La Palma Aktuell
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Nachrichtenarchiv Januar 2011


Montag 31.01.2011 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 26 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 11,9 Grad

Buchstabensuppe
Was die Presse an einem Montag so hergibt

Inselpräsidentin erklärt ländliches Hotel in Garafía zur Chefsache. - Ich hätte zwar noch andere Vorschläge, für welchedie Dame sich persönlich und effektiv einsetzen könnte, wie zum Beispiel das Tierheim oder die Heilige Quelle, aber wer kennt schon die Frauen… - Wir hatten ja darüber berichtet, dass ein Hotelprojekt in Garafía nicht genehmigt werden kann, weil die Bauweise des Hotels nicht der Normative entspricht. - Genauer gesagt, da sollen mehrere Einfamilienhäuser gebaut werden, unter dem Deckmantel eines Hotels, weil in der angesprochenen Zone eben nur ein Hotel genehmigt werden kann, nicht aber Privathäuser. - Nun will die Inselpräsidentin die Investition aber dennoch retten, und bietet ein Gespräch mit dem Investor an, um mit diesem die Möglichkeiten zu besprechen, wie man denn das Projekt noch retten kann. - Das ist grundsätzlich eine positive Aufgabe, es wäre wünschenswert für Garafía, dort touristische Infrastruktur zu schaffen, allerdings darf sich nun die Inselpräsidentin auch nicht zur Komplizin machen, und über irgendwelche Tricks und Biegereien doch noch dafür sorgen, dass die Bebauungspläne dort ausgehebelt werden. - Allerdings muss man auch fragen, ob denn der Investor überhaupt Interesse daran hat, dort in Don Pedro sein Geld mit einem Hotel zu riskieren, steht doch der touristische Stern nicht wirklich hoch am Firmament, und man müsste schon ganz nett die Trommeln wirbeln lassen und wirklich was anbieten, um die Gäste dort in den hohen Norden zu locken. - Dabei taucht nämlich immer wieder die Frage auf, ob man denn die wunderbare Ruhe und unberührte Landschaft dort im Nordwesten überhaupt mit den Eigenschaften eines Hotelbetriebes verbinden kann.

Die Umgehungsstraße von Santa Cruz ist jetzt offiziell und endgültig in die Hand des Cabildo Insulars gegangen. - Seit nunmehr 2 Jahren ist diese Straße bereits befahrbar, und soll den Durchgangsverkehr aufnehmen, der sich vorher auf der Küstenstraße durch den Ort quälen sollte. - Das ist mehr oder weniger erfolgreich geglückt, es gibt nun diese Möglichkeit, allerdings wird die Straße nicht von allen genutzt, denn der Weg durch die Stadt ist näher und auch beladene LKW zögern, die Steigung am Südbeginn der Umgehungsstraße zu schlucken. - 43 Millionen Euro hat die Straße gekostet, bezahlt vom Gobierno de Canarias mit freundlicher Mithilfe der Europäischen Union. - Dabei fällt mir immer wieder ein, so manch einem Besucher hier auf der Insel, dem müssen viele Wege und Bauten ziemlich bekannt vorkommen, habe die das doch schließlich mitbezahlt… - Alles schön und gut, die Straße ist jetzt unsere, aber das bedeutet auch, dass wir nun den Unterhalt des Verkehrsweges bezahlen müssen. - 5 Tunnel sind immerhin dabei, das bedeutet Überwachungspersonal rund um die Uhr, und leckere andere Betriebskosten, vornehmlich elektrische Energie für die Beleuchtung und die Lüftung. - Da kommt einiges auf die Kassen der Inselregierung zu, und ich bin mal gespannt, wie die dafür eine Scheibe aus dem ohnehin, schon schrecklich angespannten Haushaltskuchen schneiden wollen.

Der Januar ist der Monat der Statistiken, da kann man plötzlich alles Mögliche erfahren, was sich denn im vergangenen Jahr so getan hat. - Gestern haben wir ja die Zahl der Prostituierten erfahren, heute können wir nachlesen, dass es immer weniger Jäger auf den Kanarischen Inseln gibt, was mich nun nicht unbedingt schrecklich traurig macht. - 21.040 Jagdlizenzen hat man im vergangenen Jahr ausgestellt, eine wirklich hohe Zahl, allerdings waren es vor drei Jahren noch 24.991 - Als Gründe für den Rückgang werden, sicher richtig erkannt, einerseits die Krise angegeben, und auf der anderen Seite haben die jungen Menschen hier nicht so viel Interesse an der Jagd, wie es noch bei den älteren Semestern fast Tradition ist. - Der Rückgang der Zahl der Jagdlizenzen ist auch keine ganz neue Sache, auch in den Jahren davor sind die Zahlen immer zurückgegangen, allerdings ist der Schritt von fast 25.000 auf 21.000 natürlich schon bemerkenswert. - Allerdings kann man ja auch vermuten, dass viele einfach aus wirtschaftlichen Gründen ihre Lizenz nicht verlängern lassen, aber dennoch auf die Jagd gehen, immer in der Hoffnung, man begegnet den Jagdaufsehern nicht. In dem Zusammenhang werden wir auch mal über die Zahl der angemeldeten Waffen informiert, dabei gibt es allerdings keinen Rückgang zu vermelden, so wie das noch bei den Jagdlizenzen der Fall ist. - Demnach gibt es auf den Kanaren 85.383 gemeldete Waffen in Privatbesitz, also Gewehre und Pistolen, und wir sind hier etwas mehr als 2 Millionen Bürger. - Hört sich erstmal viel an, allerdings sind das gerade mal etwas mehr als 4 Waffen pro hundert Bürger, in Deutschland soll es, nach Angaben der Polizeigewerkschaft, aber an die 13 registrierte Waffen auf 100 Einwohner geben.



Montag 31.01.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1014 hPa

Hochtief
Wetterleuchten

Ein Hoch ist ein Hoch, und ein Tief ist ein Tief. - So einfach könnte die Welt sein, aber wer will es denn schon einfach und langweilig haben. - Die Menschen im Norden Tenerifes und Gran Canarias hätten es dieses Wochenende gerne ein bisschen langweiliger gehabt, denn kräftiger Regen, zum Teil in horrenden Mengen, fiel dort und hinterließ gesperrte Straßen, Überschwemmungen und Chaos aller Orten. - Dabei weht der Wind aus Nordost, kräftig sogar, also Passat, und da regnet es in aller Regel nur sanft. - Was ist also passiert, und dabei fällt die Erklärung eigentlich ganz einfach aus, die regnerischen Altlasten eines vergessenen und aufgegebenen Tiefs sind vom stürmischen Passat nun ungleich über die Inseln und Inselseiten verteilt worden. - Auch auf La Palma hat es geregnet, allerdings bei weitem nicht in der Intensität wie auf den beiden großen Inseln, und auch hier nur auf der Ostseite. - Schuld an allem ist nun nicht Zapatero, wie man vielleicht sonst annehmen möchte, sondern eine witzige bis seltene Wettersituation, das große nordatlantische Hoch hat ein nicht besonders kräftiges Tief genau über den Kanaren eingeschlossen und sorgt nun dafür, dass die immer noch vorhandenen Niederschlagszellen aus der "falschen" Richtung auf die Inseln niedergehen. - Auf den westlichen Seiten der Inseln fiel gar kein Regen mehr, in den höheren Lagen so etwas wie Sprühregen, der über die Inselkämme geweht wurde, aber ansonsten war das Wetter wieder mal komplett zweigeteilt und was sonst bei einem Tief auf den Westen der Inseln niedergeht, das fiel nun auf der Ostseite. - In den kommenden Tagen wird es aber kaum noch Niederschläge geben, allerdings bleibt uns der frische Nordostwind noch erhalten, wenn auch nicht so kräftig wie noch am Wochenende. - Das hat aber auch einen schönen und brauchbaren Vorteil, so wird es tagsüber sonnig werden im Westen, da der forsche Passat alle tief liegenden Wolken einfach verbläst. - Dennoch bleibt es kalt, besonders nachts, und bis kommendes Wochenende wird sich daran auch nichts ändern.



Sonntag 30.01.2011 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 20,9 Grad - niedrigste Temperatur 13,5 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 20,1 - Temp. Min 6,9 - Feuchte 57 - 91 % Niederschlag 0 mm

Die andere Statistik
Prostituierte auf La Palma

Die Pressemeldung dazu lautet: Zahl der Prostituierten auf La Palma angestiegen. - Allerdings muss man zunächst auch mal fragen, wer zählt denn da überhaupt, und wie glaubhaft sind diese Zahlen. - Gezählt werden die Frauen, welche ihren Körper als Dienstleistung anbieten von der Organisation "InfoSida", einer Nichtregierungsorganisation, welche sich eigentlich um die Beratung und Unterstützung von Immunschwächekranken kümmert. - Allerdings übernimmt "InfoSida" hier auf La Palma auch die Betreuung und Beratung von Prostituierten, welche sich kostenlos, aber notwendigerweise, einer serologischen Untersuchung unterziehen müssen. - Diese Untersuchung wird dann allerdings vom kanarischen Gesundheitssystem bezahlt, "InfoSida", die größtenteils von Spenden leben, bleibt also nicht auf diesen Kosten sitzen. - Somit ist aber eben diese Organisation die einzige Zahlenquelle, welche etwas über die Anzahl an Prostituierten auf La Palma sagen kann. - Jedes Jahr wird darüber ein Jahresbericht veröffentlicht, so zu sagen auch als Arbeitsnachweis an die Gesundheitsbehörde, und dabei berichtet man eben auch, wie viele Damen sich bei "InfoSida" gemeldet haben, um die Pflichtuntersuchung machen zu lassen. Ein Fragezeichen dabei ist natürlich die Dunkelziffer, und in der Tat, müssen selbst die Mitarbeiter der Organisation zugeben, dass man eben nur diejenige erfassen kann, welche sich melden. - Auch spiegelt die genannte Zahl nicht unbedingt die tatsächlich auf La Palma praktizierenden Prostituierten wider, denn die meisten der Damen, die bleiben nur für einen kurzen Zeitraum, der mit einem Monat angegeben wird, auf der Insel, und rotieren danach in anderen Clubs und Etablissements in anderen Regionen. - Allerdings lautet ja auch eine lustig bis weise Regel bei der Statistik, auch wenn die Dunkelziffer enorm groß sein kann, gewinnt die Statistik dennoch über die Jahre an Aussagekraft, weil ja der Unsicherheitsfaktor gleich bleibt. - Die genaue Zahl wird man nicht ermitteln können so, aber eventuelle Schwankungen kann man damit erfassen.

So heißt es im Pressetext von "InfoSida" auch betont vorsichtig, (…) im Jahr 2010 haben sich 453 Prostituierte bei "InfoSida" registrieren lassen, und das sind deutlich mehr als die 318, welche das im Jahr 2009 noch getan haben (….) Ich weiß nun nicht, ob es Winkelverknüpfungen gibt, welche die Anzahl der Prostituierten mit der Wirtschaftsleistung einer Region erklären wollen, und wirklich aussagekräftig ist diese Veränderung auch nicht, zieht man mal die Zahlen der vorhergehenden Jahre mit heran. - Für das Jahr 2008 steht da die Zahl von 517 zu Buche, und 2007 gar mehr als 800. - Eine Deutung dieser Schwankungen traue ich mir nicht zu. - Interessant ist auf jeden Fall, woher die ganzen Damen kommen, und da gibt es auf La Palma, und wohl auch ganz Spanien, eine eindeutige südamerikanische Dominanz. - Von den 453 Frauen, die sich bei "InfoSida" haben registrieren lassen, stammen 228 aus Kolumbien, 80 aus der Dominikanischen Republik, und 69 aus Brasilien, aber nur 44 mit spanischem Ausweis. - Der Rest stammt aus weiteren südamerikanischen Ländern, aber auch aus dem Osten Europas, wie dort die Verteilung ist, das wird nicht weiter spezifiziert. - Allerdings bemerkt man als auffällig, dass die Zahl der Prostituierten mit spanischem Ausweis stark angestiegen ist, waren es im Jahr 2009 nur 15 dieser Herkunft, so hat sich diese Zahl im letzten Jahr annähernd verdreifacht. - Also doch irgendwie ein Zusammenhang mit der Krise? - Aber wer weiß, denn inzwischen gibt es in Spanien ja bereits eine nicht gerade intelligente Manie, alles und jedes mit der Krise erklären zu wollen, und dabei machen wir uns sicherlich die Dinge ein bisschen zu einfach.



Sonntag 30.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 74 % - Luftdruck 1010 hPa

Immer weniger Palmeros
La Palma schafft sich ab

Das ist doch mal eine Überschrift von markigem Charakter, aber eben leider geklaut, ich wollte einfach auch mal so etwas schreiben… Knappe 800 Todesfälle im vergangenen Jahr, aber nur 400 Geburten, so sieht die Bilanz aus für 2010 und da kann man sich wohl Gedanken machen, ob die Palmeros nicht einer aussterbenden Art angehören. - Gut, die Krisenjahre haben jungen Paaren die Lust geraubt, Kinder in die Welt zu setzen, das ist eine verständliche Reaktion auf wirtschaftliche Flaute und Ängste, und zum großen Teil auch verständlich. - Dennoch, das geht bereits seit vielen Jahren so, nur noch 1,3 Kinder hat das "typische" palmerische Paar, und das bedeutet natürlich, dass es immer weniger Menschen hier werden. - Bis vor zwei, drei Jahren fing die Immigration diese demographische Ungleichung immer noch auf, in den Boomjahren Ende der Neunziger und Anfang dieses Jahrtausends, da wuchs die Zahl der Einwohner dieser Insel auch noch beständig. - Heute sagt man uns das immer noch nach, allerdings glaubt das lange schon keiner mehr, denn die beschriebenen Zahlen aus den Meldeämtern der Gemeinden sind alles andere als glaubhaft und beweisbar. - Zumal wir ja auch noch den großen Exodus an jungen Menschen verdauen müssen, welche uns nach der Ausbildung oder dem Studium für immer verlassen, um anderswo, auf jeden Fall weit weg von dieser Insel, Anstellung und Karriere zu finden. - Zieht man dann auch noch den längst gebremsten Zuzug von Immigranten mit ins Kalkül, dann verliert diese Insel seit mehreren Jahren nun Einwohner, und dieser Trend zeigt auch noch keinen möglichen Wendepunkt auf, so dass La Palma nicht nur ein Wachstumsstillstand droht, sondern ein konkreter Rückgang. - Viele unserer Immigranten sind ja auch nur eine temporäre Leihgabe aus Ländern wie Venezuela oder Kuba, sollten sich dort die politischen Verhältnisse ändern, dann sind diese Menschen gleich alle wieder weg von der Insel, und unser Bruttoinselprodukt leidet noch mehr als bislang bereits. - Was droht ist eben die Vergreisung der Insel, deutlich nachlassender Konsum, und irgendwann sind wir hier dann ein kollektives Altenheim mit ein paar dienstbeflissenen Immigranten, aus Ländern, die sich gerade mal wieder einen Despoten gönnen, oder wirtschaftliches Chaos. - Das ist jetzt natürlich ein bisschen platt ausgedrückt, allerdings steckt in diesem Szenario nicht nur das Gespenst von Rückgang und Depression, sondern durchaus auch ein wirtschaftlicher Aspekt, den es zukünftig noch aufmerksamer zu beachten gibt. - Da könnte die Insel sogar einen Wirtschaftszweig mit basteln, es gibt ja nicht nur auf der Insel immer mehr alte Menschen, gemessen an der Gesamtzahl, und Pflege, deren Unterhaltung, Betreuung und zielgerichtetes Konsumangebot ließe sich gut ausbauen. - Immer vorausgesetzt, die Rentner sind pekuniär rüstig, und können sich die ganze Chose leisten.

Das alles hört sich nun so ein bisschen an wie das Schreckgespenst einer Senioreninsel, das ist natürlich Quatsch, aber man darf weder an den blanken Zahlen vorbeisehen, noch an irgendwelchen Marktlücken, das können wir uns hier einfach nicht mehr leisten. - Allerdings gehört dazu auch etwas Courage der politischen Führung, denn bislang trotzt man ja all diesen Vorstellungen von einer schrumpfenden Gesellschaft komplett, und wiegt uns weiterhin in dem Glauben, Wachstum sei machbar, notwendig und die Lösung aller Probleme. - Ist natürlich noch größerer Quatsch, Fortschritt durch Wachstum ist zwar ein oft probates Modell, hat aber so seine Tücken, auf jeden Fall im sozialen Bereich, und um Wachstum zu erreichen, sind schrumpfende Einwohnerzahlen nicht sonderlich dienlich. - Ratsamer wäre da ein angepassteres Modell, Fortschritt wohl, aber eher durch Umverteilung und Mehrwertschaffung durch Veredlung von Produkten und Dienstleistungen, als durch Wachstum, und präzisere Angebote, die auf die Bewohner der Insel zugeschnitten sind. - Eine Autobahn nützt keinem, außer der Baufirma, aber für das gleiche Geld könnte man Prozesse und Geschäfte zum Laufen bringen, welche die wirklichen Bedürfnisse der älter werdenden Bevölkerung bedienen. - Zunächst müsste man aber mal anerkennen, dass diese Insel nicht mehr auf Wachstum setzen kann, und das würde auch bedeuten, dass man die Meldeämter der Gemeinden, vielleicht anhand einer Volkszählung mal korrigiert. - Denn bislang hat keine Gemeinde auch nur das geringste Interesse daran, Bewohner zu verlieren, bedeutet doch jeder Einwohner bares Geld für die lokalen Korporationen, und nur, wer sich deutlich und dringend abmeldet aus einer Gemeinde, der wird aus dem Register entfernt. - Allerdings tun das die allerwenigsten, wer von der Insel geht, der geht einfach, und meldet sich dann in seiner neuen Gemeinde, oder in einem anderen Land an, wird aber hier weiter in den geduldigen Büchern der Meldeämter geführt. - Ich kann auch gut verstehen, dass es planerisch nicht wirklich lockend ist, einen gezielten Rückbau einer bislang auf Wachstum getrimmten Gesellschaft zu projektieren, aber für wirklich pfiffige Macher und Visionäre, wäre das eine komplett neue Aufgabe. - Vielleicht sogar mit Lorbeeren und einem garantierten Altersruhesitz belohnt… Bei nur 400 Geburten und fast 800 Todesfällen sollte man sich langsam wirklich Gedanken machen, oder wir wenden Trick 21 (auch Unelco-Viagra genannt) an, und haben wieder um die Abendzeit vermehrt Stromausfälle.





Samstag 29.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1006 hPa
Höchsttemperatur heute 20,0 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 12,9 - Temp. Min 5,7 - Feuchte 53 - 81 % Niederschlag 5 mm

Kurzgebratenes
Ein Untier, ein Nichthotel, und unmoralischer Segen

Anderswo gelten Kakerlaken, Ratten und ähnliches Gesockse mit störendem Hintergrund zum Feindbild. - Hier auf La Palma aber gönnt man sich noch mehr, hier stört auch das Mähnenschaf, und zwar derart gewaltig, dass nun zum wiederholten Mal dazu aufgerufen wird, die Population dieser Tiere endlich von der Insel zu vertreiben. - Das "Vertreiben" ist allerdings eine nette Umschreibung für alle platt machen, und wer das fordert, das sind ausgerechnet Naturschützer. - Richtig ist natürlich, dass das Mähnenschaf nicht auf die Insel gehört, also ein ungeliebter Migrant ist, und bevor nun Thilos Thesen auch auf unsere Biodiversität angewandt werden können, sollte man die Tiere doch alle erschießen. - Die "Arruis", wie sie hier genannt werden, die wurden in den siebziger Jahren auf die Insel gebracht, von ein paar schießwütigen Großwildjägern, die ihre zweifelhaften Neigungen nicht immer nur an Kaninchen oder Vögeln ausleben wollten. - Allerdings fühlt sich das Mähnenschaf hier auf der Insel richtig wohl, und hat sich die steilsten und unwirklichsten Gelände zum Lebensraum gemacht, und ist von den Jägern eigentlich gar nicht zu erwischen. - Das Tier ist auch extrem scheu, und meidet die Nähe zum Menschen, was der Population dieser Migranten hier auf der Insel sehr gedient hat.- Allerdings frisst solch ein Tier reichlich Kräutlein, und eben auch schützenswerte Exemplare inzwischen ganz selten gewordener endemischer Pflanzen, und zwar in einem Ausmaß, dass die Biologen immer wieder Alarm schlagen. - Allerdings kann man die Verbissschäden nicht alleine den Mähnenschafen zuschreiben, auch Kaninchen und verwilderte Ziegen treiben sich im Nationalpark herum und knabbern verbotene Früchte. - Es gab schon viele Versuche, den Mähnenschafen den Appetit auf endemisches Kraut endgültig zu nehmen, aber bislang hat man dabei nicht annähernd nachhaltigen Erfolg gehabt. - So bleibt auch diese Aufforderung, dieses Mal von Biologen der Universität La Laguna ausgesprochen ohne fatale Folgen für das mächtige und anmutige Tier, die Fresssäcke die wir einmal riefen, die werden wir so einfach nicht mehr los.

Etwas ganz seltenes ist passiert hier auf La Palma. Die Umweltschützer der "La Centinela" hier auf La Palma haben Recht bekommen von Beton-Domingo, im Bezug auf das in Garafía geplante "ländliche Hotel" mit 80 Plätzen. - Die Ökos hatten angemahnt, man solle sich doch das Projekt man ganz genau ansehen, denn es ist zwar als Hotel projektiert, von der Bauweise her aber eine Ansammlung von allein stehenden Häusern, und somit hat man vermutet, dass es sich bei der Betitelung "Hotel" lediglich um einen Vorwand handelt, und man eigentlich vorhat, dort mehrere Einfamilienhäuser und Villen zu bauen. - Das aber geht dort nicht, lediglich touristische Nutzung nach dem "PTE", dem umstrittenen touristischen Sondernutzungsplan für La Palma wäre dort erlaubt. - Nun kommt die Prüfungskommission, die "COTMAC" auf Tenerife nach einer Versammlung mit Domingo Berriel, dem Rat für Umwelt und Landwirtschaft des Gobierno de Canarias auf das gleiche Ergebnis, so wie dort das Projekt die Bebauung vorsieht, so darf das nicht geschehen, der Bauantrag wurde abgelehnt. - Das verwundert insofern ein bisschen, denn gerade Domingo Berriel gilt sonst als steifer Vertreter der Blut und Beton-Fraktion hier auf den Kanaren, haben wir dem doch zum Beispiel auch den Skandal mit der neuen Artenschutzliste zu verdanken, welche dort schützenswerte und seltene Tiere und Pflanzen plötzlich nicht mehr kennt, weil diese bislang solche Bauten wie den Hafen von Granadilla auf Tenerife verzögert bis verhindert hätten, oder auch Spezies, welche den Golfplatz im Aridanetal gefährden könnten. - Das war also doch zu auffällig gemacht, oder der Investor welcher dieses "Hotel" bauen wollte, gehört nicht in den innersten Kreis der Begünstigten. - Ich würde mir ja auch noch mal das Projekt des Hotels am Meer in Puntallana ansehen, da geschieht genau das gleiche, ein Hotel wird projektiert, aber die Bauten im Plan sind allesamt auch als Einfamilienhäuser zu nutzen. - Auch da kann man zumindest vermuten, dass die touristische Nutzung nur vorgeschoben ist, und das eigentliche Ziel der Bau von einer mondänen Siedlung am Meer verschleiert werden soll. - In dem Fall aber kann man sich sicher sein, dass der Investor wohl die Ehre des inneren Kreises besitzt.

Zu guter Letzt noch die schöne Nachricht mit einem unmoralischen Beigeschmack.- In Tunesien und Ägypten, und wohl bald auch noch in anderen Ländern am Mittelmeer und im nahen Osten droht ja reichlich Ungemach. - Ob wir da nun froh darüber sein sollten, dass sicherlich diktatorische, aber eben stabile Staatsgebilde nun in eine dort nicht bekannte Demokratie geworfen werden sollen, das kann ruhig an anderer Stelle diskutiert werden. - Mir zumindest ist nicht ganz wohl dabei. - Allerdings den kanarischen Hoteliers schon, denn die profitieren deutlich und reichlich an der nun wegfallenden Konkurrenz, denn sicher wird kein Mensch mehr momentan Urlaub in der angespannten Region buchen. - So meldet man, besonders auf den großen Inseln, sowie Lanzarote und Fuerteventura einen sprunghaften Anstieg der Buchungen, und kann das klar auf die Lage in den angesprochenen Ländern zurückführen. - Das kommt natürlich gut an hier bei den Hoteliers, so eine Krise woanders, die macht unsere eigene dann auf einmal wieder erträglicher. - Das kannte man schon mal, im Balkankonflikt, da gab es ähnlich heftige Zuwächse, und auch in dem Fall konnten wir gewerblich frohlocken, weil in anderen Regionen das pure Chaos herrschte. - Allerdings nutzt nun ein heftiges auf die Brust klopfen und viele Vaterunser als Ablass nichts, das ist in dem Geschäft nun mal so, wenn diese Länder als Urlaubsziel ausfallen, dann profitieren andere Regionen dabei. - Ob La Palma etwas von diesem unerwarteten Boom abbekommt, das kann ich noch nicht sagen, ist aber doch eigentlich das Publikum, welches sonst Tunesien oder Ägypten besucht, eher auf Strand und Sonne gepolt. - Oder eben auf Pyramiden, und wenn man manchen Leuten hier auf der Insel glauben darf, dann haben auch wir mindestens eine Pyramide, und zwar den kreisrunden Hügel welcher oberhalb El Pasos am Abzweig nach Las Moraditas steht. - Gut, als Ersatz für die mächtigen Dinger da in der Wüste wird das nicht reichen, und eine Flusskreuzfahrt können wir auch nicht bieten, aber wir können wunderbare Ruhe garantieren, denn bis hier mal wütendes Volk seine Despoten verjagt, sind die Pyramiden in der Wüste eh schon vom Wind und der Geschichte abgetragen.





Samstag 29.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 3 mm - Luftfeuchte 74 % - Luftdruck 1010 hPa

Laber, laber …
… Politik

Zapi-bashing ist inzwischen in ganz Spanien ein interessanter Zeitvertreib geworden, und die paar letzten aufrechten Sozialisten, zumindest die, die es zugeben, die müssen schon wahre Kunststückchen vollbringen, um nicht zum Gespött ihres Umfeldes zu werden. - Ich habe mir da längst den finalen Satz angewöhnt: "Leider wissen wir ja nicht, ob es der Andere besser gemacht hätte" und das hilft meistens, denn auch wenn man Zapatero inzwischen für jegliches Ungemach im Land der Iberer verantwortlich macht, den "Anderen", also Mariano Rajoy, den kann auch keiner leiden, und dem trauen selbst die eigenen Parteianhänger nichts zu. - Fruchtbar ist das nicht wirklich, aber es hilft, den Abend halbwegs aufrecht zu überstehen. - Natürlich umgibt man sich gerne mit den eigenen (Leidens)genossen, da kann man dann wieder keck parlieren, so wie das Salonsozialisten immer am liebsten haben. - Aber es gilt ja auch die anstehenden Kommunalwahlen vorzubereiten, und da rechnet man sich eigentlich sehr gute Chancen aus, hat doch der Lobbyistenverband, der unter der Fahne der Coalición Canaria antritt, hier an die 20 Jahre in Alleinherrschaft mehr als nur ein Loch aufgeworfen und mehr als eine Frage hinterlassen. - Aber man weiß natürlich nicht, in wie weit die nationale Politik die Stimmung in den autonomen Regionen beeinflusst, und fürchtet hier natürlich in den negativen Umfragesog mit hineingezogen zu werden. - Auch wenn nun die kräftig aufgelegten Sparprogramme anfangen zu greifen, und das Staatsdefizit irgendwie wieder in Regionen gerutscht ist, dass man dieses überhaupt begreifen kann, bis zu den Kommunalwahlen ist nicht zu erwarten, dass es einen landesweiten Aufschwung gibt. - Dagegen spricht auch vor allem die enorm hohe Zahl an Arbeitslosen, einem selbst geschaffenen spanischen Problem, welches man nicht alleine als Folge der Weltfinanzkrise beklagen kann, sondern nur mit einem langfristigen Strukturwandel im Land des ehemalig schnellen Geldes begegnen kann. - Aber aus solchen Überlegungen wird noch keine lokale oder regionale Wahlkampfstrategie, man wird sich wohl ausschließlich auf nahe Themen beschränken müssen und sich nicht auf thematische Hilfe von höherer Ebene verlassen dürfen. - Ganz lokal, also in den Gemeinden und Städten, da wird die nationale Politik keinen wirklichen Einfluss auf den Wahlausgang haben, das bleibt weiterhin eine Personenwahl, zumindest was eben die potentiellen Wechselwähler angeht.

Hier allerdings muss man inzwischen nicht nur eine Politikverdrossenheit der Bevölkerung beklagen, was uns eine sehr schlechte Wahlbeteiligung bescheren kann, auch die Menschen sind müde geworden, welche bislang ihren Kopf für die lokale Politik hingehalten haben. - Die fetten Jahre sind nämlich dort auch vorbei, und der Ton, mit welchem heute lokale Räte oder Bürgermeister in der Presse oder in der Öffentlichkeit angegangen werden, bieten auch keinen schmollfreien Rückzugsraum mehr für taten- und talentlose Verlegenheitspolitiker. - Dann kommt ebenso noch hinzu, dass die Vergütungen, welche diese lokalen Volksvertreter erhalten, nicht mehr so hoch anzusiedeln sein werden, wie das in der Vergangenheit oftmals der Fall war. - Heute schon überlegt sich man sich als halbwegs gut bezahlter Beschäftigter, ob er seinen jetzigen Posten aufgibt, für einen unsichere politische Karriere, und dabei auch noch einen Einkommensrückgang hinnehmen will. - Gut, manche machen das anderes, die behalten ihren Job einfach nebenbei, und lassen so genanntes "personal de confianza" für sich das Tagesgeschäft erledigen, allerdings kosten die natürlich auch Geld, und das wird die kommenden Jahre in den Gemeinden äußerst knapp sein. - Darüber hinaus musste man auch feststellen, dass die Beschäftigung von solchen Vertrauensleuten auf die Dauer von der Bevölkerung nicht akzeptiert wird, die sagen klipp und klar, wir haben da eine Nase gewählt, und die wollen wir sehen, nicht ein anderes Gesicht. - So besteht durchaus auch die Gefahr, dass zukünftig der Beruf, der wollen wir besser sagen die Berufung zum Lokalpolitiker nicht mehr von irgendwelchen Eliten ausgeübt wird, sondern von Menschen, die im Alltag bislang nicht sonderlich aktiv oder erfolgreich aufgefallen sind, und nun, sogar aus Verlegenheit, öffentlichen Ämter anstreben. - Dagegen hilft natürlich nur besondere Aufmerksamkeit der Wähler, die solche Versuche abstrafen müssen, aber die Bevölkerung muss auch sonst aktiver an öffentlichen Überlegungen und Entscheidungen teilhaben, denn es ist nicht alleine die Schuld korrupter oder dilettantischer Politiker, dass die im Amt sind, und auch dort bleiben. - Dabei müssen wir ja nicht gleich Zustände wie in Tunesien oder Ägypten an irgendwelche Wände malen, so weit ist es bei uns sicher nicht, aber Wahrung der Demokratie ist letztendlich eine Aufgabe für alle Menschen, und dazu gehört auch die Einmischung und das Mitmachen bei jedweder politischen Entscheidung von Anfang an. - Politik muss wieder anspruchsvoller werden, wir müssen mehr fordern von unseren Vertretern, damit sichergestellt werden kann, dass nur taugliche und fähige Menschen für uns die Entscheidungen treffen. - In El Paso arbeiten wir gerade daran, mehr allerdings kann (darf) ich jetzt darüber noch nicht sagen…



Freitag 28.01.2011 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1009 hPa
Höchsttemperatur heute 19,1 Grad - niedrigste Temperatur 9,4 Grad

Lebensfeindliche Zustände auf La Palma
Temperatur sinkt nachts unter 10 Grad

Der Sprinterbauknecht hat nicht nur positive Seiten, so wie das wohl immer im Leben ist, die Rose hat Dornen, Deutschland die FDP, und hier wird es lausig kalt, wenn die Nächte klar sind. - Ganz selten mal passiert das auf unserer Höhe, dass wir unter die 10 Grad Marke sinken, das kommt meist nur ein, oder zweimal im Jahr vor, und diese Nacht war es so weit. - Oben in El Paso, und in ganz bestimmten Lagen, da gibt es dann sogar Nachtfrost und Raureif legt sich dann, für mich gespenstisch, auf die Wiesen und Büsche. - Gut, ich weiß, anderswo sind so etwas frühlingshafte Temperaturen, aber einmal darf ich anmerken, dass wir eben mit unserer hohen Luftfeuchtigkeit die Kälte penetranter erleben als bei knochentrockener Luft, und dann kommt noch der subjektive Faktor hinzu, dass wir solche Gradzahlen einfach nicht gewohnt sind und auch die Häuser und die Kleidung nicht darauf hin ausgerichtet haben. - Dick vermummte Gestalten konnte man so heute früh in El Paso antreffen, viele leise vor sich hinfluchend, denn wir sind ja sonst vom Wetter und dem Klima derart verwöhnt, dass sich unser Leben eigentlich in dem durchaus wonnigen Bereich von 20 - 30 Grad Celsius abspielt. - Heute Morgen, als ich die Kinder in die Schule gefahren habe, da habe ich die Heizung in meinem Auto angemacht, was übrigens extrem selten vorkommt, und zunächst kam auch keine Wärme aus dem Luftschlitz, sondern nur alte Blätter, Staub und ein undefinierbarer Geruch, der gerade als wir an der Schule ankamen doch wieder nachließ und man den ersten warmen Lufthauch erahnen konnte. - Die Kinder waren natürlich sauer, denn diese Wärme, die nahm ich dann auf dem Rückweg mit nach Hause, um dann dort im Büro weiter zu frieren. - Ich werde das nicht mehr machen, die Heizung im Auto benutzen, danach findet man sich hier gar nicht mehr zurück, oder man fährt einfach die ganze Zeit weiter im Auto, was dann wohl für Taxifahrer eine Alternative darstellen mag, nicht aber für den Normalbürger. - Aber wenn die Sonne dann erste Mal den Grat der Cumbre Vieja genommen hat, dann gibt es auch wieder lebensbejahende Stellen auf der Insel, da wo die Sonne hin scheint, da wird es dann gleich wunderbar warm. - Da muss man jetzt aber höllisch aufpassen, in der Sonne möchte man sich die schützenden Kleider gleich wieder vom Leib reißen, und biegt man dann um die Hausecke in den Schattenbereich, da umweht einen gleich wieder arktisch anmutende Kälte.

Die Aussichten für die kommenden Tage präsentieren sich nun so. - Morgen, und am Sonntag erwischt uns noch mal ein Tief, welches sich aber nicht mehr in seiner ganzen Wässrigkeit über uns ergießen wird, der Hauptteil schlupft südlich an uns vorbei. - Dennoch wird es regnen, nicht viel, aber es bleibt auch unangenehm kalt, denn das Hochdruckgebiet, welches nun dieses Tief mächtig in den Süden hinabdrückt, macht bereits seinen Einfluss geltend. - Ab Montag dann kehren wir eigentlich zu unserem normalen Wetter zurück, Hochdruck und Passat aus Nordost, allerdings haben wir noch eine ganze Weile mit den aufgewirbelten Resten des Tiefdruckgebietes zu tun, welches einfach nicht nach Norden oder Osten ausweichen kann. - Meist wird es trocken sein, auch sonnig, es kann aber auch am Montag noch weiter zu Niederschlägen kommen, die aber dann sehr spärlich ausfallen werden. - Von einem weiteren Tief sind wir dann allerdings gut geschützt, durch das Hochdruckgebiet, welches sich wunderbar wieder auf seinem angestammten Platz auf dem Nordatlantik einfindet, und somit alles an weiterer Wasserfracht weit nördlich von uns auf den europäischen Kontinent schickt. - Wir haben auch genug Wasser jetzt wieder gehabt, und nachts kalt, und tagsüber Sonne, das machen wir ja noch mit, aber nachts kalt und tagsüber Regen, da kann man doch gleich auch anderswo hin…



Freitag 28.01.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 10 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1012 hPa

Paulino Potemkin
Der sieht die Stadt vor lauter Häusern nicht

Der "Aufschwung" ist vorerst mal auf das Jahr 2014 verschoben worden, allerdings geht es in diesem Jahr bereits los, dass sich die Bauwirtschaft und der Tourismus auf den Kanaren als wirtschaftliches Zugpferd wieder konsolidieren. - Warum dann der "Aufschwung" erst im Jahr 2014 kommt, das erschließt sich mir nicht so ganz, aber ich bin bei dem Unverständnis nicht ganz alleine. - Paulino Rivero, unser Oberkanare, dem sind aber solche kleinen Zeitdifferenzen völlig egal, es geht ja für ihn bereits in diesem Jahr um das politische Überleben, denn sollte die Coalición Canaria nach den Kommunalwahlen im Mai nicht mehr in der Regierung sein, dann muss man damit rechnen, dass die komplette alte Garde der Partei abdanken muss, um einer schon nicht mehr geglaubten Erneuerung von innen Platz zu schaffen. - Es geht also für die Amigo-Fraktion im Mai um alles, und da redet man sich schon mal um Kopf, Kragen, Aufschwung und lustigen Geschichten, wie dem Wiederaufstieg des Bausektors noch in diesem Jahr. - Dabei vergisst er, dass es auf den Kanaren inzwischen an die 100.000 unverkäufliche Wohnungen gibt, die Nachfrage nach touristischen Neubauten überhaupt nicht existiert, und öffentliche Großaufträge aufgrund der finanziellen Situation der Korporationen auch nicht zu erwarten sind. - Auf einem Arbeitsfrühstück mit der Handelskammer Tenerife sonderte nun Paulino Rivero diese sonderbaren Ansichten ab und kommt einfach nicht davon los, dass der Bausektor in ganz Spanien, nicht nur hier auf den Kanaren einer breiten und gewaltigen Zäsur unterliegt, welche ein Erreichen des Vor-Krisen-Status nicht mehr zulassen wird. - Die spanische Krankheit, also alles auf schnelle Investitionen setzen, egal woher das Geld kommt und wie heiß es ist, die kann man halt einfach nicht wegreden, weil längst eine komplette Übersättigung auf dem Immobilienmarkt eingetreten ist, und es wird viele Jahr dauern, bis ein einigermaßen natürliches Wachstum diese Branche wieder in normale Bahnen führen kann.

Das Problem allerdings an diesem zwangsweise eingetretenen Prozess der Regulierung einer bis zum Burn-over angeheizten Branche, sind die vielen Arbeitslosen, welche nun einfach nicht mehr benötigt werden. - Noch dazu handelt es sich dabei meist um gute Fachleute auf dem Bau, aber ohne weitere Fachbildung, um in anderen Branchen Unterschlupf zu finden. - Noch dazu verschwanden ja die Abermilliarden der Boomzeit in lustig bis makaberen Kanälen Der Staat, also die Gemeinschaft, hat in den Jahren leider keinen Wohlstandsspeck angespart, um diese bedrohliche Zahl an nicht mehr werktätigen Menschen nun über die Zäsur zu helfen. - Man könnte nun theoretisch die Lehren aus diesem weiteren Paradebeispiel des schrankenlosen Kapitalismus ziehen, und vor zügellosem Wachstum generell wie auch punktuell warnen und dagegen Maßnahmen einleiten, aber damit stellt man sich automatisch dem Verdacht nah, dem Goldenen Kalb des Wachstums nicht mehr täglich zu huldigen. - Vielleicht gehört so viel Weitsicht auch eher auf Elfenbeintürme als in die Politik, aber es ist auch immer wieder interessant, für wie dumm man das Wahlvolk eines Landes halten kann, und noch interessanter, bis erschreckend ist, wie erfolgreich man dabei sogar sein kann. - Fröhlich dabei macht mich allerdings immer wieder, dass wir nicht alleine sind in unserer grenzenlosen Einfalt, sondern Ignoranz und Dummheit mit zu den größten Erfolgsschlagern der globalisierten Welt gehören. - Es ist also nicht wirklich verwerflich, wenn unser Präsident der autonomen Region Kanarische Inseln behauptet, die beiden Branchen, welche uns durch ihren Wildwuchs in den jetzigen Ruin getragen haben, Bausektor und Tourismus, seien die Zukunft der kanarischen Wirtschaft. - Im Westen nichts Neues, wie denn auch. - Und Sie haben Recht, bevor ich immer über die FDP schimpfe, sollte ich lieber vor unserer eigenen Haustür granteln. - Global denken, lokal kritisieren, aber Sie müssen ja auch zugeben, diese lustige Clownstruppe um die Vizekanzlerin, die gibt doch nun wirklich jede Menge Stoff für einen netten Abend unter Freunden her.



