La Palma Aktuell
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Nachrichtenarchiv Februar 2004


Sonntag 29.02.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur fast 20 Grad, Niederschlag: 0 mm

Los Llanos hat endlich eine Carnevalskönigin

Ein bisschen spät mögen Sie denken, aber bei uns wird nach dem Aschermittwoch das Wochenende darauf noch der so genannte „kleine Carneval“ gefeiert. Die ursprünglich angesetzte Wahl der Königin musste wegen des starken Regens abgesagt werden und so trifft es sich doch hervorragend, dass nach dem Aschermittwoch noch nicht alles vorbei ist. Es wäre schade, wenn monatelange Vorbereitungen und Mühe und Geld vollends vergeblich eingesetzt worden wären. Alejandra Toledo heißt die glückliche Königin und wird als diejenige mit der kürzesten Amtszeit in die Geschichte eingehen.

Noch was in eigener Sache. Wir haben kurzfristig noch zwei neue Häuser ins Programm genommen und können nun für die gefragten Termine im März und an Ostern wieder freie Quartiere anbieten. Casa Los Laureles 1 für 2 Personen und Casa Los Laureles 2 für 4 Gäste liegen am Ortsrand von El Paso und sind hervorragend für Wanderer und Biker geeignet und auch für den schmaleren Geldbeutel erschwinglich. Pepes Häuser sind hell und freundlich und bieten einen herrlichen Blick auf den Atlantik.

Sonntag 29.02.04 09:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 11 Grad, Niederschlag: 0 mm

Die kälteste Nacht des Jahres

Heute Morgen um sieben Uhr waren es noch 10 Grad und damit so kalt wie in diesem Winter noch nie. Schuld daran ist ein kräftiges Hoch welches polare Luft bis auf unsere Breiten saugt. Dieses Hoch verhindert auch das weitere Vordringen dreier Tiefdruckgebiete die im Atlantik gelauert haben, nun aber noch Norden abgedrängt wurden. Der Wind weht mäßig aus Nordost und baut hohe Wolkenbänke auf der Nord und Ostseite der Insel auf. Dort kann es auch zu geringen Niederschlägen kommen. Im Laufe des Tages steigen die Wolken höher und erreichen dann auch die Westseite.

Eine ganz typische Situation für unser Wetter auf der Westseite bei Nordostwind. Morgens Sonne, ab Mittag Bewölkung und ab etwa 17:00 Uhr wieder klarer Himmel. Im Sommer retten uns diese mittäglichen Wolken vor dem Vertrocknen. Tritt diese Situation im Winter ein, rettet der steigende Absatz von Decken und Heizlüftern den Einzelhandel. Auf dem Roque de los Muchachos hat es wieder geschneit und die Prognosen sagen, dass wir noch ein paar Tage dicke Socken tragen müssen. Allerdings soll die Bewölkung abnehmen und so tagsüber die Sonnenscheindauer wieder ansteigen. Das kann uns am Nachmittag dann erneut Temperaturen von 20 Grad bringen. Wanderer müssen sich im Moment extrem warm anziehen, auf der Vulkanroute pfeift der eiskalte Wind und man meint im fernen das Geheule von Schlittenhunden zu hören...



und Pedro ging zum Regebogen...


Samstag 28.02.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 0 mm

Wie viel Wasser gibt es auf La Palma

Das weiß keiner so genau und das macht uns allen Sorge. Die Niederschläge der letzten Woche haben nun die drohende Dürre beendet, aber bis die Brunnen und Galerien sich wieder füllen und auf ein normales Winterniveau kommen, muss noch viel Regen auf die grüne Insel fallen. Nun ist erst mal die größte Gefahr abgewandt, aber es ist dringend notwendig, mehr über den Wasserhaushalt der Insel zu erfahren.

Auf La Palma gibt es über 70 Brunnen, meist in den tieferen Lagen und über 160 Galerien aus denen wir permanent Wasser entnehmen. Im besten Fall immer so viel wie auf natürlichem Wege wieder nachfließt. Das hat Jahrhunderte funktioniert aber der Wasserverbrauch ist in den letzten Jahrzehnten sprunghaft angestiegen, natürlich hauptsächlich wegen der Bananen und des höheren privaten Verbrauches. Um den gierigen Durst der Bananen zu stillen wollte man einen Versorgungstunnel bauen, der überflüssiges Wasser von der Ostseite auf die Westseite leitet. Bei den Bauarbeiten trat aber bereits so enorm viel Wasser aus dem Schacht, dass der Tunnel zwar fertig ist, nun aber aus beiden Seiten Wasser entnommen wird anstatt Wasser von Ost nach West zu pumpen.

Was sich am Anfang wie ein Geschenk des Himmels präsentierte macht nun Kopfzerbrechen. Die Befürchtung, das viele Wasser welches wir aus dem „Túnel del Trasvase“ entnehmen könnte Einfluss auf höher gelegene Galerien haben und denen das Wasser entziehen, liegt nahe. Man weiß es aber nicht und kennt die Zusammenhänge der Wasserströme im inneren der Insel so gut wie überhaupt nicht. Pessimisten meinen nun der Tunnel könnte bewirken, dass die Insel quasi „ausläuft“. Kein schöner Gedanke und hoffentlich nur eine Befürchtung. Nun will man alle Brunnen und Galerien überprüfen, das einlaufende Wasser messen und an Hand alter Aufzeichnungen etwaige Abweichungen feststellen. Die Politiker haben die Wichtigkeit dieser Maßnahmen erkannt (wenn es was zu loben gibt, dann kann man das auch machen) und werden die privaten Wassergesellschaften und Bewässerungsgemeinschaften mit dieser immens wichtigen Aufgabe nicht alleine lassen. Für nächste Woche ist eine große Sitzung angesagt in der man die einzelnen Verfahren debattieren will mit dem Ziel, einen genauen Katalog der vorhandenen Ressourcen zu erstellen.

Samstag 28.02.04 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm

Die Lehre der reinen Tradition

Seltsame Einigkeit herrscht bei den sonst so zerstrittenen Parteien im Rathaus unserer Hauptstadt Santa Cruz. Alle drei Gruppierungen haben ein Manifest unterschrieben in dem man der Stadt Las Palmas de Gran Canaria verbieten will, den Carneval so zu feiern wie man es in unserer Hauptstadt macht. Carneval mit Copyright, das kann nur uns einfallen. Es geht um die Tradition der Hauptstadt den Carnevalsmontag als „Dia de los Indianos“ zu feiern. Dabei kleiden sich alle Narren ganz in weiß und bewerfen sich gegenseitig mit Babypuder. Der Ursprung dieses höchst christlichen Verhaltens liegt nun ein Jahrhundert zurück. Am Dia de los Indianos macht man sich über die nach Südamerika ausgewanderten reichen Onkels und Tanten lustig.

Seit nun mehr 6 Jahren feiert man in Las Palmas auch den „Dia de los Indianos“ mit wachsender Beteiligung der einheimischen Bevölkerung. Dort lebende Palmeros haben diese Tradition einfach mal vorgeführt und siehe da, auch „Canariones“ wie wir die Leute aus Gran Canaria nennen haben weiße Kleidung und bewerfen sich gerne mit Talkum. Genau dagegen will das Rathaus unserer Hauptstadt nun vorgehen. Es kann nicht angehen, dass ureigene palmerische Traditionen in der Fremde und von Fremden nachgespielt werden. Der weiße Carneval gehört nach Santa Cruz und sonst nirgendwo hin. Man hat nun die Stadt Las Palmas de Gran Canaria aufgefordert, zukünftig auf diese Veranstaltung zu verzichten.

Es gibt allerdings auch Ausnahmeklauseln. Die Palmeros die auf Gran Canaria leben dürfen sich schon weiß kleiden und mit Babypuder bewerfen, allerdings nur im familiären Rahmen und nur wer auf La Palma geboren wurde. Ob da so richtig Freude aufkommt bei diesem Carneval-Inzest mag bezweifelt werden. Das ist alles kein Witz, sondern bezahlte Politiker haben dieses Schreiben verfasst und gehen damit selbstbewusst und todernst an die Öffentlichkeit. Dazu fällt mir nur einer meiner Lieblingssprüche ein: Nur ein Narr nimmt sich selber ernst.


Freitag 27.02.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 0 mm

Frisch ist es geworden

Der Nordwind lässt uns ganz schön frieren und überall laufen jetzt die Leute mit geschlossenen Jacken auf der Straße und jammern laut vor sich hin „Hay que frio!“ Es ist wirklich kalt geworden und die Wolken sorgten heute den ganzen Tag dafür, dass sich die Sonne auch kaum blicken ließ. Im Norden hat es wieder ein bisschen geregnet, der Rest der Insel friert einfach nur. Was für Mitteleuropäer frühlingshafte Temperaturen sind, ist für uns die Jahreszeit der Wärmflaschen und der dicken Socken.

Erst jetzt, gegen Abend kommt die Sonne wieder raus und schmeichelt ein bisschen rum. An diesen kalten und klaren Tagen werden wir allerdings von spektakulären Sonnenuntergängen verwöhnt und nachts glaubt man vor lauter Sternen den Himmel schon nicht mehr sehen zu können. Für die nächsten Tage ist aber ein Anstieg der Temperaturen in Aussicht. Es sind ja immer nur ein paar Tage an denen das Thermometer am Tag nicht über die zwanzig Grad klettert. Natürlich sind Sie andere Temperaturen gewohnt und werden sich jetzt denken, was meckert der über 18 Grad. Für uns ist das aber lausig kalt und wenn ich die Gäste aus Mitteleuropa jetzt mit kurzen Hosen auf der Straße sehe, dann durchzuckt mich ein arktischer Schauer.


Freitag 27.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 12 Grad, Niederschlag: 0 mm

Wahlkampf ohne Emotionen

Am 14. März wählt Spanien seine neue Regierung und seit gestern ist dafür der Wahlkampf angelaufen. Unser jetziger Ministerpräsident Jose Maria Aznar stellt sich nicht erneut zur Verfügung, das hat er bereits bei seinem Amtsantritt versprochen. Bei aller Kritik die sich unser scheidender Ministerpräsident gefallen lassen muss kann man ihm jedoch nicht nachsagen, sein Wort nicht gehalten zu haben. Es gilt als sicher, dass als Partei die PP (Partido Popular) erneut das Rennen um die „Moncloa“ macht. Als sicherer Nachfolger Aznars gilt Mariano Rajoy aus der gleichen Partei, gänzlich unbekannt im Ausland und völlig auf innenpolitische Themen fixiert.

La Palma erlebt diesen Wahlkampf ohne jede Emotion, ist das was in Madrid geschieht doch so weit weg. Dahin kann man nicht zu Fuß gehen, also interessiert es uns nicht. Wichtig dabei sind natürlich die Abgeordneten die in Madrid die Belange der Inseln vertreten sollen, aber auch da wird es wohl keine Überraschungen geben. Die kanarischen Regionalisten der Coalicion Canaria (CC) erwartet man wieder als kleinen Koalitionspartner der führenden Partido Popular und hofft so, positiven Einfluss für die Kanaren in Madrid zu erlangen. Auf La Palma erhitzt diese Wahl aber keine Gemüter und es geht wohl einfach nur um das Abhaken eines lästigen, aber notwendigen Termins. Was „Die in Madrid“ machen ist hier so interessant wie Fußball aus der dritten Liga und man kann auf keine hitzigen Debatten hoffen wie man sie bei unseren Kommunalwahlen sonst erlebt.


Donnerstag 26.02.04 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm

Schwache Zahlen im Tourismus auf fast allen kanarischen Inseln

Mit Ausnahme der größten Insel Tenerife, sank auf allen anderen Inseln die Zahl der ausländischen Gäste gegenüber dem Januar 2003. La Palma hat leider die rote Laterne und verzeichnet einen Rückgang um 6,8%. Fuerteventura empfing 3,4% weniger Leute und Lanzarote 3,1%. Fast ungeschoren kam Gran Canaria davon, mit einem leichten Rückgang von 1,9%.

Die Zahlen: La Palma besuchten im Januar 2004 11.981 ausländische Gäste, Tenerife 336.267, Lanzarote 143.507, Fuerteventura 107.192 und Gran Canaria 262.134. Tenerife konnte als einzige Insel zulegen und hat das fast ausschließlich den Gästen aus Russland zu verdanken, die Jahr für Jahr unsere große Nachbarinsel stärker bevölkern. So sind es auch die Russen, welche die Gesamtstatistik für die gesamte Region der kanarischen Inseln retten. Allein der Zuwachs auf Tenerife von 5% reicht aus, um für alle Kanaren zusammen noch ein kleines Plus von 0,2% herauszuholen. 857.377 lautet die offizielle Zahl der ausländischen Besucher für alle Kanareninseln im Januar 2004. Hält man dagegen die Zahl für La Palma - 11.980, dann zeigt sich deutlich unser touristischer Stellenwert für die Kanaren und momentan sieht es nicht danach aus, dass sich daran was ändern wird. Ist vielleicht auch ganz gut so, dass La Palma immer ein ganz besonders Ziel für ganz besondere Menschen bleibt.

