La Palma Aktuell   Nachrichtenarchiv Februar 2015

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Samstag 28.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 23,1 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Ferien vom Wind
Und andere windige Kleinigkeiten

Stunden ohne Wind, dann erinnert uns der Passat wieder daran, wer hier im Aridanetal die Windhosen an hat. - Ich liebe Wortspiele, meist spielen die mit mir, und meine Frau, die Mutige, hat heute wirklich alle Terrassen gefegt. - Ist sowieso ein Feger, allerdings fürchte ich, dass das Imperium Passat heute Nacht wieder zurückschlägt, noch ist die letzte Böe nicht verweht. - Die kommenden Tage allerdings wird das immer besser werden, auch weiter mit wunderbaren Temperaturen, die zwanzig Grad sind wieder Alltäglichkeit, so wie sich das gehört. - Wurde auch Zeit, der Wind hat so einiges verrückt, meist Parabolantennen und Blumentöpfe, aber auch manch Zeitgenosse humanerdings verträgt den böigen Wind nicht so sehr, und hat sich verrücken lassen. - Obwohl böse Zungen behaupten, hier gäbe es sowieso jede Menge Verrückte, allerdings bringen uns selbst kurze Ausflüge durch die Weltpresse oder die TV-Nachrichten schnell wieder auf den Kanal, dass das nichts mit der Insel zu tun hat, sondern ein pandemisches Phänomen zu sein scheint. Gut, dass mich nur die kleinen Verrücktheiten auf unserem Inselchen angehen, ich würde ja gar nicht mehr fertig werden mit schreiben…

Das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff" lag vor ein paar Tagen wieder mal im Hafen von Santa Cruz und das bei dem starken Wind und das Schiff bietet natürlich dieser Naturgewalt extreme Angriffsfläche, so dass vier Poller, an denen das Schiff beschäftig war, herausgerissen oder beschädigt wurden. - Das liegt natürlich nicht an uns, wie es heißt, das Schiff sei mit flexiblen Leinen festgemacht worden, wie immer das aussehen mag, und dadurch, und natürlich dem starken Wind, seien diese Beschädigungen passiert. - Die Schiffsversicherung soll den Schaden bezahlen, an die 5.000 Euro pro Poller heißt es, und ich würde mich beeilen damit, wir haben öfter mal ein bisschen Wind, wie wir wissen.

104 Einsendungen hat das Cabildo Insular erhalten, und zwar als Antworten auf den Ideenwettbewerb um ein Projekt für ein Badehaus rund um die Heilige Quelle im Süden der Insel. - Lassen wir die ganze Polemik rund um die Nutzung dieser touristischen Ressource mal beiseite, vielleicht befinden sich ja unter den Einsendungen auch Vorschläge die so gut und zwingend erscheinen, dass sich alle an der Quelle zerrenden Kräfte einig sind, dieses Projekt voran zu treiben. - Nun werden alle 104 Projekte gesichtet und dann entscheidet Ende März eine dreizehnköpfige Jury, (es wäre Klasse, wir würden die Namen erfahren. - So wegen Transparenz…) welche Projekte die Preise für die ersten drei Plätze gewonnen haben. - Allerdings heißt das nicht automatisch, dass dann dieses Projekt auch umgesetzt wird, vor das Bad hat die Bürokratie noch verwirrende Gesetzestexte rund um Küstenzonen und Landschaftsschutzgebiete gesetzt, und eben auch noch streitbare Interessengruppen, welche alle ihre Füße in das Bad setzen wollen. - Dass es eh schwierig werden wird um solche Projekte auf der Insel erkennt man auch an folgender Rechnung, welche in der Presseerklärung des Cabildo Insular erscheint. - Von den eingesandten Projekten stammen 79 vom spanischen Festland, 7 aus La Palma,13 von den anderen Kanarischen Inseln, und dann kämen noch Arbeiten aus China, Niederlande, Portugal, Frankreich, Italien, Vereinigte Staaten von Amerika und Deutschland. - Ich gehe mal davon aus, dass aus jedem dieser Länder mindestens ein Projekt kommt, dann rechen wir mal zusammen: 79 + 7 + 13 + 7 = 104. - Jetzt wissen Sie, was ich meine… - Aber der knittrige Guiri soll seinen Taschenrechner wieder wegstecken, es kommt auf genau ein Projekt an, das allerbeste, und das wird wichtig werden. Dann auch noch auf den Artikel 47, welcher als Generalpardon in Sachen Bauen im Küstenbereich und Landschaftsschutzgebiet wichtiger ist, als die Anzahl der Projekte.

Der aufkeimende Wahlkampf treibt auch so seine Blüten und ganz beliebt sind dabei ständige Sticheleien seitens jeglicher Opposition an Nachlässigkeiten oder Unterlassungen der regierenden Gruppen. - Ob in den Gemeinden, im Inselparlament, jede gelegte Wurst eines Hundes auf dem Trottoir wird zu Presseerklärung gegen den Gemeinderat, man hätte die Sauberkeit des Ortes nicht im Griff und eigentlich kann man sich diese Nachrichten aufbewahren, in genau vier Jahren auch wieder bringen, man muss dann nur aufpassen, dass man die Namen wechselt, falls jetzt Opposition dann Regierung sein sollte. - Die Toiletten des Busbahnhofes in Los Llanos sind schmutzig, daran erzürnt sich junger/alter Politrecke der Stadt, der nun unter einer anderen Fahne antritt, dabei weiß der genau, so wie alle anderen auch, dass das immer ein Problem war, aber eigentlich keines der Stadt Los Llanos. - Macht nichts, Zuständigkeiten prüfen ist Sache der Techniker, nicht der Politiker, aber die wirklich interessanten Dinge, seien sie auch noch so klein, die gehen dabei unter.




Auch hier geht es um die Sachen, um die sich immer andere kümmern sollen. - P.S. aus R. hat uns dieses künstlerische Kleinod zugesandt, welches man am Wanderweg hinauf zum El Time befestigt hat.





Samstag 28.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1025 hPa

Gastbeiträge von Antje Gieser und Steve Bukowsky

Jeden ersten Sonntag - SOS-Stand auf dem Flohmarkt

Am 1. März ist es wieder soweit. Wir - Sybille und Antje vom Verein"SOS Ayuda para los Palmeros" - warten auf dem Flohmarkt von Santa Cruz (Parkplatz am Hafen) auf Käufer und Spender. Wir bieten an: Second-hand- Kleidungsstücke, meist von sehr guter Qualität und spottbillig, deutsche Bücher und allerhand Haushaltsgegenstände, Saftpressen und ein Kaffeeservice für sechs Personen. Als besonderes Schnäppchen haben wir in unserem Sortiment ein Baby-Reisebett mit Bettwäsche. Für manche Großeltern hier auf der Insel, die Enkelkind-Besuch erwarten, sicher d i e Problem-Lösung.
Wir bieten nicht nur Gutes und Preiswertes, wir freuen uns auch über "Nachschub-Ware" (allerdings sind wir kein "punto limpio") und natürlich über Spenden. Der Erlös geht direkt an unseren Verein. Wir arbeiten mit der Caritas der verschiedenen Ayuntamientos und dem Roten Kreuz zusammen. So konnten wir helfen, so manche Not wenigstens ein bißchen lindern.

Also - wir sehen uns am Sonntag, 1. März von 8 bis 14 Uhr auf dem Flohmarkt von Santa Cruz!









Götz Widmann

Wieder solo unterwegs mit neuem Album Krieg und Frieden

undressierte Abendunterhaltung vom Feinsten. Götz Widmann macht endlich wieder, was er am besten kann: ohne Setlist oder Plan geht er auf die Bühne und spielt nach Lust und Laune einen Song nach dem anderen aus seinem unerschöpflichen Repertoire. Ein Mann, eine Gitarre, sonst nichts. Spontan, witzig, überraschend. Sein neues Album Krieg und Frieden wird von Fans und Kritik als sein bestes seit mindestens 10 Jahren gefeiert. Einer der kreativsten deutschen Songwriter in Bestform, inspiriert und gut gelaunt wie schon lange nicht mehr...






Freitag 27.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 27 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Ferraz befiehl, La Palma trägt die Folgen
Erst kommt die Partei, dann die Insel

Wer oder was ist Ferraz? Woher soll der an Politik semiinteressierte Betrachter wissen, wer oder was Ferraz ist, wenn wir über die Sozialistische Arbeiterpartei Spaniens sprechen. - Mich fragen immer mal wieder Leute, wer ist denn dieser Ferraz, der da den inseleigenen Sozialisten immer wieder in die Suppe zu spucken scheint? - Valentín Ferraz war mal ein Bürgermeister in Madrid, und nach dem wurde eine Straße benannt, und in dieser Straße befindet sich auch die Parteizentrale der PSOE, also der Partido Socialista Obrero Español und immer wenn man nun im Zusammenhang mit dieser Partei den Namen Ferraz erwähnt, meint man damit die nationale Parteispitze der PSOE. - Das ist also kein hohes Tier bei den Sozialisten, sondern wenn man sagt: Ferraz ordnet an, dass….. dann meint man damit, dass die Parteispitze dies oder jenes beschlossen hat. - Nur mal so erklärt, damit da keine weitere Unwissenheit bleibt. - Und Ferraz nimmt unsere sechs rebellischen Kollegen aus dem Cabildo Insular nur wieder in ihre Reihen auf, wenn die vorher, sogar notariell beglaubigt unterschreiben, dass man in Zukunft die von der Partei vorgeschriebenen Pakte mit anderen Parteien auch respektiert. - Das ist wohl bereits geschehen, man hat diese Papiere nach Madrid geschickt, in die Calle Ferraz, wie wir gelernt haben, und nun warten die sechs Räte darauf, wieder in die Partei aufgenommen zu werden. - Ich steige nun nicht erneut hinab und versuche zum zwanzigsten Mal zu erklären, wie es denn überhaupt zum Parteiausschluss gekommen ist, wer bis hierher gelesen hat, der interessiert sich für Politik hat das in früheren Berichten von mit bereits erfahren, und wer sich nicht für Politik interessiert, der liest hier eh schon nicht mehr und ist Unkraut zupfen gegangen, oder hat sich ein Bier aufgemacht.

Was nutzt uns aber nun die Wiedereingliederung der sechs Räte, wenn von denen verlangt wird, mit der Coalición Canaria zu paktieren, weil die PSOE auf nationaler oder regionaler Ebene als natürlichen Feind die Partido Popular ausgemacht hat? - Das ist die Frage, die ich stelle, nach allem Verständnis, welches ich für die sechs Menschen, die hier eben Politiker sind, aufbringe und auch deren Ängste und Notwendigkeiten verstehe. - Fast sicher, ohne Wiedereingliederung in die PSC/PSOE wäre deren politisches Leben vorbei, aber wenn die nun wieder für die PSC/PSOE antreten, aber denen verboten wird, mit der Partido Popular zu paktieren, dann übersteigen erneut die Parteiinteressen die Interessen der Insel, und ab dem Moment wird das zur Farce. - Vorsicht, man kann uns immer noch überraschen, noch hat "Ferraz" die sechs Räte nicht wieder in die Partei genommen und wer sagt denn eigentlich, dass die PSC/PSOE nach den Kommunalwahlen im Mai überhaupt ausgibt, nicht mit der Partido Popular zu paktieren. - Zumal ja die PSOE auf nationaler Ebene vorsichtig sein muss, das Zweiparteiensystem scheint ja nach dem erfolgreichen Auftreten der Gruppierung Podemos vorbei zu sein, und auch wenn wir fast mit Sicherheit sagen können, hier in Spanien wird eine Protestpartei nicht den nummerischen Erfolg haben wie das in Griechenland war, wird man auf nationaler Eben doch in Zukunft paktieren müssen, um regieren zu können, denn auch hier in Spanien wagt keine Partei die wirkliche Demokratie, die da heißen würde, in Minderheit regieren und für jeden Punkt Mehrheiten suchen müssen. - Aber es bleibt eben die Zeitlücke zwischen den Kommunalwahlen im Mai und den Nationalwahlen im November und bis dahin wird man sich seitens der PSOE weiter als Alternative zur Partido Popular anbieten und nicht als möglicher Partner einer Protestpartei. - Als Alternative heißt in diesem Fall aber auch, man paktiert nicht mit Alternativen, sondern versucht sich abzugrenzen und dieser Punkt missfällt mir robust in der Frage, wo geht die Inselpolitik ab dem Mai dieses Jahres hin.

Denn selbst politisch überhaupt nicht interessierte Menschen, oder sogar solche, die auf Politik mehr kotzen müssen als meine Katzen auf Billigfutter sagen aus, das ist das beste Cabildo Insular, welches wir seit über 20 Jahren haben. - Und mir persönlich ist es stinkeegal, in welcher Partei diejenigen sind, welche die Karre ziehen, und das wohl in einer Richtung, die zwar nicht perfekt scheint, aber doch ordentlich. - Wir geben uns doch längst mit ordentlich zufrieden, und was nützt mir der Spatz in der Hand, wenn die Taube auf dem Dach sitzt, oder wie das auch heißen mag, was nützt uns Bürgern ein Anselmo Pestana, der jetzige Inselpräsident wieder in der Partei, wenn der nicht an der Macht ist, oder mit der Coalición Canaria uns wieder in die Apathie lenken muss. - Und dann auch noch die Frage, welche unbeantwortet geblieben ist, sollen dann auch die Gemeinden warten mit ihren Stadträten, bis sich "Ferraz" entschieden hat, mit wem wir zusammen was machen dürfen? - Es bleiben immer noch mehr Fragen als Antworten und auf der Pressekonferenz, auf der man verlesen hatte, dass man nun die geforderten Unterlagen nach Madrid geschickt hätte, beantwortete man keine Fragen der Presse. - Es ist dumm und absolut kontraproduktiv, wenn Madrid sich sogar in den kleinsten Gemeinderäten auf der Insel durchsetzt und damit bestimmt, wer denn Bürgermeister in El Paso oder Garafía wird, aber Ferraz sieht das anders, denn die sind der Meinung, erst kommt die Partei, dann die Insel, und das werden hier viele nicht mitmachen.




Kennen Sie eigentlich Mops´ Meinung von Politik?

Sowie mit ganzem Herzen an Leonard: ...und in Frieden





Freitag 27.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag von Tasca La Luna

Krimidinner
im La Luna mit Schauspieler Erwing Rau

Samstag 28.2.2015 Beginnn 20:00 Uhr

"Der deutsch-chilenenische Schauspieler Erwing Rau erzählt eine bunte Mischung von witzigen - manchmal skurrilen - und unterhaltsamen Kriminalgeschichten.

Einige Erzählungen grenzen an Poesie, wie die Bekehrung eines gedungenen Mörders durch extrem hübsche Beine; andere wiederum erzählen von Grenzgängern wie Du und Ich.

Eins haben sie alle gemeinsam: sie unterhalten, regen die Fantasie an und lassen sich schmecken wie ein guter Wein oder ein leckeres Essen. Die meisten Geschichten sind von Rau selbst geschrieben, die restlichen stammen aus der Feder von Joana Angelides, einer jungen Autorin aus Griechenland.

Seine lange Karriere als Erzähler hat Rau nach München, Wien, Graz, Paris, Göteborg und vielen anderen Orten gebracht, wo er Anerkennung und Applaus geerntet hat. Er leitet in Niedersachsen, Deutschland ein kleines Theater, zusammen mit seiner Frau Barbara, die ein sehr bekanntes Restaurant im gleichen Haus führt.

Bereits mehrere Auftritte

Auftritte auf La Palma haben die vielen Gäste schon in den vergangenen Jahren in den Genuss dieser lebendig erzählten Geschichten gebracht."

Veranstaltungssprache: deutsch
Eintritt inklusive 3 Gänge Menü: 25 Euro pro Person

Info und Reservierungen unter
(+34) 922 401913

www.LaLunaLaPalma.com







Donnerstag 26.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 22 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 16,9 Grad

Der Atlantik stellt Fragen
Schützt der Strand oder bedroht er?

Gestern gegen Nachmittag mit der Flut hämmerten die Wellen mit noch größerer Gewalt gegen die Ostseite der Insel, als wir das gegen Mittag in Los Cancajos noch erfahren konnten. - Dabei stand der neue Hauptstadtstrand ganz im Mittelpunkt der Beobachtungen, war es doch der erste gewaltige Wellenschlag, welcher die Kunst der Ingenieure und ausführenden Arbeitern auf die Probe stellen würde. - Gut, vor Jahren, noch ganz am Anfang des Baus, da schlug der Atlantik schon mal zu und machte ein paar Wochen Arbeit dort zur lächerlichen Makulatur, aber damals standen eben noch nicht die Dämme, ob nun die sichtbaren über der Wasserlinie oder der unsichtbare in Richtung Osten. - Nach ersten Alarmmeldungen, der südliche Damm sei gebrochen und ein großes Stück fehle dort, stellte man schnell fest, das war gar nicht so, sondern dieses "Loch" war immer schon da, allerdings ist mir nicht so ganz klar, ob das denn auch bleiben soll, oder noch wegen der Bauarbeiten rund um die Entsorgungsleitungen der Hauptstadt offen ist. - Man kann wohl erkennen, dass da Material rausgespült worden ist, aber im Ganzen scheint der Strand erhalten geblieben zu sein. - Allerdings will man sich seitens der Gemeinde mit Tauchern absichern, dass die Dämme auch im unteren Bereich keinen Schaden genommen haben, aber dazu muss man zunächst noch abwarten, bis der Seegang sich weiter beruhigt. - Wie ab und zu bei starken Wellen, welche gegen die Ostküste schlagen, gerät das Wasser des Atlantiks auch in die Hauptstadt, schlägt über die Avenida Marítima und setzt Teile der Altstadt unter Wasser. - Das geschah gestern nur in ganz geringem Ausmaß und viele Städter berichtet nun davon, dass ohne den Strand und die Deiche wohl sicherlich eine Überschwemmung mit größeren Schäden die Hauptstadt getroffen hätte. - Hier also meint man den Strand und die Deiche als Schutz für die Hauptstadt, allerdings sieht die Geschichte ein paar hundert Meter nördlich schon wieder anders aus. - Maldonado ist der nördlichste Zipfel der Hauptstadt am Meer, und dort gelangte der Atlantik mit seinem Wasser in mehrere Häuser und überschwemmte diese. - An die 20 Menschen evakuierte man, oder sie sich selbst, man ahnte eben schon, das wird noch deftiger und so kam das dann auch. - Tische, Stühle und was sonst noch vor den Häusern dort stand, das ist alles weggespült und in einigen Häusern nahe am Atlantik stand das Wasser. - Nun fragen sich wieder einige, verstärken nun die Deiche weiter südlich die Wellen hier im Norden der Stadt, oder wären dort auch so viele oder vielleicht sogar noch mehr Schäden entstanden, wenn man den Strand nicht gebaut hätte. - Da hat man nun zu diskutieren und wie das meist so ist, lässt man die Fachleute gerne raus aus solchen Diskussionen, die könnten mit langweiligen Fakten ja auch nur die konspirativen Phantasien stören. - Der Strand scheint die erste wirklich harte Probe überstanden zu haben, allerdings sollten wir vor dem Jubeln noch die Aussagen der Taucher abwarten, ob da im Unterbau der Deiche nicht irgendeine fatale Zerstörung geschehen ist. - Die Probleme in Maldonado, das wird als Fragezeichen stehen bleiben, da wir nicht wissen, ob es ohne den Strand schlimmer gewesen wäre, oder besser. -

Was sonst noch wichtig ist, heute gegen 18:00 Uhr findet eine Pressekonferenz der PSC/PSOE La Palmas statt, in welcher wahrscheinlich die Wiederaufnahme der sechs entlassenen Räte der Partei im Cabildo Insular verkündet wird. - So flüstert man sich das zu, die große Frage aber ist nun, zu welchem Preis. - Müssen die nun sofort den Pakt mit der Partido Popular aufkündigen, welcher ja der Grund war für den Rauswurf im Dezember 2013 war, oder dürfen die zusammen die Legislaturperiode bis zu den Wahlen im Mai 2015 zu Ende regieren. - Und was kommt danach? - Paktverbot mit der PP und damit erneut Coalición Canaria im Cabildo Insular? - Morgen gibt es mehr dazu, es bleibt spannend.




Hier ein Bild vom 26.2.2015 mit dem angeblichen Bruch des Deiches





Auch heute




Hier ein Bild vom November 2014 nach der Aufspülung des Sandes, auch hier ist das "Loch" da.





Donnerstag 26.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 21 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag von Anja Riep

Lesung zur Teatime im Café

Am kommenden Samstag, den 28. Februar wird Barbara Schlüter aus ihrem historischen Roman "Verheimlichte Liebe" in der Cafetería KaChoTé in El Paso lesen und das zur besten Kaffeezeit, nämlich nachmittags um 16 Uhr.
Zum Roman wurde ja schon einiges geschrieben (u.a. hier bei Mathias), deshalb möchte ich gar nichts weiter zum Inhalt sagen, das kann jeder hier im Newsarchiv vom 10.11.2014 nachlesen.
Ich möchte viel lieber erwähnen, dass die Charaktere der Protagonisten so liebevoll erdacht sind, dass die Sympathien während des Lesens schnell vergeben sind und man mit ihnen mitfiebert. Auch sonst legt die Autorin viel Wert aufs Detail, man lernt so Einiges über die Zeit, in der der Roman spielt und egal ob Hannover, Norderney oder La Palma - wer einen oder mehrere Schauplätze kennt, wird vieles wieder erkennen. Und falls Sie Fragen haben, wird Frau Schlüter diese gerne nach der Lesung beantworten.

Die Cafetería KaChoTé finden Sie in El Paso in der C/ Fermin Sosa Pino, gegenüber der Policía Local und dem Seidenmuseum. Anhand der Skizze etwas weiter unten, wird sicher Jeder herfinden.
Seit fast 4 1/2 Jahren verwöhne ich hier meine Gäste mit Kaffee, losem Tee, heißer Schokolade und hausgemachten Leckereien wie Kuchen, Quiche, Süppchen und vielem mehr.
Damit ich zur Lesung genügend Kuchen und andere Kleinigkeiten vorbereiten kann und außerdem die Anzahl der Sitzplätze beschränkt ist, würde ich mich über eine Anmeldung Ihrerseits freuen, unter 653 159 750.
Selbstverständlich können Sie bei mir auch ein Glas Wein, Sekt oder ein Bierchen erstehen. Es wird während der Lesung Niemand verdursten müssen.

Ein weiterer Grund, warum die Autorin Barbara Schlüter und ich das Café für einen schönen Rahmen für eine Lesung halten, ist die Tatsache, dass es bei mir eine Büchertauschbörse gibt für meine Kunden. Bisher hat noch Jeder ein Buch seines Geschmacks gefunden und da die Tauschbörse gut angenommen wurde, finden sich immer wieder neue Schätze.
Unten sehen sie noch einige Fotos vom Café und den Lageplan.

Also, bis Samstag 28. Februar 2015 um 16 Uhr





















Mittwoch 25.02.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 22 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 25,0 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Viele lokale Interessen versalzen den Inselbrei
Zwei Salinen, nur eine funzt

Ich bin ein Trottel, und meine Frau, so wie meine Kinder wissen das schon lange, aber die würden das niemals sagen. - Da fahren wir die weite Strecke auf die Ostseite, um Wellen zu fotografieren, und ich nehme eine Kamera mit, deren Batterie alle ist. - Ein paar Bilder kann man dennoch vorzeigen, vom Handy aus gemacht, die Dinger ersetzen ja heute eh schon die Kompaktkameras und ich frage mich immer noch, wie lange die bei den Handys eigentlich noch die Telefonfunktion aktiv lassen wollen… - Gewaltige Wellen dort an der Ostküste und der Strand in der Hauptstadt hält bislang, scheint, dass die Ingenieure dort doch was vom Atlantik verstehen und ihre Sache gut gemacht haben. - Wäre ja auch wirklich nicht prickelnd, wenn wir nun auch noch auf beiden Inselseiten das Geld in den Atlantik werfen würden. - Hier der Hafen, dort der Strand… - Die Küstenwanderweg in Los Cancajos konnte man nicht machen, ohne nass zu werden, an mehreren Stellen fegte die Gischt von den gewaltigen Brechern über den Weg, und wir hatten erst Ebbe. - Das kann also noch kräftiger werden und viele Besucher des Ortes, der eh voller schien als andere Wochen, sammelten sich auch am Strand und dem Weg, um den wütenden Wellen dabei zuzusehen, wie sie versuchten, die Insel in Stücke zu schlagen. - Klappt natürlich nicht sofort, allerdings darf ich verraten, dass auf längere Sicht hin, also in ein paar zehn Millionen Jahren, diese Insel auch wieder verschwunden sein wird, vom Wind und vom Meer abgetragen. - Bis dahin müssen wir uns aber nicht beeilen beim Staunen und Genießen der Insel und das Schauspiel, wann laufe ich los, die nächsten 20 Meter, um trockenen Fußes den Weg weiter machen zu können, sind auch unterhaltend.

Zufällig geraten wir dabei in einen Tross von krawattierten Herren und ein paar huldvoll lächelnden Damen, und die meisten Herren sind uns bekannt, politische Größen der Insel und der Gemeinde und die haben sich gerade heute zusammengefunden, um die Saline in Los Cancajos einzuweihen. - Es ist Wahlkampf, also Zeit, selbst Telefonzellen einzuweihen, wobei ich inzwischen zweifle, ob es überhaupt noch solche Zellen gibt. - In Los Cancajos arbeitet man seit vielen Jahren an einem Interpretationszentrum für Salinen und einem Salzmuseum, und das scheint nun fertig zu sein und erwartet dann die Besucher. - Eine Saline ist eine interessante Angelegenheit, Salz aus Meerwasser zu gewinnen gehört zu den absoluten Ursprüngen der Lebensmittelherstellung. In Los Cancajos, dort arbeitete auch früher eine Saline, von der ein Turm zur Wasseraufnahme und eine Freifläche mit ehemaligen Verdunstungsbecken übrig geblieben war. - Irgendwann soll diese Saline sogar Salz produzieren, dazu braucht man aber noch einen privaten Partner, also ist das auch wieder nur eine Einweihung und keine wirkliche Eröffnung und spätestens dabei fällt uns wieder der nahe Wahltermin ein. - Über die Jahre hin hat man knapp über 600.000 Euro in die Arbeiten gesteckt, dort eine Saline wieder zum Teil aufzubauen, welche früher mal wirklich produziert hat und ich denke, so viel Geld wäre gar nicht so schlecht angelegt, wenn es denn eine Neuigkeit für diese Insel wäre, eine echte Saline zu betreiben, damit man den Besuchern zeigen kann, wie so etwas geht. - Daher kommt meine Kritik, denn nur ein paar Kilometer Luftlinie weiter haben wir nämlich solch eine Saline, welche den Steuerzahler überhaupt nichts kostet, man alles besuchen kann, alles anfassen und auch dort gibt es ein Interpretationszentrum und sogar ein Restaurant und eine Cafetería. - Aber das ist halt in Fuencaliente, und nicht in Los Cancajos und ich weiß wirklich nicht wie wir uns das selbst erklären wollen, dass man auf dieser wunderbar überschaubaren Insel zwei Salinen braucht. - Wobei die eine ja bereits seit Jahrzehnten funktioniert, diese Insel mit Salz versorgt, das wertvolle Flor de Sal auch in alle Welt verschickt, da kommen lokale Politiker auf die Idee, wir machen jetzt noch eine Schausaline, mitten bei uns im Ort. - Das wurde geplant, als der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Breña Baja auch noch Rat für Tourismus im Cabildo Insular war und ich verstehe bis zu einem gewissen Punkt auch den Lokalpatriotismus, dass man immer das Beste für seinen Ort will, aber im gemeinsamen Inselinteresse wäre eine andere Haltung deutlich nachhaltiger. - Da stellt man sich dann eben wieder die Frage, brauchen wir für unser kleines Inselchen wirklich 14 Gemeinden und wer gerade seine Vorstellungen am robustesten durchdrücken kann, der bekommt eine Saline, obwohl ein paar Kilometer weiter bereits eine arbeitet. - Warum auch nicht, ich will für El Paso auch einen Hafen, für Fuencaliente ein Observatorium, nur ein Tierheim, einen Schlachthof und eine Müllkippe will keiner, und ein Asphaltwerk irgendwie auch nicht, lokale Egoismen haben eben ihre ganz eigenen Gesetze.






