Donnerstag 27.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1009 hPa
Höchsttemperatur heute 19,6 Grad - niedrigste Temperatur 12,0 Grad

Handelskammer schließt Außenstelle in El Paso
Die "Krise" hat viele Gesichter

Uns ist das allen gar nicht aufgefallen, dass die Außenstelle der Handelskammer in El Paso bereits zum 31. Dezember die Türen für immer geschlossen hat. - Für immer? - Den Gewerbetreibenden gefällt das nämlich gar nicht, und wenden sich nun mit einem öffentlichen Aufruf über die Presse an die Gemeinde, dass man doch die Wiedereröffnung dieses kleinen aber äußerst aktiven Büros wieder verhandelt. - Da geht es dann gleich wieder ums Geld, denn die Handelskammer hat Zuschüsse aus Europa und der Gemeinde El Paso erhalten, damit man sich die Zweigstelle leisten konnte. - Im Jahr 2004 hat man das eingerichtet, und feierte das seinerzeit als prächtige Innovation, und lang ersehntes Zugeständnis an die Westseite, denn bislang mussten alle, die was von der Handelskammer wollten, immer auf die Ostseite nach Santa Cruz fahren und dort ihre Anliegen vorbringen. - Aber 2004 wehte in El Paso auch noch ein anderer Wind, und jetzt hat man kein Geld mehr, um sich diesen Luxus eines eigenen Büros der Handelskammer zu leisten. - Allerdings ist es sehr fraglich, ob man da nicht genau am falschen Ende gespart hat, denn auf wenn das nur eine Außenstelle war, die waren mächtig rührig und haben einiges mit den Gewerbetreibenden auf die Beine gestellt. - Ich darf einfach auch auf die "Ruta del Gallo" verweisen, ausgedacht und durchgeführt von der Außenstelle in El Paso, eine gastronomische Werbetour durch die Kneipen im Aridanetal, inzwischen auch in anderen Regionen der Insel kopiert. - Und das ist bei weitem nicht alles, in El Paso hat man sich dort im Büro auch darauf spezialisiert, Jungunternehmern oder solche die es werden wollen mit Tipps und echter Hilfe den Einstieg in die Selbstständigkeit zu vereinfachen. - Solch eine Organisation kann eben schon hilfreich sein, und dabei spielt die Nähe durchaus eine Rolle, manche Dinge besprechen sich nicht so einfach und konstruktiv am Telefon, und jetzt für jede neue Frage gleich nach Santa Cruz fahren und die ganze Geschichte immer wieder von vorne erzählen, weil der dortigen Mitarbeiter dann den Fall nicht kennt? - Krise hin oder her, klar, das Geld ist knapp, und immerhin musste man ja viele Fiestas finanzieren, um dem Wahlvolk zu gefallen, und jetzt ist Schmalhans der Küchenmeister, aber man darf gerade in Krisen solche Organisationen, die sich eben um die Weiterentwicklung des Gewerbes bemühen, nicht einfach den Boden entziehen. - Vielleicht hat man ja Glück, und eine andere, patentere Partei schreibt sich die weitere Unterstützung der Außenstelle des Handelskammer auf ihre Wahlfahnen, und man kann bald auch wieder hier auf der Westseite sich in geschäftlichen Frage beraten lassen.

Allerdings muss man natürlich auch die Handelskammer selber fragen, ob man sich denn nicht ein bisschen mehr finanziell aus dem Haus lehnen kann, um diese Außenstelle weiterhin zu betreiben. - Denn immerhin hat die "Cámara de Comercio de Santa Cruz de Tenerife" noch genügend Geld, um in den Zeitungen und Online-Magazinen Werbung für sich zu machen. - Hier ganz witzig zu sehen, wirbt man noch in DER online-Zeitung für La Palma, elapuron.com für die Außenstelle in La Palma, und genau darunter steht der Artikel, dass diese Zweigstelle bereits seit dem 31.12. 2010 geschlossen hat. - Werbung happens.





Donnerstag 27.01.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 78 % - Luftdruck 1008 hPa

Same psydia as every jear
Coalición Canaria benennt Kandidaten für Kommunalwahlen

Eines kann man der Coalición Canaria sicher nicht vorwerfen, dass man in der Gruppierung sprunghaft sei und keine Kontinuität kenne. - Eine feste Burg des konservativen Gedankengutes, was gestern schon nichts taugte, das kann doch heute nur besser sein. - Die Opposition frohlockt, denn mit diesem Gastgeschenk hatte man nicht gerechnet, dass ausgerechnet, mit kleinen Einschränkungen, die Kandidaten ins Rennen gehen, welche bereits jetzt ihren Dienst den Bürgern anbieten. - Interessant dabei ist, dass man voll und ganz, nicht nur auf bewährte, sondern auch auf unbewährte Kandidaten setzt, wie zum Beispiel den Bürgermeister von Los Llanos, Juan Ramón Marín, welcher sich nicht besonders geschmeidig in der verwirrenden Welt der Lokalpolitik gezeigt hat. - Da hätte jeder vermutet, dass man eine "weiße Amsel" aus dem Hut zaubert, um auf jeden Fall zu gewährleisten, dass die bevölkerungsreichste Stadt der Insel in absoluter Mehrheit der Coalición Canaria bleibt. - Ebenso blickt man erstaunt nach Los Sauces, dort tritt wieder Nieves Dávila an, obwohl man dieser Frau nach dieser Legislaturperiode eigentlich keine Chance mehr gibt. - Dann auch Tazacorte, die Gemeinde der Skandale und der schlechten Stimmung, dort wiederholt Ángel Pablo Rodríguez, trotz aller Vorwürfe und gerichtlichen Schritte gegen die momentane Rathausbesatzung. - Auch El Paso wird nicht neu befruchtet, Maximo Brito tritt wieder an, der der schon zweimal Bürgermeister war, aber noch nie vom Volk gewählt wurde, sondern immer nur durch konstruierte Misstrauensvoten an die Macht kam, und in dieser Legislaturperiode lediglich ein Jahr brauchte, um die Verschuldung der Gemeinde gleich mal zu verdreifachen. - Auch bleibt Lazaro Brito als Kandidat in Barlovento, der ersten Gemeinde der Insel die praktisch bankrott war, und in Fuencaliente präsentiert sich erneut Gregorio Alonso, der jetzt auch Bürgermeister ist, aber in Minderheit, da er seine Koalitionspartner an die Lokalbewegung "UPF" verloren hat. - Änderungen wird es lediglich in Mazo geben, dort kann Francisco Javier González aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten, und man spricht davon, aber es ist noch nicht sicher, dass die bisherige Nummer zwei, Nieves Barreto sich zur Wahl zur Bürgermeisterin stellen wird. Offen bleibt auch noch die Kandidatur in Puntallana, denn der eigentliche Frontmann und Wunschkandidat, Juan Guerra, ist mit dem "Makel" behaftet, dass er früher in der Partido Popular war, also ein "Wendehals" ist.

Bis zum 13. Februar hat man nun noch Zeit, die beiden letzten Fragezeichen zu glätten, und ich habe keine Sorge, dass das bei der Coalición Canaria nicht gelingen sollte. - Man schwankt bei derart breiter Kontinuität so ein bisschen zwischen Bewunderung und Belustigung. - Die Bewunderung rekrutiert aus der Kadavertreue, welche diese politische Gruppierung selbst offensichtlichen Fehlbesetzungen beweist, und die Belustigung, eben aus dem gleichen Grund, denn kaum jemand hätte geglaubt, dass diese offensichtlich überforderten Figuren wie in Los Sauces, Los Llanos, Tazacorte und El Paso nicht einfach aus politischem Kalkül ersetzt werden. - Ganz vermisst man den nicht nur drohenden, sondern bereits heftig angemahnten Verjüngungskurs bei der Coalición Canaria, denn man weiß sehr wohl, dass da eine neue Generation in der Partei herangewachsen ist, welche längst größeren Einfluss fordert, allerdings von der alten Garde, so wie sich nun wieder beweist, gezielt noch unter Kontrolle gehalten werden. - Vielleicht ist das gut so, denn die kommende Legislaturperiode wird nicht einfach für die lokalen Korporationen, Kredite sind nicht mehr möglich, und mit dem bisschen Geld irgend etwas auf die Beine zu stellen, da sind kleine Wunder gefragt. - So könnte man auch meinen, man schickt nun diese alte Garde ins letzte Gefecht, die sollen nun in den kommenden vier Jahren verheizt werden, und dann rückt man, mit frischen Gesichtern und frischen Ideen, wenn so etwas im Gesinnungswortschatz der Coalición Canaria überhaupt vorhanden sein sollte, wieder an die Front. - Die anderen Parteien kleckern so vor sich hin mit der Bekanntgabe der Wahllisten, und wie sollte es anders sein, die Sozialisten sind mal wieder diejenigen, welche so lange mit sich und den ihren diskutieren, dass in vielen Gemeinden die "B-Frage" noch komplett offen ist. - Das muss man aber auch verstehen, denn außer in Puntagorda und Breña Alta, Gemeinden, die irgendwie genetisch sozialistisch sind, heißt die interne Frage ja bei den Sozialisten, wen schicken wir denn nun für die kommenden Jahre in die bedeutungslose Opposition. - Interessant wird natürlich wieder El Paso, dort hatten die Sozialisten es ja vor vier Jahren geschafft, stärkste Partei zu werden, wurden aber noch anderthalb Jahren durch einen perfiden Putsch wieder zurück in die Opposition geschickt. - Auch die Frontfrau in El Paso, Dolores Padilla, hat sich noch nicht festlegend geäußert, ob sie wieder kandidieren will, und sich die Bürde mit der Würde einer neuen Amtszeit antun will.



Mittwoch 26.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 4 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1005 hPa
Höchsttemperatur heute 15,3 Grad - niedrigste Temperatur 11,6 Grad

Abzocke am Flughafen geht weiter
35 Euro Parkgebühr für ein paar Minuten

Über die schlechte, oder besser katastrophale Beschilderung am Flughafen habe ich mich ja schon ausgelassen, und mich eigentlich dabei nur gewundert, warum diese Zustände bislang kein breiteres Presseecho gefunden haben. - Jetzt endlich hat auch "El Día" darauf reagiert, und vielleicht hilft das ja mal ein bisschen, mit dieser Abzockpraxis am Flughafen aufzuhören. - Dort wurde ja nun vor zwei Wochen das "alte" Parkhaus geschlossen, welches zwar auch noch nicht einmal zwei Jahre alt ist, aber eben keiner braucht, weil am Flughafen niemals über 1.000 Autos herumstehen. - Das hat irgendwie keiner bedacht, wie so einiges bei der Planung unseres neuen Flughafenterminals nicht nur eine, sondern gleich mehrere Nummern zu groß geraten ist. - Nun wird ausschließlich das neue Parkhaus unter dem neuen Terminal benutzt, was näher zum Abfertigungsgebäude liegt, aber eben leider durch wirre Hinweisschildern kaum gefunden wird. - Wer treu dem weißen "P" auf blauem Grund folgt, der landet entweder im Personalparkplatz, das kostet noch nichts, denn da kommt man an der Schranke erst gar nicht weiter, sondern muss dann entweder rückwärts ein paar hundert Meter eine zweispurige Straße zurückfahren, oder er wendet, und fährt dann in falscher Richtung eine Einbahnstraße lang. - Aber wer auf diesen Trick nicht hineinfällt, dem stehen zwei weitere Fallen dienlich bereit. - Wieder folgt man dem netten Hinweis "P", und muss sich dann plötzlich entscheiden, welche der beiden Schranken man denn zur Einfahrt wählen will. - Nimmt man die Falsche, an denen "Rent a Car" steht, dann kostet das 35 Euro, wenn man sein Auto wieder auslösen will, auch wenn man dort nur 5 Minuten steht. - Das ist eine Strafgebühr, weil man sich bei der Einfahrt ins Parkhaus geirrt hat, auch wenn die Mitarbeiter dort im Parkhaus ganz einfach sehen können, wie lange das Fahrzeug dort bereits abgestellt wurde, denn jedes Kennzeichen eines einfahrenden Wagens wird gescannt, und mit der Uhrzeit dokumentiert. - Aber lamentieren hilft nichts, wer wieder raus will, der muss bezahlen, und man kann sich den Unmut vorstellen, wenn man da gerade ein paar Minuten gestanden ist, jemand abgeholt hat, und dafür dann 35 Euro auf den Tisch legen soll. - Man könnte doch die Technik auch so weit nutzen, den falsch geleiteten Fahrzeugen gleich die Einfahrt gar nicht zu ermöglichen. - Allerdings müsste man dazu alle Kennzeichen ins System eingeben, welche die Mietwagenfirmen dort abstellen können, und das ist Arbeit, und die will man sich wohl nicht machen.

Nun kann man ja sagen, daran gewöhnen wir uns, das lernen wir schon, und ich bin mir sicher, dass jeder hier nur einmal diese 35 Euro bezahlen wird. - Allerdings ist die ganze Geschichte noch viel fieser, denn es gibt ja nicht nur die Mietwagenfirmen der internationalen Multis, welche auf unserem Flughafen eben besondere Parkplätze haben, sondern auch noch die vielen lokalen Mietwagenanbieter, die sich dort keine festen Parkplätze leisten können. - Diese Mietwagen, die dürfen nämlich nicht auf die für Mietwagen vorgesehenen Parkplätze fahren, diese Mietwagen müssen in dem öffentlichen Berech abgestellt werden. - Das soll nun der abreisende Gast immer wissen, zunächst den Schilderwald korrekt durchpflügen, und dann, obwohl er einen Mietwagen hat, an den Schranken nach der Einfahrt nicht der Verlockung zu erliegen, seinen Mietwagen auf dem Mietwagenparkplatz abzustellen, sondern den "Parking Público" zu verwenden. - Gut, für die abreisenden Gäste ist das ja eigentlich egal, die versuchen ja später das Auto auch nicht wieder aus dem Parkhaus zu holen. - Die stellen den Wagen einfach ab, und fliegen weg, und dann muss der Mietwagenverleiher, einmal das Auto suchen, und dann eben diese Strafgebühr bezahlen, obwohl er doch das Auto dort gar nicht geparkt hat. - Ich kann verstehen, dass die reservierten Parkplätze nicht von anderen Nutzern belegt werden sollen, aber 35 Euro, das ist eine ausgemachte Frechheit, und darüber hinaus gäbe es ja auch die technische Möglichkeit, das alles zu verhindern. - Und man könnte die Beschilderung vielleicht ein bisschen verständlicher machen, denn wer brav dem "P" folgt, der ist noch lange nicht auf der sicheren Seite, sondern muss noch viele weitere Schlüsselstellen richtig bedienen, um nicht in die 35 Euro-Falle zu tappen. - Ich kann also nur jedem empfehlen, am Flughafen darauf zu achten, den "Parking Público" zu verwenden, und abreisende Gäste sollten sich bei ihrer Autovermietung genau informieren, wo man denn seinen Wagen bei der Abreise korrekt abstellt. - Für Gäste, welche ihren Mietwagen bei der lokalen Firma Rent a Car YANES gebucht haben, für die haben wir HIER Beschreibungen, wie man ohne Probleme und ohne 35 Euro zu bezahlen seinen Mietwagen abholen kann und auch wieder abgeben.



Mittwoch 26.01.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 4 mm - Luftfeuchte 67 % - Luftdruck 1006 hPa

Alle reden vom Wetter…
…wir auch

Die Vorhersagen waren wirklich so präzise wie selten. - Pünktlich gegen 14:00 kam der Wind auf, und machte damit dem Flugverkehr auf unserem Flughafen ein schnelles Ende. - Zwar drehte der Wind immer hin und her, mit klaren Tendenzen bereits nach Nordwest, aber das genügte noch nicht, um den Fallwinden am Flughafen keine Chance mehr zu geben. - 12 interinsulare Flüge mussten so annulliert werden, und zwei Charter aus Deutschland nach Tenerife Süd umgeleitet werden. - Business as usual, so läuft die Kiste bei uns, wenn ein Tief in voller Breite uns besuchen kommt, aber der Spuk ist bereits wieder vorüber, nicht mal schlechtes Wetter beweist nachhaltige Charakterzüge. - Dabei hatte der gestrige Durchzug des Tiefdruckgebietes auf La Palma überhaupt keine Anzeichen irgendeines Unwetters, der Regen war intensiv, aber nicht wirklich bedrohlich, und der Wind, der legte halt für ein paar Stunden den Flughafen lahm, hinterließ aber sonst keine weiteren Schäden. - Anders auf den östlichen Inseln Lanzarote und Fuerteventura, dort regnete es lokal derart heftig, dass es in Arrecife zu Überschwemmungen kam, und der Flughafen von Lanzarote auch stundenweise geschlossen werden musste, wegen der heftigen Niederschläge. - Hier bei uns liegt nun Schnee ab 2.000 Meter Höhe, allerdings liegt das Massiv um den Roque de Los Muchchos komplett in Wolken, so dass wir keinen Blick auf die weiße Pracht genießen können. Ein paar Schneeflecken kann man auch auf der Punta de los Roques ausmachen, aber nicht viel, und die werden dann gleich mit der ersten Sonne auch wieder verschwunden sein. - Der Schnee oben auf den hohen Bergen allerdings, der wird die nächsten Tage auch liegen bleiben, allerdings wird wohl zunächst auch wieder die Straße auf den Roque de Los Muchachos gesperrt sein, bis man dort den Schnee komplett geräumt hat. - Inzwischen weht der Wind meist aus Nord, und auch nicht mehr mit solcher Intensität wie gestern Abend, es sollte also nicht mehr zu Behinderungen am Flughafen kommen, so dass die Gäste, welche eigentlich gestern bereits mit den Chartern ankommen sollten, heute ihren wohlverdienten Urlaub auf La Palma antreten können.

Wie es weiter geht, das ist nun die interessante Frage. - Zunächst Sprinterbauknecht, das will heißen, man sollte schnell sein, wenn man Wäsche auf der Leine hat. Man muss immer wieder mit Niederschlägen rechnen in den drei kommenden Tagen, aber meistens wird es trocken bleiben. - Am Sonntag erwischt uns dann erneut ein Tiefdruckgebiet aus Westen, allerdings nicht von großer Intensität, aber die Niederschlagswahrscheinlichkeit steigt dann eben wieder stark an. - Aber kein Unwetter oder solche Geschichten, das droht da nicht. - Allerdings sind wir dieses nasse Wetter dann immer noch nicht ganz los. - Zwar bildet sich ein mächtiges Hoch auf dem Nordatlantik, welches dann zukünftig anrauschende Tiefs aus dem Westen wieder handbuchgerecht so weit in den Norden schiebt, dass die uns nicht erwischen können, aber damit verhindert diese, eigentlich wunderbare Barriere auch, dass das kleine Tief, über welches ich von Sonntag sprach, nicht in den Norden entkommen kann. - Tiefdruckgebiete auf dem Atlantik ziehen aber niemals nach Westen oder Süden, sondern immer nur nach Norden oder Osten, und da über dem afrikanischen Kontinent das dortige Dauerhoch sich auch gegen das Eindringen dieses Tiefs wehrt, bleibt uns dieses Tief, wenn auch nur als Randerscheinung, noch bis in die ersten Februartage sicherlich erhalten. - Das bedeutet nun aber nicht Dauerregen, sondern eben immer mal wieder die Möglichkeit, dass uns kleinere Niederschlagszellen durchaus mit Wasser von oben beglücken. - Ich habe unten die Karte mit der Druckverteilung über dem Atlantik angehängt, dort kann man recht gut sehen, wie eingeklemmt das kleine Tief auf unserer Breite ist.





Dienstag 25.01.2011 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 16 mm - Luftfeuchte 85 % - Luftdruck 998 hPa
Höchsttemperatur heute 14,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,6 Grad

Paul, der Schlabberphillip
Nie wirklich aus der postnatalen Phase erwacht

Inzwischen ist unser Alpha-Kastrat Paul ja bereits im etwas reiferen Alter. Längst aus der pubertären Phase heraus, so ein Mittdreißiger nach menschlichen Maßstäben gerechnet, und manchmal, wenn ich ihn ärgern will, dann flüstere ich ihm zu: Bald bist du so alt wie ich. - Das ist dann aber schon Krönung der Frechheiten, welche ich meinem Kater entgegenschleudere, denn wir schätzen uns gegenseitig sehr, und wissen nur zu gut, dass wir in diesem Familienverbund zusammenhalten müssen, wenn wir nicht von den Frauen und den spätgefundenen Streunerkatzen untergebuttert werden wollen. - Wobei Paul da oft andere Strategien anwendet als ich, kein Wunder, verfügt der eitle und eierlose Macho doch über ein viel größeres Repertoire an Charakterknospen. - Der kann halt auch mit seinem Äußeren noch Eindruck schinden, mit glänzendem Fell, mit geschmeidigen Bewegungen, alles Kabinettsstückchen, welche mir irgendwie im Laufe der Jahre abhanden gekommen sind, und ich mich einfach nicht mehr erinnern kann, wo ich das alles abgelegt habe. - Und immer nur auf Mitleid machen, das zieht bei meinen Frauen schon lange nicht mehr, die sind vor ein paar Jahren mal eine Woche darauf eingestiegen, und dann war dieser Versuch der plumpen Anbiederung bereits wieder feminin verfrühstückt. - Dennoch, genau in der engen Bindung an "meinen" Kater Paul, da liegt auch für mich immer noch Zugewinnpotential. - Es gibt halt Momente und Dinge, die erlebt und macht er nur mit mir, und das sind die kleinen Resträume an stolzer Individualität, welche mir in diesem Matriarchat noch bleiben. - Nein, kein Mitleid jetzt, das ist absolut nicht angebracht, ich habe mir das selbst so ausgesucht und komme auch immer besser damit zurecht, nur noch repräsentative Aufgaben in diesem Familienverbund übernehmen zu müssen… - Wenn ich mit den Auto nach Hause kommen, dann holt mich der Paul immer ab, und will auch nur auf meiner Schulter ins Haus getragen werden, und was auch immer die Damen anstellen, um auch mal abgeholt zu werden, das läuft alles ins Leere, da kennt der Paul nichts. - Oder nachmittags, wenn Paul von seiner zweiten Tagestour zurück kommt, dann springt er immer zuerst auf meinen Schreibtisch und bleibt dort mindestens eine halbe Stunde bei mir sitzen, ohne dass ihn andere Geschehen oder Familienmitglieder ablenken könnten. - Gut, manchmal geht er mir dabei auf den Senkel, oder besser gesagt auf die Tastatur, und dann heißt es permanent zwischenspeichern, sonst ghet das fruhcabtr drhcuienaedr mit der Otrgorahipe. - Allerdings möchte ich jetzt auch nicht so billig sein, und all meine Schreibfehler dem Paul an den Pelz zu kleben, das macht man auch nicht unter Kumpels.

Allerdings gibt es eben auch Dinge und Begebenheiten, welche der Paul dann wieder ausschließlich mit anderen Familienangehörigen macht. - Da hat jeder seine Rolle, und jeder fügt sich auch, ohne begriffen zu haben, dass die Fäden alleine dieses autokratische Monster zieht. - Meine kleine Tochter, die ist so was wie der Bruder den er nie hatte, mit der spielt er ausgelassen bis kratzig, und die kann Dinge mit ihm anstellen, das würden wir niemals wagen. - Nicht nur, weil uns das manchmal grausam vorkommt, was die alles mit dem macht, er würde es mit uns einfach nicht machen, so ist das nun mal, so hat der Chauvi das bestellt, und so ist das dann auch. - Wenn die große Tochter sich den Kater mal schnappt, um irgendein Kunststück vorzuführen, so nach dem Vorbild der kleinen Schwester, dann muss vor Kratzspuren schon mal die Lieblingsbluse aussortiert werden und das nächste notwendige Einkaufsdate in Santa Cruz ist dann wieder fällig, deswegen ist es mir inzwischen ganz recht, dass sie sich letzterdings eher den Chicos zuwendet, als weiterhin den Katzen. - Dabei ist Paul eigentlich ihre Katze, denn gefunden hat sie dieses kleine, rattenähnliche Geschöpf mit noch geschlossenen Augen, nachdem es aus dem mütterlichen Nest von einer Pergola gefallen war. - Gut, die Damen mussten dann in ihren wohl verdienten Sommerurlaub fliegen, und ich war drei Wochen alleine mit dem Säugling, aber wir haben das ja alle hinbekommen, und manches aus dieser Zeit kommt heute eben immer noch wieder hoch. - Jetzt kommt auch meine Frau ins Spiel, denn auch die hat ihre besondere Rolle im Gesamtkunstspiel Paul, und wie sollte es anders sein, sie ist für den mütterlichen Part vorgesehen. - Ich kann Ihnen nicht erklären, warum der Paul sich das so ausgesucht hat, aber er hat zielsicher und beschämend trefflich die Charakteranalyse von uns Menschgetier zu seinem Besten abgeschlossen. - Der Paul hat immer noch eine Frühschaden, da werden mir jetzt alle ernannten und selbsternannten Felinpsychologen zustimmen, verliert ein Katzensäugling bereits nach zwei oder drei Tagen die Mutter, dann bleibt da ein Schaden zurück. - Das ist bei Menschen ja nicht anders, und Thilos und Guidos Mütter durchwandern sicherlich auch so manche schlaflose Nacht. - Aber wir wollen jetzt nicht billig ablenken, und so schlimm ist es bei Paul nun auch wieder nicht, aber der Kerl braucht heute ab und zu noch einen Schnuller, obwohl er, wie gesagt, eigentlich bereits im besten Kastratenalter ist. - Einen Schnuller gibt es bei uns natürlich nicht, allein schon wegen der möglichen Kieferdeformationen, die so etwas auslösen können, aber wenn Paul mal wieder ganz dringend seine postnatale Phase abarbeiten muss, oder einfach nur eine, bei Männern durchaus gängige Alltagsfrustration bekämpfen will, dann schnappt er sich einen Finger der Hand meiner Frau, und nuckelt daran, geradeso als wäre das ein "Flutschfinger" aus der Eiscremeindustrie. - Die Augen hat er dabei fest geschlossen, und die Ohren stramm nach hinten weggeklappt, für uns Beobachter immer wieder ein Bild zur reinen Belustigung, für Paul eine Momentsdroge, die ihn kurz in eine bessere Welt katapultiert, und für meine Frau heftigen Juckreiz am Finger. - Die Finger anderer Familienangehöriger verschmäht er übrigens, klar, man lutscht nicht am Finger seines Freundes, seines Kumpels, oder dem der großen Schwester, jeder hier hat seine Rolle, und Paul sagt, wo es lang geht.





Dienstag 25.01.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 19 mm - Luftfeuchte 85 % - Luftdruck 998 hPa

Wie bastelt man sich einen Skandal
Weil wir sonst keine Probleme haben

Seit Wochen nun bastelt man in der Hauptstadt an einem kleinen Skandälchen herum, welches bislang einfach nicht zum Skandal werden wollte. - Nun sieht es so aus, als brächten es die Beteiligten doch noch dazu daraus wirklich was zu machen, und zwar in dem der Angeklagte nun den Ankläger vor Gericht zerren will. - Probates Mittel, Angriff ist die beste Verteidigung, und wir kennen das ja, dass Leute vor Gericht ziehen, weil sie sich die Faust schwer verletzt haben, als ihr Gegenüber mit voller Wucht sein Gesicht gegen diese Faust geschleudert hat. - Die Gründe, warum Menschen die Justiz bemühen um irgendwie Recht zu bekommen sind mannigfaltig, oftmals aber so skurril, dass diese Geschichten eigentlich nur nachmittags im Privatfernsehen verhandelt werden sollten, die öffentlich arbeitenden Gerichte haben für so einen Quatsch eigentlich gar keine Zeit. - Die Geschichte nun in Santa Cruz ist nicht ganz neu. - In einem Plenum, nun fast schon ein halbes Jahr her, da beschuldigte der oppositionelle Abgeordnete der Partido Popular, Juan José Cabrera den jetzigen Stadtrat Antonio Acosta, er hätte Bauaufträge an eine Firma vermittelt, für welche dessen Vater, Schwester und Tante arbeiten würden. - Dem ist wohl auch so, diese Firma hat in der Tat Aufträge der Stadt und Gemeinde Santa Cruz erhalten, allerdings nicht, weil nur Antonio Acosta diese Aufträge vergab, sondern sowohl in den Kommissionen wie auch in den Plenen ordentlich darüber abgestimmt wurde. - Das ist zwar immer noch Sache eines Untersuchungsausschusses, aber keiner zweifelt daran, und die auch noch irgendwo vorhandenen Sozialisten in der Gemeinde haben das längst bestätigt und auch gefordert, dass man den ganzen Quatsch doch endlich ruhen lassen sollte, und sich lieber auf die Arbeit konzentrieren. - Aber so einfach ist das nicht, wenn zwei Lokalpolitiker kurz vor den Wahlen das Drüsensekret "Electophin" aus den Ohren quillt, das Skandälchen muss weiter aufgeblasen werden, ein Skandal muss daraus werden, und die Bürger wenden sich erneut mit Grausen ab und niemand mehr muss sich wundern, warum es so etwas wie Politikverdrossenheit gibt.

Schuld sind wir ja selber mit, auch die Presse, und warum schreibe ich immer wieder darüber? Das Prinzip Fremdschämen funktioniert herrlich und so viele Hühner gibt es gar nicht in Tijarafe die man überfahren könnte, als dass man sich solchen grenzdebilen Schwachsinn entgehen lassen könnte. - Antonio Acosta, der übrigens seit dem Vorfall in dem Plenum zu der Sache schweigt, lässt nun durch parteinahe Kreise verlauten, dass er den aufmüpfigen Juan José Cabrera wegen Verleumdung und übler Nachrede vor den Kadi zerren will, denn er hätte Schimpf und Schande über seine Person gebracht und über seine Familie. - Ups, das ist jetzt aber lustig, denn der Vater von Antonio Acosta, der hat längst in einem interessanten Interview in der Zeitung bestätigt, dass er für diese Firma arbeitet, und schon lange auch Aufträge für die Stadt Santa Cruz ausgeführt hat. - Bleiben noch fraglich die familiären Beziehungen der Schwester und der Tante, ob die, auch wie von Juan José Cabrera behauptet, bei der Firma angestellt sind, denn dafür fehlen bislang die Beweise. - Zwar behauptet Juan José Cabrera, er hätte solche Beweise, könne die aber nicht öffentlich machen, da diese Beweise dem Datenschutz unterliegen würden. - Schöne Schwabbelkiste, und da wundert sich noch jemand, dass die Kollegen der PSC/PSOE sich weigern, in dem Untersuchungsausschuss mit zu machen. - Aller unterste Kiste, und so richtig weiß man auch noch gar nicht, ob denn die beleidigte Leberwurst von Baustadtrat wirklich Anklage erheben lässt, denn bislang war alles nur lauwarme Luft. - Dann sagte er, dann sagte ich, aufgeplusterte Hähne mitten in der Politik der Hauptstadt, und wer so etwas wieder wählt, um sich von denen vertreten zu lassen, der macht die ganze Geschichte eigentlich erst zum Skandal.



Montag 24.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1004 hPa
Höchsttemperatur heute 19,6 Grad - niedrigste Temperatur 10,2 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 12,7 - Temp. Min 4,7 - Feuchte 72 - 91 % Niederschlag 2 mm

Das Wetter lässt uns zittern und die Statistik
Viel Regen und wenig Gäste

Fangen wir mit dem Wetter an, das haben wir besser im Griff. - Heute gab es noch mal einen Zwischenbauknecht, mit herrlichem Sonnenschein und der wunderbaren Möglichkeit, Ken letzte Aufgaben zu stellen, welche er auch bravourös meisterte. - Mal so ganz unter uns, meine Frau steht inzwischen bei Waschmaschinen eher auf Kerle, denn Ken knüppelt wirklich Wäsche weg, dass es nur so kracht. - Emma hätte das auch geschafft, man soll nicht Schlechtes über Tote sagen, und ich halte mich da eh am besten raus, Sie wissen schon, Chauvi-Kasse oder Waschmaschinendienst droht bei Besserwissertum zu Haushaltsmaschinen. - Das angekündigte Tief hat nun Position bezogen, und wird heute Nacht sich noch über die Kanaren stülpen, wobei die westlichen Inseln zunächst mit der Niederschlagszeremonie bedacht werden. - Das ist logisch, denn diese Tiefs kommen allesamt aus dem Westen, das ist der natürliche Ablauf auf dem Nordatlantik, und weiter geht es dann zur afrikanischen Küste, um dann nach Nordosten hin auf den europäischen Kontinent zu gelangen. - Das heißt auch, wir haben ein bisschen länger was davon, wobei der kritische Tag wohl nur der morgige Dienstag ist, die Niederschlagszellen dieses Tiefs sind nicht besonders weit gestreut, so dass wir intensive Regenfälle bekommen werden, aber die nicht über Tage hin. Morgen Abend ist dann das dicke Stück durch, aber auch in den kommenden Tagen kann es dann noch zu weiteren Niederschlägen kommen, die aber nur noch sporadisch auftauchen. - Die nationalen Meteorologen melden bis zu 90 Millimeter Niederschlag in 12 Stunden, das ist viel, und kann lokal schon mal zu Problemen führen. - Allerdings wissen wir ja aus Erfahrung, dass es unmöglich ist, für die einzelnen Regionen der Insel die Niederschlagsmengen vorauszusagen, das ist dann schon ein bisschen Lotterie. - Man meidet Barrancos und Bergstraßen, bleibt möglichst zu Hause und hat immer ein paar Kerzen, Batterien und Streichhölzer zur Hand, wegen eventueller Stromausfälle. - Der weitere Faktor welcher uns meteorologisch wehtun kann ist der Wind, und da sehen wir der Geschichte ein wenig gelassener entgegen. - Dennoch reichen ja bereits 20 Knoten Westwind oder Südwest, um Fallwinde am Flughafen zu produzieren, und damit den Flugverkehr zu stören. - Das ist etwa genau die Windgeschwindigkeit, welche für morgen ab Mittag avisiert ist. - Im weiteren Verlauf des Weges des Tiefdruckgebietes wandert dann die Windrichtung weiter auf Nordwest und dann Nord, so dass es wohl wirklich nur morgen zu Beeinträchtigungen am Flughafen kommen kann.

Jetzt noch eine weitere Meldung, in Sachen Tourismus mit Zahlen, die uns gar nicht schmecken. - Die Überschrift geht noch, 2,9% mehr Gäste auf den Kanaren als im Krisenjahr 2009. - Das sind die Zahlen, welche Frontur an die Presse gibt, und die melden das nationale statistische Institut als Quelle, allerdings habe ich bei einer, zugegeben nicht profunden Überprüfung, diese Zahlen noch nicht gefunden. - Aber das kann wohl sein, dass das Statistische Amt, noch bevor die in der öffentlichen Webseite stehen, die frischen Zahlen als Info an die öffentlichen und interessierten Stellen schicken. - Demnach steigt der Tourismus auf den Kanaren im Jahr 2010 um knappe 3% an, sinkt aber, zum Teil drastisch auf La Gomera und La Palma. - Gut, das habe ich das ganze Jahr immer schon geschrieben, musste mich dabei aber an eigenen Zahlen, und diversen anderen Quellen orientieren, um irgendwo ein glaubhaftes Mittel zu erreichen. - So war auch der Dezember des vergangenen Jahres noch schlechter als der im Jahr 2009, unseren Beobachtungen nach, allerdings im unteren einstelligen Bereich. - Aber gerade für den Dezember nun meldet die "Frontur" einen Rückgang des internationalen Tourismus auf La Palma von sagen und erschrecke 22,3% und im Bereich des nationalen Tourismus gar einen Rückgang von 25,6%. - Das ist natürlich heftig, und kontrastiert die blümeligen Meldungen, die wir aus den zarten und unschuldigen Mündern unserer für den Tourismus verantwortlichen Damen der Inselregierung noch von der Tourismusmesse "Fitur" erhalten haben. - Sie können dazu meine Kolumne vom 21.1. zu dem Thema noch mal nachlesen, auch da habe ich bereits Zweifel angemeldet an den Erfolgzahlen, und nun wird es interessant, ich denke aber mal eher still werden, wenn man diese Zahlen nun kommentieren soll. - Aus unserer eigenen Erfahrung können wir solch dramatische Rückgänge im Dezember nicht bestätigen, aber wir haben wohl aus manchen Presseberichten und Gerüchten von großem Murren im Hotelsektor gehört. - Klar ist auf jeden Fall eines, man wird das Tourismusmarketing hier auf La Palma komplett neu überdenken müssen, das Sammelsurium "von allem eine bisschen, viel Grün, viel Natur, aber auch Golfplätze und "all-inklusiv", das ist nun seit Jahren bereits zum Scheitern verurteilt gewesen und sollte den Verantwortlichen nun wirklich auch einen heilsamen Schreck einjagen.




Niederschlagsmengen für morgen Mittag, prognostiziert von der "Agencia Estatal de Meteorología"




Montag 24.01.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 10 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 75 % - Luftdruck 1003 hPa

Gegner der Asphaltwerke im Aridanetal erhalten Unterstützung…
…von einem Asphaltwerk

Immerhin wissen wir jetzt, dass es keine Solidarität zwischen Produzenten von Asphalt hier auf der Insel gibt. - In dem ganzen Rummel über die zwei Asphaltwerke, welche im Industriegebiet von Los Llanos produzieren sollen, das aber nach einfacher Auslegung das Gesetz überhaupt nicht zulässt, kommt immer mal wieder eine Frage auf, wo denn dann der Asphalt produziert werden soll, wenn nicht dort. - Eigentlich müsste man gar nicht auf diese Frage eingehen, denn die Aufgabe der Plataforma, welche den Kampf gegen diese beiden Industrieanlagen in Wohn- und Tourismusgebieten aufgenommen haben, ist es nicht, Alternativen aufzuzeigen, sondern auf die Einhaltung des Gesetzes zu drängen, welches nun einfach mal aussagt, dass im Umkreis von 2.000 Metern zu bewohnten Gebieten solche Anlagen nicht stehen dürfen. - Man muss wirklich keine Alternativen aufzeigen, denn die gibt es längst, in der Gemeinde Fuencaliente arbeitet nämlich ein Asphaltwerk, seit vielen Jahren, und das soll nun sogar noch ausgebaut und renoviert werden. - Der Betreiber dieses Werkes meldet sich nun mit einer Presseerklärung an die Öffentlichkeit, und betont dabei sehr bemerkenswert, dass seine Anlage eben diese vom Gesetz geforderten Auflagen einhält und somit ohne nachbarschaftliche Probleme den gesamten benötigten Asphalt für die Insel produzieren kann. - Na ja, die Papiere dort hat sich noch niemand angesehen, allerdings ist die Bebauung dort in der Ecke wirklich sehr spärlich, nur aber gilt diese Anlage als alt und nicht mehr wirklich zuverlässig, wie man auch an der Havarie feststellen konnte, welche das Asphaltwerk über den Jahreswechsel hin zur Schließung zwang. - Damals dachten viele schon, nun ist es so weit, jetzt steht La Palma ohne Asphalt da und man drängt dann von allen Seiten, doch nun endlich das eine, bereits fertige Werk im Aridanetal zu eröffnen. - Diese Drohung scheint nun vom Tisch, dort in Fuencaliente wird wieder produziert, und wenn man dem Betreiber glauben darf, dann stecken die jetzt auch reichlich Geld in die Modernisierung und Verbesserung der Anlage, denn die Teerküche dort hat schon mehr als 20 Jahre auf dem Buckel.

Dabei entsteht nun eine lustige, bis fast zynisch anmutende, und natürlich völlig stille Übereinkunft zwischen den Gegnern der Asphaltwerke hier im Aridanetal und dem Betreiber der Anlage in Fuencaliente. - Die Plataforma braucht also das Argument nicht mehr zu fürchten, ohne die Asphaltwerke hier im Aridanetal wäre kein "Fortschritt" und kein "Aufschwung" mehr auf der Insel möglich, und der Betreiber der Anlage dort im Süden der Insel der kann auf eine herrliche Monopolstellung hoffen, und damit auf eine wunderbare Auslastung seines Asphaltwerkes. - Damit haben die Mitglieder der Plataforma natürlich überhaupt kein Problem, stellt man sich doch nicht grundsätzlich gegen Asphaltwerke und den Ausbau des Straßennetzes auf der Insel, es geht nur darum, dass man solche Industrien doch bitte dort ansiedeln solle, wo es nach dem Gesetz auch möglich ist. - Was nun natürlich folgen kann, ist dass die Betreiber der Anlagen im Aridanetal wieder gegen das Asphaltwerk im Süden der Insel vorgehen, nach dem Motto, wenn ihr uns in die Suppe spucken wollt, dann wartet mal ab, was wir alles noch für Brocken in Reserve haben. - Denn klar ist es nicht, ob denn die Anlage in Fuencaliente auch mit allen notwendigen Papieren ausgestattet ist, eher ist wohl anzunehmen, dass man auch dort ähnlich nachlässig mit Genehmigungen vorgegangen ist. - Wie aber nun die Reaktionen der beiden Betreiber der noch nicht produzierenden Anlagen hier im Aridanetal auf die freche Presseerklärung des Betreibers des einzigen hier auf der Insel laufenden Asphaltwerks reagieren, das bleibt natürlich vorerst offen, gerne werden sie aber diese Zeilen nicht beim Frühstückskaffee zu sich nehmen.



Sonntag 23.01.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 11 mm - Luftfeuchte 72 % - Luftdruck 1003 hPa
Höchsttemperatur heute 18,0 Grad - niedrigste Temperatur 12,6 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 14,7 - Temp. Min 5,7 - Feuchte 59 - 99 % Niederschlag 51 mm

Aus den Augen aus dem Sinn
Es war einmal ein Quälgeist

Jetzt, wo wir wieder in eine feuchtere Periode eingetreten sind hier auf den Inseln, da kommt mir plötzlich die Frage wieder in den Sinn, was denn eigentlich aus den Myriaden an Tausendfüßern geworden ist, welche vor ein paar Jahren noch die Inseln so abundant überzogen haben. - Diplopoda julidae ommatoiulus moreleti, als solchen haben wir den Fußfetischisten ausgemacht, "Portugiesischer Tausendfüßer auch genannt, "milpie" auf spanisch, "bicho negro" oder wie wir hier sagen, "falangista". - Früher, als alles anders war und nur manches besser, da war der kleine schwarze Tausendfüßer Tagesgespräch wenn es regnete, heute muss man unter Steinen oder an Pfützen nach den possierlichen Tieren suchen, denn was einst eine Plage war, ist nun ein seltenes Treffen geworden. - In den Jahren 2003 bis 2006, das war die Hochzeit der Tausenfüßerplagen hier auf der Insel, und fuhr man zum Beispiel die Straße von El Paso nach San Nicolás und hatte das Fenster offen, dann konnte man das rasende Stakkato der platzenden Leiber unter den Reifen recht gut hören. - In den ländlich feuchten Regionen der Inseln erinnerte das manchmal schon an eine biblische Plage, zumindest für die Zeitgenossen, welchen die Natur nicht wirklich interessiert, oder wer alles eklig findet, was mehr als vier Beine hat. - Denn man muss dem damals noch in unvorstellbaren Mengen über die Insel krabbelnden Tier zugute halten, dass es für den Menschen völlig ungefährlich war und ist, und auch die Schäden in der Landwirtschaft durch den Krabbler sehr gering waren.- Da der Tausendfüßer keine Zähne hat, kann der seine Nahrung nur "zuzln", wie wir Bayern sagen, er ist also darauf angewiesen, dass er extrem weiche Früchte oder sonst was fand, also meist bereits Fallobst aber auch an sich bereits auflösenden Tierkadavern konnte man den geselligen Wanderwurm beobachten. - Wer Erdbeeren im Garten hatte, oder sonst wie weiche Kulturen, der musste schon seinen Teil dann an die Tiere abliefern, und wunderbar bis phantastisch waren die ausgedachten Schutzwälle und Stolperfallen für den ungeliebten Schnurfüßer. - Allerdings griffen viele einfach zur chemischen Keule, gute Zeiten für teure Spritzmittel kamen da auf die Industrie und die Händler zu, allerdings war der Erfolg meist nicht besonders dauerhaft. - Die direkt erwischten Tiere starben zwar sofort, und am und im Erdreich haftete das Gift dann auch noch ein paar Tage, aber es kamen einfach immer wieder neue Scharen an Tausendfüßern an, und bevor man nun die Insel knietief in Pestiziden versenkte, ließ man diese Versuche dann auch irgendwann wieder sein und beschränkte sich auf das Fegen und das interessierte Beobachten solcher Naturschauspiele. - Der Besen wurde wirklich zur elementaren Verteidigungswaffe, dreimal am Tag die der Sonne abgewandten Wände abgekehrt, und dann auch noch die Terrasse, so konnte man die Zahl der Tiere die sich dann ins Haus verirrten schon ganz gut beschränken.