Donnerstag 26.02.04 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm

Zufahrt nach Los Brecitos wieder frei

Nach den starken Regenfällen der letzten Woche waren einige Stellen der Piste nach Los Brecitos verschüttet. Arbeiter des Nationalparks haben diese Abschnitte nun wieder geräumt und nun ist die Zufahrt zu einem der beliebtesten Ausgangspunkte für Wanderungen in der Caldera wieder frei. Heftiger Regen ist die Hauptursache für den immer wieder vorkommenden Steinschlag und man ist gut beraten an Regentagen aber auch ein, zwei Tage danach sich lieber ein anderes Wanderziel auszusuchen, als den großen Krater. Bei Regen wird der Zugang zum Nationalpark sowieso gesperrt, da ist man nun konsequenter geworden. Allerdings ist eine Wanderung durch das Flussbett im „Barranco de las Angustias“ nach Regenfällen besonders interessant, da viel Wasser fließt und damit den Reiz dieser grandiosen Landschaft noch erhöht.



Der "Farbenwasserfall" in der Caldera de Taburiente. Immer schön, aber nicht immer zu erreichen.



Mittwoch 25.02.04 16:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm

Tourismuszahlen und schöne Träume

Dass die Inselregierung um die Statistik zu schönen gerne von unbeweisbaren Jubelzahlen ausgeht, das ist bekannt. Der tatsächliche Rückgang der Gästezahlen wäre natürlich kontraproduktiv, wie soll man den Bau von Großhotels erklären, wenn der Bedarf zurückgeht. Der Trick dabei ist, man behauptet einfach, dass in den Inselhüpfern die zwischen Tenerife und La Palma hin und her fliegen an die 30% Touristen sitzen. Außer in den 6 Wochen Sommerferien der Spanier, sitzt in diesen Maschinen aber so gut wie überhaupt kein Tourist, sondern nur die vielen Canarios die aus diesem oder jenem Grund, von einer zu anderen Insel müssen. Es geht sogar soweit, dass behauptet wird die Hälfte aller Touristen auf La Palma kämen vom spanischen Festland oder den anderen kanarischen Inseln. So meldet es immerhin das „Patronato de Turismo“ und diese Zahlen werden ungeprüft und noch schlimmer, ohne nachzudenken auch von den deutschsprachigen Medien auf den Kanaren und La Palma übernommen und verbreitet.

Allerdings weiß jeder der im Tourismus arbeitet, dass diese Zahlen völliger Blödsinn sind. Kein Hotelier, kein Anbieter von Ferienwohnungen, kein Autovermieter und Restaurant kann solche Zahlen nur annähernd bestätigen. Es wäre wünschenswert, so viele nationale Gäste auf der Insel zu haben, dass steht außer Frage. Sie sind aber einfach nicht da, oder wohnen in Höhlen, gehen nicht Essen, mieten kein Auto, sonst müssten die Leute ja irgendwie zu sehen sein und glauben Sie mir, Gäste vom spanischen Festland sind nicht zu übersehen oder zu überhören, das erleben wir jeden Sommer, wenn die Iberer uns tatsächlich besuchen kommen.

Die gleiche deutschsprachige Zeitung bringt aber in der selben Ausgabe einen weiteren Fall von „ohne Nachdenken einfach Nachplappern“. Da wird gemeldet, dass die Zahl der Arbeitslosen nun die 6.000 überschritten hat und die Arbeitslosenquote auf La Palma nun 12,5% erreicht hat. Das ist nicht richtig, die Arbeitslosenquote liegt auf La Palma bei nun über 20%. Die hiesige Presse hatte gemeldet, dass die Zahl der Arbeitslosen innerhalb eines Jahres um 12,5% angestiegen ist, die Quote traut sich schon keiner mehr zu schreiben.


Mittwoch 25.02.04 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 2 mm

Blumen statt Bananen

Auf der Suche nach landwirtschaftlichen Alternativen zur fast Monokultur Banane, hat La Palma den größten Exporterfolg mit Schnittblumen. Dabei geht es aber nicht nur um die neue Modeblume Protea, (siehe 11.2.04) sondern auch um einen Klassiker, die Kalla, Zantedeschia aethiopica um genau zu sein. 600.000 dieser Blumen will jener neue landwirtschaftliche Sektor im Jahr vorwiegend nach Holland exportieren und sich so als stabiler Produzent für exotische Schnittblumen präsentieren. Die Kalla fühlt sich auf La Palma sehr wohl und kann auch in höheren Zonen gezogen werden, als die sonst alles bestimmende Banane.

Abhängig ist die Zukunft des Schnittblumenexportes vor allem von den Transportmöglichkeiten. Diese frische Ware kann nicht auf dem langsamen Seeweg transportiert werden, sondern muss rasch als Luftfracht zum Empfänger kommen. Dabei übernehmen die touristischen Charterflieger der LTU und der holländischen Martin-Air die Hauptlast und sorgen für einen schnellen und auch kostengünstigen Transport nach Mitteleuropa. Die Kapazitäten sind aber stark begrenzt, wenn die Flieger voll rückreisender Touristen sind, dann ist kein Platz mehr für Blumen und man muss den deutlich teureren Umweg über Tenerife wählen. So geschehen letzte Woche, als die Martin-Air plötzlich eine kleinere Maschine als üblich einsetzte und so keine Möglichkeiten hatte, die frisch geschnittenen Kallas mit nach Amsterdam zu nehmen. Mit dem Export von Schnittblumen hat La Palma ein interessantes Fenster aufgestoßen und nun muss man daran gehen auch den regelmäßigen Transportweg zu sichern.


Dienstag 24.02.04 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 2 mm

Den Mähnenschafen soll es an den Kragen gehen

Hier nennt man das Tier „Arruí“ und in den siebziger Jahren hielt man es für eine gute Idee, dieses hier fremde Tier heimisch zu machen. Dieses äußerst scheue Tier kommt ursprünglich aus dem Atlasgebirge in Nordafrika, lebt aber inzwischen auch in Südspanien und ist bei Hobbyjägern sehr beliebt, weil es eine schwierige Beute darstellt. In Südspanien gibt es organisierte Jagden an denen man für an die zweitausend Euro so ein Tier erlegen darf. Diese „Krönung des harmonischen Umgangs von Mensch und Natur“ blieb uns bislang auf La Palma erspart und so konnte sich das Mähnenschaf wunderbar vermehren.

Eigentlich würde das Schaf, welches eigentlich einer Ziege viel ähnlicher sieht auch keinen stören, die wenigsten haben je ein Arruí gesehen, wären da nicht die Verbiss-Schäden an vielen endemischen und seltenen Pflanzen im Nationalpark Caldera de Taburiente. Die Verwaltung des Nationalparks schätzt den Bestand an Mähnenschafen im geschützten Gelände auf etwa 300 Stück und die fragen nicht, ob ihr Mittagessen eine seltene Pflanze ist oder Unkraut. Die Nationalparkbehörde versucht durch gezielte Abschüsse die Anzahl der Arruís in Grenzen zu halten und würde am liebsten die Tiere ganz von der Insel verbannen. Das geht aber nicht so einfach, die Leute vom Nationalpark dürfen nur innerhalb des Parks die Tiere schießen und nicht außerhalb. Außerdem kollidieren da wieder die Interessen von Natur und Tierschützern. Der Versuch den Nationalpark Caldera de Taburiente völlig von fremden Einflüssen zu schützen wird eh nicht gelingen. Dass man äußerst seltene Pflanzen unbedingt schützen muss versteht sich auch von selbst. Ausbaden wird das Ganze auf jeden Fall, das arme Schaf aus Marokko, der einzige Beteiligte an dem Dilemma, der gar nichts dafür kann, dass er dort ist wo er nicht sein soll.


Dienstag 24.02.04 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 28 mm

Der Regen hält die Carnevalisten zum Narren

Das erste Mal in der Geschichte des Carnevals wurden die offiziellen Akte des "Dia de los Indianos" in Santa Cruz abgesagt. Lediglich die Konzerte mit kubanischer Musik fanden statt, allerdings nicht unter freiem Himmel. Den Straßencarneval selbst kann man aber nicht absagen und so versammelten sich dennoch mehrere tausend weiß gekleidete Leute im Laufe des Tages in der Hauptstadt. Richtig Stimmung wollte aber nicht aufkommen, da starker Regen die übrig gebliebenen Mutigen immer wieder in Deckung zwang. In Bars und Privathäusern fand man Unterschlupf und erst als gegen Abend der Regen aufhörte, füllten die "Indianos" wieder die Straßen der Hauptstadt. Allerdings waren bei weitem nicht so viele Leute unterwegs wie in anderen Jahren, in denen bis zu 15.000 fröhlich feiernde Menschen Santa Cruz in eine weiße Staubwolke hüllten.

Der so lang erwartete Regen hat in diesem Jahr den Carneval heftig durcheinander gebracht. So viele Veranstaltungen sind bereits abgesagt oder verschoben, dass es nun an den verbleibenden Tagen eng wird das Programm noch durch zu ziehen. Morgen und am Donnerstag ist eh Ruhe und dann kann man nur hoffen, dass die positiven Prognosen für das Wochenende auch zutreffen. Das Barometer steigt kräftig in Richtung Hoch, aber noch kann es zu vereinzelten Niederschlägen kommen.
Jedem kann man es nicht recht machen und überhaupt gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Erwartungen.

Montag 23.02.04 14:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 4 mm

Der Hund darf zu Hause bleiben, Herrchen muss los

Nein, ich meckere nie über Regen, das wird nicht passieren. Ein Blick in die Webcam zeigt unsere Waschküche im Moment. Im Gegensatz zu dem Tief der letzten Woche regnet es nur mäßig aber die Wolken hängen so tief, dass Hamburger sich wie zu Hause fühlen müssen. Unser Hund hat das Beste daraus gemacht und wird sich heute wohl nicht mehr aus „seinem“ Sessel bewegen. Hundswetter nennt man das und manchmal ist das Leben ungerecht. Der Hund darf zu Hause bleiben und ich muss los, Gäste abholen. Im Parka und Regenschirm begrüßt man die Gäste am liebsten und ich werde mit Engelszungen die baldige Wetteränderung beschwören.



Bei so einem Wetter jagt man nur Menschen vor die Tür!



Montag 23.02.04 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm

Der Regen kommt zurück

Gerade zum Höhepunkt des Carnevals in Santa Cruz wird für heute und wohl auch noch morgen etwas Regen erwartet. Nicht mehr in der Intensität wie noch vor ein paar Tagen, aber 10mm Regen machen auch nass. Nach nun drei Tagen frischen Nordwind erreicht uns nun ein weiteres Tief direkt aus dem Westen. Die Inselregierung hat dieses Mal auf eine Katastrophenwarnung verzichtet, da nur moderate Winde erwartet werden.

Den Carnevalisten, die heute in Santa Cruz den „Dia de los Indianos“ feiern wird aber auch wenig Niederschlag nicht schmecken. Es gehört hier einfach dazu, jeden und auch alles an diesen Tagen mit einer dicken Schicht Babypulver (Polvo) zu bestreuen. Das ist lustig und macht am meisten Spaß, wenn es die anderen erwischt. Dieses Talkumpulver in Verbindung mit Regen ist allerdings eine teuflische Mischung. In kürzester Zeit verwandelt sich die Straße in eine Rutschbahn und die ohnehin mit nur noch wenig Gleichgewichtssinn ausgestatteten Indianer fallen wie die guten Vorsätze an jedem Neujahrsmorgen. Richtigen Carnevalisten macht das natürlich nichts aus und wenn man erst mal auf dem Hosenboden sitzt, dann hat man ja auch den Vorteil nicht mehr hinfallen zu können.

Aufpassen muss man heute ab dem späten Nachmittag auf der Hauptstraße von Ost nach West. Dort fahren viele feiersüchtige Indianer, um ab dem Abend in Los Llanos weiter zu feiern. Das kann zu Missverständnissen im Straßenverkehr führen, wenn unvorsichtige und gegen die öffentlichen Gepflogenheiten nüchterne Autofahrer sich auf die Straßenverkehrsordnung berufen. Die Polizei ist weise genug an diesen Tagen nur auf Schadensbegrenzung zu setzen, ein massenhafter Führerscheinentzug würde das palmerische Bruttoinselprodukt auf Monate hin schwächen.


Sonntag 22.02.04 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm

Der Insel neue Kleider

Zwei Tage Regen und die Insel hat ihr Gesicht komplett verändert. An allen Ecken und Enden holt die Flora nun versäumtes nach und tot geglaubte Bäume sprießen wieder. Die Dickblattgewächse strecken ihre Hälse Richtung Sonne nach dem sie endlich genügend Treibstoff für ein neues Leben erhalten haben. Die Wolfsmilchgewächse treiben nun ihre lang vermissten gelben Blüten und geben den mageren Vulkanlandschaften den so typischen gelben Schimmer der für diese Jahreszeit steht.

