La Palma Aktuell   Nachrichtenarchiv Februar2013

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Donnerstag 28.02.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39* % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 22,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,7 Grad

Schlüsselweine
Was will uns Teneguía erzählen

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es nur ein paar Flaschenweine hier auf der Insel, und die Etiketten waren so langweilig und wirkten fast hausgemacht. - Heute ist das anders, nicht nur durch die Einführung eines palmerischen DO, welchem sich fast alle Kellereien, die Wein auf Flaschen ziehen, angeschlossen haben, sondern einfach auch aus dem Hintergrund, dass unsere Weine gegen ein, oft deutlich pfiffigeres Marketing, von der Konkurrenz außerhalb der Insel bestehen müssen. - Die Anzahl der Sorten ist gestiegen, heute gibt es nicht nur einen Weißen und einen Roten von den größeren Bodegas, sondern diverse Weiße, Rote und auch Roses, man kann manchmal fast schon fast den Überblick verlieren. - Die Qualität der Weine hat sich auch deutlich erhöht, strengere Richtlinien, bessere Hygiene und moderne Kellertechniken von jungen Kellermeistern die ihren Beruf erlernt haben, das spürt man und auch reflektieren die vielen internationalen Auszeichnungen, welche besonders die Weißweine La Palmas immer wieder einfangen, diese Entwicklung. - Auch bei den Etiketten und dem Marketing hat sich viel getan, inzwischen überrascht man uns eigentlich jedes Jahr mit neuen Weinen und neuen Aufmachungen. - Auch die als so traditionell bekannte Bodega Llanovid in Fuencaliente, welche Weine unter dem Namen Teneguía vertreibt, hat sich diesem Trend gerne angeschlossen und auch mit dem Weißwein "La Gota", also "der Tropfen" sehr erfolgreich zugeschlagen. - Nun kommt das neueste Kind der Bodega, und der Name ist schlichtweg simpel, er heißt nämlich einfach nur "blanco" also weiß. - Nun werden Sie sagen, das gab es doch immer schon, aber das ist nicht ganz richtig, denn der "einfache" Weißwein der Bodega Llanovid war ein Weißwein ausschließlich aus der Listán-Traube und hieß auch so. - Weiter gibt es auch noch den "Albor", welcher allerdings nicht so erfolgreich eingeschlagen hat wie man sich das erhoffte, aber nicht jeder Wurf ist eben ein Treffer. - Nun legt man nach, mit einem "neuen Weißen", der auch ein Verschnitt aus diversen Rebsorten ist, da der Listán alleine doch ein wenig kratzig daherkommt. - Auf dem Etikett verrät man uns, dass die Rebsorten Vijariegeo (oft auch Bujariego genannt) Albillo, Listán blanco, Sabro und Gual verwendet werden, aber natürlich verrät man uns nicht, in welchem Mischungsverhältnis. - Aber man hat das gut getroffen darf ich Ihnen verraten, die wissen wohl was Sie tun und man will sicher mit diesem Wein als Konkurrenz zu dem extrem erfolgreichen Weinen, wie dem "Vega Norte" und dem "Tamanca blanco selección" auftreten. - Was ich nicht weiß ist, ob nun dieser "blanco" den sonst üblichen "Blanco listán" ersetzen soll, allerdings kommt der in der gleichen schlichten grünen Flasche daher und ist auch von Preis her ähnlich angesiedelt, und vor allem deutlich unter seinen Konkurrenten aus El Paso (Tamanca) und Tijarafe (Vega Norte). - Interessant auf jeden Fall das Etikett, da denkt sich Llanovid auch immer wieder neue Dinge aus und wir sind noch nicht konkret dahinter gekommen, was uns denn der Schlüssel und die Lippen sagen sollen. - Wird hier der Wein als Schlüssel für den Erfolg in der Liebe genannt? - Wäre fast ein bisschen chauvinistisch, denn die Lippen sind meines Erachtens deutlich die einer Frau. - Aber wir kennen ja auch den Ausdruck "Schlüpferstürmer" den man meist für süßliche Alkoholika verwendet. - Oder soll das heißen, wer den Wein trinkt, der öffnet seine Lippen und spricht die Wahrheit, so wie man das dem Kindermund und den Betrunkenen so nachsagt? - Ich weiß es nicht, wir haben die ganze Flasche ausgetrunken und dabei darüber diskutiert und wahrscheinlich ist das genau der Trick an diesem Etikett, denn noch ein Glas und noch ein Glas wird da getrunken, ob man denn nicht doch noch auf die Aussage in dem Etikett kommt. - Auf der Rückseite steht auch noch, sogar auf Englisch, This product helps to promote the local agriculture und dazu fällt mir persönlich nur ein: Baby you can count on me….





Donnerstag 28.02.2013 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 73 % - Luftdruck 1013 hPa

Männerfreundschaften
José Rodríguez versus Paulino Rivero

Paulino Rivero ist der Präsident des Gobierno de Canarias, also der Regierung der autonomen Region Kanarische Inseln, und José Rodríguez ist Herausgeber der Tageszeitung "El Día". - Die beiden könnten Freunde sein, sind es aber nicht, sondern ganz im Gegenteil, zur größten Unterhaltung, und manchmal auch nur noch zum Fremdschämen beharken sich die beiden in blanker Öffentlichkeit, wo immer es nur geht. - Wobei man klar sagen muss, es ist José Rodríguez, der seine Zeitung dazu benutzt, den Politiker der Coalición Canaria mit heftigsten Bemerkungen hin anzugreifen. - Da fallen Beleidigungen ebenso schnell wie Beschuldigungen, Paulino Riveros Frau hätte schmutzige Geschäfte in Mexiko, was sich allerdings wohl als Falschmeldung erwiesen hat. - José Rodríguez ist bereits ein alter Mann, und manchmal leitet einen das Leben nicht in die Altersmilde, sondern in die andere Richtung, und das scheint hier der Fall zu sein. - Eigentlich sind die beiden von der politischen Idee her gar nicht so weit auseinander, beide sind kanarische Nationalisten und streben irgendwie die kanarische Unabhängigkeit an, allerdings hat Paulino Rivero längst erkannt, dass dieses Unterfangen eher kontraproduktiv für das Archipel sein würde, und seitens der Coalición Canaria nutzt man das Schlagwort "Independencia" also Unabhängigkeit, eher nur noch als inzwischen leere Drohung gegenüber Madrid und im Wahlkampf dazu, auch den Bodensatz urkanarischer Gefühle zu bedienen. - José Rodríguez allerdings meint das immer noch ernst mit der Unabhängigkeit, und spricht fast jede Woche von der Nation der Kanarischen Inseln und der goldenen Zukunft die wir hätten, wenn wir endlich die koloniale Last Spanien loswerden könnten. - Er muss es der Coalición Canaria und eben besonders dem Paulino Rivero persönlich übel nehmen, dass man in der Regierung der autonomen Region Kanarische Inseln so weit pragmatisch geworden ist, dass eine wirkliche Unabhängigkeit von Spanien eine plumpe Illusion ist. - Anders kann man sich das gar nicht vorstellen, warum sonst jede Woche, in der eigentlich wohl ernst zu nehmenden Tageszeitung "El Día" vom Herausgeber selbst verfasste Artikel gedruckt werden, welche vor Beleidigungen gegenüber dem "Landesvater" nur so strotzen und von journalistischer Qualität nun wirklich kein Zeugnis mehr abgeben. - Auch wettert der "alte Mann des kanarischen Journalismus" gegen die Insel Gran Canaria, und hat in viel beachteter Manier die unschöne Rivalität geschürt, die es zwischen Tenrife und Gran Canaria wohl unterschwellig gibt. - Man müsste das "Gran" wegnehmen, denn Gran Canaria ist nur die drittgrößte Insel des Archipels, nach Tenerife und Fuerteventura, und bis heute weiß eigentlich wirklich kein Mensch, was denn dieser kognitive Ausfall sollte. - Nun hat ein Gericht José Rodríguez und die Zeitung "El Día" zur Zahlung von jeweils 30.000 Euro verknackt, an Paulino Rivero, wegen andauernder Beleidigungen und falschen Beschuldigungen und natürlich legt man gegen dieses Urteil Berufung ein, denn der Kampf sei noch nicht zu Ende. - Im Gegenteil, die heutige Schlagzeile lautet: "Die Ehre des Paulino Rivero ist 60.000 Euro wert", es geht also weiter, und eine der meist gelesenen Tageszeitungen der Kanarischen Inseln muss sich weiterhin als Plattform für den persönlichen Streit zweier Männer missbrauchen lassen. - Dabei nutzt José Rodríguez in seiner deutlich überzeichneten Kritik an Paulino Rivero diesem sogar, denn die Vorwürfe und Mutmaßungen sind dermaßen übertrieben, dass sie unwillkürlich als falsch angesehen werden müssen und die eigentliche Kritik, die wichtig und auch richtig ist, daneben keine Beachtung mehr findet. - Die Betrachter sind von diesem Schauspiel und den wöchentlichen verbalen Attacken inzwischen angewidert, vielleicht auf Stefan Raab-Niveau lacht man noch über solchen Unsinn, und auch Paulino Rivero muss aufpassen, dass ihm die Rolle des Opfers nicht wie ein Maßanzug am Körper kleben bleibt. - Der Streit zwischen diesen beiden Männer ist aber vor allem eins, Verschwendung von Zeit und Ressourcen.



Mittwoch 27.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0,5 mm - Luftfeuchte 80 % - Luftdruck 1009 hPa
Höchsttemperatur heute 18,0 Grad - niedrigste Temperatur 16,0 Grad

La Palma, die Zickige
Nicht der Wind, sondern der Nebel

Der Wind kommt noch, so am vierten und fünften März, und da wird es wohlmöglich Schwierigkeiten am Flughafen geben. West- und besonders Südwestwind ist Gift für unseren Flughafen, weil dann Scherwinde ganz heftig die anfliegenden Flugzeuge stören können. - Aber manchmal brauchen wir das nicht mal, um unnahbar zu wirken, denn heute Vormittag war der Osten so dicht in Wolken gehüllt, dass die Flugzeuge nicht sicher anfliegen konnten. - Vier Charter und ein paar Inselhopper konnten so nicht bei uns landen und mussten auf andere Insel umgeleitet werden. - Jetzt am Nachmittag klart es auch auf der Ostseite ein bisschen auf, die kleinen ATR72 der interinsularen Linie Binter Canarias sind nun seit Mittag planmäßig geflogen und eine Air Berlin und auch eine Condor sind nun eben mit Verspätung zu uns gelangt. Die beiden anderen Condor aus Düsseldorf und Hamburg werden aber nicht mehr heute kommen, die Gäste sind bereits auf Gran Canaria in einem Hotel untergebracht worden und sollen dann morgen Vormittag zu uns gebracht werden. - Kommt nicht so häufig vor, das mit den dichten Wolken, so dass die Flugzeuge nicht landen können. - Häufiger ist es der unberechenbare Seitenwind welcher da die größeren Schwierigkeiten machen kann. - Aber dazu brauchen wir den Einfluss eines Tiefdruckgebietes, dass bei uns der Wind aus West- oder Südwest kommen kann und die allermeiste Zeit des Jahres stecken wir ja dicht drin im nordatlantischen Hoch, so dass die meist herrschende Windrichtung bei uns Nord- Nordost ist. - Aber auch wenn das selten vorkommt, die Fluggesellschaften rechnen das wohl auch mit in ihre Hitliste ein, wohin man denn viele Flieger senden wird, und das ist eben ein Nachteil der gegen uns spricht, und am Wetter können wir wirklich nichts drehen. - So, und nun hat der Kulturbeauftragte das Wort:


Sport schlägt Kultur

Es ist irgendwo beschämend, aber wenn man der Realität ins Auge schaut, dann muss man erkennen, dass Konzerte, die terminlich auf so genannte "Schlagerspiele" fallen, einen deutlichen Damenüberschuss aufweisen. Das heißt nicht, dass dann die Musikliebhaberinnen vor ihren Gatten fliehen und alternativ den Event aufsuchen. Nein, die hombres bleiben einfach zuhause vor dem Bildschirm sitzen, evtl. auch in der Bar auf dem Hocker. Im ersten Kammermusikzyklus war das, besonders gegen Ende, als die Champions League auf die Zielgerade bog, überdeutlich.

Diesen Fehler wollten wir bei der zweiten Konzertreihe nicht mehr begehen und studierten in der Planungsphase die Spielkalender der Primera Division und der UEFA Champions League, um Termine zu vermeiden, die männliche Gewissenskonflikte auslösen könnten. Leider haben wir dabei den spanischen Pokalwettbewerb völlig außer acht gelassen. Da standen nun plötzlich Halbfinalrückspiele für den 26. und 27. Februar an. Und mehr muss ich zu der mysteriösen Terminverschiebung auf den Donnerstag, 28. Februar, nicht mehr erklären.

Auch die Besetzung des Konzerts musste geändert werden. Das angekündigte Ensemble aus Aragón hat sich aus beruflichen Gründen aufgelöst. Die "Camerata Aragón" unter der Leitung des erfahrenen Rolando Prusak war eine junge Gruppierung. Ich mag das, die sind frisch und wollen noch da hin, wo die Etablierten schon lange sind. Nun kann es aber passieren, dass neue, verlockende Angebote auftauchen, und schon sind die Nachwuchskünstler ganz anders über den Kontinent verteilt.

Macht nichts, sagen wir uns, wir sind flexibel. Außerdem fällt es uns zum Glück nicht schwer, mindestens gleichwertigen Ersatz zu finden. Rolando Prusak, gebürtiger Argentinier, ausgebildet in Buenos Aires, Gstaad und Freiburg, war u.a. Schüler von Yehudi Menuhin. Als Solist und Orchesterleiter war und ist er in Nord- und Südamerika sowie in ganz Europa tätig. Violinprofessuren führten ihn von Buenos Aires über Freiburg nach Aragón.

Als Pianisten konnten wir Guido Heinke gewinnen. Bei seinem Werdegang möchte ich etwas weiter ausholen: Studium bei Elza Kolodin, Hans Leygraf, Vitaly Margulis und Fany Solter, Meisterkurse mit Vladimir Ashkenazy und György Sebok, Gaststudium als Liedbegleiter bei Dietrich Fischer-Dieskau, Preisträger der internationalen Klavierwettbewerbe in Jaén/Spanien und Porto/Portugal, Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter im In-und Ausland, so z.B. in Brüssel, Berlin, Rom, und Seoul. Seit 1987 ist er Dozent an der Hochschule für Musik in Freiburg. Rundfunkaufnahmen bei SWR, HR, NDR und DLF. 1996 erhielt er eine Gastprofessur in Südkorea. Seit dieser Zeit hielt er Meisterkurse in Seoul, Pusan und Taegu und gab Konzerte als Solist mit dem Seoul National Symphony Orchestra und dem Korean Chamber Ensemble. Er ist Mitbegründer und künstlerischer Leiter des Markgräfler Musikherbstes, der seit dem Jahre 2000 jeden Herbst in verschiedenen Gemeinden des Markgräflerlandes stattfindet. Namhafte Musiker und Ensembles finden sich zu diesem Anlass zu kammermusikalischer Begegnung zusammen. Seit 2001 erschienen CDs, u.a. mit Solosonaten von Schubert und Brahms und Violinsonaten von Beethoven, Ravel und Franck mit dem jungen Geiger Michael Hsu. Seit 2010 leitet er die Stubenhauskonzerte in Staufen.

Wir freuen uns auf Werke von W.A. Mozart, Johannes Brahms und César Franck.

Das Konzert findet wie gewohnt im Teatro Municipal Circo de Marte in Santa Cruz statt. Beginn ist um 20.30 Uhr, Karten gibt es ab 19 Uhr für € 10 an der Abendkasse.

Mit musikalischen Grüssen

Ihr

Ödi Jonitz
(Kulturbeauftragter)





Ronaldo Prusak




Guido Heinke





Mittwoch 27.02.2013 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0,5 mm - Luftfeuchte 71 % - Luftdruck 1008 hPa

Miguel im Wunderland
Das Luxushotel in Puntallana

Ich glaube es ist einmal im Jahr der Fall, dass wir aus der Zeitung entnehmen können, dass das Projekt um das Luxushotel in Puntallana noch aktiv ist. - Eigentlich dachten wir, im gesamten Zusammenhang mit den vielen Hotelplänen hier auf der Insel, das wäre die allerletzte Idee überhaupt, aber im Gegensatz zu vielen anderen Projekten, auch wie den Golfplätzen, kommt immer mal wieder ein journalistischer Impuls in Sachen Luxushotel in Martín Luis durch. - Unten am Meer soll das entstehen, es gab bereits auch vorbereitenden Maßnahmen der Küstenbehörde, man machte einen Teil des Strandes zugängig, aber insgesamt sieht die Branche eigentlich, wenn wir überhaupt von touristischem Wachstum auf der Insel sprechen wollen, diesen eher auf der Westseite rund um Puerto Naos bis hin nach El Remo. - Berichtet wird aber immer wieder über dieses Hotel und warum das noch nicht steht, das wären ein paar bürokratische Hindernisse, wie es heißt, und da besonders der noch nicht vorhandene lokale Flächennutzungsplan der Gemeinde Puntallana. Der wäre allerdings nur eine Frage der Zeit, der kommt so sicher wie die Elbphilharmonie und noch sicherer und schneller als BER und Stuttgart 21, aber ganz klammheimlich habe ich dennoch meine Zweifel, dass dieses Hotel kommen wird. - Wobei einige Gruppen an Umweltschützern ja eh sagen, das was da projektiert wurde, das ist ja gar kein Hotel, sondern eine Ansammlung an Luxusvillen, die jederzeit auch in ein exklusives Wohngebiet umgewandelt werden kann. - In der Tat besteht das geplante Hotel aus lauter Einzelbauten in der Größe von Wohnhäusern und es wäre nicht das erste Mal, dass jemand den Bau eines touristischen Objektes vorgibt, um nachher eine Wohnsiedlung draus zu machen. - Der Trick oder die Notwendigkeit für solche Geschichten hat den Hintergrund, dass man die Bautätigkeiten dort nur touristisch genehmigt bekommt, nicht aber wenn man vorhat, dort Wohnhäuser zu bauen. - Selbst um die dünnsäuselnden Pläne für vier Golfplätze auf der Insel haben wir solche Bemühungen beobachten können, in dem Dossier für den Golfplatz von Puntagorda wird das sogar relativ offen ausgesprochen, dass sich die touristischen Pläne eigentlich ohne Zweifel auch in urbane Träume wandeln können. Pikant auch noch um die Hotelpläne für Puntallana ist, der Investor ist Miguel Concepción, auf Tenerife mit Baufirmen reich gewordener Palmero, der aber in letzter Zeit auch die Auswirkungen der Krise mitbekommen hat und er seine Fluggesellschaft Islas Airways an den Propeller hängen musste. - Ob der wirklich die Gelder oder die Kreditwürdigkeit noch besitzt, dieses Vorhaben in Puntallana durchzuführen, schließlich nennt man die Summe von an die einhundert Millionen Euro, die man da im Nordosten der Insel anlegen will, das weiß ich natürlich nicht, aber die Banken geben im Moment auf La Palma weder Kredite für touristische Träume noch für nicht wirklich benötigte Siedlungen. - Mir ist überhaupt schleierhaft, wie man angesichts der schlechten Auslastung der bereits vorhandenen Hotelanlagen weiter auf touristisches Wachstum hier auf La Palma setzen kann, wo doch der Alltag eine völlig andere Sprach spricht. - Aber vielleicht erleben wir ja auch ein Wunder, allerdings sind diese in letzter Zeit rar geworden unter der Sparflamme, in welcher unsere bescheidene Inselwirtschaft eher im Dunkeln vor sich hinflackert.





Dienstag 26.02.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0,5 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1009 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Wehe, wenn man uns auf den Zwerg steigt
Autochthones Possenspiel

Manchmal neigen wir zur Kleinkrämerei und haben eine Minderwertigkeitskomplex gegenüber den großen Inseln, so dass wir oft überreagieren. - Es liegt im Wesen eines Insulaners, seine Insel als das Zentrum des Universums zu betrachten, und da ich aus dem Bayrischen Wald komme, sind mir solche Sachen nicht fremd, sondern sogar äußerst nahe. - Ich kann das verstehen, auch im Bayrischen Wald musste man sich immer gegen die "Mingara" (Münchner) psychisch zur Wehr setzen, die vereinnahmen einen auch immer. - Oder glauben wir das nur? - Da steht sich der Insulaner häufig selbst im Weg und achtet fast panisch darauf, dass die "Großen" einem nichts wegnehmen. - Was kann man uns denn schon wegnehmen eigentlich, denn die auf den "Islas capitalinas", wie man hier denn auch sagt, die haben doch alles und brauchen nichts von uns, nicht mal mehr die Kartoffeln, den Käse, den Wein. - Aber an unserer Kultur wird gesaugt, oder noch schlimmer gestohlen, so kommt das hier an, wenn man unsere traditionellen Güter kopiert wie anderswo Doktorarbeiten. - Das ist so beim "Weißen Karneval", den man angeblich nur auf La Palma feiert, was aber geschichtlich gar nicht richtig ist. - Was man nur hier feiert, das ist der "Día de los Indianos", das ist wirklich hier gebacken worden auf La Palma, und einzigartig auf der Welt. - Auf Gran Canaria allerdings, da feiert man das ein bisschen auch so, einen Tag zumindest bewerfen sich auch dort Jecken mit Talkumpulver und hier ist man dann immer aufgebracht und böse, dass die dort unsere Kultur verschandeln oder gar stehlen würden. - Dabei müsste man das doch eigentlich so sehen, stolz könnte man sein, dass man kopiert wird, denn wer nachgemacht wird, der kann doch nicht so verkehrt liegen. - Dior wird kopiert, nicht C&A, BMW wird kopiert, nicht Dacia, also sollten wir uns nicht so haben. - Auch hier feiert man den Karneval, außer am Día de los Indianos, nach dem Vorbild Rios, und wohl fast überall auf der Welt, was wäre denn, wenn die darüber verschnupft wären. - Nun kommt ein weiterer Fall von Kulturblasphemie auf uns zu, und wieder im Karneval und wieder ist es Sodom und Gomorrha, Maspalomas auf Gran Canaria, welches einen tiefen Schnitt in unser Kulturherz schneidet. - Dort gilt als ganz besonderer Höhepunkt eine "Drag-Queen-Gala", auf der die schrillsten Typen in Frauenkleidern um die Gunst des Publikums buhlen. - So dieses Jahr auch wieder, und Frenchy Morgana, der im wirklichen Leben Francisco Cabrera heißt, der sollte besser die kommenden Wochen nicht nach La Palma reisen. - Denn der hat es gewagt, in seiner Vorstellung als Zwerg aufzutreten, wenigsten ein paar Sekunden lang und hat auch zur Zwergenpolka getanzt. - Au Backe, der Zwerg und seine Musik, die sind uns heilig, und wir meinen damit nicht Elton John, damit darf kein Schindluder getrieben werden und für uns hier ist eben der Gebrauch des Zwerges und seiner Musik außerhalb der Insel ein Sakrileg. - Wer es immer noch nicht weiß, der Zwerg, oder besser die Zwerge, die tanzen immer nur alle fünf Jahre auf der großen Bajada de la Virgen de Las Nieves, und zwar zu einer ganz bestimmten Musik und das ist jedes Mal ein ganz besonderes Spektakel, welches es eben nur hier gibt. - Der Ursprung des Zwergentanzes ist aber eigentlich gar nichts sakrales, sondern das war mal eine Parodie auf Napoleon, über den man sich schauspielerisch lustig gemacht hat, während seine Korsaren auch die Kanarischen Inseln bedroht haben. - Also eigentlich gehört das sogar eher noch in den Karneval, als auf eine Niederkunft einer Schutzpatronin, aber wir haben das nicht gerne, wenn man unsere inseleigensten Traditionen anderswo kopiert. - Dabei hat sich Frenchy Morgana gar nicht über den Zwerg oder die Musik lustig gemacht, im Gegenteil, der zeigt im weiteren Verlauf seiner Show noch mehr kanarisches Kulturgut, es ging also eher darum, diese Traditionen lobend hervorzuheben. - Aber nicht mit uns, ob Lob oder Tadel, der Zwerg gehört uns und der Bürgermeister der Hauptstadt hat doch tatsächlich einen bösen Brief verfasst und nach Gran Canaria geschickt, so etwas solle doch nicht mehr vorkommen. - Manchmal sind wir eben Insulaner…




Das Zwergendenkmal am Schiff in Santa Cruz de La Palma




Dienstag 26.02.2013 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1008 hPa

Inselhaushalt einstimmig beschlossen
Vernunft oder das Ende der Demokratie?

Genau kann ich es nicht sagen, aber ich glaube, das ist das erste Mal, dass der Inselhaushalt im Cabildo Insular einstimmig durchgewunken wird. - Dann müsste man ja davon ausgehen, dass dieser Haushalt von übrigens 80,4 Millionen Euro ein richtig großer Wurf ist, aber beim genaueren Hinsehen erkennen wir, dass es eigentlich der gleiche Haushalt ist wie im vergangenen Jahr, mit ein paar kleinen Änderungen. - Der Haushalt ist um 660.000 Euro angewachsen, dieses Geld wird man in die Schaffung von Arbeitsplätzen stecken, also nicht mal ein Prozent, und da sind wir auch schon dabei, warum es die Zustimmung der Opposition in Form der Partido Popular gegeben hat. - Die hatten das gefordert, das hat man so übernommen, den Haushalt einfach um diesen Betrag aufgestockt, und schon gibt es eine berauschende bis erschreckende Einstimmigkeit in der höchsten Inselkorporation. - Die Frage ist wohl erlaubt, gibt es nun wirklich, angesichts der deutlichen Krise eine große Koalition der Vernunft, ist das eine heimliche Übernahme von Regierungsgeschäften der Partido Popular, oder ist die Demokratie bei uns am Ende, weil es sowieso nichts mehr zu verteilen gibt. - Ich weiß es nicht genau, aber wem kann man den da noch trauen, wenn selbst die Opposition sagt, es war einfach nichts anderes möglich unter diesen Umständen und wir haben mit den 0,8% des Inselhaushaltes wenigstens unsere Aufgabe erfüllt und etwas für die Stimulation des Arbeitsmarktes beigetragen. - Gut, das sind alles Sparhaushalte, an die 25 Millionen weniger als noch in den guten, oder sollen wir besser sagen wahnsinnigen Zeiten, in denen man Eigentumswohnungen von den Banken zu einhundert Prozent finanziert bekam und noch ein Auto auf Kredit oben drauf. - Personal und soziale Dienste, diese beiden Posten fressen den Inselhaushalt fast komplett auf und da wundert es eben nicht, wenn für andere Dinge, und besonders hierbei die notwendigen Investitionen, welche als einzige dafür sorgen könnten den Arbeitsmarkt wieder zu beleben, auf halber Strecke bleiben. - Aber man hat den Posten Investitionen etwas anheben können, auf nunmehr immerhin sechs Millionen Euro. - Fast witzig ist, das man uns erklärt, man würde gerne neun Millionen Euro an Investitionen ausgeben, aber man müsse ja drei Millionen Zinsen an die Banken bezahlen und könne das somit nicht tun. - Da hat man sich entweder verplappert, oder Glasnost ist eingezogen ohne dass wir das anderswo bemerkt hätten, und der Tenor dieses Inselhaushaltes 2013 ist: Man hat eben das getan, was machbar war. - Stimmt, so weit sind wir gekommen, die Opposition erkennt, dass auch sie hätte nichts anders machen können, wir schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, gehen alle zusammen in die Kirche und übergeben unser zukünftiges Schicksal den höheren Mächten, denn wir können nichts mehr tun. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da hatte man mal Angst hier, die Kirche könnte sich zu sehr in den politischen Alltag einmischen. - Weit gefehlt, diese Angst ist völlig unbegründet, eher anders herum, die Politik flüchtet sich in die Erkenntnis, dass es eine größere Macht gibt als ihre eigenen Fähigkeiten und gibt in nur unzureichend kryptischer Form zu, denn wir wissen nicht mehr, was wir tun. - Gut, ich habe auch keine Antworten, welche uns aus dem Stand auf die Schultern unseres Schattens ziehen, aber verkauft mir Agonie und Unfähigkeit nicht als zeitgemäße Vernunft.



Montag 25.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1010 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Es lebe die Planwirtschaft
Bei den Kartoffeln

Nun geht es schon wieder um die Kartoffeln. - Aber das jetzige Thema ist eine Nachricht wert, denn es ist eine gute Nachricht für die Landwirtschaft auf dieser Insel, zunächst mal beschränkt auf den Bereich Kartoffeln. - Endlich kommt die Planwirtschaft auf die Insel, und ich weiß, bei vielen von Ihnen zuckt das jetzt in der linken Pobacke, aber Ihnen muss nun gar nicht kolchosig werden, das hat alles seine Richtigkeit. - Mit der Planwirtschaft meinen wir den wichtigen Schritt, dass der Markt den Landwirten sagt, wann, welches Produkt gebraucht wird und den Bauern auch gleichzeitig garantiert dafür, dass er das Produkt auch los wird. - So kann nur ein Geschäft für alle daraus werden und viele, viele Jahre haben wir das gepredigt, dass eine Wertschöpfungskette zwar in der Produktion anfängt, allerdings vom Verkauf aus geplant werden muss. - Als Planer bietet sich Tomás Baretto an, er betreibt die ganzen Sparläden und Supermärkte hier auf der Insel, und hat neben dem Ruf, ein knallharter Geschäftsmann zu sein, auch immer noch einen Hang und Bezug zu "seiner" Insel. - Ich weiß, in vielen Kreisen ist der Mann nicht wirklich sehr beliebt, er hat mächtigen Einfluss in vielen Bereichen, aber mal ganz ehrlich, für solch ein Projekt ist er genau der Richtige, denn er weiß, wie man Hindernisse aus dem Weg räumt. - Sicher wird es sich für Ihn auch lohnen, alleine die Werbung für seine Läden, welche damit noch mehr positiven "Lokalfaktor" verströmen, kann sich sehen lassen. - Mit im Bund ist der Rat für Landwirtschaft des Gobierno de Canarias, mit Juan Ramón Hernández an der Spitze, ähnliches Kaliber wie Tomás Barreto, allerdings auf der politischen Schiene und natürlich auch die Inselregierung, mit der erstarkten Guadalupe Taño an der Spitze, die inzwischen Parteichefin der Coalición Canaria für La Palma geworden ist. - Man kennt sich, man ist unter sich, und wenn etwas Gutes dabei herauskommt, dann applaudiere ich diesem Amigoverein sogar. - Weiter arbeitet die "COAG" (Coordinadora de Organizaciones de Agricultores y Ganaderos) mit, der Dachverband der landwirtschaftlichen Organisationen, die "COCAMPA" (Sociedad Cooperativa del Campo Palmero) und eben der Spar. - In der Presseerklärung hört sich das alles deutlich salbungsvoller an, als ich das rüberbringen will, aber ich finde es sehr richtig das zu versuchen und wenn wirklich die beiden Ziele gelingen, den Konsum heimischer Produkte zu steigern und den Landwirten Zukunftssicherheit zu bieten, dann sollten wir das auch unterstützen, in dem wir die Kartoffeln dann eben beim Spar kaufen, oder auf dem Bauernmarkt, auf jeden Fall, Knollen von hier. - Auch verspricht man in der Presseerklärung den Landwirten einen fairen Preis zu zahlen für die abgelieferten Kartoffeln, allerdings steht da nicht, wie viel das sein wird, und an anderer Stelle wird aber behauptet, man garantiere dem Landwirt eine festen Preis. - Nun, warten wir ab, wie sich das entwickelt und sprechen dann mit Landwirten, welche da mitmachen, dann können wir uns ja einen guten Überblick verschaffen, ob das wirklich funktioniert. - Langfristig sollte man das natürlich auch mit anderer landwirtschaftlicher Produktion machen, und vielleicht schließen sich ja andere Supermärkte der Sache auch noch an, dann könnte man viel erreichen, um die heimische Landwirtschaft wieder zu stärken.