Man muss den Tieren nämlich vorwerfen, kognitiv nicht wirklich helle zu sein. - Das ist lichtscheues Gesindel, die versuchen der Sonne immer aus dem Weg zu gehen, und auf der Flucht vor dem Licht, da verschwanden diese Tiere dann eben auch in die Häuser. - Allerdings war das auch meist das Ende für diese Tiere, keine Feuchtigkeit, keine Nahrung, und so starben dann die Tausendfüßer in großen Mengen in irgendwelchen Ecken der Häuser, unter den Handtüchern im Schrank, oder auch in so mancher Kaffeetasse. - Solch einen Eingriff der Natur in den menschlichen Haushalt, das gefiel nicht allen, und es gab in diesen Jahre sogar Probleme mit angereisten Gästen, welche das mit dem Biosphärenreservat nicht so wirklich ernst genommen haben, und nicht bereit waren, ihren Lebensraum mit anderen Geschöpfen zu teilen. - Gut, das war nicht immer ersprießlich, wenn man dauernd diese toten eingeringelten Diplopoden fand, aber interessant waren auch die Begründungen, mit denen die Gäste im Weltbiosphärenreservat sich gegen die Biosphäre auflehnen wollten, aber gegen solche Plagen ist man halt wirklich absolut machtlos, wenn man eben nicht die gesamte restlichen Fauna mit der chemischen Keule gleich mit vernichten will. - War der Regen weg, dann dauerte es allerdings auch wieder nur ein paar Tage, bis die Tausendfüßer wieder ihren angestammten Lebensraum betreten haben, nämlich die obere Erdschicht. - Die kommen bei Regen auch nur deshalb raus, genau so wie der Regenwurm, um nicht in der Erde zu ertrinken, und einmal aus der Erde, da trifft man dann halt auf den Menschen. - Wann diese Tiere zum ersten Mal auf die Kanaren kamen, das weiß man nicht so genau, auf jeden Fall war das wohl erst vor rund 25 Jahren, und da traten sie zunächst nur im Norden der Insel auf. - Langsam eroberten sie dann aber auch andere Regionen, allerdings eben nie in grob auffälligen Massen, bis dann plötzlich diese Massenbewegungen ab dem Jahr 2003 aus dem Auftreten eines interessanten Tieres eine Plage gemacht hat. - Ein paar Jahre dauerte das nun, dann nahm die Zahl der im Winter erscheinenden Tiere immer weiter ab, und nun muss man die Tiere geradezu schon suchen, um überhaupt noch welche zu entdecken. - Aber die Literatur kennt diese Phänomene bei den Diplopoden schon, immer wieder wird von massenhaftem Auftreten dieser Tiere berichtet, sei es nun Australien, oder die Alpenregion, und warum die dann irgendwann wieder fast völlig verschwinden, das weiß auch keiner wirklich. - Nein, die fehlen mir auch nicht wirklich, es ist nur interessant, wie schnell man die wieder vergisst, wenn sie keine Plage mehr darstellen.




Nur falls Sie vergessen haben, wie das Tier aussieht...




Sonntag 23.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 11 mm - Luftfeuchte 80 % - Luftdruck 1005 hPa

Wir sind geblendet
Schon wieder ein Licht am Ende des Tunnels

Jahrelang im Gegenlicht, das macht irgendwann blind. - Jetzt, ein paar Monate vor den Wahlen, immer dann wenn Politiker rollig werden, dann greifen wir Bürger die besten Kabinettstückchen ab und können uns so richtig im verbalen Schaumbad der Legislative suhlen. - Allerdings muss ich gleich warnen, dieses Schaumbad ist zwar angenehm warm, dient aber nicht der Reinigung, kann im Gegenteil sogar hässliche Flecken auf der Haut und der Gesinnung hinterlassen. - Gestern auf Gran Canaria, da hat die Coalición Canaria auf einer großen Versammlung die Kandidaten der einzelnen Gemeinden auf die Zukunft eingeschworen, oder besser das, was davon noch bleibt, und einfach nur morgen heißt. - Paulino Rivero, der Präsident der autonomen Region Kanarische Inseln war natürlich auch da, und dem fiel nun auch wieder nichts anderes ein, als die Geschichte vom Licht am Ende des Tunnels zu erzählen. - Unter dem Logo, "soy como tú" - ich bin wie du - lobt der Föhnfrisur verwöhnte Paulino die Tätigkeit seiner Partei in den letzten 20 Jahren, und behauptet fest und stark, dass es den Kanarischen Inseln noch schneller gelingen wird aus der Krise zu stapfen, als dem Rest Spaniens. - Eben weil er das Licht am Ende des Tunnels bereits sieht. - Schlecht nur, dass er dabei übersieht, dass genau die Kanaren die größte Arbeitslosenquote aufweisen, die höchste Verschuldung der öffentlichen Korporationen und in der Basisversorgung wie Gesundheit und Bildung sich permanent mit Ceuta und Melilla um die Rote Laterne der Grundversorgung in diesem Land streitet. - Und diese Ressorts sind "Ländersache" hier also in Verantwortung der autonomen Regionen, und werden nicht von Madrid aus gesteuert, dieses Versagen also bleibt ganz allein in der Region stecken, ganz genau so wie die Umweltpolitik und solch Aberwitz wie eine vierte Polizeitruppe, die Unmengen an Finanzmitteln bindet und überhaupt keine Funktion oder Gewalt hat.

Aber Paulino hat auch Argumente, die Kanarischen Inseln bietet das größte Wachstum im touristischen Sektor an, rein an Zahlen der angereisten Gäste, nicht aber im Volumen des damit eingenommenen Geldes. - Man macht halt auf billig, schönt damit die Statistiken, aber die Hoteliers und das angrenzende Gewerbe rund um den Tourismus wechseln nur noch Geld, können aber keine Rücklagen mehr für notwendige Verbesserungen bilden. - Und mit den Zahlen aus 2010 vergleicht er den touristischen Aufschwung auch noch am Jahr 2009, welches das absolute Horrorjahr für den konventionalen Tourismus auf den Kanaren war, da meldeten Fuerteventura und Lanzarote Rückgänge von an die 30%, und jetzt in 2010 hat man davon die Hälfte etwa wieder zurückgewinnen können und meldet diesen, nur noch halbierten Verlust gegenüber 2007 und 2008, nun als Siegesmeldung. - "Soy como tú" steht da aber darüber, und die Kleiderordnung fällt auf, Jeans, den obersten Hemdknopf offen, und auf keinen Fall Krawatte, so will man diesen Slogan verifizieren und hat nur einen Punkt dabei noch übersehen, hemdsärmelig hätte man auftreten müssen, denn langes Hemd mit Jeans, die Manschettenknöpfe fest um die Handgelenke geschlossen, das geht einfach nicht und wirkt wie beleidigende Anbiederung an ein Volk, welches mit einer fast 30-prozentigen Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat und nur noch Hemden hat, die man aufkrempeln muss, weil die Manschetten bereits abgewetzt sind. - Dann ist man auch noch stolz auf das Erreichte in Madrid, mit den zwei lächerlichen Abgeordneten, die nicht mal zu einer Fraktion in der Moncloa reichen, hätte man einmal das System Aznar vor dem Untergang bewahrt, genau so wie jetzt die Regierung Zapatero, weil man sich in der Frage der Mehrwertsteuererhöhung, die übrigens für die Kanaren unrelevant ist, und bei den Abstimmungen über die heftigen Spargesetze der Regierung Zapatero galant der Stimme enthalten habe. - So sieht Politik im Namen der Coalición Canaria aus, frei von jeglicher Gesinnung und Verantwortung, eine wohlfeile Ansammlung an Lobbyisten der kanarischen Gewerbetreibenden, die inzwischen ihren Geschäftsfokus längst nach Marokko, Kuba und auf die Kapverdischen Inseln verlegt haben, hier allenfalls noch die Steuerabrechnungen machen, weil unser kanarisches Steuersystem mit der "RIC" (Reserva para Inversiones en Canarias) und der "ZEC" (Zona Especial de Canarias) wunderbare Möglichkeiten bietet, weniger Steuern zu bezahlen, oder diese in einem Investitionsfonds einzubringen, über den man selbst wieder bestimmen darf. "Soy como tú", und die große Mehrzahl der Menschen hier schämt sich inzwischen für diesen unflätigen Vergleich, denn das blendende Licht am Ende des Tunnels soll uns ja nur den Blick für die Wirklichkeit nehmen. - Eher Götterdämmerung als Licht am Ende des Tunnels wäre angebracht als Metapher für den Überlebenskampf einer lustigen Geldvermehrungstruppe, welche als kapitale Sekte so lange den feinen Unabhängigkeitsnerv dieser Menschen hier mit dummen Slogans und feisten Versprechungen hat berühren können. - Bloß nicht Madrid, bloß nicht in einen Topf mit den anderen geworfen werden, denn das ist uns allen klar, ohne die Sonderbehandlungen, welche die Kanaren seit Jahrzehnten im lockeren spanischen Staatsverbund genießen, wäre diese Fiesta schon längst zu Ende. - Jetzt hat aber Madrid selbst Drüsenfieber, und die Brosamen fallen nicht mehr so reichlich und locker vom Tisch, jetzt müssen wir selber mal ran und das wird weh tun, besonders, wenn einen am Ende des Tunnels immer dieses widerliche Licht die ganze Sicht nimmt.



Samstag 22.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1007 hPa
Höchsttemperatur heute 20,0 Grad - niedrigste Temperatur 12,2 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 14,8 - Temp. Min 5,1 - Feuchte 57 - 99 % Niederschlag 10 mm

Wochenende Hurra!
Dies ist die beste aller Welten

Natürlich hat mein persönlicher Freund François Marie Arouet da komplett Recht, und böse wäre es zu sagen, Gott oder die Aminosäuren hätten es einfach unter diesen dramatischen Umständen einfach gar nicht anders hinbekommen. - Allein bei dem Gedanken neigt man sofort wieder zum Atheismus, denn gäbe es einen Verantwortlichen, na dann gnade ihm Gott… - Wochenende ist deswegen so schön, weil man einfach mal ausschlafen kann, und all das, was man sonst tun muss, einfach tun kann. - Ohne den alltäglichen Zwang, und siehe da, dann läuft das meist noch viel besser von der Hand oder aus dem Kopf, sollte die noch zu erledigende Aufgabe irgendwelcher kognitiven Natur sein. - Vielleicht sollte man diesen Wochenendstil eben auch auf die Betrachtung des Weltbildes anwenden, nicht nur, weil eben alles viel schlimmer hätte kommen können und wir sowieso auf der "guten Seite" der Welt geboren wurden, sondern weil wir das eben alles freiwillig und ohne Druck genau so verrichten können wie in der selbst gesuchten Tretmühle. - Jetzt scheint es kompliziert zu werden, denn wer kann sich schon diese Dreistigkeiten im alltäglichen Leben erlauben, einfach mal für Stunden nicht mehr funktionieren zu wollen. - Käme auch nicht gut, bei Piloten zum Beispiel, oder bei Ärzten, wenn die gerade mal so einen geschundenen Körper vor sich haben und dort die Aggregate wieder ordnen wollen. - Das meine ich auch gar nicht so platt, denn keiner von uns kann sich in die Tonne setzen und nur noch die Sonne betrachten, auch wenn bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr nach meinen Vorgaben diese Aufgabe für mich durchaus tragbar erscheint. - Die Kunst kann ja nur sein, diesem Druck erst gar keine Angriffsflächen zu bieten, irgendeine Stealth-Technologie gegen Stress und gesellschaftlichen Druck müsste man erfinden, und wird dabei schnell erfahren, dass es eben solche Technik nicht gibt. - Wohl aber Techniken, und da sind wir bereits wieder im sündigen Bereich der Zwischenwelten und Empathien, auf denen sich neben den Suchern der besten aller Welten leider auch noch viele Scharlatane als Seelenmasseure anbieten, und man sich auch ganz schnell mal in derartigen Versuchungen verlieren kann. - Dabei ist das eigentlich eine Frage des gesunden Menschenverstandes, wir sind in der Lage alle mögliche Hormone zu produzieren, manchmal auf Knopfdruck, oft leider bei Blasendruck, und wenn es manchmal nicht nur die beste aller Welten ist, sondern auch noch einer der besten Tage der Welt, dann gelingt einem ja sogar manchmal die Kontrolle des aufmüpfigen limbischen Systems, und weiterer Stolpersteine zwischen sich, und dem Voltaireschen Grundgedanken.

Alleine das spätere Aufstehen kann es doch nicht sein, oder die langsame Lektüre der Sonntagszeitung, aber dennoch fühlt man sich doch an solchen Tagen wie ausgewechselt und kann das, wenn man einigermaßen gesellschaftstauglich ist, sogar noch an andere weitergeben. - Manchmal gelingt es einem ja ganz gut, dem alltäglichen Druck etwas Basis zu verleihen, in dem man sich immer wieder vorstellt, ich weiß doch warum ich mich da abrackere, es ist doch für diesen oder jenen Zweck, und selbst wenn es nur für das Cabriolet ist oder für den Urlaub, so ist das doch schon Zeichen einer absolut privilegierten Vorstellung. - Eltern machen es sich da noch leichter, die können das alles sowieso auf die Kinder abschieben, da werden keine Grundsatz oder gar unsinnigen Gretchen- oder Fritzchenfragen gestellt, nur um die Brut geht es, und überladen dabei die eigenen Früchtchen auch noch mit den eigenen unerfüllten Wünschen. - Diesen Knoten löst aber meist die Zeit, meist sogar noch so lebensfreundlich, dass man es mitbekommen kann, bevor einem die Maden dann endgültig die beste aller Welten eindringlich wie nachhaltig vorführen. - Dazwischen dann noch Sinn zu drängen, "etwas" erreichen, "etwas" hinterlassen, da kommt wohl auch der Druck her, und dann müssen wir ja auch gleich wieder zugeben, dass wir uns diesen Druck nicht gänzlich selber machen, wohl aber selbst bestimmen können, ob wir denn unsere Ansprüche an die beste aller Welten auch druckresistent ausgesucht haben. - Da fürchte ich ja unseren generellen kognitiven Schildbürgerstreich, wir wollen immer mehr als wir haben, und sind eigentlich von dem was wir haben schon, bereits völlig erschöpft. - Das bedeutet noch nicht zwingend, ab in die Tonne, ich meine jetzt übrigens nicht die Wertstofftonnen, wobei ja der menschliche Körper eigentlich Sondermüll darstellt, sondern die Tonne meines alten griechischen Freundes, dessen Namen Sie auch genau kennen. - Da gibt es ganz viele Wege dazwischen, allerdings meist an ein klein wenig Verzicht auf gewisse weltliche Dinge geknüpft, die man aber bei einem Spaziergang zwischen Blumenwiesen eh nicht mit sich tragen kann. - Dann wird auch der Rucksack nicht so schwer, den man immer wieder schultern muss, leichtes Gepäck, in Gewicht und Gesinnung, da lässt sich dann schon ganz anders zwischen den Stolperfallen des Alltags umherjonglieren. - Wichtig ist das sowieso alles gar nicht, wirklich wichtig ist doch nur, dass die Blumen blühen und man sich Zeit schaufelt für diesen Spaziergang, und wenn man dann noch das Glück hat, auf diesem Spaziergang in allerbester Gesellschaft zu sein, dann kann der besten aller Welten doch schon gar nichts mehr im Weg stehen. - Vielen Dank, dass Sie mir vier Minuten Ihrer Aufmerksamkeit überlassen haben, ich hoffe, ich habe diese nicht missbraucht.





Samstag 22.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 11 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1008 hPa

Quer durchs Nachrichtenbeet
Was die Presse so hergibt

Bleiben wir zunächst noch beim Wetter. - Die kommenden Tage wird es immer mal wieder ein paar Schauer geben, allerdings von längeren Fenstern mit leckerem Sonnenschein unterbrochen, so dass man noch keinen Wäschealarm ausrufen muss. - Kritisch könnte es am Dienstag werden, da sitzen wir mitten im zweiten Tief in Folge, und wir fürchten damit auch die Wiederkehr stärkeren Windes aus westlichen Richtungen. - Das kann dann erneut zu Problemen am Flughafen kommen, denn wie wir inzwischen wohl alle wissen, kommen Westwinde, am meisten gefürchtet sind die Südwestwinde, als Fallwind dann dort am Flughafen an, und kann wohl dazu führen, dass die Flugzeuge nicht landen können. - Am Mittwoch soll der Wind dann bereits wieder abflauen, um dann am Donnerstag wieder sanft über die Insel zu wehen. - Allerdings ist dann immer noch nicht die Regenwahrscheinlichkeit geringer, bis sich das Tief mit all seinen Ausläufern dann endlich die nordafrikanische Küste hinaufgequält hat, um sich endgültig von uns zu verabschieden, dauert es wohl noch bis nächstes Wochenende.

Blas kann es nicht lassen. - Nach 23 Jahren an der Spitze der Gemeinde Breña Alta stellt sich Blas Bravo nun für den 22. Mai erneut als Spitzenkandidat auf, zum 6. Mal also in seiner Laufbahn als Lokalpolitiker. - Zum ersten Mal gelangte er im Jahr 1988 an diesen Posten, und seit dem regieren die Sozialisten in der Ostgemeinde in absoluter Mehrheit. - Solch lange Regierungszeiten haben durchaus Tradition hier auf der Insel, viele Lokalmonarchen konnten sich nach der Demokratisierung viele Legislaturperioden halten, begleitet doch diese Urväter der palmerischen Lokalpolitik doch immer noch so ein bisschen der Wind der "Transición", also des friedlichen Übergangs aus der Franco-Diktatur in die Demokratie. - Eigentlich besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass Bals Bravo erneut zum Bürgermeister gewählt wird, die Opposition existiert nach 23 Jahren eigentlich nicht mehr wirklich, da man als Oppositioneller in Breña Alta sowieso keine Chance auf einen weiteren politischen Werdegang setzen kann. Und da kommen wir gleich zu dem wunden Punkt solch langer Regierungen, ohne nun genau Breña Alta als Paradebeispiel dafür bereit zu haben, aber Demokratie lebt eigentlich davon, dass auch immer mal wieder Wechsel in der Führungsriege zu finden sind. - Blas Bravo allerdings sitzt fest im Sattel, auch in den eigenen Reihen gibt es kein wirkliches Wechselpotential, und der überwiegende Teil der Bevölkerung scheint auch mit seinem Tun einverstanden zu sein. - Er hatte halt auch einfach die Chance, in diesen vielen Jahren Projekte vom Gedanken zur Entstehung zu begleiten und damit auch möglich zu machen, was in vielen andern Gemeinden, in denen alle 4 Jahre neue Köpfe neues Gut schaffen wollen einfach nicht fertig bringen. - Im palmerischen Wahltoto, 14 aus 14, setze ich in Breña Alta blind auf eine 1, das wird ein klarer Heimsieg für Blas Bravo.

Her mit den kleinen Finninnen. - Repräsentanten des Patronato de Turismo und Vertreter der Hoteliersvereinigung "Ashotel" besuchen in diesen Tagen die "MATKA 2011 NORDIC TRAVEL FAIR" und wollen da mal nachgucken, ob irgendwo ein paar Finnen rumliegen, die so aussehen, als könnten sie ein paar Tage La Palma vertragen. - Einen Stand hat La Palma dort nicht, man geht also als Besucher hin, und möchte Kontakte zu finnischen und anderen nordeuropäischen Reiseveranstaltern herstellen. - Finnland, warum nicht, da hatten wir eine halbe Wintersaison schon mal einen Flieger aus dem Land der längen Dämmerung, aber leider funktionierte das wohl nicht wirklich so befriedigend, so dass man damals diesen Versuch wieder knicken musste. - Aber das heißt ja nicht, dass man so etwas nicht wieder versuchen kann, und wer weiß, besser organisiert und besser beworben, könnte man sich doch auch gut vorstellen hier Finnen als Urlauber zu begrüßen. - Leider haben die halt Probleme mit der Anreise, das müsste dann über eine andere Insel abgewickelt werden, und unsere Erfahrungen gehen dahin, dass gerade Neukunden nicht auf solche Umsteigegeschichten abfahren. - Stammgäste sind eher schon mal bereit, für La Palma auch mal über Madrid und Tenerife zu fliegen, die wissen ja schließlich schon, dass es sich lohnt. - So hört man auch von den Verbindungen über Tenerife Süd nach La Palma nichts Gutes, die Strecken sollen sehr schlecht ausgelastet sein, und gerade für Besucher aus den nordischen Ländern hatte man ja so um diese Verbindung gekämpft. - Gut, von den drei wöchentlich bestehenden Verbindungen sind auch zwei terminlich nicht besonders dazu geeignet Anschlüsse für Charterflüge zu sein.



Welche deutschen Städte damit über Tenerife Süd (TFS) im Winterflugplan für La Palma erreichbar werden, drückt die folgende Tabelle aus:

Diese Anschlussflüge kann man direkt bei Islas Airways auf deren Webseite buchen


vom Flughafen: fliegt die Fluggesellschaft:TFS an / TFS ab am Wochentag:
Berlin
DE
15:15 / 16:30
SO
Düsseldorf
DE
10:00 / 16:30
SO
Frankfurt
DE
10:25 / 16:30
SO
Köln
DE
12:40 / 16:30
SO
München
DE
11:00 / 16:30
SO
Hamburg
DE
12:40 / 16:30
SO
Düsseldorf
TUI
09:30 / 16:30
SO
Frankfurt
TUI
07:20 / 09:30
SO
Hannover
TUI
08:05 / 09:30
SO
Köln
TUI
11:50 / 16:30
SO
Frankfurt
DE
10:55 / 12:00
FR
Hamburg
DE
10:40 / 12:00
FR
Leipzig
DE
09:35 / 12:00
FR


Freitag 21.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1009 hPa
Höchsttemperatur heute 20,3 Grad - niedrigste Temperatur 14,5 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 15,7 - Temp. Min 7,3 - Feuchte 61 - 97 % Niederschlag 10 mm

Ja der wilde, wilde Westen…
…der fängt bei Tazacorte an

So ganz weiß man auch nicht, warum gerade dieser Ort, dieser eigentlich so schön gelegene Ort politisch den schlechtesten Ruf der ganzen Insel austragen muss. - Und das, obwohl es doch eigentlich gar keine Coalición Canaria dort bei den "Bagañetes" gibt. - Allerdings gibt es eben die "Unión Bagañete", und die sind ein lokaler Ableger der Coalición Canaria, das ist im entfernten Sinne so wie die CDU und die CSU. - Aber Tazacorte muss eben immer etwas Besonderes sein, auch wenn die Besonderheiten eben aus Skandalen, Korruption, Vetternwirtschaft und eben auch noch jeder Menge schlechter Laune bestehen. - Das kratzt auch gewaltig am Gesamtruf der Stadt, und die allermeisten Einwohner des Ortes sind deswegen nicht gerade gut auf die politische Führung zu sprechen. - Auch andere Orte haben ihre Skandale und Wirrungen, aber warum in Tazacorte eigentlich fast gar nichts geradeaus geht, das muss man irgendwann noch mal erforschen. - Um vielleicht den Eigenheiten dort noch gerechter zu werden, will sich nun für die kommende Kommunalwahl noch eine neue Bürgerpartei bemühen, die es auch wieder nur in Tazacorte geben wird. - Der junge José Antonio González wird sich dort als Frontmann für das "M.V.T" (Movimiento Vecinal por Tazacorte) bewerben, und der wirklich pfiffige Mann hat sogar gute Chancen zumindest einen oder zwei Ratsposten mit seinen Leuten besetzen zu können. - Die anderen Parteien, und das ist auch schon fast Tradition, die sind in Tazacorte niemals so richtig angenommen worden, nur was ganz lokal ist, scheint denen also angemessen, obwohl diese Lokalklitsche eben auch immer die reine Versuchung der Amigomethoden mit sich bringt. - Die Sozialisten können aber jetzt im Mai hoffen, mal mehr als immer nur den einen Stadtratsposten abzubekommen, denn die rührige Carmen Acosta hat sich in den letzten Jahren der Opposition einen guten Namen und Ruf erwerben können und hat bereits in mehreren Situationen erkennen lassen, dass die das Zeug für mehr hat als nur eine Statistenrolle auf der Nichtregierungsbank. - Ob es denen aber gelingen wird, die feste Bank der "Unión Bagañete", die mal aus einer kommunistischen Bewegung hervorgegangen ist, zu brechen, das werden wir am späten Abend des 22. Mai dieses Jahres wissen. - Um noch so ein bisschen unseren Eindruck des politischen Tagesgeschehens in Tazacorte zu beflügeln, kommt nun die Meldung, dass der 2. Bürgermeister des Ortes wegen Beleidigung nun zu einer Geldstrafe verurteilt wurde und die Gerichtskosten zu tragen hat. - Der hat eine ehemalige Mitarbeiterin des Rathauses in einer Kneipe als Wurm (bicho) und Drogenabhängige betitelt, das aber zunächst bestritten. Allerdings waren so viele Zeugen anwesend, dass das Gericht zu einem anderen Schluss gekommen ist, und den 2. Bürgermeister nun verknackt hat. - Allerdings nur zu 200,- Euro Geldstrafe, das ist also noch ausbaufähig. - Man kann also wirklich nur hoffen, dass in Tazacorte bald mal ein anderer politischer Stil Einzug nehmen wird, Politiker, die Bürger beleidigen, das muss neben den ganzen Skandalen in Tazacorte nicht auch noch sein.



Freitag 21.01.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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5,5 + 10,1 = 31
Die Mathematikreform treibt unseren Tourismus voran

In Madrid läuft gerade die "FITUR", die größte Tourismusmesse Spaniens, und das ist immer ein wunderbarer Anlass für unsere politische Führungsgarde, so ganz tief in die Propagandakiste zu greifen. - Optimismus ist nun angesagt, und in der Tat, es scheint Bewegung zu geben bei den beiden großen Fluggesellschaften welche die Flüge aus Deutschland nach La Palma bedienen. - Unser riesengroßes Problem ist ja, dass es zu wenige Flugverbindungen nach La Palma gibt, und sowohl die Condor wie auch die Air Berlin in den letzten Jahren kontinuierlich Strecken abgebaut haben. - Einmal sicherlich, weil La Palma sowieso kein vorrangiges Ziel ist, und dann natürlich auch, weil man mit dem winterlichen Risiko rechnen muss, dass der Flughafen unserer Insel nicht anzufliegen ist, weil eben gerade Südwestwind Scherwinde über die Piste schickt. - Da hat man im letzten Winter furchtbare Verluste eingefahren, und die überlegen sich halt ganz genau, ob man nun die Frequenzen nach La Palma wieder erhöht. - Jetzt lässt man über eine denkwürdige Presseerklärung verlauten, dass sowohl die Condor, wie auch die Air Berlin eine Erhöhung der Flugverbindungen für das kommende Jahr angekündigt haben, je nach Stelle der Presseerklärung mal im Sommer, und mal im Winter. - Gehen wir mal davon aus, dass der leichte Anstieg der Buchungen in den letzten Wochen den beiden Gesellschaften suggeriert, La Palma ist wieder im Kommen, und man tatsächlich vor hat, wieder einen Flieger mehr zu schicken als in dieser Saison. - Das kommt gut, wie frische Luft bläst das durch die Branche, allerdings sind wir ja längst nicht mehr so naiv, alles gleich zu glauben, was man uns da aus einer Messelaune heraus so alles verspricht. - Da heißt es nämlich in der Presseerklärung, die wohl von den besuchenden Vertretern des Cabildo Insular auf der "FITUR" abgefasst war, dass nun endlich die Werbungsbemühungen Früchte tragen würden. - Allerdings sind die Zahlen der Gäste welche nach La Palma kommen weiterhin sinkend, selbst noch gegenüber dem Katastrophenjahr 2009, als man schon glaubte, ganz unten angekommen zu sein. - Woher also dieser Optimismus stammt, das muss man sich schon fragen, denn nimmt man die Statistik vom Flughafen, dann gelangten im Jahr 2009 103.066 ausländische Gäste bei uns, und im Jahr 2010 nur noch 101.734. - Ich habe diese Statistik nicht gemacht, sondern die sicherlich unabhängige "AENA", und diese Tabellen kann jeder nachschlagen. - Übrigens liegen wir mit diesen Zahlen noch weit unter denen vor noch 10 Jahren, und haben in dieser Zeit das Angebot an Gästebetten deutlich erhöht, das klassische Dilemma mit Angebot und Nachfrage also, mit der klaren Tendenz, das Angebot noch weiter zu erhöhen.

Unsere einzige Antwort darauf hin scheint ja jetzt zu sein, anhand des fragwürdigen "PTE" (Plan Territorial Especial de Ordenación de la Actividad Turística de La Palma) noch mehr Hotels zu bauen, und über eine lustige Gleichung von "kritischer Masse" erzählt man uns damit, dass mehr Gäste kommen, wenn mehr Gästebetten angeboten werden. - Die letzten Jahre haben diesen Unsinn mit der "kritischen Masse" bereits ad absurdum geführt, und im Moment sieht die Situation wohl so aus, dass es an die 15.000 Gästebetten auf der Insel gibt, aber nur 3.000 Fluggastplätze, um zu uns zu kommen. - Eigentlich muss man da gar nicht weiter darüber spekulieren, ob es nun Sinn macht, das Bettenangebot weiter zu erhöhen, das wäre schlichtweg katastrophal. - Macht nichts, Augen zu und durch. - Es ist sicher nicht leicht, in diesem Irrsinn Politik zu betreiben, ohne den verantwortlichen Vorgängern in der Materie diese ganzen Pläne schnurstracks um die wedelnden Ohren zu schlagen. - Zumal man ja in der gleichen Partei steckt und immerhin seit nunmehr fast 2 Jahrzehnten am Gelingen des Tourismus auf dieser Insel arbeitet. - Dennoch sind Pressemeldungen, wie die heute in mehreren Blättern über den erfolgreichen Besuch auf der FITUR" abgedruckte ein grausames Beispiel für Ferne, welche unsere Verantwortlichen für diese Materie besitzen. - (….) "este dio cuenta de los resultados obtenidos durante la actual campaña, en los que la línea aérea alemana ha registrado un incremento del 5,5% de turistas individuales y un 10,1% más de reservas, lo que en el cómputo total supone un incremento del 31% de viajeros en la actual temporada con destino La Palma." (….) Kurz auf Deutsch heißt das: Die Air Berlin hat in der laufenden Kampagne einen Anstieg von 5,5% bei den Individualtouristen festgestellt, und 10,1% mehr Buchungen, was zusammen einen Anstieg von 31% an Reisenden in der laufenden Kampagne bedeutet. - Mal ganz abgesehen davon, dass die 5,5% Individualreisenden bereits in den 10,1% mehr Buchungen bereits enthalten sind, muss doch wohl noch eine weitere, viel umfassendere Mathematikreform herangezogen werden, um solchen Mist irgendwie erklären zu können. - Das stammt auch nicht aus der Feder unserer geliebten Journaille, denn den gleich lautenden Text kann man in mehreren Zeitungen nachlesen, allerdings hätten die Redakteure der Zeitungen auch mal den Rechenschieber in die Hand nehmen können, ob denn die Aufgabe 5,5 + 10,1 = 31 irgendwie nachzuvollziehen ist.



Donnerstag 20.01.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 11,4 Grad

Dreimal Hotelnachrichten
Zu groß, zu klein, und schon wieder verkauft

Vom großen Hotel im Süden der Insel hört man nicht immer viel. - Man möchte ja nicht gleich sagen, dass die pressescheu sind, aber wenn man was vom dortigen Hotel hört, dann sind das meist Gerüchte, oder wie jetzt, eine Presseerklärung der Gewerkschaft UGT-La Palma, die sich über die wenigen dort noch verbliebenen Arbeitsplätze mokiert. - Man hat das ja schon auch von Gästen oder anderen Besuchern gehört, dass die Auslastung des Hotels erschreckend schlecht sein muss. - Die Gewerkschaft bestätigt nun, dass in der jetzigen Hauptsaison höchstens 300 Gäste im Hotel wohnen, und natürlich dementsprechend die Zahl der Angestellten von ehemals 270 auf nunmehr 150 gesunken ist. - Die offizielle Bettenzahl des großen Hotels im Süden wird mit 1.250 Betten angegeben, wobei andere Quellen auch davon sprechen, dass das Hotel sogar über 2.000 Betten habe. - Die Gewerkschaft fürchtet nun noch mehr Entlassungen, wenn die Auslastung weiterhin so schlecht sei und fragt provokativ die Inselregierung, wie man denn angesichts dieser Tatsachen von einem wirtschaftlichen Motor durch den Tourismus sprechen kann. - Ich stelle dabei immer wieder eine andere Frage, wie im Ernst kann man behaupten, man bräuchte noch mehr Hotels auf dieser Insel, wenn wir die paar Häuser hier nicht annähernd voll bekommen und es auch keine wirkliche Aussicht dafür gibt, dass diese Insel La Palma mal zukünftig für den konservativen Hoteltourismus tauglich sein könnte. - Und es liegt sicher nicht an der Qualität des Hotels dort im Süden, man kann geschmacklich geteilter Meinung sein, und ob die Architektur hier auf die Insel passt, aber das Hotel an sich und seine angebotenen Leistungen sind durchaus positiv zu betiteln. - Wir sind nun einfach mal keine Insel, die in Konkurrenz zu Tenerife oder sonst welchen Destinationen treten kann, wo es nur um Sonne, Strand und alles bitte billig und all-inklusive geht.

Aus Garafía hört man eine weitere Hotelgeschichte. - Da geht es allerdings nur um 80 Betten, die ein ländliches Hotel dort erhalten soll. - Hört sich nicht schlecht an, 80 Betten, das klingt irgendwie noch handelbar und so gar nicht bedrohlich für die wunderschöne und ländliche Umgebung Garafias. - Allerdings warnen uns nun die Aufrechten der Umweltschutzgruppe "La Centinela-Ecologistas en Acción La Palma", dass es sich bei diesem Hotelprojekt auch um ein beliebtes Urbanisationsspiel handeln kann, wobei man den Bau eines Hotels lediglich vorspielt, in Wirklichkeit aber Bungalows bauen will, welche dann über den Immobilienmarkt angeboten werden. - Der Trick dabei ist, dass man dort nur eine Genehmigung für ein touristisches Projekt erhält, gedeckt durch den touristischen Sondernutzungsplan "PTE", eine Genehmigung, dort Wohnhäuser zu erstellen, die gibt es nicht. - Es wäre nicht das erste Mal, dass auf diese Art und Weise eine Flächenklassifizierung umgangen wird, in dem man zwar ein Hotel plant, dieses aber dann wegen wirtschaftlicher Erfolglosigkeit als Einzelimmobilien auf den freien Markt bringt. - Das Projekt sieht nämlich nicht einen Hotelbau vor, sondern 25 Einzelbauten in diversen Größen, mit eigenen Pools und Gärten. - Das kann man schon auch als Hotel betreiben, und kann für den Gast auch interessant sein, eben seine eigenen vier Wände zu bewohnen, allerdings bietet sich natürlich bei der Planung gleich dieses Misstrauen an, dass dort wohl gemauschelt werden soll. - Die "Centinela-Ecologistas en Acción La Palma" ist aber vorsichtig genug, diesen Umstand nicht als Tatsache zu behaupten, sondern fordert in ihrer Presserklärung lediglich das Cabildo Insular auf, dieses Projekt genau zu studieren und zu prüfen. - Es gibt ja noch einen zweiten solchen Fall, aber in Puntallana. Dort allerdings geht es gleich um 480 Betten und einer Investitionssumme von an die 100 Millionen Euro. - Das ist ein Hotelprojekt am ehemals wilden Strand von Martín Luis, und auch dort hat man laut Projekt vor, für alle Gäste Einzelbungalows in verschiedenen Größen zu bauen. - Kann alles ganz in Ordnung sein, kann aber auch sein, dass die Nachtigall trapst. - Wer das noch mal nachlesen will, der kann unter dem 03.10.2010 in unserem Nachrichtenarchiv nachsehen.

Die dritte Hotelgeschichte versteht man nun gleich gar nicht. - Vor nicht mal zwei Jahren veräußerte die Touristikgruppe H10 das Hotel Taburiente und die Anlage Costa Salinas in Los Cancajos an die Finanzjongleure von "Nueva Rumasa". Bei dem Namen klingelt es bei vielen Spanienkennern gleich, ist doch der Unternehmer José María Ruiz Mateos hier mit seiner alten Firma "Rumasa" heftig baden gegangen. - Allerdings nicht, weil ihm das wirtschaftliche Geschick fehlte, sondern Staatsanwälte und Richter sein Imperium dicht machten, da wurde wohl zu viel gezumwinkelt und gemaschmeyert. - Dennoch schaffte er es erneut, eine weitere Firma aufzubauen, die nun "Nueva Rumasa" heißt, wie phantasievoll. - Deren Hotelsparte "Hotasa" kaufte nun die beiden Hotels vor nicht mal zwei Jahren, und alle fragten sich, ob das denn ein Verkauf wegen schlechter Umsätze war, und was das denn nun bedeuten sollte, dass sich plötzlich die "Nueva Rumasa" hier auf La Palma breit macht. - Nun dürfen wir eine Meldung lesen, nachdem die Gruppe H10 beide Hotels wieder von der "Hostasa" zurückgekauft hat und wieder alles so ist wie vorher. - Kaufpreise werden nicht genannt, weder von vor zwei Jahren noch jetzt, und der gutgläubige Normalbürger versteht vor lauter Staunen über solche Geschäfte die Welt nicht mehr.



Donnerstag 20.01.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1012 hPa

Demütige Raucher
Neues Anti-Tabak-Gesetz wird ohne großes Murren akzeptiert

Es wird eng für uns Raucher, es bleibt nur noch die Straße und der heimische Grund, um sich der sicher nicht beispielhaften Sucht des Quarzens hinzugeben. - Dabei fragt man sich schon, warum eigentlich diese neuerliche Verschärfung, denn bereits vorher gab es die klare Trennung zwischen Rauchern und Nichtrauchern in der Gastronomie, es war den Wirten in kleinen Lokalen überlassen zu wählen, ob man denn ein Etablissement für Raucher sein wollte, oder für Nichtraucher. - Das lief gut, auch nach den Aussagen vieler Nichtraucher, man wusste doch auf was man sich einlässt und jeder konnte frei wählen. - Vielleicht haben einfach zu viele Wirte die Option Rauchen gewählt, so kommt nun dieses Hammergesetz, und wieder mal prescht Spanien vor und nun haben wir das strikteste Anti-Tabak-Gesetz ganz Europas. - Und das ganz ohne Proteste und Probleme, zumindest für die Gastwirte und Nichtraucher, denn uns Qualmern ist das abendliche Weggehen inzwischen nicht mehr so angenehm wie früher, und ich spiele auch mit dem Gedanken, das zukünftig völlig sein zu lassen. - Gestern Abend habe ich das noch mal versucht, mir war danach, einfach meine Kumpels mal wieder zu sehen und über Bananen, Gott und Nierensteine zu plaudern. - Allerdings hatte ich da die Rechnung ohne den Gast gemacht, denn in den zwei Stunden, an denen ich mich an einem Glas gezapften Seelentröster festhielt, da kam gerade mal ein Gast rein, Rodrigo, mit dem ich dann nach draußen gegangen bin, eine rauchen, ansonsten war ich alleine mit der Chefin und drei Angestellten. - "Die kommen nicht mehr" hieß es dann, oder nur noch ganz selten, und ich musste feststellen, denen geht es wie mir, obwohl die Hälfte meiner Kumpels keine Raucher sind. - Gut, da kann man nichts machen, außer zum Handy greifen und uns für die kommenden Tage in einer Bodega verabreden, denn sonst sieht man sich ja nicht mehr. - Ist alles nicht schlimm, die Nichtraucher müssen vor uns geschützt werden, allerdings war da kein schützenswertes Gut gestern Abend unterwegs. - Eine Kneipe hat bereits auf nur noch Vormittagbetrieb umgestellt, in einer waren drei Gäste, in der anderen keiner, und Rodrigo ging nach der einen Kippe draußen vor der Tür wieder, also war ich der einzige zahlende Gast in dem Etablissement. - Das ist nicht immer so seit dem das Gesetz so verschärft wurde bestätigt mir die Bedienung, aber immer öfter. - Es ist in der Tat ein bisschen erniedrigend, wenn man vor die Tür treten muss um zu rauchen, aber natürlich darf man auch mit jedem Recht gleich wieder sagen: Du musst ja nicht rauchen!