Die jetzt wieder steigenden Temperaturen und die fleißige Sonne tun ihr Übriges um in den nächsten Tagen eine wahre Orgie an Blühen und Leben auf die Insel zu zaubern. Nach fast drei Monaten Staub und Trockenheit zeigt nun die Insel wieder ihr gewohntes Kleid und trägt die Beinamen „die Grüne“ oder „die Schöne“ erneut mit vollem Recht. Fernsehen ist im Moment schlimmste Zeitverschwendung, zeigt doch die Natur jetzt was sie kann und lässt uns an jeder Ecke dieser so wunderbaren und gleichzeitig wundersamen Insel erstaunen. Irgendwie ist alles friedlich jetzt, vielleicht liegt es auch daran, dass die Bananenbauern das erste Mal sein Monaten nicht mehr jammern. Oder liegt es gar an Carneval, dass eine Insel im Koma einfach friedlich sein muss? Egal woran es liegt, einfach genießen, staunen und bewundern.




Sonntag 22.02.04 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm

150 Jahre Fotografie in Spanien

ist der Titel einer Ausstellung in der Hauptstadt Santa Cruz die noch bis zum 10. März in der „Casa Salazar“ zu sehen ist. Weit über hundert Fotos von neunzig spanischen Fotographen werden gezeigt, aus allen 15 Jahrzehnten seit es die Fotografie überhaupt gibt. Es ist die erste Ausstellung dieser Art, zusammengestellt aus vielen spanischen Archiven und privaten Sammlungen. Bevor die Ausstellung nach La Palma kam waren die Fotos im „Instituto Cervantes“ in Mexiko zu sehen und ab Mitte März gehen die Exponate weiter in das internationale Fotografiezentrum von Porto. Unter vielen anderen sind Werke der großen spanischen Fotografen wie Ramón Colom, Catalá Roca, Toni Catani, Jordi Sosía, Cristina García Rodero und Castro Prieto zu sehen.


Samstag 21.02.04 17:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 0 mm

Lottoglück in El Paso

Ein etwas über dreißigjähriger Mann hat am Freitag den Betrag von 463.000 Euro gewonnen. Es ist das erste Mal seit langer Zeit, dass so viel unerwartetes Geld in der kleinen Gemeinde gewonnen wird. Der sehr bekannte Mitbürger, wie die Lottogesellschaft schreibt, spielt seit dem Jahr 2001 immer die gleichen Zahlen 4-12-16-31-38-45 und nun endlich hat er mal was gewonnen und dann gleich eine erhebliche Summe. Der glückliche Gewinner hat sich erst mal zurückgezogen, wohl aus Angst vor den vielen neuen Freunden so weiß auch noch keiner, was der Mann mit dem Geld anfangen will.

Wie überall in Spanien wird auch auf La Palma sehr viel an das Glück geglaubt und viele Leute geben einen ansehnlichen Teil ihrer Einkünfte für das legale Glücksspiel her, allem voran bei der Lotterie die von der Blindenvereinigung ONCE organisiert wird. Dabei kauft man „Coupons“ mit 5 Zahlen und hofft dann darauf, dass jeden Abend 5 feinsäuberlich geschminkte Damen eben genau diese Zahlen aus großen Lostrommeln fischen. Neben der ONCE gibt es aber auch noch die staatliche Lotterie mit einem ähnlichen System, aber außer bei der Weihnachtslotterie nicht so erfolgreich wie bei der ONCE. Der Gewinner spielte „La Primitiva“ ein dem deutschen Lotto ähnliches System, organisiert von der staatlichen Lotterie.


Samstag 21.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm

Puerto de Naos rüstet auf

Der Plan für die Verbesserungen in Puerto de Naos liegt schon seit längerem auf dem Tisch, es gab aber immer wieder Unstimmigkeiten mit den übergeordneten Behörden in Tenerife. Nun ist das Vorprojekt fertig und weist eine ganze Reihe von Verbesserungen für den Badeort aus. Im Mittelpunkt steht die völlige Renovierung und Umgestaltung der Strandpromenade samt der Zugänge zum Meer. Zusätzlich sollen zwei Schwimmbäder entstehen um auch an Tagen mit hohem Seegang den Gästen die Möglichkeit eines Bades zu bieten. Einen Termin für den Baubeginn nennt das Vorprojekt nicht, wohl aber eine Preisvorstellung und die liegt bei 9,6 Millionen Euro.

Es ist dringend geboten, dass Puerto de Naos Anstrengungen unternimmt um nicht den Anschluss zu verlieren. Nach dem Ausbau der Uferpromenade in Puerto de Tazacorte hatte Naos reichlich Tagesbesucher verloren und in Zeiten der Nebensaison erinnert der einstmals erste Badeort der Insel eher an eine Geisterstadt. Immer mehr Gastronomiebetriebe und Einzelhändler müssen schließen und geschlossene Läden und Restaurants vermitteln nicht unbedingt den Charme eines lebendigen Badeortes. Das neue Hotel im Süden der Insel wird ein weiterer Prüfstein für Puerto de Naos sein. Die Hotelanlage bei Fuencaliente besticht bereits während der Bauphase mit opulenten Aussenanlagen und dem, wenn man den Betreibern glauben kann, größten Schwimmbad der kanarischen Inseln. Dieses Hotel steht in direkter Konkurrenz zu Puerto de Naos und die Gemeinde Los Llanos zu der Puerto de Naos gehört, muss sich sputen um da nicht arg ins Hintertreffen zu geraten. Einen Trumpf hat Puerto de Naos allerdings in der Hand. Trotz allem Luxus hat das neue Hotel im Süden keinen Strand und genau da liegen die zukünftigen Chancen für Puerto de Naos.


Freitag 20.02.04 16:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 10 mm

Die Sonne scheint wieder

Ein Blick auf das Satellitenbild von 12:00 Uhr zeigt ein sich nach Norden verkrümmelndes Tiefdruckgebiet, welches auf La Palma reichlich Wasser gelassen hat. Insgesamt fielen 95mm Niederschlag in 30 Stunden, das ist eine beruhigende Zahl und lässt uns eine ganze Weile verschnaufen und vielleicht sogar einen Teil der Staubecken wieder füllen. Auf der Insel kann es in manchen Zonen sogar weit über 100mm geregnet haben, die Schauer sind lokal sehr unterschiedlich heftig. Die von Süd heranrauschenden Tiefdruckgebiete sind meist sehr niederschlagsreich, bringen aber auch immer die Gefahr eines Sturmes mit sich. Ein gleiches Tief hat im Dezember 2002 horrende Schäden im Nordosten der Insel angerichtet.

Das ist uns dieses Mal erspart geblieben und bereits ab Mittag scheint nun wieder die Sonne und kein Lufthauch regt sich, als ob nichts geschehen wäre. Bislang sind keine Schäden gemeldet worden und der Flugbetrieb läuft auch wieder normal, nachdem der Flughafen gestern und heute stundenweise geschlossen war. Die Carnevalsveranstaltungen laufen also wie geplant weiter, vielleicht stört noch der eine oder andere Schauer das Vergnügen, aber das soll es vorerst gewesen sein. Der Atlantik ist noch stark aufgewühlt und Wellenhöhen von bis zu 6 Meter branden an der Westküste an. In Puerto de Tazacorte mischt sich das aus der Caldera abfließende Wasser mit dem Atlantik und färbt das Wasser auf mehrere Quadratkilometer erdbraun. Als wir heute Morgen auf der Brücke standen unter der die Caldera ihr Wasser in den Atlantik entlässt, fällt mir wieder die immense Verschwendung an Regenwasser ein. Wenn wir dieses Wasser auffangen und speichern könnten, dann wären wir für Monate unabhängig von Regen und den unterirdischen Wasserlagern der Insel. Vielleicht fällt das ja auch noch jemandem ein, der auf diese Insel was zu sagen hat.


Freitag 20.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 61 mm

Regen, Wind und keine Schule

Das mit dem Schulfrei gilt zumindest für die Gemeinden Santa Cruz, Los Llanos, Tazacorte und El Paso. Grund ist natürlich das Wetter, weniger die intensiven Niederschläge (61mm in 14 Stunden) als die tückischen Windböen man fürchtet mit Recht herab fallende Äste und Palmwedel. Die Jubelstimmung der Kinder wegen der ausgefallenen Schule hält sich in Grenzen, heute hätte man anstatt Unterricht Carneval gefeiert.

Bislang gibt es außer kleinen Überschwemmungen und lokalen Stromausfällen keine größeren Schäden zu berichten. Auf der Hauptstraße von Santa Cruz nach Los Llanos liegen in Höhe von „Botazo“ Felsbrocken auf der Straße und die Autofahrer werden über eine Umleitung geschickt. Überhaupt muss man im Moment extrem vorsichtig fahren, da in den steilen Zonen der Insel (das ist ja fast überall) sehr hohe Steinschlaggefahr herrscht, hervorgerufen durch den intensiven Niederschlag. Die Landwirtschaft meldet keine Verluste und auch in Puerto de Tazacorte hat es keine Überschwemmung gegeben, die Uferpromenade bleibt aber aus präventiven Gründen weiter gesperrt.

Wie es weitergeht, da sind die Meteorologen uneins. Das staatliche Institut meldet eine Besserung ab dem Nachmittag, andere Quellen sprechen davon, dass die Situation sich noch weiter verschärft. Im Moment haben Wind und Niederschläge an Intensität verloren und erinnern eher an Hamburger Schmuddelwetter als an eine vom Sturm umtobte Insel im Atlantik. Die Schneegrenze wird mit 1.800 Meter angegeben, die Insel hat also bereits eine weiße Mütze. Es ist der erste Schnee auf dem Roque in diesem Winter.

Wir werden abwarten, wie es weiter geht. Der Sprecher im lokalen Radio hat das heute Morgen hervorragend formuliert. Kerzen und Taschenlampe bereitlegen und wer nicht aus dem Haus muss, der soll es nicht tun. Wer aber unbedingt los muss, der soll versuchen es zu vermeiden! Ich werde versuchen mich an diesen Ratschlag zu halten, freue mich auf einen Tag zu Hause und über jeden Tropfen Regen.



Das Ablesen der hochpräzisen Messinstrumente ist professionell ausgebildetem Fachpersonal vorbehalten...




Donnerstag 19.02.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 23 mm

Kindercarneval ins Wasser gefallen

Wunderbare und kostbare 23mm Niederschlag in etwa 9 Stunden, das Herz des Bauern lacht und bis morgen Nachmittag wird wohl noch mehr Regen kommen. Die schlimmste Dürreperiode im Winter seit fast 30 Jahren hat damit vorerst ein Ende. Noch bekommen wir damit die Staubecken nicht voll und die Brunnen und Galerien füllen sich nur langsam wieder mit Wasser. Aber nun brauchen wir sicher 10 Tage nicht gießen und den ausgelaugten Schächten nicht auch noch den letzten Tropfen Wasser zu entnehmen.

Des einen Freud... Der für heute Nachmittag angekündigte Straßenumzug in Los Llanos muss nun leider ausfallen, die Kinder sind sehr traurig, hat man doch seit Wochen an den Kostümen gebastelt und wollten heute richtig Gaudi machen. Wir vernünftigen Eltern sehen das halt pragmatisch und nehmen lieber schlecht gelaunte Kinder in Kauf, als erkältete. Die angekommenen Gäste waren zwar nicht gänzlich erfreut, von einem Reiseleiter in Parka und Regenschirm begrüßt zu werden, aber unser La Palma Publikum ist hart im Nehmen. Zwei Charter mussten nach Tenerife ausweichen, da nachmittags starker Wind aufgekommen ist. Nach einer Wartezeit von etwa 2 Stunden konnte dann aber La Palma doch wieder angeflogen werden und nun sind alle glücklich gelandet und freuen sich mit uns über den Regen...


Donnerstag 19.02.04 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 1 mm

Der Regen ist da

Endlich fallen seit einer halben Stunde die ersten Tropfen, noch zögerlich aber über dem Meer hängen die typischen tiefen Wolken die mehr versprechen. Die Luft ist plötzlich wieder klar und der Saharastaub der letzten drei Wochen ist verschwunden. In den letzten Tagen konnte man sogar die ersten Wanderheuschrecken aus Afrika beobachten, die mit dem Calima bis zu uns gelangt waren. Hier auf La Palma nur ein paar Exemplare, auf Fuerteventura gab es allerdings so viele „langostas“, so nennt man die großen afrikanischen Heuschrecken hier, dass in „Morro Jable“ sogar eine Schule geschlossen wurde um die Quälgeister entsorgen zu können.

Wie geht es weiter mit dem Wetter. Zwei bis drei Tage rechnet man mit der Präsenz des Tiefdruckgebietes und man erwartet intensive Niederschläge erst am späten Nachmittag. Das große Fragezeichen werden die Windgeschwindigkeiten sein. Im Moment ist noch alles ruhig, aber die Meteorologen warnen vor Windgeschwindigkeiten von bis zu 75 Kilometer in der Stunde ab dem frühen Nachmittag. Das hört sich nicht dramatisch an, aber dazu muss man wissen, dass diese relativ geringen Geschwindigkeiten aus Südost bereits ausreichen, um gewaltige Fallwinde auf der Ostseite der Insel zu produzieren. Eine ähnliche Wettersituation hat im Dezember 2002 die Hälfte der Bananenplantagen in der Nordostregion der Insel vernichtet.

