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Nachrichtenarchiv Dezember 2011


Samstag 31.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1028 hPa
Höchsttemperatur heute 20,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,8 Grad

2011 war schlimm,
und nächstes Jahr sind wir einen Schritt weiter

Den Aufschwung haben wir zunächst mal auf 2014 verschoben, aber immerhin, kommendes Jahr soll es schon nicht mehr weiter bergab gehen. - Sagt man uns, einhellig, sowohl in Madrid, wie auch in der Hauptstadt unserer Insel, Optimist soll man sein, zuversichtlich und dann spricht unsere Inselpräsidentin auch noch den denkwürdigen Satz aus: Wir sollen stolz sein, denn bei uns beträgt die Arbeitslosenquote nur an die 27% und auf den anderen Insel 30%. - Jetzt weiß ich endlich wie man bei der Coalición Canaria Optimismus buchstabiert, bei solch positiver Einstellung kann uns doch gar nichts mehr passieren. Dabei müssen wir, die im Tourismus arbeiten, ja gar nicht jammern, nach "nur" vier Jahren mit sinkenden Umsätzen wird das Jahr 2011 das erste mit einem kleinen Plus. - Dafür werden die Steuern erhöht, weit mehr als das Plus, das nennt man dann wohl kalte Progression, ich nenne das kalte Scheiße, aber immerhin, wir sind nicht arbeitslos und haben sogar ein Plus, auch wenn wir nichts davon haben. - Optimismus a la Coalición Canaria, ich bin dabei, da freu´ ich mich gleich noch mehr auf´s Neue Jahr. - Gut, meine Sozis sind auch nicht besser, die warten jetzt noch ein paar Tage ab, dann fangen die an zu meckern, die Partido Popular sei zu blöde die Krise zu meistern, nachdem man selbst mehr als sieben Jahre daran herumgedoktert hat. - Dabei sollten wir doch froh sein, nun können uns endlich die aus der Krise holen, die uns auch reingebracht haben und in zwei Legislaturperioden sind dann die Sozis wieder dran, erstmalig nicht in der Rolle der Sanierer, sondern dann wieder der Verteiler, weil es uns doch bitte bis 2019 gelingen sollte, den Staatshaushalt saniert zu haben. Mit welcher Währung dann die Sozis wieder das Füllhorn ausschütten, das möchte ich hier mal nicht raten, aber ich bin einer der wenige Euro-Freunde die es überhaupt noch gibt, aber das ist nicht weiter verwunderlich, ich mag ja auch den Gysi und die neue flotte Rote von Oskar. - Aber das müssen Sie nicht weitererzählen, jeder ist für seinen Geschmack selbst verantwortlich und auch Sie müssen doch zugeben, dass die sympathischer ist als der Porsche fahrende Bayern-Linke mit dem Castro-Komplex. - Aber das interessiert doch am letzten Tag im Jahr niemanden mehr, es wird einfach Zeit die Klappe zuzumachen oder in diesem Fall zu halten und Ihnen allen ein Gutes, und besonders ein Gesundes Neues Jahr zu wünschen. - Quatsch, das Jahr soll nicht gesund sein, Sie sollen es sein, aber die Sprüche lauten halt so: Lassen Sie es sich gut gehen, wir sprechen uns nach der Evolution wieder, oder besser gleich morgen.




Ihr Vermieter exklusiver Ferienhäuser auf La Palma wünscht Ihnen ein Gutes Neues Jahr




Samstag 31.12.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1030 hPa

12 Trauben und kein bisschen weise
Die Symbolik des Kommerzes

Alle Jahre wieder klammern wir uns an Symbolik, weil das nackte Leben vielleicht nicht attraktiv genug ist. - Symbolik und Traditionen verleihen halt so etwas wie Schutz und Geborgenheit, und in manchen Ländern darf man aus Tradition sogar Frauen schlagen, wenn der Kaffee kalt ist oder der Schleier ein bisschen verrutscht ist, in anderen Ländern nicht, macht es aber trotzdem. - Hier natürlich nicht, oder nicht so oft, wir sind doch längst aus dem Mittelalter herausgewachsen, die Methoden der Unterdrückung sind subtiler geworden und haben inzwischen meist einen pekuniären Hintergrund. - Aber wer macht sich schon wirklich Gedanken über solche Geschichten, alleine der Alltag belegt uns derart mit Oberfläche und deren Keiten, dass wir dann froh sind uns mit Traditionen und Symbolen das Leben wieder gerade zu tricksen. - Sei es nun der grenzdebile Santa Claus, inzwischen wohl Symbol für Weihnachten, in Wirklichkeit allerdings Erfindung eines Brauseherstellers aus dem Land der unbegrenzten kognitiven Bauchlandungen, oder eben unsere Gewohnheit, das Neue Jahr damit zu begrüßen, dass man 12 Weintrauben im Rhythmus der Kirchturmuhr in sich hineinstopft, es ist kaum fassbar, wie weit solch kollektives Brimborium eigentlich verbreitet ist. - Meist tut solche Symbolik aber niemandem weh und wenn alle den gleichen Mist machen, dann kommt sogar so etwas wie ein Zusammengehörigkeitsgefühl auf und dann möchte man doch glatt meinen, das ist doch eine positive Geschichte. - Sicher, das mit den Weintrauben wohl, aber ich kenne aus der Geschichte so viele kollektive Greueltaten, dass ich immer zucken muss, wenn mehr als 15 oder mehr oder weniger Menschen die gleiche Handbewegung machen. - Nicht, dass ich oder meine Familie jemals Pogromen ausgesetzt waren, außer vielleicht als Sohn eines Sozialisten im Bayrischen Wald aufgewachsen zu sein, dennoch bereiten mir Massenhysterien wie Weihnachten, Stefan Raab oder Vogelgrippe einfach unerträgliche Kopfschmerzen. - An mein Geld kann man einfacher kommen, man muss mir bloß ein entsprechendes Angebot machen, eine schöne Fotokamera, eine schönes Stück Fleisch oder ein Jahrgangsweizen, gebraut von jungfräulichen katholischen Priesterinnen aus Sankt Emmeram. - Meine Töchter haben es da einfacher, die kaufen sich jedes Jahr ein neues "Kleines Schwarzes" und stellen sich dann mit Tausenden anderen Menschen auf eine Plaza, mal die in Santa Cruz, mal die in Los Llanos und begrüßen dann das Neue Jahr, eben mit diesen Weintrauben, deren Geschichte selbst hier nicht jedem geläufig ist.

Diese Tradition, spanienweit vollzogen, das ist die Geschichte um die 12 Trauben, die man zu Mitternacht an Sylvester essen muss. Die zwölf Glücktrauben, zu jedem Glockenschlag der Kirche eine, oder in Ermangelung einer Kirche, vor dem Fernseher, um Mitternacht, so wird das gemacht, und meist noch zuhause im Kreis der Familie. - Interessant bei diesem Ritual ist auch, ähnlich der Verarschung mit dem Santa Claus, dass es sich dabei nicht um irgendein bäuerliches oder gar kirchliches Brauchtum handelt, sondern um eine Werbeaktion der Weinbauern aus Alicante. - Die hatten, 1909 wohl solch eine Rekordernte, dass man die Trauben nicht allesamt verkaufen konnte, und so verteilte man diese als "Glückstrauben" zum Jahreswechsel. - Das verselbstständigte sich dann aber im Laufe der Zeit, und heute gibt es Weinbauern in Spanien, welche ihre gesamte Ernte an spätreifen Aledo-Trauben nur für diese eine Nacht kultivieren. - Zu jedem Glockenschlag eine, sonst verlässt einen das Glück, so schwer und gesellschaftstragend können ehemalige Werbeaktionen sein, eben wie die Geschichte vom Santa Claus. - Ganz pragmatische Zeitgenossen schütten sich übrigens die zwölf Trauben gleich kompakt als gegorene Flüssigkeit in den Rachen, allerdings ist es schon deutlich kommunikativer und einfach lustiger, zusammen mit ganz vielen anderen Menschen im Takt der Zeit Trauben zu "zuzln". - Wobei man ganz schön ins Straucheln kommen kann, je nachdem wie schnell die Kirchturmglocken läuten. Seit dem es Fernsehen gibt, ist es eh noch viel schlimmer, da ist eine Uhr eingeblendet und nun meinen die Leute, jede Sekunde, also immer wenn der Zeiger sich bewegt, müsste man eine Taube verschlungen haben. - Inzwischen gibt es die Glückstrauben übrigens schon abgezählt in Konserven zu kaufen, aber man muss ja nicht immer alles mitmachen, was die Lebensmittelindustrie einem vorschlägt. - Vielleicht sollten wir hier auf La Palma aber mal auf die Idee kommen, anstatt die Weinbauern von Alicante zu unterstützen, an unsere eigenen Bananenbauern denken. - Allerdings stelle ich mir das schon ein bisschen kompliziert vor, 12 Bananen, und dann noch im Takt der Kirchturmglocken zu verputzen, aber was macht man nicht alles für seine Insel…



Freitag 30.12.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1029 hPa
Höchsttemperatur heute 22,6 Grad - niedrigste Temperatur 14,4 Grad

Feuer und kein Regen
Feuer im Gericht in Los Llanos, und ein Dezember ohne Regen

Großer Schreck in den Vormittagsstunden in Los Llanos, im dritten und damit obersten Stock des Gerichtsgebäudes schlagen plötzlich Flammen aus den Fenstern und sorgen für reichlich Tumult. - Die schnell anrückende Feuerwehr und Polizei können aber den Brand rasch unter Kontrolle bringen und was das Wichtigste ist, das Gebäude kann schnell genug evakuiert werden, so dass kein Verletzter zu beklagen ist. - Das Feuer entstand in einem Archiv, in dem Papiere der Prokuratoren und der forensischen Abteilung gelagert waren, und warum das Feuer ausbrach, das weiß man natürlich noch nicht. - Man vermutet einen Kurzschluss in der elektrischen Anlage, weil es da immer schon mal Probleme gegeben haben soll, aber das ist noch eine reine Vermutung. - Auch weiß man noch nicht, wie groß der Sachschaden ist und ob man Akten verloren hat, deren Inhalt nicht ersetzbar ist, oder von denen keine Kopien vorhanden sind. - Das wird man alles die kommenden Tage klären können, und dann legt sich vielleicht auch wieder die Aufregung und die Gerüchteküche, die natürlich sofort angeworfen wird, wenn man hört, dass Akten im Gericht ein Raub der Flammen sind. - Böse Jungs hätten das Feuer gelegt, damit ihre Akten verschwinden, aber das ist weit weg von jeglicher Realität, heutzutage kann sich niemand der Justiz entziehen, weil er ein paar Akten verbrennen lässt und darüber hinaus berichtet man ja, dass in diesem Archiv keine ganz aktuellen Akten gelagert sind. - Allerdings wird man schon fragen müssen, ob denn die Brandschutzvorschriften für öffentliche Gebäude eingehalten wurden, aber das überlassen wir alles den Ermittlungen der kommenden Tage und Wochen.

Keine Ermittlungen brauchen wir, wenn wir uns die Wetterlage ansehen. - Hochdruck so weit das Barometer reicht, wir haben heute mit 1030 Hektopascal den höchsten Wert gemessen, seit dem ich das Wetter aufzeichne, das Azorenhoch leistet weiterhin ganze Arbeit. - Den gesamten Dezember über ist hier auf der Westseite kein Regen gefallen, die Temperaturen sind auch sehr angenehm, und die weiteren Aussichten bleiben so. - In der zweiten Januarwoche, da könnte eine Störung eintreten, allerdings rechnen die Computer des Global Forecast System sich diese Flauseln gerade wieder weg. - Es ist eh mutig von denen, Prognosen abzugeben, welche 16 Tage nach vorne reichen, und umso erstaunlicher ist es ja, wie gut diese Vorhersagen meistens sind. - Für die Sylvesterparty ist sowieso alles geritzt, Regen hat keine Chance mehr in diesem Jahr auf der Westseite noch etwas zu bringen, allerdings kann es kalt werden, sollten die Wolken dann noch ganz verschwinden in der Nacht. - Das stört aber die Feiernden auf der Plaza von Los Llanos meist nicht, da ist auf der einen Seite die Aufregung wegen des Jahreswechsels, und auf der anderen Seite kann man sich ja ein paar Becher Frostschutzmittel einführen, dann merkt man die Kälte erst am kommenden Tag, wenn man verkatert aufwacht. - So wie wir uns über das perfekte touristische Wetter im Dezember gefreut haben, warm und kein Regen, so unschön finden das inzwischen die Landwirte, die fürchten nun ein wirklich trockenen Winter und die damit verbundenen Mehrkosten für die Bewässerungen auch in den Monaten, in denen wir sonst mit Regen auf der Westseite rechnen können. Auch der Oktober und der November waren vor Regen her sehr sparsam, und viele unken nun, das geht den ganzen Winter so, denn es kommt schon mal vor, dass der Hochdruck den ganzen Winter anhält und somit die Möglichkeit für Regen auf der Westseite gleich Null ist. - Bei der Wetterlage kann es nicht regnen hier im Westen, höchstens kann es bei scharfem Wind ein bisschen aus den Passatwolken heraus nieseln, aber brauchbarer Niederschlag für die Landwirtschaft ist das nicht. - Nur wenn das Hochdruckgebiet verschwindet oder verrutscht, dann können die andauernd von West nach Ost über den Atlantik ziehenden Tiefdruckgebiete auch bis auf unsere Breiten wirken, und uns dann Regen aus dem Westen bescheren. - Es sieht momentan nicht danach aus, so weit die Rechner rechnen kommt nichts, wie es dann weiter im Januar und im Frühjahr geht, das wage ich nicht zu prognostizieren.




Hier mal die ganze Nordhalbkugel




Freitag 30.12.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1030 hPa

Weibliche Einigkeit
Die drei Bürgermeisterinnen im Aridanetal und die Handelskammer

Tazacorte, Los Llanos und El Paso, diese drei Gemeinden bilden zusammen das, was man das Aridanetal nennt, und stellen mit etwa 35.000 Einwohnern auch gleichzeitig das größte "Ballungsgebiet" auf der Insel dar. - Ich weiß, jetzt lächeln wieder ein paar Menschen im Ruhrgebiet, weil ich doch tatsächlich von diesem kleinen Furz im Universum aus von einem Ballungsgebiet spreche, aber wir sind uns doch alle einig, dass es auf die Größe nicht ankommt, sondern auf die Umstände. - Nein, keine weitere Diskussion nun um platte Sprüche, das Aridanetal ist ein Ballungsgebiet, zumindest für uns, und wenn man sich nicht immer so lokalpatriotisch fremd wäre, dann könnte man zusammen viel mehr erreichen. - Die große Idee, alle drei Gemeinden zu einer zusammenzufassen, die sollte man hier nicht in vorgeheizter Stimmung am Bartresen anbringen, denn Lokalpatriotismus gehört hier zu den virtuellen Menschenrechten und steigt überproportional zum Alkoholkonsum an, aber das kennt man mit verwandten Zuständen um das Wort Patriotismus wohl überall. - Wenn schon nicht die große Vernunft siegt, dann könnte man doch wenigstens so kosmopolitisch sein, gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen und dadurch Dinge zu erreichen, die jede Gemeinde für sich alleine nicht hinbekommen würde. - Bislang verhinderte solche Anfälle der Vernunft auch politische Geschichten, El Paso meist links, spinnefeind mit Los Llanos, weil kreuzkonservativ und Tazacorte sowieso, da diese Gemeinde Privateigentum einer Gang war, welche sich Unión Bagañete nannte und hinter der die Coalición Canaria stand. - Nun hat sich das gewandelt, alle drei Gemeinden werden inzwischen durch ein Zweckbündnis der PSOE mit der PP geführt, weil man nur auf diese Art und Weise den Lobbyistenverband Coalición Canaria von den Futtertrögen verscheuchen konnte. - Es gibt also inzwischen durchaus Verständigungsmöglichkeiten zwischen den Gemeinden, und darauf kann man doch aufbauen, hat man doch viel mehr gemeinsam, als man bisher immer zugeben wollte.

Und noch ein wichtiger Faktor kommt hinzu, das Aridanetal ist ein Matriarchat, alle drei Stadtchefs der Gemeinden sind Chefinnen, alle drei Gemeinden haben eine Bürgermeisterin. - Das fordert doch nun gerade dazu heraus, gemeinsame Unternehmungen anzugehen und die Hauptstadt soll sich warm anziehen, wenn das Ballungsgebiet Aridanetal nicht mehr mit gespaltener Zunge spricht, sondern gemeinsam mehr Rechte einfordert. - Erster Versuch nun, gemeinsam will man die Handelskammer nun davon überzeugen, dass es eigentlich wichtiger sei, ein Büro dort zu habenm wo die Menschen wohnen, und wo das Geld verdient wird, als in der Hauptstadt. - Oder wenigstens ein Büro der Handelskammer hier auf der Westseite, so wie wir das früher bereits hatten, in El Paso damals, gesponsert von der Gemeinde. - Nun kann man doch aber hingehen und sagen, alle drei Gemeinden leisten sich zusammen solch eine Außenstelle der Handelskammer, denn auch wenn das Büro in El Paso, Tazacorte oder Los Llanos läge, alle Bürger oder Geschäftsleute des Aridanetals hätten dann diese Beratungsstelle viel näher liegen. - Als die Handelskammer in El Paso noch ein Büro hatte, da war immer viel los in dieser Außenstelle und erst der Interimsbürgermeister der Coalición Canaria, der 2008 Loli aus dem Amt putschte, der brachte es fertig, dass die Handelskammer ihr Büro auf der Westseite schloss. - Nun können die drei Damen vom Amt mal zeigen, was ein weibliches Bündnis so drauf hat, und sicher werden das erfolgreiche Verhandlungen. - Wo das Büro dann letztendlich hinkommt, das weiß man natürlich heute noch nicht, aber mal sehen, ob die Damen sich darüber genau so in die Haare bekommen, wie die Kerle vor ihnen.



Donnerstag 29.12.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1027 hPa
Höchsttemperatur heute 24,3 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Die kleine Dreifaltigkeit
Das kleine Stück Geschichte, die kleine Lüge und der kleine Tremor

Dreifaltigkeit kenne ich persönlich schon längst nicht mehr, das wäre eine unglatte Lüge bei mir, Vielfaltigkeit aber wohl. - Das nur am Rande, jetzt aber zum kleinen Stück Geschichte. - Das archäologische Museum in Los Llanos ruft uns zum Besuch, bis Ende des Monats Januar gibt es "Tage der Offenen Tür", die je bereits schon mal angekündigt waren, aber der Zeitraum war noch nicht genannt. - Nun wisse wir das genauer und wer das Archäologische Museum noch nicht besucht hat, der muss das unbedingt nachholen, denn es ist wohl ansehnlich, was man dort zusammengesucht hat, und auch wie es präsentiert wird. - Kein Wunder, haben wir doch einen wirklich engagierten Fachmann für Archäologie hier auf der Insel, Jorge Pais heißt der Mann und der trägt unermüdlich Fundstücke aus der vorspanischen Zeit hier auf der Insel zusammen und hat uns das Bild von den Ureinwohnern schon sehr viel kontrastreicher zeichnen können, als das noch vor seiner Wirkungszeit war. - Die jetzige Sonderausstellung nennt sich "Los enigmas del mab", wobei "mab" die Abkürzung für "Museo Arqueológico Benahoarita" ist. - Im Focus steht dabei ein Stück, welches gerade mal 3 Zentimeter groß ist, aber auf dem alphabetisch geordnete Schriftzeichen zu sehen sind, die den Sprachen ähneln, welche heutige Berberstämme der nördlichen Sahara sprechen. - Dass die Ureinwohner von dort stammen, das weiß man nun bereits seit ein paar Jahren sicher, nicht zuletzt auch wegen solcher Funde, die nun eindeutig den Zusammenhang unserer Ureinwohner mit den Berbern beweisen. - Das Museum ist leider nicht wirklich leicht zu finden, da es aus Platzmangel hinter ein Geschäfts- und Wohnhaus gebaut wurde. - Kommen Sie von Osten in die Stadt gefahren, also von El Paso aus, dann suchen Sie sich doch bereits nach der Tankstelle, welche auf der linken Seite auftaucht, einen Parkplatz. - Dann gehen Sie noch ein paar hundert Meter weiter in Richtung Stadtkern, und dann rechts in die Calle de Las Adelfas einbiegen. - Sollten Sie woanders parken, dann fragen Sie einfach danach, kennt jeder. - Die Öffnungszeiten habe ich aus der Webseite des Museums, die leider auch schon archäologisch wirkt, also weiß ich nicht, ob die noch so gültig sind: Dienstag bis Samstag von 10:00 bis 14:00 Uhr und von 17:00 bis 20:00 Uhr.

Zählt man Touristen zweimal, dann macht das vielleicht Politikern Spaß, aber für die Branche selbst bringt das nur Verwirrung, denn kaum ein Gast ist bereit, zweimal für seinen Aufenthalt, oder für sein Essen oder Trinken zu bezahlen. - Unser neuer Tourismusrat fällt auch wieder auf eine Falle rein, in die schon so mancher getappt ist, der mit den Fallgruben der Statistiken nicht so verwandt ist. - Es geht um die Anzahl der Gäste, welche im November nach La Palma gereist sind und da wissen wir ja bereits, dass wir dank der neuen Flugverbindungen aus Deutschland einen sehr guten November hatten. - Allerdings sind die Zahlen, welche nun Julio Cabrera, der neue Rat für Tourismus im Cabildo Insular nennt falsch, denn er hat wohl auf der Statistik, welche der Flughafenbetreiber AENA anbietet, die falsche Kolumne gedrückt, oder sicher hat drücken lassen und ist wohl auf die Schaltfläche "Movimiento" gelangt, anstatt auf "Llegadas" zu kommen. - Denn er schreibt, oder lässt schreiben, dass uns im November 2011 genau 86.256 Gäste besucht hätten. - Einmal sind nicht all diese Flugreisenden "Gäste", sondern die allermeisten davon sind Palmeros, die von und nach Tenerife oder Gran Canaria geflogen sind, und zusätzlich hat Julio auch alles doppelt gezählt, denn so viele Menschen haben im November 2011 den Flughafen La Palma genutzt, um hier zu landen oder zu starten. - Die echte Zahl lautet 42.983 und auch nicht Gäste, sondern Passagiere. - 12.970 davon sind aus Mitteleuropa zu uns gekommen, was gegenüber 2010 (9.850) wirklich ein guter Anstieg ist. - Dann sagt man uns auch noch, dass die Anzahl der Gäste aus den Niederlanden und England angestiegen sei, was allerdings nicht stimmt, denn waren es im November 2010 noch 1.548 Gäste aus Amsterdam, so waren es in diesem November nur noch 1.363. - Ähnlich läuft das auch mit den Gästen aus Manchester und London, alles kein Beinbruch, weil die Zahlen nicht wirklich schlimm sind, aber warum man uns immer wieder solchen Quatsch auftischen muss, das kann ich einfach nicht verstehen. - Wer die nackten Zahlen sehen will, der kann das auf der Webseite der AENA kontrollieren.

Auf El Hierro geht die Eruption weiter, nachdem es gestern für ein paar Stunden mal so ausgehen hat, als wäre der "Dache Akaymu" bereits komplett eingeschlafen. - Ein schelmischer Bube, denn genau nachdem ich die Seismogramme veröffentlicht habe, auf denen bereits kein Tremor mehr zu sehen ist, da hat er wieder losgelegt, allerdings sehr sanft und wenig aufregend. - Aber es ist noch nicht zu Ende, das muss man ganz klar sagen und damit gewinnt auch die Annahme, dass es gestern einen erneuten Abbruch von Material des Schlotes gegeben haben kann, noch mehr Glaubwürdigkeit. - Weiterhin ganz wenige seismische Bewegungen, die sich im Moment auch wieder mehr auf den Süden konzentrieren, wenn man überhaupt von "konzentrieren" sprechen kann, bei einem Beben alle 2 Tage. - Weiter nichts Neues von unserer Nachbarinsel, Akaymu scheint müde zu sein, aber schlafen kann er wohl noch nicht.



Donnerstag 29.12.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1028 hPa

1.200 Kilo Haschisch zu Weihnachten
Wenn alles schläft und einsam wacht…

Dachte man bislang eigentlich, dass Rauschgiftlieferungen fast ausschließlich über die anderen Kanareninseln zu uns kommen, so ist dieser Glaube spätestens seit Heiligabend dieses Jahres erschüttert. - Die Polizei konnte an dem Abend an einem abgelegenen Strand von Barlovento die unglaubliche Menge von 1,2 Tonnen Haschisch sicherstellen, und darüber hinaus, auch noch 13 Personen festnehmen, die mit dieser Lieferung, wohl direkt aus Marokko kommend zu tun haben mussten. - Noch beim Ausladen der Bündel mit Rauschgift griff die Polizei ein und man muss ausschließen, dass es sich um einen Zufallsfund der Polizei handelte, es laufen eigentlich nicht so viele Polizisten zufällig am Heiligabend dort im Nordosten der Insel an einsamen Stränden herum. - Wie die das mitbekommen haben, das werden wir wohl nicht komplett erfahren, allerdings heißt es aus den berühmten "gut unterrichteten Kreisen" dass man dieser Gruppe an Rauschgifthändlern schon seit längerer Zeit auf der Spur sei. - Auf jeden Fall stellt das eine neue Qualität der Rauschgiftschleuserei dar, denn nun steht unsere Insel nicht nur als "Endverbraucher" für verbotene Substanzen da, sondern man darf auch damit rechnen, dass La Palma nicht das erste Mal dafür benutzt wurde, um Rauschgift auch für die anderen Kanareninseln aufzunehmen. - Die Kontrollen auf den Fährschiffen welche von La Palma auf die anderen Inseln fahren, die sind bei weitem nicht so drastisch wie die, wenn man nach La Palma fahren will, denn bislang ist man ja davon ausgegangen, dass das Rauschgift nur die Richtung nach La Palma kannte. - Es könnte eben sein, dass sich die Rauschgifthändler diesen Umstand zunutze gemacht haben und nun die kleinen Kanareninseln aus Marokko kommend ansteuern, da man dort viel weniger fürchten muss erwischt zu werden, weil praktisch keine Kontrollen der Küste praktiziert werden. - In der Tat ist das so, solch eine "Narcopatera" wie man diese Boote nennt, die kann kein Radar erfassen und ohne entdeckt zu werden können sich diese schnellen Boote unserer Küste nähern. Ein Marinesprecher sagt dazu, mit der richtigen Ausrüstung und genügend Treibstoff kann solch ein Boot in weniger als 10 Stunden von Marokko aus den Norden La Palmas erreichen und die Wahrscheinlichkeit entdeckt zu werden, ist extrem gering. - So muss da jemand "aus der Branche" geplaudert haben, anders kann man sich diesen Polizeierfolg nicht vorstellen. - So wie man sich für die Polizei und über deren Erfolg freut, so unangenehm bleibt doch der Gedanke, dass vielleicht schon viele dieser Schiffe ohne Aufsehen hier auf der Insel gelandet sind und dass es wohl auch nicht das letzte Boot war, welches unsere Insel "direkt" beliefert oder eben auch sogar als Umschlagplatz genutzt wird, um das Rauschgift weiter auf die anderen Inseln zu verteilen.



Mittwoch 28.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 23 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 23,3 Grad - niedrigste Temperatur 13,9Grad

Denn sie wissen nicht was sie tun
Día de los Santos Inocentes

In den Spanisch sprechenden Ländern der Welt, und das sind nicht wenige, da schickt man heute am 28. Dezember die Menschen in den April. - Das kann man natürlich nicht so stehen lassen, aber eigentlich trifft es doch genau die Aussage, denn heute, am "Tag der Heiligen Unschuldigen" da macht man genau solche Scherze, wie das in Mitteleuropa am 1. April der Fall ist. - Bei uns hat dieser Tag natürlich einen christlichen Hintergrund, oder Untergrund in dem Fall vielleicht, es geht darum, dass manche Quellen eben den Tag, an dem Herodes anordnet, alle Kinder unter 2 Jahren zu ermorden, welche in Bethlehem geboren waren als den 28. Dezember nennen. - Fragen wir nicht nach, ob das nun alles so stimmt, man hat diesen Tag einfach dazu auserkoren und nun weiß man auch, warum dieser Tag in der katholischen Kirche als "Tag der Heiligen Unschuldigen" gefeiert oder besser gefürchtet wird. - Was ich nun nicht weiß, ob es einen Zusammenhang gibt, zwischen der Geschichte um Herodes und die Tötung der Kinder und der Erlaubnis, oder gar der gesellschaftlichen Herausforderung, heute die Menschen "in den April" zu schicken oder ob sich dieses Ritual unabhängig von den Vorfällen vor wohl über 2.000 Jahren entwickelt hat, und es reiner Zufall ist, dass man den 28. Dezember dafür auserkoren hat. - Sollte es kein Zufall sein, dann kann ich mir das nur so vorstellen, dass es nach dem Motto laufen muss: Denn sie wissen nicht was sie tun, denn ansonsten wären Scherze eigentlich nicht angebracht um einen solchen Tag auch noch irgendwie hervorzuheben.

Sie es wie es sei, auch die Geschichte um den 1. April hat keine eindeutige Erklärung vorzuweisen. - Einen Scherz am 28. November nennt man eine "Inocentada" oder man ruft dem Geprellten ein lautes "inocente, inocente..." hinterher, um den Scherz aufzulösen und ihm dem Gelächter preis zu geben. - Auch die Zeitungen haben die "Inocentadas" eigentlich auf dem Laufzettel, für jedes gute Blatt ist das eigentlich Pflicht, aber in diesem Jahr kann ich nicht in allen Blättern den "Dezemberscherz" finden. - Entweder sind die Scherze zu gut versteckt, und ich gehe den Geschichten auf den Leim, oder aber in vielen Blättern sind die Scherze den Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen, was doch eigentlich nicht sein sollte. - Der "Diario de Avisos", der hat sonst eigentlich immer den dicksten Scherz veröffentlicht, aber in diesem Jahr muss ich zugeben, dass ich den Scherz nicht entdecken kann. - Alles viel zu ernste oder bekannte Themen, aber kann ja auch sein, dass es den Scherz nicht in der "Online-Ausgabe" gibt, sondern eben nur für diejenigen, welche auch das Papier mitbezahlen wollen, worauf die Zeitung gedruckt ist. - "El Día meldet, dass Ana Oramas, eine der beiden Abgeordneten der Coalición Canaria in Madrid in der nächsten Plenarsitzung die vollkommene Unabhängigkeit der Kanaren von Spanien fordern wird, und wir aber doch wissen, dass nicht mal die so blöd sind, an so etwas ernsthaft zu denken. - Im "Diario de El Hierro" hat man Gold im pyroklastischen Auswurf des Vulkans entdeckt, und in einem anderen Blatt heißt es, dass im kommenden Jahr im Karneval von Santa Cruz jegliches Talkumpuder verboten sein wird. - Ansonsten muss ich sagen, das waren weniger Scherze als die anderen Jahre, oder so gute, dass ich sie nicht entlarven konnte.

Zu El Hierro noch etwas, denn da hat sich am heutigen Tag wohl etwas getan. - Der Tremor, also das Signal, welches eine Eruption begleitet, der zeigt seit etwa 10:30 Uhr heute Vormittag keine Ausschläge mehr an, sondern der Tremor ist ab da völlig verschwunden. - Zuvor konnte man noch heftige Ausschläge beobachten, wohl wieder Explosionen welche auf Materialabbrüche hindeuten könnten, dann noch anderthalb Stunden Trommeln auf niedrigem Niveau, und dann: Tremorstillstand. - Nun weiß ich nicht, ob das "Instituto Geográfico National" sich auch einen Dezemberscherz erlaubt mit uns, ansonsten müsste die Schlagzeile für heute heißen, das erste Mal seit dem 10. Oktober dieses Jahres gibt es kein messbares Signal mehr einer Eruption vor El Hierro. - Ob das nun bereits das dauerhafte Ende der Eruption und der vulkanologischen Krise vor El Hierro ist, das weiß ich natürlich nicht, nur der Tremor, der ist nicht mehr messbar.








Mittwoch 28.12.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1027 hPa

Modern ist was für Andere
Zentrale Steuerung der des Taxibetriebes auf La Palma ein Reinfall

Wir wissen es ja eigentlich, La Palma taugt nicht für alle neuen Systeme und Ideen, mal liegt es an unserer störrischen Art die Dinge zu betrachten und mal einfach daran, dass auf solch einer steilen Insel wie dieser, nicht alles funktioniert, was anderswo auch anwendbar ist. - Gehen wir mal davon aus, dass der zweit genannte Grund ausschlaggebend dafür ist, dass wir nun erneut eine Millioneninvestition in den Barranco kippen können. - Eigentlich hört sich die Idee gut an, man stattet alle Taxen und Busse mit einem GPS-Sender aus, die Daten wandern in eine Zentrale, und von dort aus wird dann nach Standort und Nachfrage entschieden, welche Transporteinheit denn welchen Auftrag zu erledigen hat. - So weit die Theorie, wobei alleine schon die Theorie in diesem Fall auch Schwächen aufweist, denn die Busse, die fahren eh nach Fahrplan und es ist einfach nur ein netter Wert zu wissen, wo sich jeder einzelne Bus befindet, aber kurzfristig umleiten kann man ja einen Linienbus gar nicht und um in Kontakt mit dem Fahrzeug zu bleiben, genügt auch ein Mobiltelefon. - Mit den Taxen ist das schon anders, die warten ja auch Aufträge und natürlich wäre es sinnvoll immer den Wagen zu schicken, welcher als nächster am Zielort ist. - Das funktioniert anderswo schon hervorragend, allerdings müssen da auch alle Taxen mitmachen, aber nach wie vor sind die allermeisten Taxen hier an ihr Gemeindegebiet gebunden und dürfen nicht in anderen Gemeinden Fahrgäste aufnehmen. - Also steckt da auch in der Theorie schon ein Fehlerchen, allerdings wäre man seitens der Taxifahrer bereit, darüber zu reden, wenn die Technik denn funktionieren würde. - Und da gibt es gleich mehrere Probleme.