Argumentativ ist da für uns Raucher nichts zu holen, das wissen wir alle, aber die Körperverletzungsdebatte, welche dann immer mal wieder aus militanten Nichtraucherkreisen auf uns niederprasselt, die ist schon ein arg daneben, denn kein Raucher legt es darauf an, einem Nichtraucher den Qualm ins Gesicht zu blasen. - Im Gegenteil, ich will gar nicht in deren Nähe sein, wenn ich meiner Sünde fröne, und früher klappte das auch, da gab es einen Raum für Raucher, und einen für Nichtraucher und jeder konnte sich überlegen und frei entscheiden, ob er denn bei den feiernden Sündern sitzen will, oder lieber bei den Gesunden. - Hier auf den Kanaren wird das neue Gesetz ohne Probleme und Aggressionen angewandt, wir Raucher stehen draußen vor der Tür, oder bleiben gleich zu Hause und in den drei Wochen in denen diese Verschärfung nun schriftlich ist, gab es auf den ganzen Inseln immerhin nur acht Anzeigen wegen einer Überschreitung dieses Gesetzes. - Der Großteil von diesen Anzeigen, wenn man überhaupt von einem Großteil bei acht sprechen darf, der bezieht sich auch auf den weiterhin ungeklärten Fall, ob man denn auf Restaurantterrassen rauchen darf, auch wenn die Terrasse unter einer Pergola liegt. - Für den Fall gibt es nach wie vor unterschiedliche Deutungen, und vielleicht wäre es extrem wünschenswert, wenn uns der Gesetzgeber das man eindeutig erklären kann, was denn der Begriff "an der freien Luft" nun wirklich darstellt. - Ich fürchte mal, dass man unter einer Pergola auch nicht rauchen darf, aber ganz klar ist das eben noch nicht. - Vielleicht sollte man aber ein Einsehen haben mit uns Unverbesserlichen, und wenigstens ein paar Kneipen zu wahren Sündenpfuhlen zu erklären. Das gesamte Gebäude unter eine Dunstabzugshaube stecken, oder vielleicht gleich neben dem Asphaltwerk im Industriegebiet ansiedeln, aber das könnte ja die Mitarbeiter des Asphaltwerkes schädigen. - Das kann auch ruhig in einem ganz dunklen Gässchen sein, ein windschiefes Haus, und reinregnen darf es im Winter auch, und von mir aus wird dort jedes Getränk mit einer zusätzlichen Rauchersteuer belegt, und von mir aus dürfen da sogar Nichtraucher rein, da bin ich ganz tolerant, aber so gar kein Refugium mehr, für bekennende Sünder, wo man eben dieses wunderbare Klönen in dichten Tabakqualm wieder aufleben lassen kann, das ist wirklich hart. - Stimmt, ich könnte auch einfach aufhören mit dem Rauchen, will ich aber nicht. - Vielleicht irgendwann, freiwillig, nicht aber, weil das Gesetz es so befahl.



Mittwoch 19.01.2011 18:0 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 22,3 Grad - niedrigste Temperatur 11,2 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 18,9 - Temp. Min 6,1 - Feuchte 34 - 70 % Niederschlag 0 mm

Die Hoffnung liegt in der Pampe
Silberstreif am Bananenhimmel

Unsere kleine gelbe Wappenfrucht ist ja sowieso der nachrichtentechnische Dauerbrenner, und das leider nicht, weil es uns so gut geht damit. - Oft genug haben wir die Probleme des Sektors hier durchgekaut, und bleiben eben immer wieder an der globalen Kante hängen, denn Landwirtschaft in einem Hochlohnland, welches seine Produkte gegen Weltmarktpreise stellen muss, ist grundsätzlich ein verflixt aufreibendes Geschäft, und wie ganz viele europäische landwirtschaftliche Produkte, funktioniert das auch nicht ohne Ausgleichszahlungen oder Subventionen. - Allerdings darf ich hier noch mal ganz kurz einflechten, die Bananensubventionen, welche wir hier aus dem europäischen Topf einstecken, bewegen sich im Promillebereich der gesamten EU-Agrarsubventionen, man muss also nicht mit dem Finger auf uns zeigen. - Allerdings kann es ja nicht das Ziel sein, nur mit Subventionen überleben zu können, und so müssen wir hier deutlich rühriger werden, was Marketing und Strategien angeht. - Da ist zum Beispiel immer noch die fragwürdige Geschichte, warum wir eigentlich nicht auch in das Land unsere Bananen schicken, welches ganz weit vorne ist im Konsum dieser gelben Glücksbringer, nämlich Deutschland. - Das sind aber alles Fragen, welche man den Strategen und Planern der "Asprocan" stellen sollte, das ist der Verband der kanarischen Bananenpflanzer und Exporteure. - Die sind auch in den letzten Jahren ganz schön unter Druck gekommen, weil man derart große Partien "vom Markt" nehmen musste, um den Preis nur irgendwie stabil zu halten, was nichts anderes bedeutet, als verzehrbereite Bananen auf den Müll zu kippen. - Das wir uns richtig verstehen, die Ausgleichszahlungen von 33 Cent pro Kilo gibt es auch für weggeworfene Bananen, sonst hätten hier alle ihre Stauden bereits herausgerissen und Apartments anstatt dessen gepflanzt. - Mit diesen 33 Cent pro Kilo kann man aber eben gerade die Felder weiter in Betrieb halten, und hoffen, dass wieder Monate ins Jahr gehen, in welchen man dann vielleicht noch 5 bis 35 Cent pro Kilo tatsächlich an Verkaufserlös erhält. - Solch eine Situation, über Jahre hinweg, und ohne wirkliche Perspektive bringt natürlich die Frage auf, ob die Institution "Asprocan" entweder komplett zu ersetzen sei, oder zumindest die Köpfe, denn die sind ja genau dazu da, den Bananenbauern den Absatz zu ermöglichen. - Zumindest fordern nun die Pflanzer, ein direktes Wahlrecht in der "Asprocan", denn bislang wählt die Organisation intern ihre Chefetage, wird aber über Abgaben der Bananenpflanzer finanziert. - Allerdings hat man sich noch nicht wirklich zum Königsmord entschieden, zumal die "Asprocan" andauernd von neuen Märkten und Ideen spricht. - Und nun sieht es mal so aus, als könnte wirklich was für uns hier auf La Palma raus springen.

Vor ein paar Tagen durfte ich ja mal über eine Bananenverarbeitungsanlage berichten, welche in der alten Tabakfabrik von El Paso untergebracht ist. - Dort hat man, mit Hilfe von europäischen Geldern und Eigenleistungen aus dem Cabildo Insular eine Anlage aufgestellt, welche überschüssige Bananenproduktion zu Brei, oder feiner ausgedrückt zu Pulpe verarbeiten soll, als Grundstoff für die Weiterverarbeitung in der Süßwaren- und Spirituosenindustrie. - Da wäre aber das Problem, wer kauft uns denn den ganzen Brei ab, denn die Nachfrage nach dem Zeug, die wird ja inzwischen auch schon von irgendjemandem bedient, und ich könnte mir vorstellen, dass die in Mittel- und Südamerika nicht nur die Bananen billiger produzieren, sondern auch die daraus gepresste Pampe. - Dennoch, die "Asprocan" kommt nun mit der Idee, die Überschussproduktion der Bananen auch in Pulpe zu verwandeln, und hat dabei Kontakt zu einer entsprechenden Industrie in Murcia aufgenommen. - Da wird man doch sofort hellwach und brüllt: Aber Leute, das können wir doch hier machen, dazu muss man doch die ganzen Bananen nicht nach Murcia schicken, wir haben doch parallel den gleichen Gedanken gehabt, also bitte, kanarische Bananen auch auf den Kanarischen Inseln weiterverarbeiten. - Allerdings ist das nicht so ganz einfach, denn auf einmal spielt die Menge wieder eine Rolle, aber nicht, wie man anfänglich meinte, dass unsere Anlage eigentlich Überkapazitäten haben wird, sondern nach deren Ansicht, müsste man täglich 30 Tonnen Bananenpulpe produzieren, und das könnte man mit unserer Anlage gerade eben so in drei Tagesschichten schaffen. - So neigt die "Asprocan" weiterhin dazu eher die Anlage in Murcia zu beauftragen, aber so einfach geben wir uns nicht geschlagen und haben nun immerhin bereits erreicht, dass die "Asprocan" unsere Anlage "wohlwollend" prüfen wird. - Ich kann Ihnen gleich sagen, sollten die das Zeug dann dennoch in Murcia produzieren lassen, dann gibt es einen gewaltigen Aufstand, und es kann gut sein, dass dann dieser Aufstand der Pflanzer den jetzigen Führungskreis der "Asprocan" sprengen könnte. - Allerdings müssen wir auch einsehen, dass wir gar nicht so viel Überproduktion haben, um jeden Tag 30 Tonnen klebrigen Breis herstellen zu können, also müssen die anderen Kanareninseln Bananen zu uns schicken, was dann doch irgendwie ein bisschen was von den Eulen nach Athen in sich birgt. - Dennoch, das kann man alles organisieren, auf jeden Fall dann, wenn man das Ziel wirklich erreichen will. - Also alle bitte zusammenarbeiten, und sollte es doch noch gelingen, dass das Cabildo Insular auf der Suche nach Unterstützung für den Bananensektor hier auf der Insel endlich mal einen Volltreffer landet, dann gibt es von mir den dreifach eingesprungenen Chapeau a la Plataneau!



Mittwoch 19.01.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1016 hPa

Lügen erlaubt
Das Skandälchen will nicht erwachsen werden

Vielleicht hätte ja ein "Palmaleaks" noch ein bisschen Farbe und Wissen in den Fall bringen können, aber die Wirtschaftskrise hat hier dermaßen zugeschlagen, dass wir uns nicht mal so etwas leisten können. - Da hat die Partido Popular, einst in der Regierungskoalition, bis man Angst vor dem gemeinschaftlichen Untergang an der Seite der Coalición Canaria bekam, jetzt Opposition, mit großem medialen Aufwand ein "Skandälchen" in der Hauptstadt aufgedeckt, aber trotz Untersuchungskommission und eben breiter Berichterstattung, will aus diesem Skandälchen kein Skandal erwachsen, und alles was übrig bleibt, ist ein beim Lügen erwischter Stadtrat, also nichts Neues. - Die Partido Popular in Santa Cruz hatte den Baustadtrat der Coalición Canaria angeklagt, er hätte Aufträge an die Firma vergeben, in welcher der Vater, die Schwester und die Tante des Politikers arbeiten würden, und in der Tat, das war auch so. - Allerdings ist das kein Verbrechen, sondern einfach nur schlechter Tabak, denn die Auftragsvergabe geschah in einer öffentlichen Kommissionssitzung, und selbst die heute anklagende Partido Popular stimmte seinerzeit für die Vergabe der Aufträge an just eben diese Firma. - Wo liegt also das Problem? - Wohl eher im privaten Bereich der beiden Streithähne, und in der Tatsache, dass der angeklagte Baustadtrat bis heute beteuert, dass er nicht wusste, dass sein Vater und andere Familienmitglieder für diese Firma arbeiten würden. - Auch temporäre Amnesie ist nichts Strafbares, ansonsten müsste man ja dreiviertel der mitteleuropäischen Regierungen in ein Auffanglager für nicht mehr vermittelbare Demokratieschlacke verbringen, aber welche Region möchte schon solch ein schwer kontaminiertes Sonderlager vor seinen Pforten wissen. - Die eingerichtete Untersuchungskommission kommt nun in der Schlussphase zu dem Aufruf, ob denn noch jemand etwas zu sagen hätte, ansonsten würde man den Abschlussbericht verfassen. - Dieser sieht dann so aus, NIX, aber groß geschrieben, und außer peinlichen Streitereien und bestem Nährboden für weitere Wutbürger bleibt übrig, dass Politiker, ohne die geringsten Folgen fürchten zu müssen, lügen dürfen. - Gut, im Mai sind Kommunalwahlen, da hat dann der Bürger die Möglichkeit, so etwas neu zu sortieren. - Aus dem Skandälchen wurde kein Skandal, Alltag eben in unserer so ehrwürdigen Hauptstadt, in der der Sohn nicht weiß, für welche Firma sein Vater arbeitet.



Dienstag 18.01.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 23,3 Grad - niedrigste Temperatur 11,5 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 19,6 - Temp. Min 7,6 - Feuchte 27 - 52 % Niederschlag 0 mm

Andrés greift an
Saline von Fuencaliente streut die Krise weg

Respekt! - Ein Chapeau gibt es erst, wenn es fertig ist… Vor ein paar Jahren noch, da musste man um die Zukunft der Saline dort am Südzipfel unserer Insel bangen, und jetzt werden große Pläne mit auch großem Geld umgesetzt. - Die Pläne dafür, die hat die Eigentümerfamilie dafür schon lange in der Tasche, allerdings haperte es bislang an der Bürokratie, und auch an den Finanzen. - Strenge Auflagen dort in der Region ließen weder eine Erweiterung der Produktionsanlagen zu, noch den Ausbau andere Immobilien, um den touristischen Wert dieser Anlage und Umgebung zu steigern. - Aber genau diese Saline dort im Süden der Insel ist eine touristische Ressource, welche deutlich mehr Ertrag als solche bringen kann, als durch den Verkauf von Salz in welcher Form auch immer. - Das bedeutet aber auch, dass diese Saline nicht nur dazu dienen kann, einer Familie und ein paar Saisonarbeitern ein Auskommen zu bieten, sondern diese Anlage auch einen Wert für die gesamte Insel darstellt, da es eine der meistbesuchten Attraktionen für die Inselgäste ist. - So kommt man überhaupt erst auf den Trichter, dort unten im einem "Lugar de Interés Científico" also Ort von wissenschaftlichem Interesse, irgendwelche Baumaßnahmen und schließlich auch beschränktes Gewerbe zuzulassen. - Das war ein Überzeugungskampf mit der Inselregierung über Jahre hin, und schließlich geben die Besucherzahlen und die Bekanntheit dieser letzten Saline in der Provinz Tenerife den Eigentümern Recht. - In der Tat ist es erstaunlich, wie viele Besucher diese Saline bereits gesehen hat, und das völlig ohne Hinweise oder gar einladendem Brimborium herum. - Früher war es der Familie gar untersagt, Menschen durch die Saline zu führen, und sowieso, dort ein Päckchen Salz zu verkaufen, aber das sind Gott sei Dank vergangene Zeiten und langsam haben es noch mehr Menschen begriffen, dass wir unsere Inselattraktionen gar nicht erst erfinden oder erbauen müssen, sondern die reichlich vorhandenen lediglich rentabel und attraktiv herrichten.

700.000 Euro werden nun in die Hand genommen, wobei sogar 200.000 Euro davon in Form einer Subvention des europäischen Programms "Leader" kommen können. Allerdings ist das noch nicht sicher, denn hinter den Plänen steht zwar inzwischen das Cabildo Insular, aber das Rathaus, das Gobierno de Canarias und auch die Küstenbehörde müssen auch alle noch ihren Senf dazu abgeben, und bei so vielen bürokratischen Stellen kann man schon fürchten, dass man damit die vorgegebene Frist zur Einhaltung der Subventionen überschreitet. - Das wäre natürlich nicht angenehm, und könnte das ganze Projekt zwar nicht generell ins Wanken bringen, wohl aber Teile des Gesamtplanes verzögern bis verhindern. - Es soll ein Salzmuseum dort geben, also bezogen auf die Meerwassersalinen auf den Kanaren und der auf La Palma natürlich im Besonderen, einen didaktischen Lehrpfad durch die Anlage mit allem Wissenswerten über Salz, und schließlich auch noch ein Restaurant. - Letzteres wäre natürlich ein reiner Gewerbebetrieb, was nun bei ein paar Hardcorelandschaftspflegern wieder Stirnrunzeln hervorruft, aber unsere hartnäckige Abneigung gegen Gewerbebetriebe an gut besuchten Ausflugspunkten, wird sich hoffentlich nicht an der Saline dort an der Südspitze weiter durchsetzen. - Ich frage mich nämlich schon öfter, warum zum Beispiel am Refugio El Pilar kein Restaurant oder eine Cafetería sein soll, das wäre eine Goldgrube, und damit durch die Pacht oder den Mietzins für das Cabildo Insular eine prächtige Möglichkeit, die Kosten der Unterhaltes solcher Anlagen wie das Refugio mit zu tragen. - Und nicht nur da, überall in den Alpen oder sonst wo gibt es "Hütten" welche in keiner Weise den Naturschutzauftrag berühren, man muss das nur eben mit den richtigen Auflagen machen. - Da an der Südspitze der Insel, mit den beiden Attraktionen, einmal die Saline und das Wissen um Salz, und dann eben noch das kleine Strändchen, die Leuchttürme und als Endpunkt der Wanderung über die Vulkane, da ist ein Restaurant oder eine Cafetería sicherlich fast ohne Risiko zu betreiben. - Na ja, wenn Andrés die Suppe nicht immer versalzen würde…





Dienstag 18.01.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1020 hPa

Kanarileaks
Chance oder Manipulation?

Große Fußstapfen haben sich da ein paar Leute von Kanarileaks vor die Füße gelegt. - Fast möchte man endlich sagen, denn investigativer Journalismus oder politischer "Glasnost" sind nicht gerade die Stärken unserer Medien und Legislative, und auch was unsere lustigen Global Player im Trachtenanzug sich hier so alles zusammenraffen, das wären doch interessante Geschichten. - Für Wikileaks sind wir zu klein, zu eng sind die Interessen verknüpft, als dass man wirklich globale Nachrichten daraus machen könnte, also sollten wir uns schon mit unserem eigenen Kehricht befassen. - Das wollen die Jungs und Mädels, oder wer immer auch dahinter steckt, von kanarileaks.org jetzt nachholen und immerhin haben die eines bereits geschafft, ein reichlich breites Medienecho, noch bevor überhaupt das erste Dokument in der Seite hinterlegt ist. - Da möchte man ja meinen, selbst die Presse wartet sehnsüchtig darauf, endlich an solche Informationen heranzukommen, die ansonsten nur im Verborgenen ausgeteilt oder lediglich hüstelnd kolportiert werden. - Und da sind wir gleich mitten im Drama um freie Information für jeden. - Die gibt es eigentlich schon, allerdings eben nach Interessen und Arbeitgebern gefiltert, und das kennt jeder Journalist, würde er alles schreiben was er wüsste, dann fände er keinen Arbeitgeber mehr. - Auf der anderen Seite, sollte ein wirkliches Dokument, kein Gerücht, plötzlich frei und für alle verfügbar sein, und sei es noch so brisant, dann müssen auch die anderen Medien darüber berichten, da wir dann doch noch nicht den vollen Kreis der Berlusconisierung erreicht haben. - Allerdings müssen wir dann ja gleich wieder weiter fragen, auch Wikileaks, wer entscheidet denn, welche Dokumente veröffentlicht werden, wie weit können die auf Echtheit überprüft werden, und wo liegt ein eventueller Einflussbereich auf die Entscheider, welche Dokumente noch veröffentlicht werden. - Diese Fragen sind ungeklärt, werden es wohl auch bleiben, und so muss man weiterhin vorsichtig mit dem Anspruch auf komplette Informationen haben, denn bei jedem Dokument, welches Wikileaks veröffentlicht, bleibt die Frage offen, welche sie nicht veröffentlichen. - Dennoch ist die Sache natürlich gut und hilfreich, auch wenn eben selbst in diesem oft grausamen Wahrheitswahn nicht feststellbar ist, ob es ein Interesse gibt, warum diese, und eben gerade diese Dokumente veröffentlicht werden.

Aber noch wissen wir ja auch gar nicht, wo die Reise dieses ambitionierten Projektes hingeht. - Wenn man sich wirklich darauf verlassen kann, dass nur Dokumente veröffentlicht werden, die dann zur weiteren Aufarbeitung durch die Presse und Öffentlichkeit dienen, dann kann das schon ein interessanter Schritt sein. - Was natürlich nicht passieren darf, eine weitere Plattform für anonym gestrickte Gerüchte, so wie es die im "Netz" schon reichlich gibt. - Inzwischen geht die Gerüchte- und Desinformationspolitik ja schon so weit, dass Interessengruppen anscheinend neutrale Plattformen gezielt unterwandern, um dort ihre Meinungsströmungen oft hervorragend getarnt zum Ausdruck bringen können. - Denken wir nur an die vielen Test- und Beurteilungsseiten im Netz, wo Heerscharen an Produzenten und Dienstleistern eigene Lobeshymnen verbreiten, und Konkurrenten durch ebenso "gefakte" Beurteilungen niedermachen. - Trotz aller Beteuerungen der Webseitenbetreiber sind anonyme Beurteilungen schlichtweg nicht nachvollziehbar und deswegen auch komplett hinfällig. - Dennoch erzielen selbst solche Sinnlosigkeiten ihren Zweck, und das geht natürlich auch nur mit einem ungebildeten Umgang mit den Medien grundsätzlich einher. - Vielleicht sollte das noch ein Schulfach werden, kritische Betrachtung, und vieles bliebe uns vielleicht erspart. - Große Worte wieder mal, die da ein "leaks" anbietet, und immer wenn sich jemand auf den Weg macht, die Wahrheit zu finden, und nichts als die Wahrheit, dann schrillen bei mir sämtliche Alarmglocken, selbst die, welche ich gar nicht habe. - Höchst gespannt bin ich auf die ersten Filtrationen, welche wir durch kanarileaks zu lesen bekommen, und dann kommt es ja darauf an, wie heftig die angesprochenen Gruppen reagieren, ob diese Plattform wirklich Erfolg haben wird. - Sicher können wir davon ausgehen, dass zunächst die Politik im Focus der Veröffentlichungen stehen wird, schließlich hat der Wahlkampf für die Kommunalwahlen bereits begonnen. - Und wenn man den Politikern einen Rat geben darf, damit die nicht in den "leaks" ertrinken, so kann das nur bedeuten, zunächst nicht mal ignorieren, und wenn das gar nicht mehr geht, dann hilft nur noch das probate Mittel, alle Mitarbeiter dort mit einem netten Arbeitsvertrag (bloß nicht veröffentlichen) auszustatten und aus einem Leck ein Zentralorgan zu machen. - Beispiele dafür gibt es genügend, und bei Wikileaks interessieren mich eigentlich all die Dokumente, welche nicht veröffentlicht werden am allermeisten.



Montag 17.01.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 22,5 Grad - niedrigste Temperatur 12,0 Grad

Jetzt müssen wir doch wieder über das Wetter reden
Nach Calima kommt Regen

Gut, der Regen ab Freitag, der war schon seit ein paar Tagen auf den langfristigen Prognosen des "Global Forecast Systems" zu erkennen, und inzwischen ist es wohl sicher, dass uns die nächsten beiden Tiefs aus Westen kommend erwischen. - Das Hochdruckgebiet auf dem Atlantik wird uns verlassen, und weit nördlich auf dem europäischen Kontinent für neues lustiges Wetter sorgen. - Damit bleibt der Nordatlantik schutzlos den von Westen her anbrausenden Tiefdruckgebieten überlassen, und diese können dann auch bis auf unsere Breiten herab wirksam werden. - Immerhin, seit dem 29. Dezember vergangenen Jahres hat es nicht mehr geregnet, statistisch ist es also schon an der Zeit, dass mal wieder Niederschlag vom Westen her auf die Inseln niedergeht. - Allerdings hatten wir im Dezember so viel Regen, dass wir ihn von landwirtschaftlicher Sicht aus, noch nicht brauchen. - Ebenso könnte die freie Natur noch locker ein paar Wochen mehr ohne neues Wasser auskommen, die Böden sind immer noch gut durchfeuchtet. - Auch so vom Gefühl her, die Holztüren fangen gerade wieder an gut zu schließen, bräuchten wir noch keinen neuen Regen, aber das Hoch, oder das nichtvorhandene Hoch über den Azoren bestimmt bei uns das Wettergeschick, und nicht unsere Wünsche und Notwendigkeiten. - Donnerstagnacht, - Freitagfrüh, da beginnt der erste Durchzug eines Tiefdruckausläufers, welcher noch nicht wirklich heftig sein wird. - Wind aus Südwesten, aber wir hoffen, dass der Wind nicht so kräftig sein wird, um gleich wieder am Flughafen für Probleme zu sorgen. - Allerdings kommt dann Sonntag bereits ein weiteres Tief auf uns zu, das etwas südlicher heranbraust, und wir dann nicht nur eine feuchte Ohrfeige erhalten, sondern das komplette Tief durchspielen können. - Das bedeutet dann mehr Regen, und je nach Lage des Tiefs unterschiedliche Windrichtungen, die jetzt noch nicht vorherzusagen sind, weil ein paar Grad südlicher oder nördlicher dann schon einen gewaltigen Unterschied machen. - Allerdings ist das Tief, aus wenn es lästig nah zu uns kommt, kein wirklicher Unwetterkandidat, sondern eher so ein Fall für Bett, Buch und Bordeaux. - Kann wahlweise auch ein Vega Norte sein, aber dann sind es nicht mehr drei B.

Und weil eine alte Bauernregel besagt, dass im Winter nach einem Calima immer Regen kommt, ist heute Nachmittag plötzlich, und wirklich unerwartet ein ziemlich heftiger Calima aufgetaucht. - Heute Vormittag zunächst nur auf Gran Canaria, auch dort rechnete man nicht damit, und auch dachte niemand daran, dass sich dieses afrikanische Phänomen noch weiter auf den Atlantik hinaus auch bis zu den ganz westlich gelegenen Inseln ausbreitet. - Plötzlich am Nachmittag war die wunderbare Sonne weg, und gelbliche Schleier, eigentlich dachte man zunächst an eine tief liegende Wolke, legten sich auch über La Palma. - Da ist irgendetwas aus Afrika durchgerutscht, so ähnlich hilflos kommentiert ein Meteorologe aus Gran Canaria die Situation, denn damit hatte wirklich niemand gerechnet, denn an der Großwetterlage, da ändert sich frühestens ab Donnerstag etwas. - Calima happens, genau so wie Regen, und ein bisschen kommt das einem vor, als sei da irgendeine Bauernseele mal aufgesprungen und hat sich schnell noch daran erinnert, dass es so etwas wie Bauernregeln gibt. - Allerdings muss die dann nicht mehr lauten, nach Calima kommt Regen, sondern vor dem Regen kommt Calima. - Kommt zwar letztendlich aufs gleiche raus, aber sonst wissen wir erst dass es regnet, wenn Calima war, und nun wussten wir zuerst vom drohenden Regen, haben aber den Calima noch gar nicht mitbekommen. - Hat aber alles nichts mit Klimawandel zu tun, Zapatero war´s…




Das ist nicht der Mond, sondern die langsam untergehende Sonne hinter dem Calima-Dunst




Montag 17.01.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1020 hPa

Privatisierung des Flughafenbetriebes beginnt
Zunächst trifft es nur die Tower-Besatzungen

Die bevorstehende Privatisierung der Fluglotsen auf 13 Towern in ganz Spanien war ja auch einer der Gründe, warum ein Teil der Fluglotsen am 3. und 4. Dezember die Arbeit niedergelegt haben und damit einen landesweiten Flugausfall für anderthalb Tage produzierten. - Das schlug ein wie eine Bombe, mit dem Resultat, dass dieses Land wirklich für diese Zeit paralysiert wirkte, die Staatsgewalt aber prompt heftig reagierte und die Flugkontrolle darauf hin unter Militärrecht stellte, nachdem man den "Estado de Alarma" ausgerufen hatte. - Das war ein, bislang in der neuen spanischen Demokratie, noch nie da gewesener Fall, welcher aber breite Zustimmung unter der Bevölkerung fand, nachdem bereits seit Monaten immer wieder in der Presse über die privilegierte Situation des Kollektivs der Fluglotsen breit berichtet wurde. - Wobei das mit dem Privileg fast rein finanzieller Natur ist, Spanien leistet sich die best bezahlten Fluglotsen ganz Europas, da die Arbeit aber zu den anspruchsvollsten Tätigkeiten gehört, die man sich eben so auf dem Arbeitsmarkt vorstellen kann. - Auf jeden Fall führte dieser "wilde Streik", denn da war nichts angemeldet, dass sich nun über 400 Fluglotsen zunächst als Beschuldigte wegen eines Aufstandes oder Meuterei verantworten müssen, und der Staatsanwalt bereits angekündigt hatte, lange Haftstrafen zu fordern. - Wie das letztendlich ausgeht, das wissen wir noch nicht, auf jeden Fall haben die Fluglotsen nun zunächst sehr ruhig weiterreagiert, vielleicht auch weil man mit ansehen und hören musste, wie heftig die Reaktionen der "Vox populi" gegen ihr Kollektiv stehen. - Das Militär hat nun angekündigt, weitere 100 Fluglotsen auszubilden, für den Fall, dass sich ähnliche Ausstände wiederholen. - Der Alarmzustand endete schließlich am vergangenen Samstag, ohne dass es zu irgendwelchen anormalen Zuständen gekommen wäre, und sowohl unter militärischer Führung, wie auch jetzt wieder unter der Führung der "AENA" läuft der Flugverkehr in Spanien seit Anfang Dezember völlig ohne Störungen.

Dennoch will die staatliche "AENA" (Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea), welche bislang alle Verkehrsflughäfen und die Flugkontrolle in Spanien unterhält, und direkt dem "Ministerio de Fomento" unterstellt ist, die Flughäfen des Landes Stück für Stück teilprivatisieren. - Wie weit man in diesem Ausverkauf öffentlichen Gutes gehen will, das kann man nur erahnen, ist vielleicht auch ein bisschen auf die aktuelle Schuldensituation zurückzuführen, dass nun ausgerechnet eine sozialistische Regierung so auf die Privatisierung setzt. - Im Falle der Fluglotsen sieht man vielleicht auch keinen anderen Ausweg, den bislang arbeitendem Kräften kann man wohl die Privilegien nicht wieder einfach nehmen, also schafft man durch Privatisierung deren Notwendigkeitsgrundlage ab, ein Kunstgriff aus der wenig sozialen Kiste, den man ja auch aus anderen Bereichen kennt. - Zunächst betreffen diese Privatisierungen aber nur die Towerbesatzungen kleiner Flughäfen in Spanien, darunter auch die drei Kanarenairports Lanzarote, Fuerteventura und La Palma. - Jetzt geht es mit den Ausschreibungen los, und die Bedingungen werden genannt, welche die Firmen erbringen müssen, dass sie überhaupt am Wettbewerb um die Flugkontrolle dieser Flughäfen antreten können. - Dabei versichert man uns, dass natürlich die Auflagen so extrem hoch sind, dass man wegen der Sicherheit überhaupt keine Bedenken haben muss, da würde man extreme Anforderungen stellen. - Dabei fällt mir gerade der Skandal wieder ein, als es um die Ausschreibung der Dialysezentren in zwei Krankenhäusern der Provinz Las Palmas ging, da gewann eine Firma, die bislang nur Immobilien verkauft hat, und wir können nur hoffen, dass uns solche Tricksereien in dem Bereich erspart bleiben. - Was dann die Fluglotsen machen, die bislang auf den 13 Flughäfen Dienst taten, die nun privatisiert werden sollen, das steht da nicht nachzulesen. - Man rechnet damit, dass der Vorgang der Ausschreibung und der Vergabe der Lizenzen, welche zunächst für fünf Jahre vorgesehen sind, bis ins zweite Drittel des Jahres dauert. - Wann dann wirklich unter "fremder Regie" der Tower hier betrieben wird, und ob der Wechsel für den Flugbetrieb überhaupt spürbar wird, das steht noch außen vor.



Sonntag 16.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 11,9 Grad

Ein Hoch auf die kanarischen Autofahrer
Lob, so wie man es nicht erwartet hätte

Gut, ich kenne ja schon lange nichts mehr anderes, wenn ich mich genau zurückerinnere, dann bin ich vor 16 Jahren das letzte Mal außerhalb der Kanarischen Inseln Auto gefahren. - Und wüsste wohl heute nicht mehr, ob ich noch mit dreispurigen Autobahnen oder brutalem Stadtverkehr klarkommen würde. - So fällt einem von innen nicht wirklich auf, ob denn hier auf den Kanaren, oder eben La Palma, besonders vorsichtig, umsichtig oder gar gut Auto gefahren wird, oder ob man hier die wilde Sau raus lässt. - Was uns wohl immer wieder auffällt, ist das, nach der Fahrweise einiger Verkehrsteilnehmer, sehr wenige Unfälle passieren. - Leider hatten wir aber in den letzten Jahren auch eine Serie von tödliche Unfällen mit meist jugendlichen Autofahrern und deren Passagieren, so dass die nun veröffentlichte Statistik eben nur ein kaltes Stück Übersicht bietet, nicht aber eben auf solche punktuell katastrophalen Vorgänge eingeht. - Statistik eben. - Die Zahlen stammen von dem Portal www.seguros.es, in dem die großen Autoversicherer allesamt ihre Angebote und Statistiken hinterlegt haben. - Demnach liegt der spanische Durchschnitt bei 4,57 gemeldeten Schäden pro einhundert Verkehrsteilnehmer. - Der höchste Schnitt wird für Madrid angegeben, von gleich 6,52 % und der niedrigste Wert liegt bei 3,19%, und das eben hier auf den Kanarischen Inseln. - Dazwischen gruppieren sich die anderen spanischen autonomen Regionen, mit Navarra und Aragon als weitere Beispiele für geringe Schadensmeldungen, und Cantabria, das Baskenland und Kastilien und Leon mit hoher Schadenshäufigkeit. - Logisch, in einer Großstadt wie Madrid, da knallt es häufiger als in ländlichen Regionen, aber zum Beispiel ist Kantabrien auch eine eher ländliche Region, und dort knallt es deutlich häufiger als hier auf den Kanaren. - Oder sollte es so sein, dass wir hier weniger Unfälle an die Versicherungen melden und mehr auf privater Ebene zwischen den Unfallbeteiligten regeln? - Das weiß ich nicht, kann es mir allerdings kaum vorstellen, und wir müssen doch nicht immer den Fehler in der Statistik oder das faule Ei im Kühlschrank suchen, sondern dürfen uns doch einfach auch mal einen spanischen Rekord an die eh schon dünn gewordene kanarische Brust heften. - In fast allen Statistiken schneiden wir dürftig oder bescheiden ab, allerdings nicht so in den Kriminalstatistiken, da sind wir auch Spitzenreiter was die geringe Zahl an Straftaten angeht, und nun erfahren wir auch noch, dass wir die besten Autofahrer sind. - Wenn das nicht ein schöner Sonntag ist, die Sonne scheint wunderbar, und auch wir haben heute unseren Teil dazu beigetragen, dass diese Statistik mit den Schadensmeldungen positiv für die Kanaren bleibt, und haben das gute alte Stück japanischer Massivtechnik erst gar nicht auf die Straße geschickt. - So kann man es auch machen…




Das Bild ist nicht neu, wollte es aber immer schon mal anbringen...




Sonntag 16.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1020 hPa

Die Grenzen des Wachstums,
mal auf ein konkretes Beispiel reduziert

Los Llanos träumte viele Jahre, manche träumen das immer noch, von einem Hallenbad, oder wie man heute sagen müsste, von einem Spaßbad oder einer "Waterworld" mit Events, Action, Animation und Restauration. - So etwas hat jeder hier schon mal im Fernsehen gesehen, oder auf Tenerife, oder sonst wo, und was wir sehen, das wollen wir haben, auch wenn diese Erwartungshaltung halt noch aus einer Zeit stammt, als diese Kreditblase noch am pumpen war, und Wachstum noch ein von Gott oder den Politikern gegebenes Grundrecht waren. - Früh dran war Breña Alta, die haben das noch hinbekommen, allerdings nicht als "Waterworld" mit Ringelpiez und Anfassen, sondern als richtiges Hallenbad mit ein paar Erweiterungen für Sportvereine und gesundheitliche Aktivitäten. - Allerdings kostet dieses Hallenbad, Baltavida genannt, den Gemeindesäckel jedes Jahr eine enorme Menge an Geld, und die Gemeinde hat viele Jahre daran hart gearbeitet, dieses Bad ins Leben zu rufen. - Wie gesagt, selbst dieses eine Hallenbad hier auf La Palma trägt sich finanziell nicht, sondern muss subventioniert werden, allerdings ist die Gemeinde Breña Alta in der Lage, oder sollen wir sagen noch in der Lage, dies zu tun. - Los Llanos ist aber nicht Breña Alta, aber wenn die ein Hallenbad haben, dann muss im übersteigerten Zwangsdenken der Obrigkeit der größten Stadt der Insel auch ein Hallenbad nach Los Llanos, und natürlich keine bescheidene Anwendung, sondern wenn schon, alles vom Feinsten, vom Größten und vom Teuersten, denn schließlich kann man sich ja alles leisten und wer keine Schulden hat, der taugt nicht im Geschäft der Großen und Schönen. - Das ging eine ganze Weile gut, wir erinnern uns, unter dieser Maxime und José María Aznar, stieg Spanien auf Pump auf Platz acht der Industrienationen, allerdings ohne Seil, doppelten Boden, Plan B oder gar Rücklagen. - Aznar trat dann nach acht Jahren Rallye gar nicht mehr an, sondern tingelt heute noch als Ehrendoktor lustiger Universitäten durch die Weltgeschichte und verbläst weiteren neoliberalen Unfug, während sein Erbe hier nicht mehr weiß, wie man die ganzen seinerzeit entstandenen Erwartungen wie auch Finanzlöcher noch stopfen kann. - Gut, ich nenne das inzwischen die "Spanische Krankheit" und viel hat dabei die einmal geweckte Erwartungshaltung zu tun, man könne mit ein bisschen Geschick, ein bisschen krimineller Energie und einem Haufen Schulden nachhaltigen Fortschritt basteln. - "Bambi" Zapatero hat den Ernst dieser Lage wohl zu spät erfasst und wagte es auch niemals richtig seinen Schutzbefohlenen zu sagen, dass dieser geschenkte, nein schlimmer, gepumpte Aufschwung nur die Bergstation einer rasenden Abfahrt sein wird. - Jetzt, kurz vor dem Aufprall kommen die notwendigen Reformen, und man kann eigentlich nur hoffen, dass der Pilot am Steuer in den Jahren erfahrener geworden ist.

Genau aus dieser Zeit stammen auch die Pläne für das Spaßbad in Los Llanos, und anfänglich dachte man wirklich noch daran, das aus eigenen kommunalen Mitteln auf die Beine zu stellen. - Hätte man es mal getan, und ein bisschen bescheidener, so wie in Breña Alta, dann hätte vielleicht was draus werden können, allerdings dann natürlich in schlechter Konkurrenz zu dem "Baltavida" in "Breña Alta, denn wie viele Hallenbäder braucht eine kanarische Insel für 85.000 Einwohner? - Diese Fragen waren aber zu der Zeit nicht nur verpönt, sondern galten gar als reaktionär, und so setzte man voll und ganz auf Größe und den wunderbaren Trick, stadteigenes Gelände herzugeben, private Investoren darauf ihre Disney-World zu errichten, und dafür eben Konzessionen und Vergünstigungen für meist einen Zeitraum von 25 Jahren zu geben. - Das hat eine Weile funktioniert, allerdings nur so lange, bis die privaten Investoren ihre Strategen durch Betriebswirte ausgetauscht haben, und solchen Fachleuten, die Statistiken nicht nur lesen, sondern auch deuten können. Hinzu kommt natürlich, dass man damals als privater Investor vielleicht gerade mal 20 Prozent der verplanten Summe als Eigenkapital aufbringen musste, den Rest besorgte man sich von den Banken, das war ja kein Problem. - Nun erinnern sich selbst noch FDP-Wähler was dann geschah, richtig, irgendwann wollte jemand sein Geld von einer Bank zurück, aber die hatte das Geld gar nicht mehr, sondern das war irgendwo in überbewerteten Immobilien verschwunden. - Es haben sich gescheitere Leute seit dem auf die Suche nach den vielen Milliarden Euro und Dollar begeben, die heute den zum großen Teil nur noch als virtuell zu bezeichnenden Finanzmarkt immer noch lustig antreiben, das wird von uns aus hier nicht geklärt werden. - Für Los Llanos sieht das aber nun so aus, dass man zunächst noch willfährige Fortschrittsgläubige gefunden hat, die an die 2 Millionen Euro in den Rohbau, oder einen Teil des Rohbaus des Spaßbades gesteckt haben, aber nun keine Bank mehr finden, welche die restlichen 6 Millionen Euro vorstrecken will. - Auch findet man keinen Geschäftspartner, welcher sich in dieses Projekt mit einkaufen will, es war dann doch nicht hilfreich für den Boom, irgendwann griesgrämig dreinblickende Leute ranzulassen die rechnen können, und so ist die Zukunft eines, wie auch immer zu betitelnden Hallenbades in Los Llanos eher als suboptimal zu bezeichnen. - Die Stadt bemüht sich nun nach Sinneskräften, dieses Projekt irgendwie noch zu retten, aber eine öffentliche Korporation, deren Finanzen dann doch recht offen liegen, erntet bei den Banken noch mehr Mitleid als Bauunternehmer. - Der bereits vorhandene Rohbau verfällt zusehends, so dass man ohne schnelles Eingreifen die bereits investierten 2 Millionen Euro unter Umständen auch noch abschreiben kann, und das wird dann ein juristischer Marathon zwischen Advokaten der Gemeinde und Vertretern des Investors, dafür einen Schuldigen zu finden. - Und bitte einen, der in der Lage ist, Schadensersatz zu leisten. - Ein Lehrstück aus einem weiteren Sequel der Marktwirtschaftsromanze Gone with the Zins, und wenn wir erst kein Geld mehr haben, dann drucken wir halt neues.



Samstag 15.01.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 27 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 24,0 Grad - niedrigste Temperatur 11,1 Grad

Inselblüte
Die Mandeln können nicht mehr an sich halten

In den höheren Lagen der Insel sind die Mandelbäume bereits seit der Weihnachtszeit bereits in Feiertagspracht, und nun sprießen auch hier im Aridanetal die knorrigen Gesellen um die Wette und belegen die Landschaft mit einer Blütenpracht, an der man sich niemals satt sehen kann. - Die kräftigen Niederschläge vom Dezember, und nun die seit Wochen prallen Temperaturen von über 20 Grad tagsüber treiben die Mandelbäume nun zu Höchstleistungen, in einem solchen Jahr der Fülle, da wollen auch diese Kreaturen so viele Nachkommen zeugen wie nur möglich, und dazu ist eine gewaltige Blüte die allererste Bedingung. - An Mandelbäumen ist vieles faszinierend, manches sogar ein bisschen mystisch, aber am gewaltigsten ist diese alljährliche Metamorphose, vom knorrigen Baumskelett, dem man schon kein Leben mehr zutraut, dann zu einer farbprächtigen Blütenkugel, welche als strahlender Ausdruck für Fülle bis hin zu Überreizung dienen will. - Spaziergänge sind jetzt angesagt, nicht nur in den eh bereits sattgrünen Landschaften von Puntagorda und Garafía, auch das Aridanetal hat bunte Strecken zu bieten, dort bei El Paso, bevorzugt im Landstrich welchen man Tacande de Arriba nennt. - Leider genießt man ja als Autofahrer immer nur die Gnade eines kleinen Moments, und kann die ganze Pracht der Mandelbäume nur erahnen, man sollte sich dann schon auch den Luxus des Anhaltens gönnen und diesem Naturspektakel gebührend seine Aufmerksamkeit schenken. - Das Farbenspiel der Mandeln überrascht auch immer wieder, von klarem Weiß, bis hin zu fast grellem Pink geben sich die Blüten der Bäume, und kein Baum blüht wie der andere, aber jeder Baum für sich trägt sein Leben lang immer die selbe Blütenfarbe und Musterung, gerade so, als wäre diese Farbe sein Name, oder gar seine Bestimmung. - In den nächsten Tagen nun, mit noch weiter anhaltendem Sonnenschein und Wärme, da dürfen wie eine richtige Explosion der Blütenpracht erwarten, und auch wenn die emblematische Pflanze der Insel sicher die Kanarische Kiefer ist, so gilt in den nächsten Wochen der Blick und die Sinne ganz dem Mandelbaum.

Leider aber ist diese Kultur hier bei uns längst zur reinen Schönheit verdammt, den wirtschaftlichen Nutzen hinter den Mandeln den nutzt man kaum noch, oder schon gar nicht mehr. - Früher, als alles anderes war, und nur manches besser, da exportierte man die Mandeln aus La Palma und den anderen kleinen Kanareninseln tonnenweise auf das spanische Festland, um dort die berühmten Turrones zu fertigen, und dabei galt die kleine rundliche Frucht aus La Palma als wahre Delikatesse. - Das ist nicht mehr, das Geschäft haben andere übernommen, wir haben uns da abhängen lassen, weil wir unsere Früchte nicht mehr zu marktüblichen Preisen anbieten konnten. - Das liegt auf der einen Seite daran, dass wir eine Hochlohnregion sind, aber wir haben es auch versäumt, in dieser Branche durch Investitionen die Wertschöpfungskette aufrecht zu erhalten. - Während andere Regionen längst Maschinen zur Ernte, und eben noch wichtiger bei der späteren Verarbeitung der Mandeln einsetzten, klopften wir im 20 Jahrhundert immer noch mit Stangen die Mandeln von den Bäumen, um diese dann später in Handarbeit zunächst zu pellen, und dann von Kerngehäuse zu befreien. - Kein Wunder, dass wir irgendwann nicht mehr bereit waren, diese ganze Mühe auf uns zu nehmen als der Weltmarktpreis sank, und wir uns anstatt wieder flott zu machen, diese natürliche Ressource der Insel einfach nicht mehr wirtschaftlich nutzen. - Im kleinen Rahmen vielleicht noch, Familien schütteln an Wochenende noch ein paar ihrer Bäume, und haben dann für den Hausgebrauch, oder geben der einen oder anderen kleinen "Pastelería" noch von den köstlichen Kernen ab, wenn die unbedingt noch mit den kleinen runden Mandel der Insel ihre "Almendrados" herstellen wollen. - Viel wurde bereits darüber geredet, diese Frucht wieder in die Wertschöpfungskette einzubauen, Politiker wollten sich damit unsterblich machen, aber keine Maßnahme war gut genug durchdacht, um wieder aus diesem großen Reichtum der Insel auch nach markwirtschaftlichen Grundsätzen arbeiten zu können. - Wer weiß, vielleicht gelingt ja der 35. Anlauf, die Mandeln endlich wieder aus dem Dornröschenschlaf zu holen, so lange genügt uns die pure Schönheit dieser meist so knorrigen Genossen. - Puntagorda und El Paso gelten als die beiden Gemeinden der Insel mit dem größten Bestand an Mandelbäumen, und in der erstgenannten Region findet jährlich sogar ein Fest, zu Ehren der Mandelblüte statt. - Am 4. 5. und 6. Februar dieses Jahr zelebriert die Gemeinde Puntagorda eines der bekanntesten Feste ihrer Geschichte, die "Fiesta del Almendro en Flor".





Samstag 15.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1018 hPa

Kurz angerissen
Rebajas, Kotztüten und nachhaltige Gebäude

Der Winterschlussverkauf, hier kurz als "Rebajas" angepriesen, sorgt immer wieder für reichlich Umsatz, aber eben auch schon mal Ärger bei den Verbrauchern. - Diese kritisieren, dass in manchen Geschäften, extra Billigware eingebracht würde, um diese dann zu verramschen, die normalen Artikel aber nicht heruntergesetzt würden, sondern einfach bereits als "neue Kollektion" von den Preisnachlässen ausgenommen wären. - Daneben gibt es noch den allseits beliebten Trick, den Kleidungsstücken Phantasiepreise zu verleihen, und diese dann wieder aufgrund der Rabatte zu einem angeblichen Schleuderpreis zu verticken. - Aber das kennt man ja von überall her und ich gehe mal nicht davon aus, dass diese unschönen Praktiken von La Palma aus den Siegesschummelzug um die Welt angetreten haben. - Ansonsten meldet der Handel, dass die "Rebajas" nicht besonders gut laufen, man hatte sich eigentlich mehr erwartet, nachdem das Weihnachtsgeschäft positive Signale von sich gegeben hatte. - Vielleicht ist es ja auch einfach so, dass jeder bereits genügend Hemden und Hosen im Schrank hat, und sich nun die Familienfinanzhaushalte wieder darauf konzentrieren, wie man die ganzen Sonderzahlungen des Januars ohne derbe Einschritte über die Bühne bringen kann.

Das Cabildo Insular hat gestern noch in einem Plenum die Fluggesellschaft "Binter Canarias" aufgefordert, die Ankündigung, die Flugzeuge auf ihren Stopps auf La Palma nicht mehr reinigen zu lassen doch wieder zurück zu nehmen. - Alle drei Parteien plädierten dafür, selten genug, dass etwas einstimmig beschlossen wird. - Hauptsächlich geht es natürlich um die Erhaltung der Arbeitsplätze dieser Reinigungskräfte, aber viele Redner regten sich einfach auch darüber auf, dass nun die Flugzeuge nur noch auf den beiden großen Inseln Tenerife und Gran Canaria gereinigt würden, und nicht mehr auf La Palma, gerade so, als seien wir eine Insel zweiter Klasse. - So etwas tut uns immer ganz besonders weh, auch wenn wir nur zu gut wissen, dass man eben auf einem kleinen Eiland nicht auch alle Annehmlichkeiten einer großen Insel haben kann. - Die Fluggesellschaft "Binter Canarias" ließ sich allerdings von dem politischen Flehen und Gemecker nicht beeindrucken, sondern bleibt bei ihrem Entschluss. - So erhielten 9 der 17 Mitarbeiter der Firma "Multiservicios Aeroportuarios SA" gestern ein paar Stunden nach dem Plenum noch ihre Kündigungsschreiben überreicht, eben mit der Begründung, dass man nun diese Arbeitsplätze nicht mehr benötigt, da nur noch die Chartermaschinen und die Iberia aus Madrid gereinigt werden müssten. - Die Kündigungen wurden für den 31. Dezember ausgesprochen, ab dem Zeitpunkt werden dann die Maschinen der "Binter" auf La Palma zwischen Landung und Start nicht mehr von Reinigungspersonal sauber gemacht, sondern das Kabinenpersonal wird sich dann notgedrungen darum kümmern müssen. - Die Gewerkschaft "Comisiones Obreras" hat nun ein Treffen mit den Angestellten der Firma für den 17. Januar angekündigt und auch sogleich mit einem möglichen Streik gedroht.

Gute Nachrichten gibt es aus Los Llanos, dort wurde nun eine blitzmoderne Kindertagesstätte eingeweiht, die "Escuela Infantil Municipal", in welcher nun Kleinkinder zunächst nur vormittags betreut werden. - Ein moderner Bau, mit viel Licht und Farben, und glaubt man den Reden der anwesenden Honoratioren, dann ist diese Konstruktion das erste nachhaltige Gebäude der Insel. - Gut, bei mir rutscht immer gleich der kleine Wutbürger in die Finger, wenn ich was von Nachhaltigkeit hören oder lesen muss, wo dieses Wort doch zu den am meist missbrauchten Vokabeln überhaupt gehört. - Aber ich spare mir heute die Kritik, auch wenn ich es lustig bis dolldreist finde, wenn man behauptet, ein Gebäude produziere kein CO2, (macht ein kaltes Stück Mauer eigentlich nie), wenn es doch an das regionale Stromnetz angeschlossen ist… - Dennoch, endlich mal eine gute Nachricht für viele Eltern in Los Llanos, die nun für Kleinkinder einen angenehmen Ort finden und professionelle Betreuung, so dass sich für viele, meist junge Familien, dadurch neue berufliche Perspektiven auftun. - Eine Randnotiz dabei, der Präsident des Gobierno de Canarias kam auch zur Eröffnung, er braucht wohl noch ein nettes Foto mit Kindern im kommenden Wahlkampf, allerdings kam der gute Mann wieder per Hubschrauber geflogen, was nach Aussagen einiger Kritiker jedes Mal an die 6.000 Euro an Kosten verursacht. - Das hinterlässt in all den großen Sparplänen, mit denen man uns gerade den Gürtel enger schnallt, einen ziemlich faden Beigeschmack, denn es fliegen an die 16 Maschinen täglich von Tenerife nach La Palma, für um die 80 Euro hin und zurück, da hätte man doch glatt von der Differenz eine weitere Erzieherin für eine Nachmittagsschicht fast 4 Monate lang bezahlen können. - Ganz abgesehen davon, dass der benutzte Hubschrauber eigentlich für Notfallflüge vorgesehen ist, um Kranke zu transportieren oder bei anderen Rettungseinsätzen zu dienen. - Um nun bei der vorhergehenden Nachricht zu bleiben, wer macht eigentlich den Hubschrauber sauber…



Freitag 14.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 22,7 Grad - niedrigste Temperatur 11,3 Grad

Kanarische Kiefer unter strengem Schutz
Aber wer schützt uns vor den Kiefern

In einer Überschrift darf man schon mal ein bisschen übertreiben. - Die Kanarische Kiefer bedroht uns nämlich nicht, zumindest noch nicht. - Allerdings wissen wir auch, dass dieser Baum sich Jahr für Jahr weiter nach unten "arbeitet" und der Bestand an Kiefern hier auf der Insel größer ist als je zuvor nach der ersten Besiedlungswelle durch Europäer. . - So gibt es bei einigen Menschen Bedenken, die Kiefern könnten sich zu weit ausbreiten und damit landwirtschaftliche Nutzflächen okkupieren, die dann für den Menschen verloren wären. Solch einen Gedanken hat nun der Sprecher der Partido Popular auf La Palma, Manuel Pérez Rocha ausgesprochen, und erntet damit prompt heftige Kritik, dabei hat der Mann nicht komplett unrecht, äußert aber seine prinzipiellen Befürchtungen sehr ungeschickt und lässt ihn nun wie einen Umweltfrevler dastehen, der die Kiefern abhacken will. - So hat der das sicher nicht gemeint, aber in der Tat, würde man die Kiefern durch den menschlichen Eingriff überhaupt nicht mehr anfassen, dann gelangten diese Bäume irgendwann auf bis auf Meereshöhe und würden La Palma in einen einzigen Kiefernwald verwandeln. - Gut, das ist nur eine Fiktion, aber wovon Manuel Pérez Rocha spricht, das ist in der Tat der Verlust von landwirtschaftlicher Nutzfläche, und das könnte sich irgendwann mal rächen. - Mehr meint der eigentlich gar nicht, wenn man seinen Artikel mal bis zum Ende liest. Wer nur die Überschrift packt, und dann quer liest ohne nachzudenken, der könnte wohl auf den Gedanken kommen, der gute Mann möchte die Kiefern bekämpfen. - Eigentlich geht es ja um den nicht gerade wünschenswerten Verlust an landwirtschaftlicher Nutzfläche, weil eben viele Äcker oder Weinfelder nicht mehr bearbeitet werden, und diese nun vom Kiefernwald langsam wieder in Besitz genommen werden. - Wieder in Besitz muss es heißen, denn diese Felder hat man ja auch mal dem Wald abgerungen, und der Wald holt sich diese Felder nun wieder zurück. - Das Problem dabei ist also die nicht mehr rentable Landwirtschaft, weniger die Kiefern, auch wenn von der Idee der Biodiversität ein reiner Nadelwald auch nicht wirklich der optimale Zustand ist. - Jetzt kommt halt die Frage, welche der gute Mann stellt, was passiert nun mit den verloren gegangenen Feldern, wenn wir die irgendwann wieder bestellen wollen oder müssen. - Denn wo nun mal die Kiefer wächst, da schützt diesen Baum auch die Strenge des Gesetzes, denn wir haben längst begriffen, dass die Kiefer elementar für den Wasserhaushalt der Insel ist und damit auch verantwortlich dafür, dass in den unteren Zonen, also da wo man die Kiefer verdrängt hat, überhaupt noch andere Pflanzen gedeihen können.

La Palma hat ja das ausgesprochene Glück gehabt, eine kleine Insel zu sein, auf welcher der Schiffbau nicht den Stellenwert eingenommen hat, wie das zum Beispiel auf Gran Canaria der Fall war. - Um Baumpech für den Schiffbau und die Erhaltung der Holzschiffe zu gewinnen, hat man mehr als die halbe Insel abgeholzt, ein Eingriff, von dem die Insel sich bis heute nicht erholt hat. - Auf La Palma gab es auch Schiffbau, allerdings eben in solch kleinem Rahmen, dass die Versuchung gar nicht da war, sich am kompletten Grün der Insel zu vergreifen. - Allerdings war die Insel auch schon mit weniger Wald bestückt, Brennholz, Bauholz und für alles Mögliche musste die Kiefer herhalten, eben so lange, bis man dann die Kiefern hier unter Schutz gestellt hat. - Das heißt nun nicht, dass man gar keine Kiefern mehr fällen darf, aber dafür muss man sich eine Genehmigung einholen und diese muss auch begründet sein, und landwirtschaftliche Nutzung wird in den allermeisten Fällen auch als Grund anerkannt, so dass wir die Sorgen des Manuel Pérez Rocha da auch nicht wirklich teilen können. - Es ist nämlich nicht abzusehen, dass wir die ganzen Nutzflächen wieder für die Landwirtschaft unter den Pflug nehmen werden. - Obwohl das eigentlich zu hoffen wäre, denn die Landwirtschaft auf La Palma könnte sehr wohl wieder viel mehr Bedeutung erlangen, und eben auch diese schwachen Einkommenssäulen Tourismus und Bauwirtschaft hervorragend ergänzen. - Auf jeden Fall ist es besser, die Kiefern bewachsen verlassene landwirtschaftliche Nutzfläche, als man lässt das alles brach liegen und nur noch Unterholz bewächst dann diese Flächen. - Da haben wir ja gesehen was passiert, wenn es dann brennt, dann bleiben diese Stücke Land völlig nackt und ungeschützt zurück und sind leichtes Opfer der Erosion. - Sollte man wirklich dieses Land erneut als landwirtschaftliche Nutzflächen brauchen, dann muss man halt die Kiefern wieder opfern, man hat das ja dann nicht zum ersten Mal gemacht.





Freitag 14.01.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1018 hPa

Rauchfrei auf den Kanaren
Mit Disziplin und Fragezeichen

Es sind jetzt gerade mal zwei Wochen nach Inkrafttreten des wohl strengsten Anti-Tabak-Gesetzes Europas, so sagt man zumindest, und der erste Eindruck zeigt einfach nur, dass die Raucher hier auf La Palma sehr diszipliniert vorgehen, und es keine Verstöße gegen dieses neue Gesetz zu vermelden gibt. - Wohl aber Unverständnis und Fragezeichen, denn eigentlich waren selbst die meisten Nichtraucher mit dem alten Gesetz einverstanden, nachdem sich einfach jeder aussuchen konnte, ob er in ein Etablissement für Raucher geht, oder in eines für Nichtraucher. - Dennoch achten eigentlich alle darauf, dem neuen Gesetz nachzukommen, die Aschenbecher sind gänzlich von den Tischen verschwunden und in den Kneipen ist es jetzt absolut tabu, sich einen Glimmstengel anzuzünden. - Allerdings beklagen sich die Gastronomen wohl über den Umsatzrückgang den die zu verzeichnen haben, denn viele Gäste bleiben jetzt einfach weg, die bleiben zu Hause oder treffen sich bei Freunden, um dort ihren rauchig-fröhlichen Abend zu verbringen. - Es ist noch zu knapp vom Zeitraum her, um Zahlen zu nennen, und wir wissen ja auch nicht so genau, wie heftig die "Krise" und die normal schrullige Januarsstimmung den gastronomischen Umsatz beuteln würde, aber einige Kneipiers die sprechen wohl davon, wenn das so weitergeht, dann müssten sie zumachen. - Nicht die Restaurants, die waren ja eh zum Teil schon für Nichtraucher reserviert, da gibt es kaum Veränderungen, sondern die kleineren Kneipen, wo man sich zum Feierabend getroffen hat um über Fußball, Furunkel und Politik zu sprechen, die leiden wohl an dem neuen Tabak-Gesetz. - Ich kann das ja an eigener Figur bestätigen, ich bin kaum noch weggegangen, nur noch zum Essen, aber nicht mehr zum empathischen Sitzaikido am Tresen, denn das macht einfach keinen Spaß mehr, wenn man zum qualmen wie ein Aussätziger dann vor die Tür muss und der Konversationskreis andauernd dadurch unterbrochen wird, weil Gesprächspartner plötzlich weg sind. - Im Restaurant habe ich das dann so erlebt, dass draußen vor der Tür dann die Party abging, weil man sich eben zum Rauchen dort trifft, und sofort ein gemeinsames Thema hat und in der Freude über kollektive Zustimmung vergisst, dass drinnen noch Tischgenossen warten, die nur zum Pinkeln aufstehen müssen. - Es geht, keine Frage, aber eine Ideallösung ist das nicht.

So suchen nun einige Gastwirte den Ausweg über private Raucherclubs, allerdings ist in dem Fall das Gesetz ziemlich eindeutig, denn es verbietet deutlich den Ausschank von Getränken in solchen Clubs, und wenn die Jungs alle auf dem Trockenen sitzen, dann macht das auch wieder keinen Spaß. - So basteln nun listige Advokaten an Schlupflöchern, wie das dann aber letztendlich aussehen kann, das müssen wir abwarten. - Weniger deutlich ist das Gesetz mit der Frage, darf man denn auf Terrassen rauchen, die von einer Pergola überzogen sind. - Es heißt, man darf rauchen, wenn nicht mehr als zwei Mauern diese Terrasse abgrenzen und diese sich "al aire libre" befindet, also an der "freien" oder vielleicht frischen Luft. - Nach meinem Verständnis trifft das nicht zu, wenn ein Dach darüber ist, allerdings lasse ich mich gerne überzeugen, dass selbst eine Pergola nicht Zugang zur "freien" Luft versperrt. - Darüber wird nun diskutiert, und man wird die genaue Übersetzung des Gesetzes für die praktische Anwendung abwarten müssen, oder ob die Leute aus dem Starkrauchermilieu dann weiterhin ihren Tisch einfach von der Terrasse auf den Parkplatz zerren, um endlich in der "aire libre" und zwischen einparkenden Fahrzeugen ihre artgerechte Mahlzeit zu sich nehmen können. - Was noch gemeldet wird, ist ein Anstieg der Zechprellerei, denn viele gehen halt zum Rauchen nach draußen, das erweckt ja nicht mehr den Argwohn eines Wirtes, manche kommen aber einfach nicht zurück, und sparen sich nach der Zigarette auch gleich noch die Rechnung. - Solches wird aber aus großen Städten berichtet, hier auf La Palma kennt man sich, und Zechprellerei ist ein ziemlich kurzfristiges Delikt und kommt hier höchst selten vor. - Auch berichten die Wirt von einer Beobachtung, die ihnen auch noch zu denken gibt, Fast-Food ist wieder im kommen, denn es gibt eben auch die Raucher, die eben in ein Restaurant gehen, ihr Essen schnell verdrücken, und dann auf Kaffee und Digestiv verzichten, und gleich wieder auf die Straße gehen, um dort die "aire libre" mit ihrem vorzüglichen Tabakduft zu bereichern. - Es ist noch alles viel zu frisch, um bereits Schlussfolgerungen zu ziehen, dennoch ist es schon bemerkenswert, wie diszipliniert hier solch ein einschneidendes Gesetz von den Menschen ohne zu Jammern umgesetzt wird.

Weiter noch ein Veranstaltungshinweis von unserem Kulturbeauftragten, wie immer kurzfristig abgesetzt…


Ich trau mich das ja fast schon gar nicht mehr so kurzfristig abzuschicken und spare mir Entschuldigungen. (Schäm-Smiley)

Vielleicht hat das trotzdem noch Platz:

DINOS BAND gibt nicht auf! Francisco, Juan und Ö(E)di machen weiter!

Auch wenn das erste Bandmitglied nun auf die Siebzig zugeht, wir werfen keinesfalls das Handtuch.

Der letzte Auftritt fand in der so genannten "Noche Blanca" statt, der langen Einkaufsnacht am 23. Dezember, auf der Plaza de España, vor dem "Eden". Auch wenn es hinterher Kritiker gab, meist in Foren hinter Nicks versteckt, allesamt aus dem traditionalistischen Lager, die Zuschauer gaben uns recht, es war großartig, auch wenn sich wenig Weihnachtslieder in unserem Programm finden. So richtig friedlich, weihnachtlich war jedenfalls die Mischung der Zuhörer damals, Palmeros von 16 bis 66, Resis, Urlauber aus ganz Europa, es wurde mitgesungen und -getanzt dass es eine wahre Pracht war. Und daran wollen wir anknüpfen, am

Freitag, den 14. Januar 2011, um 23 Uhr

mal wieder in der CAVERNA LIVERPOOL, direkt an der Durchgangsstrasse in Los Llanos, gegenüber der Milka-Bar. Die Stimmen, die immer schimpfen, der Konzertbeginn wäre zu spät, mögen sich zurückhalten. Wir hatten den letzten Auftritt dort extra um eine Stunde vorverlegt. Tja, trotzdem mussten wir warten, bis sich genügend Publikum eingefunden hatte. Kritisieren allein genügt nicht, hingehen muss man.

Zum Repertoire wenig Neues, das Beste aus den 60er und 70er Jahren - o.k., ein Song ist von 1985, also fast noch aktuell - ein bisschen Beatles, eine Prise Stones, ein kleines Set CCR und Dire Straits, das alles gewürzt mit Clapton und Santana. Hört sich doch gar nicht so schlecht an.

Fast vergaß ich.......auch die Nichtraucher haben nun keine Entschuldigung mehr für ihr Fernbleiben. Die Veranstaltung ist selbstverständlich rauchfrei.

Wir sehen uns?

Der Kulturbeauftragte






Donnerstag 13.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 24,5 Grad - niedrigste Temperatur 11,8 Grad

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Wählen gehen
Alles neu macht der Mai

Ich glaube ja immer noch an das Gute im Menschen. - Diese leicht antiquierte Weltanschauung wird zwar von vielen meiner Mitmenschen eher mit einem mitleidigen Lächeln quittiert, aber auf der anderen Seite würde mir das gar keinen Spaß mehr machen, wenn ich all das glauben würde, was ich eigentlich weiß. - Nicht zu viel nachdenken jetzt über den Satz, Sie wissen auch ganz gut, dass ich längst nicht alles schreiben kann, was mir am Tag so durch das limbische System flitzt. - Am 22. Mai sind auf den Kanaren Kommunalwahlen, es werden die Zusammensetzungen im Gobierno de Canarias gewählt, genau so wie in den Cabildo Insulares und auch in den 88 Gemeinden der Kanaren. - Auf der Ebene der Gemeinden kommen nun auch wir Wähler mit Migrationshintergrund ins Spiel, zumindest die EU-Bürger und die hiesigen Residenten aus Norwegen, Chile, Kolumbien, Ecuador, Paraguay, Perú und Neuseeland. - Jeder Bürger dieser genannten Länder besitzt hier kommunales Wahlrecht, immer wenn er eingetragener Bürger der Gemeinde ist, also das "Empadronamiento" besitzt. - Das haben eigentlich alle, welche hier wirklich wohnen, die NIE-Nummer, welche auch viele "Teilzeitbürger" besitzen, die berechtigt alleine noch nicht, das Wahlrecht auszuüben. - Voraussetzung ist aber auch, dass es geklappt hat mit der Aufnahme der Bürger in den "Censo Electoral", also die Wahllisten, und für Ausländer heißt das noch genauer "CERE" Censo Electoral de Extranjeros Residentes en España. - Meist wird man bereits bei der Ausstellung des "Empadronamientos" gefragt, ob man sein "derecho de voto" (Stimmrecht) ausüben will. - Wer das bejaht, der bekommt später vor den Wahlen einen kleinen Faltbrief von der "Oficina del Censo Electoral", und dieses Briefchen muss man dann zurückschicken und nochmals erklären, dass man wirklich vorhat bei den Kommunalwahlen, und übrigens getrennt auch bei den Europawahlen teilnehmen will. - Wer das alles erledigt hat, der steht dann auch im "Censo Electoral" und bekommt dann rechtzeitig vor den Wahlen auch seinen Wahlschein zugesandt. - Allerdings klappt das in der Regel nicht immer, oft geben die Gemeinden diese Erklärung über den Wahlwunsch nicht weiter an die "Oficina del Censo Electoral", oder aber man beachtet den kleinen Faltbrief der Behörde nicht, oder der kommt erst gar nicht an, weil wir ja alle wissen, dass man hier nur dann zuverlässig Post bekommt, wenn der Postbote einen kennt. - Die "Oficina del Censo Electoral" schickt übrigens nur einmal diesen kleinen Faltbrief heraus, und nicht jedes Mal vor einer neuen Wahl, so dass man sich dann selbst aktiv kümmern muss, wieder in den "Censo Electoral" eingetragen zu werden. - Ich hatte ja vor zwei Wochen schon mal darauf hingewiesen, allerdings mit irrtümlichen Informationen versehen, so machen wir das Ganze jetzt noch mal, nachdem ich mit zuständigen Leuten gesprochen habe.

Wer schon einmal hier gewählt hat, also die Wahlscheine per Post zugestellt bekam, der muss gar nichts machen, der bekommt diese Wahlbenachrichtigung immer. - Wer aber noch nicht wählen war, und sich auch an keine Post vom "Oficina del Censo Electoral" erinnern kann, der muss nun auf die Gemeinde gehen, und sich in den "Censo Electoral" eintragen lassen. - Das geht immer, auch noch kurz vor den Wahlen, dann allerdings nur noch in Verbindung mit einer "Reclamación", und so hat man mir angeraten, auf Mitte Februar als letzten Termin für den Eintrag in den Censo Electoral hinzuweisen. - Man geht also auf sein Rathaus, und erklärt dort, dass man in den Censo Electoral eingetragen werden will. Man benötigt dazu einen gültigen Reisepass und eben das "Empadronamiento", allerdings können die das ja auf der Gemeinde gleich einsehen, ob Sie wirklich dort gemeldet sind. - Dann müssen die Mitarbeiter dort Ihren Antrag weiterleiten an die "Oficina del Censo Electoral", und dann müssten Sie auch Ihren Wahlschein erhalten. - Einfach prüfen, ob man bereits im "Censo Electoral" eingetragen ist, das ist jetzt noch nicht möglich, die Gemeinden erhalten diesen erst ein paar Wochen vor der Wahl, und wenn man dann nicht drinsteht, dann muss man sich eben über eine Reklamation eintragen lassen. - Also lieber rechtzeitig eintragen lassen. - Viele Gemeindemitarbeiter kennen sich damit nicht aus, aber da kann man ein bisschen nachhelfen, in dem man sich dieses Formular gleich selbst ausdruckt, und einfach mitbringt in die Gemeinde. - Dann wissen die auch gleich um was es geht, sollte die Sprachgewandtheit nicht wirklich vorhanden sein. - In El Paso ist dafür eine Dame im ersten Stock namens "Adela" zuständig, von der habe ich auch die Informationen, und wer das Glück hat in El Paso zu wohnen, der wendet sich gleich an diese Dame und wird bestens und freundlich bedient. - In den anderen Gemeinden weiß ich natürlich nicht, wer da im Einzelnen für diesen Vorgang zuständig ist, man wird sich also an die Information wenden müssen. - HIER gelangen Sie übrigens auf die Eintragung über das Wahlrecht für im offiziellen Bulletin, und auf Seite drei gibt es auch das Formular, welches man sich bequem ausdrucken kann, und mit auf die Gemeinde bringen. - Vielleicht wollen die dann aber doch ein eigenes Formular benutzen, das kann ich Ihnen nicht sagen, wie denn nun der einzelne Beamte dort vorgehen will. - In diesem Auszug steht übrigens auch der wichtige Satz: (…) Tercera.-1. Todos los ciudadanos de la Unión Europea residentes en España pueden manifestar su voluntad de votar en España en las elecciones municipales en cualquier momento, en los ayuntamientos correspondientes a su residencia (….) - Jeder Bürger der Europäischen Union kann jederzeit auf der für ihn zuständigen Gemeinde seinen Wunsch manifestieren, an den Gemeindewahlen teilzunehmen. - Sollte also kein Problem darstellen. - Sie können sich ja auch den ganzen Text ausdrucken, sind ohne Anhang nur drei Seiten.

Ich muss leider immer wieder betonen, wie wichtig die Zusammensetzung der Räte der einzelnen Gemeinden sind, schließlich legen die letzte Hand an Flächennutzungspläne und Raumordnung, und können ganz entscheidend zum weiteren Gelingen, oder eben Misslingen, der Zukunft einer Gemeinde beitragen. - Also machen Sie auf jeden Fall von ihrem Wahlrecht gebrauch, das ist nicht nur ihr gutes Recht, sondern beweist auch ihr Engagement hier und hat auch viel mit dem Schleuderbegriff "Integration" zu tun, denn wer hier wählen geht, der bekundet damit auch, dass ihm hier die ganze Chose nicht völlig am Hintern vorbeischrammt. - Wen Sie wählen sollen, auch das könnte ich Ihnen schon sagen, man kann es bei mir ja auch oft genug lesen, aber so plump möchte ja nicht mal ich sein. - Jetzt sehen Sie erst mal zu, dass Sie in den "Censo Electoral" kommen, dann haben wir noch ein paar Monate Zeit, für die politische Bildung…



Donnerstag 13.01.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1018 hPa

Baustelle Flughafen
Alles neu, alles besser?

Es macht nicht so richtig Spaß an die neue und wunderbare Welt des großen Flughafenterminals auf La Palma zu glauben, wenn man immer nur von Verschönschlechterungen und neuen Stolperfallen berichten kann. - Da wäre zunächst die bittere Nachricht, dass die wichtigste Airline für den Flughafen La Palma, die Binter Canarias, in Zukunft ihre Flugzeuge nach der Landung auf unserer Insel nicht mehr von Reinigungspersonal säubern lassen will. - Gut, diese Flugzeuge sind, wenn sie auf La Palma landen nicht Stunden in der Luft gewesen, sondern gerade mal 30 oder 55 Minuten, je nachdem, ob die aus Tenerife oder Gran Canaria kommen. - Essen gibt es eh nicht an Bord, lediglich ein Bonbon und ein Glas Wasser, also sind die Maschinen auch meist nicht wirklich schmutzig, sondern die paar Papierchen und Zeitungen sollen nun die Stewardessen wieder wegräumen. - Kostendruck gibt die Fluggesellschaft als Grund dafür an, und man muss einfach mal abwarten was passiert, wenn mal eine Maschine landet, die durch ein winterliches Tiefdruckgebiet auf unsere Insel geflogen ist, und einige Passagiere diese Achterbahnfahrt mit bruchstückhaften Spendengaben ihrer letzten Mahlzeit quittieren. - Das kommt halt einfach mal vor, und dann wird es abzuwarten sein, ob denn die Flugbegleiterinnen darauf eine Antwort haben, oder der Pilot selbst, die in bereits dauerhafter Veränderung begriffene Paella vom Sitz schaben wird. - Gut, das wird die Ausnahme sein, aber eben gerade diese Ausnahmen bestimmen ja auch das Gesamtbild einer Dienstleistung. - Was hinten von der Maßnahme übrig bleibt, das sind Reinigungskräfte am Flughafen, welche nun ihren Arbeitsplatz verlieren werden. - Die Reinigung der Flugzeuge führt eine private Firma durch, welche nun ihre Belegschaft von 15 Mitarbeiterinnen auf sechs reduzieren muss, denn wenn Binter nicht mehr reinigen lässt, dann fällt mehr als die Hälfte aller Aufträge weg. - So bleiben nur noch die Charterflieger übrig, und auch die sind weniger geworden, und der Iberia-Flug aus Madrid. - Dafür reichen locker sechs Reinigungskräfte, und irgendwie steht man angesichts dieser immer kleiner werdenden Aufgaben am Flughafen von La Palma vor dem gigantischen neuen Terminal und fragt sich, was das Ganze eigentlich soll.

In dieser Fragwürdigkeit steckt aber auch noch jede Menge Irrsinn, angefangen mit dem neuen Parkhaus, welches nun als einzige Parkmöglichkeit zur Verfügung steht. - Es ist alleine schon schwer genug, den öffentlichen Parkplatz zu finden, und nicht den Personalparkplatz oder die für internationale Mietwagenanbieter reservierten Bereiche zu befahren, und ständig kommt es vor, dass Nutzer des Parkhauses sich in diesem Labyrinth der kognitiven architektonischen Rem-Phase verirren. - Wer dann aber einmal die falsche Einfahrt benutzt hat, einfach weil er dem ersten oder zweiten einladenden "P" gefolgt ist, und dann die Frechheit besitzt, auch noch in das Parkhaus einzufahren, ganz einfach weil das Rückwärtsfahren auf einer zweispurigen Einbahnstraße nicht nur verboten, sondern einfach blitzgefährlich ist, für den halten nun die Betreiber des Parkhauses eine weitere Überraschung bereit. - Wer versehentlich in den für Mietwagenfirmen reservierten Bereich eingefahren ist, und nun wieder raus will, der muss den fünffachen Tagesmietpreis berappen, sonst erhält er kein Ticket, welches ihm die Ausfahrt aus dem Bereich ermöglicht. - So steht das auf Ankündigungen überall im Parkhaus geschrieben, und dieser Akt der wirren Demenz ist eine klare Kampfansage an die freien und lokalen Mietwagenfirmen, welche sich kein Büro am Flughafen leisten wollen und können. - Denn gerade bei der Rückgabe der Mietwagen kommt es nämlich immer zu diesen Irrungen bei der Einfahrt in das dümmste Parkhaus der Kanarischen Inseln, und die Gäste sind irgendwann einfach nur froh, das Auto irgendwo abstellen zu können und endlich zum Abflug zu gehen. - Die lokalen Mietwagenfirmen sind dann die angeschmierten, und müssen ihre Fahrzeuge nicht nur stundenlang suchen, sondern dann dieses auch noch für viel Geld wieder auslösen. - Morgen findet nun ein Treffen der Vereinigung der kanarischen Autovermieter mit den Verantwortlichen des Flughafens statt, um nicht nur diesen Wahnsinn, sondern auch noch andere Unwirklichkeiten zu besprechen. - Daneben hätten wir theoretisch sogar noch Politiker, die eigentlich für so etwas zuständig sind, aber auf deren Hilfe verzichtet man gerne von vorneherein. - Warum nur? - Der neue Flughafen La Palma, eine Investition in die Zukunft, und wenn so unsere Zukunft aussieht, dann werde ich ganz schnell zum Nostalgiker.



Mittwoch 12.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 22,1 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Aufatmen in Fuencaliente
Die Südstraße ist wieder ohne Einschränkung befahrbar

Das ist mal eine wunderbare Nachricht, die nicht nur gut ist für die Bewohner und Gewerbetreibenden von Fuencaliente, sondern für alle auf La Palma lebenden Menschen überhaupt, und natürlich für die Besucher auch. - Nach gut einem Jahr ist nun die Straße zwischen Tajuya und Fuencaliente wieder frei befahrbar, nachdem dort notwendige Sanierungsarbeiten an der Straße immer für stundenweise Sperrungen gesorgt hatten. - Wir erinnern uns, nach den schweren Regenfällen im Dezember und Januar 2009/2010 brachen dort Teile der Straße ab und sorgten anfangs sogar für eine Komplettsperrung. - Nach dem Feuer im August 2009 war das der zweite heftige Schlag für die Gemeinde Fuencaliente, die so nicht nur an den Folgen des Feuers und der Regenfälle zu leiden hatte, sondern auch noch einen deutlichen Besucherrückgang in Kauf nehmen musste, weil man eben von der Westseite aus nur stundenweise erreichbar war. - Restaurants, Läden, Ferienhäuser und auch das große Hotel dort im Süden haben auch deutliche Verluste hinnehmen müssen, wer sich eben eingängig vor seinem Urlaub informiert hat, dem war klar geworden, dass er dort aus dem Süden nur zu bestimmten Uhrzeiten oder am Wochenende einfach in die anderen Regionen der Insel gelangt, und so strichen viele einfach diese Region in ihrem Besuchskalender. - Das kann man nun alles wieder aufheben, und auch die Spuren vom Feuer und den Murenabgängen sind nur noch bei genauem Hinsehen zu finden, und die südlichste Gemeinde kann sich endlich wieder als vollwertiges Ziel für Besucher und Reisende betrachten. - Die Arbeiten an der Straße dauerten so lange, auch weil man stundenweise den Verkehr wieder zirkulieren lassen musste, und man hat auch nicht nur das Notwendigste repariert, sondern gleich darauf Rücksicht genommen, dass diese Straße in gar nicht mehr all zu langer Zukunft sowieso komplett neu gebaut wird. - Das hat man klug gemacht, auch wenn es vielleicht dadurch teuer geworden ist und länger gedauert hat, aber so sind viele der jetzt getätigten Baumaßnahmen nicht gleich wieder hinfällig, wenn der Verkehrsweg dann völlig neu gestaltet wird.

Der Neubau der kompletten Südstrecke, von Mazo bis nach Tajuya auf der Westseite, der befindet sich gerade in der Phase der öffentlichen Ausschreibung und die ersten Enteignungen für Grundstücke werden angeleiert. - Es kann also noch nicht gleich und sofort losgehen, es sei denn, man teilt den Bau von vorneherein in Abschnitte, was auch sinnvoll wäre, denn natürlich gibt es beim Neubau der Strecke dann auch wieder Beeinträchtigungen in der Nutzung des Straße. - Leider haben wir noch nicht mitbekommen, wie und wann dann wo gebaut wird, und wo es den zu Störungen des Straßenverkehrs kommt, aber das wissen die wohl selber noch nicht so genau, denn das unterliegt ja dann auch der ausführenden Firma, welche Kapazitäten die an Arbeitskräften und Maschinen aufbringen können. - Auch kann es noch zu Verzögerungen bei den Enteignungen kommen, wenn da manche Grundstückseigentümer pokern oder gar vor Gericht ziehen, dann kann man sich auch noch auf derbe Verzögerungen einstellen. - Im Falle der Umgehungsstraße von Los Llanos verzögerten diese Geschichten rund um die Enteignungen den Baubeginn um fast zwei Jahre. - Aber wenn dann mal alles fertig ist, dann hat diese neue Südstraße sogar einen Fahrradweg, und das ist dann doch mal eine wirklich feine Angelegenheit, denn dieser Verkehrsweg ist einer der wenige hier auf der Insel, welcher ein einigermaßen ebenes Dahinradeln ermöglicht und nicht von den Bikern gleich absolute Kletterqualitäten fordert.



Mittwoch 12.01.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1021 hPa

Bananenbrei
"Frutín" heißt die neue Hoffnung am Bananenhimmel

Da nahm der Koch den Löffel, und schlug die Banane zu Brei. - Was wir doch für schaurigen Zynismus manchmal in Kinderreimen haben. - Aber darum geht es heute nicht, sondern um den wunderbaren Versuch, aus unserer gelben Wappenfrucht noch mehr zu machen, als subventioniertes Frischobst, welches seit vielen Jahren um seine freundliche Nutzung auf dem Markt kämpft. - Um die Preise einigermaßen stabil zu halten, kippen wir jedes Jahr Millionen Tonnen der Früchte auf die ewige Halde der Nachfragedeponie und der komplette Sektor lebt inzwischen mehr von den bezahlten Hilfen von 33 Cent pro Kilo als von dem tatsächlichen Verkaufswert der Früchte. - Dieser aberwitzige Prozess ist übrigens keine wirklich kanarische Erfindung, Stilllegungsprämien und Gelder für die künstliche Verknappung von Produkten werden in der lustigen Welt der europäischen Landwirtschaft seit Jahrzehnten nachhaltig und gewinnbringend angewandt. - Man könnte natürlich mehr aus den Bananen machen als Kompostgrundstoff, so braucht doch die Süßwarenindustrie auch Bananenpulpe und Extrakte, und auch gibt es den Markt der getrockneten Bananen, und genau dahin könnte man die Überproduktion, oder wenigstens einen Teil davon dirigieren. So abwegig oder fremd ist der Gedanke auch gar nicht, und seit vielen Jahren bereits spricht man von der verarbeitenden Industrie hinter der Landwirtschaft, gerade so, als wären die Kanaren bislang komplett an der Industrialisierung vorbeigerauscht. - Sind wir natürlich nicht, aber manche Prozesse dauern bei uns halt ein Tröpfchen länger. - Jetzt kann es aber bald losgehen mit der industriellen Revolution auf La Palma, denn inzwischen haben wir uns eine Produktionsstraße für Bananenbrei zusammengeschnorrt, genau so wie einen Trocknungsofen, und wenn wir irgendwann auch jemanden haben, der diese Maschinen bedienen kann und eine Idee, wie man denn diesen ganzen Ablauf koordiniert, dann könnte man theoretisch bis zu 10 Tonnen Bananen pro Tag verarbeiten. - Die Anlagen stehen in der alten Tabakfabrik in El Paso und hören auf den Namen "Frutín", und sind bislang noch Eigentum des Cabildo Insular, die jetzt mit einer erneuten Investition von 250.000 Euro für ein Kühlhaus dort den wohl den Gerätepark nun vervollständigt haben. - Insgesamt sind dort bereits mehr als 1,5 Millionen Euro verbaut worden, Gelder, welche zum Teil auch von der Europäischen Union kommen und wir uns auf diesem Wege erneut für die warmen Gaben öffentlich bei allen Unionsbürgern bedanken wollen.

Alles wunderbar, der theoretische Teil ist nun fast abgeschlossen, und ich bin mir eigentlich sicher, dass man den Betrieb der Anlage der inseleigenen Beratungs- und Verwurstungsfirma "Sodepal" anvertrauen wird, und dabei kommen denn gleich wieder die berühmten Sinnskrupel bei einem hoch. - Allein die Möglichkeit, Bananen zu Brei zu schlagen oder zu trocknen, ergibt in sich noch keinen Sinn. - Leider. - Da sind nämlich noch viele Fragen offen, angefangen von wer liefert, oder wer da liefern darf, und ob man nun ausschließlich Überproduktion dort verarbeiten will, oder dauerhaft produzieren. - Wer bekommt die Arbeitsplätze, wer bezahlt die Betriebskosten und am Ende kommt der eigentlich Hammer, gibt es denn überhaupt jemanden, der uns dann die dort erzeugten Produkte abkauft. - Wer die Rechnung ohne den Wirt macht, der kann schon mal eine Überraschung erleben, wer die Rechnung aber ohne den Kunden macht, der sollte sein Gesamtkonzept noch mal gründlich überlegen. - Sicher gibt es diesen Markt, aber hat dieser Markt auf uns gewartet, und wie sehen denn da die Chancen aus, Produkte aus einem Hochlohnland an die Süßwarenindustrie zu verkaufen, wo wir doch eigentlich sicher sein können, dass Bananenpulpe aus Billiglohnländern viel günstiger zu haben ist als unsere kanarische Pampe. - Oder vielleicht nicht, denn wir müssten ja für unseren Rohstoff nichts bezahlen, aber ich fürchte mal, dass die Kosten für den landwirtschaftlichen Grundstoff in diesem Industriezweig eh die geringsten Kosten darstellen, und auch die "Brüder in Bananen" aus Mittelamerika haben Überproduktionen, welche man umsonst oder billigst an die Industrie abgeben kann. - Bei aller freundlichen Hoffnung auf solche super Geschichten, aus dem lokalen Bananenüberschuss neue Produkte zu formen, habe ich halt ganz einfach diese Befürchtung anzubringen, dass wir unseren Bananenbrei nicht wirklich lukrativ auf dem Weltmarkt loswerden können, und den lokalen Markt zu bedienen das verbietet sich, da wir keinen Bedarf an solchen Produkten haben. - OK, man spricht von süßem Pudding, den man aus Bananen backen will, auch für den lokalen Markt, aber bei aller Güte, wie viel davon sollen wir denn essen, damit wir dieser Millionen Tonnen schweren Überproduktion irgendwie begegnen können. - Möge Gott, oder die Marktwirtschaft mir Irrtum schenken, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass wir uns mit dieser Industrie den nächsten Subventionshaken an Land gezogen haben.



Dienstag 11.01.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 26 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 18,9 - Temp. Min 6,6 - Feuchte 57 - 89 % Niederschlag 0 mm

Ciao Rita, Hola Chema
Sozialisten in Los Llanos wagen den Neuanfang

Der Vergleich mit den alten Zöpfen ist rein äußerlich schon nicht angesagt, denn Rita Gómez, die nun nicht mehr die Liste der PSC/PSOE in Los Llanos auf Platz eins kandidieren wird, ist alles andere als ein alter Zopf. - Dennoch steht Rita Gómez schon für den leicht angestaubten Kurs der Sozialisten auf La Palma, die irgendwie müde in der Opposition geworden sind, und sich eigentlich kaum mehr gewehrt haben gegen die scheinbare Allmacht der Coalición Canaria. - Ich kann nur hoffen, dass Rita Gómez nun die Politik nicht ganz verlassen wird, denn uns würde sie schon fehlen, diese durchaus streitbare Dame. - Allerdings darf man auch nicht vergessen, welch schlechtes Ergebnis Rita in den letzten Kommunalwahlen für die Sozialisten in Los Llanos eingefahren hat, und man darf wohl sagen, dass die Wählergunst hier auf der Insel neue Leute und neue Köpfe fordert, das allseits Bekannte wird inzwischen heftig abgelehnt, und in der Tat, mit einer Opposition, die nur noch die eigenen Wunden pflegt, wird man wohl auch zukünftig nicht gewinnen können. - Der Neue heißt José María de Vargas, ist Direktor des Oberstufenzentrums "IES Eusebio Barreto" und ist bekannter unter dem Rufnahmen "Chema", und soll nun genau den Sozialisten in Los Llanos das geben, was bisher fehlte, der Schwung, die Unbeflecktheit und ein blanker Sympathieträger. - Das kann wohl klappen mit José María de Vargas, denn sein Ruf als hart und gewissenhaft arbeitender Direktor einer der größten Schulen der Insel eilt ihm voraus, und er hat einen weiteren Vorteil, der zunächst als Nachteil versteckt ist. - Der gute Mann ist ein "Godo", also kein Canario oder Palmero, also nicht von hier, sondern vom spanischen Festland. - Der Ausdruck "Godo" ist nicht grundsätzlich beleidigend, bedeutet auf Deutsch "Gote", und wird hier etwa so benutzt, wie man in Bayern zu allem nichtbayrischen "Preiß" sagt. - Eigentlich mag man das nicht, dass sich "Zuagroaste" hier in die Politik einmischen, hat man doch immer noch einen Minderwertigkeitskomplex gegenüber den Festlandsspaniern zu verdauen, und auf Seiten der, doch nahe an einer Unabhängigkeitsbewegung stehenden Coalición Canaria, behauptet man doch immer noch, dass die Kanaren nichts anderes als eine geknechtete Kolonie des spanischen Zentralstaats seien.

Allerdings könnte genau dieser Faktor "Godo" José María de Vargas reichlich Stimmen einbringen welche nicht nur aus dem streng sozialistischen Lager sind, denn "Chema" hat den Vorteil, nicht dem lokalen Klüngel anzugehören und von ihm viel zu erwarten ist, aber keine familiäre oder freundschaftliche Vetternwirtschaft. - Und davon haben die Leute hier nun endgültig die Nase voll, werden wir doch hier, und Los Llanos seit Jahrzehnten in absoluter Mehrheit, von einem Interessenverbund lokaler Schwergewichte der Geschäftswelt regiert, welche sich hinter dem Mantel einer politischen Partei, eben der Coalición Canaria verbirgt. - Bei uns laufen keine Lobbyisten die Gänge des Cabildo Insular oder die Rathäuser auf und ab, bei uns sitzen die Lobbyisten gleich auf den Thronen der Korporationen, wie man so wunderbar an den Geschichten um Asphaltwerk, Baugenehmigungen und letztendlich auch solch Megalomanien wie der Autobahn und dem dritten Ausbau des Hafens von Tazacorte auch ablesen kann. Allerdings startet José María de Vargas aus einer ziemlich schlechten Position heraus, denn die Sozialisten in Los Llanos sind nicht nur traditionell nicht stark in der Stadt, sondern haben auch noch starke Gegner außer der Coalición Canaria, wie eben die Partido Popular, für die die politische Rückkehrerin Noelia García antreten wird. - Daneben steht dann ja auch noch der mit allen Wassern, auch übel riechender Art, gewaschene Anwalt Indalecio Pérez, der blitzgescheit für die neoliberale "CCN" angetreten ist, und auch aus seiner persönlichen Aversion gegen den jetzigen Bürgermeister Juan Ramón Marín in den vier Jahren nun reichlich populistisches Kapital geschlagen hat. - Allerdings weiß man nicht so recht, wie diese Splitterpartei "CCN" sich überhaupt für die kommenden Wahlen aufstellen wird, denn Gerüchten nach, werden sich viele der Kandidaten dieser Gruppierung wohl anderen Parteien anschließen wollen. - Das bleibt also ein Überraschungspaket, aber wenn Indalecio erneut antritt, dann sind dem äußerst streitbaren Anwalt viele Proteststimmen gegen den jetzigen Bürgermeister sicher. - Der kann einem eigentlich Leid tun, denn der hat ja nur das Erbe des ins Gobierno de Canarias entschwebten Juan Ramón Hernández angetreten, und diese Fußstapfen, die sind dem jetzigen Juan Ramón viel zu groß und auch viel zu glitschig. - So bleibt einem nur noch, den Sozialisten in Los Llanos zu gratulieren, denn eine bessere Alternative für den Sumpf und die Schlammschlachten der Interessen in Los Llanos als José María de Vargas, kann man gar nicht finden. - Da dürfte jedem aufmerksam beobachtenden Bürger eigentlich die Wahl im kommenden Mai leicht fallen, man wünscht sich halt händeringend mal ein neues, unverbrauchtes und noch nicht korrumpiertes Gesicht.



Dienstag 11.01.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Gegen Verkehr
Cumbre "Autobahn" macht Sorgen

Über die "Autobahn" hat lange keiner mehr gesprochen. - Der große "Masterplan" für die Insel, der "PIOLP" (Plan Insular de Ordenación de La Palma) müsste in den kommenden Wochen verabschiedet werden, und genau in diesem Raumordnungsplan für die gesamte Insel, taucht eben auch dieses verrückte Bauwerk auf, gegen welches sich vor nunmehr fünf Jahren bereits die erst große Protestwelle der Insel erhoben hat. - Auch wenn beide betroffenen Gemeinden, Breña Alta und El Paso diesen umstrittenen Verkehrsweg abgelehnt haben, ignorieren ja die übergeordneten Korporationen wie das Cabildo Insular und das Gobierno de Canarias den Wunsch der Anwohner, und halten zumindest planerisch, an dieser unnützen Megalomanie fest. - Ob die "Autobahn" wirklich kommt, das vermag niemand zu sagen, denn zu dringend sind andere Verkehrswege noch zu finanzieren und wie wir alle wissen, sind die öffentlichen Kassen derart strapaziert, dass solch ein Projekt eigentlich unbezahlbar erscheint. - Auf jeden Fall halten die verantwortlichen Politiker den Ball äußerst flach, und das seit Jahren bereits, weil man eben in der Diskussion um diesen neuen Verkehrsweg nicht wirklich punkten kann. - Es ist auch nicht zu erwarten, dass die Diskussion nun vor den Wahlen wieder aufflammt, man möchte gerne andere Punkte betonen und auch ist die Protestbewegung gegen diese ominöse "Autobahn" in den letzten Jahren ziemlich eingeschlafen. - So möchte man auch nicht unbedingt die vielen Sperrungen der Cumbre-Straße mit den "Autobahn" Plänen in Verbindung bringen, ganz einfach weil es zu abwegig erscheint, dort Zusammenhänge herzustellen. - Wieder, und das ist nun bereits die vierte oder fünfte Sperrung in diesem Winter, mussten die letzten sechs Kilometer Straße der Ost-West Magistrale der Insel gesperrt werden, weil Erdrutsche und Steinschlag diesen Straßenabschnitt unpassierbar machten. - Es handelt sich dabei um das Teilstück der Straße, welche bereits zweispurig in Richtung Westseite befahren wird, und dann durch den alten Cumbre-Tunnel ins Aridanetal führt. - Von West nach Ost nutzt man ja den neuen Cumbre-Tunnel, welcher deutlich tiefer liegt, und man sich so viele Kilometer an Wegstrecke spart. - Dieses Teilstück vor dem alten Tunnel ist wahrhaftig eine Bergstraße, mit steilen Böschungen und Abhängen, und immer wieder kommt es hier, angestiftet durch Regenfälle zu Erdrutschen.

Jetzt habe ich fünf Stellen gezählt, an welchen immer wieder Steinbrocken und abrutschende Erde auf die Straße fallen, und ohne groß angelegte Sicherungsmaßnahmen werden diese schwarzen Punkte auch nicht einfach wieder verschwinden. - Im Gegenteil, dort ist die Vegetation bereits völlig verschwunden, und nackte Erde und blankes Gestein warten nur darauf, ohne jegliche Befestigung immer wieder dem bekannten Drang der Schwerkraft nachzugeben. - So ist am Sonntagabend auch wieder an eine dieser Stellen Erdreich abgerutscht, und man musste daraufhin die Straße wieder komplett sperren. - Glück gehabt, dieses Mal, denn ein Fahrzeugführer konnte sich nur noch durch beherztes Rückwärtsfahren davor bewahren, von den Erdmassen begraben zu werden. - Es kann also jederzeit wieder passieren, auch ohne neuerliche Regenfälle, denn die Wassermassen des Dezembers haben bereits genügend Bruchkanten und Ausspülungen dort vorbereitet, um langfristig für Gefahr zu sorgen. - Wie gut, dass man den neuen Cumbre-Tunnel hat, denn nun kann man den gefährlichen Streckenabschnitt einfach sperren und leitet den Ost-West Verkehr dann auch durch den neuen Tunnel, und das nehmen die Autofahrer auch gerne hin, spart ein PKW doch dann etwa acht Minuten Fahrzeit von Ost nach West, und ein LKW sicher fast eine viertel Stunde. - Allerdings kann man diesen Trick nicht dauerhaft anwenden, wie viele fordern, da der Tunnel baulich nicht für Gegenverkehr ausgerüstet ist. - Es gibt keine Parkbuchten auf der Gegenfahrbahn, und sollte dann mal ein Fahrzeug wegen einer Panne liegen bleiben, dann gibt es wirkliche Probleme und die Ost-West Verbindung wäre dann komplett lahm gelegt. - Eine dauerhafte Lösung könnte also nur ein zweiter neuer Tunnel bringen, so dass man die kritische Straße überhaupt nicht mehr konditionieren und auch nicht mehr befahren müsste, und dann sind wir bereits beim nächsten Teilstück der "Autobahn", welche genau dieses Szenario vorsieht. - So kann das anfällige Stück Cumbre-Straße zukünftig dann auch als Argument pro "Autobahn" genutzt werden, auch wenn natürlich ein zweiter Tunnel das nicht zwingend vorschreiben würde. - Vielleicht höre ich aber schon wieder das Katzengras wachsen, oder vielleicht macht es mich einfach nervös, dass niemand mehr von der "Autobahn" sprechen will und mir so etwas dann immer unheimlich vorkommt. - Einen lustigen Nebeneffekt hat die Öffnung des neuen Tunnels in beide Richtungen noch, die Busse von Ost nach West sind nun nicht mehr pünktlich, sondern kommen viel zu früh in Los Llanos an. - Das hat in El Paso schon zu wirklichem Ärger geführt, denn wenn der Bus dort 10 Minuten vor der fahrplanmäßigen Zeit durchrauscht, dann nützt dem Fahrgast auch keine Pünktlichkeit mehr.





Montag 10.01.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Pisa, na und?
Sozialisten wagen endlich Kritik

In Deutschland sprach man mal von einem Pisa-Schock, das war, als man sich plötzlich in einer Disziplin nicht ganz vorne auf der Welt sah. - Eine Reaktion, zwischen lächerlich und bewundernswert, wie ernst man denn dort solche internationalen Vergleiche nimmt. - Und in der Tat, die haben das angefasst, und sind im Laufe der Jahre besser geworden. - Ob nun der einzelne Schüler was davon hat, oder das ganze System einfach nur mehr auf Leistung gebürstet wurde, das mag ich nicht zu beurteilen, aber immerhin, man kann was tun. - Da sind wir hier ein bisschen anders, vielleicht sogar noch ein bisschen schiefer als der emblematische Turm, denn Kritik von außen, das interessiert uns meist überhaupt nicht. - So nahmen die Kanarischen Inseln jahrelang auch überhaupt nicht an der Pisa-Studie teil, und wie wir nun wissen, auch aus gutem Grund. - Letztes Jahr war es nun endlich so weit, man stellte sich der "Konkurrenz" und erlitt hier auf den Inseln ein Pisa-Fiasko, welches das Bildungssystem der Kanaren auf einen der letzten Plätze ganz Europas verwies. - Wer nun allerdings vermutet, das hätte hier deutliche Kritik zur Folge gehabt, oder gar einen mutigen Schritt der Verantwortlichen, den muss ich enttäuschen, denn in dieser Materie und auch in anderen, ist das Gobierno de Canarias und damit hauptsächlich die Coalición Canaria zwar vielleicht nicht kritikunfähig, sondern einfach kritikresistent. - Es gab eine kurze Presseerklärung in der man sagte, dass man gewisse Ziele noch nicht erreicht hätte, und das war alles. - Kein Schock, keine Gegenmaßnahmen, und wer nicht wirklich der Presse auch tief in den Nebensätzen folgt, der hat das vielleicht auch überhaupt nicht mitbekommen, wie schrecklich beängstigend die Ergebnisse der Pisa-Studie hier ausgefallen sind. - Viele wissen auch gar nicht was das ist, und auf den Schulen, da war das auch überhaupt kein Thema, die Lehrer zumindest sprachen mit den Schülern gar nicht darüber, was allerdings wieder verständlich ist, denn die Lehrkräfte müssen sich ja auch einen Teil der Schuld dieses Versagens mit an die Brust heften. - Man kann aber nun nicht von den Lehrern verlangen, dass die eine "Reform von unten" auf die Füße stellen, und all die Verfehlungen der Bildungspolitik der letzten 10 Jahre auf ihre Kappe nehmen und von nun an 10 Stunden im Monat noch freiwillig arbeiten und die Kinder nachmittags zu Sonderunterrichtsstunden heranholen.

Auch mussten wir lange auf notwendige politische Kritik an unserem Bildungssystem warten, aber immerhin, nach nicht ganz zwei Monaten rafft sich nun Rita Gómez, bildungspolitische Sprecherin der Sozialisten zu einer Presseerklärung auf, die zwar richtig in der Sache ist, aber ruhig noch deutlich schärfer hätte ausfallen können, denn solch ein krasses Versagen fordert eigentlich wirklich auch personelle Konsequenzen. - Leider bringen diese Presseerklärung wieder nur die nicht linientreuen Blätter "La Voz de La Palma" und "elapuron.com", die meistgelesenen Zeitungen der Inseln haben den Text nicht, oder noch nicht aufgegriffen, und so kann ich die Leute der PSC/PSOE manchmal sogar verstehen, wenn die meine Kritik an den wenigen Presseerklärungen immer damit abtun, dass die sowieso nicht abgedruckt werden. - Rita Gómez, welche auch Bürgermeisterkandidatin für die Sozialisten in Los Llanos vor vier Jahren war, rechnet uns auch vor, dass in den Jahren von 2000 bis 2010 die Zuwendungen an die Bildungseinrichtungen auf den Kanaren, gemessen am "PIB" (Producto Interior Bruto) also dem Bruttoinlandsprodukt, von damals 0,19% auf jetzt 0,16% gesunken ist. - Interessant, mir fehlt nun ein Vergleich zum spanischen Festland dieser Zahlen oder zum europäischen Durchschnitt, denn dort finde ich nur die Gesamtausgaben für Bildung der öffentlichen und privaten Haushalte aufgelistet, und das ist dann natürlich nicht zu vergleichen. - Wie dem auch sei, es ist wohl sicher so, dass die Ausgaben für Bildung auf den Kanaren in den letzten Jahren ständig gesunken sind, und am deutlichsten wird das klar, wenn man sich die ständig steigenden Zahlen an ausgefallenen Unterrichtsstunden ansieht. - Das war früher nicht so, da wurden krankheitsbedingte Ausfälle sofort oder zumindest nach ein paar Tagen ersetzt, nun sind 5 bis 10 Fehlstunden pro Woche kein glatter Ausreißer mehr. - Sicher haben wir "Krise", und die öffentliche Hand muss sparen, aber sparen eben an der Bildung verlagert die Probleme eben noch weiter in die Zukunft hinein. - Rita Gómez erklärt auch die vielen Vorschläge, die über die Jahre aus den Reihen der Sozialisten für eine Verbesserung des hiesigen Bildungssystems gemacht wurden, welche aber aus Prinzip von der Coalición Canaria abgelehnt wurden, ganz einfach nur, weil es eben Vorschläge der Sozialisten waren. - Jetzt haben wir eben die Ernte eingefahren, und leider muss man befürchten, dass sich ohne eine kompletten Wechsel der Regierungsbeauftragten auch in der Hinsicht zukünftig nichts ändern wird. - Fast könnte man meinen, die Coalición Canaria möchte gar keine schlauen Canarios, die könnten nämlich sonst erkennen, wie der Hase so studiert.



Montag 10.01.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1020 hPa

Schweinebacken
Garafía muss Schweinerei selbst austragen

Vor ein paar Tagen durften wir ja über die wunderbare Lokalposse mit den ausgebüchsten Schweinen in Garafía berichten, und nun wird der Heimatfilm weitergedreht, auch Dank der rührigen Presse, die nun einfach verhindert, dass solche Geschichtchen komplett aus dem Bürgerinteresse verschwinden. - Die Gelackmeierten sind in diesem Fall nicht die Schweine, sondern die nahen Anwohner, deren Gemüsegärten immer wieder von der hungrigen Rotte heimgesucht werden und das Rathaus sieht sich außerstande, gegen diese Plage vorzugehen. - Nicht, weil man diese Schweine nicht einfach einfangen könnte, und dem beschlossenen Prozess der Kotelettwerdung etwas zu beschleunigen, sondern es gibt da ein rechtliches Problem, denn diese Schweine haben einen Besitzer. - Der allerdings kümmert sich nicht um die Schweine, bleibt aber der Eigentümer der Borstenviecher, und die Gemeinde hat nicht das Recht und auch schon gar nicht die Kompetenz, dem Mann die Schweine einfach wegzunehmen. - Das müssen andere Institutionen machen, das Landwirtschaftsamt, der Veterinär, oder meinetwegen ein Gericht, aber nicht der Gemeinderat oder ein Bürgermeister in Alleinfunktion, die können doch nicht darüber entscheiden, einen Bürger zu enteignen, das wäre ja noch schöner und würde interessanten weiteren Aktionen derbe Vorlagen bieten. - Die Presse hat es nun geschafft, dass diese Rotte an wilden Schweinen, allerdings noch keine Wildschweine, doch auch vom Landwirtschaftsrat der Inselregierung aufgenommen wird. - Der allerdings begreift den Ablauf der Geschichte nicht so richtig, und bietet der Gemeinde Garafía an, die Schweine in einer inseleigenen Viehzucht unterzubringen. - Wie die da hinkämen, das sei allerdings Sache der Gemeinde, und über die interessante Tatsache, dass diese Schweine auch einen Besitzer haben, darüber verliert der Landwirtschaftsrat keinen Ton. - Allerdings lässt er eine sehr interessante Neuigkeit raus, er hätte bereits vor acht oder neun Monaten in einem Gespräch mit dem Gemeindepolizisten dieses Angebot gemacht, die Schweine unterzubringen, das Ganze sei also nichts Neues. - Seit acht oder neuen Monaten weiß also der Landwirtschaftsrat der Insel von diesem Problem, hat aber bis heute dafür keine Lösung parat, sondern lässt die armlose Gemeindeverwaltung Garafía weiterhin alleine mit diesem schweinischen Problem.

Si tacuisses.. fällt einem dazu ein, denn nun gibt der Landwirtschaftsrat damit ja zu, dass er in einer ganz eigenen Materie nicht reagiert hat, und das großzügige Angebot, für die Schweine ein neues Heim zu bieten, das ist sowieso lächerlich, denn es geht doch gar nicht darum, diesen Schweinen einen neuen Unterschlupf zu bieten, sondern darum, auf welcher rechtlichen Grundlage man dem Eigentümer diese Schweine wegnehmen kann. - Das Volk, wenn es nicht gerade in Garafía wohnt, das freut sich über diese Geschichte, liegt doch jede Menge Satire bis Sarkasmus im Schweinkram versteckt, und wenn weder die Gemeinde noch die Inselregierung mit einer Rotte Schweine und einem undisziplinierten Landwirt nicht klar kommen, wie sieht das denn dann bei wirklichen Problemen aus. - Schwein gehabt, dieser Ausdruck bekommt dabei eine völlig neue Richtung, und ich bin immer mehr gespannt, auf welchem Grill denn diese Tiere mal landen werden.



Sonntag 09.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 19,7 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

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Zurückfinden in den Alltag
I declare Weihnachen vorbei

Für alle Mitteleuropäer ist Weihnachten doch schon ein alter Hut, was aus dem letzten Jahr, aber bei uns ist das noch nicht ganz verdaut, weil sich ja dieses dreifaltige Fest für uns bis zum 6. Januar hinzieht. - Die Geschenke sind nun aber auch schon verteilt, viele davon auch schon wieder umgetauscht oder kaputt, und morgen geht auch die Schule wieder los, was dann doch verdammt nach Alltag schmeckt und einem den Feiertagsgammel schon aus den verkrusteten Poren pusten wird. - Wir haben zur Probe unsere beiden Diven heute Morgen schon mal früh geweckt, zum gemeinsamen sonntäglichen Frühstück, und damit die sich wieder an eine andere Gangart gewöhnen. - Das mit dem Aufstehen und dem Frühstück hat auch geklappt, nur danach haben die Damen sich gleich wieder zum erfolgreichen Vormittagsschlaf zurückgezogen, das kann ja heiter werden morgen Früh. - Allerdings wurde wohl der Nachmittag dafür verwendet, all das notwendige Gebinde für die Schule schon mal zusammen zu suchen, und dabei haben beide sich auch ertappt, irgendwie dann doch so etwas wie Hausaufgaben über die Weihnachtsferien hinweg großzügig übersehen zu haben. - "Aber das haben doch die Lehrer auch vergessen, das ist immer so, das ist bereits Tradition, diese Hausaufgaben macht keiner, nun integriert euch mal ein bisschen…" - Da bleiben einem nicht sonderlich viele Argumente, aber die sind eh in den letzten Jahren immer dünnwändiger geworden, heranwachsende Jugendliche brauchen keine Argumente, wie man es denn anders machen könnte, oder gar wie die "Alten" es gemacht haben, sondern Unterstützung und langfristigen Rückhalt. - Und bitte keine Widerworte, seitens der Erziehungsberechtigten! - Sie sehen, wir erziehen das erste Mal, und manchmal zweifeln wir stark, dass wir wirklich erziehungsberechtigt sind. - Nicht wegen der genetischen und rechtlichen Umstände, da gibt es wirklich nichts zu fackeln, aber um Brötchen zu backen oder ein Brett gerade zu hobeln muss man drei Jahre lernen, und dann darf man noch nicht mal eine eigene Bude aufmachen, aber Eltern schickt man ohne die geringsten Vorkenntnisse an eines der größten Abenteuer unserer Zeit heran, und daraus soll dann die Evolution ihre Nährstoffe erhalten. - Nein, wir sind sehr zufrieden mit unseren Kindern, wirklich, wir sehen uns ab und zu mal abschreckend um, oder wenn es ganz wild zugeht und die Generationen mal wieder auf unterschiedlichen Ebenen kommunizieren, dann ziehen wir uns so ein paar nachmittägliche Zombieshows auf RTL-VOXSAT rein, und kriechen dann reumütig und stolz zu unseren Kindern zurück. - Auf der anderen Seite müssen meine Kinder ab und zu mal zwangsweise Al Bundy im Doppelpack sehen, und so hat das Fernsehen dann doch wieder etwas Sinnvolles in unser Leben gebracht, auch wenn die Macher dieser Formate sich das ganz anderes vorgestellt haben. - Das läuft schon, und in anderthalb Jahren, da ist die eine vielleicht schon weg, und wenn man diesen Gedanken an sich ranlässt, dann wird einem wieder ganz anders ums Gemüt, und sämtliche Prinziptestosterone fließen einem in Sturzbächen durch die Besserwisserdrüse direkt in die Kläranlage der konsequenten Erziehung. - Für uns, die "Alten" wird das morgen gar nicht so schlimm mit der Umstellung, klar, es geht früher los, aber es lockt auch eine ganz andere Lebenspraline, die wir eben nur ohne unsere Kinder so richtig genießen können. - Wenn die beiden Damen in die Schule gebracht wurden, dann klappen die beiden "Alten" zunächst den Alltag für 20 Minuten wieder weg, und auch den Kleidungsstreit der beiden Teenagerinnen, und wir kochen uns den zweiten Kaffee des Tages, ganz in Ruhe, und gehen die Dinge in unserer Geschwindigkeit an. - Das hat doch auch was, und nichts, vor dem man Angst haben sollte, der Alltag kann also ruhig kommen, wir sind gewappnet.



Sonntag 09.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1020 hPa

Unser tägliches Brot back uns heute
"Pan basura", Änderung der Ernährungsgewohnheiten und neue Normativen zwingen traditionelle Bäcker zum Umdenken

Brot ist absolutes Grundnahrungsmittel und besitzt in jeder Kultur auch einen extrem hohen Stellenwert. - Das ist hier nicht anders als sonst wo in der "Alten Welt", wenn auch das hiesige traditionelle Brot meist nicht den Anklang oder die Geschmacksnerven der Bürger mit Migrationscharakter treffen. - Muss es auch gar nicht mehr, in vielen Öfen auf der Insel bereiten längst migratorische Hände Schwarzbrot, Semmeln und Feingebäck, wobei die Breite des Angebotes da längst von den üblichen biologischen Panzerplatten auf Dinkel-Emmer Basis bis hin zu allwettertauglichem Schnittbrot reicht, so wie sich das der mitteleuropäische Magen und Darmtrakt so vorstellt. - Da ist die Versorgung inzwischen richtig gut, da kann sich niemand mehr beschweren, nur werden die Brezeln manchmal knapp, aber das ist ein anderes Thema… - Die lokale Bevölkerung ist aber mit diesem Sortenreichtum nicht wirklich glücklich zu machen, man probiert das mal, findet es interessant, bis sicherlich auch gesund, aber ein Abendessen mit Klappstulle und Leberwurst, das wird hier nichts, nicht in einhundert Jahren. - Die Kuchen und das Gebäck der mitteleuropäischen Bäcker, die finden hier aber auch deutlichen Anklang, der Palmero an sich ist ein "süßer Typ" und liebt jede Form von Gebäck und Diabetesberatung. - Hier wird aber weiterhin das "pan" gefordert, der etwa doppelsemmelgroße Wecken in abgerundeter Rautenform, so sah das Brot hier immer aus, und so wird man es auch weiterhin als Grundnahrungsmittel behalten. - Es gab eigentlich immer nur zwei Sorten, das normale, und das "pan de leña", was Holzofenbrot bedeutet, in den letzten Jahrzehnten aber nicht immer unbedingt aus dem Holzofen stammte, sondern rescher gebacken war und oft mit Anis oder anderen Kräuter verfeinert wird. - Und natürlich schmeckte das Brot aus jeder Bäckerei verschieden und in den ganz großen Zeiten des Brotverzehrs mit bester Logistik, da konnte man morgens von drei bis vier verschiedenen Bäckereien aus der Region das Brot ab Verkaufswagen wählen. - In den letzten 25 Jahren ist aber die Zahl der Bäckereien hier von 40 auf nunmehr 19 heruntergegangen, und es werden noch deutlich weniger werden in den kommenden Jahren. - Daran Schuld haben alle ein wenig, aber drei grundlegende Dinge haben sich eben selbst hier auf der konservativsten Insel ohne Halbmond verändert, und schlagen dem traditionellen Handwerk nun wie ein Semmelbröselsturm ins Gesicht.

Da ist einmal die Konkurrenz des "pan basura" (Müllbrot) aus dem Supermarkt, überall gibt es inzwischen diese Selbstaufbackstationen in Konsumhallen, und die schieben halt irgendwo auf der Welt vorgebackene Teighalbrohlinge in den Schnellbackofen, und heraus kommen solche interessanten Dinge wie Baguette, Pan Gallego oder sonst wo her, Ciabatta in allen nur erdenklichen Schreibweisen, und eben auch kleine normale Brötchen, welche dann die hiesigen konservativ hergestellten Brötchen ersetzen. - Dabei spielt der Preis durchaus eine Rolle, diese globalen Weckerl sind halt einfach billiger als das meisterlich geknetete Hausbrot eines wirklichen Bäckers, und so gräbt diese Konkurrenz wohl am Umsatz des lokalen Gewerbes. - Wobei da manchmal echte Graumsamkeiten aus den Öfen kommen, nicht ganz durchgebacken, oder bereits vertrocknet, so dass man diesen Ausdruck "pan basura" nicht immer, aber doch immer mal wieder durchaus anwenden kann. - Aber auch die Ernährungsgewohnheiten haben sich verändert, Weißbrot gilt auch hier halt inzwischen als nicht mehr zeiggemäße Sättigungsbeilage zum Mittag- oder Abendessen, und immer mehr Menschen verzichten inzwischen darauf, sich Brot zu den Pommes Frites oder den Nudeln auch noch einzuschieben. - Viele Kinder essen lieber Süßigkeiten oder gleich triefendes Backwerk anstatt des sonst üblichen "Bocadillo" und in den Kneipen wählt man oft schrecklich gequetschte Toastbrotscheiben mit diverser Füllung, oder die Krönung der modernen Ernährungsalpträume, mit Schinken und Käse gefüllte Croissants, die dann auch noch auf einem Bügeleisen für Nahrungsmittel heiß und platt gemacht werden. - Nein, das isst nicht jeder, aber es fällt halt auf, und natürlich ist es erlaubt seine Ernährungsgewohnheiten bunter und phantasievoller zu gestalten, aber man muss ja nicht jede Phantasie mögen. - Dritter deftiger Punkt sind drohende Normativänderungen, gebacken in den langen Fluren von Brüssel und Straßburg, welche zukünftig auch bereits seit Jahrhunderten bestehende Handwerksbetriebe aus den Innenstädte verweisen werden, und hier befinden sich die allermeisten Bäckereien eben genau da wo auch die Menschen leben, mitten in Wohngebieten.

Das alles hat dazu geführt, dass die traditionellen Bäckereien sich hier auf La Palma stark ausgedünnt haben und noch weitere Anstrengungen unternehmen werden, um nicht weiter vom Brotmarkt verdrängt zu werden. - Wird auch Zeit, denn ein bisschen Eigenkritik muss auch erlaubt sein, man hat halt all diesem Treiben viele Jahre lang zugesehen, aber nicht wirklich darauf mit neuen Ideen oder vielleicht Serviceverbesserungen reagiert. - Das ist halt ein sehr konservatives Handwerk, und genau die haben es halt besonders schwer, auf die Herausforderung der globalen Trends zu antworten. - Nun macht man das aber, und neun der 18 bestehenden Bäckereien haben sich zusammengeschlossen, und in der industriellen Zone von El Paso eine extrem moderne Großbäckerei aufgebaut, die zukünftig mehr als die Hälfte des gesamten palmerischen Marktes beliefern wird. - Panaderías Unidas de La Palma S.L. wird die neue Großbäckerei heißen, Vereinigte Bäckereien La Palmas, und natürlich bringt dieser Zusammenschluss zunächst große Kosteneinsparungen mit sich und zukünftige Rechtssicherheit bei der Standortwahl. - Nur mal so unter uns, die wollten zunächst eigentlich ins Industriegebiet von Los Llanos, die konnten aber keine Strom garantieren, sondern nur die Nachbarschaft zu einem Asphaltwerk, so war der Entschluss nach El Paso zu gehen recht schnell gefasst. - Aber nur einfach billiger produzieren zu können, das stellt die alte Bedeutung des handwerklich hergestellten Brotes auch noch nicht wieder her, die müssen nun trotzdem progressiv mit neuen Ideen an den Kunden herantreten. - Dabei dürfte auch die früher überall funktionierende Hausbelieferung eine Rolle spielen, welche sicherlich sehr kostenintensiv ist, aber da liegen wider Kapazitäten brach, und solch eine moderne Bäckerei, die müsste ja auch in der Lage sein, nicht nur rautenförmige Doppelsemmeln herzustellen, sondern vielleicht auch interessante Neuschöpfungen, rund um das ewige Thema Brot. - Nicht nur das Brot für die neun Bäckereien wird dort hergestellt werden, sondern auch der gesamte Konditoreibereich wird zukünftig in El Paso stattfinden, und wenn das ein Erfolg wird, dann haben sich bereits auch andere lokale Bäckereibetriebe angemeldet, sich diesem System einzugliedern. - In ein paar Wochen soll es losgehen, wir sind ganz gespannt, und wenn das gelingen soll, dann muss vor allem eins geschehen, das Brot muss schmecken.





Samstag 08.01.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 20,8 - Temp. Min 8,2 - Feuchte 21 - 79 % Niederschlag 0 mm

Ohne Asphalt ins Neue Jahr
Havarie im einzigen Asphaltwerk der Insel könnte für Druck sorgen

So ganz ohne Asphaltwerk geht es auf der Insel einfach nicht, das muss jeder anerkennen, nur ist es halt nicht nur eine Frage des guten Geschmacks, sondern auch der Gesetze, wo solche giftigen Industrieanlagen aufgestellt werden. - Der Hickhack um die beiden geplanten Werke im Aridanetal, in der Umgebung von an die 7.000 Bewohnern, der dürfte ja breit genug behandelt worden sein, um heute die ganze Geschichte nicht wieder erzählen zu müssen. - Es geht ja auch so weiter, denn wir haben ja ein funktionierendes Asphaltwerk auf der Insel, in der Gemeinde Fuencaliente. - Und die machen keine schlechten Geschäfte dort, ist man schließlich momentan der Monopolist, und diese Stellung dürfte dem Betreiber "Lopesan" auch nicht völlig unangenehm sein. - Aber nun melden die eine Havarie, und können seit dem 22. Dezember nicht mehr liefern, und als frühester Termin für die Reparatur wird der 18 Januar genannt. - So lange kann hier auf der Insel also nichts asphaltiert werden und eigentlich hat man Glück, denn zwei Wochen der Zeit sind ja eh schon für Feiertage drauf gegangen und mit Urlaub für die meisten großen Firmen, so dass man das Fehlen eines Asphaltwerkes auf der Insel bislang noch nicht wirklich wahrgenommen hat. - Das wird sich allerdings in den nächsten Tagen ändern, denn in drei Gemeinden stehen lokale Asphaltarbeiten an, und auch wird ja an der Nordstraße ständig gearbeitet, so dass nun der Ruf nach Asphalt dann doch dringlicher wird. - Das könnte natürlich dazu führen, dass nun der Betreiber der Anlage in Los Llanos und deren Befürworter plötzlich Rückendeckung erhalten, denn wenn nicht gearbeitet werden kann, weil der Asphalt fehlt, dann bleiben Dinge liegen und schlimmstenfalls muss man Leute wieder in den Urlaub schicken. - Für solche Meldungen wird man in den kommenden beiden Wochen dann auch schon sorgen, und uns das Schreckgespenst des Stillstandes auf der Insel vor die Nase halten, und daraus ableiten, dass man unbedingt mindestens ein weiteres Asphaltwerk auf der Insel braucht, um den Nachschub zu sichern.

Die paar Tage können allerdings die Arbeiten ruhig noch liegen bleiben, als wären solche Verzögerungen irgend etwas anormales auf dieser Insel, aber was passiert, wenn das Werk dort in Fuencaliente länger ausfällt, und so der Druck für eine Inbetriebnahme des Werkes im Industriegebiet von Los Llanos noch größer wird. - Nichts wird sich dabei ändern, denn rechtlich spielt es keine Rolle, ob anderswo auf der Insel ein alternatives Asphaltwerk steht oder nicht. - Allerdings könnten die wenigen Befürworter, die sich eigentlich nur auf das direkte Umfeld der Betreiber und der abnickenden Politiker der Coalición Canaria beschränken, plötzlich weitere Unterstützer finden, welchen man das Schreckgespenst von Stillstand und damit Agonie vergaukeln kann, und so die Arbeit der Gegner der Asphaltwerke im Aridanetal weiter erschweren. - Andere Beobachter vermuten gar hinter der jetzigen Havarie einen politischen Schachzug, das Asphaltwerk wäre gar nicht kaputt, sondern man spiele das nur vor, um eben genau auf die Notwendigkeit weiterer Anlagen hinzuweisen. - Das sehe ich allerdings nicht so, obwohl man manchmal gar nicht so krumm denken kann wie in dem Geschäft taktiert wird, denn Lopesan wird sich doch nicht sein eigenes Monopol kaputt machen wollen, mit dem man doch lecker Geld verdienen kann. - Richtig hart könnte es aber werden, wenn man nun feststellt, dass auch das Werk in Fuencaliente nicht die gesetzlichen Rahmenbedingungen erfüllen kann. - Das sollten wir uns momentan einfach nicht wünschen, so lange da noch Zweifel über die Werke im Aridanetal herrschen und ein ganz kleines bisschen, klammheimlich bisschen setzen wir uns damit auch der Floriansformel aus. - Sie wissen schon: Heiliger Sankt Florian, verschon´ mein Haus, zünd´ andere an.



Samstag 08.01.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Der Wolfsbarsch als Massenhysterie?
Fischer und Bürger berichten von weiterer Massenflucht der Zuchtfische

Mit den ausgebüchsten Wolfsbarschen, welche im Februar vergangenen Jahres aus den schwimmenden Käfigen vor der Küste Tazacortes und Tijarafes entkommen sind, hätte man locker auch die Speisung der 5.000 durchführen können. - Seit dem tummeln sich vor unserer Küste diese Wolfsbarsche, und keiner weiß so richtig, was dieser hier eigentlich nicht vorkommende Fisch mit unserem Ökosystem vor der Küste bereits angestellt hat. - Es gibt zwar Untersuchungen, aber deren Ergebnisse sind nicht wirklich verständlich, oder vertrauenswürdig, liegt doch der untersuchenden Behörde für Landwirtschaft und Fischerei daran, diese Fischfarmen als Wirtschaftsystem aufrecht zu erhalten. - Die Fischer aber berichten von drastischen Einbrüchen bei ihren eigenen Fängen, so seien kaum noch Sardinen, Makrelen und die kleineren "Bastardmakrelen" unterwegs, welche den Großteil des Fangs der Fischer ausmachen, denn das sind die "Brotfische" der Insel und des Petri-Gewerbes. - Der Wolfsbarsch ist wohl ein Räuber und man fürchtet eben, dass diese hungrigen Massen sich über die Kinderstuben der gesamten Meeresfauna der Insel hermachen könnten, aber wie gesagt, glaubhafte Einlassungen gibt es dazu noch nicht. - Leider liefert uns dazu auch die nahe "marine Schutzzone" Insel keine Daten, müssten das doch die ersten sein, welche auf solch ein, oftmals als dramatisch bezeichnetes Ereignis hin, Untersuchungen anstellen. - So ganz wissen wir also nicht, wo unsere Meinung hingehört, denn auch die Fischer neigen manchmal zu Übertreibungen, und eben Aussagen, welche ihrem Berufsstand dienlich sein könnten. - Was man aber inzwischen glaubhaft weiß, ist dass sich dieser Bestand an Wolfsbarschen hier vor der Küste nicht weiter vermehrt, denn alle "Lubinas", wie man hier sagt, welche aus den Fischfarmen entkommen sind, sind männlichen Geschlechts, und somit dürfte sich die Gefahr, welche diese Tiere für die Küstengewässer der Insel darstellen, zeitlich begrenzter Natur sein. - Wie man das weiß, dass alle diese Tiere männlichen Geschlechts sind, das habe ich mir von jemandem erklären lassen, der Ahnung davon hat. - Salopp gesagt, werden die Tiere als Jungfische alle zu "heiß gebadet", und dann entwickeln die sich zu männlichen Fischen. - Heiß gebadet werden die natürlich nicht, aber in den Aufzuchtbecken wird die Wassertemperatur auf ein bestimmtes Niveau angehoben, und damit verwandeln sich die bis dahin noch nicht geschlechtsdefinierten Jungfische zu männlichen Tieren.

Jetzt an den Weihnachtstagen brachen plötzlich wieder Gerüchte auf, es könnte zu einem neuen Massenentkommen von Wolfsbarschen aus den Käfigen gekommen sein, denn Fischer hätten von sehr vielen dieser Tiere in der näheren Umgebung der Fischfarmen berichtet. Das Meer war auch an diesen Tagen sehr wild, und könnte wohl dazu geführt haben, dass entweder die Netze eines Schwimmkäfigs beschädigt wurden, oder aber einfach die nach oben hin offenen Netze von schwerer Dünung immer wieder überspült haben, und so viele Fische entkommen sind. - Allerdings sagt der letzte verbleibende Betreiber der ehemals drei dort installieren Firmen, es hätte keinerlei Havarie gegeben, alles sei bestens, aber dort unten in Tazacorte traut man sich schon länger nicht mehr, und die Stimmung zwischen den verbliebenen Fischern und dem Betreiber der Fischfarm ist auch schon reichlich belegt. - Beweise für ein neuerliches Entkommen einer größeren Anzahl von "Lubinas" gibt es also nicht, und so tendiert man im zuständigen Amt für Landwirtschaft und Fischerei auch eher dazu, das Ganze als "rumorología" abzutun, also als Gerüchteküche. - Dennoch will man einen Techniker entsenden, welcher die Gemüter nun beruhigen soll, und falls doch wieder Wolfbarsche entkommen sind, würde man auch geeignete Maßnahmen ergreifen. - Dieser Satz allerdings entfacht bei den Fischern und den Bürgern des Hafenorts Puerto de Tazacorte inzwischen Magenkrämpfe, denn wie bitte sehen denn die "geeigneten Maßnahmen" aus, hat man doch bei der ersten "Massenflucht" der Wolfsbarsche auch nichts unternehmen können, als die Fischer aufzufordern, so viele "Lubinas" wie möglich zu fangen. - Da ist inzwischen Musik drin, dachte man zunächst vor ein paar Jahren noch, der Fischfarmbetrieb hier vor der Küste der Insel könnte ein wunderbares weiteres ökonomisches Standbein werden, so verdichtet sich nun der Widerstand gegen diese Einrichtungen. - Allerdings hält der kanarischen Rat für Fischerei weiterhin an diesem Modell fest und hat bereits weitere Fischfarmen vor der Küste der Insel genehmigt.





Freitag 07.01.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 11,4 Grad

Herzlich Willkommen auf La Palma
Der Umbau am Flughafen macht keinen guten ersten Eindruck

Und wir wissen ja, es gibt niemals eine zweite Chance für einen ersten Eindruck. - Gehen wir mal davon aus, dass der Bau dieses neuen Terminals gut durchdacht ist, und wenn erst mal alles fertig ist, dann auch für den Gast leicht zu nutzen. - Bis dahin allerdings hat man dem ankommenden und auch dem abfliegenden Gast so manche Hürde in den Weg gelegt und man fragt sich schon, ob denn das alles so notwendig ist, was man den Passagieren dort zumutet. - Eine Baustelle ist nie ein Hort des himmlischen Friedens oder der wohligen Ordnung, und mit solchem Verständnis geht wohl auch jeder von uns damit um, auch wenn man den Sinn dieses neuen Terminals eigentlich nicht so richtig begreifen will. - Gut, das Geld ist da, die Planung älter als ein Jahrzehnt, und wir erinnern uns, damals war Wachstum noch ein von Gott oder der Marktwirtschaft gegebenes Recht, und man hat die Passagierzahlen welche man auf La Palma erwartet sehr progressiv hochgerechnet. - Meistens kommt es anderes, und sowieso als wir planen, und seit drei Jahren nun sinken die Passagierzahlen auf La Palma wieder, und sind jetzt bereits wieder unter die eine Million pro Jahr gerutscht. - Ausgelegt ist aber dieses Terminal für bis zu 3 Millionen Passagiere, da ist also noch Platz, und irgendwie hat man das Gefühl, man hat dabei erwartet, dass jeder einzelne davon mit einem PKW anreist und den im Parkhaus stehen lassen will. - So hat man vor etwa anderthalb Jahren das neue, jetzt als "altes" zu betitelnde Parkhaus eröffnet, auf zwei Etagen, wobei eine niemals in Betrieb genommen wurde, und die andere selten mehr als zu einem Drittel ausgelastet war. - Macht aber nichts, denn man baute ja gleichzeitig noch ein zweites Parkhaus, falls es eng wird mit den Stellflächen hat sich vielleicht jemand gesagt, aber die Erfahrung lehrte uns ja etwas anderes und so schließt man nun das "alte" neue Parkhaus bereits wieder nach nicht einmal 2 Jahren Betrieb, und wickelt alles in Zukunft über das "neue" Parkhaus ab, welches unter dem neuen Terminal liegt. - Wer sein Auto noch im "alten" Parkhaus stehen hat, der verliert seinen Wagen allerdings nicht, aber er muss sich eben an das Flughafenpersonal wenden, um sein Auto wieder auszulösen. - Klar, man braucht diese ganzen Parkflächen gar nicht, da hat man sich heftig verplant, und man darf ja auch dabei nicht vergessen, dass solch ein Parkhaus auch noch reichlich Betriebskosten erzeugt. - Das wird dann auch wohl der Grund sein, dass man das "alte" Parkhaus schließen will, wobei aber wieder andere Quellen sagen, die hätten Probleme mit der Dichtigkeit in der oberen Etage gehabt, und müssten das nun aufwendig reparieren. - Das glaubt man dann als erfahrener La Palma Bewohner auch wieder sofort, es gehört nicht wirklich zu unseren ausgezeichneten Stärken, Gebäude perfekt gegen den Regen zu sichern. - Wollen wir das mal so ausdrücken…

Für die nun anreisenden Gäste wird es zunächst nicht schwieriger, im Gegenteil, der Weg zum Mietwagen wird etwas kürzer, da sich ja das neue Parkhaus direkt unter dem neuen Terminal befindet. - Der Weg dorthin ist nicht allzu schwierig zu finden, es gibt Hinweisschilder zum "Meeting Point" und dann muss man halt im neuen Parkhaus zunächst seine Ebene finden, "S0" "S1" oder "S2", und auf jeder Ebene gibt es wieder unterschiedliche Treffpunkte, je nachdem, bei welcher Autovermietung man seinen Wagen bestellt hat. - Da wird es dann darauf ankommen, wie gut die Ankunft vom Vermieter beschrieben wird, aber so richtig verloren haben wir auf dem Flughafen auch noch keinen Gast, nur manchmal dauert es dann halt einfach etwas länger. - Wer dann seinen Wagen hat, der muss darauf achten, auf keinen Fall ohne bezahltes Ticket sich in Richtung Ausfahrt zu begeben, denn wenn man erst mal an der Schranke steht, und keine bezahltes Ticket hat, dann verursacht man eine unangenehmen Stau, denn an der Schranke gibt es keinen Weg zurück, oder eine zweite Schranke daneben, wie das noch im "alten" Parkhaus der Fall war. - Auch wird man sich schon beim Herausfahren aus dem Parkhaus denken, wie gut, dass ich eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung abgeschlossen habe, es ist sehr eng dort drin im Parkhaus, und schon nach ein paar Tagen Betrieb, sehen viele Ecken dort im Parkhaus recht angefressen aus. - Man muss auch daran denken, dass man zunächst aus dem Parkhaus nun Richtung Süden geleitet wird, und dann über den Kreisverkehr zurückfahren muss, damit man sich dann noch mal am gesamten Flughafenkomplex visuell erfreuen kann. - Gibt man nach einem entspannten Urlaub dann seinen Wagen wieder ab, dann kommt erst richtig Freude auf, denn irgendwie haben es die Schildermacher nicht wirklich gut und einfach mit uns gemeint, es ist gar nicht so einfach, die richtige Einfahrt ins Parkhaus zu finden. - Die erste Falle sind die Personalparkplätze, denn da steht auch "P", und wer dort hinein fährt, der kommt nur rückwärts wieder raus, was ein reines Vergnügen darstellt. - Also die erste Versuchung gleich abschlagen, und dann gibt es noch zwei Möglichkeiten etwas falsch zu machen, weil man sich schnell entscheiden muss, welchem weiteren "P" Hinweis denn nun folgen sollte. - Das hängt auch wieder davon ab, welcher Autovermietung man seine Urlaubsbewegung anvertraut hat. - Die meisten lokalen Anbieter, die haben ihre Autos auf der öffentlichen Ebene "S2", und um dahin zu gelangen, muss man auch die zweite Verlockung mit dem "P" und dem Hinweis "Terminal" überstehen, und zunächst weiter in Richtung "Mazo" fahren. - Dann aber kommt die letzte Parkhauseinfahrt, sieht im Moment noch ein bisschen wild aus, aber man darf ruhig in dieses dunkle Loch reinfahren. - Aber auch nun muss man gleich wieder aufpassen, die linke Einfahrt ist wieder nur für bestimmte Autovermietungen, und nur die rechte Spur führt ins "öffentliche Glück", und da wollen zumindest die meisten derjenigen hin, welche sich einen Wagen bei einem lokalen palmerischen Anbieter angemietet haben. - Sicher wird Ihnen aber Ihr Vermieter den richtigen Weg ins Parkhaus gerne zeigen, auch im eigenen Interesse, denn verstreute Autos in dem Labyrinth des Parkhauses zu suchen, das ist die Lieblingsaufgabe der Mitarbeiter der Mietwagenfirmen. - HIER können Sie eine bebilderte Anleitung zur An- und Abreise ansehen, aber die gilt eben nicht für alle Autovermietungen, sondern ich habe die natürlich für Nutzer gemacht, die bei unserem Partner "Auto Yanes" anreisen. - Wer also woanders ein Auto gemietet hat, der sollte sich bitte bei seinem Vermieter genau erkundigen.





Freitag 07.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1016 hPa

Ab in die Berge
zum Arbeiten

Über 1.000 Kilometer Wanderwege erwarten den Aktivurlauber hier auf der Insel, da muss Hein Neckermann schon ganz schön fit sein, um auch nur einen Teil dieser touristischen Ressource der Insel zu entdecken. - Aber auch Pedro Palmero muss sich ganz schön strecken, um eben diese 1.000 Kilometer Wanderwege in Form zu halten, denn der Zahn der Erosion und wuchernde Pflanzen nagen heftig an der einfachen Begehbarkeit unserer Wanderwege. - Da kommt es schon mal vor, auch mehr als einmal, dass gewisse Wege für Wochen oder Monate gar nicht erreichbar sind, da die Arbeiter vom Cabildo Insular, welche die Wanderwege betreuen, einfach nicht hinterherkommen mit ihren Aufgaben. - Keine Frage, dass auch noch diese sinnferne "Krise" den Unterhalt der Wege nicht wirklich einfacher gemacht hat, schließlich kostet es einen Haufen Geld, diese Wege in Schuss zu halten. - Mittendrin gab es auch mal die unselige Diskussion, ob man denn nicht den Besucher oder Nutzer der Wanderwege mit beteiligen sollte an den Unterhaltskosten, was in dem blödsinnigen Versuch endete, für die Nutzung der Wanderwege bei Los Tilos Eintrittsgeld zu verlangen. - Das war ein Versuch der Gemeinde Los Sauces, der allerdings profan scheiterte, denn die dürfen als Gemeinde überhaupt keine Gebühren für die Nutzung öffentlicher Wege kassieren, und haben das nie wirklich einsehen wollen. - Was die dürften, das wäre Geld zu nehmen für einen Parkplatz, den die Gemeinde stellt, oder Eintritt für ein Museum, ein Besucherzentrum, oder Dienstleitungen anzubieten, welche der Gast freiwillig in Anspruch nehmen kann, nicht aber für das Betreten öffentlichen Geländes, und so ist dieser Versuch, nach reichlich destruktiver Diskussion, inzwischen endgültig gescheitert. - Das heißt aber nicht, dass diese Diskussion irgendwann nicht wieder aufgegriffen wird, diese lustigen Vorbilder mit Kurtaxe oder anderen fragwürdigen Gebühren, die bleiben halt jedem Kämmerer angesichts leerer Kassen immer mal wieder im Sinn stecken.

Jetzt kommt aber Erleichterung, das Arbeitsamt hat einem Projekt zugestimmt, welches die Inselregierung angeregt hat, und nun stellt man für ein halbes Jahr 48 bis dato erwerbslose Personen ein, die sich zukünftig an der Seite der Landschaftspfleger des Cabildo Insular um die Wanderwege und Bergregion im Allgemeinen auf der Insel kümmern sollen. - Das klingt gut, 48 Personen, das ist auch nicht wenig, da kommt man schon mal voran, und wenn man denen die richtigen Anweisungen und das richtige Gerät zur Seite stellt, dann putzt man locker viele Kilometer unserer Wanderwege. - Die Arbeitslosen stammen allesamt aus dem Sektor Bau und Landwirtschaft, und man möchte das Ganze auch als Ausbildung verstehen, und behauptet frech bis stolz, dass diese Kräfte nach der Maßnahme bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hätten. - Gut, das müssen die sagen, sonst bekommen die das Geld nicht vom Arbeitsamt, denn unsere, oder auch andere Cabildo Insulares können sich weitere Angestellte, als die man sowieso schon hat, überhaupt nicht leisten, und die so genannte "Freie Wirtschaft", die stellt keine Wanderwegsfachgehilfen oder Oberforstsubstitutenanwärter ein, sondern diejenigen, welche es billiger machen als andere. - Aber das soll nun nicht das grundsätzliche Thema über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und dem Sinn solcher werden, sondern wir freuen uns einfach, dass nun im kommenden halben Jahr mit deutlicher Unterstützung die Wanderwege der Insel wieder deutlich besser auf Vordermann gebracht werden, und das alleine ist doch schon mal was. - Im Frühtau zu Berge - und wenn das Arbeitsamt da auch mitmachen will, dann soll uns das recht sein.




In der Caldera de Taburiente




Donnerstag 06.01.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 30 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 25,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Kurzgedöns am Feiertag
Langsam abschütteln den Fiesta-Stress

Es wird Zeit, dass alles wieder normale Wege geht. - Seit Weihnachten nun erlebt die Insel einen ziemlichen Ausnahmezustand, drei Feste hintereinander, das zehrt an den Nerven und an der Gesundheit. - Jetzt noch ein verlängertes Wochenende und der Alltag hat uns wieder, und dann können wir auch endlich erneut in die Hände spucken und die ganzen Dinge nachholen, die wie eben seit Weihnachten für "después de las fiestas", also für "nach den Feiertagen" verschoben haben. - Das Problem dabei ist, dass man selber auch faul wird, und heute Mittag war das so, dass wir unser Mittagessen eingenommen haben, noch bevor unsere große Tochter überhaupt gefrühstückt hat. - Sie hat trotzdem ganz normal ihren Toast und das Müsli verzehrt, und wird dann das Mittagessen nach unserem Abendessen einnehmen, und wir haben nur noch drei Tage, diese innere Zeitverschiebung bei dem Teenager wieder schulgeläufig zu machen. - Meine Frau bekommt das schon hin, ich habe längst aufgegeben ein verantwortungsbewusster Vater zu sein, ich habe bereits damit begonnen, mich bei meinen Töchtern für die Rentenzeit und mein später drohendes körperliches Siechtum einzuschleimen. - Wobei wir allerdings auch schon wieder ein bisschen Angst haben vor dem Schulbeginn, und ob wir denn einfach wieder so um halb sieben aufstehen können, nach dieser langen Zeit der weihnachtlichen Agonie. - Wird schon werden, und ab nächster Woche funktioniert die Insel auch wieder im Normalmodus, wobei wir jetzt bitte keine Grundsatzdiskussion über den Begriff "normal" beginnen.

Das Wetter hat sich prächtig gemausert über die Feiertage, das anfangs sehr zögerlich und fast debil wirkende Hoch hat alles an meteorologischen Grausamkeiten weit genug in den Norden geschickt. - Allerdings kann es morgen noch mal zu einem kleinen Unfall kommen, ein weit im Norden liegendes Tief hat mal wieder einen Ausläufer weit nach Süden gestreckt, und kann uns noch erreichen. - Allerdings nimmt die Wahrscheinlichkeit dafür laufend ab und wir können gut hoffen, diesen herrlichen Jahresbeginn mit Kaiserwetter ohne Kaiser bis locker noch in das letzte Monatsdrittel zu bewahren. - Denn das uns schützendes Hoch rackert sich langsam wirklich zum ersehnten Azorenhoch auf, und wirbelt, wie weiland ohne diese ständige Angst vor dem Klimawandel, alle Tiefs weit genug in den Norden. - Einziger Tropfen mit Wermut sind die sehr frischen Nächte, denn in den sternenklaren Nächten sinken dann bei uns hier die Temperaturen auf den absolut letzten zugelassenen Wert von bis zu 10 Grad ab, über Null versteht sich, das mit dem Kälteheldentum, das überlassen wir gerne Ihnen dort in dem fernen Land, wo sich im Winter sogar der Aggregatszustand von Wasser ändert. - Blöd ist das mit der nächtlichen Kälte in sofern nur, dass wir armen Raucher nun nur noch mit dicker Kleidung weggehen können, da wir ja um unserer Sucht zu frönen nun immer nach draußen gehen müssen. - Bislang bin ich noch kein einziges Mal im neuen Jahr weggegangen, aus Angst oder Unsicherheit, und die restlichen Familienangehörigen haben bereits Wetten abgeschlossen, wann ich denn wieder kneipenaktiv am Leben teilhaftig werde. - Ich weiß es nicht genau, aber bei 10 Grad, da hört der Spaß bei mir auf, aber zwei lange Unterhosen übereinander anziehen, das trägt dann doch ein bisschen auf und außerdem hält sich das dünne Zigarettchen mit den Skifäustlingen so schlecht und fällt mir dann immer in die Moonboots. - Nicht stinkig werden jetzt, meine Frau, meine Kinder und meine Katzen müssen das täglich ertragen, Sie nur 10 Minuten lang…



Donnerstag 06.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1014 hPa

Vom Weihnachtsgeschäft in den Schlussverkauf
Optimismus als Massendroge

2011 muss besser werden als das vergangene Jahr, irgendwie bekommen wir das schon hin. - Die Hälfte der "Krise" findet ja eh im Hirn statt, und nur die andere Hälfte in der Geldbörse, allerdings reicht diese Hälfte immer noch aus für jede Menge Alltagsblues. - Aber die Zeichen stehen gut. - Die Zahl der Arbeitslosen ist auf La Palma im vergangenen Dezember das erste Mal im ganzen Jahr unter die Zahl von 9.000 gerutscht, nämlich auf 8.935, und auch wenn es sich lediglich um eine kosmetische Korrektur dabei handelt, so ist es doch ein kleines Zeichen, und wer sonst nichts hat, der nimmt halt Symbolik mit in sein Tagesstreben auf. - Das Weihnachtsgeschäft muss wohl gut gelaufen sein, das heißt in dem Fall, besser als befürchtet, und auch da finden wir wieder dieses kleine Fanal des gefühlten Aufschwungs, der Fallschirm hat sich doch noch entfaltet, und im Vergleich zur Fallgeschwindigkeit der letzten beiden Jahre, kommt uns nun das lockere Herabschweben schon wie ein wunderbarer Aufschwung vor. - Auch verkauft man seit Anfang des vergangenen Monats plötzlich wieder sehr viel mehr Bananen auf die Halbinsel, und die Packer mussten sogar noch am Heiligen Abend selbst arbeiten, um die geforderten Menge in Kartons und auf die LKW zu bringen, und wie ist das nun mal auf einer Bananeninsel wie der unseren, Banane gut, alles gut. - Selbst bei uns liefen in den letzten Tagen ungewöhnlich viele Buchungen ein, es ist fast so, als wollten wir nun alle endlich den Grauschleier der jahrelangen "Krise" abwerfen, so wie das die fröhlichen und immer gut aussehenden Menschen in der Waschmittelwerbung auch tun und bedienen uns dabei eines leicht zu erkennenden, aber dennoch legalen Tricks, wir vergleichen unsere Zahlen an denen der beiden "dunklen Jahre" 2009 und 2010, und schon lässt sich da so was wie ein Aufschwünglein basteln. - Auch in den Gesprächen kommt es gar nicht gut an, wenn man davon spricht, dass die iberische Gesamtkonjunktur sich auch in diesem Jahr noch nicht wesentlich verbessert, maximal auf tiefem Niveau stabilisiert, solch düsterer Realismus ist out, solch zersetzendes Gedankengut nicht mehr opportune Bürgerhaltung und überhaupt, was interessiert uns Madrid und die "Krise", wir legen jetzt mindestens den zweiten Gang ein und tun so, als wäre der nächste Anstieg auf unserem Weg eine einladende Gerade.

Das bisschen was die Tagespresse heute hergibt passt dazu gut ins Bild, überall werden Rekordbeteiligungen der Bürger an den öffentlichen Umzügen der Heiligen Drei Könige gemeldet, 2011 fängt gut an und wer zuhause bleiben will und weiter "Krisensinn" blasen will, der verliert vielleicht den Anschluss an den selbst gebastelten völkischen Aufschwung, denn wer zu spät zu träumen beginnt, den bestraft die Realität. - Wir haben halt einfach alle die Schnauze voll von "Krise" und düsteren Aussichten, und erklären nun einstimmig das Jahr 2011 zum Jahr des Aufschwungs, und werden pragmatisch darauf verzichten, das mit Zahlen oder Statistiken untermauern zu müssen, wir glauben einfach daran und wir wissen doch alle aus tausendjähriger katholischer Erfahrung, das Glauben zunächst nichts anderes bedeutet, als nicht wissen zu müssen. - Jetzt geht das wohl wunderbar verlaufende Weihnachtsgeschäft fast nahtlos in die "Rebajas" über, also den Schlussverkauf, und aller Motor unserer Wirtschaft bedeutet ja nichts anderes, als dass der Rubel, oder noch besser der Euro rollen muss und wenn man sich dann noch den doppelt eingesprungenen Wirtschaftsrittberger gönnt, nämlich was man vorne ausgibt, das kommt hinten wieder rein, dann kann doch gar nichts mehr schief gehen mit unserem kollektiven Selbstbauaufschwung. - Alles nur eine Frage der Stimmung und der guten Laune, und selbst das rigide neue Tabakgesetz hier in Spanien hat bereits für neue Umsätze gesorgt, Nikotinpflaster, elektronische Zigaretten, Standheizungen mit Gasbetrieb, warme Kleidung und besonders lange Unterhosen gehen weg, wie die berühmten warmen Semmeln. - Lediglich die Branche der Aschenbecherindustrie, die sehen nicht so guten Zeiten entgegen, aber das kann uns die gute Aufschwungslaune auch nicht mehr verderben, denn die Aschenbecher, die kaufen wir seit vielen Jahren doch schon alle aus China und so genau nehmen wir das dann auch wieder nicht mit der Globalisierung, denn was geht uns das an, wenn in China ein Aschenbecher vom Tisch fällt.



Mittwoch 05.01.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 24,6 Grad - niedrigste Temperatur 10,6 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 20,7 - Temp. Min 6,2 - Feuchte 20 - 77 % Niederschlag 0 mm

Warten auf die Könige
Für die Kinder hier ist heute der Weihnachtstag

Es ist nicht alles anders hier, auch wenn wir in der nahen Umgebung eher zu Afrika gehören, so sind wir doch eigentlich sehr europäisch, mit einem kleinen aber nicht übersehbaren Anstrich von südamerikanischem Einfluss. - Ein wichtiger Unterschied aber zum Mitteleuropa der besteht wohl darin, dass die Kinder hier nicht an den Weihnachtsmann glauben, nicht ans Christkind, und schon gar nicht an Santa Claus, sondern die wichtigen Figuren hier, das sind die "Reyes Magos", also die Heiligen Drei Könige. - Seien wir ehrlich, das Wichtigste sind wohl die Geschenke welche diese drei Herren überbringen, und so sind für die Kindern in Spanien und den Kanaren heute und morgen die wichtigsten Tage im Jahr. - Ob man nun noch an die Heiligen Drei Könige glaubt oder nicht, heute Abend oder morgen früh gibt es Geschenke, so wie in Mitteleuropa am Heiligen Abend. - Eigentlich ist das gut erklärbar, denn das Christkind brachte keine Geschenke, das bekam Geschenke, der Weihnachtsmann ist ein im Kalender verlorener Nikolaus, und Santa Claus eine von Coca Cola erfundene Witzfigur. - Die Geschenke brachten nun mal Kaspar, Melchior und Balthasar, zumindest nach den Überlieferungen, und an diesen Umstand hält man sich eben in Spanien, und bleibt auch dabei.- Allerdings wird halt oft bemängelt, dass die Kinder dann kaum noch Zeit haben mit ihren Geschenken ausgiebig zu spielen, denn oft fängt die Schule schon wieder einen Tag später an, aber dieses Jahr hat man Glück, denn der Unterricht ruft erst wieder am kommenden Montag. - Mit den "Reyes Magos" hat das aber auch einen Vorteil, das kann man viel besser zelebrieren, denn der festliche Einzug der Heiligen Drei Könige in die Städte und Gemeinden, das wird hier zum richtigen Schauspiel hochstilisiert, sehr zur Freude der Kinder und auch der Eltern, denn irgendwie scheinen Eltern grundsätzlich Spaß daran zu finden, ihre Kinder, zumindest die kleinen Kinder anzulügen. - Na ja, das soll ja für einen guten Zweck sein, und ist denn nicht fast alle Symbolik der wir uns hingeben mit diversen weltlichen Zweifeln belastet? - Auf jeden Fall ist das doch immer wieder ein grandioses Schauspiel, wenn die kleinen Kinder mit feuchten Augen oder gar zur Angst angewachsenen Ehrfurcht den Einzug der hohen Herren aus dem Morgenland bestaunen, und Hand aufs Herz oder sonst wo hin, an diese Gefühle erinnert man sich sein Leben lang, auch wenn man später eine eher atheistische Grundeinstellung einnehmen mag. Je nach Gemeinde, Phantasie und Geldbeutel versuchen sich die Stadtoberen immer etwas Besonderes einfallen zu lassen, aber meist kommen die drei oft heftig geschminkten Gestalten auf Pferden oder Kamelen angeritten, um möglichst nah an der eigentlichen Geschichte zu bleiben, oder dem, was wir uns darunter vorstellen. - Es gab aber auch schon Auftritte der Könige die etwas ausgefallener waren, mal mit Helikopter, mal mit dem Schiff, mit dem Feuerwehrauto, und irgendwo sprangen die auch schon mal mit dem Fallschirm ab, also die FDP-Variante.

Hier auf La Palma gibt es nur ein paar Kamele, und die sind natürlich um diese Jahreszeit alle ausgebucht, und der Kämmerer muss früh und tief in den Stadtsäckel greifen, wenn man sich diese Tiere für die "Cabalgata de los Reyes" ausleihen will. - Dadurch kam es schon mal zu einer interessanten wie unvergesslichen und nie wieder vorkommenden Ausuferung dieses stattlichen Umzuges der Könige, denn die drei Gemeinden Breña Alta, Breña Baja und Mazo, die ja nun wirklich sehr nah aufeinander kleben, die dachten sich vor Jahren mal, wir teilen und die Kosten für die Kamele, und schicken die drei Könige durch alle drei Orte. - Theoretisch eine interessante Schnäppchenidee, allerdings ist unsere Fähigkeit Zeitpläne aufzustellen, in keiner Weise mit der Fähigkeit verwandt, eventuelle Pläne auch einzuhalten. - Ich weiß nicht mehr, in welchem Ort man anfing den Einzug der Heiligen Drei Könige zu zelebrieren, aber gleich von Anfang an gab es horrende Verspätungen. - Zuerst ziehen die drei Herren prunkvoll und mit Bonbons um sich werfend die dafür ausgesuchte Straße lang, dann lässt man sich an einem vorbereiteten Platz nieder, und empfängt dann mehr oder weniger einzeln die Kinder mit ihren Wunschzetteln. - Drum herum springen dann immer diese aufgeregten Eltern mit den Videokameras herum, - "noch mal bitte, ich hatte das Ding noch nicht an" - und dann müssen ja immer auch noch die Kamele und die Könige selbst verpflegt werden. - Die Kamele bekommen Wasser, und kein Bürgermeister lässt sich lumpen und mutet den hohen Herren auch Wasser zu, die bekommen köstlichen Rotwein und eben so viel, wie ein ordentlicher Reiter aus dem Morgenland vertragen kann. - Und kommen Sie mir jetzt nicht damit, dass das Muselmanen waren, die keinen Alkohol trinken, damals, als der Jesusbengel geboren sein soll, da gab es noch keinen Islam. Also sind Wein trinkende Könige aus dem Morgenland auch kein Stilbruch. - Schlecht allerdings, wenn man danach noch fahren muss, oder in diesem Fall Kamel reiten. - In den anderen Orten wartete man nun stundenlang auf die "Cabalgata", und das ist nicht einfach, stundenlang die wartenden Kinder zu beruhigen und als die schließlich, spät in der Nacht im dritten zu erfreuenden Ort eingetroffen waren, da schlief die Hälfte der Kinder bereits ohne Königsillusion, und ich weiß nicht, was die Eltern denen anschließend als Erklärung für das nicht, oder das späte Erscheinen der Könige gegeben haben. - Aus dieser "Cabalgata" wurde dann für die Organisation eher ein "Cabalgate", denn bei allem Willen Geld zu sparen, dass die Könige erst Mitternacht kommen, und in doch wohl schon erheblich alkoholisierten Zustand, so hatte man nicht gewettet. - Aber das findet so auch nicht mehr statt, jeder holt sich nun wieder seine eigenen Könige, es laufen doch auch genug herum hier auf der Insel, die sich gerne mal mit besonderen Klamotten und Aufgaben schmücken.

Als Betthupferl noch ein Bild, das meine kleine Tochter im Netz fand, und welches auf beste Weise den Traditionsstreit zwischen "Reyes" und dem "Santa Claus" darstellt. - Hier gewinnen deutlich die Könige.



Mittwoch 05.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1014 hPa

Schweinerei in Garafía
Terrorsäue stören den ländlichen Frieden

Irgendwie passt diese köstliche Meldung hervorragend zu Garafía, und ist doch sicher auch noch gehaltvoller, als das bereits sprichwörtliche Huhn, welches immer wieder überfahren wird. - Eine kleine Schweineherde, vielleicht sieben Kopf groß, die büchst immer mal wieder aus, und frisst sich dann durch die Gemüsegärten der Anwohner des Ortsteils La Hiedra, und es ist auch schon mehrmals dazu gekommen, dass sich die wilden Schweine sogar in Schuppen und Wohnhäuser verirrt haben auf der Suche nach Fressbarem. - Der Besitzer der Schweine ist bekannt, und hat auch schon mehrfach die Aufforderung von der Gemeinde bekommen, sich besser um seine Schweine zu kümmern und dafür zu sorgen, dass die nicht immer wieder ausbüchsen können. - Allerdings gibt es da einen Haken, der Halter der Schweine hat gar kein eigenes Grundstück, sondern hält die Schweine auf einem kleinen Stück öffentlichen Landes in einer Schlucht, und so darf der auch eigentlich da gar nicht Zäune oder sonst was installieren. - Die Nachbarn schimpfen nun, denn seit Monaten bereits kommen die Schweine immer wieder, und wer gerade mühsam seinen Gemüsegarten zum Blühen und Gedeihen gebracht hat, und dann abends nach Hause kommt und alles verwüstet, gefressen und rausgerissen vorfindet, der würde am liebsten dann das Gewehr packen und eine echte Schweinerei mit den Schweinen veranstalten. - Aber so einfach geht das wohl nicht, besonders weil dieser Fall nun bereits von der Presse inselweit publik gemacht wurde, man muss also eine rechtlich korrekte Lösung finden, und die liegt irgendwie nicht einfach auf der Hand. - Der hilflose Bürgermeister nun meint, das wäre auch nicht Sache der Gemeinde, sondern andere Institutionen müssten hier einschreiten, und meint damit entweder die Guardia Civil, den Landwirtschaftsrat, oder den Veterinär. - Die Guardia Civil ist zwar unterrichtet, allerdings kann man von denen jetzt auch nicht verlangen dass die sich als "pigboys" bewähren sollen und die Schweine wieder einfangen, die können lediglich eine Anzeige gegen den Halter schreiben, was wohl auch schon mehrfach geschehen ist. - Der Landwirtschaftsrat oder der Veterinär, die müssten nun ein Verfahren eröffnen, in welchem festgestellt wird, dass der Halter die Schweine nicht korrekt betreut, und dann könnte man ihm sie von Amts wegen wegnehmen. - Allerdings beklagt der Bürgermeister, die anderen öffentlichen Institutionen würden seine Bitten und Anfragen wegen dieses Themas immer wieder ignorieren, und sich sogar noch lustig machen darüber, dass dort oben in Garafía ein paar Terrorschweine die Sau rauslassen. - Ein bisschen ist das auch Politik, denn der Bürgermeister von Garafía ist ein Sozialist, und alle anderen Stellen an die er sich wendet, wie eben Landwirtschaftsrat oder die Veterinärabteilung, die sind in den breiten Händen der Coalición Canaria, und die suhlen sich nun schadenfreudig im dem aufgewühlten Dreck der Terrorsäue von Garafía. - Früher, als alles anders war und nur manches besser, und vor allem, als die Presse noch nicht überall ihre spitze Nase reingesteckt hat, da hätten einen Sonntag ein paar Jäger ein kleines Dorffest organisiert, mit gegrilltem Schweinefleisch gratis, und bis zum Abwinken, und niemand hätte gefragt, woher denn das Fleisch so großzügig kommt. - Jetzt werden nicht nur ein paar Säue durch Garafía, sondern auch noch der Bürgermeister durch den Kakao getrieben, denn alle Welt stellt sich nun hin und frotzelt, guckt mal, der wird nicht mal mit ein paar Säuen fertig. - Gar nicht praktisch, wenn man nun auch in der kleinen Welt schon große Lösungen suchen muss.



Dienstag 04.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 10,4 Grad

Die eierlegende Wollmilchfrucht
In unserem "gelben Problem" stecken Überraschungen

Die Bananenbauern haben länger nicht gemeckert, liegt wohl sicher auch daran, dass die Preise im Moment wieder gar nicht mehr so schlecht sind, und die Lieferungen auf das spanische Festland jetzt gerade Mengen erreichen, so wie man das in den besten Zeiten hatte. - Allerdings ist jetzt auch die beste Zeit, nie werden so viele Bananen gegessen wie im Winter in Spanien, einmal aus Tradition, und auf der anderen Seite sind eben jetzt viele Obstsorten nur sehr teuer zu haben. - Daneben kommt nun eine andere interessante Geschichte noch an die Oberfläche, aus Bananen kann man noch sehr viel mehr machen als Obst, Brei, Aroma, Likör und Subventionsbomben, man kann mit Bananen auch verschmutztes Wasser reinigen. - Es kommt aber noch besser, man braucht dazu nur die Schale, das Fruchtfleisch kann man auch noch weiterverarbeiten, so kommt man dann auf eine wunderbare Effizienz bei der Nutzung der Frucht, und unsere gelbe Wappenfrucht noch zu ganz neuer Nutzung. - Die Idee ist leider nicht auf unserem Mist gewachsen, sondern stammt aus Brasilien, wo eine gewisse Milena Boniolo, Chemikerin an der Universität São Carlos, herausgefunden hat, dass Bananenschalen äußerst reich an negativ geladenen Molekülen sind, so dass diese positiv geladene Metallmoleküle aus verschmutzem Wasser binden können. - So zumindest steht das auf einem Webseiteneintrag, und ich bin immer geneigt, alles zu glauben, was uns hier in unserer Monokultur der Ideen etwas voranbringen könnte. - Chemisch bin ich nicht so wirklich pisareif vorgebildet, gut, ich kann Bier und Wein in Wasser verwandeln und aus rohen Eiern harte machen, aber das war es dann auch schon. - Aber ansonsten hört sich das doch phantastisch an, die guten Bananen verkaufen wir wie gehabt, und wenn etwas übrig bleibt, weil die Nachfrage nicht gerade hoch genug ist, dann zuzln wir die Bananen aus, machen aus dem Fruchtfleisch Aromen oder Pulpe für die Süßwarenindustrie, und aus den Bananen machen wir das von Milena Boniolo erfundene Pülverchen, und verschicken das dann in alle Welt, wenn gerade wieder mal jemand mit Wasser rumgeferkelt hat. - Vielleicht geht das ja wirklich so wie Milena meint, und man sollte hier wirklich mal positiv geladen darüber nachdenken, allerdings laufen bei uns solche Prozesse meist sehr robust statisch ab, und wenn dann ein frischer Investor kommt, von außen, der das vielleicht durchziehen will, dann fallen uns wieder tausend Gründe ein, warum man das hier nicht machen darf. - Es heißt doch immer, Bananen machen glücklich, aber wir wissen ja auch, dass wir hier auf den Kanaren ein gewisses Gen haben, welches das Selbstmitleid besonders anregt, und es passiert schon öfter, dass wir dann plötzlich Angst haben vor dem Glück.

Ein weiteres Thema muss ich noch ansprechen, es geht um die Überprüfung und eventuelle Eintragung in das Wahlregister, den "Censo Electoral". - Ich habe darauf hingewiesen, dass man schleunigst zu den Gemeinden gehen soll, denn wer noch nicht im "Censo Electoral" verzeichnet ist, der muss das bis spätestens 15. Januar 2011 tun. - Diese Information, die ich eigentlich aus sehr gut unterrichteten Kreisen erhalten habe, ist falsch zumindest teilweise, und ich möchte öffentlich hier um Verzeihung bitten, diese Information so weitergegeben zu haben. - Diese Frist scheint nur für diejenigen europäischen Länder zu gelten, welche nicht zur Europäischen Union gehören, aber dennoch ein Abkommen mit Spanien haben welches das Wahlrecht für diese Bürger auch regelt. - Für Mitglieder der Europäischen Union gibt es diese Frist wohl nicht. - Allerdings bin ich jetzt auf der weiteren Suche nach konkreterer Information auf mehr Fragen gestoßen als auf Antworten, und auch eigentlich zuständige Stellen, das heißt die Betreuer der Wahllisten in den Gemeinden haben dazu unterschiedliche Aussagen gemacht. - Auf jeden Fall ist richtig, dass man jetzt nicht überprüfen kann, ob man denn im Wahlregister eingetragen ist, denn das neue Wahlregister für 2011 ist noch nicht da. - Allerdings sagt eine recht frische Eintragung im Amtsblatt "BOE" (Boletin Oficial de Estado) wohl aus, dass jeder ständig hier lebende EU-Bürger jederzeit das Recht hat, sich ins Wahlregister eintragen zu lassen. - Da sind noch einige Fragen offen, besonders auch die tatsächliche Handhabe nun in den Gemeinden, dass ich noch mehr Zeit brauche den wirklichen Ablauf zu überprüfen, denn wir wissen ja, dass viele hier lebende EU-Bürger nicht in den Wählerlisten aufgeführt sind, und so ihr Wahlrecht nicht ausüben können. - Sobald ich genügend weitere Informationen zusammengetragen habe, und glauben Sie mir, das ist nicht leicht, weil jeder etwas anderes sagt, melde ich mich wieder zu dem Thema.



Dienstag 04.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1014 hPa

88 Gemeinden auf den Kanaren
Fragwürdiger Luxus

Die Anzahl der Gemeinden auf den Kanarischen Inseln bedeutet auf der einen Seite, große Bürgernähe und die Möglichkeit einer sehr direkten Demokratie. - Nein, damit meine ich nicht die Bürgerbeteiligung oder gar Abstimmungen mit dem Charakter eines Referendums, sondern in Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohnern, da kennt jeder die Figuren welche die Kommissionen und Plenen der Rathäuser abhalten, und kann denen auch durchaus direkt ins Gesicht sagen, was man von ihnen hält. - Auf der anderen Seite allerdings bringt dieser bunte Flickenteppich enorme Kosten mit sich, und behindert auch die Umsetzung planerischer Vorhaben, da jede Gemeinde gerne ihr eigenes Süppchen kocht. - 50 Millionen Euro schätzt man, so viel kosten hier auf den Kanaren alleine jährlich die Bürgermeister und die Ratsherren der Gemeinden, und davon könnte man locker das meiste einsparen, denn Gemeinden mit weniger als 20.000 Einwohner, gelten nach einer Studie der Zentralregierung in Madrid als ineffizient. - Da schüttelt es uns hier auf La Palma ganz besonders, denn wir haben hier nur eine einzige Gemeinde welche knapp über die 20.000 Einwohner kommt, nämlich Los Llanos, und gerade diese Gemeinde kämpft derbe gegen den öffentlichen Bankrott, und würde man seinen Zahlungsverpflichtungen von allen Gläubigern nachkommen, dann wäre man auch bereits pleite, zumindest nach marktwirtschaftlichen Prinzipien. - Gut, das kann aber im Fall von Los Llanos auch die jahrzehntelange Misswirtschaft sein, nur weil man über 20.000 Einwohner hat, muss das Ding ja noch nicht laufen, man muss das dann auch noch richtig machen. - 14 Gemeinden leisten wir uns hier auf La Palma, und das für gerade mal 85.000 Einwohner, solchen Luxus kennt man in anderen europäischen Ländern wohl nicht, und diese Pluralität sorgt eben nicht nur für sehr hohe Verwaltungskosten, sondern eben auch für bürokratische Schwierigkeiten, welche an düsterste Kleinstaatereien erinnert. - Jeder erkennt das so weit an, Sinn und Zweck hat es nicht so viele Gemeinden auf dieser kleinen Insel zu unterhalten, nur wenn es akut wird, also man sich mal Gedanken darüber macht, wie man sich denn da eine zukünftige Alternative vorstellen möchte, dann hört der Sinn und die Vernunft sofort auf. - Drei Gemeinden für La Palma, das wäre eine vernünftige Lösung, allerdings wird man sofort wüst beschimpft von allen Seiten wenn man vorschlägt, dass zum Beispiel Tazacorte, Los Llanos und El Paso plötzlich eine Gemeinde darstellen sollten.

Man muss das nicht nur an diesen drei Gemeinden festmachen, niemand aus Breña möchte plötzlich zu Santa Cruz gehören, oder die Barloventeros empfänden es als Beleidigung, wenn man sie in einen Topf mit den Menschen aus Los Sauces werfen würde. - Wo solch, fast schon anrüchiger Lokalpatriotismus herkommt, das ist leicht zu erklären, das liegt einfach im Wesen des Menschen an sich, Abgrenzungen werden häufig dazu benutzt sich selbst oder die zugehörige Gruppe besser zu identifizieren, man kennt das ja auch aus anderen Bereichen wie Vereine, Familien, Clans oder gar Berufsgruppen. - Man wird bei der Behandlung dieses Themas also eher mit menschlichen Abgründen zu tun haben, als mit organisatorischen, und daher wird in der lokalen Politik auch eigentlich überhaupt nicht über den Unsinn solch vieler Gemeinden hier auf den Kanaren oder im Besonderen auf La Palma geredet. - Lediglich die Bürgermeister der großen Städte lassen sich mal zu einem solch vernünftigen Kommentar herab, eben mit der Sicherheit, bei einer solchen Reform keine Einschnitte in die eigenen Empfindlichkeiten und Geldbörsen fürchten zu müssen. - Man muss das ja auch so sehen, ein Bürgermeister einer kleinen Gemeinde hier, der redet ja in dem Fall dann über die Abschaffung seiner eigenen Existenz, denn man kann wohl davon ausgehen, dass im Fall der Eingemeindungen, auch wenn man die so nicht betiteln wird, die politische Gilde der großen Gemeinden bestehen bleiben wird, und die kleinen Korporationen ihren Einfluss verlieren. - Ganz einfach wegen der Anzahl der Wähler, welche die großen Gemeinden mitbringen, und da wird es bei mir auch plötzlich klamm ums Herz wenn wir hier in El Paso plötzlich fürchten müssten, uns dem politischen Stil Los Llanos unterordnen zu müssen. - Wobei, im Moment wäre das eh gleichgültig, aber wir haben ja noch so viel vor... - Griechenland bietet uns ja noch kein Vorbild, die haben ja eine sehr drastische Gemeindereform hinter sich, aber eben von oben, von ganz oben bestimmt, und so schlimm geht es uns noch nicht, dass von staatlicher Seite aus solche Maßnahmen einfach gefordert und beschlossen würden. - Anders wird aber eine Gemeindereform auch nicht machbar sein, von den Gemeinden selbst wird man kaum verlangen können, dass die sich aus Vernunft selbst abschaffen. - Vor den kommenden Kommunalwahlen im Mai wird so dieses Thema auch sicherlich nicht politisch diskutiert werden, zumindest nicht auf lokaler Ebene, das wäre eher was für die Jahre "zwischen den Wahlen", aber sobald der erste Silberstreif am Horizont eines möglichen Aufschwungs wieder das politische Klima hier entlastet, dann spricht man wieder überhaupt nicht mehr davon und leisten uns weiter diesen autochthonen Unsinn von 14 Gemeinden.



Montag 03.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 10,7 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 18,9 - Temp. Min 6,2 - Feuchte 35 - 77 % Niederschlag 0 mm

Es geht auch anders
Bravo Blas

Vorzeigegemeinde Breña Alta. - Da gab es mal eine Umfrage, vor Jahren allerdings bereits, in welcher Gemeinde der Insel die Menschen am meisten mit der Arbeit der Gemeindeverwaltung zufrieden sind. - Diese Werte waren allesamt nicht sonderlich schmeichelhaft, aber damals war bereits Breña Alta die Gemeinde mit den meisten Pluspunkten. - Auch jetzt sorgt die Ostgemeinde wieder mit ihren neuesten Haushalt für Aufmerksamkeit, tut man doch dort so, als gäbe es keine Krise und sparen wäre ein Fremdwort, denn als einzige Gemeinde der Insel haben die nun einen Haushalt für 2011 vorgelegt, welcher höher ist als der des vergangenen Jahres und nichts von einem Sparhaushalt an sich hat. - Mutig, denn die Gemeinden erhalten kommendes Jahr deutlich weniger Geld von der Provinzregierung, und die "Krise" mindert ja die Einnahmen der Gemeinden auch noch weiter, so dass in allen Rathäusern die Ausgaben zusammengestrichen wurden, um bloß irgendwie über die Runden zu kommen. - Nicht so in Breña Alta, dort steigt nun der Haushalt für das kommende Jahr auf knapp über 7 Millionen Euro an, so hoch wie noch nie zuvor in der Geschichte der Gemeinde, und funktionieren soll das so: Man erwartet deutlich höhere Einnahmen, fast 10% mehr, (Lidl ich hör´ dich trapsen) und gleichzeitig senkt man die Personalkosten um ebenso fast 10%. - Wie man aus der Presseerklärung der Gemeinde vernehmen kann, aber ohne Arbeitskräfte entlassen zu müssen, einige Mitarbeiter der Gemeinde gehen in Rente und werden nicht ersetzt, und Zeitarbeitsverträge laufen aus. - Darüber hinaus hat man die Schulden der Gemeinde in den letzten Jahren weiter senken können, so dass auch die Zinsbelastung weiter herunter gegangen ist, und so erlaubt man sich diesen sehr optimistischen Haushalt und wird dabei von den anderen Inselkorporationen mehr als beneidet, nämlich eigentlich schon bewundert. - Blas Bravo heißt dort der Bürgermeister, deswegen Bravo Blas, und ob denn der Haushalt 2011 aufgeht, das werden wir ja mitbekommen.

Ganz besonders hellhörig wird man dabei in El Paso werden, denn inzwischen hat uns Breña Alta mit seinem Haushalt überholt, obwohl El Paso mehr Einwohner hat als die Gemeinde auf der Ostseite. - Heftig schlägt dabei ins Kontor, dass El Paso vor 2 Jahren noch die am geringsten verschuldete Gemeinde der Insel war, und hervorstehende Aufgabe der Ex-Bürgermeisterin darin bestand, von den Altschulden herunter zu kommen, um endlich diese unsinnigen Zinszahlungen los zu werden. - Aber es kam anders, der Sparkurs wurde ja nicht gewürdigt von den Oppositionsparteien und man putschte Dolores Padilla aus dem Amt, trotz eines bestehenden Koalitionsvertrages mit dem einzigen Rat der Partido Popular, und das Ergebnis nun der neuen Stadtverwaltung ist eine Verdreifachung der Schulden innerhalb von nur 2 Jahren, ohne dass irgendwelche spürbaren Investitionen oder Verbesserungen vorgenommen wurden. - Das zwingt nun El Paso zu einem Sparhaushalt für das kommende Jahr, und alle früheren Bemühungen die Gemeinde aus der Schuldenfalle zu führen, wurden so leichtfertig und eigentlich schon vorsätzlich zunichte gemacht. - So übernimmt nun die Gemeinde Breña Alta von El Paso die dritte Stelle im Städteranking auf der Insel, hinter Los Llanos und Santa Cruz, und El Paso rutscht auf den vierten Platz ab. - Es macht eben doch einen großen Unterschied, wer da an der Spitze der Gemeindekorporation steht und sich, vielleicht auch manchmal unpopulär um einen Sparkurs bereits zur richtigen Zeit bemüht hat, und nicht erst dann spart, wenn der Bankrott droht. - So sind die herausragenden Gemeinden auf der Insel, eben Breña Alta, und die Nordgemeinde Puntagorda, Gemeinden welche von den Sozialisten der PSC/PSOE regiert werden,. - Ohne Skandale, ohne Randale, da hört man nichts von Krise und Bankrott, sondern man geht auch in schwierigen Zeiten seinen Weg, auch weil man Jahre Zeit hatte, diesen vorzubereiten. - In Puntallana, da teilt sich die PSC mit der Partido Popular die Führung der Gemeinde, und auch von dort gibt es zarte Triebe gewissen Aufschwungs zu berichten. - Nicht nur Glanz gibt es aber auch aus den Reihen der PSC/PSOE zu berichten, Garafía reiht sich nicht wirklich in die Erfolgspur ein, allerdings ist diese Gemeinde mit nicht mal 2.000 Einwohner schon bereits chronisch pleite, und kann wohl nur über eine lange Frist hin langsam entschuldet werden, da neben den Personalkosten im Gemeindehaushalt eh nichts mehr übrig bleibt, was noch auszugeben wäre. - Aber wir wissen ja um die Fragilität der Kleinstgemeinden, und dürfen so Garafía wohl als Ausnahme betrachten, und dann bleibt es dabei, die einzig funktionierenden Gemeinde auf der Insel sind die, in welchen Leute von den Sozialisten am Ruder sind. - Plumpe Wahlwerbung? - Werbung ja, aber nicht plump, sondern einfach eine Tatsache, und gleich noch weiter im Kontext, die Insel des Archipels, welche die Krise am besten und am gelassensten abreitet, das ist La Gomera, und dort regieren die Sozialisten im Cabildo Insular schon viele Jahre. - Ich habe überhaupt keine Zweifel mehr daran, dass es extrem wichtig sein wird, auch auf Gemeindeebene, die jahrelangen Bemühungen der Coalición Canaria hier gnädig zu beenden, und den Damen und Herren der PSC endlich den Auftrag zu erteilen, mit Vernunft und Umsicht diese Insel wieder aus der Krise zu führen.



Montag 03.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1014 hPa

Die Einheitsbanane
30 Köche verderben den Brei

Ja, die kanarische Bananen gibt es auch im Jahr 2011 noch, auch wenn manche den Untergang dieser Wertschöpfungskette bereits vor ein paar Jahren vorhergesehen hatten. - Allerdings lebt die kanarische Banane eigentlich nur noch von den Hilfen, welche dem Sektor zugesprochen wurden, so dass diese Wertschöpfungskette keine nachhaltige Struktur von Geben und Nehmen mehr aufweisen kann. - Das liegt prinzipiell zunächst an dem Preisunterschied, schließlich leben und produzieren wir hier in einem Hochlohnland, und die Konkurrenz aus Mittel- und Südamerika hat Arbeitskräfte zur Verfügung, welche an einem Tag das verdienen, was hier in einer Stunde bezahlt werden muss. - Keine guten Voraussetzungen für den freien Markt, und eigentlich möchte man sagen, das hat keine Zukunft, reißt die Bananen raus, pflanzt irgendetwas anderes und hört endlich auf mit der Produktion eines Produktes, welches auf dem Weltmarkt keine Chance mehr hat. - Das muss aber nicht so sein, auch ganz einfach mit aus dem Grund, weil es nicht sein darf. - Niemand darf ernsthaft erwägen, besonders nicht hier auf La Palma, auf die Einkommen durch den Bananenanbau zu verzichten, ohne vorher einen langfristigen Strukturwandel vorgegeben zu haben, welcher in der Lage ist, fast die Hälfte des Inseleinkommens durch andere Quellen zu garantieren. - Das kann man machen, aber das dauert mindestens eine Generation, allerdings sind für einen solchen Strukturwandel noch nicht einmal die Willenserklärungen der Betroffenen eingegangen, geschweige denn, man hätte auch nur annähernd eine Idee, wie man denn das Fehlen dieses Einkommenssektors kompensieren möchte. - Der Tourismus scheidet aus, das haben inzwischen selbst die anderen kapiert, der Markt gibt das einfach nicht her, oder man müsste mit der gleichen Kraftanstrengung an Subventionen eine künstlich unterstützte Nachfrage schaffen, was letztendlich nichts andere bedeuten würde, dass man einen subventionierten Sektor durch einen ebenso hilfsbedürftigen ersetzen würde. - Es geht mittelfristig nicht ohne die Banane auf den Kanaren und insbesondere auf La Palma, also müssen wir, bis man endlich die Idee für einen Strukturwandel präsentieren kann, einfach versuchen, aus dem subventionierten Früchtchen wieder eine attraktive Einkommensquelle zu basteln.

Das kann klappen, ganz einfach weil es klappen muss, aber dazu müssen wir hier erst lernen, dass nicht die Produktion alleine für den Erfolg eines Produktes ist, sondern immer mehr das Marketing und die Verkaufsstrategien entscheiden sein können. - Da liegt unser größtes Handicap, übrigens nicht nur im Sektor Landwirtschaft, also müssen wir da endlich Hand anlegen. - So langsam wird das den meisten Pflanzern auch klar, dass man so als reine Hilfsempfänger nicht mehr lange überstehen kann, und es formieren sich neue Gruppen, die wohl für den Sektor neue Strategien fordern. - Dazu gehört einmal die komplette Reorganisation der Vermarktungsorganisationen und Genossenschaften, welche nicht sonderlich effektiv, zuweilen sogar kontraproduktiv arbeiten, weil man sich eben schon völlig im reinen Suchen nach Subventionen verfangen hat, und dadurch kaum noch Ressourcen offen hat, neue Methoden zu suchen. - Dazu gehört auch, dass man endlich die kanarischen Bananen als eine einzige Marke auf den Markt bringt, und nicht wie heute, in 30 verschiedenen Kisten mit den Brandzeichen von eben vielen kleinen Genossenschaften und Abpackern, und so der Großhändler, wie auch der Verbraucher, unsere Bananen nicht mehr einfach und eindeutig identifizieren kann. - Corporate Identity nennt der Fachmann solche Geschichten als Schlagwort, und in der Tat wissen wir doch aus dem eigenen Kaufverhalten, wie wichtig solche optischen Hinweise und der Wiedererkennungsfaktor sind, geht es um die Auswahl der angebotenen Produkte. - Immerhin hat man das zumindest nun erkannt, nach 30 Jahren Diskussion möchte man noch einflechten, und nun geht es an die Umsetzung, und das kann in unserem Fall, weil eben so viele Köche in dieser Küche stehen, ein reichlich langwieriger und schwieriger Prozess werden. - Da können wir nur hoffen, dass uns der Weltmarkt genügend Zeit lässt, und die Subventionen so lange weiter fließen können, bis wir uns endlich dazu entschlossen haben, auch auf die Anforderungen eines modernen Marketings einzugehen.

Jetzt noch ein Veranstaltungshinweis von unserem Kultubeauftragten, und in der Tat, ein paar Tage früher dieser Hinweis, wäre nicht so schlecht gewesen.

CONCIERTO "VILLANOS EN LA ÓPERA"

Mein rühriger Opernfreundeverein ACAPO (Asociación Cultural Amigos Palmeros de la Òpera) veranstaltet schon wieder ein besonderes Schmankerl, einen Arienabend der Sonderklasse im Teatro Circo de Marte in Santa Cruz de La Palma. Drei Palmeros und ein Wahlpalmero werden ihr Können zum Besten geben.

Am Klavier begleitet von Fernando Felipe Martel beginnen Juan Antonio Nogueira (Tenor) und Anelio Gibrán (Bariton) die musiklaische Reise, die unter dem Motto "Schurken in der Oper" steht. Wenn das mal nicht interessant wird! Und ausnahmsweise werden da wohl keine politischen "Würden"träger besungen. Juan Antonio und Anelio studieren Musik und Gesang in Paris und Barcelona, beides sind hochbegabte Nachwuchsleute von dieser musikschwangeren Insel. Beide haben auch schon kleinere Rollen in unserem Opernfestival gesungen, ausgesprochen erfolgreich. Als "plato fuerte" , Höhepunkt des Abends, wird dann Paolo Gavanelli für uns singen.

Paolo kam 2006 zum ersten mal nach La Palma, sang damals im Convento den Rigoletto. 2007 gab er den Nabucco, 2008 den Giorgio Germont in der Traviata. Abseits der Oper war er u.a. bei Galaabenden hier zu hören. Besonders in Erinnerung bleibt mir der Abend zu Gunsten der Brandopfer in Fuencaliente in Mazo, die "Voces contra el Fuego". Bei dieser Veranstaltung kam eine nicht unbedeutende Summe für die Geschädigten des Grossfeuers zusammen.

Nach so vielen Besuchen auf La Palma nimmt es nicht Wunder, dass Paolo Gavanelli nun auch zum erleuchteten Kreis der Residenten gehört, er verbringt Zeit zum Erholen in seinem Häuschen auf der Ostseite. Bei seinem Leben in der Champions League der Oper hat er Erholung oftmals nötig. Vor ein paar Tagen erst kam er direkt aus Wien, wo er an der Seite von Editha Gruberova in der Traviata sang.wer mehr über ihn erfahren möchte:

www.deutscheoperberlin.de

Genug getrommelt. Ich bin der Meinung, dass man sich dieses Konzert nicht entgehen lassen sollte. Der Rahmen ist absolut passend, mit dem Teatro Circo de Marte hat die Inselhauptstadt ein totales Schmuckstück wieder zum Leben erweckt.

Montag, 03. Januar 2011
Beginn 21 Uhr
Karten zu 10 €
und 15 € gibt es an der Abendkasse

Mit musikalischen Grüssen

Ödi Jonitz



Sonntag 02.01.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 11,6 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 19,8 - Temp. Min 5,8 - Feuchte 61 - 92 % Niederschlag 0 mm

Geschenkeendrallye
Wie schüttelt die Krise die Heiligen Drei Könige

Kaspar, Melchior und Balthasar, ob die überhaupt noch was bringen können die hohen Herren aus dem Morgenland, angesichts der weiter vorherrschenden Flaute hier in Spanien, und leider noch mal heftiger auf den Kanaren. - Bei uns ist ja das große Dreigestirn der Feierlichkeiten noch nicht vorbei, sondern der Höhepunkt, zumindest aus der Sicht der Kinder, und für die zelebriert man ja eigentlich diesen ganzen Zirkus nur, der kommt erst am "Día de los Reyes", dem 6. Januar. - Gut, manche werden auch schon am späten Abend des 5. Januar beschenkt, das ist auch so ein bisschen in jeder Familie unterschiedlich, aber eigentlich schenkt man hier am 6. Januar direkt. - Davor, also am Abend des 5. Januar, empfängt man hier allerorts die drei untaliban, pardon, untadligen Reisenden aus dem Morgenland und jede Gemeinde zelebriert den Einzug der Heiligen Drei Könige mit mehr oder weniger Elan und finanziellen Mitteln. - Das nennt man auch die "Cabalgata de los Reyes", und für manch ein Kind, eben meist die jüngeren, ist das noch spannender, als dann die spätere Bescherung selbst. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, oder als die Gemeinden noch Geld hatten, da mietete man Kamele, große Prunkwägen, oder gar einen Hubschrauber, um die drei so heiß erwarteten hohen Herren triumphal und angemessen im Ort zu begrüßen, aber diese Zeiten sind vorbei. - Jetzt tun es auch Pferde, auf denen die Könige reiten, oder irgendwelche Karren werden zusammengebastelt, um darauf die Hoheiten zum Treffen mit den Kindern zu begleiten. - Ist man am vorgeschriebenen Treffpunkt angelangt, dann reichen die Kinder ihre "Carta al los Reyes Magos" an die bunte gekleideten Herren weiter, natürlich in der Hoffnung, die darauf verzeichneten Wünsche mögen sich erfüllen. - Schön, wenn dann bei den ganz Kleinen noch diese blitzende Magie in den Augen zu bewundern ist, und auch schön, wenn die Herren in den lustigen Klamotten dann nicht bereits nach Alkohol riechen, um die festliche Stimmung so für die Anwesenden nicht bereits ein bisschen zu trüben. Aber meist geht das alles gut, nicht immer, aber immer öfter, denn die "Cabalgatas" sind in den letzten Jahren kompakter, kürzer und weniger pompös geworden, was man durchaus direkt auch mit der Finanzkrise der Gemeinden verbinden darf.

Die andere Seite ist natürlich, wie viel Geld können die Privathaushalte noch in Geschenke stecken, und wie übersteht der lokale Einzelhandel die nun dritte "Krisenkampagne". - Bislang haben sich die Geschäftsleute nicht geäußert, wie denn auch, die ganz starken Tage liegen ja noch vor ihnen, aber die verkaufsoffenen Sonntage, heute auch wieder, und die beiden langen Shoppingnächte in der Hauptstadt so wie in Los Llanos, haben eigentlich ganz erfreuliche Bewegungen gezeigt, so dass der Handel hier noch hoffen darf. - Man kann das auch so ein bisschen im Angebot der Läden sehen, was die Händler sich trauen. - Beim Spielzeug für die kleinen Kinder, also Puppenalter, Spielzeugautos und Gesellschaftsspiele, da wiederholt sich das ja sowieso immer wieder und da gab es immer schon mehrere Preissegmente, in welchen die Familien dann wühlen konnten. - Für die älteren Semester, seien es nun die Jugendlichen oder die Erwachsenen, da geht es ja dann schon um etwas höhere Beträge, und da findet man in den einschlägigen Läden durchaus auch hochwertige Ware. - Seien es nun die Läden welche Elektronik oder Video und Fernsehen anbieten, die sind wohl gerüstet mit Ware, und dort liegen nicht nur kleine Kompaktkameras rum, und bei den Flachbildfernsehern, da sieht man auch die ganz großen Klopper mit 52 und 60 Zoll, und das durchaus nicht nur als Ausstellungsstücke. - Natürlich kann man nun aus dem Angebot noch keine treffende Prognose über das "Reyes-Geschäft" basteln, aber die Händler sind durchaus bereit, den Käufern noch mal eine Chance zu geben. - Vielleicht ein bisschen nach dem Motto, man kauft gezielter und dann Qualität oder eben gleich das was man wirklich wollte, anstatt wahllos und massenhaft irgendwelche Verlegenheitsgeschenke zu besorgen. - Ob hinten dann die Rechnung für die Einzelhändler aufgeht, das wird man erst nächste Woche wissen, und dann kann man auch nur wieder zwischen den Zeilen lesen, wie das Geschäft wirklich war, denn gemeckert wird in der Branche auch immer.




Aus dem Archiv, aus den Zeiten, in denen man sich noch Kamele leisten konnte..

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Sonntag 02.01.2011 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1015 hPa

2011, und kein bisschen weise
Pueblo pequeño, infierno grande

Irgendwie hofften wir ja, das Neue Jahr wird politisch das Jahr der Bescheidenheit, alleine schon aus dem Grund, weil es keine Pfründe mehr zu verteilen gibt. - Sie wissen schon, das übliche, in jeder Krise steckt auch eine neue Chance und sowieso, vor den nahen Kommunalwahlen, sind die allermeisten Volksvertreter ganz zahm, fast niedlich oder rollig, und grüßen plötzlich wieder jeden Passanten auf der Straße. - Allerdings scheint diese temporale Bescheidenheit und Höflichkeit nicht bis in den Süden der Insel gelangt zu sein, kann aber natürlich auch daran liegen, dass die Straße dorthin immer noch stundenweise gesperrt ist, und so Bescheidenheit und Höflichkeit einfach nicht angekommen sind. - Wenn ich wüsste, was Sie wissen, dann könnten wir gleich in medias de Resi gehen, was übrigens ein Wortspiel ist, welches nur bilinguale Leser verstehen, aber so muss ich wohl ein klein bisschen ausholen, um die Zusammenhänge auch Wochenendlesern oder gar FDP-Wählern klar zu machen. - Obwohl man wohl inzwischen auf diese Extremrandgruppe wohl nicht mehr Rücksicht nehmen muss. - Es geht grundsätzlich mal um die Fuente Santa, der Heiligen Quelle im Süden der Insel, welche vor 6 Jahren wiederentdeckt wurde, nachdem sie 1677 durch den Vulkanausbruch des San Antonio verschüttet wurde. - Ein wunderbares Geschenk des Himmels, des Vulkans, oder des Ingenieurs Carlos Soler, welcher der "Wiederentdecker" dieser außergewöhnlich attraktiven touristischen Infrastruktur ist. - Nun aber kochen zu viele Köche an der Quelle, Gemeinde, Inselregierung, Wasseramt, Provinzregierung und Küstenbehörde, und so geht es kein Stückchen weiter in der Suche nach der sinnvollen Ausbeutung der Quelle. - Inzwischen scheint aber zumindest klar, dass man sich nicht mehr gegen Investoren von außen sträuben will, ganz einfach, weil keine der genannten Korporationen finanziell, und wohl auch strategisch in der Lage wäre, solch eine Anlage für eine thermale Badeanstalt auf die Beine zu stellen. - Nach zaghaften Versuchen der Inselregierung eine Kommission aufzustellen, in welcher alle Beteiligten vertreten wären, greift nun die Gemeinde Fuencaliente gänzlich nach der Heiligen Quelle. - Das zunächst sogar unter dem Beifall der Bevölkerung, weil sonst einfach nichts voran geht, allerdings liegt halt auch in dem Fall das Teufelchen im Detail, oder besser gesagt an den Voraussetzungen in der kleinsten Gemeinde der Insel. - Im Rathaus regiert nämlich längst die Opposition, nachdem die einzige Rätin der Partido Popular der Coalición Canaria die Freundschaft gekündigt hatte, gibt den Ton Andrés Torres von der "UPF" an, welcher nun mit zwei weiteren Räten seiner Partei und dem jeweils einen Sitz der PP und der PSOE plötzlich die Colalición Canaria in der Minderheit lässt. - Das könnte einen grundsätzlich erst mal freuen, aber wir heißt es so schön, "Pueblo pequeño, infierno grande" - Kleiner Ort, große Schrecken.

Andrés Torres hat nun selbst eine Kommission ins Leben gerufen, allerdings nur mit Leuten aus der Gemeindeverwaltung, und da die Coalición Canaria diese Kommission boykottiert, hat er das Sagen in diesem Gremium, und die beiden Räte der PP und der PSOE sehen nun der Parallelregierung zumindest duldend zu. - Gespräche werden nun geführt, mit Investoren heißt es, wobei man bislang lediglich in Erfahrung bringen konnte, dass es ein Treffen der Kommission mit dem Altbürgermeister Pedro Nolasco gab, welcher Chef der lokalen Investitionsgruppe "Fuencaliente Visión de Futuro" ist, in welcher viele Bürger der Südgemeinde Geld gesteckt haben, um seinerzeit mal interessante Projekte voranzutreiben. - Andrés Torres hat auch Beteiligungen bei der Gruppe, und verhandelt nun als Chef der Gemeindekommission um die Fuente Sante mit seinem Ex-Parteichef und Mentor, und wer in dem Moment noch irgendwelche Bedenken wegen Unparteilichkeit, Subjektivität und Unvoreingenommenheit hat, der muss das Grundausbildung bei der FDP schnell wiederholen. - Allerdings werden die nicht wirklich einfaches Spiel haben, da eine ähnlich demokratievirtuose Gruppierung, nämlich die Coalición Canaria, das nicht mit sich machen lassen wird, und so auch bereits ihren intellektuellen Dolch, (ja auch so was haben die), den Journalisten Mikel Chacón auf die Sache angesetzt haben. - So erfahren wir nun auch, dass Andrés Torres nicht nur die Verhandlungen mit seinen eigenen Interessen führt, sondern dafür auch noch extra Geld haben will.- Der gute Mann, der gar nicht in Fuencaliente, und nicht mal auf La Palma lebt oder arbeitet, sondern auf Tenerife, sich aber in den Gemeinderat hat wählen lassen, möchte nun die Flüge bezahlt haben, welche er tätigen muss, damit der als Kommissionschef mit der Firma Gespräche führen kann, deren Mitglied er selber ist. - Immerhin fordert er das Geld nicht von der Gemeinde, denn er weiß ja, einem nackten Rathaus kann man nirgendwo hin fassen, sondern er fordert das Geld von der Inselregierung. - Da übernimmt sich jemand gerade fürchterlich, denn er lässt sich da mit den Granden der Coalición Canaria auf ein Spielchen ein, welche die eigentlich erfunden haben. - Die Polemik ist serviert in Fuencaliente, Maikel Chacón kann wieder mal zeigen was er eigentlich drauf hat, eben nicht immer nur Lobeshymnen auf den eigenen Lobbyapparat singen, und leider leidet unter diesem unschönen Szenario erneut die sinnvolle Nutzung dieser natürlichen Ressource am allermeisten.



Samstag 01.01.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 18,9 Grad - niedrigste Temperatur 13,9 Grad

Welcome to Schilda Airport
Die erste Zitrone des Jahres geht an den Flughafen La Palma

Ich habe meine rosarote Brille einfach noch nicht gefunden, war aber heute Vormittag mal am Flughafen, um den neuen Parkplatz zu begutachten, welcher bereits in Betrieb ist, und ab dem 10. Januar das "alte Parkhaus" ersetzen soll, welches dann geschlossen wird. - Da fragt man sich gleich mal völlig ohne Besichtigung, warum hat man denn dann das nun "alte Parkhaus" überhaupt gebaut, wenn es nun wieder geschlossen werden soll. - Das war nun nicht einmal 2 Jahre in Betrieb, hat viele Millionen Euro gekostet, und eine der dort gebauten Parkebenen war niemals in Betrieb und wird so vor der Einweihung gleich wieder geschlossen. - Man darf sich auch fragen, warum man denn dann überhaupt für anderthalb Jahre die Fahrzeuge, und was so umständlich ist, auch die Autovermietungen in das "alte Parkhaus" verfrachtet hat, um nun erneut den Standort zu wechseln. - Da hätte man gleich mit den Autos draußen bleiben können, wie gehabt, und erst jetzt umziehen, wo das eigentlich Parkhaus nun endlich fertig ist. - Fertig ist allerdings noch nicht der richtige Ausdruck, es wird zwar schon benutzt, aber eine komplette Ebene, die "S2" ist noch nicht zugänglich, und genau dort sollen ab dem 10. Januar dann die Mietwagen an die anreisenden Gäste verteilt werden. - Die anderen beiden Ebenen sind auch noch nicht wirklich fertig, aber man kann schon durch die wirklich verwirrenden Katakomben fahren, und wenn man Glück hat und viel Geschick, dann kommt man auch wieder aus dem Parkhaus heraus, ohne Schrammen davongetragen zu haben. - Die Ausfahrt ist derart eng, dass längere Fahrzeuge ohne Rangieren überhaupt nicht um die Ecke kommen, und wer einen fremden Wagen, also wie einen Mietwagen die ersten Meter übernimmt, der wird reichlich Spaß haben daran, sich genau in dem viel zu engen Parkhaus an die Ecken und Kanten des Mietwagens zu gewöhnen. - Die Beschilderung ist katastrophal, man findet zwar den Ausgang, in dem man stur in Richtung Exit fährt und dabei längs durch die gesamten Katakomben fährt, aber wer wo bei der Abgabe seines Mietwagens nun abbiegen muss, weil die Mietwagenfirmen auch wieder unterschiedliche Standorte im Parkhaus haben, das erschloss sich mir heute nicht. - Ich konnte auch leider niemanden ernsthaft fragen, es ist halt Neujahr, und der wirklich freundliche Herr an der Information am Flughafen wusste weniger als ich. - Im Parkhaus selbst, da war niemand welcher nur irgendwie offiziell aussah, wir werden also unseren Schnupperkurs "La Palma P1", denn so heißt die neue Tiefgarage noch mal machen müssen in den kommenden Tagen, um dann die anreisenden Gäste genauer informieren zu können, wo sie denn nun ihren Wagen übernehmen, und auch wieder abgeben können. - So viel schon mal voraus, es gibt auch eine gute Nachricht, der Weg zum Mietwagen ist dann nicht mehr so weit, allerdings ist noch nicht klar, ob man den Wagen überhaupt findet.

Bis zum 10. Januar bleibt noch alles beim alten, da bleibt der Treffpunkt noch weiterhin wie von uns in den Bestätigungen beschrieben, im Parkhaus "P2", am gesamten neuen Abfertigungsgebäude vorbei, und dann linker Hand um die Ecke findet man den Eingang zu den jetzt noch in Betrieb befindlichen Parkhaus. - Ab 10. Januar d geht man dann von der Kofferausgabe zunächst den gleichen Weg, raus aus dem alten Gebäude, links, um dann an der Südfront des neuen Terminals zur Ostseite des Gebäudes zu gelangen, also gegenüber der Küste. - Dort nun muss man noch ein wenig in Richtung Norden laufen, dann findet man eine bereits offene Drehtür, und auch bereits das Hinweisschild "Meetingpoint" im "P1". - Man gelangt nun ins Treppenhaus, normale Treppe, Fahrstuhl sowie Rolltreppe, und dort begibt man sich nun auf die Ebene "S2", welche zugleich die unterste Ebene ist. - Dort findet man den "Meeting Point", hat man uns zumindest versprochen, und die Autovermieter warten dort auf die Gäste, welche ihren Mietwagen übernehmen wollen. - Jetzt nur noch das "Exit" suchen, und dann kommt man auf der Südseite des Flughafens heraus, etwa da, wo früher die netten und so einfach zu belegenden Parkplätze waren, und muss dann am Kreisverkehr nur noch auf den Hinweis Los Llanos achten, schon bewegt man sich wieder in die richtige Richtung. - Gleich nachdem man aus dem Parkhaus wieder das Sonnenlicht sieht, kann man auch links auf die Tankstelle abbiegen, sollte das von Nöten sein. - Bleibt noch darauf hinzuweisen, dass im neuen Parkhaus kein Handynetz zur Verfügung steht, man hat beim Kaputtverbessern unseres Flughafens wirklich an alles gedacht. - Gut, alle Gäste kommen irgendwann aus diesem Parkhaus auch wieder raus, aber auch für diejenigen, welche ihren Mitwagen wieder abgeben müssen, hat der Flughafenplaner im Allgemeinen wieder Stolperfallen aufgestellt. - Nachdem man den nördlichen Kreisverkehr hinter sich gelassen hat, wird man auf eine Brückenkonstruktion geleitet, welche sich in drei Fahrbahnen teilt. - Da auf keinen Fall die rechte Spur nehmen, auch wenn da ein "P" für Parkplatz steht, denn das bringt Sie nur zum Personalparkplatz, und da kommt man überhaupt nicht rein, sondern muss dann eine zweispurige Fahrbahn rückwärts wieder herausfahren. - Man muss sich immer in Richtung "Terminal" halten, und erst wenn man parallel zum neuen Gebäude fährt, dann kommt rechter Hand die Tunnelabfahrt zum neuen Parkhaus "P1". - Wo man dann genau hin muss, das müssen wir in den kommenden Tagen noch herausfinden, und wir werden Sie das wissen lassen. - Insgesamt ein weiterer Angriff auf die einfache Forderung der Passagiere und derer, die dort am Flughafen arbeiten müssen, die Dinge einfacher und direkter zu gestalten. - Es ist noch unübersichtlicher geworden, und während noch Bauarbeiten dort am Terminal vorgenommen werden, und die Beschilderung noch sehr zweifelhaft ist, dort bereits den Parkhausbetrieb aufzunehmen, und alle halbe Jahre wieder zu ändern, obwohl man ohne Probleme noch den alten Außenparkplatz nutzen könnte, der nun leer steht, das will einfach nicht in meinen, und viele andere Schädel auch. - Seit dem der Umbau des Flughafens begonnen hat, hat jeglicher "Fortschritt" dort zu einer Verschlechterung der Erreichbarkeit und der einfachen Handhabe eines Flughafens geführt. - Wir sind ein kleiner Provinzflughafen, der am Tag gerade mal an die 2.700 Passagiere, ankommende wie abfliegende betreuen muss, und stellen uns bei der Planung und dem Betrieb um die Parkplätze an, als wären wir Chicago. - Ein Außenparkplatz, ungenutzt, zwei neue und einfach zu erreichende Parkhausebenen, ab 10. Januar auch ungenutzt und ein dritter, kleinerer Parkplatz, der soll nun den Fortschritt bringen, weil irgendein wirrer Kopf das so beschlossen hat. - Die erste Zitrone des Jahres geht an die Planung am Flughafen La Palma während der Umbauphase, und am Flughafen wird noch viel geplant, und das Jahr ist noch lang.





Samstag 01.01.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1016 hPa

Die "to do Liste"
Alle noch gesund? - Dann kann es ja weiter gehen

Ich hasse Jahresrückblicke, das ist doch reiner Masochismus, sich den ganzen Mist noch mal anzusehen, oder glaubt man vielleicht, dass im Nachhinein, und mit bereits ein bisschen Vergangenheitsmilde, aus einer Krise ein Krislein wird und aus Westerwelle doch noch ein annähernd brauchbares Mitglied der Gesellschaft? - Das klappt alles nicht, um derart ab - oder verklärt zu werden, müsste man mindestens eine Generation abzuwarten, dann kommt sogar wieder so was wie Ostalgie auf, und vielleicht erinnert sich ja in 20 Jahren noch jemand an die FDP und spricht dann diesen Satz aus, den berühmten Satz, nein, es war nicht alles schlecht an der FDP. - Prima Fallschirmspringer sollen die gewesen sein, wenn auch nicht immer glücklich. - Aber lassen wir die deutschen Probleme hinter uns, so wie wir das auch hier mit unseren, zum Teil, zum großen Teil hausbackenen Querelen endlich machen müssen. - Wir können doch eh nichts für die Krise, wir sind doch nur die Opfer, ein kleines Biosphärenreservat aus Makaronesien kann doch nicht im Ernst dafür verantwortlich sein, oder auch nur Mittäter, dass man um uns herum die Lust verloren hat, unsere Bananen zu kaufen oder massenweise bei uns Urlaub zu machen. - Natürlich tragen wir auch keine Schuld daran, wenn wir zu viele Eigentumswohnungen bauen, von denen gestern bereits die Hälfte, und morgen wohl zwei Drittel den Banken gehören werden, und ein neues Flughafenterminal, in welchem es die Empfehlung gibt ein Navigationsgerät mitzuführen, weil man sonst verdursten könnte auf der Suche nach Wasserstellen und erste progressive Kräfte fordern bereits den Transrapid für La Palma, um dann vom einen Parkhaus zum anderen zu gelangen. - Auch der dritte Hafenausbau von Tazacorte ist nicht auf unserem Mist gewachsen, zumindest nicht so ganz, wenn uns die Europäische Union so viel Geld zur Verfügung stellt, um den Hafen ohne Fahrplan noch größer zu machen, dann gilt doch wohl bereits für die EU und für uns die Reglung mit dem Jagdschein, also Paragraph 20, unter gut unterrichteten Kreisen auch als Parteiprogramm der Coalición Canaria bekannt. - Dann steht ja noch der Witz mit der Weltbiosphärenreservatsautobahn an, die vier Golfplätze, die zwischen 5 und 10 geplanten Luxusherbergen ausgerichtet auf den Wachstumsmarkt Nordkorea, und dann will man uns ja auch noch mit mehreren Asphaltwerken beglücken, die praktischerweise gleich eine Anbindung an Wohngebiete und Schulen haben.

Aber lassen Sie uns auch mal auf die "to do Liste" gucken, nicht nur auf die "forget it Liste", dann finden wir da für das Jahr 2011 durchaus interessante Dinge noch zu erledigen. - Da ist das Besucherzentrum auf dem Roque de Los Muchachos, auf das warten wir nun lächerliche 25 Jahre, aber da ist man sich immer noch nicht einig, ob das ein mit privaten Investoren erbauter Freizeitpark werden soll, oder eine aus öffentlichen Mitteln finanzierte versehene Hinweistafel, angebracht auf der Seite einer transportablen Toilette. - Weiterhin steht auf der "to do Liste" ein Tierheim für die Insel, oder wenigstens eine Auffangstation, wo man die vielen Weihnachtsgeschenke wieder abgeben kann, wenn der Knödel nicht mehr aus dem Flokati herausgeht. - Ich glaube an die 16.000 Unterschriften für die Installation eines Tierheimes auf La Palma sind an die Inselregierung gegangen, wäre doch mal an der Zeit, an dieser Aufgabe mal effektiv zu arbeiten. - Die Müllverwertungsanlage in Mazo, auch die könnte endlich mal in Betrieb gehen, wobei ja das Gerücht umgeht, dass man nach 5 Jahren Verzögerung nun festgestellt hat, dass diese Anlage den gesamten Inselmüll sowie so nicht verarbeiten kann, und man sich bei der anfallenden Menge an Müll um mindestens eine Null verrechnet hätte, vor dem Komma leider. - Nur ein Gerücht, sonst nichts! - Nächster Punkt auf der Liste, die Unfallstation auf der Westseite, welche irgendwo bei Los Llanos angesiedelt werden sollte, aber man sich seit Jahren nun nicht zwischen Gemeinde und Schatzamt einig werden kann. - Mal klemmt das mit dem Grundstück, mal ist kein Haushaltsposten vorgesehen, vielleicht sollten wir dann für das nun frische Jahr weiterhin auf der Liste stehen lassen: Vorsichtig fahren, bloß keine Unfälle mehr. - Die Heilige Quelle und deren weltlicher Nutzen für diese Insel, auch das steht auf der Liste, und gar nicht so weit unten, aber da arbeiten inzwischen alt gediente Seilschaften aus lokalen fuencalenterischen Kreisen im Rokokopop gegen den Alltagssumpf aus der Interessenschmiede der Coalición Canaria, und allen Umstehenden sei einfach nur geraten, lieber auf die Erneuerung Inquisition zu warten, oder zumindest noch die Kommunalwahlen abzuwarten, bevor sich jemand ernsthaft oder gar solvent um diese außerordentlichen touristische Ressource bemühen will. - Der Bauernmarkt in El Paso, ich glaube das sind nun auch 5 Jahre seit dem das Gebäude fertig ist, aber wir wollen ja mit unseren Wünschen niemanden stressen, und außerdem ist die Gemeinde ja nun auch bereits pleite, nachdem man unter der alten Bürgermeisterin noch die am wenigsten verschuldete Gemeinde der Insel war. - Die Liste ist noch viel länger, in Puerto de Naos könnte man mal aufräumen, Charco Azul wieder herrichten, die Gretchenfrage mit den Bananen für La Palma angehen und überhaupt mal überlegen, was wir denn vorhaben mit unserem kleinen Inselchen die nächsten 20 Jahre. - Aber das ist alles ein bisschen viel für ein einziges Jahr, also picken wir uns ein paar Dinge heraus und lassen den Rest so wie er ist. - Meine "to do Liste" ist da weniger anspruchsvoll, Kaffee kochen, Katzen füttern, Kinder in die Schule fahren, ein bisschen arbeiten und vor allem, endlich die rosarote Brille wieder suchen, die mir im Jahr 2006 irgendwie zwischen Anspruch und Tatsachen gerutscht ist.




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