Ein weiteres Thema sind die Fallwinde für den Flugverkehr. Diese unberechenbaren Böen können die Insel schon mal ein oder zwei Tage von der Außenwelt abschneiden, das kommt im Winter ab und zu mal vor. In dieser Periode musste der Flughafen allerdings noch nicht geschlossen werden. Heute erwarten wir noch 6 Charterflieger, 5 aus Deutschland und eine aus Holland, die alle um die Mittagszeit auf La Palma landen wollen. Vielleicht lässt sich ja der Wind bis dahin noch etwas Zeit und zeigt sich mal von seiner tourismusfreundlichen Seite. Ich werde mir heute nicht von ankommenden Gästen die gute Laune verderben lassen, die über das schlechte Wetter hier lästern. Es ist gutes Wetter für die Insel!


Mittwoch 18.02.04 16:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts

Das heranziehende Tief aus Südost schickt seine feuchten Nebel voran und hüllt die Insel in einen Schleier aus feuchter und warmer Luft. Die Sichtweite beträgt nur noch ein paar hundert Meter und verleit der ganzen Insel einen etwas gespenstischen Charme. Die Webcam habe ich nun auf unser Haus gerichtet, alles was weiter weg ist würde man eh nicht erkennen können. Seit Mittag geht das so und laut aller Vorhersagen ist das nur der Auftakt für die so lang ersehnten Regenfälle, die wir heute Nacht oder morgen erwarten.


Mittwoch 18.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm

Zwei Campingplätze für die Insel

Im Süden der Insel bei Fuencaliente soll der erste öffentliche Campingplatz der Insel entstehen. Ursprünglich war dafür das Gelände an der „Playa de las Cabras“ vorgesehen, nun soll der Zeltplatz an die „Playa de Puntalarga“ verlegt werden. Das ist eine weise Entscheidung denn an der Playa de las Cabras drehen sich 5 Windkrafträder, die äußerst unangenehme Geräusche produzieren.

Ein zweiter Campingplatz soll nun in Barlovento im Nordosten der Insel entstehen. Die Gemeinde hat dafür 6.000 Quadratmeter Land zu Verfügung gestellt, nahe dem Naturpark „La Laguna de Barlovento“. Beide Campingplätze sollen nicht nur für Zelte, sondern auch für Wohnmobile zugelassen werden. La Palma hat wenig Erfahrung mit Campingurlaubern, denn ausser dem Campingplatz in der Caldera de Taburiente, der nur über einen anstrengenden Fußmarsch zu erreichen ist, gibt es bislang keine öffentlichen Campingplätze. Einen fixen Zeitplan gibt es nicht, wann die beiden Einrichtungen zur Verfügung stehen sollen. Irgendwann, also „mañana“ wird es soweit sein.


Dienstag 17.02.04 16:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0 mm

Zehn Kilometer Fußweg an der Küste von Fuencaliente

Von der „Playa La Zamora“ bis zum Leuchtturm von Fuencaliente will die staatliche Küstenbehörde einen Fußweg anlegen, mit bis zu zehn Aussichtsplattformen die auch als Picknickplatz dienen sollen. Fast 11 Kilometer lang soll der Weg werden, er folgt der stark zerklüfteten Küstenlinie und nicht der wesentlich kürzeren Luftlinie. Der Bürgermeister von Fuencaliente freut sich natürlich, bezahlen muss die Gemeinde auch nichts dafür, die gesamte Küstenlinie ist staatliches Eigentum. Veranschlagte Baukosten sind knappe 3 Millionen Euro und wenn alles gut geht, kann man bereits im Herbst mit den Arbeiten anfangen.

Die Küstenbehörde hat zugesagt, den Bau des Weges unter strengsten Naturschutzauflagen durchzuführen. Es sollen nur Steine aus der direkten Umgebung zum Bau der Trasse verwendet werden und dort wo von Natur aus bereits ebene Stellen sind, wird es lediglich Markierungen geben. Einige Stellen müssen allerdings überbrückt, oder mit Rampen versehen werden wenn man besonders schroffe Teilstücke begehbar machen will. Ganz ohne Beton wird man auch nicht auskommen können, aber die Behörde versichert den möglichst schonenden Umgang mit der vorhandenen Landschaft.

Auch wenn es sicher nur wieder eine argwöhnische Vermutung von mir ist fällt doch auf, dass der erste Küstenweg den La Palma überhaupt bekommt, gerade dort entsteht, wo das neue Vorzeigehotel seinen Standort hat. Wenn man weiß, wie strikt die zuständige Behörde sonst jede Veränderung der Küstenlinie bekämpft, dann muss man vor dem Bürgermeister von Fuencaliente den Hut ziehen, wie er das wieder hinbekommen hat. Seit Jahrzehnten träumen alle Leute von einem Küstenwanderweg zwischen Puerto de Tazacorte und Puerto de Naos. Damit würde man das bereits arg in Bedrängnis geratene Puerto de Naos stark aufwerten, aber im Moment ist halt das Lieblingskind der Inselregierung das Luxushotel im Süden.

Dienstag 17.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm

Regen in Sicht

Vielleicht ist es wieder nur der Wunsch und wir zeichnen uns inzwischen selber die Tiefdruckgebiete auf die Wetterkarte. Nach fast drei Monaten (24.11.2003 gab es die letzten nennenswerten Niederschläge auf der Westseite) ohne Regen im Winter hat der tägliche Blick auf die Wetterkarte eine ganz neue Dimension erreicht. Da rauschen Regengebiete über den Atlantik zu uns heran und in allen anderen Jahren hätte man nur gerätselt, wie lange es regnet. Dieses Jahr war alles anders. Als hätte jemand kurz vor den Inseln ein Umleitungsschild aufgestellt verschwanden die Tiefs meist Richtung Norden, wenn es gar nicht mehr anders ging aber auch Richtung Süd.

Nun muss es aber ganz einfach regnen, ich wüsste nicht, wohin dieses Tief nun noch ausweichen sollte. Auch wenn der Regen aus Südost nicht unbedingt unsere Lieblingsrichtung ist, weil das starke Fallwinde im Nordosten der Insel bewirken kann, soll uns jeder Tropfen recht sein der da kommt. Mal sehen was daraus wird und ob mein Regenmesser überhaupt noch dicht ist nach dieser langen Periode ohne Wasser. Die Gäste mögen es uns verzeihen, dass wir im Moment eine andere Vorstellung von „gutem Wetter“ haben als sie. Die grüne Insel braucht dringend einen neuen Anstrich, gönnen Sie uns den bitte.


Montag 16.02.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm

In eigener Sache

Wir brauchen mal Ihre Hilfe. Sie alle als Internetbenutzer wissen um die Vormachtstellung der Suchmaschine Google und wer da nicht vorne zu finden ist, der hat kaum eine Chance seine Seite anderen mitzuteilen. Wir haben das auch erfahren und mussten mit ansehen, wie wir Stück für Stück nach hinten durchgereicht wurden. Vorne tummeln sich nun einige die es ihrer Seite wegen verdient haben, aber auch viele andere die durch, weiß Google welche Tricks“ sich nach vorne geschoben haben. Da finden sich dann alle möglichen Seiten unter dem Suchbegriff La Palma, die mit La Palma überhaupt nichts zu tun haben.

Was uns fehlt um bei Google wieder besser gelistet zu werden sind mehr Links, die auf unsere Seiten verweisen. Wenn Sie eine eigene Webseite haben und glauben unsere Seite hätte eine bessere Platzierung bei Google verdient, dann verlinken Sie doch bitte auf uns. Es muss auch nicht an hervorgehobener Stelle sein, es bedarf auch keiner Kommentare. Hier sind die beiden Seiten: http://www.la-palma-urlaub.de und http://www.la-palma-aktuell.de

Ich weiß, Sie wollten jetzt wieder was Nettes über La Palma lesen und da langweilige ich Sie mit dieser ungewöhnlichen Bitte. Meist führen aber nur ungewöhnliche Dinge zum Erfolg und mehr als dass Sie mich auslachen, kann ja auch nicht passieren. Morgen gibt es dann auch wieder frische Nachrichten aus La Palma – Versprochen.


Montag 16.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Schwerer Verkehrsunfall auf El Hierro fordert drei Menschenleben

Der schwerste Verkehrsunfall seit Jahren forderte gestern Früh um 06:40 Uhr auf unserer kleinen Nachbarinsel drei Menschenleben. Auf El Hierro leben nur gut 8.000 Menschen und Unfälle, besonders mit Verkehrstoten sind äußerst selten. Auf der Straße von Valverde nach Frontera, an der Kreuzung die nach Isora führt kam der Wagen mit 4 Insassen von der Straße ab und verunglückte so heftig, dass drei der 4 Personen noch am Unfallort verstarben. Der Wagen prallte mit hoher Geschwindigkeit auf einen Bagger, der wegen der dort stattfindenden Bauarbeiten am Straßenrand abgestellt worden war. Die Guardia Civil vermutet überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache. Die Jüngste im Auto, ein 15 jähriges Mädchen wurde mit schweren Verletzungen ins Unfallkrankenhaus nach Tenerife geflogen.

Eine makabre Geschichte schließt sich noch an das Drama an. Passanten glaubten die Unfallopfer identifizieren zu können und so wurden die Eltern der jungen Leute, alle waren zwischen 15 und 37 Jahre alt, verständigt. Bei der anschließenden Identifizierung erkannten auch die Angehörigen die Unfallopfer, was angesichts der schweren Verletzungen nicht einfach war. Noch während die Eltern am Sarg ihres vermeintlichen Sohnes Wache hielten, rief dieser auf dem Handy an, er war mit Freunden unterwegs gewesen und wolle nun zu Hause frühstücken. Es wurde ein unerwartetes und glückliches Frühstück.


Sonntag 15.02.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm

Neue Pläne für Wasserspeicher auf der Ostseite

Im Moment schießen keine Pilze auf La Palma aus der Erde, sondern Ideen wie man zukünftig solchen Dürreperioden besser begegnen kann. Da kommt eine Berechnung der Techniker für den Wasserhaushalt der Insel gerade recht, welche besagt, dass in der Region zwischen Santa Cruz und Fuencaliente unheimlich viel Wasser ungenützt in den gierigen Atlantik fließt. Die Techniker haben errechnet, dass die Quellen und Brunnen in dieser Region jährlich 13,2 Kubikhektometer Wasser erzeugen, aber nur 4,5 Kubikhektometer entnommen werden. Der Rest geht als Opfer an Poseidon ins Meer.

Das ist eine ganze Menge Wasser wenn man bedenkt, dass ein Kubikhektometer = 1.000.000.000 Liter sind auch bekannt als eine Milliarde. Damit kann man eine Menge Kohlköpfe ziehen, oder auch vier Golfplätze bewässern. Bei der anhaltenden Trockenheit halten die Inseloberen sich bedeckt über diese ambitiösen Projekte zu reden. Es kommt auf La Palma nicht gut über einen Golfplatz zu reden, während die Bananenbauern eine Rationierung des Wassers fürchten müssen. Fünf neue Wasserspeicher sind nun zwischen San Isidro und Fuencaliente angedacht und es werden nicht die einzigen Pläne bleiben für neue Staubecken auf der Insel.


Sonntag 15.02.04 10:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Erst ab Nachmittag ansprechbar

Gestern Nacht erlebte Los Llanos die erste heftige Begegnung mit dem Straßencarneval und ab jetzt herrscht bis Ende des Monates ein anderer Rhythmus. Klar, wer bis um 5 Uhr Morgens auf der Straße feiert, der hat keinen echten Bezug zu Verabredungen am nächsten Vormittag. Seltsame Stille liegt über dem Aridanetal und die einzigen Leute die unterwegs sind, das sind die unermüdlichen Touristen auf Ihrem Weg zu den Wanderungen. Die Berge sind heute deutschsprachig, dort kann man jetzt ohne aufzufallen gleich „servus“ sagen und sich das „Hola“ für andere Gelegenheiten aufsparen.

Diese harten Wochen übersteht nur, wer sich klug vorbereitet. Jetzt am Sonntagvormittag holt man den Schlaf von gestern Abend nach. Dann gibt es ein kleines Mittagessen und anschließend muss man vorschlafen, um die heutige Nacht ohne Ausfallerscheinungen zu überstehen. Montag früh fällt der Hammer und auch wenn viele Arbeitgeber extrem rücksichtsvoll in diesen Tagen sind, irgendwie muss man die Arbeit doch gebacken kriegen. Ab nächstem Wochenende wird das alles dann noch heftiger und die meisten Firmen machen dann gleich für eine Woche dicht und die Schulkinder haben eine Woche Ferien. Sie sollten in den nächsten Wochen Termine mit Palmeros sehr überlegt in die frühen Abendstunden legen und sprechen Sie dann bitte langsam und auf keinen Fall laut. Wenn trotzdem keiner zu Ihrem Termin erscheint, dann war Ihr Anliegen sicherlich nicht so wichtig wie Carneval.


