La Palma Aktuell   Nachrichtenarchiv Dezember 2012

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Montag 31.12.2012 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1024 hPa

Ein Jahr geht in Demut
Aber es gibt doch keine verlorenen Jahre

Zumindest hat 2012 dafür gesorgt, dass wir wieder ein paar Falten mehr im Gesicht und sonst wo bekommen haben. - Man darf das nicht immer alles nur materiell sehen und eigentlich grenzt es doch immer wieder an ein Wunder, dass das alles hier noch so wunderbar funktioniert. - Mit Wundern haben wir Erfahrung, die stehen uns gut und trotz aller Bemühungen von politischer Seite, den Karren völlig in den Dreck zu fahren, schmurucheln wir weiter vor uns her, und kleine tägliche Erfolge spornen uns weiter an. In der Landwirtschaft gibt es Positives zu berichten, die vielen Bauernmärkte haben zu einer deutlichen Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion geführt, auch wenn es zu früh ist davon zu sprechen, dass man nun wieder einen funktionierenden Wertschöpfungskreislauf vor sich hätte, ein kleines Lichtlein leuchtet dort wohl auf. - Auch lief der internationale Tourismus besser als die Jahre davor, und so konnten wir zum Teil die drastischen Ausfälle kompensieren, welche vom fast völligen Wegbleiben der nationalen Gäste geschlagen wurden. - Die Zahl der uns besuchenden Kreuzfahrtschiffe erreichte in diesem Jahr einen neuen Rekord und wir konnten auch beobachten, dass wirklich Gäste, welche uns vor einiger Zeit einen Tag mit dem Schiff besucht hatten, nun erneut als Urlaubsgäste gekommen sind, um sich "den Rest" dieser wunderbaren Insel auch noch anzusehen. - Und nun kommt doch noch ein leicht zynischer Teil, vieles ist auch nicht geschehen und dennoch als positiv zu bewerten, die leeren Kassen der öffentlichen Korporationen hat uns so die eine oder andere bauliche oder infrastrukturelle Missetat erspart. - Denken Sie noch an die Weltbiosphärenreservatsautobahn? - Nein, bei weitem kein Jahr des Triumpfes, das Jahr 2012, aber auch nicht zum wegwerfen, haben wir doch viele, ganz viele wunderbare Stunden verbracht, die wir weiß Gott nicht missen wollen. - Vielleicht ist es auch die langsam aufkommende Altersmilde, oder die immer schon vorhandene Harmoniesucht, die mich so versöhnlich auf das so gescholtene Jahr 2012 zurückblicken lässt. - Und überhaupt, man geht doch am besten im Guten auseinander, und 2012 hat eigentlich nichts verbrochen, die Probleme waren selbstgestrickt und irgendwie nehmen wir die auch mit über den heutigen Tag hinaus, und mit ein bisschen Optimismus wird die Hypothek für 2013 dann nicht so schwer. - Ob ich heute Abend Lust haben noch mal etwas zu schreiben, das glaube ich nicht. - Kommen Sie gut ins Neue Jahr, so schlimm war 2012 gar nicht, ich glaube es war besser als sein Ruf und das nächste Jahr, das wird viel besser als befürchtet. - Woher ich das weiß? - Ganz einfach, wir sind hier auf einer wunderbaren, manchmal auch wundersamen Insel, aber immer mit einem Wunder.



Sonntag 30.12.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 23,7 Grad - niedrigste Temperatur 12,0 Grad

Ich weiß nicht was Ihr Fiestabeauftragter zu Sylvester empfiehlt
Unsere Fiestabeauftragte empfiehlt die Hauptstadt

In Los Llanos auf der Plaza, da sind die alle so stocksteif und nichts für junge Leute, ist das kurze aber vernichtende Fazit meiner offiziell geprüften Partymaus, und so geht sie mit Freunden nach Santa Cruz de la Palma und dort auf die Plaza Santo Domingo. - Dort gibt es eine "Terraza" und man muss 10 Euro Eintritt bezahlen. - Wer flat-rate haben will, der drückt 50 Euro zusätzlich ab, und da ist dann alles drin, Saufen, Weintrauben, Krankenwagen zum Magenauspumpen… Aber natürlich reicht Los Llanos auch, dort feiert man auf der Plaza aber die Musik kommt aus der Büchse. - Was wichtig ist bei diesen Sylvesterfeiern ist, dass man sich schick herausputzt, und das machen nicht nur die Frauen. - Da kann man schon auffallen, wenn man im Pullover hingeht, gut, keiner sagt einem was, aber deplatziert fühlt man sich schon. - In Los Cancajos feiert man in einem Zelt, auch das kostet Eintritt, gleich 25 Euro will man dort haben, es gibt aber Livemusik und man kann auch 60,- hinblättern, auch dann gibt es wieder bis zum Abwinken. - Viele aber sitzen noch im alten Jahr mit Freuden oder Familie zusammen, Essen schön und gut, meist Meeresfrüchte, wer es sich leisten kann und dann isst man zusammen die 12 Weintrauben, und geht dann erst aufgemöbelt unter die Leute. - Wir machen das wieder ganz anders, wir bleiben zu Hause, beide Mädels ziehen los, die eine auf eine private Fete, die andere nach Santa Cruz und oft sind meine Frau und ich bereits vor Mitternacht ins Bett gegangen, wir sind da nicht so sylvestrig veranlagt. - Das hat auch etwas Gutes an sich, ich kann dann morgens ohne Probleme mit dem Auto nach Santa Cruz fahren und meine Partymaus samt Freunden abholen. - Einer der wenigen, die das an dem Tag können…Das mit den 12 Weintrauben muss ich wohl noch erklären.

Die zwölf Glücktrauben, zu jedem Glockenschlag der Kirche eine, oder in Ermangelung einer Kirche, vor dem Fernseher, um Mitternacht, so wird das gemacht, und meist noch zu Hause im Kreis der Familie. - Interessant bei diesem Ritual ist auch, ähnlich der Verarschung mit dem Santa Claus, dass es sich dabei nicht um irgendein bäuerliches oder gar kirchliches Brauchtum handelt, sondern um eine Werbeaktion der Weinbauern aus Alicante. - Die hatten, 1909 wohl solch eine Rekordernte, dass man die Trauben nicht allesamt verkaufen konnte, und so verteilte man diese als "Glückstrauben" zum Jahreswechsel. - Das verselbstständigte sich dann aber im Laufe der Zeit, und heute gibt es Weinbauern in Spanien welche ihre gesamte Ernte an spätreifen Aledo-Trauben nur für diese eine Nacht kultivieren. - Zu jedem Glockenschlag eine, sonst verlässt einen das Glück, so schwer und gesellschaftstragend können ehemalige Werbeaktionen sein, eben wie die Geschichte vom Santa Claus. - Ganz pragmatische Zeitgenossen schütten sich übrigens die zwölf Trauben gleich kompakt als gegorene Flüssigkeit in den Rachen, allerdings ist es schon deutlich kommunikativer und einfach lustiger, zusammen mit ganz vielen anderen Menschen im Takt der Zeit Trauben zu "zuzln". - Inzwischen gibt es die Glückstrauben übrigens schon abgezählt als Konserve zu kaufen, aber man muss ja nicht immer alles mitmachen, was die Lebensmittelindustrie einem vorschlägt.



Sonntag 30.12.2012 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1027 hPa

El Pasos Partymeile
Sechs Kneipen auf einem Handteller

Die gastronomische Entwicklung dieser Insel, oder bleiben wir mal konkret in El Paso, unterliegt Gesetzen, welche wir nicht wirklich nachvollziehen können. - Mag an El Paso liegen, eh ein mystischer Ort mit Hexen, Heilern und sagenhaften Trollen und Trotteln, aber die Kneipendichte in El Paso mag wohl die engste der ganzen Insel sein. - Rauf und runter geht es da allerdings mit der Anzahl, und wenn man sich die Ecke unterhalb des Gesundheitszentrums mal anguckt, dann fragt man sich schon, wie man denn von zwei Kneipen auf deren sechs erhöhen kann, auf einem Handteller, in einem Wohnblock, ohne dass irgendwelche Auswirkungen auf den Umsatz der einzelnen Kneipen sichtbar wäre. - Und das mitten in der Krise, machen doch anderswo die Kneipen reihenweise dicht, oder die Klagen der Wirte hallen weit über das Aridanetal hinaus, dort hinten am Gesundheitszentrum bieten jetzt sechs Etablissements Speisen und Getränke an und alle sechs scheinen zu funktionieren. - Es waren ja schon mal deren fünf, vor der "Krise" allerdings schlossen drei wieder für eine Weile, nun aber sind alle wieder offen, und ein "Alis Döner" bietet nun auch Berliner Spezialitäten, türkisch angehaucht, aber von Pakistanis serviert. - Meine Frau liebt das, meine vegetarische Tochter auch, die isst Falafel im Brot, und ich habe, wenn ich losgeschickt werde diese Köstlichkeiten zu besorgen, immer noch Zeit bei Franzi vorbeizuschauen, und einen "vinito" zu trinken. - Franzi und Wilson führen jetzt die Tasca Tia Mela, die wohl an die zwei Jahre geschlossen war, und da jeder hier die Beiden kennt, da sie schon lange in der gastronomischen Szene umherstreifen, findet sich auch immer wieder genügend Publikum, um den Betrieb zu gewährleisten. - Franzi ist auch die einzige, welche Wein aus der Bodega "El Nispero" führt, das alleine ist schon einen Besuch wert, aber die Freundlichkeit der beiden Eigentümer sowieso. - Schräg gegenüber liegt die Bar Avenida, ein Urgestein der palmerischen Kneipenlandschaft, hat mal angefangen als quasi Kantine des "Centro de Salud". - Hier ist viel Betrieb, die Preise scharf kalkuliert und große Flachbildschirme verraten auch, dass hier Fußball geguckt wird, und zwar nahezu professionell. - Laufen zwei interessante Spiele gleichzeitig, dann läuft das eine Spiel auf dem einen Bildschirm und logisch, das andere auf der zweiten Glotze, mich hat das immer sehr verwirrt, mag aber auch daran liegen, dass ich nichts von Fußball verstehe. - Dann gibt es, wieder auf der anderen Straßenseite die Tasca Barbanera, und da steht wohl das Essen im Vordergrund, man kommt ein bisschen feiner daher, fast gäbe es Tischdecken, aber da wir in El Paso sind, verzichten wir doch lieber auf diese Tischbekleidung. - Das war früher mal ein "In-Schuppen", da musste man freitags und samstags reservieren, wenn man rein wollte, aber mit dem Beginn der Krise und einem Wechsel des Wirtes verlor sich so ein bisschen die Hochzeit der Tasca, und das eigentlich zu Unrecht. - Wieder gegenüber liegt die Kneipe "Sargento Pimienta", was natürlich Sergeant Pepper heißen soll, aber der galizische Wirt ahnt wohl von unserem knappen Fremdsprachenverständnis. - Eigentlich ist dieses Ding viel zu klein um als Kneipe funktionieren zu können, aber die Beiden bekommen das hin, und es ist der einzige Schuppen in El Paso, wo man Bob Dylan und die Doobie Brothers hören kann. - Wäre ich nicht mit Franzi und Wilson befreundet, dann säße ich dort, wenn ich auf Döner-Tour geschickt werde, aber man kann eben nicht in zwei Kneipen gleichzeitig sein, ein Fehler, den ich immer schon stark bemängelt habe. - Und wieder gegenüber hat nun die Diskothek, oder ein Disco-Pub erneut aufgemacht, nachdem man dort, auch vor vielen Jahren bereits mit dem Gurugu lernen musste, dass El Paso eigentlich kein Pflaster für solche Etablissements ist. - Aber da ist wieder jemand mutig geworden und den Mutigen gehört die Welt, also warum nicht. - Von den Öffnungszeiten her startet man viel früher als die vorherigen Betreiber, aber für mich sind solche Schuppen nichts, des Redeverbotes wegen, und ich gehe doch gerade deswegen in die Welt hinaus, um zu kommunizieren, schweigen und Musik hören gleichzeitig, das kann ich Zu Hause am Besten. - Sechs Kneipen auf einem Handteller, alle laufen so vor sich her, und die Ecke unter dem Gesundheitszentrum könnte man inzwischen tatsächlich als El Pasos Partymeile bezeichnen, wobei da natürlich eine Wagenladung voll Ironie mitläuft, Danke B.R. aus E.P. für diese prächtige Idee.



Samstag 29.12.2012 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 24,0 Grad - niedrigste Temperatur 14,5 Grad

Jetzt mache ich etwas, was ich eigentlich nicht leiden kann
Jahresrückblick

Mich nerven diese Jahresrückblicke im Fernsehen immer gewaltig, vielleicht auch, weil sie inflationär auftauchen und inzwischen eher einer Show gleichen, als einem Aufzeigen der wichtigsten Nachrichten. - Jetzt auch noch ich, was Anderes ist mir für die heutige Abendnachricht nicht eingefallen, zwölf Monate La Palma, nach meiner Fasson.

Januar - Die Grenzen des Wachstums nun mal sichtbar. - Nachdem man uns noch vor ein paar Jahren Bevölkerungswachstum von an die 15% vorgerechnet hat kann man nun einfach mal sehen, dass es in Wirklichkeit nur 3% sind, aber die Pläne, die hat man für 15% gemacht, siehe Flughafen, touristischen Sondernutzungsplan und riesige Infrastrukturmaßnahmen.


Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Barlovento 2398 2401 2378 2367 2350 2507 2506 2383 2387 2363 2296 2231
Breña Alta 5898 6091 6396 6665 6847 7039 7158 7184 7279 7337 7347 7344
Breña Baja 4051 4119 4113 4187 4186 4355 4470 4708 4952 5115 5259 5348
Fuencaliente 1800 1794 1801 1857 1877 1913 1935 1964 1925 1935 1898 1905
Garafía 2007 2012 2002 1998 1948 1924 1886 1849 1829 1804 1714 1707
Los Llanos 18190 19536 20238 20001 19659 19878 20173 20170 20525 20766 20948 21145
El Paso 7289 7358 7438 7544 7218 7404 7505 7514 7698 7815 7837 7947
Puntagorda 1785 1802 1823 1789 1708 1795 1962 1974 1955 2108 2177 2028
Puntallana 2204 2258 2308 2364 2380 2424 2368 2407 2423 2460 2425 2416
San Andrés 5229 5263 5226 5102 5012 5086 5020 4975 4972 4884 4874 4860
Santa Cruz 18204 18206 18228 18201 17857 17788 17640 17353 17132 17084 17128 16924
Tazacorte 6147 6117 6108 6107 5797 5835 5830 5828 5786 5755 5697 5559
Tijarafe 2672 2741 2765 2687 2666 2713 2720 2744 2757 2768 2769 2763
Mazo 4609 4621 4723 4762 4777 4591 4889 4880 4908 4802 4955 4986
La Palma 82483 84319 85547 85631 84282 85252 86062 85933 86528 86996 87324 87163




Februar - Die rote Loly im Grünen Kleid. - Als erste Gemeinde der Kanarischen Inseln verbietet die Bürgermeisterin Dolores Padilla den Gebrauch von Herbiziden. - Natürlich kann sie das den Privatleuten nicht verbieten, sondern eben nur ihren Gemeindeangestellten und die Bitte geht weiter ans Cabildo Insular, dass man sich doch bitte auch von deren Seite an dieses Verbot halten sollte.





März - Die Vertreibung aus dem Paradies. - Tazacorte schmeißt seine Hippies raus, die sich seit Jahren in den Höhlen in den Hang des Time zurückgezogen haben. - Einerseits verständlich, viele Anwohner und Gewerbetreibenden fühlten sich gestört, doch lief eine Medienkampagne von rechtskonservativer Seite, die nicht nur ganz nah am Rassismus war, sondern teilweise weit darüber. - Die meisten der Höhlenbewohner waren auch gar keine Hippies, sondern ganz junge Leute, die sich mit wenig Geld auch den Luxus eines La Palma Aufenthaltes leisten wollten.





April - Die Soldaten ziehen ab aus La Palma, schon wieder. - Eine große Kasernenanlage nahe der Hauptstadt, mit einem wunderbaren großen Pool und einem Sportplatz, der jeder Gemeinde auf der Insel gefallen würde, aber die Soldaten ziehen ab, wieder einmal. - Zwischen 2001 und 2004 war La Palma schon mal Soldatenfrei, dann erinnerte man sich seitens des Verteidigungsministeriums, dass man noch eine Liegenschaft auf der Insel hätte und weil das Cabildo Insular bereits scharf auf das Gelände war und bereits Pläne schmiedete, schickte man wieder eine Ausbildungseinheit zu uns. - 130 Soldaten, viel zu wenige, um solch eine große Kaserne zu betreiben.





Mai - Die Transvulcania wird endgültig international. - Der Ultramarthon "Transvulcania" (83,3 Kilometer, 8.500 Höhenmeter) ist endgültig zu einem internationalen Event unter der immer breiter werdenden Schar der Extremsportler geworden. - Der bereits angekündigte Dauersieger Kilian Jornet kam "nur" als Dritter ins Ziel, Sieger wurde in der phantastischen Zeit von 6:59:07 Dakota Jones aus den USA, vor Andy Symonds aus Großbritannien. - Es ist das größte Sportereignis auf unserer Insel und dient uns auch hervorragend als internationale touristische Werbung.





Juni - Der Probebetrieb des Asphaltwerkes gerät zur Farce. - Der Kampf gegen das Asphaltwerk am Callejón de la Gata tritt in ein neues Stadium ein. - Gegen Vernunft, Gesetz und Bürgerwillen lässt die Bürgermeisterin von Los Llanos einen Probebetrieb des Asphaltwerkes zu, um eine Messung auf Schadstoffe hin zu unternehmen. - Auf Sparflamme wird das Ding angeschmissen, eine der Universität Las Palmas nahe Stiftung unternimmt die Messung und der dort produzierte Asphalt wird auch noch auf die Ostseite verkauft.





Juli - Alberto platzt der Kragen. - "So lange man sich keine 20 Politiker und 20 Banker schnappt und diese aufhängt, so lange gibt es keine Lösung für dieses Land". - Das sagt, Alberto Vázquez Figueroa, Kanarischer Schriftsteller, dessen Werke in viele Sprachen übersetzt werden. - Eigentlich ein schlimmer Aufruf, noch schlimmer, dass der Mann wohl Recht hat.





August - Feuer. - Nach dem Feuer im Juli in El Paso nun der nächste Brand in Mazo. - Wieder vermutet man Brandstiftung, wieder kann man aber nichts beweisen. - Das Wetter macht den Feuerwehren schwer zu schaffen, zu heiß, zu viel Wind und ganz trockene Luft. - Man bekommt die Sache aber schließlich in den Griff und die Schäden sind, trotz der vielen Hektar betroffenen Landes erstaunlich gering.





September - Der Zauberwald - Sechs Wochen nach dem heftigen Waldbrand, welcher oberhalb El Pasos an der Montaña Enrique und in Tacande gewütet hat, zeigen die ersten Kanarischen Kiefern bereits wieder, was sie drauf haben und dass mehr passieren muss, um sie umzubringen, als ein Feuer. - Ein Zauberwald, bestehend aus Zauberbäumen und oft erinnern mich die Menschen von hier auch an diesen Baum. - 33% Arbeitslosigkeit, aber das Leben geht aufrecht weiter.





Oktober - Das Verwaltungsgericht stoppt die Betriebsgenehmigung für das Asphaltwerk. - Große Freude bei den Gegnern dieser giftigen Industrie, nach über vier Jahren Kampf erreicht man einen großen Sieg. - Die Gemeinde Los Llanos verzichtet auf einen Einspruch, zunächst dachte man somit, das Ding sei endgültig vom Tisch. - Dann aber ging der Betreiber in Rekurs, allerdings ist der wiederum in Konkurs, so dass auch im Moment noch keiner wirklich weiß, wie das Spiel weitergeht.





November - Mann ist die lang Mann. - Die Queen Mary II kommt nach La Palma und zeigt allen anderen Schiffen was eine lange Nase ist. 345 Meter, unser Hafen kam sich richtig klein vor, aber wir haben das Spektakel erlebt. - Das längste Schiff, welches jemals unseren Hafen angelaufen hat. - Das Größte dürfen wir nicht sagen, denn die Voyager of the Seas, die ist zwar ein bisschen kürzer, hat aber mehr Bruttoregistertonnen. - Ein schönes Schiff, die Königin, und eine Ehre für unseren Hafen.





Dezember - Gewinnen Sie einen Arbeitsplatz. - Eine Vereinigung der Einzelhändler in Santa Cruz, der übrigens bei weitem nicht alle Geschäfte angehören, die haben als Hauptpreis für die diesjährige Tombola einen Arbeitsplatz ausgelobt. - Sechs Monate, Vollzeit, für etwas über 700,- den Monat und nach einem halben Jahr wieder vor die Tür. - Trotz vieler Proteste applaudieren sogar lokale Politiker, und Santa Cruz zieht in die nationale Presse ein und macht sich in vielen Kreisen absolut zur Unstadt.




Samstag 29.12.2012 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 18 % - Luftdruck 1026 hPa

Es kann doch nur besser werden
Gute Vorsätze für das Neue Jahr

Das mit dem Rauchen aufhören, das ist ja bereits ein alter Hut, fast ein Jahr und vier Monate sollten doch Sicherheit genug geben. - Ab und zu allerdings zwickt es immer noch, so ganz wird das wohl niemals aufhören. - Was kann man sich denn noch so für das kommende Jahr vornehmen, außer den üblichen Geschichten wie, mehr Sport gucken, weniger Fleisch wegwerfen und weniger Wein verschütten? - Viel könnte man machen, vor allem endlich den Konjunktiv verbieten, denn eigentlich platzt diese Welt ja bereits vor guten Vorsätzen und alles wäre gut, wenn das würde ein ist werden könnte. - Geht mir aber auch nicht anders, und da wir im Grunde unseres Herzens eigentlich alles ganz feine Kerle und Mädels sind, nur eben die Umstände nicht immer optimal daher kommen, sind wir ja persönlich auch gar nicht verantwortlich für den ganzen Unfug, den wir uns tagtäglich mit anhören müssen oder optisch aufbereitet serviert bekommen. - Wir sind nicht "die Banken" und schon gar nicht "die Politik" also dürfen wir getrost unser privilegiertes Leben so weitermachen, schließlich sind wir eher Opfer als Täter und so lebt es sich doch wunderbar ungeniert. - Wenn das immer so einfach wäre. - Alleine Raab gucken macht bereits mitverantwortlich, und wer andere für weniger Geld arbeiten lässt, als er selbst bekommt, ist bereits ein Ausbeuter. - Theoretisch richtig, aber praktisch nicht realisierbar, der Elfenbeinturm wird schon lange nicht mehr mit Energie beliefert, wir müssen uns "hier unten" mit den wirklichen Dingen befassen, fiktive Revolutionen sind schon länger als kognitive Onanie entlarvt worden und wenn Anselmo Pestana und José Miguel Pérez den kanarischen Sozialismus repräsentieren, dann kann man eh nur ganz schnell und ganz weit laufen, was auf einer Insel irgendwann immer in Schwimmbewegungen endet. - Sie kennen die beiden Politiker nicht, macht nichts, nehmen Sie Gerhard Schröder und Peer Steinbrück, auch die mussten und müssen sich ja immer noch Links und Rechts auf die Hände schreiben, um sich nicht ständig zu verlaufen. - Hier auf den Kanaren sollten wir uns auf jeden Fall vornehmen optimistischer zu sein. - Die "Krise" gibt es eigentlich gar nicht, die findet nicht in der Geldbörse sondern im Kopf statt, und wenn jeder endlich seine Pflicht erfüllen würde, also mehr konsumieren als er eigentlich in den Händen halten kann, dann geht es schon wieder aufwärts. - Arbeitslose haben ganz kleine Hände, das ist dann der erste Erlass einer neuen Regierung, man muss die Aufgaben oder Hindernisse eben an die eigenen Möglichkeiten anpassen und wir haben schließlich keine Arbeitslosenquote von 60 Prozent sondern nur von 30 Prozent, wer wird denn da gleich panisch werden. - Das Licht am anderen Ende des Tunnels erkennen, noch bevor man überhaupt in den Tunnel eindringt, das wäre eine Aufgabe, oder aus dem Stand auf den Schatten seiner Schultern springen, oder noch besser, wie mein Vater immer in ähnlichen Situationen sagte, man kann sich auch ein Loch in die Kniescheibe bohren und Buttermilch durchgießen. - Ist inzwischen auch auf La Palma möglich, Lidl hat Buttermilch, aber mein Vater ist bereits seit vielen Jahren tot, also brauchen wir die Buttermilch gar nicht mehr. - Ja, mir geht es wie Ihnen, ich verstehe das auch nicht mehr was ich hier schreibe, ich habe halt an das kommende Jahr gedacht, und meine Finger gleiten eh meist unbeherrscht über die Tastatur, und es grenzt eigentlich an ein Wunder, dass dabei ab und zu sogar noch verständliche Dinge herauspurzeln. - Das nächste Jahr wird wie dieses werden, ungefähr. Vielleicht besser, vielleicht nicht schlechter, und wenn dieser kleine helle Punkt da ganz hinten nicht bereits das ewige Licht ist, sondern eben jenes am Ende des Tunnels, dann kann uns doch gar nichts mehr passieren.





Freitag 28.12.2012 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 26,6 Grad - niedrigste Temperatur 13,3 Grad

Am Sonntag ist wieder Kreuzfahrertag
6.200 Passagiere erwartet man am 30.12. in Santa Cruz

Und dennoch haben wieder einige etwas zu meckern und zwar, dass die drei Schiffe, welche am Sonntag noch bei uns liegen, die Sylvesternacht dann in oder vor Funchal verbringen, denn alle drei Schiffe fahren noch am Sonntagnachmittag/abend in Richtung Madeira. - Über Funchal soll es ein riesiges Feuerwerk geben, deswegen liegen viele dicke Pötte in dieser Nacht vor Funchal. - Hier schließe ich mich mal dem Gemecker nicht an, denn für mich sind Feuerwerke so ziemlich die größte Geldverschwendung die man sich aussuchen kann, und wir haben eigentlich im Moment kein Geld in die Luft zu jagen. - Und die Kreuzfahrer, die verbringen doch die Sylvesternacht nicht an Land, wo sie herzlich Willkommen Geld ausgeben könnten, sondern die sind auf ihren Schiffen und werden mit allerlei Spektakel umsorgt, und gucken sich dann das Feuerwerk an. - Gäste, die nicht vom Schiff gehen, die bringen der Inselvolkswirtschaftlich nichts, das muss man so unromantisch sehen, denn auch der Kreuzfahrttourismus ist ein Geschäft, genau so wie die Ausflugsfahrten hier auf der Insel und die Erwartung, welche die Einzelhändler und Gastronomen der Hauptstadt haben. - Unter den Wirten in der Hauptstadt gibt es allerdings auch einige Hallodris, welche beim Auftauchen von Kreuzfahrtpublikum schon mal eine andere Karte heraus holen, und dann kostet das Bier schnell mal einsfuffzig mehr als auf der spanischen Karte, und auch der Schinken ist adann etwas teurer. - Keine Gerücht, ich habe das selbst erlebt, und leider ist es auch nicht nur ein Wirt. - Meist ist das Bier dann trotzdem noch billiger als auf dem Schiff, denn die meisten bekommen auf den Schiffen ja die Getränke nur zu den Essen umsonst, aber es ist eine unschöne Variante von palmerischer Gastlichkeit, aber wir wissen auch, dass es in den meisten Hafenstädten der Welt so vor sich geht, in welchen Kreuzfahrtschiffe anlegen. - Aber ich darf Sie auch wieder beruhigen, in den meisten Läden ist das nicht so, je weiter man weg vom Hafen oder von der Promenade kommt, um so billiger wird das Bier. - Das muss als Hinweis reichen. - Noch wichtiger für die Insel insgesamt sind diese Kreuzfahrer ja auch noch, wenn wir diese als potentielle Urlaubsgäste betrachten, denn eine bessere Möglichkeit Werbung für unsere Insel zu machen, als dass man ihnen die Insel auch noch vorführt, die kann es gar nicht geben. - Allerdings werden auf den Schiffen unterschiedlich viele Ausflüge angeboten, und dort machen uns wieder einmal die Schiffe mit dem Vornamen "Aida" helle Freude, denn die bieten das größte Kontingent an Ausflügen an. - Das hängt aber auch damit zusammen, dass die "Aidas" meist das aktivere und auch jüngere Publikum anschippern, von den Pötten der Queen-Klasse oder auch den preiswerten englischen Schiffen werden sehr viel weniger Ausflüge unternommen, was auch oft an dem Durchschnittsalter der Passagiere liegen kann. - Die gehen meist nur in die Hauptstadt, werden mit dem Bus sogar noch bis zum Hafeneingang gefahren, obwohl unser Hafen eigentlich recht übersichtlich ist, und dann schlendern die, so weit die müden Füße tragen, in die Hauptstadt. - La Palma kann sehr zufrieden sein mit seinen Kreuzfahrern, und nachdem die Händler kapiert haben, dass man wenn man etwas verkaufen will, auch den Laden aufmachen muss, auch wenn es Sonntag sein sollte, klappt das mit dem Geschäft an den Kreuzfahrern auch besser, da man sich vor Jahren noch darüber geärgert hatte, dass die so wenig Geld ausgeben würden. - Am Sonntag beehren uns die AIDAbella, die Thomson Majesty und die Queen Victoria, da hat man doch glatt wieder Lust nach Santa Cruz zu fahren, ein paar schöne Bilder zu machen und auch mal zu sehen, was denn so ein Bier am Sonntag kostet…




So ähnlich könnte es am Sonntag in Santa Cruz aussehen, dieses Bild entstand am 6.11. dieses Jahre, und stammt aus dem "Ignatz-Archiv" Auf dem Bild sehen Sie die AIDAsol, die AIDAvita und die Silver Spirit




Freitag 28.12.2012 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1022 hPa

Etagenbetten für die Krankenhäuser
Glauben Sie nicht alles, was in Zeitungen steht

Macht man doch auch nicht, sowieso nicht am 1. April und hier nicht am 28. Dezember. - Der heutige Tag heißt hier "Día de los Santos Inocentes" und das ist der Tag, an dem man hier die Leute in den "Dezember schickt". - In den April kann ich ja nicht sagen, aber die meisten Zeitungen, die was auf sich halten, oder sich dieser netten Tradition weiter bewusst sind, die bringen dann eben heute auch eine solche "Inocentada". - Ich habe heute eine gute Weile gerbraucht, bis ich die erste Falschmeldung fand, dachte sogar schon, denen ist angesichts der Krise der gesamte Humor flöten gegangen. - Schließlich fand ich in "El Día" doch noch die wunderbare Geschichte von den Etagenbetten in Krankenhäusern, welche in Zukunft aus den Zweibettzimmern Vierbettzimmer machen sollten. - Das Personal würde jetzt bereits nach Körpergröße eingeteilt, wer denn die oberen Betten zu betreuen habe und wer sich um die unteren bemüht. - Der "Diario de Avisos" berichtet, dass die Insassen des Gefängnisses "Tenerife II" nun selbst das Gefängnis sauber machen müssten, da die Firma, welche das bislang gemacht hätte bei einer neuen Ausschreibung nicht mehr gewonnen hätte und andere Firmen sich nicht beworben hätten. - Auch hier handelt es sich um einen "Dezemberscherz", und wie wir bei beiden Scherzen feststellen dürfen, geht es hier um die Krise und deren Bewältigung und man kann wunderbar bis schmerzhaft dabei feststellen, wo uns der Schuh am allermeisten drückt und was Hauptthema eben ist. - Bei vielen Nachrichten rund um das, was wir "Krise" nennen würde man sich ja wünschen, dass das ein Scherz wäre, aber leider ist dem nicht immer so. - Worauf ich keine Antwort geben kann ist, warum man sich gerade den 28. Dezember ausgesucht hat, für die Freiheit Scherze machen zu dürfen, ist doch der Grund warum der 28. Dezember "Día de los Santos Inocentes" heißt, doch wirklich kein humoriger. - An dem Tag gedenkt man in der Katholischen Kirche den Kindern unter zwei Jahren, welche in Bethlehem angeblich von der Truppen Herodes ermordet worden waren. - Als Zusammenhang könnte man sich ja eigentlich nur vorstellen, dass man davon ausgeht, dass eben diese Nachricht über die Ermordung der vielen Kinder eine Falschmeldung war, eine kolossale "Bibelente" so zu sagen, und dass man mit weiteren Falschmeldungen an diesem Tag daran erinnern will, dass nicht alles, was so berichtet wird, auch wahr sein muss. - Bitte, das ist eine Schlussfolgerung die ich mir selbst zusammengereimt habe, weil mir bislang niemand hat den Zusammenhang zwischen der (angeblichen) Ermordung von Kleinkindern mit Zeitungsscherzen erklären konnte. - Beim Aprilscherz weiß man ja auch nicht so ganz genau, warum man das gerade an dem Tag macht, da bietet man ja viele Versionen an, allerdings keine so blutrünstige, wie in der spanischsprechenden Welt.



Donnerstag 27.12.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 22,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Zwergen mit Eisenschädel
Cabildo Insular aus El Hierro blockiert den Haushalt der autonomen Region Kanarische Inseln

Die waren da immer schon anders, die Leute aus El Hierro, Eisenschädel eben. - Der Sparhaushalt des Gobierno de Canarias für das kommende Jahr sollte heute verabschiedet werden, aber die beiden Abgeordneten der Insel El Hierro, der Inselpräsident Alpidio Armas (PSC/PSOE) und der Abgeordnete der Partido Popular, Agustín Padrón, legten ihr Veto gegen den Haushaltsplan ein. - Das dürfen die, wenn eine Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten einer Inselregierung das machen, dann muss das Veto anerkannt werden, und weil es nur drei Abgeordnete der Insel El Hierro gibt, zogen die das mit dem Veto durch. - Der dritte Abgeordnete, der der Coalición Canaria, die dort auf El Hierro "AHI" (Agrupación Herreña Independiente) heißt, der schloss sich auch den beiden Rebellen an, allerdings nur in dem Fall, wo es um die Zuschüsse für das Transportwesen ging. - Den gesamten Haushalt wollte der aber nicht verhindern und dazu kommt es auch nicht, aber das Ressort öffentliche Bauten, Transport und Territorialpolitik kann nicht abgeschlossen werden und wenn man sich nicht einigt, dann bringt das den gesamten Haushalt zu Fall. - Morgen gibt es eine weitere Sitzung und man wird eben darüber nachzudenken haben, ob man auf die Forderungen der Inselregierung El Hierros eingehen will. - Es geht ums Geld, El Hierro fürchtet um die Schiffsverbindungen von und nach der Insel und in der Tat, die Subventionen sollen gesenkt werden und somit werden dann auch die Reedereien ihre Verbindungen zusammenstreichen. - Es ist verständlich seitens der Insel El Hierro, wenn man die Aufrechterhaltung der Verbindungsrate fordert, allerdings rechnen andere natürlich vor, die nicht auf El Hierro sitzen, dass man unverhältnismäßig viel Subventionen an den Flug- und Schiffsverkehr für El Hierro bezahlen würde. - Die Insel ist natürlich abhängig davon, dass die Schiffe dorthin fahren, sei es um Güter anzulanden, oder eben auch die landwirtschaftlichen Produkte von dort abzuholen. - Die aus El Hierro wollen es nun also wissen, und die sind mutig dort, allen voran Alpidio Armas, denn der spielt mit seiner politischen Zukunft. - Seine PSC/PSOE ist nämlich Regierungspartei im Gobierno de Canarias, in einem beschämenden Pakt mit der Coalición Canaria, und es ist äußerst selten, dass ein Inselfürst es wagt, von einem Veto Gebrauch zu machen. - Gegen die eigene Partei und Alpidio Armas hat selbst schon verlauten lassen, dass er mit einem Parteiausschlussverfahren rechnet. - Der andere Abgeordnete, der auch sein Veto ausgesprochen hat, der muss nicht mit Repressalien rechnen, denn der gehört ja der Opposition im Gobierno de Canaias an, der macht also, so zu sagen, einfach nur seine Arbeit. - Alpidio Armas fällt nicht das erste Mal als Eisenschädel auf, sondern hat sich ja an die Macht "geputscht", in dem er der Weisung seiner Parteispitze auf Ebene des Gobierno de Canarias nicht gefolgt war mit der Coalición Canaria zu paktieren, sondern er ging einen Pakt mit der Partido Popular ein. Auch damals erwartete man einen Parteiausschluss, der aber nicht erfolgt ist. - (Gleichen Mut hatten wir ja auch für unsere Inselräte von der PSC/PSOE erhofft, nicht der Weisung der Parteispitze zu folgen, aber die kuschten unter dem Druck und den Drohungen und paktierten dann mit der Coalición Canaria) - Wieder große Aufmerksamkeit zog Alpidio Armas auf sich, als er vor einem dreiviertel Jahr mit einer Gruppe an Politikern, Presseleuten und auch zufälligen Passanten eine Fähre der Reederei Armas enterte, und erst auf La Gomera nach Verhandlungen wieder vom Bord ging. - Damals ging es darum, dass die Reederei Armas die Verbindung nach El Hierro einstellen wollte, da das Gobierno de Canarias weit im Verzug mit den Subventionszahlungen war. - Alpidio Armas, der übrigens nicht verwandt ist mit der Leitung der gleichnamigen Reederei, gelangte damals groß in die Presse und man erreichte schließlich ja auch sein Ziel. - Wie oft der Querkopf Alpidio Armas seinen Eisenschädel noch einsetzen kann, zum Wohle seiner kleinen Insel, das wissen wir nicht, nun muss erst mal nachverhandelt werden über den Haushalt, aber ich bin mir sicher, dass man in anderen Zimmern und Fluren schon heftig daran bastelt, diesen unbequemen Zeitgenossen loszuwerden.



Donnerstag 27.12.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1024 hPa

Santa Cruz definiert sich über die Parkplätze
Die Frage bleibt offen, wer war zuerst da, das Auto, oder der Parkplatz

Ein Auto verspricht Mobilität, mehr Autos mehr Mobilität, noch mehr Autos ergeben einen Stau. - In Santa Cruz, unserer an den Berg geformten Hauptstadt kennt man dieses Problem, diese Stadt wurde einfach nicht dafür gebaut, sich mit modernen Verkehrsproblemen abzufinden. - Wobei wirklich modern sind diese Probleme nicht, modern wäre, wenn man Rezepte dagegen hätte, mit smarten Lösungen über öffentlichen Nahverkehr oder einer anderen nachhaltigen Nutzung des Automobilparks. - Das Problem mit den Parkplätzen in unserer Hauptstadt findet übrigens nur vormittags statt, am Nachmittag kann man sich wohl in die Stadt wagen, und sowieso gibt es ein Parkhaus an der Avenida del Puente, das ist die große Straße, welche sich mitten im Ort den Hügel hochquält. - Santa Cruz ist ja Verwaltungssitz der Insel und fast alle Behörden haben dort ihren Sitz und diese ganzen Behörden, die haben meist nur vormittags offen und so sind eben die Angestellten/Beamten aber auch die Bittsteller der Behörden meist vormittags in der Stadt. - Darunter leiden nun besonders die Geschäftsleute, und die haben eine heftige Lobbyarbeit hinter sich gebracht und manchmal meint man wirklich, der Stadtrat in Santa Cruz sei ein ausführendes Organ des Verbandes der Gewerbetreibenden. - Zumindest hat man das Gefühl, dass in diesem Jahr die Mehrzahl aller Pressemeldungen aus dem Stadtrat sich damit beschäftigt hat, wie man denn in der Hauptstadt mehr Parkplätze schaffen könnte, welche doch der Einzelhandelsverband so dringend fordert. - Zum Teil aberwitzige Pakete hat man da geschnürt, dessen Krönung dann Parkautomaten im kommenden Jahr sein werden, man weiß nur noch nicht, ob denn auch jemand Zeit hat, das Ganze zu überwachen. - Für die kommenden Konsumtage, denn bei uns werden ja die Geschenke erst am 6. Januar übergeben, das Weihnachtsgeschäft ist also noch voll im Gange, sperrt man sogar die Hauptverkehrsstraße in Richtung Süden, weil man so sechzig Parkplätze mehr schaffen kann. - Am 28. und 29. Dezember, sowie an den Tagen 2, 3, 4 und 5 des kommenden Januars wird diese Maßnahme greifen, und wer dann vom Norden aus in die Stadt will, oder durch die Stadt, der muss die Umgehungsstraße nehmen und dann von Süden her nach Santa Cruz fahren. Ob das wirklich dazu dienen kann, Kunden aus anderen Regionen und Gemeinden nach Santa Cruz zu locken, das darf man durchaus bezweifeln, und mittel- und langfristig muss sich unsere Hauptstadt sowieso mal von dem Dogma der Einkaufsstadt befreien, und wenn man auch den Stadtstrand noch als Lockmittel für Touristen begreifen will, spätestens dann muss ein völlig neues Verkehrs- oder sagen wir lieber Bewegungskonzept für die Hauptstadt entstehen. - Besucher der Insel, welche nicht dem Makel unterliegen mit dem Auto direkt in den Laden zu fahren, um dann ein paar Schuhe zu kaufen, denen sei jegliche Angst genommen Santa Cruz zu besuchen. - Die meisten kommen ja aus Richtung Süden auf Santa Cruz zugefahren, und die können, gleich nachdem sie die qualmenden Schlote des Elektrizitätswerks hinter sich gelassen haben rechts parken und dann den Rest des Weges in die Hauptstadt locker zu Fuß erledigen. - Das ist gesund, man bewegt sich ein bisschen und hat überhaupt kein Problem, einen Parkplatz zu finden.




Santa Cruz hat viel mehr zu bieten als nur fehlende Parkplätze




Mittwoch 26.12.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 23 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 23,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Exportschlager Akademiker
Pre parados oder preparados

Ein bedrückendes Wortspiel macht auf den spanischen Universitäten die Runde. - Menschen, welche bereit sind für eine Aufgabe, oder fertig ausgebildet, die nennt man auch "preparados". - Parados hingegen sind Menschen ohne Arbeit und wenn man nun "pre parados" daraus macht, dann sind das Menschen, die vor der Arbeitslosigkeit stehen. - Ein wirklich trauriges Bild müssen wir da leider malen, der spanische Arbeitsmarkt absorbiert im Moment kaum noch Akademiker, die Universitäten "produzieren" seit ein paar Jahren für die Halde, oder wie das in letzter Zeit auch immer öfter vorkommt, für den Export. - Keine gute Investition ist das, und die jetzigen Studenten bekommen das auch zu spüren, man will so viele wie möglich wieder loswerden von den Universitäten, und geht das mit schwereren Prüfungen an und auch mit deutlich höheren Gebühren. - Was letztendlich dabei herauskommt ist, dass wieder nur noch die Habenden ihre Kinder studieren lassen können und Spanien sich die Zukunft erneut mit einer schweren Hypothek belastet, in dem man erneut nicht auf Bildung setzt. - Pan para hoy, hambre para mañana, - Brot für heute, Hunger für morgen, Sie sehen, wir haben auf alle Vorkommnisse den richtigen Spruch, aber selten auch die richtige Reaktion. - In der hiesigen Presse tritt man nun eine Debatte über den Umstand los, dass wir unsere "Besten" ins Ausland schicken oder aufs Arbeitsamt, und anstatt dessen lieber billige Arbeitskräfte aus dem Ausland holen. - Diese Debatte geht natürlich auch ein bisschen darauf zurück, dass vor ein paar Tagen der Präsident der autonomen Region Kanarische Inseln gefordert hatte, man möchte doch den Kanaren bevorzugt die Arbeitsplätze geben und den Zustrom von Ausländern begrenzen. - Das ist nicht nur bekannter Unsinn der immer mal wieder hervorgeholt wird, sondern die Regierung fördert diesen Umstand ja gerade noch, in dem man in den paar Ausschreibungen die es überhaupt noch gibt, Gehälter anbietet, für die niemand drei bis fünf Jahre hätte studieren sollen. - Die Situation ist nicht einfach, auch für die Regierung nicht, das will ich ja gar nicht bestreiten, allerdings bin ich auch der frechen Meinung, hätte man in der Boomzeit vor und noch in der Jahrtausendwende auf deutlich breitere Bildung gesetzt, dann wäre uns einiges heute erspart geblieben. - Die Sprachenschulen sind im Moment die einzigen, welche noch Lehrer einstellen und vor allem ist Englisch die begehrteste Sprache, aber auch die Deutschkurse sind bestens belegt. - Und hier eben liegt genau auch ein Schwachpunkt unserer Ausbildung, man kommt mit nur einer Fremdsprache alleine durch die Schule, und auch bis zum Abitur. - Das ist in den allermeisten Fällen Englisch, aber da man keine Muttersprachler in den Sprachunterricht nimmt, sondern eben nur "Hiesige" ist das Niveau von der Nutzbarkeit des Erlernten auch nicht wirklich auf einem hohen Standard. - Da sind wirklich Dinge hausgemacht hier mit der Krise, und eigentlich sollten wir doch daraus lernen und noch mehr Wert, besonders auf breite Ausbildung legen. - Viele Dinge sind aber auch nicht hausgemacht, Spanien wird von den Spekulanten geradezu zerpflückt, und manch einer, selbst auch schon aus wissenden Kreisen hofft, dass sich die Geier doch bald mal einem anderen Land zuwenden sollten, bei uns ist kaum noch was zu holen. - Die Debatte ist offen, das alleine ist schon mal gut, ob wir aber auch daraus lernen, dass wir mehr lernen müssen, das muss ich als Vermutung stehen lassen.



Mittwoch 26.12.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 25 % - Luftdruck 1021 hPa

Nachtigall ich hör´ dir trapsen
Wegelagerer oder Naturschützer ?

Was ist der Superlativ von pleite? - Öffentliche Institutionen auf den Kanarischen Inseln, könnte man auch vermuten, aber das hört sich unsportlich an. - Wir sparen uns ja nicht gesund, nicht mal mehr krank, irgendwann sparen wir uns einfach weg. - Auch in den Nationalparks, die ja eigentlich inzwischen Regionalparks sind, weil Madrid ja die Verwaltung der Parks an die autonomen Regionen abgegeben hat, wird kräftig gespart, je nach Rechenart bis zu 70% und man fürchtet Schlimmes für den Betrieb dieser Landschaftsschutzgebiete der höchsten Schutzformel. Auf den Kanaren haben wir gleich vier Nationalparks, Timanfaya auf Lanzarote, Garajonay auf La Gomera, El Teide auf Tenerife und dann noch unser geliebter Nationalpark Caldera de Taburiente auf La Palma und die kosten allesamt reichlich Geld im Unterhalt. - Oft hat man bereits darüber nachgedacht, auch die Besucher in den Unterhalt dieser Nationalparks einzubeziehen, was nichts anderes bedeutet, als das man ein Eintrittsgeld verlangen würde. - Im Norden der Insel ist man damit mal gescheitert, in San Andrés y Sauces, aber da wollte man auch horrende Summen für die Routen von Marcos y Corders erzielen, hat das aber nicht durchsetzen können. - In Fuencaliente allerdings nimmt man Geld, allerdings von der Gemeinde, für den Besuch des Interpretationszentrums der Vulkan, aber auch den Rundgang um den San Antonio und den Weg hinab zum Leuchtturm. - Früher waren das zwei Euro pro Person, nun verlangt man deren fünf und da muss man dann schon etwas zucken, fünf Euro, damit ich auf öffentlichem Grund spazieren gehen kann? - Das ist sicher übertrieben, was die da machen, wenn nicht sogar illegal, aber Fuencaliente ist chronisch pleite und wahrscheinlich sind die Einkommen aus den Geldern rund um das Besucherzentrum sogar die beste Einkommensquelle der Gemeinde. - Sicher wird nun wieder darüber nachgedacht werden, auch den Eintritt in den Nationalpark mit einer Gebühr zu belegen, und wenn man das sittsam macht, (vielleicht 2 Euro) und gleichzeitig den Menschen dann auch erklärt oder transparent macht, wofür dieses Geld genutzt wird, nicht so wie in Fuencaliente, dann sollte man wohl mal darüber diskutieren dürfen, ob man so nicht auch zum Unterhalt und Schutz des Nationalparks betragen könnte. - Von so mancher Seite wurde das in den letzten Monaten auch schon berührt und man müsste nun mal die Lage prüfen, wie denn überhaupt die Verordnungen darüber geschrieben sind. - Darf man denn überhaupt für den Nationalpark kassieren, oder nicht, und müsste man sonst eine Gebühr für den Parkplatz anstatt nehmen, was ja auch vorstellbar wäre oder sollte man diese Idee gleich wieder verwerfen, weil man sich damit ein touristisches Eigentor schießt? - Die Diskussion ist angeschoben, auch wenn in diesen Feiertagen das nicht oberste Priorität hat, sondern Konzerte, Harmonievermittlung und gute Vorsätze, ich glaube allerdings, da kommt was auf uns zu.



Dienstag 25.12.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,9 Grad

Weihnachtsausflug
Viele Masten und noch mehr Menschen

Zum Schluss war sogar das Wetter gut, so dass der Ausflug eine richtig runde Sache wurde, so wie sich das an Weihnachten auch gehört. - Hier gibt es ja Turboweihnachten, der zweite Weihnachtsfeiertag, der fällt flach, so etwas kennen wir hier nicht. - Am 25. Dezember kommen, ich glaube seit 1994 oder 1995, immer eine Reihe Großsegler zu uns, und dieses Treffen fand auch dieses Jahr wieder statt. - Früher, als alles mehr Lametta war, und nur manches besser, da waren es schon mal bis zu 16 Schiffe, welche die Hafenmole dann fast komplett belegt hatten. - In den letzten Jahren gingen die Besuche der Schiffe aber von der Zahl her immer weiter zurück, und erreichten im Jahr 2010 den Negativrekord mit nur drei Schiffen. - Das war dann eher ein Trödelmarkt mit Masten, musste man sagen, denn drum herum um das eigentlich sportliche Großseglertreffen, gruppierte sich im Laufe der Jahre immer mehr Trödelmarkt. - Dieses Jahr kamen fünf Schiffe, das macht wieder ein bisschen Hoffnung, aber so ganz vorbei ist das Gefühl dadurch auch nicht, dass man diese Schiffe eigentlich nur hier her lockt, dass diese wiederum Publikum für den Flohmarkt anlocken sollen. - Aber das kann ja jeder halten wie er will, es gibt ja schließlich keinen Kaufzwang. - Zunächst fürchteten wir, das könnte ins Wasser fallen, ein bisschen wurden wir auch nass, aber das meiste an Regen war wohl schon in der Nacht gefallen und noch weiter im Norden der Insel. - Aber das Wetter wurde dann sogar noch richtig gut, und die Händler des Flohmarktes hatten ja auch noch das Glück, dass dieses Jahr der 25. Dezember auf einem Dienstag fällt, so waren nicht nur die fünf Segelschiffe im Hafen, sondern auch noch die AIDAsol mit 2.500 Passagieren an Bord. - Natürlich war es deswegen so voll auf der Mole und wer da einen guten Stand hatte, der dürfte sich heute Abend eigentlich nicht beklagen über seine Umsätze. - Die Stimmung ist dort immer gut und ausgelassen, so wie das Weihnachten wohl einfach so sein soll und nur eines hat mir ein bisschen die Stimmung verhagelt, denn ein Schiff, welches eigentlich immer gekommen ist, das war dieses Mal nicht da. - Die "Lord Nelson" fehlte und gerade auf die konnte man sich eigentlich immer verlassen. - Die starten aber am 29. aus Rio nach Südafrika, also können die nicht heute bei uns in Santa Cruz sein. - Hier bei uns waren die Alexander von Humboldt II, also die neue Stahlbark, welche zwar einen grünen Rumpf hat, aber weiße Segel, die "alte Alex" macht inzwischen "Butterfahrten" von den Bahamas aus, die war früher auch öfter mal bei uns. - Eine weitere alte Bekannte war da, der Dreimastschoner "Eendracht" und zwei weitere niederländisches Schiffe, welche wir noch nicht kannten, die "Eldorado" aus Amsterdam und die "Tecla" - Bei letzterem Schiff handelt es sich um einen fast einhundert Jahre alten ehemaligen Heringslogger aus Winkel. - Als fünftes Schiff lag dann da auch noch die "Infatuation", eine wunderschöne Yacht, die man eher in Monaco erwartet hätte. - Ich habe es nachgeguckt, "Infatuation" heißt die Betörung, ohne nachzugucken hätte ich es nicht gewusst. - Bratwurst, Plastikspielzeug, Schmuck und Trödel, aber eben auch noch genug Masten, damit man von einem Großseglertreffen mit halb gezwinkertem Auge sprechen kann. - Zum Abschluss unseres Weihnachtsausflug gab es dann noch einen Stadtbummel, von einer Pizza gekrönt und die Stadt war voller Besucher, hauptsächlich eben von der AIDAsol und auch ein paar pfiffige Geschäftsleute hatten ihre Läden geöffnet. - So kann Weihnachten immer sein und jetzt noch ein paar Bilder:




Am Schluss war sogar noch richtig gutes Wetter




Als wir ankamen regnete es gerade




Die "Tecla" mit fast einhundert Jahren




Dieses "Alexbild" stammt von Reimund Ignatz




Mindestens ein Bayern-Fan auf der AIDAsol....




Dienstag 25.12.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 30 % - Luftdruck 1018 hPa

Der Kulturbeauftragte gibt bekannt
WEIHNACHTSKONZERT

Die Kassen haben geklingelt, die bells gejingelt, und wir haben wieder eine harmonie- und kalorienreiche "Nochebuena" hinter uns gebracht. Heute am 25. haben die meisten Menschen hier frei, von den wenigen Selbstausbeutern mal abgesehen, am 26. ist normaler Arbeitstag, gerade oder sogar bei den in Mitteleuropa als arbeitsscheu verschrienen Südeuropäern.

Auch die Musiker sind am Mittwoch dran. Der Kulturbeauftragte setzt ein weiteres Mal das bewährte Konzept "Urlauber musizieren" in die Tat um.

Der deutsche Bariton Bernd Valentin und seine schwedische Frau, die Sopranistin Magdalena Bränland besuchen La Palma schon seit vielen Jahren, sind echte Fans der Insel. Schon in der Vergangenheit gaben sie Kostproben ihres herausragenden Könnens zum Besten. Ich erinnere mich z.B. lebhaft an den Sommer 2005, als beide im Rahmen des jährlich in El Paso stattfindenden "Encuentro Internacional de Música" einen unvergesslichen Liederabend gaben. Und nur wenige Tage später erfolgte in der Kirche in El Paso die Aufführung des "Deutschen Requiems" von Johannes Brahms, wo ich im Chor mitsingen durfte. Bernd und Magdalena sangen exzellente Soloparts. Seither sind wir befreundet, und ich konnte es mir nicht nehmen lassen, sie zu fragen, ob sie nicht auch ein Konzert in der von ACAPO (Asociación Cultural Amigos Palmeros de la Ópera) veranstalteten Kammermusikreihe "Jerónimo Saavedra Acevedo" geben möchten. Ich erspare ihnen die Liste der Opernhäuser, an denen beide schon gesungen haben, möchte aber Bernds Engagement an der Deutschen Oper in Berlin nicht unerwähnt lassen, wo er u.a. den Papageno gesungen hat.

In Santa Cruz jagt über die Feiertage eine musikalische Veranstaltung die nächste, da sind Rondallas unterwegs, Divinos singen, es wird gezupft, getrommelt und gesungen dass es eine wahre Freude ist. Wir haben deshalb beschlossen, unser Weihnachtskonzert in El Paso in der Casa de la Cultura "Braulio Martín Hdez." zu veranstalten, auch um unseren Abonnenten von der Westseite etwas entgegen zu kommen.

Das Programm sieht u.a. Stücke aus dem Messias von Händel vor, aus dem Weihnachtsoratorium von Bach, sowie anspruchsvolle Weihnachtslieder aus verschiedenen Ländern. Keine Angst, bells werden keine jingeln, und niemand wird Mary eine frohe Christmas wünschen. Sie dürfen sich auf einen musikalischen Abend der Sonderklasse freuen. Die Stücke von Bach und Händel werden vermutlich sogar erstmalig auf La Palma vorgetragen. Maestro Fernando Felipe Martel wird in gewohnt souveräner Manier am Klavier begleiten.

Ein besonderer Leckerbissen wird in der Pause angeboten. Einer der beständigsten Gönner der Arbeit von ACAPO, sei dies die Oper im Sommer oder der Kammermusikzyklus über den Winter, heißt Tomás Barreto und ist seines Zeichens Chef der SPAR Supermärkte auf La Palma. Seit über sieben Jahren unterstützt er unsere kulturelle Arbeit. Bei unserem Weihnachtskonzert wird er das erstmals auch in direkt genießbarer Form tun. In der Konzertpause werden Häppchen und Sekt gereicht, selbstverständlich gratis.

Überschaubare 10 € sind als Eintrittspreis aufgerufen, viel zu billig, ich weiß. Der Kartenverkauf beginnt um 19.30 h, das Konzert um 20.30 h. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, darf bei mir unter 607 687418 reservieren, gerne auch per SMS. Die Karten werden dann an der Abendkasse bereit liegen.

Ich würde mir - wie immer - wünschen, dass das Haus voll wird. Sie und die Künstler haben das verdient.

Mit einem freundlich weihnachtlichen "Früher war mehr Lametta" empfiehlt sich

Ihr

Ödi Jonitz

(Der Kulturbeauftragte)






Montag 24.12.2012 22:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 25,2 Grad - niedrigste Temperatur 15,8 Grad

Nur ein Bild
Kobe für die Karnivoren und ein Klacks Lachs für die VegetarierInnen





Montag 24.12.2012 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1013 hPa

Letzte Garstigkeiten zum Fest
Schuld haben wieder mal die Ausländer

Jeder ist Ausländer, fast überall. Platter Spruch, aber er stimmt ja nun einfach einmal, und nimmt man das ganz sportlich, also man wirft einfach jemand aus dem Flugzeug, dann haben die Russen und die Kanadier die größte Wahrscheinlichkeit, keine Ausländer zu sein. - Ich war mein Leben lang Ausländer, auch da wo ich herkomme, aus dem Bayrischen Wald, denn als Sozialist im Bayrischen Wald ist man mindestens Ausländer. - Hier sind wir auch Ausländer, aber wenn wir den berühmten, den berüchtigten und gefürchteten deutschen Zeigefinger, fast möchte man schreiben Ausrufefinger, nicht zu hoch nehmen, dann lebt es sich hier prächtig unter Inländern und wenn man so lange hier ist wie wir, dann ist man entweder assimiliert, oder längst wieder weg. - Wichtig bei der ganzen Geschichte ist eben, dass der Immigrant immer versuchen sollte, sich selbst zu verändern, und nicht seine Gastgeber, wer das beachtet, der wird wenig Probleme haben, nirgendwo. - Und wenn die Gastgeber schlau sind, dann lernen die von den vielen Immigranten, nehmen das auf, was die Anderen vielleicht besser können, man kann sich ja wirklich gegenseitig befruchten. - Schlimmstenfalls aber taugen die Immigranten nur dazu, von den eigenen Unfähigkeiten abzulenken, und auch dieses Phänomen kennt man allgemein und auf dem ganzen Erdenrund. - Rechtzeitig zu Weihnachten nun kommt auch unser Oberkanare Paulino Rivero wieder aus dem Mustopf und behauptet, an der hohen Arbeitslosigkeit auf den Kanaren hätten die Ausländer Schuld. - Er stützt sich dabei auf Statistiken, welche einen drastischen Anstieg der Zahl der Ausländer auf den Kanaren zeigen, und diese Statistiken, die sind auch richtig. - Allerdings nennt er Statistiken, die sich auf die "guten Jahre" beziehen und fängt bei 2001 an und dass darauf hin die Zahl der Ausländer extrem schnell gewachsen sei. - Würde er allerdings lediglich die letzten drei Jahre nehmen, dann könnte man sich daraus keinen schnellen Anstieg mehr basteln, und für die kleinen Inseln steht da selbst in den offiziellen Büchern bereits ein negatives Bevölkerungswachstum, aber auch nicht weniger Arbeitslosigkeit, als auf den großen Inseln. - Nein, so einfach ist es nicht, die Anderen haben nicht die Schuld, und ein hoher Anteil an Ausländern ist eine Chance für Konsum und neue Geschäftsideen, die man eben dann auch umsetzen muss. - Nicht schon wieder eine "das Schiff ist voll Debatte", um von den eigenen Unfähigkeiten abzulenken, das haben wir viel zu oft bereits mitmachen dürfen, fast überall, und nirgendwo ist was dabei herausgekommen. - Er will ja nur spielen, und uns Europäer meint er ja eh nicht, wir sind ja die "guten Ausländer" und spätestens nun sollte man einfach das Hirn ausschalten, sonst werden die Schmerzen unerträglich. - Aber was soll man auch von Politikern erwarten, die sich selbst Nationalisten nennen.

Allen In- Aus- Um- und Drumherumländern wünschen wir ein gesundes, friedvolles und vor allem schönes Weihnachtsfest. - Machen Sie was draus, Sie haben es sich verdient!

Und auch morgen wieder, wie alle Jahre, Großsegelertreffen in der Hauptstadt. - Wie viele Schiffe kommen, das weiß ich nicht, aber ein paar Masten werden wir schon zu sehen bekommen. Drum herum, auch wie immer, Flohmarkt und Musik.





Sonntag 23.12.2012 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 27,4 Grad - niedrigste Temperatur 15,5 Grad

Arbeitslose sollen den Wald putzen
Eine "Hundertschaft" für Mazo und El Paso

Wir erinnern uns immer noch ungern aber heftig an die Waldbrände dieses Sommers, wobei wir auch immer wieder sagen müssen, eigentlich haben wir Glück gehabt, dass die Schäden nicht größer waren. - La Gomera hatte es viel schlimmer erwischt, und leider wird es wohl keine rechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen, dass man dort auf politischer Ebene sich völlig falsch verhalten hatte, und trotz des Anrückens einer erneuten Hitzewelle die Löschflugzeuge, die noch auf der Insel waren, bereits wieder zurück aufs Festland geschickt hatte. - Mit Sicherheit können wir es natürlich nicht behaupten, aber es ist schon wahrscheinlich, dass diese Mittel das zweite und deutlich größere Aufflackern des Brandes wohl hätten verhindern können. - Hier auf La Palma deutete Vieles auf Brandstiftung hin, zwischendrin hörten wir sogar Gerüchte von Verhaftungen, allerdings haben wir nie wieder konkrete Dinge seither gehört. - Kann sein, dass die Policía Judicial, also die Kriminalpolizei still und unter Ausschluss der Öffentlichkeit ermittelt, kann aber auch genau so gut sein, dass überhaupt nicht mehr ermittelt wird und die Sache mit Vergessenheit übergossen wird. - Nun schickt man über einhundert Arbeitslose zum Aufräumen dort in die Berge, wo es gebrannt hat, und will dort "aufräumen", das aber fachgerecht und im Sinne der Forstwirtschaft. - Das Arbeitsamt gibt Geld, 300.000 Euro und das Cabildo Insular noch einmal 213.000 Euro hinzu, so dass man genügend Mittel hat, diese Leute ein halbes Jahr lang zu beschäftigen. - Die Geschichte läuft unter dem Motto einer Fortbildungsmaßnahme, sonst hätte das Arbeitsamt kein Geld gegeben, und so muss man auch Nachweise führen, dass die Leute dort von echten Forstwirten angeleitet und ausgebildet werden. - 75% der Arbeitszeit "steht man im Wald" und ich hoffe, die stehen nicht nur herum, und 25% drückt man die Schulbank, anders konnte man das Geld nicht loseisen. - Welchen Titel die dann nach den sechs Monaten tragen, das weiß ich nicht, allerdings heißt es in der Pressemeldung, man hätte später damit bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. - Ich bin zu alt um noch alles zu glauben, wobei ich das eigentlich gerne machen würde.

Viel zu warm für die Jahreszeit, ein Sonnentag reiht sich an den nächsten und auch den Heiligen Abend werden wir noch so in freundlichen aber doch auch ein bisschen fremden Temperaturen bleiben können. - Im Moment ist das wetterbestimmende Azorenhoch sehr weit in den Westen gerückt und hat uns aus seinem direkten Einfluss entlassen. - Ein Tief sehr weit im Norden saugt nun Luft aus dem Süden heran und damit lagen wir die vergangenen Tage im Südwind und damit Wärme aus der Äquatorregion. - Das wird sich am 25. ändern, das Azorenhoch kommt zurück und bläst dann kräftig mit dem Nordostpassat gegen die südliche Strömung an. - Auf der Ostseite kann es dann auch zu Niederschlägen kommen, unter Umständen auch kurz bei uns, wir werden aber vor allem feststellen, dass der Dezember nicht immer mit 27 Grad daherkommen muss. - Allerdings wird es wohl nur zwei bis drei Tage richtig frisch, dann wandert das Hoch weiter in Richtung Osten und lässt uns erneut in den Einfluss von Südwind kommen. - Nicht wieder mit Temperaturen an die 27. Grad heran, aber auch wieder über dem Schnitt der letzten 30 Jahre. - Bislang ist der Dezember eher zu warm, und ich darf auch daran erinnern, dass im Dezember dieses Jahres noch kein Niederschlag gefallen ist auf der Westseite. - Aber das ist kein Problem bislang, denn wir hatten ja extrem hohe Niederschläge im Oktober und November. - Mal sehen, was das Neue Jahr dann bringt. - Und was der heutige Abend bringt, das weiß ich auch, bei 27 Grad, da wird der Wein gekühlt serviert…




Hat nichts mit dem Text zu tun. - Unser "Grajas". - Wobei uns eine Ornothologin mal erklärte, dass der Vogel, den wir hier auf La Palma alle „Graja“ nennen, überhaupt keine Graja (Corvus frugilegus) ist, sondern die Alpenkrähe und eigentlich „Chova Piquirroja“ (Pyrrhocorax pyrrhocorax) heißt. Aber auf La Palma heißt ja Autobus auch Guagua, "un vinito" ein Eimer voll Wein, und heftiger Nordostwind wird lächerlich "brisa" genannt, dann können wir den Vogel doch auch nennen, wie wir wollen.




Sonntag 23.12.2012 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1017 hPa

Weihnachtsmodus
Äußerst geringer Informationswert

Fast zwei Stunden musste ich gestern auf die Binter aus Tenerife warten, in der meine Tochter saß, eine unerklärliche Verspätung und die armen Passagiere mussten die ganze Zeit im Flugzeug warten, bis es endlich losgegangen ist. - Meine Brut meinte eine Unterhaltung von Flugbegleiterinnen so verstanden zu haben, dass die Kontrolleure im Tower mal wieder "Mist" bauen würden, aber Offizielles oder Fundiertes, was die denn da getrieben haben, so dass über eine Stunde kein einziges Flugzeug aus Tenerife Norte abgehoben hat, das kann man leider nicht nachlesen. - Liegt vielleicht auch daran, dass wir inzwischen alle im Weihnachtsmodus sind, also nur noch bedingt handlungsfähig sind, und das wird sich bis nach der festivitäten Dreifaltigkeit, Weihnachten, Sylvester und Reyes, auch kaum ändern. - Montag der siebte Januar könnte der erste Tag des kollektiven Wiederfunktionierens sein, allerdings wohl noch reichlich verkatert, also sprechen Sie uns doch wegen größerer Dinge, (Strukturwandel - Subventionsverdopplung - Atommüllendlager) erst wieder Mitte Januar an, aber noch vor den extrem wichtigen Vorbereitungen für den Karneval. - Der entscheidende Punkt ist es wirklich, uns in den wenigen voll funktionstüchtigen Momenten zu erwischen, wer das nicht beherrscht, der geht hier baden, und das ohne Badehose. - Die Familie ist vollzählig, der Baum steht in voller Pracht und meine Frau meinte, dass unbedingt Elche aus Filz geschnitzt unser diesjähriges Motto für den Baum sein müsste. - Immerhin, ich habe ein neues Wort gelernt, "fieltro" ist der Filz auf Spanisch, (hätten sie es gewusst?) aber nur der Stoff, der andere Filz kann viele Namen tragen, bei uns meistens Coalición Canaria, allerdings haben die längst keinen Alleinunterhaltungsanspruch mehr. - Dazu fällt mir die Meldung ein, der Inselpräsident La Gomeras, Casimiro Curbelo (PSC/PSOE), würde laut Partido Popular 16% mehr verdienen als der Ministerpräsident der Nation, Mariano Rajoy. - Der bekommt 78.000 Euro im Jahr, und 16% mehr wären dann 90.480 Euros im Jahr, oder 7.540 Euro im Monat und auch wenn mich Vergleiche mit Deutschland nicht zum besseren Menschen machen, aber der Posten des Inselpräsidenten entspricht etwa dem des Kreistagsvorsitzenden, und das von einem Landkreis, mit lediglich knapp 23.000 Einwohnern. - Ich weiß nicht, ob die Zahlen stimmen, ich habe die Lohnabrechnungen nicht gesehen, sondern nur eine Pressemeldung gelesen, aber dass wir zu viele Politiker haben, und vor allem viel zu viele, die viel zu viel verdienen, das wird wohl leider stimmen. - Die Sonne scheint, die Familie ist komplett, der neue Vega Norte hervorragend, wie komme ich da nur auf solch ein widerliches Thema wie Lokalpolitik? - Schnell wieder zurück in den Weihnachtsmodus, die Nachrichten der kommenden Tage könnten vom Informationswert etwas nachlassen. - In den Zeitungen steht eh nichts, das gesellschaftliche Leben dreht sich um sich selbst, und wir um uns. - Ein wunderschönes Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen, und es war mir wieder einmal eine Freude, Sie zu beschreiben.




Der Weihnachtsbaum hat einen Kater...




Samstag 22.12.2012 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 26,7 Grad - niedrigste Temperatur 15,2 Grad

Ein ganz klein bisschen Glück
Der Dicke geht an uns vorüber, aber ein fünfter Preis landet auf La Palma

76058 ist die Nummer der Verzückung, wer diese Zahlen auf seinem Los hat, der ist um 400.000 Euro reicher, denn in diesem Jahr ist die 76058 die Nummer des "Gordo de Navidad". Wie bereits heute Morgen erklärt, gibt es 1.800 Lose mit dieser Nummer und von denen sind einige auch auf den Kanaren verkauft worden, so in Santa Cruz de Tenerife, in Puerto de la Cruz, und Telde auf Gran Canaria sowie Arrecife auf Lanzarote und Puerto de Rosario auf Fuerteventura. - Die meisten allerdings wurden auf dem Festland verkauft, der "Gordo" ist also extrem verteilt über das Land geschickt, so dass es keinen wirklichen Schwerpunkt gibt. - Man stelle sich nur mal vor, alle 1.800 Gewinner säßen auf einer Insel wie wir es sind, das ergäbe dann die Summe von 720.000.000 Euro, welche plötzlich in den Wirtschaftskreislauf einfließen, und von so etwas darf man träumen, aber nicht wirklich damit rechnen. - Wo wie viele Lose verkauft wurden, das weiß man jetzt noch nicht genau, das bekommen wir dann in den kommenden Tage zu lesen. - La Palma ist also vom großen Losglück "verschont" geblieben, allerdings sind hier Lose eines fünften Preises verkauft worden, in Santa Cruz, unserer Hauptstadt und auch in Tijarafe, wie man hört. - Allerdings gibt es für einen fünften Preis lediglich noch 6.000 Euro, aber auch die können ein wunderbares Weihnachtsfest garantieren, oder auch die Miete und das Abendessen für ein knappes Jahr sichern. - Wie viele Menschen hier auf der Insel diese "Stütze" erhalten haben, das wissen wir auch noch nicht. - Ab dem kommenden Jahr steht der Gewinner der Weihnachtslotterie übrigens schon fest, es wird der Finanzminister in Madrid sein, denn diese Ziehung war die letzte, bei denen die Gewinne noch steuerfrei ausgezahlt werden. - Nächstes Jahr dann werden 20% des Gewinnes fällig, ganz egal, welche Nummer gezogen wird. - 320.000 Euro ist dann das, was ausgezahlt wird, auch nicht schlecht, und Madrid braucht jeden Cent, damit wir die teuren Zinsen an die Banken bezahlen können, damit die uns überhaupt noch Geld leihen. - Unser herzlichster Glückwunsch geht an alle Gewinner, unsere beiden Lose haben daneben gehauen, aber wir sind trotzdem Gewinner. - Denn ich darf jetzt los, meine ältere Tochter vom Flughafen abholen, dann wird gemeinsam der Baum geschmückt (koreanische Südmanntanne aus Dederon) dazu gibt es alle möglichen Knabbereien und Erzählungen, wie es denn ist in der Großen Weiten Welt, und ich habe ein paar Flaschen Weißwein kalt gestellt, damit uns nicht zu heiß wird. - So sehen Gewinner aus…



Samstag 22.12.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1019 hPa

Wenn die Klosterschüler rappen…
…und dich der Dicke berührt

Um diese Uhrzeit bereits hat jeder sein Radio an oder den Fernseher laufen, denn heute am 22. Dezember ist man wie alle Jahre in Spanien, ganz einer singenden Kinderschar hörig. - Die 36 Jungen und Mädchen aus der Klosterschule "San Ildefonso" sind seit 1771 die Glücksbringer der Nation und diese Nation hat viel Glück nötig. - Sie sind es, welche die Prämien und Losnummern der weltberühmten Weihnachtslotterie tatsächlich singen, und nicht einfach nur sprechen, böse Zungen behaupten auch, es sei der spanische Weihnachts-Rap. - Es ist zwar eher ein Sprechgesang und enthält keine Liebesschwüre oder gar sozialkritischen Texte, so etwas will heute auch keiner hören, sondern die richtigen Zahlen und den Hauptgewinn, den "Gordo". - So nennen wir den Hauptgewinn, der mit 400.000 Euro dotiert ist, eigentlich gar nicht so viel Geld, und ob man sich damit bereits zur Ruhe setzen kann, das sollte man sich gut überlegen. - Das ist aber genau der Trick an der Geschichte, man soll eben nicht so viel Geld gewinnen können, dass man locker und faul von den Zinsen leben kann, dann ist das Geld ja weg von der Straße, und es wird nicht ausgegeben. - Warum aber dann so viel Aufregung und mediales Interesse um eine Lotterie, in der man "nur" 300.000 Euro gewinnen kann? - Hier kommt das komplizierte System mit den Zehntellosen und den Serien ins Spiel. - Den Hauptgewinn gibt es 1.800 Mal und ist damit sehr breit gestreut, es gewinnen also sehr viele Leute sehr viel Geld. Es werden 180 Serien verkauft mit 85.000 verschiedenen fünfstelligen Nummern. Grundsätzlich besteht ein Los aus 10 Einzellosen, eben "Décimas" und das pro Serie, und das muss man dann eben mal 10 nehmen, und schon kommt man auf die Summe von 1.800 "Gordos" a 400.000 Euro. Viel Geld, allerdings halt gut verteilt, die meisten kaufen von einer Losnummer eben nur ein Zehntellos, ein "Décimo". Darüber hinaus gibt es auch noch zweite, dritte, vierte und fünfte Preise und jede Menge an Geldprämien von einhundert Euro pro Zehntellos, heute wird richtig Geld verteilt. - Gegen Mittag spätestens weiß man spätestens ob man selbst Glück gehabt hat, oder ein weiteres Jahr auf den Dicken (el Gordo) warten muss. Das mit dem "Dicken" ist ja auch ein schönes Wortspiel, denn eigentlich will ja keiner von dem "Dicken" angefasst werden, aber handelt es sich dabei um den Hauptgewinn, also den "Gordo de Navidad", dann ist das natürlich eine andere Sache. - Solch ein Los, also ein "Décimo" (Zehntellos) kostet immerhin 23 Euro, 20 das Los und 3 Euro für den Verkäufer und im Schnitt hat jeder Spanier davon 3 Lose, eingeschlossen Kleinkinder, Greise und Politiker. - 2,5 Milliarden Euro, so viel haben die Spanier in diesem Jahr für diese Lotterie ausgegeben, dafür bekommt man schon ein kleines Entwicklungsland, oder aber einen kleinen Teil der Schulden einiger Banken, man hat also wohl die Wahl. - 2,2 Milliarden werden davon wieder auf die Gewinner ausgeschüttet, der Rest wandert in die Kassen der Lotería Nacional, die davon natürlich zunächst ihre Kosten decken, und Gehälter zahlen, aber auch viele soziale Einrichtungen mit Geldern versorgen. - Insgesamt hat man dieses Jahr wohl 12% weniger Umsatz gemacht mit dem Wahnsinn des "Gordos", die "Krise" zeigt auch hier ihre ambivalente Fratze. - Auch ist der Wahnsinn um die Weihnachtslotterie regional sehr unterschiedlich gestaffelt. In den autonomen Regionen La Rioja, Castilla y Leon, Asturias und Aragón geben die Leute pro Kopf um die 80 Euro für Lose der Weihnachtslotterie aus, so in Andalusien, den Balearen und den Kanaren sind es lediglich um die 30 Euro. - Schlusslicht dieser Hitparade ist die spanische Exklave in Marokko, die Stadt Ceuta, wo durchschnittlich pro Einwohner nur 15 Euro für diese Lotterie ausgegeben werden. - Bis auf die Balearen, ließt sich diese Reihenfolge auch so ein bisschen nach der Prosperität der spanischen Regionen, wo viel ist, da wird viel gespielt, denn 23 Euro pro Los, die kneifen schon, wenn man arbeitslos ist und für das Abendbrot noch kein Brot hat. - So bleibt nur zu hoffen, dass die Gewinne gut verteilt über das Land gestreut werden, und wer sehen will, ob er denn auch gewonnen hat, der kann das HIER machen und wer den Weihnachts-Rap der Klosterschüler von San Ildefonso sehen und hören will, der klickt HIER.



Freitag 21.12.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 27,8 Grad - niedrigste Temperatur 16,2 Grad

Weihnachten kann kommen
Bei 27 Grad wird mir heiß um die Besinnlichkeit

Zwei, drei Tage noch bleibt dieses Wetter noch so warm, wir haben südliche Strömungen und bekommen so ganz laue Luft um Ohren und Nase geblasen. - Ist komisch zu der Jahreszeit, aber mir allemal lieber als Regen und Kälte, und auch lieber als Schnee, obwohl ich mich schon noch auch an die angenehmen Dinge rund um den weißen Puder erinnern kann. - Mich hat immer fasziniert, wie der Schnee, und eben besonders wenn es dick geschneit hat, fast alle Geräusche wegnimmt, das mit Glühwein unterspült, das könnte besinnlich sein. Nicht aber Schnee räumen, eingefrorene Leitungen freibrennen und Rutschpartien auf vereisten Straßen. - Nein, ich habe es gut hier und jetzt geht Weihnachten los, die Schule ist vorbei und unsere große Tochter, die kann ich morgen Nachmittag auch am Flughafen abholen, dann ist dieses Heim wieder mal komplett und das ist gut so. - Heute schreiben die nochmal ein Examen auf der Uni dort, und da meine Tochter die Spätschicht hat, also von 15:00 bis 21:00 Uhr, schafft sie es nicht mehr heute zu kommen, sondern erst morgen. - Die anderen Studenten von der Frühschicht sind schon alle weg, die Busse aus Tafira, also dort wo die meisten Fakultäten sind, die waren wohl mit Studenten und deren Koffern voll und überbelegt, so berichtet unsere Brut, da wird sie es morgen ein bisschen leichter haben. - Dennoch sind auch morgen ganz viele Menschen unterwegs, Weihnachten ist die Zeit nach Hause zu kommen, und da bestehe ich auch darauf. - Besser wohl ich hoffe, denn wenn die erst mal arbeiten ist, dann kann man sich das wohl nicht mehr aussuchen. - Heute Abend kann ich dann noch unsere "Weihnachtssünde" abholen, drei Kobe-Steaks a 300 Gramm, wobei ja der Name Kobe eigentlich hier irreführend ist, da dieses Fleisch nicht wirklich aus Japan stammt, sondern eben von der gleichen Rinderrasse und genau so gemästet und behandelt wird. - Aber hier sprechen wir eben alle von "Kobe", wobei das auch wieder nicht richtige ist, alle sprechen nicht von Kobe, weil das eben ein pekuniärer Sündenfall ist, und in der Krise sich das die Wenigsten leisten können. - Mein schlechtes Gewissen hält sich aber in Grenzen, an Weihnachten lassen wie einmal die Sau raus, oder besser das Rind, und bei uns gibt es keinen Champagner dazu oder Kaviar oder sonst was Teures, sondern einen hiesigen Roten von Tamanca. - Wo wir gerade beim Wein sind, auch da gibt es gute Neuigkeiten, der Weiße 2012er von Vega Norte ist nun in manchen Läden bereits im Verkauf (Hiperdino), aber ich habe ihn noch nicht gekostet, sondern vorerst nur kalt gestellt. - Aber deutlich teurer geworden ist er, unter fünf Euro geht jetzt beim Vega Norte auch nichts mehr, die Mengen waren eben zu gering und da man denen den 2011er aus den Händen gerissen hat, (Dezember 2012 ausgetrunken) lässt man uns jetzt blechen, für den edlen Tropfen. - Das wird nun aber für die Bars und Cafeterías schwierig, denn jetzt ist mit 1,- das Glas nichts mehr zu machen, (z.B. Bar Avenida El Paso) sechs Gläser bekommt man aus der Flasche, weil bei uns gut eingeschenkt wird, und eine Flasche Wein für fünf Euro einkaufen, und für sechs verkaufen, das geht nun wirklich nicht. - Die meisten Restaurants, die nehmen 1,20 für das Glas, aber auch hier wird das schwierig werden, denn die Betriebskosten sind ja höher, also werden wir uns wohl ein bisschen mehr strecken müssen für palmerischen Wein. Die anderen Bodegas werden wohl auch nachziehen mit den Preisen, wobei einige in diesem Jahr auch gewaltige Verluste eingefahren haben, denn deren Weine waren nicht gelungen und haben kaum etwas verkauft. - Namen nennen muss man hier nicht, aber wenn palmerische Weine zu Sonderpreisen von zwei bis drei Euro angeboten werden, dann sollte man vorsichtig sein. - Mit dem Wetter, das hatte ich ja bereits angerissen, ab dem 25. wird es wohl wieder etwas frischer, und damit auch "normaler" werden, aber bis ins nächste Jahr hinein ist kein Regen auf dem Schirm und die Temperaturen, wenn auch nicht mehr 27 Grad, dann doch über dem 30 Jahresmittel. - Weihnachten kann kommen, die große Tochter auch, das wird fein die nächsten zwei Wochen.




¡ Tremendo vino !




Freitag 21.12.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1018 hPa

Ich seh´ den Sternenhimmel
La Palma: Destino Turístico Starlight

Die Sterne sind zwar nicht über La Palma, sondern über der ganzen Welt, aber es gibt eben Plätze auf unserem Planeten, von wo aus man den Sternenhimmel besonders gut betrachten kann. - Dazu gehört eben La Palma, und das nun auch schriftlich, und jetzt können wir uns ein weiteres Prädikat in die touristische Werbung hineinkopieren, ob uns das allerdings hilft, das liegt dann doch an uns. - Heftig feiert man auf dem politischen Balkon die Zertifizierung der Insel La Palma als "Destino Turístico Starlight" was eigentlich nicht zu übersetzen ist, da es keinen wirklichen Sinn ergibt, wenn man diese Wörter aneinandersreiht. - Was man damit meint ist klar, La Palma erhält die Auszeichnung ein hervorragendes touristische Zielgebiet zu sein, wenn es um die Beobachtung des Sternenhimmels geht. - Die "Starlight Foundation" verleiht uns diesen Titel und daher kommt wohl auch dieser holprige Ausdruck in zwei verschiedenen Sprachen. - Diese Stiftung hat ihren Sitz auf Tenerife, ist stark mit dem "IAC" dem kanarischen astrophysikalischen Institut verbunden und gegründet wurde diese internationale Initiative und Stiftung im Jahr 2007 auf einem Kongress hier auf La Palma. - So ganz weit weg ist es da natürlich nicht, dass man sich auch dazu entschließt, diese Insel mit in das Programm einzubeziehen, und natürlich steckt da drin sehr großes Potential und eine hervorragende touristische Ressource, in der Möglichkeit, den Sternenhimmel von unserer Insel aus besonders gut beobachten zu können. - Mich persönlich stört ein bisschen das gespielte Brimborium und die künstliche Überraschung, mit der das medial aufgemacht wird, denn wir wissen bereits seit dem Sommer dieses Jahres, dass wir diesen Titel erhalten, und es ist leider auch nicht richtig, dass wir die erste touristische Destination dieser Welt sind, welche diesen Titel erhält. - So wird das aber angekündigt, unsere Medienleute sind meist willfährige Kopierer der Aussagen politischer und wirtschaftlicher Interessengruppen, wo ein Blick auf die Webseite der "Starlight Foundation" doch anders verrät. - Macht nichts, es geht doch um etwas Gutes, und da sind freundliche Übertreibungen doch immer gern gesehen, Küss die Hand Gnädige Frau ist doch auch charmant. - Was wir nun touristisch wirklich daraus machen können, das wird die Frage sein, und man ist ja auch schon tätig seit ein paar Jahren und hat auf dem "Balkon", (gefällt mir jetzt richtig, als Bild für die politische Bühne) schon kapiert, dass in dem Sektor Zukunftsmöglichkeiten liegen. - Natürlich im Zusammenhang auch mit den astronomischen Einrichtungen auf dem Roque de Los Muchachos, wo man ja als ganz klaren Beweis auch zeigen kann, so viele Wissenschaftler und Organisationen können sich doch gar nicht täuschen, und La Palma ist wirklich einer der Plätze der Welt, von wo aus man besonders gut den Sternenhimmel betrachten kann. - Da ist einmal unsere Lage weit ab von Industrie oder anderen Quellen, welche die Atmosphäre verschleiern könnten und dann versucht man ja auch bei uns noch mit einem "Himmelsgesetz" die Lichtverschmutzung so gering wie möglich zu halten. - Was noch fehlt, das wäre die Möglichkeit zu schaffen, dass interessierte Laien auch "mal gucken" können und da hoffen wir ja alle darauf, dass man doch irgendwann das Besucherzentrum auf dem Roque de Los Muchachos hinstellt. - Hier allerdings bremst uns die Krise doch wieder ganz gewaltig aus, es herrscht eher der fromme Wunsch anstatt der harte Euro. - Der Sternenhimmel über La Palma, eine sicherlich noch ausbaufähige touristische Ressource, und nun haben wir sogar ein Zertifikat darüber, da steht doch unsere Zukunft nicht mehr nur noch in den Sternen geschrieben.




Zum Thema Lichtverschmutzung gibt es HIER noch eine wunderbare Erklärung von Thorsten Güths




Donnerstag 20.12.2012 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 16,4 Grad

Wer´s glaubt, wird krank
Nur 300.000 Euro weniger für 2013

Eigentlich eine gute Nachricht, für den Bereich Gesundheit soll La Palma im Jahr 2013 nur 300.000 Euro weniger gegenüber dem Haushalt 2012 erhalten, das ist doch angesichts der riesigen Summen, welche der größte Arbeitgeber der Insel bewegt, eine kleine Zahl. - Allerdings muss man dazu wissen, dass der Haushalt im Jahr 2012 bereits über 4 Millionen Euro gegenüber dem aus dem Jahr 2011 geschrumpft war, man also bereits einen Krisenhaushalt führt, und man somit die weitere Einsparung nicht direkt als positive Nachricht verkaufen sollte. - So meint es zumindest der Chef der "Junta de personal del Área de Salud de La Palma" also der Vertreter des Personalrates im palmerischen Gesundheitsdienst und sowieso fürchtet man noch mehr Einschränkungen im kommenden Jahr, die man jetzt noch nicht auf den Tisch gepackt hat. - Die Einschränkungen bislang versucht man mit geringeren Ausgaben bei Material zu kompensieren, aber eben auch durch Einsparungen beim Personal. - So werden kaum noch längerfristige Verträge angeboten und Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen werden zum Teil überhaupt nicht mehr berufen, und wenn, dann nur für ein paar Tage. - Irgendwie kommt man "rum", allerdings verlängern sich so auch wieder die Wartezeiten im Krankenhaus und irgendwann hat die Einsparung beim Material auch seine Grenzen erreicht. 1.300 Menschen arbeiten auf La Palma für den Gesundheitsdienst, damit ist man, wie bereits erwähnt, auch der größte Arbeitgeber der Insel. - Diese 1.300 Menschen arbeiten nicht alle im Krankenhaus, sondern in das System gehören ja auch die "Centros de Salud", welche man am besten als Polikliniken bezeichnen könnte. - Dort sitzen die Haus- und Kinderärzte, jeder der im öffentlichen Gesundheitsdienst ist, der bekommt dort einen Hausarzt zugewiesen, den "Médico de cabezera" (den Kopfarzt, was man auch missverstehen kann…) und wenn der mit seinem Latein oder Wissen am Ende ist, dann überweist der einen an einen Facharzt. - Die wiederum sitzen im Krankenhaus und tun dort nicht nur Stationsdienst, sondern führen nebenher eben auch noch die Facharztpraxen. - Hier kommt es, je nach ärztlicher Kunst, zu langen Wartezeiten, auch schon mal zu monatelangen Wartezeiten und viele Kritiker des Systems meinen, man will auch gar nichts daran ändern, weil man so viele Menschen dazu bringen würde, sich doch bei einem privaten Arzt behandeln zu lassen und damit der öffentliche Kasse nicht zur Last fallen würde. - Man darf es zum Teil vermuten, dass man diesen Effekt seitens der "Seguridad Social" schweigend mit ausnutzt, dass das Gesundheitssystem bezahlbar bleibt. - Wer hier in Spanien arbeitet, der muss übrigens in die öffentliche Kasse gehen, was er machen kann, das sind Zusatzversicherungen abschließen, welche ihm dann eine bevorzugte Behandlung meist in privaten Zentren ermöglicht. - Juan Normalverbraucher, der kann sich das aber nicht leisten, und wir kennen den eigentlichen Sinn des Wortes Patient nur allzu gut, la paciencia bedeutet die Geduld.



Donnerstag 20.12.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1018 hPa

Planspiele für den Mülleimer
Ausgewachsen

Eine interessante Geschichte präsentiert uns heute die Zeitung "El Día" in ihrem Lokalteil für La Palma, dort wird über ein Hotelprojekt in Breña Alta berichtet, welches wohl jetzt komplett an irgendeinem Nagel hängt. - Als "Bluff" bezeichnet "El Día" die Vorgänge um dieses geplante und wohl bereits projektierte Luxushotel, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, dass es eher die realistische Auslegung von Marktbeobachtung war, welches dieses Projekt letztendlich ins Leere geschickt hat. - Man hatte wohl bereits alle Papiere zusammen, als erstes Objekt überhaupt innerhalb des Rahmens welches der touristische Sondernutzungsplan für La Palma "PTE" (Plan Territorial Especial de la Actividad Turística de La Palma) vorgegeben hat, in dem auch noch weitere zehn Hotels und vier Golfplätze auf ihre Verwirklichung warten. - Dazu kommen wir gleich noch. - Das Hotel in den oberen Regionen Breña Altas sollte von einem griechischen Investor erstellt werden, aber der zog sich, aus welchen Gründen auch immer zurück, und daraufhin erschien das Objekt bei der amerikanischen Firma "Platinum Luxury Auctions" welche ihrem Namen gerecht werden wollen. - Im Dezember 2011 sollte es nach den Informationen der Zeitung "El Día" zur Versteigerung gekommen sein und danach hat sich niemals mehr jemand auf der Gemeinde Breña Alta gemeldet, um sich als neuer Eigentümer vorzustellen, und mit den Bauarbeiten zu beginnen. - Man muss sich vorstellen, die Gebühren sind bereits bezahlt, aber es kommt niemand vorbei, der nun ans Werk geht. - Man nimmt an, dass das Grundstück in der Versteigerung nicht verkauft wurde, und nun einfach vor sich hin "immobilt". - Die Baugenehmigung läuft natürlich irgendwann ab, und dann muss man den ganzen Kram erneut erledigen und auch bezahlen, das ist so ein bisschen, als hätte jemand seinen Lotteriegewinn nicht abgeholt. - Aber denken wir ein bisschen weiter darüber nach, ob es nicht einfach der Schritt gewesen ist, weitere Verluste zu verhindern, denn ein Luxushotel in den regnerischen Bergen von Breña Alta, bei allem gebührenden Respekt, wer sich ein bisschen über unsere Insel informiert, der würde wahrscheinlich lieber eine andere Region vorziehen. - Und darüber hinaus ist ja La Palma nicht unbedingt touristisches Wachstumsland, und es warten weitere zehn Hotelprojekte darauf angegangen zu werden, und nichts tut sich mehr auf dieser Ebene. - Einen Teil der Untätigkeit bewirkt natürlich die Lähmung durch die spanische Finanzkrise, aber der internationale Tourismus und auch die ausländischen Investoren sollten davon doch eigentlich nicht betroffen sein. - Aber man schüttet eben nicht einfach mal viele Millionen Euro aus dem Kreditärmel, wie das noch vor ein paar Jahren der Fall war, sondern wer jetzt Geld ausgeben kann und will, der hat das ehrlich, anstrengend und in Schweiß gebadet verdient, oder aber es ist Schwarzgeld aus irgendwelchen Kanälen, die man gar nicht wirklich kennen will. - So wird man jetzt auf der Ebene des Cabildo Insular nervös, weil die vorgegebenen Daten für den Baubeginn der einzelnen Projekte Ende dieses Jahres ablaufen, und danach die Genehmigungen eigentlich flöten gehen. - Dem will man entgegensteuern, in dem man die Laufzeigen verlängert, was man auch so ein bisschen verstehen könnte als man würde das Leiden verlängern, eines Planes, der sich niemals auf die wirklichen Möglichkeiten und auch Notwendigkeiten dieser Insel gestützt hat. - Es gibt überhaupt keinen Bedarf für eine solch große Aufstockung der Bettenkapazitäten, die könnte man nur über Sonderpreise füllen und wem wäre damit geholfen, muss man dann gleich wieder fragen, denn mit dem Durschleusen von großen Zahlen an Gästen zu minimalen Margen erreicht man keine positive ökonomische, und schon gar keine nachhaltige Bilanz. - Tourismus wird auf La Palma ein auf Nischenpublikum beschränkter Wirtschaftszweig bleiben, und das ist auch gut so. Nur sollte man das endlich mal einsehen und die Pläne und auch das Marketing, wenn wir denn überhaupt jemals eines gehabt haben, in diese Richtung fokussieren. - Alles andere ist Quatsch, La Palma bleib bei deinen Leisten und die haben mit Massentourismus nichts zu tun.




Die Wälder von "Botazo", hervorragender Standort für ein Luxushotel...




Mittwoch 19.12.2012 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Kurz und knapp - Denkste
Hundekrippe, Kiosk-Streit und auf der Suche nach der intelligenten Insel

Unter einer Hundekrippe stellt man sich eigentlich etwas Anderes vor, aber wir stehen kurz vor Weihnachten, und da greifen wir ganz dick in den Empathiekessel. - Zu keiner Zeit wird so viel gespendet wie jetzt, und das wollen sich auch die Tier- oder konkreter Hundeschützer nicht entgehen lassen, und zu diesem Zweck wird man in Los Cancajos ein "Belén Vivente" organisieren, also eine lebendige Krippe. - Das wird hier oftmals gemacht, meist durch Schulklassen der Grundschulen, hier aber wird das anders aussehen, denn hier spielen Hunde die Protagonisten in der "lebendigen Krippe" und so wird die Hundekrippe völlig neu bestimmt. - Man kann nun geteilter Meinung darüber sein, ob man Hunden ein Kostüm überwerfen soll, damit die die Weihnachtsgeschichte nachstellen und es wird interessant, wie den Hunde den Ochsen und den Esel mimen. - Egal, der Zweck heiligt die Krippe, denn man versucht damit für die von Tierschützern betreuten Tiere Futterspenden zu bekommen. - Also Futter in Dosen oder auch Säcken mitbringen, nach Los Cancajos fahren, am Samstag von 18:00 bis 22:00 Uhr und am Sonntag von 18:00 bis 20:00 Uhr, neben dem Zelt, welches die Gemeinde aufgestellt hat und einen kleinen Weihnachtsmarkt beherbergt.

In Tazacorte geht nichts ohne politischen Zank über die Bühne, daran haben wir uns alle leidig bereits gewöhnt. - Der neue Stadtrat versucht Geld in den Stadtsäckel zu bekommen, nachdem die Vorgänger das Geld mit beiden Händen so weit herausgeworfen haben, dass man nun mit einem Schuldenberg dasteht, welcher kaum noch zu kontrollieren ist. - Auf diesem Weg versucht man auch städtische Einrichtungen neu und besser zu verpachten, und dazu gehört auch der Kiosk unten am Strand, gegenüber der Casa del Mar. - Der Pachtvertrag mit dem bisherigen Pächter war abgelaufen und das Ding wurde nun neu ausgeschrieben und auch "Reformen" zugelassen. - Allerdings weiten sich diese Reformen zu einem kompletten Neubau in zwei Etagen aus, und so war das sicher nicht gedacht und vorgesehen. - Jetzt gerät der neue Stadtrat unter Druck, denn die müssen doch mitbekommen, was da unten geschieht und die jetzigen Opposition wirft ihnen so auch vor, da nicht einzugreifen und so einen neuen Bauskandal in Tazacorte zu provozieren und überhaupt dürfe man dort nichts bauen, das sei doch noch im Bereich des Küstenschutzes. - Ist es natürlich nicht, dort darf wohl ein Kiosk stehen, aber die andere Frage ist, ob denn die Arbeiten dort mit dem ursprüngliche Projekt übereinstimmen. - Das scheint offensichtlich nicht der Fall zu sein, und um das zu prüfen hat man bereits vor 10 Tagen die Arbeiten einstellen lassen. - Das wiederum erzürnt die Opposition, man hätte das nicht erst vor 10 Tagen machen müssen, sondern gleich am Anfang, als die anfingen, den alten Kiosk abzureißen, denn schließlich sollte es doch eine Reform werden und kein Neubau. - Heiß geht es zu und wer Recht hat, das erfahren wir in den kommenden Wochen.

Wie wird man eine "Smart Island" oder eine "Isla inteligente"? - Fast hätte ich gesagt, in dem man nicht immer allen schlauen Leute von der Insel jagt, und nur kognitiv Einäugige hier lässt. - Fast hätte ich das gesagt, aber die Hirnflucht, das heißt auf Spanisch wirklich so, die ist eine anerkannte Pathologie und tut unserer Insel nicht gut. - Dennoch wollen wir eine "Smart Island" werden, weil wir das mit der Bananenrepublik eigentlich satt haben und der Tourismus auch keine breite Zukunftschance für uns bringt, sondern eher nur ein angenehmes Zubrot in Nischenbreite. - Aber von was leben dann die Menschen auf der Insel und wie entwickeln wir uns weiter, natürlich auch wirtschaftlich gesehen. - Unsere nicht gerade transportstrategisch gute Lage lässt es eigentlich nicht zu, schwere oder billige Massengüter herzustellen oder zu verarbeiten, sondern wir müssen hochwertige und einfach zu transportierende Produkte bearbeiten, oder eben auch kognitive Leistungen anbieten wie Forschung oder Verwaltung. - In Zukunftstechnologien soll uns das führen und da haben wir bereits richtig viele Träume geträumt, von internationaler Denkfabrik bis hin zu einer Umweltuniversität und die Träume werden immer größer und immer schöner. - Man hat sogar ein Projekt über solche Dinge entworfen, das "Proyecto Antares" hat sicherlich auch eine schöne Stange Geld gekostet, aber wir haben es ja… Einen Technologiepark wollte wir dafür haben, viele Millionen aus Madrid sollten kommen, aber die kommen nicht, die werden dafür benötigt, die Zinsen an die Banken zu bezahlen, weil wir nicht wirklich solvent dastehen. - Nun sucht mal also private Investoren für diesen Technologiepark, und hat sich dafür den alten Flughafen unterhalb des Inselkrankenhauses ausgesucht. - Gute strategische Lage, keine Frage, aber meine Gegenfrage lautet, warum muss denn da etwas neu gebaut werden, wo doch am neuen Flughafen zwei komplette Tiefgaragen ungenutzt leer stehen und sicherlich billiger zu Büros und Labors umgebaut werden können. - Oder man nutzt die größtenteils leerstehenden Räume der ehemaligen Tabakfabrik in El Paso für diese Zwecke, dann wird das alles viel einfacher zu erreichen sein, als wenn man immer gleich komplett alles neu machen will. - Na ja, vielleicht werden die ja auch wieder bescheidener, wenn sie niemanden finden, der ihnen dort einen Technologiepark hinstellen will. - Vielleicht sollte man auch erst Mal Firmen finden, die solch einem Park überhaupt einen Sinn geben könnten, ganz einfach den Sinn, dass man den Park überhaupt braucht.



Mittwoch 19.12.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1017 hPa

Ja wo ist er denn,
der Drachenbaum in der Caldera

Viele tausend Ausreden sind mir bekannt, warum ich nicht jeden Sonntag in den Bergen herumkraxle, wie das sonst eigentlich ein Bayer machen sollte. - Die Arbeit, die Familie, die älter werdenden Knochen und der innere Kuhhund, weil einen Schweinehund, den habe ich nicht in mir. - Ich könnte denen von "Jurria Tenerra" eh nicht folgen und auch nicht der Gruppe um Tomás Ramos, welche uns immer wieder mit "anstatt" Fotos aus der Caldera beglücken. - Fremdwandern könnte man das auch nennen, und gleichzeitig muss man ein Loblied auf die digitale Fotografie aussprechen, ohne die das Alles nicht so einfach und praktisch präsentiert werden könnte. - Wenn jetzt jeder Depp fotografieren kann, dann macht das auch jeder Depp, und darin liegt so ein bisschen auch die Gefahr in der inflationären Verbreitung von Bildmaterial, und manchmal weiß man auch gar nicht mehr, wie man diese Überfrachtung verhindern will. - Es ist eben im "Netz" ebenso wie bei anderen Medien, man muss damit umgehen können, wer schlau damit umgeht, den macht es schlauer, und wer dumm damit umgeht… Aber darüber wollte ich eigentlich gar nicht reden, sondern über die Geschenke, die uns Tomás Ramos macht, und mit der kleinen und so wunderbar rebellischen Zeitung "La Voz de La Palma" uns auch näherbringt. - Diese Zeitung, die einzige welche sich ausschließlich mit La Palma-Themen beschäftigt, hier auf La Palma hergestellt wird und sage, höre und kaufe, sogar noch in Papierform vorhanden ist. - Das möchte man kaum glauben, aber irgendwie bekommen es die immer wieder fertig, doch noch das Geld aufzubringen, eine Druckversion an Mann, Frau und was sonst noch so alles ernst genommen werden will zu bringen. Fast möchte man sagen, es passt nicht in die Zeit, aber das ist nicht richtig, denn Mainstream und schnelle Strömungen fördern auch wieder Nischen und Nischenprodukte. - Eigentlich ist Tomás Ramos auch eine "Nische", aber das sind wir fast alle hier, mit so vielen Ecken, Kanten und bereits ein bisschen angestoßen, dass wir nicht für die erste Seite eines Hochglanzmagazins taugen, aber auf keinen Fall sind wir deswegen zweite Wahl. - Wie kommt man darauf, eine ganzen Tag in der Caldera herum zu klettern, auf der Suche nach dem einzigen Drachenbaum im Nationalpark? - Man kommt darauf, weil es Spaß macht und auch eine Aufgabe ist, die ganz und gar nicht alltäglich und schon gar nicht massentauglich ist, und jeden von uns muss ich trefflich warnen, das nachzumachen, was und Tomás da vorgemacht hat. - Tomás hat seinen Drachenbaum gefunden, und trotzdem läuft er kommende Woche wieder los, wenn das Wetter es zulässt, aber da sieht es gut aus für den Rest des Monats. - HIER geht es zu den einzelnen Touren, über die Tomás Ramos in der bravourösen Zeitung "La Voz de la Palma" bebildert berichtet. - Nehmen Sie sich mindestens fünfzehn Minuten Zeit, sonst macht das keinen Sinn.



Dienstag 18.12.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 25,3 Grad - niedrigste Temperatur 12,2 Grad

Kurzgeschichten
Binter Pfiffikus Canarias, fünf Bürgermeisterinnen im Radio und Rückenwind für Stehendpinkler

Eigentlich müsste man stinkig sein auf Binter Canarias, aber ich bin auch gut in der Lage, pfiffige Geschäftsmodelle zu akzeptieren, wenn die denn gut überlegt sind. - Wie wir alle wissen, ist Binter Canarias, sieht man mal von der zwei Flugzeuge Airline "Canary Fly" ab, hier inzwischen Monopolist im innerkanarischen Flugverkehr, denn die Islas Airways hat die Grätsche gemacht, auch wenn immer noch nicht ganz klar ist, warum. - Vor Wochen noch hat man angekündigt, keine Zusatzflüge an den Weihnachtsfeiertagen herauszugeben, die bereits angebotene Kapazität würde ausreichen. - Allerdings waren fast alle Flieger bereits ausgebucht, und die Preise entsprechend hoch, so läuft nun mal der Markt. - Jetzt, ein paar Tage vor den drei Festen, da lässt man uns wissen, dass man in den 10 Tagen ab dem 22. Dezember insgesamt 2.000 Plätze mehr anbietet, also knapp 30 Flüge zusätzlich nur von und nach La Palma. - Die werden auch gebraucht, denn nicht alle buchen so frühzeitig wie wir, sondern den meisten hier fällt auch erst am 23. abends auf, dass dann morgen Weihnachten ist und man eigentlich noch auf der falschen Insel. - Meine Wette geht nun so weit, dass diese Flüge auch nicht billig zu bekommen sind, das sind Sondermaschinen eigentlich niemals, und rund um die Feiertage, da wird nicht gepokert um billige Plätze, da wird geflogen und bezahlt was das Zeug, in diesem Fall das Flugzeug hergibt. - Ich frage mich dabei allerdings, woher denn die so viele Flugzeuge und Besatzungen nehmen, wo doch sicherlich nicht nur von und nach La Palma die Frequenzen erhöht werden.

Dampfradio mal wieder ganz groß, Chapeau an Radio Murión. Einige Programme sind sicher grenzwertig die da oftmals aufgelegt werden, hängt auch immer ein bisschen davon ab, wie Don Tomás und besonders Don Emilio aufgelegt sind. - Im Programm "El Soplete" ziehen diese beiden inselbekannten Rentner über so einiges her, und vormittags, wenn dieses Programm läuft, da hört hier auf der Insel so gut wie niemand mehr ein anderes Programm. - Tomás und Emilio nehmen Anrufe entgegen und finden so oft mehrere Tagesthemen, meist aber eben irgendetwas, über das man sich kräftig aufregen kann. - Da kann es durchaus auch hart hergehen und persönliche Beleidigungen purzeln da eben schon mal über den Äther, genau so wie groteske Gerüchte oder Anschuldigungen. - Das Spiel zwischen verständlichem Wunsch nach Anonymität der Anrufer und der so genannten Informationsfreiheit und dem Straftatbestand der Beleidigung oder übler Nachrede ist nicht einfach, und geht sicher auch öfter mal an Wahrheit und Weisheit vorbei. - Allerdings haben viele Beleidigte auch schon gespürt, dass es besser sein kann, das auf sich beruhen zu lassen, als da nun wie eine beleidigte Leberwurst unter Umständen sogar die Justiz zu bemühen. - Bislang ist das immer gerade noch gut gegangen, was mich in manchen Fällen gewundert hat. - Ab und zu hat man dann auch mal echte "Hochlichter" und das durften wir heute wieder erleben, man hat alle fünf auf La Palma regierende Bürgermeisterinnen zusammen eingeladen und alle fünf sind auch gekommen und es klappte auch wunderbar ohne jegliche Beleidigung oder Entgleisung, ein interessantes Programm durch zu ziehen. - Alle fünf schlugen sich sehr gut, man machte es ihnen aber auch nicht besonders schwer, Schmusekurs war angesagt und mit manchen Themen konnte man auch wirklich die Hörer berühren. - Ein bisschen wollte man halt schon herauskitzeln, ob denn nun eine Bürgermeisterin den Posten anders versieht als ein Kerl, und tendenziell muss man sagen, dass das wohl schon so ist. - Bis vor gar nicht langer Zeit war es auch noch unvorstellbar, eine Frau auf dem Posten zu haben, inzwischen aber durchaus akzeptiert und normal. Für Mazo trat an: Nieves Lady Barreto Hernández, Coalición Canaria, für Los Llanos Noelia García Leal, Partido Popular, Vanessa Rodríguez Concepción PSC/PSOE aus Barlovento, Carmen Acosta Acosta aus Tazacorte PSC/PSOE und last but never least, unsere Loly, Dolores Padilla Felípe aus El Paso und die gehört auch der PSC/PSOE an. - Radio Murión, Westseite FM 91.0 - Ostseite 88,3 oder über das Internet.

Und nun kommt noch das Fundstück der Woche, ein kleiner Aufkleber, der uns Männern hilft, positive Argumente für das Stehendpinkeln zu finden. - Aus La Palma kommt die Idee leider nicht, ist aber trotzdem gut, sondern die kommt aus Sant Boi de Llobregat bei Barcelona. - Einen Aufkleber packt man in die Toilettenschüssel und zwar dort, wo man eigentlich hinzielen sollte, damit keine Spritzer über den Damm gehen. - Nicht neu sagen Sie jetzt, da haben Sie aber nur zum Teil Recht, denn wenn man auf den Aufkleber pinkelt, dann kommt ein anderes Bild zum Vorschein, welches eben auf das Urin reagiert. - Motive gibt es viele und das soll hat so funktionieren, dass sich damit der Stehendpinkler auf seine ureigene Aufgabe konzentriert und die Zielvorrichtung dermaßen ruhig hält, dass nichts daneben gehen kann. - Hier gibt es einen kleinen Werbefilm dazu, mein Fundstück der Woche.



Dienstag 18.12.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1018 hPa

Will man es denn eigentlich wissen?
Öffentlicher Subventionsnahverkehr

Unsere Neigung, alles zu subventionieren was nicht funktioniert, hat sicherlich auch zu der Situation beigetragen, in der wir uns jetzt befinden. - Allerdings gibt es auch Subventionen, die durchaus sinnvoll sind, doch muss man da irgendwann auch wieder rauskommen, und diesen Teil des Spiels haben wir nie gelernt. - Sprechen wir mal nicht über die Bananen, denn eigentlich kommt man immer sofort auf unsere kleine, gelbe Wappenfrucht, wenn man über Subventionen spricht, jetzt geht es um den öffentlichen Nahverkehr und dabei was wir alles nicht über die dortigen Subventionen wissen. - Was wir wissen ist nicht viel, und vielleicht wollen wir auch gar nicht mehr wissen, da uns das Ahnen alleine schon das halbe Weihnachtsfest vermiesen könnte. - Unser öffentlicher Nahverkehr, der nur aus den Busstrecken besteht, welche von der Kooperative "Transportes Insular La Palma" bedient werden, wird seit langem subventioniert, von der Inselregierung selbst. - Und das konnte und kann man immer noch sehen, die Busse sind zum Teil sehr neu und hochwertig und das Streckennetz breit und mit hohen Frequenzen. - Nur ist so gut wie keine Linie kostendeckend, aber um die hohe Qualität unseres Busnetzes aufrecht zu erhalten, hat man das seitens der Inselregierung immer subventioniert, und zwar nach den gefahrenen Kilometern im Jahr. - Dann kam das, was manche die "Krise" nennen, in Wirklichkeit aber der größte Bankraub aller Zeiten ist, wobei das Bankraub ganz wörtlich zu verstehen ist, und die Gelder werden knapper und die Subventionen tun plötzlich fürchterlich weh. - Und wir haben eine neue Situation in der Inselregierung, dort gibt es keine absolute Mehrheit mehr, sondern eine Koalition der Verlierer, nämlich zusammengepfriemelt aus Coalición Canaria und den Sozialisten der PSC/PSOE. - Es muss aber gar nicht daran liegen, dass man nun plötzlich seitens der Inselregierung Fragen stellt, die man bisher wohl noch nie gestellt hat. - Die Frage nämlich nach den gefahrenen Kilometern und in keinem Ton hat man jemals behauptet, man würde anzweifeln, was die Kooperative da nennt, aber man benötige halt zum Bezahlen der Subventionen irgendeinen Arbeitsnachweis, wollen wir das mal so nennen. - Bis dahin und kein Wort mehr, der Rest scheint die Öffentlichkeit nichts anzugehen, es werden keine Summen genannt, kein Stand der augenblicklichen Verhandlungen und wie die Dinge denn überhaupt stehen. - Was wir noch mitbekommen haben ist die Ausdünnung in den Frequenzen vieler Strecken, meist am Nachmittag, und nun heißt es plötzlich, die Inselregierung hätte nun einen Teil der noch ausstehenden Subventionen an Transportes Insular La Palma bezahlt. - Wie es um den nicht ausgesprochenen Verdacht der "Übertreibung" bei den Kilometern geht, kein Wort, allerdings erfahren wir wohl, dass die Bezahlung sich um Forderungen aus dem Jahr 2009 handelt. - Lange hat man also schon nicht mehr gezahlt und da bleibt nur zu fürchten, dass man sich an der ganzen Geschichte wieder mal deutlich überheben wird. - So werden die Gerüchte um den leise angehauchten Verdacht des Betruges gleich wieder dünn, es kann sich auch einfach um einen taktischen Schachzug der Inselregierung handeln, die mit solchen Vermutungen einfach die großen Forderungen der Kooperative auf die Seite rücken will. - Ähnliche Vorstellungen gibt es ja auch in dem ebenfalls nicht durchleuchteten Fall der Islas Airways, auch da ging es um Subventionszahlungen, die man nicht mehr vollzog, weil es einen Betrugsverdacht gegen die Firma gab und gibt. - Wir werden es nicht abschließend erfahren, wie das alles war und ist, und irgendwie sollten wir das auch alles gar nicht wissen wollen, zu viel wissen ist nicht gesund und macht nur schlechte Laune.



Montag 17.12.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 20,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Optimisten gesucht
Wer wettet noch auf Puerto Naos

Die Baustelle an der Promenade dort in Puerto Naos sorgt für reichlich Ärger und Bestürzung, scheint doch alles viel länger zu dauern und es sieht aus, als käme man nicht richtig voran. - Bis Februar soll das fertig sein, bis hinten hin zum Hotel, und "hinten" hat man ja noch nicht einmal anfangen, sondern ist immer noch beim ersten Bauabschnitt, welcher genau den bebauten Teil Puerto Naos´ betrifft. - Wir haben jetzt auch die Gäste schon vorgewarnt, welche im März zu uns kommen und ein Appartement in Naos haben, Baustellenalarm, entweder anderes Haus, oder Rabatt. - Das Hotel muss auch sehr darunter leiden, obwohl eben wie gesagt die Bauarbeiten noch gar nicht vor deren Tür stattfinden, oder kommen die gar nicht bis dahin? - Wäre irgendwie unlogisch, wenn man nur die halbe Promenade macht, aber am Ende des Geldes geht meist auch die Logik verloren. - Das wäre nun noch der schlimmste Fall, wenn man jetzt plötzlich feststellen würde, dass das Geld nicht reicht, und man den Laden so dort liegenlassen würde. - Kann ich mir aber nicht vorstellen, schließlich stehen 1.245.000 Euro zur Verfügung, welche das Gobierno de Canarias aufgebracht hat. - Aufgebracht sind inzwischen allerdings auch die paar Besucher, Anwohner und besonders Geschäftsleute, denn mit einem Bauzaun vor dem Geschäft oder vor dem Cafe sucht man Gäste oder Kunden vergebens. - Die Grundfrage taucht auch wieder auf, warum macht man denn einen solchen Umbau überhaupt und ich bin grundsätzlich dafür, denn Puerto Naos brauchte dringend ein "Lifting", allerdings konnte man auf dem Werbevideo über den Umbau der Promenade eigentlich gar nichts detailliertes erkennen und auch nicht die Materialien, welche verwendet werden. - Alles soll runder werden, die Abgänge zum Strand stufiger, mehr kann ich dazu nicht sagen, hört sich ein bisschen an wie beim Friseur. - Die zweite Frage, warum man das gerade jetzt macht, die kann ich, wenn auch nicht für alle befriedend, wohl beantworten. - Ende August hat man angefangen, wenn die Badesaison hier zu Ende geht, eben weil man den Badebetrieb nicht stören wollte. - Dass in Puerto Naos der Badebetrieb im Winter nachlässt ist richtig, aber gleichzeitig steigt die Zahl der Übernachtungsgäste, das hat man nicht oder nur teilweise bedacht. - Wo gebaut wird gibt es immer Ärger, das ist klar, und hauptsächlich meint man nun aber zu erkennen, dass die Arbeiten selbst in einem unerträglich langsamen Tempo vor sich gehen. - Zu wenige Arbeiter hat man dort hin beordert, und wie um mich Lügen zu strafen stapften heute zahlreiche Helfer mit dem Helm auf dem Kopf dort herum. - Aber immer noch nicht kann man erkennen, was denn mal daraus werden soll, auch wenn jetzt bereits wieder die Palmen gekommen sind, die man zunächst von der Promenade gepflückt hatte. - Heute zumindest ging etwas voran, allerdings ist die nächste und die übernächste Woche nicht damit zu rechnen, dass große Fortschritte geschehen, denn Hauptziel muss doch nun wohl sein, die Arbeiten so schnell wie möglich fertig zu bekommen. - Ein Gast meinte sogar die Arbeiter würden extra früh morgens die lauten Tätigkeiten machen, und später dann die leisen, damit jeder in Naos morgens aufgeweckt wird, aber das möchte ich einfach nicht glauben, hätte ja keiner was von. - Bei all dem Ärger kann man nur hoffen, dass das neue Bild der Uferpromenade von Puerto Naos wirklich gelingen möge, damit es sich gelohnt hat, und natürlich, dass das Geld nicht ausgeht, aber das wünsche ich uns allen. Verfolgen kann man die Bauarbeiten oder auch Untätigkeiten auf den beiden Webcams von Max Deffner und der bleibt weiter Optimist, der muss es aber auch sein, der arbeitet dort…





Montag 17.12.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1021 hPa

40 Jahre Loro Parque
Das Wohnzimmer auf Tenerife

Niemand kann dem Loro Parque entgehen, zumindest nicht, wenn man auf den Kanarischen Inseln wohnt, oder auf Tenerife Urlaub macht. - Geteilte Meinungen über Zoologische Gärten und ob und wie man Tiere halten kann oder soll, die gibt es immer wieder und unendlich, da mischt man sich nicht ein, das wissen Andere immer besser. - Ich glaube meine Kinder waren in ihrer Schulzeit hier viermal im Loro Parque, immer mit der Schule, denn diese Institution ist der kleinste gemeinsame Nenner für einen bezahlbaren Tagesausflug mit der Schule. - Ich war zweimal dabei und noch einmal mit meinen Kindern ohne die Schule, und würde auch heute da wieder einen ganzen Tag verbringen, ohne mich auch nur ein Stück zu langweilen. - Angefangen hat das Alles wirklich genau vor 40 Jahren, am 17.12. 1972, als Wolfgang Kiessling dort nahe Puerto de la Cruz einen Papageienpark gründete. - Inzwischen gehört die Institution Loro Parque zu den festen und positiven Größen auf den Kanaren, hat über 43.000.000 Millionen Besucher seit der Eröffnung empfangen und hat nichts von seiner ursprünglichen Attraktivität verloren. - Konkurrenz hat man sich nur selbst gemacht, als man den "Siam Parque" im Süden der Insel aufgemacht hat, dort fahren nun die Schulklassen hin die bereits etwas älter sind, der Siam Parque ist kein Tierpark mit auch Bildungshintergrund, sondern ein reiner Vergnügungspark mit Wasserrutschen und Spaßbädern. - Trotzdem bleibt der Loro Parque die absolute Nummer eins als Publikumsmagnet für Tagesbesuche, und wohl nur die aktuelle Krise kann den Publikumszustrom etwas bremsen. - Mit dem ersten Flieger nach Tenerife, dann mit dem Bus zum Loro Parque und immer musste man aufpassen, dass man die Brut zusammenhält, was nicht wirklich einfach ist, wenn hinter jeder Ecke irgendwelche neue Attraktionen warten. - Dann muss man die "Shows" besuchen, Delfine, Seelöwen, Papageien und seit ein paar Jahren auf Orcas bieten den Zuschauern zum Teil spektakuläre Vorstellungen und wenn man ein bisschen mehr Geld ausgibt als Gruppe, dann bekommt man einen geführten Rundgang bei dem man auch Orte beuchen kann, die ein "normaler" Besucher nicht zu sehen bekommt. - Dann kann man die Aufzuchtstation für Delfine ansehen, oder ins Innere des Papageienhauses gelangen, aber das kann jeder halten wie er will. - Nicht nur die Fauna im Loro Parque begeistert, ich habe mich immer wieder gefragt, wann die denn diese Parklandschaft pflegen, denn während der Öffnungszeiten sieht man lediglich Reinigungspersonal umherziehen, die Abfalleimer leeren und für Ordnung sorgen. - Gastronomie gibt es auch reichlich, aber palmerische Schulklassen bringen das Essen immer selbst mit, das hat nicht nur etwas damit zu tun, dass die selbstgebackene Tortilla halt einfach günstiger kommt, besonders wenn man selbst Hühner hat. - Palmeros auf Reisen sind angenehme Zeitgenossen, haben aber ein riesiges Problem mit der Versorgung. - Es ist gerade so, als könne man nur palmerische Zutaten vertragen, keine fremden Kartoffeln oder Fleisch und ob Sie es mir glauben oder nicht, wenn verreist wird, dann hat jede palmerische Familie heute noch den selbstgemachen Mojo mit im Gepäck, so wie Deutsche den Reiseführer. - Die älteren Schulklassen fahren nicht mehr in den Loro Parque, da war man ja auch schon zu oft, so kommen wir wohl auch nicht mehr so bald dahin, und das ist schade, wir werden noch ein paar Jahre warten, und dann als Rentner unser "Wohnzimmer" Loro Parque erneut besuchen. - Chapeau an diese kanarische Institution, auch wenn es letztendlich Kommerz ist, das war immer sein Geld wert und größter Unterhaltungswert für die Schulkinder und auch die begleitenden Erwachsenen. - Alles Gute zum Geburtstag und weitere erfolgreiche 40 Jahre!




Früher war´s




Sonntag 16.12.2012 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,1 Grad

Süßer die Plätzchen nie schmecken
Wir bemühen uns um Weihnachtsstimmung

Es ist hart bei 24 Grad Außentemperatur so den richtigen Schwung in die Weihnachtsstimmung zu bekommen. - Königswetter, einen Kaiser haben wir nämlich nicht, und bis 22. Dezember müssen wir alles beieinander haben hier. - Das wird nun unser großer Tag, die ältere Tochter kommt dann in die Weihnachtsferien, und irgendwie steckt da viel mehr Erwartung dahinter, als noch in der Zeit, als beide Kinder noch im Hause waren. - Heute wurden Kekse gebacken, und Gott sei Dank liebt unsere jüngere Tochter das Backen, so muss ich das nicht mehr machen, denn ich bin nicht wirklich begabt beim Plätzchenbacken und auch nicht geduldig genug dazu. - Drei verschiedene Plätzchen wurden hergestellt und die Küche sah zwischendrin aus, als hätte ich gebacken, denn einiges hat meine jüngere Tochter auch von mir geerbt, und dazu gehört der Sinn für grobes Chaos in der Küche. - Aber gut riecht es seit dem in der Küche, Zimt und diverse andere Aromen haben eine dann doch weihnachtliche Spur gelegt, nur klappt das mit dem rausstellen der Plätzchen zum Abkühlen nicht, die Schokolade würde in der Sonne sofort weglaufen. - Ich bin ja sowieso eher für die mit roter Marmelade gefüllten Plätzchen, Engelsaugen nennt man die, glaube ich, und dazu muss man die Marmelade mit Zucker und Rum nochmal aufkochen, da haben wir dann aber auch gleich wieder viele Augen zugedrückt, und wahrscheinlich müssen wir da nochmal ran, denn ich fürchte, dass von dieser Leckerei am 22. Dezember nichts mehr in der Büchse liegt. - Disziplin oder einschließen, noch haben wir uns nicht entschieden, ich bin für noch mehr backen, die "Kleine" hat doch diese Woche Zeit, die Zensuren sind doch schon verteilt und in der letzten Woche vor den Weihnachtsferien läuft Schule doch schon fast im Leerlauf. - Auf der Universität muss das anders sein, die "Große", die eigentlich die Kleinere ist, die hat noch einige Examen vor sich und ist noch furchtbar im Lernstress. - Die wird dann also kommenden Samstag fix und fertig hier aufschlagen, aber genau so wollen das die egoistischen Eltern doch haben, dann kann man doch viel besser bemuttern und bevatern, wobei es die Tätigkeit des Bevaterns laut Duden aber gar nicht gibt. - Gibt es doch, das habe ich mir selbst beigebracht, geht ganz einfach, immer mal wieder das Konto auffüllen, Taxidienste leisten und ab und zu mal einfließen lassen, wie stolz man doch auf seine Brut sei. - Der dritte Advent, und das bei 24 Grad, daran habe ich mich nie so richtig gewöhnt. - Und noch was, die beiden Hunde, welche heute morgen noch gesucht wurden, die sind auch wieder zu Hause, ein guter Tag also.




Kollateralschaden der Weihnachtsbäckerei, Naschkatzen mit Puderzuckernasen




Sonntag 16.12.2012 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1023 hPa

Alles Hamburger, oder
man sieht keine Beutel

Viele Menschen bedeuten noch nicht viel Umsatz, und schon gar nicht zwangsweise auch viel Rendite. - Den Ausruf, "Alles Hamburger", den habe ich in Berlin mal aufgeschnappt, im Kreise von Kaufleuten, und die meinten damit, dass die Leute die Ware nur begaffen würden, und anfassen, aber nicht kaufen, denn Hamburger seien ja alles "Sehleute". - Nein, ich habe mich nicht vertippt, obwohl das öfter vorkommt, und ich habe mir diesen Ausdruck auch nur deshalb merken können, weil es mich fasziniert, wie auch furchtbar schlechte Wortspiele breite Anwendung finden können. - Gestern war die "Nacht der Sterne" in der Hauptstadt, also Einkaufen bis Mitternacht, und es waren wohl richtig viele Menschen unterwegs, so wie das auch in den vergangenen Jahren so war, denn es ist nicht die erste Ausgabe eines solchen nächtlichen Verkaufsspektakels. - In Los Llanos hat man das ja auch schon hinter sich, und die vorläufige Schlussfolgerung lautet in Santa Cruz ähnlich wie das in Los Llanos war, viele Menschen, die Gastronomie freut sich und ist zum Teil sogar überfordert, aber der Einzelhandel erfüllt sich nicht die selbst gesetzten Erwartungen. - Die Rechnung, längere Öffnungszeiten - mehr Umsätze, geht eben nicht auf, man muss noch mehr machen, um das ohnehin knappe Geld aus den Taschen der potentiellen Käufer locken zu können. - Wie viel Krise dabei ist, und wie viel einfach unsere mangelnde Konkurrenzfähigkeit, das wage ich nicht zu betiteln, aber ich gebe mal das einfache Beispiel meiner durchaus konsumwilligen Töchter, die locker und ohne mit der Schulter zu zucken in Las Palmas schnell viele Einkaufstüten füllen konnten, und wie sie mir versichert haben, mit Ware, die man hier auf La Palma einfach nicht bekommt. - Das sagte mir auch mal eine Urlaubsgast, welcher immer wieder unsere Insel besucht, er könne ohne Probleme seine Frau mitsamt Kreditkarte stundenlang in Santa Cruz "aussetzen", ohne wirklich tragische Folgen. - Die fünf Euro in die Chauvikasse bezahle ich gerne, aber es nun einfach mal so, die allermeisten Männer hassen kaum etwas mehr als "Shoppen", also die völlig unnötige Version des Einkaufens. - Wirklich gute Läden haben so auch längst Männeraufbewahrungsabteilungen, die sich mal mit Alkohol, mal mit Eisenbahnlandschaften darum bemühen, den entsprechenden zeitlichen Freiraum für die Frau zu schaffen, damit die auch ihrer Konsumpflicht nachkommen kann. - Ich kaufe vier Hosen in nicht mal fünf Minuten, das reicht dann wieder für gute zwei Jahre, viermal die gleiche Jeans natürlich, dann muss ich nur einmal in der Umkleide verschwinden, so wird das gemacht. - Ich würde auch 20 Hosen kaufen, wenn die davon 20 hätten, aber so viele haben die in der passenden Größe ja niemals da, also muss ich doch alle paar Jahre wieder raus und einkaufen. - "Se ven pocas bolsas" - "Man sieht wenig Beutel" das ist dann der entsprechende Ausruf der Händler hier, denn "Sehleute" sind wir ja alle, ganz nah am Wasser gebaut, das hat der Insulaner so an sich, und sicher kein weiteres Wortspiel heute…


Samstag 15.12.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 12,1 Grad

Tanken für bessere Straßen
2 Cent pro Liter gehen an die Cabildos Insulares

Der Witz gleich mal zuerst. Unser geliebter Inselvizepräsident Anselmo Pestana meint gleich mal vorne weg, es ist ja noch gar nicht raus, ob die Versorger von Mineralölprodukten auf La Palma diese neue Abgabe überhaupt an den Verbraucher weitergeben… Sonnenköpfchen kann man da nur sagen, wir haben nur zwei Anbieter und die haben immer die gleichen Preise und sicherlich wird diese neue Steuer auch an den Endverbraucher weitergegeben. - Die Cabildos Insulares dürfen das, das haben die sich selbst bestätigt, dazu gibt es die "Fecai" die Federación Canaria de Islas, also der Dachverband der einzelnen Inselregierungen. Was es nicht alles gibt und was nicht alles Extrakosten bei uns entstehen lässt, aber man gönnt sich ja sonst nichts, außer vielen Verwaltungen und Dachverbände von Verwaltungen die das bestätigen was die Unterverbände alles so verzapfen. - Mit diesen 2 Cent pro Liter will man hingehen, und die in die Sanierung unseres Straßennetzes stecken, weil ja vom Gobierno de Canarias deutlich weniger Geld für den Straßenbau ausgegeben wird. - Und weil man das überhaupt noch vorhandene Geld lieber in den Neubau oder den Ausbau des Straßennetzes steckt, also die Nordumfahrung oder die Südumfahrung, ist kein Geld mehr da, die vorhandenen Straßen zu flicken. - Dabei wäre das dringend notwendig, auch unsere Hauptverkehrsstraße, die LP 3, also die Straße welche Ost- und Westseite der Insel miteinander verbindet, müsste an bestimmten Stellen dringend saniert werden. - Oberhalb des Inselkrankenhauses gibt es zum Teil solch drastische Straßenschäden, dass eigentlich das Flicken gar nicht mehr möglich ist, sondern man kilometerweise eine neue Straßendecke aufbringen müsste. - Ob das mit den 2 Cent aus den neuen Steuern reicht, das kann ich nicht abschätzen, ich habe keine Ahnung, wie viel Sprit hier auf der Insel verkauft wird, aber vielleicht erfahren wir das ja auf diese Art und Weise auch mal. - Taxifahrer, Busse und Agrardiesel sind übrigens von dieser Steuererhöhung befreit, die bekommen die 2 Cent wieder zurückerstattet. - Die Partido Popular ist übrigens gegen diese neue Abgabe, man solle lieber das noch vorhandene Geld in den Unterhalt der bereits vorhandenen Straßen stecken, anstatt den Ausbau der Nord- und der Südstrecke voran zu treiben. - In der Tat sollte man das bedenken, denn der wirtschaftliche Nutzen durch den Ausbau dieser beiden Nebenstrecken gegenüber der Hauptverbindungsstraße ist doch eher gering und da man sowieso nicht das Geld hat die Vorhaben auch zu beenden, sollte man vielleicht das Geld wirklich lieber in die Rettung unseres bereits vorhandenen Straßennetzes stecken. - Aber ich fürchte, hier ist der Loli schon gelutscht, der Sprit wird nochmal teurer durch eine Abgabenerhöhung. - Vergleicht man allerdings den Spritpreis bei uns den auf dem Festland, dann ist da noch reichlich "Luft" drin, bei uns kosten Diesel und auch Normalbenzin im Moment 1,09 Euro.



Samstag 15.12.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1019 hPa

Kauft Leute kauft
und gewinnt einen Arbeitsplatz

Man kann es verkaufsoffene Nacht nennen, oder "Weiße Nacht", wie immer man will, und in unserer Hauptstadt Santa Cruz nennt man es "Nacht der Sterne", also "Noche de las Estrellas", aber der Hintergrund ist immer der gleiche, wir sollen endlich mehr Geld ausgeben. - Geld, da war doch was, Miesepeter nennen es "die Krise", oder wie es hier heißt "la crisis" und wir sind alle ziemlich gespannt, wie denn das Weihnachtsgeschäft dieses Jahr ausgeht. - "Wer hat da noch mein Geld in der Hand", rief immer der Vogeljakob auf den Volksfesten aus, und ein bisschen erinnern mich diese Aktionen an diesen einfachen Ausruf. - Es ist ja nicht nur so, dass man nackten Menschen nicht in die Tasche fassen kann, andere, welche in Lohn und Brot stehen, lassen sich anstecken von Angst und Rezession und geben so ihr Geld zaghafter aus, was wiederum eben zu weiterem Umsatzrückgängen führt. - Dagegen spricht dann aber auch wieder der doch vorhandene Wille, zu Weihnachten sich wieder etwas zu gönnen, auch wenn man sich das eigentlich nicht leisten sollte. - (Gestern habe ich wieder 600 Gramm Kobe-Rind für Weihnachten bestellt, die große Tochter kommt zum Weihnachtsessen, da flippen die Eltern dann gleich wieder aus…) Es ist offen, wie das Weihnachtsgeschäft wird, wir hatten ja letztes Jahr bereits Krise, und man misst sich ja nicht an einem Zeitraum vor 10 Jahren, sondern am vergangenen Jahr. - In Los Llanos hatte man seine verkaufsoffene Nacht ja schon, und die Reaktionen waren gemischt. - Die Gastronomie war begeistert, der Einzelhandel eher zurückhaltend, aber da die Ladenbesitzer nicht mit reellen Zahlen herausrücken, kann man es nicht wirklich bewerten. - Heute also kann man sich die Nacht über in Santa Cruz den goldenen Einkaufsbeutel geben, und die Händler versprechen den Kunden nicht einfach nur die Öffnung ihrer Läden bis Mitternacht, sondern jede Menge Überraschungen und Preisnachlässe, es soll sich also lohnen, auch für den Kunden. - Der bemühte Bürgermeister verspricht mehr Parkplätze für heute Abend/Nacht zur Verfügung zu stellen, ein Optiker verschenkt 40 Brillen an Arbeitslose und wer richtiges Glück hat, der kann sogar einen Arbeitsplatz gewinnen. - Die Hauptstadt ist immer gut für polemische Geschichten, es gibt wirklich einen Arbeitsplatz zu gewinnen, allerdings nur für sechs Monate und als Gehalt den Minimallohn, also knappe 750 Euro im Monat. - Gegen diese infame Tombola laufen Gewerkschaften und viele Bürger zwar Sturm, aber der Einzelhandelsverband "Asociación de comerciantes Casco Histórico" hält daran fest, erster Preis ihrer Weihnachtslotterie, deren Lose man in den Geschäften erhält für jeden Einkauf über 20 Euro, ist dieser Arbeitsplatz für ein halbes Jahr. - 26 Tote in Connecticut sind sicherlich aufregender, aber gleichzeitig sind sehr viel mehr Menschen ohne Presseecho an Hunger und Krankheiten gestorben, und wir regen uns über die Frivolität eines Einzelhandelsverbandes auf, der einen mies bezahlten Job für ein halbes Jahr als Hauptgewinn auslobt. - Oft verrutschen uns die Ziele, wie auch Werte, und wenn ich Zahnweh habe, interessiert mich der Weltfrieden wenig und wunderbar ist es, sich als Insulaner vor dem eigenen Horizont verstecken zu können. - Wir sind wahrlich privilegiert, oft aber vergessen wir das.




Jeder sollte wissen, wo sein Platz ist




Freitag 14.12.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,4 Grad

Unsere Hauptstadt hat viel vor
Die Zukunft liegt im Meer

Früher, als es noch keine Flugzeuge gab, da war die Bedeutung des Hafens in Santa Cruz natürlich um vieles größer, man könnte auch sagen, unsere Hauptstadt lebte alleine durch den Betrieb des Hafens. - Jeder der nach La Palma wollte, oder auch von der Insel und alle Waren und Güter mussten unsere Hauptstadt passieren, man darf ruhig sagen, Santa Cruz war der wichtigste Punkt dieser Insel. - So wird man Hauptstadt, keine Frage, nur im Laufe der Zeit und eben auch dadurch, dass man mit dem Flugverkehr andere Möglichkeiten erschloss, verlor unsere Hauptstadt die alleinige Vormachtstellung und andere Zentren blühten auf. - Da nennen wir natürlich sofort die Entwicklung der drei Städte im Aridanetal, allen voran Los Llanos, welche heute ein paar Tausend Einwohner mehr hat als Santa Cruz. - Aber auch der so genannte "Speckgürtel" der Hauptstadt, besonders die progressive Gemeinde Breña Alta saugt der Hauptstadt Einwohner ab, da man Wohnungen und Grundstücke anbietet, aber auch Geld verschwindet aus Santa Cruz, da man Einkaufszentren geschaffen hat, welche bequem zu erreichen sind. - Santa Cruz leidet sehr unter dem knappen Raum der zur Verfügung steht, und besonders auch unter einem Verkehrsproblem, welches man durch die Umgehungsstraße zwar entlasten konnte, nicht aber wirklich beheben. - Dabei ist auch der ruhende Verkehr oft das größere Problem, an den Vormittagen unter der Woche ist es extrem schwer einen Parkplatz zu finden. - So hat Santa Cruz als Einkaufsstadt sehr verloren und dringend sucht man nach neuen Konzepten, wieder attraktiver zu werden und Einwohner wie Wirtschaftsleistung wieder in die Stadt zu holen, um nicht als reine Verwaltungsmetropole zu enden. - Ein Schritt zu neuen ökonomischen Ufern ist sicherlich der Stadtstrand, ein zwar viel diskutiertes Projekt, aber sicher eine Möglichkeit, das Wesen und die Zielrichtung der Stadt neu zu definieren. - Es geht voran mit den Bauarbeiten, so ziemlich das einzige öffentliche Großprojekt, welches wohl immer noch ausreichend Finanzierung findet, und wenn alles klar geht, dann könnte der Stadtstrand schon im kommenden Jahr fertig sein. - Ich bin aber immer noch gespannt, woher man den Sand nehmen will, entweder aus Tazacorte, oder aber man folgt einigen Gerüchten, dass man Sand aus Afrika nehmen will. - Kann ich ehrlich gesagt nicht richtig glauben, aber sicher bin ich mir auch nicht. - Mit dem Strand geht man natürlich klar auch in die Richtung den Tourismus für die Hauptstadt zu entdecken, auch wenn im Moment noch kein ganzheitliche Idee die Stadt wirklich mit dem Strand verbindet, denn zwischen Strand und Stadt liegt immer noch eine der meistbefahrenen Straßen dieser Insel. - Aber die Richtung ist vorgegeben und nun beginnt man mit einem weiteren Projekt und dabei geht es um Tauchreviere nördlich der Hauptstadt. - Dort will man später auch mal ein oder mehrere Wracks versenken, aber die Finanzierung scheint hier noch nicht zu stehen und wir wissen ja, im Moment findet man kaum einen Topf, welcher sich freiwillig öffnen lässt. - Allerdings geht die Suche und die Bestimmung der Tauchreviere schon los, Taucher sind unterwegs, um die ausgesuchten Plätze zu finden und festzulegen, und da hört man positive Rückmeldungen. - In der Ecke "Maldonado" will man das Tauchrevier einrichten, allerdings war da früher mal eine Müllkippe und früher war eine Kippe wirklich eine Kippe und man kippte einiges von dem Dreck auch einfach ins Meer. - Die Taucher berichten aber nun, dass man kaum noch Reste davon gefunden hätte, und die Regeneration gut fortgeschritten sei. - Ob man nun allerdings gerade dort, wo mal eine Müllkippe stand, ein Tauchrevier einrichten sollte, das habe ich mich gefragt, aber da werden sich die Profis schon etwas überlegt haben, warum man das gerade dort unterbringen will. - Es geht also wohl in Richtung touristische Attraktionen für die Hauptstadt und das könnte wohl auch ein Weg sein für Santa Cruz, sich wirtschaftlich neu zu orientieren. - Nur die Anbindung der Stadt an Strand und Tauchrevier, da muss noch einiges geschehen, und den Verkehr, auch den muss man in den Griff bekommen, sonst wird das wohl kaum etwas werden. - Santa Cruz, die Stadt am Meer orientiert sich wieder in Richtung Atlantik, ich denke mal, eine gute Wahl. - Mittelfristig, ganz schnell wird man wohl noch keine einreißenden Erfolge damit erzielen, wir müssen ja auch erst aus der Krise raus und Geld haben, welches wir dann touristisch in die Hauptstadt schleppen können.





Freitag 14.12.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1019 hPa

Man ist sich einig
Man muss etwas tun

Seltene Einigkeit besteht im Plenum des Cabildo Insular, sogar die Opposition stimmt zu, man muss etwas tun. - Was man tun muss ist nicht so ganz klar, noch weniger mit welchen Mitteln man das bestreiten will, denn der Haushalt 2013 ist noch nicht durch, aber man will etwas tun. - Das ist gut zu wissen, schließlich haben das gut bezahlte Profipolitiker beschlossen, sie wollen etwas tun für ihr Geld, und das ist gut so, denn im Cabildo Insular kassieren selbst die Abgeordneten der Opposition dafür, dass sie opponieren, also kann man doch auch etwas tun. - Man hat beschlossen, die Arbeitslosigkeit auf der Insel sei zu hoch, und dagegen müsse man etwas tun. - Welch weise Eingebung, über 11.000 Menschen arbeitslos auf der Insel, über 30 Prozent der aktiven Bevölkerung, da sollte man etwas tun. - Im Jahr 2012 gab es einen Haushaltsetat von 400.000 Euro für Maßnahmen im "Sektor Arbeit" und man muss dann mal sehen, wie viel man im Jahr 2013 lockermachen kann, wo doch die Gelder aus Madrid und dem Gobierno de Canarias deutlich zusammengestrichen werden. - Was kann man machen mit 400.000 Euro oder weniger? - Eher weniger. - Aber alle sind sich einige, man muss etwas tun und denkt dabei vorwiegend an Fortbildung, wobei die meisten aus dem Wort Fortbildung nur noch das fort beachten. - Sicher ist es richtig und sicher ist es notwendig, aber mit 400.000 Euro ist man auf absolut verlorenem Posten und wird nichts außer plakativer Schönfärberei erreichen. - Die Probleme liegen auch woanders, und den Arbeitsmarkt in Spanien retten keine Regionalregierungen mit Fortbildungsmaßnahmen auf denen Frührentnerkandidaten Umschulungen erhalten und dennoch Frührentner bleiben. - Noch schlimmer, es ist ja sogar zu befürchten, dass in dem extrovertierten Aktionismus welcher nun plötzlich, spontan und unerwartet, so wie jedes Jahr hochgehalten wird, diese Gelder an wohlfeile Freunde und "Kreise" gehen. - Spontan ist auch beim zweiten Mal noch erlaubt, beim dritten Mal fällt es vielleicht ein bisschen auf, denn man war sich auch schon einig etwas gegen die Arbeitslosigkeit zu tun, als diese nur halb so hoch war wie heute und was daraus geworden ist, das können wir ja alle sehen. - Eine Presseerklärung als Arbeitsnachweis und wohlfeiler Hinweis an das Volk, wir haben mitbekommen, wo der Schuh drückt. - Es wird also alles gut werden, im Cabildo Insular arbeitet man am Perpetuum laboralum mobile, und wir sollten dankbar sein für so viel Weitsicht und die Erkenntnis, man muss etwas tun. - Noch lustiger, weil schlimm ist gar kein Ausdruck mehr, scheint die Lage in der Gemeinde Breña Baja zu sein. - Dort lässt man inzwischen schreiben, also die Presseerklärungen verfassen, obwohl man mehrere Gemeinderäte in vollem Lohn und Brot hat und gibt dafür noch monatlich 500 Euro aus. - Zumindest erzählt uns das die Opposition dort so, und sollten die Recht behalten, dann ist der neue Gemeinderat von Breña Baja sicherlich Spitzenkandidat, neben dem Cabildo Insular, für den neu eingeführten Christian Wulff-Pokal, für besonders dämliche politische Leistungen.



Donnerstag 13.12.2012 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 22,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Vater sein hingegen sehr
Ich hasse Elternabende in der Schule

Zwei Jahre noch, wenn alles gut geht. - Das tröstet mich dann wieder und setze damit natürlich auch meine jüngste Brut unter Druck, doch fleißig zu lernen. - Das ist natürlich der ganz falsche Weg, das sollte ich doch auch inzwischen kapiert haben, darf ich mich doch eigentlich nicht mehr als Frischling in Sachen Vater von Schülern bezeichnen. - Wenn die keinen "Bock" haben, dann bringt das nichts, und dass meine Töchter keine positiven Mathematikgene mitbekommen haben, das hat ja wohl auch mit mir selber zu tun. - Da muss man dann durch, die Andere hat es doch auch geschafft und im ersten Trimester sind die Bewertungen in den Zeugnissen sowieso immer schlechter, weil die Lehrer grundsätzlich davon ausgehen, dass Schüler einen "Schuss vor den Bug" brauchen, sonst würden sie nicht wirklich lernen. - Auch das stimmt nicht, vielmehr geben sich Schüler bessere Mühe, wenn die Lehrer einem das Fach interessant darbieten und viele Schüler bemühen sich um gute Noten, wenn sie Sympathie für den Lehrer empfinden. - Nein, es machen nicht alle falsch, nicht alle Eltern und auch nicht alle Lehrer, hinten heraus klappt es doch meistens noch und nur noch wenige Elternabende pflastern meinen Weg. - Bei uns gibt es drei Zeugnisse im Jahr, also wie beim Eishockey und nicht wie im Fußball, daran muss man sich zunächst auch mal gewöhnen. - Ob das besser ist oder nicht, das wage ich nicht zu beurteilen, auf jeden Fall sorgt es dafür, dass man einen zwangsweisen Elternabend mehr hat. - Hier werden auch die Zeugnisse nicht dem Kind mitgegeben, sondern die Eltern müssen antanzen, es sei denn, die Schüler sind schon volljährig, was auch in den Abiturklassen vorkommen kann. - Wie dieses Zeugnis abholen aussieht, das ist unterschiedlich bei den Lehrern, und meine Tochter hat angekündigt, es würde wohl heute die gnädigste aller Formen zu erwarten sein. - Alle Eltern gemeinsam rein, Standpauke halten, die schlechteste Klasse welche der Lehrer in seiner Laufbahn hätte, mindestens vier Stunden lernen am Tag sei Pflicht, und wenn das so weiterginge, dann schafften nur ganz wenige das Abitur, dann werden die Zeugnisse verteilt und wenn dann einer schnell den Anfang macht und was von einem Termin murmelt, schnell hinterher, dem Herdentrieb folgend das Weite suche. - Da ich hoffe, dass alle Eltern sich schon im erfahrenen Stadium befinden, sollte es doch eigentlich so weit sein, das niemand von denen auf die dumme Idee kommt, nun eine Frage zu stellen. - Einmal zögert das den Elternabend natürlich unnötig heraus, und auf der anderen Seite heißt das doch nur, dass man nun weiter über die Eltern auf die Schüler eindrischt, und das brauchen wir alle nicht. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war auch ich noch so ein unerfahrener Vater, der unbedingt bei den Elternabend seinen Mund aufmachen musste, weil er glaubte, damit Interesse heucheln zu können. - Ich habe längst gelernt, dass interessierte (schleimende wie kritisierende) Eltern die Lehrer noch viel mehr nerven als die Schüler selbst, also Schnauze halten, maximal knapp wissend mit dem Kopf nicken, aber keine weiteren Spielereien. - Ich könnte ja meine Frau schicken, denn es sind eigentlich um die 85 Prozent die Mütter, welche dort antreten, aber meine Frau hasst Elternabende noch mehr als ich, da kann ich mich also nicht rauswinden. - Als wir noch beide Kinder auf der Schule hatten, da war meine Frau für die jüngere Tochter "zuständig" und ich für die Ältere, aber ich musste ihr versprechen, das sofort zu übernehmen, wenn nur noch ein Kind die Schulbank drückt. - Heute ist es wieder so weit, und meine jüngere Tochter traut mir wohl nicht, die will mitkommen und darauf achten, dass ich bloß keine blöden Fragen stelle. - Kind, du kannst dich auf mich verlassen, es gibt ein Leben nach der Schule und auch neben der hohen Mathematik und sicher macht sich irgendein Elternhansel oder Hänseline heute auch wieder zum Trottel, aber dein Vater wird es sicherlich nicht sein, versprochen.



Donnerstag 13.12.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1016 hPa

Diebstahl oder zinsloses Darlehen
"Asprocan" in einer Parallelwelt

Asociación de Organizaciones de Productores de Plátanos de Canarias heißt "Asprocan" ausgeschrieben, und übersetzt in die deutsche Sprache bedeutet das: Dachverband der Organisationen der Bananenproduzenten der Kanarischen Inseln. - Ein mächtiger Verband, eine Dachgesellschaft, welche nicht immer die Interessen der Produzenten der Bananen vertritt, sondern wie man eben im Titel auch lesen kann, eher die Interessen der Organisationen der Bananenproduzenten. - Wenig Bodenhaftung bescheinigen so auch die meisten Bananenbauern diesem Dachverband, allerdings verfügt die "Asprocan" über hervorragende Beziehungen zu allen politischen Ebenen und kaum ein anderer Verband kann so große Erfolge in der Lobbyarbeit aufweisen wie die Oberbananenkrummbiegergewerkschaft. - La Palma hat der "Asprocan" einiges zu verdanken, denn unsere Insel ist im ganz Besonderen von dem Erfolg der Bananenproduktion und deren Vermarktung und Subventionierung abhängig. - Die entscheidende Zahl dazu lautet: Auf La Palma wohnen etwa vier Prozent der Einwohner der Kanarischen Inseln, aber wir produzieren 40 Prozent der Bananen des Archipels, so dass der Ausdruck Bananenrepublik nur deswegen nicht stimmt, weil wir eben keine Republik sind. - Auf der anderen Seite ist die "Asprocan" mitverantwortlich für die eingleisige Politik, die in Sachen Bananen auf den Kanaren gefahren wird, ohne Subventionen ein nicht mehr tragbarer Wirtschaftszweig, und alle wissen wir doch, dass Hilfen und Subventionen kein geeignetes Mittel sind, dauerhaft nachhaltige Marktwirtschaft zu betreiben. - Da bleibt als kleines Beispiel im Gedächtnis kleben: Im Frühjahr schickte man unsere Bananen in einer Sonderaktion auch nach Deutschland, in ausgesuchte Städte und Supermärkte, und dort riss man den Händlern diese herausragende Ware nur so aus den Händen. - Aber anstatt diesen Versuch weiter auszubauen und von der subventionierten Parallelwelt der einseitigen Verschickung der Bananen nur aufs spanische Festland wegzukommen, stellte man diesen Versuch ohne weitere Nachfragen einfach wieder ein. - Es gab sogar Mutmaßungen einiger Mitglieder der "Asprocan" die etwa so klangen: "Da zittern die Reifereien und die Handelsorganisationen auf dem Festland, wenn das mit den kanarischen Bananen in Deutschland etwas werden sollte, dann verdienen die keinen Cent mehr." - Nein, ich weiß es nicht, man darf es einfach nur vermuten, aber mehr auch nicht. - Weniger vermuten muss man um den lustigen Umgang der "Asprocan" mit den Geldern der Bananenbauern, denn natürlich wird dieser Dachverband von den Mitgliedern der einzelnen Kooperativen finanziert. - Von 2004 bis ins Jahr 2008 war ein gewisser Manuel Lorenzo Präsident der mächtigen "Asprocan" und in der Zeit hat der gute, oder vielleicht auch schlechte Mann, über 70.000 Euro veruntreut, oder wie man auch sagen könnte, geklaut, in dem er private Reisen und Einkäufe für sich und seine Familie über die Kreditkarte der "Asprocan" bezahlen ließ. - Die Frage darf offen bleiben, warum man das erst vier Jahre nach den Veruntreuungen bemerkt hat oder bemerkt haben will, denn die Banken verschicken ja Kontoauszüge, nicht erst nach vier Jahren, und dort sind die Abbuchungen, welche über die Kreditkarte getätigt werden, doch alle verzeichnet. - Aber immerhin, man hat es irgendwann gemerkt und die Sache auch zur Anzeige gebracht. - Jetzt steht die Verhandlung an, aber die jetzige Direktion der "Asprocan" möchte gar nicht, dass ihr Ex-Präsident einfährt ins Gefängnis, was man ja eigentlich für die Veruntreuung von so viel Geld erwarten sollte. - Der Anwalt der "Asprocan" hat nun mit dem Gericht verhandelt und herausgekommen ist, Manuel Lorenzo muss das geklaute Geld zurückzahlen, ohne Zinsen, und innerhalb von fünf Jahren, dafür muss er nicht in den Knast. - Bitte, ich habe von der Juristerei nicht viel Ahnung, aber in meiner kleinen Verständniswelt muss jemand, der so viel Geld klaut in den Knast, und natürlich auch das Geld, samt Zinsen, an den zurückbezahlen, dem er es entwendet hat. - Fehlt eben nur das Prädikat Republik zu den Bananen, denn gehört man den richtigen Kreisen an, dann erhält man zinslose Kredite, man muss nur zulangen. - In andern Ländern nennt man das auch das Nonnenmachersyndrom oder die Esserklausel oder gar das Wulffsche Allerlei, Kreise sind Kreise sind Kreise, wo immer man sich auch in diesen dreht.



Mittwoch 12.12.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 20,2 Grad - niedrigste Temperatur 12,2 Grad

Kurz und knapp
Zweitausendzwölfer, es wird wärmer und lassen Sie sich doch mal was vorlesen

Endlich sind wir ja aus den doofen, einstelligen Jahren zu Beginn dieses Jahrhunderts heraus. - Nicht, dass es mir gefällt, wenn die Jahre so vorbei fließen, aber beim Wein war das doch schrecklich: - Von dem Nullneuner haben wir noch etwas Passendes, oder, der Nulldreier firnt bereits, das hörte sich doch furchtbar an. - Der Elfer war da schon viel besser und nun kommt der erste Zwölfer in die Gläser und the winner is: "La Gota" aus der Kelterei Teneguía aus Fuencaliente. - Unsere Weißweine, außer dem Malvasía und dem Sabro trinken wir allesamt immer nur jung, ein bis zwei Jahre maximal, dann haben die bereits ihren Zenit überschritten, und es ist jedes Mal kurz vor Weihnachten so, dass die ersten neuen Wein in den Verkauf kommen. - Spannend ist die Geschichte, und der 2012 "La Gota" ist wieder ein wunderbarer Wein geworden, allerdings kommt er mir noch süßer vor als der "Elfer" und es wird schon schwierig, diesen Tropfen als Begleiter zu einem Essen zu servieren. - Allerdings hat der so viel Körper, dass man diesen Wein auch als Mittelpunkt eines kulinarischen Augenblicks nehmen kann und als Beiwerk ein bisschen frischen Ziegenkäse oder Mandelgebäck reicht. - Seit ein paar Jahren sind ja auch die Etiketten bei unseren Keltereien ein bisschen schöner geworden und abwechslungsreicher, nachdem früher immer alle Weine gleich aussahen. - Dabei ist es interessant zu sehen, wie unterschiedlich verschiedene Kulturkreise die Form des Tropfens auf der Flasche deuten. - Hier sagen alle, der Tropfen, also "La Gota" aber viele Mitteleuropäer habe ich schon davon sprechen hören wie sie meinten: "Der Wein mit der Träne drauf, hat uns besonders gut geschmeckt." - Wobei das gar nicht zum Weinen ist, die "Zwölfersaison" für Weißwein auf La Palma hat begonnen und daran, wie lange die Bodegas noch die "Elfer" verkaufen, kann man auch immer ein bisschen erkennen, wie denn der Abverkauf im letzten Jahr gelaufen ist. -

Ein bisschen mäkeln wir an den augenblicklichen Temperaturen herum, es ist uns zu kalt. - Die Nächte sind nun meist klar, und dann geht nicht nur das Thermometer, sondern eben auch die Temperatur bei uns bis 12 Grad herab, und morgens warten wir dann sehnsüchtig, bis die Sonne über den Kamm der Cumbre Vieja kriecht, um unsere Knochen dann wieder auf Betriebstemperatur zu bekommen. Mittags bewölkt es sich ja dann meist wieder und dann schaffen wir eigentlich nicht mehr als auf 20 Grad, und das ist uns verwöhnten Pinseln einfach zu wenig. - Nein, ich will Sie in Deutschland nicht ärgern, sowohl Sie, wie auch ich haben uns das ausgesucht, stimmt doch, oder? - Morgen wird es wohl auch noch so frisch bleiben, dann aber erwarten wir deutlich steigende Temperaturen und die Ansage, die ich im November am allermeisten liebe: Und für die Jahreszeit zu warm…

Und dann lockt wieder mal die Kultur, aber nun geht es um aneinander gefasste Worte und das organisiert der Club der Dichter und Denker Contacto. - Warum schmunzeln Sie dabei...?

1. In der Bar Central am Samstag, dem 15.12. 20 h

Kanarische Literaturnacht

Lesungen, Präsentation historischer La Palma-Bilder,

Talk, Tapas, Wein & Live-Musik. El Paso Bar Central, C/Manuel Tano, 9

Heitere und dramatische Kurzgeschichten, Glossen, Gedichte und Lieder zeigen geheime Seiten der Insel. Texte von La Palma aus den zweisprachigen Büchern "Canarias", "Meereslaunen", "La Palma" und dem neuen Buch "Der Rabe von Samarine" von Rafael Arozarena und Isaac de Vega.

Mit Antonio Abdo y Pilar Rey (Teatro, St. Cruz), Rosario Valcárcel (Autorin, Las Palmas), Uka Rösch, Ima Galguén (Gesang & Gitarre, Tijarafe) und der Verlegerin Claudia Gehrke.

Die Veranstaltung ist zweisprachig, spanisch und deutsch.
http://la-palma-contacto.blogspot.com.es/2012/12/kanarische-literaturnacht-samstag.html

Und 2. In der Bar La Luna am Dienstag, dem 18.12. 20 h

Di., 18.12.12. Los Llanos, Bar La Luna (C/Fernandez Taño 26): Erotische Lesung
Zarte, harte, heitere, brüllendkomische, aufregende und romantische Short Stories, Glossen, Gedichte und Romanfragmente …

Mit Verlegerin Claudia Gehrke - u.a. verlegt sie Literatur "zwischen den Kulturen", zu den Kanarischen Inseln und zu Japan und eine Reihe erotischer Literatur und Kunst, Uka Rösch (La Palma) und Rainer Tietel (Wien). Texte unterschiedlicher Autorinnen aus der erotischen Reihe des Verlags.

"Vergnügt und verwegen betreten die Autorinnen Welten im Kopf, die mit Witz und Weisheit nach Erotik greifen. Es gelingt ihnen, an der Imagination zu zündeln ..." (Badische Zeitung)

Musik, die guten Tapas der Bar La Luna und natürlich auch ein guter Inselwein runden den Abend ab ...





Tropfen oder Träne, das ist hier die Frage. - Das kann man am besten bei einem gut gefüllten Glas Wein diskutieren, man kann das diskutieren aber auch gut dabei sein lassen...




Mittwoch 12.12.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1013 hPa

Last Exit - Privatisierung
Cumbre-Tunnel und Umgehungsstraße der Hauptstadt ab Januar in privater Betreuung

Angekündigt hatte man das ja schon eine ganze Weile, dass man diese beiden Verkehrswege in Zukunft von privaten Firmen betreuen lassen will. - Allerdings ging die erste Ausschreibung im Mai daneben, da bekam ein zeitlicher Firmenzusammenschluss mehrerer namhafter Firmen bereits den Zuschlag, allerdings legten Mitbewerber Widerspruch gegen die Vergabe ein, und diesem Widerspruch wurde auch stattgegeben. - Jetzt geht der Zuschlag an die Firma Postigo Obras y Servicios S.L. aus Valencia und unser Rat für Infrastruktur und ein Repräsentant der Firma haben auch bereits den Vertrag unterschrieben. - Ab Januar sollen dann die bisherigen Angestellten, welche die beiden Verkehrswege überwachen ersetzt werden, und das wundert uns schon ein bisschen, hieß es doch bislang, als man sich um die Ausschreibungen noch bemühte, das bisherige Personal sollte übernommen werden. - Die jetzt herausgegebene Presseerklärung bleibt uns weitere Fakten schuldig, denn es steht nirgendwo geschrieben, wie viel denn die Firma Postigo Obras y Servicios S.L. im Jahr dafür von der Inselregierung erhält, man lässt uns aber wissen, das man mit der Privatisierung in sechs Jahren 2,6 Millionen Euro einsparen könne. - Das wären rund 430.000 Euro im Jahr und wie das möglich ist, dass eine private Firma so viel günstiger den Service um den Cumbre-Tunnel und die Umgehungsstraße von Santa Cruz anbieten kann, das bleibt weiterhin ein großes Fragezeichen. - Wir erinnern uns allerdings noch an Pressemitteilungen aus dem Mai dieses Jahres, und da machte man uns die Rechnung auf, dass man 3 Millionen Euro für 4 Jahre bezahlen müsste, also 750.000 Euro im Jahr. - Wenn wir nun rechnen, dass man 430.000 Euro im Jahr einsparen will, und 750.000 Euro dennoch bezahlen muss, dann haben wir bislang für den Betrieb beider Infrastrukturmaßnahmen 1.180.000 Euro im Jahr ausgegeben. - Durch die Privatisierung will man also knapp 37 Prozent einsparen und da muss man sich also wirklich fragen, ob die öffentliche Hand, hier vertreten durch die Firma "Sodepal" uns die letzten Jahre total über den Tisch gezogen hat, oder ob der neue Betreiber wohl keine ordentliche Arbeit abliefern kann oder wird. - Immer wieder hören wir von den enormen Einsparmöglichkeiten, welche eine Übergabe von öffentlicher Verwaltung in private Hand ermöglichen sollen, aber wie das nun wirklich abläuft, das erfahren wir nicht oder erst, wenn es zu spät ist. - So ist die neuerliche Pressemeldung auch knapp verfasst, man lässt uns nicht wissen, ob die Personaldecke abgebaut werden soll und wo oder wie man denn überhaupt diese enormen Einsparungen erzielen will. - Und darüber hinaus heißt es auch noch, die ausführende Firma muss daneben nicht nur die Überwachung und die notwendigen Wartungsaufgaben an den beiden Infrastrukturmaßnahmen gewährleisten, sondern in den kommenden Jahren auch noch den alten Tunnel neu asphaltieren. - Dennoch können wir uns zunächst staunend aber auch noch beruhigt zurücklegen, Tunnel und Umgehungsstraße sind noch ziemlich neu, so schnell wird da also nichts passieren, und von einer Maut hat zumindest hier auch noch niemand gesprochen.



Dienstag 11.12.2012 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Die Läden sind voller Ware
Wo kommt das Geld her?

Nimmt man die blanken Zahlen, dann schüttelt es einen mittelmäßig bis grausam, deutlich über 30 Prozent Arbeitslose in der aktiven Bevölkerung, und dennoch spiegelt sich das im sichtbaren öffentlichen Leben gar nicht wider. - Im sichtbaren nicht, denn spricht man dann mit vielen Menschen, dann kommt das schon durch, die Hypotheken werden kaum noch bezahlt, das geleaste Auto hat man wieder zurückgegeben, der Neubau steht still, man wohnt wieder bei den Eltern und auch die Fälle in denen es heißt, unser Kind konnten wir nicht weiter auf die Universität schicken, weil kein Geld mehr da ist, die mehren sich. - Aber es hungert niemand, dafür sorgen die Familien unter sich, Nachbarn und auch die allgegenwärtige Caritas macht hier einen absolut guten Job. - In vielen Läden, meist im Spar, neulich aber sogar bei Lidl, habe ich gesehen, stehen wieder in den Eingangsbereichen Einkaufswägen herum mit dem Hinweis: Lebensmittelspenden. - Meist für die Caritas, und Sie können dort ohne weiteres auch ihren Obolus hineinlegen, das kommt an bei den Familien, wo es am meisten zwickt. - Haltbare Lebensmittel sind natürlich meist angesagt, aber auch Knoblauch und Zwiebeln zum Beispiel, denn Linsen, Nudeln und Kichererbsen stapeln sich bei der Caritas, Brühwürfel, Tütensuppen, und eben Zwiebeln und Knoblauch nicht. - Aber das entscheidet jeder selbst was er gibt, und diese Einkaufswägen sind meist schnell voll und werden dann zu den Caritas-Stationen gebracht. - Geldspenden gehen natürlich auch, das drücken Sie einfach dem Pfarrer in die Hand und sagen "Caritas" dabei, dann kommt das auch an. - Solidarität funktioniert hier schon ganz gut, ich glaube auch, dass die Leute hier in der Not besser funktionieren als im Überschuss, das haben wir ja schließlich auch schon so betrachten können. - Aber wir müssen natürlich auch noch zwei andere Punkte betrachten. - Zunächst lebt es sich in Zeiten der Krise auf dem Land immer besser als in der Stadt. - Die familiären Bunde sind auf dem Land von fester gestrickt oder einfach überhaupt noch vorhanden, denn wer in die großen Städte gezogen ist, der ist dort ja meist alleine hingegangen. - Und in der Familie gibt es meist eine Immobilie im Eigentum, einen Garten in dem Kartoffeln und sonstige landwirtschaftliche Produkte aus der Krise kein Elend werden lassen. - Das ist in der Tat so, solange kein Hunger herrscht, so lange entsteht kein sozialer Sprengstoff, denn wir müssen auch mal klar sagen, gäbe es in Deutschland über 10 Millionen Arbeitslose, was etwa dem entspricht wie es hier ist, dann wäre die Stimmung sicherlich drastischer als hier. - Und einen weiteren Punkt muss ich auch noch ansprechen, ein leidiger Begleiter solcher Krisen ist und bleibt die Schwarzarbeit. - Dabei ist das genau das falsche Rezept gegen hohe Arbeitslosigkeit, denn Schwarzarbeit steigert die Arbeitslosigkeit sogar noch, aber da man kaum feste Anstellung erhält, oder nur knappe befristete Arbeitsverträge, lockt das nahe und schnelle Geld wohl über die Maßen. - Auch die Auftraggeber von Schwarzarbeit sind eben meist knapp dabei und sind froh sich die Steuern sparen zu können, ein unangenehmer teuflischer Kreis, welcher solch kompakten Volkswirtschaften schwer zu schaffen machen kann. - Viele erklären das auch so, ohne die Schwarzarbeit würde noch viel weniger laufen, und die Not wäre da, nicht nur das Sparen und Rumdrucksen. - Ich kann aber keine Steine werfen nach denen, die einfach keinen festen Job bekommen und dann eben für den Nachbarn oder sonst wen ein paar Stunden rumschmurucheln. - Ich kann auch keine festen Zahlen nennen, da gehen die Schätzungen weit auseinander, aber würde man das Geld aus Schwarzarbeit hier auch noch vom Markt nehmen, dann müssten sich unsere Geschäfte und unsere Gastronomie wirklich sehr warm anziehen. - Gestern war ich noch in einem Elektronik-Fachgeschäft, und ich habe nicht schlecht gestaunt, was die alles für Ware da liegen hatten, um für Weihnachten gerüstet zu sein. - Tablet-Computer, iPhones, mächtige Flachbildfernseher und schicke Kameras. - Nein, sicher nicht alles für Schwarzgeld, wir haben ja auch noch viele Menschen die gar nicht so schlecht verdienen und Weihnachten ist nun mal eben auch die Zeit der lockeren Geldbörse. - Mal sehen, ob in dem Laden die Regale am Dreikönigstag leer sind, oder ob der sich kräftig verkalkuliert hat.



Dienstag 11.12.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1013 hPa

Sterben wird nicht teurer, tot sein aber wohl
Garafía hat nicht einmal 2.000 Einwohner, aber vier Friedhöfe

So wie unser Flughafen ein prächtiges Stück Mahnmal gegen die Megalomanie ist, so steht die Gemeinde Garafía für den mächtigen Unsinn, auf einer Insel mit gerade mal 80.000 Einwohnern, gleich 14 Gemeinden zu unterhalten. - Zwei, vielleicht drei Gemeinden würden völlig ausreichen, oder genauer gesagt, zwei, vielleicht drei Stadträte und Bürgermeister, die technischen Büros und die sonstigen Einrichtungen könnte man wohl beibehalten. - Immerhin hat Garafía einen Bürgermeister, der sich selbst das Gehalt gekürzt hat, auf 641 Euro und ist damit vielleicht der Bürgermeister Spaniens, mit dem geringsten Gehalt. - Wohl sicher aber auch den Kanarischen Inseln und eben, dass er es von sich aus gemacht hat, und nicht auf Druck Anderer, macht diese Geschichte noch interessanter. - Yeray Rodríguez heißt der gute Mann, Ehre, wem Ehre gebührt. - Allerdings macht ihn das nicht unbedingt beliebter bei seinen Kollegen, im Gegenteil, so viel gutes Beispiel wollten die gar nicht haben. - Dennoch leidet Garafía unter extremem Geldmangel, man schafft es eben so gerade die Löhne und Gehälter der Gemeindeangestellten und auch der Stadträte zu bezahlen. - Dann eben auch noch die Betriebskosten für alle möglichen Einrichtungen und da stoßen wir nun auf die vier Friedhöfe der Gemeinde Garafía. - El Tablado, Franceses, Las Tricias und im Hauptort Santo Domingo befinden sich diese "Heiligen Felder" wie man hier sagt, und Garafía ist eben eine große Gemeinde und die Ortsteile liegen weit auseinander. - So klagt der Bürgermeister, vier Friedhöfe zu betreiben sei ein ziemlich aufwendiges Geschäft und so müssen man nun die jährliche Pacht von 9,- auf 18,- Euro pro Grabstätte anheben. - Verdoppeln könnte man auch sagen, allerdings ist es auch nicht wirklich teuer, wenn man bedenkt, dass die Gemeinde den Unterhalt der Friedhöfe bezahlen muss, das Wasser, den Strom und so weiter. - Die meisten anderen Gemeinde der Insel, die haben lediglich einen Friedhof, sind aber auch meist kompakter in ihrer Siedlungslandschaft als Garafía. - Pläne gab es ja schon mal, die Zahl der Gemeinden in Spanien drastisch zu senken um, auf der einen Seite Geld zu sparen, und auf der anderen Seite auch zu verhindern, dass solche Gemeinden wie Garafía, die groß in der Ausdehnung sind, aber eben nur wenige Einwohner haben, sich mit so wenig Geld den Aufgaben zuwenden müssen. - Ach ja, die Müllabfuhr wird auch teurer, steigt von 38,- auf 49,- Euro jährlich und für das kommende Jahr kündigt der Bürgermeister bereits eine Erhöhung der Preise für das Stadtwasser an, allerdings nur für die diejenigen, welche viel Wasser konsumieren. - Da hat man sich hier auf der Insel nette Ideen ausgedacht um Wasser zu sparen. - Es gibt keinen Mengenrabatt, sondern einen Mengenaufschlag, wer mehr konsumiert, der muss mehr pro Kubikmeter bezahlen und das macht den Konsumenten wohl bereit, eher den Wasserhahn der städtischen Leitung wieder zu schließen.



Montag 10.12.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 20,0 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Kleinholz
160 Kilometer laufen, kauft nicht bei den Schmuddelkindern und erneute Blamage für den Flughafen

160 Kilometer, 6.500 Höhenmeter und das Ganze in 30 Stunden. - Das hat sich Salvador Guillem Borras vorgenommen, der in der Sportwelt auf den Kanaren besser als "Voro" bekannt ist. - Extremsportler sind "in" seit vielen Jahren und auch wird ja unser Ultramarathon, die "Transvulcania" immer bekannter und beliebter, auch international. - Aber darum geht es dieses Mal nicht, sondern Salvador Guillem Borras möchte mit seinem Lauf Gelder für behinderte Kinder sammeln, genauer gesagt für die "NEP" (Asociación de Niños Especiales de La Palma). Am 29. Dezember geht's es los, geplant ist der Start in Los Llanos um 03:00 Uhr um dann über den gesamten Norden der Insel die Umrundung anzugehen. - Das Ziel ist logischerweise dann auch wieder in Los Llanos und wenn alles gut geht, dann trifft er zusammen mit dem Sylvesterlauf "San Silvestre" gegen Mittag am 30. Dezember auf der Plaza wieder ein. - Alle können mitlaufen, auch nur ein kleines Stück, und als einzige Bedingung steht, dass man dafür einen Euro in eine Sparbüchse stecken soll, welche auf den Verpflegungsstationen und natürlich auch auf dem Ziel in Los Llanos aufgestellt sind. - Man muss aber auch gar nicht laufen, ausdrücklich ist Spenden auch für Couchpotatoes gestattet, da bin ich aber beruhigt. - Wann man die Läufer wo erwartet, das kann man im Blog des Triathlon Club Bayana nachlesen.

Alle Jahre wieder hat man hier Angst, dass viele der Weihnachtseinkäufe auf den anderen Inseln, und dort vor allem Tenerife getätigt werden. - Dort warten riesengroße Läden und auch immer die Erzählung, dass auf Tenerife alles billiger wäre, als hier auf der Insel. - Ich weiß das nicht, allerdings könnte ich mir vorstellen, dass der Flug, oder eben die Fahrt mit der Fähre und dem PKW dann doch teurer kommt als das, was man hier mehr bezahlen muss. - Und dann gibt es auch immer noch ein Argument für den Kauf in Läden hier auf der Insel, wenn was kaputt geht oder schon war, dann hat man hier auf der Insel keinen Ansprechpartner für das woanders gekaufte Gerät. - So wird nun auch wieder einen Kampagne sich genau diese Argumente zunutze machen, die jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit läuft, und von der Inselregierung zusammen mit den Einzelhandelsverbänden durchgezogen wird. - Im Radio laufen Spots auch im Lokalfernsehen, und man lässt sich das sogar 27.500 Euro kosten, eine ganz schön breite Summe wenn man bedenkt, dass man im Moment hier sonst nur aufs Sparen bedacht ist. - Allerdings glaube ich ja, dass die noch größere Gefahr für den lokalen Einzelhandel eher im Internetshopping besteht, und da haben die Leute hier erst angefangen diesen Weg des Kaufens in Betracht zu ziehen. - Die lokalen Händler müssen sich ganz schön Mühe geben mit gutem Angebot, ehrlichen Preisen und besonders gutem Service die Kunden hier zufrieden zu stellen, alleine einen Preiskampf zu führen, das scheint aussichtslos. - Und mit der Hilfe der Inselregierung, die uns im Radio auffordert, doch nicht bei den Schmuddelkindern zu kaufen, wird das schon alles gut gehen…

Immerhin Berlin, wir haben einen neuen Flughafen… 229 Millionen Euro haben wir ausgegeben, für einen Flughafen ohne eine Uhr, ohne einen Geldautomaten, ohne Personal für die Information und das Reinigungspersonal soll mehr als halbiert werden, weil man es sonst nicht mehr bezahlen könnte. - Im Obergeschoss macht man die Lichter aus nachmittags und die Kneipe zu, ganz einfach weil man sich vor ein paar Jahren ganz heftig verschätzt hat in der Zahl der Nutzer dieser Infrastruktur. - Nun hat auch noch der Zeitungsladen dicht gemacht, es gibt also keine Zeitungen, Bücher oder sonstige Kioskartikel mehr am Flughafen zu kaufen, auch das ist sicher einzigartig in der Welt der internationalen Flughäfen.




Nein, kein Bücherwurm, sondern ein "Mops on the books"




Montag 10.12.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1016 hPa

Asphaltirrgarten
Gericht in Los Llanos stellt Verfahren gegen den Betreiber ein

Was sich zunächst mal als klarer Sieg des Betreibers des Asphaltwerkes anhört, kann sich aber in der weiteren Begründung doch noch als nützlich auch für die Gegner des Betriebes des Asphaltwerks herausstellen. - Es ist alles höchst kompliziert, und für uns Laien der Juristerei auch manches nicht wirklich verständlich. - Es geht um den ersten Probebetrieb aus dem März 2010, welcher ohne Genehmigung der Gemeinde durchgeführt wurde. - Die Bürgerplattform zeigte darauf hin den Betreiber der Anlage an, und nun stellt das Gericht in Los Llanos das Verfahren ein, weil man kein kriminelles Delikt hinter dem Probebetrieb erkennen kann. - Die Lage des Betriebes sei nicht in einem Naturschutzgebiet und bei der Frage, ob man denn eine Gesundheitsgefährdung durch den Betrieb fürchten muss, wird man noch vorsichtiger. - Man habe drei verschiedene Gutachten zur Verfügung gehabt, und da sich diese Gutachten deutlich unterscheiden, haben man sich auf das berufen, welches die Universität Las Palmas de Gran Canaria erstellt hätte. - Man stellt also fest, dass es zu gesundheitlichen Belästigungen kommen kann, Hautirritationen und Einwirkungen auf Menschen mit Atemwegserkrankungen. Darüber hinaus stellen auch die Geräuschbelastungen für nahe Anwohner eine Störung dar. - Allerdings seien diese Einwirkungen von geringer Natur und würden nach Abstellen der Anlage auch wieder verschwinden, deswegen können man auch keine kriminelle Handlung beim Probebetrieb erkennen. - So heißt es aber eben auch, obwohl die Gesundheitsbelastungen leichter Natur sind, ergibt sich daraus wohl eine Belästigung für die nahen Anwohner. - Was man sich nun daraus basteln kann, das wage ich nicht vorherzusehen, denn ein Gericht muss ja auch nicht den gesponnenen Faden eines anderen Gerichtes aufnehmen, aber als Triumph des Betreibers kann man diese Einstellung des Verfahrens auch nicht betiteln, da wohl festgestellt wird, dass der Betrieb des Asphaltwerkes dort am Callejón de la Gata eine Belästigung für die Anwohner darstellt. - Man hatte sich seitens der Bürgerplattform auch nicht wirklich viel von dem Verfahren in Los Llanos erwartet, das war eigentlich nur die Konsequenz darauf, dass man seinerzeit den Probebetrieb zur Anzeige bringen musste, da man ja nicht einfach zusehen kann, wie dort ohne Genehmigung das Asphaltwerk betrieben wird. - Viel wichtiger ist ja auch der andere juristische Schauplatz, und der spielt sich auf Tenerife ab, und nicht mehr hier auf der Insel. - Das erste Urteil hatte die Bürgerplattform ja auf dem Verwaltungsgericht gewonnen, und zwar deutlich und ohne Einschränkungen, aber der Betreiber der Anlage hat gegen dieses Urteil Rekurs eingelegt, und nun muss die ganze Sache erneut vor dem Tribunal Superior de Justicia de Canarias "TSJC" verhandelt werden. - Ob das Einstellen dieses Verfahren hier in Los Llanos irgendwelchen Einfluss auf das weitere Vorgehen der übergeordneten Gerichte auf Tenerife hat, das bezweifeln wir, nur nützt die Begründung der Einstellung des Verfahrens eher dem Argumentationsrahmen der Bürgerplattform. - Alles hat mindestens zwei Seiten und wenn man dann noch hingeht und verschiedene Menschen danach befragt, dann hat man plötzlich ganz viele Seiten, ganz viele Erklärungen und noch mehr Fragen als am ersten Tag.



Sonntag 09.12.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 18,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad

Ein kalter Schmuddelsonntag
Trotzdem Freude im Haus

Liebe Leute von der Ostseite, seid mir nicht böse, und ich weiß, ihr wohnt auch nicht auf der falschen Seite, sondern nur auf der anderen. - Dennoch, ich bin froh, im Aridanetal zu sein, die Wetterbedingungen sind eben doch so viel einfacher und meist angenehmer. - Frisch war es bei uns auch, weil einfach kein Wind geht konnten sich die Wolken nicht auflösen, aber es sind sowieso viele Wolken auch in den oberen Lagen unterwegs. - Wir mussten und durften heute wieder mal zum Flughafen fahren, unsere jüngere Tochter ist vom "Brückenbesuch" auf Gran Canaria zurückgekehrt ist, und das ist doch wohl ein freudiger Anlass. - Allerdings regnet es dort auch bis hinab zum Flughafen und oben ab Botazo hängt die Suppe grau und schwer, selbst gegen Mittag war die Sicht dort wie abends. - Ja, für die Landwirtschaft ist das besser dort im Osten, keine Frage, die haben auch die humusreicheren Böden, aber ich arbeite seit vielen Jahren nicht mehr in der Landwirtschaft und kann mir so die trockenere Westseite gerne geben. - Jetzt ist aber Schluss mit Jammern, es hat auch auf der Westseite bis oberhalb El Paso genieselt, wir Weicheiwessis sollen nur zurück an den trockenen Sommer denken, damit rückt man dann die Dinge wohl wieder ins bessere Licht. - Der Flughafen wieder leer und dunkel, aber auf die Binter ist meistens Verlass, so dass wir unser Kind pünktlich wieder in die Rumpffamilie aufnehmen konnten. - Ich glaube wir waren davon deutlich mehr angetan als sie, denn zurück nach La Palma bedeutet eben Alltag, und das nennt sich Schule, Trott und nicht die aufgeweckte Schwester als Gesprächspartner, sondern die langweiligen Eltern. - Aber sie hat das gut weggedrückt, die stellt sich auch morgen dem Alltag wieder, bleibt eh nichts anderes übrig. - Die eingekauften Klamotten sind wirklich der Hammer, sowohl von der Anzahl her, wie auch vom Aussehen, es gibt dort in der Großstadt Las Palmas eben doch ein viel breiteres, aber eben auch mutigeres Angebot, als auf unserer kleinen Insel. - Und eben mal richtig warme Sachen, es geht ja im Februar nach Schweden, wenn alles gut geht, nach Nordschweden, und da kann man die Kinder ja nicht in der Jogginghose und T-Shirt hinschicken. - Gut, nur die Hälfte der neuen Klamotten ist wohl schwedentauglich, aber wenn Frauen mal im Kaufrausch sind und keine Mutter, sowieso kein Vater, sondern nur ein fiktives Limit der Kreditkarte bremst, dann kann´s auch mal ein bisschen mehr werden. - Alles in Ordnung, ich beklage mich nicht, ich wusste das doch vorher, als meine Frau und ich beschlossen hatten zwei Mädchen zu bekommen. - Das haben wir wirklich, wir wollten keine Jungs haben, wir hatten Angst, die könnten so werden wie ich, und wenn ich auch nicht viel im Griff habe, seit dem drei Frauen um mich herum sind, das mit der Geschlechterwahl hat ja wohl hingehauen. - Ein grauer Tag bei uns, noch unangenehmer auf der Ostseite, wenn ich aber nach Deutschland kurz blicke, und das Schneechaos am Flughafen von Frankfurt begreifen soll, dann werde ich gleich wieder ganz milde gestimmt. - Gegen Nachmittag sollte die Sonntagsmaschine aus Frankfurt kommen, jetzt sind die wohl wirklich gestartet und wir erwarten die Condor gegen 21:30 hier auf unserem Flughafen. - Und dann jammere ich über das Wetter…




Landet auch bei Regen, Binter Canarias. - Das zweite Foto heute, was hat das nur zu bedeuten?




Ohne Worte, aber mit Scheibenwischer




Sonntag 09.12.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1019 hPa

Wer war noch mal Islas Airways?
Auslastung geht auch ohne Konkurrenz zurück

Nichts hört man mehr von den Bemühungen, Islas Airways als Chartergesellschaft weiter zu betreiben, nachdem man im Oktober den Linienbetrieb eingestellt hatte. - Auch ist immer noch nicht wirklich transparent, was denn nun wirklich dazu geführt hat, dass man den Flugbetrieb nicht mehr weiter betreiben konnte. - Die Firmenleitung sagt, das Förderungsministerium schulde Islas Airways an die 10 Millionen Euro, weil man die Zuschüsse für die Residentenrabatte nicht bezahlt hätte. - Das Ministerium sagt, man habe wohl bezahlt, allerdings gleich an Gläubiger der Fluggesellschaft und darüber hinaus ermittle man ja wegen des Verdachtes des Betruges mit diesen Residentenrabatten. - Wir wissen es natürlich nicht, wer in diesem Fall Recht hat oder wie viel Recht, aber aus der vollständigen Ruhe um die Fluggesellschaft schließen wir, dass es wohl Bemühungen geben muss, diese Fluggesellschaft irgendwie noch zu verkaufen. - Dazu stehen die Zeichen allerdings nicht gut, denn hier im innerkanarischen Flugverkehr sinken die Auslastungszahlen, trotz des Weggangs der Islas Arways. - Im Moment fliegt, als fast Monopolist die Binter Canarias, und die streicht sogar noch Verbindungen, obwohl die Islas nicht mehr fliegt. - Fast Monopolist, weil die "Canaryfly" auch noch zwischen den Inseln fliegt, allerdings im Moment nur mit 2 kleineren Flugzeugen und nur zwischen Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. - Allerdings hat man Appetit auf mehr, gibt sich ausbaufähig, und will nun auch mit einer größeren ATR 72 La Palma anfliegen. - Wann das genau sein wird, das bekommt man noch nicht zu hören, und die Aussagen der Binter Canarias über die Entwicklung des innerkanarischen Passagieraufkommens lassen eigentlich keine guten Hoffnungen aufkeimen. - Mal sehen, ob Canaryfly wirklich wachsen wird und sich gegen den absoluten Platzhirsch Binter Canarias/Naysa/Canarias Airlines mit seinen 19 Flugzeugen durchsetzen kann. - Binter selbst betreibt die Flugzeuge gar nicht mehr, sondern das machen Naysa und Canarias Airlines, aber Binter steht auf allen dran und der Ticketverkauf und die Firmenleitung geht weiter von "Binter Líneas Aéreas de Canarias" aus, wie die Binter Canarias eigentlich komplett heißt. - Kritiker sehen in der Aufteilung des Betriebes lediglich tarifliche Gründe, Piloten und Kabinenpersonal hätten neue Verträge bei Naysa und Canarias Airlines erhalten, natürlich unter der Bedingungen, welche noch bei Binter gezahlt wurden. - Wir kennen die Verträge natürlich nicht, aber allgemein wird angenommen, dass es genau so vor sich gegangen ist. - Die Inselregierung und die Handelskammer haben nun gemeckert, dass Binter Canarias weniger Flüge nach La Palma anbietet, insbesondere der letzte Flug aus Tenerife nach La Palma um 21:00 Uhr gestrichen sei, und so kein Flugzeug der Binter mehr auf La Palma "übernachte". - Binter gibt sich überrascht von dieser Kritik, und sowieso, dass man jetzt im Dezember erst bemerkt hätte, dass dieser Flug fehle, wo man doch seit April diese späte Verbindung schon nicht mehr anbieten würde. - Und überhaupt, die Nachfrage nach innerkanarischen Flügen gehe weiter zurück, die Krise schlage auch auf dem Sektor voll durch und die Auslastung sei weiter gesunken, trotz des Wegbleiben des Konkurrenten Islas Airways, der in seinen besten Zeiten immerhin mit 6 ATR 72 gegen die Binter angeflogen war. - Kein Wachstumsmarkt im Moment, und es gäbe auch genügend Plätze, lediglich wer ganz knapp vorher buche, oder zu ganz bestimmen Zeiten gäbe es Engpässe, aber die habe es immer schon gegeben. - Im Moment fliegt die Binter, je nach Wochentag, zwischen 10 und 16 Mal zwischen Tenerife und La Palma hin und her, und 2 bis 3 Mal von und nach Gran Canaria. - Lediglich im Sommer gibt es meist eine Direktverbindung in der Woche nach Lanzarote, ansonsten werden von La Palma aus keine weiteren Ziele mit den Regionalfluggesellschaften angeflogen.





Samstag 08.12.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Breña Alta im Losglück
Mehrere Millionen gehen an die Ostgemeinde

Die prämierte Nummer ist die 52.908 der Samstagsziehung der "Lotería Nacional" und jedes dieser Zehntellose hat damit die Summe von 60.000 Euro gewonnen. - Allerdings ist noch nicht ganz klar, wie viele Lose denn auch verkauft wurden, deswegen gehen die Meinungen, wie viel Geld denn insgesamt nach La Palma geflossen sind, auch etwas auseinander. - "Elapuron.com" spricht von sage und schreibe 7,2 Millionen Euro, allerdings fürchte ich mal, dass es weniger sein werden, wenn nicht alle Lose verkauft wurden, oder auch noch anderswo hin gegangen sind. - Auf jeden Fall weiß man schon so viel, dass die Lose alle als Zehntellose verkauft wurden, der Gewinn also sehr verteilt sein muss. - Dazu muss man erklären, die "Lotería Nacional" verkauft Lose, die nochmal in Zehntellose "Décimos" unterteilt werden können, und das meist auch so geschieht. - Man nennt dann die Gewinnsumme des ganzen Loses, das wären 600.000 Euro und das in mehreren Serien, aber wer nur einen Losabschnitt kauft, und nicht das komplette Los, der erhält eben dann auch nur den zehnten Teil, in dem Fall 60.000 Euro. - In der Weihnachtslotterie am 22. Dezember geht das dann genau so, nur wird dort der erste Preis einem Zehntellos bereits 300.000 Euro bescheren. - Aber so weit sind wir noch nicht, und natürlich gibt man sich gerne auch mit plötzlichen 60.000 Euro zufrieden und die breite Verteilung dieser Gewinne sorgt dann sicherlich auch dafür, dass die Gemeinde Breña Alta, aber eben auch der Rest der Insel deutlich an Kaufkraft gewinnt. - Wenn alle Lose verkauft wurden, dann haben plötzlich 120 Menschen auf der Insel, und das meist in der Gemeinde Breña Alta 60.000 Euro mehr, und das ist eine Summe, die wohl nicht dafür hergenommen wird, um sie als Geldanlage zu verwalten, das ist Geld, welches auch unter die Leute kommt. - Meine Glückwünsche gehen nach Breña Alta und hoffentlich hat es Menschen getroffen, denen diese Spritze so richtig gut tut. - Aber in der momentanen Situation, mit über 30% Arbeitslosigkeit, da ist es gar nicht leicht für das Glück oder meinetwegen auch Schicksal, nicht die "Richtigen" zu treffen. - So darf dann der Einzelhandel auf der Insel auch wieder richtig auf ein besseres Weihnachtsgeschäft hoffen. - Hat man doch zunächst schwarz gesehen, da ja die Beamten und Angestellten im Öffentlichen Dienst kein Weihnachtsgeld bekommen, aber dieser Millionensegen macht diese Ausfälle wieder wett. - Mal eine ganz und gar glückliche Nachricht aus La Palma, so kann das weitergehen…



Samstag 08.12.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 76 % - Luftdruck 1021 hPa

Der Kulturbeauftragte gibt bekannt
Wir lassen es krachen


Zunächst aber noch ein kleiner Hinweis vom "Hafenbeauftragten" in Sachen Queen Mary II. - Gestern stand die noch auf dem "Fahrplan" uns heute zu besuchen, und das wurde auch von anderer Presse angekündigt, heute steht "nur" noch die "Kristina Katarina" auf dem Besuchsprogramm und von anderen Lesern erfahren wir, dass die Queen Mary II heute auf Madeira sein soll. - Zwei Inseln gelichzeitig, das geht nicht, und es tut mir leid, dass ich da wohl einer Falschinformation aufgesessen bin.

Der Kulturbeauftragte verlässt mal die gewohnten klassischen Pfade und gibt eine Veranstaltung bekannt, die auch für Leute mit weniger empfindlichem Gehör geeignet ist.

Am heutigen Samstag spielen in der Bar Central in El Paso zwei Bands, die Pop-/Jazz-/Rockgeschichte geschrieben haben. Und das nicht nur in lokalem Rahmen.

Die Adversos gibt es schon seit Ende der 90er Jahre, in wechselnder Besetzung. Die Gründer der Band sind aber allesamt noch dabei, wobei sich die fantastische Sängerin Mari wegen Babypause etwas zurückhält. Stilistisch bewegte sich die Formation ursprünglich eher im Bereich des anspruchsvollen Liedermacher-Pop, neuerdings kommt aber eine unüberhörbare Prise Rock und Fusion-Jazz dazu. Die Musik der Adversos ist selbst gestrickt und unbedingt empfehlenswert.

ForRain hieß früher ForRainOffice, eine verbalakustische Anspielung auf das britische Außenministerium. Der Trend zur Abkürzung hat das Office entbehrlich gemacht. An Besetzung und Stil hat das nichts geändert. Auch ForRain spielt Eigenkompositionen, evtl. einen kleinen, aber kräftigen Hendrix als Zugabe, sollte denn eine verlangt werden. Die Musikrichtung ist schwer einzuordnen, kann aber grob mit ProgRock bezeichnet werden. Das grenzt dann manchmal an Metal, beinhaltet aber auch Balladen. Größter Erfolg der Band war eine 14-tägige Tournee durch ganz Deutschland im Jahr 2003.

Alle teilnehmenden Musiker sind Amateure und stolz darauf, Pasenses zu sein. Und deshalb haben sie ein Heimspiel, also etwas, bei dem man stets sein Bestes gibt!

Ihr Bestes dürfen sie am Eingang abgeben, in Form von € 5. Wir wissen, dass eigentlich der Beifall das Brot des Amateurmusikers ist. Trotzdem freuen wir uns auf ihren Obolus.

Beginn ist um 21.30 Uhr, Speisen und Getränke gibt es in gewohnter Qualität im Lokal.

Jonatan Acosta, git., voc.
Marcos Capote, bass, voc.
Edi/Ödi Jonitz, voc, tecl.
María Padrón, voc.
Pedro Manuel Padrón, git., voc.
Carlos Rodríguez, bat.









Keine Angst, die wollen doch nur spielen...




Freitag 07.12.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 27 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 11,5 Grad

Kurz angegossen
Empörung über Arbeitsplatzverlosung, Queen Mary II und meine Rente geht in Las Palmas flöten

Die Verlosung eines Arbeitsplatzes mit einer Vertragslaufzeit von sechs Monaten in Santa Cruz schlägt inzwischen hohe Wellen. - (siehe gestern, 09:30) - Selten reichen palmerische Themen in die regionalen Blätter, aber diese Geschichte hat es dorthin gebracht und nun wird überall auf den Kanaren darüber gesprochen. - Die Gewerkschaften haben sich nun auch eingemischt, selten kann ich den Gewerkschaften in den letzten Jahren zustimmen, hier aber wohl. - Man verlangt, die Verlosung abzusagen, das Ganze wäre ein extrem schlechter Scherz, die Arbeitswelt und auch der Zustand der Arbeitslosigkeit darf kein Instrument werden, um mit Tombolas dagegen anzugehen und immerhin ist das ja eine Werbeaktion für den Einzelhandel in Santa Cruz, verwerflicher könnte das gar nicht mehr sein. - Ein paar Menschen verteidigen diese Aktion, nach dem Motto, viele wären froh, wenn sie sechs Monate Arbeit hätten, aber im Großen und Ganzen haben sich da die Mitglieder des Einzelhandelsverbandes " Asociación del Casco Histórico de Santa Cruz de La Palma" wohl keinen wirklichen Gefallen getan. - Schon spricht man von Boykott, aber das ist nun wirklich nicht Sinn der Sache, denn die Geschäftsleute selbst, die haben diese Idee ja nicht entwickelt, sondern die Direktion des Verbandes. - Auch ist es richtig was die Linkspartei "IUC" (Izquierda Unida Canaria) fordert, dass die Politiker, welche zu dieser Aktion applaudiert haben, schleunigst ihre Unterstützung zurücknehmen. - Unsere Inselpräsidentin fand das auch gut, allerdings auch der Bürgermeister der Hauptstadt, der selbst ernannte Sozialist, Sergio Matos. - Und es tut immer am meisten weh, wenn die eigenen Leute solchen Mist bauen und nicht nachdenken, bevor sie ignorant und blind applaudieren.

Bleiben wir in der Hauptstadt, denn morgen gibt es wieder ein Prachtexemplar an Schiff zu bewundern, die Queen Mary II legt erneut bei uns an, und wird den ganzen Tag in Santa Cruz liegen. - Wer also von zwei Wochen nicht die Chance hatte, für den tut sich das nun erneut auf, die Queen gibt sich erneut die Ehre unseren bescheidenen Hafen zu besuchen. - Überhaupt entwickelt sich unser Hafen zu einem extrem beliebten Besuchsort für die Kreuzfahrer, welche die Kanaren anlaufen, und so wie es aussieht, nehmen wir besonders dem Hafen von Santa Cruz de Tenerife viele Schiffe weg. - Das hört sich zunächst abwegig an, aber wenn man die Hafenpläne sich mal ansieht, dann legen bei uns inzwischen fast genau so viele Kreuzfahrer an wie in Santa Cruz de Tenerife, und manche der Schiffe nur bei uns und überhaupt nicht auf der viel größeren Insel und Stadt, obwohl es dort doch eigentlich mehr zu sehen geben sollte. - Man vermutet zwei Gründe dabei, wobei der eine klar auf der Hand liegt, dass für Ausflüge mit dem Bus unsere Insel viel kompakter und damit besser anzubieten ist, dort auf Tenerife wären die Anfahrten viel zu lange, bis man aus dem zugebauten Großraum Santa Cruz/La Laguna raus ist. - Der zweite Grund, der wird eigentlich eher gemunkelt, und ich weiß auch nicht ob das so richtig ist, aber man sagt, dass den Ausflüglern, welche von den Kreuzfahrtschiffen auf Tenerife einfach nur die Stadt besichtigen wollen, es viel zu oft passiert ist, dass sie von organisierten Banden beklaut worden seien. - So soll es inzwischen Reedereien geben, die lieber nach La Palma fahren und nicht mehr nach Tenerife, weil man hier eben sicher die Leute vom Schiff lassen kann und nicht dauernd Besatzungsmitglieder abstellen muss, den beklauten Passagiere auf der Polizei zu helfen. - Bitte, ich weiß nicht, wie weit dieses Gerücht stimmt, richtig ist aber, dass Tenerife Kreuzfahrer verliert, und wir welche gewinnen. - Nun müssen wir nur noch aufpassen, dass diese "Banden" nicht auch hinterherreisen. - Am 30. dieses Monats, da kommen dann gleich vier Kreuzfahrtschiffe an einem Tag zu uns, die "Boudicca", die "AidaBella", die "Queen Victoria" und die "Tomson Majesty" - Woher ich das weiß, ganz einfach, diese Webseite verrät es mir…

Bleiben wir in noch einer Hauptstadt, aber dieses Mal auf der dritten Insel heute, auf Gran Canaria. - Dort findet zwar gerade kein Diebstahl statt, aber dennoch habe ich nun Angst um meine Rente, denn inzwischen versuchen beide meiner Töchter gemeinsam den lahmenden Konsum auf den Kanaren anzupeitschen. - Meine Frau unterstützt diese Angelegenheit auch noch, hängt permanent vor dem Smartphone und bewertet Bilder, welche unsere Brut aus Umkleidekabinen direkt in unser Büro schickt. - Dann wird das abgenickt, oder auch verworfen, meist allerdings zugestimmt und wieder ratscht die Kreditkarte erneut durch den infamen Schlitz eines Lesegerätes, und ich zucke immer wieder bei diesem Geräusch. - Natürlich höre ich das von hier aus nicht, aber ich kenne das Geräusch genau, manchmal meine ich dabei so ein zynisches Gelächter heraus zu hören, welches irgend etwas von Rente und Altersarmut zischelt. - Aber das Kind fährt doch im Februar nach Schweden, da braucht die doch warme Sachen, und die sind halt bei uns so teuer, weil man die eben hier so selten findet. - Dagegen kann ich nichts sagen, aber warum die Andere dann auch so viel kaufen muss, obwohl die doch gar nicht nach Schweden fährt, sondern unserem Klima treu bleibt. - Das wiederum ist auch ganz einfach zu erklären, wenn die Eine was bekommt, dann muss die Andere auch was kriegen, sonst würden wir ja eine unserer Töchter bevorzugen. - Das geht natürlich nicht, und so kommt es eben, dass ohnehin bereits teure Klamotten plötzlich doppelt so teuer werden wie befürchtet. - Die haben einen Riesenspaß da drüben in Las Palmas, ich hasse verkaufsoffene Feiertage und werde die kommende Kreditkartenabrechnung auf keinen Fall studieren. - Wer zwei Töchter im konsumfähigen Alter hat, der schweigt und genießt…




Süßer die Tüten nie rascheln...




Freitag 07.12.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1020 hPa

Die Polen, zum Zweiten
Von Juni bis November im kommenden Jahr

Unser Rat für Tourismus, Julio Cabrera braucht dringend gute Stimmung und Presse, ist er doch sehr hart angegangen worden aus den Reihen der Partido Popular. - Es ist auch unglücklich gelaufen für den Politiker der Coalición Canaria, der nationale Tourismus sinkt ins Unscheinbare, und für den Sommer kommenden Jahres fehlen gleich vier deutsche Charterverbindungen. - Ob Julio Cabrera allerdings etwas dafür kann, dass uns solche desolaten Aussichten begegnen, das sollte man auch mal in den Raum stellen, denn Wunder und Zaubereien sollten wir in anderen Szenarien suchen. - Allerdings gibt es auch äußerst zweifelhafte Begebenheiten, und die betreffen den aktivsten Verband der Gewerbetreibenden im touristischen Geschäft, den "CIT-Tedote". - "Centro de iniciativas y turismo" heißt das ausgeschrieben und in der Tat haben die schon so einiges gerissen. - Aber es gibt eben immer wieder Stunk mit der politischen Führung, und hier eben gerade mit der Person Julio Cabrera, und immer wenn es jemand aus den Reihen des "CIT-Tedote" wagt, die Tourismuspolitik öffentlich zu kritisieren, dann muss derjenige gehen. - Das war zunächst Alfredo Capote, Direktor des Hotels Sol Melia in Puerto Naos, der kurzzeitig sogar Präsident des "CIT-Tedote" war, aber eben nach Kritik an Julio Cabrera gehen musste. - Jetzt hat es auch den Sprecher erwischt, Jorge Hernández muss einen Hut nehmen, auch wiederum nachdem der Julio Cabrera öffentlich kritisiert hat. - Das kann so nicht gesund sein, wer Kritiker wegschaffen lässt, also stumm macht, und auch der, der es mit sich machen lässt, der wagt mindestens einen schlechten Stil, und weder der "CIT-Tedote" noch Julio Cabrera gehen aus der Geschichte mit Orden hervor. - Schlecht natürlich für die Anstrengungen in Sachen den Tourismus dieser Insel wieder in Aufwindzonen zu bringen, und vielleicht war das ja einfach der Versuch des "CIT-Tedote" wieder enger mit dem Tourismusrat zusammenarbeiten zu können, nach dem Motte, Pragmatismus geht über Aufrichtigkeit. - Wir werden ja sehen, ob das was bringt, auf jeden Fall kündigt man nun einen neuen Erfolg des Tourismusrates an, im kommenden Sommer und Herbst soll ein Flieger die Woche aus Warschau zu uns kommen. - Das hatte man uns Anfang dieses Jahres auch schon versprochen, ist dann irgendwie eingeschlafen und jetzt heißt das, die Vorbereitungszeit sei zu knapp gewesen. - Von Juni bis November 2013 heißt es nun, und bis dahin kann man genügend Werbung in Polen machen, damit der Flieger dann auch voll wird. - Es wird wohl so sein, dass man dem Reiseveranstalter "Itaka" auch wieder, wie bei den Schweden, 5.000 Euro pro Flug bezahlt, in der Hoffnung, dass nach dem Auslaufen der Subventionen die Nachfrage groß genug bleibt, um dann den Dienst weiter aufrecht zu halten. - Ich habe keine Ahnung vom Tourismusmarkt in Polen, ob es dort Klientel genug gibt, La Palma als "andere" Kanareninsel zu besuchen, oder ob sich die nicht, wie bei den Schweden leider auch geschehen, eher an uns wenden, weil man Preiszugeständnisse gemacht hat. - An die Schweden hat man uns nicht als Alternative, sondern als billiges Ausweichquartier verkauft, und das ist sicherlich der falsche Weg. - Mal sehen, ob man das in Polen anders macht, und langsam muss man sich ja sowieso fragen, warum man auch den Tourismus unbedingt zu einem Subventionsgeschäft machen will, und die Politik die Aufgaben der Gewerbetreibenden übernimmt. - Es ist nicht die Aufgabe eines Tourismusrates Chartermaschinen nach La Palma zu bezahlen, sondern es wäre seine Aufgabe, so gute Werbung und so gute Voraussetzungen zu schaffen, dass man gar nicht erst die Fluggesellschaften anbetteln müsste zu uns zu fliegen, sondern die Nachfrage so groß ist, dass die sich um die Slots nach La Palma reißen. - Es ist wie im richtigen Leben, wir haben alles, wir können alles, außer verkaufen, - na ja, und Hochdeutsch…



Donnerstag 06.12.2012 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 11,8 Grad

Los Llanos wird lockerer
Wirte stellt die Tische raus

Spricht man von Los Llanos, dann fallen einem in letzter Zeit immer nur die Geschichten um das Asphaltwerk und auch die vielen Schulden wegen des Wassers ein. - Aber Los Llanos ist natürlich viel mehr, und der neue Stadtrat zeichnet sich eben nicht nur durch seine Undurchsichtigkeit in Sachen Asphaltwerk aus, und Ratlosigkeit bei den Wasserschulden, sondern es gibt auch die vielen kleinen Themen, die aber selten an die Öffentlichkeit geraten. - Jetzt wird eine neue Stadtverordnung dafür sorgen, dass viel mehr gastronomische Etablissements als noch früher, Tische und Stühle auf den Gehwegen vor dem Laden platzieren dürfen. - Das wird kräftig angefragt, immer mehr Menschen möchten draußen sitzen und dort ihren Kaffee, das Eis oder auch Wein und Bier konsumieren. - Allerdings heißt die alte Vorschrift in Los Llanos, das geht nur, wenn der Bürgersteig über vier Meter breit ist, und diese Verordnung sorgte eben dafür, dass die meisten Etablissements ihre Tische und Stühle gar nicht auf dem Gehweg platzieren durften. - Vier Meter, so viel ist gar nicht nötig, man kann auch auf weniger Meter einen Tisch so aufstellen, dass die Fußgänger nicht gestört werden, und nach dieser Vorgabe des "gesunden Menschenverstandes" will man zukünftig auch verfahren. - 45 Anfragen hätte es bereits von Wirten gegeben, damit die nun endlich auch ihren Gastraum auf den Gehweg hin erweitern können, heißt es auf einer Pressemeldung, aber wann das der Fall sein wird, das steht dort nicht geschrieben. - Diese Aktion ist aber eben nicht nur ein Einlenken gegenüber den Wirten, die Stadt hat natürlich auch was davon, kostet das doch eine jährliche Gebühr und dass Los Llanos klamm, aber nicht heimlich versucht mehr Geld in den Stadtsäckel zu schaufeln, dürfte ja ohnehin bereits auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sein. - Wenn allen damit gedient ist, dann ist das doch auch in Ordnung, und so lange es nicht regnet oder kalt ist, da ist es doch auch einfach viel angenehmer draußen zu sitzen, als drinnen.- Das ist übrigens noch gar nicht so lange her, dass man das fast ausschließlich den Inselgästen überließ, draußen zu sitzen. - Das machte man einfach nicht, auch wenn die Sonne wunderbar schien, und auch trotz der epochalen Erfindung des Sonnenschirmes, zog es die meisten Palmeros in den Gastraum um ein Getränk zu sich zu nehmen. - Das hat sich aber aufgelöst in den letzten Jahren, junge Menschen schüttelten solche komischen Traditionen schnell ab, genau so wie es früher absolut unmöglich war, dass eine Frau den Beruf einer Kellnerin oder Barfrau einnahm. - Heute ist das alles viel bunter und angenehmer, und wenn das kreuzkonservative Los Llanos nun auch noch über seinen eigenen Verordnungsschatten springen kann, dann haben wir eine schöne Zeit vor uns. - Dann können wir uns also wieder auf die Überwindung der Krise konzentrieren, damit wir uns auch ein Getränk im Straßencafé leisten können.




Der berühmte palmerische Parallelschlaf zeigt Mia fast schon ausgewachsen




Donnerstag 06.12.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1019 hPa

Hauptgewinn, ein Arbeitsplatz
Voll daneben ist auch vorbei

Um die Weihnachtszeit herum organisieren immer die Verbände der Einzelhändler der Gemeinden lustige bis dämlich Tombolas. - Für getätigte Einkäufe in den angeschlossenen Geschäften bekommt man Lose, und kurz vor dem Dreikönigstag, an dem hier die Geschenke überreicht werden, lost man dann die Preise aus. - Meist Geldpreise, bis zu 3.000 Euro, oder Einkaufsgutscheine und eigentlich will man damit die Kunden in den Ort locken oder im Ort halten, aber weil das jede Gemeinde macht, heben sich diese Anstrengungen gegenseitig wieder auf. - Macht aber nichts, es ist inzwischen Tradition, ganz so wie die Arbeitslosigkeit auch langsam zur Tradition hier auf den Kanaren wird. - In Santa Cruz hat man sich nun eine ganz neue Geschichte ausgedacht, auch dort vergeben die Einzelhändler Lose, für einen Einkauf ab 20 Euro Wert, und der Hauptgewinn ist, halten Sie sich fest, ein Arbeitsplatz. - Allerdings nur für sechs Monate und der Monatslohn beträgt 748 Euro, also der gesetzliche Mindestlohn und es mag Ihnen wenig vorkommen, aber hier arbeiten viele Menschen für dieses Gehalt. - Die mögen das für eine gute Idee halten, machen auch jede Menge Werbung dafür, allerdings finde ich diese Geschichte unmoralisch und auch erniedrigend, besonders für diejenigen, die ohne Arbeit sind. - Eine Arbeit ist ein verbrieftes Grundrecht und kein Gegenstand einer Lotterie, und darüber hinaus ist es unwürdig, wenn Besitzende, und in Arbeit stehende Menschen temporär andere, weniger privilegierte, über das Losglück auf ihre Stufe heben. - Und sie dann nach einem halben Jahr Gnadenbrot auch wieder herabstürzen. - Und das auch noch mit einem gönnerischen Lächeln und dem falschen Gefühl, etwas Gutes getan zu haben. - So richtig verstehen die das auch nicht, was die da eigentlich machen, und alle Politiker applaudieren sogar noch zu diesem traurigen Stück beschämender Werbung rund um das Drama der hohen Arbeitslosigkeit. - Zumal das auch noch eine ganz banale Inkonsequenz beinhaltet, wer arbeitslos ist kann sowieso nicht wirklich viel oder kaum was für das Weihnachtsgeschäft kaufen, kommt also gar nicht in den "Genuss" vieler Lose, sondern die werden wohl eher die bekommen, welche sich das auch leisten können. - Allerdings ist der "Arbeitsplatz" auch übertragbar, wer den Preis gewinnt, aber selbst Arbeit hat, der darf den an ein Familienmitglied weitergeben, welches keine Arbeit hat. - Sollte der Preis gar nicht vergeben werden, weil die Losnummer einfach nicht besetzt ist, dann fällt der Gegenwert von an die 6.000 Euro an die Abteilung Sozialdienste der Gemeinde Santa Cruz. - Ich bin mal gespannt, ob wenigstens die Gewerkschaften nun mal den richtigen Ton gegenüber solch dummen Feudalgehabe finden, jetzt wäre es Zeit mal den Mund aufzumachen, wenn man so weit gesunken ist, Arbeitsplätze in der Lotterie zu vergeben.



Mittwoch 05.12.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 18,7 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Lidl zieht allen die Hammelbeine lang
Alles offen morgen und auch am Samstag

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da waren an Feiertagen die Geschäfte noch zu. - Nun darf ich mich ja als normaler Konsument und Verbraucher freuen, dass man, immer wenn man will, auch einkaufen kann, allerdings bleibt ein kleiner fader Beigeschmack bestehen. - Der Auftritt des harten Discounters Lidl hier auf der Insel hat zum Teil die erwarteten Veränderungen gebracht. - Die anderen Supermärkte gehen nun auch gezielt auf die Angebote ein, die Lidl wöchentlich so streut, und unterbieten zum Teil die Angebote auch noch. - Da stehen dann an besonderen Posten die wohlmöglich zehn Artikel, auf die man sich diese Woche konzentriert, und eigentlich steht da geschrieben: "Seht her, wir sind billiger als Lidl." - Steht da natürlich nicht geschrieben, aber es mutet so an. - Nun kann man sich ja auch fragen, warum das nicht bereits früher ging mit den knallharten Preisen, sondern erst wenn Lidl kommt? - Kein Supermarkt hat bislang Zahlen verlauten lassen, wie "weh" ihnen der Auftritt von Lidl hier getan hat, aber spüren müssen die das allemal, denn es sind ja nicht mehr Konsumenten geworden, sondern einfach mehr Angbieter, und da müssen wir uns halt fragen, wie groß oder wie gefährlich für die anderen Läden der geringere Umsatz ist. - Und auch andere Auswirkungen hat das Auftreten von Lidl erwirkt, das sehen wir jetzt besonders an diesen Feiertagen. - Wie herum die Geschichte gelaufen ist, kann ich nicht sagen, aber auf jeden Fall haben am morgigen Verfassungstag alle großen Supermärkte offen, und Lidl auch, und am Samstag, an Mariä Himmelfahrt ebenso. - Einige Läden setzten dann noch eines drauf und öffnen am Sonntag auch noch, wegen Weihnachten, aber die Feiertagsöffnung ist ganz klar eine Kampfansage der Supermärkte untereinander. - Mehr arbeiten und längere Öffnungszeiten mit geringeren Umsätzen, das geht auf die Dauer nicht gut, dazu muss man keine Wirtschaftslehre studiert haben. - Die anderen Läden müssen dann wohl Personal abbauen auf die Dauer, denn Preise anheben hat man sich ja verboten. - Ein bisschen haben es die anderen Supermärkte ja auch versäumt, sich vorher bereits fit zu machen und ihr Angebot jetzt nicht nur Lidl anzupassen, sondern vielleicht nicht nur mit günstigen Preisen, sondern auch noch mit einem breiteren Sortiment sich von der Vergleichbarkeit mit Lidl fern zu halten. - Wenn andere billiger sind, musst du besser sein, sonst braucht dich niemand mehr. - Was für uns Verbraucher schönste Dienstleistungen sind, das kann für die Angestellten zur Qual werden, nicht nur weil man nun auch an Feiertagen arbeiten muss, sondern das wohlmöglich auch noch unter besonderem Druck.

Wir konnten bei unserem letzten Besuch bei Lidl eine extrem belastende Begegnung beobachten, die uns bis jetzt noch nachhängt. - Wir waren fertig mit unserem Einkauf und stellten uns an den Kassen an und hatten das Glück, dass gerade eine neue Kassiererin eine Kasse aufmachte. - Wir waren ganz vorne dran, legten unsere Ware auf das Band und die Kassiererin hackte noch auf den Kassencomputer irgendetwas ein, und schien ziemlich nervös zu sein. - Schließlich lagen alle unsere Produkte auf dem Band und immer noch nicht fing sie an zu kassieren, denn es stimmte irgendwas mit dem Kennwort nicht, was sie wohl eingeben musste. - Die junge Frau wechselte nun von nervös auf panisch, und rief schließlich einen Kollegen um Hilfe, der ihr dann auch helfen konnte. - Ich versuchte sie noch zu beruhigen, dass wir keine Eile hätten und sie ganz in Ruhe doch ihre Arbeit machen sollte. - Darauf reagierte die gar nicht, sondern fing dann an unsere Waren in einem Affentempo über den Scanner zu ziehen, dass ich Angst hatte um die Produkte, aber noch mehr Angst um die Kassiererin, die irgendwie wie eine rasende Maschine wirkte. - Beim Bezahlen ging ihr das auch nicht schnell genug mit meinem Kramen nach Münzen, sie drückte mir ganz schnell das Wechselgeld in die Hand, ohne darauf zu achten, dass ich ihr Münzen geben wollte. - Wir konnten uns nicht so richtig einen Reim drauf machen, bis meine Frau recherchierte, dass die Kassierer dort mindestens 40 Artikel in einer Minute über den Scanner ziehen müssen, sonst dürfen sie nicht mehr an der Kasse arbeiten oder Schlimmeres. - Und was nun eben ansteht, nach drei Monaten Lidl, die ersten Verträge scheinen auszulaufen und so kann es gut gewesen sein, dass die arme Frau dort keinen schlechten Tag erwischt hatte, sondern um ihren Arbeitsplatz kämpfte. - Bitte, wie gesagt, wir können uns da irren, aber das was wir da erlebt haben, das war ein Mensch in Panik. - Eine weitere Geschichte gibt es noch dazu, die uns noch tiefer in solche unangenehmen Vermutungen stürzt. - Es gibt ja die viel gelesene Online-Zeitung elapuron.com, welche auch die Möglichkeit bietet, Kommentare abzugeben. Das wird fleißig genutzt, eigentlich lebt diese Webzeitung mehr durch die Beachtung der Kommentare, als durch die Artikel selbst, aber das ist nun mal so in einer äußerst neugierigen Gesellschaft. - Da konnte man heute einen Kommentar lesen, der die Überschrift trug, die in etwa so lautete: Lidl versaut den ersten Menschen das Weihnachtsfest, und als Text stand da, es gäbe nun die ersten Entlassungen, eben noch vor Weihnachten obwohl doch gerade jetzt eigentlich die meiste Arbeit herrscht. - Zwei, drei andere antworteten auch bereits darauf mit Empörung, da sind wir immer schnell dabei, und schwupps war der "Strang" auch schon wieder raus aus der Zeitung, da hat jemand den Notaus-Knopf gedrückt. - Kann natürlich sein, dass da ein technischer Fehler passiert ist, das dürfen wir niemals ausschließen, kann aber auch sein, dass da jemand einen ehemaligen und möglicherweise zukünftigen Werbekunden nicht verprellen will. - In der Chronik habe ich die Seite schon noch wiedergefunden, allerdings landet man jetzt auf einer leeren Kommentarseite, so kann Journalismus auch aussehen. - Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich finde anonyme Kommentare gar nicht gut, und würde das niemals zulassen, denn wer eine Meinung vertreten will, der sollte auch einen Namen haben, aber diese Zeitung lebt davon, dass anonym gepostet wird und da wird es dann schwierig, mit der sicher auch oft notwendigen Zensur. - Wer Schweinerein postet, das geht nicht, da müssen die einschreiten, oder wenn andere Menschen gemobbt werden, aber solch einen Eintrag zu löschen, das hat dann andere Hintergründe. - Wie gesagt, ich kann mich auch irren, die gute Frau bei Lidl hatte einen schlechten Tag und bei elapuron gab es eine technische Panne, lieber wäre mir das allemal…



Mittwoch 05.12.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1021 hPa

Los Llanos in der Wasserschuld
Drei Millionen Euro Erblast

Man wird zwar gefragt, ob man die Wahl annimmt, nicht aber, ob man das Erbe will. - In der Lokalpolitik kann man sich lediglich aussuchen, ob man mitmachen will, oder es lassen, aber wenn man mitmacht, dann muss man auch die Konsequenzen tragen. - So erbt man den gesamten Mist der Vorgängerregierung und das bedeutet zum Beispiel im Fall der Gemeinde Los Llanos, ein Asphaltwerk und darüber hinaus Schulden, alleine wegen des Bezugs an Wasser, in der Höhe von drei Millionen Euro. - Und das, weil der alte Stadtrat seit dem Jahr 2005 das Wasser nicht mehr an den "Consejo de Aguas" bezahlt, wohl aber seinen eigenen Bürgern das Wasser berechnet hat. - Möglich wurde eine solche Geschichte einfach nur, weil man halt "unter Brüdern" nicht mahnt oder anklagt, sondern gewähren lässt. - Absolute Mehrheit der Coalición Canaria in Los Llanos, und die Inselregierung, welcher auch der "Consejo de Aguas" untersteht ebenso in den Händen der Coalición Canaria, machen so etwas möglich, Kredit so lange bis die Regierung platzt, so hat man sich das wohl gedacht. - Die, seinerzeit Opposition, hat die Wasserschulden öfter mal angemahnt, aber da hieß es immer, das bezahlen wir, wenn wir die Wasserversorgung der Stadt privatisieren, macht euch keine Sorgen. - Im Mai 2011 aber ist das unvorstellbare passiert, die Coalición Canaria hat die absolute Mehrheit in Los Llanos verloren, wohl auch wegen der Asphaltwerke, und nun hat eine handgeschmiedete und geknetete Koalition aus Partido Popular und den Sozialisten der PSC/PSOE eine Mehrheit, und die haben wohl richtig Probleme, die Schulden mit dem Wasser irgendwie zu handhaben. - Denn nun heißt es nicht mehr, keine Eile, der "Consejo de Aguas", immer noch in Händen der Coalición Canaria, möchte klare Ansagen haben, wie man es sich denn vorstellt, diese Schulden zu bezahlen. - Der jetzige Gemeinderat hat nicht die geringste Vorstellung, wie man denn diese Schulden bezahlen soll, denn man hat ja nicht nur die Wasserschulden geerbt, sondern auch noch alle möglichen weiteren Verbindlichkeiten, die sich in vielen Legislaturperioden in selbstgefälliger absoluter Mehrheit der Coalición Canaria angehäuft haben. - So hören sich die Lösungsvorschläge seitens des jetzigen Gemeinderates auch ziemlich dürftig an. - Man möchte die Schulden in Raten von je 5.000 Euro abstottern, was also bedeuten würde, dass man 50 Jahre dazu braucht. - Nicht gerade einladend dieser Vorschlag, und irgendwie als hilflos zu betiteln, aber sollte es gelingen, die Wasserversorgung zu privatisieren, denn würden man den gesamten Betrag auf einmal bezahlen. - Auch dieser Hinweis ist als hypothetisch anzusehen, denn man sollte nicht erwarten, dass es jetzt noch Versorger gibt, die den Städten und Gemeinden Geld dafür bezahlen, dass man die Wasserversorgung für einen längeren Zeitraum übernimmt. - Das war mal so, da haben sich mehrere Firmen beworben, sich gegenseitig die Preise versaut um dann festzustellen, dass die Wassernetze welche man von den Gemeinden übernimmt, derart marode sind, und die Zahlungsmoral der Endverbraucher so schlecht, dass man mit Stadtwasserversorgung hier auf der Insel wohl kein Geld verdienen kann. - Kommt Zeit, kommt Rat, kommt viel Zeit, kommt neuer Stadtrat, zweieinhalb Jahr noch dauert diese Legislaturperiode, vielleicht kann man das ja auch noch aussitzen…



Dienstag 04.12.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 25 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 20,9 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Die Krise schläft nicht -
besonders nicht in einem "Parador"

"Paradores Nacionales" heißt eine eigentlich wunderbare Einrichtung hier in Spanien, fast einhundert Hotels über das gesamte Land verteilt sollen dem Gast regionale Reize und Gepflogenheiten näher bringen. - Zum Teil sind die "Paradore" in Burgen und Schlössern untergebracht, andere aber auch Neubauten, so wie das bei unserem auf La Palma der Fall ist. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da stand der "Parador" mitten in der Hauptstadt, ein wuchtiges Gebäude im Kolonialstil, und ich weiß ehrlich gesagt nicht so ganz, warum man von dort weggezogen ist nach Breña Baja. - Von dort hat man aber einen schönen Blick auf die Hauptstadt, die Gebäude sind, wenn auch modern, trotzdem im kanarischen Stil gehalten, und es ist extrem ruhig dort. - Vielleicht war das ja der Grund, warum man diesen Standort gewählt hat. - Da die "Paradores" eine, noch staatliche Hotelkette sind, man spricht nämlich davon, diese teilweise zu privatisieren, nächtigen die Mitglieder der Königsfamilie und auch Staatsgäste fast immer in Hotels dieser Organisation, so dass in den meisten "Paradores" bereits königlicher Besuch war, auch bei uns auf La Palma. - Dennoch geht es der Kette "Paradores Nacionales" wirtschaftlich schlecht, unterschiedliche Quellen nennen unterschiedlich hohe Summen an Verbindlichkeiten, so zwischen 50 und 100 Millionen Euro Schulden müssen aber in den vergangenen Jahren aufgelaufen sein. - Warum, das ist ganz klar, die Krise wirkt sich heftig auf das Gelingen dieser Hotels aus, die Auslastung sei insgesamt von 70% in 2007 auf 52% im Jahr 2012 gesunken. - Die meisten Gäste dieser Hotels sind nicht ausländische Urlauber, sondern eben nationale Touristen und auch Geschäftsleute, die heute wohl eher einfacherer Unterkünfte wählen oder wählen müssen. - Die vielen Schulden machen nun Schnitte notwendig, die man bislang immer abgelehnt hatte, ein bisschen Augen zu und durch war die letzten Jahre angesagt, nun aber wird gehandelt. - Einige Häuser aus dem Angebot machen wohl erhebliche Verluste, und als die Gesamtauslastung noch besser war, da war das nicht so schlimm, da konnte man defizitäre Anlagen einfach "mitschleppen", nun aber will man sich von sieben Hotels ganz trennen und diese schließen. - Die Hotels hier auf den Kanaren sind nicht von Schließungen bedroht, das trifft die Häuser in Albacete, Manzanares (Ciudad Real), Ayamonte (Huelva), Ferrol (A Coruña), Puerto Lumbreras (Murcia), Teruel und Verín (Ourense). - Allerdings will man andere 27 Hotels nur noch saisonal betreiben, also fünf oder sechs Monate im Jahr geschlossen halten und in fast allen anderen Hotels Mitarbeiter entlassen. - Das betrifft nun auch die Kanarischen Inseln, hier sollen 23 Angestellte entlassen werden. - Auf El Hierro deren sieben, auf den Cañadas auf Tenerife sechs, genau so viele wie auf Gran Canaria (Tejeda), drei bei uns auf La Palma, und zwei Angestellte auf La Gomera sollen auch ihren Job verlieren. - Da haben wir ja noch Glück gehabt möchte man sagen, so schlimm können also die Zahlen für das Hotel auf unserer Insel nicht sein. - Mit den Schließungen, den Saisonarbeiten und den Entlassungen betrifft das an die 14 Prozent der Belegschaft, und das wären dann über 600 Menschen. Die Gewerkschaften haben gegen die Pläne der Hotelkettenleitung auch schon derbe Proteste angekündigt, man ist hier, eben weil es ein Staatsbetrieb ist, noch stärker gewerkschaftlich organisiert, als das bei Privatbetrieben so ist. - Es wird noch Treffen geben zwischen der Firmenleitung und Gewerkschaftsvertretern, damit will man angezeigte Streiks an den Feiertagen verhindern, mal sehen, ob das noch klappt. - Von der Institution "Pardores Nacionales" gibt es auch eine deutsche Webseite, in der man einige Informationen erhält, und natürlich die Häuser auch buchen kann.



Dienstag 04.12.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1025 hPa

Grüne Landung auf der Grünen Insel
La Palma und Lanzarote sind dabei

Vom Fliegen verstehe ich nicht allzu viel, sondern ich verlasse mich im Allgemeinen darauf, dass der Pilot auch Frau und Kinder hat. - Was wir aber wohl alle schon gehört haben ist, dass die Fliegerei in Sachen Ökobilanz nicht die allerbesten Referenzen hat, und man weit weg davon ist, irgendwie mit Umweltschutzargumenten werben zu können. - Aber einiges hat sich da auch schon einiges getan, die modernen Flugzeuge verbrauchen deutlich weniger Kraftstoff als die älteren Modelle, und man will auf die Dauer hin auch weg vom Fliegen auf den vorgegebenen Trassen und Luftstraßen, um den direkten Weg zum Ziel wählen zu können. - Die Fluggesellschaften und die Ökologen gehen da Hand in Hand, die einen weil Kerosinsparen für die Gesellschaften inzwischen lebensnotwendig geworden ist, und die Ökologen freuen sich auch über jede gesparte Tonne Treibstoff. - Und dann gibt es auch noch die "Grüne Landung", oder genauer den "Grünen Anflug" in dem die Maschinen aus ihrer Reiseflughöhe wie ein Segelflugzeug bis kurz vor der Landung mit gedrosselten Triebwerken zur Landung ansetzen. - Das hat sich aber noch nicht wirklich durchgesetzt, erst einige Fluggesellschaften sind dabei, und auch erst einige Flughäfen werden so angeflogen. - Aber man kann wohl wirklich Sprit sparen dabei und wenn es darum geht, sind alle schnell hellhörig geworden. - Skandinavische Fluggesellschaften haben wohl damit angefangen und nun ziehen andere nach, und La Palma und Lanzarote sind die beiden kanarischen Flughäfen, welche nun ausgewählt wurden, von bestimmten Fluggesellschaften auch mit der "Grünen Landung" beglückt zu werden. - Die Airberlin, EasyJet, Thomas Cook, und Quovadis sind die Fluggesellschaften welche bei diesen Tests mitmachen wollen, also betrifft das in unserem Fall nur die Air Berlin. - Ab kommenden Jahr soll es losgehen und die Passagiere sollen eigentlich so gut wie gar nichts davon mitbekommen, nur eben, dass es noch leiser werden wird beim Anflug. - Soll uns alles Recht sein, wenn man damit Sprit sparen kann, dann soll man das machen und man fragt sich dann eigentlich nur, warum man das nicht schon immer so gemacht hat. - Ob man danach auch über einen "Grünen Start" nachdenken will, und wie das überhaupt gehen sollte, das wird in der Presseerklärung nicht tangiert…




Der neue Flughafen La Palma




Montag 03.12.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 22,6 Grad - niedrigste Temperatur 13,7 Grad

I now declare this bazaar open
Krippen und Mandelblüte

Heute morgen habe ich meinen Augen kaum getraut, auf dem Weg in die Schule mit meiner Tochter, sahen wir den ersten Mandelbaum mit Blüten. - Direkt an der Hauptstraße steht der, und ist ein alter Bekannter, da er sehr auffällige Blüten besitzt, nämlich fast lilafarbene. - Ganz schön früh, gleichzeitig mit der Eröffnung der Krippe in Los Llanos die ersten Mandelblüten, da muss ich scharf nachdenken, ob wir das schon mal gehabt haben. - Im Norden der Insel blühen die Mandeln eigentlich immer zuerst, allerdings weiß ich nicht, ob sich dort auch schon etwas rührt. - Bei uns ist das eigentlich so ab Weihnachten der Fall, da geht das dann los, anfangs zögerlich und später dann im bunten Reigen. - So ganz wage ich es nicht vorherzusagen, ob wie denn eine gewaltige und schöne Mandelblüte bekommen, denn zu viele Umstände müssen mit überlegt werden. - Letzten Winter die Trockenheit, aber auch die fehlende Kälte haben dazu geführt, dass viele Mandelbäume die Blätter gar nicht abgeworfen haben. - Und das wissen wir ja, das braucht die Mandel eigentlich um voll blühen zu können. - Auf der anderen Seite war das ja kaum was mit der Blüte im letzten Jahr, wegen des Wassermangels, und nun hat es ja bereits im Oktober und November zusammen 400 Millimeter geregnet, also etwa das Mittel eines gesamten Winters, und das müsste ja nun eigentlich die Mandelbäume von der Blüte her zum Explodieren bringen. - Diese frühe Blüte würde ja dann für die schönere Variante sprechen, allerdings wäre dann die Blüte auch schon wieder früher vorüber, was besonders für das Mandelblütenfest in Puntagorda dann schade wäre. - So auf die Schnelle habe ich jetzt auch nicht recherchieren können, wann eigentlich das Mandelblütenfest im kommenden Jahr geplant ist, aber es wäre nicht das erste Mal, dass dann schon keine Mandeln mehr blühen würden. - Die Mandelblüte besticht nicht nur durch die Farbvielfalt, es geht von rein Weiß bis hin zu tiefem Lila, es ist auch noch der "Phoenix-Effekt" will ich das mal nennen, der so faszinierend ist. - Viele Mandelbäume sehen im Winter aus, als wären sie absolut tot. - Kein Blatt, der Stamm meist gekrümmt und struppige Äste machen sogar einen verwahrlosten Anschein, und dann plötzlich entwachsen diesem krüppeligen Stück toten Holzes wunderschöne Blüten. - Muss man gesehen haben, eine der vielen Attraktionen, welche unsere Insel eben einfach so bietet. - Die Krippe in Los Llanos ist auch eine Attraktion, allerdings wird die von Menschen gemacht, und jedes Jahr gibt man sich unheimlich große Mühe, nicht nur die Geschichte um die Krippe selbst in Miniaturen darzustellen, sondern auch noch ein großes Stück Landschaft der Insel. - Und die Figuren spielen dabei eine große Rolle, Menschen im Alltag werden dort gezeigt, Menschen gebückt bei der Arbeit, betend auf der Prozession, oder eben beim Pinkeln und auch beim großen Geschäft. - Auch das gehört dazu in Spanien, auf einer Krippe, die was taugt, da findet man auch immer einen "Cagón" und einen "Meón". - Auch in diesem Jahr sind die Brüder des Metabolismus wieder dabei auf der Krippe, es ist also alles so wie es sich gehört, da verstehen wir keinen Spaß, wenn es um die Freude geht. - Die Krippe findet man an der Plaza, schräg gegenüber der Post, und auch wenn es sich dieses Mal um eine kleinere Version handelt, also eine Art "Krisenkrippe", es lohnt sich allemal die zu besuchen. - Danach einen kleinem Bummel durch Los Llanos, ein Glas stärkenden Weines hier und da, prächtig kann es uns gehen, wenn wir uns mal gehen lassen.







Mehr Bilder der Krippe von Los Llanos gibt es HIER




Montag 03.12.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1025 hPa

Kaderschmiede oder Klippschule?
Halbprivate Schulen in der Kritik

Und die Kritik kommt aus einer Ecke, aus der man die zunächst gar nicht vermuten würde, wird aber damit ernster zu nehmen sein. - Auf La Palma gibt es zwei große Privatschulen, beide mit katholischer Führung, "Santo Domingo de Guzmán" in Santa Cruz und "Nazaret" in Los Llanos. - Aber so privat sind die gar nicht mehr, die Eltern müssen zwar Schulgeld bezahlen, an die 65 Euro im Monat, die Kosten für den Betrieb der Schulen aber werden auch von der Bildungsbehörde getragen, wie bei den anderen öffentlichen Schulen. - Die Vereinigung der Elternbeiräte der Insel wendet sich nun mit harscher Kritik gegen den Betrieb der Schulen auf diese Art und Weise, da es nicht mehr zeitgemäß sei, solche Schulen auf unserer Insel zu betreiben. - Entweder müssten die Schulen komplett privat betrieben, eben dann auch finanziert werden, oder aber man hört auf, von den Eltern Schulgeld zu kassieren, so wie das in den anderen öffentlichen Schulen auch nicht gemacht wird. - Nun fragt man sich natürlich, mit welchem Hintergrund kritisiert dieser Verband diese Schulen, kann man doch eigentlich nichts "Böses" daran erkennen, wenn es diese Einrichtungen gibt. - Früher hat das auch niemand kritisiert, und diese beiden Schulen galten mal als "Kaderschmieden", allerdings liegt das schon eine ganze Weile in der Zeitrechnung zurück. - Das Zwitterdasein, eigentlich privat, und mit eigenen Regeln, aber voll vom Staat finanziert, das ist der Haken an dem sich die Kritik aufhängt, denn inzwischen ist die Zahl der Schüler auf den anderen öffentlichen Schulen im Sinken begriffen und ohne Probleme könnten die anderen Schulen in Santa Cruz und Los Llanos die Schüler der beiden Privatschulen aufnehmen, ohne dass Überbelegung entstehen würde. - Da die Schulen pro Schüler und nicht pro Klassenzimmer von der Behörde finanziert werden, bedeuten diese Schüler also bares Geld für die Schulen und so sieht man das eben in den komplett öffentlichen Schulen gar nicht so gerne, wenn die halböffentlichen, denn wirklich privat kann man ja eigentlich gar nicht sagen, da Konkurrenz zu den öffentlichen Schulen bringen. - Warum wir inzwischen Schülermangel haben ist auch ganz einfach zu erklären, einmal gehen hier die Geburtenraten seit vielen Jahren auch drastisch zurück, aber noch deftiger wirkt sich die Rückwanderung der vielen Immigranten aus, welche noch zu Zeiten des wirtschaftlichen Booms zu uns gekommen waren. - Dennoch bleibt es bemerkenswert, die Vereinigung der Elternbeiräte der Insel möchte am liebsten Schulen abschaffen, das ist eine wirklich nicht alltägliche Forderung. - Man kann geteilter Meinung sein, ob Schuluniformen und religiöse Verwaltung noch in die heutige Zeit passen, aber ob man die Probleme bei der Finanzierung der öffentlichen Schulen damit reparieren kann, in dem man diese halbprivaten Schulen abschafft, das möchte ich dann doch bezweifeln. - Ein Vorgang stößt wohl auch noch heftig auf. - Die Lehrer aller öffentlichen Schulen im Land müssen dieses Jahr auf ihr Weihnachtsgeld verzichten, Sparmaßnahmen von Madrid aus angeordnet. - Die Lehrer der beiden katholisch geführten Schulen aber nicht, obwohl die Kosten für den Schulbetrieb auch von der Bildungsbehörde getragen wird, so zumindest steht das in der Pressemeldung der Elternvertretungen zu lesen, und wenn das wirklich so ist, dann bleibt da mehr als ein großes Fragezeichen stehen.



Sonntag 02.12.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 14,1 Grad

Am Mittwoch beginnt Weihnachten
"Dezemberbrücke" läutet die harten Wochen ein

Es kommt immer auf die Verfassung an. - Spanien ist nicht in allerbester, aber dennoch feiert man hier am sechsten Dezember den Verfassungstag. - Das Wortspiel muss man mir erlauben, auch wenn es bereits abgedroschen ist. - Eigentlich meinen die meisten, der sechste Dezember wäre in einem äußert katholischen Land der Nikolaus, und deswegen sind die Läden zu, ist aber nicht so, der Nikolaus geht uns an der Hüfte vorbei, und auch hier hat sich bereits der Blödsinn eingebürgert, dass ein falsch terminierter und leicht dadaistischer Nikolaus zum "Santa Claus" mutiert ist. - Aber das ist ein anderes Thema, also lassen wir das. - Am 6. Dezember 1978 hat Spanien seine bis heute gültige Verfassung erhalten, und das feiern wir jedes Jahr wieder, und das ist uns wichtiger als der Nikolaus. - Es geht aber weiter mit den Feiertagen, und da schlägt die Kirche nun wohl wieder zu, denn am 8. Dezember feiern wir den am häufigsten missverstandenen katholischen Feiertag überhaupt, den "Día de Inmaculada Concepción. - Mariä Empfängnis, oder wie es etwas erklärender inzwischen auf katholisch heißt: "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria." - Damit will man erklären, dass man an dem Tag nicht dieses medizinische Wunder der Jungfrauengeburt feiert, sondern dass man die Maria, als Mutter Gottes, ohne diese lustige wie listige Erfindung der Erbsünde auf die Welt geschickt hat. - Aber das mit der Erbsünde, das zieht auch immer weniger als klerikales Druckmittel, dennoch reicht es bei uns immer noch für einen Feiertag. - Man kann also mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die allermeisten am Mittwochnachmittag den Kelle oder den Löffel fallen lassen, nicht abgeben bitte, und vor kommenden Montag dann auch nicht wieder aufheben. - Danach wird aber sofort in den Weihnachtsmodus geschaltet, das heißt, ab dann verschiebt man alle größeren Vorhaben bis "nach den Fiestas" und das heißt bei uns bis zum 7. Januar. - Ganz Harte zählen dann schon wieder die Tage bis Karneval, es kommen also robuste Zeiten auf uns zu. - Es gibt wohl auch interne Kritik hier bereits an unserem Feiertagsverhalten, und nicht Wenige meinen auch, wir sollten das mit dem Feiern eigentlich bis dann aufschieben, wenn wir wieder Grund habe zu feiern, aber noch kann man sich nicht wirklich dazu durchringen. - Ganz kontraproduktiv ist da übrigens Kritik von außen, das mögen wir gar nicht, wenn, dann hauen wir uns selber in die Paella-Pfanne, aber bitte nicht mit dem Merkelschen Zeigefinger, und da kann die zehnmal Recht haben, das stößt uns gallig auf. - Zu dem Thema, aber ein bisschen im Land verrutscht, aber dennoch auch für uns passend, gibt es ein interessantes Video über ortugal, welches manche Dinge mal aus der Perspektive, der so furchtbar benannten "Pigs-Countries" (Portugal, Italy, Greece, Spain) zeigt. - Ein Bekannter sandte mit den Link zu, lohnt sich, mal darüber nachzudenken. - Für uns bedeutet die Dezemberbrücke, dass wir ein paar Tage bereits Zukunft üben können, die jüngere aber größere Tochter fährt nämlich die ältere aber kürzere Tochter auf Gran Canaria besuchen. - Die wollen dort die ganzen Tage intensiv Mathematik und Wirtschaft büffeln, was sind das nur für liebe Kinder… War das schwierig noch einen Flug zu bekommen, denn an der Brücke verreisen alle, die das irgendwie können, und viele nehmen diese Tage auch schon dazu her, sich auf Tenerife mit Weihnachtseinkäufen die Brücke ordentlich zu versauen. - Jetzt macht sich das Fehlen der Islas Airways wohl bemerkbar, und Binter Canarias kann an diesen Tagen Preise nehmen, welche das robuste Odeur des fröhlichen Monopolisten klar wahrnehmen lässt. - Wir haben spät gebucht, weil wir eben lange nicht wussten, dass Madame an den Tagen "empfängt", und nun muss unsere jüngere Tochter über Tenerife nach Gran Canaria fliegen, anders war das nicht mehr drin. - Von Mittwoch bis Sonntagabend bin ich also mit meiner Frau alleine hier im Haus, das haben wir auch schon lange nicht mehr gehabt, aber wir können so gleich mal üben, wie das in Zukunft dann vor sich geht, wenn die zweite Tochter auch irgendwann mal aus dem Haus ist. - Man hat uns schon mehrfach davor gewarnt, sind die Kinder erst aus dem Haus, dann fallen den Alten die komischten Dinge ein. - Wir werden ja sehen, vielleicht genießen wir es einfach auch, mal ein paar Tage ohne den dummen Zwang der permanenten Verantwortung zu verbringen.



Sonntag 02.12.2012 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1019 hPa

Der Primärsektor soll wieder mehr Gewicht erhalten
Öl aus Oliven und Avocados

Die Idee, Olivenöl hier auf der Insel zu produzieren ist nicht wirklich neu. - Es gibt auch bereits einige kleine Anpflanzungen, und selbst wir haben ein paar Olivenbäume im Garten, aber wie man daraus ein Geschäft machen kann, das lag bislang außen vor. - Zu mächtig, und vor allem zu billig die Importe aus Andalusien, und die schicken ja auch nicht irgendwelchen Mist, sondern von dort kommt hochwertiges Olivenöl, welches man hier auf der Insel wohl auch nicht wirklich besser machen könnte. - Das muss man wohl von vorne herein wissen, wenn man sich auf diesen Markt begibt, also können wir auf keinen Fall irgendwie Massenproduktion anpeilen oder einfach im Supermarkt neben bereits neun verschiedenen Olivenölen ein zehntes stellen. - Auf Gran Canaria hat man es uns vorgemacht, auch die haben eine kleine, aber wohl funktionierende Olivenölproduktion aufgebaut, die eher touristischen Charakter hat und Besuchern wie Liebhabern von lokalen Produkten vorbehalten bleibt. - Aber es geht, ein Nischenprodukt natürlich, aber eben auf der Schiene lokaler kleiner Schätze angesiedelt, und sicher wäre solch ein Öl, und bitte nett in Flacons abgefüllt, auch ein besonderes Mitbringsel für Daheimgebliebene. - Und was man da alles machen könnte, natürlich in kleinen Serien, Jahrgangsöl, sortenreine Öle mit Lagenbezeichnungen, Öle mit Kräutern, auch für äußere, medizinische Anwendungen, und was einem immer noch einfallen will. - "Aceite de Oliva de La Palma" warum nicht, als wertvolles und hübsch arrangiertes Nischenprodukt sicherlich eine Bereicherung des Angebotes. - Das zweite Vorhaben bezieht sich auf die Herstellung von Avocadoöl, und hier richtet sich der Blick weniger auf lokale Verbreitung des Produktes, sondern auf den Export. - Avocadoöl wird bislang meist in der Kosmetik verwendet, findet aber auch in der gesunden Ernährung immer größeren Raum, da irgendwelche Studien wohl ergeben haben, dass Avocadoöl wohl in der Krebsvorsorge einzusetzen ist. - Ich verstehe davon zu wenig und alleine bereits der Satz: "Wie eine Studie aus den USA zeigt…" bringt bei mir eher Misstrauen als Begeisterung hervor. - Aber das wissen Andere besser und so soll der Versuch in den Markt der Avocadoölproduktion einzusteigen natürlich als erfreulich betrachtet werden, wir müssen überhaupt wieder sehr viel mutiger werden, wenn wir unserer Inselvolkswirtschaft neue Impulse hinzufügen wollen. - Praktisch, sowohl bei dem Gedanken mit dem Olivenöl, wie auch mit dem Avocadoöl wäre auch, dass die Inselregierung mit der "Bodega de Puntallana" auch bereits eine Infrastruktur zur Verfügung stellen könnte. - Dort hat man, für viel öffentliches Geld übrigens, einen Keltereibetrieb hingestellt, welcher den lokalen Winzern dienen sollte. - Die aber nutzten das gar nicht und so steht diese Bodega nun einfach so herum und sucht einen Sinn und Zweck. - Man plant, dort nun einfach auch noch eine Steinmühle hinzustellen, und damit könnte man dann sowohl das Olivenöl, wie auch die Avocados pressen. - Abwechselnd bitte, und ob was daraus wird, das werden wir die kommenden Jahre verfolgen.



Samstag 01.12.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 22,3 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Internationaler Flughafen La Palma
Der Letzte macht das Licht aus

Das neue Flughafenterminal und ich, das wird keine Freundschaft. - Eigentlich ist ja bereits alles gesagt über die blödsinnige Megalomanie, die man dort betrieben hat, und man muss das Bauwerk wohl als Denkmal hinnehmen, und auch so werten. Steht es doch, unter anderem, für die Ursache unserer heutigen Krise, denn es gab mal Zeiten, da haben wir nicht mit Bedacht, aber mit Macht das Geld zum Fenster rausgeworfen. - Das konnte nicht gut gehen, das ist inzwischen allen klar, aber wer nun die Zeche zu bezahlen hat, das sind eben auch nicht diejenigen, welche uns seinerzeit den Flughafen eingebrockt haben. - Die geschlossenen Parkhäuser sind ein Witz für sich überhaupt, heute Mittag war von drei Cafeterías eine geöffnet und zwei der 24 Abfertigungsschalter. - Gut, es ist Samstag, aber auch am Samstag sollte sich doch da was drehen, das hat man uns doch vorgerechnet als es hieß, wir müssen dringend unsere Kapazitäten bei der Passagierabfertigung erhöhen. - Pustekuchen und wo weniger Passagiere abgefertigt werden, da landen weniger Flugzeuge und die Flughafengesellschaft verdient weniger. - Auch deshalb weniger, weil die Geschäfte dort am Flughafen kein Pächter finden, denn wem soll man denn etwas verkaufen, wenn dort nachmittags bereits im ersten Stock die Lichter ausgehen. - Die Aena geht nun auf Sparkurs und streicht unerbittlich zusammen, was nur geht. - Die Reinigungsleute sollen nur noch halbtags arbeiten, klar, bei den paar Passagieren gibt es nicht so viel zu putzen und den schwarzen Basaltfußbaden, den bekommt man sowieso nicht so hin, dass der sauber aussehen würde. - Nun kommt der nächste Sparhammer, es gibt keine Auskunft mehr am Flughafen. - Den Schalter gibt es schon noch, ganz in Edelstahl und schick wie eh und je, aber das Personal ist verschwunden, weggefressen durch den ehemaligen Größenwahn. - Sollte nun wirklich jemand etwas wissen wollen am Flughafen, zum Beispiel warum es keinen Geldautomaten dort mehr gibt, oder wie spät es ist, denn eine Uhr gibt es auch nicht, der muss ein Telefon in die Hand nehmen, welches dort steht, und wird sofort mit einer Hotline verbunden. - Von wo aus da geantwortet wird, das weiß ich nicht, aber man soll dort auch Englisch sprechen und so ist es wieder gut, dass doch die allermeisten deutschen Urlauber Englisch können, dann kann man die Frage vielleicht auch verständlich rüberbringen. - Und ein Computerterminal steht auch dort, da ist man auf der Webseite der Aena und kann sich bunte Bilder ansehen, das war es dann an Auskunft. - Der riesige und so hoch gelobte internationale Flughafen La Palma, dessen Ausbau über 220 Millionen Euro gekostet hat, kann sich das Reinigungspersonal und nun auch keine Mitarbeiter für solch etwas Wichtiges an einem Flughafen, wie es die Auskunft nun mal ist, einfach nicht mehr leisten. - Man friert ganz fürchterlich, wenn man sich zu große Sachen anzieht, und stolpert wenn man immer in zu große Schuhe schlüpft, und ganz genau das ist uns passiert. - Eigentlich bin ich sogar froh, dass wir überwiegend ziemlich chaotische Politiker hier auf der Insel haben, denn hätten die alles hinbekommen, was sie uns mal als Projekt oder Idee zugeworfen haben, dann sähe diese Insel aus wie Disneyworld im Schlafrock. - Vieles ist uns erspart geblieben, und das ist gut so. - Die Insel hinter dem Flughafen ist so reizvoll und einmalig wie immer, die Leute bescheiden, charakterstark und ein wenig störrisch wie eh und je, also was ich als liebenswert bezeichne, und es ist kein Geld mehr da, noch mehr zu versauen, wir sollten also positiv in die Zukunft blicken. - Am Flughafen macht bitte der Letzte das Licht aus und ich frage mich schon lange, wer bezahlt denn eigentlich den Strom, damit diese beiden Windräder vor dem Gebäude immer so nett drehen können…




Hilfe zur Selbsthilfe, ein klares und lobenswertes Konzept







Man fragt sich aber schon, wem man eigentlich Auskunft geben sollte




Samstag 01.12.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1018 hPa

Ja iss den scho Dezember?
Kinder wie die Zeit vergeht

Neulich dachte ich darüber nach, mir erst nach dem Frühstück die Zähne zu putzen, denn über dem Waschbecken im "Männerbad" da hängt auch ein Spiegel. - Früher, als ich noch zum Friseur ging, zu "El Campesino" in Los Llanos, neben dem Büro der Unelco, da ging das Spiel ähnlich. - Roberto gab sich alle Mühe mir die Haar irgendwie schick und angenehm zu schneiden, und immer wenn er dann fertig war und sein Werk mir präsentieren wollte, da entglitten ihm ein bisschen die Gesichtszüge. - Nicht, dass der sein Handwerk nicht verstehen würde, nein, im Gegenteil, aber das Gesicht, die Falten und die Merkelnden Mundwinkel, gegen die kann auch ein Friseur nichts ausrichten. - Ich sagte ihm dann immer: No te preocupes Roberto, esto es lo que hay - was übersetzt etwa bedeutet: Gräme dich nicht Roberto, das was du siehst, ist die Wahrheit, und dass ich heute nicht mehr zu Roberto gehe, hat einzig alleine etwas mit mangelnder Masse an Material für einen Friseurbesuch zu tun. - Eine Tochter ist bereits aus dem Haus, kommt nur noch zu Besuch, und die andere bleibt wohl, wenn alles gut geht, nicht mal mehr zwei Jahre und genau so sehe ich aus, wenn ich mich morgens beim Zähneputzen im Spiegel sehe. - Die Zeit ist ja keine Konstante, das zumindest habe ich aus vielen Folgen Star Trek gelernt, und wäre das Schulfach gewesen, ich hätte sicherlich eine andere Karriere einschlagen können. - Gerade noch war doch Juli, es war heiß, trocken und die Wälder brannten, und gar nicht viel länger her, da lernte ich meine Frau kennen und bis heute habe ich den Zeitpunkt nicht bestimmen können, wann die Zeit anfing zu galoppieren. - Das Jahr ist fast schon wieder rum und ich habe noch gar nicht wirklich was gespürt davon, noch keine Zeit gehabt wie sich denn 2012 eigentlich so anfühlt, aber vielleicht ist es auch besser so, nicht zu viel von diesem Jahr aufgenommen zu haben. - In der Presse kann man lesen, in den beiden großen Städten hat man gestern Abend die Weihnachtsbeleuchtung angemacht und die wird dann bis zum Dreikönigstag die Straßen abends erleuchten, damit wir auch ja mitbekommen, dass nun wieder Adventszeit ist, Weihnachtsstimmung aufkommen muss, die Dinge wieder nach Plätzchen riechen und die Geldbörse lockerer werden soll. - Wie gesagt, es war doch gerade noch heißer Juli, und schon beginnt diese klebrige Routine gespielter Vorfreude und Vorbereitungstress wieder, aber ob ich schon bereit bin dafür, das fragt niemand. - Geht ja auch nicht, wir können doch nicht warten, bis jeder Knacker sich die Hosen hochgezogen hat, the show must go on, und wer nicht an Bord ist, der soll sehen wo er bleibt. - Ich muss mir dringend Lebkuchen kaufen, dann fällt es mir sicher leichter, den "Chip" auf Weihnachten einzustellen, dann tauchen vielleicht wieder rudimentäre Erinnerungen auf, welche mich auf den Rechten Weg in die Vorweihnachtszeit schicken. - Vielleicht liegt ja auch da mein Problem, weil ich immer den Linken Weg gewählt habe, aber eigentlich weiß ich auch ganz genau wohin der Hase läuft. - Wenn alles schneller wird als einer selbst, dann kann das meistens nur bedeuten, dass man über dreißig Jahre alt ist, vielleicht sogar bedeutend über dreißig. - Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt. - Kann passieren…




Familie Ingrid & Mathias Siebold
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La Palma, Islas Canarias, Spanien
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Kanarische Ferienhäuser auf La Palma