Montag 25.02.2013 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1013 hPa

Heiliger Sankt Asphaltian
Verschon´ mein Haus, stink andre an

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da hat niemand nachgefragt, wenn jemand ein Asphaltwerk irgendwo hingestellt hat. - So stand das polemische Werk, welches heute im Industriegebiet von Los Llanos steht und auf eine Betriebsgenehmigung wartet, neben der Hauptstadt Santa Cruz, in Maldonado, und sorgte seinerzeit dafür, dass für den Bau der Umgehungsstraße genügend Asphalt zur Verfügung steht. - Man hatte damals eine Genehmigung für zwei Jahre, die man reichlich überzog und schließlich brachte man das Ding nach Los Llanos. - Hier will das Werk aber auch niemand haben, und das Gesetz verbietet das sogar, denn im Umkreis von 2.000 Metern dürften eigentlich keine Siedlungen stehen und das Verwaltungsgericht in Tenerife hat das auch in einem Urteil bestätigt. - Allerdings hat der Betreiber der Anlage Einspruch gegen dieses Urteil eingelegt, also müssen wir weiter abwarten, auch wenn die Anwälte des Betreibers fordern, dass man nun die Betriebsgenehmigung doch erteilen sollte. - Irgendwie schwachsinnig die Erklärung, weil nun ein Gerichtsurteil gegen den Betrieb der Anlage da ist, und man Einspruch eingelegt hat, soll jetzt die Betriebsgenehmigung her. - Die Bürgermeisterin spielt dabei eine extrem undurchsichtige Rolle, auch wenn die Spitzen der Partido Popular der Insel sich längst gegen den Betrieb der Anlage dort in Los Llanos ausgesprochen haben, ist es immer noch denkbar, dass Noelia García dennoch diese Genehmigung erteilt. - Dabei ist es, nach Aussagen von Personen, welche sehr nahe am Geschehen sind, nicht unbedingt so, dass die Bürgermeisterin irgendwelche Vorteile hätte wenn die Anlage läuft, es scheint eher eine Charakterfrage zu sein, so aus Trotz und sturem Willen. - Ich kann das aber nicht bestätigen, ich kenne sie zu wenig um solche Vermutungen zu unterstützen. - Wohl klarer ist die Haltung des Koalitionspartners der Sozialisten in Los Llanos, dem wir, natürlich neben der Bürgerplattform gegen das Asphaltwerk am Callejón de La Gata es zu verdanken haben, dass das Werk noch nicht läuft, denn der hat längst gedroht, die Koalition hinzuwerfen, wenn die Bürgermeisterin die Betriebsgenehmigung erteilt. - Das würde bedeuten, dass Noelia García dann wahrscheinlich ihren Bürgermeisterposten los wird, und wenn das kein Grund zum Stillhalten ist? - Nun ist man auf der Suche nach einem alternativen Standort und seitens der Partido Popular hat man den auch schon gefunden, in Fuencaliente. - Dort steht bereits ein Asphaltwerk, das einzige, welches im Moment auf der Insel in Betrieb ist, das der Firma Lopesan, und dort hat die Inselregierung ein ziemlich großes Grundstück, und dort will man das bisschen an Schwerindustrie, was die Insel denn überhaupt braucht, auch hinbringen. - So ganz einfach ist das aber auch nicht, auch wenn sehr viel weniger Menschen dort wohnen, es sind aber dennoch nur anderthalb Kilometer zu den nächsten Siedlungen, es könnte also auch wieder Ärger geben. - Und sowieso, die Gemeinde ist dagegen, das lässt uns nun Gregorio Alonso wissen, der Bürgermeister der kleinen Südgemeinde, man wolle nicht die ganzen Industrien haben, die andere auch nicht wollen, dazu sei man nicht gewillt. - Na, da wäre wir ja niemals drauf gekommen, deshalb sucht man ja auch ein Gelände, auf dem die Inselregierung das Sagen hat. - Vielleicht muss man letztendlich doch dazu übergehen und dieses Asphaltwerk temporär dort aufstellen, wo Großbaustellen betrieben werden, und danach einfach weiterziehen, so dass man die mögliche Belastung auf einen gewissen Zeitraum begrenzt. - Wobei man eben im Moment sowieso keine Großbaustellen mehr zu bedienen hat, und das eine, in Betrieb befindliche Asphaltwerk komplett ausreicht, den jetzigen Bedarf zu bedienen. - In Sachen Asphalt immer noch nichts Konkretes, außer dass wir nun wissen, dass es niemand haben will. - Hätte ich Ihnen aber auch vorher sagen können…





Sonntag 24.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 21,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Drei Monate Winter ohne Regen
Aber die Insel ist trotzdem grün

Wir müssen aber immer wieder betonen, das mit dem kein Regen, das betrifft die Westseite und hier besonders das Aridanetal, denn im Osten und im Norden sind wohl Niederschläge gefallen. - Es sind zwar noch ein paar Tage hin bis März, und auch wenn die meteorologische Situation nicht komplett klar ist, sind sich die Institute einig, bis März wird kein Regen mehr fallen. - Allerdings wandert das, was wir sonst das Azorenhoch nennen, nun deutlich nach Osten, schiebt sich über den europäischen Kontinent und lässt auf seiner Westseite dann Platz, dass sich ein nachfolgendes Tief auch bis in unsere Breiten austoben kann. - Das ist für die ersten Märztage so vorgesehen, allerdings steht das noch nicht ganz fest. - Was nun für den Tourismus eigentlich eine gute Nachricht ist, drei Monate ohen Regen, wird in der Landwirtschaft langsam zum Problem, denn es muss reichlich gegossen werden und das Wasser wird zwar noch nicht knapp, aber bereits teuer. - Bei den Bananen rechnet man eh schon immer damit gießen zu müssen, aber bei den Kartoffeln zum Beispiel ist das anders, die kommen im Winter meist ohne Bewässerung aus, aber nun eben nicht und werden damit noch teurer als eh schon aufgrund der kleinen Felder und der aufwendigen Handarbeit. - Wenn man dann auch noch gegen globale Knollen im Supermarkt anstinken soll, dann verliert unser Tuberkel gewaltig, denn es lohnt gar nicht unsere Kartoffeln anzubauen, wenn man nicht mindestens einen Euro für das Kilo bekommt. - Und wenn man viel gießen muss, dann reicht das wahrscheinlich auch schon gar nicht mehr aus. - Im Super allerdings bekommen wir britische oder auch dänische Kartoffeln deutlich günstiger, also muss man seine Insel schon sehr lieben, wenn man immer die eigenen Knollen will. - Dabei tut sich der Deutsche allgemein ein bisschen schwer mit den hiesigen Kartoffeln, denn hier bevorzugt man ausgesprochen die weißfleischigen britischen Sorten, die äußerst mehlig sind und sich nur schlecht zu Salzkartoffeln oder gar für den Kartoffelsalat eignen. - Aber das ist eben so Tradition, die Saarkartoffeln kommen allesamt aus Großbritannien oder Irland, und wenn man da mal eine Spunta erwischt, dann ist das schon so ziemlich die gelbste Kartoffel im Angebot. - Ein Lieferant sagte mir, aus phytosanitären Gründen sei das so, man dürfe gar keine Saatkartoffeln vom mitteleuropäischen Kontinent kaufen, wobei ich mir vorstellen könnte, dass es auch gar kein Interesse gibt, die Lieferanten zu wechseln. - Dabei kommt immer wieder auch eine lustige Geschichte durch, die ich vor Jahren schon mal erzählt habe, aber vielleicht haben Sie die ja auch schon wieder vergessen. - Früher, als alles anders war und nur manches besser, da waren die Saatkartoffeln meist der Sorte King Edward, die es sowohl mit roter Haut wie auch mit gelber Haut gibt. - Dann kam auch mal ein Schwung ganz billiger Saatkartoffeln an, und jeder riss diese den Landhändlern aus den Fingern, weil eben so günstig. - Die Sorte hieß "autodate" das stände so auf den Säcken, und wer Kartoffeln anbaut, muss nicht unbedingt Englisch können, denn auf den Säcken stand "out of date", die waren bereits aussortiert worden in England, weil zu alt. - Wobei es wirklich eine Kartoffelsorte gibt die "up to date" heißt, aber das ist eine andere Geschichte. - Jetzt wollte ich übers Wetter reden und erzähle Kartoffelgeschichten, so ist das halt am Sonntagnachmittag. - Meine Kartoffeln brauchen auch Wasser, wir haben Spunta gepflanzt, was Gelberes haben wir nicht bekommen und schauen jetzt mal, wie oft wir noch gießen müssen, bis wir die Dinger aus der Erde ziehen können. - Anfang März könnte es regnen, auch wir hoffen das inzwischen, nicht nur wegen unserer Kartoffeln, denn noch zehrt die Insel und die Wälder von dem vielen Niederschlägen im Oktober und November, aber das bleibt nicht mehr lange so und ich darf daran erinnern, dass auch der letzte Winter bereits eine Wasserschuld hinterlassen hat.



Sonntag 24.02.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1017 hPa

Brandstifter nur auf Tenerife?
Vier Festnahmen auf der Nachbarinsel und bei uns nicht eine

Im vergangenen Sommer spielten die Waldbrände auf La Gomera, Tenerife und La Palma eine herausragende Rolle, nicht nur abwechselnd, sondern sogar gleichzeitig brannte es auf allen drei Inseln. - Man geht ohne Zweifel davon aus, dass alle diese Feuer von Menschen provoziert wurden, wobei nicht in allen Fällen klar ist, ob absichtlich, oder fahrlässig, ob also Brandstiftung die Ursache war, oder die dumme Angewohnheit, eine noch brennende Kippe aus dem Auto zu werfen. - Die schlimmsten Auswirkungen hatte ja leider das Feuer auf La Gomera, wo man trotz allergrößter Anstrengungen nicht verhindern konnte, dass der Brand auch in den Nationalpark und das Valle Gran Rey eingedrungen ist und heftige Zerstörungen angerichtet hat. - Wobei man auch noch bestätigen muss, dass es auf La Gomera auch noch zu einer folgenschweren Fehleinschätzung der Lage bei der Brandbekämpfung gekommen ist. - Obwohl man ganz genau wissen konnte, dass eine neue Hitzefront mit heißen Winden bevorsteht, hatte man Löschflugzeuge vom Festland bereits wieder zurückgeschickt, weil man fälschlicherweise davon ausgegangen ist, die Lage bereits im Griff zu haben. - Das führte im weiteren Verlauf dazu, dass das bereits besiegt geglaubte Feuer erneut angefacht wurde und noch viel größer und vernichtender wütete, als im ersten Abschnitt des Brandes. - Auch hier wurde niemand zur Verantwortung gezogen, obwohl klar ist, dass man, wohl auf höchster politischer Ebene der Inselregierung falsch gehandelt hat. - Auf Tenerife gab es mehrere Brände, unter anderem auch einen großen Flächenbrand, der letztendlich dazu führte, dass bei uns auf der Insel ein Feuer, welches man eigentlich in Stunden hätte kontrollieren können, zu einem Großbrand wurde. - Unsere beiden Löschhubschrauber, die beiden im Sommer hier stationierten Sokol der "BRIF", wurden nach Tenerife beordert, das war gegen 10:00 Uhr morgens, und nur eine Stunde später, begann oberhalb El Pasos ein Feuer an der "Montaña Enrique" und kein Löschhubschrauber war da, welcher das zunächst sicher kontrollierbare Feuer hätte bekämpfen können. - Erst gegen Nachmittag kam ein Hubschrauber, aber viel zu spät, da hatte sich das Feuer bereits so weit ausgebreitet, dass nur noch Gegenfeuer mit Hilfe einer sich ändernden Windrichtungen das Feuer am kommenden Tag stoppen konnten. - Die Vermutung um Brandstiftung liegt nahe, gerade eine Stunde waren die schützenden Hubschrauber weg, schon brennt es, allerdings gibt es hier bei uns keine Festnahmen oder auch nur konkrete Vermutungen, wer denn dieses Feuer gelegt haben könnte. - Nur ein paar Wochen später kam es dann auch noch zu dem Brand in Mazo, auf der Ostseite, welcher noch viel mehr Fläche erreichte, als das Feuer in El Paso, und auch dort gibt es keine Festnahmen oder Beschuldigte, so dass wir mit der Unsicherheit weiterleben müssen, dass solche Feuer im Sommer jederzeit wieder geschehen können. - Auf Tenerife gibt es nun in den letzten Monaten vier Festnahmen zu melden, allesamt wegen Brandstiftung im vergangenen Sommer, nachdem die Polizei monatelang ermittelt hatte. - Ein Fall ist dabei besonders interessant, weil es eben genau das Feuer betrifft, warum unsere beiden Hubschrauber nach Tenerife geschickt wurden, und da hat man einen zweiundfünfzigjährigen Mann festgenommen, der aus seinem Auto eine noch brennende Kippe geworfen hat, welche dazu geführt hat, dass 6.512 Hektar im Süden der Insel abgebrannt sind. - Wie die das ermittelt haben, das steht da nicht genau, und nun muss abgewartet werden, wie denn die Justiz die Sache aufnimmt. - Bei uns hat man mehrfach über Verdachtsmomente gesprochen, auch griff man mal eine Frau in Breña Alta auf, die kleine Feuer gelegt haben soll, aber was daraus geworden ist, das haben wir nicht weiter in Erfahrung bringen können, es bleibt also vorerst im Dunkel, wer hier auf unserer Insel die Feuer gelegt hat. - Allerdings wissen wir auch, dass immer noch ermittelt wird, und vielleicht ermutigen ja nun die Festnahmen auf Tenerife die palmerischen Kollegen auch zu weiterer Anstrengung. - Denn wir würden schon gerne vor dem nächsten Sommer wissen, was denn eigentlich im vergangenen Sommer so passiert ist.




Einer unserer "Gelben Engel" von der "BRIF" (Brigadas de Refuerzo de Incendios Forestales) aber wenn die gerade auf Tenerife sind, dann nützen die uns wenig




Samstag 23.02.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 17,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Plaudereien am Samstagabend
Wirres und zusammenhangloses Zeug

Kalt ist es heute, die Sonne ist bislang komplett an ihrer hoheitlichen Aufgabe gehindert worden, die Insel zu wärmen, durch eine reaktionäre Wolkenschicht. - Gestern noch schönster Sonnenschein, heute die Wolken und eine Erklärung finde ich dafür nicht und eigentlich ist es ein Abend, um mal dem Kamin wieder Feuer zu geben. - Sicher, das ist Jammern auf hohem Niveau, aber wir sind halt verpimpelt hier und alles unter 20 Grad findet bei uns keine Zustimmung. - Es muss aber überall auf den Kanaren heute frisch sein, in einer der mehrmals täglich stattfindenden Telefonkonferenzen mit unserer älteren Tochter mussten wir uns auch aus Las Palmas Klagen anhören, dass es zu kalt gewesen wäre am Strand. - Die Coalición Canaria macht nun den Vorschlag, aus den Kanaren, oder vielleicht sogar nur La Palma ein Steuerparadies zu machen, anders könne man uns wohl nicht mehr retten. - Den zweiten Teil des Satzes habe ich angefügt, denn so werte ich das mal aus, dass die nach ihren vielen Jahren wohlfeiler Lobbyarbeit als Partei den Kuchen nicht nur verteilt, sondern auch schon aufgegessen haben, und nun muss Geld von außen nach La Palma gepumpt werden, am besten Schwarzgeld aus aller Welt, um das wir uns dann kümmern können und vom bösen Fiskus außerhalb unserer Insel beschützen. - Vielleicht würde das sogar klappen, man hört ja tolle Dinge aus anderen Finanzparadiesen, aber ich fürchte, oder vielleicht besser hoffe doch mal, dass Europa sich keine neue Fluchtburg für finanzamtmüde Firmen und Superreiche leisten will. - Gerard Depardieu hätte dann aber nicht Russe werden müssen, sondern Palmero und Michael Schuhmacher würde auch hier bei uns wohnen und so manche andere auch. - Eine Spanierin gewinnt den Abfahrtslauf der Damen in Méribel, und ich hatte den Namen dieser Frau noch nicht einmal vorher gehört, Carolina Ruiz Castillo macht Spanien Ehre und ich glaube den allermeisten geht es hier genau so wie mir, denn Wintersport findet in Kanarischen Gazetten so gut wie niemals statt. - Vielleicht ändert sich das ja jetzt, und wenn ich daran denke, wird mir gleich noch kälter. - Noch kurz zur Lokalpolitik, die Coalición Canaria in El Paso greift nun den regierenden Gemeinderat von PP und PSOE an, man würde zu viel Gehälter für Bürgermeisterin und die fünf Stadträte ausgeben. - 208.000 Euro im Jahr sei zu viel für eine Gemeinde mit nicht einmal 8.000 Einwohnern. - Das wird sich sowieso ändern, die Gemeindereform wird wohl die Zahl der Stadträte auf drei begrenzen in Gemeinden die unter 10.000 Einwohner haben. - Interessant allerding ist an der Kritik, dass vor zwei Jahren noch die Coalición Canaria am Drücker war, und die sogar einen Stadtrat und eine Vertrauensperson mehr hatten und 274.000 Euro im Jahr für politische Löhne und Gehälter ausgegeben haben. - Fast zum Schluss noch zum zigsten mal die Erklärung der Partido Popular, über die baldige Wiedereröffnung des Meeresmuseums am alten Leuchtturm von Fuencaliente. - Dieses Museum, welches der marinen Schutzzone La Palma angegliedert ist, wurde aus Sparmaßnahmen geschlossen, was uns hier natürlich nicht gefällt. - Jeden zweiten Monat nun lässt man seitens der Partido Popular, welche eben für staatliche Einrichtungen "zuständig" ist, da sie in absoluter Mehrheit in Madrid das Sagen haben, eine Presserklärung raus in der es heißt, in den kommenden Monaten würde dieses Museum wieder eröffnet. - Mögen sie kommen die Monate, möglichst nicht mehr allzu viele. - In Santa Cruz hat man sich nun einen Kranwagen mit einem Personenhebekorb gekauft, einen gebrauchten, aus Barcelona. - Der hat 25.000 Euro gekostet und soll nun ein Leihfahrzeug ersetzen, für welches man bislang 50.000 Euro im Jahr bezahlt hat. - So einfach ist Sparen, und warum hat man das nicht schon früher gemacht? Diese Insel ist voller Überraschungen, mal das Wetter, mal ein Kranwagen, es ist wirklich wirres und zusammenhangloses Zeug.




Weggegangen, Platz vergangen! - Wenn es draußen kalt ist, sind die Katzen drin, ist doch logisch




Samstag 23.02.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1018 hPa

Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem greifen
13,7% weniger für Medikamente ausgegeben innerhalb der letzten zwei Jahre

Das verkündet man als positives Ergebnis mehrerer Maßnahmen, welche man im kanarischen Gesundheitsdienst angewandt hat, um eben die Ausgaben für Medikamente zu drosseln. - In der Tat greift man hier sehr schnell zu Medikamenten, was nicht immer nur an der Art vieler Ärzte liegt ihren Beruf zu begreifen, sondern oft sind es die Patienten selbst welche glauben, je mehr Medikamente man nehme, um so schneller und besser würde eine Krankheit behandelt werden. - Der Gesundheitsdienst selbst sieht es natürlich zunächst nur als Kostenfaktor, und sicher muss ich nicht erneut erwähnen, dass wir hier alles erdenkliche unternehmen, in sämtlichen Sparten zu sparen, um unsere Hausaufgaben innerhalb der Krise zu machen. - Man verschreibt nur noch den Wirkstoff, in der Apotheke wird dann automatisch per Computer ermittelt, welches Generikum momentan für den geringsten Preis angeboten wird und auch kann man nicht mehr Medikamente für mehrere Monate horten, sondern man erhält immer nur eine Monatsration und muss dann erneut in die Apotheke gehen. - Auch sind die Ärzte in den Gesundheitszentren angewiesen worden, bei den Medikamentenverschreibungen sparsam zu sein, auch das gibt man als positives Maßnahme an, man sei auf dem richtigen Weg. - Die andere Seite sieht aber so aus, dass Patientenverbände klagen, es seien inzwischen ganze Medikamentengruppen, welche nicht mehr auf Rezept zu erhalten sind, also ganz vom Patienten bezahlt werden müssen und viele Patienten würden inzwischen darauf verzichten, alle vom Arzt verordnete Medikamente von der Apotheke auch abzuholen, da man bei einer Zuzahlung von 40% auf der Patientenseite auch schon mal kräftig in den Geldbeutel greifen muss. - Gut, Arbeitslose und Rentner bezahlen nur 10% Zuzahlung, aber wer ein normales, und damit kleines Gehalt hat, also so rund um die 1.000 Euro im Monat verdient und damit eine Familie durchbringen muss, dem schlottert bei 40% wohl die Geldbörse und dann verzichtet man lieber auf die Cholesterinsenker oder andere teure Medikamente. - Dass auch andere Sparmaßnahmen funktionieren, das erfahren wir allerdings nicht über Presseerklärungen sondern am eigenen Leib. Die Wartezeiten um an einen Facharzt zu kommen, welcher von öffentlichen Gesundheitsdienst bezahlt wird, die sind inzwischen so lange, dass sich jeder der es kann, dann an einen privaten Arzt wendet, der übrigens oftmals vormittags Dienst im Krankenhaus macht und nachmittags, oder abends, für cash seine Patienten privat behandelt. - Wir wollen nicht sagen, dass das gezielt ist, die Wartezeiten zu verlängern, dass man Patienten zu den Privatärzten treibt, aber es wird mindestens hingenommen, dass es diese Bewegung gibt.- Also, krank werden war niemals angenehm, es wird aber immer lästiger und unbequemer, da Patienten einfach ein störender Kostenfaktor innerhalb der Krisenbewältigung sind und wir Politiker am Ruder haben, und leider keine Fachleute.



Freitag 22.02.2013 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 21,7 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Universität La Palma
Man darf doch mal träumen

So ein ganz kleines bisschen haben wir ja schon, denn man kann inzwischen die Ausbildung zur Krankenschwester auf La Palma machen, im alten Krankenhaus, und diese Ausbildung ist bei uns ein Hochschulstudium. - Der ganz große Traum wäre natürlich, komplette Fakultäten hier zu haben und davon träumen wir seit ganz vielen Jahren, aber mehr als die Schule für kranke Schwestern haben wir nicht bekommen. - Unser Gedanke war immer, dass man Studien mit der einzigartigen Landschaft dieser Insel verknüpfen könnte, also Geologie, Biologie und alles mögliche rund um den Umweltschutz. - Aber auch neue Technologien im Zusammenhang mit Energiegewinnung oder letztendlich sogar Physik, wegen der Observatorien, uns fällt schon einiges ein, was man hier auf der Insel lehren und dabei gleich die Praxis mit einbinden könnte. Allerdings wird es wohl ein Traum bleiben eine eigene Universität aufstellen zu können, sowieso in den Zeiten, in denen auch am Bildungsetat kräftig gefeilt wird, aber man kann man mit den beiden bereits auf den Kanaren niedergelassenen Universitäten einiges anstellen und da gibt es nun wieder konkretere Kontakte gerade zur Universität Las Palmas de Gran Canaria. - Man darf natürlich nicht jede Presseerklärung gleich als bereits geglücktes Unterfangen interpretieren, aber wir dürfen einfach mal davon ausgehen, dass man in der Inselregierung begriffen hat, dass es eine interessante Sache wäre, wenn man auf der Insel Studienfächer anbieten könnte. Anselmo Pestana, der zweite Mann hinter der Inselpräsidentin und zuständiger Inselrat für neue Technologien lässt uns wissen, dass er mit dem zuständigen Mann der Uni Las Palmas für Ingenieurswesen verhandelt hat, und man dort durchaus bereit wäre, den Faden weiter zu spinnen um irgendwann mal auf der Insel eine Zweigstelle der "EIIC" (Escuela de Ingenieros Industriales y Civiles) (Schule für industrielle und zivile Ingenieure) zu haben. - Wann, wo, wie viele, das ist natürlich noch nicht auf der Tagesordnung und sicher kann ich auch nicht ausschließen, dass man dem Anselmo Pestana nicht in Wirklichkeit einfach nur auf die Schulter geklopft hat seitens der Uni nach dem Motto, träum´ mal weiter, aber jedes Unterfangen in diese Richtung und was junge Leute hier auf die Insel lockt, oder bescheidener gesagt, auf der Insel hält, das kann uns nur recht sein. - Einen Chapeau holen wir dennoch nicht gleich raus, denn er macht ja nur seine Arbeit, oder sollen wir heute schon vor Politikern den Hut ziehen, nur weil sie was tun, und nicht gerade bescheißen? - Nein, ein bisschen mehr Erwartung haben wir da doch noch, und wieder mal zeigt sich, dass der Siebold innerhalb von Stunden vom schimpfenden Choleriker zum träumenden Naivling werden kann…



Freitag 22.02.2013 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1017 hPa

Der Fleischer meines Vertrauens
Und warum meine Tochter Recht hat

Die Geschichte um das Pferdefleisch ist nun auch auf den Kanaren angekommen und noch ist es nicht ganz klar, ob denn auch auf La Palma von der einen Tonne vorgeformter Hamburger, die auf den Kanaren verkauft wurden, etwas gelangt ist. - Eine kanarische Firma hatte 7.000 Hamburger bei einer Firma in Alicante gekauft, und zum Teil auch bereits in die Gastronomie ausgeliefert. - Die Firma hat von sich aus bereits ihre Kunden kontaktiert, damit will man verhindern, dass diese Hamburger auch verzehrt werden, wobei das eigentlich auch egal ist, denn ein gesundheitliches Problem gibt es ja mit diesem Produkt überhaupt nicht. - Die Firma aus Alicante bezog wiederum die Hamburger aus Irland, und die hatten das Fleisch aus Polen, und danach weiß keiner mehr, woher denn die Polen das Fleisch hatten. - Globalisierung in reinster Form und wie aus einer spöttischen Maske spukt uns unser eigener Geiz ins Gesicht und führt uns vor, wo wir denn angekommen sind, mit unserer dauernden Forderung nach billig. - Natürlich sind die primär Schuldigen die Firmen, welche irgendwo in der idiotischen Weltreise der Fleischpartikel, auf der sich zu dem Rind auch noch Pferdefleisch gesellt hat, aber warum man solchen Dreck überhaupt verkaufen kann, das sollte doch auch mal die Frage sein. Die Geschichte ist traurig, lustig und eigentlich auch lehrreich, wenn wir denn endlich begreifen würden, dass Qualität einen ganz bestimmen Preis hat und man den auch bezahlen muss, sonst lässt man ja seinem Gegenüber gar keine Möglichkeit, sauber zu arbeiten. - Das ist eigentlich logisch und ganz einfach zu verstehen, wer ein Brathähnchen für 1,99 kauft, der sollte mit dem noch tiefgefrorenen Huhn erschlagen werden, wenn er sich über mangelhafte Qualität beschwert. - Im Umkehrschluss stimmt aber auch nicht alles, nicht immer ist teuer besser oder wertvoller, man muss eben sehr genau hinsehen und besonders auf Kontinuität achten. - Gut, dass es immer noch die paar Fleischer "Ihres Vertrauens" gibt, die man kennt und wo man lokale Rinder und Schweine kaufen kann, bei denen der Fleischer selbst noch weiß, wo sie denn herkommen, da der nahe Schlachthof die armen Kreaturen bringt, die unsere Fleischeslust befriedigen sollen. - Wir kaufen seil langem nur noch dort, bei Alejandro, kann sein, dass das ein bisschen teurer ist als beim globalen Kollegen im Supermarkt, aber da wir eh wenig Fleisch essen, fällt das im monatlichen Haushalt überhaupt nicht auf, aber wir können sicher sein, dass wir genau das essen, was wir auch bestellt haben. - Der nächste Schritt in der Geschichte wäre eben der meiner jüngeren Tochter, die seit nunmehr zwei Jahren überhaupt kein Fleisch oder Fleischprodukte mehr isst, aber so weit bin ich noch nicht, da mir der Wurstzipfel und das Schnitzel eben immer noch näher sind als die Moral, aber irgendwie muss ich ihr argumentativ einfach Recht geben. - Dabei sind bei ihr die Gründe weniger kompliziert gestrickt, sie will einfach nichts töten, um selbst zu leben, und da gibt es wohl keine andere Einstellung als diese. - Respekt, vor so viel Geradlinigkeit muss man den Hut ziehen, auch wenn ich selbst dem Beispiel noch nicht folgen will. - Das Pferdefleisch ist auch auf den Kanaren angekommen und wir alle sollten uns gut überlegen, ob wir denn weiter dieser globalen Verarschung aufsitzen wollen welche uns vormacht, dass alles möglich ist und vor allem billiger geht. - Immer, wenn wir wieder mal auf Schnäppchenjagd sind, oder andere "herunterhandeln" wollen, wiehert irgendwo ein ziemlich globalisierter Gaul und es ist erschreckend auffällig, wie gerade diejenigen, die immer billig, und Geiz ist geil rufen gerade die Ersten sind, die vor Empörung aufschreien, wenn man ihnen mal wieder ein Pferd aufgebunden hat.