Samstag 14.02.04 16:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm

Ausbildung zum Spezialisten in Sachen Kultur

Die Inselregierung will unter Mithilfe des „Centro Internacional para la Conservación del Patrimonio“ (CICOP) die ersten 50 „Kulturführer“ der Insel La Palma ausbilden. In 100 Stunden sollen die Interessierten alles über die Geschichte und Kunstgeschichte der Insel lernen. Da wird es eine Menge zu büffeln geben, es hat sich einiges an Historie angesammelt auf La Palma, die letzten reichlich 500 Jahre. Ausbildungsort ist das ehemalige Kloster San Francisco in der Hauptstadt, also ein sehr passender Ort für diese Tätigkeit. Zwischen März und Mai werden die Unterrichtsstunden verteilt, in Theorie und Praxis.

La Palma wäre damit die erste kanarische Insel mit lizenzierten „Kulturführern“ und verspricht sich damit einen weiteren touristischen Anreiz zu verleihen. Da gibt es viel zu zeigen auf La Palma und wir haben ja auch ein Publikum, welches durchaus an der Historie der Insel interessiert ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass man da schöne Touren organisieren kann. Ein paar Kirchen und Heilige, ein paar alte Gutshäuser aus der Portugiesenzeit, flämische Malerei, da ist ein Tag schnell rum. Vielleicht bleibt ja auch noch Zeit dafür dann Abends noch ein bisschen lebendige palmerische Kultur aufzunehmen. Mir schwebt da eine kleine nette Bodega vor mit endemischen Traubenendprodukten und authentischem Kotelett vom heimischen Schwein. Ich habe zwar keine Lizenz dafür, aber das würde ich mir noch zutrauen.


Samstag 14.02.04 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

Vorstufe der Wasserrationierung beginnt am Dienstag

Weiterhin gibt es keinen Regen auf der Westseite der Insel, seit Beginn der Winterperiode im Oktober sind im Aridanetal gerade mal 57mm Niederschlag gefallen. Die statistisch regenreichsten Monate, Januar und Februar brachten bislang überhaupt nichts. Zwar fällt das Barometer wieder stetig und auf dem Nordatlantik haben sich neue Tiefdruckgebiete geformt, aber zu oft wurden wir dieses Jahr enttäuscht und nun wartet man nicht mehr weiter auf den Regen, sondern muss handeln.

Alle Plantagenbesitzer im Aridanetal müssen nun ihren Wasserbedarf anmelden, unter Angabe der Größe der Felder und des normalen Verbrauches. Nur noch dann erhalten die Bananenbauern das begehrte und notwendige Nass. Sollte die Situation sich weiter verschärfen, dann müssen die Mengen rationiert werden. Die Brunnen und Galerien im Aridanetal sind erschöpft und versalzt, können also nicht weiter genutzt werden und der große Wasserspeicher „Dos Pinos“ ist leer. Nun kommt das Wasser nur noch aus dem Tunnel der knapp oberhalb von Los Llanos die Insel von West nach Ost durchbohrt und aus den Leitungen die über die Nordwestseite Wasser aus Barlovento und Los Sauces in das Aridanetal pumpen. Um mehr Wasser auf die Westseite zu bringen, müssen hydraulische Anlagen auf der Ostseite wieder in Betrieb genommen werden, die man jahrelang nicht mehr benötigte.

Bislang konnte man keinen Einfluss der Trockenheit auf die Trinkwasserreserven im oberen Bereich der Caldera de Taburiente messen. Diese scheinbar unerschöpflichen Quellen liefern weiterhin ausreichend Trinkwasser für die Bevölkerung aber natürlich bangt man auch da, irgendwann werden sich die Folgen der Trockenheit auch in den oberen Lagen bemerkbar machen. Noch ist es aber nicht so weit und ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass letztendlich die Regenfälle noch kommen werden. Unser Flehen um Regen hat nun auch schon die Gäste der Insel erreicht und wir haben einige Zuschriften erhalten die das Problem ansprechen. Einen sehr progressiven Vorschlag kopiere ich hier mal rein:

„Lieber Herr Siebold,

mit Interesse verfolge ich Ihre Insel-News und die verzweifelte Suche nach ergiebigen Regenwolken. Da bisher noch kein fähiger Schamane gefunden werden konnte der eventuell Abhilfe schafft, schlage ich vor, dass die rührigen Inselmanager wie z.B. der Bürgermeister Tazacortes oder die Touristikmanager doch den Papst einmal einladen könnten. Ich könnte mir vorstellen, dass der reiselustige Karol unter Hinweis, dass mit dem Gedanken spiele zu den Lutheranern zu konvertieren oder man die Pille ab 12 freigeben wolle, gerne zu einem Inseltrip bereit wäre.

Eine Prozession mit dem Karnevalszug zum (un)-heiligen Idafe, der Papst in einer Sänfte von den Bananenpflanzern getragen und von den Karnevalsköniginnen umschwärmt, dazu die heilige Messe müsste doch Abhilfe schaffen. Für alle Fälle könnte man ja auch noch einen Regentanz aufführen.

Sollte sich dieser Vorschlag verwirklichen lassen, bitte ich diesen jedoch einschließlich der ganz sicher eintretenden ergiebigen Regenfälle vor dem 18.03. zu verwirklichen. Dann werden wir Sie nämlich im Casa Martin bei hoffentlich strahlendem Sonneschein begrüßen. Wir freuen uns !!“


Freitag 13.02.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0 mm

Gleichberechtigungsübungen in der Inselregierung

Nein, es ist nicht der erste April. Im Rathaus von Santa Cruz gab es gestern Hauswirtschaftsunterricht für die Abgeordneten und Angestellten des Rathauses der Hauptstadt. Mit dem Bügeleisen in der Hand verbrachte man den Morgen, jeder hatte etwas „Hausarbeit“ mitgebracht. Es ging darum, dem männlichen Teil der Bevölkerung zu zeigen, was die Frauen den ganzen Tag so leisten und machen. Demonstrativ bügelten nun gestern die Männer die Wäsche und wollten ein gutes Beispiel für La Palmas Kerle geben.

Nun wird es in der Hauptstadt Kurse geben, in denen Männern die tägliche Hausarbeit näher gebracht wird. Sicherlich eine nett gemeinte Aktion, aber ob man damit die Männer zu mehr Mithilfe im Haushalt bringen kann, bezweifle ich sehr. Allerdings hat es mich schon berührt zu wissen, dass andere Männer bügeln können und diese unendlich laute und störende Maschine hinter sich über den Teppich ziehen können. Ich meine die mit dem Rüssel vorne, wo immer der Hund wegrennt, wenn man sie anstellt. Von dem weißen Stück Metall, welches in der Mitte einen kleinen, sich drehenden Fernseher hat will ich gar nicht erst reden. Ich habe das mal versucht und nun viele einzelne Socken, irgendwas habe ich falsch gemacht bei der Fütterung dieses Monsters. Es macht mich schon betroffen, dass andere Männer was können, was ich nicht kann. Ich muss das unbedingt mit meiner Männergruppe besprechen, ob die das auch erlebt haben. Gleich heute Abend in der Kneipe bei Carlos werde ich die mal fragen, ob sie auch andere Männer kennen, die gefährlich nahe an der Kittelschürze leben. Nicht das mich das stören würde, aber ich will schon wissen, mit wem ich es zu tun habe. Meine Frau kann leider nicht mitkommen, sie sagt sie habe noch so viel zu tun...

Jetzt wieder nach La Palma. Eine nette Leserin hat mich auf einen sehr schönen Artikel über La Palma hingewiesen. Stefan Schomann hat die Insel vor kurzem durchwandert und HIER können Sie seinen sehr einfühlsamen Bericht lesen.


Freitag 13.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm

Heiße Phase des Carnevals beginnt

Ab heute Abend wird es bitter ernst in Los Llanos, der Carneval tritt in seine entscheidende Phase. Es gab zwar schon eine Menge Veranstaltungen, aber erst die Wahl der Carnevalskönigin gibt den Startschuss für den Straßenkarneval. Dieses Jahr stellen sich 7 junge Damen der Jury und werden versuchen ihre monströsen Kleider so anmutig wie möglich zu präsentieren. Ab 20:30 im Festzelt auf dem Parkplatz hinter der Markthalle.

Als zusätzliche Attraktion haben die Veranstalter den Latino-Popstar Tony Santos eingeladen. Im immerwährenden Wettstreit zwischen Los Llanos und Santa Cruz, wer nun den schöneren Carneval und wer die bekannteren Stars hat, gewinnt damit dieses Jahr eindeutig Los Llanos. Man erwartet heute Abend richtig viel Gedränge in und um das Festzelt. Zuerst treiben sieben Schönheiten des Ortes gereiften Schmerbäuchen sehnsüchtige Erinnerungen in die Augen (oder weiß der Papst wohin) und später heizt ein pomadiger, metrosexueller Beau den Frauen kräftig ein. Das ist auch eine Form von Gerechtigkeit. Die echten Carnevalisten stehen eh draußen vor dem Zelt an den Kiosken, trinken mit Freunden und lachen sich die Welt schön. Es kommen schwere Tage auf uns zu.


Donnerstag 12.02.04 17:00  El Paso - Dos Palmas Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm

Potemkinsche Fabrik in El Paso

Nach dem Weggang der Zigarettenfabrik in El Paso gab es große Pläne für das ehemalige Fabrikgelände. Der Wegfall von an die 300 Arbeitsplätzen traf den Ort und die Umgebung schwer. Es gab viele gute Ideen, wie man das riesige Fabrikgelände neu nutzen kann, zumal mit der kanarischen Sonderhandelszone (ZEC) auch Anreize für Investoren geschaffen wurden. Ein paar kleine Firmen siedelten sich an, aber den Löwenanteil mit 70% des enormen Geländes bekam die neu gegründete Firma „Sotexcan“ zugesprochen. Die Firma hatte blühende Landschaften versprochen mit 15 Fabrikationslinien für Textilprodukte versprochen. Man wollte aus Stoffresten Einwegtextilien herstellen für die Gastronomie und andere Sektoren.

Immer wieder wurden erste Erfolge groß angekündigt und man habe bereits internationale Kontakte, die nur auf die Billigtischdecken aus El Paso warten. Das ist jetzt ein paar Jahre her und bislang steht ein alter Webstuhl in den riesigen Hallen und produziert nur heiße Luft. Bis 2004 wollten man 150 Arbeitsplätze schaffen und nun muss man Fragen stellen dürfen, wer denn die Verträge mit der Sotexcan ausgehandelt hat. Immerhin wurden andere Firmen aus dem Rennen um den Standort zu Gunsten von Sotexcan ausgeschlossen. Natürlich kommt da die Politik ins Spiel und es muss Zufall sein, dass der Vorstand der Sotexcan eine ehemaliger Wirtschaftsabgeordneter der kanarischen Regierung ist. Der jetzige Bürgermeister von El Paso traut sich nun endlich diesen Zustand in der Öffentlichkeit anzuprangern und fordert Antworten und Klarheit. Das kann er ja auch, hat doch die Verträge sein Vorgänger gemacht, der natürlich einer anderen Partei angehört. Interessant ist auch, dass nur eine der vier kanarischen Tageszeitungen überhaupt die skeptischen Fragen des Bürgermeisters veröffentlicht hat. Es gibt halt Dinge, über die redet man nicht. Da ich ja aus Bayern komme sind mir Strukturen mit absoluten Mehrheiten gut vertraut. Saludos Amigos!


Donnerstag 12.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm

Alte Sportarten für junge Menschen

Es wäre zu einfach nur von einer Nostalgiewelle zu reden, wenn seit geraumer Zeit alte, inseltypische Sportarten wieder Beachtung finden, die bereits in der Asservatenkammer der Geschichte Patina angesetzt haben. Über die „Lucha Canaria“ brauchen wir nicht reden, der kanarische Ringkampf war immer lebendig und wird überall mit Begeisterung verfolgt. Für grazilere Typen gibt es den „Salto de Pastor“, da springt man mit Hilfe einer bis zu 3 Meter langen Holzlanze über Gräben und in affenartiger Geschwindigkeit steile Abhänge hinunter.

Gewichtheben besteht hier aus dem Stemmen von großen Steinen und Pflugscharen, was auch wieder klar stellt, dass die meisten historischen Sportarten ländlichen Ursprungs sind. In abgewandelter Form gibt es auch eine Art von Boccia, mit anderen Regeln und viel größeren Kugeln, ist doch klar... Ganz interessant ist das „Calabazo“. Da wird mit Hilfe an Stöcken befestigter hohler Kürbisse Wasser geschöpft, das erinnert an die Zeit, als man noch keine Pumpen hatte um die Felder zu bewässern. Das alles und noch mehr hat man in Puerto de Espíndola Schülern vorgeführt die auch selbst, natürlich unter Anleitung, diese Sportarten ausprobieren durften. Sicherlich wird Pflüge-Stemmen auf Dauer nicht die Begeisterung für Fußball verdrängen, soll es auch nicht. Wichtig ist doch nur, sich auch mit dem auseinander zu setzen, was früher war und wenn das auch noch Spaß macht, dann kann man auch junge Leute dafür begeistern. Am 16. März gibt es eine erneute Vorführung, dieses Mal auf dem Fußballplatz von Las Manchas. Vielleicht haben Sie ja Interesse, da mal zuzusehen.