Teil der Saline in Los Cancajos





Mittwoch 25.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag von Katsuko Mizokami-Junker

Kosmologe Prof. Carlos Frenk gibt Konferenz im "Circo de Marte"

Am Montag den 2. März gibt der britisch-mexikanischer Astrophysiker Professor Carlos Frenk einen Vortrag mit dem Titel, Nuestro improbable Universo - Unser unwahrscheinliches Universum. - Er nimmt an einer internationalen Konferenz auf La Palma statt, welche Fachpublikum vorbehalten ist, gibt aber am 2. März um 20:00 Uhr einen Vortrag für jedes Publikum. - Der Eintritt ist frei, man sollte sich aber vorher an der Kasse eine Eintrittskarte holen. - Der Vortrag wird auf Spanisch gehalten.







Dienstag 24.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,5 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Nervensäge Wind und andere Kleinigkeiten

Die kommenden drei Tage soll weiter kräftig der Wind wehen hier auf der Insel, und das aus Nordost. Das warnt uns "Aridanetaler" dann gleich wieder, bei uns besonders, denn wenn die Fallwinde über die Cumbre Nueva ziehen, dann heißt es aber die Perücke doppelt festtuckern. - Am besten pragmatische Kurzhaarfrisuren, so verkaufe ich meine schüttere Haarpracht immer am besten, dann kann nichts passieren. - Diesen Winter haben wir besonders viel Wind und das ist auch ganz einfach zu erklären, wir haben ganz viele Perioden mit stabilem Hochdruck gehabt, und das ergibt dann für uns Wind und keinen Regen. - Zumindest nicht auf der Westseite, denn der Osten hat nicht nur seine eigenen Regeln, sondern auch sein eigenes Wetter. - Der positive Nebeneffekt des scharfen Windes auf der Westseite ist aber, dass wir Sonnenschein haben und wer sich eine geschützte Lage in Richtung West basteln kann, der ist fein raus, genießt die Sonne, aber der Wind kann ihn nicht erwischen. - Wenn der Wind aber länger als ein paar Tage bläst, dann macht der die Menschen deutlich unruhig, manche sagen sogar, der Wind würde dann aggressiv machen, ich weiß aber nicht, ob man so weit gehen sollte, aber richtig ist, nach ein paar Tagen geht einem der Wind schon mächtig auf den Geist. - Auch unsere Katzen sind überhaupt keine Windsfreunde, zunächst werden noch die Blätter gejagt, welche der Wind über die Terrasse treibt, dann aber zieht man sich zurück in die geschützten vier Wände und hat so seine Ruhe. - Auch werden wir die kommenden Tage wieder kräftige Dünung am Meer haben und damit verbindet sich dann gleich auch wieder die Bitte, halten Sie Abstand vom Atlantik, die Dünung ist oft trügerisch, mal kommen ein paar kleinere Wellen, und dann plötzlich wieder enorme Kaventsmänner, also bitte das Schauspiel in sicherer Entfernung genießen, dann bleibt das auch ein Genuss.

Als ich das erste Mal was von "Pádel" hörte, da dachte ich Naivling natürlich auch, die verarschen mich, die spielen doch nicht wirklich mit einem Paddel Tennis, aber ein ganz klein bisschen ist das schon so. - Allerdings wird Pádel hier in Spanien schon lange gespielt, richtig Breitensport ist es aber erst in den letzten Jahren geworden und hier auf der Insel hat man bereits in einigen Orten extra Spielfelder für dieses interessante Spiel zwischen Squash und Tennis aufgestellt. - Das hören sicherlich die Pádel-Spieler nicht so gerne, aber wenn einer das gar nicht kennt, dann helfen solche Vergleiche immer ein bisschen, oder man geht zu WIKI und liest alles über das "Padel-Tennis" nach, wie es wohl auf Deutsch heißt. - Und warum erzähle ich das Ihnen jetzt? - Ganz einfach, weil La Palma es geschafft hat, in der "World Padel Tour" Austragungsort zu werden, also neben der Transvulcania ein weiteres internationales Sportevent, und genau solche Attraktionen können wunderbar dafür sorgen, dass unsere Insel als Sportinsel bekannter wird. Vom 19. - 26. April wird man auf der Insel das "Estrella Damm Isla de La Palma Open" spielen, der Hauptsponsor ist also eine bekannte Biermarke, und man erwartet sechzig von den einhundert besten Pádel-Spieler der Welt zu diesem Turnier. - Gespielt wird in Santa Cruz, auf zwei Plätzen, in der "Ciudad Deportiva de Miraflores" und im "Pabellón multiusos Roberto Rodríguez Estrello" und damit gehen wir hier auf der Westseite leer aus, aber die Hauptstadt hat nun mal die leistungsfähigeren Sportstätten und dort hat man dann auch die ganzen Teilnehmer auf einen Haufen zusammen.

Und der schönste Mann Spaniens kommt aus? - Los Llanos!! - In der Tat, Yovany Pérez Reyes wurde am vergangenen Wochen in Jaén zum "Míster España Universo 2015" gewählt, nachdem er zuvor bereits die innerkanarischen Ausscheidungen gewonnen hatte. - Nun ist er der Kandidat Spaniens für die Mister Universum Wahl, welche in der Dominikanischen Republik stattfinden wird, wo er gegen weitere 70 Aspiranten antreten muss. - Noch arbeitet der sechsundzwanzigjährige Mann als selbstständiger Fensterputzer in Los Llanos, allerdings könnte es sein, dass er das für eine Weile aufschieben muss, sollte der im Juli in Punta Cana weiter erfolgreich sein. - Diese Geschichte, Fensterputzer und schöner Mann, das kennt man doch irgendwie aus der Werbung für eine kalorienarme Limo und man wünscht dem jungen Mann viel Glück auf dem weiteren Weg und viel Erfolg, und vielleicht auch so viel Weitsicht, dass Schönheit vergänglich, und Fensterputzen ein ehrenhaftes Gewerbe ist, und immer Saison hat. - HIER können Sie sich zwei Blicke auf das Sahneschnittchen aus Los Llanos leisten.




Wolkenwasserfall über der Cumbre Nueva





Dienstag 24.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1022 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Vivito y coleando
Lebendig und (mit dem Schwanz) wedelnd. - Nach einem Unfall oder Schicksalsschlag einfach aufrecht weitermachen. - Quicklebendig und fröhlich aus einer schweren Situation hervorkommen.




Bild von Kai Stockrahm





Montag 23.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Wir sind alle Tourismus
Kampagne für ein positiveres Erscheinungsbild

Wir hatten ja vor einer Weile bereits angekündigt, dass der "CIT-Tedote", also der Verein der Gewerbetreibenden in Sachen Tourismus zusammen mit der Inselregierung eine Kampagne starten will, welche die Bevölkerung dafür sensibilisieren soll, wie wichtig doch ein mindestens freundlicher Umgang mit unseren Besuchern wäre. - Nun startet diese Kampagne konkret und man hat nicht nur Plakate und Werbespots fabriziert, sondern das Hauptaugenmerk der Kampagne zielt auf die Schulen und mit den Pennälern will man nicht nur sprechen, sondern auch Ausflüge in Hotels machen, auf die Kreuzfahrtschiffe, und das hört sich dann schon gut überlegt an, besser als nur der Zeigefinger und gute Worte. - Ziel der ganzen Geschichte ist natürlich, dass die Gäste der Insel sich besser bei uns aufgehoben fühlen, wobei ich eigentlich gar nicht beobachtet hätte, vielleicht außer im Straßenverkehr, dass man unsere Inselgäste nicht gut behandeln würde. - (Wir sind hier halt alle kleine Alonsos und wissen eben genau, wie die Straße hinter der Kurve weitergeht…) Die Kritik kommt meist von innen, besonders geklagt wird oft über schlecht ausgebildetes Restaurationspersonal, wobei ich dem insoweit entgegnen will, dass die Löhne bei uns in der Gastronomie sehr dürftig sind und gelerntes Personal daher meist abwandert, in andere Regionen, wo deutlich mehr bezahlt wird wenn man weiß, von welcher Seite denn der Wein serviert wird. - Was an Kritik sicher berechtigt ist, es werden sehr wenig Fremdsprachen gesprochen, und das wird irgendwie auch nicht besser, denn erneut beobachten wir hier, wer dann endlich gut Englisch oder Deutsch kann, der geht weg von hier in andere Regionen oder gleich in das Land, dessen Sprache er mühsam erlernt hat. - So ergibt das auch das negative Bild, dass wir eine sehr hohe Jugendarbeitslosigkeit haben, wir aber gleichzeitig mehrsprachiges Personal aus anderen Ecken der Welt holen müssen, weil wir nicht genügend Leute haben, welche Fremdsprachen wirkungsvoll beherrschen. - Da steckt in der Tat ein großes Problem dahinter, welches das spanische Bildungssystem immer noch nicht sehen will, hier wird ab der ersten Klasse wohl Englisch gegeben, bis zum Ende der Schulpflicht hat also mindestens jeder 10 Jahre Englisch auf der Schule gehabt, aber das Niveau, und dabei besonders die praktischen Fähigkeiten, sind selbst bei Abiturienten leider grausam. - Dringend müsste hier ein Umdenken her und nur noch Muttersprachler unterrichten lassen, oder meinetwegen zusätzliche Klassen in denen dann "echte Engländer echtes Englisch" sprechen, und nicht das, was dort in der Schule als Englisch gelernt wird. - Es ist wirklich erschreckend, nach 10 Jahren Englisch auf der Schule stehen diese Kinder vor Engländern und bringen kein Wort heraus, oder werden nicht verstanden. - Warum das so ist, ich kann es nicht genau erklären, obwohl ich seit Jahrzehnten zugucke und selbst zwei Kinder durch das hiesige Schulsystem mitgeschleust habe. - Vielleicht sollten wir Immigranten darüber sogar dankbar dafür sein, ich hätte sonst nicht meine Arbeit, wenn jeder hier mehrere Sprachen sprechen würde und meine Kinder wohl auch geringere Chancen. - Aber es ist natürlich richtig, dass das angemahnt wird, und es hat ja auch bereits mehrere Initiativen gegeben, als man Sprachunterricht gratis an Erwachsene angeboten hat, oft allerdings nicht mit sehr großem Erfolg. - Die offiziellen Sprachschulen in Los Llanos und Santa Cruz sind aber gut besucht, und wieder offenbart sich dabei ein Schlag ins Gesicht der öffentlichen Bildung, etwa ein Drittel der Teilnehmer in der Sprachenschule sind Schüler, die neben dem Sprachunterricht in den normalen Schulen auch noch abends in diese Sprachenschulen gehen, um das, was sie als Fremdsprache erlernen, vielleicht auch irgendwann mal anbringen können. - Natürlich ist es nicht nur die Sprache, aber wer heute hier auf der Insel mindestens eine Fremdsprache gut kann, der hat Arbeit, und das sollte vielleicht auch für viele Jugendliche ein Ansporn sein. - Allerdings bleibt das Hauptziel dieser Kampagne die Nachricht zu verbreiten, dass der Tourismus auf der Insel nicht nur den Menschen dient, welche direkt daran verdienen, sondern dass diese Besucher ganz wichtig sind in der Wertschöpfungskette der Insel und durch ihren Konsum und das Geld welches sie hier lassen, deutlich mehr Wert generieren, als für die an die 4.000 Menschen, welche in der Branche arbeiten. - Unser Rat für Tourismus zitiert dabei in der Presseerklärung einen netten Satz der allerdings schon fast ausgetreten erscheint, dabei aber kein Stück an Relevanz verloren hat. "Al turismo, una sonrisa" - Und "sonrisa" heißt Lächeln und schon weiß jeder, was gemeint ist.




Nur ganz überspitzt und mit viel Humor betrachtet, unsere Vorstellung von dem ländlichen Touristen an sich





Montag 23.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 75 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser

Hauptversammlung von SOS La Palma





Asociación Solidaridad SOS La Palma - Annette Ibarra

C/San Antonio 264 A ado.15
38712 Brena Baja
Correo electronico: annette@soslapalma.com
NIF: G76651827

E I N L A D U N G

Der Vorstand des Vereins Asociación Solidaridad SOS La Palma lädt die Mitglieder des Vereins zur

Ordentlichen Generalversammlung

am Donnerstag, den 26. Februar 2015 um 17 Uhr

" in das Gebäude "Las Piedras" El Paso (1. Einladung)

Tagesordnung

1) Vorstellung der Aktivitäten 2014

2) Rechenschaftsbericht

3) Ausblick auf 2015

4) Wahl des Vorstandes

a) Präsident/in

b) Vizepräsident/in

c) Sekretär/in

d) Schatzmeister/in

e) stimmberechtigtes Vorstandsmitglied

5) Fragen und Bitten





Sonntag 22.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Topp-Wetter und andere Sonntäglichkeiten
Wer jetzt nicht auf La Palma ist, ist selber Schuld

Bei strahlendem Sonnenschein unter blühenden Mandelbäumen spazieren gehen, und die einzige kognitive Leistung lautet, darüber nachdenken, ob man heute Abend am Meer Fisch essen will, oder gegrilltes Fleisch mit Mojo in einem der typischen Restaurants. - Schade, dass ich keinen Urlaub machen kann auf La Palma, aber jetzt lassen wir es auch schon mal ein bisschen lauer angehen, nachdem die Buchungsanfragen nun wieder weniger werden, da das Wintergeschäft so ziemlich durch ist. - Es sind noch reichlich Ankünfte jetzt in der Saison, die geht noch gut und locker bis Ostern, aber jetzt wird bereits der deutliche langsamere Sommer verkauft, die Stammgäste haben bereits wieder ihre Winterquartiere für die kommende Saison reserviert, da wird die Büroarbeit verkürzt. - Über diese Wintersaison dürfen wir uns auf keinen Fall beklagen, ich tippe mal auf ein Plus von 5 - 10% bei den internationalen Ankünften, auch wenn das nur aus dem Bauch kommt bisher, und die Statistiken natürlich noch nicht zur Verfügung stehen. - Das gute Wetter geht weiter so, allerdings kommt der Wind zurück, was auch normal ist, wir befinden uns schließlich im Einflussbereich des Azorenhochs, und das gebiert den Passat und auch wenn es manchmal ein bisschen lästig ist sich den Fallwinden zu erwehren, von diesem Wind lebt die Insel, denn sonst wären wir so furztrocken wie die Sahara, welche auf der gleichen Höhe wie unsere Inseln ein bisschen weiter östlich liegt. - Das vergessen wir oftmals wieder, das Wunder, auf unserem Breitengrad eben so etwas wie Mandelblüten erleben zu dürfen und Wasserfälle in der Caldera und saftige Wiesen. - Das ist eben unser Kunststück, oder vielleicht ehrlicher gesagt, einfach nur unser Glück. - Darum sagen die Spanier zu den Kanaren auch "Las Islas Afortunadas", also die glücklichen Inseln und der Passat heißt hier "Vientos Alisios" also elysische Winde. - Geographisch Afrika, politisch Europa, kulturell und gesellschaftlich "Lateineuropa" und vom Klima her Atlantik, weit weg also von irgendwelcher reinen Rasse, sondern bunt und traditionsbewusst, auch wenn wir gar nicht immer wissen, was diese Traditionen eigentlich aussagen.

Wir sind ein bisschen in der Wasserschuld weiterhin, nur 22 Millimeter Regen auf der Westseite im Februar machen einen sowieso schon trockenen Winter nicht wirklich nass, das Gute daran ist eigentlich nur, dass diese Niederschläge effizient gefallen sind, also nicht als Schauer, sondern langsam genug, damit der Boden das Wasser auch aufnehmen konnte. - Weiter im Februar und auch Anfang März können wir bei den langfristigen Prognosen auch keinen Regen ermitteln, das Azorenhoch liegt dermaßen fett und robust ganz genau da, woher der Name auch kommt. - Wir müssen uns dennoch keine Sorgen machen um den Wasserhaushalt, dazu haben wir ja schließlich unsere Ostseite, denn dort fallen deutlich mehr Niederschläge als hier im Westen, aber weil wir ungerecht sind, profitieren wir eben dennoch vom Wasserreichtum der Ostseite. Über ganze die Insel spannt sich enorm großes Geflecht an Wasserleitungen und wir pumpen fleißig Wasser von dort, wo es im Überfluss vorhanden ist dahin, wo eben weniger Regen gefallen ist. - Wer an Bauernregeln glaubt, der wusste im Oktober bereits, dass das kein regenreicher Winter wird, der erste Oktoberneumond wird hier als Beispiel für das Wetter der kommenden sieben Monate genommen, und an dem Tag regnete es nicht, auch nicht in der Umgebung des Tages, aber es war warm und windig. - Das mit dem warm, da hatten wir wohl Tage im Winter, da widerspreche ich dieser Bauernregel, aber der Winter war sehr trocken und auch sehr windig, ganz einfach, weil die meiste Zeit Hochdruck herrschte und damit mögliche Tiefs auf ihrem Weg von Westen nach Osten über den Atlantik nicht bis zu uns herunter gelangen. - Touristisch also alles im sonnigen Bereich, die kommenden Tage bieten allerbeste Aussichten, bleibt noch die Frage für heute Abend? - Fisch oder Fleisch, oder doch eine Pizza bei Thomas?




Ich soll Sie übrigens noch schön grüßen, von Paul!





Sonntag 22.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 85 % - Luftdruck 1021 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Vivir para ver
Leben um zu sehen. - Wenn man jemandem Mut machen will, etwas einfach auszuprobieren, von dem man nicht wirklich weiß, ob es richtig ist. - Was nicht ist, kann noch werden.




Und, wer schleicht nachts um Kirchen und Leuchttürme herum?

Bild von Kai Stockrahm, von wem sonst...





Samstag 21.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 21,0 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Wo leben die Studenten?
Kanarische Studenten mit Schwierigkeiten auf dem Festland

Zunächst aber noch der Doppelpunkt für ein Fragezeichen von gestern. - Die Motorradstreifen sind wieder unterwegs. - Kurz nachdem ich gestern meine drei Fragezeichen veröffentlicht habe, fahre ich nach El Paso und dort begegnen mir die die beiden vermissten Agenten auf den dicken Maschinen, so kann das kommen. - Seit vorgestern sollen die bereits wieder unterwegs sein, man hat also eine Lösung für das Problem gefunden und die Beamten wieder mit den Motorrädern zusammen gebracht. - Ob sich die meisten allerdings darüber freuen, das ist eine andere Geschichte und vielleicht erfahren wir ja irgendwann auch mal nicht nur den Doppelpunkt zum Fragezeichen, sondern auch noch das Ausrufezeichen dazu.

Jetzt also zur Überschrift, und die Schwierigkeiten stammen nicht von den Leistungen der Studenten, oder weil unsere jungen Hoffnungen in den Großstädten verloren seien, sondern es kommt ein interessanter Punkt aufs Tagesmenü, über welchen wir auch bereits mehrfach gesprochen haben. - Für Aufregung sorgen die Meldungen, dass man seitens der dortogen Gesundheitsämter kanarischen Studenten in Madrid und Barcelona wiederholte medizinische Versorgung schwierig gemacht habe, zum Teil sogar verweigert wurde, weil die Studenten zwar in Madrid oder Barcelona wohnen, aber immer noch auf den Kanaren gemeldet sind. - Wir zahlen zwar alle in die gleichen Gesundheitskasse in, die Seguridad Social, aber es sind die autonomen Regionen, welche dann die medizinischen Dienste anbieten. - Wer eben Ballungsgebiete wie Madrid oder Barcelona mit Geld aus der Kasse versorgen soll, welche für die Anzahl der gemeldeten Einwohner reichen muss, aber darüber hinaus viele Schüler, Studenten und Pendler versorgen muss, die nicht dort gemeldet sind, dem fehlt Geld in der Kasse. - Das ist so weit klar, das wusste man immer schon, aber bislang hat sich niemand darüber aufgeregt, wahrscheinlich haben die autonomen Regionen Madrid und Katalonien nun aber mal tiefer darüber nachgedacht und wollen sich inzwischen weigern, diese Studenten für mehr als Notfallmedizin zu versorgen, wenn diese nicht in ihrer autonomen Region gemeldet sind. - Das ist sogar irgendwie verständlich, denn so erhält der kanarische Gesundheitsdienst das Geld für die hier gemeldeten Studenten, stellt eine bestimmte Anzahl von medizinischem Personal bereit und auch die Infrastrukturen, die Kosten aber entstehen in Madrid oder Barcelona. - Im Krankenfall sieht das so aus, der Student geht in das nächste Gesundheitszentrum, legt seine kanarische Gesundheitskarte vor und erhält ohne jeden weiteren bürokratischen Aufwand eine Bescheinigung, dass er zeitweise, gilt für ein halbes Jahr, in der angesprochenen autonomen Region auch den Gesundheitsdienst in Anspruch nehmen kann. - Bei länger anhaltenden Behandlungen, insbesondere bei intensiven Untersuchungen oder Operationen ist es nun vorgekommen, dass man den Studenten gesagt hat, dafür sei man hier (in Madrid oder Barcelona) nicht zuständig, was über die normale ärztliche Basis- oder Notfallversorgung hinaus ginge, das müssten sie in der autonomen Region verlangen, aus der sie kommen.

Die lokalen Politiker hier zweifeln an der Rechtmäßigkeit dieser Aussage, denn es gilt ein Gleichheitsgebot überall in Spanien, ganz egal wo man herkommt, hat man Anspruch auf die gleiche Behandlung. - Das ist auch richtig, allerdings argumentieren die Kassen in Madrid und Barcelona mit dem Hinweis, man solle sich doch einfach hier anmelden, schon sei das ganze Problem vom Tisch. - Gut, wer für vier bis sechs Jahre dort wohnt, dem könnte man das schon zumuten, sich einen Vormittag aufs Amt zu begeben um sich dort auch anzumelden, aber in dem Fall würden kanarische Studenten ja den Rabatt auf Flug- und Schiffsreisen verlieren, da sie ja in dem Moment dann nicht mehr Einwohner der Kanarischen Inseln wären. - Man wird das an einem größeren Tisch besprechen müssen als im Cabildo Insular de La Palma und in der lokalen Presse, aber diese Diskussion bringt uns auch wieder zu dem Thema, dass hier auf den Inseln, und eben besonders den kleinen Inseln, viel mehr Einwohner gemeldet sind, als tatsächlich auch hier wohnen.

Dazu erreichte mich vor ein paar Tagen auch eine Nachricht von einer Freundin auf El Hierro, die haben ähnliche Probleme wie wir mit der Inselflucht (das Wort Landflucht kommt mir irgendwie krumm vor). - Laut des dortigen Inselblattes "Diario de El Hierro" hat dort inzwischen ein Arbeitskreis aus offiziellen staatlichen Stellen, Guardia Civil und Nationale Vertretung, (Administración General del Estado) festgestellt, dass nur mehr 6.800 Menschen auf der Insel leben würden, laut den Melderegistern der drei Gemeinden auf der Insel aber 10.675 Einwohner gemeldet seien. - Das wäre also das erste Mal, dass staatliche Organe diese robuste Differenz feststellen, denn nach der öffentlichen Meinung ist es uns allen bereits bekannt, dass auf den kleinen Inseln viel weniger Menschen leben, als die Melderegister aussagen. - Ich weiß nicht, ob man die Schätzung von El Hierro auch nach La Palma übertragen kann, denn El Hierro dürfte noch dramatischer unter "Inselflucht" leiden als La Palma. - Allerdings könnte man vorsichtig übersetzt daraus schließen, dass die pessimistischen Schätzungen, wie viele Menschen denn dauerhaft auf La Palma leben mit an die 50.000 - 55.000 eher zutreffen, als die optimistischen mit 60.000 - 70.000 Bewohnern. - Einig sind sich die allermeisten Beobachter aber auf jeden Fall, dass die offizielle Zahl von gut 85.000 Bewohnern auf unserer Insel auf keinen Fall mehr stimmen kann. - Allerdings wollen natürlich die offiziellen Stellen wie Gemeinden und Inselverwaltung diese Zahlen nicht in die Bücher schreiben, da man sonst sehr viel Geld verlieren würde, unter anderem eben auch staatliche Zuwendungen im Gesundheitssystem, und damit schließt sich der Kreis wieder mit den Forderungen aus Madrid und Barcelona. - Gefährlich sind natürlich Zukunftsplanungen, welche sich anhand der offiziellen Zahlen ergeben, und so kann das schon vorkommen, dass wir ein bisschen und manchmal sogar ein bisschen sehr robust über den eigentlichen Bedarf hinaus planen. - Auf der anderen Seite möchte man sich das gar nicht wünschen, dass man mit den echten Zahlen arbeitet, denn es würde uns sehr viel Geld verloren gehen für die Gemeinden und eben auch für das Krankenhaus und wenn man sich dort die Wartelisten für Facharztbehandlungen ansieht, dann sollte schnell jemand die Zahl der Palmeros auf über 100.000 hochrechnen, damit man uns ein paar Fachärzte mehr schickt.




Vielleicht das griffigste Beispiel für ein bisschen zu groß geraten, unser neues Flughafenterminal





Samstag 21.02.2015 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1022 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Vivir del cuento
Von Geschichten leben. - Wer sich ohne Aufwand oder Arbeit durchs Leben schlängelt, der lebt von Geschichten. - Man spricht damit auf die Geschichtenerzähler im Mittelalter an, die für bare Münze Wahres oder nicht so ganz Wahres erzählt haben.




Bild von Kai Stockrahm





Freitag 20.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 25 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,4 Grad

Drei Fragezeichen
Keine Motorradpolizei, Carmen soll zahlen und Brieftauben gegen Falken

Manchmal fragt man sich schon… Ob wir sie so richtig lieb gewonnen haben irgendwann, dass darf man ruhig bezweifeln, und viele haben auch noch gar nicht mitbekommen, dass auf La Palmas Straßen seit geraumer Zeit etwas fehlt. - Die Polizeistreifen per Motorrad sind nicht mehr unterwegs, Sie wissen schon, die beiden schicken Biker mit den Sonnenbrillen und dem coolen Blick ins Auto, wenn die robust an einem vorbeigezogen sind, um irgendeinem Verkehrssünder die Leviten zu lesen und die Scheine zu ziehen. - Mir ist das auch zuerst nicht aufgefallen, ich habe eh selten mit den Jungs zu tun, ich fahre ein Auto, mit dem man nur bergab zu schnell fahren kann und halte mich im Allgemeinen auch an die Regeln. - Also, die Garage, in welcher die Motorräder der Guardia Civil Tráfico in Santa Cruz aufbewahrt werden, die ist baufällig, und das wohl schon lange. - Nun hat man angeordnet, dass dort die Motorräder nicht mehr sicher abgestellt werden können und als Ausweichquartier hat sich die Militärkaserne "El Fuerte" in der Gemeinde Breña Baja angeboten, die haben jede Menge Platz, da ja nur noch ein paar Soldaten dort sind, die aufpassen sollen, dass das Gebäude und das Umfeld in Takt bleiben und sich keine Friedenstauben einnisten… - Die Kaserne ist von der Hauptstadt nur vier Kilometer weit entfernt, aber irgendwie scheint es nicht möglich zu sein, die Agenten zu ihren Motorrädern zu bringen oder deren Dienstbeginn gleich in die Garage der Kaserne. - So berichtet das die Presse vor ein paar Tagen und da die allermeisten gar nicht so unglücklich sind mit der Tatsache, dass momentan auf unseren Straßen die Motorradpatrouille nicht unterwegs ist, schlägt das auch keine weiteren Runden. - Ich finde das fragwürdig, und verteile deswegen das erste Fragezeichen.

Ich denke, wir sind uns einig, man sollte endlich daran gehen, die Politiker für den Mist den sie anzetteln, auch zur Kasse zu bitten. - Und in der Tat, es gibt auch Richter, welche der gleichen Meinung sind wie Sie und ich, und die haben das nun wirklich entschieden. - Zumindest in einem Fall, und da geht es um Forderungen der Firma "Gesplan" aus den Jahren 2001 - 2009 gegenüber dem Rathaus von Tazacorte. - "Gesplan" ist eine Firma des Gobierno de Canarias, welche gegenüber den Kommunen aber auch privaten Unternehmen Beratungen und Arbeiten in Sachen Städtebau und Umwelt übernimmt und diese Firma greift eben immer ein, wenn keine private Firma sich zu den ausgeschriebenen Konditionen um einen Auftrag bemüht. - Da man bereits viele Zinsen hat auflaufen lassen, geht es inzwischen um den Gesamtbetrag von 200.000 Euro, von denen jetzt allerdings "nur" noch ein Restbetrag von 70.000 Euro offen ist, und der soll, wie es aus der Gemeinde heißt, auch Anfang März beglichen werden. - Im Urteil, welches die Gemeinde auffordert, endlich den berechtigten Zahlungen an Gesplan nachzukommen heißt es auch, sollten die Forderungen nicht beglichen werden, seien vom Gehalt der Bürgermeisterin monatlich 600 Euro einzubehalten. - Das wäre weniger Geld für die smarte wie taffe Carmen Acosta, welche aber erst seit dem Jahr 2011 im Amt ist und die Schulden von der Vorgängerregierung geerbt hat. - Immerhin hat man bereits 130.000 Euro gezahlt, neben vielen anderen Schulden, die man übernommen hatte von der Zeit aus der die Unión Bagañete Tazacorte in Gutsherrenmanier regiert hat, aber nun von der neuen Bürgermeisterin einen Gehaltsabschlag anzudrohen, weil die Vorgänger groben Mist gebaut haben, das erscheint mir ein lockeres weiteres Fragezeichen geradezu herauszufordern.

Dann noch die Geschichte um einige Brieftaubenzüchter, die nach einer Presseerklärung der Inselregierung wohl tatsächlich bei der Rätin für Umwelt angefragt haben, ob es denn nicht möglich sei, die Zahl der Falken auf der Insel besser zu kontrollieren, da man zu viele Brieftauben verlieren würde. - Dabei geht es auch gar nicht um den hier in ausreichender Zahl vorkommenden Kanarischen Turmfalken, hier "Cernícalo" genannt Falco tinnunculus canariensis, der sich in den letzten Jahrzehnten dank veränderter Methoden im Weinbau wieder deutlich vermehrt hat und auf der Insel wieder überall vorkommt, sondern auch um den viel selteneren Halcón de Berbería, auf Deutsch Wüstenfalke, Falco pelegrinoides und dieses Tier steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten, und hier auf La Palma zählt man wohl nur noch 20 Pärchen dieser Art. - Das muss man sich mal vorstellen, da kommen Brieftaubenzüchter aufs Amt und wollen von der zuständigen Rätin, dass die vom Aussterben bedrohte Arten kontrolliert, weil der Raubvogel wohl ab und zu seiner Bestimmung nachgeht, und sich auch von Tauben ernährt. - Die Rätin hat versprochen, eine Studie erarbeiten zu lassen, wie viele dieser Wüstenfalken es im Moment tatsächlich auf der Insel gibt, und damit die Brieftaubenzüchter wieder entlassen. - Aber nicht verkneifen konnte sie sich, darüber eine Presseerklärung verfassen zu lassen und mit was für Ideen denn die Brieftaubenzüchter auf sie zugekommen sind. - Die müssen nun den Falkenshitstrom im Netz über sich ergehen lassen und stolpern über ein drittes Fragezeichen an einem Tag.




Hier versuchen zwei Turmfalken einen viel größeren Mäusebussard aus ihrem Revier zu vertreiben. - Einen Wüstenfalken habe ich hier zwar schon mal gesehen, aber nicht vor die Linse bekommen.





Freitag 20.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1023 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Vérselas negras
Schwarz sehen. - Hat nichts damit zu tun, dass man seine Rundfunkgebühren nicht bezahlt hat, sondern beschreibt den Zustand, dass man in kräftigen Schwierigkeiten steckt und keinen Ausweg sieht.




Der alte Leuchtturm an der Südspitze der Insel. - Nachts, keine Frage, ist ja auch ein Bild von Kai Stockrahm





Donnerstag 19.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 21,6 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Die Suizidpartei
PSC/PSOE auf La Palma will gar nicht gewinnen

Raus aus den Kartoffeln, rein in die Kartoffeln. - Am 24. Mai dieses Jahres finden Wahlen in Spanien statt, man sucht die neuen Vertreter für die Gemeinden, die Inselvertretungen und auch die für die autonomen Regionen. - Der Wahlkampf ist also längst eröffnet, seit Monaten bereits und wir hier auf La Palma wissen noch nicht so recht, ob denn die Pateispitze und die Räte der Sozialisten, welche uns im Cabildo Insular vertreten, überhaupt noch in der Partei sind. - Ich darf erinnern, die Partei auf Ebene der Kanarischen Inseln hatte einen Parteiausschluss gegen die sechs sozialistischen Räte auf den Weg gebracht, da diese zusammen mit weiteren sechs Räten der Partido Popular ein Misstrauensvotum gegen die bislang regierende Coalición Canaria durchgezogen haben. - Das war im Dezember 2013, und seit dem wird La Palma eben von diesem politischen Pakt bestehend aus PP und PSC/PSOE regiert. - Das gefällt aber der Parteiführung auf autonomer Ebene nicht, denn dort hat man einen Pakt PSC/PSOE mit der Coalición Canaria geformt, seit den Wahlen im Mai 2011 und wollte natürlich, dass sich dieser Pakt auf alle unteren Ebenen, also Cabildos Insulares wie auch in den Gemeinden durchsetzt. - Das klappte auf der Ebene der Gemeinden sowieso nicht, da hatten längst in 12 von 14 Gemeinden die Sozialisten lieber mit der Partido Popular paktiert, um bloß die Coalición Canaria auf die Oppositionsbanken zu verbannen. - Im Cabildo zierte man sich lange, schließlich ging man aber dort nach Monaten auf den Druck ein und regierte zunächst mit der Coalición Canaria, das aber nicht wirklich mit Schwung, und immer eben unter dem Druck, man solle doch dafür sorgen, dass in den Gemeinden endlich auch die Pakte PP/PSOE abgelöst werden. - Schließlich warf nach unzähligen Versuchen Druck auf die Parteiführung der PSC/PSOE La Palmas in die Richtung auszuüben die damalige Inselchefin Guadalupe Taño die sechs sozialistischen Räte aus der Regierung, und wie wir heute wissen, tat sie das nicht, weil sie das wollte, sondern das geschah auf Weisung der Coalición Canaria im Gobierno de Canarias. - Aber anstatt nun die Macht alleine ausüben zu können, entschied man sich seitens der PSC/PSOE dann doch lieber mit der Partido Popular eine neue Regierung einzugehen, als die Coalición Canaria, welche ja nun in Minderheit das Cabildo Insular führte, weiter an der Macht zu belassen.

Das ging eben nur über das Misstrauensvotum, welches auch fruchtbar für die PSC/PSOE - Partido Popular war, und seit dem regiert diese Insel ein Pakt, welcher von vielen, selbst von nicht Parteifreunden, als die beste Inselregierung seit Jahrzehnten angesehen wird. - Allerdings eben ohne den Segen der eigenen Partei, die sechs Räte der Sozialisten wurden aus der Partei geworfen, und auch wenn immer noch ein gerichtliches Verfahren gegen diesen Rauswurf läuft, bis zu den Wahlen im Mai 2015 kann man mit einem Urteil dort nicht rechnen. - Nun wechselte ja vor Monaten bereits die Parteispitze der PSOE sowohl in Madrid, wie auch auf der Ebene der autonomen Region Kanarische Inseln, und man war zuversichtlich, dass die sechs entlassenen Räte wieder zurück in die Partei genommen werden. - Man sagte hinter kaum noch vorgehaltener Hand, das ist nur noch eine reine Formsache, und letzte Woche bereits sollte das auch öffentlich geschehen. - Es kam aber anders, in Madrid wechselte man erneut den Kurs und plötzlich wurden Personalien ausgetauscht und unbequeme Rebellen verdrängt, und plötzlich heißt es wieder, die sechs Räte können wohl zurück in die Partei, müssen aber noch vor dem Ende der Legislaturperiode den Pakt mit der Partido Popular im Cabildo Insular aufkündigen. - Das schien aber doch alles bereits vom Tisch zu sein, auch die neue Parteisekretärin der PSC/PSOE der autonomen Region ist ganz überrascht, welche neue Richtungen da plötzlich eingeschlagen werden, und für die Spitzenkandidatin der PSC/PSOE auf ein Amt im Gobierno de Canarias wäre es ja auch wichtig, eine starke Partei auf La Palma zu haben, für zwei Sitze im Regionalparlament sind die palmerischen Kandidaten immer gut gewesen.

Das kann nun nach hinten losgehen, denn die sechs Räte der Sozialisten auf La Palma hatten ja zugestimmt, nach den kommenden Wahlen auf die Anweisungen aus Madrid zu hören, aber jetzt den Regierungspakt im Cabildo Insular La Palmas bis zum Ende der Legislaturperiode weiter zu führen. - Nun geraten alle wieder in Bedrängnis, man spricht wieder vom Plan B, was nichts anderes heißen soll, als dass die Mehrheit der palmerischen Sozialisten sich von der PSC/PSOE unabhängig macht, und eine eigene Gruppierung in die Wahlen im Mai schickt. - Die sechs Räte im Cabildo könnten mit der Mehrheit der Parteibasis rechnen, und man hatte vor gut einem Jahr bereits begonnen, solche Pläne zu schmieden, dann allerdings wieder fallen lassen, nachdem es die ersten Anzeichen dafür gegeben hatte, dass die Mutterpartei die Rebellen doch wieder zurück in ihre Reihen nehmen würde. - Wenn Plan B kommen soll, dann muss das in den nächsten Tagen und Wochen geschehen, und ob man dann nur für das Cabildo Insular diese neue Gruppierung schafft, oder auch für die Gemeinden, das wird im Moment hinter sehr vielen verschlossenen Türen besprochen. - Komme es wie es wolle, für die PSC/PSOE auf La Palma wird es ein Desaster geben, sollten die sechs höchst populären Köpfe der Partei nicht mehr antreten können, weil die nicht wieder in die Partei dürfen, dann wird es ein verheerend schlechtes Wahlergebnis für die PSC/PSOE im Cabildo Insular geben. - Sollte aber Plan B greifen, dann wird es wohlmöglich sogar so weit kommen, dass man gar keine Gruppe mehr für die PSC/PSOE auf Inselebene ins Rennen schicken könnte, oder eben nur Strohmänner oder Frauen, weil die bisherigen Anhänger der PSC/PSOE nun eine neue sozialistische Gruppierung unterstützen würden. - Es ist so viel Polemik serviert, und der größte Feind sitzt bei den Sozialisten mal wieder im eigenen Lager und die Jungs und Mädels der Coalición Canaria rollen sich in den Bodegas und klatschen sich vor Lachen so fest auf die Schenkel, dass die schon nicht mehr wissen, ob sie noch lachen, oder schon vor Schmerzen schreien. - Ich dachte eigentlich mal, Sozialist im Bayrischen Wald zu sein sei schwer, damals hatte ich noch nicht gewusst, wie Sozialisten auf La Palma leiden müssen.


Donnerstag 19.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Wer klingelt denn da zweimal?

Sie kennen ja schon meine Lage: das Haus weit ab von der Straße, die Eingangspforte vom Haus aus nicht zu sehen und gerade deshalb mit einem Rufapparat neben der Klingel ausgestattet, damit ich weiß, wer da ist.

Eines Nachmittags, so gegen fünf, klingelte es. Ich griff den Hörer zur Beantwortung: "si". Nichts. "Hallo", nichts. Na, war wohl ein Versehen. Aber warum hatte jemand zweimal geklingelt?

Ein paar Tage später, so gegen fünf, klingelte es zweimal. Ich ran: "si". Nichts. "Hallo, hallo", nichts. Aha, dachte ich, jetzt haben doch die Kinder aus dem Dorf den Spaß eines 'Klingelzuges' entdeckt. Wurde auch Zeit, aber bisher gab es ja nirgends Klingeln. Es ist doch zu lustig, wenn nach dem Klingeln die Leute die Tür aufmachen, und da ist dann niemand. Ich habe das mit Wonne gemacht, als ich fünf oder sechs war. Aber irgendwann wurde das gefährlich. Da war nämlich so ein Herr Meier, der reichste Mann aus unserer Straße. Er hatte eine kleine Fabrik und einen Schäferhund, und er war ein böser Mann. Er fing mal einen von unserer kleinen Bande und sagte: "wenn Ihr noch ein einziges Mal hier klingeln kommt, lasse ich den Hund raus, und der beißt". Er verdarb uns doch den ganzen Spaß, und außerdem hatte er noch ziemlich gemeinen Einfluss auf mein Privatleben, denn wenn ich mal ein kleines bisschen unartig war, warnte mich meine Mutter: "wenn Du nicht artig bist, musst Du zu Herrn Meier klingeln gehen". Kind sein war ganz schön schwer.

Das alles fiel mir so ein, als ich überlegte, wer da wohl klingelte, und was ich nun tun könnte. Ich bin ja nicht dumm und führte meinen intelligent ersonnenen Plan bald aus. Ich wartete nur drei Tage so gegen fünf auf das Klingeln und ging ganz schnell an den Beantworter und fing an, ganz böse zu schimpfen: "Ihr ungezogenen Kinder, so etwas macht man doch nicht. Ich weiß, wer Ihr seid, ich habe Euch gesehen. Das werde ich Eurem Vater sagen, dann kriegt Ihr mächtig Haue". So, nun sollten sie mal zittern vor Angst. Ich war mir sicher, dass sie hinter den Büschen bei der Eingangspforte hockten, um ihren Erfolg zu genießen, jetzt würde sie aber dumm gucken. Und ich wäre wohl von ihrer Klingelei befreit.

Bald klingelte es wieder zweimal. So gegen fünf. Na, das war doch die Höhe. Und es klingelte noch öfter. Das nahm ich dann so hin, wie man hier manches hinnehmen muss, das sich nicht ändern lässt.

Eines Tages sah ich unseren ländlichen Freund und Helfer José auf dem Dorfplatz sitzen. Er war es, der uns zu Anfang stets zur Seite stand, und von dem wir wichtiges Landwirtschaftliches gelernt hatten. Nachdem wir dann recht selbständig geworden waren, sahen wir ihn seltener, und heute wollte ich die Gelegenheit nutzen, ein wenig mit ihm zu plaudern. Er war der gleiche Jahrgang wie ich und freute sich, mich zu sehen. Wir sprachen über seine Familie, die Tiere und er sagte, sein eines Auge sei sehr schlecht, aber das machte nichts, denn da er nicht lesen oder schreiben kann, brauchte er es nicht so dringend. Dann kam er noch allgemein auf das Seelenleben zu sprechen und auch, dass er sich Gedanken um mich mache: "Seit Dein Carlos weg ist, und Du da oben so ganz alleine lebst, bist Du doch bestimmt sehr einsam und brauchst etwas Geselligkeit oder wenigstens Zuspruch. Immer wenn ich mit den Kühen bei Dir vorbeikomme, klingele ich deshalb an Deiner Tür als Gruß, und damit Du weißt, dass ich es bin, klingele ich immer zweimal".







Mittwoch 18.02.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 24 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Alles wird immer besser
Man muss nur ganz fest dran glauben

Drei Monate bleibt der jetzigen Gruppe im Cabildo Insular noch Zeit, viele Dinge anzuschieben, danach ist es unwahrscheinlich, dass die gleiche Erfolgstruppe weitere vier Jahre Zeit bekommt, die durchaus brauchbaren Ideen auch umzusetzen. - Mir macht das ein bisschen Angst, wir wissen ja jetzt, dass es besser geht, allerdings scheinen politische Landesfürsten unserem Modell des politischen Pragmatismus nicht zugeneigt zu sein, wir müssen befürchten, dass nach den Kommunalwahlen im Mai dieses Jahres die Koalition aus PSC/PSOE und Partido Popular aus Gründen der Parteiräson nicht wiederholt werden kann. - Warum das so ist, das erzähle ich mindestens ein anderes Mal, jetzt geht es um die Ideen in Richtung Abfallwirtschaft, welche jetzt noch auf den Weg gebracht werden. - Ich hatte mehrfach bereits darüber berichtet, dass in Zukunft die Mülltrennung deutlich vorangetrieben werden muss, sowohl was die gewerblichen Abfälle angeht, wie auch die privaten, und dabei wird die größte Umstellung und Herausforderung für alle sein, den Biomüll aus dem Hausmüll heraus zu halten. - Darüber wird gestritten und diskutiert, vor den Wahlen werden wir die strengen Maßnahmen sicher nicht erfahren, und nach den Wahlen, wenn das so abläuft, wie ich befürchten muss, dann gehen wir wohl zurück zu bisherigen Methode, schmeißen schnell viel Erde auf den deponierten Müll, und reden einfach nicht mehr drüber. - Aber es wird ja immer alles besser heißt es doch? - Sicher, wenn man uns nur machen ließe. - In Sachen Biomüll bieten sich ja hervorragende Möglichkeiten über Kompostierung an und man könnte sich auch private Stationen vorstellen, es gibt genügend Landwirte, welche Erfahrung haben bereits mit der Herstellung von Kompost und ich kann denen allen nur anraten, sich mit der Gemeinde oder dem Cabildo Insular in Verbindung zu setzen, um ihre Dienste anzubieten. - Wahrscheinlich wird man jetzt noch auf die Zeit nach den Wahlen vertröstet, und das ist sogar verständlich.

Als nächsten größeren Schritt geht nun das Cabildo Insular auf die Landwirte zu, und will auch mit deren Abfällen auf eine positive Ebene kommen, denn durch die intensive Bananenpflanzungen entstehen enorme Mengen an Abfällen, für die wie bis heute kein nachhaltiges Projekt entwickelt haben, sondern diese zum ganz kleinen Teil verfüttern, das allermeiste allerdings wird abgekippt und das meist ohne Genehmigung. - Natürlich kann man aus den ganzen Bananenabfällen auch Kompost machen, allerdings fallen dabei Mengen an, die man nicht mehr in kleinen Hauskompostierungsanlagen bearbeiten kann, sondern da sollte man mindestens gemeindeweit arbeiten. - Und es gab schon Projekte und Programme, welche tatsächlich in der Lage wären, aber es fehlte der politische Wille und auch das Geld um das alles auch praktisch umzusetzen, um unsere prekäre Abfallsituation zu erleichtern. - Prekär, weil wir eben eine kleine Insel sind, und nicht eben mal einen LKW schnüren können und damit eine zentrale Müllverwertungsanlage anfahren, wo hochtechnische Geräte in der Lage sind, dem Dreck wieder Wertstoffe zu entlocken. - Das hatte uns die Vorgängerregierung im Cabildo Insular ja noch versprochen, mit dem Müllverwertungszentrum in Mazo sollte das ja möglich sein, allerdings stellte sich heraus, was wir wohl ahnten, aber eben nicht wirklich wussten, dass das auch nur eine Deponie ist, und nur bereits vorher getrennter Müll auch bearbeitet werden kann. - Die Aufgaben der Müllwirtschaft auf einer Insel wie der unseren ist viel komplizierter, da mit den notwendigen Schiffstransporten und Zwischenlagerungen viel höhere Kosten entstehen, welche die meisten Privatanbieter der Müllveredlungsbranche einen Bogen um unsere Insel machen lassen. - Die Inselregierung setzt sich nun mit dem Erzeugerverband der Bananenbauern zusammen, der Asprocan, (Asociación de Organizaciones de Productores de Plátanos de Canarias), einem seinem Gewicht wohl bewusstem Club, und mit denen will man eben besprechen, wie man zukünftig mit den Abfällen aus der Bananenproduktion umgehen will. - Das Neue daran ist, dass unsere Politiker nun den Bananenproduzenten erzählen wollen, dass auch sie sich an den Kosten der Aufarbeitung der Abfälle beteiligen sollen oder und müssen, und das hat bislang noch keiner gewagt. - Alles kleine Schritte, aber notwendig, und Müll war noch nie ein wirkliches Wahlkampfthema, um so aufrichtiger erscheint ja nun der Versuch unseres Cabildo Insulares doch noch Akzente ins Sachen Müll auch im Wahlkampf zu setzen. - Und weil alles immer besser wird, auch in El Paso kann man nun sein Speiseöl abgeben, welches dann weiter zu Treibstoff für Generatoren und landwirtschaftliche Maschinen bearbeitet wird. - Die orangefarbenen Container stehen an den bekannten Sammelstellen und man gibt dort sein gebrauchtes Speiseöl in Kunststoffflaschen hinein. - Und bitte, nehmen Sie stabile Flaschen, und auf keinen Fall Motoröl einfüllen, das ist noch eine ganz andere Baustelle.






Mittwoch 18.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Heriberto Eppelsheimer

Nach der Sendung vom WDR La Palma - Zauberinsel La Palma,

möchte ich den Bananenanbau auf La Palma, den ich aber nur aus meiner persönlichen, siebenjährigen Bio-Anbauerfahrung kenne, beleuchten. Ich bin aber dadurch kein Bananenspezialist.
Ich staune immer noch, wie wenig die Bananenstaude, (Musa) und deren Produktion bekannt sind.
Auch wenn die Pflanze aussieht wie ein Baum, besteht der Stamm nur aus Blättern, die etwa zu 95% aus Wasser bestehen, der Rest sind sehr lange Fasern die den Stamm zusammen halten. Die trockenen Blätter sind extrem reißfest. Durch das Gewicht und die großen Blätter ist die Bananenstaude sehr Windanfällig und muss aufgebunden oder mit Holzgabeln (Estacas) gestützt werden.
Die Bananenstaude vermehrt man durch Wurzelschösslinge (Hijos), die jeweils am Mutterstamm (Madre) aus dem Boden wachsen. Von mehren Wurzelausschlägen wird einer als Zukunftsstaude stehen gelassen, die andern entfernt (Deshije).
In diesem Hijo ist bereits die zu "gebärende" Bananenfrucht definiert, sie entwickelt sich je nach Düngezustand (Ernährung) innerhalb von ca. einem Jahr zur neuen Mutterpflanze. Die blauen Säcke, die man ab und zu sieht, haben nichts mit der Vermehrung zu tun, sondern verhindern Fegeschäden durch die Blätter, können aber Insektizide beinhalten. Nach etwa 7-12 Monaten (je nach Standort der Staude, Invernadero-Treibhaus und Höhenlage), gebärt die Staude die Frucht.
Zuerst kommt der Blütenfortsatz, dann die männlichen Blüten (die geben keine essbaren Früchte), dann die weiblichen Blüten (die Banane) ans Licht. Die männlichen Blüten werden ca. nach 2-3 Wochen, wie ein Teil oder der ganze Blütenfortsatz (Bellota oder Perilla), abgeschnitten. Den weiblichen Blüten, den essbaren Bananen, werden, bei jeder einzeln, die Blütenrückstände abgeschnitten, (deflorieren), die Wunde schließt sich mit dem austretenden Latex, der übrigens auch diese immer bleibenden Flecken auf der Kleidung verursachen und das Eindringen von Pilzen verhindert. Nach ca. Weitern 2-3 Monaten wird dann die ganze Frucht (Piña oder Racimo) geschnitten und auf dem Markt hände-weise (Manos), vorgereift verkauft. Den Reifungsprozess von grünen Bananen kann man übrigens mit einem Apfel zusammen im Plastiksack beschleunigen.
Früher wurde hauptsächlich die "pequeña enana" (kleine Zwergin), angebaut, die aber aus "Produktions-Gründen" durch Stauden ersetzt wurden die höher sind und auch einen höheren Ertrag haben und natürlich höhere Ansprüche an die Schädlingsbekämpfung stellen sowie auch an die Sturmschäden-Zahlungen. Die Banane ist neben der Mandarine (Festland) die mit am meisten Giftstoffen produzierte Frucht.
Heute ist es, Dank den biologischen Hilfs- und Denkmitteln möglich die Banane ohne Giftstoffe auf La Palma zu produzieren!!!!!!!!!!!!

Nur gegen vergiftete Anbauköpfe ist noch immer kein Kraut gewachsen.

Über den sehr hohen Wasserverbrauch für ein Kilogramm produzierte Banane von 1000 Litern, der seit Jahrzenten im Umlauf (-Mund) kursiert, "staune" ich immer wieder aufs Neue. Wir haben über Jahre den Wasserverbrauch im Anbau der "kleinen Zwerge", im Osten, Breña Baja, 300 MüM, gemessen und sind auf 400 Liter/kg. gekommen. Sicher beeinflussen die Lage und die Niederschlagsmengen den Verbrauch an Wasser, sowie auch die Bananensorte.

Eine genüssliche Bio-Banane aus La Palma wünscht euch allen,
Heriberto
Productos Heriberto







Bild von Wolfgang Hempel





Dienstag 17.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Wie viele Indianer passen in eine Stadt?
Wer zählt hat schon verloren

Aus der Presse erfährt man, dass die Lokalpolizei von 70.000 Besuchern spricht und ich muss da mal wieder ein bisschen bremsen, das ist alleine vom Platz her schon gar nicht möglich. - Man hat halt über die Jahre immer neue Rekorde gemeldet, wahrscheinlich auch melden wollen, und dann kommt man halt irgendwann bei solchen, wirklich nicht glaubhaften Zahlen an. - Macht aber nichts, man hört nur Gutes von der gestrigen Veranstaltung, die im Vorfeld ein bisschen politisiert wurde, da angeblich zu wenig Sicherheitskräfte vorhanden wären. - Die Opposition wirft der Stadtregierung vor, zu wenige Polizisten auf die Straße zu schicken. - War aber nicht notwendig, keine besonderen Vorkommnisse, wobei die Tatsache an sich, dass viele Tausend Erwachsene sich gegenseitig dick mit Babypulver bewerfen, eigentlich schon selbst als besonderes Vorkommnis gelten sollte. - Auch das Busunternehmen hat prächtig funktioniert, lediglich um die Abendstunden kam es gestern zu Wartezeiten in der Hauptstadt, da viele eben nach dem Dunkelwerden den Heimweg antreten wollen, und man nicht jeden Moment immer genügend Busse vorhalten konnte. - Aber ansonsten hat auch das gut geklappt und wie auch gemeldet wird, ist deutlich weniger Müll produziert worden in der Hauptstadt, also noch im Vorjahr. - 2014 sollen es noch 60 Tonnen Müll gewesen sein, dieses Jahr nur noch 40 Tonnen und was soll´s, niemand hat Lust das nachzuprüfen, warum denn auch. - Das war die letzten Jahre immer ein Wettrennen, die Saubermänner der Gemeinde gegen die letzten Indianer und die Kreuzfahrer, die dann am Dienstag danach doch eine bereits herausgeputzte Hauptstadt vorfinden sollten. - Dieses Jahr hatten die es da einfacher, heute kam kein Kreuzfahrtschiff, hat sich wohl schon in der Branche herumgesprochen, dass man am Faschingsdienstag nicht unbedingt in Santa Cruz de La Palma anlegen sollte, wir sind meist erst gegen Mittag wieder arrangiert.

Und immer wieder an Karneval kommt auch wieder die Plagiatsaffäre auf, denn auch in Las Palmas de Gran Canaria wird Talkumpulver geworfen, und nicht nur auf La Palma. - Das regt hier ganz viele Leute auf, denn diese Art sich durch den Karneval zu streuen, die belegt man als Alleinstellungsmerkmal für sich, und wenn andere das auch tun, dann bezichtigt man diese Leute des Kulturdiebstahls. - Das nimmt zum Teil groteske Züge an sich, da werden dann wirklich böse Briefe von Bürgermeister zu Bürgermeister geschrieben und ganz viele hier fühlen sich da stark auf den Fuß getreten, besonders wenn man auf den großen Inseln irgendeine Tradition kopiert. - Dabei wird in Las Palmas nur bei einem ganz bestimmten Umzug auch Pulver geworfen, die nennen das dann den "Carneval típico", allerdings ziehen die sich inzwischen auch alle weiß an, nur nennen die sich (noch) nicht Indianos. - Dabei soll das zunächst im ganz kleinen Rahmen stattgefunden haben, von ausgewanderten Palmeros, also irgendwie noch kulturell gedeckt, aber inzwischen zieht das immer größere Kreise, also nicht nur Palmeros bewerfen sich gerne gegenseitig mit Babypuder. - Das wird auch wieder zu Polemik führen, wobei man ja verschiedener Meinung sein kann, denn wenn jemand was kopiert, dann heißt das ja wohl, man erkennt den Wert des Kopierten an und adelt damit die ursprüngliche Form. - Die Traditionalisten allerdings werfen dagegen ein, dass aller Erfahrung nach solche Bräuche woanders so weit verändert und vereinnahmt werden, dass die ursprüngliche Version verloren gehen könnte. - Mag sein, allerdings bin ich davon überzeugt, dass die Indianos aus Santa Cruz nicht fürchten müssen, von einem Plagiat aus Las Palmas zerstört zu werden, die Gefahren liegen da eigentlich eher im eigenen Bereich, sollte man dieses Fest eben zu weit kommerzialisieren, dann könnte man dem Schaden zufügen. - Das allerdings scheint nicht wirklich der Fall zu sein, da achten viele darauf, dass man sich an die Traditionen hält, so hat man sich zum Beispiel erfolgreich dagegen gewehrt, andere Musik zu spielen als kubanische Klänge und auch die immer weiter in Mode geratenen Trommelgruppen hat man aus dem Pulverspektakel verbannt. - Vielleicht könnte man ja den Leuten auf Gran Canaria sagen, ihr dürft das auch machen, müsst aber gleichzeitig für uns Werbung machen, also das Ding nicht "typischen Karneval" nennen, was er ja auch für Las Palmas gar nicht ist, sondern palmerischen Karneval, dann weiß jeder gleich wo das Original herkommt und wer die Chose erfunden hat. - Auf jeden Fall ist unser weißer Karneval auch international inzwischen berühmt und bewundert, so hat nun auch die größte europäische Online-Zeitung, der Spiegel-online eine Fotostrecke mit wunderbaren Motiven in seine Berichte aufgenommen. - Die nachfolgenden Fotos in unserer Seite sind, wieder einmal, vom Indianerfotografen Walter Stumreich aufgenommen. -




Die "Negra Tomasa" kommt per Schiff im Hafen von Santa Cruz de La Palma an. - Eine emblematische Figur der "Indianos", deutet darauf hin, dass die Rückkehrer aus Kuba auch Frauen dunkler Hautfarbe mitgebracht haben, was eben damals noch als Weltwunder galt. - Die "Negra Tomasa" wird immer von einem Mann gespielt, wie es überhaupt eine Freude für männliche Palmeros ist, sich als Frauen zu verkleiden. - Ob man da mal einen Psychoanalytiker auf Ursachenforschung schicken sollte?


















Dienstag 17.02.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1020 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Verse las caras
Sich in die Gesichter sehen. - Wenn zwei aufeinandertreffen, die zum Streit eher bereit sind, als friedlich aufeinander zuzugehen.





Bild von Kai Stockrahm





Montag 16.02.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 19,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Auf der anderen Seite?
Oder auf der falschen Seite?

Heute, am Rosenmontag, oder am "Día de los Indianos", wie es bei uns heißt kann man wohl ruhig sagen, wir wohnen auf der falschen Seite. - Der Insel natürlich. - Man bekommt an dem Tag auch immer ein bisschen Angst um die Stabilität La Palmas, denn so ziemlich alle Leute begeben sich auf die Ostseite nach Santa Cruz, um sich gegenseitig mit parfümiertem Talkum-Pulver zu bewerfen. - Es ist ein Heidenspaß, selbst Christen können den heute haben, und ich mache mir grundsätzlich keine Gedanken über unsere Gesellschaft, nur weil sich zig Tausende Erwachsene gegenseitig mir Babypulver bewerfen. - Das sind nicht mal Übersprungshandlungen, das ist reine Tradition, und daraus auf die kognitive Volksgesundheit zu schließen, sollte man nicht wirklich machen. - Anderswo feiert man ja auch Karneval und röhrt Gutturallaute ins Publikum, wir sind da in allerfeinster Gesellschaft und kluge Manipulanten haben solche Spektakel auch immer gerne gesehen. - Brot und Spiele machen Massen gefügig. - Der Straßenverkehr ist heute sehr einseitig, wer von West nach Ost fährt, der ist meist weiß gekleidet, und sitzt nicht alleine im Auto, wer von Ost nach West fährt, der ist Urlauber und hat nicht mitbekommen, was sich da heute in unserer Hauptstadt abspielt, oder er hat es erfahren und flieht nun schnell aus dem Pulvergeltungsbereich. - Die Busgesellschaft leistet übermenschliches, wer vernünftig ist, der nimmt den Bus und auch hier wieder das gleiche Bild, nur weiß gekleidete Menschen sitzen dort und warten geduldig, bis man sie in die Hauptstadt fährt. - Kein Platz mehr frei in den Fliegern und auf den Fähren, wer nicht bereits Weihnachten gebucht hat, der muss noch zwei Tage warten, bis er die Insel dann wieder verlassen kann und ich möchte nicht mit der Fähre um 06:00 morgen Früh fahren, es ist reichliche Seegang und dann die ganzen alkoholisierten Indianerleichen, ich hoffe nur, die Reedereien zahlen den Angestellten morgen Prämien, um die Schiffe dienstbar zu halten. - Aber das sind Begleiterscheinungen, die man schon kennt, und wer morgen früh in die Hauptstadt fährt, der kann sich auch so ein bisschen "am Spaß ganz unten" delektieren, aber die Arbeiter der Stadt haben das meist bis zum Mittag wieder so weit, dass man in der Hafengegend wieder atmen kann, ohne körperfermentierten Cuba libre zu schnuppern. - Ganz harte Mädels und Jungs, die fahren heute Nacht dann wieder von den Indianos nach Los Llanos zurück, und feiern dort weiter, denn die machen immer länger als in der Hauptstadt. - Das hat sich aber auch schon ein bisschen geändert, früher, als alles anders war, und nur manches besser, da waren die "Indianos" in Santa Cruz nur tagsüber unterwegs und am frühen Abend war das Spektakel dann schon gepudert. - Heute zieht sich das die ganze Nacht lang, hat auch was mit dem Geschäft zu tun, die vielen Buden bleiben die ganze Nacht lang offen, um eben möglichst viel zu verdienen. - Morgen am Dienstag ist alles zu, dösender Frieden legt sich dann über die Insel, und erst am frühen Abend sieht man dann die blassen Gestalten aus den Häusern kriechen, um Luft zu schnappen oder irgendwo ein schmerzstillendes Bier zu trinken und vorsichtig eine Pizza zu verspeisen. - Nie wieder, bis kommendes Wochenende, da geht es in Los Llanos wieder weiter, bei uns ist am Aschermittwoch außer dem Kater noch gar nichts vorbei, und dann sind wir wieder auf der richtigen Seite…















Montag 16.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Silvia Leuschner

Los Indianítos

Heute (für gestern) war ja bekanntermaßen das große Polvo-Vergnügen für die jüngere Bevölkerung von Santa Cruz. Als ich hinunterkam von den Höhen meiner Behausung, war die Plaza España schon rappelvoll mit Pulver-um-sich-werfenden Kindern und auf dem Boden es sah aus, als wäre diese Nacht ein Schneesturm über die Stadt hinweggegangen…
Meiner Ansicht nach: 100% Steigerung im Vergleich zum letzten Jahr in der Menge des weißen Vergnügens. Auch die Dosen waren zum Teil doppelt so groß! Und gar nicht so handlich für kleine Händchen… Die Kinder sehr hübsch anzusehen und gekleidet, das ist immer wieder eine Freude, allerdings wurden wohl auch neben den vielen friedlichen Spielen der Kleinen (weiße Häufchen mit den Händen hin- und herschieben; Türmchen aus den leeren Dosen bauen und die Eltern nebst Großeltern mal gründlich einstäuben), wohl auch manche Querele ausgetragen, da sollte es schon mal in die Augen gehen - au weia - oder es wurde jemand festgehalten und bekam eine Ganzkörperdusche ab. Augenreiben mit weißen Pfoten und Hustenkrämpfe sind wohl auch aus gesundheitlicher Sicht nicht ganz unbedenklich zu nennen…
Ob es am morgigen Tag auch eine 100%-ige Steigerung geben wird? Ich will es mal nicht hoffen; ohne Staubmaske sollte man sich sonst nicht in´s Vergnügen stürzen!
Was man spüren kann, ist, die ganze Stadt ist irgendwie am Vibrieren, ist eine Aufgeregtheit zu spüren und ein einziges Kommen und Gehen auch über die Nacht hinweg, wie sonst um die Mittagszeit, wenn die Väter zum Essen heimkommen. Schließlich will man sich mal richtig vergnügen… Was schon ein bisschen lästig ist, dass mal all die kleinen Verbindungsgassen zur Zeit eigentlich nicht mehr benutzen kann… Man sollte Abkürzungen und Umgehungen vorher mal mit der Nase vorprüfen!













Sonntag 15.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 21,9 Grad - niedrigste Temperatur 12,3 Grad

Viele Interessen verderben die Heiligkeit
"Dschihad" um die Fuente Santa

Die Heilige Quelle im Süden der Insel, eine Thermalquelle mit sagenhaften (sagt man) kurativen Eigenschaften, könnte sich zu einer der größten touristischen Attraktionen der Insel formen lassen. - Immerhin, die einzige Thermalquelle der Kanarischen Inseln, Gesundheit, Wellness, Spa, Thalasso, das sind alles höchst interessante Schlagworte und durchaus auch mit den Ansprüchen eines Weltbiosphärenreservates vereinbar. - Solch eine Quelle richtig genutzt, könnte eben auch Quelle des Einkommens für die Insel sein, darüber muss man nicht erst spekulieren. - Allerdings wird bereits, und nicht erst seit dem das Cabildo Insular nun einen internationalen Ideenwettbewerb auf den Weg gebracht hat darüber spekuliert, wer denn an dieser Quelle verdienen darf oder soll. - Seit dem man im Jahr 2005 diese seit 1677 vom Vulkan San Antonio verschüttete Quelle wieder entdeckt hatte, winden sich Interessen um dieses Juwel, aber weil jeder aus einer anderen Seite zerrte, ging auch gar nichts voran. - Dabei war man die Jahre nach der Wiederentdeckung bereits weiter als jetzt, zumindest hatte der frühere Bürgermeister Pedro Nolasco bereits Grundeigentümer, lokale Teilhaber und auch internationale Investoren an der Hand, aber eben nicht die Mitarbeit der weiteren Institutionen, da diese politisch anders geführt wurden. - Weiter gibt es robuste bürokratische Hemmnisse, viele Ämter und Räte haben dort mit Einfluss und dann gibt es ja auch noch die große Hemmschwelle, dass dort Küstenschutz- und Naturschutzgebiet ist, und man eigentlich dort nicht mal einen Stein bewegen dürfte. - Eigentlich heißt, keine privaten Investitionen, welche lukrativen Hintergrund haben, aber wir wissen auch von pragmatischen Paragraphen, welche eine öffentliche Nutzung zulassen, die aber dann von privater Hand geführt werden kann. - Höchst kompliziert, und immer davon abhängig, dass auch alle mitmachen und man bleibt trotzdem angreifbar, weil es in solchen Fragen aller Erfahrung nach niemals endgültige Rechtssicherheit geben kann.

Der internationale Ideenwettbewerb ist noch nicht einmal annähernd ausgewertet, da kam von Seite eines touristischen Interessenverbandes und der ehemaligen Gemeinderegierung rund um Pedro Nolasco bereits ein Zusammenschluss mehrerer Interessenten und Investoren, und die stellen sich kräftig auf und haben deutlich gezeigt, dass sie unter dem Namen "Termalismo S.L." daran gehen wollen, die Heilige Quelle nutzbar zu machen und diese auf keinen Fall in die Hände von auswärtigen Investoren lassen wollen. - Darauf hin nun stellt sich der jetzige Bürgermeister der Gemeinde Fuencaliente auf und ätzt deutlich in der Presse gegen diesen Interessen- und Investorenverband, denn dabei soll es sich nach seinen Worten um Spekulanten handeln, welche die Heilige Quelle einzig für ihre eigenen Zwecke ausbeuten wollen und das würde er nicht zulassen. - Gregorio Alonso heißt der in Sachen "Fuente Santa" immer höchst streitbare Bürgermeister, und der hat nicht erst in diesem Fall bewiesen, dass er der Meinung ist, diese Quelle sei Eigentum und Attraktion einzig der Gemeinde Fuencaliente und jeder, der sich dieser Quelle nähert, ohne mit der Gemeinde zu rechnen, der würde seinen Zorn spüren. - Da kommt eben nicht nur die Pikanterie zu Wertung, dass auch der ehemalige Bürgermeister Pedro Nolasco als mittreibenden Kraft bei "Termalismo S.L." wirkt, sondern auch noch die Angst, diese Vereinigung von Gewerbetreibenden aus dem Tourismus wolle die Idee verwirklichen, das Wasser der Heiligen Quelle nicht in einem Thermalbad vor Ort zu nutzen, sondern auf die schon vorhandenen Infrastrukturen verteilen, also an die Hotels, welche bereits ein Spa betreiben. - Das würde natürlich bedeuten, dass die Gemeinde selbst kaum bis keinen Vorteil hätte, und für den Betreiber, dass man die gesamte Bürokratie um den Bau einer Badeanstalt dort im Küsten- und Landschaftsschutzbereich umgehen würde. - Allerdings haben die das so nicht gesagt, die haben noch überhaupt kein komplettes Projekt vorgestellt, sind bislang aufgetreten um sich selbst zu präsentieren, noch nicht aber, was die denn im Einzelnen vorhaben. - Das Cabildo Insular, als hier nun dritte antreibende Kraft, von dort hat man noch keine Wertung über den Vorstoß von "Termalismo S.L." einholen können, aber man dürfte dort auch vorsichtig sein mit der Unterstützung dieser Vereinigung, denn eigentlich hat man ja das Ziel vor Augen, dort eine wirkliche Badeanstalt auch mit Hoteltrakt zu erstellen. - Dafür ist ja der Ideenwettbewerb ins Leben gerufen worden und so stellt sich das wahrscheinlich als Flotter Dreier im Kampf um die Vorherrschaft über die Heilige Quelle auf. - Heiliger Bimbam um die Heilige Quelle, möge der Bessere gewinnen, und hoffentlich verzögert dieser Quellen-Dschihad nicht weitere zehn Jahre die Nutzung dieser natürlichen Ressource der Insel zum Vorteil aller.




Hinter dieser Tür und diesem Symbol versteckt sich eine der attraktivsten touristischen Ressourcen der Insel, die "Heilige Quelle" oder "Fuente Santa" und auch der Grund, warum sich die Gemeinde Fuen(te)caliente, also heiße Quelle nennen darf.





Sonntag 15.02.2015 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag von Susanne Langford





Samstag 14.02.2015 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 21,0 Grad - niedrigste Temperatur 11,8 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Was der Sonnensamstag so hergibt

In Los Llanos hat heute alleine die Gemeinde 4 Tonnen Babypulver über die Besucher der nachmittäglichen "Polvacera" ausgschüttet. - Ja, nicht nur in Santa Cruz wird Talkum verschleudert, das findet auch in Los Llanos statt. - Zu den 4 Tonnen "öffentlichen Polvos" kommen dann noch die privaten Werfer hinzu, und niemand hat das je errechnet, wie viele Tonnen Talkum während des Karnevals hier auf der Insel geworfen werden. - In Los Llanos ist der Straßenkarneval sogar noch wilder und dauert länger als in Santa Cruz, nur eben sind die Spielregeln ein bisschen anders, und die Traditionsgeschichte um die "Indianos", das findet halt nur in Santa Cruz statt. - Mit dem Wetter haben wir Glück zum Karneval, es wird zwar empfindlich kalt in der Nacht, allerdings weiß ich aus früherer eigener Erfahrung, dass beseelte Karnevalisten nicht frieren, höchsten gegen 06:00 Uhr früh auf den Nachhauseweg, wenn man langsam von der Bewegung wieder nüchtern wird. - Das allerwichtigste ist, kein Regen, denn nasses Talkumpulver, das macht den Boden zur absoluten Rutschbahn, und wenn man dann gleichgewichtsmäßig bereits vorgeschädigt ist, dann gibt es den großen Sitzkarneval, also Sitting Bull am Día de los Indianos.

Nach der Eröffnung der erneuten Hafenerweiterung in Puerto de Tazacorte kommt nun, wie oft bei öffentlichen Bauten, der Vertreter der Asociación de Discapacitados Físicos de La Palma (ADFILPA), also der Vereinigung der physisch behinderten Personen La Palmas und beschwert sich beim Präsidenten des Gobierno de Canarias und auch bei der Presse, dass dieser Hafen nicht behindertengerecht sei. - Man käme als Rollstuhlfahrer überhaupt nicht zu den Schiffen und man ärgert sich darüber, dass ganz viele öffentlichen Bauvorhaben und Gebäude nicht den gesetzlichen Bestimmungen in Materie der Zugänglichkeit aller entsprechen würden. - Ich weiß jetzt allerdings nicht, ob das für den Präsidenten der "ADFILPA" beruhigend ist, auch die Fußgänger kommen bei dem Hafen nicht zu den Schiffen, weil nämlich keine Schiffe da sind. - Aber die Empörung ist da, und es bleiben viele Hausaufgaben übrig für die öffentliche Hand, nur weiß ich nicht so ganz genau, ob man jetzt hingehen sollte, und die erforderlichen Rampen oder Hilfsmittel dort aufstellt, und dann warten Fußgänger gemeinsam mit den Rollstuhlfahrern auf die Schiffe, die da vielleicht mal irgendwann kommen.

Die Mandelblüte hat nun auch bei uns einen Schub bekommen, es war zwar nicht viel Regen letzte Woche, aber der hat wohl geholfen. - Dennoch sind bei uns im Aridanetal noch lange nicht alle Bäume am blühen, wir hatten ja solch eine Situation auch schon befürchtet, nach den geringen Niederschlägen in diesem Jahr bei uns. - Allerdings kann das hinten raus interessant werden, es könnte locker bis in den März hinein bei uns dann noch Mandelblüte geben. - Was man nun beobachten kann, dass in den mittleren Lagen, also genau bei uns, die Mandelbäume gleichzeitig blühen und bereits die ersten Blätter bekommen. - Das geht sonst eigentlich anders, nämlich zuerst die Blüten, dann dir Blätter, aber wenn die Bäume spät zum blühen kommen, dann kann solch eine Situation entstehen. - In den höheren Lagen blühen bereits alle Bäume, viele sind auch schon wieder verblüht, und warum die Mandeln zunächst in den hohen Lagen blühen und dann erst bei uns "unten", das hat folgenden Grund. - Die Mandeln müssen es schaffen alle ihre Blätter im Winter los zu werden, und das ist in den oberen Lagen wegen der Temperaturen aber auch der stärkeren Winde einfacher als bei uns in den mittleren Lagen. - So dauert es länger, bis bei uns die Bäumen zum blühen kommen und so ganz selten ist das auch nicht, dass Bäume gar nicht blühen, weil einfach viel zu viele Blätter in milden Lagen am Baum geblieben sind. - Auf jeden Fall ist die Zeit der Mandelblüte auf der Insel eine Traumzeit mit unendlich vielen Farbnuancen zwischen weiß und tief rosa, einfach der pure Wahnsinn. Thousend shades of white and pink.









Samstag 14.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1026 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Megageil

"Heb' deine fiesen Eier und verpiss dich, verfickter Wichser" hörte ich zwei Jungen einem alten Mann zurufen, der leicht kopfschwankend davontrottete. Sie saßen sehr leger auf der niedrigen Umgrenzungsmauer des kleinen Parks neben dem Cabildo-Gebäude in Santa Cruz.

Ich war tief beeindruckt. Unauffällig setzte ich mich ebenfalls auf das Mäuerchen und ließ mir das alles nochmal durch den Kopf gehen. Welch ein Klangbild! Welch eigenartige Wortbildung. Man hatte heute anscheinend eine ganz neue Sprache, einfach supermodern. Konnte ich da noch etwas dazulernen? Mit sicherer Garantie hatte ich nur das Wort 'Eier' verstanden, und mir kam die Idee, dass es sich bei dem Ausspruch möglicherweise um ein Rezept handeln könnte. Vielleicht um einen Verbesserungstipp für das hauptsächlich aus Rühreiern bestehende Nationalgericht, die tortilla, z.B. 'Nimm sechs Eier statt vier, wird besser'. Das erklärt dann auch die Kopfbewegung des alten Mannes. Das war kein Schwanken, das war ein zustimmendes Nicken, und er ging davon, um das Rezept gleich auszuprobieren.

Zu gerne hätte ich gewusst, ob ich da richtig liege. Ob ich den Jungen fragen konnte? Ich versuchte es einfach: "Hallo, guten Tag, entschuldige, dass ich Dich als Fremde einfach so anspreche, aber mich interessiert so sehr, was Du da eben in der zeitgemäßen Sprache von Dir gegeben hast. Würdest Du mir das bitte übersetzen?"

"Übersetzen?!" Er nahm mich in Augenschein, von oben bis unten: "Mann, Oma, ein anständiger Mensch in Deinem Alter ist schon längst in der Urne."

Musste ich mich wieder entschuldigen? "Das mag ja sein. Ich kann nichts dafür, dass ich noch lebe, aber ich bin immer noch wissbegierig, und wie Du in moderner Weise unsere Muttersprache interpretierst hat mich sehr beeindruckt. Gerne würde ich diese ganz neue Form auch verstehen, oder auch verwenden. Diese Ausdruckskraft! Diese fließende Satzgestaltung! Und im Klangbild scheint dem Konsonant I der Vorrang eingeräumt zu sein! Einfach genial. Kannst Du als offensichtlicher Experte mir etwas zum Verständnis verhelfen?"

"Mensch, Oma, was willste eigentlich. Spucks doch mal richtig aus. Deine Wörter versteht doch kein Arsch".

"Wenn Du so nett wärst, sage mir doch einfach den Sinn Deiner beeindruckenden Expression, entschuldige, Deiner Worte, die Du an den alten Mann gerichtet hast, wo auch Eier drin vorkamen."

"Echt ätzend find ich das, Oma. Na, wenn es nicht anders geht, in Deiner Alteleutesprache heißt das wohl so viel wie 'würden Sie bitte weitergehen, mein Herr' oder so ähnlich."





Die beiden waren es nicht!





Freitag 13.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 21,4 Grad - niedrigste Temperatur 11,0 Grad

Indianer ohne Cowboys
Überlebensstrategien für den Rosenmontag in Santa Cruz

Alles beruht auf einem großen Missverständnis, denn die Ureinwohner Amerikas waren mitnichten Inder. - Manchmal wünsche ich mir, dass Columbus sich nicht so robust verfahren hätte, und wirklich Indien entdeckt, aber das ist eigentlich wieder ein anderes Thema, welches uns zu weit weg bringen würde. - Man hat auch hier für die Ureinwohner Amerikas diesen Begriff mit dem Irrtum Indiens genutzt, und weil wir hier auf der Insel auch dazu neigen, zu pauschalisieren, reicht es für uns bereits aus, nur mal einen Fuß in ein "Indianerland" gesetzt haben, und damit ist man bereits ein Indiano. (In Bayer sagt man dazu: oamoi neidappt langt) - Von hier sind viele weg, in den Krisenzeiten, und wohl jede Generation an Insulanern hat mindestens zwei Krisen abgeritten und früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war die Neue Welt wirklich noch ein bisschen neuer als heute, und vor allem wirtschaftlich derart interessant, dass ganz viele Insulaner den Weg über den Atlantik genommen haben den auch Columbus segelte, er noch auf der Suche nach Indien, die Emigranten von hier auf der Suche nach einem besseren Auskommen. - Und alle diejenigen, welche eben dann den Weg zurück auf die Insel gefunden haben, aus welchem Grund auch immer, Reichtum, Siechtum, Revolution, Amerikakoller, die nannte man hier dann auf der Insel "Indianos". - Das beinhaltet überhaupt nichts Negatives, eher im Gegenteil, da schwingt sogar etwas Neid mit, und Neid ist ja nur negativ für den Neider, nicht aber für den Beneideten. - Oft hatten nämlich die Emigranten wirtschaftliches Glück, und die kamen dann natürlich mit erhobenem Haupt, vielen abenteuerlichen Geschichten, und ab und zu auch mit einer sehr dunkelhäutigen Frau an ihrer Seite zurück.

Und genau am Rosenmontag gedenkt man eben diesen Rückkehrern, die anfänglich meist aus Kuba kamen und spielt eben deren Rückkehr auf die Insel nach. - Das beginnt zunächst mit der Ausbootung im Hafen, und dann kommt eben ein Brauchtum auf, dessen Ursprung bis heute nicht komplett geklärt ist, warum man sich am Rosenmontag in der Hauptstadt und auch anderswo auf der Insel denn gegenseitig mit Babypulver bewirft. - Es gibt mehrere Thesen darüber, wie das entstanden sein könnte. Die einen sagen, das hat was mit dem Ausdruck zu tun, "echar polvo" also bepulvern oder auch bepudern und das macht man, weil man damit Andere, bis hin in den sexuellen Bereich beleidigen kann. (Wenn ich jemand pudere…) Wieder Andere sagen, das war früher Mehl, und man wollte mit dem Werfen des Lebensmittels zum Ausdruck bringen, guckt mal, wir haben so viel zu Essen, dass wir damit sogar werfen können. - Mir ist eine andere Erklärung am nächsten, und zwar, dass es in gewissen Zeiten üblich war, Migranten, welche mit dem Schiff nach einer langen Reise ankamen, zunächst mit Insektengift bestäubte, um dem Geziefer wie dem Ungeziefer den Eintritt auf die Insel zu erschweren. - Ich weiß es nicht, wie das wirklich entstanden ist, muss Ihnen aber leider mitteilen, dass alleine das Werfen von Insektenmittelchen es nicht geschafft hat, diese Insel ungezieferfrei zu halten. Und damit meine ich Lebewesen, von zwei, bis mit unzählig vielen Beinen.

Tonnenweise wirft man dieses Talkumpulver, vorzüglich in der parfümierten Variante von Babypopohygienemittel auf andere Köpfe hinab, und damit gleich vorneweg, für Asthmatiker und andere Menschen mit Leiden der Atemwege ist Santa Cruz de La Palma am Rosenmontag eine No-go-Aera. - Aber auch für Menschen mit Platzangst oder mulmigem Gefühl bei vielen Leuten, und wer glaubt, kein Pulver auf den Kopf und die Kleidung zu bekommen, weil er Ausländer ist und seinem Gegenüber das irgendwie klar man will, der sollte fern bleiben. - Denn bepudert werden ist Ehrensache, wer auf dem Karneval war und kein Pulver abbekommen hat, den hat man ignoriert, und schlimmer kann es doch gar nicht kommen. - Und, der "Día de los Indianos" fängt früh an, bereits gegen 10:00 Uhr und es empfiehlt sich sogar, bereits noch vor Mittag dort aufzuschlagen. - Das hat auch was damit zu tun, dass an dem Tag und auch den anderen Karnevalsveranstaltungen derbe dem Alkohol zugesprochen wird, und man weiter am Tag und besonders dann in der Nacht es zunehmend unübersichtlicher wird. - Es ist keine Pflicht, aber man dankt es Ihnen, wenn Sie sich traditionsgerecht kleiden, das heißt, weiß, oder cremefarben und einen Strohhut aufsetzen. - Man kann das überall hier in den Läden kaufen, und viele putzen sich für den Tag ganz besonders beeindruckend heraus, nehmen noch einen Koffer mit, um besser Reimmigrant spielen zu können und Zigarren und natürlich der Rum darf auch nicht fehlen. - Sie können auch versuchen, das nüchtern zu überstehen, allerdings wird man dabei doch etwas außenstehend sein.

Auf keinen Fall sollte man mit dem Auto nach Santa Cruz fahren, die Busse sind angebracht und unser Busunternehmen, Transportes Insular de La Palma gibt sich auch die allergrößte Mühe, an dem Tag alles auf die Straße zu schicken, was irgendwie rollt. - Aus dem Aridanetal fahren ab dem Vormittag andauernd Busse nach Santa Cruz, und aus Erfahrung wäre es wahrscheinlich besser, nicht in El Paso, oder auf einer der Haltestellen außerhalb der Stadt zu warten, sondern man sollte nach Los Llanos, und dort am Busbahnhof einsteigen, weil von dort die Busse meist schon voll auf den Weg geschickt werden und unterwegs dann niemanden mehr einsammeln können. - Es werden zwar auch ab und zu leere Busse aus Los Llanos losgeschickt, um eben dann die Leute aus El Paso einzusammeln, aber dafür gibt es keinen Fahrplan. - Man kann aber auch mit dem Auto zum alten Flughafen fahren, das dort stehenlassen, dort gibt es genügend Parkraum, und von dort dann die Pendelbusse nehmen. - Oder man fährt nach Los Cancajos, stellt dort sein Auto ab, und nimmt dann auch wieder die dort an dem Tag auch verstärkt abfahrenden Busse in die Hauptstadt. - Heißt aber auch wieder, für den Fahrer keinen Alkohol, und es wird reichlich kontrolliert an dem Tag. - Es gibt extra für den "Día de los Indianos" einen Fahrplan, den Sie einsehen können, allerdings sind die angegebenen Zeiten oft nicht einzuhalten und die mit dem schwarzen Sternchen versehenen Busse fahren öfter als dort angegeben. - Ab 22:45 kosten die Busse dann 4,- Euro anstatt deren 2,- für die Langstrecke, aber selbst dieser Aufpreis reicht nicht aus, dem Busunternehmen die Reinigung zu ermöglichen, die man nach diesem Tag allen Fahrzeugen zukommen lassen muss. - Das Busunternehmen macht da aber erfahrungsgemäß gute Arbeit, und wer mit dem Auto versucht an dem Tag einen Parkplatz in Santa Cruz zu bekommen, der ist selber Schuld. - "Indianos" sollte man wohl erlebt haben, und auch wenn es nur einmal ist, auf jeden Fall ist es einmalig, und man kann es auch überleben, es gibt viele zigtausend Zeugen dafür. - Allerdings sollte Ihnen auch klar sein, mitgebrachte Kameras, Handys und auch Kleidung, werden nach einem intensiven Besuch am Rosenmontag in unserer Hauptstadt entweder nicht mehr funktionieren, oder noch monatelang beim Waschen und Benutzen Babypulver von sich geben. - Und, denken Sie auch daran, die meisten Geschäfte machen am Montag bereits gegen Mittag zu und am Dienstag sind nur die Tankstellen und ein paar Spezialgeschäfte offen. Und HIER gibt es noch ein ansprechend gemachtes Video, auf dem man schon ein bisschen erkennen kann, was auf einen zukommt. - Viel Spaß!






Freitag 13.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1023 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Verlas venir
Man sieht es kommen. - Die Konsequenzen von etwas ahnen, was auf einen zukommt, schicksalhaft, oder weil niemand etwas dagegen unternimmt.




Machen wir weiter mit der Serie, nachts, Kai und die Kirche...


Bild von Kai Stockrahm





Donnerstag 12.02.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 19,3 Grad - niedrigste Temperatur 10,0 Grad

Es fährt ein Schiff nach nirgendwo
Wie dreht man eine Insel?

Jetzt in diesen Minuten, während ich das schreibe, zelebriert Paulino Rivero, Präsident des Gobierno de Canarias die Einweihung des zweiten Ausbau des Hafens von Puerto de Tazacorte. - Das sollte eigentlich im Jahr 2012 schon so weit sein, aber nicht nur gut Ding will Weile haben, sondern wir arbeiten ja mit BER zusammen immer noch an der Perfektionierung der Langsamkeit. - Gute 50 Millionen hat das auch den EU-Steuerzahler gekostet, und ich kann nicht genau abschätzen, wie viel von dem Geld ungeschützt in den Atlantik geflossen ist, und wie viel davon sinnvoll ausgegeben wurde. - Bei aller Kritik an dem, was man großspurig Fähr- und Frachthafen nennt, die Gewinner sind die Sportbootbesitzer und Besucher aus aller Welt, welche die Marina benutzen wollen ,und die paar Fischer, die es in Puerto de Tazacorte noch gibt. - Ob es jemals einen nicht subventionierten Regelbetrieb von Fähr- Fracht- und Kreuzfahrtschiffen nach Puerto de Tazcorte geben wird, das wage ich nämlich deutlich zu bezweifeln und bin dabei nicht alleine. - Die Marina ist wunderbar geworden, keine Frage, der Yachthafen bietet hervorragenden Schutz für die dort liegenden Boote und inzwischen sind auch alle Infrastrukturen dort vorhanden, allerdings kann ich nicht sagen, ob und wie viel von dem Geld aus Europa in die Fertigstellung des Yachthafens geflossen sind, der übrigens und nicht ganz fragloser Weise von einer privaten Firma betrieben wird. - Aber wollen wir nicht zu kleinlich sein, die eigentliche Kritik richtet sich nämlich nach der falschen Annahme, dort auf der Westseite könnte und sollte man einen Fähr- und Frachthafen brauchen. - Bei allem Verständnis für den Gemütszustand von uns Menschen, die auf der Westseite wohnen, und sich eben immer ein bisschen benachteiligt fühlen, da Krankenhaus, Flughafen, Hafen und weiß Gott noch was so alles auf der Ostseite sind, sollten wir doch auch Sinn und Unsinn solcher Infrastrukturen in Frage stellen, wenn die Sache so eindeutig ist. - Die einzigen Inseln, welche von La Palma aus mit dem Schiff im Fährverkehr angefahren werden, das sind La Gomera, und das auch nur, weil es eh auf dem Weg nach Tenerife liegt, und die Mutter aller Inseln herself, und ein einfacher Blick auf die Karte, oder den Globus macht uns den Standortvorteil Santa Cruz´ klar, von dort aus ist es nämlich viel näher auf die anderen Inseln, Um La Palma herum auf die Westseite nach Puerto de Tazacorte zu fahren bedeutet für die Reedereien hin und zurück fast drei Stunden mehr Fahrt. - Fraglich, ob sich da eine Reederei darauf einlässt, beide Inselseiten anzufahren, denn es ist ja wirklich nicht anzunehmen, dass nun eine Fähre nur Puerto de Tazacorte anlaufen würde. - Es gab mal vor ein paar Jahren zwei Sommer lang einen Versuch der Reederei Armans mit de Volcán de Tauce El Hierro mit La Palma zu verbinden, und eben über Puerto de Tazacorte, aber das war betriebswirtschaftlich ein deutlicher Reinfall, es fuhren kaum Passagiere auf dieser Linie, aber unter den Palermos sprach sich die Geschichte gerne herum, dass man eine kleine Inselkreuzfahrt mit dem RoRo Schiff von Puerto de Tazacorte nach Santa Cruz unternehmen konnte, um dann mit dem Auto wieder zurück zu fahren. - Diese Linie wurde nach dem ersten Umbau des Hafens subventioniert, man wollte dem halt Leben einhauchen, aber das wurde damals schon nichts und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es nun plötzlich, weil Puerto de Tazacorte ein zweites Hafenbecken hat, einen Bedarf für zwei Fährverkehr auf beiden Inselseiten gibt.

Das andere Argument war der Frachthafen, man gibt zu bedenken, dass man dann die Bananen gleich von der Westseite aus verschiffen könnte, und nicht mehr auf die Ostseite fahren müsste. - Das würde nicht nur den Hafen in Santa Cruz noch weiter schwächen, denn dort wird Fracht bereits nur noch drei Tage in der Woche bewegt, sondern hätte auch noch einen interessanten Dreifaltigkeitswahnsinn der EU-Subventionen mit im Gepäck. - Dieser kognitive Kollaps lautet wie folgt. - Man gibt uns Geld, viel Geld, damit man die Bananen nicht mehr von West nach Ost fahren müssen, gleichzeitig drückt man uns weiteres Geld auf, für eine Weltbiosphärenreservatsautobahn, damit wir die Bananen schneller von West nach Ost fahren können. - Und als Praline auf dem Dessert, sprechen wir dabei von dem Transport einer Frucht, deren Subventionierung jedem außerhalb der Kanaren auf den Geist und den Beutel drückt. - Man findet solche Komplexidiotien aber sogar noch verschrobener in der EU, und dabei fallen die paar Millionen, welche wir hier für die Bananen und den Hafen abgreifen eigentlich unter den Sammelbegriff Peanuts, wie sich mal ein großes deutsches Bankenhaus respektvoll zu verschollenen Geldmengen auszudrücken beliebte. - Darüber hinaus gilt für den Frachtverkehr natürlich auch wieder die gleiche Geschichte, falsche Seite, also längerer Weg, und warum soll man zwei Häfen auf einer Insel anlaufen um zweimal Liegegebühr zu bezahlen, zweimal den Schlepper. - Oder man müsste dann anfangen, die Bananen auch von Ost nach West zu fahren, vielleicht sollten wir dann doch gleich zwei Autobahnen planen…

Was uns auch noch einfällt, das sind die Kreuzfahrtschiffe, und das kommt sicher nicht von mir der Gedanke, die sollten besser hier im Westen anlegen. - Einmal ist auch das zweite Hafenbecken nur für kleinere Schiffe groß genug, die heutigen Kreuzfahrtschiffe mit Längen bereits weit über 200 Meter könnten gar nicht hier anlegen, dafür müssen wir den dritten Umbau abwarten. - Allerdings weiß ich auch nicht, ob man den Besuchern und auch dem Ort Puerto de Tazacorte das antun sollte, wenn 2.000 bis 4.000 Besucher, plus noch mal tausend Besatzungsmitglieder nun den kleinen Ort fluten würden. - Sicher, es unternehmen viele Besucher Ausflüge mit dem Bus, für die wäre das dann egal, aber der allergrüßte Teil der Gäste vertritt sich lediglich die Beine, bummelt ein bisschen umher, geht einen Kaffee trinken und kauft ein paar Souvenirs. - Bei allem gebührenden Respekt, vor dem netten und gewachsenen Badeort Puerto de Tazacorte, es wäre wohl kein guter Zug den Besuchern unsere wirklich reizvolle Hauptstadt zum Bummeln und Entdecken vorzuenthalten, mal ganz abgesehen von dem vielen Geld, welches die Besucher dann nicht ausgeben könnten, weil es eben in Puerto de Tazacorte nicht wirklich etwas zu kaufen gibt. - Ich glaube auch nicht, dass sich die Reiseveranstalter der Kreuzfahrten auf so etwas einlassen würden, die kennen die Insel doch inzwischen und wissen, was deren Gäste wollen. - Natürlich könnte man sich auf kleinere Schiffe freuen, auf irgendwelche Spezialkreuzfahrten, die kein Massenpublikum über die Meere schippern, sondern auf Alleinstellungsmerkmale oder echten Luxus setzen. - Ich weiß, dass viele mir diesen Artikel wieder übel nehmen werden, da ich scheinbar nicht die Interessen dieser Insel vertrete, und doch einfach nur froh sein sollte, dass diese vielen Millionen nach La Palma geflossen sind. - Sicher, darüber bin ich froh, auch auf die Arbeitsplätze, die während des Baus dort erhalten geblieben sind, aber viel sinnvoller wäre das Geld in wirklich nachhaltige Projekte geflossen, welche direkt und durch Synergieeffekte viel mehr volkswirtschaftliche Leistung erbringen, als ein Hafen ohne Schiffe. - Wir müssten lernen, wie man die Insel dreht, West nach Ost, bitte nicht oben nach unten… Dann könnte Puerto de Tazacorte ohne Subventionen von Reedereien angefahren werden, aber dann würde Santa Cruz wieder zurückstecken müssen. - Vielleicht sollten wir uns einen funktionierenden Hafen gönnen, anstatt deren zwei, die unwirtschaftlich arbeiten müssen. - Auf der anderen Seite ist das vielleicht auch viel weitsichtiger angelegt, als ich Kleingeist mir das überhaupt vorstellen kann, denn erst neulich habe ich wieder in einer geologischen Veröffentlichung gelesen, dass der vulkanische Hotspot, welcher unser Archipel geschaffen hat, bereits am Arbeiten ist, und westlich La Palmas neue Inseln wachsen lässt. - Kann noch ein bisschen dauern, aber dann hat sich das mit dem Standortnachteil von Puerto de Tazacorte nachhaltig erledigt.


Die folgenden Bilder stammen allesamt vom "Hafenbeauftragten" Federico


















Donnerstag 12.02.2015 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1020 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Ver para creer
Sehen um zu glauben. - Das sagt man von und zu ungläubigen aber auch misstrauischen Menschen. - Was man nicht sehen kann, glaubt man nicht.




Wie bereits gestern, die Wallfahrtskirche "Virgen del Pino". - Jetzt sehen wir auch die Lichtquelle, welche das gestrige Foto so bemerkenswert beleuchtet hat.

Bild von Kai Stockrahm





Mittwoch 11.02.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 9,4 Grad

Thermalbad Rote Rübe
Fast volkseigenes Bad

Einen wunderschönen Sonnentag schenkt uns heute der Februar, wir hatten ja kaum gewagt, dass zaghafte Hoffnung auf dieses schöne Wetter wahr wird. - Morgen könnte noch mal ein bisschen Niederschlag fallen, dann müssten wir durch sein. - Die Nacht wird sicher wieder sehr frisch, wolkenlose Nächte bringen das so mit sich, aber dafür kommt tagsüber denn die Sonne raus und lässt die Temperaturen und die gute Laune nach oben schnellen. - Jetzt zum Thema des heutigen Abends.

Da war doch was, wie oft haben wir schon über eine der wertvollsten, natürlichen und touristischen Ressourcen der Insel gesprochen und mussten immer wieder eingestehen, dass wir im Hickhack der Behörden und Interessen es einfach nicht hinbekommen, aus einer sprudelnden Thermalquelle Kapital zu schlagen. - Jetzt ist es knapp zehn Jahre her, dass man diese Quelle wiederentdeckt hat, der Dank dafür gilt immer noch den finanziellen Zuwendungen des Gobierno de Canarias und dem Cabildo Insular, sowie den technischen Fähigkeiten des Wasseringenieurs Carlos Soler. - Was dann kam, war aber eher ein weiteres Beispiel für unsere so oft zitierte Nähe nach Schilda, wenn der eine Fuß auf dem anderen steht, dann kann keiner springen. - Allerdings sind dort, wo sich das Grundstück der "Fuente Santa" befindet, zu viele Köche am Brei, Küstenbehörde, Wasseramt, Cabildo Insular, Gemeinde Fuencaliente und Umweltamt und wenn das dort ausgenutzt werden sollte, dann stößt auch noch der Rat für Industrie mit ins bürokratische Horn, und ich muss leider zugeben, bei aller Musikalität, die wir hier wirklich haben, dieses Horn kann nur mit ganz ausgefeilter Technik gespielt werden. - Zu dieser Technik gehört auch die Nähe zu den Institutionen und dieser Spritzer politisch-gesellschaftlich-gewerbliche Gemengelage legt auch nahe, dass dort nur ein Vorhaben prosperieren kann, welches spitzen wie breiten lokalen Kolorit mit in die Badewanne holt. - Meine Finger drehen sich beim Schreiben schon um sich selbst, es ist gar nicht so einfach, bei einem solchen Text nicht ganz bestimmte falsch zu verstehende Worte zu nutzen, es ist aber wichtig, eben nicht den schmalen Grat der gesellschaftlichen Nähe zum Amigismus zu überschreiten, und noch schwerer sind eben dort Grenzen zu ziehen, weil sowieso alles fließt, was Wirkung auf dieser Insel erzeugen kann. - Jetzt sind wir aber schon bei den "ismen" angekommen, klein geschrieben versteht man das vielleicht auch einfacher, hat irgendwie damit zu tun, dass sowohl der Kapitalismus, wie auch der Kommunismus eben diese "ismen" aufweisen, vor denen mich nicht nur mein Vater sein Leben lang gewarnt hatte. - Warum nun die palmerische Variante einer robust auftretenden Gesellschaft zur Nutzung der Fuente Santa dort im Süden der Insel gerade "Termalismo La Palma S.L." heißen muss, das wollen wir jetzt mal nicht als Omen betrachten, mir reicht eigentlich immer schon der Hinweis mit beschränkter Haftung, oder hier eben Sociedad Limitada, um Omen keine Bedeutung mehr zu geben.

Interessant ist es auch, dass dieser, sagen wir zunächst mal Interessenverein, gerade jetzt pressepräsent wird, wo doch das Cabildo Insular einen internationalen Ideenwettbewerb ausgeschrieben hat, um ein Projekt für den Betrieb der einzigen Thermalquelle der Kanaren erstellen zu lassen. - Bis nach China haben sich für diesen Ideenwettbewerb Architekten interessiert und ich bin hoch gespannt darauf, was denn die vielen ausländischen und auswärtigen Architekten und Planer so für Ideen habe, wie man einen solchen Schatz denn nutzen könnte. - Wobei ich darauf hinweisen will, selbst wenn ein Architekturbüro einen der Preise gewinnt, dann heißt das immer noch nicht, dass das dann auch so gebaut werden muss, wir erinnern uns darüber hinaus, dass da noch was mit Bürokratie war. - Die zeitliche Nähe mit dem, nun robust auftretenden Verband "Termalismo La Palma" ist sicher kein Zufall und es tummeln sich illustre Namen und auch Einflüsse in deren Reihen, man ist wohl ein bisschen aufgeschreckt, ein ausländisches Projekt mit einer bahnbrechenden Idee könnte auch noch einen ausländischen Investor locken, welche dann diese Thermalquelle so ganz alleine ausbeuten würde. - Mag sein, die Gefahr besteht immer, dass auch andere Leute merken, dass selbst auf unserer meist so störrischen Insel theoretisch Geld zu verdienen ist, aber ohne lokalen Partner wird das nach aller Erfahrung sowieso nichts, und warum nicken nun ganz viele Leute wissend, aber leise, und auch ein bisschen traurig? - Nein, ich schreibe nicht kryptisch, ich will ganz einfach nicht plump sein und voreilig einen durchaus schlüssigen wie erlaubten Versuch verurteilen der da lautet, wir können das selber doch auch und wollen das in unseren eigenen Reihen halten. - Zumal es eine wirklich feine Zusatzidee gibt, man will Volksaktien ausgeben, für Privatleute ab 200,- Euro und für Firmen ab 2.000,- und dann kommt der Clou, man erlaubt sogar, dass öffentliche Institutionen sich daran beteiligen. - Und wer sagt nun, dass nur die Italiener wissen wie es geht, denn das heißt nichts anderes, als dass man die Öffentliche Hand auch mit in die Wanne holen will. - Ich fürchte immer Lokalismus, um den "ismen" jetzt mal wieder Aufmerksamkeit zu schenken, denn wir neigen zur Betriebsblindheit und dazu, manchmal Umsatz und Rendite zu verwechseln, aber wenn sich das weiter gut anlässt, dann würde ich mich freuen, auch ein paar Euro in einen lokalen Versuch der Beteiligung an einer natürlichen Attraktion dieser Insel zu investieren. - Noch haben wir kein Projekt gesehen, weder von "Termalismo La Palma", noch von den Chinesen oder Italiener und wer da noch alle den Fuß mit in die Wanne setzen will, aber man sollte das genauestens weiter beobachten und wie heißt doch der Spruch nochmal: Global denken und lokal handeln, und so ein bisschen volkseigenes Bad, das versprüht dann doch auch noch gewissen nostalgischen Charme, aber ich darf Ihnen vergewissern, das hat nichts mit Kolchose Rote Rübe zu tun und dazu kommt von mir sogar ein kleines, eigentlich schade…




Noch liegt sie da, verschlossen, unnahbar, könnte aber zu einer der Attraktionen der Insel werden, die "Fuente Santa"





Mittwoch 11.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 9 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 81 % - Luftdruck 1015 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Ver las orejas del lobo
Die Ohren des Wolfes sehen. - Wer die Ohren eines Wolfes erkennen kann, der ist definitiv zu nah an der Gefahr, und das will man damit auch ausdrücken.




Die Wallfahrtskirche "Virgen del Pino" mit dem "Pino de la Virgen"
Bild von Kai Stockrahm





Dienstag 10.02.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 11 mm - Luftfeuchte 99 % - Luftdruck 1011 hPa
Höchsttemperatur heute 14,5 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Freuen wir uns mit dem Landwirt
Wenn die Ausreden knapp werden

Das war ein sehr trockener Winter bislang, die Wasserschuld bleibt auch nach diesem nassen Tag im Aridanetal weiter bestehen. - Was wunderbar für die Insel ist, endlich Regen, und das ganz ohne Unwetter, Sturm oder Schäden in der Landwirtschaft, das ist im Tourismusgeschäft natürlich nicht so brauchbar. - Ein paar Tage Regen verzeiht natürlich jeder, besonders unsere Gäste, welche ja meist wissen, auf was sie sich einlassen, wenn man im Winter auf die Grüne Insel fliegt. - Aber es war nun viele Tage deutlich zu kalt und bewölkt, und nun kommt auch noch der Regen, dann sinkt die gute Laune bei den Gästen doch irgendwann und natürlich kann man das auch sehr gut verstehen. - Gerade unsere Insel lockt ja für einen Aktivurlaub, wenn das Wetter aber das kaum oder gar nicht erlaubt, dann muss man sich in Geduld üben. - Mein Nachbar Antonio, der mit dem einem Bein, Gott hat ihn inzwischen selig, der ist bei solchem Wetter gar nicht aus dem Haus gekommen, sondern ist im Bett liegen geblieben, bis der Regen vorbei war. - Das konnte dann schon mal eine ganze Woche sein, dass man Antonio nicht sah und die Söhne und die Nachbarschaft machten sich dann bereits Sorgen, aber wenn man dann nachguckte, dann lag der fröhlich in seinem Bett und lachte jeden aus, der bei dem Wetter vor die Tür musste. - Ich würde auch am liebsten auf Antonio machen, aber das moderne Leben, oder der Beruf, erlauben einem ja solche Auszeiten nicht, oder nur zu ganz bestimmten Uhrzeiten. - Die Urlauber wenden aber am besten nun den Antonismus an, man kann auch dazu sagen, die drei "Bes" Bett, Buch, Bordeaux, wobei das dritte "Be" auch durch ein V oder G für Vega Norte oder Gota zu ersetzen ist, oder meinetwegen auch Kaffee oder eine Brühe. - Wer aber doch vor die Tür will, weil er ganz einfach Bewegungsdrang hat, oder eben kein "Liegefleisch", der kann ins Museum gehen, wir haben einige davon, da bieten sich in Los Llanos das Archäologische Museum an, oder in El Paso das Seidenmuseum. - Oder aber, man schnappt sich sein Auto, fährt immer in die Richtung, in die der Wind weht, also nicht dort hin, woher der Wind kommt, und wird dann erleben, dass irgendwo auf der Insel immer die Sonne scheint, wenn es nicht gerade Nacht ist.

Hart wird es ein bisschen für die Gäste, welche heute anreisen, die kommen von der Traufe in den Regen, und ich habe es neulich schon geschrieben, unsere Kälte ist unangenehmer als das, was man vom "Kontinent" kennt. - Da greifen dann die Dienstleister aus der Tourismusbranche zu den üblichen Floskeln, um der ersten enttäuschten Erwartungshaltung des Gastes irgendwie zu entkommen. - Freuen wir uns mit dem Landwirt ist da der Basissatz, sollte nicht mehr als an zwei folgenden Regentagen genutzt werden, man könnte dann eher mit noch mehr Information aufwarten, von der Regenschuld sprechen, den wenigen Niederschlägen, die wir bislang hatten, und das es dringend notwendig regnen muss. - Leider hat der Gast Recht, wenn er meint, es muss ja nicht gerade regnen, wenn er da ist, dieses Argument ist nicht zu widerlegen, und da könnte der allgemein gültig angewandte Spruch kommen: Es regnet niemals zum Gefallen aller. - Besser ist es natürlich, fröhliche Meldungen zu verbreiten, also vom nahen Ende der Kälte und des Regens zu sprechen, aber da ist Vorsicht angesagt. - Wenn man über andere Informationen verfügt, aber dennoch vom nahen Sonnenschein spricht, der macht sich angreifbar, das nutzt also nur denjenigen, welche immer nur ganz kurzen und nicht wiederholten Kontakt zu den Gästen haben. - Das kann der Wirt machen, der Taxifahrer, nicht aber der Reiseleiter oder an der Rezeption, denn es gilt beim Wetter in der Branche, wer ansprechbar ist, der ist auch für das Wetter verantwortlich, natürlich für das schlechte Wetter. - Beinahe fatalistisch ist dann schon der Dauerspruch von der Nordseeküste, es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung, das angewandt auf unseren Breitengraden kann zu kulturellen Spannungen führen, also lieber abwettern. - Wir haben schon viel Schlimmeres erlebt, das kann gehen, von den großen Überschwemmungen im Jahr 2009 erzählen, von den 17 Tagen ununterbrochen Regen, kurz bevor die Spanier in Tazacorte landeten, oder dass der Temperaturunterschied zu dort, wo sie herkommen immer noch im deutlichen zweistelligen Bereich liegt. - Jetzt im Februar haben wir aber auch noch das Argument Mandelblüte, denn die war bei uns rund um El Paso noch eher brüchig, da wir zu wenig Wasser hatten, das wird in den kommenden Tagen anders werden, also freuen wir uns auf die Mandelblüte. - Da muss man aber aufpassen, das sollte man keinen Gästen erzählen, die übermorgen bereits wieder abreisen, Wetternäpfchen lauern überall und man muss nicht in jeden Regenschirm treten, der da irgendwo aufgespannt ist. - Auch morgen ist in Spanien wieder Agfa-Color-Wetter, damit haben Werbe- und Wetterkollegen im deutschsprachigen Radio in Spanien vor 30 Jahren auf alle Fragen nach dem Wetter geantwortet, und in der Tat, der Spruch steht und stimmt, aber viele kennen Agfa-Color schon gar nicht mehr, also auch nur bedingt tauglich. - Dann gibt es auch noch die Kollegen aus der Fraktion Sarkasmus, also die Poeten der Verzweiflung, welche auf das angesprochen werden auf das Wetter mit solchen Sätzen reagieren: Sie dürfen ja wieder runter von der Insel, wir müssen hierbleiben, oder noch einladender: Wie kommen Sie denn auf die Idee, in dieser Jahreszeit hier Urlaub machen zu wollen? - Das kann humorvoll an die richtigen Gäste gewandt sogar lustig sein, kann aber auf keinen Fall flächendeckend angewandt werden. - Am besten die Wahrheit, das Wetter wird immer besser, von Anbeginn des Wirkens der Dienstleistungsbranche im Tourismus bis in den heutigen Tag, und morgen könnten wir sogar mal Recht haben…




Sagte ich doch, es geht immer noch schlimmer... Nicht von heute, aus dem Archiv, genauer gesagt, am 12.2.2005 am Llano del Jable, also vor zehn Jahren.





Dienstag 10.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 4 mm - Luftfeuchte 95 % - Luftdruck 1012 hPa

Gastbeitrag vom Kulturbeauftragten

Und nun.......das Wetter.....

.....vom vergangenen 16. Januar.

Das Aridanetal meldete keine besonderen Vorkommnisse. Gut, frühsommerlich ist was anderes, aber es lag kein Unwetter in der Luft. Ganz anders präsentierte sich die Ostseite, immer wieder gab es Schauer, und die Wolkendecke hing bedrohlich tief. Dies führte dazu, dass ab Mittag der Flugplatz geschlossen war. Das Aerodrom in Teneriffa Nord erlitt das gleiche Schicksal.

Unter den Menschen, die an diesem Tag noch nach La Palma wollten, befand sich Javier Negrín, einer der besten Pianisten Spaniens, der am Abend hier ein Kammerkonzert geben wollte. Bereits am Nachmittag musste sich der Veranstalter, der Kulturverein ACAPO, eingestehen, dass das nicht wie geplant stattfinden würde. Auf die Schnelle musste also ein Ersatztermin her, möglichst zeitnah, also am nächsten Tag. Für Termine im Stadttheater ist wer zuständig? Die Stadt. Eine Institution. Die hat Öffnungszeiten. Trotzdem war es uns gelungen, am eigentlich arbeitsfreien Nachmittag um 17 Uhr grünes Licht für ein Konzert am Folgetag zu bekommen.

Nun stand aber der schwierigste Teil noch bevor. Zweihundert Abonnenten mussten auf schnellstem Weg benachrichtigt werden. Fairer- und logischerweise versuchten wir es zuerst bei denen, die die weiteste Anreise hatten. Und immerhin gibt es auf La Palma Musikfreunde, die regelmäßig eine Anreise z.B. aus Fuencaliente oder El Castillo auf sich nehmen. Chapeau an dieser Stelle! Fast alle konnten erreicht werden, und Javier lieferte mit einem Tag Verspätung einen großartigen Abend mit Beethovensonaten ab.

Drücken wir nun die Daumen für den kommenden Donnerstag, den 12.2. wenn uns mit Maximilian Martín, Klarinette, und Julian Milford, Klavier, zwei weitere europäische Spitzenmusiker besuchen wollen. Maximilian ist Tinerfeño, aus La Orotava, und hat es als Soloklarinettist des Scottish Chamber Orchestra zu einem der gefragtesten Musiker auf seinem Instrument gebracht. Julian ist Brite, Mitbegründer des London Conchord Ensembles. Wie von mir gewohnt kommt jetzt keine seitenlange Auflistung sämtlicher bespielter Säle, CD-Einspielungen, Teilnahme an Festivals der beiden Künstler. Der geneigte Leser möge die Webseiten besuchen, dort gibt es Informationen zuhauf.

http://maximilianomartin.com/
http://www.julianmilford.co.uk/

Beginn ist wie immer um 20.30 Uhr, Teatro Municipal Circo de Marte, Santa Cruz de La Palma. Karten gibt es zum Schleuderpreis von € 12 ab 19.30 Uhr an der Abendkasse.

Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick:

Das Konzert des Trios Arriaga muss auf die erste Juniwoche verschoben werden. Den Apriltermin werden wir aber mit einem Zuckerstückchen füllen. Wir versprachen Ersatz für das ausgefallene Konzert mit der polnischen Sopranistin im vergangenen Dezember. Wir werden weit mehr als nur Ersatz haben: Am 10. April wird die langjährige Primadonna des Züricher Opernhauses, Isabel Rey, zu Gast sein.

Mit musikalischen Grüßen

Ödi Jonitz
(Kulturbeauftragter)











Montag 09.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 85 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 15,6 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Unser neues Flughafenterminal
Ungeliebt und irgendwie zu groß

Es gibt nur noch ein paar wenige Verwegene, welche grundsätzlich sagen, Neu ist immer besser, die allermeisten auf der Insel finden unser neues Flughafenterminal einfach nur dunkel, viel zu groß, und viel zu teuer. - OK, man kann auch sagen, für die nächsten 30 Jahre brauchen wir das Ding nicht zu erweitern, vielleicht muss man das so langfristig betrachten und ich könnte mir vorstellen, dass wir dann vielleicht das jetzt neue Terminal immer noch besser finden, als das dann Neue. - Aber ich lehne es ab, als Berufsnostalgiker bezeichnet zu werden, denn das bin ich nicht, Neu kann besser sein, muss es aber nicht, und was wir uns da als Flughafenterminal und umgebende Infrastruktur, zum Beispiel die leeren Parkhäuser und Flächen haben andrehen lassen, das macht nicht wirklich Spaß. - Andrehen lassen, denn die Flughäfen, die werden nicht in den autonomen Regionen geplant und finanziert, das macht Madrid und hier die mächtige AENA, die "Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea" ein staatliches Unternehmen, welches aber inzwischen so manchen Dienst teilprivatisieren will. - Dazu gehört auch unser Flughafen, aber aufgepasst, denn La Palma gehört zu den deutlich defizitären Flughäfen, ein wirkliches Geschäft lässt sich daraus nicht machen. - Zwar hat man versucht, auf der einen Seite zu sparen, meist an Personal und Energie und auf der anderen Seite hat man vor ein paar Monaten noch eine lustige Rechnung aufgemacht, in dem man den Flughafen La Palma künstlich rentabel gerechnet hatte, nachdem man im Jahr 2013 plötzlich 66 Millionen Euro Körperschaftssteuer abgezogen hat. - Das glauben Sie nicht? - Einfach ein bisschen runterscrollen, da finden Sie das Kunstrechnen. - Aber das Flughafen La Palma war niemals rentabel, auch nicht das alte Terminal, da müssen wir ehrlich sein, solch kleine Flughäfen rechnen sich einfach nicht, aber wir brauchen dieses Tor zur Welt natürlich und müssen uns das leisten.

Also, wie kommen wir aber dazu, solch einen unverschämt großen Flughafen zu haben, der locker drei Millionen Gäste durchschleusen kann, wir aber nicht mal eine Million im Jahr abfertigen müssen? - Das stammt noch aus der Zeit, als man Wachstum noch als von Gott gegebenes Grundrecht wähnte, und irgendwann gab es mal Zuwächse im Flugverkehr bei uns, welche schlecht gerechnet eben solche Erwartungen gezaubert haben. - Das war, als man die Subventionen für die nationalen Flüge von und nach und zwischen den Kanaren und Balearen für deren Bewohner von 33 auf 50% erhöht hatte. - Darauf hin schwoll der Flugverkehr innerhalb der Kanaren deutlich an, und vor zehn Jahren machte man uns ja auch noch vor, dass Wachstum immer weitergeht und die Insel bald über 100.000 Einwohner zählen würde. - Was draus geworden ist, darüber reden wir ja manchmal, aber der Flughafen wurde trotzdem gebaut und auch so groß und so wachstumssüchtig, wie man das in anderen Zeiten mal geplant hatte. - Man versucht nun das Defizit am Flughafen weiter zu drücken, dazu wird das halbe Obergeschoss an Tagen, welche keine internationalen Verbindungen hat, das Licht auch tagsüber schon abgeschaltet und jetzt hat man auch noch die Verträge mit den Firmen neu angelegt, welche sich um die Reinigung des Terminals kümmern und auch um die Betreuung des Parkhauses. - Diese Firmen wiederum geben nun den Druck nach "unten" weiter und bieten den meisten Mitarbeitern neue Verträge an, mit weniger Stunden natürlich. - Das drückt die Stimmung beim Personal am Flughafen natürlich und nun sollen auch noch weniger Leute dafür sorgen, dass Personen mit Mobilitätsproblemen in und aus den Flugzeugen ins Auto oder Taxi kommen. - Die Verbeugung vor den Shareholdern kennt man ja schon, da fallen vielen Krawattenträger immer nur die Lohnkosten ein, und auch bei uns am Flughafen läuft das so. - Anstatt besser zu werden, mal mit Veranstaltungen versuchen Leute in das Terminal zu locken, sonntags Matineen veranstalten, Konzerte und Events aller Art, und vielleicht eine Besucherterrasse, welche Leute anlockt und die Mieten für die Läden senken, damit sich ein bisschen mehr bewegt am Flughafen. - Nein, das fällt diesen Leuten leider nicht ein, man haucht diesem dunklen und eh abweisenden Gebäude nicht wirklich Leben ein, sondern versucht vorhandenen Service sogar noch zu verringern. - Nein, ich mag das neue Terminal nicht, mochte es nicht einen Tag lang, Sinnbild für Fehlplanung und Megalomanie, wirkt aber neben den Problemen von BER immer noch wie ein Elfenbeinturm. - Man könnte denen vom BER ja auch mal den Trick mit der Körperschaftssteuer vorschlagen, wobei man da ja Milliarden abziehen müsste, und keine lächerlichen Millionen.






Montag 09.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 87 % - Luftdruck 1013 hPa

Gastbeitrag von Rainer Fischer





Sonntag 08.02.2015 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 3 mm - Luftfeuchte 89 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 15,3 Grad - niedrigste Temperatur 12,9 Grad

Der Regen bleibt kalt
Und andere wochenendlichen Unzulänglichkeiten

Es mag ja sein, dass es auf dem Papier bei Ihnen und auch auf dem Festland noch viel kälter ist, aber wir frieren kanarisch, und das ist wohl eine ganz besondere Art des Frierens. - Wir sind halt daran gewohnt, in einem Temperaturfenster von 20 bis 25 Grad zu leben, alles darüber ist caliente, alles darunter ist frío, und eine Tageshöchsttemperatur von 15,3 Grad ist saufrío bis frech. - Anderswo gibt es dafür Glühwein und Zentralheizungen, wir ziehen fünf Schichten Kunststoffklamotten übereinander, schimpfen wie Kanarienvögel über das schlechte Wetter und blicken mit aufgerissenem Mund den Gästen hinterher, welche immer noch zünftig Bein zeigen, denn für die ist es ja nicht wirklich kalt. - Es ist also alles nur eine Frage der Blickrichtung aus der man schaut, nicht so sehr in die man blickt. - Wie hieß das immer so schön, die Finnen reißen sich bei 5 Grad plus die Klamotten vom Leib und wir stellen bei 15 Grad plus das vegetative Wachstum ein, und gehen in einen Zustand der Kanarenstase über. - Gut, das machen wir beim Karneval auch, das mit der Stase, aber das macht viel mehr Spaß als frieren. - Wie geht es nun weiter? - Langsam, ganz langsam wird es ein bisschen wärmer, allerdings bleibt das Wetter bei uns nicht ihm und nicht ihr, denn das alles steuernde Hoch ist aufs Festland gerutscht, macht dort ordentlich Schnee und hinterlässt bei uns ein Wettervakuum. - Es kann also noch ein bisschen weiterpritscheln, nicht viel, nur immer gerade so viel, dass man daran erinnert wird, dass bei uns Winter ist. - Erst Ende kommender Woche schätzen wir wieder Hochdruck, bis dahin kann alles mal vorkommen, es kann auch zwischendurch die Sonne scheinen.

Dann fällt mir noch ein interessanter Artikel in der online-Zeitung elapuron.com auf. - Es geht natürlich auch wieder um den "Weißen Karneval", den "Día de los Indianos" und da fordert man ja immer alle Leute auf, sich weiß zu kleiden und Talkum-Pulver zu werfen. - Hier nun in dem Artikel widerspricht man dem Dogma, sich weiß kleiden zu müssen, viel wichtiger ist, dass man sich als "Indianer" kleidet, und damit meinen wir in unserem Sprachgebrauch nicht die nordamerikanischen Ureinwohner mit dem Winnetou-Federschmuck, sondern "Indianos" nach unserem Usus sind stattlich gekleidete Heimkehrer von der Antilleninsel Kuba. - Wohl hell gelkleidet, aber eher mit den Farben Eierschale, Elfenbein und helle Naturfarben, nicht aber unbedingt weiß. - Es komme sehr viel mehr darauf an, sich als "Indiano" zu fühlen als unbedingt weiß gekleidet zu sein, und sowieso ist es immer interessant, wie bei uns, aber wohl nicht nur bei uns, aus einem so ausgelassenen und lustigen Geschichte wie Karneval sein sollte, dann oft ein Krampf um Regeln und Traditionen aufgelegt wird. - In den deutschen Hochburgen dieses Festes, da darf man ja auch nicht falsch herum lachen, oder Helau in Köln sagen, also so ganz allein mit festen Regeln in lockeren Festen sind wir nicht. - Ich aber habe festgestellt, dass mitten im Fest es dann eh ganz egal ist, ob man Eierschale, Klementine-Weiß oder Jeans trägt, man wird kräftig eingepudert, hoch die Tassen und am nächsten Tag kann man dann wieder darüber diskutieren, ob man denn traditionskorrekt und ordentlich besoffen war.

Dann komm ich wieder mit meiner Bitte nach Gastbeiträgen. - Es ist wieder so weit, der Fulanito de tal hat dann wieder seinen täglichen Auftritt mit einem Bild der Insel, oder was mir gerade auffällt. Dabei haben mir so viele Leute gesagt, sie wollten auch mal unbedingt was schicken, hätten diese oder jene Idee, oder wollten das Eine oder Andere vorschlagen. - Nur her damit, muss natürlich irgendwie La Palma Bezug haben, so einige Beiträge konnte ich nicht verwenden, weil der einzige Bezug zum Beispiel die gleiche Fluggesellschaft wäre, welche auch nach La Palma fliegt. - Und auch Werbung geht, wer das karierte Maiglöckchen erfunden hat, die Graupen legende Paella-Kuh, oder das Perpetuum mobile, oder einfach einen Veranstaltungshinweis bringen will, nur her damit. - Aber bitte nicht einfach nur das Plakat, sondern ein bisschen mehr zum Künstler, warum, wieso und weshalb, dann haben auch die Leute mehr davon, die auf die Veranstaltung gehen wollen. - Einen schönen Restsonntag noch, nach Diktat erfroren…




Das trägt der Reporter bei den Indianos...





Sonntag 08.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1013 hPa

Gastbeitrag von Hartmut Wagner

Nach La Palma zog mich die Finca Autarca

La Palma -Vulkane, Erdbeben, Wanderer, Höhlen von Ureinwohnern. Mehr wusste ich bis vor zwei Jahren nicht von der isla bonita. Da war ich 73 und suchte ein Betätigungfeld, das Sinn und Freude machen sollte. Freiburger Freunde aus der Transition Town Bewegung weckten mein Interesse am "urban gardening". In Chicago, in Havanna und in Totnes in England und vielen anderen Orten wurde es praktiziert. Das Buch von Rob Hopkins "Energiewende" - ein Eye Opener! Noch besser und mit vielen Praxisbeispielen: sein neues Buch "Einfach.Jetzt.Machen". Jedenfalls schien "urban gardening" eine sinnvolle Sache, gemeinschaftsstiftend, würde mir kreative und körperliche Aktivität und Gartengestaltung mit anderen im Freie erlauben.

Mit einer kleinen Gruppe aus der Nachbarschaft suchte und fand ich ein brachliegendes Areal im "Öko-Viertel" Vauban, auf dem wir beginnen wollten. Es gehörte dem "Verein für autofreies Wohnen Vauban e.V.", denen gefiel diese Nutzung gut, Pacht mussten wir nicht zahlen. Uns schwebte vor, mit Menschen aus dem Stadtteil einen Gemeinschaftsgarten zu gründen - nach dem Modell des Prinzessinnengartens in Berlin. Aber wie das bei Stadtmenschen ist - wir hatten wenig Ahnung von urbanem Gärtnern. Permakultur, Hügelbeete und Hochbeete waren uns zwar als Begriffe bekannt, aber wie in die Praxis umsetzen? Ich war jedenfalls begierig mehr darüber zu wissen und das umzusetzen: wo konnte ich das lernen? Eine Intensiv-Ausbildung in Permakultur-Design war angesagt: ich begann im Internet zu recherchieren.

Eine Freundin, die schon oft auf La Palma war, schneite im Dezember 2013 bei uns herein und erzählte von einem Permakultur-Projekt auf La Palma: der Finca Autarca in Tinizara. Die Website matricultura.org versprach dann jedenfalls genau das, was ich suchte: ganzheitlich, erfahrene Leute, Theorie und Praxis! Hatten in sieben Jahren erstaunlich vieles auf ihrer Finca umgesetzt! Ganz nach meinem gusto. Das schien geeigneter als alle anderen Projekte, die ich im Internet gefunden hatte. Ein Platz war noch frei, und kurzentschlossen startete ich im Januar 2014 nach La Palma. Für eine intensive Drei-Wochen Ausbildung in Permakultur-Design. Und belohnte mich dann noch im Februar mit einem Monat Urlaub in Puerto de Tazacorte. Und konnte danach einiges im "WandelGarten" mit den anderen MitgärtnerInnen umsetzen. Die Herausforderung war natürlich, Permakultur an das klimatisch andere Umfeld und die Bedingungen in der Stadt anzupassen. Hier gibt es einen Einblick:
http://ttfreiburg.de/mitmachen/urbanes-gaertnern/vauban.

Seither liebe ich die Finca und die Insel! Kein Wunder, dass ich jetzt im Januar und Februar wieder hier bin mit meiner Frau und Freunden. Und im nächsten Jahr kommen wir zu fünft wieder!

Falls Sie neugierig geworden sind: man kann die Finca Autarca im Februar besuchen. Vielleicht erleben Sie da bei einer eindrucksvollen Führung in deutscher Sprache live, wovon ich so begeistert bin. Erich und Barbara Graf laden ein am

Montag, den 9.2. 15, um 11.00 Uhr

Montag, den 23.2.15 um 11.00 Uhr.

Dabei zeigen und erklären sie ausführlich

Gesunde Bienen s.auch: www.resistantbees.com,

Wiederaufforstungstrategien: Essbare Landschaften, Waldgarten-Selbstversorgung, Samenfestes Saatgut, Urban Gardening

Aufbau von Humus: TerraPreta, Pyrolyse, Bokashi, Biokläranlage, Wurmfarmen

Integrale Landschaftsheilung: Herstellung von biologisch-dynamischen Präparaten, Wasser- und Mineralstoffkreisläufe, Retentionsteiche nach Sepp. Holzer,

Freie Energie: Sonnenkochen,-dörren,-backen, Bioklimatisches Bauen, Biogas mit Küchenabfällen, u.v.m.

NEU: Autarca experimentiert mit der GRoasis Waterboxx: Wiederaufforsten in Trockengebieten ohne Bewässerung!

Dauer: 4-5 Std., 20 Euro/P, Kinder gratis, leckerer Imbiss inklusive

Anmeldungen: 922 49 02 15, autarca@matricultura.org.

Ort: Autarca, Zentrum für ökologische Lebensentfaltung: angewandte Permakultur, Tiefenökologie, matriarchale Subsistenzwirtschaft und integrale Landschaftsheilung.
Fam. Barbara und Erich Graf, Camino La Ermita 26, Tinizara, La Palma

Homepage: www.matricultura.org

Hartmut Wagner







Samstag 07.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 16,5 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Auch der Karneval ist eine Monarchie
Die Königin ist gewählt, einen König braucht man nicht

Die Wahl der Karnevalskönigin in Los Llanos darf wohl als Startschuss für die vielen Karnevalsakte auf der Insel angesehen werden. - Aber nicht nur in Los Llanos werden Königinnen gewählt, auch in anderen Gemeinde, aber in der Aridane-Metropole wird da eine aufwendige Gala geschmiedet, die wirklich Augen und Ohren berauschen kann. - Es treten immer nationale Show-Stars auf, dieses Jahr war Soraya Arnelas an der Reihe, aber im Mittelpunkt stehen nicht die Menschen diesen Abend, sondern die Kleider, welche diese Frauen tragen. - Wobei wir in dem Fall den Begriff Kleid vielleicht neu bearbeiten sollten, denn eigentlich sind diese Kleider dort überhaupt nicht tragbar. - So nennt man die auch gar nicht Kleider, sondern Phantasien und damit kommt man dem Ganzen schon deutlich näher. - Was diese Dinger mit Kleidern noch gemeinsam haben ist, letztendlich bedeckt diese Phantasie die Frau, oder besser Dame, aber alles andere ist dann auch schon reiner Freistiel und hat mehr mit Statik und Rolltechnik zu tun, als mit der Schneiderzunft. - Bunt, schrill, sicher auch kitschig, aber mit einem Aufwand betrieben, dass es wieder deutlich bewundernswert ist und die armen Dinger, die da in den Gerüsten stecken, und diese halbwegs charmant und noch mehr artistisch über die Bühnen bewegen, die können einem eigentlich Leid tun. - Sie brauchen aber nicht unser Mitleid, die machen das gerne, Ehrendame oder gar Königin für solch ein Fest zu sein ist schon eine gehörige Auszeichnung, und ganz ehrlich, für manche wird es das herausragendste Fest in ihrem Leben sein, bevor sie in der Anonymität an einer Supermarktkasse verschwinden.

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da legten sich hunderte von Nachbarn ins Zeug und fertigten diese Kleider und Gestelle, oft entstanden dabei sogar Nachbarschaftsvereine, die zum Teil heute noch tätig sind. - Heute sind Designer und Sponsoren am Werk, sicher auch noch freiwillige Helfer, meist "Innen", welche mit geschickten Händen die Fäden nähen und Blumen stecken, aber die Sponsoren werden immer wichtiger, weil mehr und größer in diesem Fall schon deutlich wirken. - Dabei achten natürlich auch die Sponsoren darauf, dass ihnen Platz für ihren Namen gegeben wird und das kann zum Teil peinlich werden, wenn man diese prunkvollen Phantasien in tausend Farben vorstellt, zunächst aber 25 Sponsorennamen vorlesen muss. - Krönung war natürlich die Geschichte mit der Laden "Caca de la Vaca", was auf Deutsch Kuhscheiße heißt, und wenn es dann heißt: Die Gewinnerin ist: Electra, mit der Phantasie die Hand des Orients, gesponsert von Kuhscheiße, dann läuft da was aus dem Rahmen. - Apropos Rahmen, wenn die alle richtig halten, dann fliegt auch niemand von den Mädels auf die Nase und dass bei solchem Prunk auch mal deftig was daneben gehen kann, das haben wir vor ein paar Jahren auf Tenerife erleben müssen, als es eine Schwerverletzte gab, weil irgend ein Designer eines Kleides sogar ein Feuerwerk in einer diese Phantasien untergebracht hatte, welches dann das Kleid einer danebenstehenden Dame entzündet hatte. - Gut, da ist man schlauer inzwischen, Kleider und Feuerwerk sind keine gute Kombination, und in Los Llanos hat man das eh nie gemacht, sondern mehr auf Farben und Gesamteindruck gesetzt. - Es gibt übrigens nicht nur diese eine Königinnenwahl, sondern auch noch eine Gala für Kinder, was auch schnell ins Peinliche rutschen kann, denn kleine Mädchen mit Lippenstift und großen Kleidern gehen meist gar nicht. - Aber das ist natürlich Geschmackssache, und dann gibt es auch immer noch eine Wahl der Königin der "Tercera Edad", was man frei mit Seniorenkönigin übersetzen kann. - Gut, die sind erwachsen und müssen selbst wissen, was sie sich antun, und wem es gefällt, bitte schön. - Die wirkliche Königin des Karnevals ist natürlich die gestern gewählte, junge Mädchen, aber keine Kinder mehr, und gewonnen hat, Éboli Ramos Castellano und ihre Phantasie trägt den Namen: "Una Joya entre Titanes" also, ein Juwel zwischen Titanen. - Aber es wird nicht nur eine Königin gewählt, sondern auch noch eine erste Ehrendame und eine Zweite. - Die erste Begleiterin, aber bereits auch erste Verliererin ist, Aroa Oliva Álvarez mit ihrer Phantasie, "La Joya de Salique" und hier begegnet uns gleich der zweite Edelstein, also der Juwel aus Salique, ich glaube, das liegt irgendwo in Südafrika, und die dritte Gewinnerin ist Inmaculada Comino Aguilar und ihr geschobenes Kleid heißt, "Mis Ojos en ti" was einfach nur, meine Augen in dir heißt. - Die Bilder hat wieder Walter Stumreich gemacht, auch das hat schon Tradition, ich habe nicht das Sitzfleisch für solche Veranstaltungen, das will ich gerne zugeben. - Die Königin ist gewählt, einen König braucht man im Karneval nicht, und wenn es nicht so furchtbar kalt wäre, dann würde Karneval noch mehr Spaß machen.




Éboli Ramos Castellano, "Una Joya entre Titanes"




Aroa Oliva Álvarez, "La Joya de Salique"




Inmaculada Comino Aguilar, "Mis Ojos en ti"




Weitere Kandidatinnen, die nicht gewonnen haben









Samstag 07.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Na, das war wohl nichts

Der 'Tag des Pilzes', den ich jahrelang auf La Palma organisiert habe, war in vollem Gange. Über 500 Pilzfreunde waren gekommen, um selbst gefundene Pilze zu bringen und kennenzulernen, um die Gesamtausstellung aller vorgelegten Arten zu bestaunen und daraus zu lernen, und um sich die Kostproben fünf verschiedener Pilzgerichte schmecken zu lassen.

Da sprach mich ein gut und intelligent aussehender Herr an: "Guten Tag Frau Dähncke. Darf ich mich vorstellen, hier meine Karte". Aha, Akademiker. Angenehm. "Ja, Frau Dähncke, ich arbeite mit Prof. Dr. Sowieso zusammen und soll Ihnen seine besten Grüße und Wünsche übermitteln. Er kennt Sie ja gut durch Ihre Hilfe bei seinen Veröffentlichungen. Und nun bittet er Sie, sich meiner - wenn es möglich ist - ganz besonders anzunehmen".