Donnerstag 21.02.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 17,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Flughafenbetreiber privatisiert Parkhäuser
Man will den Dienst besser, effizienter und billiger machen

Fragt sich nur für wen. - Von gleich 32 Flughäfen in Spanien will der staatliche Flughafenbetreiber, die "Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea", meist nur kurz AENA genannt, die Parkhäuser an einen privaten Betreiber übergeben und hat diese Dienstleistung auch bereits zur Ausschreibung gebracht. - Nicht ganz genau habe ich in der Presseerklärung verstanden, ob man denn eine Firma sucht, welche alle 32 Flughafenparkhäuser betreut, oder ob man sich einen aussuchen kann. - Ersteres scheint mir aber der Fall zu sein. - Die Verträge sollen dann zunächst für fünf Jahre gehen, mit einer zweimaligen Gelegenheit zur Verlängerung, und dann muss neu ausgeschrieben werden. - Sie Sache mit dem Parken hier auf La Palma ist sowieso eines der Lieblingsthemen der Öffentlichkeit im Moment, wir gewöhnen uns nur langsam daran, dass man für das Parken bezahlen muss, aber Andere sind längst schon weiter und wissen, dass das ein Geschäft sein kann. - Das mit dem Geschäft, das war halt bislang nicht die Geschichte um die Parkhäuser an den Flughäfen, sondern eher ein notwendiges Übel, aber man kann eben keinen Flughafen hinstellen, wenn man keine Parkplätze zur Verfügung hat. - Will man das nun privatisieren, dann muss das schon ein Geschäft werden, denn sonst macht das ja keinen Sinn. - So denkt man zunächst daran, es wird sicherlich teurer werden, denn da muss jetzt Geld mit verdient werden, aber in der Presseerklärung meint man wohl, das muss nicht teurer werden, weil man ja auch noch mit anderen Dienstleistungen Geld verdienen kann. - Da wird angesprochen, dass der zukünftige Betreiber den Parkenden Werkstattdienste anbieten kann, oder die Vorführung beim technischen Prüfdienst, während der Kunde sein Auto dort am Flughafen hat und eine Reise unternimmt. - So etwas wurde schon mal angeboten, ich weiß gar nicht was daraus geworden ist, auf jeden Fall habe ich nichts mehr davon gehört. - Die Idee ist sicher nicht schlecht, und es gibt viele Menschen hier, die für einen Tag nach Tenerife müssen, morgens hin und abends zurück, und wenn man in dieser Zeit den Wagen repariert bekommt oder einen neue Plakette vom der ITV (so heißt hier der TÜV), dann kann das ein interessantes Angebot sein. - Hängt natürlich auch von den Preisen ab, ein gutes Geschäft lohnt sich für alle Seiten aber daran hapert es oftmals. - Die AENA hat ja bereits auf vielen Flughäfen den Lotsendienst auf den Towers privatisiert, und nun kommen die Parkhäuser dran, auf der Suche nach Einsparungen fällt denen auch nichts besseres ein, als die üblichen Maßnahmen, weniger Personal und privatisieren was nur geht. - Dabei hätte ich einen viel besseren Vorschlag gehabt, vor Jahren schon, man hätte einfach kein neues Flughafenterminal hier hinstellen sollen, sondern das alte nach Notwendigkeit erweitern. - Drei Parkhäuser haben wir nun am Flughafen, zwei davon sind zu, braucht kein Mensch, und das Dritte soll nun in private Hände gehen und das, wo doch auf La Palma mit dem Parken so schwer Geld zu verdienen ist.



Donnerstag 21.02.2013 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1017 hPa

Der zweitbeste Jungkoch Spaniens
Francisco José González Hernández aus Los Llanos

Das ist aber doch mal eine wirklich erfreuliche Nachricht, dass der junge Koch aus Los Llanos im nationalen Wettbewerb SpainSkill 2013 den zweiten Preis abgeräumt hat. - Nur noch übertroffen von einem Jungkoch aus Andalusien, der dann auch die Ehre haben wird, Spanien im Wettbewerb WorldSkill zu vertreten. - Uns reicht der zweite Platz allemal, eine hervorragende Platzierung wenn man bedenkt, dass alle siebzehn spanischen autonomen Regionen Mitbewerber auf den drei Tage dauernden Wettbewerb in Madrid geschickt hatten. Francisco lernt im Oberstufenzentrum "IES Las Nieves" welchem auch eine gastronomischen Berufsschule angegliedert ist und hat sein Praktikum im Restaurant "El Carmen" in El Paso absolviert, und sowohl diese Schule, wie auch das Restaurant, können sich auch auf die eigenen Schultern klopfen und mit Recht etwas von dem nun über den Jungkoch hereinbrechenden Ruhm abschneiden. - Über einen Arbeitsplatz muss sich der prämierte Koch wohl keine Sorgen machen, den will jeder haben, allerdings ist die Situation in der Gastronomie hier auf der Insel, oder weiten wir das ruhig auf alle Kanareninseln aus, nicht die allerbeste. - Vielleicht kann man aber sagen, das kommt gerade zur richtigen Zeit, denn gastronomisch hat sich die kanarische Küche noch nicht wirklich kompakt in die Neuzeit gerettet, touristische Anbiederungen und die Knappheit in den Familienkassen verhindern in den letzten Jahren die Ausbildung dessen, was man eben die "neue gutbürgerliche Küche" nennen sollte. - Da können solche Köche mit Talent und eben auch einem gewissen Grad an Darstellungskunst wohl einiges bewegen, nur ist eben im Moment bei uns die Decke an Gourmets sehr dünn, welche auch bereit sind für außergewöhnliche Leistungen und Gerichte ein paar Euro mehr zu bezahlen. - Die Anlagen sind wohl da, nicht nur das Restaurant "El Carmen" bemüht sich immer wieder um das Überleben traditioneller Rezepte im frischen Kleid der neuen Zeit, aber wirklich in der Bevölkerung angekommen ist das noch nicht und die "Krise" torpediert eben auch diese Versuche mit "all you can eat Restaurants" oder eben der kulinarischen Götterdämmerung McDonalds, welche die Eröffnung ihres ersten und einzigen Restaurants auf La Palma für Ende Juni angekündigt haben. - Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eben eine gewaltige Lücke und Gourmetgastronomie ohne Konsumenten ist halt brotlose Kunst, so verblassen hoffentlich die Fähigkeiten dieses Jungkochs und die Versuche mancher Restaurants hier eine neue kanarische, oder meinetwegen palmerische Küche zu etablieren nicht gleich wieder. - Das andere Extrem darf ich Ihnen auch noch schildern. - Lidl wirbt gerade mit einem Supersonderangebot für Nudeln a la Bolognese. - Ein Kilo Makkaroni, ein Glas Tomatensoße und eine Dose Cornedbeef, für ein paar Euro, und daraus soll man Makkaroni Bolognese machen, für sechs Personen und jeder Teller kostet dann nur ein paar Zehnerl. - Das ist der Zeitgeist, oder aber auch die Aufgabe, gegen die sich Gourmetkochs hier stellen müssen, Bolognese aus Cornedbeef, da lobe ich mir ja eher Pferdefleisch, und ich bin noch nicht ganz durch damit, ob Francisco José González Hernández genau zur richtigen Zeit diese große Auszeichnung mit zurück auf unsere Insel bringt, oder genau im falschen Moment. - Das ändert aber nichts an der grandiosen Leistung dieses jungen Kochs, drum Chapeau Francisco! - Noch eine kleines Zeitungsentenküken, zur allgemeinen morgendlichen Erheiterung. - Alle Blätter hier auf den Kanaren brachten die Meldung um den prämierten Jungkoch, und eine lokale Zeitung machte aus SpainSkill - SpainsKill. - Auch nicht schlecht, wie schnell man denn am Abgrund steht.



Mittwoch 20.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 18,2 Grad - niedrigste Temperatur 11,5 Grad

Alte mäkelige Männer
Paul entwickelt sich zum Zausel

Paul geht ins achte Lebensjahr und hat mich also endlich im Alter überholt, gleicht fühle ich mich frischer und habe auch das Gefühl, dass meine Gesichtsfalten etwas glatter wirken als noch vergangene Woche. - Dabei bin ich lediglich ohne Brille ins Bad gegangen, vor den Spiegel, das mache ich immer mal wieder, wegen des Selbstbewusstseins. - Morgens sowieso, da setzt dann nicht mal meine Frau ihre Brille auf, ich glaube sie könnte, wenn sie mir gegenüber sitzt, sonst keinen Bissen herunterkriegen. - Aber wir wollten ja über Paul ablästern, und nicht über mich, dafür sind ja eh meist Andere zuständig. - Paul ist weiterhin diejenige unserer vier Katzen, welche das meiste Zuwendungsbedürfnis hat, und auch wenn er schon lange aus dem Säuglingsalter heraus ist, erwischen wir ihn immer wieder, wie er versucht einen unserer Finger zu erhaschen um dann daran zu nuckeln. - Das hat der niemals aufgegeben, Katzenpsychologen würden hier nun eine Familienaufstellung fordern, dem stimme ich aber nicht zu, denn wir hätten sicher die Schuld daran. - Paul ist ja in der Tasche meines Overalls herangewachsen, der war ja nur ein paar Tage alt, als meine ältere Tochter ihn fand, und so konnte der niemals eine wirkliche Katze werden, sondern sein Verhalten war immer etwas gestört. - Und nun kommt er in die Jahre und nuckelt immer noch, für Betrachter von außen ulkig oder komisch, für uns eben einfach nur der Paul. - Die anderen Katzen haben das niemals gemacht, Krawallschwester Mia lässt einen manchmal nicht mal kurz streicheln, sondern haut gleich zu, und die anderen Beiden sind ab und zu bereits sich von streichelnden Händen einlullen zu lassen, und könne das dann auch klar ausdrücken. - Paul immer, Paul wird auch gerne getragen, man hat fast das Gefühl der lässt sich lieber tragen, als selbst zu laufen, und Jagen, so wie das die anderen Katzen machen, das hat er schon seit Jahren aufgegeben, das ist ihm viel zu blöd und auch einfach unnütz. - Er hat das wohl auch als einziger unserer felinen Bros erkannt, es gibt hier keinen Nahrungsmittelmangel, man muss um keine Dose parfümierten Tierkadaver kämpfen, die trotteligen Zweibeiner sorgen immer für reichlich Nachschub. - Inzwischen sind wir aber panisch, könnte doch im Katzenfutter auch am Ende noch Pferdefleisch sein, wer so etwas in leckerer Discount-Lasagne versteckt, dem muss man sogar zutrauen, das auch unter das Katzenfutter zu mischen. - Ich habe inzwischen Gentests laufen, verschiedene Futtersorten an unsere Katzen verfüttert und dann geguckt, ob sie immer noch gen können... - Ist alles positiv ausgefallen, das Futter ist sauber, keine Katze galoppiert die Terrasse rauf und runter und der Paul ist inzwischen so schrullig, dass er nur noch frisst, wenn man ihn auf die Sitzbank in unserer Küche hebt, und dort ganz alleine sein Futter bekommt. - Er frisst auch nur noch "Felix fantastic" Lachs, und weil da immer vier verschiedene Beutel in einer Umverpackung stecken, bekommen die anderen Katzen den restlichen Kram. - Und nicht dass Sie nun glauben, der Paul sei bereits gebrechlich und könnte keine Bank oder keine Stuhl mehr hochspringen, Trinken, das macht er nur noch aus der Blumenvase im Wohnzimmer, und die steht auf einer Kommode. - Allerdings muss er zunächst alle Blumen rausschmeißen, das macht er geschickt mit rudernden Bewegungen einer Tatze, und dann trinkt er sein Rosen- oder Nelkenwasser, mit was immer wir auch gerade seinen Trank angereichert haben. - Trinks durch die Blume könnte man auch sagen, und nur manchmal, wenn man ihn hochnimmt, und direkt vor die Schale mit dem eigentlichen Katzenwasser setzt, dann gibt er einem schon mal die Ehre, daraus ein paar Tropfen zu nippen. - Als gute Geste, damit er nachher wieder an einem Finger nuckeln darf, der alte Sabberlatz mit seinem wunderbaren Mundgeruch. - Aber so ist das eben, wenn Männer alt, oder einfach älter werden, sie werden Vieles, und meistens einfach auch ein bisschen komisch.





Mittwoch 20.02.2013 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1015 hPa

Sodepal und GMR
Konkurrenz im eigenen Haus

"Sodepal" (Sociedad de Promoción y Desarrollo Económico de la Isla de La Palma) und "GMR" (Gestión del Medio Rural de Canarias) sind beides Betriebe, welche der öffentlichen Hand gehören und beide Firmen arbeiten hier auf La Palma im Bereich landwirtschaftliche Vermarktung parallel. - Und nicht nur das, sondern sie teilen sich auch noch die gleichen Einrichtungen und haben zum Teil sogar die gleichen Lieferanten und auch Kunden. - Die GMR war zuerst, die gehört zum Gobierno de Canarias, und bemüht sich seit 1994 darum, dass die Produktion vieler Landwirte auch den Weg zum Kunden findet, allerdings nicht immer ohne Polemik und Ärger. - Oft hatte man hier auf der Insel versucht, diese Firma in die eigenen Hände zu bekommen, weil man eben nach Meinung der lokalen Politiker nicht wirklich effektiv und im Sinne der Landwirte gearbeitet hatte, aber das funktionierte nicht, so dass man irgendwann einfach auf die Idee kam, eine eigene Firma aufzustellen, welche der "GMR" Konkurrenz machen sollte, oder besser gleich "platt" machen sollte. - Das war die Firma "Sodepal", die sich allerdings nicht nur darauf beschränkt, von den Landwirten Produkte aufzukaufen und diese roh, oder verarbeitet weiter zu verkaufen, sondern "Sodepal" ist letztendlich zu einer eierfressenden Filzmilchlaus geworden, und ist von der Inselregierung mit Aufgaben betraut worden, die sonst niemand anfassen wollte. - So musste die "Sodepal" zuletzt sogar dazu herhalten, den neuen Tunnel und die Umgehungsstraße von Santa Cruz zu betreuen, Aufgaben, für welche diese Firma niemals gedacht und gemacht war und so verwundert es auch nicht, dass die politischen Diskussionen um die Firma nicht abreißen. - Die Opposition, früher die PSC/PSOE, heute die PP, beklagen heftig und anhaltend die nicht öffentlichen Bücher der Firma, man weiß nicht genau, verdienen die sogar Geld, oder ist "Sodepal" eines der großen Schwarzen Löcher der öffentlichen Hand. - Die Landwirte allerdings sehen das zum großen Teil anders, die liefern gerne an "Sodepal" ihre Produkte, denn diese Firma bezahlt Preise, welche der normale Handel nicht bietet. - Daraus macht "Sodepal" zum Teil bereits gewaschene und fertig zum Konsum bereitete Salate, aber liefert auch Obst und Gemüse an Supermärkte auf Gran Canaria und Tenerife. - Hier auf der Insel kann man diese Salate übrigens nicht mehr kaufen, was uns alle verwundert, aber die Wege des Handels sind nun mal verwunderlich und Aldi-West musste nun sogar Fischstäbchen aus dem Handel nehmen, da man Seepferdchenfleisch darin entdeckt hatte… "GMR" macht so ziemlich das Gleiche, allerdings beschränken die sich darauf, die landwirtschaftlichen Produkte in ihrer Ursprungsform zu verkaufen, und beide Firmen bereiten ihre Waren in der "Central Hortofrutícola" zur Auslieferung vor, gleich oberhalb des alten Flughafens. - Wie viel beide Firmen den Steuerzahler wirklich kosten, das haben wir nie herausbekommen, aber wenn es eben darum geht, der Landwirtschaft hier zu helfen, dann sind uns viele Mittel Recht. - Seit Jahren aber bemüht man sich nun darum, beide Firmen zu fusionieren, aber das schien bislang unmöglich, da eben die eine Firma dem Gobierno de Canarias gehört, (GMR) und die andere der Inselregierung (Sodepal). - Nun scheint man dem Ziel aber etwas näher zu kommen und ist seitens des Gobierno de Canarias wohl wirklich bereit, die Firma "GMR" zugunsten von "Sodepal" los zu lassen, und alle Mitarbeiter und besonders Kunden der "GMR" dem bislang lokalen Konkurrenten zu überlassen. - Hauptperson hierbei ist wohl Juan Ramón Hernández Gómez, uns allen auch als JuanRa I bekannter Ex-Bürgermeister aus Los Llanos, der seit Jahren nun in den höheren Sphären des Gobierno de Canarias unterwegs ist, und sich nicht mehr um solche Angelegenheit wie "sein" Industriegebiet am Callejón de la Gata kümmern muss. - Heute ist er Rat für Landwirtschaft der autonomen Region Kanarische Inseln und kann in dem Fall mal wirklich was für seine Heimatinsel tun, und den Weg freimachen, damit nicht mehr zwei Firmen der öffentlichen Hand nebeneinander am gleichen Schal stricken.



Dienstag 19.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 11,4 Grad

Doppelte Streiklage
Dort die Sicherheitsleute, hier die Iberia

Über die kleinen Inseln unseres Archipels sagt man ja immer, die "doppelte Insellage" würde sehr teuer für uns sein, und die Möglichkeiten des Handels und Verkehrs deutlich einschränken. - Gemeint ist damit, dass viele Waren, aber auch Menschen, die zu uns wollen, oder auch wieder weg, zunächst über die anderen großen Insel geleitet werden. - Bei der Fracht ist es eigentlich immer so, nur in Ausnahmefällen, bei Blumen oder anderen hochwertigen Produkten geht was mit den Ferienfliegern raus. - Jetzt erwischt es uns anders, aber nicht nur uns, nun gibt es im Flugverkehr eine "doppelte Streiklage", weil sowohl in Deutschland gestreikt wird, dort wollen die vom Sicherheitspersonal mehr Geld, und hier streikt die Iberia, weil die die Entlassung von mehreren tausend Angestellten verhindern wollen. - Ich stehe beiden Streiks skeptisch gegenüber, da der Schaden eben nicht nur an denen strandet, gegen die eigentlich gestreikt wird, sondern den Schaden auch noch ganz viele Andere mittragen müssen, die überhaupt nichts dafür können. - Die Flugreisenden stehen da an erster Stelle, aber eben auch die gesamten Tourismusbranche, da wir mit Reisenden, die ihre Ziel nicht erreichen können einfach kein Geld verdienen können. - Verstehen Sie mich nicht falsch, ich denke schon, dass die Sicherheitsleute in Deutschland mehr verdienen sollten, und auch, dass man andere Wege finden muss eine Fluggesellschaft zu sanieren, als immer nur über den Faktor Arbeitsplätze streichen, aber der Schaden, der mit dem Streik angerichtet wird, den gelte es eigentlich zu minimieren, aber das ist wohl nur ein frommer Wunsch von uns. - Warum aber geht nun der Iberia-Streik auch die Fluggäste an, welche mit anderen Gesellschaften fliegen, und da lautet die Antwort, dass die Iberia eben für viele andere Linien auch Serviceleistungen hier erbringt, und es dazu auch bei anderen Linien zu Verzögerungen bis hin zu Ausfällen kommen kann. - Was man nun empfiehlt ist, dass man sich noch früher als sonst üblich am Flughafen einfinden soll, weil es zu langen Schlangen kommen kann. - Drei Stunden vor Abflug hat man empfohlen, aber wir hoffen natürlich, dass die Auswirkungen sich hier auf La Palma sich in Grenzen halten, da wir eben so ein kleiner Flughafen mit relativ wenigen Flugbewegungen sind, aber auch für uns gilt der Hinweis, drei Stunden vor Abflug, und das wohl so lange, wie die Iberia streikt. - Vielleicht bringt das ja wieder ein bisschen mehr Leben in unser riesiges Flughafengebäude, wenn sich nun die Reisenden da noch länger aufhalten sollen. - Eine Apotheke, ein Klamottenladen, eine Cafetería und nach der Sicherheitsschleuse noch ein "Duty-Free-Shop", in dem die Waren teurer sind als bei uns im Supermarkt, und dann noch einen Laden mit Produkten aus La Palma, was nun wieder eine Neuigkeit darstellt. Hecho en La Palma heißt dieser Laden, und die verschicken auch Produkte aus La Palma nach Spanien und auch in die ganze Welt, allerdings ist das Porto extrem teuer ins Ausland, aufs Festland hingegen relativ gering. - Also, Fliegen wird in den kommenden Tagen ein bisschen anstrengender und es wird geraten, gute Laune und Geduld mitzubringen.



Dienstag 19.02.2013 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1013 hPa

Wer soll das bezahlen?
Inselregierung kämpft um Gelder für den Unterhalt der Straßen

Nötig wäre es ja, besonders die Hauptverkehrsader der Insel, die Ost-West-Verbindung bräuchte dringend oberhalb des Inselkrankenhauses eine neue Teerdecke. - Da ist mit Flicken schon nichts mehr zu machen, da muss wirklich das Asphaltwerk in Fuencaliente den Kessel anwerfen. - Allerdings geht es gar nicht um diese Maßnahme, wie man zunächst bei der Überschrift der Presseerklärung glauben könnte, sondern die Inselregierung beklagt, dass das Gobierno de Canarias nicht mehr seinen Verpflichtungen nachkäme in Sachen der beiden Umgehungsstraßen von Santa Cruz und Los Llanos. - 700.000 Euro, so viel Geld sollte jedes Jahr für den Unterhalt jeder der beiden Verkehrswege nach La Palma fließen, eine Summe, welche das Gobierno de Canarias selbst bestimmt hätte, im vergangenen Jahr aber nicht mehr bezahlt, die Jahre davor aber wohl. - Eigentlich wäre der Unterhalt dieser Straßen Sache der Inselregierung, der Bau selbst nicht, aber in diesen beiden Fällen schaffte man es in der "guten Zeit" die Kosten für den Unterhalt dem Gobierno de Canarias aufzuhalsen. - Für irgendetwas muss es doch gut sein, dass sowohl im Cabildo Insular, wie im Gobierno de Canarias die gleiche Partei wirtschaftet, und sowieso die "Grauen Eminenzen" der Coalición Canaria meist pamerische Honoratioren sind. - Warum das Geld nicht mehr kommt, das steht im Raum, wird aber sicherlich so erklärt werden, dass das System, "nach unten treten" angewandt wird. - Aus Madrid kamen 60% weniger Mittel für Infrastrukturen in den autonomen Regionen an, und das wird eben nach unten so weitergeleitet, oder besser gesagt, Mangels Masse, nicht mehr. - Der lokale Inselrat für Infrastruktur gibt sich kämpferisch, notfalls will er vor Gericht ziehen und das Geld einklagen, allerdings sollte man das eher als leere Drohung auffassen, Cabildo Insular (CC + PSC/PSOE) klagt nicht gegen Gobierno (CC+PSC/PSOE), das steht nur für das staunende Publikum in der Presseerklärung. - Dabei sind solche Frage durchaus vital, denn wir können uns den Unterhalt unserer wirklich reichlich vorhandenen Infrastrukturen wohl einfach nicht mehr leisten, und sehen es ja an der Hauptverbindungsstraße, dass dringend eingegriffen werden muss, aber eben immer noch mehr Geld in neue Straßen fließt, als für den Unterhalt der vorhandenen Straßen aufgebracht wird. - Man hört es hier nicht gerne, aber man kann sich nicht immer die Ohren zuhalten, auch in Sachen Infrastrukturen haben wir es hier übertrieben, für 80.000 Menschen haben wir reichlich Straßen und Wege und es ist schön, dass Madrid und Gobierno de Canarias uns andauernd neue Verkehrswege hinstellen, welche uns töricht eine bessere Zukunft verheißen sollten, aber kein Geld für den Unterhalt dieser Straßen mehr da ist.



Montag 18.02.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1011 hPa
Höchsttemperatur heute 20,5 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Dreimal kurz gehaucht
Der Regen lässt uns bislang im Stich und gleich zwei Fundstücke der Woche

Das Aridanetal ist bis jetzt nicht mit Regen belohnt worden, der Wind kam meist zu weit aus nördlichen Richtungen, so dass es die Niederschlagszellen nicht ins Aridanetal geschafft haben. - Jetzt sieht es allerdings so aus, als könnten wir doch noch Regen abbekommen, der Wind bläst kräftig weiter westlich nun, und draußen auf dem Meer sieht man bereits kräftige Regenwolken. - Allerdings kennen wir das schon, lockendes Wasser draußen auf dem Meer, aber dann kommt wieder Nordwind, und die Wolken verschenken das gute Süßwasser, in dem sie den Atlantik gießen. - Heute Morgen waren noch dunkle Wolken da und man dachte, da geht doch was, endlich Regen nach zweieinhalb Monaten ohne Wasser, aber dann dreht der Wind auf Nord, die Wolken verschwanden und wir hatten sogar einen sonnigen, wenn auch windigen Tag. - Noch kann etwas kommen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es auch im Aridanetal regnet, die wird in der Nacht noch geringer und dann haben wir die nächste Chance wohl am Donnerstag.

Nun zu dem ersten Fundstück, was man wohl unter Krisenbewältigung gleich mehrfach einpacken muss. - Daran beteiligt sind, ein armer unglücklicher Trottel der Müll klaut, eine Polizei die darüber eine Presseerklärung verfasst, und eine Zeitung, welche diese Presseerklärung sogar noch bringt. - Dabei ist die Geschichte eigentlich traurig, denn wenn jemand Müll klaut, also das, was andere bereits weggeschmissen haben, dann sollte man nicht von einem solventen Unterfangen sprechen. - Dumm nur, dass der Mann in Puntallana dabei erwischt wurde, wie er über den Zaun des Punto Limpio sprang, ein Video und eine kleine Kreissäge in der Hand. - Bei beiden Artikeln handelt es sich dort abgestellte Ware, welche von den Eigentümern weggeworfen wurden, aber es heißt eben auch, dass man Dinge, die einmal auf dem Müllsammelstellen abgegeben wurden, von dort nicht mehr entfernen darf. - Also bekommt der gute, oder besser der arme Mann eine Anzeige wegen Diebstahl, und mit Lorbeeren bekränzt sich hier niemand, das hätte man auch ganz anders schaukeln können. - Wahrscheinlich kannten sich die beiden Polizisten, welche dort auf Streife fuhren, nicht gut genug, als dass man diesen armen Lumpen einfach mit seinem Müll hätte laufen lassen können. - Und andere, die klauen Millionen, und sitzen immer noch auf ihrem Posten und selbst eine Königstochter ist nun stark ins Visier der unlauteren Bereicherung geraten, und einen armen Hund, der Müll klaut, der bekommt eine Anzeige wegen Diebstahl. - Sicherlich wird diese dumme Geschichte weiter die bereits hitzigen Diskussionen anfachen, welche gesellschaftlich wirklich nicht gut tun können, aber vielleicht sogar wichtig sind, wenn sie richtig geführt werden.

Das andere Fundstück ist netter, auch wenn wir heute die Umgangssprache bemühen müssen und uns ein bisschen dem Chauvinismus dabei bedienen - Ich war heute zum Einkaufen eingeteilt, und eigentlich laufe ich meist blind durch diese großen Hallen, angefüllt mit viel zu viel Essen, freue mich, wenn ich alle Aufgaben erledigen kann, und suche dann schnell das Weite. - Allerdings habe ich ein Radar für neue Produkte, die es vorher noch nicht gab, und irgendwie schoss ich auf das Regal mit den Soßen zu, obwohl wir eigentlich gar keine brauchen. - Und siehe da, steht ein Tabasco-Verschnitt vor mir, und schon will ich das als die üblichen Epigonen abtun, als ich selbst ohne Brille noch den Produktnamen erkennen kann. - La nuestra, Puta la Madre heißt diese Soße und ich übersetze das mal so: Unsere, die Mutter aller Huren. - Wort für Wort muss das anders übersetzt werden, allerdings meint ein Spanier, wenn der "de puta madre" sagt etwas Positives, so etwa "affengeil" oder "alle Achtung", nur Puta la Madre ist wieder ein bisschen anders und die Erklärung dafür, dass man so ein Produkt nennt, die habe ich dann später aus dem Facebook des Herstellers aus Gran Canaria. - Es soll dort eine Paprikasorte geben mit dem Namen "Puta la Madre", so genannt, weil die eben superscharf ist und so hat der Name dann auch den Weg auf das kleine Fläschchen gefunden und schließlich auch in unser Haus und in diese Nachrichten. - Ich habe das Zeug auch schon verkostet, etwas weniger sauer als Tabasco, und weil es eben "de puta madre" ist und von den Kanarischen Inseln, kommt das Produkt nun in unseren Haushalt und macht uns scharf. - Wo Sie das kaufen können, beim Hiperdino.





Montag 18.02.2013 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0,5 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1012 hPa

Die Blauen Stunden
Kurzparkzonen in der Hauptstadt machen alle glücklich?

Was, wir haben keine anderen Probleme, als die vermeintlich schwierige Parksituation in unserer Hauptstadt? - So könnte man fast meinen, denn die Polemik um genügend Parkplätze in Santa Cruz, die geht nun sicher schon ins dritte Jahr, dabei steht mitten in der Stadt ein Parkhaus herum, welches meist ziemlich leer steht. - Allerdings ist das Parkhaus auch wirklich nicht einladend, eng, dunkel und eben weit oberhalb der Avenida Marítima gelegen, oder was uns sonst noch alles einfällt, um die schlechte Belegung des Parkhauses zu erklären. - Der Betreiber jedenfalls behauptet, er könne mit den Einnahmen nicht mal die laufenden Kosten decken, geschweige denn die Tilgung der Kredite, welche er für den Bau des Parkhauses aufgenommen hat. - Das können wir natürlich nicht nachprüfen, sondern sind da auch Veröffentlichungen angewiesen, welche in letzter Zeit nicht wirklich in hoher Frequenz herausgelassen werden. - So konzentriert sich der "Parkplatzkrieg" auch voll und ganz auf die anderen Versuche, die vielen Parkmöglichkeiten zu ersetzen, welche man verloren hat, nachdem man mit dem Bau des neuen Stadtstrandes begonnen hatte. - In dem "Krieg" steht auf der einen Seite ein extrem lärmender Vorsitzender des Verbandes der Einzelhändler aus dem historischen Zentrum, und auf der anderen Seite ein völlig überforderter Stadtrat, welcher eine Parksau nach der anderen durch den Ort treibt, um bloß den in der Presse polternden Verbandspräsidenten ruhig zu stellen. - Nun scheint man die Lösung gefunden zu haben, die Kurzparkzonen, bei uns blau markiert, und wenn man den Beteiligten Glauben schenken darf, dann stellt diese Möglichkeit nun alle zufrieden. - Kostet natürlich für den Besucher, allerdings sind die meisten gerne bereit einen Obolus zu entrichten, wenn man dafür sicher und nah am Geschehen sein Auto abstellen kann. - Parkscheinautomaten dienen dazu die Kontrolle zu erleichtern, und da man diesen Dienst an eine Privatfirma vergeben hat, muss sich die dauernd überforderte Lokalpolizei nicht darum kümmern, ob sich denn alle "Blauparker" auch an die Regeln halten. - Der Präsident des Einzelhandelsverbandes hatte auch kaum noch was zu meckern, lediglich wollte er, dass die Maximalparkdauer von anderthalb auf zwei Stunden angehoben wird, was man auch prompt umgesetzt hat in der Hauptstadt, auch wenn das eigentlich gegen den Gedanken der schnellen Rotation auf diesen Parkplätzen geht. - Aber was der mächtige Einzelhandelspräsi sagt, das wird immer sofort gemacht, entweder kann der ein Kunststück, oder der weiß was, was wir nicht wissen. - Soll uns dann auch egal sein, Hauptsache wir können mal wieder über andere Themen berichten und Santa Cruz findet auch mal wieder zum Alltag zurück und kann sich auf seine neue Rolle konzentrieren. - Das wird eben die große Umstellung werden, Einkaufsstadt ist man schon länger nicht mehr, auch wenn das manche immer noch glauben, aber man kann touristischer werden, das zwingt der Strand doch dieser Stadt eigentlich auf. - In diesem Sommer noch soll der Strand dann fertig sein, und wir sind alle gespannt, wie sich das Vorhandensein dieser neuen Ressource auf Santa Cruz und die gesamte Insel auswirkt.



Sonntag 17.02.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Erste Reaktionen auf mögliche Gemeindereformen
Coalición Canaria ist dagegen

D Das war auch nicht anders zu erwarten, denn alles was im Moment aus Madrid kommt, das stößt unseren selbst ernannten Nationalisten auf. - Wir hatten ja bereits darüber berichten dürfen, dass man vorhat, in den spanischen Kommunen an die 7 Milliarden Euro einzusparen, indem man die Bürgermeistergehälter deckelt, und die Zahl der ein Gehalt kassierenden Ratsmitglieder deutlich einschränkt. - Auch sollen Gemeinden unter 20.000 Einwohner ein Effizienzzeugnis erarbeiten müssen, und wenn das nicht ausreichende Ergebnisse zeigt, dann müssen viele Kompetenzen an die Inselregierung abgegeben werden. - Im Einzelnen ist es noch nicht klar, wie das aussehen soll, aber in den Gemeinden hier zittert man natürlich schon. - Es geht schließlich um viele Posten, und die politischen Parteien würden allesamt Einfluss auf kommunaler Ebene verlieren. - Die Coalición Canaria steckt ja eigentlich sehr fest in allen Gemeinden der Inseln, außer eben im Moment auf La Palma, wo man nur noch in 2 Gemeinden am Drücker ist, weil in den anderen Kommunen die eigentlich ungewöhnliche Koalition von Partido Popular mit den Sozialisten dafür sorgt, dass die CC im Moment von den lokalen Fleischtöpfen abgeschnitten ist. - Die von der Partido Popular können ja nicht meckern, der Plan kommt ja aus den eigenen Reihen, und eine Reaktion der Sozialisten, die lässt noch auf sich warten, wobei ich davon ausgehe, dass die auch diese Entscheidung kritisieren werden, alleine schon, weil man eben auf nationaler Ebene Opposition ist. - Die Bevölkerung allerdings findet das Klasse, in einer, wenn auch natürlich nicht repräsentativen Umfrage, stützen 90% der Befragten den Versuch, die Gemeinden politisch schlanker zu machen und ich persönlich würde ja noch weiter gehen, und aus den vierzehn Gemeinden die La Palma bislang sich leistet, deren drei machen. - Dann fallen sowieso viel weniger politisch Posten an, und was man bislang umständlich in zähen Verhandlungen zwischen den Gemeinden mal in Zusammenarbeit hinbekommt, das wäre dann sofort vorhanden. - Man könnte die Rathäuser auch belassen, um den Bewohnern die Nähe der Verwaltung weiterhin zu erlauben, das technische Personal bleibt doch sowieso erhalten und das bisschen notwendige Politik, das kann ja ruhig woanders stattfinden. - Wenn man die Leute hier mal kalt erwischt und darüber diskutiert, dann stimmen die auch alle zu. - Wenn es aber darum geht, dass El Paso und Tazacorte dann sicherlich mehr oder weniger von Los Llanos einverleibt würden, ähnlich wie die "Breñas" von Santa Cruz auf der Ostseite, dann sieht das gleich wieder ganz anders aus und der Lokalpatriotismus wuchert wie ein Geschwür über die Vernunft. - Sicher, ich kann gut reden, ich bin Wahlpasense und nicht dort geboren, habe also nicht dieses Gen in mir, das des kompromisslosen Lokalpatriotismus, das mit der Muttermilch aufgesogen wird, aber eigentlich wäre es doch an der Zeit, wir würden uns nicht weiter dem Blödsinn hingeben, mit 14 Gemeinden gerade mal 80.000 Menschen zu beglücken. - Ich würde alerdings auch dafür stimmen, dass El Paso der Mittelpunkt der neuen Gemeinde "Aridane" würde, denn so würde ich die Gemeinde nennen, welche aus den drei Gemeinden im Aridanetal gegründet wird. - Auf der Ostseite wird das schwieriger, "Santa Cruz de las Breñas" wäre der Versuch eines Kompromisses, und dann ist immer noch die Frage, wohin gehört Fuencaliente. - Eigentlich mehr zu Mazo, also auf die Ostseite, wobei die Leute aus Las Indias das wieder völlig anders sehen. - Dann noch die Gemeinde "Norte", also alle Gemeinden ab Tijarafe bis hin nach Puntallana, und das deshalb, weil alle diese Gemeinden das gemeinsame Problem haben, nicht den beiden Zentren anzugehören und würde man Tijarafe der Gemeinde "Aridane" zuschlagen und Puntallana zu Santa Cruz, dann würde man sicherlich in den politischen Entscheidungen die Notwendigkeiten dieser Gemeinden nicht ausreichend berücksichtigen. - Ich mach ja auch nur ein bisschen Bregenstorming, kognitives Pingpong am Sonntagabend, und das kommt ja eh nicht so, zumindest nicht in dieser Krise. - Vielleicht bei der nächsten, denn eines weiß man hier ganz genau, die nächste Krise kommt bestimmt.

Nach diesem, doch eher trockenen Thema noch ein paar zauberhafte Bilder aus den vom Brand betroffenen Zonen Mazos, in welchen keine Kiefern gestanden haben. - Auch wenn dort die Bäume zum Teil nicht wieder austreiben, hat doch das Grün bereits wieder die Oberhand gewonnen und wieder einmal muss man ganz einfach sagen, das hier ist eine Zauberinsel. Wir erholen uns von jedem Schlag, und man kann den Besuchern auch wirklich nur anraten, sich nicht davon abschrecken zu lassen, diesen oder jenen Weg zu scheuen, weil es dort letzten Sommer gebrannt hat, sonst würden einem wunderbare Bilder und Farben entgehen, von welchen uns ein Bekannter aus Mazo ein paar Bilder geschickt hat.











Sonntag 17.02.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 25 % - Luftdruck 1016 hPa

Letzte Chance auf Regen im Februar
Ein schmaler Streifen Bauernhoffnung

Nach Calima kommt Regen, sagte man, als alles anders war und nur manches besser. - Vergessen Sie alle Bauernregeln, die treffen schon seit vielen Jahren nicht mehr zu, und vielleicht haben die niemals gestimmt, aber früher haben sich ja nicht so viele Menschen um das Wetter gekümmert wie heute. - Theoretisch kann das aber dieses Mal stimmen, ein fettes Tief liegt da nördlich von uns und kommt nur langsam voran in Richtung Osten und streckt dabei einen schmalen Regenfinger so weit in den Süden, dass der uns erwischen könnte. - Das Azorenhoch hat ein bisschen geschwächelt in den letzten Tagen und sich dabei von dem fetten Tief wohl beeindrucken lassen, und ist ein wenig nach Westen ausgewichen, was eben dem Tief es erlauben würde, diesen Ausläufer bis auf unsere Breiten hinab zu schicken. - Und nötig hätten wir das allemal, im Dezember und Januar kein einziger Tropfen Regen auf der Westseite, und nur Dank der ausgiebigen Niederschläge im Oktober und November zeigt sich die Natur bislang ziemlich unberührt von der Trockenheit. - Die Bananenbauern sehen das anders, die müssen seit nunmehr zweieinhalb Monaten wieder bewässern, und das ist teuer, die hoffen also ganz gewaltig darauf, dass es dieses Mal klappt mit dem Tief, nachdem bislang in diesem Jahr der Hochdruck immer gewonnen hatte. -Für morgen und dann nochmal den 22. Februar errechnen beide Institute, welche Ahnung vom Wetter haben die theoretische Möglichkeit von Niederschlägen, weil dann Nordwestwind herrschen soll, allerdings errechnen auch beide Wetterämter nur ganz geringe Mengen an Regen für die Westseite, und wenn wir Pech haben, dann bleibt der Regen auch im Nordwesten der Insel hängen und im Aridanetal fällt wieder kein einziger Tropfen. - Es ist halt kein wirkliches Tief, welches uns da besuchen kommt, sondern nur der letzte Ausläufer eines solchen Wetterphänomens, also kommt der Wind nicht aus Westen oder gar Südwesten, was eine volle Breitseite für das Aridanetal bedeuten würde, sondern aus Nordwesten und dann im weiteren Verlauf aus Norden. - Die abrupte Orographie der Insel sorgt ja dafür, dass der Wind alleine bestimmt, wo der Regen fällt, die hohen Berge lassen eine gerechte Verteilung der Niederschläge gar nicht zu. - Aber da wir, die im Tourismus arbeiten nicht von den Bananen leben, sondern von regenscheuen Mitteleuropäern, kommt es uns hier auf der Westseite ganz gelegen, dass der Wind die allermeiste Zeit im Jahr aus dem Nordosten kommt, und auch genau dort die Niederschläge lässt. - Da lassen sich dann manche "Wessis" öfter mal zu der Aussage hinreißen, sie würden auf der richtigen Seite der Insel wohnen, was die "Ossis" natürlich gar nicht gerne hören. - Besser muss es natürlich objektiv einfach heißen, auf der anderen Seite, das liegt so ähnlich, wie die Engländer ja auch das Lenkrad nicht auf der falschen Seite haben, sondern auf der anderen. - Na ja, manchmal weiß ich nicht… Aber ein paar Mal im Jahr muss es auch hier bei uns im Aridanetal regnen, sonst stimmt die Aussage mit der Grünen Insel nicht mehr, und kommende Woche ist die letzte Chance im Februar. - Auch wenn es nicht viel sein wird, ein bisschen Regen wäre wirklich willkommen.




Die Rechenkünster des Global Forecast Systems bieten und da zweimal Nordwestwind an, und dann haben wir im Aridanetal die Chance auf Niederschläge. - Nachblättern kann man diese Graphiken bei der Wetterzentrale.de




Samstag 16.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 25,5 Grad - niedrigste Temperatur 14,5 Grad

Kuchz
"Das Schiff" kommt morgen wieder, Guardia Civil stinkig auf Bürgermeister und die Sardine von El Paso ist ein Kaninchen

Man nannte die Thomson Majesty einfach immer nur "el barco", weil der Name nicht so rund läuft auf spanisch. - Welches Schiff damit gemeint ist war allen klar, und morgen kommt "das Schiff" schon wieder zu uns, und hat heute wohl auf Tenerife bereits seinen Regeldienst wieder aufgenommen. - Dieser ist eine Kreuzfahrt und führt von Tenerife über Las Palmas nach La Palma, dann weiter nach Madeira, dann Agadir und Arrecife, um dann schließlich wieder nach Tenerife zu gelangen. - Passagiere sind fast ausnahmslos Briten, welche man mit dem Flieger auf die Nachbarinsel bringt. - Am Freitag hat die "Thomson Majesty" endlich La Palma verlassen, nachdem man tagelang untersucht hat, warum denn bei einer Übung mit einem Rettungsboot am vergangenen Sonntag ein Seil riss, und fünf Besatzungsmitglieder dabei gestorben sind. - Von der Reederei oder den Behörden hat es noch keine Aussagen dazu gegeben, ob man irgend etwas gefunden hat, aber da das Schiff nun wieder fährt, gehen wir mal davon aus, dass die wohl wissen, wo das Problem lag und es sich um eine Ausnahme gehandelt hat, welche nur bei diesem einen Rettungsboot geschehen konnte. - Wir konnten nur beobachten, dass man alle Rettungsboote mehrfach runter und wieder raufgelassen hat, man drehte das Schiff im Hafen auch extra um die Seite auch zu kontrollieren, welche zunächst an der Mole lag, und da muss wohl alles in Ordnung gewesen sein. - Nun sind wir gespannt, ob die morgen wieder eine Übung machen und erneut ein Rettungsboot herablassen, und wo haben die denn so schnell Ersatz eigentlich bekommen, oder fahren die nun mit weniger Passagieren, weil ein Rettungsboot fehlt? - Ich habe da mehr Fragen als Antworten, aber das kommt häufig vor.

Die Guardia Civil ist stinkig auf den Bürgermeister von Puntagorda, denn der hatte die Arbeit der Agenten rund um das Mandelblütenfest kritisiert. - Und eben nicht nur kritisiert, sondern sich gleich bei der Vertretung der der staatlichen Behörden in der Hauptstadt beschwert. - Nun kommt die Antwort der AUGC, (Asociación Unificada de Guardias Civiles) so etwas wie die Polizeigewerkschaft, und die wirft dem Bürgermeister vor, sehr wahllos und ungenau mit dem Gesetz umzugehen und die Beamten dort vor Ort hätten sich nicht nur vorschriftsmäßig sondern, sogar vorbildlich verhalten, in dem sie diese Waffen aus dem Verkehr gezogen hätten. - Man erinnert daran, was denn passiert wäre, wenn mit einer dieser Waffen ein Unglück auf den Fiestas passiert wäre, und welche Vorwürfe man dann der Polizei gemacht hätte. - Der Bürgermeister schade mit seiner Beschwerde dem Ansehen der Gemeinde mehr, als die Erwähnung der Sicherstellung dieser Waffen. - Man hatte sich beschwert, dass in einer Presseerklärung der Eindruck entstehen könnte, dass in Puntagorda auf dem Mandelblütenfest alle mit einer Machete herumlaufen. - Und darüber hinaus wären die konfiszierten Geräte keine Waffen, sondern für Landwirte Gebrauchsgegenstände. - Ein völlig unsinniger Streit, der sich nun auch noch nach dem hin und her breiter macht, als es sein sollte, und oft ist einfach die Schnauze halten und auf das schnell wachsende Gras zu setzen viel besser, als mit dem Fuß auf den Boden zu stampfen. - Und das schreibe ausgerechnet ich…

Karneval ist nicht am Aschermittwoch zu Ende, zumindest nicht bei uns, sondern dann, wenn wir nicht mehr können. - In manchen Gemeinden endet Karneval erst im März, und wenn das so weitergeht, dann fallen irgendwann Ostern und Karneval zusammen, aber das wäre eigentlich typisch für uns, denn dann könnten wir uns die Fastenzeit gleich ganz sparen. - (Ganz böse Zungen behaupten auch, dann müssten wir auch nicht zwischen Karneval und Ostern so viel arbeiten..) Als Zeichen des wirklichen Karnevalsende zelebriert man bei uns "la sardina", was einfach nur die Sardine heißt, aber eigentlich das Begräbnis der Sardine sein soll. - Die Sardine gilt als Ausdruck der Wollust und des Überschwangs, eben steht für alles das, was man so im Karneval macht. - Dazu bastelt man sich eine übergroße Sardine, in manchen Gemeinde so groß wie ein Haus, zieht oder schiebt das Ding durch die Gemeinde und zündet sie schließlich unter den Tränen der Karnevalisten an. - Dann erst ist Schluss, obwohl in manchen Gemeinden am darauf folgenden Tag nochmal gefeiert wird, palmerische Karnevalisten muss man dreimal hintereinander erschlagen, bis sie endlich aufhören. - Nun hat El Paso ein Problem mit der Sardine, denn man ist ja die einzige Gemeinde der Insel, welche keinen Zugang zum Meer hat und konsequent wie man nun ist, wollte man diesen Umstand nicht einfach ignorieren, denn da passt doch eine Sardine gar nicht hin. - Schließlich hat man die Lösung dazu gefunden, im bäuerlichen El Paso wird ein Kaninchen durch den Ort geschoben und schließlich verbrannt, "el entierro del conejo" findet am 2. März statt und ist wohl einmalig in ganz Spanien. - Mein Glückwunsch zu der Idee, und auch zur sehr kurzen Fastenzeit. - El Paso Helau!





Samstag 16.02.2013 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1015 hPa

Die Krise in der Statistik
Es wird mehr geklaut, aber weniger gedealt

Was einen zunächst einmal überrascht ist, dass die Kriminalität auf den Kanaren insgesamt um etwas mehr als ein Prozent zurückgegangen ist. - Im Jahr 2011 waren es noch 98.942 angezeigte Vergehen und Verbrechen, und im Jahr 2012 sank diese Zahl dann auf 97.973. - Nun muss man aber immer dazusagen, dass diese Zahl eben die Delikte nennt, welche auch angezeigt werden und wir wissen ja, dass viele wegen kleiner Diebstähle oder anderer Vergehen gar nicht erst zur Polizei gehen. - Ganz auffällig ist aber die Zahl der Wohnungseinbrüche, und das bestätigt auch unsere Beobachtungen, die sind gegenüber dem Jahr 2011 um ganze 38% angestiegen, von 3.109 auf deren 4.296 im vergangenen Jahr. - Dagegen hält man eine andere auffällige Zahl, nämlich die der Delikte im Drogenhandel, und hier sinken die angezeigten Fälle um 21% von 777 auf 614. - Böse Zungen behaupten nun, die "Chorizos", wie man hier auch Lumpen und Schurken nennt, die hätten keine Zeit mehr Drogen zu handeln, weil sie damit beschäftigt sind in Häuser einzubrechen. - Die Polizei sieht in den Zahlen allerdings einen klaren Ausdruck der Krisensituation, bei mehr als 50% Jugendarbeitslosigkeit seien diese Zahlen kein Wunder und wir erinnern uns daran, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche auch bereits 2011 gegenüber dem Jahr 2010 angestiegen sind. - Für La Palma selbst hat man noch keine eigene Statistik rausgegeben, aber die sieht sicherlich ähnlich aus, auch wenn unsere Insel immer noch gegenüber den großen Inseln und auch dem Festland ein Hort der Friedlichkeit ist, aber auch hier bei uns ist die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser kräftig angestiegen. - Die Bevölkerung, und hinter vorgehaltener Hand auch die Polizei, macht dafür zum Teil die Justiz mitverantwortlich, denn viel zu langsam arbeiteten die Mühlen der Gerichte und oft kämen Einbrecher, die von der Polizei gestellt worden sind und der Justiz übergeben wurden, noch schneller wieder auf freien Fuß, als die Agenten der Guardia Civil ihren Bericht verfasst haben. - In der Tat ist es unbefriedigend zu wissen, der und der oder die sind bekannt dafür in Wohnungen einzubrechen, laufen aber dennoch frei herum, weil eben der Termin für die Verhandlung erst in 14 Monaten ist und man so lange diese "Chorizos" draußen lässt, weil es sich eben nicht um ein Gewaltverbrechen handelt. - Irgendwann werden die dann schon weggeräumt, für einen gewissen Zeitraum, allerdings kommen die meist schnell wieder und setzen ihre Karriere fort. - Ich weiß nicht, ob man dieses Problem wirklich nur über eine Verschärfung der Gesetze und sowieso über eine Beschleunigung der Justiz angehen könnte, viel mehr steht die allgemeine Krise und die Aussichtslosigkeit bei vielen Jugendlichen im Vordergrund, es ist eben einfacher ein Fenster aufzuhebeln, als für fünf Euro die Stunde die Hacke auf dem Feld zu schwingen, wenn einem denn überhaupt jemand eine solche Tätigkeit anbieten sollte. - Die Autodiebstähle sind stark zurückgegangen, von 2.789 im Jahr 2011 auf 2.172 im vergangenen Jahr und dazu bietet man uns keine Erklärung an und ich kann Ihnen auch keine bieten. - Tötungsdelikte sind auch zurückgegangen, von deren 17 Taten im Jahr 2011 auf deren 15 im vergangenen Jahr, auf den gesamten Kanarischen Inseln wohlgemerkt, und auch die Zahl der Körperverletzungen ist leicht gesunken. - In den anderen Sparten der Kriminalstatistik tut sich kaum eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr auf, so dass unter dem Strich ein kleines Absinken der Zahl der Vergehen und Verbrechen um etwas mehr als ein Prozent übrig bleibt. - Kein Trost für denjenigen, dem man die Bude ausgeräumt hat und immer noch grüble ich darüber nach, warum die Autodiebstähle so stark zurückgegangen sind.



Freitag 15.02.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 27 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Der politische Aschermittwoch auf spanisch
Traumjob Stadtrat ade

Der "Ratsteller" in manch bürgerlichem Restaurant wird zukünftig wohl ohne Filetstückchen klarkommen müssen, in den meisten Fällen sogar ganz ohne Fleisch. - Oft besprochen, noch öfter versprochen, kommt nun die Gemeindereform, und die soll in der Lage sein, der Öffentlichen Hand eine Summe von über 7 Milliarden Euro in der Periode 2013 - 2015 zu sparen. - In ganz Spanien natürlich, aber die Summe ist schon gewaltig und da kommt einiges auf die Gemeindeverwaltungen zu und man kann auf jeden Fall sagen, Lokalpolitik wird zukünftig wieder deutlich mehr als Aufgabe betrachtet werden können, und nicht mehr als Einkommensquelle, weil sonst gerade nichts anderes rumliegt. - In der Presse findet man allerdings nur Dinge quer angerissen, aber in Zukunft werden auch die Gehälter der Bürgermeister begrenzt, und für die vielen Gemeinden unter 1.000 Einwohner, auf dem Festland gibt es deren viele, wird bestimmt, da bekommt kein Bürgermeister und kein Gemeinderat mehr Geld. - Bei den Gemeinden zwischen 1.000 und 2.000 Einwohnern bekommt nur der Bürgermeister Geld, und zwar 20% der Höchstsumme, welche ein Bürgermeister einer großen Stadt überhaupt verdienen darf, und das wären dann 20% von 67.000 Euro im Jahr, also 16.750 Euro. - Wie sich die Einkommen dann in den Gemeinden über diesen Größen berechnen, das können wir den Pressemeldungen noch nicht entnehmen, allerdings könnten wir uns sehr gut vorstellen, dass zukünftig alle Bürgermeister dieser Insel sehr viel weniger verdienen werden und mindestens die Hälfte aller bezahlten Gemeinderatsposten wegfällt. - Auch interessant, Gemeinden unter 20.000 Einwohner, welche gewissen Standards an Qualität und Effizienz nicht erfüllen, müssen ihre Dienstleistungen wie Polizei, Soziale Dienste und auch den technischen Apparat der Inselregierung übergeben. - Das beträfe auf La Palma 13 von deren 14 Gemeinden, nur Los Llanos wäre dann noch selbstständig in vollem Umfang. - Nun weiß man natürlich nicht, was dieses Standards fordern, und ob man das beugen oder biegen kann, aber heute ist kein wirklich guter Tag für die allermeisten Politiker der spanischen Lokalpolitik, es sieht so aus, als ginge eine Ära zu Ende, und das noch schneller, als man das eh befürchtet hatte. - Man will also nicht mal warten bis zu den nächsten Kommunalwahlen im Jahr 2015, sondern im kommenden Jahr bereits mit dem Sparen beginnen. - Was allerdings das auch wieder bedeutet, dass die Gemeindereform über die Abschaffung aller Gemeinden unter 5.000 Einwohner wohl endgültig vom Tisch ist. - Alle Gemeinden behalten also ihren Namen und die Struktur, allerdings wird in der Verwaltung und politischen Leitung in den kleinen Gemeinden nichts mehr so sein wie noch heute. - Man muss ganz klar sagen, in der kommunalen Verwaltung muss hier in Spanien dringend straffer gearbeitet werden, und nun hat man sich eben dazu entschieden, die Gehälter und auch die Anzahl der Gemeinderäte von "oben" her gewaltig zu drosseln, weil es eben von "unten" nicht funktioniert hat, da man eben in den Gemeinden selbst die Gehälter bestimmen konnte und auch wie viele der gewählten Gemeinderäte denn ein Gehalt bekamen. - Wir werden Details in den kommenden Wochen und Monaten erfahren, und manch einer wird dann seinen Job auch hinschmeißen, wenn es sich nicht mehr lohnt, als Bürgermeister einer kleinen Gemeinde Dienst zu tun. - Ob wir langfristig damit besser oder schlechtere Lokalpolitiker bekommen werden, das wage ich nicht vorauszusehen, und darüber wird auch heftig diskutiert. - Allesamt sind sich aber einig, weniger Gemeinderäte, das war sowieso überfällig, denn in vielen Gemeinden erhielten Räte ein Gehalt, obwohl sie einem Ressort vorstanden, welches einen geringeren Haushalt aufzuweisen hatte, als der Verdienst des Gemeinderats selbst beträgt. - Viele haben heute richtig schlechte Laune, zu viele, aber eben genau daran ist eben dieser lokalpolitische Feudalismus auch gescheitert.



Freitag 15.02.2013 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1014 hPa

Alles wird besser, verspricht sich Paulino
Flugroute nach Madrid soll Pflichtprogramm werden

"Obligación de Servicio Público" oder "OSP" ist hier das Zauberwort, und wenn das wirklich so kommt für diese Flugroute, dann muss ein Liniendienst in bestimmter Frequenz, an bestimmten Tagen und auch zu bestimmten Uhrzeiten durchgeführt werden, ob nun genügend Nachfrage besteht, oder auch nicht. - Wer das fordert, das ist zu allererst natürlich unsere Inselregierung, denn im Moment gibt es nur noch zwei Verbindungen wöchentlich mit Iberia-Express von und nach Madrid, und das ist viel zu wenig. - Darüber sind sich alle einig, nicht nur die Geschäftsleute klagen darüber, auch der Tourismus ist schwer betroffen davon, und viele hübsch zusammengebastelte Verbindungen von außerhalb Spaniens nach La Palma, die lösen sich in dramatische Luft auf, nachdem plötzlich programmierte Verbindungen wegfallen oder zu einer anderen Uhrzeit durchgeführt werden, und dann Anschlussflüge nicht mehr zu erreichen sind. - Inzwischen hat unsere Inselregierung es geschafft, dass das Gobierno de Canarias sich beim entsprechenden Ministerium in Madrid dafür einsetzen wird, (Ministerio de Fomento) dass eben die Verbindung von und nach Madrid zur "Obligación de Servicio Público" wird. - Das heißt nun noch nicht, dass das Ministerium dem auch zustimmt, aber die gemeinsame Forderung der Inselregierung und auch des Gobierno de Canarias machen das dann zumindest wahrscheinlicher. - Allerdings muss man immer wieder betonen, dass man politisch schlecht miteinander verwoben ist, denn auf den Kanaren hat die Partido Popular nichts zu sagen, und in Madrid regieren die in absoluter Mehrheit. - Aber man hat, zumindest hier auf La Palma bereits angefangen, die Partido Popular, obwohl sie in der Opposition ist, mit in die Planung einzubeziehen, weil man ganz einfach zugeben musste, dass man ohne die PP zu umwerben, an überhaupt keine Mittel mehr herankommt. - Das wiederum beweist, dass wir mit unserer Forderung nach einer Koalition aus PSC/PSOE und der Partido Popular nach den Kommunalwahlen 2011 richtig lagen und viel besser dagestanden hätten. - Aber Politik wieder auf die Seite, das Problem an der "Obligación de Servicio Público" ist das Geld, denn das Ministerio de Fomento muss natürlich der Fluggesellschaft die Unkosten erstatten. - Wir sprechen also von einer Subvention, auch wenn man das in dem Zusammenhang nicht gerne hört, und wir wissen ja, wie klamm Spanien im Moment dasteht, falls wir das wirklich komplett überschauen können, was ich manchmal bezweifeln will. - In den kommenden Wochen nun will man sich zusammensetzen, Gobierno de Canarias und die Inselregierung La Palmas, und einen Wunschkatalog zusammenstellen, wie oft und wann denn bitte Flugzeuge von Madrid nach La Palma fliegen sollen. - Paulino Rivero, schwer unter Druck geratener Präsident des Gobierno de Canarias verspricht uns mal wieder was, allerdings ist er vorsichtig geworden, er verspricht uns inzwischen nur noch sich zu bemühen. - Ich kann es nicht einschätzen, ob dieser Vorstoß Erfolg haben kann und wird, allerdings wäre es die erste "Obligación de Servicio Público" im Flugverkehr mit den Kanarischen Inseln und sicher fürchtet man sich in Madrid, dass dann das Modell La Palma Neider und Nachahmer finden könnte.



Donnerstag 14.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 24 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,5 Grad

Chapeau Coalición Canaria in Breña Baja
Ja, wer hätte das gedacht

Nein, nicht meine Partei, aber wollen wir fair bleiben, wenn die etwas Vorbildhaftes machen, dann wollen wir dem auch applaudieren. - In den Gemeinderäten in Spanien bekommen die Bürgermeister und die Räte der regierenden Gruppe, welche ein Amt belegen, ein Gehalt. - Wie viel, das bestimmen die selber, kein Wunder, dass hier jeder mal Politiker spielen will. - Es ist nicht vorgeschrieben, wie viele Gemeinderäte man in Lohn und Brot hat, weder Minimum noch Maximum, und das hat man in viele Fällen böse ausgenutzt und seine ganzen Kumpels oder Kumpelinen untergebracht und es ist wirklich nicht notwendig, dass Gemeinden mit nicht einmal 2.000 Einwohnern fünf bezahlte Berufspolitiker haben. - Aber da wird der Gesetzgeber wohl einen Riegel zukünftig vorschieben, es ist noch nicht raus wie, aber man will wohl in den Gemeinden die Zahl der Räte und wohl auch die Bezahlung dieser deckeln. - Die Opposition bekommt auch Geld, allerdings nur Aufwandsentschädigungen wegen der Teilnahme an Kommissionen und Plenen. - Das ist auch wieder in den Gemeinden unterschiedlich geregelt, das geht von 30,- Euro bis 100.- Euro, in manchen Gemeinden wird auch eine Pauschale bezahlt, und man muss nicht mal anwesend sein, auch solche Geschmacklosigkeiten werden da zum Teil geduldet, und auch da sollte man angreifen. - In Breña Baja nun, da hat eine Koalition aus den Sozialisten der PSC/PSOE und der Partido Popular die Coalición Canaria in die Opposition geschickt und so bekommen die gewählten Mitglieder dieser Fraktion kein Geld. - Nur eben, wenn sie an den Kommissionstreffen teilnehmen und an den Plenen und dieses Geld haben die sechs gewählten Mitglieder der Partei samt und sonders gesammelt und nun komplett als Spenden an gemeinnützige Vereine des Ortes gespendet. - Immerhin 3.352 Euro sind das geworden in einem Jahr und man begreift das als kleine Geste, nicht unbedingt als große Hilfe, weil es in diesen schweren Zeiten mehr bräuchte, als nur kleine Gesten. - Bescheiden sind sie auch noch, und natürlich steckt da der Wunsch dahinter, andere Parteien und andere Gemeinden würden auch solche Aktionen starten. - In der Tat, wer wirkliches Interesse an seiner Gemeinde hat, und Oppositionsarbeit auch als einen solidarischen Akt für seine Mitbewohner sieht, der sollte sich an den Mitgliedern der Coalición Canaria in Breña Baja ein Beispiel nehmen. - Die Caritas und andere Organisationen brauchen immer Geld, um den schwächeren Mitgliedern unserer Gesellschaft helfen zu können und da kommen solche Aktionen als gutes Beispiel auch hervorragend an. - Chapeau und einen Knicks, gut gemacht!



Donnerstag 14.02.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1017 hPa

Straßenbau?
Reparieren wäre wichtiger

Erinnern Sie sich noch daran, dass mal lustige Herren im politischen Mantel über die Insel liefen, und uns eine Autobahn von Santa Cruz nach Tazacorte schmackhaft machen wollten? - Für mehrere hundert Millionen Euro wollte man diese Insel mit einem völlig unsinnigen Verkehrsprojekt beglücken, und das sogar noch auf einer neuen Trasse, so dass auch noch riesiger Landschaftsverbrauch dazugekommen wäre, inklusive Abriss von Häusern und weiteren zerstörerischen Folgen. - Argumentativ war damals wenig zu machen, das war noch die Zeit, allerdings Endzeit der Megalomanie auf Pump, und nun sind alle diese Verkehrspläne komplett in sich zusammengestürzt, weil irgendein Spielverderber nun herausbekommen hat, dass man Kredite auch zurückbezahlen muss, oder wenn man das nicht macht, man keine neuen bekommt. - Das Geld für den Straßenbau ist also auf ein Minimum zusammengestrichen worden, zwei der drei Großprojekte hier auf der Insel stehen still, Ausbau der Südumfahrung und die Umgehungsstraße von Tazacorte, und nur noch für die Fertigstellung des Ausbaus der Nordumfahrung soll es Geld geben. - Da lässt man uns aber auch nicht genau wissen, ob dieses Geld denn dazu hergenommen wird, wirklich weiter zu bauen, oder reicht dieses Geld nur aus, um die Außenstände an die beteiligten Baufirmen zu bezahlen. - Lebensnotwendig sind alle drei Straßenbaumaßnahmen nicht, allerdings droht uns in naher Zukunft eine ganz andere, und dann muss man sagen, wohl bedrohliche Geschichte, denn die Hauptverkehrsader der Insel, die Strecke von Santa Cruz nach Los Lanos, durch die Cumbre-Tunnel, ist inzwischen in Abschnitten in einem derart schlechten Zustand, dass es bereits gefährlich werden kann, wenn man nicht krampfhaft das Lenkrad festhält. - Heute Morgen musste ich wieder mal zum Flughafen, noch im Dunkeln, und es regnete auf der Ostseite, da sah man auch nicht mal die Fahrbahnenden, da auch die Markierungen bereits so stumpf und abgefahren sind, dass es wirklich schwierig war, sich an manchen Stellen zu orientieren. - Gut, ich fahre die Strecke oft, ich weiß wo es hingeht, aber wer sich da nicht auskennt, der kommt dann in solchen Momenten schon mal ins Schwitzen. - Nun gibt es aber ein Problem, für Reparaturen ist das Cabildo Insular zuständig, und die haben auch kein Geld, man würde das gerne dem Gobierno de Canarias überlassen, aber die Finanzieren nur Neubauten von Straßen, und keine Reparaturen. - Man hat schon lange kein Geld mehr in die Erhaltung dieser Straße gelegt, dachte man doch, da kommt doch sowieso die Schnellstraße daneben, und nun kommt gar nichts, und man hat auch kein Geld für die Reparatur. - Ich bin mal gespannt, wo wir das Geld hernehmen wollen, um die längst überfälligen Sanierungen an der Hauptverkehrsstraße durchzuführen, bislang ist das noch kein öffentlich diskutiertes Thema, zumindest beißt die Politik dabei noch nicht an.



Mittwoch 13.02.2013 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 24,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,8 Grad

Kurzbesprochenes
Waffen oder Arbeitsgeräte, das Schiff ist noch da und daddeln Sie sich nach La Palma

Die Guardia Civil hatte im Vorfeld des Mandelblütenfestes Verkehrskontrollen unternommen, und dabei nach ihren Aussagen Drogen, sowie auch Waffen konfisziert. - Stolz hatte man dieses damals auch im Bild festgehalten, allerdings kann man wohl darüber diskutieren, ob man da wirklich Waffen sieht, oder Arbeits- beziehungsweise Sportgeräte. - Es kommt wie immer auf den Menschen an, wer das trägt, denn auch ich habe Macheten und Messer früher auch oft auf dem Auto gehabt, wenn ich meiner damals noch landwirtschaftlichen Tätigkeit nachgegangen bin. - So sollte man eben gut unterscheiden können, findet man auf einem Pickup eine Machete, und darin sitzt ein Landwirt im Overall, der gerade schwitzend aus den Bananen kommt, dann ist es sicher ein Arbeitsgerät, findet man allerdings solch eine Machete im tiefergelegten Sportcoupe, und der Besitzer kommt im Glitzeranzug daher, dann darf man wohl vorsichtiger sein. - Ob nun die Guardia Civil pauschal an dem Tag alles weggenommen hat, was eine Waffe sein könnte, oder wohl nach Augenschein die Kontrollen angegangen ist, das wissen wir nicht. - Wohl aber dass sich nun der Bürgermeister von Puntagorda, der allseits beliebte und sehr erfolgreiche Vicente Rodríguez über die Polizeimaßnahmen bei deren Vorgesetzten beschwert hat, nämlich auf der Vertretung der staatlichen Stellen hier auf La Palma, die sich "Subdelegación del Gobierno" nennt. - Ob das so weit kommen muss, dass sich die Politik gegen die Guardia Civil stellt, das weiß ich nicht, besser wäre eigentlich man würde Hand in Hand arbeiten, aber eigentlich traue ich es sowohl der Guardia Civil zu, zwischen Arbeitsgerät und Waffe unterscheiden zu können, aber auch dem bislang immer so gescheiten Vicente, dass man sich gut überlegt, was man in die Öffentlichkeit trägt. - Wer sich selbst überzeugen will, HIER gibt es das Polizeibild von den beschlagnahmten Gegenständen.

Die Thomsom Majesty liegt weiterhin im Hafen von Santa Cruz de La Palma, zumindest heute Mittag noch. - An Bord konnte man auf dem Deck, auf dem die Rettungsboote verzurrt sind wohl angeregte Arbeiten erkennen, sicherlich versucht man hier nun festzustellen, wie das denn eigentlich passiert sein kann, dass das Seil eines der Rettungsboote reißt. - Man hat auch ein zweites Boot zu Wasser gelassen, wohl als Probe, und leider haben wir in den letzten anderthalb Tagen nicht mehr erfahren, ob man denn schon weiter ist mit seine Ermittlungen, und auch wer denn eigentlich dafür zuständig ist, ob die Thomson Majesty wieder in See stechen darf. - Gehört haben wir, dass das Behörden aus dem Heimaltland Malta seien, und auch Vertreter dieses Landes hier auf der Insel weilen, weil das Schiff in Valletta beheimatet ist. - Allerdings könnte ich mir auch vorstellen, dass die hiesige Hafenbehörde und auch die ermittelnden Polizisten daran interessiert sind, alle nur möglichen Spuren zu sichern, denn immerhin sind bei dem Unfall fünf Matrosen ums Leben gekommen. - Die Passagiere sind nun bereits alle wieder zurück in Großbritannien, und wohl auch die nicht nautische Besatzung der Thomson Majesty, da heute erneut Chartermaschinen der Thomson-Gruppe von La Palma aus in englische Städte geflogen sind. - Das verunglückte Rettungsboot kann sich jedermann im Hafen von Santa Cruz angucken, zwar hängt ein Band der Guardia Civil davor, so dass man nicht auf den letzten halben Meter hin kann, aber es ist für jeden einzusehen. - Das muss für alle eine traurige Kreuzfahrt gewesen sein, die vielen Gäste an Bord bekommen wohl aber das gesamte Geld zurück, werden sich aber in Zukunft nur ungern an den Namen La Palma erinnern. - Noch drastischer dürfte das für die Besatzung sein, schließlich starben fünf Kollegen und dann erst für die Angehörigen, denen wird ihr Leben lang ein unangenehmer Schauer durch die Glieder fahren, wenn der Name unserer Insel fällt. - Auch darüber, wann die Obduktionen stattfinden oder bereits stattgefunden haben und über die Repatriierung der Körper haben wir noch nichts weiter erfahren können. - Eigentlich hat das Unglück auch überhaupt nichts mit der Insel zu tun, das hätte in jedem anderen Hafen passieren können, oder eben noch schlimmer, mit Passagieren auf dem Rettungsboot bei einem echten Notfall.

Darum darf man auch weiter Werbung für diese Insel machen, und die Condor hat nun, zusammen mit dem Patronato de Turismo ein Computerspiel auf der Webseite der Condor laufen. - "Greifen Sie nach den Sternen und gewinnen Sie eine galaktische Reise nach La Palma" - Sie müssen sich Sternbilder zusammenbasteln, und wenn Sie das geschafft haben, dann nehmen Sie an der Verlosung einer Reise für 2 Personen nach La Palma teil. - Also, wer noch nichts anderes vorhat, der daddelt sich HIER nun seine Reise nach La Palma zusammen.
















Mittwoch 13.02.2013 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1017 hPa

Seid umarmt, Millionen
Technologiepark auf Pump

Ob wir einen Technologiepark brauchen, das weiß ich nicht, denn schließlich hat bei uns noch niemand angeklopft der gemeint hat, baut mir einen Technologiepark, und dafür komme ich nach La Palma, schaffe Arbeitsplätze und bringe Wohlstand auf die Insel. - Aber gut, auf der anderen Seite kann man auch hingehen und sagen, schaffen wir erst mal die Infrastruktur, der Rest wird schon kommen. - Ja, finde ich auch bescheuert, weil uns ja auch die Praxis gelehrt hat, dass das nicht so ist. - Und die Frage bleibt immer wieder die Gleiche, warum sollen sich Firmen hier auf La Palma ansiedeln? - Wir müssten also einen ganz besonderen Vorteil anbieten, und da könnte dann dieser Technologiepark wohl eine Rolle spielen, wenn man das den entsprechenden Firmen umsonst oder zu einem guten Preis anbietet. - Allerdings muss ich auch feststellen, dass wir doch reichlich Büro- und Industriefläche brach liegen haben, welche man auch als Raum für technologische Tätigkeiten hernehmen könnte und ich darf an die beiden Gebäude der Inselregierung im Industriegebiet von Los Llanos erinnern, welche inzwischen umsonst an Interessenten vergeben werden, weil es anscheinend keinen Bedarf gibt. - Weiter ist immer noch viel in der alten Tabakfabrik frei und dann auch noch die beiden Parkhäuser am Flughafen, auch die könnte man nutzen, aber nein, man will unbedingt einen Bau hinstellen, übrigens nur anderthalb Kilometer vom Flughafen entfernt und nur neu ist gut und nur teuer ist gut. - So dachten wir vor 15 Jahren und haben uns damit heftig ins Knie geschossen, aber das meiste Geld ist eh geschenkt, denn stimmt erst mal die Anschubfinanzierung, und die soll von einem aus Madrid gestützten Kredit kommen, dann bezahlt uns die Europäische Union 85% des Vorhabens. - So heißt es aus der Inselregierung, also fast geschenkt der Gaul, da wäre man doch blöd, wenn man nicht zuschlagen würde. - Vor ein paar Wochen noch ließ man aus Madrid verlauten, es gäbe kein Geld dafür, aber nun hat man sich wohl neu aufgestellt. Gefährlich dabei ist allerdings die Geschichte, man spricht von 15 Millionen um die es geht, wenn dieses Geld dann nicht ausreicht, und auch wenn wir hier nicht die Elbphilharmonie bauen wollen, wissen wir doch aus Erfahrung, dass bei uns auch alles teurer wird als geplant. - Dafür wird dann die EU aber nicht mehr gerade stehen, und dann bekommen wir das Teil nicht fertig oder müssen uns noch weiter verschulden, nur um mit einem Technologiepark winken zu können, den wahrscheinlich wieder bloß wir schick finden. - Aber es würde in die Landschaft passen, zunächst landet man auf dem Denkmal für Megalomanie, unserem viel zu groß geratenen Flughafen, und fährt dann weiter, vorbei am Denkmal für nicht angewandte Technologie, und kommt dann langsam aber wunderbar auf La Palma an. - Ich hoffe sehr, mich mit meiner Skepsis gegenüber diesem Vorhaben Technologiepark zu irren, denn ganz dringend bräuchten wir neues Leben hier auf dem Arbeitsmarkt und leider müssen ja bei uns die Impulse immer von außen kommen. - Schade eigentlich, aber vielleicht waren es die vielen Subventionen, die uns das Können genommen haben, uns selbst weiter zu entwickeln.

Keinen Technologiepark hat Ralf Müller mit seiner Kamera eingefangen, sondern das La Palma, wie wir es kennen, lieben und leben. - Es gibt heftig was aufs Auge in der neuesten Rubrik unserer Bildergalerie.





Dienstag 12.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 22,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,5 Grad

Hochbetrieb am Flughafen
Über vierzig Abflüge heute

Da kann unser neuer Flughafen endlich mal zeigen was er kann, denn heute wird wohl ein Rekord geschrieben, was die Zahl der Flüge, und auch die Zahl der abgefertigten Passagiere angeht. - Auf der einen Seite gibt es sehr viele Sonderflüge nach Tenerife und Las Palmas, all die "Indianer" werden wieder von der Insel geflogen, die extra wegen dieses gigantischen Inselfestes nach La Palma gekommen waren. - Aber das alleine schafft noch keinen Rekord, dafür sorgen dann annähernd 1.500 Briten, welche nach Glasgow, Birmingham, London und Manchester geflogen werden. - Hintergrund ist der Unfall auf dem Kreuzfahrtschiff Thomson Majesty, bei dem am Sonntag fünf Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen waren. - Zur Erinnerung, bei einer Rettungsübung ließ man ein großes Rettungsboot in Wasser, und bei wieder aufholen riss eines der Seile und das Boot stürzte aus 20 Meter rücklings aufs Wasser. - Drei Besatzungsmitglieder konnten sich aus dem Rettungsboot befreien, fünf weitere leider nicht. - Das Schiff liegt weiter im Hafen von Santa Cruz de La Palma, es darf wohl noch nicht wieder auslaufen, weil noch nicht alle Untersuchungen abgeschlossen sind. - Nun hat man sich dazu entschieden, die Passagiere von Bord zu holen und in die Heimat zu fliegen, weil man einfach nicht weiß, wie lange denn die Thomson Majesty noch auf La Palma bleiben muss. - Wer nun das Sagen hat, wie es weitergeht, das geht aus der knappen Pressemeldung nicht hervor, aber es ist irgendwie verständlich, dass man vorsichtig umgeht damit, denn wenn bei einem solchen Rettungsboot mit nur acht Besatzungsmitgliedern das Seil reißt, dann hält das doch erst recht nicht wenn auch noch 50 oder 80 Passagiere da drin sind. - Aber das sind meine Überlegungen, vielleicht erfahren wir ja später mal, wie es wirklich war, aber eigentlich wollen ja die Reedereien nicht, dass über Unfälle oder Ungereimtheiten informiert wird. - Für unseren Flughafen eine Belastungsprobe, auch weil man sich von der Personalstärke bereits auf den sonst so schnarchigen Minimalverkehr eingestellt hat. - Wenn ich daran denke, die beiden Angestellten vom Kiosk, die heute eh schon mehr zu tun haben, weil so viele innerkanarische Flieger unterwegs sind, und dann noch 1.500 Engländer dazu. - Und erst die armen Leute von der Gepäckabfertigung, die riesigen Koffer der 1.500 Engländer, denn die sind ja mit dem Schiff unterwegs und haben sicherlich mehr als nur 20 Kilo dabei. - Ich glaube, die wissen heute Abend, was sie geleistet haben und wer von denen gestern noch bis in die Grauen des Morgens am Feiern war, weil man das an Karneval so macht, die tun mir richtig Leid.




Und das sind nur die Abflüge ab 14:30 Uhr, sonst passt schon mal ein ganzer Tag auf eine Seite bei uns




Dienstag 12.02.2013 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1019 hPa

Die Indianer sind müde?
Heute sicherlich

Zumindest sind sich alle einig, es waren weniger "Indianer" als noch letztes Jahr, wobei die Schätzungen zwischen 40.000 und 60.000 Teilnehmer schwanken. - Wahrscheinlicher ist es allerdings, dass die wirkliche Zahl noch deutlich unter den 40.000 Besuchern des Festes liegt, man hat sich hier immer in der Zahl teilnehmender Personen bei den Fiestas überschätzt. - Das liegt auch daran, dass man jedes Jahr neue Rekorde melden wollte, und wenn man sich im letzten Jahr bereits 75.000 Menschen erdacht hat, dann müssen es eben nun noch mal mehr sein. - Diese Tendenz ist nun aber gebrochen, man hätte ja nun 80.000 Teilnehmer melden müssen, und irgendwann wird man unglaubwürdig, wenn man mehr Besucher nennt, als die Insel Einwohner hat. - Ob es die Krise ist, oder einfach Müdigkeit beim Feiern, oder man einfach den Größenwahn satt hat, oder ob gar der tragische Unfall auf dem Kreuzfahrtschiff Thomson Majesty eine Rolle gespielt hat, alle sagen gleichmäßig aus, dass dieses Jahr deutlich weniger Menschen am "Día de los Indianos" teilgenommen haben, als noch im vergangenen Jahr. - Oder liegt es daran, dass man seitens der Stadtverwaltung eine Dezentralisierung versucht hat, in dem man diverse Höhepunkte und Veranstaltungen im Rahmen des "Día de los Indianos" sowohl räumlich wie auch zeitlich verschoben hat und man damit das Gefühl erhält, es sei nicht so viel losgewesen? - Weniger Menschen heißt aber noch lange nicht, dass die Qualität der Fiesta leiden würde, und da sind sich auch wieder alle einig, es gibt kein schöneres Fest als diese "Indianos" und niemand sonst auf der Welt feiert so wie unsere Indianer und nicht nur darauf sind wir stolz. - Walter Stumreich war auch unter den Rothäuten und hat uns mit seiner patentierten Anti-Polvo-Kamera ganz frische Bilder vom "Día de los Indianos" mitgebracht.















































Montag 11.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Verwaiste Westseite
Nur die Uncoolen bleiben heute im Westen

Ich war immer uncool, zumindest sagen mir das meine Töchter und die Begründung lautet etwa so: Nur weil dir kalt ist Papa, bist du noch lange nicht cool… War vor ein paar Jahren, als ich noch geraucht habe, und mir immer so schlotterkalt war, inzwischen brauch ich ja keine "Unaussprechlichen" mehr, sondern habe wieder durchblutete Beine. - Die Geschäfte sind inzwischen alle zu hier im Westen, nachdem man am Vormittag noch die Läden gestürmt hatte, um sich noch mit den wichtigsten Dingen zu versorgen. - Rum aus Arehucas, (Gran Canaria) Cola zum Mischen, und Talkumpulver, je mehr um so besser. - Wobei ich mich immer wieder frage, warum denn ausgerechnet der "Ron de Arehucas", und nicht unser palmerisches Eigengewächs "La Aldea", welcher von Leuten, die es wissen müssten, als wirklich hervorragender Rum eingeschätzt wird. - Ich wage mal eine Antwort und die lautet, es gäbe gar nicht genügend Rum von der Insel um den "Día de los Indianos" zu befeuern, denn Rum, als "Cuba Libre" oder als "Mojito" ist das Pflichtgetränk für die vielen weiß gekleideten Karnevalisten heute in der Hauptstadt. - Man bringt die Getränke sowieso mit, nicht nur, weil es billiger ist, sondern in Santa Cruz sind gar nicht alle Kneipen offen heute, und man müsste dann an den Buden anstehen und so macht man das auch schon eigentlich traditionell, dass man als Selbstversorger solche "Events" hinter sich bringt. - Ohne Rucksack geht man gar nicht los, auch Essen wird mitgebracht und spätestens ab heute Mittag waren dann alle Busse in Richtung Ostseite mit weiß gekleideten Menschen unterwegs, wie auch viele Privatfahrzeuge, die immer noch ihr Glück versuchen, in oder vor der Hauptstadt zu parken. - Es war auch reichlich Polizei unterwegs und wenn man den Buschtrommeln trauen kann, dann ist auch viel Polizei aus Tenerife ohne Uniform auf der Insel, man findet die Gelegenheit, bei einem solch rauschenden Fest Drogenverkäufer hops zu nehmen, wohl einfach zu verführerisch. - Hier im Westen ist es jetzt wirklich extrem ruhig, ein paar Kneipen dümpeln vor sich hin, machen Happy hour, aber eigentlich merkt man den Leuten hinter und vor dem Tresen an, dass sie eigentlich auch am liebsten jetzt in der Hauptstadt wären. - Fragwürdig ist immer wieder die Zahl der Feiernden in der Hauptstadt am "Día de los Indianos", da hat man letztes Jahr sogar von 75.000 Besuchern gesprochen und ich muss ganz einfach sagen, das erscheint mir dann doch viel zu hoch gegriffen. - Die Insel hat doch insgesamt nur ein paar Tausend Einwohner mehr, und ich kann garantieren, dass der Westen nicht komplett leer ist, und so viele Besucher von außerhalb schafft man in den beiden Fähren und den kleinen Flugzeugen nun auch nicht auf die Insel. - Ich wage aber auch keine Schätzung, und zählen, das kann man gleich vergessen, Indianer lassen sich nicht zählen, die haben andere Dinge zu tun. - Bei uns ist ja auch nur eine Tochter verindianert, die andere hat immer noch schwedischen Husten, und die ältere Tochter hat uns versprochen, noch vor dem ersten Bus zu kommen. - Nur komme ich jetzt ins Grübeln, die Busse fahren die ganze Nacht durch, da gibt es gar keinen "ersten Bus", oder meint die etwa den am Mittwoch?




Alle Jahre wieder, die Brauerei "Dorada" bringt eine Sonderedition für den Karneval heraus, die in der Mitte extra auch für unsere Indianos mit einer "Nerga Tomasa" als Protagonistin




Montag 11.02.2013 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1019 hPa

Riesengaudi mit Beigeschmack
Kabel gerissen am Rettungsboot, fünf Tote, aber der Karneval geht weiter

Ein Paar geschockte Zeitgenossen haben wohl gefordert, den Karneval in der Hauptstadt abzusagen, wegen des schrecklichen Unfalls gestern auf dem Kreuzfahrtschiff Thomson Majesty, aber diese Stimmen haben sich nicht durchgesetzt. - So geht heute, bereits am Vormittag die große Sause in der Hauptstadt los, der "Día de los Indianos" wird gefeiert, eine karnevalistische Show, welche als Ursprung eine Persiflage auf reich gewordene Rückkehrer von den Antilleninseln nach La Palma hat. - So kleidet man sich heute in Weiß, so wie man glaubt, dass reiche Leute das machen und markiert eben den "Onkel aus Übersee" wie man das auf Deutsch vielleicht sagen würde. - Dann kommt auch noch die Figur der "Negra Tomasa" dazu, denn nicht nur Geld und Arroganz brachten damals die Rückwanderer aus der Neuen Welt mit, sondern eben auch manch dunkelhäutige Frau. - Ganz politisch korrekt geht das nicht zu, die "Negra Tomasa" wird auch immer von Männern dargestellt, wie es sowieso der größte Spaß für männliche Karnevalisten sein muss, in Frauenrollen zu schlüpfen. - Dazu kommt dann auch noch das gegenseitige Bewerfen mit Talkumpulver und hier ist man sich des Ursprungs dieser Tradition nicht ganz klar, ob es Zufall oder eher Absicht war, dass man irgendwann anfing, sich gegenseitig mit Mehl, später eben mit Talkumpulver zu bewerfen. - Echar (un) polvo, also jemanden zu "bepulvern", das ist auf jeden Fall abwertend gemeint und trägt auch eine sexuelle Komponente mit sich, welche in Süddeutschland und Österreich auch unter "pudern" bekannt ist. - So wagt man es eben am heutigen Tag in Santa Cruz, so wie an allen Karnevalstagen in Los Llanos, jeden zu "bepulvern", was man eben im Alltag niemals machen könnte oder dürfte. - Inzwischen ist das aber eher sportlich zu werten, immer mehr Wert legt man inzwischen auf das Aussehen der Kleidung und der Sinn oder Unsinn des gegenseitigen Bewerfens von Babypulver wird nicht mehr diskutiert, sondern einfach gemacht, weil es eben Tradition ist. - In Santa Cruz geht der Karneval bereits vormittags los, in den anderen Städten ist heute bis Nachmittag alles normal, dann schließen die meisten Läden, weil man eben den Angestellten auch die Möglichkeit geben will, diesen "Día de los Indianos" feiern zu können. - Ach ja, Indianos nannte man hier eben diese Rückkehrer aus der Neuen Welt, immer noch auf den tragischen Irrtum des Herrn Columbus bezogen, der sich ja irgendwie kontinental geirrt hatte, bei seiner Entdeckung. - Zum "Día de los Indianos" fährt man natürlich mit dem Bus, eine Annäherung an die Hauptstadt mit dem eigenen PKW ist nicht zu empfehlen, das gibt ein Chaos. - Mit dem Bus gibt es drei Möglichkeiten. - Aus Los Llanos, direkt, da werden auch Sonderbusse ab Mittag eingeflochten, und wer aus El Paso den Bus nehmen will, dem sei vielleicht besser angeraten doch in Los Llanos zuzusteigen, weil die meisten Busse bereits voll aus Los Llanos losfahren. - Man kann auch mit dem Auto zum alten Flughafen fahren, unterhalb des Inselkrankenhauses, da wo Ikea ist, von dort aus gibt es auch einen Busshuttle in die Hauptstadt, und auch abends bis früh morgens wieder zurück. - Das Gleiche gibt es auch aus Los Cancajos, auch dort kann man sein Auto abstellen und dann mit dem Bus nach Santa Cruz fahren. - Als Hinweis noch, nachts kosten die Busse heute vier Euro anstatt deren zwei, und Bonos gelten dann auch nicht, heute wird Geld verdient.

So rückt der schreckliche Unfall von gestern Mittag also bereits wieder in den Hintergrund, und ein paar Neuigkeiten darüber konnten wir noch in Erfahrung bringen. - Das Kabel am Vorschiff des Rettungsbootes soll gerissen sein, als man den Tender (so wird das in der Pressekonferenz bezeichnet) bereits wieder von der Wasseroberfläche auf der Höhe des Decks gehoben hatte, an dem die Boote festgemacht sind. - Das Rettungsboot stürzte also mit acht Besatzungsmitgliedern an Bord nach vorne herunter, dann riss auch das hintere Seil und der Tender fiel Rumpf nach oben auf das Wasser. - Die drei Besatzungsmitglieder, welche sich im hinteren Teil des Bootes befanden konnten sich befreien, die fünf, welche vorne im Boot waren nicht, und man wird erst nach der Obduktion wissen, ob die Seeleute ertrunken sind, oder vom Boot erschlagen wurden. - Warum das Seil reißen konnte, diese Frage muss noch gestellt werden, auch deshalb, weil das Rettungsboot mit nur acht Personen ja nur ganz gering beladen war und man davon ausgehen muss, dass es bei voller Beladung mit Passagieren sofort gerissen wäre. - Da wird es weitere Untersuchungen geben und auch geben müssen und man wird sich die Seile und Aufhängungen der anderen Rettungsboote ganz genau ansehen.





Sonntag 10.02.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 22,6 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Fünf Tote und drei Verletzte im Hafen von Santa Cruz
Schreckliche Tragödie bei einer Übung mit dem Rettungsboot

Das Kreuzfahrtschiff Thomson Majesty ist ein regelmäßiger Besucher unserer Insel, und bringt auf seinen Kreuzfahrten knapp 1.500 Passagiere mit. - Auch üblich sind ständige Übungen mit den Rettungsbooten während der Liegezeit im Hafen, und genau bei einer solchen Übung sind heute Mittag 5 Seeleute ums Leben gekommen und drei weitere verletzt worden. - Die Verletzten befinden sich allerdings nicht mehr in Lebensgefahr und Passagiere haben nicht an dieser Übung teilgenommen. - Die Übung, also das Aussetzen des Rettungsbootes war bereits beendet, man hatte das Boot schon wieder nach oben gezogen und die Abdeckung bereits abgenommen, als vermutlich ein mechanischer Defekt dafür sorgte, dass eine der Leinen an denen das Boot festgemacht war plötzlich nachgab und das Boot in die Tiefe stürzte, mit acht Besatzungsmitgliedern an Bord. - Man weiß natürlich noch nicht die genaue Ursache, pauschal heißt es ein mechanisches Versagen, aber warum so etwas passiert ist, das werden nun erst die eingeleiteten Untersuchungen ergeben. - Vier der Besatzungsmitglieder starben am Unfallort, der fünfe später an seinen vielfachen Bruchverletzungen. - Drei der Toten kamen aus Indonesien, einer von den Philippinen und ein Seemann aus Ghana. - Bei den Verletzten handelt es sich um zwei Besatzungsmitglieder aus Griechenland, und der dritte von den Philippinen. - Es gibt unterschiedliche Aussagen darüber, aus welcher Höhe das Rettungsboot stürzte, in einer Meldung heißt es 20 Meter, in einer anderen 30 Meter, auf jeden Fall war der Aufprall auf das Wasser sehr hart und das Rettungsboot stürzte auf die meisten der acht Besatzungsmitglieder. - Einige Beobachter meinten dazu, die unter das Boot geraten waren, für die hätte es keine Überlebenschance gegeben. - Die Thomson Majesty wird nun zunächst auf Spezialisten der Kriminalpolizei aus Tenerife warten müssen, welche noch hier auf La Palma Untersuchungen am Schiff vornehmen werden. - Die fünf verstorbenen Besatzungsmitglieder werden dann hier im Krankenhaus obduziert, und erst danach wohl in ihre Heimatländer gebracht werden können. - Wann das Schiff den Hafen von Santa Cruz verlassen kann, das steht noch nicht fest. - Für heute Nachmittag wurden die Programmpunkte des Karnevals in Santa Cruz abgesagt, allerdings wird ein für heute Abend angesagtes Konzert wohl durchgeführt. - Die Feierlichkeiten für den morgigen "Día de los Indianos", also den größten Akt unserer Karnevalsfeiern, werden ganz normal stattfinden, so zumindest hört man das jetzt aus dem Rathaus von Santa Cruz de La Palma. - Allerdings hat man schon einiges an Kritik darüber gehört, denn ein Programmpunkt ist die Ankunft der "Negra Tomasa", einer der Hauptfiguren, und die kommt traditionell mit einem Schiff im Hafen an. - Karnevalsfreude keine zweihundert Meter, wo einen Tag zuvor noch fünf Menschen gestorben sind, das ist schwer nachzuvollziehen. - Ich nehme mal an, man wird das modifizieren, aber den "Weißen Karneval" in Santa Cruz, den kann man eigentlich gar nicht absagen. - Es wird noch reichlich Diskussionen geben darüber, ob man feiern darf, wo andere so tragisch und besonders zeitnah gestorben sind, im Moment allerdings gehört unser Mitgefühl den Hinterbliebenen des schrecklichen Unfalls in Hafen von Santa Cruz de La Palma.



Sonntag 10.02.2013 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1020 hPa

Ihr habt Probleme…
Schavans Rücktritt sorgt hier für Kopfschütteln und Polemik

"In Deutschland treten Politiker sogar dann zurück, wenn sie kopiert haben, hier nicht mal, wenn man ihnen nachweist, dass sie korrupt sind." - So lauten die allermeisten Kommentare zur kleinen Randnotiz in der Zeitung Canarias 7, die als einziges Regionalblatt den Rücktritt der deutschen Bildungsministerin aufgreift. - Allerdings auch bereits mit der Überschrift "In Deutschland treten sie wohl zurück, und wenn es wegen Kopierens ist", anders wird daraus hier keine Nachricht, und in der Tat ist das ein ganz anderes Kaliber, als das was hier passiert. - Nicht, dass wir uns falsch verstehen, die Glaubwürdigkeit Annette Schavans ist dahin, keine Frage, aber wir wälzen hier andere Probleme und plötzlich steht Deutschland in der Presse nicht mehr als allmächtiger Geldregulator da, sondern zeichnet eine Vorbildfunktion und anerkennend heißt es in den meisten Kommentaren, man solle sich hier in Spanien eine Scheibe davon abschneiden. - Dabei spielt kaum eine Rolle, warum Frau Schavan zurückgetreten ist, sondern einfach die Tatsache, dass eine einflussreiche Politikerin das getan hat, obwohl sie nicht gestohlen hat oder korrupt ist. - Die Diskussion um die absolut verrohte politische Landschaft hier ist bereits seit geraumer Zeit offen, und Annette Schavans Rücktritt kann dazu nur noch weiter beitragen, als Vorbild. - Auf jeden Fall ist damit das Ansehen Deutschlands hier wieder stark gestiegen, als Partybremse gelten sie weiterhin, aber eben mit einem sehr hohen Ehrenkodex versehen, der Nachahmung empfiehlt. - Ich kann ja nicht einschätzen, wie weit Angela Merkels Überlegungen um ihre Wiederwahlchancen da mitgespeilt haben, also ob der Rücktritt Schavans aus wahltaktischen Gründen geschehen ist, ansonsten muss ich mich der überwiegenden Einschätzung der hier lebenden Menschen anschließen, Chapeau Frau Schavan, bereits Zweifel machen einen Politiker unglaubwürdig, und wenn wir diese Maßstäbe hier ansetzen wollten, dann müssten wir für ganz viele Leute plötzlich neue Jobs finden, allerdings können die meisten von denen ja gar nichts, und es würden nur neue soziale Härtefälle entstehen. - Alberto Vázquez Figueroa, auf Tenerife geborener Schriftsteller von internationalem Ruf hat vor einer Weile den Satz veröffentlicht: "Hasta que no se coja a 20 políticos y 20 banqueros y los ahorquen, este país no tendrá solución" - "So lange man nicht 20 Politiker und 20 Banker schnappt, und diese aufhängt, so lange gibt es für dieses Land keine Lösung" - Das ist ein heftiger Satz, von den allermeisten allerdings applaudiert, und von den Politikern und Bankern nicht kommentiert und auch völlig unbestraft geblieben, obwohl dieser Ausspruch natürlich den Weg durch die Medien gefunden hat. - Dabei gäbe es einfachere Lösungen, und die kann man am Wahltag treffen, aber darauf sind wir wohl noch nicht wirklich gekommen. - Frau Schavan in unserer Presse, eigentlich möchte man sie knuddeln…



Samstag 09.02.2013 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 26 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 23,9 Grad - niedrigste Temperatur 13,3 Grad

Karnevalskönigin in Los Llanos ist: Claudia Brito Díaz
Wer die meisten Sponsoren hat, der gewinnt

Gestern Abend fand einer der Höhepunkte des Karnevals in Los Llanos statt, die Gala, in welcher die Murgas auftreten, und auch die Karnevalskönigin gewählt wird. - Die Murgas sind Gruppen an singenden Büttenrednern, vielleicht kann man das so am besten beschreiben, welche mit beißendem Humor meist alltägliches, und sehr oft die Politik durch den Kakao ziehen. - Die Karnevalskönigin wird ihres Kleides wegen gewählt, wenn man das überhaupt noch Kleid nennen kann, denn eigentlich muss man sagen, es ist ein Möbelstück aus Sperrholz, Kaninchendraht und Styropor, welches mit viel Stoff überzogen, und dann eine Frau davor geschnallt wird, die dann dieses Möbel mehr oder weniger graziös auf Rollen über die Bühne zieht. - Sie merken schon, ich bin kein richtiger Fan davon, aber in Los Llanos ist das extrem beliebt und auch wichtig, wer von den jungen Damen Königin wird, oder "Ehrendame", also Zweite oder Dritte, die darf sich eines gewissen Rums sicher sein. - Die Nachbarschaftsvereine der einzelnen Stadtteile sind für die Gestaltung und auch die Herstellung der "Kleider" verantwortlich, allerdings hat sich seit dem progressiven Sponsoring da einiges verändert. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es auch schon Sponsoring, allerdings lief das im Stillen ab, Geschäftsleute aus dem Stadtteil gaben Geld oder auch Materialien, damit dann die Nachbarschaftsvereine arbeiten konnten. - Nun wird das Sponsoring immer wichtiger, und alle, die da Geld geben, die wollen natürlich auch genannt werden, ob nun Anwalt, Pizzería oder Baugeschäft, wer bezahlt, der will auch was dafür haben. - Auch kann man durch große Spenden in die Jury kommen, und so hat sich das in den letzten Jahren wohl schon so gezeigt, wer mehr Sponsoren hat, der hat dann auch die größeren Chancen gewählt zu werden, so dass einige im Vorfeld der ganzen Geschichte richtig losziehen, um Werbepartner zu finden. - Aber welches Kleid oder welches Lächeln nun das schönste ist, das kann man ja eh ruhig als subjektives Bild abtun, niemals wird man da jedem gerecht, und ich hätte da auch eher ein anderes Kleid gewählt, aber ich bin da sicher kein Leitfaden in Sachen Klamotten und Glamour. - Wer nur Jeans und T-Shirts kennt, der hat die Haute Couture verpennt, so kann man das auch bezeichnen, aber es ist doch gut so, dass alle verschieden sind. - In diesem Jahr hat sich leider bei der Wahl zur Karnevalskönigin in Santa Cruz de Tenerife ein schrecklicher und extrem dummer Unfall abgespielt, über den man jetzt im Nachhinein noch viel diskutieren wird. - Eine der dortigen Damen hatte in ihr Kleid auch Funken sprühende Feuerwerkskörper eingearbeitet, aber das ist im wahrsten Sinne des Wortes nach hinten losgegangen, denn die Funken entzündeten das Kleid einer weiteren Aspirantin, welche noch auf ihren Auftritt wartete. - Das Kleid fing heftig Feuer, und da die Damen an der Konstruktion ja befestigt sind, konnte das arme Mädchen nicht vor den Flammen fliehen, sondern musste erst losgemacht werden, stand also eine ganze Weile mitten in den Flammen, so dass sie nun mit Verbrennungen von über 40% ihrer Haut in einer Spezialklinik in Sevilla liegt. - Was nun natürlich bemängelt wird, wie kann man denn überhaupt auf die saudumme Idee kommen, Feuerwerkskörper in höchst brennbare Konstruktionen einzubauen, das war doch eigentlich vorgegeben, dass da was passiert. - Auch fragt man sich, warum man denn trotz dieses Vorfalles die Wahl zur Königin nicht abgebrochen hat, und sucht nun eben nach Worten und auch Schuldigen, welche an den Pranger gestellt werden können. - Hier ist dergleichen nicht passiert, allerdings hielt man eine Weile inne bei der gestrigen Veranstaltung, um der schwer verletzten Saida Prieto aus Tenerife zu gedenken. - Die Fotos stammen aus der Kamera von Walter Stumreich, der hat genügend Sitzfleisch, um sich die lange Veranstaltung anzutun, und ich glaube auch, dass es ihm ein bisschen hilft, dass er nicht alles versteht…

Bei uns ist auch Karneval, beide Karnevalsprinzessinnen sind nun wieder hier, die eine aber nur zum Feiern, wie sie immer wieder betont, nicht dass wir uns übergroße Hoffnungen machen sollten, dass wir sie oft zu Gesicht bekommen. - Schön die Bude für ein paar Tage wieder komplett zu haben.




Erster Platz, Claudia Brito Díaz aus Los Barros/LosPedregales




Zweiter Platz, Alexandra Castro González, aus Retamar




Dritter Platz, María Ramos Hernández aus La Laguna





Und nun noch die anderen drei Kandidatinnen, welche nicht gewonnen haben








Samstag 09.02.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1018 hPa

Kein Glasnost im Gesundheitssystem
Ein Jahr warten für einen Termin beim "Oto"

Otorrinolaringólogo heißt das "Oto" ausgeschrieben und wer das für einen Zungenbrecher hält, der muss sich mal vor Ohre halten, dass Hals-Nasen-Ohren-Arzt für spanische Zungen ebenso unmöglich flüssig auszusprechen ist. - Also lieber "Oto" und "HNO" sonst muss man den alleine vom vielen Sprechen schon besuchen. - So lange mussten wir auf einen Termin warten, und das Thema Wartelisten im Gesundheitssystem bei uns sind ein unangenehmer Dauerbrenner. - So ganz genau sind wir noch nicht dahinter gestiegen, ob man mit diesen Wartezeiten die Leute versucht zu Privatärzten zu schicken, um das öffentliche Gesundheitssystem zu entlasten, oder ob es sich wirklich um Geldmangel handelt, oder schlichtweg um Unfähigkeit in der Organisation. - Letzteres scheint auch ein glaubhafter Pfad zu sein, denn es liegt sicher nicht am medizinischen Personal, die sind bestens ausgebildet und eigentlich auch in genügend großer Zahl vorhanden, aber die Leitung der Kliniken, welche bei uns auch die Fachärzte beheimaten, die unterliegt eigentlich immer Leuten, welche nicht die geringste Ahnung vom Fach haben. - Das ist politisch motiviert, man muss die treuen Parteigänger doch irgendwo unterbringen, und in Zeiten wie heute, wo ein radikaler Sparkurs angeordnet ist, sollte man eigentlich höchst befähigt und talentiert sein, sonst kommt das dabei heraus, was im Moment los ist. - Um das klar zu machen, es geht dabei nicht um Notfallversorgung, die funktioniert hervorragend und kennt keine Wartezeiten, aber wer halt kein Notfall ist, was ja eigentlich schön ist, der muss warten und wir wissen wirklich nur zu gut die Herkunft des Wortes Patient zu deuten. - So ist die Kritik am öffentlichen Gesundheitsdienst auch immer erster Angriffspunkt der momentanen Opposition, denn man kann sich sicher sein, hier finden sich viele ganz einfach zu kritisierende Punkte. - Wobei man jetzt ein bisschen aufpassen muss, denn einiges greift da ineinander, und so muss sich die jetzige Opposition in Form und Natur der Partido Popular sagen lassen, dass man selbst vor drei Jahren noch für dieses Ressort auf den Kanaren verantwortlich war, und auch die staatlichen Sparpolitik, und in Madrid regiert die PP alleine, dafür sorgt, dass im Gesundheitsdienst auch finanzielle Lücken gerissen werden. - So erinnere ich mich nur zu gut noch als die Partido Popular vor ein paar Jahren immer wieder darauf hingewiesen hatte, dass man hart daran arbeite, die Wartelisten zu verkleinern, aber niemals ist es wirklich dazu gekommen und nun scheint es wieder in die andere Richtung zu gehen, die Wartelisten werden wieder deutlich länger. - Aber wir erfahren nicht wirklich etwas dazu, und das ist nun der neueste Kritikpunkt, man enthält uns die Zahlen vor, weil man eben keinen Blumentopf und auch keine Bettpfanne gewinnen kann, wenn man verkünden muss, dass die Wartelisten für eine Behandlung durch einen Spezialisten im Inselkrankenhaus wieder angestiegen sind. - Und in der Tat, die letzten Zahlen stammen aus dem Juni vergangenen Jahres, und weiter ist den Verantwortlichen der Coalición Canaria zum Stand der Wartelisten nur Bruchstückhaft etwas abzuringen. - Es fühlt also jeder Patient an sich selbst, Statistik wird nicht gegeben, eher im Gegenteil, Maite Pulido von der Partido Popular geht sogar noch weiter und behauptet, wenn man Zahlen nenne, dann sogar noch falsche Zahlen und die Ärzte bekämen einen Maulkorb verordnet, damit bloß nichts nach außen dringt. - So nennt sie ein interessantes Beispiel für die Endoskopie. - Auf eine Anfrage hin heißt es, im Dezember 2012 sollen angeblich nun neun Patienten auf der Warteliste für einen endoskopischen Eingriff stehen, aber die Wartezeit dafür beträgt 235 Tage. - Das ist ein Widerspruch in sich, denn wären es wirklich nur neun Patienten, dann gäbe es diese Wartezeit doch gar nicht. - Ein noch größeres Fragezeichen baut sich in einer anderen Spezialität auf, um eine tomographische Untersuchung zu erhalten, dort gibt es angeblich nur vier Patienten auf der Warteliste, beträgt die Wartezeit dennoch 515 Tage. - In der Tat nicht zu erklärende Rumpfinformationen, welche nicht richtig oder auf keinen Fall komplett sein können, die Frage allerdings lautet, nutzt uns als Patienten das Wissen um die längeren Wartezeiten etwas, oder schürt das eher Unruhe und Angst. - Das gibt nämlich nun die Coalición Canaria auf die Kritik der Partido Popular als Losung aus, man nennt zwar keine Zahlen, welche die Vorwürfe entlasten würden oder aufklären, sondern stellt sich hin und meint, man solle doch diesen falschen Alarm sein lassen und man würde durch solche Behauptungen, wie sie Maite Pulido aufstellt, den Patienten doch noch mehr Schaden zufügen. - Auch eine interessante Sichtweise, welche die Kirche vor den Zeiten eines Martin Luther auch sehr erfolgreich verfochten hat, wer nichts weiß, der kann sich auch nicht über etwas aufregen. - Bluthochdruck durch Wissen, dagegen kostet die Therapie auch keinen Cent.



Freitag 08.02.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,7 Grad

Short stories
4.000 Kondome für die Hauptstadt, Politiker lassen anschreiben und Schwedenwracks

Ob es rote Kondome sind, das weiß ich nicht, allerdings würde das passen, denn wer die verteilt in Santa Cruz, das sind die jungen Sozialisten, und nicht die katholische Kirche, wie man sonst wohl annehmen dürfte… - Die Kondome sollen für den Karneval sein, nein, nicht um als lustige Luftballons zu dienen, sondern Sie wissen schon, eigentlich sollen die gegen was sein, das muss ich Ihnen doch nicht erklären. - Was aber lustig ist, die Angehörigen der jungen Sozialisten wollen denjenigen, welche an den Kondomen interessiert sind erklären, warum das wichtig ist, denn in letzter Zeit haben die Geschlechtskrankheiten hier wieder zugenommen und Schuld daran sei die "Pille danach". - Die kann man inzwischen in jeder Apotheke bekommen und das setzt die Hemmschwelle drastisch herab, wenn es um den Gedanken geht, ob man sich und andere denn schützt oder nicht. - Also doch eine gute Idee, und gerade im Karneval, wo eben der Alkohol permanenter Begleiter ist, fällt oftmals zunächst die Vernunft und danach die Kleider, und da kann es doch sehr passend sein, wenn man solch ein Kondom zunächst bei der Hand hat, und dann anderswo. - So wird diese Aktion der jungen Sozialisten in manchen sozialen Gruppen ziemlich lächerlich gemacht, denn jeder sei doch schließlich aufgeklärt, aber wenn die Anzahl der Geschlechtskrankheiten wieder steigt, weil man eben mit der "Pille danach" das Schwangerschaftsrisiko komplett ausschließen kann, dann ist das doch mit der Aufklärung nicht wirklich weit genug gegangen.

Oft sagt man doch von Politikern, die tun gar nichts, die reden doch nur geschwollen daher. - Nun aber ist herausgekommen, dass einige hohe Politiker, und die Zeitung Canarias 7 nennt hier den kanarischen Parlamentspräsidenten Antonio Castro Cordobez, nicht mal ihre Reden und Diskurse selbst verfassen, sondern dafür einen privaten Dienst in beschäftigen. 28.000 Euro soll das im Jahr kosten, und nun müssen Sie sich das mal vorstellen, wie die Menschen hier auf der Straße darüber denken, wo wir doch überall sparen müssen und viele Leute nur noch mit Hilfe der Familie, der Nachbarschaft und der Caritas über die Runden kommen. - Das ist der nächste Schlag ins Gesicht einer Bevölkerung, die schuldlos in diese Krise geschmissen wurde, eben durch korrupte und unfähige Politiker, und dann muss man auch noch von schwarzen Kassen erfahren und dass die nicht mal in der Lage sind, eine eigene Rede zu halten, sondern dafür auch noch unser Geld ausgeben. - Antonio Castro Cordobez ist hier auf La Palma ein äußerst bekannter Mann, bis vor ein paar Wochen noch Vorsitzender Sekretär der Coalición Canaria, nun aber eher Graue Eminenz im Hintergrund und wenn man gut informierten Kreisen glauben darf, dann zieht der Mann die Strippen der Coalición Canaria nicht nur hier auf der Insel. - Die einen mit Schwarzgeld erwischt, die anderen dabei, dass sie schreiben und wohl auch denken lassen, und wie treue Schafe gehen wir alle vier Jahre wieder hin, und wählen die auch wieder brav weiter. - Wie lange geht das noch so?

Die Helden sind zu Hause, sind müde und krank, sehen aus wie Braunbär mit Spucke und brauchen nun sicherlich erst mal ein paar Tage, um das Schwedenabenteuer körperlich zu verkraften. - Die meisten sind erkältet, haben aber, wie gefordert bis in den Flieger zurück durchgehalten, in Umeå erzählt man sich nun die Sage von den unkaputtbaren Pasenses, kein Schnee, kein Wind und besonders kein Schwedenpunsch kann die wilde Bande aus El Paso umhauen. - Zumindest eine Weile nicht, aber so einige bezahlen nun doch ganz gewaltig, und auch ich werde nachher noch mal in die Apotheke geschickt, mit einem Zettel, damit ich ja nicht vergesse, was ich alles mitbringen soll. - Da sind meine Töchter ganz Spanierinnen, mehr Medizin macht schneller gesund, und wir müssen dann Tricks anwenden, um das ein bisschen zu drosseln, aber wie wir das machen, das kann ich Ihnen hier natürlich nicht erzählen, sonst würde das später nicht mehr funktionieren. - Über 1.000 Fotos hat sie mitgebracht, absolut begeistert von Schweden und den Schweden ist unsere jüngere Tochter, und natürlich wird nun geplant, wie man es denn schnellstmöglich schafft, auf die Universität von Umeå zu kommen, denn die sei so supertoll. - Das spielt mir nun wieder direkt in den Sinn, denn ganz uneigennützig kann ich meiner Tochter dabei behilflich sein. - Du willst so bald wie möglich nach Schweden, zum Studieren, dann gibt es nur einen Weg, lern so viel und schnell wie du kannst, und das ist nicht mal gelogen. - Väter sind böse und wollen immer nur das Eine, stimmt, das Beste für die Brut.




Let it snow...




Freitag 08.02.2013 07:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1017 hPa

Kultur ist wenn man trotzdem feiert
Der Kulturbeauftragte gibt bekannt

THE HIPPIE HIPPIE SHAKE

So langsam kommt der "Carnaval" ins Rollen, auf Facebook tauchen die ersten Fotos von durchaus fantasievoll kostümierten Menschen auf, Pläne für den talkumschwangeren "Día de Los Indianos" am Rosenmontag in Santa Cruz werden gemacht, und in Los Llanos droht für den Samstag ganztägig und -nächtig die legendäre "Polvacera". Bei diesen Veranstaltungen geht es neben der Einnahme möglichst vieler narkotisierender Substanzen in diversen Aggregatzuständen und Darreichungsformen auch um die Verteilung einer größtmöglichen Menge an Babypuder. Das tut nicht weh, und wenn man nicht gerade an einen Karnevalisten gerät, der Mariano Rajoys Sparappelle dahin gehend umsetzt, dass er statt Markenpuder Mehl oder Gofio wirft, dann lässt sich das unter der Dusche auch relativ leicht und schmerzfrei wieder entfernen. Und obwohl unsere beiden Inselmetropolen tagelang wie eine riesige Neugeborenenstation im Kreiskrankenhaus riechen, was ja einen positiven Touch hat, hat nicht jeder Verständnis für die Pulverschlacht.

Für diese Menschen gibt es am Samstag eine Alternative in El Paso. Auch dort sind Verkleidungen erwünscht (aber nicht Pflicht), Talkum hingegen nicht. Die Bar Central gibt den Schauplatz ab für eine Veranstaltung nach dem Motto "Flower Power never dies" und lädt Teilzeitnostalgiker, Ewiggestrige und alle sonstigen Fans der 60er und 70er Jahre zu einer Tanzveranstaltung ein, die hoffentlich Geschichte schreiben wird. Die Musik kommt nur teilweise aus der Konserve. Live auf der Bühne werden die drei Jungs (hi, hi, hi) der DINOS BAND ihre Möglichkeiten ausschöpfen, das werte Publikum zu tanzähnlichen Bewegungen zu animieren. Die drei Musiker sind keine unbeschriebenen Blätter in La Palmas jüngerer Musikgeschichte. Francisco "El Groucho" Ortega (Keyboards, Gesang) und Juan "El Kiowa" (Gitarren, Gesang) spielten bereits 1964 in der ersten Beatband der Insel, Ödi "El Melena" Jonitz (Gesang) tut seit 1988 in verschiedenen Formationen sein musikalisch Bestes. Begleitet werden sie von den Gebrüdern Yamaha, einem unscheinbaren Backgroundorchester, welches über ein perfektes Timing verfügt, stets pünktlich zu den Proben und Auftritten erscheint und nicht an der Gage teilhaben möchte. Sehr praktisch, das. Die Yamahas spielen alles andere, also Bass, Schlagzeug, Blas- und Streichinstrumente etc. pp. Ihrem Erfahrungsstand entsprechend (puh, fast hätte ich "Alter" geschrieben) spielen die DINOS am liebsten Musik von den Beatles, den CCR, den Stones, Eric Clapton, den Dire Straits, gute Musik von früher halt. Ein einziges Stück aus den 80ern hat sich ins Repertoire geschlichen. Wer es erkennt bekommt ein Freibier von der Band.

Apropos Freibier: Wer passend verkleidet erscheint bekommt ein erstes Getränk in Form eines Bieres, eines Gläschen Weins oder eines sogenannten Erfrischungsgetränks auf Kosten des Hauses. Grundsätzliche Kosten entstehen an der Eingangstür, wo ein Obolus von € 5 erhoben wird, der ausschließlich der Band zugute kommt. Beginn ist um 21.30 Uhr, zahlreiches Erscheinen ist erwünscht und erhofft. Lets's do the Hippie Hippie Shake.

Musikalische Grüsse

Ödi Jonitz, ihr Kulturbeauftragter




Donnerstag 07.02.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 23,7 Grad - niedrigste Temperatur 14,5 Grad

Herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiß was
In Santa Cruz geht es nur um die Parkplätze

Gut, dass am Montag in der Hauptstadt Karneval ist, dann sind für ein paar Tage die Parkplatznot in der Santa Cruz mal nicht mehr das bestimmende Thema, sondern wie man das Talkumpulver und die üblen Gerüche wieder aus der Stadt bekommt. - Heute geht es aber wieder um die Parkplätze und in den vergangenen Monaten hat der Verein der Gewerbetreibenden der Innenstadt Santa Cruz´ mehr Pressemeldungen verfasst, als alle Parteien zusammen und fast immer ging es um die Parkplatznot, die dadurch entstandenen Umsatzrückgänge und auch Schließungen von Geschäften. - Das ist sicherlich unangenehm, allerdings liegt es nicht nur daran, dass man in Santa Cruz vormittags schlecht parken kann, es hat sich halt ein bequemer Speckgürtel an Geschäften rund um die Stadt gebildet und viele kaufen in der Gemeinde Breña Alta ein, da dort viele Geschäfte, auch Ikea und Lidl eben Käufer abgreifen. - Auch kommt die Krise dazu, das Geld sitzt nicht mehr locker, und nicht nur die fehlenden Parkplätze sind dafür verantwortlich, dass Santa Cruz als Einkaufsstadt schon lange nicht mehr sonderlich attraktiv ist. - Nun kritisiert man auch noch die Parkscheinautomaten, die man doch extra aufgestellt hat, weil der Verein der Gewerbetreibenden das gefordert hatte. - Allerdings war das wohl noch der alte Vorstand des Vereins, denn nun hießt es, die Parkscheinautomaten würden Tickets auswerfen, auf welchen nicht die Steuernummer des Betreibers der Kurzparkzone steht, und das müsse wohl draufstehen. - Illegal seien die, und man verlangt sofortige Abhilfe. - Das wird man doch beheben können, man kann doch wohl diesen Automaten sagen, was da alles draufgedruckt werden muss, auf der anderen Seite ist es ja wohl auch ein bisschen lächerlich, das mit der Steuernummer, oder gibt es wirklich Leute, die einen Parkschein für 50 Cent von der Steuer absetzen wollen? - Auch gefällt denen nicht, dass man auf diesen Kurzparkzonen nur für anderthalb Stunden stehen dürfte, besser wären gleich drei Stunden, allerdings widerspräche das ja eigentlich dem Sinn eines Kurzzeitparkplatzes, weil man ja mit längeren Standzeiten die Rotation der Kraftfahrzeuge drosselt. - Anderthalb Stunden, da kaufe ich 5 Hosen und 2 Paar Schuhe, vier Hemden, trinke zwei Kaffee und meine Tochter würde dann sagen, genau so sieht das auch aus. - Es ist ein bisschen so, als rufe dieser Verband der Gewerbetreibenden Grün, der Stadtrat versucht so etwas wie Grün hinzustellen, dann kommt der Verein wieder und sagt, das ist aber nicht so Grün, wie wir das wollten. - Sicher muss man seitens der Stadt auch was für die Geschäfte tun, keine Frage, allerdings hat man dort eher das Gefühl, man hätte neben dem Stadtrat noch ein Schattenkabinett, und das wären die vom Verein der Gewerbetreibenden. - Dabei müssen die doch auch mal die Chancen sehen, die sich aus der Geschichte mit dem Stadtstrand ergeben, denn auf lange Frist gesehen, bietet dieser Stadtstrand deutlich bessere Entwicklungsmöglichkeiten für die Hauptstadt, als ein großer Parkplatz. - Dass die Stadt auch ein Parkhaus hat, das fällt dann auch oft wieder völlig unter den Tisch, zugegeben, das ist dunkel und sehr eng, aber wer wirklich was erledigen muss, der soll halt ordentlich am Lenkrad drehen, dazu ist es doch da. - Das Hauptproblem der Hauptstadt sind ja nicht die vielen Kunden, sondern das große Heer an Pendlern, welche aus dem Umland täglich in die Stadt fahren und in irgendwelchen Ämtern oder Läden arbeiten und da man bei uns die Leute nur schwerlich in den öffentlichen Nahverkehr bekommt, parken diese Pendler eben die halbe Stadt zu. - Ich kann es immer wieder nur sagen, wer aus Richtung Süden kommt, der kann sein Auto bereits an der langen Geraden abstellen, welche zweispurig auf den Kreisel zuführt, und wer schlecht zu Fuß ist, der lässt sein Auto in Los Cancajos stehen und setzt sich dort in den Bus nach Santa Cruz.




Santa Cruz de La Palma, wie es parkt und fährt




Donnerstag 07.02.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1019 hPa

Vergesst den Euro, jetzt kommt der Drago
Virtueller Lokalismus oder Schattenwirtschaft in der Sonne?

Lokale Währungen sind nicht wirklich etwas Neues, und die funktionieren mehr oder weniger fruchtbar bereits in anderen Regionen Europas auch. - Es war auch nicht das erste Mal, dass der Gedanke aufgekommen ist, man könne doch einem der funktionierenden Beispiele folgen, und das für La Palma aufziehen. - Nun ist der Drago da, zwei Drago sind ein Euro, und bislang gibt es diese Währung nur virtuell, im Geschäft kann man damit (noch) nicht bezahlen. - Die lokalen Märkte fördern, das Geld kann nicht "ausbüchsen" und globalen Kreisläufen in die Finger geraten, die ganzen Argumente kennt man schon und da ist vieles richtig und auch interessant dabei. - Sehr positiv auch, der "Vater des Drago" ist ein Palmero, der sich präsent und mit Name, Gesicht und Anschrift in der Webseite zeigt, also keine diffuse Gruppe welche sich hinter einer Stiftung oder S.L. versteckt, das schafft doch schon mal einen Vertrauensvorschub. - Er ist ein Informatiker welcher im Ausland seine Erfahrung gesammelt hat und kümmert sich, nach seinen eigenen Angaben, neben dem Projekt "Drago" um Investitionen und Ausbildungen in Zukunftsmärkten in Chicago. - Äußerst transparent ist das nun wieder nicht, aber ein Bananenbauer oder Bäcker wäre wohl auch nicht gut in der Lage, solch ein Projekt wie eine lokale Währung zu betreiben. - Wer also will, der geht per Tastatur oder Smartphone in die "Dragobank" und landet dabei auf einem britischen Server, und kann dann "Dragos" kaufen, was auch als Spende betitelt wird. - Nun kann man Ware oder Dienstleistungen bei anderen Anbietern kaufen, welche auch "Dragos" akzeptieren und darüber hinaus gibt es auch noch die Möglichkeit einer "Zeitbank" in der man seine eigene Arbeitsleistung anbieten kann und für geleistete Arbeit dann über ein Guthaben verfügt, welches auch wieder in Arbeit abgegolten werden kann. - Spätestens jetzt stellt sich die Frage nach der steuerlichen Betrachtungsweise dieser Tauschgeschäfte, aber vielleicht sollte man da keine Gespenster wecken und zunächst mal wohlgesonnen die ersten Schritte dieses Projektes abwarten. - Auch stellt sich mir immer wieder die Frage, kann man denn einfach diese erarbeiteten "Dragos" dann auch wieder in Euros umtauschen, oder steht dieser Weg nicht offen, aber Fragen kann man ja auch beantwortet bekommen. - Über den Gebrauch oder die Idee einer "Zeitbank" wird in der Webseite ausführlich berichtet und natürlich ist das eine schon als revolutionär anzusehende Vorgehensweise zu bezeichnen, meine, doch eher linkslastige Gesinnungsdrüse frohlockt angesichts der Reduzierung von einer Währung auf nur noch notwendiger Ersatz für Arbeit. - Der Erfolg des "Drago" und der "Zeitbank" hängt nun natürlich davon ab, dass genügend Menschen dieses Projekt mittragen, und dass man sich halbseidene Trittbrettfahrer vom Leibe halten kann, die in jeder neuen Idee zunächst mal nur ihren eigenen Vorteil sehen. - Der zweite Schritt wäre dann den "Drago" auch physisch präsent zu machen, aus der virtuellen Welt zu holen und in den lokalen Kreislauf zu bringen. - So weit ist die ganze Geschichte aber noch nicht gediehen und wir müssen nun mal abwarten, ob sich auf unserer Insel genügend Aspiranten finden, welcher dieser Idee ein Leben einhauchen. - Handwerker und Dienstleister sind hier zunächst mal gefragt und dann werden wir mal sehen, ob wir da einem großen Schwindel aufgesessen sind, oder einem wunderbaren neuen Weg, abseits der bereits eigefahrenen Systeme.



Mittwoch 06.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 16,8 Grad

Schreiben über La Palma
Deutsche Journalisten besuchen die Insel

Reiselust, Caleidoskop, Laura, Merian und die Welt schickt Journalisten zu uns auf die Insel, damit die uns kennenlernen und dann auch über uns schreiben können. - Das nenne ich mal einen guten Einfall, vielleicht besser, als einhundert polnische Reisebüromitarbeiter einzuladen, wie man das auch schon gemacht hat, oder "Sonderbotschafter" nach Island zu schicken. - In der Tat kann es nur noch im Fernsehen bessere Werbung für die Insel geben, und es gibt ja auch bereits schon eine ziemlich breite Berichterstattung über unsere Insel. - Besonders in deutscher Sprache und ab und zu sind die spanischen Kollegen ziemlich neidisch, weil es fast mehr deutschsprachige Sendungen über die Insel gibt, als in der eigentlichen Heimatsprache. - Die fünf Journalisten werden vom Referent für Presse und Kommunikation des spanischen Tourismusbüro in Frankfurt begleitet, die müssen also gar nicht unserer Sprache mächtig sein, sondern denen wird die Insel auch noch vorgekaut. - Ist in vieler Hinsicht sicherlich gut, denn vieles muss man kennen und wissen, wenn man es finden will, aber wir sollten sie auch nicht so über die Insel schleifen, wie man das mit Journalisten in Nordkorea macht, damit die bloß nicht nach links und rechts sehen. - Unseren Karneval werden die mitbekommen, und das ist sicherlich ein besonderes Leckerli, darüber lässt sich prächtig schreiben und formulieren, wenn erwachsene Menschen sich gegenseitig mit Babypulver bewerfen. - Na gut, an dem Tag benehmen wir uns nicht wirklich wie Erwachsene, aber man kann ja nicht wirklich das ganze Jahr lang nur vernünftig sein. - Ich hoffe, die schreiben dann gute, und vor allem auch werbewirksame Artikel über diese Insel, so dass die Nachfrage nach Flügen nach La Palma so groß werden wird, dass die Fluggesellschaften sich grün und blau ärgern, nicht doch mehr Verbindungen nach La Palma angeboten zu haben. - Ja, manchmal möchte ich naiv sein, meine Form von dauernder Vernunftbewältigung. - Wem man nun dafür danken muss, das weiß ich gar nicht so richtig, ob diesen guten Coup unser Rat für Tourismus hier auf der Insel ausgeheckt hat, oder ob das vom Tourismusbüro in Frankfurt aufgelegt wurde.

Ski und Rodel gut, meldet unsere Tochter aus Schweden, die waren heute tatsächlich Skifahren und auch auf den Glatteis, man hat sich auch noch Schlittschuhe angezogen. - Für Menschen, die auf der Höhe der Sahara aufgewachsen sind und leben, ist das sicherlich ein wunderbarer Höhepunkt gewesen dieser Reise, wobei meine Tochter lediglich verhaltene Freude darüber geäußert hat, da man sich wohl mehr liegend als stehend oder gar fahrend bewegt hat. - Es ist nicht anzunehmen, dass heute neue Skitalente für Spanien entdeckt wurden, aber immerhin, nun können 18 Kids aus El Paso behaupten, Skifahren, das kenne ich. - Heute ist dann auch noch Abschlussfete, denn morgen Abend fliegen die ja bereits wieder zurück und zwischen den Zeilen kann man auch lesen, dass es Tränen geben wird morgen am Flughafen aber auch, dass einige Familien hier Kinder zurückbekommen, welche erst Mal ins Bett müssen um feiste Erkältungen auszukurieren. - Die Hälfte der Kids ist heftig erkältet, aber trotzdem wird nichts ausgelassen, Skifahren und Eislaufen und heute Abend Party, trotz Mandelentzündung, Fieber und Rotznase. - Ich bin stolz auf unsere Jungs und Mädels, zeigt des Schweden dass uns nichts umhaut, und fallt erst um, wenn ihr wieder zu Hause seid.



Mittwoch 06.02.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1022 hPa

Es tun sich Abgründe auf
10 Prozent des Jahreshaushaltes für eine Fiesta

Das wird jetzt wieder Wasser auf die Mühlen derer, die sagen, wir könnten nur feiern, aber sonst nichts. - Aber wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Flughäfen oder Bahnhöfen um sich werfen und wahrscheinlich kennen Sie das Video schon, aber man kann es auch mehrfach gucken und immer wieder darüber schmunzeln. - Zurück nach La Palma und unseren gelausten Affen und nun kommt der Gemeinderat aus El Paso mit einer Pressemeldung an die Tagesoberfläche, welche einen wirklich wachrüttelt. - Eigentlich will man uns nur sagen, wie gut man gearbeitet hätte im letzten Jahr und wie viel Geld man schon gespart hat. - Das läuft wirklich gut in El Paso muss man zugeben, aber das kennen wir auch schon aus den letzten 20 Jahren, denn immer wieder wechseln sich dort in der Regierung die Coalición Canaria und eine Koalition aus PSC/PSOE und Partido Popular ab. - Die Coalición Canaria gibt Geld aus und verschuldet die Gemeinde, die PSOE spart dann wieder und gesundet den Gemeindehaushalt, und danach sind dann wieder die Cowboys der CC dran, um Schulden zu machen. - Es geht nun konkret um das zweitgrößte Inselfest, die Bajada de la Virgen del Pino, welche alle drei Jahre in der Gemeinde El Paso organisiert wird. - Früher, als alles anders und nur manches besser war, da sagte man hinter nur halb vorgehaltener Hand, ein Bürgermeister, welcher an diesem Fest spart, der wird nicht wieder gewählt, und die meisten hielten sich immer noch an diesen Spruch. - Und nun haut man uns Zahlen um die Ohren, welche einen eigentlich erschüttern müssten, wenn man es nicht bereits geahnt hätte. - Andres Carmona, allseits im Ort bekannter Künstler und jetziger Stadtrat für Kultur lässt verlauten, dass man für die Fiesta zu Ehren der Virgen del Pino im vergangenen Jahr 2012 seitens der Gemeinde 93.970 Euro ausgegeben hätte. - Viel Geld, für eine Gemeinde mit knapp 8.000 Einwohnern, aber nimmt man mal die Zahlen aus dem Jahr 2009, also der vorletzten Veranstaltung um die Virgen del Pino, dann war das ein absolutes Schnäppchen, denn die "Dreierbande" aus CC, PP und CCN, welche die Fiesta im Jahr 2009 ausgerichtet haben, die gaben dafür 551.000 Euro aus, also 457.300 mehr, oder auch deutlich über 10 Prozent des Jahreshaushaltes der Gemeinde. - Die haben auch extra für die Ausrichtung der Fiesta im Jahr 2009 einen Kredit aufgenommen, wurden aber dann trotzdem nicht wieder gewählt, die Zeiten ändern sich eben auch bei uns. - Und was man auch dazu sagen muss, die Fiesta im vergangenen Jahr war in keiner Weise schlechter und fiel auch nicht von der Quantität der Veranstaltungen ab, sondern man nahm viele Firmen mit ins Boot und die besonders teuren Veranstaltungen mit Künstlern von außerhalb, die waren kostenpflichtig und das Risiko für das Gelingen nahm nicht die Gemeinde auf sich, sondern spezialisierte Firmen aus der Veranstaltungsbranche. - Es freut mich zu hören, dass man durch Talent und Geschick durchaus einen Gemeindehaushalt schonen kann, auf der anderen Seite bin ich immer noch reichlich erschreckt darüber, dass es bislang wohl gang und gäbe war, wegen einer einzigen Fiesta die Gemeinde extra zu verschulden und damit beigetragen hat, dass Spanien heute dort steht, wo wir leider sind. - Bescheidenheit ist wieder gefragt, und das konnten wir doch auch so wunderbar, und waren sogar noch stolz darauf, dass wir alles gemächlich und einen Schritt nach dem anderen gemacht haben, bis dann dieser rechtsauslegende Wachstumszombie José María Aznar uns gnadenlos in die Schuldenfalle getrieben hat. - Damals hieß es immer, España va bien (1997), Spanien geht es gut, heute heißt es nur noch España va. - Wohin, das werden wir ja noch sehen…




Diese Dame ist uns lieb, und manchmal auch teuer




Dienstag 05.02.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 16,1 Grad

Kurz
Calima, 11.000 Arbeitslose und noch eine Eruption vor El Hierro, aber die war schon letztes Jahr

Calima war für heute wohl gemeldet, aber niemand hatte angenommen, dass dieses staubige Ereignis bis nach La Palma reicht. - So traf uns das auch ziemlich unvorbereitet und noch mehr traf es den Flughafen, weil der Staub dann so dicht war, dass die Sichtweite teilweise nur 1.200 Meter betragen hat. - Ein paar interinsulare ATR72 konnten dennoch landen, die beiden Charter aus Deutschland allerdings nicht, und so sind die auf anderen Kanareninseln gelandet und die Gäste werden dort die Nacht verbringen und dann morgen zu uns kommen. - Was war passiert. - Das nordatlantische Hoch liegt zu weit östlich und auch ein bisschen zu weit nördlich, so dass an seinem südlichen Rand die Luft vom Afrikanischen Kontinent angesaugt wird. - Und dort, östlich von uns, da liegt bekanntermaßen die Sahara und dort kommt der Staub nun auch her, welcher uns nun zu schaffen macht. - Es ist kein Sand, sondern der Staub des Sandes und zwar wirklich Feinstaub, so dass man an solchen Tagen Menschen mit Atemwegserkrankungen am besten nicht nach draußen schickt. - Die Meteorologen haben sich an ein Rechenmodell gehalten, welches starken Calima nur für die östlichen Inseln vorausgesagt hatte. - Man hat sich aber wohl verrechnet, denn wie Sie sehen, sehen Sie nichts, und wenn der Pilot nichts sieht, dann ist das richtig schlecht.

Die Zahl der Arbeitslosen auf der Insel ist wieder über die Marke von 11.000 gestiegen, genau gesagt 11.286 Menschen haben sich arbeitslos gemeldet im Januar 2013 und das sind 337 mehr, als noch im Dezember des vergangenen Jahres. - Wir hatten ja gehofft, dass man nach dem Absinken der Zahl der Arbeitslose im Dezember die Zahl unter 11.000 halten könnte und dass man erste Anzeichen einer kleinen Erholung, oder sagen wir besser, dass wir gerne gehört und gesehen hätten, dass es nicht noch schlimmer wird. - Das müssen wir nun hinnehmen, die Hoffnungen sind verflogen, wegen der harten Sparmaßnahmen werden noch mehr Menschen ihre Arbeit verlieren, denn die Gemeinden, die Inselregierungen und auch bereits das Gobierno de Canarias hatten angekündigt für 2013, dass man besonders beim Personal sparen wolle, weil man woanders schon gar nicht mehr sparen könne. - Noch mehr Arbeitslose bedeuten dann aber auch wiederum, dass die Kaufkraft weiter sinkt, und dann leiden Handel und Gastronomie noch mehr und der Kreis dreht sich weiter. - Und wenn wir noch weiter denken, dann bekomme ich noch schlechtere Laune.

Eine höchst interessante Meldung erhalten wir heute über unsere Nachbarinsel El Hierro. - Die stecken ja seit Sommer 2011 in etwas, was man vulkanische Krise nennen könnte, was man aber auf der Insel selbst nicht gerne hört, denn man hat nach solch einer langen Zeit einfach die Nase voll. - Und nun auch noch das, das Instituto Volcanológico de Canarias (Involcan) meldet heute, dass es nicht nur die eine Eruption Oktober 2011 bis März 2012 vor der Küste La Restingas gegeben hat, sondern noch eine weitere, und zwar vom 25. Juni bis 9. Juli 2012. - Und zwar nicht vor La Restinga, sondern im Südwesten der Insel, zwei Meilen vor der Küste am Leuchtturm von La Orchilla. - Das Involcan verfügt wohl erst seit einem Monat über die Daten, welche vom Forschungsschiff "Hespérides" stammen und nach wochenlanger Auswertung der Daten sei man darauf gekommen, dass dort eben auch eine, wenn auch deutlich kürzer dauernde Eruption stattgefunden haben muss. - Bis zu 48 Meter hoch seien die unterseeischen Auswürfe dort gewesen und nun müsse man die Vorgänge dort unter El Hierro noch mal neu bewerten. - Auch wirft man dem IGN, dem Instituto Geográfico Nacional vor, die hätten die Daten bereits viel länger gehabt und seien nicht darauf gekommen, oder hätten diese neuerliche Eruption nicht melden wollen. - Da kommt sofort wieder eine alte Geschichte hoch, dass sich die regionalen (Involcan) und das staatliche Institute (IGN) nicht immer Grün sind, sondern es durchaus berufliche Eifersucht gibt und auch die Wissenschaftler untereinander nicht immer der gleichen Meinung sind. - Ich habe in meinen eigenen Nachrichten mal den Zeitraum angesehen, und in der Tat, damals meldete man erhöhte seismische Ereignisse im Südwesten und eine ganz schnelles Ansteigen der Bodendeformationen, aber die Wissenschaftler des IGN stritten immer wieder ab, dass es eine zweite Eruption gegeben hätte. - Allerdings vermuteten immer wieder stark interessierte Laien, es hätte auch im Norden vor der Insel eine Eruption gegeben, und nicht im Südwesten der Insel, wo man nun seitens der Involcan sicher ist, dass dort eine zweite Eruption stattgefunden hat.




Vorschaumodell für "Mineral Dust" vom "BSC" Barcelona Supercomputing Center




Dienstag 05.02.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1020 hPa

Asphaltnebel kommt im Cabildo an
Inselsache, nicht Gemeindesache

Carlos Cabrera, politisches Urgestein der Partido Popular auf La Palma, und Mann mit bestem Einfluss nach oben wie nach unten findet es nicht richtig, dass schwere Industrieanlagen in Räumen wie dem Industriegebiet von Mirca, der Hauptstadt oder auch dem Callejon de la Gata aufgestellt werden. - Damit äußert sich die Spitze der palmerischen Partido Popular erstmals gegen den Betrieb des Asphaltwerks im Industriegebiet von Los Llanos, sondern es müsse eine inselweite Reglung getroffen werden, wohin man denn die wenigen benötigten schweren Industrieanlagen verfrachten wolle. - Es wäre sinnlos, 10 Industriegebiete auf der Insel auszuweisen, weil wir nicht so viele brauchen und Carlos Cabrera nennt es einen riesigen Fehler, dass man bei der Erstellung des inselweiten Flächennutzungsplanes das nicht berücksichtig habe. - Ja, man möchte Restvernunftverwertung wittern, so ähnlich wie in und unter Stuttgart, und man muss ja Mist nicht immer weitertreiben, bloß weil man mal damit angefangen hat. - In der Tat hat hier Carlos Cabrera Recht, das darf keine Angelegenheit sein, welche Gemeinden entscheiden, sondern es muss ein anderer Standort für eine Anlage vom Format eines Asphaltwerkes gefunden werden, als siedlungsnahe Industriegebiete, welche von den Gemeinden verwaltet werden. - Uns ist das nicht neu, das haben wir immer so gefordert und man könnte sich sogar noch eine andere Lösung ausdenken, nämlich den Asphalt dort zu produzieren, wo man ihn gerade nötig hat, also mobile Anlagen, welche für den Straßenbau aufgebaut werden und dann, nachdem die Arbeit erledigt wurde auch wieder zur nächsten Baustelle gebracht werden. - Die Anlage dort im Callejon de la Gata wäre dafür sogar geeignet, es gibt also durchaus Alternativen und die sollte man auf jeden Fall ergreifen.- Frage ist nun, wie denn die Bürgermeisterin aus Los Llanos die Sache nun begreifen will, nachdem die Parteispitze auf der Insel nun auch die Aufstellung des Asphaltwerkes im Industriegebiet von Los Llanos ablehnt. Nun sollte sich Noelia García doch noch einfacher dazu entscheiden können, dem Betreiber keine Betriebsgenehmigung auszustellen. - Die Rolle der Bürgermeisterin aus Los Llanos ist eh nicht ganz klar, zwar hat sie vor den Kommunalwahlen ein Papier unterschrieben in dem steht, dass sie alles unternehmen werde, um den Betrieb des Asphaltwerkes zu verhindern, nachdem sie aber dann Bürgermeisterin wurde, konnte man diese Versprechen nicht wirklich spüren. - Im Gegenteil, bis heute beschleicht einen das Gefühl, als würde die Bürgermeisterin eher die Interessen des Industriellen vertreten, als die Anliegen und die Sorgen der Anwohner. - Zwar hat sie sich dafür entschieden, nicht gegen das ablehnende Urteil des Verwaltungsgerichtes Einspruch einzulegen, aber auch hier vermuten viele, dass sie das nicht getan hat, einerseits weil sie unter Druck vom Koalitionspartner der PSC/PSOE steht, und auf der anderen Seite vermuten auch die meisten, dass sie bereits wusste, dass der Betreiber selbst Einspruch einlegt, und die Gemeinde das deshalb gar nicht machen müsse. - Wir wissen es natürlich nicht ganz genau, aber nun sollte der Weg auch in der Partido Popular klar sein, die Parteispitze sagt nein zum Asphaltwerk im Callejon de la Gata, daran sollte man sich ein Beispiel nehmen. - Interessant auch noch ein Radiointerview gestern mit dem Anwalt der Bürgerplattform gegen die Asphaltwerke, Felipe Campos. - Grund war hierfür ein Zeitungsartikel über den ich auch bereits am 31.1. berichtet habe in dem die Anwälte des Betreibers des Asphaltwerkes schreiben lassen, alleine die Tatsache, dass nun Rekurs eingelegt wurde gegen das Urteil vom Verwaltungsgericht würde die Gemeinde nun verpflichten, die Betriebsgenehmigung zu erteilen. - Das ist natürlich nicht so einfach und Felipe Campos meint sogar, in dem Moment, in dem die Bürgermeisterin nun die Betriebsgenehmigung erteilt, würde sie sich strafbar machen, denn die Anlage stehe nicht nur zu dicht an Wohnhäusern, sondern verfüge auch nicht über geeignete Filteranlagen gegen Feinstaub und Gase. - Sehr interessant ist auch der Gedanke, wenn das nächste Gericht nun dem Betreiber Recht gibt und sagt, man darf wohl dort den Betrieb laufen lassen, müsse aber natürlich Rauchfilter und eine Anlage errichten, welche den Feinstaub filtert, dann müsse der Betreiber ein völlig neues Projekt erstellen, was dann die Gemeinde Los Llanos dennoch ablehnen müsse, weil ja im neuen, jetzt gültigen Flächennutzungsplan ausdrücklich die Aufstellung von solchen Industrieanlagen im Callejon de la Gata verboten seien. - Es bleibt spannend bis undurchsichtig, Asphaltnebel eben.



Montag 04.02.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Unsere Wappenfrucht zeigt robuste Existenz
Bananenrepublik im wahrsten Sinne des Wortes

Angela war ganz lieb zu Mariano, zumindest vor der Kamera, ansonsten geht hier die Stimmung weiter aufs tiefste Niveau, die Vorwürfe über Schwarzgeldkonten und mögliche Korruption in den höchsten Reihen der Partido Popular sorgen dafür, dass man öfter in den letzten Tagen das Wort Bananenrepublik gehört hat. - Und wenn man sich die Kanaren mal so anguckt, dann stimmt das ja sogar, zumindest bei den westlichen Inseln, denn eigentlich sollte man von unserem Wappen den Hund verbannen und eine Banane dort hin packen, das wäre ehrlicher. - Die "Asprocan" (Asociación de Organizaciones de Productores de Plátanos de Canarias) also der Oberverband der Bananenproduzenten meldet nun die Zahlen für das Vorjahr, und diese Zahlen können sich sehen lassen, sowieso mit dem Hintergrund, dass Spanien eben von einer heftigen Krise geschüttelt wird und man deswegen fürchtete, dass der Absatz an kanarischen Bananen auf dem Festland leiden würde. - Nicht so sehr, weil weniger Bananen gegessen würden, sondern dass mehr südamerikanische Bananen gekauft würden anstatt der kanarischen, weil es eben einen zum Teil eklatante Preisunterschiede gibt. - Für "Bananas", so sagt man hier zu den südamerikanischen Bananen, verlangt man in den Läden auf den Festland etwa 1,50 Euro für das Kilo im Schnitt, und für die kanarischen "Plátanos" (Qualität Extra) muss man deutlich über 2,- Euro für das Kilo hinlegen, meist sogar über 2,50 Euro. - Natürlich gibt es auch mal Sonderangebote, aber die zählen schlecht, wenn man die Preise vergleichen will. - Trotz dieses Preisunterschiedes konnte man die exportierte Menge an kanarischen Bananen auf das Festland sogar in 2012 gegen über 2011 noch erhöhen, von 346.000 auf 371.000 Tonnen, und das ist die gute Nachricht. - Allerdings hat man die Preise geringfügig senken müssen, und so hätte man trotz der größeren Tonnagen ein bisschen weniger Geld verdient. - Aber es überwiegt dennoch der Stolz, dass man auch in Krisenzeiten auf die Verbrauchertreue zählen kann, und das ist in der Tat eine sehr positive Nachricht. - Das könnte auch ein bisschen mehr Verbrauchervertrauen wieder auf die Insel bringen, wenn man eben erkennt, dass die Branche der Bananenproduktion trotz der Krise stabil bleibt, denn man hatte anderes befürchtet, aber unsere kleine, gelbe Wappenfrucht zeigt wieder mal, dass Totgesagte länger leben, mindestens länger leben, als so manche befürchtet oder gesäuselt haben. - Jetzt müsste man es schaffen, auch noch diese Produktion mal irgendwann ohne Hilfen, (Subvention, dieses Wort hört man nicht gerne im Zusammenhang mit unseren Bananen) hin zu bekommen, aber ich fürchte mal, das wird uns nicht so einfach gelingen, sonst würde der Preis für unsere Früchte im Laden weit über 3,- Euro das Kilo kosten, und dann wäre es wohl schon vorbei sein mit der Treue gegenüber den kanarischen Bananen. - Dann kommt immer wieder die Frage auf, warum es denn diese Bananen nicht auch in Deutschland gibt, und die Frage ist gerechtfertigt, denn die Deutschen sind doch die Bananenesser Nummer eins auf der Welt. - Ich gebe Ihnen mal die inoffizielle Antwort darauf, und die heißt, das will man gar nicht, weil man sonst nicht genug Bananen hätte um den eingefahrenen spanischen Markt bedienen zu können, und damit die Preise steigen würden und die Großhändler und Reifereien auf dem Festland haben das den kanarischen Bauern immer wieder klar gemacht, außer Sonderaktionen kommen die kanarischen Bananen nur aufs Festland, oder gar nicht mehr, und vor solchen Aussichten kuscht man dann doch lieber und macht keine weiteren Experimente. - Wie gesagt, die inoffizielle Antwort, offiziell heißt es, es wäre zu teuer und unsicher, dauerhaft die kanarische Banane neben der deutlich billigeren südamerikanischen Früchte in Deutschland zu platzieren. - Als wären die Deutschen alles Billigheimer, das stimmt doch gar nicht!





Montag 04.02.2013 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1019 hPa

Die Grenzen des Wachstums
Die Zahlen der Krise

Die Krise hat viele Gesichter, die allermeisten davon lächeln nicht, und wenn man mal so einige Zahlen analysiert, dann kann man sich auch einiges erklären, was denn in diesem Land falsch gelaufen ist. - Und noch punktgenauer kann man das festmachen in einer so kleinen und überschaubaren Volkswirtschaft wie auf unserer Insel, wo die Zahlen eine ganz klare Sprache sprechen und die lautet, die einseitige Ausrichtung der Einkommensquellen in Richtung Bauwirtschaft und Tourismus hat robusten Anteil an der momentanen wirtschaftlichen Talfahrt des Landes wie auch der Region. - Fast nichts blieb übrig aus den berauschenden Jahren vor der Jahrtausendwende, als man Bankkredite noch leichter bekam als einen Handwerkertermin, und wer keine Schulden hatte damals, der galt als wirtschaftlicher Reaktionär und feiger Investor, fast witzig ist nun heute, dass damalige Feigheit nun wieder belohnt wird. - Das Kanarische Statistische Institut liefert hierzu interessante Zahlen und die lauten: Im Jahr 2007 gab es auf La Palma noch 386 Baufirmen, heute sind es noch derer 183. - Das sind weniger als die Hälfte und bei der Zahl der dort Beschäftigten sieht es noch schlimmer aus, die Zahl der Baufirmen ist nicht nur so stark zurückgegangen, sondern die vorhandenen Firmen haben auch noch weniger Personal als früher. - Auch die Bereiche Industrie und Dienstleistungen verzeichnen einen auffälligen Rückgang in der Zahl der Betriebe, auch wenn dieses Minus sich bei weitem nicht so drastisch ausnimmt wie im Sektor Bauwirtschaft. - In dem Bereich, der unter Industrie läuft sank die Zahl der Firmen von 193 im Jahr 2007 auf 151 heute, und in der Dienstleistungsbranche, der auch wir angehören, von 1.767 auf 1.710. - Nur im Sektor Landwirtschaft gibt es einen kleinen Anstieg der angemeldeten Betriebe, allerdings muss man das so sehen, dass inzwischen die ganzen Bauernmärkte die überall aus dem Boden schießen auch von den Verkäufern Papiere fordern, und deshalb sich viele Landwirte entschlossen haben, ihren Betrieb nun auch ordentlich anzumelden. - Unsere Problemzone ist also die Bauwirtschaft und vielleicht muss man auch ehrlich zugeben, dass man viele Jahre, vielleicht sogar anderthalb Jahrzehnte da eine potemkinsche Landschaft aufgebaut hat, die viel zu spät zusammengebrochen ist. - Wachstum ist eine ganz gefährliche Geschichte, besonders eben wenn das Fundament nicht stimmt und Kredite sind kein gutes Fundament, besonders wenn die Banken anfangen mit nicht vorhandenen Werten zu spekulieren. - Aber das hat man an anderer Stelle und schon viel prominenter auch diskutiert, wir hier müssen aber nun unsere Lehren daraus ziehen und die können nur lauten, weitere Diversifikation und auf keinen Fall wieder eine ganze Generation, um eines kurzen und heftigen Wirtschaftswachstum wegen so zu verheizen, dass wir heute ein Heer an mangelhaft ausgebildeten Arbeitnehmern haben, die halt leider nur schnell bauen können, aber nicht in andere Branchen zu vermitteln sind. - Heute treffen sich Rajoy und Merkel, beide willfährige Gefangene eines Systems, welches zwanghaft unter Wachstumsnotwendigkeit leidet, so also von vorne herein zum Scheitern verurteil ist. - Ob da was Gutes bei rauskommen kann? - Das wird die große Aufgabe der kommenden Generationen, volkswirtschaftliche Strukturen aufzubauen, welche nicht auf Wachstum angewiesen sind. - Unsere Generationen sind dazu wohl leider nicht in der Lage.