Mittwoch 11.02.04 16:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm

Die Saline von Fuencaliente in permanenter Krise

Seit 1967 gibt es die Saline von Fuencaliente, übrigens die einzige noch funktionierende in der gesamten Provinz Tenerife. Der Familienbetrieb in der zweiten Generation steht immer kurz von dem Aus, da die Preise für Speisesalz seit Jahren nach unten gehen, die aufwendige Handarbeit aber immer teurer wird. In den Supermärkten wird das „Sal de Teneguia“ immer mehr von deutlich billigerem Importsalz verdrängt und es gibt keine Lobby auf La Palma, die zum Erhalt der Saline drängt.

Der Eigentümer und Sohn des Firmengründers, Fernando M. Hernández beklagt nun, dass die strengen Naturschutzgesetze eine Öffnung der Saline für weitergehende Tätigkeiten nicht erlauben. So hat er vorgeschlagen, ein Ausflugsrestaurant und eine Verkaufstelle für typisch palmerische Produkte dort einzurichten, aber das widerspricht den Auflagen der Naturschutzbehörde. Es wäre doch sehr schade, wenn die einzig noch existierende Saline der gesamten Provinz aufgeben muss. Ab Juni wird in der Nähe das größte Hotel der Insel öffnen, ein Besuch der Saline mit der Möglichkeit auch noch eine Flasche hiesigen Wein zu kaufen, oder ein Glas Mojo, wäre doch sicherlich ein nahes und interessantes Ausflugsziel. Die Gratwanderung zwischen konsequentem Naturschutz und den Rechten der dort arbeitenden Leuten bedarf viel Fingerspitzengefühl. Ich hoffe sehr, unsere Inselregierung wird dieses auch zeigen. Sonst muss sie sich fragen lassen, wie es möglich ist, dass nur ein paar Kilometer entfernt ein riesiger Hotelbunker gebaut werden darf, die Saline aber kein Restaurant haben soll, aus Naturschutzgründen.


Mittwoch 11.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm

Proteen aus La Palma, eine absolute Erfolgsgeschichte

Ein Silberstreif für die gebeutelte Landwirtschaft La Palmas sind seit ein paar Jahren die Proteen. Da hat der Hauptproduzent Südafrika für uns im Winter eine Lücke gelassen und schon funktioniert das Geschäft. 300.000 dieser dekorativen Blumen gingen im Jahr 2003 nach Mitteleuropa und für dieses Jahr sind 850.000 Blüten angesagt. Hauptabnehmer sind Holland und Deutschland, wobei die Exporte nach Holland meistens auch wieder in Deutschland vertrieben werden, die größten Blumenimporteure sitzen halt in den Niederlanden. Die Proteen gehen per Luftfracht nach Amsterdam und Düsseldorf. Bei diesem Produkt kann man sich diese teure Art des Reisens leisten, die Protea wiegt nicht viel, ist aber eine sehr teure Blume.

Hauptanbaugebiete auf La Palma sind Barlovento, Garafía, Breña Alta und Villa de Mazo. Dort werden auf über 20 Hektar fast ausschließlich Pflanzen der Gattungen Leucospermum und Leucadendron angebaut. Oberhalb von El Paso wurde letztes Jahr eine weitere große Proteenpflanzung angelegt, die ab 2005 auch Blumen für den Export produzieren wird. Es dauert an die 3 Jahre, bis die Proteen eine Schnitthöhe von mindestens 40 Zentimetern erreicht haben und somit die gewünschte Länge haben. In der Hoffnung, dass die einer Distel sehr ähnliche Blüte nicht aus der Mode kommt, werden weitere Pflanzungen auf La Palma entstehen. Man hat aber ausgerechnet, dass bereits ab 2005 die Kapazitäten der Luftfracht nicht mehr ausreichen da muss man drüber nachdenken, dass wir uns bei dieser blumigen Erfolgsgeschichte nicht gleich selber wieder ein Bein stellen.


Dienstag 10.02.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm

Noch Nachholbedarf bei den Internetanschlüssen auf den Kanaren

Auch wenn die Zahlen der Haushalte die einen Internetzugang haben, sich seit dem Jahr 2000 fast verdreifacht haben, liegen wir noch weit hinter dem europäischen Mittel. Nur 26% der Haushalte auf den Kanaren haben einen Internetanschluss, gegenüber 42% im europäischen Mittel. Da der Zuwachs auf den Kanaren aber schneller war als auf nationaler Ebene, haben wir inzwischen fast den spanischen Durchschnitt von 27% der Haushalte erreicht. Technisch setzt man ganz auf ADSL, da sind die Zuwachsraten deutlich höher, als bei analogen Leitungen oder RDSI, ähnlich ISDN. Preislich liegen wir wohl im europäischen Mittel, eine ADSL- Flatrate bekommt man für 30- 39 Euro im Monat, je nach Anbieter.

Auf La Palma gibt es da ein paar Probleme, viele Gemeinden haben von der Telefonica keine ADSL fähigen Leitungen bekommen, manche Regionen haben überhaupt keinen Telefonanschluss. Das sind natürlich die ländlichen Gebiete, wo sich die Investitionen laut Telefonica nicht rechnen. Da tut sich aber auch was, die Gemeinden ohne Breitbandmöglichkeiten wollen für die Bewohner öffentlich zugängliche Computer aufstellen. Garafia ist da schon ein Stück weiter, dort kann man per Wireless LAN über die Leitungen der Gemeinde ins Netz und nicht wenige Leute haben in Garafia so einen Internetanschluss, aber kein Telefon.


Dienstag 10.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm

Moderate touristische Pläne für San Andrés und Los Sauces

Ganz anders als hier im Aridanetal kommen leise Töne aus dem Rathaus der Doppelgemeinde „San Andrés y Sauces“. Hier spricht man von der Möglichkeit mit kleinen Hotels in den Städten und der Ausweitung des ruralen Tourismus eher der Nachfrage gerecht zu werden, als mit großen Hotelanlagen. Es ist eine gute Idee nicht den katastrophalen Weg, Hotels anstatt Bananen zu gehen, sondern beides parallel zu betreiben. Landwirte sollen als Nebenerwerb ein Häuschen renovieren und vermieten und so die Abhängigkeit von einer Monokultur abschwächen.

Das eigentlich Interessante daran ist, dass zum ersten Mal Politiker das Thema reeller sehen. Bis auf das Projekt der „Casas Rurales“ wurde seitens der Regierung die private Vermietung niemals gefördert, sondern im Gegenteil sogar auf die illegale Seite geschoben. Wer weiß, wie schwer es ist auf La Palma, die Genehmigung für touristische Vermietung zu erlangen, der hört diese Worte aus Los Sauces gerne. Jeder kann nachrechnen, dass ein Gast der privat bei einem Palmero wohnt, viel mehr Geld auf der Insel lässt als ein Pauschaltourist. Außer dem Geld für den Flug, bleibt das gesamte Geld auf der Insel und nicht in feinmaschigen Netzen der Reiseveranstalter. Wenigstens spricht man schon darüber und das ist ein Anfang.


Montag 09.02.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm

Noch kein Regen, aber neue Bilder

Wenn ich den erwische der gesagt hat es regnet bald...

Kein Regen bislang, keine dringenden Nachrichten aber neue Bilder in unserer Galerie. Für einen kleinen Ausflug nach La Palma klicken Sie HIER. Thomas Häntsch, ein Gast hat uns diese Bilder zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!


Montag 09.02.04 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm

Neue Hoffnung auf Regen

Eigentlich wollte ich überhaupt nichts mehr darüber schreiben, denn zu oft wurden wir diesen Winter von heran nahenden Tiefdruckgebieten enttäuscht. Entweder zogen diese knapp an den Inseln vorbei, oder hinterließen lächerliche 2 mm Niederschlag. Ganz freiwillig kommt diese Tieffront auch nicht zu uns. Eingekeilt zwischen dem starken afrikanischen Hoch und dem nach Süden gerutschten Azorenhoch hat dieses schmale Band an feuchten Wolken kaum eine andere Chance als uns zu besuchen.

Viel wird es nicht werden, wie viel ist unmöglich vorauszusagen. Wir hatten ja auf das größere Tief gehofft, welches seit Tagen über den Kapverden liegt, aber das Azorenhoch lässt keinen Weg Richtung Norden offen. Jeder Tropfen Regen ist inzwischen willkommen und völlig egal, welches Tiefdruckgebiet es sein wird. Wir sind da nicht mehr wählerisch. Eigentlich ist jetzt die Jahreszeit, um überschüssiges Wasser für den Sommer zu speichern. Noch haben wir zwei Monate vor uns, um die geschundenen Brunnen wieder zu füllen und der Insel ihr übliches grünes Kleid wieder zu geben. Ich mag gar nicht daran denken, wie wir einen Sommer überstehen sollen, wenn es nicht bald regnet.


Sonntag 08.02.04 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm

Gefangen in der Subventionsfalle

Für die Bananenbauern kommt es nun knüppeldick. Bis auf die letzten Monate waren im vergangenen Jahr die Preise für die kleine Gelbe tief im Keller und nun kommt auch noch die extreme Trockenheit hinzu, die den Bananenanbau weiter verteuert, da sich der Wasserpreis vervierfacht hat. Die Gemeinden Los Llanos und Tazacorte sind am meisten davon betroffen, dort ist die höchste Anzahl an Bananenpflanzungen und zugleich auch der Wassermangel am höchsten. Der Bürgermeister von Los Llanos, Juan Ramón Hernández hat mit Zustimmung aller Gemeinderäte von der nationalen Regierung Hilfen für diesen Sektor gefordert. Madrid soll für ein Jahr auf die Beiträge zur Kranken und Rentenkasse verzichten und steuerliche Aufschübe gewähren.

Es ist sicher richtig, den geschüttelten Sektoren in Krisenzeiten zu helfen. Das aber kann nicht Dauerzustand werden und jedes Mal, wenn die Preise sinken oder die Zeiten härter werden immer nach staatlicher Hilfe gerufen werden. Jede Produktion hat immer nur Sinn, wenn das Produkt zu einem rentablen Preis verkauft werden kann. Wenn man so sträflich den gesamten europäischen Markt außer acht lässt, wie wir es die letzten 15 Jahre gemacht haben, dann werden wir nie aus dieser Tretmühle herauskommen. Das ist keine Kritik, die sich die Bananenpflanzer anhören müssen, sondern die Politiker. Es gab nur lächerliche Anläufe, dieses so gänzlich andere Produkt als die südamerikanische Banane außerhalb des spanischen Mutterlandes zu verkaufen.

Seit über 10 Jahren wissen wir, dass Subventionen im Agrarbereich nicht besonders zukunftstauglich sind. Wir wissen aber, dass wir ein klasse Produkt haben und einen riesigen Markt direkt vor der Haustür. Ich kann das Jammern nicht mehr hören, keiner will unsere Bananen. Das stimmt nicht, man bekommt sie einfach nur nicht zu kaufen. Da muss Werbung gemacht werden für unsere kleinen Gelben und man muss mit den großen Supermarktketten reden und meinetwegen auch ein Eintrittsgeld dafür bezahlen, wie es längst in dieser Branche üblich ist. Am dringlichsten ist es allerdings, das auch vernünftig zu planen und zu überwachen.

Die sollen ruhig einen teuer bezahlten Manager einstellen, dessen Arbeitsplatz dann nicht in einem klimatisierten Büro auf Tenerife ist, sondern die Autobahn zwischen zwei Terminen bei „Rewe“ und der „Metro“. Die Bananenbauern sind nicht blöd, sondern die Politiker sind es die glauben die Bananenbauern seien es. Jeder von denen wäre bereit, auf 10% der staatlichen Hilfen zu verzichten, wenn diese in effektive Maßnahmen gesteckt würden, unsere Früchte endlich auch zum mitteleuropäischen Verbraucher zu bringen. Die sind nämlich auch nicht blöd und würden, ohne mit der Wimper zu zucken, etwas mehr Geld auf den Tresen zu legen, für ein deutlich besseres Produkt. Dass unsere Bananen besser sind, davon haben sich ja bereits Millionen an Urlaubern überzeugen können. Nun müssen wir nur noch dafür sorgen, dass es endlich unsere „Platanos“ auch bei „Edeka“ gibt.


Sonntag 08.02.04 09:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm

La Palma Schlusslicht bei der Neuzulassung von Fahrzeugen

Gerade mal 3% mehr neue Autos wurden letztes Jahr verkauft, als noch im Jahr 2002. Der kanarische Durchschnitt liegt bei einem Zuwachs von 8,2% und lässt uns wieder mal alt aussehen. Aber immerhin ist es ein Plus vor der Zahl, im Jahr 2002 schrieb man ein Minus von 4,2% gegenüber 2001. Einen großen Anteil an diesen bescheidenen Zahlen tragen die Autovermietungen, spüren diese doch die Stagnation im touristischen Sektor unmittelbar. Da werden jetzt zögerlicher Neuwagen gekauft als noch vor drei, oder vier Jahren.