Wie die Taxifahrer berichten, saugen die Geräte die Batterien leer, auch wenn das Fahrzeug steht und man eigentlich keinen Verbraucher an hat. - Gut, das sollte man ändern können. - Weiteres Problem aber ist, unsere raue Orographie, also die vielen Schluchten und die wechselnden Berg und Talfahrten sorgen dafür, dass die GPS-Geräte oft keinen Kontakt zur Basisstation aufbauen können, also für die Zentrale nicht erkennbar sind. - Das ist eigentlich klar, und hätte man vorher bereits bedenken müssen, aber wie bereits gesagt, bei uns ist vieles anders als anderswo. - Hauptproblem allerdings ist, dass das gekaufte Programm nur die Entfernung zum Zielort zweidimensional berechnen kann, nicht aber eine Passstraße berücksichtig, und hier vielfach ein Wagen, der vielleicht 4 Kilometer Luftlinie entfernt steht, deutlich weiter weg ist, von der Fahrtstrecke und sowieso der Fahrtzeit her, als das ein Fahrzeug sein kann, welches 6 Kilometer weit entfernt steht. - Auf diesen Umstand haben die Kutscher öfter bereits hingewiesen, und Abhilfe gefordert, allerdings konnte oder wollte niemand dieses Programm so weit aktualisieren, dass die orographischen Begebenheiten der Insel auch berücksichtigt werden. - Sicher fühlte sich dafür in der Inselregierung niemand zuständig, oder man hat Hard- und Software bei einer Firma gekauft, welche nicht in der Lage ist, ein komplexeres Programm zu entwerfen. - Nun erklären die Taxifahrer den Versuch für gescheitert, obwohl man das eigentlich nie als Versuch betrachtet hatte, sondern seinerzeit als "Öffentlicher Nahverkehr 2.0" in der Presse verbraten hatte. - 1,2 Millionen Euro perdu, gescheitert an einem schwachen Programm, tiefen Schluchten und sicher auch ein bisschen an unserer Sturheit. - Besser klappt die Idee mit den "Grünen Haltestellten", die es inzwischen auf der Insel in großer Menge gibt. - Wer von einer dieser Haltestellen aus unter der angegebenen Nummer ein Taxi ordert, der bekommt einen Wagen geschickt und es wird nur der Mindestbetrag für die Anfahrt berechnet, nicht aber die komplette Anfahrt, als würde man einen Wagen aus dem nächsten Ort rufen. - Das hilft natürlich besonders den Wanderern, die nicht ihren eigenen Wagen für die An- oder Abfahrt zu einer Wanderung benutzen wollen. - Wo sich diese Haltestellen befinden, das können Sie HIER finden, und eine Übersicht über die Fahrtpreise mit dem Taxi von - bis, die finden Sie HIER.





Dienstag 27.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,2Grad

Ursuppe vor El Hierro
Der Vulkan köchelt weiter auf kleiner Flamme vor sich hin

Da findet "mitten" in Europa ein Vulkanausbruch statt, und zwar schon seit Monaten, aber niemanden interessiert das so richtig. - Stimmt natürlich nicht ganz, niemand würde bedeuten, dass nicht mal wir hier auf den Kanaren uns für die Lage vor der Küste unserer kleinen Nachbarinsel El Hierro interessieren würden. - Uns interessiert es natürlich, und nicht nur aus wissenschaftlichem Interesse, sondern wir fiebern auch mit dem Menschen auf der Insel mit, denen inzwischen weniger die Angst vor dem Vulkan auf den Deckel geht, sondern viel eher noch die negativen ökonomischen Folgen, welche diese Eruption besonders für die Einwohner der Stadt La Restinga mit sich gebracht hat. - Die kleine Stadt war lange evakuiert, die Geschäfte liefen also überhaupt nicht, und an Fischerei, Tourismus, oder eben genauer Tauchtourismus ist in der nächsten Zeit wohl überhaupt nicht zu denken. - Auch ebbt das ab, was man Vulkantourismus nennt, denn der Vulkan, welcher wirklich seit dem 10. Oktober dort in Sachen Lava tätig ist, der zeigt sich einfach nicht, blubbert unterseeisch weiter in seinen unspektakulären Bart, und alles was man sehen kann, das sind grüne oder braune Flecken auf dem Meer. - Das war zu Beginn der Eruption noch anders, da war die Insel El Hierro zumindest noch in der Presse überall vertreten, aber inzwischen ebbt das Interesse eben schon gewaltig ab, weil es eher danach aussieht, als würde die vulkanische Aktivität vor der Insel El Hierro langsam und ohne einen "Knall" einschlafen.

Für die Bewohner der Insel bedeutet das, man hat die negativen Folgen einer vulkanischen Eruption wohl hinnehmen müssen, die positiven aber, welche eben aus einer breiten Berichterstattung bestehen, und eben dem späteren Vorzeigen des Ergebnisses der Eruption, welches ein Krater sein kann, ein Lavafeld, oder wie man hoffte, sogar eine kleine, neue Insel, das hat "Akymu" wohl nicht auf dem Programm. - Noch recht frische Krater, oder eben noch besser eine neue Insel, das wäre natürlich eine hervorragende touristische Attraktion, aber sogar der große Fleck vor der Südküste der Insel, der wird in dem Moment verschwinden, wenn die Eruption aufhört, und dann bleibt nichts übrig, was man denn vorzeigen könnte. - Allerdings ist die Geschichte um die Eruption dieses Vulkans viel interessanter als man landläufig meinen könnte, denn nie zuvor hat man auf den Kanaren eine unterseeische Eruption derart beobachten und überwachen können, und jetzt bereits, wo noch nicht alles abgeschlossen ist und die Eruption noch im Gange ist, mehr über den Vulkanismus der Kanaren gelernt, als in den letzten 30 Jahren. - Auch finden Meeresbiologen das Meer vor der Südküste El Hierros nun sehr interessant, finden die doch inzwischen dort Bedingungen vor, wie es vor Millionen von Jahren in unseren Meeren ausgesehen haben muss, als überall auf der Welt Vulkane heftig am Modellieren der Erdkruste waren. - Parktisch kein Sauerstoff im Wasser, extrem niedriger pH-Wert und CO2 Konzentrationen, die ein Tausendfaches des normalen Wertes überschreiten. - Da köchelt eine Ursuppe vor sich hin, da fühlt sich der Wissenschaftler wohl, der solche Szenarien sonst nur in Laborbedingungen herstellen kann, allerdings ist der Fischfang für eine ganze Weile dahin und an Wassersport sollte man auch nicht so bald wieder denken können.

Die aktuelle Lage wartet nur mit einer Neuigkeit auf, und diese Information bezieht sich auch wieder nur auf einen Vorfall, der wahrscheinlich bereits am 15. Dezember stattgefunden hat. - An dem Tag zeichnete der Spektrograph ein fast zehnminütiges Ereignis auf, welches man als Explosion deutete und auf das Abrutschen großer Mengen von Material hingedeutet hat. - Die Bestätigung kommt nun von einer Sonargraphik welche von dem Forschungsschiff "Sarmiento de Gamboa" am 23.12. dieses Jahres erstellt wurde, welche zeigt, dass die Spitze des Vulkanschlotes inzwischen wieder auf eine Höhe von an die 175 Meter unter den Wasserspiegel gerückt ist. - Zuvor meinte man, dass der Vulkan inzwischen die 100 Meter Marke knacken könnte und vielleicht der Austrittschlot noch näher an die Wasseroberfläche reichen könnte. - Dem ist nicht so, das ist mindestens der dritte registrierte Abbruch des vom austretenden Magma angehäuften Materials, wahrscheinlich waren es aber noch mehr Abbrüche, und wenn man sich die Orographie der Umgebung ansieht, dann wird wohl auch weiterhin alles Material abrutschen und sich keine neue Insel formen können. - Es sei denn, die Eruption geht noch viele Monate oder gar Jahre ins Land, dann würde irgendwann so viel Material ausgestoßen sein, dass eine neue Insel entstehen müsste. - Allerdings rechnet man nicht damit, dass die Eruption noch sehr viel länger laufen könnte, denn die seismischen Bewegungen, welche eben auf weiteren Druck von noch nicht befreitem Magma hindeuten, die sind fast gänzlich zum Erliegen gekommen. - Nur noch alle paar Tage ein Beben, auch die Gasemissionen nehmen ab, und die Stationen, welche die Bodendeformationen messen, die geben auch nicht her, dass da sich noch weiter Druck unter der Insel aufbaut. - Noch kann uns "Akaymu" überraschen, so wie das Vulkane eigentlich immer tun, und er hat es ja auch schon einige Male versucht, und uns schon gewaltig an der Nase herumgeführt. - Allerdings deuten alle Indizien nun darauf hin, dass es ein unspektakuläres Ende dieser Episode auf den Kanaren geben wird, sehr zur Leidwesen der Insel El Hierro, welche eben nur die negativen Begleiterscheinungen einer Eruption erleben durfte, aber eben keine Trophäe behalten wird, die man dann stolz und auch einträglich vorzeigen könnte. - Trotzdem lohnt sich ein Besuch auf dieser Insel immer, oder gerade jetzt, auch wenn nichts Spektakuläres geschieht, denn die kleinen Kanareninseln die glänzen eigentlich immer am gewaltigsten, mit ihren kleinen und stillen Sensationen, die jeder ganz alleine für sich entdecken muss.





Dienstag 27.12.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1026 hPa

Heiliges Qellenblechle
Es tut sich wieder was um die "Fuente Santa"

Gut, wenn "tun" von Tätigkeit kommt, dann müssen wir das ein bisschen einschränken, noch finden keine Bautätigkeiten statt, sondern man ist in der Phase, dass man nun ein Projekt zum öffentlichen Aushang bringen kann. - Bei der Heiligen Quelle allerdings muss man vorsichtig sein, denn dieses hochgradige Stück touristische Ressource ist zum Spielball der Kompetenzen geworden, und noch ist es gar nicht klar, wer denn eigentlich für die "Fuente Santa" zuständig ist, und/oder über das weitere Schicksal dieser Quelle entscheiden darf. - So stößt der Vorstoß des Cabildo Insular, jetzt eben mit dem Projekt die Quelle zunächst für Besucher zugänglich zu machen, sicher nicht auf Freude in der Gemeinde Fuencaliente, die andere Pläne mit dieser außerordentlichen Ressource hat. - Allerdings kann man sich im Cabildo sicher sein, dass es aus dem Gemeinderat selbst keine Probleme geben wird, es handelt sich um eine der zwei Gemeinden der Insel, in welcher die Coalición Canaria noch am werkeln ist, aber es gibt eine sehr starke Fraktion an Bürgern, welche rund um den ehemaligen Bürgermeister Pedro Nolasco noch an einflussreichen Strängen ziehen können. - Seitens der Gemeinde will man natürlich aus der Heiligen Quelle ein Thermalbad machen, da man aber so viel Geld hat wie ein Thermal ohne Bad, muss man natürlich einen privaten Investor für die Sache begeistern, und wer die Chance hat diesen Investor auch auszusuchen, dessen späterer Nachteil wird es wohl nicht sein, wie man immer so schön sagt. - Und genau darum geht es doch in dem ganzen Hickhack, wer denn nun über die Quelle bestimmen darf, es geht darum, wohin eventuelle Gewinne später mal fließen und da müssen wir als "Nichtfuencalenteros" natürlich sagen, die Heilige Quelle ist eine inselweite Ressource und darf nicht alleine von der zweitkleinsten Gemeinde der Insel belegt werden. - Allerdings arbeitet man im Cabildo Insular derart langsam und zum großen Teil mit Leuten, die nicht wirklich in der Lage sind, solche Aufgaben komplett und vor allen Dingen mit Nachhaltigkeit betrachtet in die Wege zu leiten. - So muss man auch die Frage stellen, ob denn nicht das jetzige Projekt, nämlich die Quelle für Besucher zugänglich zu machen, eine zukünftige Nutzung als Thermalbadeanstalt für einen privaten Investor schwieriger oder gar uninteressant macht. - Lassen wir doch die Höflichkeiten auf der Seite, es geht doch darum, mit dieser Quelle Geld zu verdienen und alleine mit dem Besuch der Quelle kann man vielleicht die Umbauten, das Personal und die Betriebskosten für den Besuch der Anlage decken, nicht aber einen deutlichen Zugewinn erzielen. - Alleine die Möglichkeit, den Stollen zu dieser Quelle zu betreten, das wird noch keine neuen Gäste auf die Insel locken. - Ein Thermalbad allerdings, mit ausgefeilten Anwendungen und spezifischen Angeboten könnte sehr wohl Einfluss bei der Zielauswahl der Urlaubsreisenden nehmen. - Sicher ist es besser, nun endlich etwas mit dieser seit nunmehr sechs Jahren in Lauerstellung stehenden Ressource zu machen, als diese weiter komplett ungenutzt verwaisen zu lassen, aber ob dieser Schritt langfristig richtig ist, das wage ich zu bezweifeln. - Das Projekt, welches man nun aufgelegt hat, enthält einen kleinen Ausbau des Stollens, eine Umgestaltung des Außengeländes und eine größere Sicherheitsanlage, denn in der Höhle können sich Gase sammeln, welche dann den Besucher gefährden könnten. - 500.000 Euro stehen dafür zur Verfügung, Geld, von dem wir nicht sicher sein können, ob der Einsatz dieses Geldes sich langfristig rechnen wird.



Montag 26.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 20,9 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Spariano Rajoy
Toilettenpapier beidseitig verwenden, der Erfolg liegt auf der Hand

So drastisch wird man sicherlich nicht sparen wollen, es kommt ja auch keiner hinterher aufs Töpfchen, um zu kontrollieren, wie viel oder wenig Toilettenpapier ich denn verbrauche. - Allerdings geistern momentan extrem viele Beispiele durch die Presse, wie man denn sparen könnte und mir deucht oder dünkt, das kommende Jahr wird in Spanien das Jahr des Sparens, und nicht Mariano Rajoy ist unser neuer Präsident, sondern Spariano. - Leider passt das Wortspiel nicht im Spanischen, "Ahorrar" heißt das Sparen hier und manchem macht das sogar große Sorgen, was denn da auf uns zukommt.- Zunächst konnten wir lediglich eine Quelle finden, bei "Canariasactual" in der es heißt, bereits am 30. Dezember könnten die ersten drastischen Maßnahmen zum Sparen im Ministerrat durchgesetzt werden und dabei herauskommen, dass viele Politiker plötzlich nur noch halb so viel verdienen wie vorher. - Gut, uns fehlt die Bestätigung einer weiteren Quelle und darüber hinaus heißt es auch nur, es könnte sein, allerdings wird der Vorschlag eines Gesetzentwurfes genannt welcher besagt, dass Politiker nur noch maximal das Vierfache des gesetzlichen Mindestlohnes verdienen dürfen. - Bitte, ich habe das auch mit Erstaunen gelesen, da ich immer noch nicht glauben kann, dass es Wahrheit sein soll, dass die Politiker sich selbst an die Börse gehen, und dann eben genau die Jungs der Partido Popular, die für Geld doch eigentlich alles machen und noch mehr. - Gut, auch Zapatero hat sich und seinen Ministern bereits zwischen 5 und 15% der Bezüge abgezogen, aber sollte man tatsächlich das Maximalverdienst eines Politikers auf das Vierfache des Mindestlohns beschränken, dann käme man auf höchstens 36.000 Euro im Jahr. - Die meisten Bürgermeister und Stadträte bekommen hier bereits mehr als diese 36.000 Euro im Jahr, und geht man auf die Ebene der Cabildos oder des Gobierno de Canarias, dann würde das auf ganz vielen Posten bedeuten, dass die Leute plötzlich nicht mal mehr die Hälfte ihres Einkommens zur Verfügung haben. - Gut, ich habe immer schon den Vorschlag gemacht, man sollte nicht nur einen Mindestlohn haben, sondern auch einen Maximallohn, und damit käme ausgerechnet ein rechter und bürgerlicher Politiker dieser doch sehr linken Forderung entgegen. - Kann sein, dass es sich dabei um eine fette Zeitungsente handelt, um ein brachiales Missverständnis, oder Spariano Rajoy will sich gleich am Anfang seiner Karriere als Ministerpräsident so richtig beim Volk einschleimen. - Denn eines ist sicher, kein Gesetz würde so begrüßt von der Bevölkerung wie dieses, und ein Sitz im Herz eines jeden Spaniers wäre Rajoy sicher und ich würde ihn in mein Nachtgebet einschließen. - Vielleicht ist man einfach aber auch nur so verzweifelt, angesichts der Haushaltslage, dass einem keine andere Wahl bleibt. - Aber bitte, ich wage es immer noch nicht daran zu glauben, dass so etwas in der Tat geschehen könnte.



Montag 26.12.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1023 hPa

Weihnachtsbremse wieder lösen
Hier ist bereits wieder Alltag

Den zweiten Weihnachtsfeiertag kennt man hier nicht, genau so wenig wie den Ostermontag, soll also noch mal jemand sagen, wie hätten hier so viele Feiertage mehr als anderswo. - Doch der Reihe nach. - Familienessen wunderbar, das Fleisch absolute Klasse, und ich werde nicht auf die Diskussion eingehen, ob es sich lohnt, so viel Geld für das Fleisch auszugeben, (Kobe-Rind) sondern das Essen als einen kulinarischen Jahreshöhepunkt bezeichnen, bei dem es nicht um Güterabwägung geht, oder um ein nüchternes "Preis-Leistung-Casting". - Oder fällt bei Ihnen der Ferrari durch, weil sein Kofferraumvolumen zu klein ist? - Nur mit dem Süßkartoffeln waren nicht alle ganz zufrieden, zu süß hieß es da teilweise, aber ich wundere mich ja in unserer Familie über gar nichts mehr. - Absolutes Hochlicht aber auch noch der Kaiserschmarrn aus den Händen unserer jüngsten Tochter. - Zweigeteilt ist unser Weihnachtsfest sowieso, einmal hängen wir natürlich an der Tradition unser Herkunft und halten am 24. Dezember natürlich eine Bescherung ab, gleich nach dem Abendessen, und am Tag der Heiligen Drei Könige gibt es dann noch eine Kleinigkeit, das Integrationsgutegewissenpräsent. - Unsere Töchter haben da keine Probleme im Annehmen von Geschenken, denen ist der Tag eigentlich egal und Traditionen unterstützen eigentlich nur erwartete Abläufe, man kann das eben auch ganz pragmatisch sehen. - Unsere ältere Tochter, die "Große" können wir ja nicht sagen, weil die "Kleinere" die "Größere" inzwischen um fast einen Kopf überragt, die sitzt dann nicht noch den ganzen Abend mit der Familie am Tisch und füllt sich den Wams mit Wein und Bonbons, die geht, und auch das ist inzwischen Tradition, mit Freunden dann noch um Mitternacht in die Diskothek. - Jawohl, am Heiligenabend um Mitternacht, wenn andere in die Kirche gehen, da stürmt unsere Jugend die Tempel der Unterhaltung - Gut, wir waren ja auch nicht in der Kirche, sondern ließen uns, fast möchte man sagen ebenso traditionsgemäß, von eher geistiger als geistlicher Stimmung und Getränken beseelt, irgendwann äußerst satt ins Bett plumpsen.

Da unsere Kinder eben längst aus dem Puppenalter sind, gibt es meist natürlich "Funktionsgeschenke", also Dinge, die theoretisch auch Nutzen oder irgendeinen Sinn beinhalten. - Immer schon wollte ich eine Nudelmaschine haben, die hat meine Tochter jetzt, das hat den Vorteil, dass ich das Ding wohl auch benutzen kann, nicht aber saubermachen muss. - Mit der Modelleisenbahn hat das ja nie funktioniert, ich habe zwei Töchter, keinen Sohn, und lebe auf einer Insel, auf der Modelleisenbahnen lediglich in Strophen von modernen Weihnachtsliedern vorkommen. - Aber immerhin, gestern Mittag gab es dann bereits die ersten hausgemachten Nudeln, meine Tochter an der Kurbel, und ich durfte den Teig halten, da ist es doch zum mittelständischen Familienbetrieb nicht mehr weit hin. - Die waren nicht schlecht die Nudeln, und als leichte Kost gerade willkommen, nachdem wir uns am Vorabend so richtig der Fleischeslust hingegeben hatten. - Was ich Ihnen dieses Jahr unterschlagen habe, ganz einfach, weil ich mir auch einmal zwei Tage Weihnachtsferien genommen habe, ist das alljährliche Großseglertreffen mit Trödelmarkt in unserer Hauptstadt Santa Cruz. - Eigentlich musste man ja in den vergangenen Jahren sagen, der Trödelmarkt mit ein bis zwei Segelschiffen, aber in diesem Jahr erhöhte sich die Zahl der, an dem so genannten traditionellen "Großseglertreffen" am 25. Dezember auf La Palma stattfindenden Ereignis, auf fünf Schiffe. - Da steigt also die maritime Stimmung wieder ein bisschen, allerdings kann ich mich noch an Weihnachten erinnern, da waren 14 Großsegler hier zum Treffen. - Macht nichts, jedes Schiff ist willkommen und man muss eigentlich gar nicht fragen, die "Lord Nelson" war auch wieder da, und dieses Schiff verbrachte sicherlich im letzten Jahrzehnt jedes Weihnachten bei uns auf der Insel, treuer die Briten nie klingen… Die weiteren Schiffe waren, auch sehr oft bei uns gesehen, "Roald Amundsen" aus Eckernförde, selten die "Bessie Ellen" die "Alexander von Humboldt", und die "Tenacious". Leider war das Wetter auf der Ostseite nicht wirklich so prickelnd, ist halt Hochdruck mit Passat. - Der erste Teil der großen Festtagstrilogie, "Navidad, Fin de Año uns Reyes" ist also abgefrühstückt, für uns zumindest, und wir arbeiten uns jetzt ein paar Tage lang wieder die Kalorien und die "Colesterinen" aus dem Wanst.





Samstag 24.12.2011 12:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1025 hPa

Weihnachtspause bis zum 26.12.





Freitag 23.12.2011 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 24,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,4 Grad

Japanisches Rindfleisch aus Australien
Ein fröhliches, und ein bisserl perverses Weihnachtsfest

So, die Schulferien haben angefangen, damit auch die Weihnachtszeit für uns, obwohl die Arbeit im Tourismus natürlich keine Ferien kennt, ändert sich mit den Wochen ohne Schule auch unser Rhythmus auf beschaulich, oder zumindest langsamer. - Der Baum ist auch bereits geschmückt, also wäre es an der Zeit die Füße darunter zu strecken, irgendwelche Flaschen mit geistigem Inhalt zu öffnen und sich im Schoß der Familie ein bisschen gehen zu lassen. - Das machen wir morgen auch, das haben wir uns verdient, und auch freuen wir uns auf unser Weihnachtsessen, welches bei uns traditionell am 24. abends serviert wird. - Lange wussten wir nicht, was es geben soll, Scheiß Demokratie fällt mir dabei immer wieder ein, aber ich selber habe doch mal dafür gesorgt, dass wir das Weihnachtsmenü mit allen Familienmitgliedern absprechen. - Jedes Jahr gibt es da großes Palaver, noch dazu ist eines unserer Kinder ja Vegetarierin, so dass es schon schwer fällt, da irgendeinen gemeinsamen Nenner zu finden. - Allerdings wirft uns Karnivoren die Vegetarierin unsere Fleischeslust nicht vor, da ist die ziemlich tolerant, genau so wie wir auch, oder zumindest glauben wir das alle von uns. - Die Würfel sind nun seit mehreren Tagen gefallen, auch ein bisschen deshalb, weil wir immer so lange über das Essen diskutieren, dass der Fleischer unseres Vertrauens nicht mehr genügend Zeit hat, unsere exotischen Wünsche zu erfüllen. - Das ist dieses Mal nicht anders, aber wir haben schließlich auch einen Kneipenwirt unseres Vertrauens, und der hat uns vorschlagen, uns doch an einem für La Palma einmaligen Experiment zu beteiligen.

Ja, wir hatten schon mal vom "Kobe-Rind" gehört, das wohl teuerste, exklusivste und auch beste Rindfleisch der Welt, und unser Kiko, also der Wirt der "Abuela", und nach unserer Meinung bester Fleischbrater der Insel, dem wurde so etwas angeboten und er möchte das unbedingt mal probieren, eben weil es natürlich auch sein Metier ist. - Allerdings wagt er es nicht, dieses Fleisch in seinem Restaurant anzubieten, das wäre viel zu teuer und außerdem fürchtet er um Gerede, wenn er in seinem Lokal Gerichte anbietet, die weit über 50 Euro kosten würden. - Aber er muss eben eine ganze Hochrippe kaufen, und so war er richtig froh und erleichtert, dass er eine ziemlich große Familie hat und wir und andere Freunde sich auch noch angeschlossen haben, an diesem perversen Stück Fleischeslust mit zu knabbern. - Das Fleisch kommt nicht wirklich aus Japan, die exportieren diese Spezialität wohl auch gar nicht, aber Züchter auf anderen Kontinenten haben sich wohl auch dazu durchgerungen, Rinder der Rasse Tajima zu züchten und das genau so aufwendig betreiben, wie das ursprünglich sonst nur in der Region von Kobe gemacht wurde. - Ergebnis soll das zarteste und beste Rindfleisch überhaupt sein, extrem stark marmoriert, und eben gnadenlos teuer. - Gut, wir essen nur ein paar hundert Gramm davon, und das wohl auch nur einmal, wir haben nicht vor, das dann öfter zu machen, aber von der Idee, so etwas Außergewöhnliches mal zu probieren, da sind wir schon begeistert und mitreden wollen wir auch können, wenn man wieder mal von diesem Rindfleisch erzählt. - Es muss wohl auch in Deutschland bereits Züchter dieser Rasse geben, die dann auch den Stall mit Musik beschallen, die Tiere massieren und denen Bier zu trinken geben und als ich das las, war ich auch sofort begeistert von der Idee, das mal zu versuchen. - Unser "Kobe-Rind" kommt heute Abend an, Kiko schneidet uns dann drei Entrecotes daraus und dazu gibt es Kartoffel-Gemüsegratín, gebackene Süßkartoffeln und als Nachtisch Kaiserschmarrn mit dicken, rumgetränkten Rosinen. - Und das Fleisch, das kommt in unserem Fall aus Australien, so viel zu global denken, lokal handeln, ich habe es ja vorher schon gesagt, ein fröhliches und ein bisserl perverses Weihnachtsfest.





Freitag 23.12.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1026 hPa

Weit ausgeholt
Condor verkauft bereits Tickets für den Winter 2012/2013 nach La Palma

Da haben wir uns gerade mal im aktuellen Winterflugplan eingerichtet, da schaltet die Condor bereits ihre Kontingente für die kommende Wintersaison frei. - Nicht schlecht, wer jetzt schon weiß, wie er nächsten Winter Urlaub machen will, kann oder muss, der sichert sich jetzt bereits sein Ticket, und darüber hinaus sind diese Flugverbindungen auch zu leckeren Preisen zu haben. - Man muss das ja auch als billigen Kredit an die Condor verstehen, die bekommen dann ein Jahr vor dem Flug das Geld, auch eine interessante Geschäftstaktik. - Ist aber eben nicht ungewöhnlich im Sektor Flugreisen, aber ein Jahr im Voraus schon sehr langfristig gedacht. - Aber gerade Gäste, welche genau ihr Traumhaus haben wollen, oder gar langfristig etwas buchen wollen und die Termine dafür so schnell wie möglich absteckt werden müssen, die profitieren natürlich sehr von dieser Situation. - Auch für uns ist es natürlich ideal, wenn die Flüge so früh wie möglich zu buchen sind, jede Menge Stammgäste reservieren gleich noch während ihres Ferienaufenthaltes für das kommende Jahr, aber eben leider mit der kleinen Schwierigkeit, dass man viele Monate einen unbestimmten Zeitraum lang ein Haus vorreservieren muss, was nicht ganz ohne Schwierigkeiten zu handhaben ist. - Die können nun auch gleich "Nägel mit Köpfen" machen und wir müssen nicht vorsichtshalber Zeiträume freihalten, die dann doch nicht genutzt werden. - Der Winterflugplan der Condor in der kommenden Wintersaison 2012/2013 läuft von den Tagen und den Verbindungen genau so ab wie in diesem Winter, also Dienstag aus Stuttgart und München, Mittwoch aus Hamburg und Frankfurt, Samstag aus Hamburg und Sonntag aus Düsseldorf und Frankfurt. - Wer buchen will, oder sich über die Preise erkundigen möchte, der kommt HIER weiter.

Auch gibt es eine weitere Neuigkeit in Bezug auf den Flugverkehr von Deutschland nach La Palma, aber das betrifft den Sommerflugplan und da tauchen plötzlich Angebote aus Memmingen auf, um nach La Palma zu fliegen. - Darauf hat die Welt gewartet, der "Allgäu-Airport" wacht auf und bedient plötzlich diese Strecke, allerdings zusammen mit Gran Canaria, so dass pro Flugzeug welches man auf die Inseln schickt, wohl bloß 75 Plätze für La Palma reserviert sind. - Mutig muss man da sagen, im Sommer, wo doch wenig los ist, eine "halbe Maschine" chartern, da muss man Respekt zollen und jede neue Verbindung auf unsere Insel verdient auch unseren Beifall. - Diese Maschine ist allerdings eine "echte" Chartermaschine und die Flüge können nur über den Reiseveranstalter gebucht werden, nicht über die Fluglinie, in diesem Fall die Germania. - Bislang kann man auch über den Veranstalter nur Pauschalangebote mit Unterkunft buchen, das lohnt sich natürlich mehr als nur den Flug zu verkaufen, aber wir dürfen hoffen, dass später, wenn man nicht alle Pauschalangebote verkaufen konnte, auch "nur Flüge" aus Memmingen nach La Palma zu buchen sind. - Der Veranstalter für diese Reisen nach La Palma ist Touropa und man kann nur hoffen, dass es auf diese mutige Art und Weise gelingt, auch im Sommer wieder mehr Gäste auf unsere Insel zu locken.



Donnerstag 22.12.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad

Der Kulturbeutel
Konzerte so weit die Ohren tragen

Was für ein Glück, dass der Kulturbeauftragte noch brandaktuelle Tipps hat, vor lauter Weihnachtsbaumbiegerei wäre ich eh nicht dazu gekommen, irgendetwas halbwegs Vernünftiges aufs virtuelle Papier zu bannen:

Sonntags. Argual. Flohmarkt. Dort treffen sich Resis.

"Hallo Ödi, wie geht´s?"
"Danke der Nachfrage, und selbst?"
"Kann nicht klagen. Ist ja auch ein herrliches Leben hier, dieses Wetterchen, die super Landschaft, schade nur, dass hier sonst nix los ist."

Freitags. Eine beliebige Casa de la Cultura / Plaza / Musikkneipe.

Die Künstler haben jahrelang geübt und geprobt, sind stolz auf sich und ihr Produkt, freuen sich, es endlich darbieten zu dürfen. Die Veranstalter haben gefühlte 327 Stunden für die Vorbereitung der Veranstaltung aufgewendet. Es hätten 300 / 500 / 100 Menschen Platz gehabt, gekommen sind 150 / 250 / 50. Immerhin. Und sie genießen das Konzert / Theaterstück in vollen Zügen, denken an all diejenigen, die da wirklich mal wieder was verpassen. Ich denke, zum Glück nur ganz kurz und mit einem Nebengedanken, an die, die jetzt, Fernbedienung in der rechten Hand, den Bildschirm bewachen. Es könnte sich um die selben Menschen handeln, die sich nächsten Sonntag wieder darüber beschweren, dass hier ja leider nie was los ist.

Nun ist auch endlich raus, warum ich sonntags nur seeehr selten in Argual anzutreffen bin.

Dafür am Freitag entweder in

El Paso

Dort spielt um 20 Uhr in der Casa de la Cultura ein alter Freund von mir, Alberto de Paz. Der gebürtige Pasense zählt zu den herausragenden Liedermachern der kanarischen Szene, ist auch einer, der über den Tellerrand hinausschaut. In seiner Zeit in Madrid gab er Konzerte in den angesagtesten Clubs, z.B. Clamores, Buho Real oder im Libertad Ocho. Das war ihm nicht genug, vor etwas mehr als einem Jahr zog er weiter nach Berlin, wo er seither wohnt und als Musiker arbeitet. Ein Besuch über die Feiertage wird nun genutzt um ein neues Album aufzunehmen und zu konzertieren. Begleitet wird er von Jonay Perez (Perkussion), Jonatan Acosta (Gitarre) und Marcos Capote (Bass).      




Fuencaliente

       Wer es lieber deftiger und heftiger mag, der fährt in den Süden. Dort findet um 20.30 Uhr im Centro Cultural "Punkaliente Rock 2011" statt. Der Name sagt schon viel, das Plakat noch mehr.;


Santa Cruz de La Palma

Das dritte Konzert aus dem Zyklus Kammermusik, organisiert von den palmerischen Opernfreunden ACAPO, bringt, nach Spitzenmusikern aus der halben Welt, nun erstmals ein einheimisches Gewächs auf die Bühne des Teatro Municipal Circo de Marte.

Ich lernte Isora Castilla vor ca. 15 Jahren kennen, sie war gerade ungefähr volljährig und Schülerin für Violine und Klavier an der Inselmusikschule. Hoffnungsvoll, tatendurstig, den Blick nach vorne gerichtet, so kam sie mir damals vor. Und mein Eindruck sollte sich bewahrheiten. Nach dem Sprung auf das Konservatorium in Teneriffa wagte sie den Umzug in die Schweiz, wo sie ihre Ausbildung in Basel und Zürich mit Höchstnoten und Auszeichnung abschloss. Mittlerweile lehrt sie Klavier am Konservatorium in Bern. Isora wusste und weiß was sie will, sie ist zu einer außergewöhnlichen Pianistin herangereift, die sich nicht damit begnügt, den üblichen Mozart/Chopin/Debussy bis zur Perfektion zu üben. Sie wollte schon immer auch Neues ausprobieren, sich selbst mit einbringen. So erwartet uns unter dem Motto "Spanische und Kanarische Musik diesseits und jenseits der Grenzen" nun ein Konzert der Sonderklasse.

Gespielt wird:

Rapsodie Espagnole
Sephardisches Lied "Alevanta Djaco"
Spanischer Tanz Nr. 5 (Andaluza)
Sephardisches Lied "Alevanta Sultanachi"
Spanischer Tanz Nr. 2 (Oriental)
Sephardisches Lied "Bre Sarica"
Valse Canariote Op. 88 "Cho Juan Perinal"
Improvisation über ein kanarisches Volkslied
Franz Liszt (1811-1886)
Trad.
Enrique Granados (1867-1916)
Trad.
Enrique Granados (1867-1916)
Trad.
Camille Saint-Saëns (1835-1921)
Trad./I. Castilla


Beginn ist um 20.30 Uhr, Karten gibt es an der Abendkasse.



Und jetzt habe ich den Salat, von wegen nix los. Alberto, du wirst mir verzeihen, nach Punk ist mir z.Zt. auch nicht, mich wird man also in der Hauptstadt antreffen.

Mit musikalischen Grüßen

Ödi Jonitz
Der Kulturbeauftragte








Donnerstag 22.12.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1026 hPa

Die koreanische Südmanntanne
22. Dezember, Lotterie und Weihnachtsbaum

Zunächst aber noch ein kleines Vorwort, von wegen Informationsauftrag. - Es gibt wieder einen kanarischen Minister im nationalen Kabinett, und zwar sogar auf einem Posten, der für unsere Inseln sehr bedeutend ist. - José Manuel Soria ist neuer Minister für Tourismus, Transport und Energie, der glatte Aznar-Klon hat es damit endlich geschafft, seiner politischen Karriere die Krone aufzusetzen, denn Minister in Madrid, das wollte er immer schon werden. - Inselpräsident Gran Canarias war ihm zu klein, auch die Rolle als Vizepräsident der Kanaren nicht genug, ein Minister wollte er werden, und das hat er nun geschafft. - Nun dürfen wir nur hoffen, dass er ordentliche Arbeit abliefert, allerdings wissen wir ja aus der zurückliegenden Legislaturen der touristischen Räte der Partido Popular auf den Inseln, dass die voll und ganz auf Massentourismus setzen und für die Belange der kleinen Insel wenig Aufmerksamkeit übrig haben. - Das Motto bleibt das gleiche wie auch bei Mariano Rajoy: Lassen wir uns positiv überraschen.

Den ganzen Vormittag über sitzen die Leute nun gespannt vor dem Radio oder dem Fernseher und hören den Lotto-Rap der Kinder aus der Klosterschule San Ildefonso, und noch vor Mittag werden wir wissen, wer und besonders in welcher Region der Geldsegen so richtig zugeschlagen hat. - Bei dem Singsang der Schüler fällt einem immer wieder auf, dass wir in dem Moment die Peseta doch deutlich vermissen, denn "Pesetas" gesungen hört sich deutlich runder an als das "Ä-uro". - Da man hier keine Umlaute kennt, sondern eben sowohl das E, wie auch das U vom Euro ausspricht, dabei aber, um sich nicht die romanische Zunge zu verbiegen, eine kleine Pause zwischen E und U machen muss, hört sich das wirklich nicht besonders gelungen an, bereits gesprochen nicht, und gesungen noch weniger. - Auch kommt das E vom Euro hier eher als ein Ä rüber, aber wie gesagt, das ist der einzige Grund, dass wir die Peseta ab und zu wieder gerne hätten. - Quatsch, noch ein Grund fällt mir ein, früher waren wir alle Millionäre, heute arme Schweine…Wer wissen will, ob sein Los gewonnen hat und welche Preise bereits ausgespielt wurden, der kann das HIER nachsehen. - Und HIER können Sie live die Ziehung verfolgen und sich den Lotto-Rap anhören.

Für uns in der Familie bedeutet der 22. Dezember aber auch immer traditionell, das Schmücken des Weihnachtsbaumes steht an. - Nun lassen wir uns aber keine Fichte oder Nordmanntanne aus Deutschland, oder sonst wo her aus den nordischen Ländern schicken, sondern wir stehen zu unserer koreanischen Südmanntanne, die ich vor 14 Jahren mal in einem Laden in Los Llanos erworben habe. - Ein bisschen nadelt die bereits, auch wenn sie gar keine echten Nadeln hat, aber vom vielen Verbiegen der Drahtäste sind schon viele der Nadelimitate abgefallen. - Dennoch kommt uns kein anderer oder neuer "Baum" ins Haus, dieses Teil scheint mit uns alt zu werden und die Kinder kennen gar nichts anderes, als dass man sich an den Weihnachtstagen um diese Kunststofftanne schart. - Heute ist noch Schule, das heißt, ein paar Aufrechte sind noch hingegangen, so wie unsere Kinder, da kennt der "Alte" kein Pardon, und wir legen nun, nach den noch anstehenden Einkäufen, dann die "Tanne" und alles was daraus dann einen Weihnachtsbaum werden lässt raus, und die Kinder schmücken das Teil dann nach dem Mittagessen. - Hausmusik gibt es bei uns nicht, auch singen wir keine Weihnachtslieder, wir können alle nicht gut singen, es könnte viel mehr sein, dass wir beim Schmücken der "Tanne" Lady Gaga hören oder ähnlich inspirierende Klänge. - Aber Spaß macht das, besonders weil bei uns immer viel Schokolade in den "Baum" gehängt wird, allerdings beim Schmücken einiges davon herunterfällt und somit aus sanitären Gründen augenblicklich vernichtet werden muss. Wahre Weihnachtsbaumfreunde sind auch immer die Katzen, kein Wunder, da blinkt und zuckt es im Baum, die unvermeidliche Lichterkette, die jedes Jahr neu gekauft werden muss, weil wir die alte nicht mehr auseinandersortiert bekommen blinkt, und reizt damit die Katzen immer wieder mit gewaltigen Sprüngen den weihnachtlichen "Kratzbaum" zu attackieren. - Es ist was los heute bei uns, spätestens jetzt kommt so etwas wie eine weihnachtliche Reststimmung auf, aber ich weigere mich bei zu erwartenden 25 Grad dann doch den Kamin anzufeuern, auch wenn es der Stimmung zuträglich ist.




aus dem Archiv, als Paul noch weiß war...




Mittwoch 21.12.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 25,8 Grad - niedrigste Temperatur 16,4 Grad

Kurz und klein
Feuer, Vonderwitwe schmeckt am besten und alle 2 Tage ein Stößchen auf El Hierro

Da haben wir den ganzen Sommer ohne größeres Feuer überstanden, da schlägt nun noch mal das Teufelchen zu, und wir wüssten auch gerne, wer denn im dem Teufelchen steckt. - Das Feuer ist bereits kontrolliert und man erwartet in den kommenden Stunden auch die Aussage, dass das Feuer komplett gelöscht ist, aber damit ist man seit ein paar Jahren vorsichtig und zurückhaltend bei uns geworden. - Gegen 01:30 meldeten Nachbarn in Tinizara ein Feuer, und daraufhin lief die gesamte Alarmprozedur an und noch bis zum frühen Morgen hatte man den Brand so weit unter Kontrolle, dass man kein weiteren Hilfskräfte anfordern musste. - Der Wind war zu der Zeit bereits wieder eingeschlafen, das war gut so, denn sonst hätte es wohl deutlich größere Probleme geben können für die Brandbekämpfer. - So dürfen wir sagen, alles gut gegangen, die betroffene Fläche ist mit 15.000 gemeldeten Quadratmetern auch nicht besonders groß, und gebrannt haben fast nur Kiefern, so dass man keine landwirtschaftlichen Schäden zu vermelden hat, die Kiefern treiben ja bekannterweise wieder aus. - Aber wir müssen eben auch trotz der Jahreszeit weiterhin vorsichtig sein, es hat bislang kaum geregnet, die Wälder sind noch sehr trocken, und auch ist die Luftfeuchtigkeit noch sehr gering. - Das wird sich auch in den kommenden Tagen nicht ändern, es bleibt weiter sehr hohe Waldbrandgefahr, wir sollten daran denken, wenn wir in unseren Wäldern unterwegs sind. - Den Einsatzkräften welche schnell vor Ort waren kann man nur erneut für ihre gute Arbeit gratulieren.

An Weihnachtssüßigkeiten hiesiger Machart haben wir uns bislang nicht wirklich groß bedient, der harte Turrón ist nicht unsere Sache, die Polverones und Mantecados ebenso wenig, und importierte Lebkuchen oder Stollen, dazu sind wir dann doch zu stolz. - Gut, dass eine unserer Töchter gerne bäckt, so sind wenigstens Plätzchen auf den Tellern, aber zusätzlich haben wir ein neue Leidenschaft entwickelt, und zwar für den Süßwarenhersteller "Delaviuda". - Das kam so, ich habe ja nun nicht mehr die Zigaretten, um meine Hände immer beschäftigt zu halten, und Schokolade ist eh immer schon eine Verführung für uns gewesen, und T+T kommen auch nicht jeden Moment mit Care-Paketen aus der Schweiz angeflogen, so musste ich mich mal genauer auf dem lokalen Markt umsehen und muss gestehen, mit der Firma "Delaviuda" einen wirklichen neuen "Partner" für meine Leidenschaft gefunden zu haben. - Leider sind das fast alles Saisonartikel, welche da von der Firma auf dem Markt sind, eben die Turrones, aber eben nicht nur die Harten, sondern eben auch alles rund um Schokolade und Nüsse, und die Schokolade von denen ist eine hervorragende Qualität. - Diese Leckereien gab es immer schon hier zu kaufen, nur hatten wir die früher einfach nicht so wahrgenommen, erst jetzt haben wir diese Produkte fast in jedem Einkaufskorb von uns liegen, und ich fürchte mal, bis die Wintersaison vorbei ist, habe ich doch noch ein paar Kilo angesetzt. - Im Sommer gibt es allerdings kaum etwas von denen zu kaufen, kein Wunder, einfach zu heiß für Schokolade, aber die Aussage, es gäbe hier keine gute Schokolade zu kaufen, der muss ich kräftig widersprechen. - "Delaviuda" heißt von der Witwe, allerdings eben zusammengeschrieben, die hat was drauf die Witwe, ich kann mich für sie begeistern.

El Hierro kommt zu kurz in den letzten Wochen, hat aber einfach den Grund, dass eben alles darauf hindeutet, dass der Vulkan sich nicht weiter engagieren will. - Grundsätzlich muss aber das alles noch unter dem Thema gesehen werden, macht der Vulkan nur eine Siesta, oder bereitet der sich auf einen tiefen Schlaf vor? - Das kann noch keiner mit Bestimmtheit sagen, aber eben wie bereits gesagt, stehen die Zeichen inzwischen eher auf Ruhe als auf Krawall. - Ein typischer kanarischer Vulkan also, eher friedlich und behäbig, wenn auch mit gewissen Launen und sowieso Unberechenbarkeit ausgestattet. - Die Fakten sehen so aus, der Tremor ist weiter lesbar, allerdings mit geringen Amplituden, aber die Eruption im Süden der Insel geht also nach wie vor weiter. - Die Gasemissionen sinken weiter, und auch die geodätischen Stationen melden Gleichstand, oder gar einen Rückgang der Bodendeformationen und was das Auffälligste ist, es finden kaum noch Beben im Norden der Insel statt, alle 2 Tage ein Stößchen habe ich das lapidar genannt, und auch keines mehr, welches von der Bevölkerung gespürt werden konnte seit längerer Zeit nun. - Auf der einen Seite freut man sich mit dem Leuten auf der Insel, auf der anderen Seite muss man auch wieder sagen, wenn der Vulkan nun komplett schlapp macht, dann hat es eigentlich dümmer für die Insel gar nicht kommen können. - Über Monate hin Aufregung bis Panikmache und Unruhe, aber am Schluss erhält man kein touristisch nutzbares Präsent, was eben ein begeh- oder bestaunbarer Krater gewesen wäre, oder noch besser, eine neue Insel vor der Küste. - Noch ist das wie gesagt nicht spruchreif, aber so wie die Geschichte aussieht im Moment, hat El Hierro mit seinem neuen Vulkan bislang kein Glück gehabt.





Mittwoch 21.12.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1025 hPa

Ohne Los nichts los
Heute letzter Tag sich mit "Décimos" zu versorgen

Um diese Zeit ist Spanien wieder bester Hoffnung, und das nicht unbedingt, weil wir seit gestern einen neuen Ministerpräsidenten haben, sondern eher, weil morgen am 22. Dezember traditionell eine der geldreichsten Lotterien der Welt ausgespielt wird. - Wir reden von der staatlichen Weihnachtslotterie, und dem gewaltigen Drumherum um den es bei diesem gesellschaftlichen Jahreshöhepunkt geht. - Eigentlich ist das eine doofe Lotterie denkt der Außenstehende, das Los kostet mit 23 Euro (20 direkt in der Annahmestelle) eigentlich sehr viel Geld, und man kann damit gerade mal 300.000 Euro gewinnen. - Allerdings ist diese Weihnachtslotterie in Spanien anders gestrickt als solche Spiele anderswo, die immer dafür werben, dass man für wenig Einsatz viele Millionen Euro bekommen kann. - Was macht also diese Lotterie so interessant für die Menschen hier, dass eigentlich niemand ohne eines dieser Lose herumläuft? - Einmal ist die Möglichkeit einen Hauptgewinn, hier "Gordo" genannt, also "der Dicke" deutlich größer als in anderen Spielen, denn hier muss man nur eine fünfstellige Zahl richtig haben, keine Zusatzzahl, keine Serie oder irgendetwas, wer diese 5 Zahlen richtig hat, der hat 300.000 Euro gewonnen. - Nun kann man aber auch wieder einwenden, 300.000 Euro, das ist eine wirklich nette Summe, aber das Arbeiten aufhören damit, das geht dann doch nicht, weil mit den Zinsen von 300.000 Euro kann man nicht mal mit griechischen Staatsanleihen überleben. - Auch das ist aber kalkuliert, denn diese Summe, die wird nicht angelegt, sondern die fließt eigentlich komplett wieder in den Wirtschaftskreislauf, üblicherweise werden davon Schulden bezahlt, ein Auto gekauft, Reisen gemacht, das Eigenheim repariert und Mutti bekommt wieder einen glatten Hals. - Der Clou aber an der ganzen Geschichte ist, dass es diesen Hauptgewinn, also den "Gordo" 1.950 mal gibt, also sehr viele Menschen sehr viel Geld gewinnen, aber eben nicht so viel, dass dieses dem Wirtschaftskreislauf entnommen wird, in dem man es auf dem Kapitalmarkt anlegt. - Wenn einer alleine 20 Millionen Euro gewinnt, dann schließt der sich ein, oder zieht weg, und legt das Geld an und lebt von den Zinsen. - Das Gros des Gewinnes aber geht nicht in den lokalen Wirtschaftskreislauf. - Nein, diese Weihnachtslotterie hat nicht Karl Marx erfunden, auch wenn der mehr von Wirtschaft verstand, als manche, die heute Wirtschaft "machen". - Kommen wir noch zum Namen "Décimo" des Loses, auch das will erklärt und verstanden sein. - Eigentlich, (eigentlich hasse ich dieses Wort) ist der Hauptgewinn nämlich 3 Millionen Euro und ein Los kostet 230 Euro, aber diese Los ist eben unterteilt in 10 "Zehntel" und genau das heißt nämlich "Décimo" auch. - Und diese "Zehntel", die werden als Einzellose verkauft, 23 Euro, Hauptgewinn 300.000 Euro.

Dann kommt noch ein weiteres Bonbon der Weihnachtslotterie hinzu, das ist die Auslosung selbst, ein riesiges Spektakel, welches morgen bereits früh ab 09:00 Uhr sämtliche spanischen Radio- und Fernsehkanäle belegt. Riesige Lostrommeln werden für die Ziehung aufgebaut, in einer sind die Gewinne, meist kleine für 100 Euro, aber eben auch die großen, bis hin zum Hauptgewinn, und in einer anderen Lostrommel befinden sich die 85.000 Nummern. - Es geht also nicht bis 99.999, sondern die Losnummern sind 00.001 bis 85.000 - Diese Losnummern und die dazugehörigen Gewinne werden eben nicht einfach nur verbal verkündet, sondern in einem genau festgeschriebenen Singsang verkündet, welcher morgen Vormittag überall in Spanien zu hören sein wird. - Kinder und Jugendliche machen das, immer von einer Schule, und die sind brav wie Internatskinder angezogen und üben auch eine ganze Weile für diesen Auftritt, sind diese Kinder doch das beliebteste Fernsehmotiv, nach der spanischen Fußballnationalmannschaft. - Und ein paar von diesen Kindern erlangen dann auch noch Tage danach einen deutlichen Presseruhm, auf jeden Fall diejenigen, welche eben den Hauptgewinn "gesungen" haben. Die 36 Jungen und Mädchen aus der Klosterschule "San Ildefonso", welche diesen Glücksgesang vortragen sind seit 1771 die Glücksbringer der Nation. Sie sind es, welche die Prämien und Losnummern der Weihnachtslotterie tatsächlich singen und nicht einfach nur sprechen. Es ist zwar eher ein Sprechgesang und enthält keine Liebesschwüre oder sozialkritischen Texte, so etwas will heute auch keiner hören, die richtigen Zahlen aber, und das sind selbstverständlich die eigenen.

Notweniger Nachtrag. - Der "Gordo" dieses Jahr ist auf 400.000 Euro angehoben worden, ich habe das erst jetzt nachgelesen, es waren halt bislang immer 300.000 Euro, seit dem es diese Währung gibt. - Freuen wir uns über diese Erhöhung! - Und was auch noch neu ist, in diesem Jahr gibt es auch Nummern bis 99.999, es ist also etwas schwieriger geworden, diesen höheren "Gordo" auch zu erwischen.



Dienstag 20.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 23,7 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 22,6 - Temp. Min 7,7 - Feuchte 29 - 82 % Niederschlag 0 mm

Die Einen ruinieren…
…die Anderen sanieren

Vor den Kommunalwahlen habe ich eigentlich alle gewarnt, überlegt euch das gut, ob ihr die Pleitegemeinden von der Coalición Canaria wirklich übernehmen wollt. - Und sie wollten doch, ist ja auch vernünftig, aber was da so alles an alten Schulden überall noch auftaucht, das ist dann schon spektakulär bis einfach nur Horror. - In El Paso geht es eigentlich noch, aber das war auch die am geringsten verschuldete Gemeinde auf La Palma überhaupt, so ist es der Coalición Canaria in den zweieinhalb Jahren ihrer Machtausübung lediglich gelungen, die Schulden zu verdreifachen. - Jetzt ist aber Loli wieder dran, und unsere Obersparerin wird das schon wieder in den Griff bekommen, auch wenn viele meckern werden, weil nun kleinere Brötchen gebacken werden müssen. - Andere Gemeinden sind viel schlimmer dran, allen voran Los Llanos, Tazacorte und Santa Cruz. - Dort aus der Hauptstadt kommt nun auch wieder eine echter Knaller zum Vorschein, die Gemeinde schuldet dem privaten Wasserversorger "Canaragua" mehr als 1,5 Millionen Euro. - Das wusste man bislang nicht, diese Schulden tauchen jetzt erst auf, und die neue Stadtregierung, der rebellische Pakt zwischen PSOE und PP fällt aus allen Wolken, weil fast wöchentlich irgendwoher Schulden auftauchen, von denen niemand etwas geahnt hat. - Niemand ist eigentlich nicht korrekt, der alte Stadtrat muss es wohl gewusst haben, aber die werden es doch nicht den neuen Räten stecken, dass da noch mehr finanzielle Leichen im Keller sind, als die bekannten Bankschulden und das was hinlänglich bereits bekannt ist. - Über mehrere Jahre hinweg hat die Stadt Santa Cruz von den Bürgern die Wasserrechnungen kassiert, aber dieses Geld nicht an den eigentlichen Dienstleister, an die Firma Canaragua weiter geleitet. - Das eingenommene Geld, man spricht von der provisorischen Zahl von 1,5 Millionen Euro, das wurde einfach dazu genutzt, andere Leckagen im Stadtsäckel zu kaschieren. - Irgendwie ein tolles Stück was die da aufgeführt haben, nur noch wieder von Los Llanos zu toppen, denn die Gemeinde schuldet gleich mehr als 2,5 Millionen Euro an Wasserlieferungen, hier allerdings dem öffentlichen Wasseramt.

Oft fragt man sich ja, wie konnte das überhaupt kommen, dass die Kommunen und auch die anderen Verwaltungsebenen solch dramatisch hohe Schulden anhäufen, dass man nun um nicht in die wirkliche Pleite zu schlittern, Posten wie Investitionen überhaupt nicht mehr in die Haushalte aufnehmen kann, und damit natürlich die lokale Wirtschaft deutlich unter Druck setzt, weil eben keine öffentlichen Aufträge und Projekte mehr zu erwarten sind. - Wahre Schuldenkünstler sitzen da in den öffentlichen Ämtern und man muss das wohl wirklich mit Gesetzen regeln, dass diese Lokalfürsten das Geld aus Unfähigkeit, oder sich bei Wähler einzuschmeicheln, nicht weiter mit dem Füllhorn ausschütten. - Irgendjemand muss diese Schulden nämlich auch irgendwann mal bezahlen, und dieser Zeitpunkt ist dummerweise jetzt. - In Madrid sieht es ähnlich aus, allerdings hat da ein glückloser Zapatero es nicht geschafft, die Überhitzung der spanischen Wirtschaft um die Jahrtausendwende gesund abzukühlen. - Ab heute ist Mariano Rajoy Ministerpräsident Spaniens, mit 187 Stimmen, mit 2 mehr als seine eigene Partei, die Partido Popular Sitze hat, wurde Mariano Rajoy ins Amt gewählt. - Dem bleibt nun auch nichts anderes übrig, als Spanien aus dem Würgegriff der Überschuldung zu führen, aber gleichzeitig darf eben darunter auch nicht die Wirtschaft leiden, und das ist ein Spagat, der seinem Vorgänger die Bänder im Schritt aber ganz gewaltig gedehnt hat. - Ein paar interessante Änderungen hat er bereits durchblicken lassen, so sollen Freischaffende die Mehrwertsteuer erst abführen müssen, wenn die Zahlungen tatsächlich eingegangen sind, die Frührenten sollen drastisch zusammengestrichen werden und zukünftig werden alle nicht festen Feiertage an einem Monat abgehalten, man will dadurch das "Brückenbauen" in der Woche verhindern, was eben der Großindustrie gewaltige Probleme bereitet. - Und meine kleine Tochter, die will sofort den Zapatero wieder haben, denn Rajoy überlegt, aus den bislang 2 Abiturklassen deren 3 zu machen, weil der sich die Pisa-Studie wohl mal angesehen hat, und feststellen musste, dass Spanien da deutlichen Nachholbedarf hat. - Durch ist das noch nicht, aber es könnte gut sein, dass man dann in Spanien, so wie in einigen deutschen Bundesländern auch, 13 Jahre Schule abreiten muss, um das Abitur zu erhalten. - Ich mag ihn nicht besonders, den bärbeißigen Mariano Rajoy, dennoch wünsche ich ihm Alles Gute, und vielleicht überrascht uns ja dieser bislang so graue Politiker auch mal positiv. - Hoffe ich, für ihn und für uns.



Dienstag 20.12.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1020 hPa

Höhlenbewohner ausquartiert
Flower ausgepowert

So ganz genau weiß man es nicht, ob denn nun der feste Wille der Gemeinde Tazacorte dahintersteckt, die Höhlen oberhalb des alten Hafens einer touristisch-kulturellen Nutzung zuzuführen, oder ob man sich einfach dem gesellschaftlichen und medialen Druck ergeben hat, und nun diese Höhlen hat räumen lassen. - Der Sammelbegriff der heutigen Höhlenbewohner wird landläufig mit "Hippie" beschrieben, wer immer das sein will und soll, doch diese bunten Vögel an meist kurzzeitig dort residenten Bewohner haben sich in den letzten Jahren, und besonders letzten Monaten den Unmut der Anwohner und Behörden zugezogen. - In der Tat findet seit ein paar Monaten eine mediale Kampagne statt, welche von der Gemeinde Tazacorte fordert, doch diese, wohl nicht auf legale Art und Weise in der Gemeinden wohnenden "Höhlenbesetzer" endlich zu entfernen. - Es seien eh keine Leute von hier, sondern fast alles Ausländer und die würden das Ansehen Puerto de Tazacortes verschandeln, den Wanderweg hinauf zum El Time verschmutzen und teilweise sogar unbegehbar machen und darüber hinaus zerstören diese "Hippies" auch noch Fundstätten prähispanischer Artefakte, welche in diesen Höhlen früher bereits gefunden wurden. - Das sind natürlich alles nur Hilfsargumente um diese Menschen loszuwerden, die stören einfach die ehrenwerte Gesellschaft und vielleicht war es auch einfach ein bisschen zu viel des Guten und man hat das Ende der Fahnenstange der Toleranz auch selbst ein bisschen mit provoziert. - Was da alles im Einzelnen abgelaufen ist, das kann inzwischen niemand mehr mit Gewissheit sagen, Gerüchte gibt es massenhaft auf jeder Interessenseite, auf jeden Fall gab es am Sonntag drei Brände an der Bergflanke wo sich diese Höhlen befinden, und nun kam die Polizei, räumte die Höhlen aus Sicherheitsgründen, wie es heißt, und versiegelte diese auch mit ihren Bändern. - Die Bewohner dieser Höhlen ignorierten allerdings diese improvisierten Siegel, oder verstanden überhaupt nicht, dass es sich um solche handelt, und zogen wieder zurück in "ihre" Höhlen. Dieser Umstand wiederum machte nun ein erneutes Eingreifen der Guardia Civil notwendig, denn die Höhlen waren ja, aus Sicherheitsgründen, wie es immer noch heißt, gesperrt. - Es kam zu Rangeleien, wobei die Geschichten darum vielfältiger sind als die Höhlen selbst, und wo denn diese "Hippies" nun hin sollen, wenn sie nicht mehr in die Höhlen zurück dürfen, diese Frage stellt auch niemand.

Wir zweifeln einfach mal daran, dass nun die Geschichte um die besetzten Höhlen von Puerto de Tazacorte damit bereits beendet ist, diese "Höhlenbesetzer" sind ja nicht einfach von der Insel zu werfen, die haben ja als fast alles Europäer auch jedes Recht hier zu sein, und man kann nicht dauerhaft vor jede der an die 30 Höhlen einen Polizisten stellen der aufpasst, dass sich dort nicht wieder ungewollte Bewohner ansiedeln. - Die Gemeinde wird nun gefragt sein, diese Höhlen derart zu versiegeln, dass sich zukünftig dort keine Menschen mehr ihre Behausung einrichten oder noch besser, dass man diese Höhlen, wie bereits in Projekten seit vielen Jahren beschrieben, in ein Freilichtmuseum rund um die Besiedlungsgeschichte dieser Insel verwandelt. - Dass diese Höhlen noch einen archäologischen Nutzen haben, das darf man als Schutzargument der Behörden abtun, nach den Ureinwohnern wurden diese Höhlen jetzt über 500 Jahre als Ställe oder eben auch als Wohnungen benutzt, so dass alle Artefakte welche aus der Zeit vor der spanischen Besiedlung stammen längst verschwunden oder zerstört wurden. - Nicht von den "Hippies", die heute diese Höhlen bewohnen oder bewohnten, dafür haben bereits Generationen, von zum Teil damals auch schon illegalen Höhlenbesetzern gesorgt. - Wie hitzig diese Debatte auch geführt wird, das kann man im "Dampfradio" auf der Frequenz FM 91,0 vormittags mitbekommen, da läuft die vox populi-Sendung "El Soplete" im Radio Murión. - Stammtischweisheiten gewürzt mit allerlei Hörerbeteiligung und man kann auch mehr oder weniger anonym dort sms Nachrichten hinsenden, welche dann in den Äther gebrüllt werden. - Nicht immer angenehm diese Sendung, aber wohl nahe man Bodensatz der öffentlichen Meinung, manchmal wohltuend menschlich, manchmal auch erschreckend menschlich und dort hat man seit Wochen bereits beschlossen, die "Hippies" müssen weg aus Tazacorte. - Nun scheint man in dem Vorhaben ein Stück weiter zu sein, allerdings ist ein Ende dieser Vertreibung aus dem Paradies der Gerechten und der Steuerzahler, gerade jetzt um die Weihnachtszeit, noch nicht ganz in trockenen Tüchern.



Montag 19.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 23,6 Grad - niedrigste Temperatur 15,5 Grad

Transvulcania jetzt weltmeisterlich
Doch was bringt uns dieser Titel?

Die Frage ist so alt wie das Genre, wie stellt man eigentlich fest, ob das für Werbung ausgegebene Geld auch sinnvoll eingesetzt wurde und ob man mindestens den eingesetzten Betrag auch wieder durch Mehrverkäufe einnimmt. - Ich bin mir ganz sicher, dass viel Geld, welches in die Werbung gesteckt wird komplett verpufft, aber auf der anderen Seite Werbung wichtig und sogar notwendig ist, um vom Publikum überhaupt wahrgenommen zu werden. - Mein Lieblingsbeispiel für rausgeschmissenes Geld, das war als unsere Ex-Tourismusrätin des Gobierno de Canarias 100 "Botschafter der Kanaren" als Werbekampagne nach Island geschickt hat, um dort Werbung für die Kanaren zu machen. - Das war zu der Zeit, als Island gerade pleite war, und es gibt immer noch keinen Flug von Island auf die Kanarischen Inseln. - Solche Beispiele gibt es reihenweise, ich bin auch der Meinung, dass für La Palma der Gemeinschaftstand der Kanaren auf den großen Tourismusmessen nutzlos ist, denn unter dem großen Schirm des Sonne und Strand-Tourismus, für welchen die großen Kanareninseln stehen, können wir weder eine Pfifferling, noch einen Sonnenschirm gewinnen. - Wobei wir allerdings Pfifferlinge haben und man den Reichtum unserer Natur ganz noch vorne stellen muss, und nicht, dass bei uns die Sonne öfter scheint als in Barsinghausen. (Hallo Helga und Achim…) Das ist natürlich auch wahr, aber davon geht doch der Interessierte sowieso aus. - Hier auf La Palma weiß man das im Groben auch, dass wir differenzierter werben müssen, nicht nur, weil wir eben manche Dinge gar nicht wirklich bieten können, wie eben kilometerlange Sandstrände, oder eben Jetset taugliches Nachtleben und auch keine Humanviehtränken mit Sangría wie am Ballermann. - Unsere Vorzüge und Ressourcen liegen ganz klar in unserer Landschaft und in der Authentizität unserer Gesellschaft, die sich trotz vieler Anstrengungen noch nicht komplett verbogen hat.

In diese Versuche, gezielt auch Akzente nach außen zu setzen, muss man den Ultramarathon "Transvulcania" absolut lobend erwähnen, gewinnt doch dieses Wahnsinnsrennen immer breitere Bekanntheit in der weltweiten Läuferszene und damit landet das Ziel La Palma auch plötzlich in Kreisen, in denen wir bislang nicht im Gespräch waren. - Nun ist es auch geglückt, die "Transvulcania" in den Katalog der Rennen um die Weltmeisterschaft der Bergrennen zu bringen, kommendes Jahr wird das erste Rennen der Saison um diesen Weltmeistertitel so unser Ultramarathon sein. - Gut, so richtig weltberühmt sind diese Bergrennen vielleicht beim "normalen" Publikum noch nicht, aber es gibt eine sehr große und immer noch wachsende Schar an Extremsportlern, bei denen solche Läufe natürlich wohl diskutiert werden, und damit das Ziel La Palma auch. - So lockt eben diese Insel dann nicht nur zu dem Rennen selbst, sondern auch als Trainingsgrund und wer das dann mit einem Urlaub mit dem Partner verbinden will, der ist natürlich hier auf der Insel bestens aufgehoben. - Auf längere Frist hin kann man eben dann auch hoffen, dass der Ruf unserer Insel als starkes Naturabenteuer sich auch über die Grenzen des Laufsports hinaus bewegt, das wäre dann schon ein echtes Erfolgserlebnis und sicher lohnt es sich, daran weiter zu basteln. - So sollte man in dem Fall "Transvulcania" nicht einfach nur die Kosten dieses Rennens nehmen, und dann dagegenrechnen, wie viel die Läufer in den paar Tagen ihres Aufenthaltes hier auf der Insel an Geld lassen. - Das haut so natürlich nicht hin, dieses Rennen zu organisieren und zu betreiben ist nicht billig, aber die Breitenwirkung und eben besonders die Synergieeffekte auf lange Zeit hin betrachtet, die sind doch viel wichtiger, als das akute Aufrechnen einer Werbeaktion gegen eingefahrene Gewinne. - Also sollte man Kritikball schön flach halten, wenn schon mal effektiv und La Palma kompatibel nach außen hin an unserem Erscheinungsbild gefeilt wird, dann darf das auch ruhig etwas kosten.





Montag 19.12.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastronomie über die Feiertage
Man wird nicht verhungern müssen

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da waren am 24. Dezember ab Nachmittag selbst die Ampeln, so weit es überhaupt schon welche gab, ausgeschaltet. - Essen gehen am 24. Dezember war absolut unmöglich, niemand kam auch nur annähernd auf die Idee, an diesem Heiligen Abend so etwas wie ein Geschäft geöffnet zu halten.- Bis Mittag sicher, bis Mittag ist das ein mehr oder weniger normaler Arbeitstag, dann aber tropft das öffentliche Leben bis zur Unkenntlichkeit aus, und wenn es dunkel wird, dann sind nur noch verlorene Seelen, oder eben Urlaubsgäste unterwegs. - Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich habe ja ausdrücklich geschrieben "oder eben Urlaubsgäste", die aber fühlten sich oftmals in den vergangenen Jahren hier an diesen Festtagen auch nicht anders als die verlorenen Seelen, denn an Weihnachten konnte man nirgendwo Essen gehen, außer in wenigen Clubs, welche dann auch noch monatelange Vorbestellungen verlangten. - Dieser Missstand, denn es soll auch Menschen geben, welchen das Weihnachtsfest nicht so dramatisch ernst ist, oder die eben einfach um diese Jahreszeit verreisen, und auch die haben Anspruch auf ein Mindestmaß an touristischer Infrastruktur und das bedeutet nun mal auch, dass nicht alle Restaurants auf der Insel geschlossen haben müssen, weil ein kirchliches Fest gefeiert wird. - Und in der Tat, immer mehr Restaurants begreifen auch die Chance, sich an diesem Tag einem gewissen Publikum anzubieten, seien es eben die Gäste, welche sich am Weihnachtstag etwas Besonderes gönnen wollen, oder eben auch diejenigen, welche eigentlich dem Weihnachtsrummel entgehen wollten und nicht unbedingt mit Santa Claus nun am heimischen Gasherd Weihnachtslieder singen wollen. - Es kommt natürlich auch immer auf die Zusammensetzung der Belegschaft in den Restaurants an, hat der oder die Chefin eine große Familie mit Kindern, dann wird eine Öffnung am Heiligen Abend schwer möglich sein, oder aber vielleicht sind die Kinder sogar schon in dem Alter, in dem sie begreifen, dass letztendlich eine nette Feiertagskasse interessanter sein kann, als im Kreis der Familie exorbitante Mengen an Süßigkeiten zu verzehren. - Argumente für oder gegen eine Öffnung an den kritischen Feiertagen gibt es sicherlich für beide Seiten, und nach wie vor ist es nicht einfach, an Weihnachten, Sylvester oder am Dreikönigstag hier auf der Insel Essen zu gehen. - Aber die Zahl der Restaurants nimmt zu, welche an diesen Tagen ihre Dienste anbieten und der rührige Interessenverband der touristischen Betriebe auf der Insel, der "CIT-Tedote" hat nun eine Liste an Restaurants veröffentlicht, welche an diesen Tagen, oder zumindest an einigen der kritischen Tagen auch geöffnet haben. - Anreisende Gäste können sich so wunderbar informieren, ob und wo man denn am Heiligen Abend, oder an Sylvester auch noch etwas zu essen bekommt oder wo man es sich gleich sparen kann anzuklopfen. - Eine gute und hilfreiche Initiative des "CIT-Tedote" und wenn man sich die Liste mal durchsieht, dann ist wirklich in jeder Ecke der Insel an den Feiertagen etwas zu bekommen. HIER geht es zu Ihrem gastronomischen Fahrplan über die Feiertage.



Sonntag 18.12.2011 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 24,6 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 22,9 - Temp. Min 10,1 - Feuchte 20 - 73 % Niederschlag 0 mm

Das blaue El Paso
Nur ´was auf die Augen heute

Es ist nichts passiert heute am 4. Advent, außer das prächtiges Wetter herrscht, ohne Wind, der Himmel strahlend blau ist und mir einfach nichts einfällt, über was ich heute lästern könnte. 4 Bilder aus dem blauen El Paso müssen heute Abend einfach mal genügen.














Sonntag 18.12.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 67 % - Luftdruck 1024 hPa

Passat ohne Ende
Sollte die Bauernregel doch Recht behalten?

Ende dieses Monats werden wir mal eine neue Statistik aufreißen, und den Durchschnitt des Luftdrucks ansehen, und mit dem des Dezembers des vergangenen Jahres vergleichen. - Das macht man sonst nicht, oder nur höchst selten, aber ich darf jetzt schon verraten, obwohl der Monat noch nicht vergangen ist, dass wohl der durchschnittliche Luftdruck in diesem Monat über 1020 Hektopascal liegen wird. - Das Azorenhoch liegt dort wo es hingehört und rührt sich einfach nicht vom Fleck. Und was für ein prächtiges Hoch, kräftig und unverrückbar steht es dort und schickt alle Tiefdruckgebiete, welche in Reih und Glied aus dem Westen auf uns zusteuern, ganz weit in den Norden hinauf, Richtung Biskaya, um dann die Irische See aufzuwühlen und über Mitteleuropa den Niederschlag zu bringen oder eben auch mal die Unwetter, wie man das erst kürzlich in Deutschland erlebt hat. - Wir sagen natürlich Danke für solch eine Wetterlage, die nun, mit minimalen Ausnahmen, bereits seit Ende September anhält und wenn man den langfristigen Vorhersagen trauen will, uns dieses Jahr auch nicht mehr verlassen wird. - Was die Urlaubsgäste freut, das behagt dem Landmann eher weniger, denn Hochdruck bedeutet eben auch, dass wir keine Niederschläge aus dem Westen erhalten können und wir selbst im Winter die Bewässerungen für unsere Landwirtschaft anschmeißen müssen. - Von einer Dürre muss deswegen aber noch niemand sprechen, La Palma hat enorm große Wasserreserven und eben auch ein paar wasserreiche Winter und einen kühlen Sommer hinter sich, aber das Gießwasser wird dann eben wieder teurer und ich höre bis hier schon wieder das Jammern der Landwirte über diesen Umstand. - Der Passat bläst mal kräftiger und mal weniger stark, das liegt nicht wirklich an irgendwelchen Launen, sondern daran, wie gewaltig das nördlich an uns vorüber ziehende Tief gerade ist. - Im unangenehmen Fall entstehen dann hier im Tal die Fallwinde, welche wir in unserer unwiderstehlichen Harmoniesucht als "Brisa" verniedlichen und diese "Brisa" ist dann schon mal in der Lage mit ihren tückischen Böen Gartentische und Stühle zu verrücken. - Dazu braucht man bei uns auf La Palma keine Geister, wir haben für diesen Zauber den Wind, mal eben die "Brisa", oder den hier auch auftretenden, aber viel seltener erscheinenden "Descuernacabras", was nichts anderes heißt, als "Ziegenenthörner". - Der hat nichts mit dem Passat zu tun, sondern ist ein lokales Phänomen, wenn sich plötzlich trocken-heiße Luft aus den oberen Luftschichten mit den feuchteren untern Schichten vermischen, und dann vom Bejenado abgelenkt ist Aridanetal sausen. - Der Wind ist auch lustig, da diese extrem starken Böen völlig ohne Vorwarnung auftauchen, nur an ganz bestimmten Tagen, kurz bevor es heiß wird, und man auch nur selten Zeuge eines solchen Vorfalls wird. - Wir haben das einmal erlebt, ganz nahe bei uns, in der Gastwirtschaft "Abuela". - Die haben ja eine Terrasse, wo man draußen speisen kann, und genau diese Terrasse hat der "Descuernacabras" heimgesucht, zwei Tische waren mit speisenden Gästen belegt, der Wind kam, und nur noch die Gäste waren da, der Wind hatte alle Tische und die leere Bestuhlung einfach davongeweht. - Der Anblick der Gäste, welche noch erschrocken Messer und Gabeln in ihren Händen hielten und wohl an eine schlechten Traum dachten, oder an versteckte Kamera, die waren kaum wieder zu beruhigen. - Der Wirt auch nicht, musste der doch stundenlang in den Nachbarsgärten dann seine Tische, Stühle und Sonnenschirme wieder suchen, manches davon blieb bis heute nicht mehr auffindbar. - Die "Brisa", welche uns bei Passat erreicht, die ist nicht so dramatisch, aber kann auch schon unangenehm sein, besonders in den höheren Lagen, weil dann der Wind auch noch mit feinen Wassertröpfchen versehen ist und den Körper so recht schnell auskühlen lässt. - Auch wenn wir dann Temperaturen tagsüber von 25 Grad haben, oben auf der Vulkantour braucht man dann eine Dreifachschicht an entsprechender Kleidung, Sie wissen schon, der der den Wolf trägt, sonst macht das keinen Spaß. - Der erste Oktoberneumond, der bestimmt das Wetter für die kommenden sieben Monate heißt es hier, und am ersten Oktoberneumond hatten wir Hochdruck und "Brisa". - Eigentlich glaube ich nicht an Bauernregelen, aber fast die Hälfte dieser Regel hat sich bereits als richtig erwiesen.



Samstag 17.12.2011 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 24,6 Grad - niedrigste Temperatur 15,2 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 24,5 - Temp. Min 8,3 - Feuchte 20 - 73 % Niederschlag 0 mm

Erzeugermarkt in El Paso eröffnet
Bescheidenheit ist eine Zier…

Bescheidenheit ist zumindest ein positiver Charakterzug, der uns in El Paso immer schon ausgezeichnet hat. - Vielleicht wäre es aber besser gewesen, wir würden in geschäftlicher Hinsicht diese Bescheidenheit mal ablegen, dann wären wir vielleicht auch ein bisschen erfolgreicher. - Die Einweihung des Erzeugermarktes in El Paso war eine gut besuchte Veranstaltung, kein Wunder, erwarten wir uns doch von diesem Markt positive Impulse auf die so bescheiden schleichende Konjunktur in unserem Ort, und lokale Produkte sind doch wieder deutlich im Kommen und sogar wörtlich wieder in aller Mund. - Dunkel ist die Halle nicht, jetzt endlich mal beleuchtet muss man diese Befürchtung revidieren, viele und große Strahler lassen die Markthalle hell und freundlich erscheinen, das kann sich sehen lassen. - Die Stände waren auch adrett geschmückt, und nach den erfrischend kurzen Worten des für den Markt zuständigen Stadtrates, der Bürgermeisterin und unseres Pfarrers durften die Neugierigen die Markhalle und ihr Angebot bewundern. - Leider blieben die Hälfte aller Stände unbelegt, die Wahl der Öffnungszeiten habe ich ja bereits im Vorfeld kritisiert, denn Samstagnachmittag, da ist so gut wie gar nichts los, und am Sonntag da sind alle ernst zu nehmenden Erzeuger der Umgebung auf dem Markt von Los Llanos und werden den sicher nicht aufgeben für einen Stand in El Paso. - So sind es leider lediglich drei Stände mit Obst und Gemüse, da ist die Auswahl also nicht wirklich groß und damit wird man gegen Los Llanos auf die Dauer nicht anstinken können. - Ein Stand mit Käse gibt es noch, einen mit Süßwaren, einen mit Wein aus der Bodega Tamanca, einen mit Schnittblumen und dann noch zwei Stände mit Kunsthandwerk, welches eher touristisches Publikum ansprechen würde, und sich in einem landwirtschaftlichen Erzeugermarkt eher befremdlich anfühlen. - Aber schön dass die da waren, und so viele geladene Gäste, sonst wäre die Große Halle des Landvolkes unangenehm leer geblieben.

Bei aller Liebe und Vorsicht mit "meinem" El Paso, das ist noch nicht der große Wurf, da hätte man entweder von vorneherein andere Öffnungstage und Zeiten wählen müssen, denn am Sonntag wird man sicherlich nicht das Publikum aus Los Llanos absaugen können, vielleicht mal an einem windigen Regentag, aber dort in Los Llanos gibt es an die 30 Stände mit großer Auswahl und bei uns gerade mal deren drei. - Vielleicht kann man ja schnell noch ein paar weitere Erzeuger in die Pflicht nehmen, sowie auch Ware aus dem Bio-Sektor, sonst sehe ich keine wirkliche Konkurrenzfähigkeit für unseren Markt, der zwar in einer schicken Halle stattfindet, aber jeglichem Laufpublikum für immer verschlossen sein wird, weil man diese Markthalle eher nur durch Zufall findet, oder man muss eben wissen, dass die da ist. - Auf unsere familiäre Kaufkraft wird diese Halle wohl zählen können, das macht man so als Lokalpatriot, aber so viele meiner Sorte gibt es leider nicht, und wenn die Preise und das Angebot anderswo lockender sind, dann sehe ich dunkelhell für unsere Markthalle. - Aber wir müssen der Angelegenheit eine Chance geben, vielleicht wird diese Geschichte doch noch ein Erfolg, mich würde das mehr als alle anderen freuen, aber gut gestartet sind wir heute nicht. Hier noch mal die Öffnungszeiten: Samstag von 15:00 bis 20:00 Uhr und Sonntag von 10:00 - 16:00 Uhr. - Wo ist der Markt? - Im gleichen Gebäude wie die Tourismusinformation, allerdings ist der Eingang von der hinteren Straße aus.











Samstag 17.12.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1026 hPa

Das Santa Claus System
Wo bleibt die Stimmung, ohne Glühwein, Schnee und Spekulatius

Na ja, Glühwein und Spekulatius, da kann nachgeholfen werden, das dünne Gebäck gibt es hier auch schon zu kaufen, und Glühwein kann man sich ja locker selber machen. - Das mit dem Schnee, das ist eine andere Geschichte, und eigentlich wünschen wir uns den auch gar nicht, zumindest nicht in unseren Höhenlagen, denn für solche Kälte sind wir allesamt nicht vorbereitet. - Wenn wir also von Weihnachtsstimmung sprechen, dann müssen wir die ohne diese in Mitteleuropa üblichen Stimulanzen hinbekommen, und das klappt bei den meisten Menschen hier auch ganz gut, immer aber mit der Vorgabe, dass Weihnachten in Südeuropa, oder ich spreche mal hier nur für Spanien, eine andere gesellschaftliche Gewichtung hat, wie das in Mitteleuropa so ist. - Hier ist Weihnachten nicht das Fest der Geschenke, diese werden erst in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar verteilt, getreu dem Gedanken, dass die drei Taliban ähnlichen Reiter, die sich Könige nannten, die Geschenke brachten. - Dadurch verändert sich natürlich die Erwartungshaltung an das Weihnachtsfest. Die Aufteilung auf zwei Daten, einmal auf das christliche Familienfest, und dann eben später auf die Geschenke, die tut eigentlich gut, nimmt dem Ganzen diesen gewaltigen Druck, allerdings arbeitet die globalisierte "Weihnachtsindustrie" mit dieser idiotischen und völlig abstrusen Geschichte rund um Santa Claus gegen die hiesige Rhythmik der Festtage erfolgreich an, und das bringt einiges durcheinander. -. Ob man das alleine an der Kunstfigur "Santa Claus" liegt, eine Art grenzdebiler Nikolaus, der über seinen Tag hinaus, was ja der 6. Dezember ist, in weihnachtlicher Dauererektion bis zum 24. Dezember und bei uns sogar bis zum 6. Januar durchschunkeln muss, das weiß ich nicht, aber die Symbolfigur für shareholderorientiertes Traditionsbashing ist er allemal, und das muss man zugeben, äußerst erfolgreich. - Allerdings geraten wir dadurch selbst hier in Gefahr, alles rund um das Weihnachtsfest als "Rummel" zu betrachten und konsumorientiert, wo eben doch bislang die "Doppelspitze Navidad und Reyes", launig unterbrochen von einem fröhlich-lockeren Jahreswechsel, für etwas niedrigere Ho-Ho-Frequenzen sorgte.

Das verliert nun alles so ein bisschen den Kontrast, und da Weihnachten, wie das Leben auch, weder ein Wunschkonzert noch eine Powerpoint-Präsentation sind, die man anhalten, zurückspulen oder aber auch Teile überspringen kann, zerrt dieses immer kontrastlosere Treiben wohl an der Wertigkeit dieser Feiertage. - Was da neben dieser kognitiven Blutgrätsche des Santa Claus noch so alles Fremdes auf uns einprasselt, das zerrt weiter an den einst so praktischen und einfachen Regelen gewachsener Traditionen und in ein bis zwei Generationen weiß hier niemand mehr, wie das eigentlich war, als Weihnachten nur ein kurzes Verschnaufen in der Alltagswelt war, mit einem ewig langen und für den Umstand eigentlich viel zu bleiernen Gottesdienst, einem sehr gepflegten Essen im Familienkreis und schokoladigem Naschwerk. - Die Frage stellt sich nicht, ob das besser war "damals", wohl eher nicht, wenn man sich die Begleitumstände in Erinnerung ruft, allerdings darf ich wohl die Frage stellen, ob wir denn aus einer erlaubten und sicher auch erwünschten Evolution eines traditionellen Festes nichts Besseres machen können als Santa Claus, Rentiere mit komischen Namen und erfundene Besinnlichkeit, die mit dem Pipen der modernen Registrierkassen harmoniert? - Das Hauptproblem bei solchem fröhlichen Zusammenschmelzen ganz vieler Ingredienzien zu einem neuen Ganzen ist der auffällige Verlust an Körper, Kontrast und Begreifbarkeit. Eigentlich wissen wir doch schon gar nicht mehr, warum die ganzen Leute und man selbst auch so angestochen die letzten Wochen des Jahres durch die Landschaft läuft, immer mit der Angst, irgendwelchen Ansprüchen nicht gerecht zu werden, oder irgendetwas zu versäumen. - Und über allem steht ein grinsendes Monster, rot gekleidet, mit weißem Rauschebart und registriert mit sonorem Ho-Ho-Ho, ob denn auch alle Weihnachtstrottel, meist eben Familienväter mit der Angst vor dem Versagen bei der Bescherung, auch brav nach seinem Rhythmus tanzen. - Gut, in meinem Fall möchte ich es nicht tanzen nennen, das wäre dann doch ein bisschen übertrieben, aber ich glaube wohl, dass auch ich nicht nach meiner Überzeugung handle, sondern eben nach erdachten gesellschaftlichen Zwängen. - Das System Santa Claus funktioniert, und ich fürchte, nicht nur dieses System.



Freitag 16.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 27,3 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

In der Kürze - verspricht er, und dann wird es doch wieder lang…
Inselhaushalt, Lesungen und Verschwörungstheorien auf El Hierro und nach meinem letzten Telefonat habe ich plötzlich schlechte Laune

79,7 Millionen Euro ist der Inselhaushalt 2012 schwer, wobei man besser sagen müsste: Leicht. - Das sind 3 Millionen Euro weniger als im vergangenen Jahr, also kein so gewaltiger Einschnitt möchte man eigentlich sagen, aber wir sollten mal daran denken, dass vor 5 Jahren der Inselhaushalt noch über der 100 Millionen Euro-Marke lag. Wenn man uns eben vor diesen 5 Jahren erzählt hätte, dass wir in ein paar Jahren einen Inselhaushalt durchziehen müssen, der 25% unter der jetzigen Summe liegt, dann hätten wir gesagt, nicht möglich, das gibt ein Unglück. - Ein Unglück gibt es nicht, allerdings bleibt eben inzwischen nichts, oder kaum noch Geld übrig für das Kapitel "Investitionen" und leider fällt dann eben damit auch die öffentliche Hand seitens des Cabildo Insular aus, für neue Arbeitsplätze zu sorgen, da man keine neuen Projekte auflegen kann. - Das Kapitel Investitionen ist eigentlich in den letzten 5 Jahren komplett zusammengestrichen worden, damit setzt sich im Cabildo Insular das fort, was in den Gemeinden bereits gang und gäbe ist. - Das nennt man dann Sparhaushalt, allerdings sind diese Sparhaushalte keine echten Sparhaushalte, sondern konzentriert man sich lediglich darauf, alle Investitionen zu stoppen, dann entzieht man der Inselvolkswirtschaft eine Menge Geld und verschärft damit die eh schon vorhandene Rezession. - Und weil auch hier auf unserem kleinen Inselchen das regiert, was manchmal nett und adrett als Marktwirtschaft verkauft wird, leiden wir sehr unter den mangelnden Investitionen, da unsere Volkswirtschaft eben nur bei Wachstum funktioniert. - Ja, es gäbe auch andere Modelle, in denen Wachstum nicht notwendig wäre, aber dann könnte man in einigen gesellschaftlichen Ecken nicht mehr so locker Geld "verdienen" (manche sagen auch stehlen, Sie wissen schon, mein Kollege, an dessen Namen ich mich nicht mehr erinnere, der sagt das immer) und deshalb wird das nicht gemacht. - Meckern kann ich gegen den Inselhaushalt nicht, man könnte das auch nicht anders oder besser machen, man kann halt nur das Geld noch ausgeben was reinkommt, so sieht die Kunst der Haushaltsplanung inzwischen aus.

Ein paar Lesungen kommen in den nächsten Tagen auf uns zu, und da bei mir in den Kolumnen der Bereich Kultur eigentlich permanent unterbelegt ist, möchte ich gerne auf diese Lesungen hinweisen: Ich darf zitieren:

Kanarische Literatur
in zwei Sprachen gibt es
am 17.12. 2011 in Villa de Tazacorte in der Casa de La Cultura um 19:00 Uhr. Dargeboten wird Kanarische Literatur: Lesung, Talkrunde, Wein und Livemusik (Ima Galguén)
Wir lesen Texte aus den Büchern: "Meereslaunen / Caprichios de Mar", "Canarias" und "La Palma". Mit Ima Galguén, Rosario Valcárcel, Luis León Barreto, Dagmar Fedderke, Uka Rösch und der Verlegerin Claudia Gehrke. Mehr Informationen HIER

und am Dienstag, dem 20.12. 2011 um 20:00 Uhr in der Bar Central in El Paso in der Calle Manuel Tano, 9 (vor dem Rathaus die Straße hoch).

Zur Lesung, Talkrunde, Wein und Livemusik (Ima Galguén) ? gibt es auch noch köstliche Meerestapas, die das Team von Heidy (Franchipani) und Rüdiger (Bar Central) kreiert.

Wir lesen Texte aus dem Buch: "Meereslaunen / Caprichios de Mar".

Kanarische Autoren, Maler und Fotografen erzählen von den Launen des Meeres: von dramatischen Überfahrten, vom Traumschiff vor La Palma, von der Kindheit am schönsten Strand und der Frage, ob die Menschen von den Fischen abstammen - und nicht zu vergessen der Zauber der Muschel ...

Mit AutorInnen des Buchs Caprichos de Mar / Meereslaunen (u.a. Rosario Valcárcel, Ima Galguén), Antonio Abdo, Pilar Rey, Uka Rösch und der Verlegerin Claudia Gehrke.

Weitere Informationen gibt es HIER


Unter und bei El Hierro gibt es eine Neuigkeit zu berichten, das Signal des Tremor verläuft seit gestern Nachmittag wieder ruhig und unauffällig auf niedrigem Niveau. - Gegen 20:40 Uhr gestern Abend zeigt das Spektrogramm dann eine fast 10 Minuten anhaltende Explosion, welche auf das Abrutschen großer Mengen von Material hindeuten könnte. - Das "Pumpen", welches uns die vergangenen Tage in Rätsel gehüllt hatte ist plötzlich weg, was darauf hindeuten könnte, dass nun die Eruption wieder ungestört ablaufen kann, also das Magma und Gase ohne große Hindernisse austreten können. - Ob das darauf zurück zu führen ist, dass der Schlot aus dem das Material austritt erneut abgerutscht ist, oder eben einfach das störende Material weg ist, oder sich ein anderen Schlot aufgetan hat, das wissen wir natürlich nicht. - Die meisten beschäftigen sich allerdings weniger mit der Änderung des Signals des Tremor, sondern immer noch sind die mysteriösen Lichter das Thema, welche man vorgestern Nacht in der Webcam beobachten konnte. - Obwohl es eine offizielle Version des Vorfalles gibt, das waren die Lichter eines Tankers, welcher im Süden der Insel fuhr, wird weiter heftig diskutiert und fast hat es den Anschein, als möchte man daraus eine Verschwörungsgeschichte basteln. - Jeder hat eine andere Version, obwohl die Geschichte mit dem Schiff eigentlich plausibel ist, aber man kann bereits viele Berichte nachlesen, die genau das anzweifeln. - Wir Menschen sind schon lustige Zeitgenossen, und am liebsten basteln wir uns halt schon irgendwelche Geschichten zusammen, die alles sind, aber meist nicht seriös. - Aber mit plumpen, oder eben zu einfachen Erklärungen wollen wir uns nicht abspeisen lassen, ein Schiff, wie langweilig, da muss doch irgendetwas Mysteriöses oder mindestens Konspiratives dahinter stecken. - Wenn uns aber selbst ernannte Finanzgenies und Wirtschaftsstrategen erklären wie die Welt nach deren Meinung zu funktionieren hat, dann nicken wir alle brav mit dem Kopf und öffnen sofort das Portemonnaie. - Ich weiß, die Amerikaner waren nie auf dem Mond, Jesus eine Frau, und RTL 2 ist ein seriöser Sender.

Eben, mitten drin beim Schreiben klingelt das Telefon. - Eine eigentlich lästige Umfrage, aber ich bin heute früh dran, habe also zunächst einfach mal nachgefragt, wie lange denn diese Umfrage dauern würde. - "Nur ein paar Minuten" kam die Antwort, ich bin ihr Mann sagte ich noch und die erste Frage lautete: "Wie alt sind Sie". - Ich habe nicht gelogen, also 30 Doppelplus, und schon kommt die Antwort, "Dann sind Sie leider für diese Umfrage nicht repräsentativ, das wären nur Personen unter 50 Jahren gewesen" - Sie wissen doch, es gibt diese Momente in denen man merkt, dass man alt wird. - Der berühmte Sitzplatz im Bus der einem angeboten wird, oder wenn die eigenen Kinder sagen: "Papa setz dich hin, ich programmiere dein Smartphone neu", oder jeden Morgen, wenn man in den Spiegel blickt. - Ich und nicht repräsentativ, ich war nur nicht schlagfertig genug, um der netten Telefonstimme von meiner "Repräsenz" zu überzeugen…





Freitag 16.12.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1026 hPa

Die Häfen und die Brötchen werden kleiner
Megalomanie mit Phimose

Schnipp schnapp, acht Millionen ab. - Zur Überraschung aller lesen wir heute eine ziemlich unverdaute Pressemeldung aus der hervorgeht, dass der dritte Hafenausbau Tazacortes ein bisschen bescheidener ausfallen wird, als ursprünglich vorgesehen. - Das Gobierno de Canarias hat entschieden, dass die Service-Zone auf dem zukünftigen Deich von 36.000 auf 28.000 Quadratmeter verkleinert wird, und man dadurch 8 Millionen Euro sparen kann. - Die Länge des Deiches wird gleich bleiben, so dass auch weiterhin die Queen Mary II theoretisch, sehr theoretisch, dort anlegen könnte. - Grundsätzlich freuen wir uns natürlich über diese gesparten 8 Millionen Euro, Geld welches wir dringend in Ressorts wie Erziehung oder Gesundheit benötigen, allerdings vermuten wir ja, dass wir dieses Geld nicht wirklich sparen können, sondern dass es sich lediglich um eine Summe handelt, welche bereits ausgegeben ist, und man nun nicht mehr nachlegen kann oder will, und deshalb eben die Arbeit an anderer Stelle beschneiden muss. - Der Schaden für Tazacorte hält sich in Grenzen, da der Ausbau des Hafens sowieso lediglich den Betreiber der Jachthafenanlagen etwas angeht, einen wirklichen Schiffsverkehr mit Fähren und Frachtschiffen erwartet dort sowieso niemand, dazu liegt der Hafen von Puerto de Tazacorte einfach auf der falschen Inselseite. - Weiter ist natürlich fraglich, wenn nun das Projekt doch signifikant verändert wird, (von 36.000 Quadratmeter auf 28.000) dann könnte man sich doch vorstellen, dass auch der Hauptinvestor, die Europäische Union darüber unterrichtet sein müsste, und wohl auch anteilig weniger bezahlen will. - Bei kofinanzierten Projekten ist das eigentlich so, kürzt einer der Partner seine Beteiligung, dann sollte das der andere Partner auch machen können, oder aber man müsste vorher mal darüber reden. - Dieses Thema wird kurz auch angerissen, allerdings meint man da, es könne keine Probleme mit der EU geben, da dieses Projekt ja auch vom Gobierno de Canarias mitfinanziert wird. - Das kann natürlich nicht sein, solche Projekte werden zu einem gewissen Anteil von der EU mitfinanziert, und wenn nun das Gobierno de Canarias von den 53 Millionen Euro, welche das Projekt insgesamt kostet, 8 Millionen Euro weniger bezahlen will, dann muss der Anteil welchen die EU bezahlt, auch entsprechend sinken. - Wir werden uns da aber nicht unglücklich machen, die EU bekommt eh nichts mit was hier abgeht, meinen die doch immer noch, mit dem dritten Ausbau des Hafens von Tazcorte zukünftige Arbeitsplätze zu schaffen und den Wohlstand der Gemeinde zu erhöhen. - So zumindest steht das in den Erklärungen, warum man diesen Hafenausbau unterstützt, dass aber dort niemals ein Schiff anlegen wird, zumindest nicht eines, welches kommerziellen Charakter hat, sondern man lediglich den Sport- und den Fischereihafen größer und größer macht, das wissen hier alle, aber sehen will das niemand. - No hay mal que por bien no venga, so sagt man hier, an allem ist immer auch etwas Positives zu finden, und das müssen wir auch nicht lange suchen. - Dem Gobierno de Canarias geht das Geld aus, um die vielen größenwahnsinnigen Projekte durchzuführen, die man in kühnen wie machtfeuchten Träumen so einfach in die Landschaft gestellt hat. - Die große Sause ist aber vorbei, Bescheidenheit ist eigentlich eine Tugend, eine sehr schöne Tugend sogar, wird diese neue Bescheidenheit allerdings von Not gesteuert, dann kommt das einer Bankrotterklärung gleich. - Ach ja, die gute Nachricht, die wollten Sie natürlich hören: Glauben Sie im ernst, dass wir noch mal über die Weltbiosphärenreservatsautobahn reden müssen?



Donnerstag 15.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 25,0 Grad - niedrigste Temperatur 15,3 Grad

UFOs vor El Hierro
Es war der C-Wahl und nicht der Vulkan

Die vulkanische Tätigkeit vor und unter El Hierro wirft weiter viele Fragen auf, dennoch deuten fast alle Indizien darauf hin, dass es ruhiger wird vor El Hierro. - Die Beben im Norden sind fast komplett verschwunden, nur noch 5 Beben in den letzten 7 Tagen, der Druck des Magmas dort in der Region El Golfo ist also nicht mehr oder kaum mehr vorhanden. - Auch die Gasemissionen lassen weiter nach und auch gibt es keine weiteren Bodendeformationen, allerdings gehen viele Werte auch nicht ausdrücklich wieder zurück, so dass wohl weiter noch Druck vorhanden ist. - Am auffälligsten seit ein paar Tagen sind die Zeichen, welche der Tremor hinterlässt, man möchte fast behaupten Akaymu, wie viele den Vulkan dort nennen, pumpe nun Gas und Magma aus seinem Schlot, und zwar mit gehöriger Anstrengung. - Über die Ursache der fast rhythmisch immer wieder auftauchenden Explosionsmale, gibt es mehrere Vermutungen, aber keiner der Wissenschaftler lässt sich gerne endgültig zu diesem Thema festnageln. - Was man wohl als Übereinstimmung sehen kann, der neue Rhythmus des Tremor beginnt dort, wo die Beben im Norden fast komplett verschwunden sind. - Also liegt die bereits oft vermutete und auch von mir favorisierte Version immer mehr Anhänger, dass das Magma, welches im Norden kräftig an den Meeresboden geklopft hat, im Süden der Insel Auslass findet. - Anfänglich so langsam, dass der Druck im Norden weiter so groß war, dass die Beben immer noch stattfanden, inzwischen aber hat sich der Druck im Norden so weit reduziert, dass es keine, oder kaum noch Beben gibt. - Im Süden hingegen fließt nun wahrscheinlich mehr Lava und mehr Gas aus dem Schlot, und vielleicht auch Magma anderer Zusammensetzung, so dass die Zeichnung des Tremors sich so stark verändert hat. - Andere Meinungen in dem Zusammenhang, die sich aber dabei auch nicht gegenseitig ausschließen müssen lauten so, dass man auch annehme, der Schlot wachse nun schon fühlbar weiter Richtung Meeresoberfläche, was auch eine deutliche Änderung im Signal des Tremors verursachen könnte. - Sollte das viele Material, so wie vorher wohl immer wieder geschehen, nun mal nicht abrutschen, so könnte es durchaus doch noch dazu kommen, dass es eine explosive Reaktion der austretenden Lava mit dem Wasser geben könnte. - Bislang tritt das Magma immer noch in Tiefen aus, wo so hoher Wasserdruck herrscht, und eben auch genügend Wasser vorhanden ist, um das Magma sofort abzukühlen, ab einer bestimmten Wassertiefe allerdings funktioniert das dann nicht mehr. - Man will sich nicht genau festlegen, ab welcher Wasserhöhe die Angelegenheit explosiv und damit auch gefährlich werden kann, der Mittelwert liegt irgendwo bei 30 - 50 Meter Wassertiefe. - Hängt natürlich auch davon ab, wie viel Magma austritt, in welcher Geschwindigkeit und auch wie heiß das austretende flüssige Gestein ist. - Theoretisch eröffnet sich damit auch wieder die Möglichkeit, dass die Geschichte wieder deutliche medialer wird, und weit am gedanklichen Horizont auch wieder die Story von einem neuen Inselchen aufblüht. - Allerdings traut man dieser Hoffnung wenig Fundament zu.

Gestern Nacht kam es noch vor der Küste El Hierros zu einem gruseligen bis schrulligen Spektakel, man konnte Lichter auf der Webcam sehen, die genau ihren Focus auf die Stelle des Meeres gerichtet hat, wo man den Vulkanschlot vermutet, und wo auch immer mal wieder Gase aufsteigen und eben auch die noch rauchenden pyroklastischen Brocken. - Die Lichter die man da auf der Webcam sah, vier an der Zahl, die vermutete man zunächst als eben noch glühender schwimmender Bimsstein, was theoretisch möglich sein würde, aber bei genauerer Betrachtung, und besonders nachdem man sich ein Video über den Vorfall angesehen hat, muss man zu der Ansicht kommen, dass es sich nicht um glühende Lava aus dem Vulkan handeln kann. - Einmal müssten diese Brocken im Wasser ja langsam abkühlen und könnten nicht über den gesamten Zeitraum hin mit der gleichen Intensität leuchten, und darüber hinaus müssen sich alle Lichtquellen auf einem Sockel befunden haben, denn die Entfernung der Lichter untereinander bleiben jeden Moment gleich und auch müssten ja Wellenbewegungen die einzelnen Lichter in unterschiedlichen Höhen hin und her bewegen. - Die einzige Bewegung, die aber wahrzunehmen ist, das ist das Schwanken der Webcam im Wind. - Man kann also ein vulkanischen Ursprung für diese Lichter nicht finden, oder besser sogar sicher ausschließen, nur dann bleibt die Frage offen und erlaubt, was sind denn dann diese komischen Lichter draußen vor der Küste El Hierros. - Darüber wurde fleißig wie phantasievoll diskutiert, die wahrscheinlichste Möglichkeit aber ist, dass es sich um ein Schiff gehandelt hat, welches dort vor der Südküste El Hierros in die Fänge des Teleobjektives der Webcam geraten ist. - Das Flackern deutet eben auch auf eine große Entfernung hin und in der Tat, man hat zur fraglichen Zeit auch ein passendes Schiff dazu gefunden, dessen Beleuchtung auch zu den Lichterscheinungen auf dem Video passt. - Die "C-Whale", ein ziemlich großer Tanker ist dort vor der Südküste unterwegs gewesen, was genau er da auf dem fraglos komischen Kurs nach Gran Canaria gemacht hat, das darf eine andere Frage sein, aber das Geheimnis um die tanzenden Lichter in der Webcam vor El Hierro, die dürften damit geklärt sein. - Es war die Nachtigall und nicht die Lärche, es war der "C-Wahl" und nicht der Vulkan, und fast tut es einem Leid, dass die Geschichte so profan ausgeht.





Donnerstag 15.12.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1025 hPa

Hardcore Sparing
Fasse dich kurz

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da konnten auch noch die Ehemänner und andere Freunde der Bürgermeisterin auf Amtskosten telefonieren, so wie das in Los Sauces noch in der letzten Legislaturperiode aufgefallen ist. - Allerdings scheint daraus kein Skandal zu erwachsen, und auch muss sich wohl Nieves Dávila dafür nicht vor Gericht verantworten, irgendwie ist das Interesse an der Verfolgung dieser Verfehlung nicht mehr groß genug. - Vielleicht ist es ja auch gang und gäbe, oder es herrscht Waffenstillstand zwischen PSC/PSOE; CC und PP, denn wenn man anfangen würde, diesen oder jenen Missstand zu melden, dann müsste man ja auch die ganzen anderen Auffälligkeiten…. Wie dem auch sei, die Krise zwingt alle zum Sparen, da bleibt keiner ausgenommen, und wenn man schon einen gönnerhaften Schlussstrich unter die Verfehlungen früherer Tage, und seien die auch noch ganz frisch "früher" ziehen will, dann bleibt uns eben nur die Zukunft, und viel guter Wille, endlich den Kosten den Kampf anzusagen. - Im Cabildo Insular will man nun damit anfangen und eliminiert zunächst die Tischkopierer und Drucker, und will nur noch eines dieser Geräte pro Stockwerk aufstellen. - [Zehn Drucker a 60 Euro vom Discounter weg, (freiwillig entsorgt durch die Kinder der Kollegen) dafür ein Profigerät für 1.500 Euro - das ist eine pure und unanständige Vermutung irgendeines Kollegen, dessen Namen mir einfach nicht mehr einfallen will] - Aber nicht nur dort soll gespart werden, sondern man will den kompletten Apparat der Telekommunikation auf den Prüfstand stellen, Konsum der einzelnen Teilnehmer auswerten sowie auch die Verträge mit den Dienstleistern überprüfen, ob das alles nicht billiger und besser ginge. - Noch weitere Sparideen verspricht man aufzugreifen, die Reinigung des Gebäudes stellt man auch auf den Prüfstand, allerdings sind Meldungen nicht bestätigt, wonach die Inselpräsidentin zukünftig ihren Schreibtisch selbst abstauben will, sondern dieses Gerücht stammt wohl wieder von dem Kollegen, dessen Name mir nicht mehr einfallen will. - Energiekosten, auch das ist eine Geschichte, in der man nun durchgreifen will, das erinnert mich an meinen letzten Arbeitgeber, vor ich weiß nicht mehr wie vielen Jahrzehnten. Da stand man auf dem Klo, um überschüssige Körperflüssigkeiten loszuwerden, da kam eine Hand durch die angelehnte Tür gefahren, und schaltete das Licht aus. - Das was unsere Chefin, die damals bereits Strom sparen wollte, das hat sie allerdings locker dreifach an Reinigungspersonal wieder drangeben müssen, denn wenn Männer im Stehen und im Dunkeln… Auf jeden Fall soll bei den laufenden Kosten und im Arbeitsalltag im Cabildo Insular gespart werden, gute Idee, eigentlich längst überfällig, aber immer wieder aktuell, so dass das sogar eine Pressemeldung wert ist. - Sonst ist eh nichts passiert auf der Insel, der störrische Passat weht uns weiter kräftig alle Flausen aus dem Kopf, in ein paar Tagen ist Weihnachten, was uns angesichts der Temperaturen nicht wirklich eingänglich werden will.



Mittwoch 14.12.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Ich glaub mich tritt ein Wasserkraftwerk
Erinnern Sie sich noch an Hans Apel?

Das war doch der, den das Pferd trat, als er sich über ein plötzliches Loch in der Haushaltskasse wunderte, dabei darf ich mal fragen, wer oder was tritt denn unsere Politiker heutzutage, angesichts der Schuldenberge. - Ich wundere mich über einen heutigen Artikel in der Presse, in dem es heißt, das "Patronato de Espacios Naturales de La Palma", also die Hüter der Landschaftsschutzgebiete La Palmas, würden heute zusammentreten um darüber zu beraten, ob man denn das größte kanarische Speicherbecken, die "La Laguna de Barlovento" nicht mit in ein ambitiöses Projekt einbinden könnte, was man landläufig als Wasserkraftwerk bezeichnet. - Angefragt hat ein privater Investor aus der Energiebranche, "Hidroeléctrica Canarias", und natürlich lieben wir alternative Energien und wir haben hier auf der Insel auch bereits ein Wasserkraftwerk am "Salto de Mulatos", dieses produziert allerdings maximal nur 1,5 Megawatt. - Und natürlich haben wir sehr viel Wasser auf der Insel, und nicht nur das, sondern wir haben das Wasser auch auf einer Höhe, welche es wunderbar erlauben würde, dieses Gefälle bestens auszunutzen und das ist ja wohl die Grundvoraussetzung für ein Wasserkraftwerk. - "Hidroeléctrica Canarias" spricht gar von 15 Megawatt, die sie mit dem Wasserkraftwerk hier gewinnen könnten, mehr als ein Viertel der hier auf der Insel benötigten elektrischen Energie, und das hört sich natürlich noch lockender an. - Allerdings bräuchte man dazu natürlich auch einen gewaltigen Speicher, und da soll nun die "La Laguna de Barlovento" ins Spiel kommen, aber wir wissen doch, dass dieses Speicherbecken unpässlich ist, da es an Inkontinenz leidet. - Und das wohl nicht nur akut, sondern chronisch, manche Spezialisten sagen uns doch auch, dieses Speicherbecken ist von Anfang an falsch berechnet worden, der Untergrund niemals tauglich, solch gewaltigen Druck aufzunehmen. - Man hat das Becken so auch immer nur teilweise gefüllt, nicht mal bis zur Hälfte, aber nach einer Millionenreparatur, ich glaube das war im Jahr 2005 dann letztes Jahr doch bis fast Oberkante und schon riss das Speicherbecken wieder entzwei, und nun hat man noch nicht einmal das Reparaturprojekt, geschweige denn eine taugliche Aussage, ob man denn jemals dieses Speicherbecken voll oder auch nur dreiviertel belasten kann.

In dieses Szenario hinein nun ein Wasserkraftwerk zu planen, das scheint mir dann doch ein bisschen gewagt, vielleicht sollte man so etwas dann erst machen, wenn die Zukunft dieses Speicherbeckens komplett geklärt ist. - Vielleicht weiß auch der private Investor überhaupt nichts von unserem kleinen Problem mit dem großen Becken, aber das ist wohl nicht anzunehmen. - Im Moment macht man ja wohl auch noch nicht mehr als zu fragen, ob man sich das denn überhaupt vorstellen könnte. - Natürlich kann man sich das vorstellen, die UNELCO-ENDESA hatte auch schon ein ähnlich anspruchsvolles Projekt, dieses aber wieder verworfen. - Vielleicht sollte man sich überlegen, warum die das wieder auf Eis gelegt haben, denen scheint die Rechnung wohl nicht aufgegangen zu sein. - Man spricht davon, dass ein Wasserkraftwerk hier auf La Palma, welches unter unseren Voraussetzungen 15 Megawatt an Spitzenleistung erzielen kann, wohl an die 75 Millionen Euro kosten wird. - Nun habe ich mal bei "Kraftwerkpedia" nachgesehen, da steht, der Bau eines Wasserkraftwerks kostet an die 1.500 Euro pro kW, rechne ich aber die Zahlen um, die uns genannt werden, dann sind wir bei 5.000 Euro pro kW. - Entweder habe ich mich total verrechnet, das kommt bei mir schon mal vor, meist wenn ich die Weizenbiere bezahlen will, oder da will uns mal wieder jemand ein hervorragendes Geschäft empfehlen und wer keinen Taschenrechner hat, der soll sich an den Investmentbänker seines Vertrauens wenden…



Mittwoch 14.12.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1024 hPa

Ein guter touristischer November
Mehr als letztes Jahr, aber weniger als 2004

Die Zahl der ausländischen Flugreisenden nach La Palma ist diesen November gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres stark angestiegen. - Allerdings erinnern wir uns auch, der November 2010 war so das schlechteste an touristischer Leistung, was wir uns sicher in den letzten 15 Jahren geleistet haben. - Wenig Flüge, La Palma nicht in Hochstimmung und eben Krise aller Orten. - Nachdem wir im September dieses Jahres bereits mal wieder ein Plus bei den Buchungen erfahren durften, was der Oktober dann gleich wieder nicht mehr bestätigte, zeigt nun der November ein hervorragendes Ergebnis auf. - 12.970 ausländische Reisende sind diesen November nach La Palma geflogen, das sind 3.120 mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. - Das sind knappe 32% mehr als 2010, eine stolze Zahl, und die größten Steigerungen erhalten von deutscher Seite, sogar ausschließlich von deutscher Seite, denn die Passagierzahlen aus Amsterdam, Brüssel, London und Manchester, die sind sogar rückläufig. - Diese vier "nichtdeutschen" Städte zusammen schickten diesen November 3.135 Gäste zu uns, der gesamte "Rest" der Reisenden kommt aus Deutschland. - Also sind wir hier auch wieder bei den alten Zahlen, mehr als dreiviertel aller Besucher, Urlauber oder fliegender Residenten die nach La Palma kommen sind aus Deutschland, wie praktisch doch, dass auf keiner Schule dieser Insel diese Sprache gelehrt wird. - Lassen wir den kleinen Seitenhieb auf bildungspolitische Nachlässigkeiten und analysieren wir dieses positive Ergebnis bei den Gästezahlen doch noch genauer.

Es liegt wohl wirklich einfach an dem Mehrangebot an Flügen die es nach La Palma gibt, allen voran Düsseldorf, mit drei Verbindungen nach La Palma in der Woche steigert von 1.774 Passagieren im November 2010 auf 2.333, der größte Zuwachs aber kommt aus Berlin, dort flogen im letzten Jahr noch 555 Gäste zu uns, in diesem November sind es 1.316 Gäste. - Auch aus Hamburg verdoppelt sich die Zahl der ankommenden Reisenden und nur München, Stuttgart und Nürnberg melden kleine negative Veränderungen der Zahlen. - Also überall dort, wo mehr Maschinen eingesetzt wurden, da kamen dann auch gleich mehr Passagiere, in den anderen Städten bleibt das gleich, oder es kommen sogar weniger Gäste. - Wir müssen also unbedingt weiter daran arbeiten, dass mehr Frequenzen nach La Palma erhalten bleiben, allerdings ist ein November alleine noch keine wirkliche nachhaltige Veränderung, denn für den Dezember mussten wir leider den Verlust von drei Strecken wieder hinnehmen, bis auf die Weihnachtszeit ist der Dezember aber immer ein Monat gewesen, mit deutlich weniger Gästen als im November. - Wichtig wird nun natürlich das Frühjahr, Januar, Februar und der März, praktisch bis Ostern, das ist die Hauptreisezeit nach La Palma, und da kommen immer noch viele kurzfristige Buchungen, weil der Resturlaub sonst gefährdet wird und wir dann doch eine wunderbare Alternative zum Wettergrau in Mitteleuropa bieten können. - Das wäre wichtig, dass in den drei "fetten Monaten" auch weiterhin viele Flugangebote nach La Palma die Verfügbarkeit hoch und die Preise niedrig halten, so können wir auch wieder kleine Hoffnungen schöpfen im Tourismus. - Allerdings wird am Jahresende abgerechnet, denn trotz dieser hervorragenden Zahlen aus dem November bleibt aufs Jahr gerechnet bislang nur ein Plüschen von 1% mehr, als im vergangenen Jahr, und das vergangene Jahr war das schlechsteste Jahr touristisch gerechnet in diesem Jahrtausend. - Zum Vergleich, 2004 kamen im November 14.318 ausländische Gäste zu uns, also noch mal 10% mehr als diesen November und auch da waren wir längst nicht ausgebucht. - Bei aller Euphorie über ein Plus von über 30%, wir sind noch nicht wieder bei den Zahlen angelangt, die mal Alltag für uns waren.



Dienstag 13.12.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,3 Grad

Ein Kessel Kurzes
Ambulanz und Bauernmarkt

Vor ein paar Tagen mussten wir darüber berichten, dass dem Sparzwang der öffentlichen Hand wohl der Krankenwagen von Garafía zum Opfer gefallen ist. - Groß war der verständliche Protest, wir geben immer noch viel Geld für irgendwelche Prestigeobjekte aus, haben aber dann plötzlich keine Kröten mehr für solch wirklich notwendige Dinge, wie eben die flächendeckende Versorgung mit Krankenwagen. - Gut, ein einsamer Betriebswirt rechnet es uns sicher vor, dass eine Gemeinde mit 1.700 Einwohnern nicht mit einer 24 Stunden Präsenz eines Krankenwagens rechnen darf, aber der Fall Garafía ist eben nicht so einfach auf andere Regionen oder Städte zu übersetzen. - Garafía ist eine der Gemeinden der Kanaren mit den ältesten Menschen, und eben auch so abgelegen, dass ein Krankenwagen der von Tijarafe kommen soll, dann mindestens eine halbe Stunde braucht, um in den Ort Santo Domingo zu gelangen, sollte der Notfall dann auch noch in den weiten ländlichen Gebieten Garafías geschehen, dann wird es noch schlimmer. - Und sollte eben der Krankenwagen aus Tijarafe gerade unterwegs sein, weil der dann gleich drei Gemeinden bedienen muss, nämlich Tijarafe, Puntagorda und eben Garafía, dann wird es eng für den Notfall in der nordwestlichsten Gemeinde. - So groß war der Protest, so medial vorgetragen, dass man nun wieder die Verhandlungen aufgenommen hat, der Gesundheitsdienst spricht wieder mit dem Roten Kreuz und das Ziel ist, dass auch weiterhin ein Rettungswagen 7 Tage und 24 Stunden in Garafía in Bereitschaft steht. - Zwischendurch gab es auch mal Kritik des Gesundheitsdienstes an den Leistungen des Roten Kreuzes, die seien nicht schnell genug, da käme der Krankenwagen aus Tijarafe ja noch schneller als die der Nichtregierungsorganisation, aber diesen Vorwurf den hat man weit und schnell von sich geschoben und diese Kritik eben als nicht richtig bewertet. - So kann Garafía inzwischen wieder hoffen, dass auch nächstes Jahr wieder der Krankenwagen dort bereit steht um Notfälle aufzunehmen und die mediale Gesellschaft kann stolz auf sich sein, wird nur ausreichende gemeckert und an der richtigen Stelle, dann gibt es wohl auch was zu erreichen.

Am Samstag müssen wir uns nun alle einen Termin notieren, 12:00 Uhr El Paso, an der Markthalle. - Jetzt werden viele fragen, wo bitte ist denn in El Paso eine Markthalle, haben wir doch noch nie gesehen. - Aber es gibt die, seit vielen Jahren bereits fertig, drei Legislaturperioden hat man dazu gebraucht, um der Halle nun endlich Leben einzuhauchen, aber am kommenden Samstag ist es endlich so weit, der Bauernmarkt El Paso wird um 12:00 Uhr eingeweiht. - Die Markthalle liegt unter der Tourismusinformation, aber der Eingang ist von der anderen Seite, ein architektonischer Kunstgriff der mir bis heute nicht wirklich einleuchtet, kann man doch auch hier auf La Palma seit Jahren bereits Treppen bauen, denn auf der anderen Seite ist alles andere als Laufgegend, man kann dort auch nicht parken, nicht mal falsch, denn die Guardia Civil liegt gleich gegenüber. - Gut, am besten lässt man das Auto ah auf dem Parkplatz des großen Supermarktes stehen, so lange das noch umsonst geht, ansonsten gibt es ja in El Paso in Richtung Friedhof noch viele Parkplätze, das sind dann auch nur 3 Minuten zu Fuß, das sollte doch wohl möglich sein. - Die Markhalle selbst ist auch bereits seit Jahren mit Mobiliar versehen, teure Holzverkaufsmöbel hat man da hineingezaubert, jeder Stand hat auch seine eigene Waage, man merkt noch so ein bisschen den diskreten Charme der Vorkrisenzeit, als man diese Halle seinerzeit ausgerüstet hat. - Ich fände es ja besser, und uriger, und eben auch zu finden, wenn man den Markt unter freiem Himmel abhalten würde, neben der Tourismusinformation, dort ein paar dieser Pavillonzelte aufstellen, die Landwirte bringen ihren Tapeziertisch selber mit und fertig ist der Markt. - Oder aber man macht das auf der Plaza Franzisca Gazmira, dass ist da, wo dieser wunderschöne Bunker, oder meinetwegen der hässliche Kiosk steht, aber dann wäre die Markhalle ja weiter ohne Bedeutung. - Also wir werden diesen Versuch auf jeden Fall unterstützen, lokale Produkte müssen wieder besser Absatzchancen erhalten und da bieten sich diese Erzeugermärkte natürlich bestens an. - Die Öffnungszeiten sind: Samstag von 15:00 Uhr bis 20:00 Uhr und sonntags von 10:00 - 16:00 Uhr. - Aber diesen Samstag ist Eröffnung, und da geht es bereits um 12:00 Uhr los.





Dienstag 13.12.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1024 hPa

Fischers Fratz
will Schadensersatz

Erst die Meere leerfischen, und dann Schadensersatz fordern, weil keine Fische mehr da sind. - Na gut, so einfach ist das auch wieder nicht, wobei dieser Umstand an Logik schon seine ganz eigenen Reize hat. - Die beiden Fischereibruderschaften aus Santa Cruz und Tazacorte fordern in der Tat Schadensersatz, weil sie letztes Jahr zu wenig Fische gefangen haben, allerdings geben sie die Schuld der massenhaften Flucht von Wolfsbarschen aus den Fischfarmen vor Tazacorte. - Diese "Lubinen" hätten die Population der "Brotfische" La Palmas, Makrelen, Sardinen und Stöcker (Bastardmakrele) so drastisch reduziert, dass man großen finanziellen Schaden erlitten hätte. - In der Tat erinnern wir uns, dass letztes Jahr im Sommer kaum ein Fischverkäufer unterwegs war der lautstark bis melodiös seine frische Ware aus dem Auto heraus angeboten hätte. - Inzwischen scheint sich das alles wieder reguliert zu haben, das Angebot an Fisch ist wieder so wie früher, obwohl die Angler berichten, dass man immer noch Wolfsbarsche nahe der Küste fangen kann. - Ob die Fischer nun Recht haben oder nicht, das können wir natürlich nicht entscheiden, und schon gar nicht, an wen sich diese Schadensersatzforderung denn richtet. - An den Betreiber der Fischfarm möchte man doch meinen, allerdings liest man das in der Presserklärung fast so, als würden sich die Fischer an das Gobierno de Canarias wenden und damit von den Steuerzahlern Geld fordern. - Das wäre ja noch schöner, kassieren fast so wie es die Banken machen, zuerst Geld verleihen welches es gar nicht gibt, dafür allerdings Zinsen nehmen, um dann vom Steuerzahler wieder aufgefangen zu werden, als man rausbekommen hat, dass das alles Schwindel ist. - Allerdings fürchte ich, für die Fischer, für die paar Fischer die es in Tazacorte und Santa Cruz noch gibt, dass die nicht über eine solche Lobby verfügen wie es in der Welt der Hoch(tief)finanz sonst wohl gang und gäbe ist. - Zumal ja ein Gutachten der Universität Las Palmas vorliegt, in dem geschrieben steht, dass der Einfluss der Wolfsbarsche auf das Ökosystem vor unserer Küste lediglich als klein bis moderat zu bezeichnen ist. - Allerdings ist dieses Gutachten erst über ein Jahr nach der Massenflucht der Fische erstellt worden, berichtet also nicht vom Stand des letzten Jahres, sondern eher davon, wie es heute vor unserer Küste aussieht. - So stehen die Aussichten für die Fischer, tatsächlich eine Entschädigung oder Schadensersatz zu erhalten nicht besonders gut, allenfalls könnte man daran denken, dass die Betreiber der Fischfarmen zukünftig eine Versicherung für den Fall eines solchen Betriebsunfalls abschließen müssen und man sich heute wirklich fragt, warum das nicht jetzt bereits der Fall ist. - Auf der anderen Seite muss man aber auch feststellen, dass die gewerbliche Fischzucht in Schwimmkäfigen vor der Insel La Palma nach einigen Skandalen, die auch finanzieller Natur sind, vom geförderten Ziehkind zum Auslaufmodell geworden ist. - Nicht, weil Fischzucht grundsätzlich abzulehnen ist, sondern weil man eben wieder viel zu viel falsch gemacht hat. - Und Fischer, die Schadensersatz fordern, weil die Meere leergefischt sind, die sind auch wieder eine nette Geschichte.





Montag 12.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 24,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,7 Grad

Heute Zeugnisse abholen
Meine Lieblingsbeschäftigung

Das Schuljahr teilt sich hier nicht in zwei Semester, sondern in drei Trimester, wobei das vierte Trimester dann die großen Sommerferien sind. - Unser aller Lieblingstrimester übrigens. - Also gibt es dreimal Zeugnisse und noch dreimal Elternsprechtag, immer mein absoluter gesellschaftlicher Höhepunkt, nichts im Leben mache ich lieber. - Es sind ja immer nur wenige Männer da, die auf die Noten warten, meist ist das Mütter-Angelegenheit wir Väter sind da klar in der Minderheit, manchmal sogar richtig exotisch, ein ruhiger Kerl zwischen vielen aufgeregten Müttern, die nicht nur schulischen Leistungen ihrer Kinder zu diskutieren haben, sondern so einmal quer durch das Leben parlieren. - Was hier übrigens gar nicht "in" ist, das ist das Prahlen mit den Noten des Kindes, sollte es richtig gute Noten haben, dann sagt man allerhöchstens, "alles ganz in Ordnung", oder aber ironisch, "das kann nicht mein Kind sein". - Bei schlechten Noten wird auch nicht wirklich getuschelt oder sich versteckt, die Anderen bekommen es ja eh mit, wenn nicht auf dem Elternsprechtag, dann erzählen es die Kinder einen Tag später, also hat das Geflüstere eh keinen Sinn, und wenn eine Mutter oder ein Vater mit der Lehrkraft flüstert, dann ist doch eh was faul im Staate Kanarien. - Man muss nur immer höllisch aufpassen, dass man von Anfang an gleich mitbekommt, wer denn der letzte in der Reihe ist, und dass man klar macht, das System verstanden zu haben, sonst kann man da bis in den frühen Abend stehen und warten, Vordrängeln ist einer unserer beliebtesten Sportarten. - Aber so lange machen wir das schon, dass man sich ja kennt dort alle in der Schule, da müssen die aufpassen, welche ihre Kinder dort das erste Mal betreuen kommen, bei uns "Alten Haseneltern" wird nicht mehr gedrängelt oder geschupst, oder nur noch ganz selten. - Die große Frage ist auch immer wieder, wann gehen wir da hin, von 17:00 - 19:00 Uhr soll die Veranstaltung laufen, und meist sind alle Mütter bereits um 16:55 vor Ort, und versuchen die Ersten zu sein. - Das kann also heftig in die Hose gehen, so überlegt man schon mal die späte Version. - Dann allerdings kann es passieren, dass man alle Problemfälle vor sich hat, denn oft sagen die Lehrer auch, jeder schnappt sich das Zeugnis, und wenn dann noch jemand Fragen zur Benotung seines Kindes hat, der soll dableiben und dann geht es der Reihe nach, oder wenn es ganz schlimm ist, dem Alphabet nach. - Da ist man mit Siebold hier richtig das Allerletzte, das hat meine Frau mal den Feierabend gekostet, aber sie hat sich dafür gerächt und verlangt, dass nächstes Mal das Alphabet auch wieder gilt, aber rückwärts. - Also doch besser die frühe Variante, meine Frau geht immer in das Zeugnis der jüngeren Tochter abholen, ich bin für die Ältere da, ganz schwer haben es die Eltern, welche gleich mehrere Kinder auf der Schule haben, aber sich nicht aufteilen können wie wir. - Die wandern dann immer von Klassenzimmer zu Klassenzimmer und hoffen darauf, dass ihnen jemand den Platz in der Schlange hält, was mal funktioniert, oder auch mal nicht. - Gesellschaftlicher Höhepunkt Elternabend, vielleicht habe ich da was falsch verstanden, ich muss gar nicht jeden Höhepunkt haben…



Montag 12.12.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1023 hPa

Stühle rücken, Posten erben
Als die Seilschaften Seile schafften

La Palma ist ja eine der "peripheren" Inseln, wie das immer so schön heißt, die große Politik findet also anderswo statt, auch wenn das halbe Gobierno de Canarias mit Palmeros bestückt ist, der "Pamero an sich" macht halt seine Karriere anderswo. - Aber auch auf unserer Insel dürfen wir ein "Hauptquartier" melden, hier in unserer Hauptstadt hat der "Diputado del Común" seinen Sitz, und auf den großen Inseln nur Zweigstellen. - Jetzt muss man erst mal erklären, was ein "Diputado del Común" ist. Wir kommen da zu einer Mischung zwischen Petitionsausschuss und Kummerkasten, ein weiterer Titel welchen man diesem "Diputado del Común" verleiht ist "Defensor del Pueblo", also Verteidiger des Volkes. - Den Chef dieser Institution bestimmt das Gobierno de Canarias, und meist handelt es sich bei der gewählten Person um eine aus den eigenen Reihen stammende Persönlichkeit, die man aus welchen Gründen auch immer, meist aus Altersgründen mit diesem beachteten, aber eben zahnlosen Posten beauftragt. - Zahnlos deswegen, weil eben der "Diputado del Común" keine Strafen aussprechen kann oder Gesetze oder Normativen erlassen, er kann und muss lediglich die Beschwerden der Bürger gegenüber der Legislative annehmen, untersuchen und dann weiterleiten und beantworten. - Als stärkste Waffe steht dem "Defensor del Pueblo" der Rechtsweg offen, er kann jederzeit, natürlich nach intensiver Untersuchung, die Justiz einschalten, falls es ihm notwendig erscheint. - Das ist der einzige Punkt, wo diese ganze Institution etwas für den einzelnen Bürger bringt. - Wer sich ungerecht behandelt fühlt von einer Behörde, der teilt das dem "Diputado del Común" mit und wenn er es für nötig hält, dann führt diese Behörde stellvertretend für die Privatperson den Prozess. - Aufsehen erregt hat diese Institution selten, meist laufen diese Aktionen, wenn überhaupt, dann im Verborgenen, und selten geht mal was von den Beschwerden an die Presse und man fordert Änderung dieses oder jenes Zustandes, aber großen Erfolg, oder gar einen spektakulären Eingriff in die Politik oder ein öffentliches Vorhaben hat der "Diputado del Común" zumindest hier auf den Kanaren noch nicht erreicht.

Nun wurde der neue "Diputado del Común" letzte Woche in sein Amt eingeführt, und mindestens schade muss man es finden, dass erneut parteipolitische Zwänge die Besetzung dieses eigentlich sehr wichtigen Postens bestimmen, und nicht eine Auswahl der Besten. - Jerónimo Saavedra ist neuer "Defensor del Pueblo", ein Name, den die meisten Sozialisten auf den Kanaren nur geflüstert aussprechen, denn kein anderer Politiker der PSC/PSOE auf den Kanaren trägt mehr Lorbeeren und Einfluss mit auf seinen Schultern durch den Alltag. - Allerdings ist er auch einer der großen Verlierer der Kommunalwahlen am 22. Mai gewesen, musste er doch als Bürgermeister der Hauptstadt Gran Canarias abdanken, die Wähler haben ihn nach Hause geschickt. - Nicht aber die Partei, die hält weiter an alten Gedanken und Seilschaften fest, und auch wenn man längst das Rentenalter, selbst nach sozialistischer Nachreifung erreicht hat, hält man weiterhin an Posten fest, auch wenn man da hingetragen werden muss. - 75 Jahre ist Jerónimo Saavedra nun alt, er könnte längst seine Rente genießen, und wir einen frisch gebackenen "Diputado del Común", der möglichst Rechtsanwalt sein sollte und bitte nicht aus der politischen Landschaft kommen, sondern es eben wagt, gegen diese Cliquenwirtschaft anzugehen. - Jerónimo Saavedras jetziger Posten als "Kummeronkel" verdankt er lediglich Zugeständnissen der Coalición Canaria, die eben auf die Mithilfe der Sozialisten angewiesen sind, weiter die Geschicke des Gobierno de Canarias zu begleiten. So fällt es schwer anzunehmen, dass Jerónimo Saavedra seine Tätigkeit, Bürger gegen fragwürdige oder willkürliche Entscheidungen der politischen Ebene zu vertreten wirklich gerecht werden kann. - Allerdings muss man leider hinzufügen, dieser Posten war niemals richtig und effizient besetzt, sonder immer nur "Ehrenamt" und Gnadebrot für Politiker, die auf anderem Posten nicht mehr erwünscht waren. - Eigentlich ist es eine ausgemachte Frechheit, diesen Posten derart zu besetzen, da müsste ein junger Rechtsanwalt hin, der sich seine Hörner abstoßen will und keine Angst hat, sich mit politischen Seilschaften auseinanderzusetzen, sondern diesen Posten als Karriereanfang betrachtet. - Weiterträumen Siebold, und wieder mal kommen die tiefsten politischen Enttäuschungen aus den eigenen Reihen.



Sonntag 11.12.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 16,6 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 22,8 - Temp. Min 11,0 - Feuchte 23 - 50 % Niederschlag 0 mm

Noche Blanca teilweise erfolgreich
Viele Hamburger unterwegs

Den Ausdruck "Hamburger" für Leute, die nur bummeln aber nicht kaufen, den habe ich noch aus Berlin. - "Sehleute" sagte man in den Läden zu dem Publikum, und wenn viele "Sehleute" unterwegs waren, dann haben die Angestellten in den Läden Zeit, sich daraus so etwas höchst Intelligentes wie Notwendiges auszudenken, dass man aus "Sehleuten" dann "Hamburger" macht, denn das liegt ja an der "Seh". - Orthographisch eine Katastrophe, aber was fällt Berliner Verkäufern bei Langeweile nicht alles so ein und bitte überfordern Sie jetzt dieses Fachpublikum nicht auch noch mit dem Einwand, dass Hamburg gar nicht an der See liegt, sondern an der Elbe. - Also am Freitagnacht in Los Llanos, da war wohl richtig was los in der Stadt, zelebrierte man doch die "Noche Blanca", ein Konsumfestival der brachialen Art, in dem man die Läden bis Mitternacht geöffnet ließ, um endlich die Geldbörse für den Weihnachtsrummel endgültig zu öffnen. - Allerdings fand diese "Weiße Nacht" wohl gemischten Anklang, die Straßen waren voll, die Menschen feierten richtig Fiesta auf den Straßen, denn Musikanten und Gaukler waren zusätzlich unterwegs, und wer so richtig profitiert hat diese Nacht, das waren zweifellos die gastronomischen Betriebe der Stadt. - Eigentlich sollte das ja dem Handel gut tun, aber so hatte es wenigstens überhaupt einen Sinn, außer dass die Menschen sich mal wieder massenhaft in der Innenstadt trafen. - Die Geschäftsleute, zumindest diejenigen, welche ich gesprochen habe, die zeigten sich nicht von der Effizienz dieser Veranstaltung überzeugt, schlossen nach ein paar Stunden Nachtverkauf ohne wirklichen Umsatz lieber dann doch den Laden zu, und reihten sich unter die tausenden an Nachtschwärmern, welche den lauen Dezemberabend dazu nutzten, sich in Los Llanos herumzutreiben. - Was man denn besser machen könnte, damit solch eine Aktion auch dem Einzelhandel mehr Kunden beschert, das wird man sich nun fragen, und ich kann das ganz schnell und einfach beantworten und sicherlich auch richtig. - Gebt den knapp 10.000 Arbeitslosen hier auf der Insel wieder einen Job, dann brennt die Kasse sofort wieder in den Läden, so simpel ist die Geschichte.

Aus diesem unangenehmen Kreislauf will einfach kein Ausbrechen gelingen. Wie sollen denn neue Jobs entstehen, wenn die Firmen mit schrumpfenden Umsätzen zu kämpfen haben und die öffentliche Hand so tief in der Schuldenfalle steckt, dass nur noch der Job des Stadtkämmerers sicher scheint, weil sonst keiner mehr da ist, der die ganzen Schulden addiert. - Zur Lösung dieses Problems ist uns noch nicht wirklich viel mehr eingefallen als nun erstmal die Regierung auszutauchen, ganz nach dem Vorbild aus dem Fußball, wenn eine Gurkentruppe verliert, dann wird zunächst der Trainer rausgeschmissen, und erst nach dem vierten oder fünften Trainer überlegt man sich, ob man den in der falschen Liga spielt oder etwas grundsätzlich krumm ist am System. - Beides würde ich sagen, die ernorme Verschuldung stammt ja noch aus den Zeiten, als uns ein schmalzlockiger Aznar unbedingt in die Champions League der europäischen Wirtschaften hieven wollte, Platz drei in der Wirtschaftsleistung war angekündigt und wohl auch kurzzeitig erreicht worden, aber eben alles nur auf Pump und auf Kosten langfristiger und nachhaltiger Entwicklungen. - Das war die falsche Liga, klar, und nun laufen wir einem falschen System hinterher, denn anstatt aus unseren Fehlern zu lernen, und uns für die Zukunft besser aufzustellen, mit mehr Bildung und mehr Flexibilität, da spricht man heute schon wieder davon, der Tourismus und die Bauwirtschaft sollen zukünftig so geschmiert werden, dass da auch wieder was läuft. - Da ist man noch nicht raus aus dem Dreck, da schaufelt man uns bereits das nächste Grab, irgendwann sollte man vielleicht mal Leute an die Macht lassen die etwas von Wirtschaft verstehen und nicht immer nur welche, die so tun als ob. - Aber warten wir mal ab, Rajoy ist ja noch nicht mal am Ruder, dann darf er noch 100 Tage kräftig an den Riemen ziehen, und dann dürfen wir erst meckern. - Die Zeit wird mir jetzt schon lang…



Sonntag 11.12.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1023 hPa

Erst beim zweiten Blick
Was macht die republikanische Fahne auf der Krippe von Los Llanos?

Symbolismus ist überall, wenn man ihn denn sehen will. - In der Tat weht über einer Szene der Krippendarstellung in Los Llanos die republikanische Flagge, wo doch Spanien eine parlamentarische Monarchie ist und die Republik noch warten muss oder einfach nicht vorhanden ist, weil sie keiner wirklich dingend braucht. - Allerdings kann man das eigentlich schnell und einfach erklären, denn diese Szene stellt ja Los Llanos in den dreißiger Jahren dar, und von 1931 bis 1939 gab es ja in Spanien das, was man heute die Zweite Republik nennt. - Also ist die dortige Fahne nur der Geschichte geschuldet, aber so einfach will man das nicht sehen, die unsere Lust an Polemik macht sich hier deutlich bemerkbar, denn nun wird öffentlich angeprangert, diese Fahne dort auf dem "Belén", sei eine politische Provokation. - Sicher, die neue Rathausbesatzung ist auch provokant, und es kann durchaus sein, dass sich da jemand einen kleinen Seitenhieb auf andere politische Strömungen erlaubt hat, aber eigentlich dürfte sich überhaupt niemand über diese Fahne ärgern, haben doch sowohl, zunächst die Linken, später die Rechten und irgendwann sogar die Ultrarechten zunächst unter dieser Fahne gelebt und regiert. - Allerdings gilt bis heute die republikanische Fahne als Maskottchen der Linken, denn die haben das schließlich "erfunden" und stellten nach den ersten freien Wahlen die Mehrheit. - Der König Alfonso XIII dankte aber nicht ab, sondern ging einfach ins Exil, und wie wir heute alle wissen, hatte Franco nach seinem Sieg im Bürgerkrieg nichts mehr für republikanische Gedanken über, so dass man wohl der öffentlichen Meinung zustimmen muss, die republikanischen Fahne steht eher den Linken als den Rechten. - Nun ist die Polemik serviert, die allermeisten hätten es wohl gar nicht bemerkt, oder nicht darüber nachgedacht, so wie wir, dass diese lustige, aber so selten gezeigte Fahne hier auf der Krippendarstellung nicht nur als historisch korrekt die Epoche der Miniatur ausdrücken soll, sondern vielleicht eben auch eine politische Provokation sein kann. - Gut, wir wissen ja, dass die Sozis nun mit am Ruder sind in Los Llanos und vielleicht hat ja wirklich einer von denen die Fahne draufgesetzt, als spaßiges Detail, denn ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass man damit eine öffentliche Diskussion auslösen wollte. - Aufregen über die Fahne können sich sowieso nur Monarchisten und strenggläubige Katholiken, die es eben dreist finden, eine polemische Fahne auf einer kirchlichen Darstellung zu finden. - Und die Monarchisten, dass die gegen die Republik sind, das ist klar, aber es gibt hier auf den Kanaren zwar viele Menschen, welche die Leute im Königshaus nett und interessant finden, nach "Bunte-Art", aber Monarchisten, welche mit ihrem roten Blut das Blaue verteidigen würden, die sind hier ganz rar gesät. - Die Polemik entsteht also nicht dadurch, dass jemand, aus welchem Grund auch immer, die republikanische Fahne eingesetzt hat, sondern erst in dem Moment, in dem andere sich öffentlich darüber echauffieren. - "Don´t feed the trolls" heißt es in anderen Umständen aber auf ähnliche Weise dazu, und wenn man schon darüber schimpfen will, dass in einer historischen Darstellung einer Epoche die dafür richtige Fahne weht, dann kommen die anderen gleich wieder aus ihrer Ecke und sagen, keine 20 Meter weiter stecken auf dem Siegel über dem Rathaus immer noch die Symbole aus der Franco-Zeit, und da läge der Skandal, und nicht in der Fahne auf der Krippe. - Symbolik aller Orten, und wenn man will, dann finden wir an allem eine fragwürdige Deutung, die uns irgendwo hin führt, meist aber nicht weiter nach vorne, und da sollte die Richtung doch hingehen.





Samstag 10.12.2011 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 24,5 Grad - niedrigste Temperatur 18,0 Grad

Kurzgefasel
Belén, mit geklauter Jacke erwischt, und Akaymu bellt zum Jubiläum

Das "Belén" ist das Krippenbild, welches in jeder Familie und jeder Gemeinde in den Adventswochen aufgestellt wird, oft mit enormem Aufwand übrigens. - Das bekannteste Belén auf der Insel ist ohne Zweifel das in Los Llanos, dabei hat das "Belén" in Los Llanos eigentlich gar keine so lange Tradition, zumindest nicht in der Form in des es heute präsentiert wird. Aber dennoch ist der Platz unter der Casa de la Cultura in Los Llanos jetzt für einen guten Monat Mittelpunkt der weihnachtlichen Gefühle aller Menschen im Aridanetal. - Was dort viele freiwillige Helfer an Miniaturen basteln, über viele Wochen hinweg, und dann zu Landschaften verarbeiten, begeistert immer wieder aufs Neue alle Generationen hier, und in der Tat, da gibt es Details zu entdecken, die in kleinem Maßstab große Freude bereiten. - Unser Inselgesamtkünstler Luis Morera hat mit dieser ausgefeilten Krippengeschichte vor 20 Jahren begonnen, ist aber seit ein paar Jahren schon nicht mehr mit von der Partie, nachdem die Beziehung Morera/Gemeinde Los Llanos irgendwie verblasst ist. - Dieses Jahr erfährt die Krippe auch wieder deutlich größere Zustimmung, die letzten beiden Jahre war man nicht so wirklich üppig aufgestellt, vielleicht wollte die neue Rathausbesetzung nun auch den Bürgern zeigen, dass man alles besser machen kann, zumindest das Belén. - Bei anderen Dingen muss noch deutlich geübt werden, zum Beispiel rund um die Geschichte des Asphaltwerks, aber die Probe mit dem "Belén", die darf als durchaus geglückt angesehen werden. - Thema dieses Jahr ist, welche Überraschung, Los Llanos und die Calle Real selbst, das hatte man lange nicht mehr gewagt und gesehen. - Die wichtigste Figur in einer Krippe ist natürlich das Jesuskindchen umringt von Königen, Schafen und Kühen, und natürlich Maria und Josef, allerdings gibt es in spanischen Krippen mindestens eine weitere Hauptfigur, den "Meón". - Das ist eine Figur, welche pinkelt, ursprünglich kommt diese Tradition wohl aus Katalonien, und manchmal erweitert man das sogar noch um einen "Cagón", das ist dann jemand, dessen kräftige Mahlzeit ihn dazu zwingt, sich öffentlich zu erleichtern. - Auf Deutsch, da scheißt jemand in die Ecke, und alle Welt, welche solch eine Krippe besucht, die sucht zunächst meist nach den Figuren beim definitiven Stoffwechsel. - Dieses Jahr war der "Meón" schwer versteckt, man muss schon genau hingucken, und einen "Cagón" gibt es wohl in diesem Jahr gar nicht, oder wir haben ihn einfach nicht gefunden. - Unbedingt ansehen, in Los Llanos, gegenüber der Post, noch bis 2.Januarwoche. - Bilder von der Krippe dieses Jahr haben uns Reimund und Trixi geschenkt.

Von einer nächtlichen Diebestour gleich in den Knast, so schnell kann das auch gehen hier auf dem Inselchen. 5 Jugendliche, der Presse nach zwischen 16 und 21 Jahren, waren gestern Abend gemeinsam auf einem diebischen Streifzug unterwegs. - Zunächst hebelte man am Sportgeschäft unserer Freunde ein Fenster auf, stieg ein, fand aber kein Bargeld, kleidete sich aber neu ein. - Dann stieg man ins Rathaus ein, dort klaute man 500 Euro und an die 30 Lose der Weihnachtslotterie, was immerhin den Gegenwert von 600 Euro darstellt. - Dann brachen die noch den Getränkeautomaten auf, das brachte aber nur ein Handvoll Münzen. - Schließlich zog man weiter mit dem Auto nach Puerto de Naos, um dort in einen Supermarkt einzusteigen, man hatte es auf große Mengen an Zigaretten abgesehen, und diese wohl auch schon zum Abtransport bereit gestellt. - Allerdings vereitelte ein Wachmann diese Aktion und benachrichtigte die Polizei. - Die Polizei stellte schließlich die fünf Jugendlichen, die immer noch mit den Klamotten aus dem Sportgeschäft bekleidet waren und so endete eine aufregende Nacht gleich direkt im Gewahrsam der Guardia Civil. - Alle gestohlenen Gegenstände und fast das gesamte Geld konnte wieder zurückgegeben werden, der aufmerksame Wachmann in Puerto de Naos und die schnelle Guardia Civil verdienen ein besonders Lob.

Jetzt sind es genau 2 Monate, dass vor der Südküste El Hierros die unterseeische Eruption losgebrochen ist. - Seit dem haben sich bereits große Mengen an Magma dort ins Meer entladen, allerdings wagt man momentan keine Aussage, wie viel Magma denn bereits ausgetreten ist. - Ganz vage könnten das zwischen 100 und 200 Millionen Kubikmeter sein, aber da nennt niemand Zahlen, die man so einfach bestätigen will. - Auf jeden Fall ist Akaymu bereits für einen kanarischen Vulkan eine ganze Weile sehr aktiv, zwei Monate, das ist deutlich länger als damals Teneguía oder San Juan auf La Palma. - Allerdings rechnet man seit gut einer Woche ja damit, dass die vulkanisch Aktivität weiter nachlässt, auf jeden Fall misst man kaum noch Beben im Norden, die Gasemissionen gehen auch zurück, genau so wie Bodendeformationen. - Allerdings sollte man auch nicht hingehen und sagen, das war es bereits, nur meint man eben die vulkanische Tätigkeit dort vor der Südküste der Insel so weit zu kennen, dass man davon ausgeht, dass keine Gefahr für die Anwohner der Insel mehr droht. - Allerdings meldet sich pünktlich zum Geburtstag der Tremor wieder deutlich aktiver zurück, rhythmisches Pulsieren könnte man das wohl nennen, was der Seismograph da so aufzeichnet. - Allerdings muss das nun nicht bedeuten, dass die vulkanische Aktivität nun wieder deutlich zunimmt, denn die Stärke des Tremor sagt nicht unbedingt aus, welche Menge an Magma nun ausgestoßen wird, sondern eher, wie schwer es für das Magma ist, aus dem sich wohl immer wieder verschließenden Schlot zu befreien. - Das Pulsieren könnte bedeuten, dass das Magma immer wieder neuen Druck aufbauen muss, um erkaltetes Material in einer Explosion wegzusprengen, und dieser Vorgang wiederholt sich nun andauernd, weil eben das Magma auch immer wieder abkühlt. - Eine ähnliche Serie hatte wir bereits Anfang November, so liegt eine mögliche Erklärung für dieses Phänomen so schnell auf der Hand. - Es ist so ein bisschen, als würde Akaymu sich selbst ein Geburtstagsständchen bellen, denn Vulkane singen nicht...




Das Geburtstagsständchen eines Vulkans




Samstag 10.12.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1022 hPa

Auf der Suche nach 400.000 Kilo Weintrauben
Wein aus La Palma oder Alicante?

Der Zweitausendelfer Wein aus La Palma kann wohl nicht richtig überzeugen. - Weder in der Menge, noch in der Qualität, und darüber hinaus wissen wir auch gar nicht so wirklich, ist denn der Wein, der sich in palmerischen Fässern auf die Abfüllung vorbereitet, denn wirklich aus La Palma, oder teilweise aus den importierten 400.000 Kilo Monastrel-Trauben aus Alicante. - So viel Weintrauben hat man nämlich im September dieses Jahres auf die Insel gebracht, und da es sich dabei nicht um Tafeltrauben handelt, und wir so viele Trauben eh niemals essen könnten, darf und muss man wohl annehmen, dass diese 400.000 Kilo Trauben irgendwie in den palmerischen Wein gekommen sind. - Frevel, Teufel und dreimal schwarze Grütze schimpft man da aus dem besorgten Teilen der Gralshüter der DO-Weine La Palmas, das kann doch nicht angehen, dass man Trauben von sonst wo kauft, vielleicht sogar noch aus Italien oder Griechenland, und die hier auf La Palma keltert und die dann als Wein aus La Palma auf den Markt bringt. - Des Gesetzgeber wäre auch dagegen, wenn da Wein aus La Palma drauf steht, dann muss da auch Wein aus La Palma geerntet drin sein, allerdings dürfte man wohl Wein hier auf La Palma keltern, der nicht auf der Insel gewachsen ist, da müsste dann, wenn auch klein auf der Flasche stehen, Tafelwein aus Ländern der EU. - Allerdings darf natürlich der Name des Weines wohl etwas mit La Palma zu tun haben, so könnten natürlich auch namhafte Bodegas hier Tafelweine aus Ländern der EU abfüllen und diese unter ihrem bekannten Label verkaufen, dann aber eben nicht unter dem Siegel des "Denominación de Origen Vinos de La Palma". - Allerdings fürchtet man, dass nicht alle Bodegas das so genau nehmen mit der Mischung, und dass von diesen 400.000 Kilo Weintrauben wohl auch große Mengen als Weine aus La Palma verkauft werden sollen, was man landläufig als gepanscht bezeichnen würde. - Das soll übrigens nicht bedeuten, dass das schlecht ist für die Qualität des Weines, im Gegenteil, nach dem feuchten Frühjahr und dem kühlen August hier auf der Insel täte wohl dem einen oder anderen Tropfen, besonders aus den tiefen Lagen im Süden und Osten der Insel, ein bisschen Hilfe von anderer Seite ganz gut.

Wein aus anderen Regionen Europas wurde immer schon in schlechten Jahren hier auf La Palma dafür genutzt, um Wein zu erzeugen, aber selten hat man darum solch einen Pressezirkus veranstaltet. - Wie gesagt, es ist ein ganz normaler und legaler Vorgang, Weintrauben sonst wo zu kaufen und dann woanders in Wein zu verwandeln. - Wer jetzt so auf die Pauke haut mit diesen fremden Trauben, das ist der Verwaltungsrat des La Palma DO, der mit diesen Zahlen überhaupt erst an die Presse gegangen ist und eben auch den Vorwurf aufbrachte, manche Bodega könnte mit diesen fremden Trauben heimischen Wein imitieren. - Dabei bringt man sich aber doch nur selbst in Verdacht, und viel dem La Palma DO angeschlossenen Bodegas sind auch gar nicht begeistert davon, dass man so ein großes Rad um diese Traubenimporte dreht, geraten doch nun alle Bodegas der Insel unter Generalverdacht, und man hat so ein bisschen das Gefühl, dass sich nun plötzlich die Beweislast umkehren würde und die Bodegas sich in der Bringschuld sehen, den Beweis zu liefern, dass sie keine der Trauben aus Alicante verkeltert haben. - Das wird allerdings schwer werden, wie will man denn beweisen, dass man etwas nicht gekauft hat? - Um nun die Wogen und den Generalverdacht wieder ein bisschen zu glätten, verspricht nun das "Instituto Canario de Calidad Agroalimentaria", also das "kanarische Institut für Lebensmittelqualität" den Weg der 400.000 Kilo Monastrel-Trauben aus Alicante hier auf der Insel genau zu verfolgen, damit man dann weiß, wohin diese Trauben gegangen sind. - Wetten, dass man irgendeinen Trottel findet der behauptet, alle 400.000 Kilo verkeltert, und die natürlich als billigen Tafelwein exportiert zu haben? - Um palermische Königswege der Diplomatie waren wir noch nie verlegen, und wenn der Wein nur besser wird, weil man ein bisschen mit mediterranem Holz nachgelegt hat, dann soll es doch zu unserem Nachteil nicht sein.





Freitag 09.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Höchsttemperatur heute 28,6 Grad - niedrigste Temperatur 16,6 Grad
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Viele Institutionen verderben den Brei
Fuente Santa weiter auf der langen, sehr langen Bank

Wir erleben in dieser Wintersaison gerade wieder einige Rückschläge, was die Erreichbarkeit durch Ferienflieger dieser Insel angeht. - Da hat man so großartig noch gehofft, im Spätsommer, endlich gibt es wieder deutlich mehr Flugverbindungen nach La Palma, da müssen wir jetzt hinnehmen, dass einige Verbindungen wieder gestrichen werden, weil die Auslastung zu gering ist. - Es geht eben nicht nur um die Anzahl der Flüge und ob billig oder nicht, La Palma hat einfach nur ein bestimmtes Publikum welches uns besuchen kommt, und wir sollte das endlich begreifen. - Wir können nicht, oder eben nur einmal, und dann meist mit unzufriedenen Gästen leben, wer auf Strandleben, mondäne Umgebung oder Halligalli aus ist, der wird auf dieser Insel nicht glücklich werden. - Wir müssen also mit unserem Publikum klar kommen, und dazu fällt mir nur ein, kein Problem, das soll zu unserem Nachteil nicht sein, denn "unser" Publikum, das sind äußerst ausgesuchte und gut informierte Gäste, welche eine sehr genaue Vorstellung von dem haben, was sie hier erwartet. - Da hilft kein Sonderangebot, kein neues Terminal am Flughafen, und schon gar keine Golfplätze oder Fünf Sterne Hotels, nein, das alles ist zum Teil sogar kontraproduktiv, weil es einen der Hauptgründe, warum die Gäste uns eigentlich besuchen kommen gefährdet, unsere noch vorhandene Authentizität. - Bei uns funktioniert touristische Infrastruktur nur, wenn diese ganz eng an unsere größte und vielleicht einzige Ressource geschmiegt angeboten wird, die Natur und die einzigartige Landschaft. - Neue Impulse dort zu finden ist nicht wirklich einfach, allerdings haben wir ja noch ein paar Ideen im Kasten, und mit mehr Sportveranstaltungen auch bereits einiges angefangen und der Astro-Tourismus wird auch gerade erst auf den Weg geschickt. - Da können wir sicher punkten bei unseren Gästen, wie auch neue Besucher hinzugewinnen. - Das geht zwar alles nicht so schnell wie man sich das vielleicht gewünscht hätte, aber noch nie hat hier irgendetwas funktioniert, was man über dass schnelle Knie gebrochen hat, wir und die Dinge um uns herum brauchen halt einfach eine Weile.

Allerdings wird zu viel Weile schon mal zum Ärgernis, und das läuft gerade vor unser aller Augen ab. Eine der herausragendsten natürlichen Ressourcen dieser Insel, welche sicher ein großer Erfolg wäre und Neukunden ohne Probleme in unsere bereits vorhandene Gästestruktur einbinden könnte, wird durch behördliches Kompetenzgerangel und auch zum Teil Unfähigkeiten so stark ausgebremst, dass es wirklich bereits weh tut. - Wir sprechen von der seit 7 Jahren wiederentdeckten Thermalquelle bei Fuencaliente, welche "Fuente Santa" genannt wird, also "Heilige Quelle" und ich bin mir sicher, richtig angegangen und mit ein bisschen gefühlvoll ausgelegtem Professionalismus könnte man aus dieser Thermalquelle nicht nur einen Jungbrunnen und Gesundheitszentrum aufbauen, man könnte daraus sogar eine fröhliche Quelle an Einkommen für die Insel basteln. - Klar dabei ist allerdings geworden, dass keine der öffentlichen Institutionen in der Lage ist, solch einen Badebetrieb aufzubauen und zu betreuen, da steht auf der einen Seite fehlendes Kapital, und auf der anderen Seite muss man leider auch anerkennen, wir haben in keiner dieser Institution Leute sitzen, die solch ein wichtiges Projekt auch nur annähernd planen, aufbauen oder verwalten könnten. - Leider laufen unsere "guten Leute" weg, auf andere Inseln oder aufs Festland, weil hier nach so vielen Jahren "Einheitspartei" nicht mehr nach Ausbildung oder Können die Posten besetzt werden, sondern nur noch nach Geben und Nehmen. - Jetzt beklagt sich die Opposition im Rathaus von Fuencaliente mit Recht darüber, dass wieder weitere Zeit ins Land gegangen ist, ohne dass man auch nur den geringsten Fortschritt rund um die Heilige Quelle feststellen kann. - Das Cabildo Insular möchte die Quelle gerne für Besucher öffnen, die Opposition in Fuencaliente mahnt den Bürgermeister an, dagegen vorzugehen, denn man hat ja in der Gemeinde andere Dinge mit der Quelle vor. - Man will von dem Wasser verkaufen und einen Investor suchen, wobei die zweite Geschichte dabei wohl die Interessantere ist. - Wobei mir bei dem Gedanken grault, dass die Gemeinde Fuencaliente alleine über das Schicksal dieser Quelle entscheiden will, das muss mindestens in Hand des Cabildo Insular, wenn nicht sogar auf der Ebene des Gobierno de Canarias entschieden werden, allerdings haben wir dort das gleiche personelle Problem, wie hier auf der Insel selbst. - Für uns, die wir im Tourismus arbeiten, ist das äußerst ärgerlich, dass mehrere öffentliche Institutionen sich gegenseitig derart blockieren, dass diese Thermalquelle immer noch nicht genutzt werden kann. - Und wenn man dann einen Investor an der Hand hat, und der bekommt mit, welches Kompetenzgerangel hier auf der Insel herrscht, dann nimmt der doch sofort seinen Hut und verlässt die Insel mit wehendem Geldkoffer wieder. - Es wäre nicht der erste, der vor unseren Fähigkeiten flieht, eigentlich gute Ideen durch Bürokratien oder kommunale Egoismen zu zerstören. - Manchmal hilf dann nur noch beten. - Möge der Liebe Gott sich doch um die Heilige Quelle kümmern, ist doch irgendwie auch sein Ressort, und uns fehlgeleitete Schäfchen endlich zu einer göttlichen Entscheidung führen. - Sie finden das lustig wie blöde, betend auf Einsicht zu hoffen, ich finde das ausgesprochen schade bis peinlich, aber mir fällt angesichts so vieler skurriler Vorgänge um dieses Juwel nichts anderes mehr ein.



Freitag 09.12.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1021 hPa

Erste Bürgerpflicht: Konsum
Heute, Freitag, "Noche Blanca" in Los Llanos

Wir wollen nur Ihr Bestes, sagt auch der palmerische Einzelhandel, und meint damit natürlich den Treibstoff jeglicher Konjunktur, das liebe Geld. - Jetzt muss das Weihnachtsgeschäft beginnen, und wenn da nicht noch ordentlich eine Schüppe draufgelegt wird, dann jammern die Geschäftsleute wieder alle im Januar, und das wollen wir doch einfach nicht mehr hören. - Die Gastronomen jammern, die Hoteliers, die Landwirte sowieso, ich komme mir gleich wieder vor wie in Deutschland, wo sind denn all die positiven Aussichten hin, nachdem es nun klar ist, dass ab 21. Dezember Mariano Rajoy Ministerpräsident Spaniens sein wird, müsste doch im Ländle die große Aufbruchsstimmung endlich die erhoffte Konsumwelle lostreten. - Begeisterung sieht allerdings anders aus, ich glaube fast, da gibt es nichts zu treten und die zunächst große Begeisterung, den glücklosen Zapatero losgeworden zu sein, die ist gleich einen Tag nach der Wahl in eine tiefe Depression gestürzt, weil man ganz genau weiß, der "Andere", also Rajoy, der kann auch nichts anderes machen als Sparen und das trifft uns dann auch wieder alle in die pekuniären Weichteile. - So ist es fast vermessen von den Einzelhändlern, gerade jetzt einen positiven Impuls vom Verbraucher zu erwarten, wer noch Geld hat, der hält es gerne fest, schließlich haben wir in den letzten Jahren ja lernen müssen, dass es immer noch tiefer gehen kann, obwohl wir gespürt, längst am Boden angelangt sind. - Die Anderen, die habe ja eh kein Geld mehr für Weihnachtskram, sondern gerade mal für Billigmarken, welche dann den Mittagstisch füllen, da wird nicht viel zu holen sein in diesem Jahr. - Aber was soll der Handel anders machen, die müssen natürlich auch versuchen ihre "Sache" voranzutreiben, und schwer hat es natürlich der Einzelhandel hier, gegen die Konkurrenz aus dem Internet und der traditionellen Weihnachtskapitalflucht auf die großen Inseln. - Zum Shoppen nach Tenerife oder Gran Canaria, mit Frau, Kind, Kegel und Großeltern, so macht man das und kommt dann zurück mit dreimal so vielen Dingen als man eigentlich einkaufen wollte. - Schön für Tenerife und Gran Canaria, und unsere Läden gehen zum Teil leer aus und nur vage kann man sich vorstellen, wie viel Geld vor jedem Weihnachten von Kauftouristen aus La Palma auf die großen Inseln getragen wird. - Werbekampagnen gegen diese Geldflucht gibt es reichlich, zum Teil sogar mit skurrilen Aussagen und Warnungen, aber eben auch mit solchen Veranstaltungen wie die heute Nacht, die "Noche Blanca" in Los Llanos. - Die "Weiße Nacht" bedeutet eigentlich, dass es in dieser Nacht nicht dunkel wird, und in manchen Regionen dieser Welt gibt es ja im Sommer auch dieses Phänomen. - Ein bisschen weit hergeholt ist es ja, aber heute Nacht sollen eben in Los Llanos die Lichter nicht ausgehen, sondern bis Mitternacht soll geschoppt werden, die meisten Läden sind offen, die Kneipen sowieso und als Drumherum hat die Gemeinde jede Menge Kulturstadtmöbel in die Innenstadt gepflanzt. - Musikgruppen sind unterwegs, Unterhaltungsangebote für jede Altersgruppe werden versprochen, und auch die Läden sollen mit Überraschungen die Kunden anlocken. - Die "Weiße Nacht" in Los Llanos bekommt ja sogar Hilfe vom Mond, morgen ist Vollmond, da wird es dann wieder richtig hell heute Nacht, und das Wetter begleitet Los Llanos auch positiv, denn letzte Woche als man eine ähnliche Veranstaltung in Santa Cruz gemacht hatte, da wehte scharfer Passat sogar Regen in die Hauptstadt. - Wer also noch Geld in der Tasche hat und ein bisschen Mitleid mit der lahmenden Konjunktur auf unserem Inselchen, der lässt sich heute Abend auf Los Llanos ein, die geben sich alle Mühe um an Ihr Geld zu kommen, das ist zumindest noch sympathischer als das, was das Finanzamt macht oder die Banken.



Donnerstag 08.12.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 26,1 Grad - niedrigste Temperatur 16,6 Grad

Wer bestimmt was gutes Wetter ist
Bauknecht und die Oktoberregel

Was dem einen sein Siebenschläfer ist, das ist dem Palmero an sich die Oktoberregel beim Wetter. - "La luna de octubre, siete lunas cubre, y si llueve, nueve" - Was da steht heißt so viel wie: Das Wetter am ersten Oktoberneumond, das bleibt sieben Monate lang, und wenn es regnet, sogar deren neun. - Ich glaube noch eher an die moralischen Grundsätze von Wertpapierhändlern und Politikern, als an Bauernregeln beim Wetter. - Allerdings geht das Eine vorüber, das andere wohl nie, damit meine ich, schlechtes Wetter ist irgendwann vorbei, schlechte Politiker und schamlose Bänker aber scheinen nachwachsende Rohstoffe zu sein. Wobei die große Frage ja ist, was ist denn schlechtes Wetter eigentlich und hat jemand dafür ein Patent oder ein Namensrecht erworben? - Bei uns herrscht sein nunmehr zwei Monaten fast ausschließlich Hochdruck, und damit bestes Wetter, wenn man es von der touristischen Seite aus sieht. Allerdings fangen die Bananenbauern und die Allergiker langsam an, mit diesem unleidlichen Blick in Richtung Firmament zu blicken, als könnte man durch sein flehendes Antlitz den Regen herbeiwünschen. - Wir leben von Besuchern, nicht von den Bananen, deswegen erkläre ich dieses Wetter zum Bauknecht, dem schönsten und besten Wetter welches es überhaupt gibt, aber ich muss eben einschränkend hinzufügen, nicht alle sehen das so. - Wenig Regen hatte wir bislang, und wenn ich mir die mutigen, längerfristigen Voraussagen des Global Forecast Systems ansehe, dann wird es dieses Jahr wohl nichts mehr mit einem fetten Tief für La Palma. - Was den Gast dann doch noch lockt, das treibt dem Landwirt die Sorgenfalten auf die Stirn, nicht dass diese Insel gleich austrocknen würde, aber die Wasserpreise steigen dann wieder an, und alles was der Landmann mehr für seine "Pipa", dem hiesig gebräuchlichen Hohlmaß für Wasser ausgeben muss, das schmälert sein Verdienst.

Und nun kommt die Bauernregel ins Spiel, am 26. Oktober war Neumond, und da war Nordostwind, Hochdruck und sicher kein Regen, auch nicht mal in der Nähe. - Sollte nun doch diese Regel mal wieder ziehen, und ich mich bei der Bauernregel entschuldigen müssen, nicht aber bei den Politikern und den Bänkern? (Sie kennen doch sicher die neuen Berufsbezeichnungen: Bankkaufleute, oder Bankangestellte, das sind die Guten, die am Schalter stehen und den Knochenjob machen. - Bänker, das sind die, welche das Geld dann verzocken und solche lustigen Dinge wie Leerverkäufe erfinden.) - Noch nicht, denn nur ein trockener Winteranfang macht noch keine Bauerregel zur Wahrheit, aber auffällig ist das schon, dass bislang seit Sommer der Hochdruck nur zweimal ganz kurz weg war, ansonsten das Azorenhoch in einer Beständigkeit seinen Platz auf dem Nordatlantik verteidigt, die schon für den Winter auffällig ist. - Für den Sommer wäre das keine Auffälligkeit, da kennen wir das, aber im Winterhalbjahr, oder sagen wir mal besser, in den Monaten, in denen so etwas wie ein Winter hier auf den Kanaren theoretisch stattfinden kann, also von Oktober bis April, erwarten wir eigentlich ein bis zweimal im Monat drei Tage bis eine Woche lang Tiefdruck, und damit auch möglichen Regen auf der Westseite. - Sie können sich das ja mal auf der Regenstatistik der letzten Jahre hier auf der Seite ansehen, wie das "in der Regel" so verteilt ist. - Sollten sich also die Vorhersagen des GFS bestätigen, und wir bei den lächerlichen 47 Millimetern aus den letzten drei "Wintermonaten" in diesem Jahr bleiben, dann erwartet uns ein interessantes wie aufregendes Frühjahr. - Nicht für den Inselgast natürlich, der wird sich wohl fühlen auf unserer Insel, und natürlich können wir es niemandem verdenken, wenn der Text dann immer heißt: Wir gönnen ja der Insel den Regen, wir wissen ja, dass es auf einer "Grünen Insel" auch regnen muss, aber doch bitte nicht gerade dann, wenn wir hier sind. - Auf der anderen Seite heißt es aber auch, sollte es wirklich mal viel regnen: Freuen wir uns mit dem Landmann, aber der doofe Spruch hilft bei den meisten Inselgästen auch nur bis zum dritten Regentag, dann müssen sich die armen Reiseleiter und Ansprechpartner für die Inselgäste neue Sprüche überlegen. - Dieses Winter scheinen wir nicht phantasievoll sein zu müssen, das Azorenhoch arbeitet wie wild und lässt bislang kein Tiefdruckgebiet auch nur in unsere Nähe. - Bauknecht eben, und ob das was mit dem Oktobermond zu tun hat, das lassen wir noch mal außen vor.



Donnerstag 08.12.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1022 hPa

Garafía mal wieder das Allerletzte
Ab Januar kein Rettungswagen mehr in Santo Domingo

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da haben wir mal gesagt, der allergrößte Handlungsbedarf auf den Kanaren besteht in den Sektoren Gesundheit, Umwelt und Bildung. - Daran hat sich bie heute eigentlich nichts geändert, denn immer noch gibt es in allen drei Bereichen deutlichen Nachholbedarf, zumindest wenn wir uns an mitteleuropäischen Zielen orientieren. - Allerdings ist uns da was dazwischengekommen, zunächst die Coalición Canaria, und dann die beiden Krisen, einmal die hausgemachte Spanische, die mit dem Wachstum basierend auf Pump und Hohlblocksteinen, und dann noch diese lästige Finanzkrise, die Euro-Schulden-Flöhe, welche inzwischen sogar den Deutschen Schäferhund plagen. - Das ist zwar alles nur hysterisches Getue, aber das ist notwendig, damit die Spekulanten noch einfacher Geld verdienen können, und alle gucken zu. - Das Thema wird mir jetzt zu groß, aber es hat eben etwas damit zu tun, warum hier auf der Insel ab dem ersten Januar die Gemeinde, welche am weitesten vom Inselkrankenhaus entfernt liegt, plötzlich keinen Rettungswagen mehr über 24 Stunden unterhalten soll. - Gut, wir sprechen von Garafía, einer Gemeinde welche eigentlich existenzunfähig ist, weil man mit dem vorhandenen Haushalt nur noch sich selbst bezahlen kann, und das auch nur noch über Hilfen anderer Organisationen, aber dennoch leben dort nun mal etwas mehr als 1.700 Einwohner, und die haben doch auch einen Anspruch auf einen Rettungswagen in ihrer Nähe. - Das hatte man bislang auch, zumindest in den letzten zehn Jahren bezahlte der öffentliche Gesundheitsdienst hier auf den Kanaren, der SCS (Servicio Canario de Salud) dem Roten Kreuz eine nicht genannte Summe, damit die einen Krankentransportwagen 24 Stunden Tag und Nacht in der Gemeinde bereit halten. - In Notfällen konnten so die Patienten schnell von dem Ambulanzwagen abgeholt, und dann weiter nach Los Llanos gefahren werden. - Sollte nun dieser Dienst eingestellt werden, dann müsste der Dienst aus Puntagorda und Tijarafe angeboten werden, was natürlich den Fahrtweg hin und zurück um etwa eine halbe Stunde verlängert. - Nun wird eben die Frage gestellt, kann der kanarische Gesundheitsdienst für 1.700 Einwohner weiterhin einen Ambulanzwagen bereit halten, oder ist das einfach zu teuer und in den Zeiten der Krise nicht mehr zu verantworten? - Die Antwort ergibt sich eigentlich wunderbar einfach, wenn man mit offenen Augen und Ohren über die Kanarischen Inseln fährt und sich auch in der Medienlandschaft ein bisschen tummelt: Natürlich ist das Geld dafür da, und natürlich hat man die Pflicht, diesem Grundbedürfnis der Bevölkerung nachzukommen. - Wer Geld hat unnütze Straßen zu bauen, Stadtstrände, Hafenanlagen die niemand braucht und ein Flughafenterminal, dessen Kapazität dreimal so groß ist wie die, welche tatsächlich benötigt wird, der muss das Geld haben, einer Landgemeinde mit überwiegend älterer Bevölkerung einen Krankenwagen zur Verfügung zu stellen, wenn man schon nicht eine Rundumbetreuung durch einen Arzt hinbekommt. - Wir geraten da in manchen Situationen völlig aus der Spur, vorne werden Prestigeprojekte gnadenlos durchgezogen, koste es was es wolle, und hinten wird unter dem Druck der "Krise" an allen Ecken und Enden gespart. - Der kanarische Gesundheitsdienst hat die Nichtverlängerung des Vertrages mit dem Roten Kreuz noch nicht verkündet, aber das Rote Kreuz hat es eben mitgeteilt, dass dieser Vertrag nicht verlängert wird. - Theoretisch könnte ja nun der Servicio Canario de Salud noch einen Rückzieher vom Rückzieher machen, denn selbst hat man ja noch nichts verlauten lassen, und nun einen auf Missverständnis machen. - Dazu müssen jetzt dringend die Seilschaften der PSOE mal funktionieren, die mischen doch mit inzwischen im Cabildo Insular und im Gobierno de Canarias, so etwas kann doch eine Partei mit einem "S" in Namen als Regierungspartner nicht wirklich geschehen lassen. - Oder etwa doch?



Mittwoch 07.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 26,4 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad
Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 21,9 - Temp. Min 6,6 - Feuchte 24 - 82 % Niederschlag 0 mm

El Hierro ist wieder ganz Gelb
Alarmstufe herabgesetzt

Man kann natürlich auch auf den Gedanken kommen, das sei nun eine politische Entscheidung, denn ganz wohl ist einem dabei noch nicht. - Die vulkanische Ampel hat natürlich drei Farben, dabei bedeutet Grün, alles im Grünen Bereich, wie sollte es anders auch sein. - Gelb ist eine Art Vorwarnung, man hat festgestellt, dass sich auf dem lokalen vulkanologischem Umfeld eine nicht normale Situation ergeben hat, und man sich die Dinge genauestens angucken will. - Dazu aktiviert man auch bereits die Krisenstäbe, eben falls der Fall der Fälle eintreten sollte, eine vulkanische Eruption. - Diese findet ja vor El Hierro inzwischen auch statt, seit dem 10. Oktober, also fast bereits 2 Monate lang, und natürlich gilt für den Fall, Eruption im Gange, natürlich Roter Alarm. - Dieser Rote Alarm war allerdings nur auf die Zone von La Restinga beschränkt, der Rest der Insel unterlag und unterliegt weiterhin der Vorwarnstufe gelb. - Nun hat das zuständige Gremium, die "Pevolca" (Plan Especial de Protección Civil por Riesgo Volcánico de la Comunidad Autónoma de Canarias) zusammengesetzt aus Wissenschaftlern, Politkern, Rettungskräften und Polizei beschlossen, den Roten Alarm nur noch für das Seegebiet vor der Küste La Restingas aufrecht zu halten, an Land ist dann alles wieder Gelb. - Warnstufe Gelb, bei einer stattfindenden Eruption, das widerspricht eigentlich allen Regeln der vulkanologischen Kunst, allerdings kann man in diesem Fall wohl deutliches Verständnis für diesen Schritt aufbringen, auch wenn ich nicht in den Schuhen der Verantwortlichen dieses Gremiums stecken möchte. - Man kann natürlich hingehen und nun sagen, Roter Alarm ist ja weiter gegeben, aber eben nur für den nahen Bereich der Eruption auf dem Meer. - Dem kann man entgegnen, die Geschichte mit dem Alarm, die macht man eigentlich nicht für die Fische, sondern für die Menschen und versucht damit jede nur erdenkliche Gefahr für die Anwohner auszuschließen. - Gut, das müssen die Verantwortlichen der Pevolca mit sich herumtragen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das eine rein politische Entscheidung war, der Kreis der an der Entscheidung beteiligten Wissenschaftler verdient unser aller Vertrauen, und wenn die das verantworten können, dann sollten wir das auch tun. - Auf El Hierro sehnt man sich natürlich endlich wieder nach Alltag, wieder auf mehr Geschäfte und den Vulkan hat man deutlich mehr als satt.