Sonntag 03.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 23,7 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Schön ist es nicht, aber schöner wird es werden
Baustelle in Puerto Naos nährt vorsichtigen Optimismus

Nein, nicht dass die rechtzeitig fertig werden, das kommt nicht mehr hin, aber nun kann man ahnen, wie das mal aussehen soll und es wird wohl deutlich besser werden, als viele befürchtet hatten. - Ich wage keine konkrete Vorhersage, wann die Bauarbeiten abgeschlossen sein werden, denn alles hängt von einem noch nicht geklärten Umstand ab, ob denn überhaupt das vorhandene Geld für die Fertigstellung reicht. - Und die Befürchtungen, da könnte es knapp werden, die stammen ja dieses Mal nicht von uns Berufszauderern, sondern von Noelia García, der Bürgermeisterin aus Los Llanos, welche vor ein paar Wochen eine erschreckende Pressemeldung verfasst hat in der sie sagt, sie werde sich bemühen, die noch fehlenden Gelder zu besorgen. - Seit dem haben wir nichts mehr davon gehört, die Bauarbeiten gehen aber äußerlich unverdrossen weiter bislang, also wollen wir mal nicht die badenden Pferde scheu machen. - Aber allen ist klar, wenn die jetzt die Bauarbeiten ruhen lassen und man erst neues Geld besorgen muss, dann wird aus einem riesengroßen Ärgernis eine Katastrophe für die anliegenden Gewerbetreibenden und man vergrätzt dann auch noch die letzten treuen Urlauber. - Wenn das alles gut geht, und kein Geld fehlt, dann dürften wir wohl März-April mit einer Fertigstellung rechnen und nun habe ich mich ganz weit aus dem Fenster gelehnt. - Hoffentlich erkälte ich mich dabei auch nicht, Wowereiten nennt man das inzwischen, aber die Arbeiten haben in den letzten beiden Monate kräftigen Zug aufgenommen, und nun hat man auch bereits angefangen im südlichen Teil Richtung Hotel zu arbeiten, so dass man nun beide Abschnitte parallel beackert. - Richtung Norden ist man bereits am weitesten, da sieht es zwar noch nicht fertig aus, aber deutlich besser, auch vielleicht weil der Lorbeerbaum wieder ausgetrieben hat, den hatte man auch noch gestutzt gehabt und dann sah alles so trostlos aus. - Ein erster Teil, eben Richtung Norden hat auch bereits den neuen Bodenbelag erhalten, was soll ich sagen, zeitloses Straßengrau und ich kann nur hoffen, dass diese Bodenplatten von besserer Qualität sind als die Vorgänger, denn die Sonne, abwechselnd mit Salzduschen vom Meer sind robuste Mutproben für Bodenplatten. - Die große Rampe hinab zum Meer ist nun auch schon im Rohbau da, Rollstuhlfahrer werden wenige Probleme dort haben, denn die Neigung ist sehr gering. - Auch ist die Rampe breit genug, damit ein Krankenwagen direkt auf die Höhe des Strandes gelangen kann, ein nicht zu unterschätzender Vorteil im Notfall. - Dann ahnt man auch bereits die geschwungene Freitreppe, welche so ein bisschen den Mittelpunkt der neuen Promenade darstellt, dort werden breite und bequeme Stufen später noch mit Holz überzogen und da kann man dann wirklich nett sitzen und aufs Meer gucken oder den Sonnenuntergang beobachten. - Das könnte wirklich sehr schön werden, der Strand rückt so näher an den Ort, die Übergänge werden weicher und geringer, und das war wohl auch die ursprüngliche Idee. - Im hinteren Bereich in Richtung Hotel wird weniger kräftig verändert, dort lockern ein paar Gärten den zukünftigen grauen Weg auf, es kommen ein paar Kurven rein und alles wird wohl ein bisschen weicher gezeichnet. - Das kam alles in dem ersten Video, welches man der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat, nicht so wirklich richtig rüber, aber so allmählich kann man sich schon vorstellen, wie das werden soll, und ich glaube, das wird gut. - Wäre ja auch nur zu hoffen, für die Anwohner, die Gewerbetreibenden und auch die Gäste, welche eben diese Bauphase mitgemacht haben, die hätten allesamt ein Happyend verdient. - Die ganz großen Maschinen werden nun auch nicht mehr gebraucht, aber eine wirklich leise Baustelle gibt es einfach nicht, aber man kann zumindest erkennen, dass es irgendwann einen Abschluss gibt. - Hoffen wir nur, dass das Geld reicht…


Bauarbeiten in Puerto Naos auf La Palma


Bauarbeiten in Puerto Naos auf La Palma




Sonntag 03.02.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1020 hPa

Super size you Santa Cruz
Die Krise ist überstanden, McDonald's kommt

Den tugendlichen Pfad der gesunden mediterranen Diät haben wir ja bereits vor langer Weile schon verlassen, wobei ich ehrlicherweise dazusagen muss, dass man hier auf La Palma niemals so richtig gesund gegessen hat. - Die meist magere Bauernkost wurde bestimmt vom Gófio, dem gerösteten und dann gemahlenen Mehl, als Sattmacher und Grundlage aller Mahlzeiten, und dazu reichte man dann die Früchte des eigenen Feldes, und wenn es gab, eher noch Schweinefleisch als Fisch. - Heute ernähren wir uns hier so wie es die Zeit oder der Geldbeutel zulässt, wobei der Hang zu großen Fleischportionen bei der älteren Generation, und der Griff nach Fast-Food bei den Jüngeren weiter ungebrochen ist. - Man kann wirklich alles an Gastronomie auf der Insel erleben, auch weiterhin sehr gute und lokale Küche, aber eben auch solche Fragwürdigkeiten wie "all you can eat" mit asiatischen Wurzeln, als angebliche billiger Magenfüller. - Und nun kommt die Krönung des weichen Brötchens, der platte Fleischklops in seiner authentischten Urgewalt, das Original von McDonald's wird Einzug halten, und das schon diesen Sommer in der Hauptstadt. - Hamburger kennen wir hier schon lange, die sind seinerzeit mit der großen Einwandererwelle aus Südamerika zu uns gekommen, neben den Arepas, Cachapas, Tequeños und Tacos bietet die Mehrzahl dieser Art von Restaurants eben auch Hamburgesas und Perros calientes an, also alles was auch ohne Zähne gelutscht werden kann und theoretisch eigentlich sogar rektal verabreicht werden könnte, dann ist es gleich da, wo es hingehört. - Aber McDonald's hat sich natürlich auch weiterentwickelt, die bieten inzwischen sogar vermeintlich Gesundes an und haben immer wieder neue Ideen, damit einem die Geschichte nicht langweilig wird und die Anziehungskraft eines McDonald's auf Jugendliche ist ungebrochen, vielleicht haben die irgendwelche Lockstoffe entwickelt, die nur für Rezeptoren jugendlicher Drüsen aufspürbar sind. - Es gehört in unsere Zeit, genau so wie mobile Telefonie, ständige globale Kommunikation und die Loslösung des Kapitals von der Produktion, da scheint mir der Fleischklops ja sogar noch das geringste Problem zu sein und so lange unsere Kids das nur einmal in der Woche futtern, so lange sollten wir auch noch keine Kulturrevolution ausrufen. - Dass McDonald's kommt, das wissen wir schon länger, aber nun wird es konkret und wieder sind es Víctor Martín und die Zeitung "El Día", welche nun mehr über das Vorhaben super size Santa Cruz zu berichten wissen. - Also, das Ding kommt nicht in die "Marina" am Hafen, so hatten wir das zunächst verstanden, sondern auf ein 2.000 Quadratmeter großes Grundstück neben das moderne Gebäudes der "Marina", aber ob nördlich oder südlich davon, das steht da nicht zu lesen. - Der Klops wird auch mobil, es gibt einen "Reinfahrschalter", um mal ein bisschen an Anglizismen zu sparen, und böse Zungen behaupten, das muss man so machen, weil man in Santa Cruz eh keine Parkplätze finden kann um dann in Ruhe dick zu werden. - Stimmt natürlich nicht, abends findet man ohne Probleme Parkplätze und wir können uns eigentlich sicher sein, dass dieses Restaurant dann der Treffpunkt der Jugendlichen der Hauptstadt wird, so wie man das eigentlich von der "Marina" auch schon erwartet hätte. - Da ist der Drang so ein bisschen eingeschlafen, nach gutem Anfang dümpelt das nun so dahin und so dachten wir eigentlich, McDonald's wird auch in der "Marina" untergebracht, damit dieses kleine Einkaufszentrum wieder besser besucht wird. - Ein Unternehmer aus Tenerife wird das betreiben, der bereits mehrere Filialen dort auf der großen Insel führt, also wohl Ahnung vom Geschäft mit dem platten Klops hat. - McDonald's selbst wird das Gebäude errichten, der Lizenznehmer aber die Ausstattung übernehmen und weil das Ganze eine solch große Investition ist, muss man wohl über zwei Millionen im Jahr umsetzen, damit sich das überhaupt rentiert. - So zumindest steht das da geschrieben, ich bin mir sicher, die Jugendlichen dieser Insel werden auch ihr Bestes dafür geben, damit das auch funktioniert, La Palma ist dann auch vom Klops her endlich globalassimiliert und wenn McDonald's so viel bei uns investiert, dann muss doch bei uns auch noch was zu holen sein, also ist die Krise doch wieder nur erfundenes Weicheiergeheule.




Die "Marina de La Palma" und wo nun das Gebäude für McDonald's hin soll, das weiß ich auch nicht so ganz konkret




Samstag 02.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 27,1 Grad - niedrigste Temperatur 18,5 Grad

Was der Tag so hergibt
Rajoy hat niemals Schwarzgeld bekommen, Israel soll den Tourismus auf La Palma retten, und meine jüngere Tochter ist unglaublich schlecht beim Bowlen.

Wir hätten ja auch nicht wirklich erwarten können, dass Mariano Rajoy zugeben wird, dass er von dem Schwarzgeldkonto des Luis Bárcenas Zahlungen erhalten hat. - So ging er heute vor die Presse, las diese Erklärung vor, aber es waren keine Fragen zugelassen. - Kommende Woche werde er seine Vermögensverhältnisse aufzeigen, seine Steuerabrechnung und sein Vermögen öffentlich machen, als wären die in der Partido Popular so dumm, Schwarzgeld auf ein hiesiges Konto einzubezahlen. - Außerdem liegen seit dem Jahr 2011 von allen hohen Amtsträgern in Spanien bereits die Vermögensverhältnisse offen, jeder weiß, was Rajoy offiziell verdient, und auch, dass er vier Häuser sein Eigen nennt. - Rajoy hat also nichts aufgeklärt und auch die Offenlegung seiner Steuererklärung bringt uns nicht weiter, da ja der Verdacht auf Schwarzgeld herrscht, und das schafft es eigentlich auch nicht in eine Steuererklärung. - Viel Aufregung und keine Antwort und dringend ist nun eine weitere Untersuchung angesagt, aber bald ist Karneval, dann haben wir wieder andere Dinge im Kopf und irgendwie glaubt man ja eh schon nicht mehr daran, dass man diese Leute nicht nur erwischt, sondern das auch Konsequenzen hat.

Es ist ja gerade Fitur, die größte spanische Tourismusmesse, und täglich kommen von dort Erfolgsmeldungen, weil man ja in letzter Zeit so heftige Kritik an der Handlungsweise der Inselregierung in Sachen Tourismus zu beklagen hatte. - Mit diesem oder jenem hätte man gesprochen, dieser und jene hätte Interesse angekündigt nach La Palma zu kommen und nun meldet man auch noch Kontakte mit Israel und den Vereinigten Staaten von Amerika. - Wow, unser Tourismusrat ist ein ganz Großer, der hat nun Kontakte nach Israel und erzählt uns auch gleich, dass im vergangenen Jahr 450 Israelis bei uns zu Besuch waren. - Das hat ihm eine Frau aus Israel erzählt, und die kommen alle über das Reisebüro zu uns, aus Tel Aviv nach Madrid, dann nach Tenerife und dann weiter nach La Palma. - Ich weiß nicht mal, ob es in Israel 450 Menschen gibt, welche wissen, dass es unsere Insel überhaupt gibt, aber einen israelischen Touristen habe ich auf La Palma noch nie gesehen. - Und ich arbeite bereits viele Jahre im Tourismus und auch wenn den Gästen keine Fahnen auf die Stirn gemalt wird, wir bekommen schon mit, woher die Leute sind. - Das erinnert ein bisschen an die idiotische Geschichte unserer Ex-Tourismusrätin für die gesamten Kanarischen Inseln, die als neuen Markt Island erschließen wollte und für richtig viel Geld einhundert Jugendliche dort hingeflogen hatte, die dann Werbung für die Kanaren machen sollten. - Damals war Island gerade Pleite und es gibt keine einzige Flugverbindung von dort auf die Kanaren, aber wir wissen jederzeit, was wir tun. - Auch aus Afganistan kommen Gäste zu uns, und auch das kann ich erklären. - Wenn wir die Anmeldung der Gäste bei den Behörden machen, dann geht das über eine Webseite der Guardia Civil. - Dort gibt man die Daten in eine Maske ein und ein Pull-down-Menü bietet alle Länder dieser Welt an, aus dem die Gäste seien. - Gleich über der Option "Alemania", wo die allermeisten herkommen, steht "Afganistan", und auch mir ist es schon passiert, dass ich darauf geklickt habe. - Wir sollten also schnell in Verhandlungen mit Kabul treten, wobei ich ja immer noch ganz auf Nordkorea setze.

Aus Schweden kommen herrliche Nachrichten, die Nacht über hat es geschneit und heute hat man einen Ausflug in den Schnee gemacht, zum Schlittenfahren. - Als Mittagessen gab es eine schwedische Spezialität, flach geklopfte Köttbullar in einem labbrigen Weizenbrötchen, Salatblatt, Gurke, Käsescheibe und Ketchup drauf, und das ganz heiß serviert… Wie dieses Gericht heißt, das habe ich vergessen, hörte sich aber so ähnlich an wie eine norddeutsche Großstadt, und Schwerin war es nicht. - Nachdem man sich die Zehen im Schnee fast abgefroren hat, (die teuren Stiefel aus Gran Canaria haben zwar bislang gehalten, wärmen allerdings wohl nur die gute Laune des Ladebesitzers, aber die Gastfamilie hat bereits eigens Schuhwerk mit Schwedenerfahrung angeboten) sind die dann auch noch einer schwedischen Massensportart nachgegangen, nämlich in die Bowlinghalle. - So etwas haben wir hier auch nicht, aber man kennt das aus dem Fernsehen und man friert sich auch nicht weiter die Füße ab. - Spaß, unendlich viel Spaß müssen die gehabt haben und unsere jüngere Tochter konnte uns allerdings auch mitteilen, dass es zwar lustig sei, sie aber unglaublich schlecht im Bowlen wäre, und das hat mich dann auch wieder rührend bewegt, die Kleine hat doch was von ihrem Vater…




Nur für den Fall, dass Sie nicht wissen, wie Schwarzgeld aussieht




Samstag 02.02.2013 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1022 hPa

Die Stimmung brodelt
Schwarzgeldkonten der Partido Popular sorgen für größten Unmut

Vor allem muss man ja die bisherige Friedfertigkeit der Menschen hier und auf dem Festland loben, die sich mit großem Murren, aber dennoch Disziplin und ohne Gewalt den gewaltigen Sparmaßnahmen stellen, welche auch mit dafür verantwortlich sind, dass wir hier nun an der Grenze zu sechs Millionen Arbeitslosen stehen. - Dennoch gibt, oder vielleicht gab es immer noch diese Hoffnung, dass man da einfach "durch" müsse und in ein paar Jahren wäre man wieder oben auf und könne die Fehler, die man früher gemacht hätte, in Zukunft dann verhindern. - Demut und Bescheidenheit gehören mit dazu, Mariano Rajoy hat uns nach den Wahlen auf relativ reinen Wein eingeschenkt und uns auf ganz harte Zeiten vorbereitet, und in einem gerüttelten Maß sind auch die meisten hier einverstanden, den Gürtel enger zu schnallen, um Spanien und seine Regionen wieder aus dem Schuldensumpf zu führen. - Die Partido Popular hat man ja gewählt, weil es die Sozialisten unter Zapatero nicht geschafft haben Spanien vor dem Untergang zu retten, und in der Tat muss man selbst als Linker eingestehen, dass Zapatero einiges an Arbeit versäumt hat. - Denkt man noch ein bisschen weiter, dann ist es aber nicht die Schuld der Sozis hier in Spanien gewesen, welche dieses Land in die Schulden und die Abhängigkeit vom Bausektor und Tourismus gebracht haben, sondern die Himmelfahrtspolitik des unbegrenzten Wachstums unter José María Aznar, grimmiger Rechtsausleger der Partido Popular und acht Jahre lang Regierungspräsident, von 1996 - 2004. - Das waren genau die Jahre, in denen Spanien rasend schnell gewachsen ist, viel zu schnell und ohne doppelten Boden, sondern auf Pump. - Dieser Wahnsinn, und dann die anschließende Untätigkeit der Regierung Zapatero, und jetzt die hilflosen Versuche der erneut bürgerlichen Regierung durch radikales Sparen, bringen uns in die Situation, in welcher wir uns heute befinden. - In diese, ohnehin angespannte Lage hinein, platzt nun vor ein paar Tagen der Verdacht, hohe Regierungsmitglieder der Partido Popular könnten über Jahrzehnte hin mit Schwarzgeldern aus Parteispenden bedacht worden sein, und die Liste der Namen, welche auf einem nun veröffentlichen Papier stehen, umfasst so ziemlich die gesamte Parteiführung, eingeschlossen des jetzigen Regierungspräsidenten Mariano Rajoy. - Aufgebracht hat die ganze Affäre der ehemalige Schatzmeister der Partei, Luis Bárcenas, welcher in einer Steueramnestiesache über zehn Millionen Euro aus der Schweiz zurück nach Spanien brachte, offensichtlich Schwarzgeld, welches man durch eine pauschale Zahlung von 10 Prozent der Summe an den Fiskus "reinigen" konnte. - Weitere Nachforschungen brachten eben dann den Hinweis, dass diese Gelder aus nicht genannten Parteispenden stammen und dass es eben seit Aznar Praxis in der Partido Popular sein soll, dass hohe Parteimitglieder ein zweites Gehalt von diesem Schwarzgeld in bar erhalten. - Summen zwischen 10.000 und 25.000 Euro im Jahr werden da genannt, und bislang dementieren alle in Verdacht geratenen Politiker natürlich, allerdings zeigt nun die linksliberale Tageszeitung "El Pais" Abdrucke einer Liste, welche handschriftlich von Luis Bárcenas stammen soll, und dort kann man fein säuberlich die so prominent aufgeführten Namen lesen. - Ob diese Liste echt ist, ich weiß es nicht, alle Beschuldigten verneinen das, allerdings ist "El Pais" mit die renommierteste Zeitung des Landes und die werden es wohl kaum wagen, da Falschmeldungen zu bringen. - Aznar hat die Zeitung auch sofort verklagt, aber das hat der immer mit jedem gemacht, der es wagte, an seiner Glaubwürdigkeit zu zweifeln, hier im Land allerdings sind sich fast alle einig, dass die Vorwürfe wahr sind und man dringend darauf wartet, dass diese Leute nun alle zurücktreten. - Mariano Rajoy will sich heute noch dazu äußern, er ist der einzige der genannten Namen, die bislang noch nichts davon dementiert haben und man wartet gespannt darauf, was der Regierungspräsident uns zu sagen oder erklären hat. - Der Schaden, der nun angerichtet ist, der ist enorm, selbst wenn die alle dabei bleiben und weiter mauern, niemand mehr glaubt denen auch nur ein einziges Wort und so wird es immer schwieriger werden, von den Bürgern hier weitere Opfer zu fordern, wo doch andere sich weiter im Übermaß und ohne Aufsicht bedienen. - Seit drei Tagen nun sind die Schwarzgelder der hohen Parteimitglieder der Partido Popular eigentlich das einzige Tagesthema und auch das Ausland blickt bereits mit einem bedrohlichen Finger auf Madrid, und sollte sich das alles bewahrheiten, und die alle zurücktreten, dann müsste man Neuwahlen ausrufen, denn dann gehen uns die Politiker aus, zumindest die bei der Partido Popular. - Sind nun sicher nicht meine Freunde, aber dennoch wünsche ich mir für dieses Land, dass nichts an den Vorwürfen dran ist, aber ich fürchte wohl, dass wieder mal große Zeiten ins Land, (in dieses Land) einziehen.



Freitag 01.02.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 27,4 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Cabildo Insular respektiert El Pasos Wunsch nach "Zupfen statt Sprühen"
Öko-Saubermachen im Zauberwald

Zauberwald deshalb, weil überall in den Waldbrandzonen inzwischen das Schwarz-Braun wieder stetig dem Grün weicht, die nur scheinbar verbrannten Kiefer treiben in dicken Büscheln wieder neu aus. - In einem Jahr erkennt man nur noch anhand der schwarze Stämme, dass es hier gebrannt hat, oder man hat den Blick für unsere Kiefern, denn nachdem die einmal gebrannt haben, wachsen die ein wenig anders wieder nach, als die "jungfräulichen" Pinus canariensis. - Trotzdem gibt es viel Arbeit in den betroffenen Gebieten, die Wege müssen wieder hergestellt werden, Wegweiser ersetzt und eben auch die Straßenränder vom neu geschossenen Unkraut befreit werden. - Gut einhundert Personen hat man deshalb von der Inselregierung zusammen mit dem Arbeitsamt für ein halbes Jahr eingestellt, eben um diese Arbeiten in Mazo und auch in El Paso zu erledigen. - Da gab es sogar noch Zoff bei der Einstellung der Leute, denn eigentlich wollte man Langzeitarbeitslosen eine Chance geben, sich ein paar Euro zu verdienen, aber das Arbeitsamt bestand darauf, dass man Arbeitslose einstellt, welche noch Arbeitslosengeld erhalten. - Klar warum, damit will man Geld sparen, denn man muss dann die "Stütze" nicht mehr bezahlen, aber eigentlich wollte man damit ja lieber denen helfen, welche schon überhaupt keine staatliche Unterstützung mehr erhalten. - Man sprach seitens des Arbeitsamtes von einer neuen Weisung, allerdings bekam man auf Rückfragen dann doch widersprüchliche Antworten, so dass man nun eine gemischte Truppe dort am Arbeiten hat. - Bei uns in El Paso gibt es ja die städtische Verordnung, dass im öffentlichen Gebiet keine Herbizide mehr verwendet werden dürfen. - Die Macht, das auch Privatleuten zu verbieten, die hat ein Gemeinderat natürlich nicht, aber mindestens eine Vorbildfunktion. - Darüber hinaus war auch noch fraglich, würde denn das Cabildo Insular dieser Weisung folgen, denn die haben ja auch Gebiete und Landschaft in der Gemeinde El Paso zu betreuen. - Einmal alles entlang der Hauptstraße, dann inseleigene Grundstücke, Mendo zum Beispiel oder die Ecke rund um den Schlachthof, und dann eben solche Sonderaktionen, wo nun das Cabildo Insular eigene Leute in den Berge sendet, um die wieder schick zu machen. - Und siehe da, keine Giftspritze im Gepäck, sondern jede Menge fleißiger Hände, welche dem Kräutlein, welches das Pech hat ein "Un" im Namen zu führen, mit kräftiger Hand den Garaus zu machen. - Kann man eigentlich in dem Falle auch den Spruch anwenden, das Unkraut sieht sich nun die Radieschen von unten an, oder wäre das eine Art Blutschande oder gar floristische Blasphemie? - Ja ich weiß, manchmal ziehen mich meine Assoziationen tief in den Keller… Zur Zeit wird nun die Straße hinauf nach Los Moraditas fesch gemacht, fast alles Frauen, die da bauen, werkeln, den Wald fegen, zupfen und auch mal kräftig lachen. - Und eben nicht gifteln, so wie wir das leider früher oft erlebt haben, weil Zupfen natürlich viel, viel länger dauert, und man nicht immer den Luxus hat, dass einem das Arbeitsamt in einer Sonderaktion das notwendige Personal dafür bezahlt. - Und unsere Bürgermeisterin, die muss sich ganz schon bebauchpinselt vorkommen, dort im Cabildo Insular respektiert man den Wunsch der aufmüpfigen Gemeinde El Paso. - Das kommt nicht häufig vor, dafür gibt es gleich mehrere Chapeaus, ans Cabildo, an die Gemeinde, und natürlich an die ganzen Arbeiterinnen, welche die Insel für uns putzen, und auch für Sigi, weil sie mir die Bilder geschickt hat. - Vor so viel Chapeaus wird mir jetzt fast kalt am Kopf, aber wir haben ja "nur" 27 Grad…

Wir werden nervös, unsere kleine Tochter, die eigentlich die Größere ist, hat sich nun drei Stunden lang nicht gemeldet, der wird doch nichts passiert sein? - Eltern sind verrückte Wesen, definieren sich durch das Wohlergehen der eigenen Brut. - Da müssen wir noch eine ganze Menge lernen in den kommenden anderthalb Jahren, denn wenn alles auf der Schule gut geht, und so sieht es im Moment zumindest aus, dann wird der jetzige momentane Kinderentzug zum Dauerzustand. - Alles Spitze in Umeå, es sind auch "nur" Minus drei Grad, das reiten doch die Kids aus El Paso auf einer Backe ab…




So eine gut aussehende junge Frau, und trotzdem muss ich sie unkenntlich machen - Hier wird gezupft, und nicht gegiftelt







und man legt sogar kleine neue Gärten an, als wäre die Krise im Dorf geblieben...




Freitag 01.02.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1023 hPa

Gekauft oder erschleimt?
Iberia-Express mit vier wöchentlichen Verbindungen ab März

Die erste gute Nachricht von der Fliegerfront seit geraumer Zeit, und diese News sind noch so frisch, dass man nähere Umstände noch gar nicht hat klären kann. - Die FITUR läuft gerade, die größte spanische Tourismusmesse, und alle die was zu sagen haben und auch diejenigen, die das nur glauben, die sind jetzt in Madrid und schicken stündlich Überlebensparolen auf die Insel. - Diese Messe soll ja den großen Befreiungsschlag ermöglichen, denn in den letzten Wochen kam die Inselregierung und allen voran der Rat für Tourismus hart unter Druck, da für 2013 die Zahl der Flieger nach La Palma drastisch gesenkt wurde. - Auch die Verbindungen mit Iberia-Express erfuhren die gleiche neue Gangart wie die Charterverbindungen nach Deutschland, es wird zukünftig geradlinig und robust auf Auslastung geachtet, und La Palma gilt als derart exklusives Ziel, dass man keine Konkurrenzunternehmen im Flugbetrieb fürchten muss. - Zwei Verbindungen von deren sechs in der Woche mit Madrid sind übrig geblieben, und die Konservativen der Partido Popular fordern auch bereits die Absetzung des Rates für Tourismus, weil einfach nichts geht. - Gestern hieß es noch, man spreche gerade mit großen Reiseveranstaltern und habe auch ein Treffen organisiert mit der Air-Europa, damit sich vielleicht eine zweite Linie um die Verbindung La Palma - Madrid bemüht. - Heute heißt es nun, die Iberia-Express würde ab März dieses Jahres wieder vier Verbindungen wöchentlich anbieten, das ist zwar immer noch eine weniger als erhofft, aber doppelt so viel wie man heute hat, und damit sollten wir mehr als zufrieden sein. - Der Kopf des Rates für Tourismus scheint also zunächst gerettet, wobei völlig offen bleibt, wie denn der Sinneswandel der Iberia-Express zustande gekommen ist. - War es die Angst vor der Konkurrenz Air-Europa? - Wohl eher nicht, da es noch überhaupt keinen Anhalt dafür gegeben hat, dass diese Fluglinie sich für diese Route überhaupt interessieren würde. - Vielleicht hat man seitens des Cabildo Insular Geld geboten, das wäre nicht auszuschließen, denn schließlich hat man sich alle letzten Erfolgsmeldungen aus dem Bereich Tourismus per Scheckheft erkauft, sowohl die bereits wieder eingestellte Verbindung nach Stockholm, wie auch die im Sommer anlaufende Verbindung mit Warschau sind subventioniert worden und haben noch keine Nachhaltigkeit beweisen können. - Oder hat man so auf die Tränendrüse gedrückt, dass die von der Iberia-Express sich schließlich haben erweichen lassen, diese Insel doch nicht als funkelnde Marginalie im Atlantik liegen zu lassen? - Wir wissen es nicht, nehmen die Nachricht aber mit kräftigem Wohlwollen zur Kenntnis und hoffen nun darauf, dass das gleiche Verhandlungsgeschick auch mit Air Berlin und mit der Condor glückt.

In Schweden alles hervorragend, der Flieger überpünktlich, das Frühstück reichlich und man sitzt bereits diszipliniert in der Schule. - WiFi scheinen die flächendeckend im ganzen Land zu haben, unser WhatsApp lässt das Bimmeln nicht sein, und unsere jüngere Tochter schickt uns Bilder aus einem Land, welches wirklich so aussieht, wie man sich im Winter Bullerbü vorstellen mag.








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