Oh ja, aber gerne. Ich liebe solche Spezialisten, die mir sehr anspruchsvolle Hilfe abverlangen, denn ich kann sie ihnen tatsächlich bieten. Meine 35 Biotope kenne ich sehr genau, führe Protokoll über die Artenfunde und kann meine gesamte Kartei mit Fotos und Mikrozeichnungen anbieten. Da sollte es mir wohl möglich sein, die Wünsche des Mitarbeiters einer so bekannten Koryphäe zu erfüllen. Ich machte mir einen Namen damit, und das Erfolgserlebnis bekam meinem Ego gut. Vielleicht konnte ich sogar noch etwas dabei lernen. Also, ran an die vielversprechende Arbeit.

"Ja, gerne helfe ich Ihnen, wo ich kann. Abgesehen von dem heutigen großen Tag kann ich Sie auch in einige sehr interessante Biotope fahren, wenn ich weiß, für welche Arten Sie sich besonders interessieren. Neben den großen Kiefernbeständen ist La Palma ja bekannt für die urigen Lorbeerwälder, wo ich tatsächlich den Standort außergewöhnlicher Arten kenne. Suchen Sie etwas Bestimmtes?"

"Nein, eigentlich nicht. Aber gerne würde ich Ihre Wälder kennenlernen".

"Und möchten Sie Ihre Erfolge veröffentlichen? Oder die Pilze fotografieren? Oder Exsikkate anfertigen, um das Studium zu Hause weiter zu betreiben?"

"Na, ich weiß nicht".

Mein Blick auf seine Karte. "Wissen Sie, Herr Dr. Schnurtz, um Pläne zu machen und die Sache richtig anzugehen, sagen Sie mir am besten, für welche Pilze Sie sich am meisten interessieren, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegen".

"Die Steinpilze".








Freitag 06.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 15,1 Grad - niedrigste Temperatur 13,1 Grad

Rollt der Euro wieder ?
Neue Megalomanien oder notwendige Investitionen

Haben wir noch Krise, oder wird irgendwo schon wieder das Goldene Kalb aufgestellt? - Noch schwingen uns die ganze Zeit diese Worte vom Maßhalten und Sparen in den Ohren, aber wenn man genau hinguckt, dann wird bereits wieder investiert, oder zumindest nach Finanzierungen gesucht, um das eine oder andere Projekt anzuschieben. - Wenn man ganz besonders pfiffig ist, dann investiert man natürlich azyklisch, nimmt Geld in die Hand, wenn andere es nicht wagen, und könnte damit Entwicklungen vorausnehmen. - Antizipieren könnte man auch sagen, aber das KO-Wort bleibt Sportreportern vorbehalten. - Ein bisschen kommt mir das auch so vor, man hat zwar nicht das Geld, die Ruinen der letzten Größenwahnphase zu beseitigen, überspringt diesen unappetitlichen Punkt aber einfach, und pumpt sich neues Geld für neues Glück. - Hat uns doch die Europäische Zentralbank auch gesagt, Geld wird so billig, dass man es gar nicht festhalten kann, nur solch faltige Konsumdespoten wie ich und meine Nachbarn finden Sparen weiterhin tugendhaft bis geil. - Damit sind wir aber ziemlich alleine, und ich will gar nicht ausschließen, dass wir wieder mal einen Zug verpassen, einen neuen Wachstumszug. - Den letzten, den haben wir auch verpasst, Gott sei Dank, sonst müssten wir jetzt noch an Hypotheken herumstottern und Autos abbezahlen, die wir eigentlich gar nicht brauchen. - Aufgeschreckt von der Vorstellung, es könnten fremde Investoren auf die Insel kommen und die Dinge wirklich voranbringen, hat sich nun ein, sagen wir mal Konsortium gegründet, welches das Projekt Heilige Quelle in den eigenen Reihen halten will. - Ganz böse gesagt könnte das so eine Art Ballermannpegida sein, das "Balneario", also die Badeanstalt soll in lokalen Händen bleiben und man will sich kräftig einbringen dabei. - Der internationale Ideenwettbewerb macht da Angst, viele ausländische Projektteams stellen Lösungen vor, wie man denn mit der einzigen Thermalquelle der Kanaren umgehen könnte, und da droht eben die Geschichte, dass lokale Fürsten und Geldgeber außen vor bleiben sollten. - Geschäftsleute aus den Reihen der touristischen Betriebe wollen die Firma "Termalismo" aufbauen, und bieten sich breit aufgestellt mit stolzer Brust an. - Das kann gut gehen, da stecken auch Kleininvestoren drin, die mit der früheren Lichtgestalt aus Fuencaliente bereits Investitionen anbringen wollten, aus der Zeit, in der noch Pedro Nolasco noch Bürgermeister des kleinen Ortes im Süden war. - Allerdings riecht das schon wieder nach politischem Ärger, aber noch mehr fürchte ich, dass wir in unserem Lokalismus und Betriebsblindheit kein wirklich großes Werk auf die Beine stellen können. - Aber da schwirren jede Menge an Leuten herum, die bereit sind wieder Geld in die Hand zu nehmen, und ich hoffe inständig, das es dieser Insel zu gute kommt.

Dann gibt es ja immer noch den Versuch, einen Technologiepark ganz nahe am Flughafen zu erstellen. - Den möchte man internationalen Firmen anbieten, die sollen sich da niederlassen, investieren, forschen und Arbeitsplätze schaffen, ganz hinten an der Ideenfront steckt dann ein den Umständen angepasstes "Basalt-Valley". - Das ist das Lieblingsprojekt unseres Inselpräsidenten Anselmo Pestana, dabei geht es um I+D+i (Investigación, desarrollo e innovación) (Forschung, Entwicklung und Innovation) und das wird beschrieben im landesweit betriebenen "Proyecto Antares" und dafür will unser weit in die Zukunft blickende Inselpräsident die Insel noch mal deutlich verschulden. - Von 18 Millionen Euro ist jetzt die Rede, welche Madrid uns leihen könnte, damit kann man einiges anschieben, das ist schon richtig, aber man kann dieses Geld auch in den Basalt am Flughafen festmeißeln, sollte sich dann keine Firma interessieren, sich unser Inselchen als Forschungs- und Entwicklungsstandort auszusuchen. - Das wäre natürlich Klasse, wenn ein paar dieser Firmen auf La Palma eine Denkfabrik, oder kognitive Labore einrichten würden, mit Industrie haben wir es hier ja nicht so wirklich, und nur Feriengäste anbauen und Bananen, das bringt uns nicht alleine weiter. - Gut, wir haben die Observatorien auf dem Roque, blitzschnelle Glasfaserverbindungen ins Netz, (nicht wir, sondern die Forscher…) und der Flughafen ist gleich um die Ecke und darauf bauen wir unsere ganze Hoffnung. - 18 Millionen, und sicher noch kein Ende, das macht mir allerdings auch wieder Angst, genau so haben wir ja in den Topf mit den Stoffwechselendprodukten gegriffen, als es damals aus dem schmalen Mund eines José María Aznar bellte, Spanien geht es gut, und Wachstum sei ein Gottesgeschenk. - Wenn das mal gut geht, allerdings trauen wir Anselmo einiges mehr an Weitsicht zu als dem größenwahnsinnigen Aznar, aber so ein bisschen lauteres Interesse von ganz bestimmten Firmen würde ich auch schon gerne vernehmen, damit uns wohler dabei wird, unsere Zukunft noch vor dem Ende der Krise bereits wieder mit einer Hypothek zu belegen. - Vielleicht bin ich dazu viel zu kleingeistig, der Sparstrumpftyp mit Erfolgsphobie, allerdings sind meine Nachbarn und ich besser durch die Krise gegangen, als die ganzen Erfolgsritter mit ihren Leasing-Karren. - Nein, ich höre nicht das Gras wachsen, sondern eher die Zinsen knistern, und sollte jetzt in den kommenden Jahre die nächste Investitionswelle auf uns zukommen und mit Trommeln und Projekten das Goldene Kalb wieder über die Insel schieben, dann heißt es wieder, ganz klein machen, ducken, damit uns die Megalomanie nicht wieder packt, denn große Zeiten waren immer viel zu groß für uns und haben uns noch niemals gut getan.

Und was sonst noch passiert? - Mir ist saukalt, man fragt schon an, ob ich meine Unaussprechlichen verleihen würde und wenn ich mir den Wetterbericht ansehe, dann wird die Kälte am Wochenende auch noch feucht…






Freitag 06.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Kai Stockrahm

Airglow über La Palma Auf einmal erscheint auf Fotos, die sonst an gleicher Stelle einen perfekten Sternenhimmel zeigten, ein geisterhaftes, grünes Leuchten. Hier zum Beispiel am Jacobus-Kapteyn-Teleskop, kurz vor Monduntergang:




Das ist das Nachthimmelleuchten (Airglow). Und jetzt? Polarlichter über La Palma? Nein, die Ursache ist etwas komplexer.

Selbst in einer mondlosen Nacht wird der Nachthimmel nie vollständig schwarz. Der Grund sind gestreutes Sonnenlicht, das Licht der Sterne, Streulicht aus künstliche Lichtquellen am Boden - und komplizierte Prozesse in einer besonderen Schicht der Atmosphäre: der Ionosphäre.

Während Polarlicht durch den elektronenreichen Sonnenwind entsteht, der Atome und Moleküle direkt zum Leuchten anregt, entsteht Airglow indirekt durch chemische Prozesse in der Ionosphäre.

Die Ionosphäre beginnt etwa 80 Kilometer über der Erdoberfläche und verdankt ihren Namen dem Umstand, das in ihr besonders viele freie Elektronen und geladene Atome ('Ionen') enthalten sind. Normalerweise sind Atome elektrisch neutral. Die energiereichen Teile des Sonnenlichts (Ultraviolett- und Röntgenstrahlung) schlagen aus den Atomen aber einzelne Elektronen heraus und sorgen so für die freien Ionen in dieser Schicht. Gleichzeitig schwächt sich die Strahlung ab und wechselt in für Lebewesen ungefährliche Wellenlängen.

Die harte Ultraviolett- und Röntgenstrahlung der Sonne erzeugt aber nicht nur geladene Teilchen (Ionen und Elektronen), sondern sie ist sogar dazu in der Lage, eigentlich sehr stabile chemische Bindungen zu 'knacken'. Vor allem Sauerstoffmoleküle (O2) fallen ihr zum Opfer und werden in atomaren Sauerstoff (O) aufgespalten. Atomarer Sauerstoff ist für Airglow entscheidend, denn er dient als Energiespeicher für chemische Prozesse, an deren Ende das grüne Leuchten steht.

In besonders dunklen Gegenden lässt sich Airglow sogar mit bloßem Auge beobachten. Er erscheint dann als farbloser oder gräulicher Schleier. Erst auf länger belichteten Fotos zeigt sich das charakteristische grüne Leuchten, das den angeregten Sauerstoff verrät:




Airglow - hier über dem Isaac-Newton-Teleskop - erstreckt sich über den gesamten Himmel, erscheint aber in einem flachen Winkel zum Horizont am intensivsten, weil wir dann über hunderte Kilometer durch eine Schicht mit nur geringer Dichte blicken. Sähen wir dagegen senkrecht nach oben, wäre die Schicht nur wenige Kilometer dick und durch die geringe Dichte in den oberen Atmosphärenschichten wäre der Effekt wesentlich schwächer ausgeprägt.

Zum Leidwesen der Astronomen beschränkt Airglow die Leistungsfähigkeit irdischer Teleskope, da er sozusagen natürliches 'Kunstlicht' ist. Erst ein Teleskop außerhalb der Erdatmosphäre wie z. B. Hubble kann unbeeinträchtigt von diesem Licht arbeiten.

Weitere Informationen zum Thema Polarlicht und Airglow finden sich hier: http://www.polarlichter.info/airglow.htm





Donnerstag 05.02.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 15,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,6 Grad

Statistisch gesehen
Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter, die Kriminalität auch

Sie kennen das ja schon, jeden Monat wieder geht hier das Thema Arbeitslosigkeit um, und seit nunmehr 16 Monate am Stück können, dürfen und wollen wir davon berichten, dass in Spanien die Zahl der Arbeitslosen sinkt. - Das ist nicht nur erfreulich, sondern absolut notwendig und ich darf auch gleich wieder freudesparend einfließen lassen, dass die Arbeitslosigkeit zwar stetig sinkt, aber eben doch so langsam, dass "unten" noch nicht viel davon ankommt. - Unten ist bezeichnenderweise immer dort, wo wir gerade sind… - Und auch dürfen wir dabei nicht vergessen, dass wir immer noch von einer erdrückend hohen Arbeitslosenquote heimgesucht werden, die hier auf den Kanaren sogar die 30% Marke überschreitet. - Es ist immer ein bisschen schwer zu beurteilen, ob denn dieser stetige, aber eben immer noch nicht entscheidend wirkende Rückgang der Arbeitslosenzahl ein Beweis dafür sein soll, dass man auch mit hartem Sparen aus der Klemme kommen kann, oder ob es einfach nur eine natürliche Abfolge von gesund- oder krank- oder kleinschrumpfen ist und es danach eben eine erneute Erholung gibt, die dann auch wieder in einem Siebenjahresrhythmus läuft. - Wir schielen ja ganz gespannt und neugierig auf Griechenland, und sitzen dabei ja auch in der Loge, denn hier kann man noch bis November dieses Jahres abwarten, ob es denn Sinn macht, sich gegen die Troika und deren Interessen zu stellen. - Auf der einen Seite hoffen wir das als "Südland" natürlich, auf der anderen Seite spricht man hier auch davon, dass wir uns ja seit ganz vielen Jahren bereits den Buckel krumm sparen, und wenn die Griechen dagegen nun "wieder" (was ja so gar nicht stimmt) alles geschenkt bekommen, dann sind wir doch die Blöden. - Ich habe keinen Zweifel daran, sollte Griechenland das, und man wird wohl Kunststück nennen müssen, hinbekommt, und sich vom Sparkurs verabschieden kann, dann dürfen wir im November auch damit rechnen, dass man Podemos hier den Auftrag erteilen wird, ähnliches zu machen. - Aber ich bin skeptisch, denn einmal glaube ich nicht, dass die Troika Griechenland "mit Segen Segeln lässt" und auf der anderen Seite könnte hier in Spanien Podemos nicht damit rechnen, solche Mehrheiten zu erreichen. - Aber wie gesagt, wir sitzen hier in der ersten Reihe und gucken uns das ganz genau an. - Nun zu den Zahlen, die gibt es nach dem Text auch wieder auf den Schautafeln, und ich will noch hinzufügen, weil das ja nicht mehr drauf ist, im Januar 2013 hatten wir noch 4.980.778 Arbeitslose, ein Jahr später, also Januar 2014 4.814.435 und diesen Januar sind das 4.525.691. - Es sind Monat für Monat zwischen 5 und 7% weniger, aber bis das wirklich durchgreift und auch "unten" deutliche Entlastung bringt, dauert das halt noch ein paar Jahre. - Wenn wir nicht ein "griechisches Wunder" erleben, was ich allerdings eher skeptisch betrachte. - Das Absinken der Zahl der Arbeitslosen in Spanien rührt übrigens nicht gänzlich, und auch nicht überwiegend auf den Zustand, dass die aktive Bevölkerung sinken würde, wie von mancher Seite vermutet wird, aber da sich die Arbeitsagentur "SEPE" nicht um diese Zahlen kümmert habe ich auch wieder die jüngste Tabelle darüber vom Nationalen Statistischen Institut "INE" eingefügt.

Jetzt darf ich noch eine weitere Statistik einfügen, die uns ein bisschen überrascht hat. - Man bringt nun die Zahlen über die Kriminalität auf den Kanaren, und siehe da, auf allen Inseln sinkt die Zahl der gemeldeten Vergehen und Verstöße, und besonders auf La Palma hat es den Anschein, dass wir die Insel der Glückseligen sind. - Sind wir auch, aber eigentlich aus anderen Gründen, denn haben wir nicht in den vergangenen Jahren eigentlich das Gefühl gehabt, es hätte mehr Einbrüche gegeben und mehr Kriminalität? - Zunächst gehen wir ja immer davon aus, dass niemals alle Einbrüche und Diebstähle gemeldet werden, aber das war ja in den vergangenen Jahren sicherlich auch so, also müsste die Statistik ja doch wieder stimmen, vielleicht nicht in der Anzahl der Einbrüche, aber eben in der Entwicklung der Zahlen. - In der Tat bin ich ein bisschen überrascht, muss aber auch zugeben, dass in letzter Zeit, sieht man mal von den herausragenden Ereignissen um die "Panzerknackerbande" Ende letzten Jahres ab, ich seltener auf der Guardia Civil war als noch vor ein paar Jahren, um mit Gästen das Verschwinden derer Geldbörse zu melden. - Um 7,7% geht als nach der Statistik des Innenministeriums die Kriminalität auf La Palma zurück, und auf den Kanaren insgesamt um 3,4%, gemessen an den Zahlen von 2013 und 2014. - Freuen wir uns darüber in frischer Überraschung, das nächste Mal, wenn jemand bei Ihnen was klaut, werfen Sie doch mit der Statistik nach ihm, das soll so ähnlich wirken, wie Salz auf den Schwanz streuen bei Eichhörnchen.

Und die dritte gute Meldung an einem Tag, heute konnte ein, wie man lesen kann, sechsundsiebzigjähriger Deutscher aus Meer vor Puerto Naos gerettet werden. - Die Dünung ist heftig dort an der Westküste und dennoch gelang es zwei Rettern zu dem Mann zu gelangen, und mit einem Board so lange über Wasser zu halten, bis der Hubschrauber des Gobierno de Canarias den Mann aus dem Wasser ziehen konnte. - Dank an die Retter, die sich selbst auch in große Gefahr gebracht haben und dieses Mal ist noch alles gut gegangen und immer wieder müssen wir darauf hinweisen, dass der Atlantik, und das besonders im Winter, sehr gefährlich sein kann und man bitte sich und Andere nicht in Gefahr bringen sollte. - Chapeau an die Retter aus Puerto Naos und Danke an PM für das aktuelle Bild.




Immer schön bunt und Ende des Jahres muss die rote Linie die Ockerfarbene erwischen.




Hier die Entwicklung der letzten 13 Monate




Der Vergleich der autonomen Regionen. - "Mensual" bedeutet Entwicklung vom Vormonat zu jetzt, und "Anual" ist dann der saisonbereinigte Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres.




Hier die Zahlen zur aktiven Bevölkerung.




Oft hängt das Glück an einem seidenen Faden... Heute Nachmittag in Puerto Naos.





Donnerstag 05.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Michael Hägermann

La Palma, das etwas andere Urlaubsziel für Mountainbiker und Familie!

Aufmerksam geworden bin ich auf die kleine Insel in den 90zigern Jahren über einen Artikel in der Zeitschrift "Bike" mit den, für mich sehr beeindruckenden Fotos aus den Aschefeldern Llano del Jable.

"Diese schwarze Asche mit dem blauen Himmel, dazu weiße Wolkenfetzen und die grünen Kiefern" - da will ich auch mal mit dem Mountainbike hin!



Aber erst 10 Jahre später sollte es dann 2008 endlich klappen. Mit Familie ging's los! Es sollte ein kombinierter Bike-, Wander- und Badeurlaub werden. Ein kleines Apartmenthaus hinter Puerto Naos ist seitdem fast jeden März unser Ziel und in Puerto Naos fand ich auch in der Bikestation (www.bike-station.de) einen kompetenten Bikeverleiher und Ansprechpartner in Sachen Leihbike.

Da ich mich immer selber guide (um mich mehr mit der Familientagesplanung abzustimmen) und eher zu den Genussbikern und Höhenmetersammeln zähle als zu den extremen Trailpiloten, mache ich mich jetzt jedes Mal vier Tage alleine mit GPS bewaffnet auf Tour und genieße die Traumkulisse per Mountainbike. Sei es Rund um die Cumbre Nueva, beim langen Uphill zum Roque de Los Muchachos, im Regenwaldtrail auf der Ostseite, oder in der Lavalandschaft beim Teneguia, jede Ecke hat Ihren Reiz. Und immer gibt es irgendwo eine herrliche Aussicht über diese Traumlandschaft und den Atlantik.

Die meiste Zeit ist man mutterseelenallein unterwegs und trifft nur bei einigen Hotspots auf Menschen. Ein besonderes Erlebnis im letzten Jahr war der einsame Roque de Los Muchachos. Es war Rosenmontag und die ganze Insel war wohl in Santa Cruz Karneval feiern. So konnte ich vom Parkplatz in Briestas den Uphill über die Straße bis zum Gipfel komplett alleine genießen und habe oben nur den Raben getroffen und sonst niemanden. Die Ruhe und die Sicht waren einmalig! Danach ging es dann über Schotter zur alten Nordstraße und Roque Faro wieder zurück.

Wind und Wolken sind bei einigen Touren sehr extrem und ich war froh über mein GPS am Lenker, denn manchmal konnte man in den Wolkenschichten die Hand vor Augen nicht sehen. Aber mit GPS als Hilfe hat man auch aus der dicksten Wolkenschicht wieder rausgefunden. Und da auch der andere Genuss nicht zu kurz kommen sollte, gab es als Krönung nach jeder Tour dann ein Dorada sin, einen frischen Zumo de naranja und einen cortado leche y leche, wie zum Beispiel in der Bar Jedey.

Nach diesen tollen Tagen auf dem Mountainbike kam dann wieder mehr die Familie zum Zuge und die Wanderschuhe und Badehose wurden ausgepackt, aber das ist dann eine andere Geschichte.

Und jetzt freuen wir uns auf den nächsten La Palma Urlaub in 4 Wochen.

Viele Grüße aus Hamburg Michael Hägermann


Mittwoch 04.02.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 16,7 Grad - niedrigste Temperatur 11,5 Grad

Liebe Schüler, seid nett zu den Gästen
Touristen sind so wichtig wie Bananen…

Gut, seid mehr als 20 Jahren arbeite ich auf dieser Insel in Sachen Tourismus, mir ist die Wichtigkeit dieses Einkommenszweig für die Inselvolkswirtschaft nicht ganz unbekannt. - Ihnen sicher auch nicht, auf die eine oder andere Art sind Sie ja dadurch auch auf diese Seiten gekommen, aber es gibt wohl wirklich reichlich Menschen hier auf der Insel, die sich noch nicht richtig Gedanken darüber gemacht haben, wie wichtig denn die Feriengäste für die Insel sind. - Dem will man nun entgegentreten und geht deswegen in die Schulen der Insel und hält Vorträge, wie notwendig doch der Tourismus für die Insel ist, und dass es sehr gut kommt, zu den Gästen nett zu sein. - Mich erinnert das so ein bisschen an die Versuche, auch an den Schulen, nehmt keine Drogen, Tiere sind auch Lebewesen, Frauen sind wirklich ebenso Menschen und eben, zu Gästen muss man auch nett sein. - Bitte, ich will mich auf keinen Fall über diese Versuche lustig machen, aber wir haben schon einige Touren durch die Schulen gemacht, um eigentliche Selbstverständlichkeiten an die jungen Menschen zu bringen. - Man könnte das natürlich auch so deuten, mit den Erwachsenen bekommen wir das sowieso nicht mehr hin, also hoffen wir auf die kommenden Generationen und ich schließe die Frage an, ob wir denn wirklich so unfreundlich sind, dass man uns das in der Schule beibringen muss. - Ich denke nicht, dass hier die Leute unfreundlicher zu Fremden sind als anderswo, klar, ich komme ja auch aus dem Bayrischen Wald, wo es heißt, freundliche Bedienung ist zunächst nichts anderes als formloser Gewaltverzicht. - Das ist natürlich nur ein Spruch, der auch schon über andere Landstriche gesagt wurde, klingt gut, man muss ein klein bisschen nachdenken, sitzt dann aber. - Nein, die Palmeros sind sicherlich keine unfreundlichen Menschen, manche halt eher zurückhaltend, und sicher kann einem auch die Ignoranz begegnen, dass vielleicht manche Menschen nicht begreifen, wie wichtig eben diese fremden Gäste für das Gesamtkonzept der Insel sind.

Wer eben auf dem Bau arbeitet, oder von Bananen lebt, der wird vielleicht anmerken, ihn ginge die ganze Geschichte nichts an, er bräuchte die Fremden nicht, die wären ihm allerlei, also muss er auch nicht nett zu denen sein. - Und da genau liegt eben nun der Irrtum, und deshalb wird doch wieder ein Schuh aus der Idee, in die Schulen zu gehen, und diesen Irrtum wenigstens den jüngeren Menschen auszureden. - Ich sprach das ja schon an, ein Erwerbszweig braucht den anderen und erst aus allen zusammen kann so etwas wie eine gemeinsame Volkswirtschaft erwachsen, und man sollte diese Zusammenhänge kennen. - Der CIT-Tedote, sehr rühriger Verein aus Firmen und Dienstleistern die irgend etwas mit dem Tourismus zu tun haben, die eben schicken nun "Botschafter" in die Schulen und erzählen den Pennälern, wie wichtig es ist, dass diese Gäste sich hier auf der Insel wohl fühlen und die Überschrift dazu lautet: "Turismo somos todos" also, wir alle sind der Tourismus. - Später will man auch in Kollektive von Erwachsenen "einrücken" und denen ebenso sagen, hupt doch nicht bitte gleich, oder hebt gar den Finger, wenn einer der Blondlocken im Auto anscheinend zu langsam fährt, oder nicht genau weiß, wo er hin soll. - Dazu hört man auch immer wieder interne Kritik und mir fällt dabei auf, dass gerade Palmeros oder Canarios selbst sich über oftmals schlechte oder unfähige Bedienungen in den Restaurants aufregen. - Mir ist das nie so wirklich aufgefallen, aber mir ist allemal freundliche Bedienung wichtiger als professioneller Hüftschwung des Kellners, und die richtige Haltung mit der Serviette auf dem Arm. - Wir dürfen dabei auch nie vergessen, dass hier in der Gastronomie im Allgemeinen sehr magere Löhne bezahlt werden, und wer den Job wirklich gelernt hat, also mit Ausbildung und Erfahrung, der arbeitet auf den großen Inseln in den teuren Häusern oder gar im Ausland. - Irgendwie passt solche befrackte Bedienung auch gar nicht zu den meisten Etablissements auf der Insel, ich denke gerade dabei an die vielen Buden an den Stränden, oder kleine Eckkneipen in El Paso. - Stellen Sie sich da mal vor, Sie wollen ein paar Tapas essen und ein kühles Bier trinken und da kommt so jemand, den man früher Herr Ober nannte auf Sie zu und fragt, mit der Hand nach hinten gehalten, was man denn kredenzen dürfte. - Nicht, dass das nicht auch seine Berechtigung hätte, wenn man in ein schickes Restaurant mit dafür erklärbaren Preisen, aber ich glaube kaum, dass das, uns überwiegend besuchende Publikum, genau das von uns erwartet.




Was, Sie kennen die Kneipe "Zum Schlafenden Wirt" noch nicht?





Mittwoch 04.02.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Gabi Lange

Dejmbe-Kurs in El Paso

Die Djembé ist eine der uns bekanntesten Trommeln West-Afrikas. Sie stammt aus dem Mali-Reich des 13. Jahrhunderts. Das Reich erstreckte sich vom heutigen Guinea und Mali bis Burkina Faso, Senegal und Gambia. Sie wird auch heute noch zu allen Festen dort gespielt und unterstützt die Tänzer. Die Djembé ist international zur bekanntesten und meist gespielten westafrikanischen Trommel geworden. Sie wird mehr und mehr als Mehrzweck-Trommel in vielen musikalischen Genres benutzt. Dieser Stil der Djembé-Musik ist von der ursprünglichen Form des Begleitens der Dorffeste weit entfernt. Viele europäische Djembé-Gruppen konzentrieren sich auf die Musik an sich, mit ihren polyrhythmischen Strukturen und Melodien und lassen den Tanz ganz außen vor.

So auch der niederländische Djembe Lehrer Eef Bresser, 56 Jahre alt, der bereits seit 18 Jahren in der Nähe von Rotterdam Djembe-Kurse erteilt. Zusätzlich gibt er auch Workshops in Schulen, Gefängnissen oder auch Behindertenheimen. Auch unterstützt er Firmen beim sog. Team-Coaching für eine bessere Zusammenarbeit.

Bereits seit 9 Jahren besucht er regelmäßig die Insel , um auch hier einen Djembe-Kurs zu geben. Dies bereitet nicht nur ihm große Freude, denn auch die Teilnehmer, egal ob Urlauber oder Residente haben sehr viel Spaß.

Mehr als 25 Trommeln hat er hier auf La Palma "stationiert", so dass jeder Teilnehmer mit einer Trommel versorgt ist.

Seien Sie herzlich willkommen beim diesjährigen Trommelkurs "Afrokick" und entdecken Sie die Möglichkeiten auf der Djembe, afrikanische Rhythmen spielen zu können.

Herzliche Grüße
Gabi Lange








Dienstag 03.02.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 17,1 Grad - niedrigste Temperatur 12,9 Grad

Es rauscht im Blätterwald
Was die Presse so hergibt

Neulich hatte wir ja mal über das Hobby des Cabildo Insular gesprochen, "bevorzugte Bushaltestellen" auf der Insel einzurichten. - Solche "Paradas preferentes" gibt es bereits am Inselkrankenhaus, in Puerto de Tazacorte und in Los Cancajos soll auch eine entstehen. - Ob das nun ein wunderbares Alleinstellungsmerkmal ist, (Schatz, weißt du noch, die Insel auf der es besondere Bushaltestellen gab?) oder irgendwie herausgeworfenes Geld, da ist die Diskussion offen. - Aber viele haben halt angemerkt, da wird Geld für solche Bushaltestellen ausgegeben, und in der Hauptstadt gibt es nicht einmal eine mit einem Dach über dem Kopf. - In der Tat, stadtauswärts gibt es eine Betonbank und dann ist Schluss. - Aber man wollte ja in der Hauptstadt eine ganz besondere Bushaltestelle bauen, einen richtigen Busbahnhof, aber weil wir beim Planen manchmal ziemlich unbrauchbar sind, sollte dieser Busbahnhof über 10 Millionen Euro kosten und das Geld ist einfach nicht da. - So aber hat man über die Jahre versäumt, die jetzige Situation zu verbessern und gerade mit Hinsicht auf die anstehenden Fiestas in diesem Jahr und sowieso, verhandelt nun die Inselregierung mit dem Pächter eines Restaurants direkt neben der Bushaltestelle, ob denn nicht das Erdgeschoss dieser Einrichtung zukünftig als Bushaltestelle dienen könnte. - Es heißt, man sei sich noch nicht einig, aber von allen Seiten kommt bereits der Beifall, und es wäre sicherlich für die Hauptstadt interessant, eine Bushaltestelle zu haben, wo man vor Regen geschützt sein würde und auch das Thema Toilette brennt nicht nur auf der Blase. - Gerade im Karneval, wenn die Busse Hauptverkehrsmittel auf der Insel sind, ist es nicht gut, den Wartenden dort keine Toilette anbieten zu können und man möchte sich gar nicht die Geruchsentwicklung rund um die Wartenden auf die Busse vorstellen. - Was rein geht, muss auch wieder raus, und die vielen Cuba libres nehmen nicht unbedingt Rücksicht auf den Busfahrplan.

Und bleiben wir beim Thema, beim Urin… Am 16.2. ist in der Hauptstadt der berühmte "Weiße Karneval", Hier "Día de los Indianos" genannt und da geht es immer sehr heiß her. - Das ist auch der Rosenmontag und da wie wild auf den Straßen von Santa Cruz gefeiert wird, sieht die Hauptstadt am Dienstag darauf immer ziemlich zerzaust aus. Und nicht nur das, sondern von den vielen tausenden feiernden Menschen, die eben auch sehr viel Alkohol zu sich nehmen, die müssen sich ja auch irgendwo wieder erleichtern. - Es gibt zwar viele Toilettenhäuschen, aber es gibt nie deren genug und so wird gerade die Einfahrt zum Hafen leider oft dazu genutzt, sich noch halbwegs versteckt irgendwie zu erleichtern. - Und über diese Duftwiese, noch gemischt mit dem tonnenweise geworfenen Babypulver, liefen dann die viele Kreuzfahrer, welche immer am Dienstag unsere Insel besuchten. - Die haben sich einen äußerst schrägen Eindruck unserer Insel mitgenommen, und immer wieder haben sich die Verantwortlichen vorgenommen, doch mit den Reedereien zu verabreden, dass am Dienstag nach dem "Día de los Indianos" keine Schiffe mehr hier anlegen sollten. - Das ist aber irgendwie nie geschehen, und auch in diesem Jahr ist es wohl reiner Zufall, dass am 17.2. kein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Santa Cruz de La Palma anlegt. - Gut für unseren Ruf, und gut für die Nasen der Kreuzfahrer.

Tagesthema hier auf der Insel ist aber ein anderer Vorfall, der sich in der Hauptstadt zugetragen hat. - Ein Mann hat dort in seiner Wohnung seinen Hund erschlagen. - Das alleine ist nun ein schreckliche Meldung, und ist wieder geeignet für den strengen Zeigefinger, guckt mal die auf der Insel, wie die mit ihren Tieren umgehen. - So alleine darf man das aber nicht stehen lassen, wohl wissend, dass wie ganz viele Defizite im Umgang mit Tieren haben. - Vor Jahren noch wäre dieser Vorfall aber sicher nicht in die Presse geraten und vor vielen Jahren hätten wohl auch die Nachbarn noch nicht die Polizei geholt, und diese den Mann dann auch mitgenommen und so lange festgehalten in Haft, bis er der Justiz überstellt werden konnte. - Eine riesige Welle der Empörung ist nun losgetreten worden und überall in der Presse und den sozialen Netzwerken werden nun deftigste Strafen für diesen Mann gefordert, bis hin zu anonymen Drohungen, welche sich gegen die Gesundheit dieses Mannes wenden. - Bei aller Wut, die man über solche Vorgänge empfinden kann und muss, bleibt für mich auch der, zugegeben zu langsamen und wohl auch später Wandel in unserer Gesellschaft, welchen gesellschaftlichen Stellenwert gestehen wir unseren Haustieren zu. - Und da tut sich was, die Nachbarn haben nicht weggehört, die Polizei nicht weggesehen, der Mann wird sicherlich bestraft werden, wenn auch nicht mit Gefängnis, was so viele fordern, aber das wird auch Eindruck auf andere hinterlassen, die immer noch glauben, sie seien im Besitz des Lebens "ihrer" Tiere. - Ein böser Vorfall, mit bemerkenswerten und auch notwendigen Reaktionen.




Dieses Restaurant könnte Bushaltestelle in Santa Cruz werden. - Wie passend für den "Día de los Indinanos"





Dienstag 03.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Gisela van Dijk

TANGO ARGENTINO LA PALMA

Nächstes Wochenende: Milonga und Unterricht
Liebe Tangofreunde,

wie Ihr dem nachstehenden Plakat entnehmen könnt, gibt der Tangolehrer Gonzalo Santana am

Samstag, 7. und Sonntag, 8. Februar UNTERRICHT für Anfänger und Fortgeschrittene. Die Gruppen sind klein, so dass sich der Lehrer mit jedem Einzelnen beschäftigen kann. Preis: 10 € pro Person bei 90 Min. Dauer.

Nach vorheriger Anmeldung erteilt Gonzalo auch Privatunterricht, der 30 € pro Person oder Paar kostet und eine volle Stunde dauert.

Bitte beachtet, dass das Hotel Valle Aridane Unterrichtsort ist.

Im Casino, Los Llanos de Aridane, Plaza España
findet am Samstag, 7. Februar, 20.30 - 23.00 Uhr
die nächste MILONGA mit Gonzalo statt.
Es wartet wieder eine gute Musikauswahl auf Euch. Unkostenbeitrag: 3 €

Wir würden uns freuen, wieder zahlreiche Residenten und Urlauber begrüssen zu können.

Etwaige Fragen beantworte ich gerne und leite auf Wunsch auch Anmeldungen zum Unterricht weiter. Tel. 629 024 169, e-mail: giselalapalma@yahoo.es






Montag 02.02.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 16,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,7 Grad

Träumereien am städtischen Strand
Wir sollen weniger planen, und mehr tun

Immer wenn ich kann, höre ich Radio. - Dabei hat die Sendung "El Soplete" von 09:00 - 13:00 Uhr meine größte Aufmerksamkeit. - Dampfradio vom Allerfeinsten, (FM 94,4) man muss aber gut genug spanisch sprechen und sollte ein bisschen was von den Leuten hier wissen, sonst macht das keinen Spaß, sondern nur Mühe, zuzuhören. - Es gab auch ein kurzes Interview mit unserem Rat für Tourismus, in Sachen "Fitur", aber was hängen blieb war der Satz: Wir sollten weniger planen, und mehr tun. - Dafür gibt es einfach mal ein Zwischenchapeau, das ist zwar nicht ganz so viel Wert wie ein Endchapeau, aber Raúl Camacho ist eben vom Fach, und nicht Anwalt, oder Lehrer, sondern der kommt aus dem Tourismus und hat eben auch mitbekommen, wie viele, und inzwischen obsolete Pläne in Sachen Tourismus wir über die Insel geworfen haben, und die uns meist viel mehr eingeschränkt haben, als irgendwie die Entwicklung vorangetrieben hätten. - Es geht nun auch wieder um den Stadtstrand von Santa Cruz de La Palma, und ich zähle weiterhin zu den Befürwortern dieser Infrastruktur, aber irgendwie werden wie immer weniger. - Das hat auch damit zu tun, dass wir Jahre an Verzögerungen durch falsche Planungen hatten, und/oder Verantwortliche nicht hingeguckt haben, was denn Techniker ohne den Gesamtblick für das Vorhaben auf Pläne gezeichnet haben. - Dabei meine ich natürlich die Pumpstation für die Abwässer, aber wir beschäftigen uns nur ganz kurz heute damit, denn inzwischen hat man ja einen, hoffentlich auch im olfaktorischen Sinn tauglichen alternativen Standort gefunden. - Dabei wäre es fast noch zu einer weiteren Verzögerung gekommen, denn die Baufirma, welche den Stadtstrand erstellt hat, die wollte nun auch die Pumpstation bauen, aber der Auftrag ging an eine andere Firma, welche die Ausschreibung gewonnen hatte. - Die Firma wollte nun gegen die Vergabe klagen, aber das Gericht nahm die Klage erst gar nicht an, so dass wir vor einer weiteren Verzögerung verschont geblieben sind.

Nun plant man seitens der Stadt Santa Cruz die Infrastrukturen, welche dem Strand das Leben abseits des Mediums Wasser verleihen sollen und da ist man sich in der Gemeinde erstaunlich einig. - Diese politische Einigkeit kann oft auch bedeuten, dass die Leute keine Ahnung haben von dem, was sie da entscheiden sollen, aber es spricht ja schon für einem Fortschritt, wenn man nicht interveniert, wenn man keine Ahnung hat. - Allerdings sehe ich meine Befürchtungen bestätigt, die Bezeichnung Stadtstrand wird weiter konsequent ausgehöhlt, denn man sieht diesen Strand als eigenständiges Wesen an, nicht nur mit der Infrastruktur für Sport und Badeliegen, sondern man wird dort auch, mindestens ein Restaurant hinstellen und mehrere Kioske. - Das bedeutet aber auch, dass man eben parallel die Stadt hat, dann eben die trennenden Hauptverkehrsstraße und dann kommt der Strand. - Meine Vorstellung von Stadtstrand geht anders, nämlich ein Strand der in die Stadt übergeht, so wie man das inzwischen in Puerto Naos rechtschaffen hinbekommen hat, ansonsten würde ich einen Besuch in Las Palmas empfehlen, und dort einen wirklichen Stadtstrand mal besichtigen, der Las Canteras heißt. - Um aus einer Stadt und einem Strand einen Stadtstrand zu machen, darf keine Hauptverkehrsstraße dazwischen lang führen, sonst ist auf der einen Seite der Strand, und auf der anderen Seite die Stadt. - Ich mag mich jetzt dem Vorwurf stellen, ich hätte keine Ahnung von Stadt- oder Verkehrsplanung, und diese Straße wäre unerlässlich für die Funktion des Straßenverkehrs in der Hauptstadt. - Dagegen will ich einfach hinwerfen, natürlich bin ich kein Stadtplaner, dafür gibt es Leute, die haben das gelernt und gute Leute werden auch gesucht und oft hervorragend dafür bezahlt, und einen solchen hätte man sich vor Jahren bereits schnappen sollen, denn die Idee mit dem Stadtstrand, die ist nicht erst gestern entstanden. - Wir haben ja dort in Santa Cruz eine Umgehungsstraße, welche die Stadt von oben her erschließt, und was ich so beobachte, wenn ich dort durch die Straßen laufe, der meiste Verkehr ist unterwegs einen Parkplatz zu suchen, oder durchquert die Stadt um auf der anderen Seite weiter zu fahren. - Beides könnte man abschaffen, Parkraum an den Eingängen der Stadt und der Durchgangsverkehr, der ist ohnehin besser auf der Umgehungsstraße aufgehoben. - Der Strand wird sicher schön, das kann man jetzt schon erahnen, auch freue ich mich, dass einer der südlichen Deiche begehbar sein wird, aber ich fürchte mal, dass man mit dem Belassen der Durchgangsstraße und der damit vorhandenen Trennung von Stadt und Strand ein viel besseres Ergebnis verspielt.




Stadt und Strand, und nichts dazwischen. - Las Canteras in Las Palmas





Montag 02.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Magy Bernhard

"baumtraumzeit" - Faszination Kanarische Kiefer

Als ich das erste Mal in La Palma landete, war die Assoziation mit Hawaii, Big Island, sofort präsent. Vulkanisches Gestein, dunkler, grüner Vegetationsgürtel ab etwa 300 Meter Meereshöhe, Wolkenbänke in weiß und darüber der Strahle-Azur. So blau, so blendend.
Die wuchernden Wolfsmilchgewächse sah ich erst am Weg vom Flughafen zur Finca. Ja, auf La Palma buchen nur die völlig Ahnungslosen ein Hotelzimmer. Puerto de Tazacorte ausgenommen und selbstverständlich die fesche 20.000 Einwohner-Hauptstadt Santa Cruz. Die sieht man meist auch beim Landeanflug.

Wolfsmilchgewächse sind in unseren Breiten eher unscheinbar und nicht gerade beliebt. Die weiße Milch kann zu Hautreizungen führen. Hauswurzrosetten und Steinbrechgewächse mit und ohne Blütenstände, Mandelbäume und Edel-Kastanien, Agaven und Kakteenfelder, Meerträubel und Lorbeerwälder, das alles in Hülle und immergrüner Fülle ist La Palma.

Geht es dann ein bisschen höher hinauf, wird rasch klar, wovon die Inselbewohner - neben Subventionen der EU und den meist "sanften" Touristen - leben:
Von den noch preislich gestützten Bananen.

In Küstennähe - meist terrassenförmig - ziehen sich die Plantagen hin. Mit und ohne weißem Textildach. Schaut ganz schön heftig aus. Und verbraucht viel zu viel Wasser. Genau das hat die Insel nicht im Überfluss. Schwere Regenstürme ausgenommen.
Deshalb fallen bei den zahlreichen Miradores - Ausblicke Richtung Meer - die großen gemauerten Wasserbecken, verstreut über die gesamte Insel, auf. Kombiniert mit einem ausgeklügelten Leitungssystem wird die Vulkaninsel versorgt.
Ab etwa 500 Höhenmeter werden Büsche und Wolfsmilchgewächse immer öfter durch die elegante Pinus Canariensis - die Kanarische Kiefer - abgelöst.

Gina Krausz trug einige Zeichnungen zu diesem Buch bei.
Sie zeichnet in Tusche mit faszinierender Detailverliebtheit Bäume.
Vor allem jene Bäume, die eine lange Geschichte zu erzählen haben.
Ginas Werkzeuge sind Feder, Stift und Pinsel. Oft arbeitet sie über Monate an einem einzigen Werk. Ihr Verständnis für Zeit, ihre anachronistisch anmutende Haltung zu unserem "verhuschten" modernen Lebensverständnis macht sie zur kongenialen Ergänzung für meine Fotos und Texte.

Tina Hélène sorgte mit viel Gefühl, Können und grenzenloser Geduld dafür, dass aus einer Idee, einigen Texten, Fotos und Zeichnungen ein Buch wurde.
Sie zeichnet in baumtraumzeit für das Layout verantwortlich.

Zeit und Natur Ganze 4 Jahre arbeiteten wir an baumtraumzeit.
Im Laufe der Jahre hat sich Gestalt und Inhalt geformt.
War immer Herausforderung und spielerische Beschäftigung mit Wesen, die oft über mehrere hundert Jahre an einem Platz verweilen und das inmitten eines Menschen-Lebens mit Facebook und Google Plus. Der Gegensatz könnte kaum größer sein.

Erhältlich ist das Buch jetzt bei Sorpresa in El Paso und ansonsten elektronisch unter:
www.smartexport.at bzw. mail: magy@smartexport.at
demnächst wird es auch einen Bestellbutton auf: www.timber.at und www.ginakrausz.at geben.









Sonntag 01.02.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 17,6 Grad - niedrigste Temperatur 13,1 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Sonntag mit beschränkter Haftung

Monatsanfang steht ja auch immer das Zusammenfassen der Temperaturdaten an, und siehe da, wir haben uns mal wieder geirrt, dieser Januar war gar nicht kälter, als der im vergangenen Jahr. - Aber das liegt ganz einfach an der Empfindung und dem stärkeren Wind, denn eine Sache ist, was das geschützte Thermometer auf zwei Meter Höhe misst, und eine andere Sache, den Passat an seinen Klamotten zerren lassen und deutlich zu frieren. - Seit Weihnachten hoher Luftdruck, mit gleich drei Perioden an Calima und fast immer strengem Wind. - Die letzten Tage ist das nicht mehr so, kaum noch Wind, aber dafür kommt die Sonne auch nicht mehr so wirklich hervor, da die selbst produzierte Feuchtigkeit nicht so einfach in die oberen Luftschichten entfliehen kann. - Und wieder viel zu trocken, bei uns halt im Aridanetal, und mögliche Aussicht auf Niederschläge erst wieder in der zweiten Februarwoche. - Aber auch das ist noch nicht sicher, aber ein Fundstück der Marke "Maschin kaputt", das Global Forecast System meldet Armageddon-Wetter für heute und die kommenden drei Tage. - Die Grafik unten zeigt verwirrte Computer, oder im Sonntagsmodus mit beschränkter Haftung.

Wir werden bereits mahnend angeschrieben, doch wieder mal über die Katzen zu schreiben, das wäre schon so lange her. - Stimmt, aber irgendwie geben die wetterfeigen Tiere auch nicht wirklich so viel Aktion her. - Bei Wind verkrümeln sie sich in den Zimmern und regen sich nur bei den Fütterungen, und wenn die Sonne rauskommt sind alle weg, im Garten, Schatten und Eidechsen jagen, und irgendwie ist in dieses große Katzenpack echter Alltag eingekehrt. - Luffy fetzt sich weiterhin mit Lucky und Penny, es gibt weder Sieger noch Besiegte, sondern nur MeckererInnen und BemeckerterInnen, aber auch beleidigte Katzenleberwurstdamen sind mit Felix Fantastic sofort wieder handsam. - Wir sind feige Menschen, bei uns geht Katzenerziehung durch den Magen, aber es klappt und inzwischen hat sogar Acht dort eine kleine konvexe Silhouette, wo sonst dieses, selbst von außen sichtbare Vakuum war, wo Katzen ihren Verdauungstrakt haben. - Wobei Mops und Luffy auch noch ein bisschen trauern, da waren jetzt in unseren nahen Appartements liebe Gäste, die haben den Beiden stundenlang den Pelz gekrault, und sicher auch so das eine oder andere Leckerli zugeschoben, und die sind nun wieder abgereist und jetzt müssen die beiden Oberschmuser auch wieder mit den normalen Zuwendungen an Streicheleinheiten auskommen. - Aber wie bereits gesagt, da gibt es gute Methoden, Katzen lassen sich auch von innen streicheln, durch entsprechendes Futter.

Streitende Frauen gibt es aber nicht nur im Katzenreich, sondern auch unter Lokalpolitikerinnen. - Das ist jetzt eine Posse, keine verbissene Politik, deshalb wage ich es auch, Ihnen das am Sonntagabend anzubieten. - Die eine war schon Bürgermeisterin in Los Llanos, und will es wieder werden. - Die andere wollte es eigentlich nie sein, musste aber einspringen, weil der Spitzenkandidat dafür für den neuen Koalitionspartner nicht mehr tragbar war. - Ich nenne jetzt einfach mal extra keine Namen… Nun befinden wir uns im Wahlkampf und da werden alle wieder wach, Regierung wie Opposition. - Jeder sagt, wie gut er es gemacht habe, viel besser als damals die Regierung oder die Opposition, und weil man im Wahlkampf auch mit Kleinigkeiten um sich wirft, gab es eine Pressemeldung, dass die neue Stadtregierung nun viel weniger Geld für das Telefonieren ausgeben würde, als das die alte gemacht hätte. - Dabei entwischt einer der Kandidatinnen in einer Radiosendung auch der Vorwurf, es gäbe einen Beleg über ein Mobiltelefon in der alten Stadtregierung, auf dem über 2.300 Euro im Monat vertelefoniert worden sein. - Das stimmt sogar theoretisch, allerdings war dieser Beleg fehlerhaft, und das müsste eigentlich auch die damalige noch Opposition wissen, denn genau diesen Beleg hatte man reklamiert und das sei von der Betreibergesellschaft Moviestar auch anerkannt worden, das war ein Fehler, der Betrag hätte 25 Euro lauten müssen. - Also vielleicht keine große Sache, aber zeigt doch auch, dass man sehr schnell und leichtfertig mit Vorwürfen umgeht, und es meist nicht um die bessere Politik geht, sondern oft nur darum, seinen Gegner mit irgend etwas zu bewerfen. - Und auch wenn es gar nicht stimmt, aber etwas wird schon kleben bleiben und mir gefällt so etwas gar nicht.




Maschin kaputt...

http://www.wetterzentrale.de/topkarten/fsavnmgeur.html

Die Wetterzentrale bietet die Diagramme vom Global Forecast System auf Deutsch an. - Hier muss man ein bisschen weiterklicken. - Zunächst wählen Sie in der oberen Bildmitte GFS 1° + GFS Ens: Europa (Städteauswahl) und dann im kommenden Pull-Down-Menü links La Palma. - Da bieten sich dann vier verschiedene Schautafeln an, welche wohl die genauesten Hinweise liefern.





Sonntag 01.02.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Richard Wurdel

Hallo Herr Siebold,

hier meine (nicht ganz ernst gemeinte) kölsche kritische Würdigung des Gastbeitrags von Rolf Henkel am 28.1. zu dem WDR Wunderschön Bericht:

Ja, der Film war "wunderschön", auch mir hat er sehr gut gefallen. Aber warum sollte ich als Kölner mir den Film anschauen? Was unterscheidet La Palma von Köln, dem Sitz des WDR, warum fahren wir Kölner nach La Palma - oder sollten es tun?

Sicher, die Insel bietet sehr viel, das aber Köln auch hat, und das - mit Verlaub - muss ich mir in einem Bericht über eines meiner Lieblingsurlaubsziele nicht anschauen.
Denn der Film ist ja nicht für Residenten oder Palmeros gemacht, die kennen das ja alles auch. Man will doch mal was Neues sehen. Ja, auch Köln hat einen jährlichen Marathonlauf, da gibt es Biker, Ruderer und Surfer auf dem Rhein, die erst kürzlich internationale Wettbewerbe in Köln ausgetragen haben. Vom FC gar nicht erst zu reden.

Zitat Rolf Henkel"
"Es wurde gewandert bis die bunten Socken dampften" Mit was? Mit Recht! Denn diese Landschaften, Pinienwälder und Bananenplantagen kennen wir hier im Rheinland nicht.

Und Kultur auf La Palma? Hallo? Ein Stück des "wahren Lebens von La Palma" gibt es aber auch in Köln. Wir wollen doch jetzt nicht die Kultur von Köln mit seinem Dom, der Philharmonie, dem Museum Ludwig, dem Römisch Germanischen Museum usw. mit La Palma vergleichen. Dort gibt es zwar seit Jahrzehnten den Inselkünstler Luis Morera, aber wir haben z.B. Gerhard Richter. Und zum Shoppen fahren vielleicht die Leute von Teneriffa nach La Palma, oder anders herum, aber doch nicht die Kölner. Also wegen der Kunst kommen wir eher selten nach La Palma.

Die Restaurants auf La Palma sind manchmal Klasse. Aber auch in Köln gibt es sehr gute Restaurants, sogar mit Sternen ausgezeichnet. "Eisdielen und Cafés, deren kreative Betreiber größtenteils Selbstgemachtes feilbieten". Zuckerrohr wächst in Köln zwar nicht, aber sogar Wein. Hier wird süffiges Bier gebraut, nicht nur labbriges Kölsch. Gut, Fische fangen wir auch im Rhein, Lachse, Hechte und Zander. Etwa 30.000 Angler holen sich pro Jahr bei der Rheinfischergenossenschaft die Erlaubnis, zu fischen. Auch werden in Köln exzellente Zigarren handgedreht, hier eine Auswahl von Habanos Zigarren, made in Cologne: Cohiba Piramides, Siglo I, Siglo II, Siglo IV, Montecristo Edmundo, Romeo y Julieta, Partagas und Behike. Dass der Kölner gute gehobene Hotels kennt, muss ich nicht erwähnen, aber die in die Jahre gekommene Casa-Rural-Bewegung mit ihren internetfreien Fincas sind neu für ihn, so schön zum "entschleunigen" für die Generation 60+. Gut, von den jüngeren wird das eher gemieden, aber sonst?

Zitat Rolf Henkel:
"Wer die Filmemacher beim Konzept und auf der Suche nach Drehorten wohl beraten hat? Es muss einer der nostalgischen 60plus-Veteranen gewesen sein, der seinen La Palma-Traum aus dem letzten Jahrhundert in die Gegenwart gerettet hat." Das glaube ich auch, obwohl ich dazu gehöre, es aber nicht war.
Blicke auf "Biker, Runner, Surfer und Paraglider, auf die Super-Rockbands" brauche ich nicht, das sehe ich hier in Köln tagtäglich. Aber Blicke "auf Volksmusik, Trachtenleben, fröhlich-ausgelassene Prozessionen und in die beeindruckenden Altarräume der inseltypischen Kirchen im flämischen Stil" - ja, das ist spezielle La Palma Kultur, das fehlte, sogar mir.

Zitat Rolf Henkel:
"Hier wurden von den 90 Sendeminuten mindestens 30 mit Firlefanz verplempert"

Lieber Rolf Henkel, sehen Sie es doch einmal so: Werbung ist immer Firlefanz! (sagt ein Medienfuzzi aus Köln, der aber nichts mit dem WDR zu tun hat, und immer wieder gerne nach La Palma als Brezeldieb zum "Sockendampfen" kommt).

p.s.: meinen Beitrag dürfen Sie gerne auf Ihrer Homepage veröffentlichen, falls sie mögen.

Viele Grüße,

Richard Wurdel


Hier kann man sich den Beitrag vom WDR ansehenhttp://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/wunderschoen/sendungen/lapalma100.html




Bild von Richard Wurdel







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