Wie kommen denn aber nun die Wissenschaftler dazu, die Alarmstufe trotz der La Restinga nahen Eruption herabzusetzen. - Ganz einfach, es gibt deutliche Indizien, dass die vulkanischen Vorgänge vor und unter der Insel El Hierro eher in eine ruhigere Phase eintreten, als in eine explosivere, die man noch vor ein paar Wochen wohl erwartet hatte. - Damit wagt noch niemand zu sagen, zumindest die Wissenschaftler nicht, dass nun die vulkanische Tätigkeit langsam einschläft, weil genügend Magma ausgetreten ist um den Druck so weit abzubauen, dass keine weiteren Eruptionen drohen. - Aber viele denken so, und auf jeden Fall hat sich ja der Vulkan vor La Restinga, den viele Akaymu nennen, in der gesamten Zeit der Eruption ja nicht explosiv verhalten, sondern so weit unter der Meeresoberfläche geblieben ist, dass eben für den Küstenort keine Gefahr bestanden hat. - Nun geht man eben so weit zu sagen, man hat das so weit unter Kontrolle, dass man auch zukünftig keine Gefahr für La Restinga sieht und damit den Roten Alarm für nicht mehr notwendig erachtet. - Die Messungen unterstützen diesen Schritt allesamt. - Am auffälligsten ist der Rückgang der seismischen Ereignisse, nur noch 2 - 4, meist nicht mehr spürbare Erdstöße misst man im Moment aus der Region "El Golfo". - Dann sinken nun seit gut einer Woche auch die Gasemissionen wieder deutlich, und auch die Messungen der geodätischen Stationen ergibt keine weiteren Bodendeformationen. - Darüber hinaus zitiert man die jüngsten Untersuchungen des Forschungsschiffs Ramón Maraglef, nachdem der immer noch tätige Vulkan es nicht geschafft hat, einen Krater aufzubauen, der näher als 160 - 180 Meter an die Wasseroberfläche heran reicht. - Das ausgestoßene Material rutscht immer wieder ab, so rechnet man nicht damit, dass die Eruptionsstelle so nah an die Meeresoberfläche steigen kann, dass es zu gefährlichen Wasserdampfexplosionen kommen könnte. - Wie viel Material inzwischen ausgetreten ist, darüber kann man leider nichts nachlesen, aber inzwischen soll der dritte Vulkankegel dort vor der Küste La Restingas entstanden sein. - Allerdings ergeben diese beruhigenden Nachrichten auch den negativen Effekt, dass El Hierro kein frisches vulkanisches Souvenir bekommen wird, welches sich touristisch nutzen könnte. - Nicht mal für die Taucher ist der neue Vulkan interessant, so tief kommen die gar nicht, den erhofften Synergieeffekt für den herrenischen Tourismus muss man wohl leider abschreiben. - Mein Chapeau für die mutige, aber wohl vertretbare Entscheidung der "Pevolca" und unseren Freunden und Brüder auf der Nachbarinsel wünschen wir schnellstmöglich einen unspektakulären Alltag.



Mittwoch 07.12.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1022 hPa

Parkplätze in der Hauptstadt
Alles eine Frage des Glaubens

Komplett unterschiedliche Aussagen bekommt man von den Besuchern der Hauptstadt, die einen haben überhaupt kein Problem gehabt einen Parkplatz zu finden, andere sind schließlich nach Los Cancajos gefahren, und haben von dort aus den Bus genommen. - Natürlich liegt es auch am Wochentag und an der Tageszeit, ob man einen Parkplatz in Santa Cruz findet, und dann eben auch noch am Glück des Tüchtigen, dass gerade, wenn man selbst vorbeikommt, ein anderer einen Parkplatz frei macht. - Fakt allerdings ist, dass seit dem man mit dem Bau des Stadtstrandes begonnen hat, an die 700 Parkplätze in der Hauptstadt weniger zur Verfügung stehen und es trotz dieser vieler Plätze immer schon schwierig war, in Santa Cruz einen Parkplatz nahe des Ortes zu finden, wo man etwas zu Erledigen hatte. - Viele Maßnahmen hat man versucht, neue Parkplätze geschaffen, und eben besonders die berühmte "Blaue Zone" stark erweitert, also die Kurzparkzone, wichtig für Kunden und Besucher, die eben mit ihrem Wagen nur kurz in der Hauptstadt parken wollen und müssen. - Dennoch sind die Geschäftsleute immer noch unzufrieden und fordern von der Stadtregierung weitere Maßnahmen, denn man hätte deutliche Einbrüche bei den Umsätzen zu verzeichnen, nachdem die Parkplätze am Meer geschlossen wurden. - Eine Verbesserung der Busanbindung in die Innenstadt fordert man, die Ausdehnung der Gültigkeit der "Blauen Zone" auch bis 20:00 Uhr abends, im Moment gilt die nur bis mittags. - Weiter soll die Stadt mit der Hafenverwaltung sprechen, dort könnte man sehr viele Parkplätze schaffen, nicht das gesamte Hafengelände wird genutzt, und auch fordert man die Avenida Marítima von vier auf zwei Fahrspuren zu reduzieren, und dafür Parkplätze zu schaffen. - Das allerdings stelle ich mir grausam vor, da ist eh so viel Verkehr, und dann muss man alle 100 Meter anhalten, weil vor einem jemand versucht, mit seinem Auto einzuparken. - Diese Maßnahmen sollte man sich wirklich noch mal sehr gründlich überlegen. - Was wieder auf mehr Zustimmung stößt ist die Forderung der Einzelhändler, die für die Stadtverwaltung reservierten Parkplätze abzuschaffen, das seien doch Bürger und Arbeitnehmer wie alle anderen auch, die sollten sich also auch dem täglichen Kampf um den Parkplatz stellen.

Fordern darf man immer, allerdings ist das nicht die einzige Lebensberechtigung der Demokratie, und der Bürgermeister darf viele Dinge auch anders sehen als das, was die Einzelhändler da von ihm fordern. - Ein wirkliches Parkplatzproblem gäbe es gar nicht in der Hauptstadt, die "Blaue Zone" funktioniere wunderbar, und im Parkhaus in der Avenida del Puente seien fast immer zentral noch Parkplätze zu bekommen. - Sicher könne man die eine oder andere Anregung der Einzelhändler noch mal überdenken, aber er, der Bürgermeister, verlange nun von den Einzelhändlern auch, dass die aufhören sollen immer von einer imaginären Parkplatznot zu sprechen, denn damit würden sie selbst ein negatives Image der Hauptstadt aufbauen. - Wer glaubt, er bekäme keinen Parkplatz, der fährt zum Einkaufen gleich woanders hin, man solle also endlich aufhören darüber so viel Wind zu machen. - Vielmehr verstecken wohl viele Einzelhändler ihren eigenen Frust über die schlechten Geschäfte hinter der vermeintlichen Parkplatznot, es ist halt einfacher und angenehmer einen fremden Grund für das schlechte Geschäft zu finden, als sich selbst Vorhaltungen machen zu müssen. - "Manche haben seit vierzig Jahren nichts verändert, und sollten lieber mal einen Blick nach außen werfen", so deutlich wendet sich der Bürgermeister mit Unmut nun an die Einzelhändler der Stadt, die seiner Meinung nach auf einem Umstand herumreiten, den es so gar nicht gibt. - Es ist das erste Mal, dass man Sergio Matos, den neuen Bürgermeister der Stadt so dünnhäutig erlebt, da muss ihm wohl so der eine oder andere Händler gleich mehrfach über die Leber gelaufen sein.



Dienstag 06.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Es kommt nur auf die Verfassung an
Gesetze der Marktwirtschaft auf La Palma weiterhin nicht gültig

Heute ist ja Verfassungstag, da ist mal Zeit zu sinnieren, über die eigene Verfassung und die, rund herum um den kleinen Kreis, der für einen erreichbar scheint. - Zunächst haben wir mal nicht viel mehr gemacht, als die Glaubwürdigkeitsrate von Standard & Poor's auf Very Poor´s herabzusetzen, allerdings hatte das auf den Tagesablauf der Stock-Exchange von Santo Domingo de Garafía nicht wirklich viel Einfluss. Nur wenige Broker und Bänker stürzten sich von den Dächern der extra dafür bereit gestellten Hochhäuser, die später wieder entfernt werden, und als, endlich legaler Abraum, für den so notwendigen Hafenausbau von Tazacorte dienen soll.

Die angestrebte Gemeindereform kommt nun auf La Palma doch voran, anstatt allerdings von 14 auf 2 Gemeinden "gesundzuschrumpfen", geht nun Fuencaliente einen ganz neuen Weg und hat die feindliche Eingemeindung von Liechtenstein im Plenum beschlossen. - Anschließend hat man sofort einen Nachtragshaushalt aufgestellt, Freibier für alle, dreifaches Gehalt für die Gemeindearbeiter, und ein Denkmal für den Bürgermeister. - Liechtenstein wird von der Eingemeindung zu gegebener Zeit benachrichtig werden.

In Santa Cruz hat man den Euro als Währung bereits abgeschafft, dort wird nun mit "Cruzes" bezahlt, 1 Euro gleich 3 Cruz, oder umgekehrt, das wissen wir noch nicht, allerdings gibt es bislang nur Münzen, wohl 15 an der Zahl, die in einer Stafette nun durch den Ort getragen werden, um alle Winkel der Stadt mit frischen Finanzen zu versorgen. - Scheine sollen folgen, allerdings konnte man sich in der Koalition im Rathaus noch nicht entscheiden, welche Gesichter auf diese Scheine gedruckt werden sollen.

Das neue Flughafenterminal wird nun wieder verschlossen und versiegelt, nachdem doch nicht mehr Reisende gekommen sind, bloß weil wir ein neues und größeres Terminal haben. So hat man sich dazu entschlossen, das Terminal an Nordkorea zu verkaufen, wo es als Auditorium Maximum in der Wirtschaftsuniversität von Pjönjang dienen soll. - Allerdings bleiben die Flughafenparkplätze hier auf der Insel, die nordkoreanische Verkehrsminister Park Kia meinte dazu, so viele Autos hätte man nicht mal dort, so dass kein Bedarf dafür bestehe. - Die ankommenden Passagiere gehen nun direkt vom Flugzeug zu ihrem Auto, was den touristischen Sektor auf der Insel völlig überrascht und vor riesige Probleme stellt, denn nun erreichen die ankommenden Passagiere eine Stunde früher ihre Quartiere.

In El Paso hat man nun beschlossen, auf den Bauernmarkt doch noch zu verzichten. Es hätten sich kaum Bauern gemeldet, die ihre Produkte verkaufen wollten. - Die meisten wollen ihre Kartoffeln selbst essen, die seien im Laden so teuer, und auf dem Weg vom Rathaus in die Markthalle gingen eh die Hälfte aller Interessenten verloren, da niemand so wirklich weiß, wo sich denn diese Markthalle eigentlich befindet. - Mit dem gesparten Geld, weil das mit dem Bauernmarkt eh ein Flop geworden wäre, will man nun den noch niemals in Betrieb gewesenen Kiosk gegenüber auf der Plaza so weit wieder reparieren, dass dieser mindestens eine weitere Wintersaison ohne Nutzung übersteht.

In Los Llanos hat man sich nun endlich dazu durchringen können, die Asphaltwerke am Callejón de la Gata doch nicht zu genehmigen. - Nicht, weil die Asphaltwerke so viel Schmutz machen, sondern man braucht den Platz dort. - Man hat nun im Industriegebiet einem Projekt zugestimmt, in dem eine ukrainische Firma alte Metallfässer lagern will. - Laut der Umweltgutachten des Gobierno de Canarias und der Gemeinde Los Llanos, befinden sich im Umkreis von 80 Kilometern zum Industriegebiet keine nennenswerten menschlichen Ansiedlungen, und Metallfässer seien grundsätzlich nicht gesundheitsschädlich, und was drin sei in den Fässern, das wüsste man auch nicht so genau, aber man hätte da vollstes Vertrauen in die ukrainischen Kollegen, die im übrigen so gut bezahlt hätten, dass man die Regierungsgeschäfte für Los Llanos nun auch per Videokonferenz aus Ibiza leiten könne.

Die Hafenmole von Tazacorte soll im Jahr 2015 erneut, dann das vierte Mal verlängert werden, dafür bemüht man sich heute bereits im Fonds bei der EU und Lacroix. - Da das ja mit den Kreuzfahrtschiffen, der Fähren und den Frachtschiffen nach dem dritten Umbau auch nicht geklappt hat, weil die Opposition im Cabildo Insular sich geweigert hatte die Insel um 180 Grad zu drehen, horizontal übrigens, nicht vertikal, wobei es im Antrag offen geblieben ist, ob im Uhrzeigersinn oder Unsinn, liegt nun Tenerife immer noch genau so weit von Tazacorte weg wie vorher. - Schade. - Macht aber nichts, denn mit der vierten Ausbaustufe hat man auch eine neue Zielgruppe im Sinn, man möchte sich der amerikanischen Flotte als Stützpunkt anbieten, wenn die denn gerade mal in der Gegend ist. - Kann ja sein, Kadettenfreizeit, Äquatortaufe nachträglich, die Marokkaner spinnen, oder was sonst noch so los ist auf der Welt. - Mojo, Schrunzelkartoffeln, (Potatoes Barbara Bush-Style) und Zuchtfisch aus den Schwimmkäfigen seien in ausreichenden Mengen vorhanden, so dass man in der Lage wäre, ein amerikanisches U-Boot mehrere Stunden - aber nicht über die Mittagszeit, da sind wir zu Tisch - ausreichend zu versorgen. - Zum Nachtanken, Uran oder U-Power Diesel, müsste man das Boot dann allerdings wieder an Santa Cruz verweisen. - Wo bekommen die das Uran her? - Na da hilft die nette ukrainische Firma doch aus, die sich im Callejón de la Gata niedergelassen hat.

In Mazo geschieht ähnlich zukunftsweisendes. Nachdem man ja festgestellt hatte, dass die nach fast 10 Jahren Bauzeit fertig gestellte Müllverwertungsanlage gar nicht groß genug ist, um den gesamten Inselmüll anzunehmen, hat man den Betrieb der Anlage kurzerhand an einen privaten Müll- und Wertpapierhandel übergeben. - (Kann auch sein, dass die aus Müll Wertpapiere machen, das habe ich so genau nicht herausfinden können.) - Die haben nun das noch mal durchgerechnet, und wollen ab Januar nicht nur den palmerischen Hausmüll dort durch die Anlage jagen, sondern auch noch den Müll aus Tenerife und La Gomera. - Man hätte sich ein App auf den I-Müll herunter geladen, welches die Firma in der Lage versetzt, Müll mehrfach zu komprimieren und als Werbung zu deklarieren, man nennt das auch das Stefan Raab Verfahren. - In Versuchsanlagen auf San Borondón würden ähnliche Anwendungen bereits vom Jugendverband der Coalición Canaria zur Klonung von Jungnationalisten angewandt, das Problem an der ganzen Geschichte ist allerdings das Gleiche wie im richtigen Leben. Ist ein kleiner Nationalist noch süß und drollig, so will einen ausgewachsenen Klonkrieger doch niemand mehr haben, und dann gehen die alle wieder in die Politik und der Blödsinn hört niemals auf.

Es kommt also immer auf die Verfassung an, auch am Verfassungstag, und auch ein bisschen darauf, was man denn gerade verfasst hat.




Paul ist übrigens allerbester Verfassung. - Danke der Nachfrage!




Dienstag 06.12.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1022 hPa

Der Kulturbeauftragte gibt bekannt, wie immer kurzfristig...

Der Kulturbeauftragte beschreitet heute neue Wege und beginnt mit einer Rückschau.

Wir rühren heute im Klassiktopf, kein Pop, kein Rock, weder Hip noch Hop.

Normalerweise immer, wenn es hier auf La Palma um klassische Musik geht, kann man von einer starken bis gar überwältigenden Resibeteiligung ausgehen. Doch nicht so am 23. November im Teatro Circo de Marte in Santa Cruz, beim ersten Konzert des von ACAPO mit Unterstützung des Hotel Las Olas initiierten Kammermusikzyklus. Ich schätze den Ausländeranteil auf ca. 30 %, bin aber noch nicht schlüssig, ob das nun gut so ist (Ausländer - genau wie Touristen - sind ja immer nur die anderen), oder doch eher enttäuschend (Flagge zeigen?). Astra, Fernbedienung und Sofa bilden zusammen genommen eine ernstzunehmende Konkurrenz für Veranstaltungen aller Art, besonders sonntags (Tatort), an einem gewöhnlichen Mittwoch will ich die Schuld aber nicht bei den Medien suchen. Immerhin hatten sich ja auch etwas mehr als 200 Musikliebhaber eingefunden, für Kammermusik ein überaus stattlicher Wert.

David Apellániz am Cello und Sergio Martínez am Piano haben etwas ganz besonderes vollbracht: Sie brachten das alte hauptstädtische Theater in einen absoluten Ruhezustand, kein Hüsteln, kein Bombonpapierrascheln, keine geflüsterte Unterhaltung war zu hören, nur Musik, und die war so was von ausgezeichnet, dass sogar die Organisatoren total baff waren. Dieses erste Konzert macht also gewaltig Appetit auf mehr.

Am Dienstag, 06. Dezember folgt der zweite Teil (Achtung: Datumsänderung!). Sechs Musiker aus fünf Ländern besuchen uns, in ungewöhnlicher, aber nichtsdestoweniger interessanten Besetzung.

Stefano Canuti (Fagott) gilt als einer der herausragendsten Könner auf seinem Instrument, seine Kollegin und ehemalige Schülerin Chiara Santi spielt ihr Langholz u.a. am Luzerner Festivalorchester unter Claudio Abbado. Das Streichquartett wird angeführt von dem gebürtigen Argentinier Rolando Prusak, der neben seiner Tätigkeit als Solist eine Violinprofessur am Konservatorium in Aragón ausübt. Zur Verstärkung bringt er sich als zweite Violinistin eine seiner viel versprechendsten Schülerinnen mit, die junge Kubanerin Nora Lastre, auch sie schon mit etlichen Preisen geschmückt und Mitglied der Camerata Aragón. Michael Klett, Viola, kommt aus dem Elsaß, lehrt sein Instrument an der Musikhochschule Karlsruhe und ist Mitglied im Baden-Badener Salonorchester. Wegen des Cellisten Alexander Somov aus Bulgarien wird das Konzert um einen Tag vorverlegt, er muss am Mittwoch rasch nach London fliegen um mit dem London Philharmonic Orchestra zu spielen, was ja auch eine gewisse Aussage über das zu erwartende musikalische Niveau macht. Es werden Werke von Vivaldi, Puccini, Piazzolla und Torriani gespielt.

Mir tut jeder Musikfreund leid, der beim ersten Konzert nicht anwesend war und kann nur dazu aufrufen, sich die weiteren nicht entgehen zu lassen.

Wer mehr wissen möchte, bekommt hier auf Spanisch Auskunft:

http://www.elapuron.com/pdf/2011_11_21_acapo.pdf

Beginn ist um 20.30 Uhr.

Für alle die, aus welchen Gründen auch immer, den Startschuss zu diesem bemerkenswerten Kammermusikzyklus verpasst haben: Wir werden noch bis nach dem dritten Konzert Abonnements (freie Platzwahl, übertragbar) verkaufen. Der Preis für nunmehr noch neun Konzerte beträgt € 68, Schüler und Studenten unter 18 Jahren € 30. Einzelkarten an der Abendkasse für € 10. Für Fragen: Ödi Jonitz, 607 687418.




Montag 05.12.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 27 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,4 Grad

Wer nicht liebt W,W+G
Fivipal 2011 am Wochenende in Los Llanos

Vielleicht steht mir der Narr ja ganz gut. - Mit Wein hab´ ich es nicht so, dann würde ich es niemals wagen, meine Frau als Weib zu betiteln, das käme dem sicheren Rauswurf gleich, auch aus meinem Haus, und das mit dem Gesang, darüber sollte man mit mir auch nicht diskutieren, ich habe da so meine ganz eigenen Vorlieben. - So lockt mich persönlich das Weinfestival, welches am Wochenende in Los Llanos stattfindet, nicht so sonderlich, aber wir werden doch nicht ernsthaft erwarten, hier ein Weißbierfestival abhalten zu können. - Außerdem geht es doch nicht um meine Vorlieben, sondern auch darum, dass der Wein und überhaupt die Winzerei für La Palma nicht nur eine große traditionelle Geschichte ist, sondern eben auch eine wichtige Einkommensquelle, die sogar noch viel stärker in der Inselvolkswirtschaft gefragt werden sollte als früher. - Wir beklagen uns doch immer, dass wir unseren Wein einfach nicht exportiert bekommen, obwohl alle Sommeliernase lang einer unserer Weine einen internationalen Preis gewinnt, da durften wir letzte Woche noch in der Presse erfahren, dass einige unserer Winzer auf einer Messe in Gran Canaria so erfolgreich gewesen sein sollen. - Das wäre doch klasse, und so wird das gemacht, wir dürfen nicht immer warten, bis einer kommt und sagt: Habt ihr denn auch Wein? Gebt mal her, wir wollen den versuchen, sondern wir müssen uns progressiv um den Verkauf unseres Weines bemühen. - Bitte halten Sie mich nicht für verrückt, aber man muss das wirklich manchen Bodegas hier sagen, wenn ihr euren Wein verkaufen wollt, dann müsst ihr euch erheben und was tun, und nicht sitzen bleiben und hinterher jammern, dass niemand gekommen ist, und nach Wein gefragt hat. - Die "Fivipal" ist nun nicht unbedingt dazu gedacht, unseren Wein für den Export zu empfehlen, sondern eher den internen Markt für unsere Tropfen zu stärken. - Auch der Absatz hier auf der Insel stagniert, da sind einmal natürlich die vielen Weine aus dem Angebot der globalisierten Welt, die uns mächtig, mal in Qualität, meist aber im Preis zu schaffen machen, und auf der anderen Seite hat die Krise, aber auch die Guardia Civil dafür gesorgt, dass weniger Wein auf La Palma verkauft wird als noch vor 10 Jahren. - Ein Wirt hat vor kurzem mal zu mir gesagt, die Krise macht nicht mal die Hälfte der Misere aus, warum jetzt weniger Wein verkauft wird, noch mehr vermutet er die strengen Alkoholkontrollen als Ursache, warum heute weniger Wein konsumiert wird. - Das hätte dann ja auch etwas Gutes an sich, wir wollen doch auf keinen Fall irgendwie Trunkenheitsfahrten bagatellisieren, aber es ist schon richtig, was vor 10 Jahren noch niemanden interessiert hat, das hört man heute oft: "Nein, bitte kein Glas mehr, ich muss noch fahren". - Gerade mal weg vom Wein, das Rauchverbot in den Kneipen, das hätte viel weniger Umsatzverlust gebracht als die strengen Alkoholkontrollen, sagen die Kneipiers einstimmig. - Geraucht wird weiterhin, ich natürlich nicht, ich bin hart geblieben, aber die Leute gehen dann halt vor die Tür, oder frieren sich auf den Terrassen den sonst was ab, und quarzen eben dort. - Das Weinfestival in Los Llanos wird sich nun nicht mit all den Problemen des Sektors beschäftigen, sondern die Besucher am Freitag und am Samstag eher in die fröhliche Welt rund um den Wein einladen. - Dabei geht es nicht jeden Moment nur um den Verzehr dieses Getränkes, man kann auch andere Dinge machen mit Wein, so wird es auch wieder, wie bereits in den letzten Jahren, einen Kurs geben über das Malen mit Wein. - Nebenher wird natürlich der Wein auch verkostet, gezeigt, erklärt und alles dreht sich um den Wein, aber daneben werden auch noch die lokale Käseproduktion und die Imker ihre Leckereien vorstellen. - Ein Besuch in Los Llanos lohnt sich am Freitag und Samstag noch mehr als sonst, und wann die einzelnen Aktionen stattfinden, und wann welcher Wein vorgestellt wird, das können Sie dem nachfolgenden Plakat entnehmen.





Montag 05.12.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1021 hPa

Warum ist nichts los unter El Hierro?
Ein Fragezeichen, groß wie ein Vulkan

La Palma lasse ich heute am Montagmorgen mal links liegen, vielleicht auch weil ich stinkig bin, dass nicht ein Presseorgan außer dem Radiosender "Ondacero La Palma" auf die positive Nachricht reagiert, welche uns Felipe Campos bereits am 2 Dezember hat wissen lassen. - Asphaltnews - Vielleicht wagt man nicht mehr darüber zu schreiben, vielleicht hat man es überhaupt nicht mitbekommen, vielleicht ist man aber auch im journalistischen Tiefschlaf der "Dezemberbrücke".

Also ab nach El Hierro. - Dort ist es seit ein paar Tagen so ruhig geworden, dass nun die Übersprungshandlung, sich nachdenklich am Hinterkopf zu kratzen, bereits als Herrismus bezeichnet wird. - Fassen wir zunächst die letzten vier Tage zusammen. - Der Tremor, welcher uns die weiter tätige Eruption im Süden der Insel anzeigt, bleibt weiterhin sehr stabil. - Das bedeutet, die Eruption läuft sehr ruhig und gleichmäßig ab, das Magma kann meist ungehindert aus dem oder den beiden Schloten kurz vor der Küste La Restingas austreten. - Daran hat sich nichts geändert. - Am auffälligsten nun sind die wenige Beben, die noch aus dem Norden der Insel gemeldet werden, genauer gesagt aus der Zone de "El Golfo" wo man seit dem 10. Oktober sehr viele Beben und eben auch solche mit Magnituden bis 4,6 gemessen hatte. - Viele erwarteten deshalb auch eine weiter Eruption im Norden der Insel, wo Magma so konsequent Felsen und Gestein zertrümmert, um sich ausbreiten zu können, da ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis dieses Magma sich auch der Oberfläche nähert. - Aber dem war und ist nicht so, mit wenigen Ausnahmen befinden sich die Hypozentren der Beben rund um eine Tiefe von 20 Kilometern, und scheinen auch keine Tendenz zu haben aufzusteigen. - Seit zwei Wochen nun nehmen die Beben im Norden der Insel sehr stark ab, in den letzten Tagen gibt es oft nur noch ein paar Ereignisse innerhalb von 24 Stunden, und wo man zunächst annahm, das sei ein normaler Vorgang, dass solch ein Vulkan auch seine Phasen hat, wollen die allermeisten nun doch davon ausgehen, dass man in ein weiteres Entwicklungsstadium der vulkanischen Krise eingetreten ist, diese sich aber nicht so entwickelt, wie man das ursprünglich mal erwartet hat. - Von breiter Erwartung auf eine weitere oder heftigere eruptive Phase schwenkt der "Mainzweifelstream" inzwischen auf sanftes Abklingen der vulkanischen Tätigkeit um, ganz einfach weil die Zeichen nun noch weniger auf Sturm stehen als es bislang war. - Wobei man ja ein katastrophales Ereignis auf oder unter El Hierro eh niemals angenommen hat, diese Geschichte musste eben nur manchmal dafür sorgen, dass Presseorgane weiterhin Artikel anbieten konnten, die auch gelesen werden.

Die Eruption im Süden geht ruhig weiter, die Beben im Norden lassen signifikant nach, sehen wir nach den anderen Hinweisen. - Die geodätischen Daten zeigen seit Wochen kaum noch eine Veränderung, das stand immer schon im Gegensatz zu den vielen und auch starken Beben. - Eigentlich hätten so viele Beben und damit das Nachdrücken von Magma aus dem Untergrund weitere Bodendeformationen hervorrufen müssen, etwa in dem Maße, oder gar darüber, wie das vor dem 10. Oktober, dem Tag des Beginns der Eruption im Süden der Insel abzulesen war. - Dort verrieten einige Stationen Deformationen innerhalb von Wochen im Bereich von bis zu 6 Zentimeter, was wohl als große Bewegung angesehen werden muss, nach dem 10. Oktober allerdings wiesen alle Stationen nur noch Bewegungen im Millimeterbereich aus, manche sogar abnehmend oder gleich bleibend. - Was allerdings wiederum im Gegensatz zu den ansteigenden Gasemissionen lag, die erst von etwa 10 Tagen ihren Höhepunkt hatten, also als man von der seismischen Seite und auch den Deformationen schon wieder in einer abklingenden Phase steckte. - Das will alles nicht so ganz zusammenpassen, und man wartet nun händeringend seitens der Wissenschaftler auf neue Erkenntnisse, welche die beiden Forschungsschiffe liefern könnten, oder eben einfach eine erneute Phasenänderung der vulkanischen Tätigkeit. - Bis dahin kratzen sich alle am Hinterkopf, vielleicht sollte man daran denken, mehr Pflaster nach El Hierro zu schicken, nicht weil "Akaymu" wieder gefährlich werden könnte, sondern weil die langsam alle ihre Kopfhaut blutig gekratzt haben, vor so viel unerwarteten und auch zum Teil widersprüchlichen Kapriolen des Vulkans. - Allerdings muss man auch davor warnen, nun gleich wieder zur Tagesordnung überzugehen, weiterhin findet knapp vor dem Küstenort La Restinga eine Eruption statt, und auch wenn fast alle Indizien auf ein ruhiges Fortschreiten der Vorgänge hinweisen, dieser Vulkan hat uns schon so oft gefoppt, dass man ihn noch nicht ohne Respekt und weiterer Hochspannung aus Beobachtung lassen sollte. - Im Moment deutet viel darauf hin, dass der große Druck, welcher weiter im Norden stattgefunden hat, doch über die Eruption im Süden langsam abgelassen werden konnte. - Aber ganz vorsichtig bitte, es deutet vieles darauf hin, nicht mehr, genau so wie vieles darauf hindeutet, dass Gott, sollte er existieren, auch der Liebe Gott sein könnte.




Anzahl und Magnituden der Beben seit Anfang September




Anzahl und Magnituden der Beben der letzten 10 Tage. - Beide Graphiken stammen wie immer vom sehr kooperativen Instituto Geográfico Nacional




Sonntag 04.12.2011 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 25,0 Grad - niedrigste Temperatur 15,4 Grad

Kommende Woche mit halber Kraft
Die "Dezemberbrücke" sorgt für leere Städte

Am 6. Dezember ist hier Feiertag, und dann gleich am 8. noch mal, und wer ein bisschen pfiffig ist und Arbeitnehmer, der macht daraus eine Woche Ferien. - Selbstständige sind da ein bisschen ständiger, und bei den Schülern hängt es davon ab, auf welcher Schule die sind. - Unsere Brut muss morgen nicht in die Schule, andere Kinder weder morgen noch am Mittwoch, wieder andere müssen jeden Tag hin, Gerechtigkeit ist reine Definitionssache. - Wer nun glaubt, am Dienstag würden wir hier den Nikolaustag feiern, so wie man das sonst gerne mal in katholischen Landen macht, der irrt, denn der 6. Dezember ist ein hoher politischer und gesellschaftlicher Feiertag, begeht man doch hier in Spanien damit die Ehrung der eigenen Verfassung, die wir übrigens seit dem Jahr 1978 haben, wir feiern also den "Día de la Constitución". - Der Donnerstag ist dann auch wieder nicht Arbeitstag, denn am 8. Dezember feiern wir den am häufigsten missverstandenen katholischen Feiertag überhaupt, den "Día de Inmaculada Concepción, Mariä Empfängnis, oder wie es etwas erklärender inzwischen auf katholisch heißt: "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria." - Damit will man erklären, dass man an dem Tag nicht dieses medizinische Wunder der Jungfrauengeburt feiert, sondern dass man die Maria, als Mutter Gottes, ohne diese lustige wie listige Erfindung der Erbsünde auf die Welt geschickt hat. - Aber das mit der Erbsünde, das zieht auch immer weniger als klerikales Druckmittel, dennoch reicht es bei uns immer noch für einen Feiertag. - Am Dienstag werden wohl die allermeisten Läden geschlossen haben, am Donnerstag haben, trotz des Feiertages die meisten offen, man will sich eben das beginnende Weihnachtsgeschäft auch von unbefleckten Damen nicht verhageln lassen. - Die kommende Woche könnte also ziemlich leer werden hier auf der Insel, denn viele nutzen diese Tage um auf die großen Inseln zu reisen, wobei wir das weniger der Verfassung wegen machen, oder der Mutter Gottes, sondern weil wir diese Ausflüge dazu benutzen, um auf den großen Inseln die Weihnachtseinkäufe zu erledigen. - Die Einzelhändler auf Tenerife und Gran Canaria gehen diese Woche so auch mit gemischten Gefühlen an, die Chefetage freut sich, die Verkäufer weniger, müssen die sich doch mit "ländlichem Publikum" in Massen von den kleinen Inseln herumplagen und es ist nicht immer leicht mit gereizten Einkaufsvätern, schwungvollen Organisationsmatronen und schrillen Landteenies umzugehen ist. - Und wehe die Oma ist auch noch dabei, dann zieh dich warm an, Großstadtverkäufer…

Wir werden kommende Woche wohl niemandem auf den Fuß treten, wir gehören zu den wenigen die im Lande bleiben und die Feiertage abreiten wie sie kommen. Arbeit gibt es sowieso genug und ich halte eh nicht viel davon, die so schwer auf La Palma verdienten Kröten anderen Inselvolkswirtschaften in den gierigen Rachen zu schmeißen. - Plätzchen werden heute sogar gebacken, aus der Küche steigen anheimelnde Gerüche, und wären es nicht gerade 25 Grad, dann käme vielleicht auch weihnachtliche Stimmung bei mir auf. - Heute ist bereits der 2. Advent, und immer noch haben wir so gutes Wetter, allerdings schlägt die letzten beiden Tage die "Brisa" hier im Aridanetal heftig zu. - "Brisa" nennen wir, immer auf der Suche nach den schönsten Diminutiva die heftigen Fallwinde, welche bei bestimmten Passatlagen die feuchten Wolken des Nordostpassat bis ins Aridanetal hineintreiben können. - Dabei regnet es hier auf der Westseite zwar nicht, aber der scharfe Wind bläst feinste Wassertröpfchen durch die Luft, welche Brillenträger erblinden, und die Autoscheiben wohl feucht werden lassen. - Im Regenmesser allerdings landen diese Tropfen nicht, es ist als wären das feinste Grüße des Passats, die ohne Wirkung dann wieder verschwinden, aber den Wanderer in luftiger Höhe ärgern diese Tröpfchen doch sehr. - Ein, zwei Tage geht das noch weiter so mit dem Wind, der übrigens nicht stetig und ohne Unterlass bläst, auch die "Brisa" ist launisch wie ein palmerischer Bananenbauer, mal verschwindet der Wind komplett und wir spielen Sommer im Dezember, um dann im nächsten Moment wieder in alter Kraft die Frisuren der Damen zu lustigen Gebilden aufzutürmen. - Es ist aber unser Wind, das kennen wir schon, das ist ein autochthones Spiel der Winde und der schroffen Orographie dieser Insel und die dann entstehenden Düsen und Rotoren, die hier viele Wetter auf ein paar hundert Meter Abstand zaubern können.





Sonntag 04.12.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1021 hPa

Der morbide Charme der Megalomanie
Aus besseren Zeiten liegen geblieben

Los Llanos war ja mal die Boomtown der Insel, das war als die Banken die Leute noch per Lasso in die Filialen zerrten, um ihnen Hypotheken aufzuschwatzen, und Kredite für neue Autos. - Damals holten die Väter ihre Söhne mit 15,9 Jahren von der Schule, um mit ihnen zusammen auf dem Bau zunächst eine schnelle Peseta und später einen nicht mehr so schnellen Euro zu machen. - In der Zeit ging alles, oder zumindest meinte man das so zu sehen, und nun, nachdem sich der Staub der "Stampede" der folgerichtigen Rezession langsam wieder senkt, kann man die Relikte aus der Zeit der Goldenen Kälber sehr einfach betrachten. - Es sind nicht nur private Vorhaben, die nun als Denkmal der Zeiten, als man nicht nachgedacht hatte, ihre dürren und unfertigen Stahlbetonteile in den Himmel ragen lassen, sondern auch Bauten, welche die öffentliche Hand angeschoben hatte, aber wohl nicht genügend Mittel für die Fertigstellung bereit hatte. - Es hat mich eigentlich gewundert, wie lange die lokale Presse das Thema "Parque Cultural Islas Canarias" noch ignorieren kann, da eigentlich fast jeder Bürger des Aridanetals mindestens einmal am Tag an dieser Baustelle vorbeifährt, und sich bereits im ersten Augenschein darüber informieren kann, dass diese Baustelle wohl eher ein Millionengrab werden wird, als ein funktionierendes Kongress- und Veranstaltungszentrum. - Wobei wir damals, vor vielen Jahren bereits die Frage gestellt hatten, ob wir dieses Zentrum überhaupt brauchen, ein Kongresszentrum in Los Llanos, mit Platz für 1.000 Menschen, wer braucht denn so etwas, außer eine ganz bestimmte Partei alle vier Jahre einmal kurz von den Wahlen, wenn man wieder gratis mit Kichererbsensuppe Bauernseelen fangen geht.

Trotzig kann man einen Schiffsbug erkennen, der sich gegen Westen richtet, aus der Richtung kommt diese Idee des ungehemmten Wachstums ja, aber kaum einer versteht diese morbide Ironie auch, ist vielleicht auch ein bisschen zu abstrakt gestrickt, und der Architekt dieses Monsterbaus hat das sicher auch nicht so verstanden haben wollen. - Die zweite Baufirma soll sich dort bereits unvollendet ausgetobt haben, und ob diese Baufirma nun nicht mehr weiter macht weil sie kein Geld bekommen hat, oder die Krisenmasern, das wissen wir nicht so genau, auf alle Fälle gammeln dort elektrische Geräte seit Jahren vor sich hin, erst die neue Stadtverwaltung ist hingegangen, und hat diese wenigstens notdürftig abgedeckt, aber es ist zu befürchten, dass die Klima- und Belüftungsanlage bereits ein Opfer des Wetters und der Zeit geworden sind. - Immer wieder habe ich mich gewundert, warum die Stadt dort nicht eingreift, da vergammeln öffentliche Gelder, und täglich fährt der Bürgermeister daran vorbei und macht nichts. - In der Presse schreibt man, die Gemeinde hat erst dann das Recht einzugreifen, wenn man die Baufirma aus dem Vertrag entlassen hat, aber wie ich das mitbekommen habe, gibt es diese Firma schon seit geraumer Zeit nicht mehr. - Auch den Baukran, der am westlichen Ende der Arbeit stand, den musste nun die Stadt aus eigenen Mitteln abbauen, nachdem man es als gefährlich angesehen hatte, diesen Kran da ohne Aufsicht mehrere Jahre stehen zu haben. - Was aus der Baustelle nun wird, das wissen wir alle nicht, wie viele Millionen nun nicht mehr zu retten sind, und es bleibt ja nicht nur bei dem "Parque Cultural Islas Canarias", sondern auch das zukünftige Vergnügungsbad oberhalb El Jable lässt aus der Gruft grüßen. - Allerdings sind es hier wohl weniger öffentliche Gelder, die da rein geflossen sind, sondern private, aber auch das sieht nach kompletter Pleite aus, und dann muss die Gemeinde den Bau sichern oder abreißen lassen. - Aber man wollte ja unbedingt kein Spaßbad in der Gemeinde haben, obwohl wir auf der Insel bereits über ein Hallenbad verfügen, in Breña Alta, welches auch nur mit Hilfe der Gemeinde überleben kann. - Wie man dann darauf kommen kann, dass ein zweites Bad auf der Insel plötzlich Gewinne abwerfen soll, das fragte ich mich und andere bei Baubeginn ganz deutlich schon, und inzwischen fragen sich das auch die Banken, welche nun dem Weiterbau dieses Bades eine komplette Absage erteilt haben. - Allerdings haben die gleichen Banken noch vor acht Jahren den Bauherren auch zugerufen: Kein Problem, wir machen den Weg frei, fangt schon mal an zu bauen. - Und genau die Partei, die uns um die Jahrtausendwende mit dem gepumpten Aufschwung in dieses tiefe Loch gerissen hat, die soll uns nun da auch wieder herausholen. - Ich bin zuversichtlich, aber das heißt nicht viel…





Samstag 03.12.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 25,0 Grad - niedrigste Temperatur 15,4 Grad

Langsame Entspannung in El Paso
Aus San Martín wird "Hiper Centro"

Was sind wir hier im Aridanetal alle froh, dass nun die Bauarbeiten rund um den großen Supermarkt mitten in El Paso dem Ende zugehen. - Die meisten Baufrimen sind bereits wieder abgerückt, innen ist so gut wie alles fertig, außen wird noch ein bisschen gepinselt und die Elektrik gemacht. - Die Parkplätze sind nun auch wieder fast alle zu nutzen, das war ein echtes Chaos zeitweise in El Paso, aber langsam legt sich nun diese Aufregung wieder, gerade noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft. - Da hatte man große Bedenken, nutzen doch auch ganz viele Käufer der anderen Läden den zentralen Parkplatz vom Supermarkt, man muss sogar fast sagen, dieser Parkplatz mitsamt dem Supermarkt hat El Paso von einer verschlafenen Wohngegend nahe Los Llanos so ein bisschen zum Speckgürtel gemacht. - Nun also der Umbau, und von außen scheint das zunächst mal nicht sonderlich gelungen, zu große stechend weiße Flächen, und als einziges Ornament ein roter und ein grüner Streifen, ab und zu mal unterbrochen von einem Einkaufskorb schiebenden Kaninchen mit roten Augen. - "Das Kaninchen sieht irgendwie aus wie vom Teufel besessen, wegen der roten Augen", so betrachtet das eine meiner Töchter, mir stellt sich eher die Frage, was wollen die uns damit sagen, was hat ein Kaninchen mit Einkaufen zu tun. - Macht nichts, früher, als alles anders war und nur manches besser, da war Geiz geil, heute gilt geil ist geil, fragwürdige Werbung gibt es überall, und da ist mir ehrlich gesagt ein Kaninchen mit roten Augen noch lieber als diese grenzüberschreitende Debilität der Geilheiten. - Aber was interessiert uns der Supermarkt von außen, auf die inneren Werte kommt es an möchte man doch sagen, aber dieses große Gebäude gehört mit zum äußeren Kleid, also zum Erscheinungsbild unserer geliebten Gemeinde El Paso, und da hätte ich mir schon ein bisschen mehr Geschick gewünscht. - Nein, ich will nicht undankbar sein, das Gebäude an sich war immer hässlich, halt eben ein Fabrikgebäude, welches seinerzeit die Tabakfabrik noch beherbergte, und da kann man nicht zu viel erwarten. - Innen hat man sich mehr Mühe gegeben, das muss man klar sagen, es sieht alles frischer aus und inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, dass es Lebensmittel im Tiefgeschoss gibt, und nicht mehr ebenerdig. - Im Erdgeschoss bemüht man sich nun mit nicht mehr so hohen Regalen um mehr Übersicht, aber noch findet kaum jemand was, weil eben während der Bauphase immer wieder alles umgestellt wurde.

Manche unken ja nun bereits, das sei alles alter Wein in neuen Schläuchen, und außer einer jetzt nutzbaren Fischabteilung hat sich wohl wirklich noch nicht so viel getan. - Man versprach uns ja neue Produkte, nicht nur auf der Billigschiene, sondern man will sich ja für zukünftige Konkurrenten fit machen, und die heißen bereits bestätigt ab 2012 Lidl auf der Ostseite bei Breña Alta und in Los Llanos ist noch ein weiterer großer Supermarkt angekündigt, der Carrefour- oder Mercadonaklasse. - Wann diese weitere Bedrohung auftauchen wird, das ist nicht raus, und ich frage mich wirklich, ob denn so viel Supermarkt für so wenige Leute wirklich noch sinnvolles Arbeiten bedeuten kann. - Was es auf jeden Fall bedeutet, dass die bestehenden Läden es dann schwerer haben werden und man die große Umbauaktion des San Martín in El Paso wohl schon als Investition in die Zukunft betrachten muss. - Allerdings muss da dann noch mehr geschehen, nur die Billigmarke in mehreren Regalmetern zu präsentieren, das kann es nicht sein, und auf der Billigschiene wird denen Lidl sowieso einen Marsch, einen Foxtrott und einen Walzer gleichzeitig blasen. - Da muss schon noch mehr kommen, ein breiteres Angebot, auch in der gehobenen Klasse, und das vermissen wir bisher, aber man hatte es uns doch versprochen. - Aber das wird wohl kommen, wenn wirklich alle Umbaumaßnahmen abgeschlossen sind, wie gesagt, noch wird gepinselt, gewienert und geputzt, aber dann ist es hoffentlich bald so weit. - Ach übrigens, das Ding heißt nicht mehr San Martín, sondern jetzt Hiper Centro El Paso, allerdings sind die Eigentümer gleich geblieben, das ist weiterhin die "Grupo Unagras" die zur "IFA-España" gehört. - San Martín, das war doch wirklich schöner und besser als Hiper Centro, das hört sich doch schon irgendwie nach Kaninchen mit roten Augen an und ich kann eines versprechen, das Ding wird weiterhin San Martín heißen, denn den Leuten aus El Paso kann man so schnell nichts unterjubeln. - So heißt die Churrería immer noch Churrería, obwohl es da schon seit mehr als 10 Jahren keine Churros mehr gibt, und San Martín bleibt San Martín, da gehe ich jede Wette ein. - Welche Wette ich nicht eingehe ist, ob die nach dem Abschluss der Bauarbeiten dann die Parkplätze mit bereits bedrohlich aufgebauten Sperre absichern, und nur noch eigene Kunden dort parken lassen.





Samstag 03.12.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1023 hPa

Neuer Rekord
9.899 Arbeitslose auf La Palma

Nun stellt sich erneut die Frage, ob wir die zehntausender Marke doch noch reißen, nachdem für den November dieses Jahres die absolute Rekordanzahl von 9.899 Arbeitslosen hier auf La Palma gemeldet wird. - 590 Arbeitslose mehr als noch im Oktober, also ein kräftiger Anstieg, den man so schlimm nicht erwartet hatte. - Den Sommer über gab es sogar eine leichte Entspannung, so dass man davon ausgegangen ist, man hätte den Tiefpunkt bereits erreicht oder gar überschritten, nun aber werden wir eines Besseren belehrt, und ich muss sagen, keine schöne Lektion. - Sicher ist die Marke von 10.000 eine willkürlich gesetzte Grenze des Schreckens, aber wenn man sich mal überlegt, dass hier auf La Palma gerade mal 83.000 Menschen wohnen, dann ist ein Rechenbeispiel auf Deutschland übersetzt ganz einfach nachzuvollziehen, das wäre dann so als wären 10 Millionen Menschen in Deutschland ohne Arbeit. - Ist schon ein bisschen erschreckend, wenn man das aus diesem Blickwinkel beleuchtet. - Warum nun dieser kräftige und plötzliche Schub, das wird damit erklärt, dass jetzt mit dem November viele Kurse, Umschulungen und temporäre Arbeitsverträge ausgelaufen sind, welche die Rathäuser, die Provinzregierung aber auch die Zentralregierung finanziert haben. - Und nun stehen nicht nur die Umschüler und die Zeitarbeiter auf der Straße, sondern auch die Ausbilder und Lehrer der ganzen Aktionen. - Nicht nur auf La Palma ist das so und so plötzlich geschehen, auf den ganzen Kanaren steigt die Zahl der Arbeitslosen auch robust um knapp 8.000 Personen an, allerdings fällt bei uns auf der Insel der Anstieg kräftiger aus als im kanarischen Schnitt. - Vergleicht man die Zahl nun mit dem Vorjahr, dann ist das noch dramatischer, 9.084 waren im November vor einem Jahr noch arbeitslos gemeldet. - In allen Sektoren der palmerischen Wirtschaft hat es eine Zunahme bei der Zahl der Arbeitslosen gegeben, immer allen voran der Sektor "Servicios", was man zunächst mal mit "Dienstleistungsbranche" übersetzen müsste, in der aber alle ungelernten Kräfte zusammengefasst sind, die nicht in der Landwirtschaft, auf dem Bau oder in andere klassifizierte Sparten passen. - Die Anzahl der Arbeitslosen in den einzelnen Gemeinden kann man in etwa auf der Zahl der Einwohner übertragen. - So ist es kein Wunder, dass es in Los Llanos die meisten Arbeitslosen gibt, nämlich 2.406. Gefolgt von de Santa Cruz de La Palma mit 2.176, El Paso mit 922, und Breña Alta hat 794 Arbeitslose - Dann kommt Tazacorte mit 660, Breña Baja noch 582, Mazo mit 581, San Andrés y Sauces mit 496 und Tijarafe mit 310. Bei den kleineren Gemeinden "führt" Puntallana mit 261, vor Barlovento mit 214, Puntagorda mit 202, und Garafía 148 sowie Fuencaliente mit 147 Menschen ohne Arbeit. - Es warten also große Aufgaben auf den "Retter Rajoy" und hier fürchtet man, das man das Neue Jahr dann mit dem Schreckgespenst von über 10.000 Arbeitslosen begrüßen darf.



Freitag 02.12.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 26,7 Grad - niedrigste Temperatur 17,7 Grad

Asphaltnews
Zur Abwechslung mal eine gute Nachricht

Radiohören kann so wichtig sein, denn in der Presse gibt es dazu noch nichts, ist also alles noch ganz frisch und noch nicht durchgekaut. - Der Anwalt der "Plataforma contra las Plantas de Asfálto" Felipe Campos war da plötzlich im Radio zu hören, man kann auch ruhig den Sender nennen, "Ondacero La Palma" und so bin ich gleich rechts ran gefahren, und habe dem Anwalt gelauscht, wir wollen doch wissen wie es weitergeht. - Also, Gutes hat der Mann zu vermelden. - Ein vom Gericht bestellter Gutachter hat bestätigt, dass Asphaltmischwerke weit mehr an Gasen und festen Stoffen emittieren, als im Umweltgutachten des Betreibers der ersten Anlage aufgeführt sind, und man keine Maßnahmen gegen die Emissionen von diesen zum Teil krebserregenden Stoffen aufgeführt hat. - Somit sind die Umweltgutachten, die sowohl vom Gobierno de Canarias, wie auch von der Gemeinde Los Llanos durchgewunken wurden, im Streitfall nicht mehr haltbar, und der Streitfall ist ja längst da, und somit kann man die eingereichten Umweltgutachten allesamt in die Tonne treten. - Das heißt nicht, dass nun der Betreiber grundsätzlich gleich einpacken muss, weiter müssen wir das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht auf Tenerife abwarten, aber dieses Gericht wird sich natürlich von dem Gutachten leiten lassen, welches von neutraler Seite, auf Anschub des Gerichtes erstellt wurde. - Der Betreiber könnte nun hingehen und einen erneuten Antrag stellen, in dem er dann auf alle in dem Gutachten genannten Gase und Stoffe eingeht, und dagegen geeignete Maßnahmen ergreift, also mit Filteranlagen und so weiter, allerdings muss sich dann der Betreiber neuen Auflagen stellen, die inzwischen deutlich strengere Messwerte vorschreiben die auf europäischem Niveau angesiedelt sind und man davon ausgehen kann, dass diese Auflagen solche Industrien nicht neben Wohngebieten dulden. - Auch erlaubt ja der neue Flächennutzungsplan der Gemeinde Los Llanos keine Asphaltwerke mehr dort im Industriegebiet, der Betreiber muss sich also schon etwas Größeres einfallen lassen.

Und wir sollten davon ausgehen, dass man sich etwas "Größeres" einfallen lässt, da wir ja wissen, dass nicht nur die Interessen des Betreibers der Asphaltwerke dort eine Rolle spielen, sondern ganz klar politische "Amigismen" der üblichen Verdächtigungen. Das Gelände auf dem die Asphaltwerke stehen, gehörten zuvor der Familie eines ranghohen palmerischen Politikers, welcher nun im Gobierno de Canarias sitzt. - Namen nenne ich hier nicht, das ist mir zu gefährlich, der Anwalt Felipe Campos aber wohl, aber der kann sich ja wehren, der kennt sicher einen guten Verteidiger… Morgen wird sicher die Lokalpresse die Angelegenheit auch aufschnappen, und dann bin ich mal gespannt, wer es wagt, die Namen zu drucken, denn der Felipe Campos, der lässt zu der Sache kein Interview aus und geizt auch nicht mit der Nennung dieser Namen. - Was nun auch noch anzumerken wäre, jetzt bekommt die Bürgermeisterin von Los Llanos auch erneuten Druck, denn sie kann dieses neutrale Gutachten von einem Gericht bestellt ja schlecht ignorieren, und da steht ja klar drin, dass solch eine Anlage krebserregende Gase und Feststoffe ausscheidet. - Sollte sie also bei ihrem Vorschlag bleiben, der einen Betrieb der Anlage vorsieht, aber man Messstationen rund um das Werk in verschiedenen Abständen aufstellt, dann macht sie sich unter Umständen sogar strafbar, denn es darf dort keine Anlage betrieben werden, welche schädliche Stoffe emittiert und welche aufgrund eines falschen Umweltgutachtens bis hin zur Eröffnungsgenehmigung gelangt ist. - Eigentlich bleibt ihr jetzt nur der Schritt, die Betriebsgenehmigung zurück zu ziehen, weil es einfach neue Erkenntnisse gibt, und das sind keine Gutachten einer Seite, sondern eben ein neutrales Papier mit dem Stempel eines Gerichtes. - Das wird zur endgültigen Nagelprobe nun für Noelia García, die uns ja im kurzen Verlauf ihrer Regentschaft in Sachen Asphaltwerk schon mehrfach zunächst überrascht, inzwischen aber nur noch enttäuscht hat, da es den Anschein hat, sie würde auch den Betrieb dieses Werkes gut heißen und vorantreiben. - Also, es gibt gute Nachrichten, in den kommenden Tagen werden wir auch noch weitere Details des Gutachtens kennen lernen, denn bislang wissen wir eben nur die Schlussfolgerungen über dieses neue Gutachten aus dem Munde des Anwaltes.

Zugleich muss ich aber dringend davor warnen jetzt zu glauben, die Sache wäre damit erledigt. - Das ist die Sache auf keinen Fall, wir haben es hier eben mit Seilschaften zu tun, die von Gesetzen sehr wenig halten und bislang immer das gemacht haben, was ihnen so in den Sinn gekommen ist. - Der Kampf gegen diese Asphaltanlagen neben Wohn- und Touristikgebieten ist eine Angelegenheit die noch nicht gewonnen ist, nur deshalb, weil ein richterliches Gutachten uns nun Recht gibt. - Die Bemühungen der Betreiber der Asphaltwerke und deren politische Mentoren werden sicher den Kampf noch nicht aufgeben. - Es ist also weiterhin auch notwendig, dass Sie für den Unterhalt der "Plataforma" spenden, die machen die Arbeit, wir spenden, das ist doch eine faire und bislang auch ganz erfolgreiche Geschichte. - Und auf den Anwalt und die fleißigen Mitarbeiter der Plataforma dürfen und müssen wir stolz sein, die leisten ganze Arbeit, darum sollten auch wir unseren Teil dazu beitragen, dass dieser Kampf gewonnen werden kann. - Aus diesem Grunde, auch wenn es diese schönen Nachrichten gibt, hier noch mal die Bankverbindung der Plataforma:

Asociación Platafroma En Contra La Instalacion De Plantas de Asfalto En El Valle Aridane, N.I.F. G 38995007 (Es reicht aber "Asociacion Plataforma" als Empfänger einzutragen)
CODIGO CUENTA: CAJA CANARIA
2065 0718 17 1400970190

Wenn Sie aus dem Ausland überweisen möchten:
IBAN: ES43 2065 0718 1714 0097 0190
BIC / SWIFT: CECA ESMM 065

Aus El Hierro gibt es keine neuen Neuigkeiten.




Felipe Campos auf einer Versammlung in El Paso




Freitag 02.12.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1021 hPa

Den Sternen näher sein
Besucherzentrum auf dem höchsten Berg der Insel

An die 20 Jahre warten wir nun schon, dass endlich ein Versprechen eingelöst wird, von dem wir heute gar nicht mehr so genau wissen, wer denn dieses Versprechen eigentlich abgegeben hat. - War es das Gobierno de Canarias, das Cabildo Insular, oder etwa gar das Instituto Astrofísico de Canarias, der uns das Besucherzentrum versprochen hat? - Es war ein gemeinsames Gelöbnis seinerzeit, als man vollmundig nicht nur der Wissenschaft beste Grundlagen für deren Arbeit versprach, sondern auch den Bewohnern der Insel entgegenkommen, sondern diese interessanten Einrichtungen auch dem breiten Publikum öffnen wollte. - Noch mehr als der eigenen Bevölkerung möchte man heute den Besuchern der Insel diese Anlagen näher bringen, dringend suchen wir nach neuen Attraktionen um mehr Gäste anzulocken, nachdem unsere temporäre kognitive Absenz, und der dabei abgelaufenen Suche nach Massenpublikum uns bis heute noch kräftig zusetzt. - Sternentourismus ist plötzlich das Zauberwort, "Turismo de las Estrellas" und sicher ist das eine Attraktion, welche wir hier auf La Palma in Zusammenhang mit den Observatorien auf dem höchsten Berg der Insel anpeilen sollten. - Dazu gehört auch Eigeninitiative der touristischen Betriebe, aber natürlich auch eine Plattform für Besucher, welche dem Laien die vielen Observatorien und die Beobachtungsmöglichkeiten bei uns auf 2.400 Meter Höhe und am Rande der Caldera erklären und näher bringen. - Das wollten wir immer schon, und wer es bislang verhindert hat, das wollen wir nun nicht mehr diskutieren, nur so viel sei gesagt, das es lag nicht immer nur an den Befindlichkeiten der politischen Gremien, dass bis heute dieses Besucherzentrum noch nicht steht. - Aber nun kommt neuer Schwung in die Angelegenheit, seitens der Inselregierung spricht man seit geraumer Zeit schon nicht mehr von Golfplätzen, Jachthäfen und Wellness-Hotels, nachdem man es mit dem Prügel der schlechten Auslastung eingebläut bekommen hat, dieser konservative Schwachsinn und Kopierwerkzeug anderer touristischer Destinationen eben nicht für unsere Insel taugt, wir müssen mit unseren eigenen Ressourcen arbeiten und werben, und die hervorragenden Beobachtungsmöglichkeiten des Sternenhimmels gehören nun mal zu unseren Attraktionen. - Unter anderen Attraktionen natürlich, wir sollten nun auch nicht so tun, als wäre der Astro-Tourismus auf immer und ewig die Rettung unserer schwachbrüstigen Volkswirtschaft, es bedeutet schlicht und ergreifend eine Erhöhung unseres Werbe- und Attraktionspotential, und daran lohnt es sich natürlich zu arbeiten. - Jetzt beauftragen das Gobierno de Canarias und das Cabildo Insular zwei noch nicht öffentlich benannte Firmen doch Projekte vorzulegen, wie denn dieses Besucherzentrum aussehen könnte. - Warum man uns nicht sagt, welche Firmen das sind, und warum es eigentlich nicht eine öffentliche Diskussion mit Bürgerbeteiligung gibt, was denn ein solches Besucherzentrum leisten und bieten soll, das wissen wir natürlich nicht, aber freuen wir uns doch, dass es überhaupt einen Schritt weitergeht und wir können ja nun auch schon ahnen, dass die Kosten dafür nicht alleine vom Cabildo Insular getragen werden, sondern das Gobierno de Canarias mit im Finanzierungsboot sitzt. - Wann die Projekte dann vorliegen, das wissen wir auch nicht, aber das ist ja auch nicht der entscheidende Schritt, sondern dann muss man auch noch zuverlässig die Finanzierung erreichen, und das ist in diesen lustigen Zeiten sicherlich das schwierigste Vorhaben. - Es wird schon werden, irgendwann, und weil man an allem was passiert auch etwas Gutes finden kann, von der Autobahn quer durchs Weltbiosphärenreservat spricht schon lange kein Mensch mehr, nicht die Vernunft hat diesen Hirnriss zur Strecke gebracht, sondern die Finanzkrise. - Soll noch mal einer sagen, die Krise sei nur schlecht.



Donnerstag 01.12.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 27,6 Grad - niedrigste Temperatur 13,7 Grad

Kurzgeschichten

Hoch, Freunde für´s Leben und ein bisschen El Hierro

18 Millimeter Niederschlag im November, das ist wenig, und in den kommenden Wochen wird da wohl auch nichts dazu kommen. - Hochdruck ist weiterhin angesagt, und zwar so stabil, wie wir das sonst nur aus dem Sommer kennen und wenn der Wind nicht ab und zu ein bisschen frisch von der Cumbre Nueva herunterblasen würde, dann fühlte sich das an wie echter Sommer. - Heute sogar 27 Grad, dafür wird es aber nachts frischer, klar, wenn keine Wolken die angewärmte Luft erdnah halten, dann wird es kühl nachts. - Frisch nach unseren Vorstellungen, ich weiß auch, dass Südfinnen, also Norddeutsche sich bei 15 Grad bereits die Kleider vom Leib reißen, wir allerdings dann zur Jacke greifen und das berühmte, "hay que frío" ausstoßen. - Was aber nun auch wieder hervorragend zu bewundern ist, selbst aus den tieferen Zonen des Tals hier kann man im Moment nachts einen atemberaubenden Sternenhimmel beobachten. - Hochdruck ist was Feines, sicher, für Inselgäste und Astronomen, aber die Landwirte knurren nun bereits wieder, weil denen der Regen fehlt. - Und Bauern, die können jammern, aber das kennt man ja schon und irgendwo unkt dann immer solch ein alter Landmann, das wird ein ganz trockener Winter, die Kartoffeln so klein wie Golfbälle (eigentlich vergleicht man die mit der Größe der Testikel, aber ich wollte nicht unter die Gürtellinie schlüpfen) und Schuld daran hat Zapatero oder bald Rajoy, und eigentlich kann man das schon gar nicht mehr hören. - Diese langfristigen Unkenrufe, wie der Winter wird, oder der Sommer, nie haben die gestimmt, ich glaube die einzige Bauernregel die da stimmt, das sind die 28 Tage der Bäuerinnenregel und der kluge Spruch: Wenn der Hahn steigt auf den Mist, dann ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist.

Man sollte mal wieder eine Gemeinderatssitzung besuchen, und dazu kann ich inzwischen Los Llanos empfehlen, denn das soll immer schön rund gehen dort. - Seit dem die Coalición Canaria nun dort in der Opposition ist, und damit gar nicht so wirklich umgehen kann, gibt es spätestens beim abschließenden Tagesordnungspunkt "Fragen und Antworten" immer richtig gute Stimmung. - Die Opposition wirft immer wieder der Partido Popular vor, sie hätten Wasser von einer Firma gekauft, an welcher Familienagehörige einer der Stadträte beteiligt sind. - Das stimmt sogar, fast jeder hier auf der Insel ist Teilhaber an einer Wasserfirma, das hat also noch lange nichts damit zu tun, dass nun dieser Stadtrat etwas davon hätte, wenn man das Wasser bei dieser Firma kauft. - Ärgerlich ist dieser Vorwurf auch besonders deshalb, weil nämlich die Vorgängerregierung überhaupt die Stadt erst dazu gezwungen hat, für das Gießwasser eine andere Firma zu bemühen, als von der man bislang das Wasser bezogen hat. - Es sind nämlich Rechnungen offen von über 10.000 Euro, welche der alte Stadtrat, also die Coalición Canaria angehäuft hatten und so beliefert das Wasserkonsortium "las Haciendas de Argual y Tazacorte" die Gemeinde gar nicht mehr, sondern erst wieder, wenn die Schuld beglichen ist. - Man musste also bei der anderen Firma kaufen, denn dort wo der Wasserwagen aufgetankt wird, da gibt es keine weiteren Anbieter. - Das ärgert die neue Bürgermeisterin nun derart, und es ist ja auch wirklich eine Frechheit von der Coalición Canaria, auf diesem Fall herumzureiten, dass sie nun auch den Vorwurf aus der Tasche holt, im alten Stadtrat sei es gang und gäbe gewesen, dass man Aufträge an Freuden oder Familienmitglieder vergeben hat, und sie hätte sogar Dokumente darüber vorliegen. - Diese Behauptung ist nun wieder ungeschickt gewesen, denn wenn man solche Beweise in der Hand haben sollte, dann müsste man damit auch an die Öffentlichkeit und auch ans Gericht. - So aber bleibt das einfach im Raum stehen, und unbewiesene Vorwürfe tun weder dem Kläger, noch dem Beklagten gut. - Aber das müssen wir mit der geringen politischen Erfahrung von Noelia García verrechnen, die ein ums andere Mal von den altgedienten politischen Schlachtrössern der Coalición Canaria durchs Rathaus gejagt wird.

Unter El Hierro bleiben die Erdbeben auch heute wieder selten, so wie gestern schon, aber immer noch will kein Wissenschaftler daraus bereits einen Trend basteln, so ein Vulkan der ist halt nicht wirklich stetig, sondern unterliegt schon mal Schwankungen. - Das kann ganz schnell wieder anders werden, also noch keine "neue Lage", sondern einfach nur ein Ausrufezeichen. - Die Messungen mit der "Luftkanone", die wurden von dem Schiff "Sarmiento de Gamboa" unternommen, nicht wie zuerst gemeldet von der Ramón Margalef, und diese Messungen finden im Norden der Insel im "Golfo" statt, dort will man ein komplettes dreidimensionales Bild des Meeresboden erhalten. Siehe http://www.laprovincia.es/especiales/20 ... 19913.html - Die letzte Positionsmeldung des Schiffes stammt allerdings aus dem Süden der Insel, so ganz schlau werden wir also nicht daraus. - Am Vormittag stiegen auch wieder vor La Restinga, dort wo die einzige bestätigte Eruption stattfindet, wieder dampfende Bimsbrocken an die Oberfläche, später am Tag wurde das dann nicht mehr beobachtet. - Interessant noch ein Interview mit Francisco José Pérez Torrado, Geologe an der Universität Las Palmas, spezialisiert in Vulkanologie, der noch mal deutlich macht, dass die Eruption im Süden wohl unterseeisch bleiben wird, es keine neue Insel gibt, aber damit verbunden er auch keine Gefahr für den Küstenort La Restinga sieht. - Die Messwerte, sowohl was den Tremor angeht, wie auch die geodätischen Daten bieten keine Veränderung an, alles wartet weiter ab, ob der Vulkan sich doch noch entscheiden soll uns weiter zu unterhalten, oder ob wir es hier mit einem sensiblen Langweiler zu tun haben.





Donnerstag 01.12.2011 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1019 hPa

Der Müll wird privat

"Urbaser" soll Müllverwertungsanlage betreiben

Was die öffentliche Hand nach vielen Jahren nicht hinbekommen hat, soll nun ein privater Dienstleister übernehmen. - Viele treue Leser wissen es ja bereits, zukünftig soll der gesamte Inselmüll zunächst in der Müllverwertungsanlage "Los Morenos" an der Küste Mazos aufgenommen werden. - Dort entzieht man der anfallenden Menge die Wertstoffe, führt diese dem Recycling zu, kompostierbare Stoffe werden für landwirtschaftliche Nutzung aufgearbeitet, und nur der Restmüll, der wird dann auf einer Deponie entsorgt. - Diese eierkompostierende Wollmüllsau sollte eigentlich schon vor Jahren ans "Netz" gehen, aber endlose bürokratische und finanzielle Desaster verhinderten die Inbetriebnahme dieser Einrichtung. - Vielleicht an die zwanzigmal hatte man bereits jovial die Inbetriebnahme des Komplexes angekündigt, aber immer wieder verstrichen zunächst konkrete, später nur noch vage angedeutete Termine, aber nun soll es wirklich so weit sein. - Noch vor Jahresende soll der Komplex endlich die Arbeit aufnehmen, dazu hat die Inselregierung den privaten Dienstleister "Urabser" verpflichtet, dieser Teil der Unternehmensgruppe "ACS" soll also zukünftig den gesamten Müll unserer Insel verwalten, trennen und lagern. - Grundsätzlich finde ich es zweifelhaft, solch wichtige öffentliche Dienste in private Hände zu geben, aber man hat wohl eingesehen, dass man es mit den eigenen Kräften gar nicht schafft und wohl auch, dass die Anlage in Mazo gar nicht in der Lage ist, die an sie gerichteten Aufgaben komplett zu erfüllen. - Bei der Planung der Anlage ging man wohl von falschen Zahlen aus, die zu bewältigende Müllmenge ist viel größer als gedacht und grundsätzlich geht man auch von der irrenden Meinung aus, dass der "Complejo Medioambiental de Los Morenos" den gesamten Inselmüll in Einzelteile zerlegen kann und kein Restmüll mehr bleibt. - Großspurig verkündet man nicht nur, dass noch in diesem Jahr die Anlage in Betrieb geht, sondern auch dass bis April kommenden Jahres die Deponie im Barranco Seco dann geschlossen wird. - Allerdings denkt niemand daran, was denn mit dem Restmüll dann geschehen soll, der auf jeden Fall anfällt, leider sind nicht alle im Müll enthaltenden Stoffe wieder verwertbar, und der Restmüll muss ja auch irgendwo hin, es sei denn, man denkt daran, diese Hinterlassenschaft unserer freudigen modernen Lebensweise auch zu exportieren.

Das erfahren wir aber nicht in der jubelnden Presseerklärung, die uns nach neun Jahren Wartezeit endlich das kommende Müllwunder bescheren will. - Sicher weiß ich auch, dass es keinen Müll, sondern nur mehr oder weniger stinkende Wertstoffe gibt, aber diese alle wieder zu nutzen nicht immer wirtschaftlich sinnvoll ist, besonders dann nicht, wenn man auf einer Insel steckt, und mal alle Wertstoffe erst teuer aufs Festland schippern muss. - Aber wir sind doch nicht blöd, das kann man uns doch auch sagen, die Sachlage einfach erklären, aber nicht solche hohle Geschichten auspacken wie diese Mär, dass die Anlage in Mazo den gesamten Inselmüll in Wertstoffe, Kompost und Partikel eines kollektiven Freizeitparks verwandeln kann. - Es wird weiterhin Restmüll geben, der irgendwo deponiert werden muss, entweder bei uns auf der Insel, oder sonst wo. - Oder aber ist etwas dran an den Gerüchten, dass man auf dem Geländer der Müllverwertungsanlage eine Verbrennungsanlage betreiben will? - Dieses Gerücht hält sich beständig, auch wenn es nicht aus den berühmten "gut unterrichteten Kreisen" stammt. - Ich weiß es nicht, allerdings weiß ich wohl, dass auch solch eine "Wunderanlage" wie in Mazo den Restmüll nicht in Wohlgefallen oder Schatzbriefe auflösen kann, und dass die Beauftragung eines privaten Dienstleisters für eine öffentliche Aufgabe auch das Eingeständnis eigener Unfähigkeit sein kann.




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La Palma, Islas Canarias, Spanien
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Kanarische Ferienhäuser auf La Palma