Sachen verbreiten. - So hat man in Los Llanos zwei Geldfälscher festgenommen, als sie mit einfachen Mitteln nachgemachtes Geld in Verkehr bringen wollten. - Die "Blüten" waren auf dem heimischen Drucker gemacht und so schlecht gewesen, dass man das gleich gemerkt hätte. - In einem Nachsatz der Pressemeldung steht dann auch, warum das vielleicht so war: "Hasta el momento se han recuperado por parte de los agentes billetes de 3, de 8, de 50 y de 100 euros." - Was da steht heißt: Bis jetzt hätte man seitens der Polizei Geldscheine von 3, 8, 50 und 100 Euro sicherstellen können. - Gut, da kann sich auch jeder seinen Reim drauf basteln.



Freitag15.07.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1016 hPa

Kleingedrucktes
Santa Cruz, mit Strand, aber ohne Kino

Die Nachtigallen der Flüsterszene trällerten es ja bereits von den Dächern, das Kino "Multicines Avenida" in der Hauptstadt steckt in gewaltigen Schwierigkeiten. - Ganz ohne Nachtigallen steht nun fest, gestern Abend gab es die allerletzte Vorstellung in diesem Kino, ab Heute sind die Türen zu, und werden sich auch nicht wieder für weitere Vorstellungen öffnen. - Damit bleibt das Kino in Los Llanos das einzige "Lichtspielhaus" auf der gesamten Insel, ein interessanter Fall von Monopol, aber auch ein bisschen das Zeichen unserer Zeit. - Santa Cruz hat knapp 18.000 Einwohner, und als Einzugsgebiet die beiden "Breñas" mit weiteren 10.000 Bewohnern, man möchte eigentlich meinen, das müsste ausreichen um solch ein Kino betreiben zu können, aber die jungen Menschen haben eben längst andere Möglichkeiten und Gewohnheiten gefunden an die neuesten Filme zu gelangen und diese mit Freuden zu betrachten. - Das geht anderen Kino anderswo in der Welt genau so, Fernsehen, Pay-TV und die lästige "Saugerei" aller neuen Filme über das Internet machen das Kino augenscheinlich ersetzbar. - Dem widersprechen natürlich die Kino-Enthusiasten, aber es gibt wohl einfach nicht genügend Menschen mit dieser Vorstellung, denn dort in Santa Cruz konnte man sich den Betrieb einfach nicht mehr weiter leisten, es kamen regelmäßig zu wenig Besucher. - Los Llanos hat knapp 22.000 Einwohner, plus 13.000 aus El Paso und Tazacorte, so viel mehr als in der Hauptstadt sind das auch nicht, aber das Kino in Los Llanos hat überlebt und will das auch weiter tun und konnten in der letzten Zeit sogar mehr Zuschauer gewinnen. - Das mag auch daran liegen, dass man immer die neuesten Filme zeigt, Erstaufführungen zeitgleich mit Madrid, das lockt natürlich, und nun hat man mit 3-D Technik weiter investiert und möchte sich so gegen das häusliche Privatkino aus dem Datenstrang durchsetzen.

Ohne Kino aber mit Strand, so sieht nun die Zukunft für Santa Cruz aus, denn gestern hat man die vorgesehenen Arbeiten für den Stadtstrand nach einer öffentlichen Ausschreibung an die Baufirma "FCC Construcción" vergeben. - 25 Millionen Euro stehen zur Verfügung, um drei Deiche zu errichten, einen nach Norden gewandt, und zwei weitere Richtung Osten in den Atlantik hinaus, zwischen denen dann der Strand entstehen wird. - Für die Ausführung der Arbeiten sind 19 Monate angesetzt, und da hake ich jetzt gleich mal ein, das wird so nicht funktionieren, dieser Zeitraum ist dann doch zu knapp angesetzt. - Baubeginn soll Oktober oder November sein und von da ab fallen dann auch die vielen Parkplätze weg, welche am zukünftigen Standort des Strandes bislang die Hauptlast des stehenden Verkehrs der Hauptstadt getragen haben. - Das ist ein noch nicht wirklich gelöstes Problem, nur der Betreiber des einzigen Parkhauses in der Innenstadt freut sich auf diesen Tag, könnte das doch seinen Betrieb retten, da bislang diese Parkmöglichkeit von den Hauptstädtern und Besuchern kaum genutzt worden ist. - Dennoch vermutet man ab Baubeginn des Strandes mit erheblichen Verkehrsbehinderungen in der Hauptstadt, dessen Ausmaß man bislang nur schätzen kann, nicht aber wirklich kalkulieren. - Auch muss man eben, besonders zu Baubeginn, mit erheblichen Behinderungen auf der Avenida Marítima rechnen, schwere Maschinen und LKW mit Material zur Aufschüttung der Deiche werden dann tägliches Bild an der Uferpromenade. - Aber wer große Dinge vorhat, der muss auch mit den Bauarbeiten dazu leben, wobei mehr als ein Hauptstädter der ganzen Geschichte noch skeptisch gegenüber steht. - Nicht, weil man den Strand nicht befürworten würde, nur ganz wenige sind gegen dieses Bauvorhaben, aber man traut dem Atlantik nicht so richtig, ob seine Dünung und die Stürme denn auch damit einverstanden sind, dass wir einen Strand hinbauen, wo noch nie vorher einer war.



Donnerstag 14.07.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 25,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,5 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 36,2 - Temp. Min 20,2 - Feuchte 20 - 20 % Niederschlag 0 mm

Herrgott lass es Abend werden…
…Morgen wird´s von selber

Die Dinge hier spitzen sich zu. - Morgen ist Drachenrückflugtag, und irgendwie gibt es noch multiplen Handlungsbedarf an Haus und Hof. - Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte, plötzlich und unerwartet ist Donnerstagabend, und wir sind nicht im Geringsten fertig mit unseren ausgelobten Tätigkeiten. - Wir wollten dies noch machen und auch jenes, und immer wieder beruhigten wir uns gegenseitig, wir haben noch Zeit genug den Abwasch zu machen und die Küche zu fegen, das machen wir doch mit links oder linkseinhalb. - Den Müll hätte ich in den drei Wochen doch mal zum Container bringen sollen, das sieht nicht gut aus, der ganze Eingang ist voll gestellt und man muss Phantasie mitbringen, uns zu besuchen. Wer die Schleichwege nicht kennt, der schafft das nicht, und wer man drin ist, auch nie wieder raus. - Das Leergut habe ich noch hinter der großen Bougainvillea versteckt, da wäre es eigentlich sicher, bis meine große Tochter, Sie wissen schon, die Kürzere, aber die Ältere, sich noch entsann, sie hätte Ihrer Mutter, in unserem Fall auch meiner Frau versprochen, die Bougainvillea noch zu schneiden, und genau das hat sie dann auch noch getan. - Kontraproduktiv nennt man das wohl, ich muss jetzt noch einen Muldenkipper bestellen, damit die die Flaschen abholen kommen. - Man hat mir versprochen, das klappt noch, allerdings wissen die nicht, ob sie zweimal fahren müssen, oder alles in einer Tour wegschaffen. - Mit der Wäsche ist das auch so eine Sache, meine Tochter weiß zwar generell, wie Ken zur Arbeit verführt werden kann, allerdings liegt so viel Schmutzwäsche im Bad, dass Ken total verdeckt ist, und wir nun eine Staffel Waschmaschinensuchhunde zu Hilfe gerufen haben, sonst wird das nichts mehr bis morgen. - Immerhin haben wir die 32 leeren Toastbrottüten feinsäuerlich gebügelt und auf links gelegt, vielleicht macht das ja Eindruck bei meiner Frau, wenn die morgen wiederkommt. - Im Büro sind wir auch noch nicht wirklich weiter, das Telefon klingelt immer nur so kurz, wir haben dann kaum eine Chance den Apparat unter den vielen Papieren zu finden, immer wenn wir glauben, der akustischen Ortung nach eine Spur zu haben, dann verlässt den Anrufer wohl der Mut, und das Klingeln hört wieder auf. - Meine Tochter hatte schon den Vorschlag gemacht, einfach alles anzünden! Papier brenne doch schneller als das Telefon und wenn wir dann fix wären, könnten wir den Apparat dann noch aus den Flammen retten. - Dieser Vorschlag kam mir zunächst sehr gewagt vor, allerdings muss man sagen, die Jugend von heute hat progressive Vorschläge, ich werde das weiter prüfen und mich heute Nacht entscheiden, ob wir das so machen.

Ja die Küche, auch die macht mir irgendwie Sorgen. - Das große, weiße Küchenmöbel, Sie wissen schon, in dem das Licht angeht, wenn man die Tür aufmacht, ist irgendwie zweckentfremdet worden. - Meine Tochter hat natürlich die Kühlung des großen Möbels sofort abgestellt, nachdem wir das erste Piepsen vernommen haben aus dem Kasten, wir hatten ganz oben links noch eine Schachtel Eier vergessen, welche meine Frau noch vor dem Urlaub gekauft hatte, und irgendwann fingen die Eier an zu laufen. - Pipsi, Pupsi und Schnatterelse haben wir die drei Racker genannt, sind übrigens Bio-Küken, da meine Frau nur Bio-Eier kauft. - Jetzt müssen wir den großen Schrank immer ein bisschen offen lassen, damit die Küken Luft bekommen, wir ihnen etwas zu Essen reinstecken, und auch etwas Konversation betreiben können. - Daher weiß ich übrigens auch, dass da wirklich Licht drinnen ist. - Ich glaube meine Frau hat diesen, jetzt als Hühnerstall verwendeten Schrank, anders genutzt, aber so ist das nun mal, wenn man längere Zeit verreist, ist man ständigem Wandel unterlegen. - Ein weiteres Fragezeichen tut sich noch auf, ob meine Tochter wirklich Recht hat damit, dass unsere Teller, Tassen und Töpfe allesamt aus Einwegbeständen stammen, ich hatte den Wegwerfklang von Einwegtassen und Tellern irgendwie anders in Erinnerung. - Mich macht auch stutzig, dass Hutschenreuther in das Geschäft mit Einweggeschirr eingestiegen ist, aber meine Tochter hat hier in den letzten Wochen die Hosen angehabt. - Kein Wunder, meine sind noch alle in der Wäsche. - Aber sonst waren wir ein perfektes Team, wir haben uns immer alles gegenseitig verziehen, schließlich hat uns doch auch keiner gesagt, dass Zimmerpflanzen Wasser brauchen, und nicht nur der Kartoffelacker. In den Billigläden gibt es täuschend echte Orchideenimitationen zu kaufen, um die Sammlung meiner Frau so ein bisschen zu ersetzen. - Da ich ja vergessen haben den Strom zu bezahlen, und meine Frau erst spät morgen wiederkommt, fällt es ihr in der Dämmerung vielleicht gar nicht so auf. - Irgendwann gelingt es mir doch noch, meiner Frau den jährlichen Drachenflugtag madig zu machen, jedenfalls haben meine Tochter und ich uns wieder mal alle Mühe gegeben, diesem Ziel näher zu kommen….




Handlungsbedarf, glauben Sie es mir jetzt!?




Donnerstag 14.07.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1016 hPa

Sozialer Wohnungsklau…
…in Zeiten der Krise

Der Fall spielt wieder in Tazacorte, allerdings finden ähnliche Dramen auch in anderen Orten statt, so dass wir nun den Ausspruch "typisch Tazacorte" besser nicht anwenden. - 64 Sozialwohnungen zum Erwerb durch berechtigte Familien oder Einzelpersonen sind in Tazacorte gebaut worden, in einem großen Block, eine ganze Straßenseite lang, alle Wohnungen sind fertig, seit geraumer Zeit schon, aber die zukünftigen Eigentümer können ihre Wohnungen nicht beziehen. - Bei Baubeginn im Jahre 2005 übergaben die Kaufinteressenten Summen zwischen 10.000 - 20.000 Euro an die Baufirma, den Rest der Kaufsumme, zwischen 50.000 - 100.000 Euro der Wohnungen, sollte durch einen Hypothekenkredit finanziert werden. - Nun aber warten die zukünftigen Eigenheimbesitzer auf den Bezug ihrer Wohnungen, kommen da aber nicht weiter, irgendwo klemmt es, und daher wenden sie sich nun an die Öffentlichkeit. - Die einen sagen, die Baufirma übergibt die Wohnungen einfach nicht, die anderen behaupten, die Sparkasse sei Schuld an dem Dilemma, da die wohl kalte Füße bekommen haben bei den vielen Hypothekenkrediten, die man damals im Jahr 2005 versprochen hatte. - Wo genau nun der Schuh drückt, das kann man von außen nur ahnen, allerdings hat die Baufirma ihren Beitrag bereits geleistet und könnte ja nur daran interessiert sein, die Wohnungen so schnell wie möglich zu übergeben. - Damit Geld fließt. - Und damit sind wir beim anderen Thema. - Geld fließt erst, wenn die Sparkasse die vielen Kredite auch wirklich realisiert, und wie es scheint, ist man da nicht mehr so wirklich begeistert diese Hypotheken auch wirklich flüssig zu machen. - Die Baufirma könnte nun die Wohnungen einfach deshalb nicht übergeben, da man die Übergabe an die Auszahlung der Kredite knüpft, und so lange nicht bezahlt wird, gibt man auch die Wohnungen nicht raus. - Das ist allerdings nur eine Vermutung, dennoch hängen jetzt die zukünftigen Eigentümer so zwischen allen Gefühlen, und die meisten davon, so steht es zumindest in der Presse, die wollen diese Wohnungen nun gar nicht mehr, sondern einfach nur ihr eingezahltes Geld zurück. Durch die Krise hat sich nämlich die Einkommenssituation vieler Kaufinteressenten verändert, viele werden sich selbst diese Sozialwohnung nicht mehr leisten können, oder man hat sich nach der langen Wartezeit einfach bereits anders auf dem Wohnungsmarkt bedient. - Das allerdings wäre die schlechteste aller Nachrichten, denn wenn nun plötzlich, sagen wir mal die Hälfte aller Interessenten wieder abspringt, dann kommen gar nicht genügend Kredite zusammen, damit der Bau finanziert werden kann. - Nun sind dringende Gespräche erforderlich, und möglichst so, dass die zukünftigen Eigentümer auch mitbekommen, was da zwischen Sparkasse und Baufirma denn so besprochen wird, und auch die "Consejería de Vivienda de Canarias" (sagen wir mal kanarisches Wohnungsamt) muss in diese Gespräche mit eingebunden werden. - Auf keinen Fall darf man den Fall weiter verschleppen und zwischen Sparkasse und Baufirma hängen lassen, das nutzt überhaupt niemanden und gibt auch noch ein schlechtes Vorbild gegenüber zukünftigen Vorhaben des sozialen Wohnungsbaus ab. - Die kommenden Wochen werden nun zeigen, wo der Schwarze Pedro sitzt, und wo es klemmt, und wieder mal muss man sagen, ist der Weg über die Öffentlichkeit, in dem Fall die Presse, die einzige Möglichkeit für die Bürger Druck auf Institutionen auszuüben.



Mittwoch 13.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 26,8 Grad - niedrigste Temperatur 18,7 Grad

Alptraumologie
Der "Rosenkrieg" im Krankenhaus geht in die nächste Runde

Am 5.7. durfte ich bereits einmal darüber berichten, dass in unserem Inselkrankenhaus die Schere zwischen medizinischem Personal und der Verwaltung in Leistung und Kompetenz reichlich auseinander driftet. - Zu unserer Beruhigung, die Ärzte und das andere medizinische Personal sind hierbei höchst professionell, was man leider von der Verwaltung nicht immer behaupten kann. - So herum gefällt es mir besser als andersherum, warum nurß - Seit vielen Jahren bereits gibt es Klagen gegen unsere Krankenhausverwaltung, denen ich mich persönlich anschließen kann, und das auch schon per schriftlicher Beschwerde vorgebracht habe. - Aber es geht nicht um meinen Fall, der ist nur einer von sehr vielen, denen Facharztbesuche kurzerhand storniert werden, es geht hier in diesem Fall um das Verhältnis zwischen den Ärzten und der Verwaltung und da scheint es mehr als eine Baustelle zu geben. - Wir haben uns immer schon gefragt, warum die meisten Ärzte nur sehr kurz an unserem Krankenhaus Dienst tun, und meist kommt als Antwort, auf La Palma kann man keine Karriere machen und auch nebenbei mit einer Privatpraxis nicht viel Geld verdienen . - Das mag sicher ein Thema sein für viele junge Ärzte, allerdings gehen auch viele wieder, weil sie die Nase von der fragwürdigen Verwaltung voll haben. - Dazu nun der konkrete Fall. - Ein Arzt wendet sich an die Öffentlichkeit mit der Aussage, er wäre von der Verwaltung angehalten worden im Sommer nicht mehr zu Operieren und als er das öffentlich gemacht hatte, von der Krankenhausverwaltung auch noch aufgefordert worden, seine Sachen zu packen. - Sagt der Arzt, die Krankenhausverwaltung sagt etwas anderes, nie haben man ihn aufgefordert im Sommer nicht zu operieren, und der Vertrag mit der Arzt laufe zum 30. Juni aus und der Arzt, übrigens Chef der Traumatologie, hätte gar nicht um Verlängerung seines Vertrages ersucht. - Was soll man nun davon halten, der Eine sagt so, die Anderen so, und sicher ist man immer erst mal geneigt, dem Arzt zu glauben und nicht der medial bereits negativ vorbelasteten Verwaltung.