Das alleine ist es natürlich nicht, auch die Privatleute sind angesichts schwieriger Zukunftsaussichten eher mal geneigt, das alte Auto länger zu fahren als es den Produzenten lieb ist. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass es zuwenig Autos auf La Palma gibt. Wer am späten Vormittag mal nach Santa Cruz oder Los Llanos fährt, der glaubt anhand der Parkplatznot eher dass zu viele Autos unsere Straßen bevölkern.


Samstag 07.02.04 17:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm

Mal ne Runde kräftig regiert

Wenn die hohen Damen und Herren der Inselregierung zusammentreffen, dann geht das Ruck Zuck mit den Abstimmungen und Entscheidungen. Da werden in einer Sitzung gleich viele Punkte abgehakt, so einfach kann das gehen, wenn man eine absolute Mehrheit hat. Die Quotendemokraten der anderen Parteien sind schmuckes Beiwerk und ob sie nun nicken, oder mit dem Kopf schütteln ist nur für die Presse interessant. Es gibt aber so halt auch keine Überraschungen und wenn die Opposition demonstrativ mit dem Fuß gestampft hat, dann ist der Demokratie genüge getan und man kann gemeinsam erst mal was trinken gehen.

Was wurde denn entschieden? Die Inselregierung wird die Idee eines internationalen Zentrums für Friedensforschung auf La Palma unterstützen (siehe 29.1.) und dafür Projekte an die nationale Regierung und die EU in Brüssel weitergeben. Immerhin hatten die Sozialisten diese Idee und können sich nun eine weiße Taube ans Revers heften. – Der Katalog zur Kunstausstellung „Lumen Canariense“ (siehe 25.1. und 18.1.) wird nicht eingestampft, sondern man will einen neuen Katalog auflegen lassen, in dem die Bilder La Palmas richtig bewertet werden. – Die Berge und Hügel der Insel werden neu vermessen und der Datenbestand aktualisiert. Dafür gibt man gerne 21.000 Euro aus, könnten ja sein, dass wir bei der letzten Zählung einen Berg übersehen haben. – Meine kleine Welt, berechenbar und übersichtlich. Ein Schuss „Don Camillo und Peppone“, gewürzt mit internationalen Träumen und Golfplatzideen. Wenn man jetzt noch einstimmig beschließen könnte, dass es endlich regnet, dann wäre die Sache perfekt.


Samstag 07.02.04 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 0 mm

660 Tonnen Staub in einer Woche

Die Universität Gran Canaria hat eine interessante Studie über den „Calima“ veröffentlicht und dazu auch ein paar Zahlen genannt. Sind an normalen Tagen im Durchschnitt 50 Mikrogramm Staubpartikel in einem Kubikmeter Luft, so steigt dieser Anteil auf über 120 Mikrogramm an Tagen mit Calima. Das ergibt in der Summe eine Staublast von 660 Tonnen, die in einer Woche auf die Kanaren herabsinkt. Einen Rekord gibt es dabei auch, am 6. Januar 2002 hat man auf Gran Canaria einen Spitzenwert von 1.500 Mikrogramm Staub gemessen. Das noch mal kurz erklärt. Calima nennt man hier die warme, trockene und staubige Luft die ein nordafrikanisches Hochdruckgebiet zu uns trägt.

Die Monate Januar und Februar sind die anfälligsten für dieses Wetterphänomen, in den anderen Jahreszeiten ist das Azorenhoch so stabil, dass nur selten dieses kontinentale afrikanische Klima Einfluss auf uns hat. So bleiben die Tage mit Calima eine unangenehme Ausnahme und das ist gut so. Auf La Palma ist der Calima nie so heftig wie auf den Inseln die Afrika deutlich näher sind, es reicht aber auch hier, um alle menschlichen Schleimhäute an den Rand des Wahnsinns zu treiben. Jetzt ist Hochkonjunktur für den „Otorinolaringólogo“ und wenn Ihnen das spanisch vorkommt, dann haben Sie recht, so heißt hier der „Halsnasenohrenarzt“.


Freitag 06.02.04 18:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0 mm

Wetter und Wasserpreise wie im Sommer

Der Gast ist hoch erfreut, der Landmann klagt über die Trockenheit und dem entsprechende Wasserpreise, die inzwischen hochsommerliches Niveau erreicht haben. Zahlt man normalerweise 4-5 Cent für eine „pipa“ Bananenwasser, so werden jetzt bis zu 16 Cent verlangt. Eine pipa, das sind etwa 480 Liter. Für die Landwirte ist das ein herber Griff in die Tasche, sorgt aber auch gleichzeitig dafür, dass niemand im Moment mit Wasser leichtfertig umgeht. Einige Spezialisten sagen ja schon seit längerem, dass Bananenwasser ist immer noch zu billig bei uns. Das behaupten diese Herren aber nur, wenn sie sich vorher versichert haben, dass kein „platanero“ anwesend ist.

Das Trinkwasser ist deutlich teurer. Dabei gibt es zwei Systeme. Man kann Anteile einer Galerie kaufen, man nennt das Aktien und hat damit Anrecht auf einen bestimmten Teil des Wassers der Firma. Man bezahlt einmal, dann nur noch eine kleine Umlage jährlich für anfallende Reparaturen. Je nach Aktiengesellschaft sind die Anteile unterschiedlich und man kann nur von einem Annäherungswert reden, wie viel Wasser man bekommt. So habe ich z.B. zwei Anteile der „Empresa Hidraulica de Aridane“ und es sollten pro Aktie an die 600g pro Minute zufließen. Also zusammen 1,2 Liter, die permanent durch ein kilometerlanges Verteilungssystem bis zu uns kommen. Wir speichern dieses Wasser zuerst in Trinkwasser tauglichen Behältern und wenn diese voll sind, dann fließt der dünne Strom in den Brauchwassertank für den Garten.

Ein kompliziertes, mit aller Historie gewachsenes System, über welches man eine Doktorarbeit schreiben könnte. So bald es wenig regnet, reduziert sich aber die Wassermenge die zur Verteilung steht und jeder bekommt weniger Wasser, ohne dass er meckern kann. Meckern kann er schon, aber das bringt in der Regel nichts. Uns laufen im Moment nur 0.8 Liter pro Minute zu. Das muss man mit einem fatalistischen Achselzucken hinnehmen und auf mehr Regen hoffen. Daneben sind die Großzahl der Häuser inzwischen auch an eine städtische Wasserversorgung angeschlossen und da bezahlt man so wie Sie das auch kennen, pro entnommenen Kubikmeter. Damit die Leute dieses kostbare Trinkwasser nicht zum gießen des Gartens nehmen, hat man einen progressiven Preisanstieg eingebaut. Wer unter 8 Kubikmeter in zwei Monaten entnimmt bezahlt 75 Cent pro Kubikmeter. Das steigert sich dann bis zum Spitzensatz von Euro 1,47 für den Kubikmeter, wenn man mehr als 35 Kubikmeter in zwei Monaten verbraucht. Dieses System hat sich bewährt, wenn jemand versuchen würde mit Stadtwasser seine Bananen zu gießen, dann müsste er für seine goldgelben Früchte auch einen ebensolchen Preis verlangen.


Freitag 06.02.04 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm

So viel Glück haben nur wir

Gestern Vormittag brach in Santa Cruz der Ausleger eines Kranes und stürzte direkt neben den Hof einer Grundschule. Die Kinder hatten gerade eben den Unterricht begonnen und befanden sich alle bereits im Gebäude, so dass außer einem kaputten Kran kein weiterer Schaden zu melden ist. Der Fahrkran gehört zu der Firma, welche den unterirdischen Parkplatz in Santa Cruz baut. Alle Anwohner zeigen sich nun noch beunruhigter und hinterfragen die Sicherheitsmaßnahmen der ausführenden Firma.

Erste Untersuchungen ergaben, dass ein Halteseil des Kranes gerissen war und so der Ausleger zu Boden knallte. Die Sicherheitseinrichtung, die genau das verhindern soll funktionierte wohl nicht und nun wird man wohl auch die anderen Kräne der Firma unter die Lupe nehmen müssen. Es ist immer gefährlich, große Maschinen mitten in der Stadt und auch wenn der Kran alle technischen Inspektionen überstanden hat, Unfälle geschehen jeden Tag und immer wieder. Unser Glück hier ist, dass der Kran nicht um 5 vor Neun brach, sondern um 5 nach Neun, als die Schüler bereits im Gebäude waren. Und natürlich auch, dass der Ausleger neben die Schule stürzte und nicht auf die Schule. Vor etwa einem Jahr stürzte schon mal ein Kran in Santa Cruz um, damals auf das einzige unbewohnte Haus, mitten in einer belebten Wohngegend.

Donnerstag 05.02.04 21:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm


Ein guter Tag

Wenn alles so richtig gut läuft und nur deshalb weil man die richtigen Leute um sich hat. Wie fast alle von Ihnen wissen, verdienen wir unser Geld ja nicht damit Nachrichten zu schreiben, sondern wir vermieten Ferienhäuser. Heute hat die Hauptsaison bei uns begonnen und es gab 14 Häuser innerhalb von 5 Stunden neu zu belegen. Das ist natürlich eine Aufgabe, von vorne herein zum Scheitern verurteilt, wenn man keine Freunde hat, die da mitmachen. Wir sind ja schließlich nicht Neckermann, sondern holen die Gäste ab und bringe diese in ihr Haus.

Dass der Tag so glatt lief, habe ich nicht nur meinen guten Freunden, Ricardo, Vicente, Jose Ángel und Monika zu verdanken, sondern auch unseren Gästen. Mit angenehmer Ruhe können diese Leute auch mal 20 Minuten warten, weil wir alle gerade unterwegs sind, andere Gäste in andere Häuser zu bringen. Da läuft jede Entschuldigung ins Leere, dass ich nicht sofort da war; kein Problem, wir haben Urlaub. Dank all unserer Freunde, mit denen wir seit mehr als 10 Jahren in diesem Job sind, läuft das alles reibungslos.

Das größte Lob aber gehört unseren Gästen. Mit wie viel Ruhe und Gelassenheit diese Leute unseren hausgemachten Stress ertragen ist bemerkenswert. Die müssen am Flughafen bereist warten, bis unser Hippie Jose Ángel ihnen das Auto gibt, auf uns dann noch mal in El Paso, bis der Mietvertrag gemacht ist und wir endlich loskommen zum Haus. Ich habe jahrelang für eine Agentur bearbeitet, bevor wir uns seit nun mehr 7 Jahren selbstständig gemacht haben und kenne unser Publikum. Wie schön und einfach ist es, mit den Leuten umzugehen, die einfach über unsere Webseite ein Haus buchen. Vertrauen gegen Vertrauen. Das funktioniert und richtet sich halt vor allem an ein aufgeklärtes und selbstständiges Klientel welches von uns nicht erwartet, dass wir ihnen La Palma zu Füßen legen.

La Palma ist halt kein vorverdautes Produkt, welches man im Paket buchen kann. Es ist und bleibt eine Insel für aktive Menschen. Selber entdecken und planen, an jeder Ecke wartet hier etwas Ungewöhnliches und zu einer Frage bereit. Es macht Spaß für Leute wie unsere Gäste zu arbeiten und diesen so interessierten Menschen an unserer Insel gerne Antwort zu geben. La Palma wartet auf Sie und wird Sie gerne willkommen heißen, wenn Sie uns einfach genießen und uns nicht sagen, wie Sie uns gerne hätten - das wäre Neckermann und keine Zukunft.

Donnerstag 05.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 0 mm

Ideenaustausch von Insel zu Insel

Unspektakulär geht der internationale Kongress über den zukünftigen Umgang mit unserem Wasser zu Ende. (siehe 2.2.) Die Azoren, die Balearen und La Palma wollen zukünftig gemeinsam forschen und überlegen, wie man mit dem vorhandenen Wasser vernünftiger umgehen kann. Warum von den Kanaren nur La Palma dabei mitmacht, bleibt ein Geheimnis. Auf jeden Fall will man Erfahrungen nicht mehr nur für sich behalten, sondern untereinander austauschen. Besonders die Balearen haben viel Erfahrung, besonders in der Wiederaufbereitung von Brauchwasser und davon können wir nur profitieren.

Allerdings steckt hinter dieser, sicherlich lobenswerten Aktion wieder nur viel theoretisches Gerede. Von der Idee bis zur praktischen Umsetzung, gehen viele Jahre ins Land und viel Wasser fließt ungenutzt in den immer durstigen Atlantik. Dieser Kongress kommt zu einer Zeit nach La Palma, in der die Wasserknappheit ganz akut große Teile der Landwirtschaft bedroht. Sicherlich ist das auch der Grund, warum dieses Treffen überhaupt so große Aufmerksamkeit erregt hat. Jetzt können uns aber auch keine guten Ideen mehr helfen, sondern nur noch baldiger Regen. Südöstlich von uns steht ein leckeres Tief und hat klare Tendenz in unsere Richtung. Mal sehen, ob wir nach dem Regen auch noch so dringend nachhaltige Lösungen für unseren Wasserhaushalt suchen.

Mittwoch 04.02.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 29 Grad, Niederschlag: 0 mm

Höchste Arbeitslosigkeit seit dem Jahr 2000

Das erste Mal seit nun mehr 4 Jahren hat die Arbeitslosenquote der gesamten kanarischen Inseln die 12 Prozentmarke überschritten. 108.100 Menschen sind auf den Kanaren arbeitslos gemeldet, 5.700 mehr als noch im vergangenen Monat. Dabei zeigen sich wiederum Unterschiede bei den beiden Provinzen. Las Palmas de Gran Canaria meldet 59.600 Arbeitslose und Santa Cruz de Tenerife 48.500. Fast gänzlich geht der Anstieg auf Kosten der Dienstleistungssektoren, allein 5.120 Menschen meldeten sich im Einzelhandel, Gastronomie usw. neu als arbeitslos.

Die Schere zwischen weiblichen und männlichen Arbeitslosen wird auch größer. Bei den Frauen sind immerhin 16,1% ohne Arbeit, bei den Männern „nur“ 9,3%. Das kommt aber auch daher, dass genau die Sektoren im Moment schwächeln, wo traditionell viele Frauen arbeiten. Die Arbeitslosigkeit ist aber auch auf nationaler Ebene angestiegen, dort liegt die Quote nun mehr bei 9,2 Prozent. Damit halten wir unseren gewohnten Abstand von etwa 3% gegenüber dem fernen Mutterland. Die Zahlen von La Palma sind noch nicht da, aber da fürchten wir einen Sprung über die 20% Hürde. Wenn es bei all diesen unangenehmen Zahlen etwas positives gibt, dann ist es die Quote der aktiven Bevölkerung, die seit Jahren ansteigt und nun knapp unter den 60% liegt.

Mittwoch 04.02.04 08:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0mm

Wenn einer eine Reise macht,

dann will er was erzählen. Gerade kommt unser Tourismusrat der Inselregierung, Jaime Sicilia von der Tourismusbörse „Fitur“ zurück und wartet auch gleich mit neuen Erfolgsmeldungen auf. Es wird einen großen Anstieg der Flüge nach La Palma geben! (Vielleicht erreichen wir dann irgendwann wieder das Niveau von 2001, da hatten wir 6 Flüge mehr im Winter) Die Engländer und Italiener werden ihre Flüge stark erhöhen. (Aus England kommt ein Flieger, von den angekündigten 2 Maschinen. Aus Italien hatten wir noch nie eine Maschine). Aus Barcelona wird ein Flugzeug mehr kommen als bisher. (Es kommt bislang kein Flugzeug aus Barcelona!).

Das neue Hotel in Fuencaliente ist der Grund für so viel Zuversicht und Träumereien. Das 4 Sterne-Hotel (eigentlich ist nur der Bau von 5 Sterne-Hotels nach dem touristischen Moratorium erlaubt) wird La Palma derart aufwerten, dass wir uns endlich als besonderes touristisches Ziel international durchsetzen. – Das waren wir immer schon und bekannt dafür, dass wir einzigartige Natur und Landschaften bieten, die nicht vom Massentourismus angeknabbert sind. Wir werden es abwarten und sehen, wer da ab Juni uns besuchen kommt und ob nicht die ganze Belegung des neuen Hotels in Fuencaliente auf Kosten der ohnehin bereits schwer angeschlagenen Hotels in Puerto de Naos und Los Cancajos geht. Träume müssen erlaubt bleiben, auch bei Politikern. Über was sollten wir uns sonst noch aufregen?

Dienstag 03.02.04 17:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0mm

Bescheidene Aussichten

Der Calima hat uns fest im Griff. Hat man vor vier Tagen noch die 130 Kilometer bis El Hierro blicken können, so war heute Mittag von El Paso aus der Birigoyo (5 Kilometer) schon nicht mehr zu erkennen. Der Birigoyo ist neben dem Bejenado, einer der so genannten Hausberge El Pasos. So dicht steht der Staub in der Luft und erwärmt die Luft bis fast an die dreißig Grad. Es handelt sich dabei um das gleiche riesige Hochdruckgebiet, welches auch in Mitteleuropa im Moment den Schnee zum Schmelzen bringt.

Jetzt heißt es doppelt so viel gießen wie vorher und wohl dem, der jetzt genug Wasser hat sein Wintergemüse zu retten. Ich muss auch gleich noch mal nach meinen dünnen Porreestängelchen sehen und ihnen eine Extraportion Wasser geben. Wenigstens friert im Moment keiner, das bezahlt man halt damit, dass man bei den Wanderungen jetzt nicht unbedingt einen grandiosen Panoramablick erhält. Für Photografen ist dieses Wetter auch nichts, bei so viel Streulicht können nur trickreiche Profis noch brauchbare Bilder produzieren. Wer gestern und heute unsere Webcam gesehen hat, der ahnt was von unseren trüben Aussichten. Es gibt also auch bei uns kein optimales Wetter. Kommt morgen der Nordostpassat wieder zurück, dann beschweren wir uns wieder über die Kälte (wir machen das bereits bei 18 Grad plus). Im Moment kennen wir nur ein gutes Wetter: Regen, Regen, Regen....

Dienstag 03.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0mm

Sprunghafter Anstieg des Stromverbrauches

Nach Jahren der Stagnation, stieg der Verbrauch elektrischer Energie im vergangenen Jahr stark an. Mit 216.000 Megawattstunden im Jahr 2003 sind das 10% mehr als noch im Vorjahr. Damit ist der Stromverbrauch La Palmas das erste Mal wieder über den die Marke gestiegen, die vor der Schließung der Tabakfabrik erreicht war. Dieser Anstieg ist deutlich höher als im kanarischen Durchschnitt und hat durchaus hausgemachte Ursachen.

Hauptgrund ist die Trockenheit und damit die permanent laufenden Pumpen, um die Plantagen mit Wasser zu versorgen. Man schätzt, dass alleine die Pumpanlagen, die das Wasser aus Brunnen und Galerien zu den Verteilern bringen, 20% des gesamten Stromverbrauches der Insel ausmachen. Der private Konsum ist auch angestiegen und zählt jetzt 43.400 Abnehmerstellen. Auch der neue Tunnel macht sich bemerkbar, permanente Beleuchtung und die Strom fressenden Ventilatoren tragen ein beträchtliches Stück dazu bei, diesen großen Anstieg zu erklären. Es wird auch weitergehen, das neue Hotel in Fuencaliente wird ab Juni einer der größten Verbraucher der Insel sein. Der Stromerzeuger „Unelco“ fühlt sich gewappnet für die Aufgaben und sieht einer rosigen Zukunft entgegen.

Montag 02.02.04 18:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0mm

Neue Wetterfrechheit, nun auch noch Calima

Als Calima bezeichnet man hier auf den Kanaren warme und trockene Luft, die aus einem über Nordafrika stehenden Hochdruckgebiet uns beeinflusst. Dabei können im Sommer die Temperaturen bis 40 Grad ansteigen vornehmlich in höheren Lagen, wo der Atlantik seine kühlenden Eigenschaften nicht anwenden kann. Im Winter wird es dabei manchmal um die dreißig Grad warm. Da diese Luft sehr trocken ist, leiden die Pflanzen und die arbeitenden Bevölkerung sehr unter diesem Phänomen. Je nach Windgeschwindigkeit kann es sogar zu katastrophalen Folge für die Pflanzungen kommen. Da haben wir dieses mal Glück gehabt, es herrscht fast Windstille.

Dabei trägt dieser Wind den Sand und Staub aus der Sahara mit sich und trübt die Fernsicht stark ein. Die östlichen Inseln, also die der Sahara näher sind werden deutlich stärker betroffen als die westlichen Inseln. Der ganze gelbe Sand auf den Kanaren stammt von diesem Wind aus der Sahara abgelagert. Was für die Gäste eine angenehme Wärme ist, macht uns wegen der extremen Trockenheit nun noch mehr zu schaffen. Je nach Sichtweise, Gott sei Dank, oder schade, hält dieses Wetterphänomen nur ein paar Tage an. In der Webcam kann man sehr gut erkennen, dass die Sicht stark eingeschränkt ist. Der feine Staub in der Luft lässt eine ordentliche Belichtung nicht mehr zu.


Montag 02.02.04 08:30 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0mm

Schwieriger Titel für ein schwieriges Thema

„El desafío de la ecoadaptación en la gestión de los recursos hídricos“ das ist nicht nur für Deutsche schwer zu verstehen. Die Herausforderung der umweltverträglichen Anpassung in der Verwaltung der hydraulischen Ressourcen. Jetzt weiß man nicht unbedingt mehr, aber wenn man weiß, dass es ein internationaler Kongress ist, den das Weltbioshärenreservat La Palma organisiert, dann wird klar, dass eine fast unaussprechbare Organisation auch ebensolche Titel vergibt.

Dahinter verbirgt sich der Versuch herauszubekommen, wie man das Wasser dieser Erde nachhaltig und umweltverträglich verteilen kann. Ein höchst dringliches Thema, welches nicht nur für Regionen mit Wassermangel lebenswichtig ist. Noch bis zum 4. Februar sitzen Vertreter und Techniker vieler europäischer Regionen in Santa Cruz zusammen und grübeln über neue Ideen und Maßnahmen. Die UNESCO hat das Jahr 2004 zum internationalen Jahr des Wassers erklärt, da drängt sich der Zeitraum für diese Konferenz geradezu auf. Es bleibt zu hoffen, dass die vielen Spezialisten auch viele gute Einfälle haben werden. Gerade uns hier auf La Palma wird ja dieses Jahr ganz aktuell gezeigt, dass Wasser Leben bedeutet. Leider machen wir uns über das Wasser auch erst Gedanken, wenn es mal nicht mehr da ist.


Sonntag 01.02.04 19:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0mm

Tony Santos bei der Eröffnung des Carneval in Los Llanos

Am 13.2. wird in Los Llanos auf der Plaza die Carnevalskönigin gewählt. 24 holde Damen buhlen dabei um die Gunst der Jury und sicher auch um die des Tony Santos. Er gehört zu den Shooting Stars der Latino-Szene und ist aus einem Wettbewerb a la „Spanien sucht den Superstar“ hervorgekommen. Hier hieß das „Operacion Triunfo“ und sorgte dafür, dass ich jeden zweiten Samstagabend in die Kneipe musste, weil meine beiden noch nicht mal Teenie-Töchter schmachtend vor dem Fernseher hingen. Manchmal merke ich knüppelhart, dass ich alt werde, aber das gehört nicht hierher.

Auf jeden Fall ist Tony Santos was ganz Berühmtes und damit hat Los Llanos mal wieder was ganz besonderes zu bieten für den Carnevalsauftakt. Traditionell beginnt Los Llanos die besonderen Tage mit der Wahl der Carnevalskönigin. Ab diesem Abend ist Los Llanos bis zum 29.2. im bedingten Ausnahmezustand, jedenfalls was die Nächte angeht. Tagsüber merkt man davon wenig, außer dass viele Leute rote Augen und Standschwierigkeiten haben. Mehr zum Thema Carneval auf La Palma gibt es im Kalenderblatt für den Januar.

Verzeihung noch wegen der Webcam. Diese ist ab 10:30 ausgefallen und wir haben einen Ausflug gemacht und es deshalb nicht bemerkt. Jetzt ist aber wieder alles im Lot.


Sonntag 01.02.04 09:00 El Paso - Dos Palmas Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0mm

Mit riesigen Schritten zur sauberen Energie

Wenn alles so funktioniert, wie Techniker und Betreiber des Wasserkraftwerkes bei Los Sauces sich das vorstellen, dann können wir in zwei Jahren mit an die 6,5 Megawatt Strom aus Wasserkraft rechnen. Das zusammen mit den bis 15 Megawatt aus dem geothermischen Kraftwerk in Fuencaliente, (siehe 28.1.) würde uns unabhängig machen von fossilen Brennstoffen zur Stromerzeugung. Bis das geothermische Kraftwerk läuft, werden aber noch mehrere Jahre ins Land gehen.

Das Wasserkraftwerk bei Los Sauces, liefert bereits seit vielen Jahrzehnten Strom, aber bislang war die Kapazität auf 0,8 Megawatt beschränkt. Nun wird eine neue Turbine eingesetzt und die Wassersäule auf fast einen Kilometer Höhe gestreckt. Dazu muss ein neues Speicherbecken gebaut werden um einen permanenten Fluss des Wassers zu garantieren. Das Rohrsystem in dem das Wasser zur Turbine gelangt wird fast drei Kilometer lang sein und nun einen Höhenunterschied von fast einem Kilometer haben. Die Kosten werden auf 6 Millionen Euro geschätzt, die Betreibergesellschaft setzt sich zusammen aus der Unelco, (unser einziger Stromproduzent) der Inselregierung, der Gemeinde Los Sauces und der Bewässerungsgemeinschaft.



Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel & Fax von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma