La Palma Aktuell
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Nachrichtenarchiv Januar 2012


Dienstag 31.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 17,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Satellitenstadt neben Santa Cruz
772 Wohnungen in einem Komplex

Ich hatte von dieser lustigen Idee schon mal gehört, das Ganze aber ins Reich der Fabeln und unerfüllten Träumen von zu klein gewachsenen Männern mit runden Brillen gelegt, aber es gibt tatsächlich Bemühungen des Gemeinderates von Santa Cruz, diesen Plan weiter zu verfolgen. - Notwendigkeiten scheinen bei solchen Vorhaben auf dieser Insel keine Rolle zu spielen, denken wir nur an den Flughafen, oder den dritten Hafenausbau von Tazacorte, Parallelwelten sind durchaus vorhanden auf unserem Inselchen, also sollte man zumindest mal zuhören. - In "La Encarnación-El Planto" also im nördlichen Teil der Stadt, Richtung Las Nieves hat man laut dem Flächennutzungsplan tatsächlich vor, dort eine riesige Siedlung entstehen zu lassen, um auf 77.000 Quadratmetern eben diese 772 Wohnungen zu bauen. - Ich darf zunächst darauf hinweisen, dass die Stadt Santa Cruz seit Jahren schrumpft, also Einwohner verliert, und es so prinzipiell zunächst nicht angezeigt scheint, für noch mehr Wohnraum zu sorgen. - Aber man erhofft sich sicher seitens der Hauptstadt, dass man so wieder deutlich mehr Einwohner in die Kapitale locken kann, was dann wiederum zum Nachteil der anderen Gemeinden geht, denn trotz aller guten Vorsätzen können wir nicht davon ausgehen, dass diese Insel mittelfristig wieder von der Einwohnerzahl her zunehmen wird. - Ob es nun sinnvoll ist, weiter die Zentralisierung zu suchen, das möchte ich sehr bezweifeln, und auch ob denn die Hauptstadt selbst für all diese Menschen überhaupt auch Arbeitsplätze bieten kann. - Sicher zielt man mit diesem neuen Wohnungsangebot auch auf die beiden Gemeinden der "Breñas", denn die haben in den letzten Jahrzehnten der Hauptstadt sowohl Bewohner wie auch Gewerbe streitig gemacht. - Santa Cruz hat nämlich das Problem, dass diese Stadt kaum noch wachsen kann, zumindest nicht was die Innenstadt angeht. - So wäre die Lage der Wohnungen schon noch erklärbar Santa Cruz, allerdings müsste man auch neue Verkehrsanbindungen schaffen, so einfach und belastbar angelegt ist die Straße von Las Nieves hinein in die Hauptstadt nicht, dass man dort ohne weiteres 2.500 neue Bürger befördern könnte.

Nun fallen uns diese Dimensionen vielleicht auch noch stärker ins Auge, die gesamte Gemeinde Santa Cruz hat grade noch knappe 17.000 Einwohner, da wäre eine Satellitensiedlung mit 2.500 Einwohnern ja eine völlig neue Herausforderung. - In den Plänen gibt es so auch eine Schule und diverse andere Infrastrukturen, welche diese Retortenstadt versorgen soll, oder eben unabhängig von der Hauptstadt machen. - Abgesehen davon, dass es wohl auf dieser Insel im Moment wirklich keinen Bedarf an städtischem Wohnraum in Hochhäusern gibt, sondern viele dieser Neubauwohnungen nun wegen der Finanzkrise über Zwangsversteigerungen wieder auf den Markt drängen, sind doch heute Planungen mit Siedlungen für solch viele Menschen nicht mehr zeitgemäß. - Wir erinnern uns mit Staunen, und auch mit Grausen an die Wohnsilos, welche man auf den anderen Inseln vor die großen Städte gesetzt hat, nicht gewachsene, sondern montierte Strukturen, die alles in Sichtweite dieser Wohnkomplexe zur stumpfen Wüste degradieren. - Man kann das sicher in vielen Fällen rund um Großstädte kaum anders bewerkstelligen, da bezahlbarer Wohnraum deutlich gefragt ist, um die Menschenbedarf einer Großstadt zu decken, aber liebe Leute, wir reden hier von einer schrumpfenden Kleinstadt, welche ein lebendiges historisches Museum mit feinem Nostalgiecharakter ist, und da kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass es Bedarf für solch eine komplexe Struktur geben kann. - Das ist alles auch noch weit weg, der lokale Flächennutzungsplan würde das aber erlauben, und nun hält die Stadt erste Informationsveranstaltungen ab, um überhaupt erst mal den 52 Eigentümern des benötigten Grundstücks die Möglichkeiten aufzuzeigen. - Von der Finanzierung ist noch überhaupt nicht die Rede, also wird noch sehr viel Bier getrunken auf Hawaii bis hier etwas konkret wird in Sachen künstlicher Stadtteil in der Hauptstadt, und ich finde das Ganze persönlich absolut lächerlich im Moment, wir haben andere Probleme, andere Zukunftsaussichten und ganz sicherlich auch andere Notwendigkeiten als ein Märkisches Viertel neben Santa Cruz.



Dienstag 31.01.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1016 hPa

Langsam Abschütteln
Los Llanos verabschiedet ersten Haushalt "post Coalición Canaria"

Schwer ist es auf der Insel die Bürde und Last vieler Legislaturperioden der Coalición Canaria loszuwerden, und das besonders für Gemeinden wie Los Llanos oder Santa Cruz. - Konservativer als Los Llanos gibt es eigentlich gar nicht mehr auf der Insel, wobei konservativ bei uns eher in Richtung Lokalpatriotismus gepolt ist, als das was man in Mitteleuropa auf politischer Ebene als konservativ betrachten will. - Dass es überhaupt in Los Llanos zum "Unaussprechlichen" gekommen ist, nämlich zur Abwahl der feudalen Regierungsform der Coalición Canaria, haben wir dem Umstand des scharfen Bürgerprotestes gegen die Asphaltwerke zu verdanken, und nicht einem breiten Wunsch der Bevölkerung zum Wechsel. - Gar nicht witzig dabei ist die nun gereifte Erkenntnis, dass der neue Stadtrat nach anfänglichem Stottern endlich bereitwillig Dinge umkrempelt, aber sich genau beim Thema Asphaltwerke erstaunlich zurückhaltend gibt und eher eine Haltung pro Asphaltwerke einzunehmen scheint, als sich auf die Seite der erzürnten Anwohner zu stellen. - Da sind viele letzte, vielleicht besser vorletzte Worte noch nicht gesprochen und weiter ist es eigentlich sowieso äußerst fragwürdig, dass man sich zutraut, eine Angelegenheit dieser Größenordnung hier vor Ort entscheiden zu wollen, wo wir doch wissen, dass das Verwaltungsgericht in Tenerife sich auch gerade damit beschäftigt. - Man sollte einfach abwarten, was dort entschieden wird, das steht eh in der juristischen Hierarchie über den lokalen Entscheidungen. - Abgesehen von diesem deutlichen Ärgernis über den neuen Gemeinderat, scheinen die nun so langsam die Angst und den Verfolgungswahn abzulegen, den man in Los Llanos immer seitens der PP und der PSOE gegenüber einer mystischen Allmacht der Coalición Canaria hatte. - Was war das schwierig in den ersten Monaten, da bewegten sich die Gemeinderäte der PP und der PSOE wie in einem Minenfeld in Feindesland, im eigenen Rathaus, kein Wunder, hat doch die Coalición Canaria in den letzten Jahrzehnten es hervorragend geschafft, nur noch eigene Kräfte um sich herum zu sammeln. - Da muss man erst mal das lokalpolitische Seepferdchen schaffen, und so möchte man nun den Haushaltsbeschluss für das kommende Jahr als Freischwimmer bezeichnen, und wenn wir bei diesem Bild bleiben möchten, dann wäre die Abkehr von der willenlosen Unterstützung bestimmter Großindustrieller, denen auch der Betreiber des Asphaltwerkes angehört, dann aber schon der Leistungsschwimmer. - Ob das gelingt, das möchte ich noch sehr bezweifeln, aber vielleicht muss es ja auch gar nicht gelingen, weil sich vorher die Justiz deutlich von außen dazu äußern wird.

Jetzt aber zum Haushalt, und auch da wartet eine Überraschung auf uns, mindestens eine. - Zunächst legt man in Los Llanos mal nicht wie in den meisten anderen Gemeinden einen Hauhalt 2012 vor, der vom Volumen her unter den Vorjahreshaushalten liegt, weil eben das "Große Sparen" angesagt ist. - In Los Llanos ist man voll und ganz der Meinung, dass man auf der Einnahmenseite deutlich mehr bewegen kann als noch vor ein bis zwei Jahren. - Einmal ist nun der lokale Flächennutzungsplan in Kraft, was bedeutet, dass viele neue Bauaufträge viel Geld in den Stadtsäckel schwemmen werden, genau so wie die vielen nachträglichen Projekterstellungen für Liegenschaften, die bislang eben nicht komplett legalisierungsfähig waren, weil außerhalb bebaubarer Regionen gelegen. - Damit liegt man sicher nicht falsch, allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen, dass so wahnsinnig viel an Neubauten angefragt werden. - Auf der anderen Seite will man auch daran gehen, viele bislang "Unantastbare" nun endlich dazu zu bewegen ihre Steuern, Schulden oder Strafen zu bezahlen, die bislang aus Nähe oder Abhängigkeit zur eingeschworenen Gemeinschaft Coalición Canaria sich einfach geweigert haben, ihren pekuniären Beitrag zum Gemeinwohl zu tragen. - Wie groß da die Erwartungen sind, das kann ich nicht abschätzen, und ob man so einen Haushalt sanieren kann, noch weniger. - Allerdings war es kein Geheimnis in Los Llanos, dass bestimmte Leute weniger oder gar nichts für Lizenzen oder Projekte bezahlen mussten, und andere ihre Strafen einfach ohne weitere Belästigung unbezahlt ließen. - Was dann noch auf den Tisch kam, das war auch keine große Überraschung, der neue Gemeinderat bricht nun mit einer bislang gängigen Praxis, dass man einen beachtlichen Teil der städtischen Angestellten nicht unter dam Haushaltskapitel "Personal" führte, sondern deren Löhne und Gehälter in den einzelnen Ressort versteckte. - Erreichen wollte man mit diesem Kunstgriff einmal, dass man nicht mit so viel Personal dasteht, und auf der anderen Seite mächtige Summen nennen kann, die man in Kultur oder Landwirtschaft steckt, wobei eben in den Geldern, die in diese Ressorts fließen, dann auch die Personalkosten stecken. - So steigen die Personalkosten in Los Llanos für das Haushaltsjahr 2012 auch um 20% an, obwohl man keine weiteren Stellen vergeben hat, und landet damit bei 9,4 Millionen, in einem Gesamthaushalt von 16,5 Millionen Euro. - Damit reiht man sich übrigens nicht mal ganz vorne eine, was die Personalkosten, umgerechnet zum Gesamthaushalt hier in den palmerischen Gemeinden angeht, sondern ist gute Mittelschicht. - Die jetzige Opposition findet den neuen Haushalt natürlich nicht gut und beklagt, dass nun die Bürger für weniger Service mehr Geld bezahlen müssten. - Aus der Seite der Regierung kommt zurück, kein Bürger müsse zukünftig mehr bezahlen, nur müssten ab jetzt alle bezahlen, und das sei doch nur gerecht.



Montag 30.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 16,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,3 Grad

Vier Jahre Knast
Die beiden Betreiber einer illegalen Müllkippe wandern ein

Es war eigentlich eher erstaunlich, wie lange das gedauert hat, dass man den beiden Betreibern einer illegalen Müllkippe in El Paso das Handwerk legen konnte. - Jahrelang ließen die auf einem Grundstück, welches sie früher dazu benutzt haben Kies auszubaggern, Interessierte gegen die Gebühr von 10 Euro pro LKW Müll abschütten, und das sogar am helllichten Tag und vor den Augen vieler Beobachter. - Immer wieder versiegelte man das Gelände, aber dennoch gelangte immer weiter Müll auf diese Deponie, so dass es an die 10 Jahre dauerte, bis man den beiden Betreibern so nachhaltig auf die Finger hauen konnte, dass nun endlich Schluss ist mit der weiteren Umweltverschmutzung. - An die 100.000 Kubikmeter Abfall schätzt man liegen dort nun herum, bestehend aus allem nur erdenklichen Müll, man hat dort halt nicht getrennt oder war rücksichtsvoll, wer seinen Müll woanders nicht losgeworden ist, der hat ihn eben hier versenkt, da wurde weder gefragt noch nachgesehen, was auf dem LKW lag. - Zum Teil gab es sogar politische Rückendeckung, mindestens aber Stillhalten, denn einer der beiden Betreiber gehörte für die Coalición Canaria mal dem Stadtrat an. - Jetzt hat man beiden Herren 4 Jahre und einen Tag aufgebrummt, die beiden müssen also einrücken, nichts mit Bewährung oder sonstigen Kinderkram, das wird nun ernst. - Was dann auch noch heftiger werden wird, man hat ihnen auch aufgegeben, das Grundstück wieder zu renaturieren, und das wird eine interessante Geschichte werden. - Die beiden sind zwar nicht arm, aber 100.000 Kubikmeter Müll ordentlich zu entsorgen, und da ist reichlich giftiger Kram dabei, welcher nicht auf dem Sperrmüll landen kann, das wird eine Angelegenheit, welche sicher die Möglichkeiten der Beiden überschreiten wird. - Dann muss ja auch noch das Erdreich darunter abgetragen werden und dekontaminiert, man muss also davon ausgehen, dass die Beiden wohl ihr Geld und Vermögen längst an irgendjemand in der Familie übertragen haben, sonst gibt es in naher Zukunft zwei Nutzer der milden Dienste der Caritas in El Paso mehr. - Hier in der Umgebung ist das das erste Mal, dass man solche Schweinebacken wirklich erwischt, prozessiert und dann auch einrücken lässt, spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass Umweltvergehen auch hier auf La Palma letztendlich geahndet werden. - Sicher werden die Beiden in Berufung gehen, allerdings sind die Tatsachen derart erdrückend, dass man in deren eher Augen fürchten sollte, dass der nächste Richter nicht die Strafe sogar noch erhöht.




Die illegale Müllkippe oberhalb von El Paso




Montag 30.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1017 hPa

Ab ins Museum
Archäologisches Museum sucht Besucher

Ich gebe es zu, ich war in den 5 Jahres seit Mai 2007 auch erst das dritte Mal in diesem Museum, und obwohl der Eintritt immer (noch) nichts kostet, war ich letzte Woche ganz alleine in der großen Halle. - Dabei sind viele Stücke neu hinzugekommen, und es wird sehr gut und auch ausführlich dort im Museum erklärt, was es denn mit den Benahoaritas so auf sich hatte. - Fast alle Ausstellungsstücke tragen auch eine englische Beschriftung, manche dazu auch noch eine Deutsche, so dass es durchaus auch für Menschen interessant sein kann, die nicht ihre Vorfahren oder Vorbesiedler dort im Museum besuchen wollen. - Warum es so leer ist im Museum, das hat sicherlich damit zu tun, dass sich auch hier das Interesse an der Zeit vor den spanischen Siedlern soweit in Grenzen hält, dass man wohl grundsätzlich weiß, dass früher Berber hier gelebt haben, ein Museumsbesuch aber bei uns auf La Palma nicht unbedingt zu den hervorragenden Punkten der Freizeitgestaltung gehört. - Warum so viele ausländische Besucher nicht in dem Museum sind, und auch so wenige ausländische Residenten, das mag einerseits am Desinteresse liegen, anderseits vielleicht daran, dass viele gar nicht wissen, dass wir dieses Museum bei uns haben. - Der Bau dieses Gebäudes war auch sehr umstritten, einmal wollten die Hauptstädter natürlich das "Inselmuseum" haben, aber hier hat sich Los Llanos einmal durchgesetzt. - Dann gab es ewig lange Verzögerungen, nie war genüg Geld da alles fertig zu machen, man meinte schon, man müsste das Museum gar nicht mehr mit Ausstellungsmaterial füllen, da das Museum nach so langer Bauzeit selbst bereits archäologischen Wert besäße. Aber irgendwann, gerade noch vor den Kommunalwahlen im Mai 2007 eröffnete man schließlich das Museum. - Allerdings war damals der Vorplatz noch nicht fertig, der wurde dann erst kurz vor den nächsten Kommunalwahlen schnell gemacht, was übrigens kein Scherz von mir ist, denn erst seit Sommer letzten Jahres ist das Museum und der Platz davor wirklich fertig. - Nach der Eröffnung im Mai 2007 hatte das Museum dann eine Weile offen, dann wurde es wieder geschlossen, denn man hatte vergessen sich darum zu kümmern, dass eben auch Personal vorahnden sein musste, welches auf das Museum aufpasst. - Ich weiß nicht mehr genau, wie lange das Museum dann geschlossen hatte, es waren eher Jahre als nur Monate, aber nun ist es seit letztem Jahr sicher wieder offen und mit vielen neuen Ausstellungsstücken voll geräumt, der Besuch lohnt sich auf alle Fälle. - Eine klitzelkleine, aber wohl äußerst wertvolle Rarität wird dort jetzt auch ausgestellt, es handelt sich um das "Ídolo Bereber", eine Plastik aus getrocknetem Lehm, auf welchem Schriftzeichen der Sprache eines Berbervolkes zu sehen ist, welche wohl auch die der Ureinwohner La Palmas war. - Die Schrift dieser Sprache ist wohl ausgestorben, man hat keine weiteren Schriftzeichen hier auf der Insel gefunden, eben nur diese, und kann so diese Sprache auch (noch) nicht übersetzen. - Wie man nun das Museum findet ist immer wieder die Frage, und die ist gar nicht so leicht zu beantworten. - Kommen Sie von Osten in die Stadt gefahren, also von El Paso aus, dann suchen Sie sich doch bereits nach der Tankstelle, welche auf der linken Seite auftaucht, einen Parkplatz. - Dann gehen Sie noch ein paar hundert Meter weiter in Richtung Stadtkern, und dann rechts in die Calle de Las Adelfas einbiegen. - Sollten Sie woanders parken, dann fragen Sie einfach danach, kennt jeder. - Die Öffnungszeiten habe ich aus der Webseite des Museums, die leider auch schon archäologisch wirkt, also weiß ich nicht, ob die noch so gültig sind: Dienstag bis Samstag von 10:00 bis 14:00 Uhr und von 17:00 bis 20:00 Uhr.





Sonntag 29.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 18,3 Grad - niedrigste Temperatur 12,2 Grad

Wie man sich Schulden bastelt
Kleine Einführung in ein heikles Thema

Das Wort Schulden wird in den letzten Wochen, Monaten, man kann fast sagen auch Jahren bereits fast inflationär hier bei uns benutzt. - Fast möchte man meinen, wir setzen hier alle auf einen Währungscrash, zahlen dann mit Millionen-Euro-Scheinen unsere Schulden mit links zurück, basteln uns dann wieder eine Peseta, und alles ist wunderbar. - Dieses Szenario ist allerdings nicht wirklich real, es muss eher völliges Desinteresse an der Zukunft gewesen sein, was viele Strippenzieher und Politiker dazu brachte, mit unserem Geld so viel Schindluder zu betreiben, dass uns allen inzwischen Hören, Sagen und Börse vergehen. - Dabei muss man gar nicht in die Vergangenheit blicken, immer noch sitzen lustige Gesellen in manchen Rathäusern oder autonomen Regionen, die weiter unser Geld zum Fenster oder zur Tür hinauswerfen. - So dürfen wir nun erfahren, dass das Gobierno de Canarias vorhat, den Stadtpolizisten eine neue Uniform zu verpassen, welche dann die Rathäuser bezahlen sollen. - Ein anderes Hemd, eine andere Hose und die Schrift auf den Aufnähern soll eine andere sein, und das soll den Gemeinden eben mal pro Polizist 450 Euro kosten. - Nein, 450 Euro pro Polizist ist nicht die Welt, allerdings sind manche Gemeinden bereits nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten pleite, und dann solch ein Blödsinn, der absolut unnötig ist, da die Uniform der Stadtpolizisten keiner Veränderung bedarf. - Es ist nicht wirklich anzunehmen, dass man diese neue Vorschrift auch durchsetzen kann, aber alleine darüber nachzudenken, oder menschliche Arbeitszeit und Ressourcen im Moment zu binden welche sich mit solch einem Wahnsinn beschäftigen, zeigt wohl ein bisschen von unserem Problem.

Dann kommt mal wieder eine nette Geschichte aus der Abteilung, täglich eine neue Leiche im Keller, und wieder ist unsere erste Wahl Tazacorte. - Längst sollt dort der "Goldene Geldbeutel am Anker" an den ehemaligen Gemeinderat der Unión Bagañete/Colaición Canarias vergeben worden sein, denn was die an Geldern in den letzten Legislaturperioden direkt oder indirekt im Atlantik versenkt haben, das ist schier unglaublich. - Nun taucht ein neues Ärgernis auf, das Verwaltungsgericht auf Tenerife erinnert die Gemeinde Tazacorte daran, dass man noch 53.000 Euro an eine Firma für ozeanographische Forschung zu bezahlen hätte, weil man vor 6 Jahren eine Forschungsarbeit in Auftrag gegeben hätte. - Damals ließ man die Firma "Aemón 07 Oceanográfico SL" untersuchen, ob man vor der Küste der Playa Nueva und dem Leuchtturm ein künstliches Riff anlegen könnte, um die Umgebung besonders für Tauchtouren interessant zu machen. - Hintergrund dafür war, dass man doch die Ansiedlung eines Hotels dort an der Playa Nueva fördern wollte, und es ja den Plan gab und gibt, dass dieses Hotel speziell für den Tauchtourismus ausgerüstet werden sollte. - Anstatt dass der private Investor sich um solche Untersuchungen bemüht, wurden dafür Steuergelder ausgegeben. - Das kann man wohl mal machen, für private Investitionen vorbereiten, allerdings war man vor 6 Jahren auch schon fast pleite in Tazacorte, von dem Hotel ist weit und breit nichts zu sehen und wenn, dann sollte man seine Rechungen auch bezahlen können. - Zinsen sind dann auch seit 6 Jahren fällig, und man sollte all diese Rechnungen gleich an die Privatadressen der damaligen Auftraggeber schicken, allerdings sieht das Gesetz solche Maßnahmen nicht vor, so wie Bundespräsidenten auch nicht die Wahrheit sagen müssen. - Dennoch ist dies die schönste aller Welten, da muss ich Voltaire deutlich Recht geben, zumindest hätten wir nichts mehr zu schreiben, wenn…



Sonntag 29.01.2012 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 16,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,4 Grad

Quallen und Möwen
El Hierro bringt Wissenschaftler ins Grübeln

Oft wurde unsere kleine Nachbarinsel in der Geschichte bereits als das Ende der Welt bezeichnet, und am Ende der Welt, da finden natürlich auch komische Dinge statt. - Den Vulkan meinen wir damit, der sich im Juni vergangenen Jahres angekündigt hat, dann eine fast gänzlich vorhersehbare Dramaturgie entwickelte, um schließlich in einer Eruption am 10. Oktober zu triumphieren, aber danach war nichts mehr so, wie man es erwarten konnte oder wollte. - Bis zum 10. Oktober war alles gut verständlich, die Eruption fand dort statt wo man sie nach den seismischen Bewegungen und nach den Bodendeformationen auch erwartet hatte, im Süden der Insel. - Ganz genau hat man das nicht voraussagen können, wohl aber waren die allermeisten der Meinung, es wird vor der Küste La Restingas geschehen und genau so ist die Geschichte dann auch abgelaufen. - Dann allerdings verlässt der weitere Verlauf der Eruption und das gesamte vulkanologische Ereignis rund um El Hierro die bekannten und verständlichen Pfade, denn nun begann die Zeit der starken Beben im Norden der Insel, wo sich offensichtlich großer Druck in beachtlicher Tiefe aufgebaut hat. - Im Süden nahm die seismischen Bewegungen stark ab, kein Wunder, denn schließlich konnte dort durch die Eruption das Magma ja den Druck abbauen. - Montelang wartete man nun auch auf eine Eruption im Norden der Insel, allerdings blieb diese aus, heute nimmt man an, dass sich das Magma,, welches sich dort bewegt hat, auch über den Schlot im Süden der Insel einen Weg nach außen gesucht hat. - Man nimmt es deswegen an, weil man einfach keine andere Erklärung dafür findet. - Heute ist der Norden der Insel praktisch frei von Beben, die Eruption im Süden hält weiter an, nur zeigt das Signal des Tremor an, dass die Eruption sehr stark nachgelassen hat, man meint fast, die vulkanische Aktivität unter El Hierro kommt zum Erliegen. - Gleichzeitig aber steigt auch wieder die seismische Aktivität im Süden der Insel an, nicht beunruhigend, aber deutlich, und daraus schließt man, dass eben doch noch genügend hoher Druck des Magmas unter der Insel herrscht und die Eruption noch weitergehen wird.

Bei den Bodendeformationen gibt es seit Wochen keine Veränderungen mehr, also auch keine Anhaltspunkte, wie es denn weitergehen könnte mit der vulkanischen Tätigkeit unter und vor der Insel El Hierro. - Die Wissenschaftler halten sich seit Wochen bereits auffällig zurück in ihren Prognosen und Aussagen, denn man ist zunächst mal deutlich überrascht, wie lange denn der Vulkan vor El Hierro schon Magma in die Umgebung entlässt, denn kanarische Vulkane sind in der Regel keine "Steher", sondern haben eine durchschnittliche Aktivitätsdauer von gerade mal 30 Tagen. - Heute sind es aber genau 110 Tage an welchen der Vulkan Magma ins Meer vor El Hierro schickt, und man ist um eine Erklärung dafür ziemlich verlegen. - Was natürlich auch stört ist, dass man keine direkten Aufnahmen von der Eruptionszone erhält, alles was man weiß, das hat man durch sensorische Beobachtungen und durch das Sammeln von pyroklastischen Trümmern, welche ohne Regelmäßigkeit immer mal wieder vom Vulkan als Bims oder Tuff an die Wasseroberfläche geschickt werden. - Wenn das passiert, dann versuchen die Wissenschaftler immer mal wieder diese noch rauchenden Gesteinsbrocken zu "fischen", bevor die in sich zusammenbrechen und dann wieder im Wasser versinken. - Man hat schon reichlich von diesem Material herausgeholt, mit für kanarischen Vulkane hohem Anteil an Silizium, so dass man diesem Basalt auch bereits einen eigenen Namen gegeben hat, nämlich nach der Fundstelle "La Restinga" heißt dieses Material nun "Restingolyth". - Weniger Eruption, dadurch verringert sich auch der Druckabbau im Untergrund der Insel und es finden wieder mehr Beben statt, so könnte man die jetzige Situation wohl am einfachsten deuten. - Noch aktiv, aber nicht mehr lange, so lautet die Vermutung der meisten Beobachter, allerdings winden sich die anerkannten Wissenschaftler sehr, sich mit solchen Aussagen erwischen zu lassen, der Vulkan hat uns eben schon einige Male an der Nase herumgeführt. - Was noch ganz interessant ist, man hat mit kleinen Tauchrobotern die Umgebung der Eruptionsstelle wohl des Öfteren besucht, zumindest so nahe zur Eruptionsstelle, dass man überhaupt noch etwas sehen kann, und festgestellt, dass das Meer über und neben der Eruptionsstelle voller Quallen ist, die sich dort im warmen und sauerstoffarmen Wasser wohl absolut wohl fühlen und sich von den Algen ernähren, die auch dieses saure, warme und eigentlich lebensfeindliche Wasser dort abkönnen. - Auch stellt man fest, dass über der Stelle auf dem Meer, wo die Eruption stattfindet, immer viele Möwen kreisen, die sich inzwischen daran gewöhnt haben, dass dort immer viele Fischkadaver an der Oberfläche treiben, welche zu nahe an die Eruptionsstelle geraten sind und wohl an Sauerstoffmangel verendet sind. - Möwen und Quallen als Gewinner einer vulkanischen Eruption, auch nicht schlecht, wenn auch nicht wirklich befriedigend für die Bevölkerung und die wirtschaftliche Situation der Insel, welche unter dem Vulkan mehr gelitten als gewonnen hat. - Nicht, dass es gefährlich geworden wäre, aber es hat denen den Tourismus verhagelt und die Fischerei, und wenn man aber kein vorzuzeigendes Souvenir vom Vulkan behält, in Form eines Kraters, oder einer kleinen Inseln, dann kann man ja diese Eruption gar nicht touristisch verwerten. - Am Montag kommt das spanische Prinzenpaar nach El Hierro, dort feiert dann Felipe Geburtstag und man will sich die Windkraftanlagen ansehen die gerade dort installiert werden, und natürlich auch über die Folgen der Eruption erkundigen. - Am Montag also blickt Spanien auf El Hierro und es bleibt zu hoffen, dass man daraus ein bisschen Reputation schlagen kann.




Seismische Ereignisse der letzten 3 Tage vor und unter der Insel El Hierro




Samstag 28.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 16,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,4 Grad

Zeitung zuschlagen
Nichts für zarte Gemüter

Manchmal quält man sich wirklich zäh durch die Presse. - Manchmal, weil einfach nichts Interessantes passiert, was auf einer solch kleinen Insel durchaus häufig vorkommt, dann wieder sind es die Nachrichten selbst, welche einem so überhaupt nicht schmecken, und man am liebsten gar nichts wissen würde. -. Voll in die Weichteile bekommen es Spanien und die Kanaren gerade wieder, Spanair hört auf zu fliegen, damit man keine weiteren Roten Zahlen verursacht, hier auf den Kanaren ist zum Ende letzten Jahres die Arbeitslosigkeit auf 30,9 Prozent gestiegen, und eine weitere Ratingagentur stuft Spanien erneut herab. - Wir sind begeistert, feiern unaufhörlich auf den Straßen, grölen siegstrunken Freudenlieder und werden, wenn es Nacht wird, wohl mit Feuerwerken die augenblickliche Situation feiern. - Stimmt, geht nicht, wir sind ja pleite und können uns kein Feuerwerk mehr leisten. - Der "Wechseleffekt" von der Regierung Zapatero hin zum konservativen Mariano Rajoy hat also nicht gezündet, wir hatten uns ja eigentlich gedacht, oder vielleicht mehr erhofft, dass die Industrie und das Gewerbe seit geraumer Zeit schon gewartet hat auf den Wechsel und nun, im guten Glauben an positivere Zeiten, schon mal ein bisschen konjunkturelles Feuerwerk hinlegen würden, aber da haben sich unsere Hoffnungen wohl einfach nicht erfüllt. - Nichts ist mit Krise wegzaubern, oder einfach wegdenken, zwei Jahre soll das noch so weitergehen, dann erst rechnet man wieder mit mehr Investitionen und dem langsamen Ende einer der profundesten Krisen, welche Spanien jemals erlebt hat. - Das mit Spanair, das war abzusehen, nie wieder nach dem schweren Unfall haben die sich ganz erholt, man fand einfach keinen Platz mehr zwischen Premium Fluggesellschaft und Billigflieger, und als zuletzt kein frisches Geld mehr kam, da war das Kerosin endgültig alle. - Für die Kanaren bedeutet das auch zunächst jede Menge Flüge weniger, allerdings stehen andere Fluggesellschaften gerne bereit, die frei gewordenen Kapazitäten an sich zu reißen. - Der erneute Anstieg der Arbeitslosenzahlen, den haben wir so nicht erwartet, dachten wir doch eigentlich, wir wären schon ganz unten, aber es kommen einfach noch keine neuen Impulse, da die Konjunkturprogramme allesamt dem Schuldenkampf geopfert wurden. - Ich weiß nicht, wie herum man diese Krise schneller bekämpft, weiß nur um den dringenden und notwendigen Strukturwandel, welchen viele Ressorts hier in Spanien angehen müssen, kann aber noch nichts an mittelfristiger Strategie erkennen, immer nur mittelfristige Hoffnung. - So grau die Meldungen heute sind, so grau stellt sich auch das Wetter heute mal wieder dar, nur ab und zu lugt die Sonne durch das hausgemachte Wolkenkleid über den Inseln, weil wir mal wieder gar keinen Wind haben. - Dann nieselte es gegen Nachmittag auch noch, diese kleinen Tropfen, welche nicht nass machen, sondern einen im Aridanetal daran erinnern, dass theoretisch Wasser auch vom Himmel fallen kann, und nicht immer nur aus der Bewässerungsanlage kommen muss. - Eigentlich sollten wir alle schlechte Laune haben und depressiv in den Ecken kauern, aber in Spanien, und auf den Kanaren sowieso, ist man je bereits deutlich krisenerprobter als das Nachkriegsdeutschland, es ist wirklich angenehm wie erstaunlich, wie gut die allgemeine Stimmung immer noch ist. - Deutschland ist für uns wirklich ein Vorbild, aber wenn es einem Land mal dreckig geht, also so dreckig wie uns jetzt, da kann ich Spanien hervorragend empfehlen, niemand leidet mit mehr Würde und Stolz als wir.



Samstag 28.01.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1019 hPa

2010 arbeiten, 2015 kassieren
Überstunden - über Jahre

Die schwere Last der Schulden, und den bislang absolut sorglosen Umgang mit dem Geld Anderer der Coalición Canaria, hinterlässt in allen Gemeinden mindestens schlechte Laune, wenn es nicht sogar bedrohlich ist für die finanzielle Zukunft der Kommunen. - Die Horrormeldungen nach den Kommunalwahlen im Mai letzten Jahres reißen nicht ab, nachdem die "Zweckehe" zwischen den Sozialisten und der Partido Popular in den meisten Gemeinden der Insel die Coalición Canaria in die Opposition geschickt hat. - Seien es Tazacorte, Los Llanos, Los Sauces und auch im, allerdings kleineren Rahmen El Paso, alle diese Gemeinden müssen nun einen Sparkurs einlegen, welcher den meisten Bürgern wohl nicht in aller Gänze klar ist. - Die Hauptstadt bildet da auch keine Ausnahme, im Gegenteil, arbeitet man doch dort immer noch gegen Überstunden der Gemeindearbeiter an, welche in den Jahren 2009 und 2010 angesammelt wurden. - Die Überstunden aus dem Jahr 2009 wird man wohl in diesem Jahr bezahlen, was dann ab 2010 an Extra Stunden angesammelt wurde, das wird man nach und nach bis zum Ende der Legislaturperiode stückeln, also bis ins Jahr 2015 hinein. - Über 800.000 Euro an ausstehenden Löhnen und Gehälter nur aus Überstunden haben sich in der Hauptstadt angesammelt, wobei gut die Hälfte dieser Extra-Stunden alleine rund um die "Bajada de la Virgen de Las Nieves" aufgestaut haben. - Polizei, Gemeindearbeiter, temporäre Angestellte und so weiter, werden nun mit diesem Zahlungsplan vertröstet, anders könne man das Geld nicht aufbringen und wenn solch ein Spektakel wie die Niederkunft der Jungfrau alleine an die 400.000 Euro an Überstunden kostet, also neben den Löhnen, Gehältern und den Kosten welche da verursacht werden, dann muss man für die kommende Bajada im Jahr 2015 irgendwie eine komplette Neuplanung angehen. - Es kann und darf doch nicht sein, dass religiöse Feste dadurch, weil sie ein überregionales Spektakel geworden sind, die Gemeinden in die Pleite fahren. - Da müssen die Verantwortlichen, und das sind in dem Fall die Politiker wie auch die katholische Kirche nun mal den Vernunftanker werfen, und in Zukunft Fest so feiern wie es die Finanzlage zulässt, und nicht wie ein Gemeinderat das unbedingt will, um sich möglichst beliebt zu machen. - Unsere Aufgabe als Bürger hingegen wird es sein, diese Einschränkungen auch zu unterstützen, auch wenn wir gerne feiern und fröhlich sind. - Da fürchtet man halt ein bisschen Volkes Stimme, und Volkes Ignoranz, eine schöne Fiesta wollen alle haben, das ist so etwas wie ein öffentliches Grundrecht, und wie man das bezahlt, das geht uns doch nichts an. - Da gibt es viel Nachholbedarf auch in Sachen erwachsener Gesellschaft, erst wenn wir vernünftigen Politikern applaudieren, die es auch mal wagen Nein zu sagen, weil am Ende des Geldes einfach keine Fiesta mehr drin ist, oder eben eine abgespeckte Version hinzaubern, die auch auf die Mitarbeit des Volkes zählt. - Eben weil es ein Volksfest ist. - In El Paso will man es ja in diesem Sommer wagen, und erstmals eine "Bajada de la Virgen del Pino" aus den laufenden Kosten heraus finanzieren und keinen Kredit aufnehmen. - Warten wir mal ab, ob die Bürgermeisterin aus El Paso mit ihrer kommenden Sparfiesta gefeiert wird, oder gefeuert. - Das ist noch nicht raus.



Freitag 27.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 20,2 Grad - niedrigste Temperatur 11,6 Grad

Andrea und Diego
Sag mir deinen Namen, und ich sag dir wie du heißt

Ich liebe einfache Logik, ganz ohne Zauber oder schwer verständlichen Zinnober. - Andrea ist der beliebteste Mädchenname hier auf La Palma, zumindest im Jahr 2010, gefolgt von Alejandra und Daniela. - Bei den Jungs sieht das so aus, da steht an erster Stelle der Name Diego und dann folgen Daniel und Hugo. - Bei den Mädels muss man also feststellen, dass man bei der Namenssuche schon weit nach Mitteleuropa gewandert ist, und die früher so häufig genutzten Namen wie María, Dolores, Remedios oder Angustia kaum noch in den vorderen Namenrankings auftauchen. - Das ist zum Teil auch verständlich, einmal lässt selbst bei uns die christliche Namensgebung nach, und auf der anderen Seite möchte ich meine Tochter auch nicht Schmerzen (Dolores), Ausweg (Remedios) oder gar Angst (Angustia) nennen. - Bei den Jungs bleibt man ein wenig konservativer, der Diego ist wohl einer der spanischten Namen überhaupt, Daniel und Hugo auch bereits Klassiker hier. - Auf jeden Fall ist damit ein Trend wieder gebrochen, dass immer häufiger altkanarische Namen vergeben werden, so wie das noch vor ein paar Jahren der Fall war. - Das war zum Teil fast ein bisschen entglitten, so schön und passend wie es ist, sich bei der Namensgebung an die Vorfahren zu halten, wenn es für diese Namen keine festen Schreibweisen gibt, weil man eben diese Namen niemals vorher geschrieben hat, dann läuft da einiges durcheinander. - Das war fast so wie die ersten Jahre der Neuen Rechtschreibung, schraib wi du wills, aber inzwischen hat man sich ja gewisser Ordnung besonnen. - Die beliebtesten Namen für die Brut sind übrigens auf den Inseln nicht gleich, sondern unterscheiden sich zum Teil ganz gewaltig. - Zusammengewürfelt aus den Vorlieben der einzelnen Inseln bleiben für die Kanaren im Ganzen die Namen Daniela und Daniel stehen, Namen die man in Deutschland vor, ich weiß nicht mehr wie langer Zeit, auch mal auf den Bestenlisten fand. - Hier liegt beim Daniel die Betonung auf dem "e", wir haben hier also den "Daniél", die Daniela wird genau so ausgesprochen wie auf Deutsch, auch mit der Betonung auf dem "e". - Drei Jahre hintereinander sind nun Daniel und Daniela bereits auf den ersten Plätzen bei der Namensgebung auf den Kanarischen Inseln. - Im weiteren Verlauf folgen Lucía, Paula, Sofía und Adriana. - Bei den Jungs folgen auf Daniel Alejandro, Diego, Hugo y Pablo. - La Palma liegt also mit seiner Andrea wohl ein bisschen außerhalb des kanarischen Trends, bei den Jungs aber sind wir bester Durchschnitt.

Auf den anderen Insel sieht das wie folgt aus: Auf Gran Canaria sind die Favoriten bei den Mädchennamen Daniela, Lucía, Paula, Adriana und Sara, bei den Jungs, Hugo, Pablo, Daniel, Alejandro und Gabriel.

Tenerife vergibt am liebsten folgende Mädchennamen: Lucía, Daniela, Sofía, Paula und Carla, und die häufigsten männliche Vornamen lauten: Diego, Daniel, Alejandro, Adrián und Pablo.

Weiter geht es nach Lanzarote, dort werden die meisten Mädchen Daniela, Sara, Sofía, Ainara (baskisch) und Adriana genannt. - Die Jungs aus Lanzarote heißen: Alejandro, Diego, Daniel, Hugo und Álvaro, also wieder ganz konservativ.

Gehen wir nun auf die Nachbarinsel Fuerteventura, da nennt man die Mädchen gerne Lucía, Daniela, Sofía, Nayara (baskisch) und Patricia. - Bei den Jungs taucht echtes multikulti auf und deutet auch darauf hin, dass es auf Fuerteventura eine recht große muselmanische Gemeinde gibt, denn die Lieblingsnamen für Jungs auf "Fuerte" sind: Alejandro, Mohamed, Adrián und Daniel.

Bleiben noch die beiden kleinen Inseln La Gomera und El Hierro. - Auf La Gomera sind die beliebtesten Mädchennamen Aitana, Carla, Claudia und Julia, also so gar nicht im kanarischen Trend liegend. Bei den Jungs schon eher, denn die häufigsten Namen bei den Kerls sind Hugo, Diego, Jorge und Pablo.

Und las, und wohl auch least, weil man keine Lieblingsnamen von Mädchen feststellen konnte ist El Hierro, denn dort kommt kein einziger Name aus dem letzten Jahr zweimal vor. - Bei den Jungs wohl, da gibt es eine Ministatistik, Moisés und Nicolás werden da genannt, also ganz weg vom kanarischen Durchschnitt, aber El Hierro ist auch alles andere als kanarischer Einheitsbrei.



Freitag 27.01.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Tranquilo
Andere erfinden uns neu

"Wenn scho de Schickeria ihrn Porsche gegan 2 CV umtauscht" hat mein Freund im Geiste Konstantin Wecker mal in einem seiner Wutausbrüche gerufen, und mir ist dieser Satz heute früh eingefallen als ich lesen durfte, dass nun die Caja Canarias/Banca Cívica einen Arbeitsladen (Workshop) hier auf der Insel abhält, um für uns die Möglichkeiten der "Bewegung Sow" zu diskutieren. - Abgeleitet und weitergedacht aus den Bewegungen "Slow Food" und "Cittàslow" gibt es eine grundsätzliche Überlegung, das Leben noch mal neu zu überdenken, und ob Wachstum und Schnelligkeit wirklich Fortschritt und eine Verbesserung der Lebensqualität anbieten, oder ob man hier nicht während einer ganz langen Epoche des wirtschaftlichen Aufschwungs Ursachen und Wirkung verwechselt hat. - Man kann an der "Philosophie Slow" natürlich noch richtig herumfeilen, aber die grundsätzlichen Vorstellungen sind wohl klar, und immer mehr Menschen überlegen inzwischen, ob denn diese wahnsinnige Geschwindigkeit in der wir unser Leben gestalten, oder gestalten müssen, eben um zu gefallen und zu genügen, nicht anderen Interessen dient, als unseren eigenen. - Überrascht, verdutzt bis erschrocken bin ich nun, dass ausgerechnet ein Geldinstitut, zwar eines mit lokalem Charakter, aber immerhin auch mit dem Makel der Zinsen versehen sich dafür stark macht, die "Bewegung Slow" hier auf und für die Insel zu betrachten. - Dazu lädt man interessante Menschen ein die darüber diskutieren sollen, was denn hier geht, und ob denn auch wirtschaftliche Zukunft darin stecken könnte. - Da ich felsenfest überzeugt bin davon, dass alle Banken immer nur das Gemeinwohl in nahen Auge haben, so wie uns das der Ackermann seit vielen Jahren vorlebt, kann es doch nur gut sein, dass ein Kreditinstitut sich darum bemüht, die wirtschaftliche Kompetenz eines Systems zu prüfen, welches sich eigentlich auch damit schmückt, nicht den Profit als erstes Ziel zu stecken.

Natürlich kann ich die Bank verstehen, andere Geschäftsprinzipien sind hier auf der Insel längst gnadenlos gescheitert, nichts ist mit Massentourismus, Golfplätzen und mondäner Welt auf La Palma, wir sind nun mal ein stocksteifes Inselchen und Völkchen, welches zur bereitwilligen Ausbeutung durch konservativen Einsatz von internationalen Geschäftsgepflogenheiten einfach nicht taugt. - Will nichts anderes sagen, selbst die Globalisierung scheitert an uns, so ist mit uns kein Geld zu verdienen, bislang kosten wir immer nur was, also muss man andere Geschäftsmodelle suchen und finden. - Dabei kommt man irgendwann zwangsläufig auf diese "Bewegung Slow", denn nicht nur, dass diese neue Idee sehr zu uns passt, sondern wenn wir ehrlich sind, haben wir diese Geschichte sogar mal erfunden, nur damals, als alles anders war und nur manches besser, da hieß die "Bewegung Slow" hier einfach nur "tranquilo". Auch heute noch, wenn gerade kein Krawattenträger der Fraktion kognitiv Amputierter zusieht, dann nehmen wir uns die Auszeit, atmen durch, fangen lieber noch mal von vorne an und fallen langsam, sehr langsam aber eben nachhaltig wieder in unsere Geschwindigkeit zurück und plötzlich hat das auch alles wieder seinen Sinn. - Ich erinnere mich gut, als man in einer großen Diskussion mal einen solchen politischen Krawattenträger, seinen Namen nenne ich jetzt mal nicht, weil es zu peinlich ist, die einfache Frage stellte, warum man denn überhaupt eine Autobahn von Los Llanos nach Santa Cruz plane. - Seine Antwort darauf war, weil man dann früher in Santa Cruz wäre. - Darauf hin eine Stimme aus dem Publikum: "Wenn ich früher in Santa Cruz sein will, dann fahre ich einfach früher los". - Dinge können einfach sein, sehr einfach sogar, und wenn man uns heute die "Bewegung Slow" und alle Derivate darum als neue und globale Idee verkaufen will, dann freue ich mich nachhaltig und klammheimlich, denn wieder einmal hat der Igel den Hasen geschlagen. - Sei´s drum, gefährlich wird es erst dann, wenn man es halt zum Geschäftsmodell macht und dieses monopolisiert, oder eben Abhängigkeiten schafft. - Ohne Monsanto wächst kein Weizen mehr, und ohne das Geld der Banken kein Geschäft. - Da hilft nur eins, ganz schnell langsam werden…





Donnerstag 26.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Ein Schiff wird kommen…
…aber nicht nach Tazacorte

Wenige hier auf der Insel zweifeln daran, dass der Hafenausbau in Puerto de Tazacorte lediglich den noch verbleibenden Fischerbooten und eben dem Jachthafen zu Gute kommt, und wer nicht daran zweifelt, der gewinnt irgendwelche Vorteile daran, dass man für 53 Millionen Euro einen neuen Hafen in Puerto de Tazacorte baut. - Den letzten, und mit architektonischen Lorbeeren versehenen Hafen, den hat man uns erst Anfang Dezember 2002 dort hingestellt, und wie es immer ist, die Hälfte des Geldes kam von der Europäischen Union. - Damals war die Erklärung für den Ausbau des Hafens von Tazacorte, dass man endlich auch bereit sein will Fracht- Fährschiffe dort anlanden zu lassen, denn das aufstrebende Aridanetal hat ja keinen Hafen und alle Produkte und Passagiere die anlanden wollen, die müssen den Haupthafen der Insel in Santa Cruz de La Palma nutzen. - Stolz war man hier schon im Aridanetal, einige Leute dachten auch wirklich wohl, dass dieser Hafen Sinn macht und genutzt wird um Fracht und Passagiere nach Tazacorte zu locken. - Viele andere waren nur stolz darauf, dass man es damals hinbekommen hatte, die Europäische Union so zum Deppen zu halten, dass die Geld bezahlen, für einen Hafen, der kein Schiff sehen wird. - Es kamen allerdings ein paar Schiffe, bereits am Eröffnungstag, die Kristina Regina aus Finnland, und dann später noch einmal die Garajonay-Expres mit 200 Rentnern zum Kaffeetrinken. - Später fuhr mal die Reederei Armas mit der Volcán de Tauce eine lustige Linie von El Hierro nach Tazacorte und dann weiter nach Santa Cruz, so konnten man hier eine Kreuzfahrt von Tazacorte nach Santa Cruz machen, für wenig Geld, das war eine feine Sache. - Gelohnt hat sich das für die Reederei nicht, die Inselregierung hat denen Geld gegeben, damit die diese Linie betreiben und nur 2 Sommer lang existierte diese Fährlinie. - Im Winter bei Westwind oder Dünung kann man in den Hafen eh nicht einlaufen, aber das mal ganz nebenbei.

Aber wenn ein Hafen nicht gebraucht wird, was macht man dann, nach unserer Logik gibt man dann noch einmal 53 Millionen aus und baut den Hafen so richtig aus. - Die Erklärung warum wir das brauchen, die bleibt die gleiche wie für den Hafenausbau von 2002, wir wollen endlich einen Fähr- und Frachthafen haben. - Allerdings hat sich an den Umständen seit dem nichts geändert, Tazacorte liegt immer noch auf der Tenerife abgewandten Seite, und keine Reederei oder sonst wer ist aufrichtig daran interessiert, einen Umweg zu fahren, bloß dass auch mal ein Schiff in Tazacorte anlegt. - Nun reißt man also die 10 Jahre alte Hafenmauer ein, damit man eine längere Mole dort hinstellen kann, die inzwischen aber wieder kürzer wird als ursprünglich geplant, da man sich mit dem Geld schon wieder furchtbar verrechnet hat. - Nutznießer dieser Ausbaugeschichte ist vor allem der private Jachthafenbetreiber "Satocan", der eben eine noch größere Mole hingesetzt bekommt. - Zwar hat uns die Europäische Union inzwischen dabei erwischt, dass wir nicht nur einen größeren Frachthafen bauen, sondern auch direkt mit den Fördermitteln den Jachthafen verbessert haben und hat uns deshalb auf die Finger gehauen. - Allerdings hat man uns noch kein Geld wieder weggenommen, sondern man ist nun mit der Gesamtinvestition beim Hafenausbau unter die 50 Millionen Euro gerutscht, dann würde sich die Europäische Kommission nicht mehr so dringend drum bemühen mal nachzusehen, ob man denn hier einen erneuten Ausbau des Hafens überhaupt braucht. - Ich weiß nicht, ob überhaupt jemals Techniker oder sonst wer von der EU hier vor Ort waren und sich über die Bedingungen und Notwendigkeiten informiert haben, ich fürchte mal eher nicht, sondern man sich ganz und gar auf wortmächtige Verlautbarungen schriftlich verlassen hat. - Arbeitsplätze, bla bla bla, wirtschaftliche Entwicklung bla bla bla, Reichtum und Wohlstand schaffen bla bla bla, viele Reedereien interessieren sich für den Hafen bla bla bla. - Wenn man überhaupt noch einen Beweis dafür braucht, dass es keinerlei Notwendigkeit für einen Fähr- oder Frachthafen auf der Westseite der Insel gibt, dann passt die Meldung da ganz gut herein, dass nun die Reederei Armas die einzige Schiffsverbindungen zwischen El Hierro und La Palma (Santa Cruz) gestrichen hat, weil es sich einfach nicht rechnet. - Und die einzige Insel, die ein bisschen näher an Tazacorte liegt als an Santa Cruz, das wäre El Hierro. - Ein Schiff wird kommen, und nicht nur eins, aber eben nicht nach Tazacorte.








Donnerstag 26.01.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Die Jungfrau kommt bescheidener
Restpolitvernunft in El Paso

Dieses Jahr 2012 ist wieder "ein Jahr der Jungfrau", zumindest sagt man so in El Paso, wenn wie in diesem Jahr die "Virgen del Pino" wieder in den Ort getragen wird. - Alle drei Jahre wird das gemacht, und der Höhepunkt dieser Fiesta ist einer der schönsten, wenn nicht gar der schönste Umzug aller christlichen Feste auf dieser Insel. - Natürlich kommt bei mir da etwas an Lokalpatriotismus durch, aber nicht nur ich und nicht nur Leute aus El Paso behaupten, dass die "Romería" mit der "Virgen del Pino" in El Paso einfach volksnäher, fröhlicher und auch authentischer sei, als die der "Virgen de las Nieves", welche nur alle 5 Jahre den Weg aus Las Nieves nach Santa Cruz findet. - Keine Frage, die Virgen de las Nieves begleiten mehr Personen, und diese Wallfahrt ist auch außerhalb der Insel deutlich bekannter als die in El Paso, aber die in El Paso ist fröhlicher und dauert von den Stunden her auch deutlich länger, als die der großen jungfräulichen Konkurrenz in Santa Cruz. - Sei es wie es sei, man muss solch eine Romería mal erlebt haben, tausende von Pilgern begleiten die Jungfrauenstatue von der Wallfahrtskirche aus in den Ort, dann folgen hunderte von Motivwagen, Musikgruppen und eben dem traditionell gekleidetem Volk. - Das kostet ganz schön was, aber die "Romería" selbst wird eh von den Pilgern zum Großteil selbst gemacht, die Motivwagen entstehen in Eigenarbeit, die Musikgruppen erhalten im Normalfall Verpflegung und Getränke für den Tag, und das Volk zieht natürlich auch ohne Entgelt die traditionellen Klamotten an. - Die Gemeinde muss für den Sicherheitsapparat sorgen, Rotes Kreuz, Überstunden der Gemeindearbeiter und der Polizei, Toiletten, Raststationen anlegen und eben auch Teile des Pilgerweges schmücken. - Aber das ist zu schultern, zumal man eben dieses Jahr in El Paso auch noch hofft, einen oder mehrere private Sponsoren zu finden, die Interesse haben daran, sich während dieser "Romería" mit tausenden von Menschen zu zeigen. - Das nur alle drei Jahre stattfindende Fest verschlingt dennoch meist einen Betrag von an die 500.000 Euro, welchen die Gemeinde neben dem normalen Haushalt aufbringen muss, und der fast immer als kompletter Kredit aufgenommen wird, weil eben der laufende Haushalt das gar nicht hergibt. - Dabei verschuldet sich die Gemeinde immer weiter und es sind die vielen Rahmenprogramme der Fiesta, die sich schließlich über 5 Wochen hinzieht, welche das allermeiste Geld kosten. - Große Konzerte mit nationalen oder gar internationalen Stars, Shows, Treffen, Workshops und was es nicht alles noch gibt oder gab im Rahmenprogramm, denn dieses Jahr wird einiges anders werden in El Paso.

Madame Rigoureux, wie ich unsere Bürgermeisterin ab und zu nenne, die möchte nämlich in diesem Jahr die große Fiesta aus dem laufenden Haushalt finanzieren, denn sie sieht gar nicht ein, dass man sich für dieses Volksfest noch weiter in die Schuldenfalle begeben muss. - Das ist gewagt was Dolores Padilla da macht, denn es hat schon Bürgermeister gegeben, die sind in El Paso vertrieben worden, weil die "Fiesta de la Virgen del Pino" nicht nach Volkes Gusto war und wenn man das, so zu sagen aus der Portokasse finanzieren will, dann braucht man sehr viel Phantasie, gute Ideen und ein Volk, welches endlich wieder begreift, dass bei einem Volksfest das Volk auch mitmachen muss. - Ich denke mal, das Konzept kann wohl aufgehen, auch wenn man auf sehr viele Rahmenveranstaltungen, Shows und Feuerwerke verzichten werden muss, das eigentliche Fest, rund um die Marienverehrung und die große Wallfahrt, das wird sicher in keinem Moment Abstriche erfahren, indem man die Rahmenprogramme deutlich zusammenstreicht. - Ich haben mich immer schon gefragt, was Shows wie Auto-Tuning, aufblasbare Spielburgen und Seifenfeste mit einer Marienwallfahrt zu tun haben, und hoffentlich bleibt eben auch vieles von diesem Blödsinn endlich mal da wo es hingehört, nämlich auf private Hinterhöfe und nicht auf öffentliche Plätze und von Steuergeldern bezahlt. - Das wird sicher nicht ohne Polemik ablaufen, nicht alle können den Kurs unserer gestrengen Loli so nachvollziehen, aber die muss eben das Geld wieder zusammenhalten, welches andere vor ihr mit dem Füllhorn einfach so ausgegossen haben. - Dolores Padilla verspricht eine würdige aber schmale Fiesta, man sei realistisch, und könne einfach nicht mehr Geld ausgeben als das, was man zur Verfügung habe. - Stellen Sie sich mal vor, alle Politiker wären bereits von vielen Jahren ähnlich vernünftig gewesen wie unsere Bürgermeisterin aus El Paso, was wir uns alles hätten ersparen können. - Im wahrsten Sinne des Wortes. - Chapeau Loli!





Mittwoch 25.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 20,0 Grad - niedrigste Temperatur 10,0 Grad

Noelia sucht den Konsens
Wollen wir arbeiten, oder gründen wir eine Kommission?

Noelia García (Partido Popular) ist seit Juni letzten Jahres Bürgermeisterin von Los Llanos und hat uns damit prinzipiell zunächst mal glücklich gemacht, weil sie es geschafft hat, zusammen mit der PSC/PSOE die Coalición Canaria von der bereits ewig geglaubten Macht zu verdrängen. - Es wird wohl so sein, dass die drohenden Asphaltwerke den letztendlichen Ausschlag gegeben haben, denn nicht viel fehlte, und die Coalición Canaria wäre weiterhin mit absoluter Mehrheit an der Macht geblieben. - Aber Noelia hatte uns ja im Wahlkampf versprochen, dass sie sich gegen die Asphaltwerke im Aridanetal einsetzen will, und wir Trottel neigen ja immer noch dazu, anderen Menschen zu glauben. - Gut, bei Menschen mag das ja vielleicht auch gut und ethisch einwandfrei sein, aber bei Politikern der Partido Popular? - Noelia macht im Kleinen und Ganzen nicht wirklich schlechte Arbeit, obwohl es in Sachen Asphaltwerk im Moment so aussieht, als würde sie eine mögliche Lizenz an den Betreiber sogar noch beschleunigen wollen. - Die Gemeinde arbeitet nun aktiv mit daran, dass ein Notfallauffanglager für Abwässer im Industriegebiet aufgestellt wird, und eben das Fehlen dieser Infrastruktur war auch ein Hemmschuh für den Betreiber der ersten Anlage. - Der behauptet nun sogar, mit dem Bau dieser Notfallanlage wären nun alle Auflagen erfüllt und niemand mehr könne ihm nun die Betriebsgenehmigung verweigern, wenn erst diese Anlage fertig und in Betrieb ist. - Gut, ich sehe das anders, aber die Bürgermeisterin scheint irgendwie, und ich weiß einfach nicht warum die so rumeiert mit den Asphaltwerken, eher pro dieser Dreckschleudern im Aridanetal zu arbeiten und stößt uns damit alle vor den Kopf. - Von der Coalición Canaria kannten wir ja die Nähe zu dem Industriellen, aber seitens der Partido Popular bislang nicht, aber allem Anschein nach müssen wir da einen Irrtum einräumen. - Ihr Koalitionspartner, Chema Vargas von der PSC/PSOE ist da aufrechter, allerdings bliebe dem ja nur die Konfrontation übrig und was die Alternative wäre, das hieße zurück zur Regierung der Coalición Canaria. - Eigentlich könnte uns das egal sein, in Sachen Asphaltwerk sowieso, vielleicht sogar im Gegenteil, denn ein klarer Feind lässt sich besser bekämpfen als ein falscher Freund.

Aber es gibt ja noch mehr als die Asphaltwerke zu tun, auch wenn uns das natürlich sehr nahe geht, und da muss man wohl eine andere Sichtweise bemerken, welche nun mit der neuen Regierung an den Tag gelegt wird. - Nachdenken ist plötzlich möglich, manchmal sogar vorher, und nun geht es erneut um zukünftige Investitionen in Puerto de Naos, welche nicht alleine von der Gemeinde geschultert werden sollen, sondern vom Gobierno de Canarias und vor allem von der Küstenbehörde. - Das sollte alles schon vor Jahren über die Bühne gegangen sein, aber alle Planungen in Sachen Umgestaltung und Verbesserung des Küstenbereiches des Stadtteils gingen komplett in die Hose, weil alle drei Institutionen sich nicht einig werden konnte. - Die Stadt zerriss sämtliche Vorschläge der Küstenbehörde, diese wiederum konnte mit den Wünschen der Stadt nichts anfangen und das Gobierno de Canarias hielt sich gleich komplett heraus, denn es gab ja nichts Konkretes zu finanzieren. - Nun will man seitens des neuen Stadtrates eine Kommission einrichten, eben besetzt mit Leuten aus der Gemeinde, der Küstenbehörde und dem Gobierno de Canarias, dass man mal von Anfang an überlegt, was geht denn eigentlich überhaupt geht und was brauchen wir. - So könnte man sich im Idealfall doch ersparen, dass man später erst feststellt, dass was die uns bauen wollen passt uns gar nicht und die Anderen könnten uns doch gleich von Anfang an sagen, das geht, das geht nicht, und so weiter. - Vernunft ist also angesagt, auch wenn Spötter eben diesen bereits sehr geflügelten Satz hierbei nun auch gerne anwenden: Wollen wir arbeiten, oder gründen wir eine Kommission?



Mittwoch 25.01.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Kampf um die Zwergschulen wird zur Chefsache
Aber wer ist der Chef?

Man hat es ja ahnen können, noch bevor die Entscheidung der Schulbehörde überhaupt gefallen ist, haben wir schon wieder ein Winterthema aufgegriffen welches uns mehr beschäftigt als der Rettungsschirm für unser Eurönchen, oder die vielen Millionen Subventionen, die im Hafen von Tazacorte direkt in den Atlantik versenkt werden. - Die Unitarias" werden nun nicht nur von nostalgischen Eltern als palmerisches Kulturgut angesehen, unterstützt von der Lehrergewerkschaft, sondern nun macht man im Cabildo Insular die Angelegenheit zur Chefasche, und begibt sich dabei auf ganz dünnes Eis. - Hier baggert nämlich das Cabildo Insular nicht als oder gegen die Opposition an, sondern gegen die eigenen Vorgesetzten im Gobierno de Canarias, welche den gleichen Parteien angehören wie im Cabildo Insular. - Das kann auf der einen Seite gut sein, da eben die Sprachkanäle in der eigenen Partei immer offen sind, auf der anderen Seite schlägt das deftig ins Kontor der Hierarchie, und hier trifft man dann sofort auf José Miguel Pérez, welcher als Spitzenmann der PSC/PSOE im Gobiero den Canarias genau das Ressort Bildung ausfüllt. - Mit dem ist nicht zu spaßen, der hat fast die Hälfte aller Anhänger und Mitarbeiter der Partei bereits aus dem Weg geschossen, nur um seinen Posten in der Koalition mit der Coalición Canaria zu sichern und wird auf keinen Fall so schnell klein beigeben, oder wenn, dann nur in einer zähen Verhandlung in der man woanders doppelt so viel preisgeben muss. - Die Maßnahme mit der eventuellen Schließung von Zwergschulen hier auf der Insel ist ja nicht wirklich neu, jedes Jahr spricht man wieder darüber, aber in diesem Jahre sieht das so aus, dass ausgerechnet die PSC/PSOE am Drücker stehend diesen ungeliebten Schritt tun soll. - Aus rein populistischen Gründen könnte man ja, und sollte es hier auf der Insel auch machen, diese Schulen auf keinen Fall zu schließen, wenn man das allerdings von hier aus fordert, dann kann ja die Schulbehörde von sich auch schlecht einen Rückzieher machen, denn dann hätte man sich ja dem Druck der Straße, was in diesem Moment das ohnehin störrische Volk La Palmas darstellt gebeugt. - In diesem Fall wäre wiederum kontraproduktiv "Das Richtige" von hier aus zu fordern, da man diesen positiven Fall besser dem Chef überlässt. Innerparteiliche Strukturen sind oft rein mit Schleim gefüllte Kavernen, auf denen man prächtig nach oben sausen, oder auch abgrundtief nach unten wie außen stürzen kann. - Taktik ist hierbei die oberste Prämisse, aber es geht ja weder dem Cabildo Insular noch dem Gobierno de Canarias darum, dass man die beste Möglichkeit erreicht oder den Wunsch des Volkes erfüllt, sondern es geht ausschließlich darum, dass man medial die beste Position einnehmen kann. - Unsere Zwergschulen sind eine hervorragende Einrichtung, allerdings auch Luxus. - Wobei ich nicht meine, dass man sich in Zeiten der Krise überhaupt keinen Luxus mehr leisten sollte, denn wenn ich daran denke, es geht hier um die Gehälter von vielleicht 15 Lehrkräften, wobei man diese nicht mal komplett einsparen könnte, man müsste doch auf den anderen Schulen sicherlich den einen oder anderen Lehrer noch dazu beschäftigen und auf der anderen Seite werden für über 50 Millionen Euro Häfen gebaut, die kein Mensch braucht, dann sollten wir Begriffe wie Luxus, politische Vernunft und gute Bildung als Menschenrecht noch mal völlig neu definieren. - Nur wegen der medialen Wirkung, was dabei rauskommt ist nicht relevant, nur wie es rüberkommt.



Dienstag 24.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 19,6 Grad - niedrigste Temperatur 12,2 Grad

Immobiliäre Schmankerl kommen auf die Tagesordnung
Die Cotmac autorisiert Bebauung am alten Flughafen

Ja die "Cotmac", die hat einen ziemlich schwierigen Ruf bei uns, gilt doch diese Kommission für Raumordnung in Tenerife als wichtigstes Gremium wenn es darum geht, ob was geht oder nicht. - Fast selbstherrlich entscheiden dort Politiker und Techniker über lokale Flächennutzungspläne oder inselweite Papiere und wir wissen doch von mehreren Fällen, dass dort auch gerne mal irgendwelche Interessen vor Gesetz ergehen. Bestes Zeichen doch die Baugenehmigung um das Gebäude "Los Tarajales" in Puerto de Tazacorte, wo doch nun die Gerichte festgestellt haben, dass man diese Baugenehmigung niemals hätte geben dürfen. - Auch erinnere ich mich an die Popoisiereung, (um nicht Verarsche) sagen zu müssen, als seinerzeit die Gemeinde El Paso die Autobahn ablehnte. - Man hat das wohl zur Kenntnis genommen, uns gesagt, alles wunderbar, man würde unseren Wunsch respektieren, hat uns aber dafür eine Umgehungsstraße in den Flächennutzungsplan gezeichnet, welche nichts anderes ist als die Autobahn, auf dem Papier einfach nur kuscheliger gezeichnet. - Gut, die Autobahn wird wohl nicht aus Vernunft, sondern öffentlicher Armut nicht kommen, aber so ganz haben wir dem Verein "Comisión de Ordenación del Territorio y Medio Ambiente de Canarias", wie das ausgeschrieben heißt, nie wirklich getraut. - Nun aber setzt man für die Bebauung gleich zwei absolute immobiliäre Schmankerl hier auf der Insel frei, einmal 110.000 Quadratmeter der alten Flughafenpiste, und dann noch den ehemaligen Fußballplatz bei Bajamar, (20.000 qm) welches das Gelände gegenüber der "Playa de Bajamar" ist, und die befindet sich an der südlichen Einfahrt von Santa Cruz. - Allerdings gehören beide Grundstücke zur Gemeinde Breña Alta und da dürften heute viele privaten Grundbesitzer, aber auch die Gemeinde selbst feiern, da beide Lagen gerade für gewerbliche Investitionen hervorragend geeignet sind.

Der ehemalige Fußballplatz ist nur 8 Gehminuten von der Hauptstadt entfernt, fast direkt am Hafen, und mit dem Auto ist man in 8 Minuten am Flughafen. - So etwas nennt sich verkehrsgünstig gelegen, ohne die Probleme einer Innenstadtlage zu haben, da werden sich sicherlich Interessenten finden. - Der alte Flughafen ist zwar etwas weiter von der Hauptstadt weg, dafür auch wieder näher am Aridanetal, und da wo heute bereits Ikea auf Kundenfang geht, könnte ich mir gut vorstellen, dass dort zukünftig noch sehr viel mehr Gewerbe sich mit dieser Lage gleichzeitig beiden Inselseiten anbieten will. - Dort am alten Flughafen ist etwa die Hälfte des Geländes in privater Hand, die andere Hälfte gehört der Gemeinde, aber man musste sehr lange warten, bis man nun die Grundstücke wieder bekam, hatte doch das Militär seine Finger auf dem Flugfeld noch robust liegen. - Zwar landete bereits 1970 dort die letzte Maschine, aber erst im Jahr 1998 gab das Militär dieses Gelände wieder frei. - Es kann also so richtig losgelegt werden, allerdings muss man schon abwarten, wer denn jetzt in voller Krise wagt, die großen Investitionen zu tätigen. - Lidl hat schon ein anderes Terrain unterhalb ausgesucht, und wer noch kommen will, vom immer schmaler werdenden Verbraucherkuchen La Palmas sich noch ein Stück abzuschneiden, das weiß ich nicht. - Generell dürfen wir aber die Hoffnung hegen, dass sich vielleicht eine kleine Industrie von anderswo her bei uns ansiedeln könnte, der Flughafen ist nah, der Hafen auch und man wäre so ziemlich in der Mitte der Insel, könnte also zentrale Aufgaben übernehmen. - Unser Traum ist ja immer noch ein Hersteller von Hightec-Produkten, welche keine großen Frachtaufkommen benötigen, aber wertvolle Dinge herstellen, die auch noch auf eine ordentliche Marge hoffen lassen. - Na ja, das eben was die Chinesen dann drei Jahre später zum Mondscheintarif herstellen, aber hoffen, warten und träumen dürfen wir doch allemal. - Das können wir auch ganz hervorragend…



Dienstag 24.01.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 10 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1022 hPa

Schulbehörde dementiert Schulschließungen…
…nur halbherzig

Brav, schnell und nicht unerwartet hat man sich seitens der "Consejería de Educación" in Sachen Schließung der Zwergschulen geäußert, nachdem gestern die Zeitung "El Día" verbreitete, dass man erfahren hat, 12 "Unitarias" auf La Palma würden mit Ende dieses Schuljahres schließen müssen. - Man prüfe die Situation, wie jedes Jahr, aber eine Schließung sie noch keine beschlossene Sache, so heißt es nun seitens der Schulbehörde. - Kann schon sein, dass die notwendigen Unterschriften noch fehlen, aber die Lehrer und die Bildungsgewerkschaft "STEC" (Sindicato de Trabajadores de la Enseñanza de Canarias) heben ganz klar hervor, dass die Überprüfung der Zwergschulen hier auf der Insel sich wohl einzig auf die 12 bereits genannten Schulen erstreckt hat, und einigen Lehrern wohl zwischen den Zeilen schon klar gemacht wurde, dass nächstes Schuljahr in dieser oder jener Schule kein Unterricht mehr stattfinden wird. - Wie das letztendlich ausgehen wird, das hängt nun auch noch davon ab, wie schnell und breit sich die Gewerkschaft, die Lehrer und natürlich die Eltern aufraffen können etwas gegen die Schließung dieser Schulen zu unternehmen. - Dazu brächte man auch jeden Fall auch die Solidarität anderer Schulen, denn nur die 12 besagten Zwergschulen alleine bringen ja kaum noch Schüler und Eltern hervor, und sind auch so weit über das Inselterritorium verstreut, dass dezentrale Aktionen keinen Sinn haben. - Die Gewerkschaft ruft auch bereits kräftig zum Widerstand auf, allerdings wird man nun eben von der Schulbehörde gebremst, so lange die nicht klar sagen, dass die Schulen im kommenden Jahr nicht weiterbetrieben werden, so lange wird es schlecht möglich sein da richtig auf den Putz zu hauen. - In ersten Beiträgen in öffentlichen Foren und Kommentarspalten zeichnet sich klar ab, dass auch die Bevölkerung sehr für den Erhalt der Zwergschulen ist, sicher auch aus Nostalgie heraus, da früher fast alle Schüler zunächst auf einer dieser Stadtteilschulen waren. - In der Tat ist es ein ganz besonderer Einstieg in das Schulwesen für die kleinen Schüler, und den wollen viele eben ihren Kindern auch noch gönnen. - Wobei die aktuelle Generation an Eltern wohl eher anders denkt, denn wenn es mehr Schüler auf diesen Zwergschulen gäbe, dann käme eine Schließung überhaupt nicht in Frage. - So gibt es insgesamt wohl 38 dieser Einrichtungen auf La Palma, und von denen sind 12 durch Schließung bedroht, und das sind genau die Schulen, welche nur noch wenige Schüler haben. - Andere "Unitarias" erfreuen sich nach wie vor besseren Zulaufes, so dass für die keine Bedrohung durch Schließung besteht. - Es ist also nicht nur der Versuch der Schulbehörde zu sparen, nicht immer und überall wird einfach dieses Modell an Schule für die Kleinsten auch entsprechend angenommen. - Tragisch ist, dass nun genau die Partei, welche seit Jahren eigentlich dafür steht, das Schulsystem auf den Kanaren verbessern zu wollen diejenigen sind, welche unter ihrer Führung die Schließung dieser Schulen überlegen. - Es war halt eine dumme Idee von den Sozialisten, in einem Pakt der Verlierer Regierungsantwortung im Gobierno de Canarias mit der Coalición Canaria zu übernehmen und sicher wird das dieser so ins Zwielicht geratenen Partei weitere Sympathien kosten. - Jetzt soll man Geld dort einsparen, wogegen man jahrelang gekämpft hat, nicht jedes treue Vasallentum ist eben ehrenhaft. - Vielleicht bekommt man ja aber auch noch mal die Kurve, wir erinnern uns doch noch sehr gut an die Anfänge dieses Schuljahres, wo in einigen Schulen der Insel Lehrkräfte fehlten, aber man sehr schnell öffentliche Druck aufbaute und sich die Schulbehörde dann schleunigst darum bemühte, nicht weiter negative Schlagzeilen zu machen.



Montag 23.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 15,7 Grad - niedrigste Temperatur 12,0 Grad

Der und die Unaussprechlichen
Höchsttemperatur 15,7 Grad

Nein, die Zeiten als ich Schiesser Tausendsassa lang und grau mit Eingriff trug sind seit dem 1. September 2011 vorbei. - Seit dem Tag rauche ich nicht mehr, und deshalb friere ich auch kaum noch, es ist wirklich so. - Dennoch, an einem Tag wie heute, wo die Temperatur selbst am Tag nicht über 15,7 Grad gestiegen ist, da denke ich immer wieder gerne zurück an dieses wunderbare Beinkleid. - Alles unter 20 Grad ist bei uns kalt, und heute ist der Wind komplett eingeschlafen, so stecken wir auch den ganzen Tag unter einer Wolkendecke, welche sich eben bei dem Wetter nicht verteilen will. - Wir brauchen dringend wieder mehr Wind, dann kann diese Wolkendecke aufgelöst werden und wir kommen tagsüber wieder in den Genuss von Sonnenschein, der uns dann sofort wieder in standesgemäße Regionen von über 20 Grad hievt. - Morgen erwarten wir wieder mehr Wind, auch ein bisschen Regen auf der Ost- und Nordseite, im Westen wird es wohl weiter trocken bleiben, auch wenn sich zwischen den Kanaren und den afrikanischen Kontinent so etwas wie die Andeutung eines Tiefchens abgesetzt hat. - Der Wind kommt aber aus dem Norden, so dass das Massiv der Caldera jegliche Versuche uns im Westen Niederschläge zu bringen wohl vereiteln wird. - Das kältere Wetter hatten wir ja erwartet, keine Überraschung also, nur wünscht man sich halt doch immer wieder, dass tagsüber die Sonne herauskommt und uns mindestens die 20 Grad beschert und das hat ja in den vergangenen Wochen, und Monaten auch bestens funktioniert. - Der absolut kälteste Tag von der Höchsttemperatur ist heute in diesem Winter, nachdem im Dezember die Höchsttemperatur nicht einen einzigen Tag unter 20 Grad lag müssen wir in den November zurück, um für den 29.11. einen Wert von 18,3 Grad festzustellen. - Was macht man an einem solchen Tag, ganz einfach, manche machen BBB, Bett, Buch, Bordeaux, bei uns heißt das anders, BBV, Bett, Buch Vega Norte.

Akaymu, der Unaussprechliche macht auf El Hierro wieder durch sein langsames Sterben auf sich aufmerksam. - In den letzten Tagen kam es immer mal wieder stundenweise vor, dass die Eruption vollständig zum Erliegen kam, jedenfalls meldet uns das der Seismograph der Instituto Geográfico Nacional. - Der Tremor verschwindet immer mal wieder und wenn wir nicht genau wüssten, dass der Vulkan dieses Spielchen schon öfter mit uns gemacht hat, dann könnte man meinen, nach nun 104 Tagen Eruption ist Akaymu müde und leer und will sich endgültig zur Ruhe legen. - Könnte man verstehen, 104 Tage Arbeit am Stück, das ist für einen kanarischen Vulkan eine enorme Leistung, die meisten anderen Vulkane hier haben bereits nach wenige Wochen schlapp gemacht. - Allerdings ist immer noch seismische Aktivität zu messen, wenn auch längst nicht mehr in dem Umfang wie noch vor Monatsfrist, aber ganz aufgeben sollten wir die Aufmerksamkeit gegenüber dem Vulkan eben noch nicht. - Mehr gibt es heute nicht zu lesen an dieser Stelle, BBV ruft und ich muss noch los, denn wir haben kein V mehr im Haus…





Montag 23.01.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1022 hPa

Karneval ist eine ernste Angelegenheit
Inselkünstler schreibt Drehbuch für den "Día de los Indianos"

Karneval wird auf La Palma dicke gefeiert, besonders in Los Llanos und der Hauptstadt Santa Cruz. - Während in Los Llanos viele Tage lang auf gleichem elysischen und ethylischen Niveau gefeiert wird, gibt es in der Hauptstadt "den großen Tag", den "Día de los Indianos", der weit über die Grenzen der Insel hinaus bekannt ist. - Viele Besucher von den anderen Inseln kommen an dem Tag zu uns, selbst vom Festland, und inzwischen auch aus Mitteleuropa, so lockend ist diese ausschweifende Fiesta inzwischen geworden. - Die Geschichte um den "weißen Karneval", wie man diese Art zu Feiern auch nennt, will ich eben mal nur anreißen, sonst sitze ich bis Mittag an der Geschichte. - Man feiert an dem Tag, welcher übrigens der Rosenmontag ist, die reich gewordenen Rückwanderer oder Besucher, welche ihr Glück in Kuba gefunden haben und nun, mit Geld, Flausen und eben weißen Klamotten zurück in ihre Heimat La Palma kommen. - Dabei spielt der spöttische Charakter der Menschen hier eine große Rolle, man macht sich über diese Rückkehrer eigentlich mehr lustig, als dass man sie bewundern würde. - Dazu wird dann auch das Talkumpulver verstreut, "echar polvo" nennt man dann das, und "pulvert" damit seine Gegenüber kräftig ein, was eben nur an diesem Tag erlaubt ist. - Alle sind weiß, oder beige gekleidet, die Frauen tragen lange Kleider und Strohhut ist auch Pflicht, ansonsten schreibt die Regie für den "Indianertag" nur vor, dass man fröhlich sein muss, möglichst trinkfest und auf keinen Fall Angst vor Menschenmengen haben darf. - Es gibt auch einige offizielle Akte am Vormittag des Rosenmontags, aber die eigentliche Fiesta kennt kaum Regeln, eben außer der einheitlichen Kleidung, und dass es sich um Straßenkarneval handelt, der an diesem Tag bereits mittags beginnt, und die gesamte Stadt in völligen Ausnahmezustand versetzt. - Zu wild, zu wirr und zu entrückt vom eigentlichen Sinn und Ursprung dieser Fiesta meint nun Luis Morera, und möchte das Fest "Día de los Indianos" wieder auf die rechte Spur zurück bringen. - Hätte irgendjemand anders so etwas auch nur im Entferntesten vorgeschlagen, den "Día de los Indianos" auch nur irgendwie zu verändern, das hätte schlimme Folgen haben können. - Nun ist aber Luis Morera nicht irgendjemand, sondern DER Inselkünstler, ein Sänger, ein Komponist, ein Bildhauer; Maler, Lebenskünstler, und manchmal eben auch Mahner, wenn wir uns zu sehr treiben lassen.

Und eben jener Luis Morera möchte nun dem großen Karnevalstag in Santa Cruz wieder mehr Ursprünglichkeit verleihen, denn er erkennt eine "Abnabelung" der heutigen Zeremonien von dem, was es eigentlich ursprünglich bedeutet, den "Weißen Karneval" zu feiern. - Ein Drehbuch will er für den Karneval, damit das nicht alles drunter und drüber geht, und hat auch schon ganz konkrete Ideen, welche eine Vielzahl von Akten und Vorstellungen beinhalten, die eher an ein Gesamtkunstwerk mit 15.000 Statisten erinnern, als an das, was wir hier unter Karneval verstehen. - Wunderbare Ideen fügt dort Luis Morera eine an die andere, solch einen Karneval hat die Welt noch nicht gesehen, und künstlerischer wie traditioneller Anspruch konzentrieren sich eben voll und ganz auf den Bezug Kuba, und ein recht strenges Drehbuch wacht darüber, dass alles einen geordneten Lauf nimmt. - Noch ist das alles nur ein Vorschlag, aber wie gesagt, einem Luis Morera hört man zu, und natürlich gibt es sicherlich auch seitens des Rathauses in Santa Cruz offene Ohren dafür, wenn man solch einem Spektakel noch künstlerischen Wert draufsetzen kann. - Für dieses Jahr ist es eh zu spät, da kann man nun von dem was Luis Morera vorschlägt eigentlich bis zum 20. Februar kaum noch etwas realisieren, und vor alledem, muss man wohl zunächst die Ideen des Luis Morera auch noch öffentlich diskutieren. - Ich habe wohl die Befürchtung, dass sich in dem wohl wilden Straßenkarneval in Santa Cruz nicht viel dirigieren lässt, schließlich müssten die meisten "Indianos" ja auch mitmachen und dem Drehbuch folgen, und zum Zuschauen wäre auch keine Möglichkeit, denn alle wären ja Komparsen und Darsteller. - Es ist anzunehmen, dass Luis Morera mit seinen Ideen uns da etwas überschätzt, kaum einer der Feiernden sucht im Karneval den künstlerischen Aspekt, oder möchte in jedem Moment darauf achten, sich ja traditionskonform zu verhalten. - Was Spaß macht, das ist an Karneval erlaubt, und ob Luis Morera uns da einen Kuss der Muse geben kann, das müssen wir noch abwarten. - Wer Luis Moreras Vorschläge für das große Indianerdrehbuch im Detail nachlesen will, der kann das HIER tun.





Sonntag 22.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Rübermachen
Die Krise hat viele Gesichter

Ein sehr spanisches Gesicht der Krise ist die extrem hohe Arbeitslosigkeit, was aber einfach zu erklären ist, denn gerade im Bausektor fanden sehr viele Menschen Arbeit und der Boom ist eben hier im Land seit ein paar Jahren vorbei. - Schlimmer noch, es gibt sogar ein Überangebot an Immobilien inzwischen, es ist also für lange Zeit nicht mehr zu erwarten, dass aus dem Bausektor in Spanien Akzente für ein Sinken der Arbeitslosenzahlen kommen können. - Das Überangebot an Immobilien hier in Spanien ist ein hausgemachtes Problem, zusätzlich hat uns aber dann auch noch die internationale Finanzkrise getroffen und die hohe Staatsverschuldung macht es auch nicht leichter, robuste Programme aufzulegen, welche die Konjunktur wieder in die Höhe treiben. - Im Gegenteil, der Staatsapparat muss kräftig sparen, und das macht man auch natürlich beim Personal, so dass im Moment nicht wirklich rosige Aussichten für den Arbeitsmarkt in Spanien zu finden sind. - Das bringt viele Menschen dazu auszuwandern, und nachdem Spanien in den fetten Jahren des gepumpten Aufschwungs ein Zuwanderungsland war, und man sich in einigen Regionen bereits vor Übersiedlung und auch Überfremdung fürchtete, leert sich nun das Land wieder zusehends. - Zahlen werden dazu nun auch erstmals genannt, aber gleich mit dem Hinweis versehen, dass diese Zahlen nicht unbedingt genau sein müssen, denn nicht alle die Auswandern, die melden sich im "Censo de Españoles Residentes Ausentes" an. - Dieser "Censo" ist eine Art Inventarliste, in dem sich alle Spanier anmelden können die ins Ausland gehen, aber man muss sich dort nicht anmelden, verliert aber wenn man sich dort nicht in die Liste eintragen lässt das heimische Wahlrecht.

Es werden also mehr Menschen sein, die aus Spanien weg sind, als das was man nun an offiziellen Zahlen nennen kann, aber aufschlussreich ist es wohl, dass die Zahl der Emigranten aus diesem Land seit 2008 um fast 22% gestiegen ist. - Mitteleuropa ist das bevorzugte Ziel und da besonders die Schweiz, England und Deutschland, in allen drei Ländern hat es deutliche Zuwächse in der Zahl der dort lebenden und arbeitenden Spanier gegeben. - Meist verlassen junge und gut gebildete Menschen das Land, das ist verständlich, hat doch diese Gruppe noch die größten Chancen in Mitteleuropa eine befriedigende Arbeit zu finden, und ist auch noch eher in der Lage, sich in einem fremden Land einzugewöhnen. - Auch nach Mittel- und Südamerika wandern viele Spanier aus, allerdings handelt es sich hier meist um Rückwanderer, welche in den Boomjahren nach Spanien gekommen sind, die hiesige Nationalität angenommen haben, in der jetzige Krise aber keine Arbeit mehr finden und sich so lieber wieder in den Kreis der Familie begeben, als hier in Spanien arbeitslos zu sein. - Wenn die jungen und gut gebildeten Menschen gehen, dann ist das aber auch ein Aderlass für die Zukunftschancen dieses Landes, denn wenn man den notwendigen Strukturwandel wirklich ernsthaft angehen will, dann braucht man nicht nur viele fleißige Hände, sondern eben auch viele gut ausgebildete Köpfe. - Das könnte in den kommenden Jahren aber auch wieder spürbar besser werden, die Krise hat nämlich auch bewirkt, dass deutlich mehr junge Menschen nun das Abitur anstreben und auch eine Studium angehen, weil man sich ganz einfach deutlich höhere Chancen auf einen Arbeitsplatz macht, wenn man akademische Vorbildung hat. - Böse Zungen sagen dazu natürlich, Spanien leistet sich dann in ein paar Jahren den höchsten Stand an arbeitslosen Akademikern, aber in der Tat ist es so, dass Ausbildung immer die Chance für die Zukunft erhöht. - Erste positive Impulse für den Arbeitsmarkt erwartet man nach den neuesten Aussagen in Spanien erst wieder im Jahr 2014, vorher muss der Staatshauhalt saniert werden, und so lange wird man mit eine rezessiven Wirtschaft noch rechnen müssen. - Wenn man nun unbedingt noch etwas Positives mitnehmen will in den Überlegungen zur wirtschaftlichen Situation dieses Landes, dann dürfen wir vermelden, dass die illegale Einwanderung nach Spanien und den Kanarischen Inseln inzwischen gegen Null geht. - Es lohnt sich nicht dahin zu flüchten, wo es nichts zu holen gibt.



Sonntag 22.01.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1023 hPa

Zwergschulen müssen schließen
Ausgerechnet die Sozialisten…

Wieder geht ein Stück unvergleichbarem spanischen Luxus dahin, viele der kleinen "Unitarias" werden wohl nur noch dieses Schuljahr offen gehalten, dann nimmt sie der Kostendruck hinfort, und leider kann man wohl gar nichts dagegen machen. - Keine Schule sollte mehr als 2 Kilometer entfernt liegen, so ist man die Geschichte in den sechziger Jahren mal angegangen, was zum Beispiel im Fall El Pasos dafür sorgte, dass es in der Gemeinde sieben Schulen gibt. Fünf "Unitarias", ein "CEIP" (Colegio de Educación Infantil y Primaria) und ein "IES" (Instituto de Enseñaza Secundaria). - Nicht schlecht für 7.900 Einwohner, aber diese Herrlichkeit wird nun ein baldiges Ende haben, denn mindestens 2 der "Unitarias" El Pasos werden wohl Ende dieses Schuljahres schließen müssen, genau so wie 10 weitere auf der gesamten Insel. - Die "Unitarias" bieten die ersten drei Vorschulklassen an, "Preescolar", was auch den sonst nicht vorhandenen Kindergarten ersetzen soll, und dann die ersten vier Schulklassen. - Danach wechselt man auf die "CEIP" um die fünfte und die sechste Klasse zu absolvieren und dann geht es weiter auf das "Instituto". - Dort werden dann die vier "ESO" (Educación Secundaria Obligatoria) Jahrgangsstufen angeboten (7. - 10. Klasse) und wer dann noch will, denn mit der "vierten ESO" endet die Schulpflicht, der kann dann noch die beiden Jahre "Bachillerato" (etwa Abitur) machen, welche einen dann zur Prüfung der Universitätszulassung "PAU" (Prueba de Acceso a la Universidad) leiten. - Jetzt wollen wir aber nicht das gesamte spanische Bildungssystem mit allen seinen Vor- und Nachteilen durchkauen, sondern es geht um diese Sonderstellung der "Unitarias", die bislang so wunderbare Arbeit geleistet haben, aber undank der geringen Geburtenraten und eines auch hier immer weiter steigenden Leistungsdrucks wohl nicht mehr zeitgemäß erscheinen.

Die Schulen der "CEIP" bieten nämlich auch die Jahrgangsstufen 1 - 4 an, man muss also sein Kind nicht auf eine der kleinen Stadtteilsschulen schicken, man kann sie auch gleich in die Zentrumsschule bringen und immer mehr Eltern haben das auch getan. - Einmal hat jede Familie inzwischen ein Auto, es geht also nicht mehr um die wirkliche Nähe zur Wohnung, und auf der anderen Seite genießen diese Zwergschulen einen durchaus differenzierten Ruf. - So schön es ist die Schule nah zu haben, und jeden Vater und jede Mutter zu kennen, weil es eben alles Nachbarn sind, so kritisch betrachten viele Eltern, und auch die Schulbehörde inzwischen die Bildungserfolge dieser Zwergschulen. - Oft werden mehrere Jahrgangsstufen zusammen in einem Unterrichtsraum abgehalten, die Ausbildung der Lehrer der "Unitarias" gilt als zweitklassig, und manche Fächer werden dort überhaupt nicht unterrichtet, weil eben die Lehrerschaft dafür fehlt. - Das führte dazu, dass sich viele dieser kleinen Schulen inzwischen mit einem Schülerstand von 5 - 15 Schülern abfinden müssen, nur noch einer Lehrkraft und man für die Aufrechterhaltung dieser Schulen unverhältnismäßig viel Geld ausgeben muss. - Alle Speziallehrer, welche Musik, Sprachen und auch Sport unterrichten müssen von Schule zu Schule fahren, können so nur die Hälfte der Stunden absolvieren welche ein Lehrer sonst in einem Schulzentrum geben kann und dann eben auch noch die Kosten, welche es bedeutet, ein Schulgebäude samt Sportstätte zu erhalten. - Dabei ist das Engagement der allermeisten Lehrer in diesen Zwergschulen viel größer als das in den Schulzentren ist, denn der enge Kontakt mit den Eltern spornt natürlich auch den Ehrgeiz der Lehrkräfte deutlich an. - Seit Jahren bereits geht der Kampf um die Zwergschulen immer wieder von vorne los und bislang konnte man es immer noch vermeiden, dass hier auf der Insel Schulen dieser Charakteristika geschlossen werden. - Zum Teil hat man das sogar mit nicht ganz legalen Mitteln gemacht, die Leiter der Schulen haben schlichtweg Schüler erfunden, welche sich für den kommenden Kurs angemeldet haben sollen, um einen größere Schülerzahl vorzugeben.

Das alles nutzt nun in einigen Fällen wirklich nicht weiter, die Bildungsbehörde der Kanaren entzieht nun den Zwergschulen diesen Sonderstatus und wird in Zukunft alle Zentren schließen, die nicht mehr von der Schülerzahl her plausibel zu finanzieren sind. - Man nennt keine Grenze dabei, zehn oder zwanzig Schüler, denn man muss ja Rücksicht darauf nehmen, ob in brauchbarer Nähe einer dieser Zwergschulen denn ein größeres Schulzentrum liegt, welche die gleichen Angebote hat. - Schicksalhaft in dieser Angelegenheit ist es nun, dass genau die Sozialisten, die sich ja immer für ein breites und besseres Bildungsangebot stark gemacht haben, hier auf den Kanaren die Partei sind, welche die Schließung viele dieser Zwergschulen anordnen wird. - Man hat eben in der fatalen Koalition mit der Coalición Canaria im Gobierno de Canarias das Bildungsressort übernommen, das wollte man eh immer haben, und nun hat man es endlich und kann nicht umhin, mit deutlich geringeren Mitteln solche Einschnitte vornehmen zu müssen. - Welche Schulen tatsächlich alle geschlossen werden müssen steht noch nicht abschließend fest, allerdings veröffentlicht die Zeitung "El Día" eine Liste mit folgenden Schulen: Tacande und Tajuya (El Paso), Gallegos und Las Cabezadas (Barlovento), Franceses (Garafía), Tenagua (Puntallana), Beloco (Santa Cruz), Las Ledas und El Fuerte (Breña Baja), Santa Rosalía und Tigerorte (Mazo) und Las Caletas (Fuencaliente). - Das würde bedeuten, auch die Zwergschule, in die meine beiden Töchter gegangen sind, und das zufrieden, fröhlich und bestens betreut, die in Tajuya, auch die würde dann in Zukunft nicht mehr existieren.



Samstag 21.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 25 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Kurz angekratzt
Wasser, Geld, und eine gute Idee

Es will einfach nicht regnen, und wenn man sich die Diagramme der Wetterdienste so ansieht, dann ist den Januar über so gut wie sicher nichts mehr zu erwarten, und der Februar beginnt genau so, Hochdruck über dem Nordatlantik wie seit September letzten Jahres, und damit kann überhaupt kein sattes Tief auf unsere Breiten herunter gelangen. - Natürlich wissen wir nicht, wie es dann später weitergeht, aber man muss schon auch damit rechnen, dass es wirklich nicht mehr regnet diesen Winter auf den Kanaren, es wäre ja schließlich nicht das erste Mal, dass wir einen Winter ohne Regen, oder sagen wir ohne brauchbare Niederschläge hinnehmen müssen. - Aber man wird nervös, auf den anderen Inseln noch deutlich mehr als auf La Palma, denn wir wissen doch sehr gut, dass wir die wasserreichste Insel sind. - Auch von offizieller Seite aus nun dementiert man, dass hier auf La Palma ein trockener Winter bereits echte Probleme in der Landwirtschaft auslösen könnte, einmal haben wir Reserven, und auf der anderen Seite mehrere Winter mit reichlich Niederschlägen hinter uns, so dass auch die Quellen, die Galerien und die Zisternen noch gefüllt sind. - Wer das sagt, das ist der zuständige Rat für Wasser im Cabildo Insular, Luis Viña Ramos, ein alter und nicht immer geschätzter Bekannter, war er doch noch in der vorhergehenden Legislaturperiode der Mann "fürs Gobe", der uns auf dem Gesamtplan für die Insel immer wieder einreden musste, wie wichtig doch die ominöse Autobahn für die zukünftige Entwicklung dieser Insel sei. - Jetzt, wenn er über das Wasser parliert, dann höre ich ihm sogar gerne zu, auch ein bisschen mit der klammheimlichen Freude, dass wir uns wohl in den kommenden Jahren nicht mehr ernsthaft über das Thema Autobahn auf La Palma unterhalten müssen. - Nicht, dass wir vernünftig geworden wären, so etwas steht unseren Lenkern und Planern nicht, die Krise hat uns eingeregelt, und überall auf den Insel werden nun zukünftige Infrastrukturmaßnahmen kleingehäckselt, die bereits in Ausführung sind, und alles was da noch ansteht wird sowieso erstmal verschoben. - Auf jeden Fall regnet es eher wieder, als wir das Wort Autobahn erneut in den Mund nehmen sollte, jedenfalls hier auf La Palma.

Wo Julio Cabrera das ganze Geld herholt, das fragen wir uns wirklich. - Julio Cabrera ist der neue Rat für Tourismus im Cabildo Insular, und auch kein Unbekannter mehr, war er doch in der vorhergehenden Legislaturperiode Rat für Umwelt. - Es ist also nicht nur bei Ihnen in Deutschland so, dass jeder Politiker grundsätzlich etwas von jedem Ressort versteht, auch hier wird kräftig gewürfelt und geschüttelt, und wer zuletzt zuckt, der muss Tourismus machen… Nein, so schlimm ist das nicht, und es war auch Zeit, dass wir mal wieder einen Rat für Tourismus bekommen der zumindest tätig wird, und man kann Julio Cabrera viel vorwerfen, aber nicht, dass er faul sei und nichts unternehme. - Allerdings wirft der in seiner Urgewalt mit dem Hintern vieles von dem wieder um, was er vorne aufgebaut hat, aber auch ich neige eher dazu lieber Fehler zu begehen, als gar nichts zu unternehmen. - Ich hatte ja bereits darüber berichtet, Touropa fliegt im Sommer ab Memmingen zu uns, Itaka ab Warschau, und Tompson UK schickt einen Flieger aus Manchester zu uns, und ich darf mehr als raten, diese Reiseveranstalter haben sich das von der Inselregierung mit Geldversprechen absichern lassen, das macht man heute so. - Nun kommt ein neuer Coup, Corte Ingles, ein äußerst bekanntes und wohl angesehenes Warenhausunternehmen mit Reiseabteilung wird La Palma auf seinem Kanarenkatalog auf der Titelseite führen. - Darüber hinaus eine zweiseitige Beschreibung der Insel, und das ist natürlich für den nationalen Tourismusmarkt eine riesige Sache. Was das nun wieder gekostet hat, das würde ich schon gerne wissen, allerdings bin ich ja kein Werbefachmann und könnte deswegen auch nicht einschätzen, ob solche Brachialmethoden sich letztendlich auszahlen. - Das werden wir abwarten müssen, der Sommer wird das zeigen, aber schon gleich mal 3 internationale Flieger mehr im Sommer, das lässt sich sehen und nun auch noch die Attacke auf den nationalen Markt, das ist schon was. - Wenn es klappt, also sich auszahlt, dann ist Julio König, wenn es schief geht, dann ist er Freiwild. - Na gut, das sind Politiker sowieso, aber anders haben die allermeisten das auch nicht verdient.

Eine nette Idee findet das Königshaus um der Insel El Hierro ein bisschen unter die touristischen Arme zu greifen, nachdem man halt durch die unterseeische Eruption schon Einbrüche in der Branche gehabt hat. - Unser Prinz, der Felipe von Asturien, ja, der meinen Frauen schon die Hand geschüttelt hat, der wird nun auch bereits 44 Jahre alt, und diesen Geburtstag, den wird er auf der Insel El Hierro feiern. - Natürlich zusammen mit seiner Frau Letizia, das gehört sich so und dieser Besuch auf der Insel El Hierro soll ein Zeichen dafür sein, dass wieder Normalität auf der Insel eintreten kann, obwohl die Eruption immer noch im Gange ist. - Mit dem Besuch des Prinzen um seinen Geburtstag zu feiern blicken natürlich ganz viele Menschen hier im Land dann auf die Insel El Hierro, und es wird wieder viel darüber berichtet werden. - Am 30. Januar ist es dann so weit, da reist das Prinzenpaar auf unsere kleine Nachbarinsel und dann werden wir ja auch sehen, ob der im Moment schwächelnde, aber immer noch tätige Vulkan, ja vielleicht ein königliches Ständchen bringt.




Nicht, dass es irgendetwas mit dem vorangegangenen Text zu tun haben würde. - Ist einfach nur ein schönes Foto, Wallfahrtskapelle "Virgen del Pino" vor der Cumbre Nueva und den Passatwolken - El Paso eben.




Samstag 21.01.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1026 hPa

Eigenlob stinkt nicht nach Qualm
Positive Bilanz in Sachen Feuer im Jahr 2011

Vielleicht haben wir ja unsere Lektion gelernt. So zumindest meint es der für die Brandbekämpfung zuständige Rat im Cabildo Insular, Carlos González Mata. - 24 mal mussten die Einsatzkräfte im vergangenen Jahr 2011 ausrücken, aber trotz dieser Zahl an Einsätzen darf man lediglich 6 Hektar als verbrannte Fläche melden, eine winzige Fläche, selbst wenn man das mit einem Jahr vergleicht, in dem es keinen großen Waldbrand gibt. - Feuer gab es wohl, allerdings waren die Einsatzkräfte jedes Mal so schnell vor Ort, dass diese Feuer sich erst gar nicht zu einem Großbrand ausweiten konnten, und genau das muss ja auch die Taktik sein, wie man mit relativ geringem Aufwand die Landschaft, die Werte und schließlich auch Menschenleben schützen kann und muss. - Wir erinnern uns doch alle noch an das verheerende Feuer im August 2009, als im Süden der Insel ein Feuer ausbrach, und wir teilweise selbst hier im Aridanetal fürchten mussten, dass das Feuer auch unsere bewohnten Gebiete erreicht. - Mit enormen Aufwand an Technik und Personal hat man es seinerzeit dann geschafft, das Feuer noch einzudämmen, aber viele Menschen in Fuencaliente und Mazo mussten Schäden beklagen und schließlich wurden 4.000 Hektar Wald aber auch Weinberge ein Raub der Flammen. - Allerdings richteten die Regenfälle im gleichen Winter noch mehr Schaden an als das Feuer selbst, denn die Vegetation fehlte ja nun und so konnte dann bei starken Regenfällen die Erosion dort im Süden der Insel grausam zuschlagen. - Die Folgen dieses Feuers und der Erosionsschäden klingen bis heute nach, es haben sich neue Wasserabläufe im Süden gebildet, noch immer sind nicht alle Straßen komplett wieder hergerichtet und vor allem steckt uns der Schock und die Angst noch in den Gliedern. - Viel wurde seinerzeit diskutiert, hart und brutal offen zum Teil, aber es scheint ja gefruchtet zu haben, seit diesem Feuer hat es auf der Insel keinen größeren Brand mehr gegeben. - Zunächst liegt das sicher an der Verbesserung in Sachen Organisation der Brandbekämpfer, kürzere Befehlswege und dezentrale Stationierungen von Teams während der Hauptgefahrenzeit haben dafür gesorgt, dass man viel schneller an den Brandherden ist, als das noch früher der Fall war. - Weiter vermutet man aber auch, dass die Bevölkerung auch sensibilisiert wurde und man heute viel schneller ein Feuer meldet als das früher war. - Man verlässt sich eben nicht mehr darauf, dass andere schon anrufen werden, oder dass es sicher nicht so schlimm ist und der Nachbar dort, der sein Unkraut verbrennt, das schon im Griff haben wird. - Allerdings muss man auch wieder anmerken, alle haben nicht gelernt, immer noch entstehen die meisten Brände in Straßengräben, da ignorante Raucher immer mal wieder ihre noch brennenden Kippen aus dem fahrenden Auto in den Straßengraben werfen. - Einziger Vorteil dieser Gefahr, meist werden diese Feuer sehr schnell entdeckt, und dann können die Einsatzkräfte auch den Brandherd schnell erreichen, es führt ja schließlich eine Straße hin… Auch müssen wir natürlich anmerken, dass weder der Sommer 2010 und noch weniger der Sommer 2011 wirklich heiß und schlimm trocken waren, so dass auch die meteorologischen Umstände uns geholfen haben, in Sachen Waldbrand nun zwei Jahre hintereinander eine Weiße Weste zu behalten.



Freitag 20.01.2012 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1027 hPa
Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,3 Grad

Und immer wieder Tazacorte
Manche Erbschaften kann man nicht ablehnen

Jeder vernünftige Mensch lehnt ein Erbe ab, welches nur aus Schulden besteht, aber als neuer Gemeinderat kann man leider nicht den Schuldenberg und die Probleme, welche die Vorgänger geschaffen haben, einfach ausklammern. - Über die Schulden haben wir schon öfter gesprochen und es wird viele Jahre dauern auch nur halbwegs da wieder auf einen grünlichen Zweig zu kommen, aber das ist ja noch nicht alles. Es geht ja auch immer noch um das Gebäude "Los Tarajales", welches auf Grund gebaut wurde, wo man eben gar nicht bauen darf, da es keine urbane Zone war und ist und in der von der Küstenbehörde beanspruchten 100 Meter Zone liegt. - Durch alle Instanzen ist die Gemeinde noch unter der Führung der Unión Bagañete/Coalición Canaria gegangen, hat alle Instanzen verloren, sämtliche Gerichte und Kammern, bis hin zum höchsten spanischen Gerichtshof bestätigen das erste Urteil des Tribunal Superior de Justicia de Canarias aus dem Jahre 2006 in dem es kipp und klar heißt, dieses Grundstück ist und war niemals als urban eingestuft und kann es auch nicht werden, weil eben die entsprechenden Charakteristika dazu fehlen. - Die Gemeinde und die Kommission der Raumordnungsbehörde auf Tenerife haben aber dem Betreiber des Apartmenthauses die Genehmigung erteilt, da sie der Meinung waren, dieses Grundstück ist wohl als urbanes Land auszuweisen, haben aber dabei das bereits gefällte Urteil nicht berücksichtigt. - Lange versuchte man zu tricksen, in dem man behauptete, die Baugenehmigung sei vor dem Urteil noch ergangen, aber das war nachweislich anders, man hätte also diese Baugenehmigung niemals geben dürfen. - Die Frage ist nun, was geschieht mit dem Gebäude, der Bauherr ist sich natürlich keiner Schuld bewusst, der hat ja ordentlich die Bauanträge gestellt und diese auch erhalten, nur wird er die Luxuswohnungen an erster Strandreihe nicht los, weil natürlich niemand Wohnungen kaufen will in einem Gebäude, welches unter Umstände abgerissen werden muss. - Für den Fall hat der Bauherr natürlich schon saftige Schadensersatzforderungen deutlich gemacht, die er wohl auch bekommen wird, falls man ihm nicht nachweisen kann, dass er von der prekären Lage um die Baugenehmigungen wusste. Das wird schwer werden so etwas nachzuweisen, und die Gemeinde wäre endgültig pleite, wenn da noch eine Forderung von mehreren Millionen Euro auf sie zukommt. - Was aber eh schon ärgerlich ist, die Bürger müssen nun nicht nur den Ärger hinnehmen, dass Tazacorte nicht aus den Schlagzeilen herauskommt, sondern die Gemeinden muss die ganzen Kosten der vielen Berufungsverhandlungen tragen, welche von Anfang an aussichtslos waren, aber eben den Beteiligten Zeit verschaffen sollten.

Was aus dem Gebäude wird, das weiß man noch nicht, es wäre schlimm für die Gemeinde wenn man das abreißen müsste, aber der normalen Nutzung kann man es auch nicht zuführen, sonst bräuchte man ja überhaupt keine Baugenehmigungen mehr, sondern setzt voll und ganz darauf, dass man angesichts der großen Verluste die entstehen würden, wenn man das Gesetz durchzieht, doch nicht abgerissen wird. - Vielleicht findet man ja einen Königsweg und kann das Gebäude öffentlich nutzen, dann müsste man das auch nicht abreißen, denn Immobilien mit öffentlichem Charakter können durchaus auch an der Küstenlinie stehen. - Eine Schule, eine Fakultät, ein Wohnheim, ein Altersheim, so einiges kann man sich da einfallen lassen, so dass der Schaden für die Gemeinde oder das Gobierno de Canarias nicht total wäre. - In Los Llanos wird auch bereits seit fast zwei Jahren auf dem Gericht untersucht, ob und wer denn im Umgang mit den Genehmigungen des Gebäudes "Los Tarajales" strafbare Handlungen begangen hat. - Über 30 Menschen sind als Beschuldigte bereits angehört worden, darunter viele Politiker aus der Zeit in welcher die Kommission die Baugenehmigung erteilte und auch lokale Würdenträger und Techniker des Rathauses befinden sich unter den Beschuldigten. - Allerdings fürchtet man, dass das Gericht in Los Llanos nicht robust genug gegen einige "Großkopferte" des Gobierno de Canarias ermitteln kann. - Keine Aussicht, wann es denn eine Gerichtsentscheidung geben wird, oder wann man beschließt, und vor allem wer, was denn nun mit dem Gebäude dort zu geschehen hat.



Freitag 20.01.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1027 hPa

Fragwürdige Standortwahl
Salzmuseum, wo gar keine Saline mehr ist

Im äußersten Süden unserer Insel befindet sich die einzige Saline der westlichen Kanareninseln und produziert fleißig unser heiß geliebtes "Sal Teneguía". - Dennoch will man an anderer Stelle, nämlich in Los Cancajos für insgesamt an die 6 Millionen Euro ein Interpretationszentrum rund um Meersalz anlegen, obwohl dort überhaupt keine Saline mehr steht. - Richtig aber ist, dass dort mal eine Saline war, nun aber nur noch eine Ruine übrig ist, und die Reste der Verdunstungsbecken. - Aber Los Cancajos ist eben ein touristisch genutzter Ort, der ziemlich in die Jahre gekommen ist, und man dringend Möglichkeiten, oder besser noch ein Motto sucht, mit welchem man dieser kompakten Ansammlung an architektonischen Versuchobjekten Leben einhauchen könnte. - Der Tourismus heiligt die Mittel könnte man dazu dann auch sagen, denn wenn man dieses "Interpretationszentrum" dann irgendwann mit öffentlichen Mittel tatsächlich erstellt hat, dann kann der Unternehmer dort an der Südspitze der Insel mit seinen Ideen einpacken, so etwas Ähnliches zu machen, aber am lebenden Objekt. - Natürlich gönne ich Los Cancajos öffentliche Zuwendungen, allerdings weiß ich nicht, ob solch eine kleine Insel wie es die Unsere ist, alle 18 Kilometer ein Interpretationszentrum für Salz braucht, und das unbedingt auch noch 6 Millionen Euro kosten muss, wo wir doch mit geringem weiteren Aufwand bereits ein solches haben könnten. - Ein bisschen fällt hier wieder auf, dass uns angesichts unserer "Kleinstaatlichkeit" von 14 Gemeinden so ein bisschen der Gesamtüberblick fehlt, und weil Los Cancajos mit seinem ehemaligen Bürgermeister Jaime Sicilia damals gut und robust verhandelt hat bekommt man diese Investition, in Fuencaliente aber lässt man den Unternehmer mit seiner Saline leer ausgehen. - Die 6 Millionen Euro stünden vielleicht auch der Fuenta Santa ganz gut, der wiederentdeckten Thermalquelle, eine der größten touristischen Ressourcen welche wir haben, die aber weiter ungenutzt herumsteht. - Jetzt geht eine der ersten Phasen des Interpretationszentrums in die öffentliche Ausschreibung, es geht um die Konservierung aller noch als Ruinen erhaltenen Stätten, welche früher mal die Saline ergeben haben. - 714.000 Euro stehen für diese Phase zur Verfügung, Geld, von dem wir eigentlich immer alle dachten, dass es schon gar nicht mehr zur Verfügung steht. - Wir sind nun gespannt, ob denn auch die weiteren "Phasen" dieser Arbeiten überhaupt in Auftrag gegeben werden, man spricht bereits so lange von diesem Projekt, dass man eigentlich schon damit gerechnet hatte, dass gar nichts mehr passiert. - Jetzt wird richtig viel Geld ausgegeben, dass wir uns irgendwann mal ansehen können, wie Salz hier auf der Insel hergestellt wurde. - Keine 20 Kilometer weiter kann man das jetzt schon machen, und nicht nur, wie das einmal war, sondern wie das heute immer noch ist.




Die alten Verdunstungsbecken in Los Cancajos...




...und so sieht das aus, wenn das Ganze auch noch funktioniert, in der Saline an der Südspitze der Insel.




Donnerstag 19.01.2012 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,5 Grad

Manchester, Warschau, Memmingen
Man prügelt sich ja, um nach La Palma zu fliegen

Möchte man meinen, wenn man die Verlautbarungen der Reiseveranstalter hört, Manchester ist ja nicht neu, das war schon mal, aber die Polen sind neu für La Palma und aus Memmingen fliegt man auch das erste Mal nach La Palma. - Stolz erklärt man sich seitens der Inselregierung, so richtig gut habe man gearbeitet und in der Tat ist es erfreulich, dass wieder mehr Flugverbindungen auch im Sommer nach La Palma entstehen. - Wir haben ja bereits im November und Dezember des vergangenen Jahres erlebt, wie einfach es ist, endlich wieder positive Zahlen im Tourismus zu schreiben, man muss einfach ein paar mehr Flugverbindungen anbieten, und schon nutzen wieder sehr viel mehr Gäste die Möglichkeit zu uns auf die Insel zu kommen. - Seitens der Inselregierung überschlägt man sich geradezu in Eigenlob, allerdings bleibt bei so viel Zuversicht und plötzlichem Interesse an La Palma immer der Verdacht stehen, man würde diese Flugverbindungen nach La Palma subventionieren und wenn es dann immer heißt, man hätte ein Abkommen mit diesem oder jenem Reiseveranstalter unterzeichnet, dann ist das doch der indirekte Beweis dafür, dass Gelder fließen um die Flugverbindungen wieder aufleben zu lassen. - Das ist auch gang und gäbe, oft sind das Zusammenschlüsse von Gewerbetreibenden aus dem touristischen Sektor, oder eben auch Lokalregierungen, welche dem Sektor unter die Arme oder in die Betten helfen wollen, wenn man dieses Bild auf den Hotelsektor ausweiten will. - Darüber sollte ich mich eigentlich nicht beklagen, schließlich profitieren wir auch direkt davon, dass wieder mehr Gäste auf die Insel kommen, aber wenn irgendwann unsere gesamte Volkswirtschaft ein Subventionsgeschäft wird, dann wird mir Angst und Bange dabei. - Zahlen werden natürlich nicht genannt, welche fließen um Thomson UK, ITAKA (Polen) oder eben Touropa dazu zu bewegen, ganze Maschinen zu chartern und diese nach La Palma zu schicken. - Ist nämlich schon ein gewisses Risiko, wenn die nicht alle, oder möglichst viele Plätze verkaufen, dann kann das auch zum Reinfall werden, es sei denn, ein Sponsor steht zur Seite und verringert dieses Risiko spürbar. - Der Idealfall wäre natürlich, wenn die natürliche Nachfrage nach La Palma so groß wäre, dass die Fluggesellschaften kein Risiko fürchten müssten, aber wir sind eben kein Ziel für alle Welt, sondern eine ganz besondere Insel für ganz besondere Menschen. - Da liegt nämlich auch noch ein weiteres Problem, viele dieser Chartergeschichten sind Pauschalreisen die im Billiggewand angeboten werden, oft auch als "all inklusive" und da bleibt dann extrem wenig hier in der Region an Rendite stecken. - Nein, schlecht ist das nicht, dass wir ein bisschen bunter werden, aber ob sich das richtig lohnt für die Region, das ist eine ganz andere Frage. - Ich kann die nicht abschließend beantworten, wir werden es beobachten.

Heute gibt es wieder Neuigkeiten aus El Hierro zu berichten. - Der Bericht der letzten Forschungsfahrt der "Ramón Margalef" und des Instituto Oceanográfico Español ist nun veröffentlicht worden. - Die haben erneut den Meeresboden dort vermessen und einige interessante Dinge herausgefunden. - Also, im Moment kann man nur einen einzigen Schlot ausmachen und dieser ist inzwischen auf an die 130 Meter unter der Meeresoberfläche angewachsen. - Das sind an die 45 Meter mehr seit der letzten Messungen vom 23.12.2011, da hatte das andere Forschungsschiff, die "Sarmiento de Gamboa" die Höhe des Schlotes noch mit 175 Meter unter der Wasseroberfläche angegeben. - Daraus könnte man sich nun wieder basteln, dass doch noch ein neues Inselchen vor der Südküste El Hierros erwachsen könnte, aber just am heutigen Tag können wir auf dem Spektrogramm erkennen, dass es erneut eine Explosion gegeben hat, nachdem das Signal des Tremor zunächst auffällig variierte und schließlich sehr kräftig wurde. - Nach der Explosion nahm das Signal des Tremor deutlich ab, und im Moment ist das Signal minimal, fast nicht mehr vorhanden. - Das könnte darauf hindeuten, dass erneut der Schlot abgerutscht ist, weil er sich zu hoch aufgetürmt hat. - Es kann auch einen anderen Abrutsch gegeben haben, aber wir haben eben genau jene Signale nun bereits schon öfter vernommen. - Der Tremor steigt stark an, weil eben das Magma Schwierigkeiten hat auszutreten und schließlich sprengt der Druck einen Teil des Schlotes weg und schon fließt das Magma wieder einfach und leise. - Bestätigen können wir das erst wieder mit der nächsten Überfahrt eines der beiden Forschungsschiffe. - Darüber hinaus erfahren wir auch noch, dass man die bereits ausgetretene Menge an Magma auf 145 Millionen Kubikmeter Material beziffert, wobei 88 Millionen Kubikmeter auf den eigentlichen Vulkankegel fallen und 57 Millionen Kubikmeter bereits abgerutscht im Umfeld des Kraters liegen. - Zum Vergleich, beim Ausbruch des Teneguía 1972 hier auf La Palma sind 42 Millionen Kubikmeter ausgetreten, unser Vulkan war aber auch nur 28 Tage aktiv, und der Akaymu dort vor der Küste El Hierros spuckt nun genau 100 Tage Lava in den Atlantik. - Daraus dürfen wir aber auch wieder schließen, dass beide Eruptionen in ähnlicher Geschwindigkeit Magma freigelassen haben, nur dass der El Hierro Vulkan eine deutlich ausdauernde Puste hat.








Donnerstag 19.01.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1025 hPa

Immer mehr Leichen im Keller
Und täglich grüßt das Schuldentier

Viele glauben ja bereits, wenn ich wieder mal über Tazacorte schreibe, ich zitiere da Dinge aus Absurdistan oder Schilda. - Nein, die Wahrheit scheint noch abwegiger bis grausamer zu sein als man sich das überhaupt in zivilisierten und demokratischen Ländern vorstellen möchte, was die Unión Bagañete/Coalición Canaria in dem schönen Ort über viele Legislaturperioden hintereinander für ein Chaos angerichtet hat und wie viele Schulden plötzlich noch auftauchen, das ist unvorstellbar. - Oft hat man es ja behauptet, dass die UC/CC immer kurz vor den Wahlen noch schnell Leute einstellt, unter der Maßgabe, dass man die eigene Partei wählt und die Familie auch noch davon überzeugt. - Wenn man das macht, dann hat man einen Arbeitsplatz sicher, wenn nicht, dann fliegt man wieder raus. - Glaubt heute keiner mehr, so was hat es vielleicht früher gegeben, aber doch nicht im Zeitalter der freien Information und der greifbaren Justiz, denn solche Maßnahmen können doch nicht legal sein. - Legal sind die sicher nicht, und unsere Pressefreiheit ist nur so frei wie die Presse das sein will, oder wer mehr bezahlt, denn an die 200 Arbeitsverträge hat das Rathaus von Tazacorte zwischen Februar und Mai 2011 tatsächlich noch ausgestellt und dafür einen Kredit von an die 740.000 Euro aufgenommen. - Diesen Kredit, den müssen jetzt alle Bürger aus Tazacorte zurückbezahlen, oder noch klarer ausgedrückt, dieses Geld kann nicht als notwendige Investition fließen oder man kann diese Geld auch nicht dafür nutzen, die an die 4 Millionen Euro an offenen Rechnungen an Lieferanten zu bezahlen. - Diese 740.000 Euro müssen jetzt umgeschuldet werden und dieses Geld wurde von der vorhergehenden Rathausbesatzung einzig dafür ausgegeben, damit man wiedergewählt wird, denn diese 200 Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst, die sind allesamt der Potemkinschen Art gewesen, niemand braucht diese Stellen. - Inzwischen sind auch fast alle Arbeiter wieder entlassen worden, man kann sich so viele Leute natürlich nicht leisten, aber das Geld ist ausgegeben, die Bank möchte das auch zurück haben, aber bezahlen werden es nicht diejenigen, welche den Kredit für ihre eigenen Interessen benutzt haben. - Trotzdem ist die Rechnung der UB/CC in Tazacorte nicht aufgegangen, die Leute haben dennoch lieber auf einen Wechsel gesetzt und wir alle können nur hoffen, dass das noch irgendwie rechtzeitig geschehen ist und die schneidige neue Bürgermeisterin Carmen Acosta irgendwie die Mittel und die Linie findet, eine eigentlich bereits bankrotte Gemeinde halbwegs wieder aus den bösen Zinsklippen zu manövrieren. - Unwillkürlich denkt man in solchen Fällen natürlich daran, dass man doch die Verantwortlichen für dieses finanzielle Chaos zur juristischen Verantwortung ziehen sollte, wenn man eine Gemeinde von 5.500 Bürgern in Bankschulden von fast 5 Millionen Euro und laufenden Verbindlichkeiten von 4 Millionen Euro stürzt. - Aber wir kennen das ja, Irren ist menschlich und nicht strafbar. - Allerdings laufen gegen den früheren Bürgermeister und dessen Stellvertreter mehrere andere Verfahren wegen Amtsmissbrauch und weiteren Verfehlungen, da geht es um die Geschichten rund um das Genehmigungsverfahren des Gebäudes Los Tarajales und viele offene Fragen, die der von der Gemeinde zunächst hofierte, aber dann wieder geschasste Investor "Inversiones Cook" offen gelassen hat. - Um rund 20 Millionen Euro Schadensersatz geht es da, und wer glaubt, Bürgermeister von Tazacorte zu sein wäre eine Würde, der sollte sich das mal überlegen angesichts der Zahlen, denn ich glaube, es ist eher eine Bürde.



Mittwoch 18.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 24 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 23,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,9 Grad

Alle reden vom Wetter…
…wir auch

Die Wahrscheinlichkeit, dass es die kommenden Tage hier auf der Westseite doch noch regnen wird, tendiert jetzt gegen Null. - Vielleicht weht der scharfe Passat ein paar Tropfen Nieselregen ins Tal, aber verwertbare Niederschläge für die Landschaft und besonders für die Landwirtschaft sind auch jetzt nicht zu erwarten, und wohl für den Rest des Monats auch nicht mehr. - Es soll einfach nicht sein diesen Winter, und auch wenn wir uns für unser Gäste freuen, bestimmte Bereiche in der Landwirtschaft sind inzwischen nicht mehr amused mit dem Wetter. - Auch weil wir solche Winter schon mal hatten, da hat sich auch der Hochdruck einfach nicht wieder wegbewegt, und dann ist den ganzen Winter so gut wie kein Regen gefallen. - Wir dürfen und sollen nicht von einer bedrohlichen Dürre sprechen, so weit ist es nicht, dazu müsste ein zweiter trockener Winter in Folge her. - Außer dem Fehlen des Wassers für unser winterliches Landschaftsbild ist es eben besonders die Landwirtschaft die sich nun über die höheren Kosten beklagt, welche sich durch den geringen Niederschlag ergeben. - Die Bananenbauern müssen mehr gießen und das Wasser ist auch noch teurer geworden, die Winzer fürchten um die Weinblüte und nun kommen die Viehzüchter und beklagen sich, dass sie nun viel mehr Futter zukaufen müssen, da es kaum Frischfutter auf der Insel mehr gibt. - Das trifft die Viehzüchter nun zur Unzeit, die Geschäfte laufen eh schlecht, man kann die Supermärkte nicht mehr dafür begeistern lokales Fleisch zu kaufen, weil es eh schon teurer ist als die globale Konkurrenz, und nun müssen die auch noch mehr Futter zukaufen, was die Situation dann noch kritischer macht. - Die kleine Hoffnung diese Woche auf Regen hat das gewaltige Azorenhoch einfach plattgewalzt, die kleinen Niederschlagszellen die sich bis auf unsere Höhen herabgesenkt haben werden vom schroffen Passat an die Ostküsten der Inseln geschleudert, aber das bisschen Regen hilft auch dort nicht wirklich. - Die längerfristigen Berechnungen zeigen erst wieder eine ernst zu nehmende Störung des Hochdrucks Anfang Februar, bis dahin wird wohl nichts weiter passieren auf den West- und Südseiten der Inseln, und sich damit die Situation für den Tourismus nicht verschlechtern, und für die Landwirtschaft nicht verbessern. - Positiver Nebeneffekt des Hochdrucks ist es aber auch, dass der Wind, auch wenn er scharf weht, keine Schwierigkeiten für den Flugverkehr darstellt, da unser Flughafen nur schwierig anzufliegen ist bei West- und Südwestwinden. - So musste bislang in diesem Winter auch noch kein einziger Flieger wegen Schwerwinden durchstarten oder gar auf eine andere Insel fliegen und das lässt sich doch auch mal wieder gut an. - Kräftig weht der Wind die kommenden Tage, weiter aus Nordost, so wie bereits seit September letzten Jahres, und kälter wird es werden, aber wenn tagsüber die Sonne herauskommt, dann schnellen die Temperaturen dann gleich wieder wunderbar über die 20 Grad Marke.



Mittwoch 18.01.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1021 hPa

Hallo Taxi
Mazo stinkig auf den Rest der Welt

Der Sektor des Taxigewerbes auf der Insel ist immer noch nach alter Bauweise den Gemeinden überlassen. - Nur Taxis mit der lokalen Lizenz dürfen im Gemeindegebiet Fahrgäste aufnehmen und an den Haltestellen warten. - Man darf zwar in andere Gemeinden Fahrgäste befördern, doch auf der Rückfahrt muss man leer fahren, was für ein wirtschaftlicher und ökonomischer Schwachsinn. - Allerdings darf man wohl aus anderen Gemeinden Fahrgäste abholen, wenn diese konkret ein bestimmtes Taxi aus einer anderen Gemeinde angefordert haben. - So darf man sich wohl von "seinem" Lieblingstaxifahrer aus "Los Paso" vom Flughafen abholen lassen, wenn man diesen Dient vorher bestellt hat, allerdings dürfte dann theoretisch dieser Taxifahrer keinen Fahrgast mit zum Flughafen nehmen, wenn er auf dem Weg ist Sie abzuholen. - Schwurbelig bis zum geht nicht mehr ist diese ganze Geschichte und ruft nach dringender neuzeitlicher Reinigung, aber genau das Gegenteil fordern die einzelnen Taxibetriebe weiterhin. - So drohen nun die Taxifahrer aus Mazo, welche eben den Inselflughafen in ihrem Gemeindegebiet haben, mit "weit reichenden Maßnahmen", wenn nicht endlich seitens der Inselregierung und der Gemeinde Mazo gegen die, ihrer Meinung illegalen Praktiken anderer Taxibetriebe vorgehen, welche am Flughafen Gäste abholen. - Im Konkreten hat man da einige Großraumtaxis aus Los Llanos im Visier, welche wohl für Reiseveranstalter Feriengäste vom Flughafen abholen und auch wieder hinbringen. - Diese Transfers sind eigentlich Angelegenheit der Busbetriebe, aber wie es aussieht, haben einige Reiseveranstalter dort lieber auf die Taxis gesetzt, weil oft nur wenige Fahrgäste aus einem Flieger für ein bestimmtes Hotel abgeholt werden müssen und es wohl einfach billiger und auf jeden Fall individueller ist, dann für diese Transfers ein Taxi einzusetzen.

Das stinkt den Taxifahrern vom Flughafen ganz gewaltig und erklären uns nun anhand von beugsamen Beförderungsgesetzen, das dass nicht rechtens sei, sondern solch ein Dienst nur von Busunternehmen durchgeführt werden dürfte und nicht von Taxiunternehmen. - Der Reiseveranstalter darf wohl das Taxi bestellen, diese muss aber dann leer zum Flughafen fahren, sonst ist es illegal. - Allerdings bin ich mir sicher, dass die Taxifahrer aus Mazo das anders sehen würden, wenn sie selbst den Zuschlag für diese Transporte erhalten hätten. - Es geht einfach nur ums Geschäft, und in den Zeiten der Krise ist es eben im Taxigewerbe nicht einfacher geworden auf der Insel mit seinem Bock genügend Geld für den Unterhalt des Wagens und der Familie zu sorgen. - Da ärgert es einen natürlich sehr, wenn einem fette Brocken Arbeit vor der Nase weggeschnappt werden, allerdings muss man sich dann auch vorwerfen lassen, im entscheidenden Moment wohl nicht auf der Höhe gewesen zu sein, als es darum ging, sich diese Aufträge zu sichern. - Jetzt nach den Behörden zu rufen, die sollten sich an die Straße stellen und Taxifahrer aus den anderen Gemeinde vom Flughafen zu verscheuchen, das ist genau so billig wie sinnlos, denn das wird niemand tun. - Was sie natürlich machen könne ist, konkret einen Kollegen aus Los Llanos anzeigen, der um diese oder jene Uhrzeit Gäste vom Flughafen abgeholt hat und dem nachweisen, dass er einen illegalen Transport vollzogen hat. - Wir sollten über andere Probleme sprechen und dem Taxisektor hier auf der Insel kann man nur ganz dringend empfehlen, sich für die Zukunft zu wappnen und sich endlich inselweit zu organisieren, denn wie heute noch verfahren wird, das ist ökonomisch wie ökologisch einfach nur lächerlich.



Dienstag 17.01.2012 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Bis ans Ende der Welt
Zu Fuß nach El Hierro

Wir halten uns ja selbst oft für das Ende der Welt, für den letzten, aber wunderschönen Furz im Universum, für ein fast vergessenes Kleinod in einem großen Meer, und wie all diese Beschreibungen lauten, die man unserer kleinen Insel so oft andichtet. - Gilt aber jede dieser Beschreibungen natürlich für unsere kleine Nachbarinsel El Hierro noch vielfach mehr. - Und nicht nur das, El Hierro war ja auch wirklich mal "Finis terrae" zumindest damals, als man noch nicht weitersegeln konnte, weil man die Kunst des Umkehrens noch nicht wirklich beherrschte. - Damals verlief der Null-Meridian durch El Hierro und ich darf an dieser Stelle mal Wikipedia zitieren: "In der Antike galten die Kanarischen Inseln als das westliche Ende der Welt. Claudius Ptolemäus legte daher um 150 den durch die Kanaren verlaufenden Meridian als Nullmeridian fest. Später wurde diese Festlegung auf die westlichste Insel El Hierro präzisiert. Es entstand der Meridian von Ferro, nach dem sich die geographischen Koordinaten zahlreicher Navigations- und Landkarten vom 16. bis ins 19. Jahrhundert richteten. Erst als 1884 der Meridian von Greenwich als Nullmeridian international festgelegt worden war, begann seine Bedeutung zu schwinden." - So wird einem auch klar, warum der Schweizer Nicolas Bessire seine Reise zu Fuß aus der Schweiz nach El Hierro "Au bout du Monde" nennt, am Ende der Welt. - Im Juli vergangenen Jahres ging es los, an Mitternacht wie er schreibt, gleich nach seiner Pensionierung, und weil Schweizer ordentliche Leute sind wissen wir jetzt auch, wie alt der wackere Wandersmann ist. 65 Jahre bringt er an Erfahrung mit und wenn man die Fotos in seinem Block ansieht, dann kann man auch erkennen, dass der schon auch früher Erfahrung mit Wanderungen gemacht hat und nicht erst jetzt. - Durch Frankreich, nach Spanien, sogar über die hohen Gipfel der Sierra Nevada um dann endlich in Algeciras auf die Fähre zu gelangen, die ihn dann auf die Kanaren gebracht hat. - Lanzarote, Fuerteventura, Tenerife und dann schließlich El Hierro, sein Ziel hat er nun erreicht und er hinterlässt uns einen ansehnlichen Blog, in welchem er seinen Weg und seine Eindrücke in drei Sprachen beschreibt. - Mal nicht den Jakobsweg, sondern seine eigenen Routen und Ideen folgen, und ans Ende der Welt zu gelangen, das ist doch auch ein bisschen der Wunsch von uns allen. - Gut, wir hätten ihn auch gerne bei uns auf La Palma begrüßt, aber wir sind halt die Insel neben dem Ende der Welt und El Hierro hat im Moment auch jede nur erdenkliche Aufmerksamkeit verdient, macht denen doch ein unsteter aber zeitloser vulkanischer Geselle immer noch zu schaffen. Chapeau Nicolas Bessire!

Bleiben wir auf El Hierro und wenden uns wieder dem Vulkan zu, denn manche haben sich auch schon beklagt, warum ich in letzter Zeit kaum noch etwas schreibe darüber. - Ist richtig, hat aber den Hintergrund, dass es eben kaum bis gar nichts Neues gibt, die Überschrift könnte auch lauten, das langsame Sterben des Akaymu el Hierro. - Alle gehen davon aus, dass der Vulkan in den letzten Zügen liegt, allerdings macht er das mit einer Penetranz und blanken Ausdauer, die einen schon nachdenklich macht, zumal wir eigentlich wissen, dass kanarische Vulkane eher eine Sache von wenige Wochen sind. - Oder gleich ein paar Jahre, wie Timanfaya, aber daran will in El Hierro keiner denken, denn der Vulkan nervt inzwischen einfach nur noch. - Vom Standpunkt der reinen Indizien sieht es so aus, die Beben im Norden der Insel haben komplett aufgehört, dort ist nichts mehr zu erwarten. - Allerdings bleibt unter der Insel selbst und erneut im Süden weiter Druck vorhanden, seismische Bewegung und immer noch vorhandene Bodendeformationen zeigen das an. - Aber eben nicht ansteigend, sondern gleich bleibend, nicht fordernd und drängend, sondern eben stetig. - Seit dem 10. Oktober 2011 nun zeigt uns ein nicht regelmäßiger aber wohl immer vorhandener Tremor an, dass knapp vor der Südküste El Hierros eine unterseeische Eruption stattfindet, nur noch wahrnehmbar durch die Diagramme des Instituto Geográfico Nacional und durch einen bräunlich-grünen Fleck auf dem Wasser dort im Süden. - Wie es weitergeht, das weiß der Vulkan ganz alleine, die Indizien künden von einem langsamen Ende, allerdings sind Vulkane immer wieder in der Lage uns zu überraschen.




Die seismischen Ereignisse der letzten 10 Tage




Dienstag 17.01.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1021 hPa

Für die Einen ist es die Krise…
…für die Anderen eine Möglichkeit

Den Mutigen gehört, die Welt, manchmal auch der Scheiterhaufen, kommt immer darauf an, in welchem Jahrhundert oder welcher Religion sich man gerade befindet. - Wollen wir aber nicht schon wieder politisch oder gar metaphysisch werden, bei diesem Mut handelt es sich um ein Geschäftsvorhaben, es geht also um Geld, nicht um unendliche Wahrheiten oder schlichtweg den Strick. - Gut, wenn alles schief geht, dann nehmen sich Schuldner selbst öfter mal den Strick, oder wenn man keinen zur Hand hat, dann muss man halt viele Treppen steigen, warum glauben Sie denn sitzen die Banken alle in Hochhäusern… Drei Sätze, nein, jetzt sind es sogar deren vier bereits, bis der Siebold auf den Punkt kommt, aber mir gefällt es eben nicht gleich mit der Tür in den Monitor zu fallen, ich habe das so gelernt, Einleitung, Hauptteil, Schluss. - Los Llanos ist häufig unser Thema diese Woche, mal von dem morbiden Standpunkt aus wie gestern, und heute landet eine anders lautende Meldung in der Presse: Einer der weltgrößten Bekleidungskonzerne, der spanische Globalplayer "Inditex" wird kräftig in Los Llanos investieren und einige Läden seiner Konzernmarken auch in unserer Westseitenmetropole eröffnen lassen. - Manche dieser Marken kenne ich, weil meine teenagigen Einkaufsstrateginnen die Namen öfter man im Zusammenhang mit pekuniären Forderungen an mich stellen: Zara, Pull & Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius, Oysho, Zara Home und Uterqüe. - Ein paar von den Läden gibt es bereits in unserer Hauptstadt, und da werden die wohl auch den Mut und die Einsicht gewonnen haben, dass trotz miesester Stimmung im palmerischen Einzelhandel hier doch noch was zu holen ist. - So wurde mir das auch von meinen Töchtern berichtet, der alteingesessene Handel siecht vor sich hin, und nur die schicken neuen Läden machen Umsätze und ziehen auch in den Schlussverkäufen richtig Kunden an sich heran. - Das ist natürlich Zeitgeist, meinetwegen auch billiger Zeitgeist und das nennt man Mode oder gesellschaftliche Zwänge, aber da verlassen wir den Geltungsbereich meine kognitiven Eigenschaften, ich verstehe von Mode etwa so viel wie von Fußball. - Allerdings habe ich mehr mit Mode zu tun, weniger dass ich so etwas tragen würde, aber ich bezahle es…

Handel ist Wandel heißt es immer wieder so schön, und in der Tat, wo der konservative Klamottenladen hier auf der Insel das Klagelied anstimmt, da brummen diese bunten Marken, weil man eben geschickt diese Namen inszeniert hat. - Da kommt auch immer wieder etwas Neues, keine dieser Marken wird sehr lange leben, aber so laufen die Dinge eben, Zeitgeist - Mode, neuer Zeitgeist, neue Mode, und wenn man erst die Position von Inditex hat, dann bestimmen die, wann ein neuer Zeitgeist das Straßenbild bestimmt. - Um nun auch das Straßenbild der Westseite besser mit den Marken der Firma zu beseelen entsteht in Los Llanos ein riesiges Einkaufszentrum mit 18.000 Quadratmeter, wovon 10.000 Quadratmeter Einkaufsfläche sein sollen. - Oberhalb der Avenida Venezuela und unterhalb der Calle Adelfas, also nahe dem Archäologischen Museum, und nur einen Eurowurf von der Plaza entfernt, wird das Gebäude gerade gebaut. - Bauherr ist eine Beteiligungsgesellschaft aus angeblich palmerischem Kapital (angeblich, weil es sich bei Beteiligungsgesellschaften auch um Schwarzgeld von irgendwo her handelt kann, mit lokalen Strohmännern). Das muss natürlich in diesem Fall nicht so sein, man wundert sich eben nur, was alles noch gebaut und in die Höhe gezogen wird, wo doch die Banken inzwischen nicht mal mehr eine Parkbank finanzieren. - Für den Bauherren ist es natürlich unerlässlich, dass er jetzt bereits mit Inditex einen Partner hat, der seine vielen Quadratmeter besetzen will, denn aus dem lokalen Handel Mieter zu rekrutieren, das wäre schlichtweg vermessen. - An Parkplätze muss man dort unbedingt denken, man kann auch nur ganz schwer auf einer kleinen Einbahnstraße dort hingelangen, ansonsten muss man sich halt dem Publikum zu Fuß zuwenden, welches eben dann nicht nur die Plaza besucht und die umliegenden Straßen, sondern eben auch die neue Quelle des globalen "Chic". - In zwei Jahren soll es soweit sein, so lange müssen die Mädels zum Shopping noch bis nach Santa Cruz fahren, nur ist die Eine bis dahin sicher längst nicht mehr auf der Insel, und die Andere hat vielleicht bis dahin schon ihren eigenen Stil gefunden, und muss nicht mehr breiten Strömungen hinterherkaufen. - Ende dieses Jahres kommt Lidl, dann in 2013 dieser neue Tempel des globalen Chic, der konservative und alteingesessene Handel auf der Insel muss sich sehr warm anziehen, oder Hochhäuser bauen…



Montag 16.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,1 Grad

3. / 4. und 5. Februar
Mandelblütenfest in Puntagorda

Oft kommt es ja vor, dass die Mandelblüte fast schon wieder vorbei ist wenn dieses Fest stattfindet, aber in diesem Jahr ist das anders, denn die Mandelblüte beginnt nun gerade erst. - Anfang Februar ist also wohl damit zu rechnen, dass man noch wunderbare Blüte hat, nur ganz so prächtig wie in anderen Jahren wird es vielleicht nicht, denn es fehlt immer noch das Wasser. - Die kommenden Tage kann es etwas regnen, allerdings wird wohl nur die Ostseite mit Nass bedacht werden und auch nicht viel, so dass wir den Regen auf jeden Fall für die Westseite erneut um mindestens eine Woche verschieben müssen. - Der Wind wird zu stark sein in den kommenden Tagen, die paar Regenwolken bleiben im Osten, und hier im Westen sitzen wir weiter auf dem Trockenen. - Als im Tourismus arbeitend schlagen natürlich 2 Herzen in meiner Brust, in unserem Beruf ist Regen kontraproduktiv, die Westseite der Insel hätte aber wohl mal Regen verdient und auch nötig, und sei es auch nur dafür, die Mandelblüte endlich richtig hervor zu locken. - In den hohen Lagen geht das schon, aber hier in den Mittellagen sind erst zarte Ansätze an den Madelbäumen zu entdecken und auch die Weinbauern hoffen dringend auf Regen, da die meisten Lagen ja nicht zu bewässern sind, sondern auf natürlichen Niederschlag angewiesen sind. - Diese Woche werden wir uns mit dem Wetter eher von den Temperaturen und dem Wind herumärgern, es wird deutlich frischer werden, was ja auch mal zu erwarten war, nachdem wir einen sehr warmen Dezember und Januar bislang hatten. - Wie nun das Wetter dann zum Mandelblütenfest aussieht, das wissen wir natürlich noch nicht, aber dieses Fest lohnt sich allemal immer wieder.

Alles was man aus Mandeln machen kann gibt es dort zu probieren, und abends gibt es dann Konzerte und Tanz bis in die Grauen des Morgens, so wie man halt bei uns die Feste zünftig feiert. - Leider haben ja die Mandeln auf La Palma nicht mehr die große Bedeutung die sie früher mal hatten, unsere kleinen dick-ovalen Früchte widersprechen der globalen Mandelmode, und lassen sich auch nicht so gut maschinell knacken wie die die länglichen kalifornischen Madeln, allerdings enthalten unsere mehr Öl und sind auch süßer im Geschmack. - Exportiert werden unsere Mandel leider nicht mehr, wie gesagt, nicht wirklich gefragt, obwohl eigentlich für die Marzipanproduktion genau unsere Mandeln Klasse wären, wir sind aber dafür dann auch wieder zu teuer, denn unsere Ernte ist reine Handarbeit und leider hat man auch bereits viele der Bäume verwildern lassen, so dass man heute gar nicht mehr weiß, welcher Baum bringt bittere Mandeln hervor und welcher Süße. - Oft hat man überlegt, wie man denn den Mandeln auf der Insel wieder zu alter Bedeutung verhelfen könnte, und einiges hat man auch versucht, allerdings hängt im Grunde alles davon ab, dass einer daherkommen müsste und uns verspricht, für unsere Mandeln deutlich mehr zu bezahlen als das was auf dem Weltmarkt üblich ist und dafür erhält er kleine dicke Mandeln, süß und ölig. - So bleibt uns an Freude an den Mandelbäumen eben nur durch die Blüte, das alleine aber schon lohnt sich gewaltig. - Kaum eine Pflanze schafft es, einen stärkeren Kontrast zwischen Brachzeit und Blüte zu erzeugen. - Viele Madelbäume sehen im Herbst und Winter absolut tot aus, verwachsen, krumm, halb abgerissen und man möchte eigentlich hingehen und diesen störrischen und unförmigen Holzhaufen abhacken. - Dann aber kommen plötzlich aus diesem totgesagten Holz Blüten, die in ihrer Schönheit und dem Farbspiel kaum zu überbieten sind, mehr Phoenix geht kaum. - Es lohnt sich immer nach Puntagorda zu fahren, dort blühen in den hohen Lagen jetzt schon die Mandelbäume, und die andere Gemeinde mit sehr vielen Bäumen ist El Paso. - Hier aber hier hinken wir im Moment mit der Blüte noch deutlich hinter dem Norden der Insel.





Montag 16.01.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1022 hPa

Es sind doch Andere dran
Die kleinen Zeichen des Wechsels

Los Llanos ist so das konservativste Pflaster welches man auf unserer Insel so kennt, und mit konservativ meint man bei uns auf der Insel politisch eher in Richtung Coalición Canaria. - In absoluter Mehrheit hat man mehrere Legislaturperioden hinter sich gebracht, und wäre der letzte Bürgermeister nicht über das Asphaltwerk gestolpert, und hätten sich die beiden anderen Parteien nicht zusammengerissen, dann ginge die Herrlichkeit noch weiter. - Los Llanos, die Gemeinde im Konjunktiv… Gut, die Erwartung und die Hoffnung, die Noelia García als neue Bürgermeisterin der Partido Popular und Chema Vargas von der PSOE als smarte Nummer Zwei würden das Gespenst Asphaltwerk mit Verve und Freude zum Teufel hauen, da haben wir uns ziemlich getäuscht. - Zumindest hat Chema Vargas Bauchschmerzen bei dem Thema, das weiß ich, aber die Alternative würde heißen, Pakt kaputt, die Coalición Canaria wäre wieder an der Macht, und das bringt auch nichts. - Dennoch müssen wir nicht gute Mine zum bösen Spiel machen, die Bürgerplattform gegen die Asphaltwerke arbeitet weiter hart, und mit unseren Spenden wird es auch funktionieren, gegen welche Partei auch immer, den Blödsinn Asphaltwerke neben Wohngebieten zu stoppen. - An Kleinigkeiten kann man also nur erkennen, dass in Los Llanos ein neuer Wind weht, auch wenn das bislang nur ein zarter Hauch zu sein scheint. - Leicht hat es die neue Rathausbesatzung nicht, einmal sind die politisch unerfahren, fallen also noch auf jede Menge Tricks der Gegner rein, und müssen sich im Dschungel der Vorschriften, und oft gegen den Unmut der eigenen Angestellten, erst in viele Dinge einarbeiten. - Und Baustellen gibt es in Los Llanos auch im übertragenen Sinn reichlich, und über allem steht ein Schuldenberg, welcher der Stadtverwaltung die Handlungsfähigkeit schon drastisch einschränkt.

Andere Baustellen sind deutlicher sichtbar, weil die eben als physische Bankrotterklärung an andere Vorhaben erinnern. - An der Hauptdurchfahrtsstraße durch den Ort, die Avenida Carlos Francisco Lorenzo Navarro, stehen gleich zwei pharaonische Wohlstandsgerippe herum. - Ein großer Bau eines Apartmenthauses, man hat es nur geschafft die ersten zwei Etagen hoch zu ziehen, gleich wenn man aus El Paso kommend in den Ort gelangt, und keine einhundert Meter weiter steht auf der anderen Seite ein weiteres Denkmal aus megalomanischen Zeiten, die verlassene Baustelle des "Parque Cultural de Canarias". - Das sollte mal ein wahrer Prachtbau werden, ein bisschen die Pyramide des Juan Ramón Hernández Gómez, wobei dieser Bau eigentlich eine Schiffsform aufweist, und neulich, als ich daran vorbeigefahren bin, meinte ich sogar den Namen des Schiffes am Bug erkennen zu können. "Costa Discordia" glaubte ich da lesen zu können, aber Sie wissen doch, ich höre auch Gras wachsen, und Politiker kluge Dinge sagen, und sehe San Borondón, man sollte mir also nicht immer trauen. - Das Geld für diesen Bau hat man sich zusammengeschnorrt, Gobierno de Canarias, Cabildo Insular, Europäische Union, und ein bisschen hat man sogar selbst dazu beigetragen, allerdings hat das hinten und vorne, rechts und links nicht gereicht, und ob die beauftragte Firma sowieso pleite gemacht hätte, oder nicht richtig bezahlt worden ist, das entzieht sich dann meines Wissens. - Auf jeden Fall liegen da Millionenwerte herum, und die alte Stadtverwaltung hat sich überhaupt nicht darum gekümmert, dass dort immer noch eine Fahrspur abgesperrt ist, obwohl dort schon seit einem Jahr niemand mehr arbeitet, dass dort ein Hochkran steht ohne Wartung und Sicherung, und Klimaanlagen für richtig viel Geld einfach im Regen draußen stehen. - Der Kran ist nun abgebaut, die Klimaanlagen, von denen man eh nicht weiß, ob die überhaupt noch funktionieren, sind wenigstens gegen Regen von oben gesichert, und nun will man auch die zweite Fahrspur wieder öffnen, denn aus Sicherheitsgründen eine Spur zu sperren, das braucht man ja schon lange nicht mehr zu tun. - Alles viel zu groß, und alles auf Pump, und wir wissen ja inzwischen, wohin das führt. - Hoffentlich haben die neuen Platzrehe und Hirsche das jetzt gelernt, Fortschritt hat nicht immer etwas mit Wachstum zu tun, und dabei meine ich nicht nur unsere Damen und Herren am Drücker.





Sonntag 15.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,4 Grad

Die vielen kleinen Wulffis
Gut gelebt auf Kosten des Elternbeirates

Nein, der Wulff ist kein wirklich schlimmer Finger, er ist nur das typische Beispiel dafür, dass sich Menschen ganz schwer moralisch unter Kontrolle haben, wenn es eben tausende Versuchungen gibt, denen man dann schnell und gerne erliegt. - Man muss nur den entsprechenden Posten haben, Otto Normalverbraucher oder Pedro Normalito kommen erst gar nicht in solche Versuchungen, vielleicht lügen die sich bei der Steuererklärung 300 Meter Fahrtweg zur Arbeit mit dazu, und kaufen sich mal polnische Zigaretten, das war es dann auch schon wieder. - Da "oben", da gibt es ganz andere Versuchungen, und wer denen nicht widerstehen kann, der hat "da oben" dann aber eigentlich auch nichts verloren. - Hier sind wir auch nicht nur Engelchen, aber es gilt das Gleiche, nur wer an eine bestimmte Positionen gelangt, der kann auch so richtig zulangen, und nicht immer, vielleicht sogar ganz selten, kommt dann den Krummfingern auf die Schliche. - Da kommt es zwar auch immer mal wieder vor, dass man denen zwar auf die Schliche kommt, die dann aber dafür auch noch eine Abfindung erhalten, oder die nächste Firma oder das nächste Konsistorium mit ihrer Anwesenheit glücklich machen können. - Hier scheint es jetzt dem Expräsidenten der Vereinigung der Elternbeiräte der Insel an den Kragen zu gehen, der muss äußerst spendabel mit den Geldern umgegangen sein, welche man in seine Verantwortung gelegt hat. - Eine Privatfirma, die besser nicht von hier ist hat man nun dafür beauftragt, die Konten der "Federación de Padres y Madres de Alumnos de La Palma, Benahoare" zu prüfen und das für die letzten drei zurückliegenden Jahre. - Man fragt sich natürlich, warum kann man das nicht selbst machen, so viele Zahlungen werden doch wohl nicht gelaufen sein und Quittungen und Belege zu sortieren, das wird doch kein Problem sein. - Ist es aber doch, wenn man sich auf keinen Fall seitens der neuen Direktion der Föderation dem Vorwurf aussetzen will, die Prüfung subjektiv gesteuert zu haben. - So macht das eine Firma, die über jeden Zweifel erhaben ist, weil man ja auch keine Animositäten mit irgendjemandem unterhält, was wohl bislang auch das große Problem gewesen sein muss. - Der frühere Präsident der Föderation ist ein durchaus bekannter Geschäftsmann hier auf der Insel und hat möglcherweise nicht nur Gelder veruntreut, sondern auch Aufträge an Firmen von Familienangehörige vergeben, also die ganze Chose rauf und runter, die man so Korruption nennen darf. - Noch gilt natürlich die Unschuldsvermutung, aber die ersten Dinge sind durch das Presseraster gefiltert doch schon ans Tageslicht gekommen, und so nennt man auch bereits erste Zahlen. - Für 18.000 Euro aus den letzten drei Jahren scheint es keine Belege zu geben und darüber hinaus hat man entdeckt, dass der Ex-Präsident sich auch noch ein Gehalt monatlich überweist, obwohl diese Föderation der Elternbeiräte Gehälter gar nicht kennt, sondern lediglich Aufwandsentschädigungen, die punktuell bezahlt werden. - Ob es nun zu einer Anklage gegen den Geschäftsmann kommen wird, das ist noch nicht klar, denn man wird wohl zunächst abwarten, ob er noch die nicht vorhandenen Belege beibringen kann, und ob diese denn wirklich plausibel sind. - Wir werden also abwarten müssen und wieder mal beobachten können, ob es denn einem armen Postenträger erneut gelingt, trotz der vielen bösen Versuchungen seine fleckige Weste weiter als Weiß zu betiteln.



Sonntag 15.01.2012 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1021 hPa

Der Hafen und kein Ende
Wir müssen die Insel drehen

Ich weiß nicht, ob sie diese amerikanische Serie gesehen haben, in der man auch eine Insel gedreht hat. - Lost hieß diese Serie, die anfangs meine Kinder mit mir geguckt haben, dann aber irgendwann entnervt aufgegeben haben, weil ich wohl alle drei Minuten gefragt haben muss, was denn nun dort vor sich gehe und wer dieser oder jene Akteur eigentlich sei. - Mich erinnert das sehr an die jetzige Geschichte um den Hafenausbau von Tazacorte zum Fracht- und Fährhafen, weil eben einerseits die Insel zunächst gedreht werden muss um den Reedern die Fahrt nach Tazacorte zu vereinfachen, und darüber hinaus weiß keiner so recht, was denn da im Hintergrund und den Verhandlungen mit der EU, die schließlich die Hälfte der Kosten für den dritten Umbau des Hafens von Tazacorte trägt, wirklich vor sich geht. - Es muss Anzeigen und Hinweise an die Kommission der Europäischen Union gegeben haben, dass der dritte Hafenausbau von Tazacorte einfach nur dazu dient, dem privaten, aber der kanarischen Regierung sehr nahe stehendem privaten Dienstleister "Satocan" einen noch größeren Jachthafen hinzustellen. - In der Tat sieht es so aus, denn bislang dient der Ausbau des Hafens nur dem Jachthafen und den paar Fischerbooten die dort liegen, Fracht- oder Fährschiffe erwartet dort im Hafen von Tazacorte eigentlich niemand, da Tenerife, welches das einzige Ziel der Fährschiffe und der meisten Frachtschiffe ist, auf der anderen Seite der Insel liegt und damit weiter weg als Santa Cruz. - Einzig der palmerische Journalist Mikel Chacón, eigentlich wegen seiner Nähe zur Coalición Canaria nicht als sehr objektiv bekannt, nimmt sich nun mit deutlicher Akribie dieser Geschichte an, und bereichert unser Wissen wöchentlich jetzt mit neuen Versionen zum Thema Hafen und EU-Subventionen. - Jetzt zitiert der Gregorio Guadalupe, welcher Vizeregierungsrat für Infrastruktur im Jahr 2006 war, als man die erneute Erweiterung des Hafens von Tazacorte in Auftrag gab. - Demnach hänge das Funktionieren eines Frachthafens in Tazacorte nicht so sehr von den Reedereien ab, sondern von den Firmen hier im Aridanetal, welche wohl für genügend Frachtaufkommen sorgen könnten, damit sich der Abstecher nach Tazacorte für ein Schiff überhaupt lohnt. Dafür allerdings müssten alle Firmen das hier klar von den Transportfirmen fordern, und die darauf hin ihre Arbeitsroutinen ändern.

Allerdings wage ich mal zu sagen, dass es den Firmen hier im Aridanetal ziemlich egal ist, über welchen Hafen ihr Mehl, ihre Kleidung, schlicht die gesamte Handelsware kommt, es soll einfach nur schnell, billig und zuverlässig sein, wie das der Transporteur anstellt, darüber will sich doch der Händler nicht seinen Kopf zerbrechen. - Also wären die Speditionen von sich aus gefragt, Ware zu bündeln und mit den Reedereien zu verhandeln, damit dann auch mal ein Schiff in Tazacorte anlegt. - Ich halte das alles für äußerst spekulativ, gegen den Hafen in Santa Cruz anzugehen wird da nicht gelingen, es ist auch ganz einfach eine äußerst komplexe logistische Rechenaufgabe festzustellen, ab wann sich für die Spediteure ein Wechsel in den Hafen von Tazacorte rechnet und wie viel Aufpreis denn die Reedereien für den Umweg über Tazacorte berechen würden. - Ein Fährverkehr in Tazacorte ist eh nicht angesagt, für die Fahrt nach Tazacorte braucht man mindestens 1,5 Stunden von Tenerife aus mehr, und mit dem Auto ist man in 35 Minuten von Santa Cruz im Aridanetal. - Lediglich die Insel El Hierro läge im Focus von Tazacorte, und man hatte ja mal 2 Sommer lang schon einen wöchentliche Fährverbindung mit unserer kleinen Nachbarinsel, allerdings kann man nicht über 10 - 20 Passagiere heraus, welche von der einen auf die andere Insel mit dem Schiff wollten. - Es bleibt also sehr fragwürdig, ob die Auflagen der EU, mit dem Umbau des Hafens von Tazacorte einen Verkehrshafen zu produzieren erfüllt werden können und Gregorio Guadalupe bestätigt diese Fragwürdigkeit indirekt, in dem er eben aufzählt, was alles passieren müsste, damit sich die Bewegung von Fracht über den Hafen von Tazacorte lohnen würde. - Einen ganz pikanten Abschnitt kann man auch noch nachlesen, und zwar merkt Gregorio Guadalupe an, dass letztendlich nicht der Rat für Infrastruktur beschlossen hat den erneuten Ausbau des Hafens von Tazacorte zu beschließen, sondern der Rat für Finanzen. - Es gab wohl seinerzeit kein anderes Hafenprojekt auf den Kanaren welches getaugt hätte die Töpfe der EU zu öffnen, welche extra für solche Infrastrukturmaßnahmen bereitgestellt werden. - "Solo estaba el de Tazacorte. No había otro sitio donde colocarlos" - Es gab nur den (Hafen) in Tazacorte. - Es gab keinen anderen Platz, wo man sie hätte hinpacken können (die Subventionen). - So zitiert Mikel Chacón den Ex-Vizeregierungsrat des Gobierno de Canarias, der sich allerdings dennoch davon überzeugt gibt, dass man alles richtig gemacht hätte. - Benjamin Linus hieß doch der Typ, der seinerzeit die Insel gedreht hat, ich glaub den brauchen wir nun dringend, sonst haut uns die EU noch kräftig auf die Finger.



Samstag 14.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 26,6 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Minuswachstum
Die Blase platzt

Gerade kommen die neuesten Zahlen raus, wie viele wir denn eigentlich hier auf der Insel sind, und diese neuen Zahlen, die wecken natürlich deutliche Neugier überall. - Der "Padrón Municipal" für das Jahr 2011 ist nun vom Instituto Nacional de Estadistica kurz "INE" veröffentlich worden und danach hat sich das Bevölkerungswachstum in den letzten Jahren deutlich und gewaltig abgekühlt. - Auf den Kanaren verlieren gar an die 30% der Gemeinden Einwohner, insgesamt bleibt aber noch ein Bevölkerungszuwachs von 0,4% übrig, die geringste Zahl seit dem diese Statistik überhaupt geführt wird. - Auf La Palma verlieren wir minimal, aber 161 Personen weniger als im letzten Jahr hier auf der Insel finde ich dann doch nicht alarmierend, wobei 2, nein, 3 dieser Personen mir große Freude mit ihrem Wegbleiben bereitet haben. - Ich will aber gleich noch vorausschicken, dass diese Zahlen eh meist nicht echt sind, sondern von den Gemeinden die "Bücher" nicht besonders aufrichtig geführt werden, weil eben jeder Einwohner bares Geld für die Gemeinde bedeutet. - Ich bezweifle stark, dass überhaupt so viel Bewohner hier auf der Insel leben wie die Gemeinde angeben, und damit dann auch das statistische Institut melden kann. - Wie viele es weniger sind, das wage ich allerdings auch nicht zu benennen, aber wer sich öfter mal damit beschäftigt, der geht von Zahlen aus, welche den "Padrón Municipal" als zwischen 5 und 15% aufgebläht bezeichnen. - Vielleicht liegt die Wahrheit in der Mitte und sicher ist das auch von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich, wie akribisch man seine wirklichen Schäflein zählt.

Erfinden kann man neue Einwohner nicht, aber man kann schlichtweg Einwohner, welche den Ort verlassen, aber sich nicht abmelden im Register belassen, und das wird fleißig so betrieben, ganz besonders bei Ausländern. - Und wie wir wissen, wohnen nicht wenige Ausländer hier auf der Insel, aber es herrscht auch eine große Fluktuation und ich weiß genau, dass viele Südamerikaner, welche noch von 10 Jahren mit großer Hoffnung und Illusion auf Arbeit hier hergekommen sind, inzwischen wieder die Insel verlassen haben. - Auch habe ich das Gefühl, dass weniger mitteleuropäische Ausländer in den letzten Jahren nach La Palma gekommen sind, als wieder gegangen, aber in dem Fall fehlen echte Zahlen, weil eben fast niemand dieser ehemaligen Bürger sich die "Arbeit" macht, sich auf seiner Gemeinde wieder ordnungsgemäß abzumelden. - Ich erinnere mich gut bei den Wahlen die Einwohnerliste der Gemeinde in den Händen gehabt zu haben, und von den angesprochenen Ausländern waren etwa die Hälfte gar nicht auffindbar, die aber Einwohner der Gemeinde sein sollten. - Das heißt nun nicht, dass die Hälfte aller gemeldeten Ausländer inzwischen nicht mehr hier wohnt, so weit will ich nicht gehen, man konnte diese Menschen einfach nicht aufspüren, was aber auch daran liegen kann, dass die im Moment nicht auf der Insel waren und manche unserer Zeitgenossen wollen auch gar nicht gefunden werden. - Auf jeden trauen diesen Zahlen nicht wirklich viele Menschen, aber niemand wagt es eine neue und echte Volkszählung zu veranstalten, so was hat man hier inzwischen auch nicht mehr gerne, und überhaupt, das könnte ja den Gemeinden auch richtig Geld kosten. - Allerdings wäre es sehr wichtig für zukünftige Planungen, das ist ja der Grund, warum man sich überhaupt die aufwendige Arbeit der Statistiken macht, und wenn man da ständig mit falschen Zahlen umgeht, dann kommt auch gewaltiger Quatsch dabei heraus. - Prominentes Beispiel hierfür ist unser deutlich zu groß geratener Flughafen, als man den plante, nahm man ja an, dass wir jetzt bereits 96.000 Einwohner hier auf der Insel haben, aber selbst die offiziellen Zahlen geben nur 87.000 Einwohner her. - Ein anderer Aberwitz den wir auch noch entdeckt haben steckt im touristischen Sondernutzungsplan, welcher uns ja die 4 Golfplätze und die vielen weiteren Hotels bescheren wollte. - Dort wird ein Bevölkerungswachstum zwischen 2004 und 2019 von 15% angekommen, das reelle Wachstum aber in den letzten 10 Jahren lag bei 3%. - Wie sich die einzelnen Gemeinden in den letzten Jahren entwickelt haben können Sie nachfolgender Tabelle entnehmen. - Die Zahlen stammen vom Instituto Nacional de Estadistica.



Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Barlovento 2398 2401 2378 2367 2350 2507 2506 2383 2387 2363 2296 2231
Breña Alta 5898 6091 6396 6665 6847 7039 7158 7184 7279 7337 7347 7344
Breña Baja 4051 4119 4113 4187 4186 4355 4470 4708 4952 5115 5259 5348
Fuencaliente 1800 1794 1801 1857 1877 1913 1935 1964 1925 1935 1898 1905
Garafía 2007 2012 2002 1998 1948 1924 1886 1849 1829 1804 1714 1707
Los Llanos 18190 19536 20238 20001 19659 19878 20173 20170 20525 20766 20948 21145
El Paso 7289 7358 7438 7544 7218 7404 7505 7514 7698 7815 7837 7947
Puntagorda 1785 1802 1823 1789 1708 1795 1962 1974 1955 2108 2177 2028
Puntallana 2204 2258 2308 2364 2380 2424 2368 2407 2423 2460 2425 2416
San Andrés 5229 5263 5226 5102 5012 5086 5020 4975 4972 4884 4874 4860
Santa Cruz 18204 18206 18228 18201 17857 17788 17640 17353 17132 17084 17128 16924
Tazacorte 6147 6117 6108 6107 5797 5835 5830 5828 5786 5755 5697 5559
Tijarafe 2672 2741 2765 2687 2666 2713 2720 2744 2757 2768 2769 2763
Mazo 4609 4621 4723 4762 4777 4591 4889 4880 4908 4802 4955 4986
La Palma 82483 84319 85547 85631 84282 85252 86062 85933 86528 86996 87324 87163



Samstag 14.01.2012 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1021 hPa

Wie Vieh
Tazacorte ist bald "drin"

Viele von uns erinnern sich noch an die Pionierzeiten des Internet, als man noch per dampfbetriebenem Modem den Piep- und Rauschtönen lauschte, damit man dann endlich ins Netz gelangt ist. - Fotos auf Webseiten waren damals auf Fingernagelgröße beschnitten und so komprimiert, dass man die einzelnen Pixel betrachten konnte. - Oder viele surften dann auch mit solchen Optionen wie "Graphiken ausblenden", weil es sonst zu lange dauerte bis zum Beispiel eine Zeitung im Netz zu lesen war. - Meine Kinder wissen gar nicht was ein analoges Modem ist, ich habe davon zwar noch eines, für´s Museum, und auch ein Telefon mit Wählscheibe, aber das gibt es ja heute auch bereits wieder als Gimmick auf den Smartphones. - Diese Zeiten sind vorbei, und ich weiß nicht wirklich ob ich sagen soll Gott, oder ADSL sei Dank, aber eine Verbindung ins Internnet scheint heute bereits ein Grundrecht zu sein und jeder surft, mailt und twittert vor sich hin, wo immer er gerade ist, steht oder liegt. - Das ist so in der modernen Welt, aber wer hat gesagt, dass wir auf La Palma in einer modernen Welt leben, denn immer noch gibt es hier auf der Insel breite Gebiete, welche man heute wohl als "Tal der Ahnungslosen" betiteln würde, weil es dort keine ADSL-Knoten gibt. - Es gibt sogar Regionen, in welchen einem die Telefonica, heute "Movistar, (nicht Moviestar, das war ein Lied von olle Harpo) nicht mal ein Festnetz installiert, dann hat man natürlich auch keine Chance auf schnelles Internet. - Vielfach behilft man sich mit den "Sticks", die fast überall gehen, aber teuer sind, (20 - 40 Euro im Monat und man muss sich registrieren lassen) und wenn man seine 1 oder 2 GB aufgebraucht hat, dann sinkt die Geschwindigkeit auf ein Niveau, welches einen wieder an die Zeiten der Dampfmodems erinnert. - Wobei mal unter uns, wer mit einem solchen Stick Musik lädt oder Filme, der hat es nicht besser verdient…

Da war doch mal was, wir erinnern uns doch an ein Projekt, welches "La Palma Digital" hieß, und uns vor Jahren bereits mit der Summe von 6 Millionen Euro in die schnelle Welt des Internet katapultieren sollte, aber außer öffentlicher "Internetcafes" ohne Kaffee ist daraus nichts entstanden. - Diese 6 Millionen Euro, deren Weg müsste man mal genau zurückverfolgen, oder lieber nicht, ein Restvertrauen in Politik und Verwaltung sollte doch besser erhalten bleiben, könnte bei solchen Recherchen aber endgültig Schaden erwulffen. - Damals sprach man davon, dass man W-Lan überall dort für die Bevölkerung im öffentlichen Raum zur Verfügung stellen wollte, wo man kein Festnetz hat, oder keine ADSL-Knoten zur Verfügung stehen. - Da sollte es ein Pionierprojekt in Garafía geben, vielleicht haben sich die Techniker auf dem Weg dorthin verfahren und sind bis heute nicht angekommen, das kommt bei uns manchmal vor. - Nun aber schlägt Tazacorte zurück, ganz ohne "La Palma Digital", sondern die Gemeinde will das finanzieren, obwohl man eigentlich kein Geld mehr hat, doch die wirklich smarte Bürgermeisterin Carmen Acosta überrascht uns immer wieder. - Im Innenstadtbereich und in Puerto de Tazacorte soll es zukünftig, wann genau, das kann man noch nicht erfahren, ein W-Lan Netz geben, welches allen zur Verfügung steht. - Die Geschwindigkeiten wird mit 256 Kb/s beim "Download" angegeben, doch müsste die Geschwindigkeit doch auch davon abhängig sein, wie viele Nutzer gleichzeitig den Access-Point ansprechen. - Die Praxis wird es zeigen, wie leistungsfähig dieses Netz ist, und auch wenn inzwischen viele mit ihren Smartphones direkt ins Internet gehen können, für Gäste der Insel dürfte das sehr interessant sein, denn mit einer ausländischen Karte im hiesigen Netz zu surfen, das ist weiterhin extrem teuer. - Man kann aber inzwischen auch in so vielen Kneipen und Cafes deren "WiFi" nutzen, so nennt man hier "W-Lan" eigentlich überall, und nicht WeiFei wie das eigentlich ausgesprochen werden sollte, sondern eben Wie Vieh, so dass jeder Inselgast ins Netz kommt. - Das vielleicht nicht immer und überall und zu jeder Zeit, aber mal unter uns, wer jederzeit im Netz sein muss, der ist dem Leben als Spinne schon ziemlich nah, der ist schon fast wie Vieh…



Freitag 13.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1018 hPa

Kurz aufgegossen
Mehr Licht, mehr Geld und kommt er nun doch, der Regen?

Wenn ich abends oder nachts hinunter sehe nach Los Llanos habe ich eigentlich nicht das Gefühl, diese Stadt läge im Dunkeln. Aber viele Einwohner und auch Geschäftsleute haben sich beschwert, die nächtliche Beleuchtung einiger Straßen und Plätze sei nicht ausreichend. - Die Stadtverwaltung hat nun Umfragen durchgeführt, und will nun dem Wunsch der Bevölkerung nachkommen und in bestimmten Straßen für mehr Beleuchtung sorgen, wo im Einzelnen, das hat man in der Presseerklärung nicht aufgeführt. Wohl aber weist man darauf hin, dass man sich ganz genau an das Himmelsgesetz, also an das berühmte "Ley del Cielo" halten will, in dem man vor 20 Jahren versprochen hat, so wenig wie möglich durch "Lichtverschmutzung" die Arbeit der Astrophysiker auf dem höchsten Berg der Insel stören will. - Für die Observatorien ist Licht tatsächlich ein großes Problem, und dieses Himmelsgesetz war so auch Voraussetzung dafür, dass das Instituto Astrofísico de Canarias überhaupt hier auf der Insel die Teleskope angesiedelt hat. -. Oft meckern einige Zeitgenossen gegen diese "Verdunklung", allerdings kann ich diesen Vorwurf wirklich nicht nachvollziehen, die meisten Städte sind hier sehr gut beleuchtet nachts und wenn man auch daran denkt, dass diese Beleuchtung ja auch noch richtig Geld kostet und der Strom aus dem Dieselkraftwerk bei der Hauptstadt stammt, dann sollten wir uns als Weltbiosphärenreservat eigentlich doch eher dazu entscheiden, mit weniger Beleuchtung auszukommen.

Selten gibt ein Bürgermeister zu, dass die Finanzlage in seiner Gemeinde chaotisch sei. - Die mutige Bürgermeisterin, welche nun damit an die Öffentlichkeit tritt ist Vanessa Rodríguez von der PSOE, welche in der Kommunalwahl vom Mai letzten Jahres Lazaro Brito von der Coalición Canaria abgelöst hat. - Die Gemeinde ist eigentlich pleite, alleine 4 Millionen Euro schuldet man Lieferanten und hat nun einen Plan aufgestellt, in dem man jährlich lediglich 100.000 Euro davon zurückzahlen kann. - Kredite gibt es keine mehr, der Jahreshaushalt wurde nun von 5 Millionen Euro in 2011 auf 2 Millionen Euro in 2012 herabgesetzt, weil mehr Geld einfach nicht zur Verfügung steht. - Erneut muss man sich dort an den Kopf fassen, wie es denn eigentlich möglich war, dass man als Bürgermeister oder Stadtrat seine Gemeinde derart in die Schuldenfalle laufen lässt, wie das in mehreren Städten und Orten auf La Palma in den letzten Jahren geschehen ist. - Die neue Bürgermeisterin kann gar nicht anders, als ihren Bürgern, und vor allen den Gläubigern, diese grausame Wahrheit einfach ins Gesicht zu schleudern, denn wenn kein Geld da ist, dann ist die Fiesta einfach zu Ende. - Dieses Ende hat die Coalición Canaria in vielen Gemeinden in den letzten Jahren einfach mit unverantwortlichen Krediten immer wieder hinausgeschoben und wir fürchten nun, dass gleiches im Moment im Cabildo Insular geschieht. - Das Erbe, welches man in Gemeinden wie Los Llanos, Tazacorte, Los Sauces und Barlovento von der Coalición Canaria angetreten hat, das hätte jeder halbwegs vernünftige Mensch sofort abgelehnt. - Licht aus, umdrehen und schnell weg hätte ich gesagt, aber da haben sich mutige Leute eingefunden, welche diese lecken Schiffe nun den Aridane-River hinuntersteuern. - Und noch 20 Minuten bis Buffalo…

So langsam glauben wir doch noch an Regen hier auf der Insel, kommende Woche könnte es so weit sein. - Auf jeden Fall wird es empfindlich kälter werden, und ab Mitte nächster Woche könnte es auch zu Niederschlägen kommen, weil sich ein kleines Tief, wirklich nur ein kleiner Störenfried, auf unseren Breiten hat einklemmen lassen und es nun nicht mehr schafft, nach Norden auszubüchsen. - Viel Wasser fällt da nicht, und vielleicht bleibt die Westseite auch verschont, weil der Wind weiter überwiegend aus Nordosten kommen wird, aber die sensationelle Hochdruckwelle die wir seit September hier nun verzeichnen, die hat kommende Woche wohl eine kleine Pause zu verzeichnen. - Ein paar Tage lang müssen wir schon damit rechnen, dass uns immer wieder Niederschlagszellen beschäftigen, denn wie gesagt, es ist kein rauschendes Tief welches sich im Eile und ungestümer Kraft über uns hinweg zieht, sondern ein mickriges Tief, welches sich auf unsere Breiten hat verschlagen lassen und nun den Ausgang nicht mehr findet. - Nichts Großes, auch am Flughafen dürfte es keine Probleme geben, aber ab nächster Woche hat wohl der Monsterbauknecht dann doch mal eine Pause.




Die orangefarbenen Aufhellungen zeigen die Intensität der Lichtverschmutzung über Santa Cruz (links) und Los Lllanos (Mitte) an. Doch auch die höheren Luftschichten werden davon messbar beeinträchtigt.
Foto von Torsten Güths




Freitag 13.01.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1019 hPa

Müll wächst nicht auf der Straße
Sparwillen gegen Anspruchshaltung

Irgendwann will ich auch mal wieder von etwas anderem schreiben als von Krise und Sparen, aber das kommt schon noch, und im Moment beschäftigt uns halt unser früher so ausschweifender Lebensstil doch noch gewaltig. - Die Gemeinden sind nun wirklich fast alle ernsthaft damit beschäftigt von ihren Schulden halbwegs herunter zu kommen, und das geht eben nur dadurch, dass man auf der einen Seite Ausgaben kürzt, und auf der anderen Seite auch versucht, die Einnahmen zu erhöhen. - Los Llanos hat ganz besondere Probleme mit seinem Haushalt, gerade mal über 20.000 Einwohner und, man weiß es immer noch nicht ganz genau, wohl an die 16 Millionen Euro Schulden. - Angehäuft in 2 Jahrzehnten Feudalpolitik a la Coalición Canaria, und nun haben sich andere bei den Kommunalwahlen nicht schnell genug geduckt, und müssen nun die Suppe auslöffeln. - Seien wir aufrichtig, die wollten wohl an den Drücker kommen, allerdings weiß ich aus allererster Hand, dass die niemals mit so vielen Leichen im Keller gerechnet haben, wie man nun gefunden hat. - Zaubern können und wollen die auch nicht, wie wir leidvoll und anstrengend nun im Umgang mit den Asphaltwerken erleben müssen, aber die Stadträte plagen sich auch mit kleineren Alltagssorgen herum, und werden immer mal wieder konfrontiert, mit einer unverständlichen Erwartungshaltung der Einwohner der Stadt, die man so eigentlich nicht erwartet hätte. - So gehen jetzt Klagen ein, die Stadt sei zu schmutzig und es gäbe zu wenige Straßenkehrer und man solle mindestens doppelt so viele Reinigungskräfte einstellen, als man bislang hat. - Gegen den Vorwurf, Los Llanos sei zu schmutzig, oder schmutziger las vorher setzt sich nun die dafür zuständige Stadträtin Amparo Martín zur Wehr und weist mal ganz nebenbei darauf hin, dass die Sauberkeit einer Stadt zunächst Aufgabe der Bürger sei, und nicht des Gemeinderats. - Müll wachse nicht auf der Straße, der wird dort hingeschmissen, und das von Bürgern der Stadt, also erhoffe man sich mehr Kollaboration, den mehr Reinigungskräfte könne man nicht einstellen, es sei kein Geld da. - In der Tat ist dieser Hinweis der Stadträtin natürlich auf der einen Seite richtig, die Zigarettenstummel, die Kaugummipapiere und auch der Hundekot, die wachsen ja nicht aus dem Gehweg heraus, sondern sind mit einem minimalen Aufwand seitens der Bürger zu vermeiden, die Stadt aber muss 5 Straßenkehrer einsetzen, damit diese den Dreck wieder von der Straße bekommen. - Auf der anderen Seite war es noch nie ein probates Mittel seitens der Politik, die Verantwortung für Vorfälle oder Zustände wieder an den Bürger zurück zu senden, das ist meist in die Hose gegangen, denn auch wenn es oft nicht so aussieht, die Bürger sitzen auf lange Zeit hin doch am längeren Hebel . - Allerdings beobachten wir in Los Llanos, wie auch in Tazacorte leider auch den Umstand, dass immer wieder in ganz bestimmten Bereichen der Orte nicht aus Ignoranz oder Versehen Müll auf der Straße landet, sondern aus purer Absicht. - Da werden gezielt Müllbeutel aus den Containern gezogen und dann über dem Gehweg verteilt, oder wie im Fall von Tazacorte sogar mit großem Aufwand Papierschnitzel hergestellt, die man dann auf hunderte Meter von Bürgersteig verteilt. - Die Rache der Enterbten vermuten die meisten dahinter, allerdings muss man mit solchen Vorwürfen vorsichtig sein, solange man es nur vermutet, die Müllfreveler aber nicht inflamülli erwischt, so lange sollte man sich besser auf die Lippen beißen. - Interessant aber dabei bleibt immer wieder zu beobachten, wie viele Zeitgenosse wohl absoluten Sparhaushalt von den Gemeinden fordern, aber gleichzeitig genau den gleichen Service fordern wir eh und je.



Donnerstag 12.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 25 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Einfältich gleich runter
La Zamora bekommt Überzieher

Kennen Sie klein Erna nicht? - Sagt die Lehrerin: "bilde einen Satz mit einfältig" - "Frau Lehrerin, du hast zwei Tropfen an der Nase, einfälltdich gleich runter" - Keine Angst, mehr Witze mit Bart müssen Sie heute von mir aus nicht mehr ertragen, aber ich habe auch festgestellt, dass viele ganz junge Menschen über diese alten Kalauer plötzlich wieder lachen. - Gut, manche aus Mitleid vielleicht, andere lachen eh über alles. - Nicht lachen konnte man schon seit knapp zwei Jahren in Fuencaliente, denn dort musste man nach immer wieder vorkommenden Steinabbrüchen am Strand "La Zamora" diesen schließlich sperren, da eben Gefahr für die Badenden bestand, und seit dem ist dieser Strand geschlossen. - Sehr zum Ärger der Anwohner, der Gäste aus dem nahen Hotel, der Gemeinde Fuencaliente und auch aller anderer, die gerne an diesem wunderschönen Naturstrand sich beim Baden vergnügen wollen. - Unsere Insel ist eben keine Granitbollwerk, sondern ein bröseliger Bau aus störrischem Basalt, der wohl hart wie Stahl sein kann, besonders immer wenn man reinbohren will, aber auf Druck sehr äußerst gereizt reagiert, und dann in Tausend Einzelteile zerspringen kann. - Für den Druck sorgten die immer wieder übereinander gestapelten Lagen erkalteter Lava, und so bröckelt unsere Insel an allen Ecken und Enden, und wenn wir noch ein paar Millionen Jahre warten, dann sind wir genau so platt wie Lanzarote oder Fuerteventura, wenn die Erosion die Insel dann so richtig abgeschmirgelt hat. - Allerdings müssen wir bis dahin schon noch vorsichtig sein, Steinschlag ist auf La Palma etwas sehr Alltägliches, zumindest eben wenn man sich in der Nähe eines Hanges aufhält, oder noch schlechter, darunter. - Wenn es geregnet hat, dann ist es noch schlimmer, immer mal wieder müssen dann im Winter sogar die Straßen gesperrt werden, weil wir erst wieder Geröll wegräumen müssen und nur sehr aufwendig und teuer kann man die Abhänge gegen diesen Steinschlag sichern.

Auch der Strand von La Zamora liegt unter einem Abhang, das macht ihn so anheimelnd, und auch so schön, allerdings eben auch gefährlich, weil sich immer mal wieder Gesteinsbrocken lösen können. - Meist sind das kleine Steine, aber eben vor 18 Monaten waren das bullige Klunker die da runtergekommen sind, und richtig hat man diesen Strand darauf hin gesperrt, denn es kann jeden Moment wieder zu Steinschlag kommen. - Was das aber bedeutet, einen der schönsten, oder sagen wir wohl schönstens Strand der südlichsten Gemeinde geschlossen zu halten, das kann man sich ausmalen, keine gute touristische Werbung für den Ort und auch gleich die ganze Insel. - Allerdings kommt bei solchen Dingen eben immer die Frage auf, wer bezahlt die notwendigen Arbeiten? In Frage kommen eigentlich nur, die Gemeinde, (ist pleite) das Gobierno de Canarias (fühlt sich nicht zuständig), die Küstenbehörde (nach Diktat verreist) und den letzten beißen die Hunde, stimmt, das Cabildo Insular muss also herhalten, und macht das nun auch. - Allerdings hat man sich fast 2 Jahre dagegen gewehrt, was aber bei uns ganz normal scheint, die Reparaturarbeiten am Meerwasserschwimmbecken von Charco Azul in der Gemeinde Los Sauces waren auch erst nach mehr als 2 Jahren fertig, man ist im Süden der Insel also in bester Gesellschaft. - Das in Charco Azul hat allerdings die Küstenbehörde bezahlt, vielleicht hätte also das Cabildo Insular einfach noch eine Weile pokern sollen. - Haben die nicht gemacht, ist auch gut so, und nun will man für 40.000 Euro den Hang über dem Strand sichern, und zwar mit einem Netz aus galvanisiertem Drahtgeflecht. - Man könnte auch die Wände mit Zement befestigen, aber das ist teurer und überhaupt nicht schön anzusehen, und so hat man sich für diese Methode entschieden, die auch immer häufiger hier verwendet wird um Straßenabschnitte zu sichern. - Auch in den Alpen kennt man diese Sicherungen, die taugen halt nicht wenn es darum geht tonnenschwere Lasten abzustützen, aber darum geht es hier doch nicht, sondern um Gesteinsbrocken in den Größen zwischen Wasser- und Golfball davon abzuhalten, dass einfältich gleich runter.




Dieser Brocken ist allerdings auf die "Playa Nogales" gefallen, im Nordosten der Insel. - Ob die Schuhe zu jemandem gehören, der nun unter dem Stein liegt, das wird nicht verraten. - Spaß beiseite, man kann nicht vorsichtig genug sein...




Donnerstag 12.01.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Ja wo fliegen sie denn
Rekordjahr für die kanarischen Flughäfen

Nie zuvor sind auf den kanarischen Flughäfen mehr Passagiere befördert worden als im vergangenen Jahr, das ist doch mal eine positive Aussage und lässt hoffen, dass wir die "Krise" bald mal von der anderen Seite zu sehen bekommen, nämlich von hinten. - Alle Inseln legen zu, mit der Ausnahme von El Hierro, was aber verständlich ist, haben die doch wegen der vulkanischen Eruption einen deutlichen Rückgang in der Besucherzahl einfahren müssen. - Es gab zwar keine gefährliche Situation, eher spannende Beobachtungen, aber wer soll das vorher wissen. - Alle Flughäfen legen zu, auch der auf La Palma, allerdings steigen bei uns die Zahlen eher moderat an und wir liegen nun wieder bei 1,06 Millionen Passagieren im Jahr. - Wieder müssen wir sagen, da wir die letzten beiden Jahre bei der Passagierzahl unter die Millionengrenze gerutscht waren, und vor ein paar Jahren schon mal bei 1,2 Millionen Passagieren waren. - Immer beachten dabei, diese Zahl spiegelt nicht die Zahl der Menschen wieder, welche nach La Palma reisen, sondern das ist die Gesamtzahl der Menschen, welche den Flughafen für eine Reise benutzen, also sowohl ankommenden wie abreisende Passagiere werden hier gezählt. - Zulegen konnte man in La Palma im ersten Halbjahr besonders bei den interinsularen Flügen, und zuletzt, im November und Dezember auch bei den internationalen Reisenden, da es nun wieder mehr Flugverbindungen aus Deutschland gibt. - In Prozenten ausgedrückt steigt die Passagierzahl im Jahr 2011 gegenüber dem Trauerjahr 2010 auf La Palma um 7,6%. - Auf den anderen Inseln gibt es noch kräftiger Zuwächse, und da sehen wir vor allem auf die Inseln Lanzarote (12,3% mehr) und Fuerteventura (18,6%) mehr. - Das sind natürlich Zahlen, die sich erklären müssen, aber das ist ganz einfach in diesen Fällen, denn wegen der Unruhen in Tunesien und Ägypten haben viele Reiseveranstalter ihre Kontingente auf den beiden nördlichen Kanareninseln kräftig ausgebaut. - Allerdings muss man auch dazusagen, die beiden Inseln hatten vor diesem Rekordjahr auch ganz fürchterliche Einbrüche bei den Gästezahlen verzeichnen müssen, so dass die den jetzigen Boom unbedingt gebraucht haben. - Unter der Hand erzählt man sich, dass Mubarak unter den Hoteliers auf den Kanaren viele Anhänger haben soll… Fuerteventura anstatt Ägypten ist einfach plausibler als La Palma statt Ägypten, das müssen wir einfach einsehen, wir taugen nicht als Ersatz, was ja nicht unbedingt und immer ein Nachteil sein muss.

Die anderen Kanareninseln konnten auch bei den Passagierzahlen zulegen, 11,1% mehr in Gran Canaria, welcher damit seinen neuen Rekord verzeichnen kann, die haben im vergangenen Jahr in absoluten Zahlen 10,5 Millionen Passagiere abgefertigt. - Hier liegen die Steigerungen sowohl im interinsularen Verkehr, wie auch bie der Ferienfliegerei, auch hier zählt der Effekt Nordafrika, genau so wie auf dem Südflughafen von Tenerife. - Dort durfte man 17,6% Passagiere mehr abfertigen, was immerhin 8,65 Millionen Passagiere im Jahr 2011 bedeutet. - Der Nordflughafen auf der gleichen Insel konnte auch zulegen, allerdings fällt hier der Zuwachs sehr gering aus, nur 1,1% mehr sind in "Los Rodeos" abgefertigt worden, was aber auch daran liegt, dass einige Fluggesellschaften von dort weggezogen sind und nun auf dem Südflughafen landen. - Der Nordflughafen auf Tenerife dient inzwischen fast ausschließlich dem nationalen und interinsularen Flugverkehr. - Immerhin wurden noch 4,1 Millionen Passagiere dort abgefertigt, so dass Tenerife als Insel ganz klar die Nase vorne hat was Passagiere angeht, aber da sich das Aufkommen auf 2 Flughäfen verteilt, bleibt der größte kanarischen Flughafen der auf Gran Canaria. - Werfen wir noch einen Blick auf die kleinen Kanareninseln, da steht ein kleines Minus von 0,4% bei El Hierro, wegen des Vulkans, und so konnte man auf deren Flughafen "nur" noch 170.225 Passagiere im Jahr 2011 abfertigen. - La Gomera ist immer schon der kanarische Verkehrsflughafen mit dem geringsten Verkehrsaufkommen, auch wenn es mehr als doppelt so viele Einwohner dort gibt wie auf El Hierro, so kam man doch im Jahr 2011 nicht über die Zahl von 32.660 Passagieren hinaus, was aber immer noch einen Zuwachs von einem halben Prozent entspricht. - Warum La Gomera so wenig Passagiere auf dem Flughafen abfertigt, das ist auch zu erklären, die Insel liegt so nahe am Süden Tenerifes, dass die Fährverbindungen von dort häufig, schnell und billig sind, und man so eigentlich schon traditionell diese Insel eher über den Seeweg erreicht. - Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2011 auf den acht kanarischen Flughäfen somit etwas mehr als 35 Millionen Passagiere abgefertigt, das ist so viel wie niemals zuvor, Chapeau Kanarische Inseln, so viele Leute können sich doch nicht irren…




Die Hauptlast unseres Flugverkehrs wird von Maschinen des Typs ATR 72-500 der Fluggesellschaft Binter Canarias abgewickelt




Mittwoch 11.01.2012 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Nomen bleibt bitte Omen
Hoffen wir, dass der "Barranco Seco" seco bleibt

Mit die Situation mit der Müllentsorgung hier auf der Insel haben wir uns schon oft beschäftigt, und ganz zufrieden waren wir noch nie, ganz einfach weil schlichtweg das Müllverwertungszentrum für den gesamten Inselmüll in Mazo noch nicht arbeitet. - So landet der gesamte Inselmüll, mit Ausnahme von Sondermüll, welcher per Schiff aufs Festland gebracht wird, auf unserer einzigen Deponie auf der Insel, und die liegt im "Barranco Seco" genau auf der Gemeindegrenze zwischen Santa Cruz und Puntallana. - Beide Gemeinden haben also etwas vom gesamten Inselmüll, der südliche Hang der Schlucht gehört zu Santa Cruz, und der Nördliche zu Puntallana. - Im Jahre 2000 legte man diese Deponie an, oder besser gesagt, baute diese aus, denn Müll lag da auch vorher bereits drin, die Hauptstädter entsorgten dort. - Nun aber war es eine offizielle Deponie, welche auch die Genehmigung erhielt von der kanarischen Regierung, allerdings sollte diese Deponie nur an die 2 Jahre dort genutzt werden, weil ja dann bereits die Müllverwertungsanlage in Mazo in Betrieb gehen sollte. - Wir wissen, dass es anders gekommen ist, 10 Jahre später ist die große Hoffnung La Palmas in Sachen nachhaltiger Müllentsorgung immer noch nicht in Betrieb, und auch wenn es widrige Umstände gab, welche wohl zu beachten sind, so ist diese zehnjährige Verzögerung unverzeihbar, und eigentlich ein politischer Skandal. - Die in Spanien am effektivsten auftretende Umweltschutzorganisation, "Ben Magec-Ecologistas en Acción" haben nun eine drastische Pressemeldung von Pablo Díaz verbreiten lassen, in welcher der die Situation des "Barranco Seco" als eben Skandal ansieht und diese Deponie auch als illegal einstuft, eben weil sie nicht spanischen und auch europäischen Standards entspricht. - Das tut sie wirklich nicht, was eben mal als Übergang gemeint war, das ist nun zum Dauergeschäft geworden, zwar hat man einiges unternommen um die Deponie ordentlich zu betreiben, aber eine Abdichtung nach unten fehlt laut Pablo Díaz, was eben dazu führen kann und wohl auch bereits führt, dass Giftstoffe aus dem Müll ins Erdreich gelangen und auch ins Meer. - "Wenn die UNESCO" erfahren würden, wie wir hier mit dem Müll umgehen, dann würden die uns den Titel Weltbiosphärenreservat schnell wieder wegnehmen" meint Pablo Díaz und wird damit nicht ganz unrecht haben.

Allerdings müssen wir auch die Frage jetzt stellen, ob wir denn im Moment überhaupt noch etwas anders machen können, weil das Kind bereits im Brunnen liegt, der Krug bereits zerbrochen und die Würfel schon gefallen sind. - Wenn wir ehrlich sind, dann können wir nichts anderes machen als hoffen, dass der "Barranco Seco" wirklich seinem Namen alle Ehre bereitet und trocken bleibt. - Zwar hat man einen Ablaufkanal erbaut, welcher Regenwasser unter dem angesammelten Müll in den Atlantik schickt, kommt es allerdings zu massiven Regenfällen, dann kann es wohl sein, dass dieser Ablauftunnel nicht alles Wasser schlucken kann. Auch kann man annehme, dass der Tunnel bei gewaltigen Regefällen durch Geröll verschlossen wird, und dann ist zu befürchten, dass die Deponie, oder zumindest Teile der Deponie ins Meer rutschen. - Das wäre dann der Supergau, dann brauchen wir kein Atom-U-Boot welches vor unserer Küste sinkt, oder keinen Tanker der auseinander bricht, dann haben wir uns selbst die touristische Zukunft für eine ganze Weile zugemüllt. - Sicher, die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, die ist äußerst gering, allerdings darf man seitens der Ökologen dieses Szenario wohl dazu benutzen, die Missstände um unsere noch lange nicht nachhaltige Müllentsorgung immer wieder anzuzeigen und damit medialen Druck auf die Inselregierung aufzubauen. - Die müssen nun endlich mit der Müllverwertungsanlage "zu Potte" kommen, allerdings habe ich so die klammheimliche Befürchtung, diese "müllfressende Wollmilchsaubermaschine" kann gar nicht so viel leisten, wie man uns immer erzählt hat. - Zumal man sowieso nicht ganz ehrlich zu uns ist, wenn man behauptet, dass die Deponie "Barranco Seco" geschlossen wird, sobald die Müllverwertungsanlage in Betrieb genommen wird. - Denn selbst wenn man alle Wertstoffe aussortiert, organisches Material kompostiert, dann bleibt immer noch Restmüll über, der nicht weiter verarbeitet werden kann. - Und wo kommt der dann hin? - Klar, auf eine Deponie. - Und wir haben nur eine, den "Barranco Seco".



Mittwoch 11.01.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Gärtner ohne Garten
Ein Flughafen mit großem Unterhaltungswert

Auf unserem Flughafen gibt es keine Pflanzen, aber Gärtner, drei an der Zahl. - Allerdings gibt es keine Polizei mehr, zumindest nicht aus der Gemeinde Mazo, welche dafür sorgen soll, dass ordentlich geparkt wird, so dass die Presse ordentliches Verkehrschaos vom Flughafen meldet. - Aber immer schön der Reihe nach. - Drei Gärtner kümmerten sich am alten Flughafen an die 20 Jahre lang um die Palmen vor dem Gebäude und die aufgestellten Pflanzkübel im Inneren. - Dann wurde ja das neue Terminal gebaut, das Alte abgerissen, und im und um das neue Terminal herum gibt es keine Pflanzen mehr, welche man betreuen, gießen und beschneiden müsste. - Die Firma, welche mit der technischen Betreuung des neuen Terminals beauftragt wurde, die kündigte so kurzerhand den drei Gärtnern, mit dem Hinweis, kein Garten - keine Gärtner. - Das machte damals die Runde in der Presse, und weil eben die drei Gärtner auch früher nicht nur den Schlauch zum Gießen gehalten haben, sondern immer schon auch andere handwerkliche Tätigkeiten am alten Terminal ausgeübt hatten, forderte man die Wiedereinstellung der drei Gärtner, die können ja in anderen Bereichen genau so eingesetzt werden. -. Nun ist es amtlich, das Arbeitsgericht ordnet die Wiedereinstellung der drei ehemaligen Angestellten an, oder man müsse jedem der drei eine Abfindung von 40.000 Euro bezahlen, plus aller Gehälter seit dem Rausschmiss bis heute. - Allerdings kann nun die Firma, welche mit dem technischen Unterhalt des neuen Terminals beauftragt ist dagegen noch Einspruch erheben, aber man rechnet wohl damit, dass es in den kommenden Tagen bereits eine Entscheidung gibt, Abfindung der Wiedereinstellung.

Gärtner können also bald wieder am Flughafen ohne Garten arbeiten, Polizisten aber nicht. - Allerdings bezieht sich das nur auf die "Policía Municipal" aus Mazo, der Gemeinden also in deren Gebiet der Flughafen liegt und aus dem Rathaus von Mazo lautet es nun, man wird keine Polizei mehr auf den Flughafen schicken, weil der Flughafenbetreiber die Polizei nicht mehr bezahlen will. - Ganz vorne weg, das wusste wir bislang noch nicht, dass Mazo für die Präsenz der Polizisten am Flughafen kassiert, aber phantasievoll muss man sein den Gemeindesäckel zu füllen und sicher ist das anderswo nicht anders. - Seitens des Flughafenbetreibers bedauert man diesen Schritt seitens der Gemeinde, denn es handle sich nur im ein technisches Problem während der Übergangsphase, da zukünftig die staatliche "AENA" ja auch private Miteigentümer haben wird. - Klingt nicht besonders überzeugend, man will wohl die 80.000 Euro jährlich einfach nicht mehr bezahlen, oder bastelt gerade an einem schönen Portfolio über den Flughafen, um für private Investoren gut auszusehen, und da stören solche Betriebskosten natürlich. - Wie das nun weitergeht, das weiß man noch nicht, auf jeden Fall melden nun viele Nutzer des Flughafens, es gäbe dort ein ständiges Verkehrschaos, weil man bereits mitbekommen hätte, dass es keine polizeilich Aufsicht mehr über die Parkplätze und die Zufahrten gibt. - Bei Ankunft mehrerer Maschinen wird nun auf den Zufahrten und vor dem Terminal wild und schlimm geparkt, zeitweise geht gar nichts mehr, aber wo keine Polizei ist, da wird auch nicht bestraft, und obwohl das Parkhaus für die erste halbe Stunde gratis ist und immer ein Parkplatz vorhanden, wollen alle direkt vor dem Terminal parken. - Klar, Guardia Civil und Policía Nacional sind auch auf dem Flughafen präsent, aber deren Aufgabe ist es nicht den Verkehr zu regeln, auch wenn das durchaus in den Rahmen ihrer Möglichkeiten gehört, aber sicher werden die, schon rein aus Solidarität mit den nicht mehr bezahlten Stadtpolizisten, nicht umsonst deren Arbeit mit machen.



Dienstag 10.01.2012 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Handlungsunfähig
Einzig die Opposition im Cabildo Insular mit Argumenten

Mein Entsetzen, dass die eigenen Leute der PSC/PSOE in der Inselregierung dazu bereit waren mit der Coalición Canaria gemeinsame Sache zu machen, das habe ich Ihnen ja bereits erklärt. - Allerdings fehlt mir das Gen mit der guten Mine zum bösen Spiel, nichts Gutes kann man in dieser Koalition finden, die ausschließlich aus parteiinternen Gründen eingeleitet wurde. - An der Basis fordern alle Sozialisten hier auf der Insel, gut, fast alle, dass die PSOE mit der PP koaliert, um endlich die Coalición Canaria von den Fleischtöpfen zu vertreiben, um damit der seit Jahrzehnten andauernden Vetternwirtschaft ein Ende zu bereiten. - Allerdings fürchten einige halbhohe Herren in Tenerife, dass man so der Partido Popular zu viel Macht verleiht, und man ja nur auf die Belange der eigenen Partei blicken darf. - Dass man dabei nur noch sich selbst betrachtet, nicht aber den Willen der eigenen Basis, und noch schlimmer, die Notwendigkeiten der Insel außer Acht lässt, aus parteipolitischen Gründen wohl gemerkt, degradiert diese Riege selbst ernannter Sozialisten zu unwählbar und untragbaren Persönlichkeiten. - Darüber hinaus funktioniert dieser aufgedrückte Pakt zwischen der Coalición Canaria und den Sozialisten im Inselparlament überhaupt nicht, denn die allermeisten Räte können sich untereinander nicht gut riechen und über allen Unternehmungen, auch denen der Sozialisten, steht immer noch die Inselpräsidentin, welche jegliches Projekt zu Fall bringen kann. - Es ist also ein sinnloses Treiben was man dort im Inselparlament vor sich hinschiebt, und das genau kritisiert Asier Antona, Chef der palmerischen Bürgerlichen der Partido Popular hart und klagt diese Agonie an, welche natürlich der Insel in diesen drastischen Momenten der Krise überhaupt nicht gut steht. - Anstatt neuer Projekte und Ideen gibt es zögerlichen Alltag, und es bleibt zu befürchten, dass sich das die kommenden Monate und vielleicht sogar Jahre nicht ändern wird. - Nur Krisenverwaltung, das ist kein Konzept, wir müssen ganz dringend inselweite Strukturwandel einläuten, um endlich aus den grausam verfahrenen Schmurucheleien wieder heraus zu kommen. - Die Heilige Quelle, das Speicherbecken in Barlovento, die Müllverwertungsanlage in Mazo, das Besucherzentrum auf dem Roque de los Muchachos und auch das Tierheim oder wenigstens Auffangstation für verwaiste Hunde, das sind alles konkrete Themen, welche längst hätten konkrete Tagesordnung sein müssen.

Zusammen mit den Räten der Sozialisten ist das Cabildo Insular sogar noch weniger handlungsfähig als vorher, nun kommt zur Unfähigkeit vieler Räte auch noch die Angst vor dem Koalitionspartner, welche Rücksichtnahme so weit fordert, dass man lieber gar keine Vorschläge mehr macht. - Natürlich kommt darüber hinaus auch noch der Umstand zum Tragen, dass man weniger Geld zur Verfügung hat als in den vergangenen Jahren, aber dass so gar kein Anstoß kommt, neue Projekte einzuleiten, oder zumindest die vielen, die seit Jahren auf Vollendung warten mit Nachdruck zu verfolgen, das lässt einen richtig verzweifeln. - Ob sich die Sozialisten mit dieser Haltung Freunde auf der Insel unter den eigenen Anhängern machen, das darf und muss ich bezweifeln, denn eigentlich hätte die Insel Sozialisten verdient, welche über die eigenen Parteiinteressen hinaus für La Palma arbeiten. - Es fällt mir nicht leicht, so hart mit den eigenen Leuten und Freunden umzugehen, aber leider sieht es in der Führung der Partei auf der Insel, sowie auf dem Niveau der Kanarischen Inseln so dramatisch aus, und gäbe es hier auf den Kanaren eine tragfähige und glaubhafte Grüne Partei, dann müssten sich die hohen Herren der PSC/PSOE nicht nur wegen ihrer eigenen Unfähigkeit Sorgen machen, sondern auch noch vor den Entscheidungen, welche die Wähler dann treffen würden. - Der einzige Vorteil den die Parteiführung der kanarischen Sozialisten noch haben ist, man kann sich sicher sein, dass deren Stammwähler niemals die Partido Popular und noch weniger die Coalición Canaria wählen würden, der Sozialist hier auf den Kanaren hat nur die Möglichkeit mit Abstinenz gegen die Verfehlungen der eigenen Partei anzugehen. - Schade, aber der momentan einzig ernst zu nehmende Politiker auf dem Niveau der Inselregierung ist ein Bürgerlicher der Partido Popular. - Asier Antona heißt der junge Mann, und ist leider in der Opposition und nicht Inselpräsident mit Hilfe der Sozialisten, so wie die Basis der Sozialisten La Palmas das eigentlich gefordert hat. - Aber warum soll sich meine Geschichte nicht wieder einholen. Es ist sowohl im Bayrischen Wald, da wo ich herkomme, noch auf La Palma, da wo ich bin und bleibe, äußerst exzentrisch bis masochistisch Sozialist zu sein. - Besonders einer, mit Vorliebe für bürgerliche Politiker…



Dienstag 10.01.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1018 hPa

Und sie blühen doch
Wassermangel verzögert die Mandelblüte

Man muss sie suchen, die blühenden Mandelbäume, aber einige Verwegene haben sich doch aufgerafft, trotz des Wassermangels zu blühen. - Ich hatte ja verkündet, dass noch gar kein Baum blüht, dem haben viele Leser widersprochen und schließlich habe ich mich aufgemacht, blühende Mandeln zu suchen, und schließlich auch gefunden. - In den hohen Lagen der Insel zuerst, das ist aber in den feuchten Jahren auch nicht anders, nur eben in diesem Jahr verzögert sich die Mandelblüte deutlich, die fehlenden Niederschläge machen sich hier bemerkbar. - Nach und nach werden auch die anderen Mandeln um Blühen kommen und wenn sich nichts an der Großwetterlage ändert, dann kann es sein, dass sich dieses Jahr die Mandelblüte bis in den März hinein verlängern wird. - Das hört sich zunächst gut an, allerdings blühen in diesen trockenen Jahren dann die Bäume nicht zusammen als großer Farben- und Blütenteppich, sondern eben nacheinander. - Was bei den Mandelbäumen einfach als Schönheitsfehler daherkommt ist, weil die Mandeln hier außer für den Hausgebrauch keine wirtschaftliche Bedeutung mehr haben, ist für andere landwirtschaftliche Produkte deutlich ärgerlicher. - Die Winterkartoffeln wollen nicht richtig wachsen, zu trocken und zu warm, und auch im Weinbau fürchtet man durch die Trockenheit eine schlechte Blüte, und damit für dieses Jahr die dritte schlechte Weinlese hintereinander. - Im Gegensatz zu vielen anderen Kulturen ist der Wein bei uns selten auf Feldern angelegt die man bewässern kann, da normalerweise in der Winterperiode Tiefdruckgebiete aus dem Westen ihre feuchte Fracht bei uns lassen. - Im späteren Verlauf des Jahres brauchen die Weinreben kein Wasser mehr, im Gegenteil, aber eben vor der Blüte muss es regnen, sonst entwickelt sich diese nicht entsprechend. - Die Landwirtschaftsverbände beginnen nun auch schon über die Trockenheit zu klagen, das ist die Vorstufe dazu, dass man, sollte sich die Wetterlage nicht ändern, dann nach Hilfen und Ausgleichszahlungen ruft, so war das immer, ob es nun zu wenig geregnet hat, zu viel, oder ob Sturm war, und in ganz guten Jahren, wenn mal alles stimmt, dann meckern wir auch, weil wir dann plötzlich eine Überproduktion haben und für den Wein oder die Kartoffeln kaum noch Geld bekommen.

Schwarz malen sollten wir aber nicht, so schlimm ist das noch nicht mit der Trockenheit, und außerdem hat dieser Winter ja auch noch die Möglichkeit uns notwendiges Nass zu bringen. - Auch wenn die Prognosen weiterhin nicht günstig im Sinne der Landwirtschaft sind, die Wasserreserven auf der Insel reichen locker aus, um uns auch durch einen heißen Sommer zu bringen. - Viele Wassergalerien sind seit Jahren nicht mehr angezapft worden, da wir mehrere feuchte Winter hintereinander hatten und auch die beiden letzten Sommer nicht wirklich lang anhaltend heiß waren. - Auch haben wir immer noch die Zauberbüchse "Túnel de Trasvase", eine große und teure Infrastruktur zu Wasserversorgung, die eigentlich gar kein Tunnel ist. - Ursprünglich wollte man mit einem Tunnel überschüssiges Wasser von der Ostseite auf die Westseite bringen, allerdings stieß man von beiden Seite auf dermaßen viel Wasser, noch lange bevor man sich in der Mitte traf, dass man nur mit Mühe und Not den Wasseraustritt stoppen konnte und nun immer wenn man es benötigt, den Wasserhahn wieder aufdrehen kann. - Erst wenn auch der nächste Winter wieder trocken wird, dann müssen wir uns Sorgen machen, einen solchen Winter den reiten wir ab, wobei ganz locker nicht, denn dann ziehen die Preise für Gießwasser in der Landwirtschaft ganz schnell an. - Hier nun stellt sich auch erneut die Frage, wie es denn nun weitergeht mit der "La Laguna de Barlovento", dem größten Speicherbecken aller Kanarischen Inseln, welches leider weidwund und kaputt im Moment nicht zu nutzen ist, und wie es scheint, niemals wirklich dazu dienen wird, die gesamte Wassermenge aufzunehmen, für die man dieses Becken eigentlich gebaut hat. - Noch ist nicht mal das Projekt für die Reparatur vorhanden, oder sagen wir besser veröffentlicht, weil man wohl genau so wenig weiß, woher man das Geld dafür nehmen soll und welche Behörde diese Reparatur eigentlich bezahlen soll. - Viele Fragen sind da noch offen, und wie es scheint, sind die Behörden gar nicht gewillt, alle diese Fragen zu beantworten, ein wulffsches Krisemanagement sozusagen. - Ich fürchte ja, dass es ein Gutachten gibt, welches aussagt, dass dieses Speicherbecken solch grundlegende Fehler aufweist, dass eine Reparatur, sei diese noch so aufwendig, nicht dazu führen wird, dass dieses Becken jemals mit Garantie so viel Wasser aufnehmen kann, wie vorgesehen. - Solch ein Gutachten möchte man natürlich ungern vorzeigen, denn da schließen sich dann auch wieder viele Fragen an. - Wie es mit dem Wetter weitergeht, das wollen wir alle gerne wissen, ich auch. - Wahrscheinlich ist, dass weiter die Hochdruckgebiete sich über dem Nordatlantik die Hand geben und es auch im Januar keinen Niederschlag geben wird. - Nächste mögliche Störung wäre ab dem 17. Januar, aber die Wahrscheinlichkeit nimmt mit jedem neuen Rechendurchgang der Computer des Global Forecast Systems ab.




Einer der ersten blühenden Mandelbäume, im letzten "Büchsenlicht"




Montag 09.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 23,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,1 Grad

Kurzweil
Tourismusinfo und der "ewige Vulkan"

Das "Zentrum für touristische Initiativen" wird wohl genau eines machen, touristische Initiativen. - Und davon gibt es gleich zwei auf der Insel, wobei eine der beiden deutlich rühriger ist als die andere. - Dem "CIT Tedote" (Centro de Iniciativas Turísticas Tedote) mit Sitz in El Paso gilt da alle Aufmerksamkeit inzwischen, und warum der andere "CIT" mit Sitz in Santa Cruz nicht mal mehr in der Presse auf sich aufmerksam macht, das weiß ich nicht, kann mich aber noch daran erinnern, dass ein gewisser Antonio Sosa immer lustige Geschichten über touristische Möglichkeiten auf der Insel fabulierte, die sich ein bisschen sehr viel im Reich der französischen Kamingeschichten angesiedelt hatten. - Aber das kennen wir ja auch von unseren Tourismusräten, die ähnlich interessante Vorstellungen haben, und erst so ganz langsam auf der kognitiven Kriechspur mitbekommen, dass man für diese Insel nicht die ausgeleierten Vorbilder der anderen Kanareninseln nutzen kann. - Massentourismus, Golfplätze und Jachthäfen usw. - Der "CIT-Tedote" hingegen, die reden nicht nur, sondern tun auch was, wenn auch oft nur für ihre Mitglieder, aber das darf man als Verein auch schon machen, da sollte man nicht päpstlicher sein als Alice Schwarzer. - Aber die haben viele Mitglieder hier inzwischen auf der Insel gesammelt, allesamt im touristischen Bereich tätig, aber eben auch Gastronomie und weitere periphere Angebote rund um Dienstleistungen an Urlaubsgästen. - Da kommt schon was rüber und mit dieser geballten Erfahrung kann man schon anders auftreten als ein "ungelernter" Tourismusrat, der sich erst langsam in die Materie einfinden muss, nachdem wir leider auf diesem so wichtigen Posten in den letzten Legislaturperioden nicht wirklich erfolgreich vertreten waren. - Allerdings klappt es mit der Zusammenarbeit zwischen dem "CIT-Tedote" und der politischen Schiene im Moment nicht mehr so richtig, was wirklich schade ist, denn der "CIT" hat viele Werbeaktionen für die Insel unternommen, welche wohl auch pfiffig waren, weil man eben aktive Mitglieder hat mit Erfahrung im Job, aber das klappt nun nicht mehr wie vorher, weil die Politik da nicht mehr mitspielen will. - Zumindest die in der Inselregierung nicht, aber auf Ebene der Gemeinden ist man da erfolgreicher und hat nun, nachdem man beständig das touristische Informationszentrum der Stadt El Paso bereits betreut, nun auch das Büro in Los Cancajos übernommen. - Das hatte man schon mal gemacht, allerdings sich mit dem früheren Tourismusrat und auch Bürgermeister von Breña Baja, Jaime Sicilia überworfen, und nun, mit der neuen Besetzung im Gemeinderat kann man eine ehemalige funktionierende Geschichte wieder aufleben lassen.

Morgen sind es exakt drei Monate, dass der unterseeische Vulkan vor El Hierro mit seiner Eruption begann. - Das ist für einen kanarischen Vulkan eine sehr lange Zeit, aus der Presse konnten wir erfahren, dass es erst dreimal in der Geschichte der Kanaren eine Eruption gab, die länger als diese drei Monate angehalten hat. - Gut, seit dem man die Geschichte der Vulkane hier aufschreibt, denn mehr als gute 500 Jahre sind das dann doch noch nicht. - Es ist also nicht wirklich ein Wunder, sondern eben bemerkenswert, und wir wissen natürlich auch nicht, wie lange das noch so weiter geht. - Die Entwicklung der vulkanischen Tätigkeit scheint allen Indizien nach sich eher in Richtung Ruhe zu bewegen, Radau schließt man im Moment eigentlich komplett aus, wobei uns "Akaymu", wie er von vielen Beobachtern genannt wird, immer mal wieder überrascht. - Eben nicht nur wegen seiner Ausdauer, auch der Tremor, als das nur durch den Seismographen wahrnehmbare Vibrieren der Eruption, schwankt immer wieder gewaltig. - Gestern gab es sogar mal wieder ein paar Stunden, da sah es so aus, als wäre der Tremor schon ganz verschwunden, dann kommt Akaymu wieder, haut auf den unterseeischen Tisch, spuckt Gase und pyroklastische Trümmer ins Meer und erinnert uns daran, dass diese Eruption noch nicht Geschichte ist. - Was noch bemerkenswert ist, die erneute Verlagerung der seismischen Aktivität. - Am Anfang, also im Juli und August des vergangenen Jahres, da zogen sich die Epizentren der Beben zunächst von Nord nach Süd über die Insel, um dann schließlich "mit Ansage" den Teil vor der Südküste der Insel anzeigte, wo nun die Eruption stattfindet. - Danach allerdings begannen viele, ganz viele und zum Teil auch für die Bevölkerung spürbare Beben im Norden der Insel, so dass man wochenlang eigentlich davon überzeugt war, es würde sich eine neue Eruption auch im Norden der Insel auftun. - Dann verschwanden allerdings die Beben im Bereich des Golfo wieder, ganz ohne dass es dort zu einer Eruption gekommen ist, und die Theorie, dass sich das Magma, welches auch im Norden der Insel anhand dieser Beben "angeklopft" hat, sich über den Schlot im Süden der Insel entladen hat scheint wohl inzwischen anerkannt. - Nun gibt es wieder vereinzelte Beben im Süden der Insel, im Norden sind so gut wie überhaupt keine Beben mehr verzeichnet, aber was und das nun wieder sagen soll, das weiß Akaymu ganz alleine.




Mit der bunten Hilfe des Instituto Geográfico National entwicklet sich unser Akaymu zum kleinen Anthroposophen, und malt sich eine Eruption. - Sollte es dann mal richtig rund gehen, dann tanzt der die auch, aber das wollen wir lieber gar nicht sehen...




Montag 09.01.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Auf zu neuen Ufern
Die Feiertage aus den Gliedern schütteln

Heute beginnen die Schulen wieder mit dem Unterricht, und damit nimmt auch das öffentliche Leben wieder einen anderen Rhythmus an. - Das wurde auch Zeit, denn eigentlich funktioniert hier seit Mitte Dezember kaum noch was, und da darf man die Frage wohl stellen, ob solch eine Anhäufung von Feiertagen nicht auch ein ziemliches Problem für die lokale Konjunktur darstellt. - Kaum einen Termin konnte man bekommen in den letzten Wochen, viele Arbeiten mussten verschoben werden, weil irgendeine beteiligte Person gerade "Brücke" machten oder sich "auf der Brücke" dann erkältet haben und der häufigste Satz der vergangenen Wochen lautete: Das erledigen wir dann nach den Feiertagen. - Ich habe den Satz auch gebraucht, man lässt sich wohl anstecken von der kollektiven Lethargie, auch hat man ja nur die Wahl gemeinsam zu feiern oder das Nervenkostüm komplett zu ruinieren. - Jetzt müssen wir wieder so viel aufholen, aber ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass uns dieser gemeinschaftliche Blackout über mehrere Wochen einfach nicht gut getan hat. - Vielleicht ist es auch nur die jetzt wieder grausame Uhrzeit zu der wir aufstehen müssen, weil ja eben zwei "Tenajer" für die Schule fit gemacht werden müssen, aber ich glaube immer noch, wir sollten weniger Auszeiten und breite Feiertage abhalten, dann könnten wir uns vielleicht wirtschaftlich auch wieder stabiler präsentieren. - Die Auszeit der Dreifaltigkeit, Weihnachten, Sylvester und "Reyes" zieht ja sogar noch einen weiteren Rattenschwanz hinter sich her, denn jetzt, nach diesen Tagen, da habe die Firmen erst mal eine gewaltige Warteliste abzuarbeiten und wieder geht dann zunächst nichts. - Wir versuchen seit Weihnachten eine kleine Installation an einem Ferienhaus vorzunehmen, eigentlich eine Sache von anderthalb Stunden, aber eben muss ein Teil der Arbeiten von einem Fachmann mit Lizenz ausgeführt werden, weil man sonst kein Papier dafür bekommt. - Trotz mehrerer Anläufe zwischen den Feiertagen hat das alles nicht geklappt, mal war das Personal nicht da, mal reichte die Uhrzeit nicht mehr aus und drei zugesagte Termine konnte nicht eingehalten werden, weil immer etwas Plausibles dazwischen gekommen war. - Termine zugesagt haben die mir nur, weil man mich anders nicht aus dem Laden bekommen hätte, wir kennen uns halt schon ein Feiertagsweilchen… Plausibel sind Weihnachten, Sylvester und "Reyes" allemal, aber dazwischen gibt es auch noch Firmen, die jeden Tag dennoch weiterarbeiten müssen und wollen, weil man sich ja im Tourismus oder auch in anderen Branchen nicht hinstellen kann und sagen, Nein, heute arbeiten wir nicht, wir haben Feiertag, sucht euch doch eine andere Insel für den Urlaub aus. - Jetzt aber wird alles wieder gut, langsam aber bitte wieder Geschwindigkeit aufnehmen, und vielleicht schaffen wir es ja nun zwischen den Feiertagen, weil Karneval ja auch bald wieder droht, doch die Installation noch durchzuführen. - Ob ich heute bereits wieder anfragen gehe, das weiß ich noch nicht, hängt ganz von der zweiten Tasse Kaffee ab, wie die rein läuft und ob ich mich bereits wieder stark genug fühle, einen neuen Termin zugesagt zu bekommen…



Sonntag 08.01.2012 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 19,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,1 Grad

Filme statt Worte
Die Banane, Fluch und Segen dieser Insel

Über die Bananen, oder besser gesagt, unsere "Plátanos" wie wir sie nennen haben wir bereits Romane geschrieben über die Jahre. - Hier nun 2 Filme über unsere "Wappenfrucht", die durchaus kritisch auch die Lage und die Bedeutung der Frucht auf und für die Insel erläutern. - Dieter Karloske hat zunächst seinen eigenen Film über die Bananen gedreht, und dabei ist ein zweiter Film entstanden, welcher sich um die Bio-Bananenfinca von Martina dreht, eine der wenigen Pflanzern, die Bananen streng nachökologischen Prinzipien anbauen. - Wer sich auch nur ein bisschen für unseren Primärsektor interessiert, der ist HIER richtig, sonst ist an diesem faulen Sonntag eh nichts weiter passiert. - Gut, wissend und auch sympathisch erzählt.





Sonntag 08.01.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1021 hPa

Mein Fleisch ess´ ich nicht
Viehzüchter klagen über schlechten Absatz der lokalen Produkte

Laut Aussage einer Erzeugergemeinschaft werden im Jahr auf La Palma an die 1,3 Millionen Kilo Fleisch konsumiert, und davon seien gerade mal 17% aus lokaler Produktion. - Schuld daran, dass dieser Anteil nicht größer sei, ist die Globalisierung sagen die Landwirte, Billigfleisch aus irgendwo auf der Welt überschwemmt die Märkte, meist gefroren, oft auch mit Schutzgas in Vakuum transportiert sei es eben um vieles billiger als die selbst gezogenen Schweine und Rinder. - Die Läden seien auch Schuld, außer dem San Martín, welcher eine eigene Zucht hier auf der Insel habe, würden alle anderen Supermärkte ihr Fleisch nicht auf dem lokalen Markt beziehen, sondern setzten eben auch Gefrier- oder Vakuumfleisch, welches nach Aussage der Landwirte von minderer Qualität sei. - Auch kleinere Metzgereien kauften immer weniger Fleisch von hier und man fühle sich in einem Preiskampf gefangen, den man einfach nicht gewinnen könne, da man eben gegen die Preise der Großproduzenten oder der Postenhändler nicht ankäme. - Letztendlich ist es aber nicht alleine der Händler, welcher die Herkunft der Ware bestimmt, auch der Verbraucher gehört da mit ins Boot, oder in diesem Fall in den Laden, und wenn der dauernd und immer wieder Ware aus La Palma fordern würde, dann gäbe es diese in mehr Läden auch zu kaufen. - Die Preise sind es natürlich zuerst, aber bei allem gebührenden Respekt vor unseren Landwirten, so ganz unschuldig sind die an der Geschichte auch nicht, denn man kann sich nicht nur hinstellen und Jammern, sondern man muss sich auch darum bemühen, sich gegen diese globale Übermacht aufzustellen. - Wenn auf dem Sektor Preise nichts zu machen ist, weil es einfach ruinös wäre gegen Gefrierfleisch anzugehen, muss man eben mit anderen Argumenten auf den Markt gehen und da stehen natürlich die Qualität, die Nähe und auch die Verfügbarkeit der Produkte im Focus. - Und da klemmt es aber leider auch, es ist für die meisten Gastronomen sowieso nicht interessant, halbe Schweine zu kaufen oder Rinderviertel, um die dann zu zerlegen, die wollen nur die Edelteile haben, und davon möglichst immer nur so viel, wie man gleich verkaufen kann, und dann am nächsten Tag bitte eine frische Lieferung. - Das können die hiesigen Landwirte in Zusammenarbeit mit dem lokalen Schlachthof einfach nicht bewerkstelligen, und auch die Läden haben Schwierigkeiten jede Qualität an Fleisch zu verkaufen, wo sich doch der Verbraucher Edelteile aus der Tiefkühltruhe bereits für wenig Geld greifen kann. - Man wird aber diesen Umstand, nicht genau die Teile liefern zu können, welche der Markt anfragt, nicht auf die Schnelle beheben können. - Dazu müsste der Umsatz viel größer sein und man die nicht gefragten Teile eben woanders verkaufen können. - Das könnte man sich nur wieder so vorstellen, dass man eine Kooperative bildet, welche das Fleisch hier von der Insel verkauft, gleichzeitig aber auch die Edelteile die zusätzlich gefordert werden importiert, und so das lokale Fleisch mit in den Kreislauf einbindet. - Es wird schwer werden, da einen guten Weg zu finden und die paar Gastronomen die sich darauf einlassen Fleisch von hier zu handeln, die klagen eben auch, dass man sich niemals darauf verlassen kann, ob man eben dieses oder jenes bestellte Edelteil aus La Palma wirklich auch bekommt, und von welcher Qualität es ist. - Manche, aber eben wenige, die fahren dann zweigleisig, die meisten aber geben den Versuch mit Fleisch aus La Palma zu handeln nach ein paar Versuchen auf, weniger weil die Qualität nicht stimmen würde, sondern einfach weil heute Ladentheken oder Speisekarten es nicht verzeihen, wenn viele sonst selbstverständliche Produkte tageweise einfach nicht zu haben sind.



Samstag 07.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 25,1 Grad - niedrigste Temperatur 16,4 Grad

Kurzgeschichten mitten im Sommer
Alter Wein in neuen Schläuchen und die Peseta kommt wieder

Kaiserwetter, auch wenn es bei uns eigentlich Königswetter heißen müsste, aber das kommt aufs Gleiche raus, mir tun alle aufrichtig Leid, oder auch nicht so ganz aufrichtig, die nicht gerade auf den Kanaren, und da natürlich besonders La Palma sein können. - 24 Grad, absolut blauer Himmel, gerade so als hätten wir das verdient. - Haben wir auch, ich weiß bloß noch nicht womit, aber mir wird schon noch etwas einfallen.

Ob unser Tourismusrat dieses gute Wetter verdient hat, das möchte man durchaus bezweifeln. - Zunächst zählt er alle Urlauber doppelt, nicht nur wenn sie ankommen, sondern auch wieder wenn die abfliegen und nun lässt er in einer Presseerklärung verbreiten, dass es eine neue Webseite des Patronato de Turismo gibt und voller Neugier sehen wir uns die Seite an und müssen feststellen, es ist genau die gleiche Seite wie vorher, nur hat man eine neue Domain hinzugefügt. - Man kann die Seite jetzt nicht nur wie gehabt über www.lapalmaturismo.com erreichen, sondern auch über www.visitlapalma.es. - "El mismo perro con distinto collar" sagt dazu der wackere Iberer, was nichts anderes heißt als, der gleiche Hund mit anderem Halsband und auf Deutsch würde man sagen, alter Wein in neuen Schläuchen. - So bekäme man mehr internationale Besucher auf der Seite heißt es und man hätte neue Features eingebaut und auch die Suchmaschinen kämen nun besser mit der Seite zurecht. - Weiter spricht er davon, den neuen Notwendigkeiten der Webseitengestaltung hätte man Rechnung getragen und so viele neue Angebote enthalte die Seite, dass es eine wahre Freude sei, diese Seite nun zu betrachten. - Bei allem gebührenden Respekt, die Seite ist nicht schlecht, auch in drei Sprachen verfügbar, aber es ist genau die gleiche Seite mit der seit vielen Monaten für La Palma geworben wird. - Dass man nun eine zusätzliche Domain dazu genommen hat, das ist eigentlich keine Presserklärung wert, man hätte lieber zu dem Lapsus Stellung nehmen sollen, dass man falsche Zahlen vor fast 2 Wochen veröffentlicht hat. - Da wächst ein kleiner Wulff heran, erzählt öfter mal was Lustiges, und hinterher stellt man fest, alles nur doppelt gemoppelt, und weiter nichts Neues im Westen.

Gerüchteweise hat man ja darüber schon gesprochen, Länder wie Griechenland oder Spanien liebäugeln damit, wieder aus der Gemeinschaftswährung Euro auszusteigen und zu der Drachme, beziehungsweise Peseta zurückzukehren. - Ich kann das niemandem empfehlen, kurzfristig haut das vielleicht hin, man kann besser exportieren, die Urlauber reisen wieder in Billiglohnländer, weil die Währungen schwach sind, aber dann wir es noch schwieriger, die Euro-Schulden zu bezahlen und die Inflation der neuen schwachen Währungen würden im Land alle kurzfristigen Vorteile wieder zunichte machen. - Nein, mit gefangen mit gehangen, aber langfristig ist das schon besser so. - Allerdings kann man in Los Llanos nun wieder mit der Peseta bezahlen, und die Aufmachung dieser Idee kommt wohl so ein bisschen aufrührerisch daher, "Die Peseta kommt zurück" heißt es da auf einem Plakat, und Nostalgiker fassen sich da sofort ans patriotische Herz oder an die Geldbörse: "Weißt du noch Carmen, wie schön das war mit der Peseta, als wir alle noch Millionäre waren?" - Eine Werbemaßnahme ist das, und nicht die erste die nach diesem Muster verfährt, der Einzelhandelsverband aus Los Llanos ist auf diese Idee gekommen, möchte so Kundschaft in die angeschlossenen Läden bringen, und den Schlussverkauf so ein bisschen vorantreiben. - Darüber hinaus kann man auch noch an einem Preisausschreiben teilnehmen, das geht über die Webseite der "Zona Comercial Abierta" da muss man dann die Nummer seines Einkaufsbons eingeben, wann man gekauft hat und für wie viel, und wenn man Glück hat, dann kann man einen Fernseher aber auch kleinere Preise gewinnen. - Pesetas im Gegenwert von 1,7 Milliarden Euro sollen noch in den Börsen, Sparstrümpfen und in den Matratzen hier im Lande verteilt sein, da kann man schon einiges für kaufen.





Samstag 07.01.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1024 hPa

Kaufen bis die Börse kracht
Winterschlussverkauf beginnt heute

Bei den meisten hat die Börse doch längst gekracht, nach Weihnachten, Sylvester und dann Reyes haben die Leute doch eh kein Geld mehr stecken. - Darüber hinaus kommt im Januar auch noch die berühmte "Cuesta", die "Cuesta de Enero", was wörtlich übersetzt heißt, der "Steilhang des Januar" und damit meint man, dass eben Anfang des Jahres immer viele Zahlungen fällig werden wie Versicherungen, Mitgliedsbeiträge usw. - Auf was die Einzelhändler allerdings wohl bauen können und dürfen, das ist die Tatsache, dass Jugendliche, und solche die sich noch dafür halten, immer öfter Geldgeschenke von ihren Eltern oder Großeltern bekommen, das hat sich auch hier vielfach durchgesetzt, weil man sonst eh nie das Richtige besorgen würde. - Bestimmte Läden welche gerade "hip" sind werden so auch überlaufen sein, andere können mit Rabatten bis zum Wurmfortsatz werben und dennoch geht keiner rein, der soziale Druck bei Jugendlichen, welche Klamotten gerade angesagt sind, der funktioniert auch bis in den letzten Winkel der Insel hinein. - Ein beliebter Trick dieser angesagten Läden ist es dann, bestimmte Ware extra für die "Rebajas" bereit zu halten, was eigentlich verboten oder wenigstens verpönt ist, aber nach meinen Facheinkäuferinnen in Sachen Haute- oder Midi Couture ist das so, und was nicht rabattiert wird, das steht dann in bestimmten Regalen herum und wird als neue Sommerware angepriesen. - Gut, ich weiß es nicht, ich bin kein Spezialist für Klamotten, ich stehe eher auf dem Standpunkt, es darf nicht kaputt sein und sollte auch nicht stinken, sonst ist alles erlaubt, wobei das wohl auch der Grund sein kann, warum sich meine ältere Tochter nicht mehr mit mir zusammen auf der Straße sehen lässt. - Dann wäre es ja eigentlich eher für mich notwendig diese "Rebajas de Invierno" mal zu besuchen, denn die Aufgabe als guter Konsument heißt, die Zahl von 75,- Euro aus dem Vorjahr zu übertreffen, welche die Statistiker als durchschnittlich für jeden Canario errechnet haben. - Der Schlussverkauf beginnt heute und endet offiziell am 6. März, und ich bin mir absolut sicher, dass bis dahin meine beiden Hochleistungsshopperinnen dafür gesorgt haben, dass dieser Schnitt in diesem Jahr deutlich ansteigt. - An uns soll es nicht liegen, und irgendwie bin ich doch erleichtert, dass meine beiden Töchter sich gerne bereiterklärt haben, auch meinen vorgesehenen Anteil mit zu verwalten. - Wo käme ich nur hin, ohne meine Töchter…



Freitag 06.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 20,6 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Franzosenhoch
Das Azorenhoch büchst nach Osten aus

Seit September liegen wir durchgängig im Einfluss eines beständigen nordatlantischen Hochdruckgebietes, und daran liegt es auch, dass in der Wintersaison 2011/2012 bislang lediglich 48,5 Millimeter Niederschlag gefallen sind. - Im letzten Jahr waren das zu diesem Zeitpunkt bereits über 250 Millimeter, der Winter bislang muss also als zu trocken und auch warm betitelt werden. - Uns macht das nichts, im Gegenteil, wer im Tourismus arbeitet und nicht von der Landwirtschaft abhängig ist, der freut sich natürlich. - Die Landwirte sehen das natürlich anders, und auch bekommen aufmerksame Beobachter unserer Landschaft schon mit, dass es deutlich trockener ist als zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres. - Oft blühten ja bereits die ersten Mandelbäume zu dieser Zeit, davon ist noch gar nichts zu sehen und wir müssen so auch befürchten, dass wegen des Wassermangels die diesjährige Mandelblüte nicht so spektakulär ausfallen wird wie in den vergangenen Jahren. - Aber noch ist ja Zeit das nachzuholen und wenn es überhaupt eine Chance auf Regen geben sollte, dann muss dieses Hochdruckgebiet verschwinden und dann auch nicht gleich wieder durch ein neues solches System ersetzt werden. - Im Moment findet gerade solch ein Übergang statt, das was wir sonst so gerne wegen seiner ursprünglichen Lage als Azorenhoch bezeichnen, wandert nun nach Osten aus, liegt bereits im Kern nur noch knapp vor Iberischen Halbinsel und wird in den kommenden Tagen auch Mitteleuropa erreichen, also zum Franzosenhoch werden. - So kommt der Wind zu uns in den letzten Tagen zwar weiterhin aus dem Nordosten, allerdings ist dieser Wind nicht als Passat feucht und kühl weil über dem Nordatlanti8k zu uns gekommen, sondern über Südeuropa und Afrika, und auf dem kurzen Weg vom afrikanischen Kontinent zu uns kann der sich nicht mehr mit genügend Feuchtigkeit voll saugen.

"Calima" ist das dennoch nicht, sondern bloß ein verrutschtes Azorenhoch, aber da "Calima" ja kein geschützter Begriff ist, wird diese Bezeichnung für unnormal warmes Wetter gerne auch inflationär benutzt. - Die nächsten Tage bleibt als bei uns das trockene und für den Januar zu warme Wetter bestehen und im weitern Verlauf wird dann der Wind eher aus Südosten kommen und je weiter das Hoch sich nach Osten drängt, dann aus Süd. - Die Frage wird dann sein, klemmt sich hinter das nach Osten enteilende Hoch gleich ein Tiefdruckgebiet, und sorgt dann für die erste echte Regenperiode in diesem Jahr, oder kommt gleich wieder ein anderer Hochdruckkern und ersetzt den nun nach Osten abgezogenen. - Ein Blick auf die Karte mit der Druckverteilung auf der nördlichen Hemisphäre gibt uns Auskunft darüber, es steht bereits das nächste Hoch westlich von uns in den Startlöchern, so dass uns wohl kein Tief erreichen kann. - Die Lage ist klassisch, aber eigentlich für den Sommer. Alle Tiefs ziehen wie an einer Schnur gezogen deutlich nördlich des 40. Breitengrades von West nach Ost, und zwischen dem 40. und 20. Breitengrad befindet sich Hochdruck und der lässt es eben nicht zu, dass es bei uns regnet. - Die Wintermonate sind eigentlich der Zeitraum, an dem sich das große nordatlantische Hoch dann schon mal ganz verkrümelt, in den Wintermonaten fehlt da eigentlich die Kontinuität, und so kann dann auch mal ein Tiefdruckgebiet bis zu uns hinab an den 28. Breitengrad kommen, sonst würde es ja auf der Westseite der Insel niemals regnen. - Dieser Winter scheint sich aber nicht an die Regeln der winterlichen Unregelmäßigkeit zu halten, dieser Winter macht ganz auf Sommer und wie es scheint, äußerst erfolgreich. - Trotz der langen Trockenperiode ist aber in der Landwirtschaft keine Alarmstimmung. Wasser gibt es auf La Palma genügend um die Felder zu gießen, es wird aber eben teurer, da nun mehr Gießwasser gebraucht wird, und das ärgert halt die Landwirte. - Ein solcher Winter bringt uns noch nicht in die Wasserknappheit, dazu müsste sich schon ein sehr heißer Sommer anschließen und daran erneut ein trockener Winter, dann würden wir wohl nervös werden. - Wie das Wetter langfristig weitergeht diesen Winter, das vermag ich nicht zu sagen, nur die sonst von mir so geschmähte Bauernregel, dass das Wetter sieben Monate so bleibt wie beim ersten Oktoberneumond, (Luna de Octubre, siete lunas cubre), die gilt nun bereits den dritten Monat. - Denn beim Oktoberneumond war Hochdruck, Wind und keine Spur von Regen. - Dieser Regel nach würde es diesen Winter also überhaupt keinen Regen aus dem Westen geben, so ganz möchte ich das allerdings noch nicht glauben.





Freitag 06.01.2012 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1027 hPa

Die Krise hat viele Gesichter
Breña Baja kürzt Gehälter

Die finanzielle Situation der meisten Gemeinden ist hinlänglich bekannt, Jahre, oft Jahrzehnte der finanziellen Ausschweifungen werden nun offensichtlich, und irgendwie muss es ja weitergehen. - Einfach noch mehr Schulden machen geht nicht mehr, also muss gespart werden und dabei kommen oft interessante Dinge als Vorschlag auf den Tisch. - So werden nun in der Ostseitengemeinde Breña Baja die Gehälter der drei Lehrerinnen und der Direktorin des städtischen Kindergartens deutlich zusammengestrichen, und zwar um 21% heißt es. - Das klingt drastisch und ist es auch, ein Fünftel des Gehaltes weg, das ist kein Pappenstiel und in der Presseerklärung heißt es aber, das geschehe mit dem Einverständnis mit den Lehrkräfte, denn anders seien die Kosten nicht mehr zu schultern, sonst müsse man den Kindergarten schließen. (Einverständnis unter einer solchen Drohung ist natürlich Definitionssache) - Weiter arbeiten in dem Kindergarten, hier "Guardería" oder "Escuela Infantil" genannt noch 4 Erzieherinnen und eine Reinigungskraft, deren Gehälter nicht angetastet werden sollen, weil die eh weniger verdienen. - Darüber hinaus soll die Reduktion der Gehälter eine vorübergehende Maßnahme sein, für ein Jahr heißt es zunächst, ab er wer glaubt schon an so etwas. - Zunächst hört sich das Ganze an wie eine deftiger Skandal, die Lehrerinnen sollen auf ein Fünftel ihres Gehaltes verzichten, die Politiker aber nicht, doch man muss dann auch mal ein bisschen nachrechnen, über welche Summen wir hier eigentlich reden. - Was die Lehrerinnen und die Direktorin verdienen, das erfahren wir nur indirekt, denn es heißt, mit dieser Einsparung von 21% der Gehälter spart die Gemeinde im Jahr 31.000 Euro. - Rechnet man das mal grob um, dann hat jede Lehrerin dort im Jahr bislang um die 38.000 Euro verdient, das ist weit mehr als Lehrer auf den staatlichen Schulen verdienen, selbst wenn sie als Beamte die höheren Klassen unterrichten. - Gehälter von über 3.000 Euro im Monat sind hier auf der Insel äußerst knapp verteilt und man darf sich schon wundern, warum die Gemeinde Breña Baja, mit gerade mal 5.300 Einwohnern, sich einen Kindergarten leisten konnte, in dem die Lehrerinnen solch wahrhaft noblen Gehälter kassieren. - Man konnte es wohl nicht, wie man heute sieht. - Gehälter kürzen ist niemals eine angenehme und wohl auch keine gute Maßnahme, aber die Zeit für Privilegien ist inzwischen für viele Berufsgruppen vorbei und so werden sich auch in anderen Gemeinden wohl ähnliche Vorhaben nicht verhindern lassen. - Die Politik aber sollte mit gutem Beispiel vorangehen, wenn man das Einkommen von 38.000 Euro einer Lehrerin im Jahr dann auf an die 30.000 reduziert, dann sollte man seine eigene Gehaltsvorstellung vielleicht auch daran orientieren. - Die Diskussion um Gehälter ist eröffnet, und ich bin gespannt, ob man es wagt, diese auch öffentlich weiter zu führen.



Donnerstag 05.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 18 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 25,4 Grad - niedrigste Temperatur 16,2 Grad

Kurzgedöns
Tombola, keine 10.000 Arbeitslose und wir wissen schon, wer die nächste Transvulcania gewinnt

Sicher hat man Ihnen bei Ihrem Einkauf in den letzten Wochen auch immer so ein Los an den Bon geheftet, und vielleicht wissen Sie gar nicht, was das soll. - In fast allen Gemeinden gibt es traditionell solche Weihnachtstombolas, die Städte oder Kommunen wollen dadurch für den lokalen Handel werben, aber weil fast alle Gemeinden das machen, verpufft diese Wirkung meist wieder im lockenden Gleichgewicht. - Aber immerhin, man kann meist Einkaufsgutscheine gewinnen, welche bis zu 1.000 Euro Wert sind, je nachdem in welcher Stadt man eingekauft hat, und die Ziehungen, wer denn nun gewonnen hat, die finden meist heute statt. - Man sollte also unbedingt auf die Webseiten der entsprechenden Gemeinden gehen, falls man solche Lose hat, denn man gönnt uns meist nur ein paar wenige Tage um die eventuell gewonnenen Preise auch abzuholen. - Ganz oft melden sich leider die Gewinner nicht, dann kommen zunächst Ersatznummern zum Tragen, und wenn das auch nichts hilft, so wie dieses Jahr in der Hauptstadt, dann gibt man das Geld oder den Gutschein der Caritas oder einer anderen gemeinnützigen Organisation. - Also Lose kontrollieren, und auf Gewinnen achten, wäre doch schade, wenn man sich da etwas entgehen lässt.

Gefürchtet hatten wir es ja, die Zahl der Arbeitslosen könnte noch 2011 auf La Palma über die 10.000 rutschen, nachdem wir im November 9.899 Menschen registriert haben, welche offiziell auf Arbeitssuche sind. - Da fehlte nicht viel um den Schritt in die Fünfstelligkeit zu erreichen, aber der Dezember 2011 bringt keinen neuen Rekord, sondern die Zahl der Arbeitslosen sinkt leicht auf 9.883. - Das ist nichts um Hurra zu brüllen, allemal nur Kosmetik und nicht Wenige fürchten ja, man könnte diese Statistik auch ein bisschen geschönt haben, bloß um eben nicht den Aufschrei anhören zu müssen, wenn wir die psychologische Barriere der 10.000 überschreiten würden. - Was noch hervorgehoben wird seitens der Statistiker, dass seit Beginn der Krise im Bausektor hier in Spanien immer mehr Männer arbeitslos werden und so die Zahlenkolonnen anführen, wo es doch vor der Krise meist die Frauen waren, welche häufiger arbeitslos waren als die Männer. - Zum Beweis, jetzt sind auf La Palma genau 5.000 Männer als arbeitslos gemeldet, aber "nur" 4.883 Frauen.

Kommen wir zu einem ganz anderen Thema, welches eine der vielen positiven Geschichten hier auf der Insel berührt, zur jetzt auch international bestens angenommenen "Transvulcania". - Dieses mörderische Bergrennen findet im Mai dieses Jahr bereits zum vierten Male statt und schon jetzt wissen wir, wer diesen Ultramarathon über unsere Vulkangipfel gewinnen wird. - Zweimal hat ja Miguel Heras gewonnen, nun aber kommt Kilian Jornet, ein vierundzwanzigjähriger Katalane, welcher in der Welt der Bergläufe und Extremsport in den letzten Jahren so ziemlich alles gewonnen hat, was es nur zu gewinnen gibt. - Dreimal hat der bereits den Ultra Trail Mont Blanc gewonnen, und viele andere Rennen und nun kommt er nach La Palma, einmal weil unser Rennen jetzt auch für die Weltmeisterschaft zählt, und darüber hinaus, weil man sich einen "Star" gönnen wollte. - Wie viel man Kilian Jornet für seinen Auftritt hier bezahlt, das lässt sich leider nicht nachlesen, aber man hofft natürlich, mit diesem Ausnahmeathleten die Transvulcania noch bekannter zu machen und für die Zukunft noch mehr "Stars" nach La Palma zu locken. - Ob das aufgeht oder nicht, das werden wir sehen, denn so manch andere Läufer mit Ambitionen, der wird sich vielleicht auch eher denken, da kann ich eh nicht gewinnen wenn der antritt, also suche ich mir andere Rennen aus. - Wir werden abwarten müssen ob sich dieses Manöver als positiv herausstellt und wer weiß, im Sport ist alles möglich und vielleicht hat ja Kilian Jornet auch mal einen schlechten Tag und wir erleben am 12. Mai doch noch eine Überraschung.





Donnerstag 05.01.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1026 hPa

Die dritte Version
Das Gobierno de Canarias wulfft sich einen Hafen

Stück für Stück, wie Salami a la Guttenberg erfahren wir, wie es um den Hafenausbau von Puerto de Tazacorte steht. - Und ich bin mir sicher, das ist auch noch nicht die endgültige Geschichte, Parallelen zwischen Tazacorte und Bellevue sind da gut möglich. - Zunächst hieß es ja, der dritte Hafenausbau von Puerto de Tazacorte wird nicht so groß wie vorhergesehen, weil das Geld nicht reicht, also muss man 8 Millionen Euro einsparen und macht das Ganze etwas Bescheidener. - Kein Problem denkt man sich, auch wenn ich seinerzeit schon vermutet habe, dass die EU irgendwie unzufrieden mit dieser Entscheidung sein wird.- Dann dürfen wir gestern lesen, diese 8 Millionen Euro weniger sollten dazu dienen, dass die Gesamtinvestition des Hafenausbaus unter die 50 Millionen Euro Grenze rutscht, und somit die EU sich nicht mehr mit solchen "Peannut-Bauten" beschäftigen wird. - Heute erfahren wir, das alles ein bisschen richtig vieles falsch aber auf jeden Fall viel komplizierter ist und dass man seit geraumer Zeit bereits in gespannter Atmosphäre mit der Europäischen Union verhandelt, ob denn die gewährten Gelder aus den FEDER-Fonds gerechtfertigt sind. - Hintergrund ist ganz klar, es gibt Zweifel daran, dass der Hafen von Puerto de Tazacorte hauptsächlich als Fracht- und Fährhafen dienen soll. - Diese Zweifel beruhen wohl auf einer Anzeige eines Privatmenschen, und dem Hinweis ist man nachgegangen und forderte vom Gobierno de Canarias den Nachweis, dass der Hafen von Tazacorte zukünftig als Fracht- und Fährhafen genutzt werden wird. - Diesen Nachweis hätte man im Laufe des letzten Jahres an die zuständige Außenstelle der EU in Madrid gesandt und bislang keine Antwort erhalten was man als positives Schweigen deutet. - Drei Reedereien hätten dort ihr Interesse bekundet Linien nach Tazacorte zu betreiben, wobei wir alle die engen Verknüpfungen der Landesregierung der Kanaren mit den Reedern kennen, da viele Linien vom Gobiero de Canarias auch subventioniert wurden und werden.

Ich kann und darf nicht behaupten, dass das Gefälligkeitsaussagen der Reeder sind, aber es bleibt dabei, Tazacorte liegt auf der Westseite der Insel, deutlich abgewandt von Tenerife, und von und nach dorthin wird aller Schiffsverkehr abgewickelt und so lange man die Insel nicht dreht, wird sich das auch nicht ändern. - Warum die Reeder einen Umweg von 2 mal 2 Fahrstunden auf sich nehmen sollen, um Fracht oder Passagiere aus und nach Tazacorte zubringen, das weiß ich bis heute nicht. - Als "Aridanetaler" wäre ich natürlich begeistert, wenn Tazacorte sich zur echten Hafenstadt entwickeln würde, aber das ist so ähnlich wie die Geschichte mit den Ananasfarmen, die ich auch fröhlich in Alaska begrüßen würde, vor dem Klimawandel natürlich... - Dennoch, die Chancen stehen gut, dass es mit dem Weiterbau und der Subvention um den Hafen von Tazacorte gut geht, man müsste ja jetzt im Grund hingehen und das Gegenteil von dem beweisen, was die Reeder in ihren Zusagen über das Interesse an Tazacorte schreiben. - Ist auch gut für die ganze Insel, wenn das ohne Probleme weitergeht und der EU muss man ganz klar sagen, die sollten bei Projektlegung genauer auf die Dinge gucken, und nicht erst reagieren, wenn das Geld bereits ins Wasser gefallen ist. - Jetzt einen Rückzieher machen, das könnte böse ausgehen für Tazacorte und so viel "Gerechtigkeit" können wir uns eigentlich gar nicht erlauben. - Natürlich ist es ärgerlich, wenn EU-Gelder augenscheinlich verschwendet werden, aber die EU macht das auch allen so einfach und hinterher das Geld dann wieder weg zu nehmen, das geht auch nicht. - Welche Version wir morgen oder nächste Woche von der ganzen Geschichte serviert bekommen, das werden wir ja sehen. - Interessant wäre natürlich auch mal eine Stimme von der Europäischen Union dazu.



Mittwoch 04.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 26,0 Grad - niedrigste Temperatur 15,3 Grad

Wo bitte ist die Krise?
Königliche Amokläufe in Los Llanos

Das Parkhaus bereits um die frühe Mittagszeit komplett besetzt, das erlebt man selten, aber "Reyes" ist ja auch selten genug im Jahr, viel zu selten für den Einzelhandel betrachtet man das aus der Sicht des Einzelhandels - Gestresste Gesichter aller Orten, die Verkäufer in bestimmten Läden haben bereits diese vor zu viel Belastung überschlagende Stimmen, und wer heute noch Fachfragen und lange Verkaufsgespräche vom Personal fordert, dem werden komische bis böse Blicke zugeworfen. - Es sind die wenigen Tage im Jahr, an denen die Verkäufer wieder die Könige sind und nicht mehr die Kunden, denn die letzten paar Tage vor den Heiligen Drei Könige brauchen wir sie, aber sie uns nicht. - Viele Verbraucher sind ja bereits so vernünftig und haben sich Wochen vorher schon mit den notwendigen Geschenken für "die Lieben" versorgt, die müssen sich nun nicht in den letzten Tage durch bereits abgegraste Geschenkeläden und Haushaltswarengeschäfte drängen. - Es ist, als hätte es die Krise nie gegeben, das Geld sitzt locker, niemand auf der Straße ohne Tüte oder Paket in den Händen, und doch soll auf dieser Insel die Arbeitslosigkeit bei 27% liegen. - Gut, vielleicht sind nur die anderen arbeitslos und wir treffen in Los Llanos im Moment nur auf die Glücklichen, welche noch in Lohn und Brot stehen, aber das sind mächtig viele möchte ich meinen, oder ich bin schon wieder so weit und meine Scheu vor Massen überwältigt mich. - Da lacht der deutsche Großstädter wieder, Scheu vor Massen und dann in Los Llanos, aber das gibt es wirklich auch hier, und wer zwei Tage vor Reyes in bestimmte Spielwarengeschäfte freiwillig geht, ohne vorher bestellt zu haben oder sich bummelnd umsehen will, dem kann es wohl passieren, dass er von Reyes gestressten Übermüttern und deren resoluter großmütterlicher Begleitung einfach überrannt und festgetrampelt wird. - Kollateralschäden sind keine Seltenheit wenn die Christenfeiern anstehen, und die perfekte HausMännin alles unter einen möglichst breiten Hut bringen will. - Geschenkekauf für die Familie ist hier Frauensache, ist vielleicht auch gut so, denn sonst würden nur noch batteriegetriebene Monstertrucks aus buntem chinesischen Kunststoff verkauft, die so groß sind, dass selbst noch der Familienvater darauf fahren könnte.

Von weihnachtlicher Besinnlichkeit ist längst nichts mehr zu spüren, die letzten Tage vor "Reyes" ist für Eltern ein mittelschwerer Alptraum, die Erwartungshaltung ist nämlich riesig groß. - Das Parkhaus ist nicht nur bald voll, es liegt halt dann auch oft so weit von den Läden weg, und man kommt ja nicht mit der Schubkarre nach Los Llanos zum Shoppen, also heißt es zunächst für den Mann, Frau absetzen, und dann in großen Kreisen immer wieder um das Karree fahren, bis mal einer der wenigen Parkplätze dort frei wird. - In Zweiter Reihe parken geht nicht, denn die ist längst beparkt, man müsste schon den gesamten Verkehr aufhalten um sein Auto abzustellen, und das kann man im Moment nicht empfehlen, da in fast allen Autos angestochene Männer sitzen, welche den Augenblick nicht verpassen dürfen, wenn ihre Frau sie herbeiruft, um die Ware einzuladen. - Das kann halt nicht immer klappen, manchmal ist man gerade auf der anderen Seite des Blocks, so stehen nun auch viele verzweifelte Frauen mit großen Bündeln auf den Trottoiren und winken und rufen imaginären Männern zunächst Lockrufe, später Flüche zu. - Wo Fellini die Stoffe zu manchen seiner Filmen genommen hat ist mir inzwischen auch klar, der war ein paar Tage vor "Reyes" hier in Los Llanos bummeln und hat sich so seine Notizen gemacht. - Die Stadtpolizisten haben längst kapituliert, in der zweiten Reihe geparkte Autos verscheuchen bezahlt man schnell mit bösen Blicken und Worten, und wenn sich erst viele Einkaufsmänner mit Wut auf "Reyes", die Welt und Polizisten dann zusammenrotten, dann sollte man als Stadtpolizist schnell sein. - Sehr schnell. - Selbst die gestrengen Herren der Guardia Civil neigen plötzlich dazu Verkehrssünder zu übersehen, einmal wegen der blöden Anmache, und man hat auch Verständnis, haben viele der Grünen Jungs doch auch Familie und müssen die gleiche Prozedur auch noch durchmachen. - Irgendwann ist dann alles erledigt, die Verkäufer liegen mit dreifach linksgedrehtem Burnout zuhause im Bett und die Eltern schlotternd und erschöpft unter dem Gabentisch. - Nur die Brut, die zerreißt dann schnell die liebevoll eingepackten Pakete und wehe die Richtige "Play", wie man hier jegliche Spielkonsole nennt, ist nicht das richtige Modell, oder das I-Phone nur ein Samsung Galaxie und wer bitte verschenkt heute noch die billigen China-Barbies, wo doch schon Vorschülerinnen den Unterschied vom Original zur Fälschung kennen. - Traditionell gibt es dann am 6. Januar, also dem Tag an dem die Geschenke hier verteilt werden ein großes Vätertreffen an den Tankstellen. - Wie wunderbar doch die Taktik funktioniert, niemals daran gedacht zu haben, die richtigen Batterien für die Geschenke gekauft zu haben. - Man kann also sagen, ich fahre schnell an die Tankstelle und besorge diese notwendigen Energiespender und da treffen sie sich dann alle schweigend, nicken sich nur wissen zu, kaufen ganz langsam die Batterien, eine Zeitung und mindestens ein Sixpack und dann erst beginnt ganz langsam der Weihnachtsstress von einem abzufallen und zählt sehnsüchtig die Tage, bis endlich die Schule wieder anfängt.



Mittwoch 04.01.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1026 hPa

Eins auf die Finger
Europäische Union not amused über den Hafenausbau in Tazacorte

Der dritte Ausbau des Hafens von Tazacorte erscheint uns allen immer wieder sehr fragwürdig zu sein, denn außer Fischerei, allerdings nur noch mit ein paar Schiffen und den Sportbooten gibt es dort keinerlei maritime Bewegung. - Und auch keine Notwendigkeit dafür, denn sowohl die Fracht, wie auch der Passagierbetrieb wird in Santa Cruz de La Palma abgewickelt, immer schon, und das wird auch so bleiben. - Dazu muss man vielleicht einfügen, alle Fährschiffe sowieso, und auch fast alle Frachtschiffe, die gehen von La Palma aus zunächst nach Tenerife. - Und nach Tenerife ist es von Santa Cruz aus, je nach Motorisierung, anderthalb bis zwei Stunden Fahrt weniger als von Tazacorte. - Keine Reederei wird also daran interessiert sein Tazacorte anzulaufen, das ist schlichtweg eine Frage des Geldes. - Dennoch hat die EU die Finanzierung des Projektes zu 50% übernommen und als Erklärung dazu heißt es, man wolle damit Arbeitsplätze schaffen in dem Tazacorte somit Hafenstadt wird und dadurch Wohlstand geschaffen wird. - Ist natürlich Quatsch, es gibt auch gar keinen Bedarf auf La Palma für einen zweiten Verkehrshafen, alles was man davon haben wird ist ein größere Sporthafen und der wird von der privaten Firma Satocan betrieben. - Diesen Umstand hat wohl irgendjemand bei der Europäischen Union angezeigt und die sind wohl jetzt am Prüfen der ganzen Geschichte und da dieses Projekt eine Größenordnung von über 50 Millionen Euro hat ist die EU auch berechtigt, da ganz genau hinzusehen. - Unsere Reaktion darauf war wohl, dass man das Projekt nun um 8 Millionen Euro gekürzt hat, wie bereits vor einigen Wochen gemeldet wurde, damals aber als Grund angegeben wurde, man hätte nicht genügend Geld dafür. - Wie wir jetzt aus der Presse erfahren, Mikel Chacón in El Día, hat das andere Hintergründe, man möchte auf diese Art und Weise die Projektsumme auf unter 50 Millionen Euro drücken, und in dem Moment hätte die EU keinen Einfluss mehr auf das, was wir hier mit dem Geld machen. Ob das so richtig ist, das weiß ich allerdings nicht.

Der Artikel wirft weiter auch mehr Fragen auf als er Antworten gibt, denn es ist nicht ganz klar, ob es denn nun lediglich um einen Teil der Finanzierung geht, welche ganz konkret den Teil des Sporthafens angeht, oder das gesamte Projekt des Haufenausbaus. - Diese Frage bleibt offen, und eben auch, ob man nachträglich ein Projekt verkleinern kann und damit aus den Augen der Geldwächter der Europäischen Union heraus fällt, was ich mir eigentlich gar nicht vorstellen kann. - Dass es vor Jahren bereits eine Anzeige wegen Subventionsmissbrauch gegeben hat, das wissen wir, ob die EU nun auf diese Anzeige reagiert hat oder sich vielleicht wirklich mal hier vor Ort umgesehen hat, das wissen wir natürlich nicht und weil die Informationspolitik des Gobierno de Canarias wulffsche Zeigefreude besitzt müssen wir uns hier auf die Aussagen und Ausgrabungen der Presse stützen. - Ich bin jetzt mal gespannt wie das weitergeht und ob sich nun das Bauamt des Gobierno de Canarias zumindest mal auf die Enthüllungen des Mikel Chacón einlässt und uns erklärt, warum man uns vor ein paar Wochen noch erzählt hat, es wäre zu wenig Geld da und deswegen müsste man einen Teil des Hafenausbaus wieder zurücknehmen, wo es doch wahrscheinlich die EU war, die uns auf die Finger geschlagen hat. - Da herrscht noch weiterer Informationsbedarf, deutlicher Informationsbedarf und wir können nur hoffen, dass sich Mikel Chacón in den kommenden Tagen nicht einschüchtern lässt und weiter in den trüben Wassern des Hafens von Tazacorte stochert.





Dienstag 03.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad

Die Meldung des Tages,
jemand bezahlt seine Schulden

Noch aufregender wird es wenn man weiß, dass nun eine Gemeinde ihre Schulden bezahlen will, und langsam wird mir das unheimlich, denn so etwas haben wir schon lange nicht mehr erlebt. - Gleich wieder auf dem Boden bin ich dann allerdings wenn wir erfahren dürfen, dass die Gemeinde Tazacorte nun an die 600.000 Euro locker macht um Schulden bei den Lieferanten zu bezahlen, aber dann immer noch 3,4 Millionen Euro Schulden übrig bleiben. - Nicht Gesamtschuld, sondern nur mit Lieferanten, die Kredite auf den Banken kommen als Kompott noch dazu. - Aber immerhin, in den letzten Jahren scheint es nämlich gar nicht mehr üblich gewesen zu sein Lieferanten überhaupt noch zu bezahlen, und wenn, dann nahm man noch einen Kredit auf, also eine weitere Hypothek an die Zukunft, denn nach uns die Sintflut. - In Tazacorte und Los Llanos hat die Coalicion Canaria so gearbeitet, sinnbildlich für die gesamte Schuldenkrise nicht nur im "Euro-Raum", es gibt noch sehr viel mehr "Räume" in denen noch sehr viel mehr Schulden gemacht wurden. - Aber so kann das natürlich nicht weiter gehen, wir müssen irgendwie die ganze Chose auch wieder bezahlen, denn eine erneute Währungsreform, weil dann die Schulden auch plötzlich ganz klein sind, die will doch nun wirklich niemand, oder täusche ich mich da nun schon wieder? - Gut, das ist nun wieder Große Finanzpolitik, die mir immer schon ein bisschen Angst gemacht hat, aber hier "im Kleinen" stehen wir dem auch wirklich nicht nach und ich sehe sie jeden Tag vor mir, diese Backen, wie sie grinsend was von Big Business faseln und dabei immer Geld ausgeben, nie aber ihr eigenes. - Es ist tatsächlich eine Meldung wert, wenn nun Gemeinden hier versuchen von den Schulden allmählich herunter zu kommen, in El Paso ist das so, da war es auch nicht ganz so schlimm wie in Tazacorte, und in Los Llanos hat man Ähnliches versprochen, aber die stehen vor noch viel größeren Problemen und ob die das in dieser Legislaturperiode bereits schaffen, wenigstens ein bisschen von ihren Schulden herunter zu kommen, das weiß ich wirklich nicht. - Kleinere Brötchen, kleinere Fiestas, ich bin dabei, ganz ohne Probleme und wenn die nächsten Jahre eine Epoche der wiederentdeckten Bescheidenheit einläuten, auch dann bin ich dabei, denn damals, als nicht nur die meisten Leute hier, sondern alle bescheiden waren, damals ging es diese Insel am allerbesten. - Ein Chapeau geht nach Tazacorte, auch wenn es weh tut die Schulden der anderen zu bezahlen, es ist der einzig richtige Weg.

Bescheiden ist auch Akaymu, unser blubbernder Freund südlich El Hierros, der nun seit dem 10 Oktober vergangenen Jahres ohne, oder fast ohne Unterlass Magma ins Meer kippt. - Das kann man auch aufrührerischer Eruption nennen, oder noch besser Vulkanausbruch, was es auch tatsächlich ist, aber eben auf eine derart unspektakuläre Art, dass man mit dieser Eruption inzwischen nur noch Wissenschaftler und Hardcoreinteressierte begeistern kann. - Die Bewohner der Insel haben inzwischen gestrichen die Nase voll, denn das Geschäft mit den Feriengästen ist erst mal im Eimer, und wird wohl auch kaum wieder werden, so lange der Vulkan mit den Minderwertigkeitskomplexen weiterhin noch unterseeisch vor sich hingrugelt. - Dabei gibt es überhaupt keinen Grund, nicht nach El Hierro zu fahren. - Und es wird wohl auch keine Trophäe geben, etwas was man herzeigen könnte, eine frische Lavaspur, oder wie auch mal angedacht eine neue Insel, so dass man auch nicht richtig hoffen darf, aus der jetzigen Situation zukünftig mal Gewinn schlagen zu können. - Für die meisten Wissenschaftler ist die Hartnäckigkeit dieses Vulkans wohl überraschend, denn kanarische Vulkane gehören in der Regel nicht zu denen mit extrem langer Wirkungsdauer, und Akaymu ist nun bereits fast 3 Monate tätig. - Auch wenn alles darauf hindeutet, dass es eher in Richtung Schlafen geht als in Richtung Radau, die Erdbeben sind fast verschwunden, die Gasemissionen gesunken und auch die Bodendeformationen zeigen nicht an, dass weiterer Druck im Unterbau der Insel aufgebaut wird, so darf man doch noch nicht sagen, dass man jetzt die Wachsamkeit aufgeben sollte. - Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Vulkan für uns alle noch Überraschungen bereithält, wobei die Überraschung eigentlich schon ist, wie nach den vielen Beben im Norden der Insel dort nichts geschehen ist, und wir darüber in vielen Jahren wohl noch diskutieren können, ob man dort vielleicht auch einen neuen Typ der vulkanischen Art erleben durften, der uns bislang noch nicht wirklich bekannt war.




Die Anzahl der seismischen Ereignisse seit dem Juli vergangenen Jahres




Dienstag 03.01.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1025 hPa

Von Los Llanos lernen heißt…
… mit Müll umgehen lernen

Ja, ein bisschen Polemik steckt schon hinter der Überschrift, denn irgendwie ist es schon bedenklich, wie oft wir es nicht schaffen, den Müll in die Container zu packen, sondern daneben. - Pfui, macht man nicht, der Müll gehört in die Container, sollte doch eigentlich klar sein, allerdings zeigt uns ja die Praxis, dass es nicht von allen Zeitgenossen angenommen wird. - Auch hier in El Paso hat man nach der Umstellung von der Hausmüllabfuhr zur Sammelmüllabfuhr von unserer Bürgermeisterin ein Briefchen erhalten mit, mehr oder weniger einer Gebrauchsanweisung für die zukünftige Müllabfuhr, und nun stellen wir seit Jahren den Müll nicht mehr neben unsere Haustür, sondern in die Container, welche an gewissen Sammelpunkten aufgestellt sind. - Das klappt grundsätzlich, allerdings möchte ich nicht gegenüber solch einem Sammelpunkt wohnen, denn wenn die Container voll sind, dann müsste man den Müll in den nächsten Container bringen, und das ist den meisten zu weit, oder der Sack läuft im Auto schon aus und man will den schleunigst loswerden. - Noch schlimmer allerdings ist die extrem uncoole Angewohnheit Sperrmüll an den Sammelstellen mit abzuladen, denn der bleibt stehen, den holt das Müllkonsortium nicht ab, den müssten dann später, manchmal viele Wochen später Arbeiter der Gemeinde wegräumen. - Ich darf erinnern, jeglichen Sperrmüll außer Nazis wird man bei uns auf dem "Punto Limpio" los, im Aridanetal ist der dort, wo das Asphaltwerk hin soll, nur ein bisschen weiter unten. - Da fährt man hin, Öffnungszeiten etwa wie die Läden, wartet brav am Eingang bis der Mitarbeiter kommt, die Ladung überprüft und einen dann an den richtigen Container schickt zum Abladen. - Das geht wirklich ganz einfach, weil ich auch immer wieder mal Deutschresidente und Brezeldiebe dabei erwische, wie die Integration ziemlich falsch interpretieren. - Na gut, vielleicht wissen die das nicht, aber hiermit sollte das klar sein.

Darum geht es aber nun nicht in Los Llanos konkret, sondern die scheinen in der Stadt immer noch so daran gewöhnt zu sein, den Müll einfach vor die Haustür zu stellen, dass die Container zum Teil leer sind, oder nur halbvoll, der Müll sich aber an anderen Stellen lagert. - Auch in Los Llanos gilt, der Müll gehört in die Container, und weil man in Los Llanos vielleicht alles mehrfach sagen muss, so wie zum Beispiel, dass Asphaltwerke nicht einfach nur Wasserdampf emittieren, so laufen nun Mitarbeiter der Gemeinde durch die Stadt und verteilen Briefe mit einer Gebrauchsanweisung, wie man sich denn des Hausmülls zu entledigen hat. - Dabei ist das so einfach bei uns, jedem Deutschen muss das als paradiesisch vorkommen, wir trennen nur Glas und Karton, was da im Hausmüllsack so im Container landet interessiert niemanden weiter und man kann so viel in den Sammelcontainer werfen wie man will und bezahlt im Jahr dafür vielleicht an die 30 - 40 Euro. - Wenn man bezahlt, und das machen längst nicht alle, so wie einer meiner Nachbarn sich bei der Gemeinde beschweren ging, nachdem die Müllentsorgung auf Sammelcontainer umgestellt wurde, dass nun keiner mehr bei ihm vor dem Haus den Müll abholen würde und man darauf hin feststellte, dass der gute Mann noch niemals in seinem Leben für die Müllabfuhr bezahlt hat. - Das ist so ähnlich wie die, die von der Steuer absetzen wollen aber gar keine Steuern bezahlen. - Künstler laufen überall herum und in Los Lanos erklärt man nun seinen Bürgern, wie man den Müll in Container zu werfen hat. - Eigentlich schade, jeder von uns ist doch ein gebildeter Zeitgenosse, aber alle zusammen scheinen wir ein großer Haufen Ferkel zu sein. - Was übrigens auch in unseren Pflichtbereich gehört, fehlen irgendwo Container, oder sind permanent voll, dann geht man zur Gemeinde und meldet das, die erraten das nicht einfach so, sondern brauchen dazu auch unsere Mitarbeit.



Montag 02.01.2012 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 21,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Dampfradio Intern
FM 91.0 El Soplete

Ganz nah am Puls der Menschen, das kann man wirklich sagen, auch wenn dieser Puls sich manchmal ein wenig verschluckt und von wirklicher Information nur noch ein Röcheln übrig bleibt. - Das Radioprogramm "El Soplete" was förmlich übersetzt "das Gebläse" heißt, aber man auch gut und gerne als die Tratschstation übersetzen kann, macht erneut Furore. - Das Programm ist nicht ganz neu, erfunden hat man es seinerzeit bei "Radio Sol" aus Tazacorte, welches mein Freund Carlos Camacho betrieben hat. - Der hatte sogar mal ein Programm in deutscher Sprache, das allerdings lief nicht so wie man das erwarten sollte, doch dann kam "El Soplete" als Kummerkasten, Hydepark Corner, verbaler Scharfrichter oder Denunziantenradio, und Tomás und Emilio wurden schnell zu den bekanntesten Radiomoderatoren der Insel. Allerdings nicht von allen geliebt, weil man eben, wenn man sich zur Vox Populi macht, man nicht auch gleichzeitig Vox Regnator sein kann. - Heute sind die nicht mehr bei Radio Sol, die ganze Geschichte warum das nicht mehr geht, die erspare ich Ihnen und auch manchem anderen, aber "El Soplete" gibt es wieder und weiterhin, nun aber im "Radio Murión" und die senden wohl von Tenerife aus, wenn ich das richtig verstanden habe, nachdem das von La Palma aus mit den Frequenzen irgendwie nicht geht. - Macht nichts, Tomás und Emilio sind geblieben, Antonio ist neu dazu gekommen, der macht wohl auch das Radio Murión und bringt oft etwas frischen Wind in die Sendung, da Tomás und Emilio schon etwas erfahrener sind, und eben nach so vielen Lebensjahren viele Dinge äußerst konservativ betrachten. - Als Grenzgänger muss man diese Combo aus Erfahrung und Provokation wohl betrachten, und nicht immer gelingt jede Provokation gut und treffend, manchmal liegt man schlichtweg auch total daneben und nur Antonio findet dann aus der Situation wieder heraus und streut dann die richtigen Worte, und wie es weitergehen kann. - Das liegt aber auch mit an der Art, wie man sich manches aus der Hand nehmen lässt, denn man nennt sich das "Freie Radio" und die Hörer bestimmen die Themen, können anrufen und sich äußern, aber eben auch anonym über sms Nachrichten schicken, die dann vorgelesen werden.

Da kommen natürlich Entgleisungen dabei raus, wir kennen das ja mit der Anonymität zur Genüge, aber das verspricht natürlich auch den Erfolg der Sendung, da kann man manchmal Dinge zu hören bekommen, die man so höchstens am Stammtisch zu erfahren wagt. - Ärger gibt es da auch immer schon mal, aber inzwischen sind die natürlich erfahren genug sich da nicht einwickeln zu lassen, schließlich ist diese und jene Beschimpfung "nur die Meinung eines Zuhörers" nicht aber eben Meinung der Redaktion oder gar des Radios. - Wie lange das noch gut geht, das weiß ich nicht, da ist höchstes Fingerspitzengefühl angesagt, und das ist wohl die Rolle welche Antonio spielen muss, denn der feine Grat zwischen freier Meinungsäußerung und Denunziantentum, oder was alles unter Beleidigung oder falscher Verdächtigung laufen kann, der ist nicht immer klar definiert. - Interessant ist aber auch, dass manche Politiker hier schon viel gelernt haben und lieber in dem Programm mitmachen, also auch mal aktiv dort anrufen, sich zu erkennen geben und die Dinge dort in eine Richtung bringen, die dann nicht gefährlich werden kann. - Andere Politiker die scheuen diesen Schritt, bekommen dafür aber auch ab und zu kräftig eine ins Kreuz gerammt, verbal natürlich gesehen, und manchmal denkt man sich dann auch, das wird ein Nachspiel haben. - Hat es meistens nicht, noch geht das System auf, "El Soplete" hat irgendwie noch Narrenfreiheit, denn es ist so populär, dass sich die Geschmähten natürlich sicher sein können, sollten die versuchen, gegen diesen oder jenen Ausspruch vorzugehen, dann trommelt sich Volkes Stimme erst Recht auf den Kläger ein. - Nun muss ich aber nicht den Kopf hinhalten für manche Äußerungen die dort bei "El Soplete" gemacht werden, aber manchmal zucke ich wohl, was denn unsere Mitbürger hier zu manchen Angelegenheiten für Meinungen an den Tag legen. - Vox Populi eben, da muss man manchmal hart sein im Nehmen - und auch im Verzeihen. - Unterhaltsam ist es jeden Moment, immer wenn ich nur irgendwie kann, dann habe ich vormittags mein Radio auf FM 91.0 eingestellt und leiste mir eine deftige Portion Dampfradio, La Palma ganz unten, da kann es äußerst amüsant sein, aber oft möchte ich nicht in der Haut stecken, die dort in der Sendung gerade gebügelt wird.



Montag 02.01.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1027 hPa

Zwei von Drei
Weihnachten, abgehakt, Neujahr, abgehakt, jetzt kommt noch Reyes

In den meisten Ländern Europas geht man jetzt wieder an die Arbeit, ob nun fröhlich oder nicht, das weiß ich nicht, aber hier bricht die Festtagsstimmung noch nicht ab, denn bei uns geht es ja noch weiter bis "Reyes". - "Reyes" heißt einfach nur Könige und gemeint ist damit, der Besuch der Heiligen Drei Könige. - Die lassen nämlich die Geschenke hier, nicht der Weihnachtsmann oder das Christkind, und schon gar nicht Santa Claus, und die Eltern und die Omas auch nicht, sondern die drei Könige sind es, die auf Pferden, Kamelen oder sonst was angereist kommen, um allen Kindern auf dieser Welt die Geschenke zu bringen. - Wenn ich richtig informiert bin, dann ist das aber mit der Verteilung der Gesenke am 6. Januar in Europa nur in Spanien so, aber ich lasse mich da gerne auf den neuesten Stand bringen. - Den "Dreikönigstag" kennt man ja zumindest im katholisch angehauchten Teil Deutschlands auch, mit Sternsingern und dann der mit Kreide über die Tür gemalte C+M+B Segen, der den, wie immer Lieben Gott dazu auffordert, dieses Haus doch bitte zu segnen, welcher wohl aber eher den Sternsingern dazu dient herauszufinden, vor welcher Tür man bereits gesungen hat. - Das machen wir hier nicht, sondern hier empfängt man am Abend des 5. Januar in den Städten und Dörfern die Heiligen Drei Könige. - Das nennt man dann den Einzug der Könige, die "Cabalgata de los Reyes" und die ist, je nach Budget der Gemeinde, mehr oder weniger aufwendig gestaltet. - So erwarten wir also in diesem Jahr weniger aufwendig gestaltete "Cabalgatas", aber das soll dem ganzen Treiben keinen Abbruch tun, die kleinen Kinder, für welche dieses komische Treiben nämlich eigentlich gemacht wird, die bekommen doch den Unterschied zwischen aufwendig und einfach gar nicht mit, sondern lassen sich von den Hauptfiguren selbst bereits schon in weihnachtliche Trance versetzen. - Die drei Könige werden natürlich gut verkleidet gespielt, vielleicht leiht man der Stadt ja Pferde, oder man gibt doch das Geld für ein paar Kamele aus, dann reiten die darauf auf den Hauptplatz, lassen sich dort nieder und empfangen dann die Kinder mit ihren Wunschzetteln. - Die "Carta a los Reyes Magos", also der Brief an die Heiligen Drei Könige, so wird hier der Wunschzettel genannt.

Die ganz jungen Kinder glauben halt noch dran, so wie Glauben eh ein interessantes aber nicht ganz unkompliziertes Geschenk ist, die Jungendlichen, welche längst wissen wo es langgeht, die sind eher auf die Süßigkeiten und die heiße Schokolade aus, die dabei meist auch verteilt werden, und die Eltern, denen gehen die Augen über, weil sie immer noch glauben, ihre Kinder würden noch daran glauben, aber die Kinder machen das nur noch mit, weil sie wissen, dass sie so mehr Geschenke bekommen. - Wie gesagt, das ist kompliziert und wie es nach der Cabalgata weitergeht, das ist auch in vielen Familien unterschiedlich. - Manchmal gibt es die Geschenke noch am gleichen Abend des 5. Januar, in dem meisten Familien allerdings erst am 6. Januar, dazu müssen aber dann eben die Eltern oder die Großeltern ganz früh raus, um die Geschenke eben noch vor dem Aufstehen der Brut versteckt zu haben. - Außerdem muss man ja den Wassereimer ausleeren und das Gras durchwühlen, welches man für die Kamele auf der Terrasse bereitgelegt hat, ein bisschen Kosmetik am Tatort muss schon sein. - Das war glaube ich auch unser Fehler, dass wir das Gras, welches man aufwendig am 5. nachts vor die Tür legt, damit sich die Kamele der Könige daran laben können, nicht gut genug verräumt haben, sondern wir es nur eben "um die Ecke" brachten. - So wenig dramaturgische Mühe wird sofort bestraft, die Kinder fanden das nicht gefressene Gras und seit dem hoffen wir, dass irgendwann das selbige über die Geschichte wächst. - Einige, aber wenige Familien schenken erst auch am 8. Januar den Kindern etwas, das sind dann die ganz Schlauen, die sagen, die Kamele hätten viel zu viel zu tun gehabt, so dass man erst jetzt das eigene Haus besuchen kommen konnte. - Am 7. Januar beginnt der Schlussverkauf, da wird dann zugeschlagen, und die Könige verschenken dann die herabgesetzte Ware. - Ich bin schon lange froh, dass unsere Kinder aus dem Alter heraus sind, wo man noch Schauspieler sein musste, oder eben auch Lügner, wie man das gerne aus atheistischen Haushalten uns vorwirft, aber ich habe mich nicht als Lügner verstanden, sondern eher als untalentierter Illusionist.



Sonntag 01.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1028 hPa
Höchsttemperatur heute 18,2 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Zehn Jahre, ein Jahr, vier Monate
Euro, Rauchen und Rauchen

Fast genau vor zehn Jahren haben wir unsere ersten Euro in den Händen gehalten, wir haben extra Geld aus dem Automaten ziehen wollen um ein paar der neuen Scheine zu haben, aber das Ding funktionierte noch nicht, so dass wir erst einen Tag später unsere ersten Euros in der Hand halten konnten. - Im Moment möchte gar niemand richtig diesen Jahrestag feiern, der Euro ist unbeliebt, zu Unrecht wie ich finde, denn es ist nicht unsere Gemeinschaftswährung welche Zicken macht, sondern die Finanzjongleure und die schlechten Staatsmänner und Frauen. - Aber das scheint wie beim Fußball zu sein, die Spieler spielen schlecht, und darauf hin feuert man den Trainer, das haben wir doch oft genug erlebt. - Werde ich auch nie vergessen: "Was erlaube Struuuns" - Recht hat er gehabt, olle Trappatoni, aber dennoch weg vom Fenster, aber mit dem Euro wird das anders, es gibt viel zu viele Interessen an dieser Währung, der Euro wackelt und wankt, weil viel zu viele daran zerren und verdienen, aber letztendlich wird der Euro für uns so selbstverständlich werden, wie das die Markt oder Peseta mal waren. - 10 Jahre sind das jetzt, aber wenn ich mich ab und zu mal empöre, wie teuer dieses oder jenes ist, dann halte ich meiner Frau immer noch ein Beispiel in D-Mark vor die Augen, das klingt dann irgendwie noch empörender. - Hier in Spanien übrigens auch, wenn man sich mal wieder einen Aufreger gönnen will, wie viel dieser oder jene Politiker verdient, oder welche Summen für Mist ausgegeben werden, dann greift man immer noch zur guten alten Peseta, das zieht immer.

Ein Jahr ist es jetzt her, dass das Rauchen in Spanien aus den Kneipen und allen öffentlichen Gebäuden verschwunden ist, und es war doch gar nicht so schwer und so schlimm, wie man das am 1. Januar 2011 noch befürchtet hat. - Keine Privatclubs sind entstanden, in denen man irgendwelche Gesetzeslücken ausnutzen wollte, das Gesetz lässt aber halt auch fast keine Lücke, weil es einen Zusammenhang zwischen gewerblicher Versorgung mit Speis oder Trank und dem Rauchverbot sieht, und so könnte man in einem Privatclub zwar rauchen, bekäme aber nichts zu trinken oder zu essen, und dann verdient ja wieder keiner dran. - Man geht halt raus zum Rauchen, wie man das in den anderen Ländern auch macht und siehe da, letztes Jahr haben so viele Mensche wie noch nie in Spanien mit dem Rauchen aufgehört, ob das nun am Rauchverbot in den Kneipen gelegen hat oder weil man einfach die Nase davon voll hatte, das weiß ich nicht. - Die Kneipenwirte sind wohl schon sauer auf das Rauchverbot, denn die Gäste verweilen kürzer in den Etablissements als noch vor dem Rauchverbot, aber es ist ja nicht mehr dran zu drehen und von einer Änderung des Gesetzes, wie man das Anfang letztes Jahr noch forderte, spricht heute kein Mensch mehr. - Allerdings sagen viele Kneipenwirte auch, dass die strengen und häufigen Alkoholkontrollen ihnen mehr Umsatz kosten als das Rauchverbot.

Vier Monate ist es nun her, dass mir das Rauchverbot absolut egal ist, weil ich seit vier Monaten nicht eine Zigarette mehr geraucht habe. - Dass ich drüber weg bin, das möchte ich noch nicht behaupten, hin und wieder klopft die Sucht und die Lust nach Nikotin schon wieder dort im Hirn an wo es weh tut, aber meine Disziplin war bislang immer stärker als der Wunsch nach der Hingabe an die Sucht. - Natürlich spielt auch die soziale Kontrolle eine große Rolle, alle die mich kennen, die wissen doch, dass ich aufgehört habe zu rauchen und denen gegenüber würde ich doch als totaler Loser gegenüberstehen, wenn ich jetzt wieder anfangen würde zu rauchen. - Jetzt nach vier Monaten wäre ich doch auch bescheuert, der ganze quälende Entzug für nichts und wieder nichts, dennoch wage ich noch nicht zu behaupten, ich hätte alles bereits überstanden. - Körperlich gibt es in den letzten Wochen keine Veränderungen mehr, ich habe auch nur die ersten beiden Wochen zugenommen, das waren die Tage, an denen ich noch nicht wusste, wohin mit meinen Fingern, und die habe ich dann immer in Wurstbrote oder Schokolade gesteckt. - Noch keine größere Erkältung hat mich dieses Jahr heimgesucht, wo mich doch sonst jeder Keim gleich erwischt hat, es war aber auch noch nicht richtig kalt, und schon gar nicht nass bislang, eine richtige Prüfung hat uns das Wetter also noch nicht auferlegt. - Was mich noch ein bisschen beunruhigt ist, dass ich Zigarettenrauch immer noch anziehend finde, noch mehr Zigarrenrauch, wo man doch eigentlich sagt, Exraucher seien da sehr empfindlich gegenüber solchen Gerüchen.



Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel & Fax von Deutschland: + 34 922 497216
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Kanarische Ferienhäuser auf La Palma