Jetzt tauchen allerdings Papiere auf, genauer gesagt Kopien zweier Faxe, und ein Schreiben von der Krankenhausverwaltung an den Arzt, aus denen hervorgeht, dass der Arzt wohl die Verlängerung des Vertrages beantragt hat und das sogar 2 mal. - Weiter existiert die Kopie eines Schreibens der Krankenhausverwaltung an den Arzt, er möge seine persönlichen Dinge abholen, die Schlüssel der Praxisräume übergeben und das Krankenhaus verlassen, da er bis zum 30. Juni keine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses beantragt hätte. - Auf der ersten Faxkopie allerdings beantragt der Traumatologe genau dieses, und als Datum steht dort der 17. Juni, also lange genug vor dem 30. Juni. - Auch die Absendebestätigung liegt als Kopie vor, aber das ist keine Empfangsbestätigung, und die Krankenhausverwaltung behauptet steif und fest, dieses Fax niemals erhalten zu haben. - Das müssen wir offen lassen, theoretisch besteht die Möglichkeit, dass da etwas schief gegangen ist, wobei das unwahrscheinlich ist. - Am 6. Juli nun schickte der Arzt ein erneutes Fax, dieses Mal ein "Burofax", welches bei der Post aufgegeben wird, gebührenpflichtig ist und als offizielles Dokument zugelassen ist. - Allerdings wäre das nun zu spät gewesen, aber andere Quellen berichten nun wieder, dass sein Arbeitsvertrag erst am 8. Juli auslaufe, und damit die Bitte um Verlängerung noch gelte. - Inzwischen hat sich auch die "Consejería de Sanidad", also die vorgesetzte Behörde der hiesigen Krankenhausverwaltung eingemischt, und die wiederum sagt nun aus, man hätte den Fall geprüft, ein Fax vom 17. Juni gäbe es nicht, also sei der Arbeitsvertrag automatisch ausgelaufen und man wolle diesen auch nicht verlängern. - Das wird nun eng, mit der Veröffentlichung des Faxes, denn wenn man weiter diese Position ergreift, damit würde man dem Arzt Fälschung unterstellen, und dann wird es lustig bis feinherb. - Auf jeden Fall möchte der Arzt weiter in La Palma arbeiten, so fordern das auch seine Fachärzte, deren Chef er ist, und eine lange Liste an Patienten, die auch bereits angefangen haben, Unterschriften für den Arzt zu sammeln. - Da will man einen aufmüpfigen Arzt loswerden, der zu unbequem ist, für die nicht weiter erklärbaren Interessen der Krankenhausverwaltung, denn noch nie vorher gab es solch geringe Wartezeiten und noch nie vorher wurde so viel operiert in der Traumatologie auf La Palma, wie unter der Leitung dieses Arztes. - Nun ist aber der ganze Kram an die Öffentlichkeit getragen worden, (bei elapuron.com) und auch wir hier leben inzwischen in den Zeiten der nicht mehr kompletten Zensur, so dass sich ein ansehnlicher Skandal mit anschließenden rollenden Köpfen entwickeln könnte. - Das Sommerskandälchen so zu sagen, und wir wollen nur hoffen, dass das keine Geschichte der Apltraumologie wird.



Mittwoch 13.07.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1017 hPa

Verrotten für den guten Zweck -
und der heiligt bekanntermaßen die Mittel

Nein, ich spreche nicht von der FDP... - Immer wieder im Sommer ist es so weit, da fahren LKW allerbeste Exportbananen aus der Kooperative gleich auf die Müllkippe, anstatt diese zu verpacken, und aufs Festland zu schicken. - Hintergrund ist ein bekanntes, allerdings nicht wirklich nachhaltiges Instrument der Marktwirtschaft, man nimmt Überproduktionen vom Markt, um die Preise stabil zu halten. - Im Sommer kommt das regelmäßig vor, denn im Sommer werden auf dem spanischen Festland deutlich weniger Bananen gegessen als im Herbst oder Winter. - Die Produktion allerdings bleibt gleich, oder steigt sogar an, wenn heißes Wetter viele Stauden gleichzeitig zur Reife drängt, und was dann ohne Regulierung passiert ist, die Erzeugerpreise brechen zusammen. - Warum im Sommer der Verbrauch von Bananen auf dem Festland sinkt, ist auch ganz einfach zu erklären, jetzt drängen große Mengen anderer Sommerfrüchte billig auf den Markt wie Pfirsiche, Aprikosen und Melonen, die bei warmer Witterung vom Verbraucher einfach bevorzugt werden. - Die Banane ist halt keine wirkliche Sommerfrucht, jedenfalls nicht aus der Sicht des Verbrauchers, und eine der ersten Regeln der Marktwirtschaft lautet halt einfach, gibt es große, oder zu große Mengen, dann sinkt der Erzeugerpreis. - Genau um das zu verhindern nimmt die "Asprocan" (Asociación de Organizaciones de Productores de Plátanos de Canarias) Druck vom Markt und schickt eine bestimmte Menge gleich auf den Müll, um eben den Sturz der Erzeugerpreise aufzuhalten. - Das gelingt meistens auch, keine Frage, und so sind die Landwirte diejenigen, die sich am wenigsten über diese fragwürdige Preisregulierung aufregen. - Müssen sie auch nicht, denn das Bemerkenswerte daran ist, dass die Erzeuger dennoch die für die Bananen vorgesehenen Hilfen bekommen, die ja meist höher sind, als der wirklich erzeugte Verkaufserlös. - Es wird also für die Produktion bezahlt, nicht für den Verkauf, hat der Landwirt die Bananen erstmal bei der Kooperative abgeliefert, dann bekommt er dafür die Hilfen pro Kilo ausbezahlt, ganz egal, ob die auf dem Müll landen, oder im Magen eines Iberers. - Später im Jahr, wenn die Sommerfrüchte wieder teurer werden, dann fordert der Markt auf dem Festland auf wieder größere Mengen und dann wird es für den hiesigen Pflanzer richtig interessant, dann erhält er nicht nur die festgelegten Hilfen, sondern zusätzlich noch Geld aus dem Verkauf der Bananen.

Knappe 5,4 Millionen Kilo Bananen werden diese Woche auf den Kanaren produziert, wovon 2,8 Millionen aus La Palma stammen. - Es können aber nur 4 Millionen Kilo so auf dem Festlandsmarkt platziert werden, ohne dass ein Preiseinbruch zu befürchten ist, also müssen fast 1,4 Millionen Kilo Bananen den kompostigen Weg auf die Deponien antreten. - Davon die Hälfte etwa auf La Palma. - Das wird sich die Ferienmonate noch öfter wiederholen, mit schwankenden Mengen, hängt ein bisschen vom Wetter ab, und auch von den Preisen für Sommerobst auf dem Festland. - Jedem widerstrebt diese Geschichte natürlich, produzierte Lebensmittel wegwerfen, noch bevor die Überhaupt auf den Markt gelangen, es ist eben kein schönes Mittel gegen die Launen der Marktwirtschaft. - Aber was kann man dagegen tun. - Ein bisschen was kann der Landwirt hier tun, aber der ist interessanterweise derjenige, der am wenigsten die Laune der Bananenstaude steuern kann. - Aber ein bisschen kann man das, wer seine Pflanzung sehr gut kennt und im Griff hat, der kann erreichen, dass viele der Stauden eben nicht gerade in den Sommermonaten zur Pflückung reife Früchte produzieren, sondern in den anderen Monaten. - Aber das reicht bei weitem nicht aus, um die Überproduktion im Sommer zu verhindern. - Man könnte natürlich auch den Überschuss zu anderen Produkten vermarkten, und hier sind wir gleich wieder bei der Veredlung, und wie oft haben wir bereits darüber gesprochen, hier auf der Insel eine Produktionsstätte für Bananenpulpe oder Konzentrat zu errichten. - Die soll es ja auch schon geben, von der Inselregierung bezahlt, im Gebäude der ehemaligen Tabakfabrik von El Paso. - Warum die aber noch nicht produzieren, und so den Markt entlasten, das wissen nur wieder ganz Eingeweihte, die aus den Kreisen im innersten Machtzirkel der Coalición Canaria, und da gehören eben nur ganz wenige, und ganz schweigsame Menschen hin. - Die andere Möglichkeit wäre, diese Überschüsse in anderen Länder zu verschicken, und zum Beispiel in einigen Ketten in Deutschland eine Sommeraktion "Plátanos de Canarias" zu beginnen, ruhig zu guten Preisen, damit die Händler und Kunden da auch mitmachen. - "Asprocan" hat ja nun auch endlich Kontakt aufgenommen zu Mittlern in Deutschland, aber auch da bekommen wir keine Rückmeldung, es sind also überall wieder mal heftige Spezialisten am arbeiten. - Die Bananen, Fluch und Segen dieser Insel, aber niemals wegzudenken.



Dienstag 12.07.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 25,4 Grad - niedrigste Temperatur 17,6 Grad

Leichen im Keller
Santa Cruz, ohne Geld und ohne Haushalt

In vielen Rathäusern wird es in den kommenden Wochen noch schmerzhafte Entdeckungen geben. - Die Leichen im Keller sind natürlich keine toten Menschen, sondern wuchernde Finanzlöcher und immer neue auftauchende Rechnungen, die noch aus der Zeit der alten Regierung stammen, manche allerdings schon Jahre alt. - In Santa Cruz haben nun die neuen Stadtherren der Koalition aus PSOE und Partido Popular bereits den ersten öffentlichen Hilfeschrei losgelassen, weil man jetzt schon nicht mehr weiß, wie man die laufenden Kosten begleichen kann. - Vor allem Personal steht noch zu bezahlen aus, viele Überstunden aus dem vergangenen Jahr, und um Urlaubstage bei den Stammpersonal abzudecken, müsste man jetzt in der Ferienzeit an die 20 Kräfte einstellen, um freie Stellen zu besetzen, aber man findet einfach kein Geld dafür. - Noch dazu gibt es für das Jahr 2011 überhaupt keinen Haushalt, die alte Stadtverwaltung unter der Coalición Canaria hat diesen einfach nicht gemacht, und so hält man sich an die Vorgaben des vergangenen Jahres, aber das geht alles schon längst nicht mehr auf. - Bei den Banken hat man bereits 13 Millionen Euro Schulden, die sind wenigsten klar, allerdings weiß man nicht, wie viel noch an Lieferanten zu bezahlen ist, da täglich neue Überraschungen eintreffen. - So klagt man auch, dass heute im Juli in den meisten Ressorts bereits weit über die Hälfte des Geldes nach dem Haushalt 2010 ausgegeben wurde, es kann also gut sein, dass das Geld weit vor dem Jahr zu Ende geht. - Dann droht auch noch die unangenehme Geschichte, dass unter Umständen an den privaten Wasserversorger "Canaragua" mehrere Millionen Euro als Schadensersatz bezahlt werden müssen, und sollte das eintreffen, dann liegt Santa Cruz plötzlich weit im Hinterland Griechenlands.

Jetzt muss man schnell pfiffige Konzepte entwickeln, wobei das einfacher gesagt als getan sein wird, denn die schlechte wirtschaftliche Lage auf der Insel lässt bei den Gemeinden deutlich weniger Einkünfte entstehen, mit denen man aber in den Haushalten frech gerechnet hat. - Bauanträge und Projekte laufen deutlich weniger im technischen Büro des Rathauses ein als noch früher, und genau das sind die großen Brocken gewesen, mit denen sich die Gemeinden finanziell immer über die Runden gerettet haben. - Weniger Personal, Gebühren anheben, weniger Investitionen, und das sind dann alles wieder Faktoren, welche gegen einen wirtschaftlichen Aufschwung arbeiten, da ist man eben wieder in der bereits bekannten Schuldenfalle gefangen. - Man kennt das, man weiß das, aber leider wird meist nur in Legislaturperioden gedacht, und nicht daran, dass man mit diesen enormen Schulden und den daraus entstehenden fälligen Tilgungen nicht nur ganze Länder, sondern eben auch Kommunen ruinieren kann. - Privathaushalte übrigens auch, aber wem erzähle ich das. - Deutlich schärfere Finanzkontrollen müssen da her, besonders in den Gemeinden, sind doch die enormen Schulden der Gemeinden auch mit ein Grund für die spanische Finanzkrise. - Dabei weiß ich gar nicht, wem man denn eigentlich die Schuld geben muss, unseren Ansprüchen, oder dem politischen Lakaien, der dummblau faselt, dass alles möglich, und Schuldenaufnahme etwas völlig Normales sei. - Na ja, der Politiker, der stößt seine eigene Börse dabei gesund, und hinterlässt wohlmöglich eine Pleitegemeinde. - Macht nichts, in der so genannten "Freien Wirtschaft" ist das noch lustiger, da wirtschaften Krawattendödel ganze Konzerne in den Ruin, und bezahlen sich dann selbst noch eine riesige Abfindung. - So manch ein Bürgermeister oder Stadtrat, der sich noch vor den Wahlen nichts anderes gewünscht hat als gewählt zu werden, der verflucht seinen blinden Mut heute vielleicht bereits wieder, nachdem er so langsam die finanzielle Situation der Gemeinde erkannt hat. - Ich will jetzt nicht böse sein, oder hämisch, aber ich habe oft genug davor gewarnt.



Dienstag 12.07.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 67 % - Luftdruck 1015 hPa

Man muss nur wollen
Freibad in Tazacorte

Tazacorte hat ein Freibad, kleiner Ort, so nahe am Meer, man möchte kaum glauben, dass sich dort eine solche Einrichtung befindet. - Es hat auch viele Jahre gedauert, bis man das Freibad endlich fertig hatte und wenn man den Unken zuhört, die da rufen, dann lasten da auch noch ein paar Kredite schwer auf den Gemeindeschultern. - Aber es ist da, und nun muss man es auch nutzen und da erfahren wir nun gleich, was es heißt mit neuem Schwung an Aufgaben zu gehen. - Die Öffnungszeiten sind nun verlängert worden, jetzt kann man täglich von 10:30 - 20:30 Uhr dort baden, daneben gibt es noch eine Sauna, ein Kinderbecken und ein Jacuzzi. - Ein bisschen kahl wirkt das Ganze noch, eher wie ein großer Hotelpool, aber inzwischen hat man so viele Aktivitäten ins Leben gerufen, dass sich diese Bild bald ändern wird. - Besonders großen Anklang finden die Schwimmkurse, sowohl für Kinder wie auch für Erwachsene, man möchte kaum glauben, wie viele Menschen auf einer Insel nicht schwimmen können. - Allerdings darf man sich schon fragen, wie man so nahe an einem großen Strand, der durchaus gut geschützt liegt, ein Freibad betreiben kann. Wie man sieht, kann man das wohl, manche haben schlichtweg Angst vor dem Meer, andere wollen nicht im Salzwasser schwimmen und wieder andere mögen das Treiben am Strand nicht. - Jeder hat so seinen eigenen Grund, warum er eine Badeanstalt dem Strand vorzieht, und viele Bürger aus Tazacorte die lieben es eben einfach auch, nicht mit dem Auto oder dem Bus zum Strand zu müssen, sondern einfach nach einem kleinen Spaziergang bereits ein erfrischendes Bad zu sich nehmen zu können. - Aber solch ein Freibad muss man sich auch leisten können als Gemeinde, und wie wir doch wissen, sind die öffentlichen Korporationen klamm wie nicht geschleuderte Wäsche. - Das macht auch in Tazacorte Sorge, so sucht man nach neuen Wegen der Finanzierung, denn alleine mit den Eintrittsgeldern kann man das Bad nicht halten. - Auch wenn sich die Zahl der Besucher nach der Verbesserung des Angebotes bereits stark erhöht hat, das wird nicht ausreichen. - Das Personal ist hier der teuerste Posten, und je mehr Service man bietet, umso mehr Angestellte braucht man. - Jetzt überlegt man, noch eine Cafetería dem Bad hinzuzufügen, einmal um das Angebot komplett zu machen, aber auf der anderen Seite möchte man mit der Verpachtung auch Geld einnehmen. - Es ist ein guter Versuch, und ob die Zahlen aufgehen, das werden wir bald erfahren.

Der wachsende Erfolg dieser Badeanstalt wird in Los Llanos mit etwas Neid betrachtet, denn dort liegt, oder steht, ja immer noch die Rohbauruine des "Centro Aquatico" herum und sucht nach Geld und Sinn. - Die Idee dazu stammt noch aus der Zeit des ewigen Aufschwungs, der wie wir heute wissen, ja nur auf Pump und faulen Hypotheken basierte. Aber man hat nicht schnell genug gelernt in Los Llanos, sondern einfach darauf gesetzt, dass private Investoren das weiterbauen, was man selbst in megalomanischen Träumen ausgebrütet hat. - Kein bescheidenes Freibad mit ein bisschen Service und Trallala herum sollte das werden, nein, Los Llanos, die selbstbewusste und arrogante Stadt wollte gleich ein Spaßbad von Großstadtausmaß, mit allem was man sich in der Welt der nassen Bespaßung nur so vorstellen kann. - "Thinking big", das kennen wir ja schon, aber wenn der Beutel "small" ist und selbst die Banken inzwischen erkannt haben, dass man Kredite nicht nur geben muss, sondern das Geld auch wieder eintreiben, dann wird es eng. - Der Investor des großen Spaßbades findet keine weiteren Mitstreiter und die Banken wollen kein Geld mehr geben, die zweifeln daran, dass solch eine Investition sich später auszahlen wird. - Es gibt ja auch bereits ein großes Hallenbad auf der Insel, das "Baltavida" in San Pedro (Breña Alta) und auch wenn dieses Bad gut besucht ist, so kommt es doch ohne finanzielle Zuwendungen der Gemeinde nicht aus. - Viele Besucher des Hallenbades, besonders im Winter, die kommen auch von der Westseite bis nach Breña gefahren, so dass ein zweites Bad mit ähnlichem Angebot wohl schwerlich solch große Nachfrage erfahren würde, um finanzielle Rendite abzuwerfen. - Noch hat man allerdings das Badehandtuch nicht geworfen, und sucht weiter nach Geldgebern, aber seit mehr als einem Jahr hat sich an der Baustelle oberhalb "El Jable" nichts getan. - Die Kunst mit Wachstum richtig umzugehen, die muss eben erst noch erlernt werden, und nicht nur manchmal, sondern oft ist es deutlich besser und besonders in der eigenen Reichweite, wenn man Vorhandenes verbessert anstatt Neues hinzuklotzen. - Manche nennen das Bescheiden, andere nennen das Rückständig, ich nenne das Weise.



Montag 11.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 25,4 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Montag in El Paso
Alles zu, fast alles

Montagabend in El Paso Essen gehen, keine Chance. - Warum sich alle Wirte dazu verabredet haben, gerade montags zu schließen, ich weiß es nicht, aber man hat sich wohl bei uns schon daran gewöhnt, dass Montagabend Familientag ist, Zuhause. - Abuela zu, Catalina zu, Barbanera zu, Pizzeria zu und nun auch noch das neue Restaurant, El Candíl genannt, welches dort ist, wo früher das Adagio war, welches nach Los Llanos gewechselt ist. - Kein wirkliches Speiselokal hat am Montagabend im Zentrum El Pasos offen, lediglich ein paar Kneipen und Cafeterías, die sicher guten Kaffee machen und auch kaltes Bier haben und eine Stulle schmieren können, aber Restaurant am Montagabend in El Paso, Fehlanzeige. - Das neue Restaurant, El Candíl, das hat erst ein paar Wochen offen und zunächst fingen die an, ohne Ruhetag zu arbeiten, aber irgendwann muss selbst der Chef mal ausspannen und trotz unserer Hinweise, er könne das einzige Restaurant in El Paso sein, welches am Montagabend geöffnet hat, wählt er diesen Tag aus. - Er sagt, das sei der schwächste Tag in der Woche, obwohl die gesamte Konkurrenz die Türen dicht hat, das muss uns doch zu denken geben. - Dabei kann man dort gar nicht schlecht essen, kanarische Küche macht der dort, das will heißen, große Fleischportionen, vom Grill, wenige Beilagen, mit solchen Nebensächlichkeiten wie "Sättigungsbeilagen" hält man sich hier nicht weiter auf. - Man sitzt dort draußen sogar ganz nett, wenn einen beschleunigende Autos an der Hauptstraße nicht weiter stören, aber uns stört so etwas nie. - Das wäre eine Alternative bewesen, bleiben wir beim gewesen, zumindest am Montag. - Warum alle am Montag zumachen und nicht einen anderen Tag, ich weiß es nicht, aber wenn die alle sagen, Montag sei der schlechteste Tag der Woche, dann ist das wohl auch so und in El Paso hat man sich kollektiv dazu entschlossen, am Montag enthaltsam zu sein. - Früher war das mal der Sonntag, da gab es sehr wenige Restaurants, welche Sonntags offen hatten, und irgendwann fing das dann an, sich gegen Montag zu verschieben. - Auch ist es inzwischen gar nicht mehr selten, dass Restaurants 2 Ruhetage in der Woche haben, oder anderthalb, da ja die kleinen Etablissements meist nicht im Schichtbetrieb arbeiten, ist das auch nicht weiter verwunderlich. - Jetzt soll auch bald die Bar Central wieder aufmachen, das war über viele Jahrzehnte hin der gesellschaftliche Treffpunkt im Ort, bis dann etwa vor 10 Jahren die Bude geschlossen wurde, weil die Konkurrenz der vielen anderen inzwischen entstandenen Kneipen zu groß wurde. - Dann haben das Ausländer erworben, eine ganze Weile über gar nicht schlecht gemacht, bis wieder geschlossen wurde, um anderen Deutschen Platz zu machen. - Die hatten eine kleine Brauerei dabei, und auch das lief anfänglich, aber nur sehr anfänglich, und scheiterte dann auch wieder. - Schließlich verkaufte man die Brauerei, die ist jetzt in Los Llanos, da braut man das inzwischen bekannte Bier "La Palmera", das Ex-Garimba, und die Bar Central stand wieder lange Jahre leer. - Seit Monaten nun hat man wieder Bauarbeiten dort wahrnehmen können, ja, die Bar Central macht wieder auf, am 23. dieses Monats ist es so weit, Eröffnung bereits nachmittags mit diversen Konzerten bis spät in die Nacht. - Bar, Cafetería, Tapas, am Wochenende mit Live-Musik, und irgendwie will man sich auch anderweitig künstlerisch engagieren, so lässt das die bereits entstandene Webseite erahnen. - Kann eine Bereicherung der gastronomischen Landschaft El Pasos werden, zumal die Lage und die Historie dieses gastronomischen Betriebs alleine schon für Bekanntheit aber auch Erwartung steht. - Immerhin hat man sich schon angepasst an lokale Gepflogenheiten, Ruhetag wird montags sein, so scheint das Pflicht in El Paso…



Montag 11.07.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1015 hPa

Keine Eulen in Athen -
und keine Bananen in den palmerischen Supermärkten

Alle Jahre wieder organisiert die "ASPA" (Asociación Palmera de Agricultores y Ganaderos), also der Inselverband der Landwirte, eine Art Wettessen mit Politikerschaulaufen im Refugio El Pilar oberhalb El Pasos. - Alternativtitel wäre gewesen, wie viele Koteletts passen in einen Landwirt, aber es ist zahmer geworden auf dieser Veranstaltung als noch in den letzten Jahren. - In dem Fall ist es mal nicht die Krise, welche aus einem bäuerlichen Gelage nach und nach ein mehr oder weniger gesittetes Fest gemacht hat, sondern der Blutzuckerspiegel, die Cholesterinwerte und nicht zuletzt die Guardia Civil, die inzwischen ganz unendemisch auch Landwirte in das Röhrchen blasen lässt, sollte der Verdacht auf zu viel "vino tinto" aufgekommen sein. - Gesunde Ernährung, das kommt langsam in Fahrt hier, man möchte es kaum glauben, aber noch ist man weit davon entfernt, sich von Rohkost und linksgedrehten Weizengraskeimlingen zu ernähren. - Außerdem war es fruchtbar kalt, das hat aber das Refugio El Pilar so an sich, pfiff der Passat gestern eh mit freundlichem Nachdruck in Aridanetal hinab, so steckt man dort mitten in der Wolke, und da ist es nun mal kalt, feucht, und windig. - Vielleicht sind deshalb auch weniger Politiker gekommen als sonst, lediglich die Inselpräsidentin und drei Räte aus der Inselregierung waren da, niemand aus dem Gobierno de Canarias, obwohl der neue Rat für Landwirtschaft ein uns allen bekannter Palmero ist, Juan Ramón Hernández Gómez, Ex-Bürgermeister von Los Llanos und Ex-Rat für Infrastruktur in der höchsten politischen Kammer auf den Kanaren. - Allerdings geht es dem gesundheitlich gerade nicht gut, der ist also entschuldigt, aber die Landwirte freuen sich allgemein schon, dass dieser alte politische Haudegen sich nun um die Belange der Landwirtschaft kümmern soll. - Wir Autobahngegner freuen uns auch darüber, gilt doch Juan Ramón Hernández als treibende Kraft in Sachen Autobahn, und da ist man ganz froh darüber, dass dieses politische Schwergewicht sich nun um bäuerlichen Alltag kümmern muss. - Auch das Industriegebiet dort am Callejón de la Gata haben wir letztendlich auch seiner Mithilfe zu verdanken, er ist also wirklich kein Unbekannter hier auf der Insel. - Da mag man nur hoffen, dass er zukünftig seinen, durchaus vorhandenen politischen und wirtschaftlichen Einfluss zum Wohle der palmerischen Landwirtschaft ausnutzt, und nicht weiter interessante Deals zwischen dem Gobierno de Canarias und der Bauwirtschaft einfädelt.

Aber das werden wir sehen. - Allerdings war es auch Zeit, den Chef der "ASPA", Miguel Martín, mal auf einige Probleme der lokalen Landwirtschaft anzusprechen, und wenn man über Landwirtschaft auf der Insel spricht, dann meint man meist die Bananen. - Schlecht geht es, allerdings ging es immer schlecht auf dem Sektor, und man muss schon den ewig bäuerlichen Jammerfaktor abziehen, um zu einem wirklichen Gesamteindruck zu gelangen. - Es geht nämlich besser, als man vor ein paar Jahren noch vermutet hätte, zwar gelang es nicht, die Erzeugerpreise anzuheben, aber die Angst, durch die stufenweise Abschaffung der Strafzölle gegenüber den "Dollarbananen" aus Mittelamerika gänzlich aus dem Geschäft gedrängt zu werden, die hat sich als unbegründet herausgestellt. - Dennoch bleiben die Bananen, und das fast ausschließlich auf den Verkauf auf das spanische Festland orientierte Marketing weiterhin ein Pulverfass, aber es ist erstaunlich, wie lange man schon Dynamit über offenem Feuer trocknet. - Dabei kam auch die Frage auf, warum es denn so schwierig sei, in palmerischen Supermärkten Bananen, und das auch noch in guter Qualität zu kaufen. - Die Antwort ist plausibel und klar, weil alle schönen Bananen in den Export gehen, und sich hier auf der Insel kein Mensch um den lokalen Absatz der Bananen bemüht. - Warum auch, fast jeder hat Bananen Zuhause, oder der Nachbar legt einem die grünen Würste gleich kiloweise hin, und dann futtert man gegen die schnelle Reifung der Dinger an. - Es gibt keine Bananenreiferei auf La Palma, das was in die lokalen Supermärkte gelangt ist eigentlich Ausschuss, der eben nicht mehr für den Export genügt hat, oder bereits zu reif war. - Oder aber man findet auf den Bauernmärkten auserlesene Früchte, welche die seltene Gnade hatten, an der Staude zu reifen. - Dann allerdings muss man die Bananen schnell essen, ganz schnell, sonst kommt der süße Tod. - Bessere Bananen kann man aber gar nicht finden, und schwarze Punkte müssen sie haben, sonst sind sie nicht reif. - Eine wirkliche Antwort hatte Miguel Martín auf diese Frage auch nicht, es bleibt also weiterhin Glückssache, auf der Bananeninsel La Palma Bananen zu kaufen.




Kanarische Bananen bei Aldi auf dem Festland, 1,79 das Kilo, jetzt wissen wir, wer die ganzen guten Bananen isst...




Sonntag 10.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 27,5 Grad - niedrigste Temperatur 18,2 Grad

In der stacheligen Falle
Die Seeigelpopulation an La Palmas Küsten steigt bedenklich an

Das ist nicht ganz neu, seit ein paar Jahren beobachtet man das auch an den Küsten der anderen Kanareninseln, wie auch an vielen Küsten der ganzen Welt. - Nun aber hat man hier auf, oder sagen wir besser unter der Insel eingehend und wissenschaftlich den sprunghaften und durchaus bedenklichen Anstieg der Seeigelpopulation erforscht und auch beschrieben. - Demnach ist bereits fast die Hälfte der Küste der Insel von einer Überbevölkerung durch Seeigel betroffen, und die Tendenz ist weiterhin ansteigend. - Auch wenn die Fischerei hier vor der Küste bereits stark abgenommen hat, ist das massenhafte Auftauchen der Seeigel eine Spätfolge der Überfischung. - Das Wort Nachhaltigkeit kann man auch mal für negative Wirkungsketten hernehmen, denn man ist mit solch einer Seeigelplage wirklich in einem unangenehmen Kreislauf gefangen. - Zunächst fängt man viel zu viele Fische, damit auch die natürlichen Feinde der Seeigel. - Dann vermehren sich die Seeigel dadurch, dass weniger Fressfeinde vorhanden sind, und beginnen die Meeresflora übermäßig abzuweiden, so dass kleinere Fischarten keine Nahrung mehr finden. - Die verschwinden dann auch, und so haben auch die großen Raubfische keine Nahrung mehr und verschwinden ebenso, und nun hat der Seeigel völlig freie Hand, sich alleine auf dem felsigen Meeresboden auszubreiten. - Was übrig bleibt ist eine Felsenküste, frei von Meeresflora, ein verödetes Stück Meeresboden, welchem die Grundlage fehlt, damit sich weitere Spezies wieder ansiedeln können. - Der Seeigel ist also sowohl Wirkung wie auch Ursache, und an der "Quelle des Bösen" steht wieder mal der Mensch mir seiner Unersättlichkeit. - Ganz alleine die Überfischung ist es auch nicht, auch die Einbringung von Sedimenten ist mit daran Schuld, allerdings bei weitem nicht in dem Maße, wie Gefahr durch Überfischung entsteht. - Aber wir erinnern uns, in Puerto de Naos wollte man doch einen unterseeischen Deich als Wellenbrecher ausbringen, damit der Strand vor der hohen winterlichen Dünung geschützt wird, und dieses Projekt wurde von der Küstenbehörde gestoppt, eben wegen der großen Mengen an Sedimenten, welche man ins Küstengewässer einbringen würde. - Diese Entscheidung ist auch auf Grund dieser Studie gefallen, nicht nur alleine deshalb, weil solch ein unterseeischer Deich eine extrem teure Angelegenheit ist. - Aber immerhin kann man daran erkennen, dass der Gefahr der weiteren Verödung der Küstengewässer La Palma wohl Aufmerksamkeit geschenkt wird. - Dennoch, so ganz ohne Zutun von außen ist es allerhöchst wahrscheinlich, dass sich der einmal verödete Meeresboden nicht mehr, oder nur ganz langsam wieder erholen kann.

Den einmal angerichteten Schaden am Meeresboden, den kann man nicht wieder gutmachen dadurch, dass man die Seeigel nun physisch bekämpft, so wie man das an den Küsten anderer Inseln bereits gemacht hat, weil in der Studie nachgewiesen wird, dass bereits 10% der jetzigen Population an Seeigeln ausreichen, um den Meeresboden weiterhin frei von Meeresflora zu halten. - Der einzige Lichtblick scheinen die Marinen Schutzzonen zu sein, von denen wir auch hier auf der Insel eine haben, zwischen El Remo und Fuencaliente, in welcher sich nach den 10 Jahren ihres Bestehens die Unterwasserwelt immer noch in Ordnung befindet. - Dort darf man weder Fischen von Sport betreiben, und auch wenn es dort Seeigel gibt, zwar bei weitem nicht so viele wie anderswo, so halten die Raubfische die Population der stachelichen Monster gut in Schach. - So könnte man daran denken, auch in anderen, noch intakten Regionen der Insel Schutzzonen nach dem Vorbild der Westküste einzurichten und Fangverbote für ganz bestimmte Fischarten zu erlassen, von denen man annimmt, dass diese die besten Fressfeinde der Seeigel sind. - Die Regionen der Insel mit den größten Schäden am Meeresboden, und damit auch die Zonen mit den meisten Seeigeln, das sind die Umgebungen der Fischerorte und Badestrände. - Sehr gut sieht es noch ganz im Süden der Insel aus, und an der Küste der Nordseite. - Allerdings müssen Badende keine Angst haben, die Seeigel leben auf felsigem Untergrund, nicht auf sandigem, man findet diese Stachelbiester nicht am Strand, sondern höchsten an Wellenbrechern. - Dann fällt einem natürlich auf gleich wieder ein, vielleicht könnten diese Seeigel doch in ihrer Abundanz auch noch ein Geschäft werden, in manchen Regionen dieser Welt schätzt man doch Seeigelfleisch als Delikatesse. - Allerdings wohl nicht den Diadem-Seeigel, der soll bitter sein wie man liest, und genau diese stachelige Bruder ist es ja, der uns hier zu schaffen macht. - Wäre doch zu schön gewesen… Wer mehr, allerdings in Spanisch über die Seeigel auf den Kanaren erfahren will, der kann sich HIER das entsprechende Dokument herunterladen.




Diadem-Seeigel im Hafen von Tazacorte




Sonntag 10.07.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1017 hPa

Alles Müll mit dem Müll
Müllverwertungsanlage in Mazo steht auf fremdem Grund

Der "Complejo Ambiental de Residuos de Los Morenos" in Mazo sollte mal das Rückgrat einer fast schon nachhaltigen Müllentsorgungs- und Verwertungskette werden. - Projektbeginn war vor 10 Jahren etwa, gebaut wird nun seit 7 Jahren, und wir wundern uns Monat um Monat, warum diese Anlage, um welche die gesamte Müllentsorgung herum modifiziert wurde, einfach nicht in Betrieb geht. - Mal macht die ausführende Firma Pleite, dann muss hier nachgebessert werden, dann dort, und immer wieder heißt es, man stünde kurz vor der Eröffnung, aber es passiert nichts. - Manche zweifeln bereits seit langem, dass diese Anlage überhaupt in der Lage ist, die geforderten Arbeiten für den gesamten Inselmüll zu erfüllen. - Die Anlage soll den allen Abfall der Insel aufnehmen, sämtliche Wertstoffe für den Weitertransport aufs Festland sammeln, kompostierbare Abfälle entnehmen und auch kompostieren, und nur noch einen kleinen Anteil an wirklich nicht mehr verwendbarem Restmüll dann auf die Deponie im Barranco Seco fahren. - Notwendig geworden war diese Anlage, nachdem man die Verbrennungsöfen hier auf der Insel verboten hatte, denn bislang haben wir unseren ganzen Müll durch solche Öfen gejagt. - Ohne zu wissen, warum die Anlage immer noch nicht in Betrieb ist, platzt nun die nächste Bombe, der oberste spanische Gerichtshof erklärt die Enteignung des Geländes aus dem Jahre 2004 für ungültig, das Gelände auf dem der Komplex steht, gehört also wieder dem Vorbesitzer, der Baufirma "Horpa" aus Mazo. - Die hatten im Jahre 2006 bereits gegen die Enteignung geklagt, allerdings zunächst ohne Erfolg, das Verwaltungsgericht der Kanaren lehnte die Klage ab, es sei alles in Ordnung gewesen mit der Enteignung. - "Horpa" ging aber in die nächste Instanz, und nun liegt ein Urteil vom 18. Mai dieses Jahre vor, in welchem das "Tribunal Supremo" die Enteignung für nicht rechtens erklärt. - Die Zeitung "Diario de Avisos" macht das heute publik, lässt damit eine Bombe platzen, die noch heftiger detoniert, weil eben bislang keiner der politisch verantwortlichen für dieses Desaster dazu Stellung genommen hat. - Pikant darüber hinaus ist, das Urteil wurde gerade 4 Tage vor den Kommunalwahlen gefällt, aber niemand brachte das an die Öffentlichkeit.

"Diario de Avisos" bringt nicht den gesamten Text der Urteilsbegründung, allerdings lässt sich aus dem Abgedruckten herauslesen, dass man die Notwendigkeit der Enteignung nicht in Frage stellt, wohl aber das Prozedere und besonders, wer die Enteignung vorgenommen hat. - Die Enteignung wurde nämlich von der Autonomen Regierung der Kanarischen Inseln vorgenommen, und nicht wie es eigentlich hätte sein müssen, vom Cabildo Insular de La Palma. - Die Kompetenz für solche Aufgaben lägen aber zu 100% in Händen der Inselregierungen und können nicht ersatzweise auf andere Institutionen übertragen werden. - Ein weiterer interessanter Punkt ist, das Cabildo Insular hat nach dem Text, den wir aus der Zeitung erfahren, noch nicht den seit 1999 geforderten "Plan Director Insular de la Ley de Residuos de Canarias" (kurz etwa Generalplan für Müll) ausgearbeitet, und das war wohl auch der Grund dafür, warum man diese Enteignung dem Gobiero de Canarias überlassen hat. - Das Urteil sagt aber, selbst wenn dieser Plan hier auf La Palma noch nicht ausgearbeitet ist, darf dennoch nicht eine andere Institution ersatzweise die Enteignungen vornehmen. - Die Essenz heißt also, grober Formfehler, mehr nicht, aber auch nicht weniger, und hinten herum erfahren wir auch noch, dass die Inselregierung ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht hat. - Was das jetzt für Folgen haben wird, das ist noch nicht abzusehen. - In den Urteil steht ja nicht, das dort alles wieder abgerissen werden muss, und man sich eine neue Parzelle suchen soll, da steht nur, dass die Enteignung nicht rechtens war. - So wird man sich mit der Firma "Horpa" zusammensetzen müssen und beraten, wie man dennoch den Betrieb der Müllverwertungsanlage dort weiter vorantreiben kann, und das wird "ins Geld" gehen. - Es ist ja nicht anzunehmen, dass "Horpa" nun unbedingt dieses Gelände selbst nutzen will, also scheint es zunächst nur ums Geld zu gehen. - "Horpa" hat sich aber zu diesem Thema überhaupt noch nicht geäußert, so dass wir vor weiteren Überraschungen sicher nicht gefeit sind. - Dieses Desaster reiht sich leider wundersam in die Perlenkette so vieler fragwürdiger Pläne und Projekte ein, welche von öffentlicher oder privater Hand hier auf der Insel geplant und erbaut wurden, später aber dann von den Gerichten wieder revidiert wurden. - Diese fehlende Rechtssicherheit verprellt natürlich auch mögliche Investoren und in dem Fall müssen sich das Cabildo Insular und das Gobierno de Canarias wirklich fragen lassen, ob man sich denn nicht juristisch hat beraten lassen bei solch großen Entscheidungen.



Samstag 09.07.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Noch eine Woche Diaspora
Wozu ist nur dieses Küchenmöbel da, in dem immer das Licht angeht, wenn man die Tür aufmacht

Meine große Tochter kann ich nicht fragen, die ist am Wochenende immer verschwunden. - Allerdings bin ich mir auch nicht so sicher, dass sie das gewusst hätte, Haushalt ist nicht unser Ding, auch wenn meine Tochter hervorragende Cornflakes zubereiten kann, vorausgesetzt, es ist noch Milch da. - Ich sollte das aushäusige Wesen meiner Tochter am Wochenende vielleicht auch als zarten Hinweis verstehen, mich doch mal näher mit der Funktionsweise dieses großen und weißen Küchenmöbels auseinandersetzen, in welchem nicht nur das Licht angeht wenn man die Tür aufmacht, sondern in dem es auch furchtbar kalt ist. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da machte man diese Wundertüte auf, griff sich herrliche Lebensmittel, links unten lagen sogar kühle Biere, und ich schwöre, Gott muss nicht unbedingt in Frankreich gelebt haben. - Irgendwie ist das Ding kaputt, ziemlich zeitgleich mit dem Drachenflugtag muss das geschehen sein, da ist nun einfach nichts mehr drin und keiner da, der mir die Funktionsweise dieses Nahrungsmittelgenerators erklären würde. - Vielleicht kann ich das mal in der Selbsthilfegruppe für Drachenflugtagsgeschädigte ansprechen, die sich unregelmäßig, aber nicht unmäßig in Männerhäusern trifft, um gemeinsam bei geistigen Getränken gegen diese konfuse Leere anzugehen. - Konfus kommt übrigens nicht von Konfuzius, das ist bei unseren letzten, sehr tief- und feuchtschürfenden Gesprächen herausgekommen, allerdings fehlt uns noch der praktische Ansatz dieser Formel. - Macht nichts, Männergespräche suchen nicht unbedingt den praktischen Beweis des sprachlich Erarbeiteten, sonst müsste man sich ja mit solchen Dinge wie Machbarkeit oder gar Vernunft beschäftigen, und das ist nun sicher nicht unsere Stärke. - Es ist zu dem auch langweilig, und bevor wir über Frauenfußball reden, retten wir in drei Sätzen eben mal die Welt, verfassen einen Monolog über die Unmoral der Zinsen und wissen ganz genau, wo Osama Bin Laden sich immer noch versteckt hält. - Ich weiß allerdings ganz genau, dass meine Frau mit der Wirtin unseres Lieblingslokals ein Zeichen verabredet hat, ab einem gewissen Zeitpunkt wird mir nur noch warmes Bier serviert, das sorgt dann dafür, dass ich schnell nach Hause will, und erspart meiner Frau weitere elfenbeinartigen Sinnsprüche spätreifer Neunundsechziger. - Allerdings ist im Alltag meine Frau mir haushoch überlegen, ich weiß zwar, wie man das jetzige Finanzsystem und die Globalisierung überwinden könnte, wenn man denn nur wollte, sie aber weiß, wie dieses große weiße Küchenmöbel funktioniert. - Von der Waschmaschine will ich erst gar nicht sprechen, so unerschütterbar ist dann mein Selbstbewusstsein auch wieder nicht.

Sicher werden Sie sich jetzt denken, die arme Frau, nur 3 Wochen Urlaub, die hätte doch sehr viel mehr verdient, und sicher, Sie haben Recht, allerdings brauchen ja Frauen immer das Gefühl gebraucht zu werden, und glauben Sie mir, im Vermitteln dieses Gefühles bin ich ein Großmeister. - Die Chauvikasse ist längst voll, da passt nichts mehr rein, aber glauben Sie mir, das ist genetisch, Männer wissen, dass sie gebraucht werden, auch wenn das gar nicht so ist, aber dieser genetische Defekt hält uns davon ab, Frauen auf der Emo-Schiene Konkurrenz zu machen. - Das ist so, ein fröhlicher Trottel ist tausendmal besser zu handeln als ein introvertierter Sinnzweifler, da nimmt man das bisschen Ungeschicktheit bei basisorientierten Alltagstätigkeiten doch gerne in Kauf. - Keine Fragen, nur konkrete und möglichst genau formulierte Anweisungen, am besten noch mit dem Faktor versehen, du bist doch selbst auch schon draufgekommen, so kann man Männer höchst effektiv zur allgemeinen Nutzbarkeit bringen. - Man könnte das auch als gewisse Manipulation begreifen, aber Männer kapieren das eh nicht, für die ist Manipulation, wenn Manni sich den Dreck aus den Fingernägeln pult. Gut, das hilft mir im Moment auch nicht weiter, der Kasten in der Küche bleibt leer, aber ein paar Kekse habe ich noch und Katzenfutter ist reichlich im Haus, es kann also nichts passieren. - Für Montag hat meine Tochter so etwas wie einen Großeinkauf angekündigt, und Sie würde mir auch eine genaue Liste schreiben, dann in die Hand drücken, und auch noch erklären, wo diese Dinge im Supermarkt zu finden seien. - Sie selber hätte dafür keine Zeit, sie sei schließlich eine moderne Frau, und die gehen nicht einkaufen, sondern Shoppen. - Groß geschrieben und auch so betont, und dabei geht es nicht um Nahrungsmittel, sondern um textile Details und komplexe Vorgehensweisen, die eigene äußere Wirkung auf das andere Geschlecht zu manipulieren. - Die ist gut drauf, die muss nur ganz doll aufpassen, dass die einen noch herrlicheren Trottel findet, als ich das schon bin.



Samstag 09.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1017 hPa

Warten auf den "Big Bang"
Politische Landschaft auf La Palma kommt nur scheinbar zur Ruhe

Alle politischen Korporationen auf den Kanaren nach den Kommunalwahlen im Mai sind nun voll arbeitsfähig, auf allen drei hierarchischen Ebenen. Gobierno de Canarias (könnte man Landtag nennen) Cabildos Insulares (wären dann die Kreistage, allerdings mit weiter reichenden Befugnissen) und auch die Gemeinden, wobei diese im Gegensatz zu deutscher Verwaltungstechnik auch die Aufgaben für einen Landkreis beinhalten, auch wenn eben viel kleiner. - Es kann also alles funktionieren, obwohl man sich hier in Spanien mit den Kleinstgemeinden einen nicht zu kontrollierenden Flickenteppich an Interessen und Kosten leistet, welcher eigentlich dringend reformiert werden müsste. - Das wissen alle, aber keiner wagt sich daran, und lokalpatriotische Anwandlungen der Einwohner lassen die politischen Entscheidungsträger das Wort Fusion von Gemeinden erst gar nicht in den Mund nehmen. - Wir müssen also weiterhin ertragen, dass selbst Gemeinden wie Garafía, mit gerade mal 1.700 Einwohnern sich 5 bezahlte Gemeinderäte gönnt, Bürgermeister inklusive. - Die haben neben den Verwaltungskosten und den Löhnen der Angestellten keinen Cent mehr für irgendwelche Investitionen, aber man will dennoch daran festhalten, an so etwas muss man eben glauben, oder aus Garafía sein. - Grundsätzlich sind unsere Kleinstgemeinden natürlich ein wunderbares Instrument, allerdings muss man sich solchen Luxus auch leisten können, und das können wir schon seit vielen Jahren nicht mehr. - Ein weiterer Nachteil dieser vielen kleinen Gemeinden ist, dass man für größere Vorhaben immer auf die Mithilfe des Cabildo Insular zählen muss, oder eben gar das Gobierno de Canarias. - Nehmen wir das ganz einfache Beispiel mit dem, oder den Tierheimen, es wäre unsinnig bis gefährlich, jede der 14 palmerischen Gemeinden eine solche Auffangstation, fast ausschließlich für "verloren gegangene" Hunde errichten zu lassen, so wie es das Gesetz eigentlich will. - Zumindest obliegt die Zuständigkeit dafür in den Gemeinden. - So geht man hin, und bespricht, dass es vernünftig wäre, eines oder zwei Tierheime auf der Insel zu schaffen, bezahlt von den Gemeinden, aber unter der Aufsicht, Kontrolle und vor allem der Verantwortung des Cabildo Insular. - Jeder findet das vernünftig, aber dennoch kommt es nicht zustande, weil das Cabildo Insular sich drücken will, mehr als Furcht vor den Kosten, als aus Angst vor der Verantwortung. - Darüber hinaus gibt es keine regelmäßigen Treffen zwischen den Gemeinden und dem Cabildo, man regiert so gut wie man kann nebeneinander her, und bei komplexen oder unangenehmen Fragen verweist man stets auf die andere Institution.

Nun droht aber auf La Palma eine noch weit schlimmere Geschichte, das Cabildo Insular ist weiterhin in Händen der Coalición Canaria, in 12 der 14 palmerischen Gemeinden allerdings hat die CC nichts mehr zu sagen, sondern wurde von einer rebellischen Koalition von Partido Popular und den Sozialisten der PSC/PSOE abgelöst. - Im Klartext heißt das, 12 der 14 palmerischen Gemeinden brauchen mit politischer Unterstützung aus dem Cabildo Insular überhaupt nicht rechnen, sondern können sich eher darauf verlassen, auch noch Knüppel zwischen die eh schon kurzen Beine geworfen zu bekommen. - Hat man denn nun Mist gebaut, mit der schwierigen Partnerschaft von PP und PSOE auf den Gemeindeebenen, oder was ist da falsch gelaufen? - Nein, hat man nicht, den Mist hat man "oben" gebaut, in dem ein völlig derangierter Generalsekretär der PSOE glaubt, unbedingt mit der Coalición Canaria regieren zu müssen, obwohl man ihn, und ihn persönlich, an den Wahlurnen derbe abgestraft hat und die Partei auf Ebene des Gobierno de Canarias eines der schlechtesten Wahlergebnisse aller Zeiten hat einfahren lassen. - Noch schlimmer ist nun, dass die Parteispitze der PSOE der Kanaren glaubt, diesen unsäglichen Pakt auch in die unteren Regierungsebenen durchdrücken zu müssen, was auf den anderen Inseln zum Teil gelungen ist. - Hier auch, zum Teil, wobei die Gemeinden auf den Druck von "oben" recht gelassen regiert haben und sich nicht verbogen haben, aber im Cabildo Insular ist die Nachricht wohl angekommen und da wagen es die Sozialisten noch nicht, mit der Partido Popular zusammen endlich die Übermacht der Coalición Canaria zu beugen. - Aber erst dann macht der Pakt auf den Gemeindebenen überhaupt einen Sinn, und so wartet nun jeder hier von uns auf den "Big Bang", sprich auf den Misstrauensantrag im Cabildo Insular, den PP und PSOE gegen die momentane Regierung der CC stellen werden. - Die CC ist zwar die stärkste Gruppierung im Cabildo Insular, hat aber keine absolute Mehrheit, kann also jederzeit von den beiden anderen Gruppen überstimmt, oder gar abgelöst werden. - Jeder hier rechnet damit, dass es diesen Misstrauensantrag geben wird, aber keiner weiß so genau, wann das sein wird. - Denn im Moment ist La Palma unregierbar, und alle dringenden Reformen und zukunftsweisenden Entscheidungen müssen aufgeschoben werden, und das tut gerade jetzt weh. - So lange wird also alles Wichtige auf die Lange Bank geschoben, da macht Politik mal wieder so richtig Spaß und die Parteien sammeln klare Fleißpunkte, bei einer eh schon mehr als politikmüden Bevölkerung.



Freitag 08.07.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 18,2 Grad

Immer wieder Tazacorte
Der eigentlich so schöne Ort kommt nicht aus den Schlagzeilen heraus

So ganz verstehen wir es alle nicht hier, warum in Tazacorte so viele Dinge anders sind als sonst so auf der Insel. - Nun hat man endlich den politischen Wechsel mit viel Aufwand und Mut hinbekommen, und viele haben aufgeatmet, aber so wirklich los ist man die Rolle der Skandalnudel unter den palmerischen Gemeinden immer noch nicht. - Zuerst weiß man nicht wohin mit über 200 Arbeitern, welche der alte Gemeinderat noch schnell vor den Wahlen eingestellt hat um deren Stimmen zu erhalten, dann verschwindet der Regentenstab und nun entdeckt man tote Vögel in einem Tank in Tazacorte, von irgendeinem Hirngibel einfach so aus Lust an der Ballerei erschossen. - Die Spanische Ornithologische Gesellschaft, (Sociedad Española de Ornitología) entdeckte bei einem routinemäßigen Zählvorgang von geschützten Vogelarten 15 Seidenreiher und einen Kuhreiher, tot in einem Tank, mit Schussverletzungen. - Beide Vogelarten stehen auf der Roten Liste des "IUCN" (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources). - Die Guardia Civil ist nun eingeschaltet, um dieses Vergehen gegen die Umwelt zu untersuchen, ob man den oder die Frevler allerdings findet, das weiß man nicht so wirklich. - Für Tazacorte, und damit auch für La Palma wieder mal eine wenig rühmliche Geschichte, so macht man keine Werbung für den Ort oder für die Insel, wenn solche Deppen herumlaufen und auf geschützte Vogelarten schießen. - Eine weitere Geschichte aus Tazacorte kommt jetzt auch noch ganz frisch in die Presse, irgendwelche Schmutzfinken verstreuen nächtlich in bestimmen Straßen immer große Mengen Papier- und Kunststoffschnitzel, um die Gemeindeverwaltung und die Straßenkehrer zu ärgern. - Man vermutet hinter dieser, zwar harmlosen, aber ärgerlichen Geschichte die Kreise um die alte Gemeindeführung, denn man hatte diese heftig kritisiert, wegen der enorm vielen Reinigungskräften, welche man vor den Wahlen eingestellt hatte. - Nun möchte jemand wohl beweisen, dass es nicht zu viele Straßenkehrer waren, und man nun die Stadt ,it weniger Straßenkehrern nicht mehr sauber halten kann. - Den Leuten aus Tazacorte ist es längst peinlich, immer wieder in den Schlagzeilen zu landen, und in der Tat, aus anderen Orten hört man solche Geschichten nicht. - Natürlich sind die Menschen in Tazacorte nicht anders als die anderen, allerdings herrschte dort über Jahre hin eine ziemlich verrohte politische Qlique, und brachte reichlich Stunk selbst in das Alltagstreiben. - Da möchte man nun gerne wieder heraus, und vernünftig an den Problemen arbeiten, welche heute die Gemeinden auf der Insel so haben. - Aber ein paar komische Zeitgenossen wollen das wohl nicht, sondern erschießen lieber Vögel und streuen Papierchen auf die Straßen, als diesen Skandalort endlich zur Ruhe kommen zu lassen.

Nach diesen negativen Geschichten über Tazacorte, HIER noch äußerst positives Fundstück, auf welches mich ein österreichischer Leser aufmerksam gemacht hat. - In der Wiener Zeitung erschien heute ein äußert gut und trefflicher verfasster Artikel über unsere schöne Insel, verfasst von Petra Regensburger. - Macht Spaß den Artikel zu lesen, selbst uns, die manchmal gar nicht mehr richtig schätzen zu wissen, auf welchem begnadetem Fleckchen Erde wir leben dürfen.



Freitag 08.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1016 hPa

Beton statt Bananen
Küstenwanderweg braucht Platz

An vielen Stellen der Insel kann man den Küstenstreifen La Palmas überhaupt nicht erreichen. - Entweder ist es Steilküste, oder es gibt keinen Zugang, oder aber Bananenplantagen haben sich so weit der Küste genähert, dass es keinen Weg vorbei an den Pflanzungen gibt. - An der Steilküste kann man nichts machen, da müssen wir noch ein paar Millionen Jahre abwarten, bis die Erosion die Insel abgetragen hat, aber ganz so "tranquilo" wollen wir die Sache auch nicht angehen, sondern unsere Küste wenigstens da wo es möglich ist, auch für die Allgemeinheit zugänglich machen. - Gutes Vorhaben von der Küstenbehörde, allerdings muss dabei auch beachtet werden, dass der beste Schutz der Umwelt und besonders der fragilen Küstenzone immer noch ist, keine Menschen dorthin zu lassen. - Aber was machen schon ein paar fröhliche Spaziergänger aus, welche an der Küste ihre Seele in Frieden schlendern schicken? - Die immer wieder alte wie aktuelle Frage zwischen Naturschutz und touristischem Wert, wie weit wagt man es, die Natur vor uns selbst zu schützen und wie viel, letztendlich gewerblichen Nutzen dürfen wir aus unseren natürlichen Ressourcen schlagen. - Eine fertige Antwort gibt es da nicht, es wird weiter pragmatisch gehandelt werden und werden müssen, wir können nicht die gesamte Insel in ein Glaskästchen packen, damit man dann von außen sagen kann, guck mal, so sieht unangetastete Natur aus. - Natürlich müssen wir die natürlichen Ressourcen der Insel nutzen, es kommt eben nur darauf an, wie man das macht, und dabei auch die möglichen Folgen beim Eingriff in die Natur vorher möglichst genau studieren. - Die Küstenbehörde tritt nun hier auf der einen Seite mit dem Argument an, man möchte den Küstenstreifen der Insel "regenerieren", also alle Häuser und auch landwirtschaftliche Nutzung aus den bereits so berühmten 100 Meter Abstand entfernen, allerdings wird diese freigemachte Zone nun mit einem 2 Meter breiten Betonstreifen wieder für den menschlichen Zugriff "erschlossen". - Was man damit sicher erreicht, das ist die freie Zugänglichkeit für alle Menschen, so wie das im Gesetz von 1988 auch vorgesehen ist, und sicher als hehres Ziel gewertet werden muss. - Über den Abriss der, mehr oder weniger legalen Siedlungen an unserer Küste haben wir oft schon berichtet, es sind aber eben nicht nur Häuser oder Hütten, welche den Küstenstreifen besetzen, sondern hier auf der Westseite vor allem Bananenplantagen. - Da haben sich die Pflanzer, meist mit sehr variablen Vorstellungen von Grundstücksgrenzen oft bis direkt an die Klippen geschoben, so dass viele Stellen an der Küste einfach nicht zugänglich sind, da diese von den Begrenzungsmauern oder Gewächshäusern der Plantagen versperrt sind.

Die müssen nun weg, natürlich sehr zum Unwillen der Pflanzer, auf die zum Teil erhebliche Kosten zukommen, wenn man ein Gewächshaus dann verkleinern muss, neue Stützmauern erstellen, oder eben halt einfach ein paar tausend Quadratmeter Nutzfläche verliert. - Aber "Banane über alles", so wie das Jahrzehnte lang auf La Palma immer Credo war, das gilt nun nicht mehr in dem Maße und die Küstenbehörde hat sich da nun durchgesetzt und die ersten Enteignungsverfahren angeleiert. - Wobei das mit "Enteignung" so eine Sache ist, denn es ist oft fraglich, wie viel des bis zur Küste bepflanzten Geländes wirklich im Eigentum des Pflanzers ist. - Aber auf solche Haar- oder Bananenspaltereien will man sich erst gar nicht einlassen, sondern die meisten der Pflanzer dort an der Küste werden mit Teilenteignungen rechnen müssen. - Gegen diese Enteignungen kann man dann allerdings Einspruch erheben, wobei letztendlich es zwar nicht gelingen wird die Enteignung zu verhindern, aber man kann einmal den Preis in die Höhe treiben, und auf der anderen Seite versuchen, die Küstenbehörde an der danach notwendigen Umgestaltung der Plantage zu beteiligen. - Da haben wir allerdings noch keine weit reichenden Erfahrungen, wie verhandlungsbereit die Küstenbehörde da ist, aber das werden wir ja nun bald mitbekommen. - Wenn man es dann geschafft hat, den Küstenstreife wieder in "öffentlichen Besitz" zu nehmen, dann wird man endlich daran gehen, den so oft geforderten Küstenwanderweg von Playa Nueva nach Puerto de Naos zu errichten. - Zunächst spricht man nur von diesem 2,2 Kilometer langen Weg, allerdings sind andere Küstenwanderwege auch in Planung. - Von der Playa Nueva aus hat man ja bereits angefangen diesen Küstenweg zu installieren, und nicht schlecht haben wir gestaunt, dass man als "Regeneration der Küstenlinie" seitens der Küstenbehörde versteht, dort einen 2 Meter breiten Betonstreifen, mit an vielen Stellen Edelstahl flankiert, an die Küste zu bauen. - Da könnte man locker mit dem Auto fahren, so breit ist das geworden, und wir erinnern uns noch sehr gut daran, als die Küstenbehörde die Bedenken der Naturschützer mit sanften Worten von naturbelassenen Baustoffen und schmalen Trampelpfaden an der Küste abgespeist hat. - Die Küstenbehörde gibt hier allerdings den Schwarzen Peter weiter an den Gesetzgeber und die Forderungen der Behindertenverbände, welche die Nutzung des Küstenwanderweges auch für Rollstuhlfahrer eingefordert haben. - Mit Recht, so steht das im Gesetz, und um solch einen Küstenweg auch für Rollstuhlfahrer zugänglich zu machen, kann man eben nicht Lavagrus oder groben Schotter als Oberfläche nehmen, sondern muss glatten Beton oder Zement verwenden. - Was dabei herauskommt, das ist wohl von hohem touristischem Wert, keine Frage, allerdings sollte die Küstenbehörde uns nicht mehr mit dem Argument der "Regeneration" kommen, denn unsere Küste kennt eigentlich keinen Beton und Edelstahl.





Donnerstag 07.07.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 18,5 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 32,8 - Temp. Min 15,1 - Feuchte 20 - 62 % Niederschlag 0 mm

Kurzkappes
Sonnenklar, Tabakanbau und alles rund am neuen Flughafenterminal

Sonnenklar TV, da habe ich auch mal hingezappt, bin aber gleich wieder weg, weil irgendein Werbefuzzi mich da mit Billigreisen angebrüllt hat. - Ist mir nicht wieder passiert, habe ich zusammen mit anderen dödeligen Verkaufssendern und Kirchen TV wieder aus meiner Programmwahl geschmissen, genau so wie diese Fleischbeschaukanäle. - Jetzt sieht es aber so aus, als müsste ich zumindest Sonnenklar TV wieder suchen gehen, denn dort wird zukünftig auch für La Palma geworben. - Der frischgebackene neue Rat für Tourismus, Julio Cabrera, der vorher Rat für Umwelt war, kommt ganz stolz auf uns zu und behauptet in einer Pressemeldung, dass nun 27 Millionen Deutsche La Palma im Fernsehen betrachten können. - Vielleicht können 27 Millionen Deutsche, Österreicher und Schweizer dieses Programm theoretisch empfangen, aber ich schätze mal, dass nur ein Promilleanteil dieser Zuschauer solche Werbekanäle ansieht. - 8 fünfminütige Filme werden jetzt gerade gedreht, die dann zu diversen Zeiten neben den Sonderangeboten aus Hurghada und dem Zillertal als Zielgebietskunde laufen sollen. -. Wann das genau ist, wie oft wiederholt, und was das gekostet hat, das lässt man uns nicht wissen. - Ausgerechnet so ein Schreisender mit Billigangeboten als Werbeplattform zu nutzen, wir scheinen es ja nötig zu haben, oder wir sind schlecht informiert. - Auf der anderen Seite müssen wir natürlich auch etwas tun, alleine die Besuche der großen Touristikmessen, wo man eh nicht wirklich an die potentiellen Gäste herankommt, weil wir immer zusammen mit den anderen Kanareninseln auf dem Werbestand sind, das bringt es überhaupt nicht, kostet nur Geld. - Kleinere Messen besuchen, "Outdoor - Wellness - Ökologie" und auch regionale Reisemessen, da kommt man viel besser an die Menschen selber ran und hat auch bereits ein "vorsortiertes" Publikum. - Oder auch über Sportveranstaltungen, man könnte je zur Transvulcania mal ein Team eines solventen Senders einladen, so richtig einladen, nicht nur anschreiben, da könnte man ja eine wunderbare Reportage über die Insel draus machen, wo wir uns von der besten Seite zeigen können.

Erfolgsmeldungen gibt es im Tabakanbau auf La Palma zu vermelden. - In Breña Alta, neben El Paso das frühere Zentrum der Insel im Tabakgewerbe gibt es seit ein paar Jahren die "Finca Tabaquera el Sitio". - Dort stellt man nicht nur feine Zigarren her, sondern der interessierte Besucher kann sich dort den gesamten Prozess der Tabakherstellung auch am "lebendigen Objekt" vorführen lassen. - Museum ist nicht das richtige Wort, allerdings kann man dort mehr lernen als in einem Museum, und die Besucher der Insel sind meist auch begeistert von der Präsentation dieser früheren Großeinnahmequelle der Insel. - Inzwischen allerdings ist der Tabakanbau auf La Palma nur noch marginal vorhanden, der meiste Tabak, welcher in die berühmten "Puros" gedreht wird, kommt aus Südamerika oder Indonesien. - Das ist billiger als heimischen Tabak zu verwenden, hallo Globalisierung, und darüber hinaus ist es gar nicht so leicht, Tabak von guter Qualität für Zigarren zu ziehen. - Dort in der "Finca Tabaquera el Sitio" hat man aber erkannt, dass es eine gereifte Nachfrage gibt nach Zigarren, die nicht nur auf La Palma handgedreht wurden, sondern auch noch hiesigen Tabak enthalten. - 45 Tonnen palmerischen Tabak will man noch dieses Jahr verarbeiten können, man hat interessierte Landwirte gefunden, welche noch die Arbeit des Tabakanbaus verstehen. - Daraus lassen sich dann wunderbare Zigarren drehen, und nicht wenige. - Für Gäste und Besucher dieser Insel ist die "Finca Tabaquera el Sitio" ein empfehlenswerter Ausflugpunkt, wer Interesse an der Historie dieser Insel hat, der sollte diesen Betrieb unbedingt besuchen.
Camino la Cueva 16
Breña Alta
Besuchszeiten
Montag bis Freitag von 09.00 - 13:00 Uhr

Am neuen Flughafenterminal geht alles rund, bald hat man den ersten Tag ohne irgendwelche Reibereien überstanden. - Zwar wussten die meisten Fluggäste noch gar nicht, dass sie nun ins neue Terminal mussten, aber freundliche Hostessen wiesen die verdutzten Passagiere galant darauf hin, dass nun moderne Zeiten angebrochen sind. - Technisch funktioniert also alles, da hat man sich nicht lumpen lassen, und das alte Terminal wird nun endgültig geschlossen. - Das hatte man parallel noch laufen lassen, falls im neuen noch etwas hakt oder streikt, aber die neue Technik hat funktioniert. - Jetzt wird das alte Terminal ausgeräumt, die ehrwürdigen Hallen werden nicht mehr benötigt, und dann wird das alles abgerissen, um Platz zu schaffen für mehr Stellflächen für Flugzeuge. - Ein bisschen Wehmut begleitet diese Nachricht, man hat sich an unser Terminal aus der "Provinz" gewöhnt, aber wo das Neue und der Fortschritt hintreten, da ist für Nostalgie kein Platz mehr.



Donnerstag 07.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1015 hPa

Ein Quantum Toast
Kleinste gemeinsame kulinarische Nenner

Mehr Toast als Trost. - Morgen sind es dann zwei Wochen, die wir hier ohne "feste Hand" versuchen, den Alltag zu überstehen. - Meine, nach Drachenflugtag völlig normale Gewichtsabnahme beunruhigt mich nicht weiter, mein Körper kennt das schon, und meine daheim gebliebene Tochter nutzt das Ganze aus, um sich für den späteren Aufenthalt in Saint-Raphaël die richtige Bikinifigur zurecht zu hungern. - Wenn jetzt die Gasflasche alle ist, merken wir das nicht mal, der Wasserkocher läuft mit Strom, der Toaster auch, und weil keiner von uns beiden einen Topf oder eine Pfanne in die Hand nimmt, reichen diese beiden Instrumente auch aus. - Wenn ich zu Mittag esse, dann kommt meine Tochter zum Frühstück, ideale Grundlage für ein köstliches gemeinsames Mal, welches fast immer aus zwei Scheiben Toastbrot besteht, mit diversen Marmeladen bestrichen, die wir in großen Menge in einem der Küchenschränke entdeckt haben. - Nicht, weil wir Marmeladentoast besonders schätzen, aber leichter, schneller, effektiver kann man Nahrung kaum aufnehmen und besonders in der Nacharbeit erweist sich diese kulinarische Orgie als äußerst ressourcenschonend. - Einfach das Brettchen unter fließendes Wasser halten, das Messer ebenso, kurz abtrocknen, und schon ist die Küche wieder einsatzfähig für die nächste Schlemmermahlzeit. - Langweilig ist das schon, aber wir versuchen den Aufenthalt in der Küche sowieso so kurz wie möglich zu gestalten, blenden dabei Visionen von Schweinelendchen in Sahne-Senf-Soße oder Penne mit Ricotta einfach aus, Askese muss nicht unbedingt eine hehre Willenssache sein, die kann auch perfekt mit Faulheit und Pragmatismus einhergehen. - Allerdings schaffen wir es nicht, die drei Katzen für unser Fastenzeitprogramm zu begeistern, der Nachschub an wechselhaft parfümierten Tierkadavern in der Dose muss weiter fließen, sonst bekommt man die felligen Genossen gar nicht mehr von der Backe. - Den Trick mit dem Einkaufen, auch in der höchst sophistischen Weise, bereits Nachschub zu holen, während noch Nahrungsmittelreste in der Küche vorhanden sind, der klappt inzwischen hervorragend. - Ich weiß wo das Toastbrot im Supermarkt steht, und auch das Katzenfutter. Beim Katzenfutter sorge ich sogar für ausgewogene Ernährung, also immer 5 Becher Felix und 5 Becher Brekkies, aber beim Toastbrot sind wir weniger wählerisch, "Bimbo" hat es uns da angetan. - Ich weiß, in Deutschland wäre eine Brotmarke mit dem Namen "Bimbo" bereits nach 3 Tagen aus dem Laden und vor der Menschenrechtskommission gelandet, aber hier regt sich niemand über solche kognitiven Querschläger auf, und was soll ich sagen, das Zeug schmeckt nach nichts. Ist damit allerdings ideale Grundlage dafür, reichlich Marmelade nicht mit irgendwelchen chemischen Zusätzen so weit geschmacklich zu verfälschen, dass wir allergische Schocks oder Pickel im Gesicht bekommen, sondern nur den üblichen Blähbauch nach 14 Tagen Weißbrot. - Ausschließlich Weißbrot. - Das ist aber nicht alleine unsere Schuld, beide für uns erreichbaren Bäckereien - und Puerto de Naos ist nicht unbedingt erreichbar - sind im Moment im Urlaub, gefühlte Monate lang, und erschweren damit weiter den Weg, wieder zurück zu mehr Mischkost zu gelangen. - Besonders hilfreich dabei sind auch die Anrufe meiner Frau, die uns dann Drüsensekrete ausschüttungsfördernd das grandiose Frühstückbuffet in ihrem Stockholmer Hotel schildert. - Neulich meinte ich sogar, meine Tochter irgendwie sehr nahe an den Vorräten mit dem Katzenfutter gesehen zu haben, das hat mich dann doch erschreckt, denn es sollte doch eigentlich mein Geheimnis bleiben, wie ich diese 3 Wochen ohne sichtbare Proteinzufuhr überlebe. - Aber so sind Eltern halt, glauben die doch Jahrzehnte lang, die Weihnachtsgeschenke vor den Kindern immer gut versteckt zu haben, bis eines Tages einem die Gören schildern, dieses Mal hätten wir den Kram aber sehr gut versteckt. - Aber das bleibt bitte alles unter uns, ich hätte ungern das Jugendamt hier auch noch auf dem Hals, und meiner Frau bitte auch nichts davon erzählen, sonst fährt die nächstes Jahr gleich vier Wochen weg…



Mittwoch 06.07.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 25,5 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Noch keine Schloggies vom Designer
Neues Flughafenterminal eröffnet

Die Krawattendichte pro Quadratmeter war irgendwann unerträglich hoch. - Alles, was irgendwie mit Politik zu tun hat auf der Insel war da, und wartete sich ministerlich die Beine in den Bauch, weil José Blanco zu spät kam. - Und ohne denjenigen, der die ganze Chose bezahlt hat, kann man ja diese Infrastruktur nicht einweihen. - Dabei hat der Minister das gar nicht bezahlt, sondern die Steuerzahler, aber an solchen Schabernack haben wir uns doch schon gewöhnt. - Macht nichts, das Volk wird meist nur zu seiner Hinrichtung eingeladen, nicht aber, wenn es was zu feiern gibt. - Lassen Sie uns mit den positiven Dingen des neuen Flughafenterminals beginnen. - Für ab morgen ankommende Passagiere ist es nun wirklich näher zum Parkhaus, man muss nur noch das Gebäude einmal durchqueren, leicht nördlich gehen, und dann ist man schon im Treppenhaus. - Die Energieversorgung unseres Flughafens geschieht bei genügend Wind autark, durch die beiden Windkraftanlagen, aber das war vorher übrigens auch schon so. - 58% der Summe von 230 Millionen Euro, (wir hören jeden Tag wieder eine andere Summe) sollen Firmen und Arbeitern von der Insel zugute gekommen sein und 1.500 Arbeitskräfte haben über die Jahre an diesem Flughafenterminal gearbeitet. - Es fällt mir schwer das nachzuvollziehen, bei knapp 30% Arbeitslosigkeit auf der Insel hätte sich dann doch diese Riesenbaustelle auf dem lokalen Arbeitsmarkt deutlicher bemerkbar machen müssen. - Aber das muss ich dahingestellt lassen, da ich über keine anderen glaubhaften Zahlen verfüge. - Was auch noch positiv am neuen Flughafen sein wird, wenn die Gesamtarbeiten mal fertig sind, dann gibt es mehr Stellflächen für Flugzeuge, denn das konnte bisweilen an starken Tagen mit Charterfliegern schon mal ein Problem werden. - Dazu muss aber noch das alte Terminal vorher abgerissen werden, denn da genau sollen die neuen Stellflächen entstehen und über dem Parkhaus, welches man schon wieder geschlossen hat. - José Blanco meint allerdings noch, "dass dieses neue Flughafenterminal die Tür für die Zukunft der Insel öffnet", und dann bin ich gleich schon wieder bedient, denn ich habe noch keinen Inselgast erlebt, der nach La Palma fliegt, weil wir ein neues Flughafenterminal haben, oder keine Firma, die sich jetzt auf La Palma ansiedelt, weil mehr Flugzeuge hier parken können. - Prinzipiell hat sich nämlich gar nichts verändert, auch vorher konnten schon viel mehr Flugzeuge hier landen als bislang zu uns kamen. - Aber streuen wir noch etwas Positives ein, man hat viele Materialien von hier verwendet, darauf hat man wohl geachtet, und das Gebäude hat ein äußerst sophistisch ausgeklügeltes Luftzirkulationssystem, so dass man im Sommer nur ganz wenig Energie einsetzen muss, um die Temperatur im Gebäude auf einem angenehmen Niveau zu halten. - Allerdings ist es gewagt, schwarzen Basalt als Bodenbelag zu wählen, das verleiht dem ganzen Gebäude einen etwas düsteren Grundton, und die Reinigungskräfte werden diesen Boden verfluchen, weil der nie richtig sauber aussieht und einfach nicht zum Glänzen zu bringen ist.

Ganz viel Glas hat man verbaut, mal abgedunkeltes, mal Milchglas, dennoch wirkt das Terminal nicht wirklich hell und "lichtdurchflutet", wie es in einer Werbebroschüre heißt, liegt vielleicht am dunklen Boden. - Von außen sieht das Gebäude größer aus als von innen, also ganz anders als bei modernen Kleinwagen, aber für den Fluggast sind aber die Wege in den Flieger nun deutlich weiter geworden. - Unten wird an 29 Schaltern eingecheckt, (29 Schalter, mehr als es Abflüge am Tag gibt) und dann muss man in den ersten Stock zu den Abflügen. - In die großen Maschinen geht man dann durch diese berühmten "Finger", allerdings müssen 90% aller Passagiere danach wieder zurück ins Erdgeschoss, denn die kleinen interinsularen Flieger können nicht über solch eine Passagierbrücke erreicht werden. - Das ist ein Schildbürgerstreich, erst hoch, dann wieder runter, aber das ist auf vielen anderen Flughäfen auch nicht anders. - Im Obergeschoss befinden sich auch die meisten Läden, von denen allerdings noch keiner bezogen war, ich hätte so gerne eine Weltbiosphärenreservatsdesignerunterhose von Calvin Klein fotografiert, aber außer zwei Cafeterías und einem Laden für "Reiseproviant" nach den Sicherheitskontrollen war sonst nichts an Geschäften bereits eingezogen. - Werbetafeln kündigen allerdings eine Vielzahl von Geschäften an, unter anderem wird da von "Lindt Suisse" gesprochen und eben von Calvin Klein, allerdings kommt bei mir langsam der Verdacht auf, diese Werbetafeln hätte man sich von einer anderen Flughafeneröffnung ausgeliehen. - Morgen soll es also losgehen, 24 Abflüge und eben so viele Ankünfte. - Noch kein Charter aus Mitteleuropa, die kommen erst am Freitag an, da hat man dann morgen noch Zeit, ein bisschen zu üben. - Ach ja, Schnittchen und Sekt gab es nicht auf der Einweihung, Spanien muss sparen, besonders eben, wenn man solche Flughäfen baut. - Ein paar weitere Fotos gibt es HIER. - Ich habe auch eines vom alten Flughafenterminal darin versteckt, mal sehen, ob Sie den Unterschied herausfinden…





Mittwoch 06.07.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1016 hPa

Costas macht sich wieder unbeliebt
Kein weiteres Strandhotel in Los Cancajos

Nicht, dass wir ein neues Hotel in Los Cancajos bräuchten, aber es ist ja bereits Tradition bei uns, dass wir nicht wirklich auf Angebot und Nachfrage reagieren, sondern unsere ganz eigenen Regeln der Marktwirtschaft aufstellen. - Wer aber ist eigentlich dieser "Costas", der uns andauernd auf die Finger klopft. - Das ist kein rührender Bänkelsänger, oder Ouzu verteilender Gastwirt, sondern steht als Abkürzung für "Dirección General de Costas" und ist nichts anderes als die Küstenbehörde. Diese untersteht dem Umweltministerium in Madrid, und seit ein paar Jahren nun hat man sich daran erinnert, dass ein Gesetz von 1988 den nicht bebaubaren Abschnitt von der Küste ins Landesinnere von 20 auf 100 Meter erweitert hat. - In diesem Zusammenhang laufen auch die vielen Abrissverfügungen gegen die "wilden Siedlungen" an Spaniens Küsten, und auch hier auf La Palma hat es bereits Hütten wie Häuser getroffen. - Allerdings nimmt die Küstenbehörde dabei keine Rücksicht auf irgendwelchen Bestandsschutz, selbst Häuser und Siedlungen die vor 1988 errichtet wurden sind vom Abriss bedroht, und nur wer einen guten Anwalt hat, der kann sich auch dagegen wehren. - Keine Frage, grundsätzlich ist es gut, wenn die Küste nicht zugebaut werden darf, sie muss für alle zugänglich bleiben, allerdings darf man dabei nicht auf alles einfach wegreißen, was vor dem Jahr 1988 dort noch gebaut wurde. - Legendär und noch nicht zu Ende ist auch der Fall des Gebäudes "Los Tarajales" in Puerto de Tazacorte, welches von der Gemeinde und der zuständigen Raumordnungsbehörde "COTMAC" in Tererífe zwar durchgeboxt wurde, von der Küstenbehörde aber als illegal angesehen wird, eine Ansicht die inzwischen durch alle gerichtlichen Instanzen hindurch auch so bestätigt wird.

Bevor nun ein ähnlicher Fall in Los Cancajos droht, hat sich eine Eigentümergemeinschaft dort gleich an das Gericht gewandt, um dort gegen das Nein der Küstenbehörde vorzugehen, welche ihnen das Errichten eines Hotelkomplexes nahe der bereits bestehenden "Hacienda San Jorge" verboten hat. - Die Investoren berufen sich dabei darauf, dass das besagte Gelände bereits lange vor dem Inkrafttreten der Erweiterung der nicht bebaubaren Küstenzone bereits urbane Zone war. - Das könne die Küstenbehörde nicht einfach damit ändern, indem man neue Gesetze erlässt. - Allerdings gibt das Gericht der Küstenbehörde Recht, die Argumente der Eigentümer und des Rathauses von Breña Baja gelten nicht, es bleibt dabei, die Zone ist nicht bebaubar. - Die Gemeinde Breña Baja hat auch Interesse daran, dass dieses Hotel entsteht, wollte man doch im Zuge eines Grundstücktausches direkt daneben einen öffentlichen Freizeitpark erstellen, einen "parque acuático" welcher noch mehr Besucher nach Los Cancajos locken sollte. - Auch das geht nun nicht, zumindest nach der ersten Instanz nicht, denn man darf wohl annehmen, dass sowohl die Investoren für das angedachte Hotel, wie auch die Gemeinde Breña Baja dieses Gerichtsurteil anfechten werden. - So ganz angefreundet hat man sich hier auf der Insel noch nicht damit, dass nun die Küstenbehörde, anders als noch vor 10 Jahren, sich äußerst kleinlich auf dieses Gesetz von 1988 beruft, und wohl genau darauf achtet, dass diese einhundert Meter Abstand eingehalten werden. - Man hätte sich da viel Ärger ersparen können, hätte man gleich im Jahr 1988 damit begonnen, dieses Gesetz auch anzuwenden, denn in den letzten 20 Jahren haben sehr viele Gemeinden und Investoren gegen diese Gesetz verstoßen, ohne dass ihnen Unheil drohte. - Inzwischen aber hat "Costas" aber Zähne bekommen und beißt wohl kräftig um sich herum. - Nicht immer mit dem nötigen Respekt, aber sicher kann man den Vorwurf, nur ein Papiertiger zu sein, nicht mehr anbringen.



Dienstag 05.07.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 24,0 Grad - niedrigste Temperatur 18,0 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 35,3 - Temp. Min 15,4 - Feuchte 20 - 45 % Niederschlag 0 mm

Kurzgeklingel
Arbeitsmarkt, Sternenführer und Francisco der Sparfuchs

Für den Monate Juni müssen wir hier auf der Insel leider wieder einen kleinen Anstieg der Arbeitslosenzahlen vermelden. - Das ist aus drei Gründen ärgerlich. - Einmal generell, zweitens, weil wir nun wieder über 9.000 Arbeitslose haben, und zwar 9.013 und weil generell auf den Kanaren und spanienweit die Arbeitslosigkeit gesunken ist. - Da läuft also auf La Palma etwas anderes als im "Rest" des Landes, und das sollte uns zu denken geben. - Zwei Erklärungen gibt es hierfür. - Einmal nimmt La Palma nicht am touristischen Boom der anderen Kanareninseln teil, die sich mit Zuwächsen in der Branche von zwischen 7 - 10% so richtig freuen. - La Palma profitiert halt nicht von der immer noch spürbaren Zurückhaltung der Reisenden gegenüber Ägypten und Tunesien, wir taugen nicht als Ausweichziel für Bade- und Strandurlaub. - Auf der anderen Seite hatte man den Anstieg der Zahl der Arbeitslosen sogar erwartet, denn viele Arbeiter der Gemeinden sind gleich nach den Wahlen wieder entlassen worden, da diese ja nur zum Zweck der Wahlwerbung eingestellt wurden. - Man hatte sogar einen höheren Anstieg erwartet, so kann man eigentlich noch froh sein. - Allerdings erwarten wir für die kommenden beiden Monate auch noch die Auswirkungen dieses Effekts, da laufen dann auch wieder zahlreiche Arbeitsverträge aus.

14 Sternenlichtführer gibt es jetzt auf La Palma, und ich wusste genau so wenig wie Sie, was das eigentlich ist. - "Guías Starlight" heißt das hier, ein spanisches und ein englisches Wort, hört sich aber ein bisschen geläufiger an, als "Sternenlichtführer". - Gut, die Deutschen sind bei dem Wort Führer ja sowieso ein bisschen vorsichtig, aber es handelt sich hierbei ja um eine Art Fremdenführer, und dieses Wort steht ja irgendwie nicht auf dem "Index". - Wobei, wenn man mal darüber nachdenkt… - Lassen wir das, denn die Initiative ist gut, das Cablido Insular hat zusammen mit dem "IAC", dem Kanarischen Astrophysikalischen Institut diese 14 Menschen nun zu Experten des Sternenhimmels über La Palma ausgebildet, und natürlich zu dem Zweck, dass die ihr Wissen auch an Besucher und Menschen von der Insel weitergeben. - Wie tief nun das Wissen dieser "Guías Starlight" über das Universum und die Sterne ist, das kann ich nicht beurteilen, aber auf alle Fälle hat man wohl erkannt, welchen touristischen Wert die wissenschaftlichen Einrichtungen auf unserem höchsten Berg haben, und auch die guten Beobachtungsmöglichkeiten, welche der klare Nachthimmel auf La Palma bietet. - Wo aber nun genau diese 14 Sternenlichtführer eingesetzt werden, das konnte ich aus der Pressemeldung nicht erkennen.

Immer noch wird heftig über die Politikergehälter gesprochen, in Zeiten der Krise müssen die Gemeinden kräftig sparen, allerdings gehen die Vorstellungen unserer Bürgermeister und Stadträte darüber, wie sparen aussieht, weit auseinander. - Immerhin hat es kein Bürgermeister gewagt, sich sein Gehalt gegenüber der vorhergehenden Legislatur zu erhöhen, aber in vielen Gemeinden gibt es mehr Stadträte als früher, da ja meist Koalitionen aus PP und PSOE nun am Drücker sind, und zumindest die ersten beider Listen in Lohn und Brot sollen. - In Los Sauces ist das aber nun anders, dort will Francisco Paz die Gemeinden alleine führen, kein weiterer Stadtrat erhält Geld für seine Tätigkeit, lediglich 2 Angestellte, die aber auch bereits vorher im Rathaus angestellt waren, sollen den Bürgermeister direkt unterstützen. - Damit spart Los Sauces in den kommenden 4 Jahren 316.000 Euro ein, also pro Jahr 79.000. - Während die alte Stadtregierung im Jahr 121.400 an Löhnen für Bürgermeister und Stadträte aufwenden musste, sind es jetzt 42.500 Euro. - Das nennt man wirklich einsparen, und diese Meldung kommt bei den Menschen hier auf der Insel auch wirklich sehr gut an. - Allerdings fühlen sich nun einige Bürgermeisterkollegen auf den Fuß getreten, die eben nur weit bescheidenere Einsparungen vorweisen können, aber damit werden sie leben müssen. - Allerdings hat Francisco Paz auch einen deutlichen Vorteil, er wurde mit absoluter Mehrheit für die PSOE zum Bürgermeister gewählt, musste also keinen Pakt eingehen um regieren zu können und damit auch keine "Listenerste" einer Koalitionspartei in Lohn und Brot bringen. - Chapeau Francisco, das war ein mutiger Schritt, wir können nur hoffen, dass das Schule macht.



Dienstag 05.07.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1017 hPa

Ärzte gegen Verwaltung
Stunk im Inselkrankenhaus

Kritik an unserem Gesundheitssystem gibt es reichlich, manchmal ist die Kritik gerechtfertigt, manchmal auch übertrieben. - Es ist schwer, da genau hinter die Kulissen zu blicken, und bei aller Kritik dürfen wir auch nicht vergessen, dass wir auf einer kleinen Insel einfach Limitationen unterliegen, die wir schlichtweg hinnehmen müssen. - Es ist unmöglich, auf La Palma sämtliche Spezialitäten der medizinischen Kunst anzubieten, für viele Diagnosen oder Behandlungen müssen wir uns eben damit abfinden, in die großen Gesundheitszentren auf den anderen Inseln zu fliegen. - Allerdings haben wir ein großes, modernes und auch leistungsfähiges Krankenhaus hier auf der Insel, welches wohl in der Lage ist, die allermeisten Fälle zu bedienen. - Es fehlt weder an Ärzten, noch an medizinischem Personal, zumindest von der statistischen Seite her, und dennoch gibt es sehr lange Wartezeiten um einen Termin beim Facharzt zu erhalten, so dass die Befürchtung mancher Kritiker, man wolle so erreichen, dass sich ungeduldige Patienten lieber privat behandeln lassen im Raum schwebt. - Ganz kann man diesen Vorwurf nicht wirklich entkräften, und auch die Tatsache, dass viele Krankenhausärzte nach ihrem öffentlichen Dienst noch in privaten Kliniken oder Praxen arbeiten, lässt Raum für Spekulationen offen. - Was aber noch schwerer wiegt, das sind die internen Reibereien zwischen dem medizinischen Fachpersonal und der Verwaltung, wo natürlich sehr große Reibungsverluste entstehen und viele Ärzte nur sehr kurz ihren Dienst hier auf der Insel verrichten. - Es ist in der Tat unverständlich, wenn man trotz Sollstärke beim Personal die Wartelisten einfach nicht abarbeiten kann, und das schon über Jahre hinweg, da muss man Fragen stellen dürfen. - Allerdings scheint das nicht erwünscht zu sein, noch weniger von "innen", als von "außen", denn auf die öffentliche Kritik der Patienten, die durchaus schon mal anderthalb Jahre auf einen Facharzttermin warten müssen, reagiert man schon lange nicht mehr. - Aber immer wieder platzt einigen Ärzten der Kragen, und wenn die sich dann an die Presse wenden, dann reagiert man sofort seitens der Krankenhausverwaltung, was meistens damit endet, dass der kritisierende Arzt nur noch kurze Zeit im Dienst unseres Krankenhauses steht. - Dabei wird kein Arzt hier rausgeschmissen, sondern es werden einfach Verträge nicht verlängert, und kaum ein Arzt hier hat einen unbefristeten Vertrag in unserem Krankenhaus.

Der jetzt anliegende Fall passt sehr gut ins, leider nicht sehr genau gezeichnete Bild, welches man auf die Vorgehensweise der Verwaltung unseres Krankenhauses hat. - Der Chefarzt der Traumatologie, der seit 6 Jahren bei uns im Krankenhaus arbeitet, beklagt sich bei Europapress in einem Interview, dass man ihn seitens der Verwaltung loswerden will, weil er sich mehrfach kritisch gegenüber der Leitung des Krankenhauses geäußert hat. - Man haben ihm mitgeteilt, mündlich, dass er den Sommer über keine Operationen durchführen solle, was er aber abgelehnt habe. - Warum er im Sommer nicht operieren sollte, das bleibt offen, und keiner kann sich so richtig ein Bild davon machen. - Nach seiner Weigerung soll man dem Arzt dann nahe gelegt haben, das Krankenhaus doch besser zu verlassen. - So zumindest gibt das der Arzt von sich, aber die Krankenhausleitung dementiert das heftig. - Niemand hätte dem Arzt gesagt, er solle im Sommer nicht operieren, und der Arzt ginge sowieso zurück nach Gran Canaria, weil sein Vertrag hier auf La Palma am 30. Juni ausgelaufen ist und er keine Verlängerung beantragt hätte. - Wem man hier nun glauben will, und ob es nicht Aufgabe der Krankenhausleitung sein müsste, sich um die Verlängerung von Verträgen zu kümmern, wenn man gutes Fachpersonal nicht verlieren will, wir werden es wohl nicht wirklich komplett erfahren, es sei denn, andere Ärzte solidarisieren sich mit dem nun geschassten Arzt, und lassen die Außenwelt mal in den internen Ablauf des Krankenhauses blicken. - Allerdings ist das nicht so einfach mit der Solidarität, wer aufmuckt, der hat dann auch Schwierigkeiten in den anderen Krankenhäusern unseres kanarischen Gesundheitssystems. - Allerdings hat es ja nun Veränderungen im Gobierno de Canarias gegeben, und die Sozialisten haben nun das Ressort Gesundheit übernommen. - Ob das nun Hoffnung gibt, solche, zumindest fragwürdigen Umstände zu ändern, das wird sich erst im Laufe der Zeit herausstellen, denn die entscheidenden Leute in der Krankenhausverwaltung, das sind immer noch die alten Kräfte.



Montag 04.07.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 25,2 Grad - niedrigste Temperatur 17,5 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 35,4 - Temp. Min 17,4 - Feuchte 20 - 44 % Niederschlag 0 mm

Ein Hoch auf die Azoren
Oder auf das Azorenhoch

Was für ein wunderschönes Sommerwetter bereitet uns diese enorme Klimamaschine da auf dem Nordatlantik. - Auch gut für die Azoren, dieses Hoch beeinflusst das gesamte Wetter auf dem Nordatlantik und bis weit nach Europa hinein, so spricht man dauernd über dieses Hochdruckgebiet, und ohne diese Breitenwirkung würde vielleicht diese Inselgruppe im Atlantik kaum ein Mensch kennen. - Für die Kanaren, und hier im besonderen Maße für die westlichen Kanareninseln ist dieses Hochdruckgebiet von elementarer Bedeutung, kühlt es doch unsere Inseln auf ein wunderbar erträgliches Maß herunter, obwohl wir auf dem gleichen Breitengrad liegen wie die Sahara und auch gar nicht mal weit weg. - Aber nicht nur die Kühlung, auch das viele Wasser, welches es auf den westlichen Kanaren gibt, das verdanken wir den feuchten und stetigen Winden, welche dieses Hochdruckgebiet uns bringt. - Passat nennt man diese Winde auf Deutsch, "alisios" auf Spanisch und "trade winds" auf Englisch. - Das deutsche Wort Passat kommt übrigens aus dem Spanischen oder Portugiesischen, hier heißt "pasar" vorbeiziehen. - "Alisios" nennt man den Nordostpassat aber hier, und das ist ganz einfach erklärt, "elysische (Winde)" sind das, und das können wir nur voll und ganz unterstützen. - Die Engländer sehen das eher praktisch, "trade winds" kommen gut für den Handel, als es noch Frachtschiffe unter Segeln gab, da fuhr man südlich von den Kanaren mit dem Wind in die Neue Welt, die damals wirklich noch neu war, und nördlich wieder zurück. - Aber Passat zieht nicht nur vorbei, sondern er lässt auch etwas hier, und das ist eine sehr wertvolle Fracht, nämlich Feuchtigkeit. - Auf der ewigen Drehung der Winde immer über den Atlantik sättigt sich die Luft mit reichlich Feuchtigkeit an, und trifft diese feucht Luft dann an unsere Nord und Ostseite, dann haben wir mit der Kanarischen Kiefer das ideale Instrument, das Wasser aus dieser feuchten Luft zu "melken". - Bis zu 30 Zentimeter lang sind die Nadeln unserer Kiefern, und an diesem dichten Blattwerk kondensiert nun die feuchte Luft zu Tropfen. - Diese fallen auf den Boden, die Kiefer selbst nimmt nicht das gesamte Wasser auf, und in tieferen Schichten sammelt sich dann dieses Wasser in großen Kavernen und wir haben immer lecker Wasser zu trinken und auch für unsere Landwirtschaft. - Und diese Maschine funktioniert auch im Sommer, da kann man dann dieses interessante Phänomen beobachten, dass bei guter Passatlage es unter den Kiefern feucht ist, es sogar aus dem Baum heraus regnet, neben den Bäumen aber trocken.

Allerdings hat der Passat Grenzen. - Selbst wenn diese gewaltige Hochdruckmaschine arbeitet, wirken die kühlenden und feuchten Luftschichten des Passat meist nur bis in eine Höhe von 800 bis 1.200 Meter. - Darüber hat Afrika das Sagen, dort liegt eine meist sehr trockene und warme Luftschicht, die so gar nichts mit dem Wetter "hier unten" zu tun hat. - Die Temperaturwerte aus einer fast schon als extrem zu betitelnden Höhenlage in Puntagorda, die ich in meinen täglichen Wetterdaten auch oft angeben kann, die zeigen das ja deutlich. - Die Faustregel, je 100 Meter Höhe ein Grad tiefere Temperaturen, die gelten bei Passat nicht, im Gegenteil, da wird es wärmer, je höher man kommt. - Dieses Faustregel gilt eben nur, wenn wir Tiefdruck haben, und das kommt fast nur im Winter vor. - Das sind dann auch die einzigen Möglichkeiten die es gibt, dass uns hier auf der Westseite mal Regen erwischt, denn ist das Azorenhoch an seinem Platz, dann schiebt es sämtliche Tiefdruckgebiete die immer aus Westen über den Atlantik anbrausen so weit nach Norden, dass wir keinen Regen abbekommen. - Aber im Winterhalbjahr gerät diese "elysische Gefüge" auf dem Nordatlantik schon mal außer Tritt, das Azorenhoch verläuft sich orientierungslos nach Europa oder ganz in den Norden hinauf, und dann sind wir schutzlos den über den Atlantik brausenden Tiefdruckgebieten ausgeliefert. - Jetzt im Sommer, da kann es höchstens mal passieren, dass das Hoch ein bisschen nach Osten verrutscht, und uns so den Wind zwar aus der gleichen Richtung schickt, dieser aber nun beim Überqueren Südspaniens und der westafrikanischen Küste so gar nicht mehr kühl und trocken ist. - Da wird es dann auch in den tieferen Luftschichten hier unangenehm warm, aber das passiert nicht allzu häufig. - Seit gut 10 Tagen nun funktioniert die Maschine Passat zum allerfeinsten hier, die Sonne scheint, wir befinden und gleich neben der Sahara, aber die Temperaturen steigen nicht mal auf 30 Grad, und nachts kühlt es wunderbar auf unter 20 Grad ab, so dass man sogar die Bettdecke wieder braucht. - Aufpassen muss man allerdings in den Bergen, beim Wandern. - Da gerät man schnell in die Höhen mit der wirklichen Hitze und der trockenen Luft, und man muss unbedingt beachten, ausreichend Wasser auf die Wanderungen mitzunehmen. - Wer unten bleibt, der muss nicht schwitzen, aber der fängt sich ganz schnell einen Sonnenbrand ein, denn der kühlende Wind gaukelt einem vor, es gäbe keine Gefahr für die Haut. - Die kommenden Tage soll das herrlichste aller Wetter auch noch so weiter gehen, ich sage es ja immer wieder, so lange dieser Wind weht, kann uns nichts passieren.




Die Passatmelker




Montag 04.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1017 hPa

Sprechen wir mal wieder über Golf
Naturschutz hin oder her

Es ist ruhig geworden um die vier Golfplätze, für welche es Projekte auf La Palma gibt, denn wer wagt es denn im Moment solch große Investitionen zu tätigen, wo der Tourismus hier auf der Insel einfach nicht aufwachen will. - Der polemische touristische Sondernutzungsplan, der "PTET" sieht gar 5 Golfplätze auf der Insel vor, wobei nur 4 dieser Anlagen wirklich näher diskutiert und geplant wurden. - Fuencaliente möchte einen haben, Puntagorda, Breña Alta, und auch Los Llanos. - Eben letztgenannter könnte auch derjenige sein, welcher noch am ehesten Wirklichkeit wird, denn dort hat man das Gelände bereits komplett kaufen können, und das bereits seit sehr vielen Jahren. - Das Projekt "Aridane-Golf" ist nämlich keine neue Idee, sondern gut 20 Jahre alt, man bekam aber keine Zulassung diesen Golfplatz zu errichten, was aber nun nach dem Inkrafttreten des "PTET" und des Flächennutzungsplans der Gemeinde Los Llanos anders geworden ist. - Allerdings gibt es ein großes Problem mit dem Golfplatz, denn ein Teil des Geländes liegt im Naturschutzgebiet "Tamanca" und dagegen wehren sich viele Bürger und ökologisch orientierte Gruppen, denn es kann und darf doch nicht sein, dass ein privater Betreiber einen Golfplatz in einem Naturschutzgebiet errichten darf. - Knappe 1.700 Eingaben gab es so auch seitens der Bürger und ökologischer Gruppen gegen das Vorhaben, einen Golfplatz ins Naturschutzgebiet zu bauen, und auf diese Eingaben wurden nun die Antworten verschickt und darin steht, man darf es doch machen. - Kernpunkt der Aussage ist, es besteht kein Grund zur Annahme, dass der Golfplatz und das dafür notwenige Hotel einen schweren Schaden am Gesamtgefüge des Naturschutzgebietes hinterlassen werden. - Lediglich 7 Prozent der 2.020 Hektar großen "Espacio Natural Protegido de Tamanca" seien vom Golfplatz betroffen, nämlich 144 Hektar, und davon würde auch wiederum nur die Hälfte der Fläche verändert werden. - Das sei zu vertreten, zumal sich ja der landschaftliche Wert durch die Errichtung eines Golfplatzes nicht negativ verändern würde. - Gut, da kann man geteilter Meinung sein, aber seitens der Techniker des Rathauses von Los Llanos ist man der Auffassung, alles richtig gemacht zu haben, die Eingabe werden somit abgelehnt und damit sei der Golfball gegessen. - Ist er natürlich noch nicht, denn diese Eingaben, die richteten sich an die Gemeinde Los Llanos, und dortige Techniker und der Jurist haben die Geschichte nun so abgefasst, übrigens noch unter der Leitung der alten Rathausbesatzung. - Den Bürgern oder den ökologischen Gruppen steht es natürlich nun frei, gegen den Golfplatz im Naturschutzgebiet per Klage vorzugehen, ob dann die Richter der gleichen Meinung sind wie die lokalen Techniker, das müsste man dann abwarten.

Wobei man natürlich auch die Frage stellen muss, können die ihren Golfplatz nicht einfach aus dem Naturschutzgebiet komplett heraushalten? - Und eben dann noch die Gretchenfrage sei zu beantworten, bringen Golfplätze für La Palma überhaupt etwas, oder wiegt der Eingriff in die Landschaft schwerer als der zu erwartende Zugewinn. - Natürlich braucht La Palma weitere touristische Attraktionen, das sollte keine Frage sein, aber Golfplätze sind nun mal, auch wenn grün und meist fein anzusehen, grundsätzlich erst mal eine ökologische Katastrophe. - Gut, das sind die Bananen auch und da sehen wir sofort wieder die immer lauernde Feinwaage zwischen Ökonomie und Ökologie. - Auf der anderen Seite muss man aber auch auf unseren "guten Ruf" achten, sollten wir es wirklich ernst meinen mit dem Weltbiosphärenreservat und mal so weit kommen, ein touristisches Zukunftsbild der Insel auf diese Werte zu erbauen, dann geht das mit den Golfplätzen natürlich nicht, oder man müssten den Ansatz komplett verändern. - Warum wagt man es eigentlich nicht, solch einen Golfplatz mal unter ökologischen Maßstäben und Richtlinien zu basteln, und für die "Fairways" und die "Roughs" die vorhandene Landschaft nehmen, und nur grobe Hindernisse entfernen, oder sogar noch hinzufügen. - Die "Greens", die kann man dann wieder als geschlecktem Rasen machen, man sollte von keiner Seite aus dogmatisch sein. - Der erste ökologische Golfplatz der Welt, das wäre doch mal eine Aufgabe und sicher auch ein Ausrufezeichen, und damit könnten wir auch das Prädikat Weltbiosphärenreservat weiterhin glaubhaft in unserem Schilde führen. - Ob so etwas angenommen wird von der Golffraktion, das weiß ich natürlich nicht, aber wenn wir uns immer weiter mit fremden Kleidern und mit fremdem Zeitgeist schmücken, verlieren wir automatisch unsere Identität. - Dann werden wir austauschbar, und müssen uns mit anderen, meist billigeren Destinationen um Gäste kabbeln, so wie das in vielen anderen Regionen der Welt bereits stattfindet. Vier Golfplätze auf La Palma, ich glaube nicht, dass man die Zeit aufwenden sollte überhaupt darüber zu sprechen. - Aber vielleicht einen, und den eben so, dass wir uns dabei nicht verdrehen müssen oder erneut ein Stück Identität aufgeben, nur um touristischen Moderescheinungen zu folgen.



Sonntag 03.07.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 25,8 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 40,4 - Temp. Min 22,8 - Feuchte 20 - 20 % Niederschlag 0 mm

Das Fundstück der Woche
Spanisches Weißbier, Schreck lass nach

Ich habe nicht schlecht geguckt, und auch nicht schlecht getrunken, als man uns gestern Abend im Restaurant ein spanisches Weißbier anbot. - Für alle Norddeutschen, wenn wir Bayern von Weißbier sprechen, dann meinen wir damit das, was Sie als Weizenbier betiteln. - Zunächst wollte ich das gar nicht glauben, aber in der Tat, die Brauerei "Damm" aus Barcelona bietet dieses Getränk bereits seit einem Jahr auf dem Festland an, und nun schwappt diese obergärige Brühe auch bis auf die Kanaren. - Schicke Flasche, schickes Etikett, aber gleich stößt dem geneigten Weißbiertrinker der erste Fauxpas ins Auge, die Flasche ist nur eine 0,33 Liter Einwegpulle, und wir wissen doch alle, Weißbier wird in Halbliterflaschen abgefüllt und aus ebenso großen Weißbiergläsern getrunken. - Gut, Halbliterflaschen sind hier nicht üblich, die Brauerei entschuldigt sich für diesen Missgriff auf der eigenen Webseite dadurch, dass eben vom Marketing her hier in Spanien alles in 0,33 Liter Flaschen geht. - Es gibt von der Brauerei "Damm" auch spezielle Weißbiergläser, welche nur 0,33 Liter groß sind, und dem Original nachempfunden sind, allerdings haben es diese Gläser wohl noch nicht bis nach La Palma geschafft, ich musste das Weißbier aus einem normalen Glas trinken, und dabei eben nachschütten, was nun nicht mehr als Fauxpas bezeichnet werden kann, sondern eigentlich schon als Sakrileg betitelt werden muss. - Aber gut, wir wollten ja nie Perfektionisten sein, aber beim Weißbier hört der Spaß dann doch auf, oder fängt erst an. - Also, ich lasse Sie nicht lange warten, das Bier schmeckt, allerdings ist es etwas herber ausgefallen als unsere dann doch eher lieblichen bayrischen Weißbiere. - Das muss aber kein Nachteil sein, viele mögen es herb, und auch ein bisschen weniger Kohlensäure scheint in dem "Weiss-Damm" zu sein, wie das Bier sich im Original nennt. - Allerdings kann ich nichts von dem angeblichen Bananen, Pfirsich, Orangenschalen und Nelkenaromen schmecken, welches die Brauerei selbst in den Steckbrief des Bieres schreibt. - Man schlotzt Weißbier auch nicht wie edlen Wein und bestimmt dann die Aromastoffe mit arrogant schnalzender Zunge, wer so etwas macht, der hat keine Ahnung vom "Geist des Weißbiertrinkens". - Dennoch, die Geschmacksprobe hat das Bier überstanden und wenn man dem Etikett weiter Glauben schenken darf, dann wird dieses Bier auch getreu dem Bayrischen Reinheitsgebot gebraut, und die Inhaltsangabe stimmt mit dieser Aussage überein: Wasser, Gersten- und Weizenmalz (Weizenbier wird selten rein aus Weizenmalz gebraut), Hopfen und Hefe. - Mehr gehört da auch nicht rein, und mehr muss auch nicht rein.

Nun darf man sich aber die Frage stellen, ob es denn nötig ist, dass man in Spanien jetzt auch Weißbier braut, wo es doch überall hier echte bayrische Weißbiere zu kaufen gibt und in vielen Restaurants das bereits zum normalen Getränkeangebot zählt. - Muss nicht, keine Frage, aber Weißbier ist auch in Spanien ein Trendgetränk, gerade im Sommer sieht man hier immer mehr Menschen Weißbier trinken, wobei das nicht unbedingt immer nur Deutsch-Residenten sind, nein auch Palmeros haben längst den feinen Zug des perlenden Nass kennen und lieben gelernt. - Womit hier die Leute etwas Schwierigkeiten haben, das ist die viele Kohlensäure, rülpsen, oder auch nur zart Aufstoßen, das gilt hier in der Öffentlichkeit als äußerst unschicklich, und manchmal sieht man dann die armen Zecher mit schiefem Grinsen etwas zu verstecken, was eigentlich raus muss. - Frauen trinken Weißbier hier aus sehr gerne, vielleicht weil es ein bisschen süßer ist als die nach Pilsener-Art hier sonst angebotenen Biere, und vielleicht auch einfach deshalb, weil das Glas schicker aussieht, als die gängigen Trinkgefäße. - Und teuer ist es auch nicht, wenn man bedenkt, dass dieses Bier über 4.000 Kilometer weit gereist ist, um dann hier auf La Palma von Liebhabern getrunken zu werden, dann sind Preise zwischen 2,50 Euro (Abuela) und 3,- Euro anderswo, durchaus nicht als Wucher zu betiteln. - Klar, einheimisches Bier schmeckt auch lecker, und kostet 1,10 bis 1,40 die 0,33 Liter Flasche, so wird Weißbier auch nie das heimische Bier verdrängen können. - Das soll es auch gar nicht, bestimmt nicht, aber eine Bereicherung ist das doch allemal, und wenn nun auch ein kleiner Säuerling aus Spanien noch unter dem Weißbierangebot auftaucht, dann soll uns das auch recht sein. - Das spanische Weißbier kostet rund um 1,80 Euro die Flasche, und dann ist der Sprung zum echten Weißbier und einer echten Füllmenge von einem halben Liter und 2,50 Euro schon gar nicht mehr weit. - In der hiesigen Gastronomie wird fast ausschließlich Paulaner Hefeweizen angeboten, ganz einfach, weil es das günstigste Weißbier im Handel ist. - Allerdings ist man überrascht, mit wie vielen Markte hier der Weißbiermarkt gesättigt wird, Paulaner eben, dann noch 3 Sorten Erdinger, 3 Sorten Franziskaner, 2 Sorten Maisel, Schlappeseppel aus Aschaffenburg und Bio-Weißbier aus Riedenburg. - Schneider-Weisse habe ich lange nicht gesehen, aber die gab es auch mal. (Hier übrigens geht die Schreibweise mit dem Doppel s, weil es ein Eigenname ist, ansonsten zwingt uns ja der Duden dazu, Weißbier zu schreiben. Und dann macht auch noch die palmerische Brauerei "Palmera" Weißbier, die als "Garimba" anfingen, den Namen aber nicht mehr nutzen dürfen, weil ein Großbiermufti sich den Namen gesichert hat, und nun eben jetzt noch Weiss-Damm, aus Barcelona. - Wäre da nicht das Kleingedruckte, was ich natürlich ohne Brille in der Kneipe wieder nicht lesen konnte. - So spanisch ist das Weiss-Damm dann doch wieder nicht, steht da doch kleinlaut auf der Rückseite: "Elaborada en Alemania" und das heißt nichts anderes, als dass es in Deutschland hergestellt wurde, ganz entgegen der Angabe auf der Europäische Artikel Nummer 841 für Spanien. - Wie denn nun, deutscher Trank im Tank nach Spanien, und dann in die Flaschen, oder wer will uns hier eigentlich ein Weißbier aufbinden?








Sonntag 03.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 72 % - Luftdruck 1017 hPa

Thinking (zu) big
Neben Bananen und Tourismus

Ja, es soll ein Leben geben neben Bananen und Tourismus, auch wenn man auf La Palma davon selten hört. - Wir haben aber bereits oft darüber gesprochen, wie La Palma sich neben seinen beiden Haupteinnahmequellen noch wirtschaftlich engagieren könnte, denn über den Bananen hängt das scharfe Schwert der Globalisierung und der Tourismus auf unserer kleinen Insel wird limitiert und nur punktuell effizient bleiben. Landwirtschaft, außerhalb des von globalen Einflüssen abhängigen Bananensektors ist da eine oft genannte Möglichkeit, und in der Tat, da bieten sich enorm große Felder. - Zunächst in der Selbstversorgung, da sind noch große Lücken offen, später aber auch im Export, smart gemacht bedient man die europäischen Märkte mit Nischenprodukten, zu Zeiten, in welchen andere Lieferanten einfach nicht bereit sind. Zwei weitere natürliche Ressourcen warten auch noch genutzt zu werden, unser Wasser, von dem wir sehr viel mehr haben, als man uns glauben lassen will, und die Möglichkeit Energie zu produzieren. - Dabei dürfen wir uns nicht immer nur auf Photovoltaik und eolisch gewonnene Energie beschränken, das Feld ist viel breiter und alternativ heißt auch, dass man weiterdenken muss und nicht bei der Optimierung von Solarpanelen halt machen sollte. - Nein, nicht Kernfusion oder Wasserstoffproduktion auf La Palma, sondern Rezepte entwickeln, welche nichtfossile Energie selbstverständlich in den Alltag eingliedern können. - In dem Zusammenhang haben wir oft über eine Art "Denkfabrik" auf La Palma gesprochen und die Möglichkeit, aus diesem überschaubaren Terrain mit fix kalkulierbaren Bedingungen ein lebendiges Labor zu machen, in dem man fast im Modellmaßstab einen kompletten Energiestrukturwandel durchführen könnte. Dabei aber nicht stehen bleibt, sondern die gesamte Volkswirtschaft und auch Gesellschaftsstruktur der Insel auch noch mitnimmt auf die Reise in, man möchte fast sagen, neue Dimensionen. - Die Insel La Palma als Zukunftslabor, mit allen Schwächen und Stärken, die eben ein begrenztes Wirkungsfeld so mit sich bringen. - Einige internationale Fakultäten wären dazu nötig, Biologie, Geographie und auch Wirtschaftswissenschaften sollten diesen Versuch studierend begleiten, tägliches Praktikum für Studenten, so zu sagen, am lebenden Objekt. - Hört sich alles gut an, und über unsere astrophysikalischen Einrichtungen haben wir ja auch bereits einen Fuß in der Tür der Hochtechnologie, es fehlt ganz einfach nur noch der richtige Anstoß und auch der Mut, neue Wege robust zu beschreiten.

Aber auf meine Frage hin gibt es eine Antwort, man möchte jetzt einen Technologiepark zaubern, als Anreiz dafür, dass sich internationale Firmen hier niederlassen. - Dazu hat man extra die "Scheinfirma" La Palma Capital wieder reaktiviert, die mit öffentlichen Geldern ausgestattet Wege ebnen soll, dass mehr investiert wird auf der Insel. - Man spricht von 4 Firmen, welche bereit wären, hier auf La Palma neue Schritte zu gehen, und dafür möchte man jetzt einen Technologiepark bauen, der eben mal 14 Millionen Euro kostet. - 10 Millionen dieser kleinen Summe möchte man als Kredit haben, vom Minister für Technologie, den Rest sollen die interessierten Firmen selbst beisteuern, oder Privatleute mit Interesse an diesen Projekten. - Grundsätzlich ist diese Idee nicht verkehrt, einen Technologiepark, auf halben Wege zur Denkfabrik, allerdings haben wir doch bereits diese Gebäude hier auf der Insel ungenutzt herumstehen, und man braucht also keine 14 Millionen Euro, die alte Tabakfabrik in El Paso so auszustatten, dass dort Büros, Labors und Produktionsstätten entstehen können. - Die Solaranlage ist auch bereits auf dem Dach installiert, also könnte man doch gleich loslegen, und das bereits seit fast 10 Jahren. - Warum ein neues Gebäude her soll, mit 7.000 Quadratmetern, das erschließt sich sicher nur dem Bauunternehmer, welcher das Gebäude errichten soll. - Uns nicht, und wir erinnern uns an den Versuch, eine 2 Megawatt Solaranlage bei Tijarafe zu installieren. - Das ist auch gründlich in die Hose gegangen, nicht nur weil der lokale Mittler zwischen Investor und Cabildo Insular, sagen wir mal vorsichtig, nicht ganz auf der Höhe war, sondern auch weil es keine, oder kaum kompetente Kräfte in der Inselregierung gibt, welche solch ein Projekt in die Realität umsetzen könnten. - So viele Investoren haben wir bereits durch eigene Unfähigkeit wieder vergrault, oder tatenlos zugesehen, wie fragwürdige bürokratische Hindernisse ein Scheitern des Unternehmens eigentlich von Anfang an klar gemacht haben. - Froh kann man sein, dass es in der Inselregierung Menschen gibt, die über Bananen und Tourismus hinaus überhaupt noch ein Sichtfeld haben, aber einen guten Weg, den beginnt man nicht mit einem Kredit von 10 Millionen Euro, um ein Gebäude zu errichten, welches längst vorhanden ist. - Herr schick Hirn, und einen guten Optiker, oder lass endlich Leute ans Ruder, die ein Ziel vor Augen haben, dabei aber nicht unsere Möglichkeiten außer acht lassen.



Samstag 02.07.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 26,7 Grad - niedrigste Temperatur 19,0 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 35,4 - Temp. Min 20,7 - Feuchte 20 - 32 % Niederschlag 0 mm

Das Heilige Herz
Sagrado Corazón de Jesús

Immerhin hat es das Heilige Herz in El Paso geschafft Franco zu vertreiben, zumindest schriftlich, vor vier Jahren, als man die Calle General Franco in Calle Sagrado Corazón de Jesús umbenannte. Was es nun mit dem "Heiligen Herz" auf sich hat, das muss man wohl ein bisschen erklären, nicht alle Leser sind bibelfest und dann kommt ja immer noch dazu, dass wir hier den meisten Festen noch kleine Endemieappendizes hinzufügen, die das Fest selbst für Kenner der kirchlichen Party-Szene verworren darstellen. - Fronleichnam, also hier Corpus Christi genannt, das kennt auch der Agnostiker noch irgendwo her und erinnert sich dabei vielleicht auch an einen Urlaub in einem kreuzkatholischen Land, wo man ein heftiges Brimborium um diesen Feiertag macht, mit Prozession und geschmückten Straßen. - Bei uns auf La Palma ist "Corpus", wie man es auch gerne hier abkürzt, besonders hoch eingestuft, in Mazo und San Andrés werden aufwendigste Blütenteppiche und kunstvolle Schmuckbögen gebastelt, durch welche dann die Schar der Pilger die Monstranz mit dem Körper-Jesus trägt. - Man wundert sich dabei, dass Fronleichnam anscheinend nur in ein paar Gemeinden gefeiert wird und man die Bewertung eines solchen Festes sehr unterschiedlich auffasst. - Dafür gibt es aber eine höchst pragmatische wie einfach Erklärung, für die einzelnen Gemeinden ist es schlichtweg unmöglich, jedes kirchliche Fest in solcher Üppigkeit zu vollziehen und im Laufe der Jahrhunderte schälten sich dann Vorlieben heraus, wann und wo welche Gemeinde nun ein Fest besonders ausgiebig feiert und die Mittel aufbringt aus einem "normalen" kirchlichen Feiertag ein buntes Fest macht. - Daraus entstanden dann auch die Traditionen, in Mazo wird Corpus Christi besonders gefeiert, in den Breñas und Santa Cruz die Kreuzfeste und in El Paso ist das große Ereignis das Herz-Jesu-Fest, oder hier auch "Sagrado Corazón" (Heiliges Herz) genannt. - Da die katholische Kirche an Pragmatismus in den Jahrhunderten sehr dazu gelernt hat, darf man dann das Fest auch erst am Sonntag feiern, obwohl im katholischen Kirchenkalender der Herz-Jesu-Tag eigentlich bereits am gestrigen Freitag war. Das ist aber nicht so wichtig und ich könnte wetten, dass Sie nun bereits mehr über unser Brauchtum und die kleinen Notlügen darin wissen, als 90% der morgen an der Prozession teilnehmenden Pilger. - Auf jeden Fall wird nun eben in El Paso nachgeholt was uns an Fronleichnam verwehrt geblieben ist, jetzt wird rund um die Kirche gebastelt und gewerkelt, große Bögen geschmückt und ein Teppich aus Salz und Blüten aufgebaut, durch welche dann morgen Abend die Jesus-Statue unter beachtlicher Anteilname der frommen oder frömmlichen Bürger der Gemeinde getragen wird. - Natürlich muss man bei meinen Erzählungen immer den El Paso-Lokalkolorit herausrechnen, um vielleicht eine etwa subjektive Einschätzung zu erreichen, aber dieses Fest und die Art und Weise es zu zelebrieren, hat schon einen ganz besonderen Charakter. - Da ist einmal die enorme Arbeit, welche man sich im Schmücken des Prozessionsweges macht und gleich zu Beginn der "Wallfahrt" lässt man spektakulär weiße Tauben aufsteigen und schießt mit einer Luftkanone die "Promesas del Sagrado Corazón" in Form von bunten Papierschnipseln auf die Gläubigen herab. - Diese 12 "Promesas" (Versprechen) sollen 1672 vom Herz-Jesu an die Heilige Margarita María gegangen sein, damit sie diese an die Gläubigen weitergibt. - Nichts als fromme Sprüche wird man meinen und behält damit auch Recht, allerdings gibt es dabei schon ein paar schöne Versprechungen und auch ein paar scheinbare Faustpfande, welche eine schnelle Absolution im Sündenfall garantieren. - Man darf sich also nicht wundern, wenn nicht nur die Kinder wie wild diese bunten Schnipsel aufsammeln, auch die Erwachsenen greifen ungeniert in die, aus dem Himmel fallenden Versprechungen und der Pfarrer hat mir nie erzählt, wie viele dieser Zettel er bei den Beichtstunden als formlosen Ablass untergeschoben bekommt, wenn ein reuiger Sünder sich seine 14 Vaterunser sparen will. - Nicht nur aus diesem Grund kann ich die Prozession, oder zumindest den Beginn auch jedermann empfehlen, der einfach mal wissen will, wie wir uns so die Zeit vertreiben, wenn wir gerade mal nicht den Alltag proben. - Man muss übrigens nicht mal gläubig sein um an der Prozession teilzunehmen, und was dort qualmt, das ist auch kein Nervengas, sondern Weihrauch und auch wenn man Ihnen das vielleicht anders erzählt hat, Weihwasser hinterlässt keine Flecken im Atheistengewand. - Morgen, also Sonntagabend, um 19:00 Uhr beginnt die Messe und um die 20:00 Uhr herum beginnt die Prozession. - Man kann aber die Blütenteppiche auch ganz ohne Weihwassergefahr und weihräucherischer Feinstauborgien ansehen, die ganze nächste Woche sind die Blüttenabsteleien auch tagsüber besuchbar, erst dann wird das alles wieder weggeräumt und wir machen die Stadt fit für die nächste Fiesta.








Samstag 02.07.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1015 hPa

Kneipe statt Stadtstrand
Aber nur bis Oktober

Dieses Jahr soll es endlich so weit sein, unsere Hauptstadt gönnt sich einen eigenen Strand, und was für einen. - Da möchte jetzt so mancher einräumen, die haben doch schon einen Strand, ein bisschen außerhalb zwar, aber nur ein paar Meter in Richtung Süden. - Die "Playa de Bajamar" ist damit gemeint, vom Zentrum der Hauptstadt 10 Gehminuten entfernt, mit Blauer Flagge versehen und direktem Blick auf die einfahrenden Schiffe, denn eigentlich ist dieser Strand noch im Hafenbereich. - Die "Playa de Bajamar" gehört aber ins Gemeindegebiet von Breña Alta, auch wenn diese fast ausschließlich von den Hauptstädtern genutzt wird, so hat Santa Cruz nach der Erweiterung des Frachthafens wirklich keinen eigenen Strand mehr. - Das soll ja nun anders werden, an der Avenida Marítima soll ein großer Strand vorgelagert werden, sowohl auf der südlichen, wie auch auf der nördlichen Seite von weit ins Meer ragenden Dämmen geschützt. - Eine Jahrhundertidee, wenn das alles so klappt wie die feinen Modellzeichnungen das spiegeln, dann wird aus unserer verschachtelten kleinen "Fallerhäuschen-Idylle" Santa Cruz ein mondäner Badeort, und mit einer Strandpromenade von fast einem Kilometer Laufsteg. - Gewagt, genial, futuristisch und auch ein klein bisschen größenwahnsinnig, aber seit unserem neuen Flughafenterminal ist ja alles darunter "peanuts", also seien wir nicht kleinlich. - In der Tat würde, oder wird dieser Strand die Hauptstadt stark verändern, nicht nur für die Einwohner selbst, die dann vom Büro aus in drei Minuten im Wasser sind, oder eben diese Promenade als neue Flaniermeile und Mittelpunkt in Besitz nehmen werden. - Auch vom touristischen Blickwinkel aus gesehen ist das eine große Chance für Santa Cruz und auch ganz La Palma, ein bisschen "Las Canteras" auf La Palma könnte uns nur gut tun. - Auf der anderen Seite wird damit die Verkehrssituation in der Hauptstadt noch mal kritischer werden, da wo der Strand hin soll, da befinden sich heute die so notwendigen Parkplätze, und auch wenn man inzwischen ein Parkhaus in der Stadt hat darf man annehmen, dass man dringend weitere Ideen braucht, den ruhenden Verkehr in der Hauptstadt anders zu verwalten. - Pessimisten gehen sogar von einem kompletten Chaos in Santa Cruz aus, wenn erstmal der größte Parkplatz der Hauptstadt geschlossen wird um die Bauarbeiten zu beginnen, und der Betreiber des so wenig ausgelasteten Parkhauses kann diesen Zeitpunkt schon gar nicht mehr abwarten.

Allerdings muss er noch ein bisschen warten, denn frühestens ab Oktober gehen die Bauarbeiten los. - Und das nicht, weil die Küstenbehörde, welche das Geld gibt für den Bau des Strandes und auch die Arbeiten als Bauherr begleiten wird, den Beginn in den Herbst schieben will, sondern weil die Stadt Santa Cruz noch Geld verdienen muss. - Dort neben dem großen Parkplatz läuft jedes Jahr die "Terraza de verano", eine Art sommerlicher Biergarten ohne Garten, ein nächtliches Vergnügungslokal unter freiem Himmel, mit Sonderöffnungszeiten versehen, welche die anderen Wirten der Hauptstadt vor Neid erblassen lassen. - Diese "Terraza de verano" wird gerne von den Bürgern und Besuchern der Hauptstadt angenommen, liegt die doch gleich am Meer, und man kann sich dort nächtlich mit Freunden oder anderen Gestalten bis früh in den Morgen hinein gastronomisch bedienen lassen. - Für die Stadt ist das eine willkommene Einnahmequelle, 25.000 Euro Pacht, mindestens, für gerade mal 2 Monate Öffnungszeit, das hört sich nach Bigbusiness an, da muss ein Wirt schon fleißig Biere zapfen, wenn in 2 Monaten neben den ganzen anderen Nebenkosten auch noch ein Groschen oder zwei übrig bleiben sollen. - Das klappt aber eben nur, wenn die Bauarbeiten nicht bereits im September beginnen, und so etwas war nun durchgesickert, und nun bemüht man sich eifrig, mit der Küstenbehörde abzusprechen, dass man auf keinen Fall mit den Arbeiten vor Oktober beginnen möchte. - Die Zusage von der Küstenbehörde müsste auch bald kommen, denn man muss ja den Betrieb der Sommerterrasse auch noch ordentlich ausschreiben und zur Versteigerung bringen, und wir haben jetzt schon Juli. - Sicher wird kein Wirt sich darauf einlassen solche Pachtsummen zu bezahlen, wenn es nicht klar ist, ob man denn die ganzen 2 Monate zur Verfügung hat und die Stadt braucht jeden Cent an Einnahmen, um sich der großen Schulden zu erwehren, welche den Stadtsäckel auf die Größe einer getrockneten Kichererbse haben schrumpfen lassen. - Stadtstrand ja, aber erst wenn ausgetrunken ist - ob das mal alles gut geht dort in Santa Cruz.




So soll der Stadtstrand mal aussehen, allerdings mit schwarzem Sand, aber daran haben die Modellbauer nicht gedacht.




Freitag 01.07.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 26,9 Grad - niedrigste Temperatur 18,6 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 35,4 - Temp. Min 20,7 - Feuchte 20 - 32 % Niederschlag 0 mm

La Palma Digital
Und was davon übrig bleibt

Das Projekt La Palma Digital war eine höchst ambitionierte Kiste, 6 Millionen Euro hat es für das Projekt gegeben, im Jahr 2004 bis 2006 vom Gobierno de Canarias finanziert, mit welchem man die Insel an die neuen Technologien heranführen wollte. - Übrig geblieben davon sind die "Telecentros", das sind für die Bevölkerung frei zugängliche "Internetcafes", allerdings ohne Kaffee, und in jeder Gemeinde gibt es mindestens eine dieser Einrichtungen, in manchen auch zwei. - Ich möchte nun nicht nachhaken, wo der Großteil dieser 6 Millionen Euro geblieben ist, denn nach wie vor gibt es viele Gegenden hier auf der Insel, wo man keinen ordentlichen Zugang zu einem ADSL-Knoten finden kann, und sich so mit Funkverbindungen teuer und meist schlecht ins Netz quälen muss. - Die "Telecentros" aber gibt es weiterhin, so war das ja auch abgemacht, allerdings sind die Gemeinden für die Betriebskosten dieser Einrichtungen zuständig, und das wollen die nicht auf sich sitzen lassen. - Bereits vor drei Jahren hatten die Gemeinden es geschafft, die Hälfte der Betriebskosten dem Cabildo Insular und dem Gobierno de Canarias aufzuhalsen, so dass die Belastung für diese öffentlichen Internetzugänge für die Gemeinden tragbar waren. - Nun aber will das Gobierno de Canarias nicht mehr zahlen, und man muss jetzt eine andere Möglichkeit suchen, diese Kosten zu schultern, denn die meisten Gemeinden sind arm wir Kirchenlurche und wollen von einer kompletten Kostenübernahme nichts wissen. - Genau dieses Problem haben wir im Jahr 2006 auch schon gesehen, denn diese "Telecentros" die sind gar nicht so billig. - Die Computer selbst, die wurden ja noch von "La Palma Digital" bezahlt, und auch der technischen Hintergrund um ins Netz zu kommen, aber seit 2006 muss eben alles bezahlt werden, Reparaturen, Neuanschaffungen, Netz- und Stromkosten, sowie das Personal, denn ohne Betreuung sollen diese "Internetcafes" nicht betrieben werden. - Man möchte halt nicht, dass ohne Aufsicht dort im Netz gesaust wird, nicht nur um Schaden von den Rechnern abzuhalten, sondern auch, damit die Kids nicht den ganzen Tag lang an den Kisten sitzen und sich das Hirn aus der Birne ballern. - Die "Telecentros" sind sehr gut besucht, viele Familien haben eben keinen Internetanschluss, so helfen diese öffentliche Zapfstellen des WWW gerade auch den sozial schwächeren Gruppen, denen man so nicht den Zugang zu diesen Medien abschneidet. - Es gibt also durchaus viele Gründe, warum man diese "Telecentros" unbedingt erhalten sollte, und eigentlich ist es unverständlich, dass nun genau die Korporation, welche uns die "Internetcafes" hingestellt hat sagt, wir wollen nun kein Geld mehr dafür ausgeben. - Im Juli noch wird es ein Treffen des Cabildo Insular mit den Bürgermeistern La Palms geben, in dem das Thema "Telecentros" angesprochen wird. - Allerdings ist das Cabildo Insular immer noch nicht handlungsfähig, ob dann also irgendetwas Positives dabei herauskommen wird, das bleibt fraglich.



Freitag 01.07.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1014 hPa

Rebajas de verano
Sommerschlussverkauf

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da waren die "Rebajas" noch eine Art Jahreszeit, eine Massenbewegung, man möchte fast sagen Lebensgefühl, welches sich in den Städten unter diese Motto hier breitmachte. - Die "Rebajas de verano" gibt es weiterhin, heute fangen sie an, allerdings lockt man damit nun wirklich fast niemanden mehr aus seinem Sessel. - Hauptgrund hierfür sind natürlich die klammen Geldbeutel, die Krise, und die vielen Arbeitslosen machen halt selbst Schnäppchen zu spürbaren Geldausgaben, und mal ehrlich, jeder hat zu viele Klamotten im Schrank, in den seltensten Fällen ist Notwendigkeit der Anstoß für den Kauf irgendwelcher Bekleidung. - Aber auch der Handel ist gebeutelt von der Krise, und bietet inzwischen das ganze Jahr Rabatte an, oder hat sich gleich zusätzlich oder gänzlich auf eine untere Preisschiene angepasst, so dass Argumente für den Sommerschlussverkauf zunehmend knapp werden. - Dennoch setzt der Handel, und die inzwischen in fast allen Städten vorhandenen Einzelhandelsverbände immer noch große Erwartungen in die "Rebajas" und man versucht, mit diversen Kampagnen wieder ein bisschen Glanz in die "alte Dame Schlussverkauf" zu bringen. - 42 Euro, so meldet man, gibt durchschnittlich jeder Canario in den "Rebajas" aus, ein Wert, von dem ich nicht weiß, wie der ermittelt wurde. - Dennoch hat man Vergleichszahlen mit dem spanischen Festland parat, und siehe da, die Kanaren liegen ganz weit hinten mit ihrer Kaufsucht im Sommerschlussverkauf. - Die Lager leer machen für die neue Kollektion, das streben ja die Händler auch damit an, allerdings wage ich zu bezweifeln, dass man einen solchen Zustand überhaupt so erreichen kann. - In manchen Ketten, oder auch Läden die im "Franchise-System" irgendwelche Marken anbieten, die erhalten sogar extra Ware, die nur für den Schlussverkauf hergestellt oder erworben wurde, so dass hier der Verdacht schon nahe liegt, man würde diese "Rebajas" einfach dazu verwenden, billigere Klamotten anzubieten. - Meine Töchter, einzige Mitglieder in diesem Haushalt mit Erfahrung an der Front der Rebajas, die berichten das regelmäßig, da tauchen dann ganz neue Sachen auf in den Läden und die normale Linie, die wird auf die Seite geräumt und nicht rabattiert, mit dem Hinweis, das sei bereits die neue Kollektion. - Die beiden Stützen des "Rebajas", meine beiden Töchter, die fallen ja nun für den lokalen Einzelhandel aus, die eine macht die Läden auf Tenerífe unsicher, und die andere versucht schwedische Kronen loszuwerden, da wird es lange Gesichter geben in Los Llanos oder Santa Cruz und ich verspreche, für nächstes Jahr planen wir das anders.





Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel & Fax von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma