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Nachrichtenarchiv August 2011


Mittwoch 31.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 25,2 Grad - niedrigste Temperatur 18,5 Grad

Alles Heiliger Bimbam
Die "Virgen del Pino" ist an allem Schuld, auch an überhohen Fluten

Zunächst darf ich eine Feiertagswarnung aussprechen, am Freitag den 2.9. ist in El Paso Feiertag. - Nur in El Paso, in den anderen Orten wird normal weitergearbeitet, es entstehen also keine Versorgungslücken, man muss an dem Tag eben nur woanders hinfahren wenn man einkaufen will. - Am Freitag feiern wir in El Paso unsere Lieblingsjungfrau, die Jungfrau der Kiefer und was auf Deutsch so hölzern klingt, das säuselt sich bei uns liebevoll "Virgen del Pino". - Alle drei Jahre machen wir aus dem Fest ein enormes Spektakel, mit Niederkunft der unschuldigen Dame in den Ort, mit einer "Romería", also einem Umzug der allerfeinsten und größten Art und Fiestas bis zum Umfallen, seien es nun die Pilger oder die Gemeindefinanzen. - Dieses Jahr aber findet nur die "Fiesta-light" statt, die Jungfrau bleibt in ihrer Wallfahrtskirche an der Waldgrenze, dort wo der "Reventón-Pass" beginnt. - Einige Fiestas finden dennoch statt, am Feiertag selbst ein großer Tanzabend im Ort, und am Sonntag dann das "Bergfest", wo fast der komplette Ort bereits vormittags zur Wallfahrtskirche pilgert, allerdings nicht mit der Bibel in der Hand, sondern mit dem Fresskorb um dort den ganzen Tag unter den Pinien mit der Familie und Freunden diesen wunderschönen Tag im Freien zu verbringen.- Versuchen Sie nicht am Sonntag mit dem Auto dort hoch zu fahren, spätestens am Abzweig nach Valencia ist bereits Schluss, und man muss dort zu Fuß hinlaufen. - Es lohnt sich aber das mit anzusehen, frommes Volk mit dem Hang zu weltlichen Genüssen, hoch lebe der pragmatische Katholizismus.

Die "Virgen del Pino" ist aber nicht nur die Schutzheilige El Pasos, sondern auch der gesamten Insel Gran Canaria, allerdings feiert man dort am 8. September diese ganz besondere Dame. - Die Geschichten sind eigentlich ähnlich, Marienerscheinungen in großen und emblematischen Kiefern, nur dass bei uns diese Kiefer noch steht, auf Gran Canaria aber im Ort Teror einer Basilika Platz machen musste. - Immer Anfang September kommt es auch hier auf den Kanaren zu besonders hohen Fluten, bis zu mehreren Metern über Normalhöhe, und auf Gran Canaria hat man daraus dann die "Mareas del Pino" gemacht, weil Ehrentag und hohe Fluten zur gleichen Zeit auftauchen. - In diesem Jahr ist das allerdings etwas anders, die hohen Fluten sind bereits eine Woche früher eingetroffen, und mischen sich auch noch mit tückischer Dünung welche von weitem überhaupt nicht zu erkennen ist. - Das hat in einigen Orten auf Tenrife, dort besonders San Andrés zu derben Überschwemmungen geführt, und in der Hauptstadt Gran Canarias, in Las Palmas klatscht nun bei Flut das Wasser direkt an die berühmte Promenade von "Las Canteras" und versteckt so den gesamten weißen und breiten Sandstrand welcher sich sonst so lockend darbietet. - Auf La Palma kann man das Phänomen auch spüren, allerdings hat das hier keinen Namen, doch an den Orten und Stränden der Westseite herrscht nun meist sogar Badeverbot, da die hohe Flut zusammen mit der tückischen Dünung gefährliche Strömungen verursachen kann. - "Es ist so, als sei der Meeresspiegel angestiegen" hört man von Anwohnern aus La Bombilla, und auch dort spült das Meerwasser bei Flut so weit über den Strand, dass auch die ersten Häuser erreicht werden. - Nicht mit gewaltigen Wellen, sondern das Wasser ist einfach da. - Begründungen für dieses Phänomen habe ich gleich mehrere gehört, wobei außer Frage steht, dass Anfang September die Flut immer besonders hoch ist. - Allerdings konnte mir keiner schlüssig erklären warum das so ist, denn eine Springflut ist das nicht, denn die wirkt nicht über Tage hinweg. - Nun kommen aber diese großen Tidehübe noch mit Dünung zusammen, und das ist dann für sehr tief gelegene Orte schon ein Problem. - Die Dünung soll, nach einer Darstellung von einem dicken Tief über dem Südatlantik kommen, obwohl ich jetzt keines dort entdecken kann, und aus andere Quelle wird berichtet, das ist die Dünung, welche vom Hurrikan "Irene" nun über den Atlantik bis zu uns auf die Kanaren angelaufen kommt. - Welche Version nun stimmt, suchen Sie sich eine aus, oder stellen Sie eine eigene Theorie auf…



Mittwoch 31.08.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0,5 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1017 hPa

Brüssel auf Stippvisite
12 Europaabgeordnete kommen zum Bananenbiegen

Die allermeisten Europaabgeordneten aus Brüssel oder Straßburg wissen sicher nicht einmal, dass es unser Inselchen überhaupt gibt. - Aber das geht vielen Menschen so, und vielleicht ist das auch gut, sonst käme unter Umständen sogar noch der olle Gaddafi auf die Idee, sich hier zu verstecken. - Die wackeren Damen und Herren aus Brüssel kommen aber nicht um sich zu verstecken, sondern auf Einladung des kanarischen Europaabgeordneten Gabriel Matos, welcher nun diesen 12 Experten für Landwirtschaft die aktuelle und reelle Situation auf der Insel erklären will. - Hintergrund dieser Aktion sind die laufenden Gespräche in Brüssel über die Zukunft der "Sondermaßnahmen zugunsten der Regionen in äußerster Randlage", welche allgemein unter der Bezeichnung "POSEI" mehr oder weniger bekannt sind. - Für die kommenden Jahre sind die Zuwendungen noch festgeschrieben, die Kanaren bekommen jährlich 268 Millionen Euro, aber heute bereits verhandelt man die mittelfristige Entwicklung dieser Zuschüsse, oder wie es genauer eben heißt, Sondermaßnahmen. - Neben den Kanaren erhalten auch noch die Azoren und Madeira diese Hilfen, sowie die französischen Überseegebiete. - Da es sich aber eben um Sondermaßnahmen handelt, müssen Spanien, Frankreich und Portugal immer wieder überzeugend belegen, dass diese Hilfen auch notwendig sind, denn aus Jux, Tollerei, oder einfach nur, weil wir so nett lächeln können, laufen diese Fonds nicht weiter. - Warum wir überhaupt diese Sonderzahlungen erhalten, das erklären wir eben damit, dass die Insellagen und die weite Entfernung zum europäischen Kontinent unseren Handel mit landwirtschaftlichen Produkten gewaltig erschwert. - Sicher, die Transportkosten alleine schon, und zusätzlich noch die lange Dauer der Frachtwege erschweren unsere Exporte an landwirtschaftlichen Produkten, so dass pfiffige Franzosen, Portugiesen und Spanier daraus eine Bringschuld der Europäischen Union uns gegenüber gebastelt haben. - Allerdings ist es eben nicht klar, ob man sich diese Luxus weiter leisten kann oder will, und dazu müssen wir alle paar Jahre erneut die Kommissionen in Brüssel oder Straßburg von der Notwendigkeit dieser Zahlungen überzeugen. - Das soll also heute hier bei uns auf La Palma geschehen, und so werden die Europaabgeordneten auch ein fein geschnürtes Besuchspäckchen zu durchlaufen haben, bevor sie ihren gut bezahlten Betriebsausflug nach La Palma in einem Hotel mit einem leckeren Abendessen beschließen können. - Aber auch Händeschütteln ist angesagt, viele politische Autori- und Raritäten werden den wackeren Euro-Jungs und Mädels vorgestellt und ich wäre mal wirklich daran interessiert, wie viele dieser Namen sich die Abgeordneten am nächsten Tag überhaupt noch merken können. - Aber Gabriel Matos ist überzeugt davon, dass dieser Besuch die Entscheidungsträger über die "POSEI" Maßnahmen wohl positiv in unserem Sinn beeinflussen können, und dann wollen wir auch brav und zuvorkommend sein, schließlich geht es um die gute Laune unserer wackern Landmänner. - Sollten Sie heute also eine adrett bis armanihaft bekleidete Gruppe äußerst interessiert wirkende Alphamenschen über die Insel lustwandeln sehen, umgeben und umgarnt von freudig devoten Endempolitikern, dann nicken Sie bitte freundlich und tun so, als hätten Sie lange nichts mehr gegessen und könnten dringend Hilfe gebrauchen. - Vielleicht bringt es ja was…



Dienstag 30.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,5 Grad

El Hierrokiri
Sozialisten zwischen Mut und Wahnsinn

Das Unmögliche dennoch versuchen, das kann wohl als mutig oder wahnsinnig bezeichnet werden, allerdings verdienen die sozialistischen Abgeordneten im Cabildo von El Hierro bereits jetzt unseren Respekt. - Da ich nicht weiß, was Sie wissen, muss ich wieder mal ein bisschen ausholen, und wer lieber "Yellow-press" oder Börsenkurse liest, der kann sich die folgenden Zeilen gleich sparen, denn es geht um Politik. - Vor, nach und während der Kommunalwahlen im Mai war für die breite sozialistische Basis hier auf den Kanaren klar, dass man auf jeden Fall verhindern muss, dass die Coalición Canaria weiter selbstherrlich und nach Gutsherrenart unsere Inseln in den Abgrund treiben kann. - Als einzige Alternative dazu bieten sich Koalitionen mit der Partido Popular an, denn absolute Mehrheiten der Sozialisten auf den Kanaren sind nur noch in einigen Gemeinden möglich, nachdem die Dinge in Madrid nicht mehr so wunderbar laufen und der Spitzenkandidat für die PSOE hier auf den Kanaren nun wirklich auch kein Wunschkandidat ist. - In vielen Gemeinden, besonders hier auf La Palma ist das auch geglückt, aus 12 von 14 "municipios" hat man die Coalición Canaria vertreiben können, und das eben mit Koalitionen aus PSOE und Partido Popular. - Allerdings gibt es im Gobierno de Canarias eine Koalition aus PSOE und Coalición Canaria, und der Chef der Sozialisten der Kanarischen Inseln hat es den Gemeinden wie auch den Cabildos untersagt, Verbindungen mit der Partido Popular einzugehen. - In vielen Fällen nahm man es nicht wichtig, dass die Basis sich über diese Weisung hinweggesetzt hat, aber in den Cabildos besteht man darauf, denn sonst macht der Koalitionspartner der Coalición Canaria nicht mehr mit. - "Gibt's du mir nicht das Cabildo von La Palma und El Hierro, dann steht unsere Vereinbarung nicht mehr, und die hast keinen Posten!" - So läuft der Hase, und bislang haben sich die sozialistischen Abgeordneten in El Hierro und La Palma auch daran gehalten, und die Coalición Canaria in beiden Cabildos in Minderheit regieren lassen. - Mutlos also unsere Genossen, Angst davor, den eigenen Posten zu verlieren und aus der Partei geschmissen zu werden. - Das ist der Vorwurf der Basis, aber ganz so einfach und plakativ ist das gar nicht, abgesehen davon, dass einige der Gewählten auch noch vorhatten, weiter Karriere in der Partei zu machen, was dann sicher nicht mehr möglich wäre.

In den Gemeinden ist das einfach, da wird der Bürgermeister von der Mehrheit der Räte bestimmt, und wenn sich vorher 2 Parteien einig sind, dann kann jede einfache Mehrheit überstimmt werden. - In den Cabildos ist das aber nicht so einfach, denn dort wird der Präsident eingesetzt und das ist immer der Spitzenkandidat der Gruppierung, welche die meisten Stimmen erreicht hat. - Trotz nur einfacher Mehrheit stellt die Coalición Canaria sowohl auf El Hierro, wie auch auf La Palma die Inselregierung, und wenn man das ändern will, dann muss man das über einen Misstrauensantrag machen. - Wenn sich die oppositionellen Gruppierungen einig sind, dann ist das kein Akt, und eigentlich ist man sich ja auch einig, aber die Chefetage der PSOE ist komplett dagegen, weil dann die landesweite Koalition mit der CC scheitern könnte. - In den Gemeinden wäre das auch wieder einfach, dann lässt man sich einfach aus der Partei ausschließen, behält aber trotzdem sein Mandat, und kann dann als parteilos, bei uns "grupo mixto" weiter als Gemeinderat oder Bürgermeister tätig sein. - In den Cabildos ist das nicht so, da verliert man sein aktives Stimmrecht, wenn man nicht mehr der Partei angehört, welche einem den Posten verschafft hat. - Beantragt man also ein Misstrauensvotum, und das muss ja öffentlich geschehen, dann kann die Partei einen ausschließen und man verliert dann sein Stimmrecht. - Dann kommt es zwar dennoch zur Abstimmung, die Stimmen der nicht mehr der Partei zugehörigen Räte werden aber nicht gezählt, und schon scheitert dieser Antrag. - In El Hierro geschieht nun gerade dieser Akt, die Spitzen der beiden oppositionellen Gruppen der PP und der PSOE haben heute eine "moción de censura" gegen die Inselpräsidentin Belén Allende beantragt, worauf die Chefetage der PSOE sofort darauf reagiert, und die Ausschlussverfahren gegen die gewählten Räte der eigenen Partei im Cabildo von El Hierro eingeleitet hat. - Da ich annehmen darf, dass die Genossen dort auf El Hierro wussten, was ihnen blüht, muss man eben von einem "Hierrokiri" sprechen, angesetzt irgendwo zwischen Mut und Wahnsinn. - Auf der anderen Seite ist das ein klares Signal für die sozialistische Parteiführung, dass man an der Basis mit der Entscheidung pro Coalición Canaria so gar nicht einverstanden ist. - Darüber hinaus ist ja der taktische Hauptgrund für die Verbindung mit der CC für die PSOE hier auf den Kanaren nicht mehr gegeben, denn durch die vorgezogenen Neuwahlen in Madrid ist die ausgehandelte Unterstützung Zapateros durch die beiden Abgeordneten der Coalición Canaria gar nicht mehr nötig. - Vielleicht gibt es ja doch noch ein Wunder, und die Räte dort im Cabildo von El Hierro werden doch nicht aus der Partei geschmissen, aber im Moment glaubt noch keiner daran.



Dienstag 30.08.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 67 % - Luftdruck 1017 hPa

Kompetenzgerangel in der touristischen Werbung
Inselregierung kündigt Zusammenarbeit mit der CIT-Tedote

In der augenblicklich äußerst komplizierten Situation, in welcher sich die touristische Entwicklung dieser Insel befindet, sollte man eigentlich hoffen und annehmen, das alle produktiven Kräfte gemeinsam an der touristischen Werbung für diese Insel arbeiten. - So kommt es vielleicht nicht ganz überraschend, aber dennoch unerwartet, dass die Inselregierung, hier im Namen des "Patronato de Turismo" den seit 2009 bestehenden Kollaborationsvertrag mit dem privat organisierten "CIT-Tedote" (Centro de Initiativas Turísticas Tedote) einseitig aufgekündigt wird. - Als offizielle Erklärung gibt Julio Cabrera, seit Juni dieses Jahres neuer Rat für Tourismus der Insel La Palma, finanzielle Gründe an, die augenblickliche Situation lasse keine andere Wahl, als diese Zusammenarbeit sofort zu beenden. - Dabei hat das "CIT-Tedote" sehr effektive Arbeit abgeliefert, und darf ruhig als fast einziger Ideengeber für touristische Werbeaktionen gelten, welche in den letzten Jahren für die Insel gestartet wurden. - Auch war dieser Zusammenschluss von etwa 100 Mitgliedern, sämtlich aus der touristischen Branche federführend dabei, in Deutschland eine Werbefiliale aufzubauen, welche von der Tourismusexpertin Andrea Langmann geführt wird. - Finanziert wird diese "Außenstelle des Patronato" allerdings von der Inselregierung, und wie es den Anschein hat, will man die Zusammenarbeit nun direkt mit Frau Langmann führen, und nicht über den Umweg des "CIT-Tedote". - Das ist aber nur ein möglicher Grund neben den finanziellen Aufwendungen, welche seitens der Inselregierung in die gemeinsamen Anstrengungen mit dem "CIT-Tedote" geflossen sind, insgesamt muss es deutliche Unstimmigkeiten zwischen dem Fremdenverkehrsamt, also dem Patronato de Turismo" und dem CIT-Tedote gegeben haben, welche allerdings in der Öffentlichkeit nicht diskutiert werden. - So müssen, oder besser sollten wir darüber auch nicht spekulieren, allerdings darf noch erwähnt werden, dass beide Institutionen, neue Chefs bekommen haben. - In der Consejería de Turismo ersetzt seit Juni Julio Cabrera die nicht mehr angetretene Beatrix Paez als politisch verantwortliche Instanz und eben auch als Geldgeber des Fremdenverkehrsamtes, und beim CIT-Tedote löste Alfredo Capote, der auch Direktor des Hotel Sol in Puerto de Naos ist, den charismatischen Óscar León ab. - Ob diese neuen Köpfe nun mitverantwortlich für das Zerwürfnis sind, das entzieht sich meiner Kenntnis.

Für das "CIT-Tedote" bedeutet nun aber die Trennung vom Patronato de Turismo auch den Verlust großen Einflusses auf die Steuerung der touristischen Werbung für diese Insel und schneidet somit die Geschäftsleute von Entscheidungsgremien ab. - Ob das eine gute Idee ist, das möchte ich auf jeden Fall bezweifeln, denn die Realität im touristischen Alltag der Insel die kennen wohl genau die Geschäftsleute besser als die politischen Instanzen. - Natürlich muss man das "CIT-Tedote" auch als Lobbyistenverein sehen, ohne Frage, allerdings profitieren ja mit dem Erfolg dieser Aktionen nicht nur die dem Verein angeschlossenen Geschäftsleute, sondern der gesamte touristische Sektor. - Seitens des "CIT-Tedote" hat es bislang noch keine offizielle Reaktion auf den "Rausschmiss" gegeben, allerdings wird man sich sicher die kommenden Tage dazu in der Öffentlichkeit äußern müssen. - Die Inselregierung bleibt bei der Version der fehlenden finanzielle Mittel für die Tourismuswerbung und ob wir jemals komplett erfahren, warum man in einer so heiklen Situation eine doch funktionierende Zusammenarbeit beendet hat.



Montag 29.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 25,0 Grad - niedrigste Temperatur 19,3 Grad

Tieferlegen
San Martín in El Paso beendet erste Tuning-Etappe

Tieferlegen kann man nicht nur in Stuttgart und weil wir keinen Bahnhof haben, muss es bei uns eben ein Supermarkt tun. - Das ganze Wochenende über haben die Angestellten der Supermarktkette San Martín daran gearbeitet, die gesamte Lebensmittelabteilung nun in das Tiefgeschoss zu verlegen. - Oben befinden sich aber weiterhin der Eingang und der Kassenbereich, von wo man aus nun über zwei bequeme Rolltreppen die untere Etage erreicht. - Dazu musste man extra neue Einkaufswagen anschaffen, die sich mit den Rädern in die Rolltreppe einhaken können, mit den alten Wägen wäre das nicht gegangen. - Unten ist alles komplett neu gemacht, hell ausgeleuchtet, die Befürchtung also, man käme dort in ein "dunkles Loch" ist schon mal vom Tisch. - Alle Kühlregale sind neu, auch die Bedienungstheken von Fleisch/Wurst und auch Fisch, und die Milchprodukte sind nun hinter einem sehr modern und mondän wirkenden Glasschrank unter besserer Kühlung als vorher. - Allerdings muss man nun für jedes Produkt eine Tür öffnen, was unter Umständen ein bisschen kaufhemmend sein könnte. - Mehr Platz ist nun entstanden für den "Food-Bereich", denn auch die Seifen- und Küchenartikel, sowie Dekorationsrat, welche bislang auch bei den Lebensmitteln waren, bleiben oben in der noch zu entstehenden Heimwerkerabteilung. - Die Gänge sind nun auch etwas bequemer zu begehen, breiter sind sie geworden, man fährt sich mit seinem Streitwagen also nicht mehr so oft in die Hacken. - Das Angebot an Waren ist noch gleich geblieben, aber da will man auch in den kommenden Wochen daran basteln, man hat ja nun auch deutlich mehr Regalfläche zur Verfügung. - Bislang sind nur bei den Selbstbedienungstheken von Wurst und Käse neue Artikel dabei, die anderen Waren hat man aufgrund der Umbauarbeiten noch nicht bestellt, weil man keinen Platz gehabt hätte, die Waren zu lagern. - Wir warten also noch auf das größere Angebot, von dem wir hoffen, dass es breiter wird in Qualität und nicht nur auf Eigenmarken setzt. - Die Brotabteilung ist auch oben geblieben, nun im Eingangsbereich, so dass man sich die Brote und den Kuchen jetzt auch ohne in den Laden zu gehen, besorgen kann. - Die Cafetería ist auch völlig neu gestaltet, mit mehr Tischen und ob es dann zukünftig auch wieder Tische außen geben wird, das habe ich noch nicht herausbekommen.

Die Umbauarbeiten gehen aber weiter, es ist somit nur der erste Teilabschnitt der Renovierung des großen Supermarktes, denn man muss ja nun noch die Heimwerkerabteilung nach oben schaffen und dann auch noch den kompletten Fußboden der oberen Etage erneuern. - Auch auf dem Dachparkplatz bleibt noch reichlich Arbeit übrig, man will dort ein Dach über der Garage anbringen, einmal zum Schutz der dort parkenden Fahrzeuge, aber eben auch, um die Probleme mit der Undichtigkeit des Daches auf diese Art und Weise endgültig zu beheben. - Das war auch lästig geworden, trotz vieler Versuche das große Parkdeck dicht zu bekommen, sah der Supermarkt an winterlichen Regentagen oft wie ein Verkaufsstand für Wassereimer aus. - Zum Schluss wird dann die Fassade noch neu gestaltet, man muss natürlich auch von außen endlich ein neues Bild bringen. - Wirklich schön wird man dieses ehemalige Industriegebäude niemals bekommen, aber alleine neue Farbe und weniger Risse im Putz, das wirkt dann schon gleich viel lockender. - Die Angestellten sind froh und gar ein bisschen stolz über ihren neuen Arbeitsplatz, schließlich haben die auch die Bauphase über sehr viel Lärm und Unbequemlichkeiten erfahren müssen, und dafür will man dann aber auch ein Ergebnis sehen und haben. - Ob alle diese Maßnahmen ausreichen, sich für zukünftige Aufgaben und eben besonders Konkurrenten gut aufzustellen, das wird man abwarten müssen. - Aber seitens des San Martíns gibt man sich bemerkenswert große Mühe, attraktiver für den Verbraucher zu werden. - Der erste Schritt dazu kann wohl als gelungen bewertet werden und wenn wirklich nun das Angebot auch breiter wird, dann haben wir auch mehr davon als nur neue Maschinen und einen neuen Anstrich.



Montag 29.08.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1017 hPa

Los Tarajales und kein Ende in Sicht
Das Gericht in Los Llanos bleibt am Ball

Auf der Suche nach der Wahrheit sind viele. - Die Wahrheit um die Vorgänge, wie es denn zu einer Baugenehmigung seitens der Gemeinde Tazacorte und der obersten Baukommission auf Tenerife kommen konnte, zugunsten des Betreibers des Gebäudes "Los Tarajales" in Puerto de Tazacorte, die ist längst noch nicht offenkundig. - Kurz und knapp die Vorgeschichte. - Dem Bauherren wurde die Baugenehmigung erteilt, obwohl ein Urteil des Tribunal Superior de Justicia de Canarias diktiert hatte, dass der betroffene Baugrund auf welchem das Gebäude errichtet werden sollte innerhalb der von der Küstenbehörde beanspruchten Schutzzone liegt. - Gemeinde und die "COTMAC" (Comisión de Ordenación del Territorio y Medio Ambiente) hatten auf den Plänen das besagte Grundstück als urbane Zone und damit bebaubar ausgewiesen. - Das hätte man aber nicht tun dürfen, da der Gerichtsentscheid bereits gegenteiliges definiert. - Das Gebäude wurde aber dennoch errichtet, mit Genehmigungen, aber eben auf einem Grundstück, welches nun über viele weitere Instanzen und schließlich auch dem Spruch des obersten spanischen Gerichtshofes deutlich als nicht bebaubar betitelt wurde. - Um diese Entscheidung kommt nun keiner mehr herum, das Gericht in Los Llanos will nun aber wissen, wie es denn dann zu diesen Baugenehmigungen gekommen sein kann. - Seit fast drei Jahren nun ermittelt das Gericht in Los Llanos gegen 32 Personen, die meisten davon hohe Funktionäre und Politiker, welche Mitglieder der Raumordnungskommission "COTMAC" in den Jahren 1999 bis 2005 waren, und einige Mitglieder des alten Stadtrates der Gemeinde Tazacorte. - Es gibt also noch keine Angeklagten, sondern lediglich Beschuldigte, und ob es zu einer Anklage mit folgender Gerichtsverhandlung überhaupt kommt, das ist noch nicht klar. - Mikel Chacón, rühriger Journalist hier auf der Insel, wenn auch ein bisschen mit politischer Schlagseite beladen, sieht aber nun Anzeichen dafür, dass es noch in diesem Herbst zu einer Anklage gegen die allermeisten der heutigen Beschuldigten kommen könnte.

Das Gericht selbst wird sich nicht zwischendurch dazu äußern, so sind wir auf den guten Riecher und die informellen Kanäle des Mikel Chacón angewiesen, die haben sich allerdings in den letzten Jahren meist als sehr qualifiziert erwiesen. - Wie es scheint, schließt man in Los Llanos die Ermittlungen nun ab, nachdem es bereits über 300 Befragungen gab und die Gerichtsakten in dem Fall inzwischen 20.000 Seiten dick sind. - Viele hatten diese Ermittlungen bereits scheitern sehen, das kleine Gericht hier in Los Llanos legt sich mit "Hohen Tieren" der Politik und Verwaltung auf Tenerife an, das kann nicht gut gehen unkte man, und in der Tat ist es für die lokale Gerichtsbarkeit ein nicht alltäglicher Vorgang. - Erschwert wurden diese Ermittlungen auch dadurch, dass andauernd die Anwälte der Beschuldigten Eingaben machten, dann zwischendurch auch die erste Richterin in Los Llanos abgelöst wurde, und die neue Richterin sich erst in den Fall einarbeiten muss. - Auch da dachte man wieder, das war es nun, letztendlich liegt es ja auch am Eifer der Gerichtes, ob man solche Dinge nun wirklich durchzieht oder lieber gleich anderen Instanzen überträt, oder eben gleich fallen lässt. - In diesem Fall allerdings will sich die lokale Gerichtsbarkeit wohl nicht als Papiertiger belächeln lassen, und zunehmend werden einige der Beschuldigten und ihre Anwälte nervös. - Sollten die Informationen Mikel Chacóns richtig sein, dann könnte der Prozess noch in diesem Jahr eröffnet werden und dann wird man Sondermaschinen einsetzen müssen, um die heute noch als "Beschuldigte" bezeichneten Beamten und Politiker, dann als "Angeklagte" alle in das Gerichtsgebäude nach Los Llanos zu bekommen. - Das Gericht in Los Llanos will allerdings auch nicht klären, was denn nun mit dem schmucken Apartmenthaus in allerfeinster Strandlage zu geschehen hat, in Los Llanos will man wissen, ob es bei der Vergabe der Lizenzen kriminelle Aktionen gegeben hat. - So ganz wage ich immer noch nicht zu glauben, dass solch ein gewaltiger Prozess hier in Los Llanos befriedigend durchgeführt werden kann, aber wie es aussieht, ist man dazu bereit.



Sonntag 28.08.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 18,0 Grad

Fuente Santa und La Laguna de Barlovento
Gut Ding will Ewigkeit haben

Ein sonntäglicher Ausflug durch unsere dünne Presselandschaft sorgt dann doch noch für mein Interesse an einem Interview. - Mercedes Rodríguez wird dort befragt, sie ist Leiterin des "Consejo Insular de Aguas", was man auch als Wasseramt betiteln könnte. - Die Aufgaben dieses Wasseramtes gehen aber weiter als sich "nur" um die Trinkwasserversorgung zu kümmern, denn hier auf La Palma wird 95% des Wassers welches wir handhaben in der Landwirtschaft verwendet. - Mit Trinkwasser hat das "Consejo Insular de Aguas" sogar am wenigsten zu tun, denn viele Bewohner haben Privatwasser oder zapfen die öffentlichen Gemeindeleitungen an, da ist also alles geregelt. - So geht es fast ausschließlich um Wasser für die Bananen und besonders eben die Wasserverteilung hier auf der Insel, welche ja durch die einseitigen meteorologischen Bedingungen meist von Nord und Ost nach West und Süd geschieht. - Die Ost und die Nordseite hat viel mehr Wasser, der Westen weniger, der Süden gleich überhaupt nichts. - Dabei hat man hier auf der Insel in den vergangenen 20 Jahren ernorme Anstrengungen unternommen, und war dabei auch zum großen Teil erfolgreich. - Ein verzweigtes Leitungssystem mit diversen Stau- und Speicherbecken sorgt dafür, dass wir die letzten Sommer immer ohne Probleme in der Landwirtschaft überstanden haben, die letzte kritische Situation war der Winter 2003, danach gab es keine Gefahrensituation mehr für die Landwirtschaft wegen Wassermangels. - Gewichtiger Teil dieser Wasserversorgung auch über die Sommermonate hin, oder eben den Herbst und Winter, wenn mal wieder bis Januar oder Februar kaum Regen fällt, ist das größte Speicherbecken der Kanarischen Inseln, die "La Laguna de Barlovento". (6.500.000 Millionen "pipas" Fassungsvermögen und eine "pipa" das sind 480 Liter) - Wie wir aber wissen, steht dieses Reservoir nicht bereit, denn es gab eine gewaltige Havarie dieses Frühjahr in dem Becken, und man muss zuerst aufwendige Reparaturen daran durchführen, bis diese Infrastruktur wieder ans Netz gehen kann. - Wann das wieder sein wird, das haben wir bislang nicht wirklich erfahren, manche Kreise aus der Inselregierung meinten, bis 2013 wäre alles geregelt, doch diejenige, die es besser wissen sollte, die lässt sich nun endlich am Schluss des Interviews dazu erweichen, die Jahreszahl 2015 auszuspucken, dann allerdings noch mit dem Zusatz, wenn sie sehr optimistisch denkt.

Au Backe, noch vier oder fünf Jahre ohne diese enorme Menge an Wasserreserve, das hören wir gar nicht gerne und auch nicht, dass das Haupthindernis nicht unbedingt das Geld ist, sondern reine Bürokratie. - Dann haben wir aber etwas falsch gemacht im Basteln an unserer öffentlichen Verwaltung, wenn solch dringende Tätigkeiten jahrelang auf Tischen oder gar unter Tischen hin und her geschoben werden, anstatt angepackt. - Im gleichen Interview kommt der Fragensteller dann auch noch auf die "Heilige Quelle" zu sprechen, denn auch hier steuert das "Consejo Insular de Aguas" irgendetwas bei, auch wenn wir nicht genau wissen, was denn eigentlich. - Seit Jahren nun liegt diese außerordentliche touristische Ressource ungenutzt dort im Süden der Insel herum, und mehrere Institutionen können sich einfach nicht einig werden, wie man denn diesen Schatz mit Thermalwasser und einer hervorragenden und werbewirksam zu verkaufenden Geschichte geschehen soll. - Die Gemeinde von Fuencaliente, die Inselregierung, der Wasserrat und auch noch die Küstenbehörde haben da alle etwas mitzubestimmen, und auf alles was man sich bislang einigen konnte ist, dass man die Quelle für Besucher zugänglich machen will. - Von einem echten Badebetrieb, mit Kursaal, oder wie man das heute schicker nennt, Wellness-Anlagen, davon sind wir noch meilenweit entfernt, obwohl es private Investoren gibt, welche sehr daran interessiert wären. - Aber mit wem sollen die denn verhandeln, wenn man diese vier öffentlichen Institutionen schon nicht unter einen Hut bekommt und wie man Investoren nachhaltig vergrault, das haben wir an anderer hervorragender Stelle schon mehrfach bewiesen. - Nicht, dass es immer nur zum Schaden der Insel gewesen wäre, wenn man dieses oder jenes Produkt einfach auch mal sein lässt, aber aus eigenen Mitteln schaffen wir keine wirklichen Verbesserungen unserer touristischen Infrastruktur. - Bürokratie selbst auf der kleinsten Insel, lernen von Deutschland sollte anders aussehen.



Sonntag 28.08.2011 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 67 % - Luftdruck 1018 hPa

Frauen an die Macht
Nur La Palma hat das verstanden

Auf den Kanarischen Inseln gibt es insgesamt 88 Gemeinden, 70 zu viele wie einige Zeitgenossen meinen, aber das soll heute nicht das Thema sein, sondern wie viele Frauen sich dort in den Gemeinderäten als Bürgermeisterinnen behaupten können. - Dünn ist die Quote der Frauen, welche das höchste Amt in den Gemeinden bekleiden, lediglich 15 Bürgermeisterinnen haben wir hier auf unseren Inseln, das ist kein Beispiel für eine moderne Gesellschaft, in welcher es selbstverständlich eine deutlich bessere Durchmischung der Geschlechter in Ämtern und eben auch Führungspositionen geben sollte. - Ganz mies sieht es aus in der Provinz Gran Canaria, drei Inseln, 34 Gemeinden, und lediglich in 5 Gemeinden steht eine Frau an der Spitze des Gemeinderates. - Die anderen 10 Bürgermeisterinnen bleiben also für die Provinz Tenerife übrig, allerdings aufgeteilt unter 54 Gemeinden, so dass wir auch auf den westlichen vier Inseln nicht mal die 20% Marke Frauenanteil in politischen Führungspositionen erreichen. - Lediglich hier bei uns auf La Palma gibt es so was wie ein bisschen Lichtblick in der düsteren Männerwelt der Lokalpolitik, immerhin 5 unserer 14 Gemeinden haben eine Frau als Gemeindevorstand. - Das ist immer noch nicht die angestrebte Hälfte an Würden-, oder manchmal besser Bürdenträger, weil Lokalpolitik ohne Geld kein Spaß mehr macht, aber wenn man einen Trick anwendet, dann erreichen wir eine 50% Quote hier auf La Palma wohl. - Zählt man die Bewohner aller Gemeinden mit einer Bürgermeisterin zusammen, dann ergibt das wohl die Hälfte aller Einwohner der Insel, und schon können wir uns das klebrige Band der Männerdomäne Politik vom Leib reißen. - Noch dazu haben wir ja auch eine Inselpräsidentin, was auch nicht alltäglich ist, also aus diesem Blickwinkel heraus darf La Palma wohl als positives Beispiel gelten. - Auch die Tatsache, dass keine der gewählten Bürgermeisterinnen eine so genannt "Quotenfrau" ist darf noch erwähnt werden, es war halt einfach kein Kerl da in den 5 Gemeinden, dem man zugetraut hätte, die Dinge besser machen zu können.

In Mazo regiert Nieves Barreto von der Coalición Canaria, welche unumstrittene Nachfolgerin ihres Parteikollegen Francisco Javier González, Fanfi genannt, ist. - Eine resolute Dame mit eisernem Auftreten, der man aber die bereits vorhandene politische Erfahrung gar nicht ansieht. - In Barlovento hat Vanessa Rodríguez von der POSE das Zepter dem Lazaro Brito (CC) abgenommen, und hier muss man sagen, das war eine komplette Protestwahl, weil Vanessa auch bereits vom äußerlichen her den "Wandel" in der Gemeinde repräsentiert. - Allerdings ist Vanessa sehr jung und sehr unerfahren auf den glitschigen Pfaden der Lokalpolitik, aber sie ist mit so viel Schwung und positiv naiver Energie an ihre Aufgaben gegangen, dass ihr angenehmes Auftreten viele Bedenken einfach wegnimmt. - In Los Llanos, und das ist die eigentliche Überraschung und der große Klopper hier auf der Insel, ist Noelia García von der Partido Popular zur Bürgermeisterin erhoben worden. - Allerdings nur mit Hilfe der nicht unproblematischen Koalition mit der PSOE, denn der "Alte" Juan Ramón Marín (CC) hätte es fast wieder geschafft, die schwindelerregend auffällige Klientelpolitik seiner Gruppierung im kreuzkonservativen Los Llanos weiter anzuschieben. - Aber Noelia wird es schwer haben die anstehenden Aufgaben zu erfüllen, nicht nur das Gerangel um das Asphaltwerk könnte ihr das Genick brechen. - Von allen Bürgermeisterinnen auf La Palma, hat Noelia den schwersten Stand und wird äußerst geschickt regieren müssen, wenn sie die Amtszeit überstehen will. - Klare Sache dagegen in Tazacorte, die knallharte wie verwirrend gut aussehende Carmen Acosta war die einzige Option in Tazacorte die über 20 Jahre anhaltende Alleinregierung der Unión Bagañete/Coalición Canaria zu beenden, was zugleich ein wirklicher Befreiungsschlag für den Ort war. - Zwar zog das alte System der UB/CC aus Einschüchterung und Vorteilgabe noch im Wahlkampf, aber einmal vom Futtertrog und Machtposition verdrängt, wird Carmen Acosta leichtes Spiel haben eine bessere Bürgermeisterin zu sein als ihr Vorgänger Ángel Pablo Rodríguez. - Carmen Acosta wird auch durchaus als Kandidatin der PSOE für spätere größere Ämter gehandelt, man hat ihr Vermögen Menschen angenehm zu begeistern, wie zu führen schon anderswo auch erkannt. - Last but never least unser geliebtes El Paso, welches mit Dolores Padilla, eigentlich aber immer nur Loly genannten ersten Dame wieder zurück in friedliche Fahrwasser gelangt ist. - Die große Herzensdame, die Sympathiewerte aufweisen kann wie keine andere, vielleicht gerade weil sie keine genormte Parteipolitikerin ist, welche mit großen Gesten und Auftritten ihren Führungsanspruch zementiert, sondern mit Bürgernähe, Einfühlungsvermögen und einer erstaunlichen Auffassungsgabe von Situationen trefflichen Eindruck hinterlässt. - Eine von uns eben, der man auch immer anmerken kann, dass sie ihre Aufgabe sehr ernst nimmt. - Glück gehabt mit unseren Frauen auf La Palma kann man da nur sagen und wenn die nun auch alle in den kommenden Jahren beweisen können, dass Frauen die besseren Politiker sind, dann ist das doch vielleicht Ansporn für andere Frauen auch, sich nicht nur politisch zu engagieren, sondern auch die Spitzenpositionen einzufordern.



Samstag 27.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 71 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 22,5 Grad - niedrigste Temperatur 19,5 Grad

300 Rindviecher und Paella für 1.500 Mann
Viehmarkt in El Paso

Einen Viehmarkt, also eine "Feria de Ganado" gibt es jedes Jahr oberhalb El Pasos am "Cruz de Canales", allerdings fand dieses Jahr auch gleichzeitig die inselweite Leistungsschau der Rasserinderzüchter statt, welche unsere sonst stattfindende "Feria" nun ersetzt hat. - Das heißt, es kommen Züchter der endemischen Rasse "Raza palmera" aus allen Gemeinden der Insel nach El Paso, es kann also eng werden unter den großen Zelten dort oben bei den Eukalyptusbäumen. - Es kamen auch fast 60 Landwirte mit ihren Tieren, so dass man am Schluss über 300 Rindviecher dort zählen und bestaunen konnte. - Schlauerweise hatte man im Vorfeld bereits beschlossen, die sonst auch an der "Feria" in El Paso teilnehmenden Ziegen, Schafe und Hunde nicht einzuladen, es wäre einfach kein Platz mehr gewesen für weitere Tiere. - Das mag manchem Leid getan haben, aber man kann eben nicht immer alles haben und organisatorisch hätte man das wohl auch nicht auf die Reihe gebracht. - Über 300 Rinder ankarren, alleine das ist schon eine gewaltige Leistung, auf vielen kleinen LKW, aber auch auf langen Sattelschleppern wurden die Tiere angefahren, und schließlich von den Landwirten und Helfern auf ihre Stellplätze verteilt. - Was bringt nun die Landwirte dazu, solche Kosten und Mühen auf sich zu nehmen, bloß damit ihre Tiere einen Tag lang in El Paso von allen betrachtet zu werden? - Einmal gibt es einen Transportkostenzuschuss, der je nach Entfernung der Höfe bezahlt wird, und dann gibt es auch noch eine "Kopfprämie", also für jedes ausgestellte Tier bezahlt die Gemeinde den Landwirten eine Zuwendung. - Das ist es aber nicht alleine, denn diese Landwirte, welche sich darum bemühen, die heimische Rasse dieser Rinder weiterhin zu züchten, die sind auch extrem traditionsbewusst und zeigen gerne die Erfolge ihrer Zuchtarbeiten. - Dabei gelten die Kühe der "Raza palmera" als nicht gerade Hochleistungskühe bei der Milchleistung, und auch legen sie langsamer Gewicht zu, als andere moderne Rassen, so dass sich ein streng kalkulierender Landwirt schon fragen muss, warum züchtet man weiter solche Rassen, wenn es andere mit höheren Erträgen gibt. - Einmal ist es eben die Tradition, die man hier gerne und auch stolz verteidigt, auf der anderen Seite sind die Kühe und Bullen der "Raza palmera" deutlich genügsamer beim Futter und gelten auch als viel robuster und weniger krankheitsanfällig, als moderne Hochleistungsrinder aus der Retortenzucht. - Das muss jeder für sich abwägen, und vor 20 Jahren hat man auf der Insel schon geunkt, die "Raza palmera" würde aussterben, aber viele Landwirte sind dieser Rasse treu geblieben, oder halten sich ein paar Exemplare davon aus Lust und Laune an Traditionen. - Was auch noch beachtenswert ist, die Rinder der "Raza palmera" sind äußerst ruhig und friedfertig, für den Stierkampf würden diese Tiere auf keinen Fall taugen, aber eben für die Feldarbeit. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da zogen hier auf La Palma Maultiere oder eben diese Rinder den Pflug, und wurden vor den Karren gespannt wenn es schwere Lasten zu bewegen gab.

Woher die "Raza palmera" kommt, das weiß man heute inzwischen auch genau, galizische Bauern aus der Küstenregion der "Rias Gallegas" brachten Exemplare ihrer Arbeitsrinder mit nach La Palma, noch ziemlich am Anfang der spanischen Besetzung der Insel, und über ein paar Einkreuzungen entstand schließlich diese inzwischen auch offiziell anerkannte Rasse der "Raza palmera". - Hellbraun, manchmal sogar fast cremefarben kommen diese Rinder daher und die Kühe neigen immer ein bisschen dazu knochig auszusehen, auch wenn sie gut im Futter stehen. - Die Bullen sind runder und viel wuchtiger und fabelhafte Zugtiere, was man immer wieder gern bei den Wettbewerben im "arrastre de ganado" beweist, wo man den armen Viechern tonnenschwere Gewichte auf einen Schlitten lädt, und die dann im Bullengalopp eine bestimmte Wegstrecke damit bewältigen müssen. - Auch die Kühe müssen bei solchen Wettbewerben ran, aber da sind es nur ein paar hundert Kilo welche aufgelegt werden, die Königsklasse im "arrastre" sind ohne Frage die "fliegenden Bullen". - "Arrastre" gab es heute auch wieder, da kann man auch Preise gewinnen, und selbstverständlich Ruhm und Anerkennung von den anderen Landwirten, aber auch die Zuschauer erfreuen sich an die Spektakel, welches wohl bloß von den Tieren selbst nicht wirklich geliebt wird. - Ein paar Bauernburschen haben ihre Bullen inzwischen richtig trainiert für diese Vorstellungen, wenn die dann loslegen, dann muss der Landwirt selbst schlank, rank und gut trainiert sein, sonst überrennen ihn die eigenen Tiere trotz einer Tonne Gewicht an den Hacken.

Als Lohn, Bestechung oder wieder nur aus Tradition, gibt es bei solchen "Ferias" auch immer reichlich und gut zu essen. - Die Landwirte werden selbstverständlich versorgt, bekommen auch gleich nach ihrer Ankunft ein zünftiges Frühstück, und um die Mittagszeit dann eine reichlich bestückte Paella. - In El Paso macht man das an großen Tischen im Sitzen, zumindest die Landwirte und deren Helfer dürfen die Paella im Sitzen genießen, die Zuschauer werden zwar auch gratis mit Speis und Trank versorgt, die allerdings müssen die Paella entweder kunstvoll in der Hand jonglieren, oder suchen sich am Straßenrand einen passenden Sitzstein. - Gerade genug Paella hatte man geordert, an die 1.500 Portionen, und es dauerte über eine Stunde, bis die mittägliche Schlange der Wartenden endlich abgearbeitet war. - Die Paella war köstlich, der Wein rot und ein bisschen zu warm, aber alle zufrieden und satt, und nach dem Essen können dann noch die Landwirte ihre Preise abholen, sollten sie denn beim "arrastre" oder der Leistungsschau etwas gewonnen haben. - Dann beginnt wieder die große Abfahrt, die LKW stauen sich um die Tiere aufzuladen, aber die Landwirte, die gehen erst, wenn sie dann auch ihr Geld in den Fingern haben. - Ein staubiges, aber wirklich traditionelles Schauspiel solch eine "Feria de ganado" und man darf ruhig ein bisschen ländlich angehaucht sein, denn es geht wirklich nur um die Rindviecher, reichlich Essen und Trinken. - Eine Neuigkeit ist mir aber dann doch noch aufgefallen, Anweisung der Bürgermeisterin, die an der Essensausgabe, die mussten sich jetzt alle Einweghandschuhe anziehen, wir sind doch schließlich nicht mehr im 20. Jahrhundert. - Aber alles andere, das war dann doch noch endemisch, wenn nicht gar autochthon.




















Freitag 26.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 18,2 Grad

Sturmfreie Bude
Üben für die Rentenzeit

Die Brut ist ausgeflogen. - Drachenflugtag light könnte man das auch nennen, erst am Sonntagabend erwarten wir die Mädels zurück. - Ein Ausflug mit dem Sportverein nach Tenerife, ausnahmsweise mal nicht mit dem sonst üblichen Programmpunkt "Loroparque", sondern man führt in den Süden und macht sich im Spaßbad "Siamparque" ordentlich nass. - Davon gehen wir zumindest aus, was kann es Schöneres für eine Gruppe Teenager geben, und dann abends noch unter dezenter Beobachtung um die Häuser ziehen, das bringt es doch. - Erstaunlich auch, wie die Beiden das ohne kriminelle Energie hinbekommen, dass beide dusseligen Elternteile ihnen unabhängig voneinander noch ein Taschengeld zustecken und dann auch noch zweimal hintereinander ganz verschwörerisch einen zukneistern können nach dem Motto, "ja, bleibt unter uns, du bist der Größte". - Wir beide Trotteleltern erzählen uns das hinterher ja doch immer wieder, und man möchte es kaum glauben, obwohl wir uns gegenseitig eigentlich angeschmiert haben, freuen wir uns sogar noch mächtig über unsere Trottelitis. - Aber wer versteht schon Eltern, das ist ein ganz besondere Charakterspezies, und vor allem nicht immer voll zurechnungsfähig. - Die Mädels sind also auf Tenerife, und die beiden Alten allein Zuhause, so etwas kann man auch sturmfreie Bude nennen, schön eigentlich, dass so etwas auch anders herum ein Zustand sein kann. - Zweieinhalb Tage kein Gezicke, kein schwesterliches Robustdiskutieren, es wird ruhig die kommenden Tage hier und wir beide können schon mal dafür üben, wie das in ein paar Jahren aussehen wird, wenn beide Mädels irgendwo in der Weltgeschichte ihre höheren Reifen erlangen wollen. - Na ja, reif werden kann man hier auch, sicherlich, so reif sogar, dass man vom Baum fällt, aber so wie die beiden Mädels drauf sind, wird ihnen das hier wohl bald zu eng sein.

Was macht man jetzt also mit der sturmfreien Bude? - Wir könnten uns die Mahlzeiten bereiten, welche sonst nicht auf den Tisch kommen, weil die Brut dann mault, aber sofort kommt dann wieder der Einwand, nur für uns Beide kochen, das lohnt doch nicht. - Über das Fernsehprogramm selbst bestimmen, auch das ist eine völlig neue Erfahrung für uns, wobei uns eigentlich bessere Dinge einfallen, als die Flimmerkiste an zu haben. - Vielleicht sollten wir ausgehen, aber meine Frau ist nicht wirklich so übermächtig süchtig nach aushäusigen Abenden, zumal man mit mir linkskonservativem Lokalpatrioten ja auch nur zwei, maximal drei verschiedene Restaurants besuchen kann. - Konzert, da können wir uns nie auf den Stil einigen, fällt also auch flach und ins Kino macht mir keinen Spaß, das ist mir zu eng und zu viele Leute sind um einen herum. Wir sind ja schließlich auch beide schon über dreißig, robust über dreißig, also werden wir uns auch nicht zweieinhalb Tage lang nur in den Federn wälzen, falls einem von Ihnen nun dieser Vorschlag noch auf den Lippen lag. - Vielleicht sollte man sich ein Hobby zulegen, etwas, was nicht mit Computer zu tun hat möglichst, aber da wehrt meine Frau auch gleich wieder ab, sie hätte keine Zeit für so etwas, schließlich ist neben Büro und Haushalt kaum noch Zeit übrig. - Ich meinte ja auch nur probeweise, für später, wenn wir wirklich dann mal auf Rente sind, die Hausarbeit auf ein Minimumm reduziert haben und das Büro dann ein selten betretener Raum sein wird. - Solche Trockenübungen liegen aber meiner Frau auch nicht, und die will auch gar kein Hobby haben, die will doch eh nur ihre Bücher lesen und ich könne doch in den Garten gehen und Unkraut zupfen. - Aber hallo, das kann ja ein lustiges Wochenende werden, Rentnerstress vorab, wobei wir doch noch 17 Jahr laut Gesetzgeber schuften sollen, sonst gibt es Löcher in die Börse. - Wir merken gerade, wir sind noch gar nicht geschaffen für dieses Rentnerdasein, die Kinder fehlen uns jetzt schon, dabei sind sie erst ein paar Stunden aus dem Haus, und wenn ich mir dann noch die Termine ansehe, die für morgen und übermorgen schon wieder anstehen, dann kann die Bude noch so sturmfrei sein wie sie will, endlich mal das machen was man will, das können wir uns wieder abschminken. - Abgesehen davon, dass wir eh nicht wissen würden, was wir mit zweieinhalb Tagen Freizeit anfangen würden…

Apropos Termine. - Morgen steht die "Feria de Ganado" in El Paso auf dem Programm, also der Viehmarkt, der geht ganz früh los und ich habe versprochen da zu helfen. - Es gibt also morgen erst am Abend wieder was zu lesen aufs Auge.



Freitag 26.08.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1017 hPa

Si tacuisses…
Coalición Canaria eröffnet die administrative Euthanasiedebatte

Der neue starke Mann der Coalición Canaria hier auf La Palma heißt Marcos Lorenzo. - Der Ex-Bürgermeister aus Tijarafe ist neuer Parteisekretär seiner Gruppierung für La Palma geworden, nachdem er in seiner Gemeinde nach der Abwahl nicht mehr benötigt wird. - Allerdings sorgt ja die Coalición Canaria für ihre Leute, irgendwo ist dann immer ein Pöstchen drin, die breite Palette an administrativen Scheinbarlichkeiten bietet angenehmen Unterschlupf. - Gerade dieser Marcos Lorenzo nun, der übrigens seine Arbeit als Bürgermeister Tijarafes eigentlich ohne Tadel verrichtet hat, eröffnet nun die längst ausstehende öffentliche Debatte über die wohl notwendige Gemeindereform. - Wir haben hier ja bereits des Öfteren über den lustigen Umstand berichtet, dass unsere Insel mit eben mal 83.000 Einwohnern in 14 Gemeinden aufgeteilt ist und jede dieser Gemeinden einen kompletten Verwaltungsapparat bereit halten muss, plus eine Inselregierung, deren Aufgaben bis heute irgendwo im Ungefähren liegen, da wir ja hierarchisch darüber immer noch die Landesregierung der autonomen Region Kanarische Inseln haben. - Nachdem irgendjemand erkannt hat, dass man Schulden auch zurückbezahlen können muss, ist unser Land ja in einen Zustand geraten, welchen man "Krise" nennt, oder näher "Schuldenkrise". - Es muss also gespart werden, wir müssen diesem "irgendjemand" beweisen, dass wir theoretisch diese Schulden auch zurückbezahlen könnten, nur wenn das so ist, dann können wir neue Schulden machen, und auch wenn das nun irre klingt, es ist genau so. - Das mit dem Sparen ist aber nicht so einfach, weil wir ja ein volkswirtschaftliches System gewählt haben, welches auf Wachstum, nicht aber auf Fortschritt basiert, und wenn es kein Wachstum gibt, dann funktioniert das gleich nicht mehr. - Wenn man nun also anfängt zu sparen, dann gefährdet man jegliches Wachstum, und so ist man in Spanien momentan in diesem lustig-perfiden Kreislauf gefangen, der oft auch von öffentlich bestimmten Krämerseelen als westliche Wertegemeinschaft bezeichnet wird. - Dabei kann man locker viel Geld einsparen, ohne dieses Goldene Kalb des Wachstums auch nur zu berühren, ganz einfach in dem man administrative Wasserköpfe mit der spitzen Nadel anpiekst und auslaufen lässt.

Und schon sind wir bei den Gemeindeverwaltungen, 14 Gemeinden auf dieser Insel sind wohl deren 10 zu viel, besonders wenn man bedenkt, dass viele unserer Gemeinden nur zwischen 1.700 und 4.000 Bürger beherbergen, dennoch aber den kompletten administrativen Apparat bereithalten müssen, als sprächen wir von Hannover oder Ludwigshafen. - Keine Frage, das macht keinen Sinn und jeder weiß das auch, allerdings sind mit solch wirklicher Bürgernähe ja auch so etwas wie eingeschworene Gemeinschaften entstanden, und Lokalpatriotismus wächst dummerweise genau dort am besten, wo man längst Pleite ist. - Mit Los Llanos nie, so röhrt der Stammtisch in El Paso, und wenn man auf die andere Seite geht, dann gibt es dort auch Lokalphilosophen, welche den unterschiedlichen kulturellen und gesellschaftlichen Werdegang von Breña Alta und Breña Baja mit knallharten Jahreszahlen belegen. - Über Sinn oder Unsinn kann man da längst nicht mehr diskutieren, und wenn man die Leute dann mal in einem stillen Moment antrifft, dann ist allen klar, dass wir uns mit diesen 14 Gemeinden hier auf der Insel einen Luxus leisten, welcher einfach nicht angemessen ist, und im Gegenteil, sogar viele Projekte unmöglich macht. - Nur die Politik, die hat es bislang nicht gewagt, dieses Thema aufzugreifen, weil man ja dabei nichts anderes machen würde, als über die Abschaffung der eigenen Existenzberechtigung zu sprechen. - Keine gute Basis für kluge Diskussionen, jeder hat ein bisschen Berlusconi in sich, wer spricht schon gerne über die mangelnde Notwendigkeit der eigenen Person. - Und nun kommt Marcos Lorenzo, der Sekretär der Coalición Canaria und bricht dieses Tabu, und lässt uns in einer Presseerklärung wissen, was seine Partei von der Idee hält, Gemeinden zusammenzulegen. - Nichts hält die Coalición Canaria davon, rechnet uns vor, wie billig die Gemeinden sind, wie wenig die zum Gesamtschuldenberg Spaniens nur beitragen würden, verwendet aber dazu Zahlen, welche nur die Schulden bei den Banken benennen, nicht aber die Außenstände der Gemeinden beim Personal und bei Lieferanten. - Das ist auch alles gar nicht so wichtig, interessant dabei ist nur, dass sich nun die Coalición Canaria öffentlich gegen diese administrative Euthanasie aufgestellt hat und damit die politischen Widersacher anstachelt, doch eine andere Position einzunehmen. - Das könnte also was werden, wenn denn PSOE und PP sich dazu verleiten lassen, diese Diskussion überhaupt aufzunehmen. - Vielleicht ist aber das Sommerloch auch so tief, dass diese Presseerklärung in dem Loch verschwindet und sich samt Sinn und Aussage nie wieder daraus befreit. - Ich bin gespannt, wer sonst noch die Nerven verliert, und auch wenn man noch gar nicht weiß, gegen wen da die Coalición Canaria eigentlich antritt, steht es bereits 0:1 gegen sie.



Donnerstag 25.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 23,0 Grad - niedrigste Temperatur 18,9 Grad

Kurz befeuchtet
Meckern hilft nicht, meckern hilft, und Hilfe das Hoch ist verrutscht

2011 sei das schlechteste Jahr im Einzelhandel, so kommt es aus Los Llanos geschallt und wenn man die Zahlen um die Ohren gebeutelt bekommt, dann möchte man das fast glauben. - Nach einer Umfrage unter den fast 500 Einzelhändlern welche in der Gemeinde Los Llanos ihre Waren anbieten sagen nur 10%, sie hätten ihre Verkäufe gegenüber dem vergangenen Jahr erhöhen können. - 20% sagen aus, die Zahl der Umsätze wäre gleich geblieben, und die fehlenden 70% erzählen uns, dass man nach dem schlechten Jahr 2010 noch mal tiefer in die Rezessionskiste gegriffen hätte. - Auch der Schlussverkauf brachte da keine Trendwende mehr, der Binnenkonsum hier auf der Insel ist eben nicht auf Wachstum eingestellt, auch waren weniger Feriengäste unterwegs und auch die Gemeindeverwaltungen müssen sparen, so dass von dort auch keine positiven Signale kommen. - Allerdings muss man auch klar verkünden, dass in den guten Jahren hier extrem schnell und viele kleine Läden aufgemacht haben, besonders in Los Llanos, und wir wohl eine extrem hohe Angebotsdichte gerade hier im Aridanetal haben. - Läden noch und nöcher, wohin man auch blickt, besonders was Konfektion anbelangt muss man sich manchmal fragen, wer in der Welt das alles anziehen will. - Die allermeisten Geschäfte wollen aber weiter durchhalten, haben immer noch Hoffnung in die nahe Zukunft und sollen vielleicht diese Wintersaison ja schon ein bisschen belohnt werden. - Also Ärmel hochkrempeln, neue Ideen umsetzen, denn Meckern alleine hilft nicht. - Zumindest gibt es ja Anzeichen, dass es nicht mehr schlechter werden kann, und von da ab geht es ja automatisch wieder nach oben…?

Meckern kann aber schon helfen. - In Tazacorte gibt es ja Ärger wegen der Baumängel in der neu erbauten Kindertagesstätte. - Die Gemeindeverwaltung hatte sich böse öffentlich über Pressemitteilungen beschwert, dass der Neubau des Kinderhortes vor Baumängeln nur so strotze und man ihn deswegen auf keinen Fall eröffnen könne. - Auch sei die Reklamationsfrist bereits abgelaufen, und die Vorgänger im Gemeinderat hätten es versäumt, die aufgetretenen Mängel zu rügen. - Aufgeschreckt von so viel Öffentlichkeit hat die Baufirma, welche die Kindertagesstätte erbaut hat, nun von sich aus versprochen, die Mängel zu beheben, selbstverständlich kostenlos für die Gemeinde. - Das passt prima, denn dann kann man sich auch den Gutachter ersparen, welcher kommen sollte um die Mängel aufzunehmen, dann bekommt man die Geschichte vielleicht noch auf dem kleinen Dienstweg und über Kulanzgeschichten hin und spart sich den holprigen und ewig langen juristischen Weg. - Diese Taktik der Gemeinde ist aufgegangen, denn die ausführende Baufirma ist hier auf der Insel nicht ganz unbekannt, und will nun natürlich den Pfuschruf gleich wieder loswerden. - Auch hofft man so auf weitere Aufträge der Gemeinde, denn wenn man sich erst gegenseitig die Anwälte auf den Hals schickt, dann macht man meist keine Geschäfte mehr miteinander.

Heute hätte es um ein Haar hier bei uns geregnet. - Oben in den Bergen, etwa beim Vulkan San Martín ist sicher sogar eine "Husche" heruntergekommen, das konnte man deutlich von hier aus beobachten. - Regen mitten im August, das ist selten bei uns auf der Westseite, wenn auch nicht unmöglich oder gar ein meteorologisches Wunder. - Vormittags konnte man über der Cumbre Vieja ein paar kleine "Linsen" (Altocumulus lenticularis) beobachten, diese Wolkenformationen deuten eigentlich immer äußerst zuverlässig darauf hin, dass es ein paar Stunden später regnet. - Jetzt entspannt sich die Situation gerade wieder und wie es aussieht, kommen wir ohne Regen hier auf der Westseite durch den kleinen Betriebsunfall des Azorenhochs. - Mag es am Alter liegen oder an Unaufmerksamkeit, da hat das Hoch nicht aufgepasst, ist ein bisschen zu weit in den Westen verrutscht, und schon konnten sich ein paar Regenwolken bis auf unsere Höhe herunterquetschen. - Da ist aber nicht viel, was sich da über uns ergießen könnte, nur eben tiefe Wolkenfelder, welche uns die Augustsonne stehlen. - Theoretisch kann es schon noch ein paar Tropfen hier oder da regnen, aber es ist eher unwahrscheinlich. - Lustig ist bei solchen sommerlichen meteorologischen Betriebsunfällen immer die Aufregung, welche dann alle Leute hier überfällt. - Wir haben alle Sachen ja draußen liegen inzwischen, das machen wir im Sommer so. - Zementsäcke, Maschinen, Wäsche und alle möglichen Materialien, plötzlich sehen wir diese "Linsen" da über der Cumbre, und fangen dann an aufgeregt die Windrichtung zu schnuppern um festzustellen, kann es uns erwischen oder nicht. - Oft wird dann der ganze Krempel eiligst weggeräumt, wer sein Dach gerade deckt oder neu weißelt, der arbeitet auf einmal so schnell, wie man sonst nicht zu sehen bekommt und emsige Hausmanninnen fürchten um ihre lupenrein weiße Wäsche und zerren heftig an den Wäscheleinen. - Wir haben abgewartet, die Sache beobachtet, sind cool geblieben und wurden belohnt.



Donnerstag 25.08.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1017 hPa

Im Winter wird alles wieder gut
Träume verschieben wir auf morgen

Touristisch ist der Sommer abgefrühstückt. - Ein mageres Frühstück ohne Speck und Eier, aber das war uns allen schon klar. - Die Flugverbindungen geben einfach nicht mehr her im Sommer, und auch der nationale Tourismus ist heftig zurückgegangen, auch weil die Krise Spanien einfach nicht aus ihrer klebrigen Umarmung lassen will. - Dabei ist La Palma im Vergleich zu den anderen Kanareninseln geradezu ein Ausnahmetalent, überall meldet man, zum Teil zweistellige Zuwachsraten im Tourismus, und wir hier auf der "Schönen Insel", also der "Isla Bonita", sind fast unter uns. - Dafür gibt es allerdings auch eine einfache Erklärung, die weiter anhaltenden Sicherheitsbedenken für die nordafrikanischen Länder bringen die Reiseveranstalter dazu, viele Gäste auf die Kanaren "umzuleiten", und das sorgt eben für solche blendenden Zahlen. - La Palma kann aber nicht als Ersatz für Ägypten oder Tunesien herhalten, wir bräuchten schon eine Krise in Irland oder sonst wo, aber Kameltouren durch wüstenartige Landschaften, und kilometerlange Strände, das ist einfach nicht unser Ding. - Wir bleiben halt einfach ein Reiseziel für ein sehr ausgesuchtes und erlesenes Publikum, welches sich nicht einfach klonen lässt, und haben bei unserer sehr wirren Art und Weise unsere touristische Identität zu finden auch selbst so manches Porzellan zerschlagen, als wir anfingen, andere touristische Destinationen kopieren zu wollen. - Da waren halt wieder nur Spezialisten am Werk, würde mein Freund José jetzt sagen, so wie er das immer macht, wenn er mal wieder gerufen wird, den Pfusch irgendwelcher anderer Handwerker wieder in Ordnung zu bringen. - José kann aber nicht überall sein, und von Tourismus versteht er nun wirklich nichts. - Die andere Geschichte ist dann natürlich noch die Verfügbarkeit von Flugverbindungen nach La Palma, und da hakt es ganz gewaltig, allerdings sollten wir autokritisch genug sein, da nicht Ursache und Wirkung zu verwechseln. - Die Nachfrage bestimmt das Angebot, und wenn zu wenige Gäste den Wunsch äußern nach La Palma zu fliegen, dann werden die Fluggesellschaften äußerst schnell reagieren und die Verbindungen kappen.

So leben wir nun seit Jahren mit sinkenden Gästezahlen und daraus folgend auch mit sinkenden Flugverbindungen, was natürlich dann die Preise auch wieder hochtreibt. - Für kurz entschlossene Urlauber bedeutet das dann, dass es entweder keine Flüge mehr gibt, oder man lustige Preise fordert, für die man auch an die amerikanische Ostküste fliegen kann, oder mit der ganzen Familie in die Türkei, Komatrinkenbändchen inklusive. - Die hart gesottenen La Palma Fans, die kommen dann längst mit der Iberia über Madrid, oder eine der anderen Kanareninseln zu uns geflogen, weil eben die Charter voll, zu teuer, oder eben gar nicht aus bestimmten Regionen Deutschlands zu uns fliegen. - Ergebnis dieser Spirale nach unten war dann der Juli dieses Jahres, in dem man auf der Insel lediglich die Präsenz von etwas mehr als 9.000 Feriengästen auf der Insel vermelden konnte. - Bei einer mittleren Aufenthaltsdauer von 10 Tagen, was schon großzügig angesetzt ist, bedeutet das, dass sich laufend lediglich 3.000 Gäste auf der Insel aufhalten, keine Zahl, welche irgendwelche Zukunftsvisionen für die lokale Volkswirtschaft erträumen lässt. - Gewundert hat uns das alle nicht, das haben wir kommen sehen, sind aber unermüdlich in unserem Optimismus, das immer alles nur besser werden kann, vielleicht auch, weil es besser werden muss. - So werfen wir nun unsere ganze Hoffnung in die kommende Wintersaison, und das nicht ohne Grund, kommen doch ab November 4 Flieger mehr als noch letzte Wintersaison aus Deutschland nach La Palma, und einer mehr aus den Niederlanden. - Wenn das keine gute Nachricht ist, die einen miesen Sommer einfach mal vergessen lässt, dann kann man uns auch nicht mehr weiterhelfen. - Augen zu und durch, der Winter wird es wieder richten, und bitte nicht so viele Geschichten um die Air Berlin, das ist dann gleich wieder mindestens kontraproduktiv. - Wenn alles gut geht, also die Air Berlin nicht "bahnen" geht, dann könnten wir an Zeiten anknüpfen, welche etwa dem Stand aus den Jahren 2008 und 2009 entsprechen. - An die "Goldenen Zeiten" in den Jahren 2005 bis 2007 wagen wir noch gar nicht wieder zu denken, denn Bescheidenheit ist wieder, und das wohl zwangsläufig, eine hervorragende Eigenschaft auf unserem Inselchen geworden.



Mittwoch 24.08.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 24,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,5 Grad

Nachtigall ich hör dich lidln
Kommt Lidl, kommt Lidl nicht?

Die Raupenschlepper schieben schon das Gelände, auf dem sich der Discounter Lidl hier breit machen soll. - In "La Grama" ein bisschen oberhalb des Ortes San Pedro in der Gemeinde Breña Alta wird das sein, mit allerbester Lage zur Hauptverbindungsstraße zwischen Santa Cruz de La Palma und dem Aridanetal. - Selbst aus Los Llanos wäre man dann in 25 Minuten "beim Lidl", und aus der Hauptstadt sind das gerade mal 10 Minuten. - Breña Alta hat in vielen Gelegenheiten seine strategische Lage hervorragend zu nutzen gewusst, besser als das El Paso über die Jahre gemacht hat. - Das kann man auch erklären, denn in Breña Alta regierte seit vielen Jahren ohne Unterbrechung und in absoluter Mehrheit Blas Bravo, ein altgedientes Schlachtross der sozialistischen Partei hier auf der Insel. - Wir müssen hier und heute nicht den Sozialismus definieren, Blas und ich wären auch einfach unterschiedlicher Meinung, aber erfolgreich für seine Gemeinde war er wohl. - Natürlich auch zum Nachteil anderer Gemeinden, aber so ist das nun mal im Sozialismus… - Blas Bravo hat über die vielen Jahre immer wieder Platz geschaffen für die Ansiedlungen von Firmen aber auch Institutionen, was heute dafür gesorgt hat, dass Breña Alta eine der wenigen Gemeinden der Insel ist, welche Wachstum vorweisen kann. - Inzwischen ist Blas allerdings nicht mehr Bürgermeister, nachdem er die absolute Mehrheit verloren hat bei den letzten Kommunalwahlen gab er sein Mandat auf und nun regiert eine Koalition aus Partido Popular und den Sozialisten die Gemeinde, so wie in fast allen anderen Gemeinden der Insel auch. - Auch Lidl hat man sich "geschnappt", denen hat man wohl dort ein besseres Angebot gemacht, denn ich weiß noch sehr gut, dass die vor Jahren auch in El Paso sondiert hatten. - Beide Standorte wären gleich gut zu erreichen gewesen, beide Orte im "Speckgürtel" der großen Gemeinden und beide gleich gut zu erreichen. - Ob das nun ein wirklicher Nachteil für El Paso auf die Dauer ist, das werden wir sehen, auch jeden Fall lag es auch daran, dass man in El Paso nicht von der Idee begeistert war, einen Supermarkt auf die "Grüne Wiese" zu stellen, sondern den Supermarkt nah ans Zentrum haben wollte. - Lidl ist ja nicht nur ein Konkurrent und wohlmöglich kein "Killer" für manch angestaubten Supermarkt hier, Lidl könnte eben auch einen Kundenmagneten darstellen welcher viele Menschen lockt, die dann eben links und rechts neben dem Magneten auch noch andere Läden oder Dienstleistungen konsumieren. - Dieser Gedanke zog in Breña Alta nie so recht, was heute auch dazu geführt hat, dass der Hauptort San Pedro nicht gerade als florierende Einkaufstadt gilt.

Da mögen die Philosophien durchaus gegensätzlich sein, sollte es denn überhaupt eine "Philosophie Lidl" geben. - Auf jeden Fall wird Lidl den Lebensmitteleinzelhandel hier auf der Insel ziemlich aufmischen, da werden sich manche mit den Preisen nach unten orientieren müssen, oder eben mit dem Angebot und dem Service deutlich nach oben richten. - Das ist auch der Grund, warum ich überhaupt halbwegs dafür bin, dass man solch einen harten Discounter auf der Insel will, denn lokale Produkte werden dort sicher nicht gehandelt und die brauchen deutlich wenig Mitarbeiter pro umgesetzte Warentonne, dass wir hinten hinaus vielleicht sogar Arbeitsplätze im Einzelhandel verlieren könnten. - Gut, das sind nicht viele, aber wenn man schon argumentiert, dann darf man auch alles aufzählen. - Aber immer noch stellt sich die Frage, ob denn Lidl wirklich kommt, auch die Gemeinde gibt sich da noch gar nicht sicher, obwohl Lidl bereits Anfang dieses Jahres die Lizenz erhalten hat. - Der Laden selbst soll "nur" 1.400 Quadratmeter groß werden, das gilt für Deutschland noch nicht als groß, allerdings für einen Lidl-Markt und besonders hier auf La Palma ist das schon eine stolze Sache. - Groß genug ist das auf jeden Fall, wir sind doch lediglich 83.000 Konsumenten, die es zu versorgen gilt, und Lid kommt als Neuling hier auf die Insel und hat den gesamten restlichen Lebensmittelhandel gegen sich. - Wenn sie denn kommen, denn in Breña traut man der Sache noch nicht wirklich, aber wenn man die Nachtigallen so lidln hört, dann wird das schon was werden.



Mittwoch 24.08.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1017 hPa

Der Kulturbeauftragte gibt bekannt:

Wo nun mal wieder Abende mit hörenswerter klassischer Musik anstehen, muss sich der Kulturbeauftragte zu Wort melden:

Mein stets rühriger Opernfreundeverein ACAPO (Asociación Cultural Amigos Palmeros de la Òpera) veranstaltet gemeinsam mit der assoziierten Vereinigung MUSICAEMOZIONI aus Treviso in Italien zum zweiten mal eine internationale Meisterklasse Gesang. Die Pilotveranstaltung im vergangenen Sommer war bereits ein voller Erfolg. Seit dem 19. August lassen sich nun junge Sangeskünstler aus Griechenland, Italien und Spanien weiterbilden. Kursleiterin ist die renommierte Sopranistin Lucia Mazzaria, am Klavier begleiten sie ihr Ehemann Alessandro Pierfederici und Fernando Felipe Martel, unser bester palmerischer Tastenderwisch.

Man müsste nun von vergeudetem Talent sprechen, wenn sich diese hochmusikalische Truppe darauf beschränken würde, die ehrwürdigen Gemäuer der Inselmusikschule zu füllen. Deshalb sind drei Konzerte vorgesehen, schließlich soll der lyrische Gesang auch an die Ohren der geneigten Öffentlichkeit gelangen.

Den Anfang in dieser Konzertreihe macht El Paso, wo am Donnerstag, 25. 08., um 20.30 Uhr in der Casa de La Cultura u.a. Musik aus der "Belle Epoque" zur Aufführung kommt. Für mich erstaunlich sind immer wieder die Offenheit und der Mut der jungen Sänger aus südlichen Ländern, die sich nicht scheuen, Lieder von Schumann oder Richard Strauss zu singen. Immerhin haben ja selbst manche Deutsche Schwierigkeiten, mit der eigenen Sprache korrekt umzugehen.

Das zweite Konzert mit differierendem Programm findet am 30. August in San Andres y Sauces statt. Am 02. September steigt die große Schlussgala unter dem Motto "Voces del Mundo" im Teatro Circo de Marte in Santa Cruz. Dort wählt eine fachkundige Jury zwei Sänger aus, die im Oktober an einem Konzert zum 150jährigen Bestehen der Mailänder Scala in Italien auftreten dürfen. Für einen jungen Canario wäre das schon ein außerordentliches Ereignis.

Wenn ich nun einen der Teilnehmer besonders hervorhebe, dann soll das keinesfalls wertend sein. Aber mein junger Freund Anelio Gibrán aus Santa Cruz de La Palma hat es verdient, dass ich ein paar Worte über ihn verliere:

Es begann damit, dass Anelito am ersten Festival Òpera en el Convento (Tosca, 2005) als freiwilliger Bühnenarbeiter anheuerte. Seither ist es um ihn geschehen. Er zieht sich eine Oper nach der anderen rein, studiert Musikwissenschaften und Gesang in Barcelona und Paris. Ich vergleiche ihn gerne mit einem Schwamm, da er Informationen, besonders wenn es sich um welche aus dem Reich der Musik handelt, förmlich aufsaugt, er scheint nicht genug zu bekommen. Nach zwei kleineren Rollen in "Madama Butterfly" und "Don Pasquale" im Klosterhof der Inselhauptstadt gab er in diesem Sommer sein Debüt in einer Hauptrolle, dem "Guglielmo" in Mozarts "Così fan tutte" im Teatro Circo de Marte. Zu diesem Zeitpunkt war er gerade 21 Jahre alt geworden und hat einen Bariton abgeliefert, der uns Klassikfreaks ins Schwärmen brachte. Zumindest dieses außergewöhnliche Nachwuchstalent sollte man sich also nicht entgehen lassen. Ich nehme unter der Nummer 607 687418 gerne Kartenvorbestellungen entgegen und freue mich auf ein zahlreiches Erscheinen. Den jungen Künstlern sollte für ihr Engagement ein würdiger Rahmen, auch in Form von aufmerksamem Publikum, geboten werden.

Wir sehen uns?

Mit musikalischen Grüssen
Ödi Jonitz

Für Facebooker hier noch ein Link:

http://www.facebook.com/event.php?eid=192831654113932






Dienstag 23.08.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 26,4 Grad - niedrigste Temperatur 20,0 Grad

Neu und nicht zu gebrauchen
Öffentliche Bauten ohne Kontrollen

Das nun folgende Beispiel aus Tazacorte ist auffällig, aber leider kein Einzelfall. - Doch der Reihe nach. - In Tazacorte wurde jetzt eine neu erbaute Kindertagesstätte übergeben, aber das Rathaus weigert sich diese zu eröffnen, da es eine große Anzahl an Baumängeln und Verstöße gegen die Sicherheitsauflagen gibt. - Nach dem Rundgang im Gebäude fanden die Techniker der Gemeinde gravierende Probleme vor, unter anderem bereits Feuchtigkeitsschäden in dem Neubau, abblätternde Fassaden, außen wurde Holz verbaut, welches nicht für Freiland geeignet ist, Risse in den Wänden und Schäden am Dach. - So sieht also ein Neubau aus, der für 562.000 Euro erbaut worden ist, und die Phase für die Reklamationen ist bereits seit dem 31. Juli abgelaufen. - Die Gemeinde will dennoch einen Schadenskatalog aufstellen und der damals ausführenden Baufirma diese in Rechnung stellen, oder aber Abhilfe fordern. - In wie weit das ohne anwaltlich Hilfe noch möglich ist, das wird sich herausstellen, denn diese Schäden hätten längst reklamiert werden müssen, und nicht erst jetzt, wo seitens der Bürger die Eröffnung gefordert wird. - Das Problem dabei ist nur, dass während der Bauphase die Techniker und Politiker, welche den Bau in Auftrag gegeben haben, sich entweder auf der Baustelle nie haben sehen lassen, oder aber sich nicht gegen die den Bau ausführende Firma mit eventuellen Reklamationen durchsetzen konnten . - Die vorhergehende Rathausbesatzung der UB/CC fand es wohl nicht notwendig, den Fortschritt der Arbeiten zu kontrollieren, oder zumindest eine Bauabnahme durchzuführen, denn die war bereits vor Monaten fällig. - So droht nun ein weiteres Fiasko in der illustren Zahl der öffentlichen Bauten, welche auf unserem kleinen Inselchen oft so freudig in Auftrag gegeben werden, dann aber als renovierungsbedürftige Halbruine enden.

Weiteres Beispiel hierfür ist der "neue" Kiosk auf der "Plaza Franzisca Gazmira" in El Paso, der heute bereits, ohne jemals in Betrieb gewesen zu sein, schon wieder aussieht, als möchte man das Trumm gleich wieder abreißen. - Nicht nur, dass der einfach nicht schön ist, "der Bunker" wird der Kiosk genannt, er birgt jede Menge Baumängel welche substantiell sind, und sollte man das Ding jemals eröffnen wollen, dann müsste dort zunächst erneut investiert werden. - Fast 700.000 Euro hat das "Ding" gekostet, und ist bereits kaputt, bevor der erste Kaffee dort von einem möglichen Pächter serviert werden kann. - Die Geschichte läuft immer gleich ab, obwohl man hier eine weitere Erklärung einflechten muss, denn in Auftrag gegeben wurde der Kiosk noch von der damals "alten Rathausbesatzung" der PSOE, die aber direkt danach durch ein Misstrauensvotum abgewählt wurde. - Allerdings nicht wegen des Kioskes, denn dem hatten alle Parteien zugestimmt. - Was aber danach passiert ist, das grenzt dann schon an kriminelles Weggucken. - Zunächst begann gar nichts, die ausgewählte Baufirma erschien zunächst gar nicht, und wochenlang lag einfach nur Sand und Kies auf der Plaza, ohne dass sich etwas gerührt hätte. - Dann endlich ging es los mit dem Neubau, zeitlich war damals das Zeitlimit für die Abgabe des Baus bereits überschritten, aber seitens der Gemeinde kümmerte sich niemand darum, um der Baufirma Beine oder sonst was zu machen. - Dann erkannte man schnell, das ist gar nicht das Modell an Kiosk was man bestellt hatte, sondern nur die ursprüngliche Form wurde eingehalten, die Materialien und die Bauausführungen entsprachen nicht mehr den geforderten Plänen. - Obwohl die Räte der PSOE mehrfach auch schriftlich darauf hingewiesen hatten, dass dort nicht nur falsch, sondern auch grottenschlecht gearbeitet wurde, griff niemand von der Gemeinde ein, dort einmal nach dem Rechten zu sehen. - Bauabnahme war inzwischen auch längst, ob es die Baufirma, welche sich an diesem Kiosk dumm und dämlich verdient hat, überhaupt noch gibt, das weiß ich auch nicht, und das Gebäude verfällt bereits wieder. - Holz im Außenbereich verlegt, welches bei mir im Wohnzimmer liegt, niemals aber unter freiem Himmel verlegt werden darf, und im Inneren des Kioskes kann man auch die Schäden der Feuchtigkeit erkennen, weil das Dach undicht ist. - Ganz zu schweigen davon, dass die Bauarbeiten auch den Unterbau der Plaza so beschädigt haben, dass nun der darunter liegenden Ballsaal regelmäßig im Winter unter Wasser steht. - Der Volksmund amüsiert sich prächtig, nun haben wir nicht nur einen Bunker auf der Plaza sondern auch noch ein Hallenbad darunter! - Bei so viel Geld, was da den Bach oder den Kiosk "runtergeht", da will einem eigentlich der Humor versagen, aber das macht es wohl gerade aus, wenn man trotzdem noch lacht.





Dienstag 23.08.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 70 % - Luftdruck 1017 hPa

Schöner, vulkanologischer Sommer
Erdbeben erschreckt den Süden Gran Canarias

Nein, nichts passiert, kein Katastrophen-TV-Team muss anreisen und verunsicherte Urlauber in Badehosen interviewen. - Gestern Nachmittag um 14:15 Uhr lokaler Zeit, gab es ein Erdbeben der Stärke 3,4 auf der Richterskala im Süden Gran Canarias, in 30 Kilometer Tiefe. - So zumindest die Angaben des "IGN" (Instituto Geográfico Nacional). - Keine große Sache also, aber solche Beben, mögen die für Japan zum Beispiel absolute Nebensächlichkeit sein, die sorgen hier dann schon für Aufregung. - Das Epizentrum lag ein paar Kilometer vor der Küste von Playa del Ingles und zumindest im Süden der Insel konnte man das Beben auch spüren. - Allerdings sagen auch einige Anwohner aus, überhaupt nichts gemerkt zu haben, andere versichern, das Haus habe gezittert, die Fensterscheiben gewackelt und das Geschirr hätte sich im Schrank bewegt. - Die Dauer des Bebens wurde extrem unterschiedlich bewertet, manche sprechen von 30 Sekunden, auf der Webseite des "IGN" kann man aber erkennen, dass es lediglich wenige Sekunden waren. - Aber solche Zeiträume werden äußerst subjektiv wahrgenommen und an der Oberfläche kann man noch Bewegungen spüren, wenn das Beben selbst in 30 Kilometer Tiefe bereits komplett abgeklungen ist. - Auf jeden Fall hat es dieses Beben auf die Schlagzeilen fast aller kanarischen Zeitungen heute gebracht, und besorgte Anwohner legten in den Nachmittagsstunden sogar die Notfallnummer 112 lahm, weil viele nicht begriffen haben, dass diese Nummer für wirkliche Notfälle ist, nicht aber wenn man sich informieren will, ob nun die Welt untergeht. - Das macht sie natürlich nicht, allerdings fragen sich nun viele, ob dieses Erdbeben, welches eben für Menschen spürbar war, vielleicht im Zusammenhang mit den tausenden von Schwarmbeben liegt, welche zur Zeit mehr die Wissenschaftler als die Bevölkerung von El Hierro irritieren. - Und da muss man nach erstem Anschein sagen, nein, da gibt es keinen Zusammenhang. - Das Beben unter Gran Canaria war aller bislang vorliegenden Erkenntnis nicht auf Grund von Magmabewegungen ausgelöst, sondern allerhöchstwahrscheinlich gab es in der Tiefe den Zusammenbruch einer Felsstruktur, welcher eben von solch starken Ausmaß war, dass hohe seismische Kräfte weitergegeben wurden. - Das hat auch nichts mit den tektonischen Beben zu tun, welche an den Rändern der Kontinentalplatten entstehen können, sondern ist ein lokales Ereignis im Inneren der Inselstruktur Gran Canarias.

Solche Ereignisse sind auf den Kanaren durchaus normal, die Inseln bestehen nicht aus kompakten Felsen, sondern werden durchzogen von vielen Kavernen und Hohlräumen, welche eben auch mal nachgeben können. - Nicht wie einen Emmentaler-Käse muss man sich das vorstellen, eher wie ein Havarti, also viele kleine Löcher und von unterschiedlichen Größen. - Bei den Beben, welche wir momentan auf El Hierro erleben ist das ganz anders, dort bewegt sich Magma in eben diesen Kavernen oder Höhlen unter der Insel, und die lösen diese Schwarmbeben aus, welche so typisch sind für diese Art von Aktivität unter vulkanologisch aktiven Gebieten. - Es gibt also keinen auf den ersten Blick vorhandenen Zusammenhang, außer eben, dass alle Kanareninseln vulkanischen Ursprungs sind, und beide Ereignisse damit zu tun haben, aber aus unterschiedlichen Gründen. - Das Beben unter Gran Canaria war ein einzelner und heftiger Vorfall, die Geschichte in El Hierro wird uns aber noch länger beschäftigen. - Allerdings wird nun die Presse aufmerksam, nicht nur auf Gran Canaria, denn dort wird man vielleicht irgendwo eine gefallene Blumenvase vor die Kamera halten können, aber das wird schnell langweilig. Dann kann man aber weiterfragen, was denn mit den vielen tausend Beben eigentlich auf El Hierro ist, und damit wird eine völlig neue Runde an Berichterstattung eingeleitet. - Sommerlochprämienverdächtig, das unke ich einfach nun mal so vor mich hin.



Montag 22.08.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 25,5 Grad - niedrigste Temperatur 18,7 Grad

Reinen Wein
Weinernte beginnt spät wie nie

In Mazo und Fuencaliente beginnt bei uns traditionell die Weinernte, dort in den tiefen Lagen erntet man oft bereits Anfang August. - Allerdings hatten wir einen extrem späten Einstieg in den Sommer, das kühle Frühjahr zog sich sehr lange, so dass die Weinstöcke ein bisschen hinten dran sind in ihrer Entwicklung. - Nun aber hat die Weinlese begonnen, und die wird sich über die nächsten Monate hinziehen, bis hinein in den November wird hier Wein geerntet, das sind dann die extrem hohen Lagen im Norden der Insel. - Man erwartet ein mittelmäßiges Jahr, sowohl was die Qualität angeht wie auch die Menge, zwar gibt es keine Hitzeschäden wie noch im Sommer des vergangenen Jahres, allerdings war das Frühjahr zu feucht, so dass es Schwierigkeiten mit der Blüte gab, und auch Pilzkrankheiten in diesem Jahr eine größere Rolle gespielt haben. - Man geht davon aus, dass alleine die 1.200 Weinbauern auf der Insel, die durch den Consejo Regulador kontrolliert werden und somit ihre Trauben auch an die Bodegas liefern können, welche ihre Weine unter dem Siegel der "Denominación de Origen de Vinos La Palma" verkaufen dürfen, an die 700.000 Kilo Trauben ernten können, was etwas der Vorjahresmenge entspricht. - Daneben gibt es aber auch noch viele Weinbauern, die für den Eigenbedarf Weinreben ziehen, und diese selbst keltern und damit Familie, Freunde, und auch verbotenerweise einige gastronomische Betriebe beliefern, aber sich kein Mensch wirklich drum kümmert. - Diese Weine dürfen theoretisch überhaupt nicht verkauft werden, sind nur dem Eigenbedarf vorbehalten, spielen aber für den interinsularen Markt der "offenen Weine" eine immer noch große Rolle. - Alles was über den Consejo Regulador geht, das ist allerdings geprüfte Qualität, und die 18 eingeschriebenen Bodegas, welche über die ganze Insel verteilt arbeiten, die liefen inzwischen Weine von guter bis hervorragender Qualität ab. - Da hat sich einiges getan in den letzten Jahren, und es hat sich sicher gelohnt, konsequent auf Qualität zu setzen, und den Bodegas eben durch den Consejo Regulador auf die Finger zu blicken, damit das, was als Flaschenwein hier auf der Insel produziert wird, auch wirklich gute Tropfen sind.



Montag 22.08.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1018 hPa

Rumfeiern
"Ron Aldea" wird 75 Jahre alt

Na wenn das kein Grund zum Feiern ist. - Nur noch eine Rumdestille gibt es auf La Palma, aber die hat Tradition und fragt man die Kenner dieses Getränkes, auch wirkliche Qualitätsprodukte zu bieten. - Einschränkend muss man auch dazusagen, dass "Ron Aldea" nicht auf La Palma "geboren" wurde, sondern die Firma und die Herstellungsmethoden im Jahr 1936 auf Gran Canaria entwickelt wurden und die Familie Quevedo erst später nach La Palma umzog. - Der erste Herstellungsort war in "La Aldea de San Nicolás de Tolentino", und nun wissen wir auch, woher das Getränk seinen Namen hat. - Inzwischen allerdings ist "Ron Aldea" rein palmerisch, seit 1963 wird der Rum ausschließlich hier auf der Insel produziert, und das auch nur mit Zuckerrohr aus La Palma. - Das war nicht immer so, man musste zeitweise das süße Rohr aus anderen Inseln heranholen, weil es nicht mehr genügend auf La Palma gab, aber das hat man inzwischen wieder ändern können, nachdem die Landwirte mitbekommen haben, dass man mit Zuckerrohr wieder Geld verdienen kann. - Das Zuckerrohr kommt meist aus der Ecke San Andrés, also gleich um die Ecke zur Fabrik, wobei man Fabrik lieber in Manufaktur übersetzen sollte, denn groß ist diese Destille nun wirklich nicht. - Wichtig ist es den Eigentümern der Brennerei darauf hinzuweisen, dass man bei der Herstellung des Rums ausschließlich frisches Zuckerrohr verwendet, auf keinen Fall zugekaufte Melasse und auch importiertes Rohr, welches bereits sehr trocken ist. - Damit soll sich der reine Geschmack frischen Zuckerrohrs am besten auf das spätere Getränk übertragen, und der Erfolg des Produktes gibt dem Hersteller wohl Recht. - Die kleine Destille in Puerto Espindola arbeitet nicht das ganze Jahr, lediglich während und nach der Zuckerrohrernte wird gebrannt, so lange bis man genug Material zusammen hat, um die Jahresproduktion von 120.000 Flaschen abfüllen zu können. - Man könnte deutlich mehr verkaufen, so sagt der Eigentümer, lässt aber offen, warum er dann nicht einfach dieser marktwirtschaftlichen Chance nacheifert. - Gut, das war schon immer so ein bisschen das Geheimnis unseres "Erfolges", wenn es zu gut läuft, dann machen wir erst mal eine Pause…

Es gibt weißen Rum, gelben Rum, ein zuckersüßes Gebräu namens "Ron Miel", also Rum mit Honig, und die Stars der Produktion, alte Reservas, die nach Aussage von Kennern der Welt des Rums sich auf keinen Fall vor oft sehr hochpreisigen ähnlichen gelagerten Destillaten aus der Karibik verstecken muss. - Auf dem heimischen Markt hatte "Ron Aldea" schon mal eine Durststrecke zu überstehen, zu übermächtig schien die Konkurrenz des "Ron de Arehucas" aus Gran Canaria und den immer stärker auf den Markt drängenden karibischen Destillaten. - In den Kneipen war es dann Mode geworden lieber fremden Rum zu trinken und fast schien es eine Weile so, als würde das zarte Pflänzchen der Rumproduktion hier auf La Palma in Vergessenheit geraten. - Das ist aber nicht mehr so, lokale Produkte genießen wieder mehr Respekt und werden auch verstärkt nachgefragt, so dass "Ron Aldea" heute keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten mehr hat. - In so gut wie jedem Laden bekommt man den Rum aus dem Nordosten der Insel auch zu kaufen, man muss also nicht extra nach Puerto Espindola fahren, um sich diese palmerische Spezialität zu besorgen. - Rum auf den Kanaren, das ist, wie viele andere Produkte oder Traditionen auch, ein Ergebnis der Nähe zu den Antilleninseln, und da vor allem Kuba. - Das war einst das traditionelle Auswanderungsland für die verarmte kanarische Landbevölkerung, von denen dann einige, mit wirtschaftlichem Erfolg und neuen Ideen im Kopf, wieder zurückgekommen sind, und dann ihr auf Kuba erworbenes kleines Vermögen und die mitgebrachten Ideen auf den Heimatinseln zur Anwendung brachten. - Alles Gute zum Geburtstag "Ron Aldea", und tränke ich Rum, dann würde ich jetzt auf euch anstoßen…



Sonntag 21.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 25,5 Grad - niedrigste Temperatur 17,3 Grad

Einen Monat lang Beben auf El Hierro
Eigentlich sollte man eher sagen unter El Hierro

So richtig beunruhigt muss keiner sein, aber aufmerksam sind zumindest die Geologen und Vulkanologen geworden, denn solche Schwarmbeben wie es jetzt auf El Hierro seit gut einem Monat gibt, die zeugen von unterirdischer Magmabewegung. - Das kann theoretisch auch bedeuten, dass es zu einem Austritt von Lava über die Oberfläche kommt, was man dann landläufig als Vulkanausbruch betitelt. - Muss es aber nicht, genau so gut kann es sein, dass sich das flüssige Magma nur neue Kavernen und Räume sucht und dabei eben diese vielen Beben verursacht. - So ist es auch sehr interessant zu beobachten, in welcher Tiefe sich diese Beben entwickeln, und da hat man nun über einen Monat gesehen, keine Anzeichen feststellen können, dass diese Beben weiter zur Oberfläche ziehen. - Die meisten Beben finden in einer Tiefe zwischen 10 und 12 Kilometer statt und haben auch nur Magnituden zwischen 0,8 und 1,8 auf der berühmten Skala von Charles Richter, sind also von den Einwohnern der Insel auch gar nicht wahrzunehmen. - Vielleicht ist man deswegen auch nicht wirklich beunruhigt, was man nicht sieht und spürt, das kann so schlimm schon nicht sein, und auch die Inselregierung El Hierros hat in den wenigen Verlautbarungen die es überhaupt von offiziellen Stellen gibt, ganz klar Entwarnung gegeben. - Dabei erzählt man immer wieder, dass es völlig normal sei, dass es auf aktiven Vulkaninseln solche Beben gibt. - Das ist zum Teil richtig, allerdings gab es in den vergangenen Jahren auf El Hierro jeweils nur wenige Beben im ganzen Jahr, und nun sind es in einem Monat knapp 3.500 seismische Bewegungen. - Das kann man dann nicht mehr als normal bezeichnen, und eine Organisation, welche sich auch mit der Vulkanologie auf den Kanaren beschäftigt. www.avcan.org hat zu diesem Thema extra eine neue Rubrik erstellt, in welcher von der "Krise auf El Hierro" gesprochen wird. - Die Wissenschaft ist also wohl deutlich interessierter an diesen Vorfällen als die Presse und damit auch die Bevölkerung, man kann das auch daran erkennen, dass man die Anzahl der Messpunkte für Beben auf El Hierro inzwischen auf 6 Stationen erhöht hat.

Die meisten bekannte Geologen hier auf den Inseln, die zum Teil auch für die staatlichen Institute arbeiten, die geben wenig von sich, sind auch noch dabei eher zu analysieren, da man ungern mit wenigen Fakten vor die Tür tritt. - Auch will man für keine falschen Ängste sorgen oder eine blanke Entwarnung geben, man kann einfach nicht vorhersagen, wie das weitergehen wird. - Am liebsten hätten natürlich alle, dass diese Beben einfach wieder ganz von selber verschwinden, das Magma sich wieder beruhigt, und dann kann man wunderbar darüber Arbeiten verfassen, weil man dann ja auch nicht daneben liegen kann. - Die Presse nimmt den Fall auch nur sehr knapp auf, man kann einfach nicht viel darüber berichten, weil man eben genau so wenig wie die Wissenschaftler irgendwelche Anstöße für falsche Interpretationen geben will. - Wir wissen ja, was man mit Schlagzeilen machen kann. - Einmal könnte dort stehen: "3.500 Erbeben auf El Hierro, droht der Vulkanausbruch?" - oder eben auch: "Erhöhte seismische Aktivität lockt Wissenschaftler nach El Hierro." - Beides stimmt ein bisschen, es kommt eben nur darauf an, wie man es verkaufen will. - An der Zahl der Beben kann man wunderbar ablesen, dass es Aktivitätsschübe gibt, und dann wieder Tage, an denen man meinen könnte, die Sache beruhigt sich nun so weit, dass man mit dem völligen Abklingen der Aktivität rechnen könnte. - In den letzten Tagen nahm die Aktivität sogar deutlich zu, der 18. und der 19. August registrierte man jeweils über 300 Beben. - Nachfolgend die Anzahl der Beben, welche man auf El Hierro seit dem 19.Juli gemessen hat:

19/07/2011......3
20/07/2011......11
21/07/2011......107
22/07/2011......195
23/07/2011......135
24/07/2011......65
25/07/2011......70
26/07/2011......122
27/07/2011......141
28/07/2011......6
29/07/2011......31
30/07/2011......55
31/07/2011......54
01/08/2011......21
02/08/2011......15
03/08/2011......53
04/08/2011......260
05/08/2011......180
06/08/2011......29
07/08/2011......149
08/08/2011......170
09/08/2011......170
10/08/2011......94
11/08/2011......37
12/08/2011......50
13/08/2011......27
14/08/2011......118
15/08/2011......48
16/08/2011......54
17/08/2011......22
18/08/2011......332
19/08/2011......374
20/08/2011......51




Sonntag 21.08.2011 11:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1019 hPa

Feiern, trotz Krise
El Paso versucht die "Fiesta light"

Jedes Dorf und jede Stadt hat seine oder ihren Schutzpatronen, und denen muss man jedes Jahr ausgiebig die Ehre geben. - In El Paso ist das ein bisschen kompliziert mit der heiligen Schar, denn eigentlich ist die Virgen de la Bonanza die Patronin der Gemeinde, so heißt auch die Kirche, aber wirklich verehrt wird die Virgen del Pino. - Dann gibt es auch noch die Virgen de la Fatima, deren klerikaler Stellenwert allerdings nicht genau spezifiziert ist, allerdings führen fast alle Prozessionen der pasensischen Kirchengemeinde immer hinaus zur kleinen Kapelle der Fatima, auf dem Weg nach Tacande hinaus. - Himmlische Parallelgesellschaften sind aber keine wirkliche Hürde für pragmatische Katholiken, du sollst nur einen Gott haben, das ist klar, allerdings tummelt sich hierarchisch darunter eine große Zahl an anbetungswürdigen Heerscharen, womit man die Geschichte der monotheistischen Religion zumindest bei uns hier im Alltag schon anschmunzeln darf. - And the winner is: Nuestra Señora del Pino, keine Frage, kein Fest wird so ausgelassen und groß gefeiert wie die Niederkunft dieser "Jungfrau", und auch wenn die große "Romería" nur alle drei Jahre stattfindet, so gibt es doch jedes Jahr im Ort lang anhaltende Feierlichkeiten zu Ehren dieser unberührten Dame. - Sicher haben auch Sie schon irgendwie davon gehört, dass es neben den himmlischen Zuständen auch so etwas wie eine bodenständige Finanzkrise hier auf der Insel gibt, die Gemeinden sind allesamt hoch verschuldet, die konjunkturellen Umstände könnte man als verbesserungswürdig beschreiben und eine hohe Zahl von Arbeitslosen sorgt dafür, dass die Binnennachfrage den Handel auch ganz schön stranguliert. - Leider bekommt La Palma auch keine Anstöße von außen, der Tourismus hier kann nicht von der momentanen Ablehnung der nordafrikanischen Länder profitieren, wir drehen uns im eigenen Schweiß und versuchen das Beste daraus zu machen. - Dennoch will man feiern, vielleicht gerade deshalb, allerdings muss man das irgendwie hinbekommen nach außen hin so zu tun wie immer, aber dabei weniger Geld und Ressourcen verbrauchen. - Dieses Kunststück geht die Gemeinde El Paso in diesem Jahr mit den Festlichkeiten zu Ehren der Virgen del Pino an, und hat dabei ein festliches "Outsourcing" beschlossen. - Viele Konzerte werden nun nicht mehr von der Gemeinde organisiert, sondern von lokalen Etablissements des gastronomischen Sektors übernommen, was ja nicht zum Schaden der Kneipen sein muss. Besonders die unter neuer Leitung und in neuem Outfit wiedereröffnete "Bar Central" tut sich da hervor, aber auch die kleine "Escuela Encantada" sowie die "Bar Los Angeles" und die "Cafetería Anne". - So gelingt es der Gemeinde eben das Feiertagsprogramm auch kulturell so weit aufrecht zu erhalten wie in den vergangenen Jahren, aber man muss nicht mehr alles alleine organisieren und auch bezahlen. - Die mitwirkenden Betriebe können mit erhöhtem Publikumsbesuch rechnen und daraus ihren Vorteil ziehen, so sieht modernes "Fiestaplaning" aus und kein Bürger kann meckern, dass man nicht ordentlich feiert. - Kommendes Wochenende ist dann die "Feria de Ganado", also der Viehmarkt, welcher oben an den Eukalyptushainen gefeiert wird und am 4. September dann das Bergfest an der Kapelle "Virgen del Pino", wo denn sonst, als krönender und stimmiger Abschluss der diesjährigen Ausgabe unseres Stadtfestes. - Ob alles so gelingt wie man sich das vorstellt, das werden wir dann wissen wenn wir am 5. September wieder in den Alltag eintauchen. - Zwei ganz interessante Punkte möchte ich aber noch herausheben. - Am 28. August und am 2. September, also an den beiden kommenden Sonntagen, da bietet Jorge Pais, der Chefarchäologe der Insel sich als Wanderführer an, zu herausragenden Fundstätten der Ureinwohner der Insel. - Am 28. August geht es zu den Ausgrabungsstätten vom "Lomo del Tope" und "Tamarahoya" und am 2. September geht man gemeinsam von der Cumbrecita zur Kapelle Virgen del Pino und kann auch auf dieser Wanderung von den kompetenten Erklärungen des Archäologen lernen. - Allerdings muss man sich für diese Wanderungen unbedingt vorher anmelden, da die Teilnehmerzahl limitiert ist. - Dazu geht man einfach in das Büro der Tourismusinformation, dort kann man sich eintragen lassen und auch die weiteren Bedingungen und Treffpunkte erfragen. - Was uns sonst noch alles erwartet in den kommenden Wochen, das können Sie HIER einsehen.





Samstag 20.08.2011 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0,2 mm - Luftfeuchte 75 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 22,7 Grad - niedrigste Temperatur 18,0 Grad

Gemischter Aufschnitt
Die Opposition opponiert, und it´s nisseling

Das bisschen was im Moment an Politik unterwegs ist, das beschränkt sich meist auf Sticheleien der Opposition, und die ist ja in 12 von 14 Rathäusern auf La Palma mit den ehemaligen Hofherren und Damen der Coalición Canaria bestückt. - Die dürfen meckern, auch wenn die 100 Tage Schonfrist noch nicht um sind, Meckern ist erstes Recht jeglicher Opposition, auch wenn es eigentlich noch so hirnlos ist. - In Los Llanos diskutiert man immer noch einen etwas verunglückten Musikabend am letzten Sonntag. - Dort hatten private Veranstalter unter dem Motto "Música joven", also "junge Musik" unter den Eukalyptusbäumen am Ortseingang der Stadt zum Tanz geladen. - Bekannte DJs aus Tenerife sollten so richtig Tanzmusik auflegen und den sommerlichen Sonntag aufrocken. - Die Gemeinde hat auch brav die Genehmigung erteilt und überall für dieses musikalische Ereignis geworben. - So kamen auch viele Hunderte von Jugendlichen, von der ganzen Insel, so etwas wollte man sich nicht entgehen lassen. - Allerdings war der Tanzabend gar nicht für junge Leute, sondern es wurde strikt kontrolliert am Eingang, dass alle Besucher über 18 Jahre sind, oder in Begleitung mindestens eines Elternteils. - Davon hat aber keiner was gewusst, auf den Plakaten stand auch nichts davon, so waren nun plötzlich mehrere hundert Jugendliche dort auf dem Platz und in den umliegenden Straßen, die reichlich gefrustet waren. - Daraus entwickelte sich dann wieder mal ein großes "Botellón", wie man die jugendlichen Saufgelage auf öffentlichen Straßen hier nennt. - Das natürlich zum Ärger den Nachbarn, die nun nicht nur die hämmernde Musik des Konzertes miterleben durften, sondern auch noch lärmende Jugendliche und deren Hinterlassenschaften am nächsten Morgen. - Da ist also etwas schief gelaufen, man hätte deutlicher darüber informieren müssen, dass "Música joven" eben erst ab 18 Jahre bedeutet. - Nun wirft die Opposition in Los Llanos der Bürgermeisterin vor, sie hätte diesen Umstand verschuldet und damit doch rechnen müssen, dass so etwas nicht gut geht. - In der Tat, eine kleine Mitschuld trägt man seitens der Gemeinde wohl, man hätte den Veranstalter wohl auffordern müssen, klar die Alterbegrenzung mit in die Werbung zu nehmen, dann hätten sich ganz viele junge Leute erst gar nicht auf den Weg gemacht, oder eben ihre Eltern mitgebracht. - Das mag man aber noch der wenig Erfahrung zuschreiben, welche die neue Bürgermeisterin aus Los Llanos hat, es hat schlichtweg keiner dran gedacht, dass so etwas passieren kann. - Gut, daraus muss man lernen für das nächste Mal.

Gemecker, aber um Geld, gibt es auch in Garafía. - Dort steht man mächtig auf dem Schlauch was den Stadtsäckel angeht, und bangt bereits öffentlich darum, die Gehälter der Gemeindeangestellten nicht mehr bezahlen zu können. - Die Juli-Gehälter konnte man schließlich noch anweisen, nachdem eine Subvention der Inselregierung nach Garafía geflossen war, aber wie das im August oder September aussehen soll, das weiß man noch nicht. - Nun kritisiert die dortige Opposition, auch wieder Coalición Canaria, dass man Subventionen, welche für den sozialen Sektor gedacht waren dafür benutzt, die Gehälter zu bezahlen. - Natürlich ist das nicht in Ordnung, keine Frage, das kann sogar dazu führen, dass die Subventionen zurückgezahlt werden müssen, wenn eine Institution die nicht korrekte Verwendung dieses Geldes anzeigt, aber in Garafía weiß man eben nicht mehr ein noch aus, denn es ist einfach kein Geld da. - Man kann zwar davon ausgehen, dass es die "Anderen" auch nicht anders gemacht hätten, denn sonst kann man die Gemeinde gleich als bankrott abschreiben, aber im Fall Garafía kann man der Coalición Canaria mal nicht die Schuld zurückgeben, dass sie die Gemeinden bereits vorher in diese unschöne finanzielle Situation gebracht hätte, wie das in vielen anderen Städten auf La Palma so ist. - Wo und ob Rettung naht für Garafía, das ist nicht abzusehen, da steuert man eher auf eine komplette Pleite hin, wenn denen nicht noch ein Kunststück einfällt, oder sie irgendwie an Kredite kommen.

Zum Wetter noch ganz kurz. - Eine kleine Überraschung durften wir heute im Aridanetal erleben. - Den ganzen Tag ohne Wind konnte man einfach die dicken Passatwolken nicht loswerden, und schließlich gegen Nachmittag fing es dann auch an, leicht zu nieseln. - Nichts was man messen könnte, aber der Boden und die Straßen sind mit einem nassen Film überzogen und es erinnert uns jetzt mitten im August eher an Mai als an den Sommer. - Ist aber nur ein kleiner Ausrutscher, die Großwetterlage ist uns weiterhin gesonnen, nur muss eben erst wieder ein bisschen Wind aufkommen, welcher uns den Himmel wieder frei bläst.



Samstag 20.08.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57 % - Luftdruck 1016 hPa

Für´s gute Gewissen
Expobio kommt zurück in Tijarafe

Der Nordwesten der Insel hatte ja immer schon so ein bisschen den Ruf, die alternative Ecke dieser doch sehr konservativen Insel zu sein. - Schamanen, Chakrenverbieger, Selbstfinder und Heilsbringer tummeln sich dort, zumindest erzählt man das an. - Ob das wirklich so ist, das lässt sich statistisch nicht beweisen, die Schamanendichte pro tausend Einwohner wird auch hier auf der Insel nicht offiziell erfasst. - Was aber wohl richtig ist, der Nordwesten der Insel war, oder ist es vielleicht immer noch, auch Brutstätte des zarten Pflänzchens des biologischen Landbaus, welcher hier auf La Palma zwar deutliche Fortschritte macht, aber bei weitem noch nicht einmal den heimischen Markt komplett versorgen kann. - Warum das so ist, das liegt vornehmlich daran, dass wieder alle für sich alleine werkeln und nicht die Nachfrage die Produktion bestimmt, sondern die Produktion die Nachfrage limitiert. - Dabei haben wir hier hervorragend arbeitenden Betreibe, meist Kleinstbetriebe, welche in lobenswerter Weise den Geist und den Sinn der ökologischen Landwirtschaft verbreiten. - Dennoch müssen die Bioläden oft Produkte von den anderen Kanareninseln oder gar vom Festland importieren, da hier auf der Insel eben dieses und jenes einfach oft nicht vorhanden ist. - Die Nachfrage nach ökologisch produzierten Produkten wächst aber weiter angenehm hier auf der Insel, und es gibt noch jede Menge an Betätigungsfelder und Möglichkeiten für einen breiten Ausbau dieser Philosophie. - Im Jahre 2001 startete man so auch den interessanten Versuch, eine Bio-Messe auf der Insel zu veranstalten, und Tijarafe bot sich damals hervorragend an und 6 Jahre lang zelebrierte man diese Veranstaltung auch mehr oder weniger erfolgreich in dem kleinen Ort im Nordwesten der Insel. - Dann schlief die Geschichte einfach ein, mangelndes Interesse der Gemeindeverwaltung auf der einen Seite, Unlust sich zu organisieren auf der anderen Seite brachten diesen lobenswerten Versuch zum Scheitern. - Jetzt allerdings geht man die Geschichte wieder an, neue Besen kehren eben gut, oder zumindest anders, und die neue Gemeindeverwaltung will auf alle Fälle Tijarafe wieder zurück zum Sammelpunkt für ökologische Gedanken machen. - Die Expobio findet also wieder statt, auch wenn nur einen Tag lang, am 3. September, aber unter dem Motto "sembrando futuro", als Zukunft säen, möchte man wieder nachhaltige Ideen und Ökologie in den Alltag der Gemeinde bringen. - Rund um einen Markt für mit ökologischen Produkten wird es jede Menge anderer Aktivitäten geben, Joga, Musik, Vorträge und interessante Wettbewerbe, wie das Schälen von Kaktusfeigen und Mandeln nach der Stoppuhr. Sicher lohnt sich ein Besuch in Tijarafe am 3. September, um das zarte Pflänzchen der ökologischen Bewegung hier auf der Insel zu unterstützen.





Freitag 19.08.2011 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 24,7 Grad - niedrigste Temperatur 20,4 Grad

Meine Töchter wollen sich von mir scheiden lassen
Deep Purple brachte das Fass zum Überlaufen

Väter sind niemals cool. - So etwas gibt es nur in amerikanischen Sitcoms, nicht aber in der rauen europäischen Welt der demographischen Entwicklungen. - Inzwischen sind ja beide meiner Töchter reifende "tenajer", gehen mit riesigen Schritten auf das zu, was man das Erwachsensein nennt. - (Tenjaer ist übrigens spanglish für Teenager, wird tenacher ausgesprochen und ich brauchte Wochen zu begreifen, was dieses Wort eigentlich bedeutet.) - Erwachsen werden bedeutet natürlich auch, sich voll und ganz von elterlichen Eigenschaften oder Traditionen abzuwenden, was ich im Übrigen sehr gut finde, denn meine Kinder sollen doch mal über meinen Horizont hinauswachsen. - Leider geschieht dieses "entpuppen" immer am einfachsten durch Ablehnung, und in der harten Welt der Teenager muss man eben genau andersherum gepolt sein als die peinlichen Eltern. - Bei uns hat das schon früh angefangen, meine kleine Tochter ist da wirklich Vorreiterin, bereits im zarten Alter von 5 Jahren wusste die genau, wie man Väter behandeln muss. - Wir saßen in einem Restaurant, völlig egal in welchem, bestellten das übliche Essen, gegrilltes Schweinefleisch mit Salat und Kartoffeln. - Die Kellnerin stellte die übliche Frage, papas arrugadas oder papa fritas, also Schrunzelkartoffeln oder Pommes frites, und meine Brut gibt darauf hin zur Antwort, papas fritas bitte, einen papa arrugada haben wir schon. - Papa ist eben nicht nur die Kartoffel hier, sondern auch wirklich der Papa, und alle am Tisch haben darüber gelacht, auch meine Frau, auch die Kellnerin, auch die Leute an den Nachbartischen und ich war das Essen über der prominente Trottel mit einer pfiffigen Tochter. - Das ging weiter so in meinem Leben. "Papa, du bist nicht cool, bloß weil dir kalt ist" und wenn ich mich heute mal im Kleiderschrank vergreife, und meine große Tochter mich dabei erwischt wie ich unkontrolliert los will, dann pfeift die mich herrisch, oder sollte man sagen damisch zurück und belehrt mich: Papa, so gehst du nicht aus dem Haus. - Dabei muss man aber klar sagen, es geht nicht darum, dass ich mich nicht außerhalb blamiere, sondern es könnte auf sie selbst zurückfallen, weil ja jeder hier weiß, wessen Tochter sie ist. - Peinlich ist der Alte sowieso, hat nur ein paar Schuhe, die trägt er täglich, seit 15 Jahren ausschließlich Jeans und immer die gleiche Frisur, wenn man das faulende Heu auf seinem Kopf überhaupt Haare oder gar Frisur nennen kann. - Und dann das Auto, 22 Jahre alt, und das auch noch auffällig und knallig gelb bemalt, so ein klobiger Pickup mit Kleinbauerncharme. - Es muss für meine Töchter die reine Hölle sein, wenn ich sie irgendwo hinfahren muss, und oft genug bitten sie mich, oder besser befehlen sie mir, halt doch hier schon an, den Rest gehen wir zu Fuß.

Ich habe gelernt damit umzugehen, räche mich ab und zu auch kräftig, und erzähle dann im Beisein der Töchter und ihrer Freundschaften die berühmten peinlichen Geschichten aus Kindertagen, was dann schon schnell mit Achtungsentzug von mehreren Tagen quittiert wird. - Man liebt sich, man neckt sich und manchmal ist dann der Taschengeldpool der kleinste gemeinsame Nenner, oder aber, meine Frau hat gerade mal wieder die pädagogische Keule rausgeholt und irgendetwas in Sachen Ausgehen oder bei Freunden schlafen, verboten. - Dann kommen diese linkischen "tenajer" plötzlich um mich herum gesäuselt, Papa, du siehst gut aus heute, wobei ich einen Spiegel im Bad habe, also die Lüge sofort entlarven kann, aber Väter lassen sich von ihren Töchtern gerne belügen. - Das ist unser Privileg, und meiner Frau kann ich das immer noch gut erklären, wenn ich dann mal wieder konsequent inkonsequent bei der Durchsetzung erzieherischer Maßnahmen gescheitert bin. - "Haben sie dich wieder um den Finger gewickelt?" - Sicherlich, aber ich liege auch mal ganz gerne so an die Finger gekuschelt. - Letztendlich kämpft man ja an der Front nur noch um rudimentäre Spuren von Respekt, vielleicht auf die Lebensleistung, auf manch Können oder Wissen, denn mit frommen Sprüchen oder gar biblischen Befehlen ist unserer liberalen Brut nicht beizukommen. - Allerdings ist das seit gestern Abend mit dem Respekt gänzlich vorbei. - Ab und zu höre auch ich Musik bei uns zuhause, aber das geht nur, wenn die Mädels das nicht gerade tun. - Youtube ist ja eine wunderbare Geschichte auch in nun schon nostalgische Musikgeschichte einzusteigen, und jeder von uns hat da ja Vorlieben, oder auch manch Peinliches, aus der Jugend wieder ins Hörfeld gerutscht. - Ich habe da zarte Seiten im Musikgeschmack, aber eben auch ein paar krachende Dinger, als meine Haare noch schulterlang waren. - Gestern Abend war dann eine günstige Gelegenheit, die Mädels hatten im anderen Zimmer was zu tuscheln, also Kerlegespräche oder so, und ich flog bis nach Japan in meinem musikalischen Ausflug, Sie wissen schon, Deep Purple, Made in Japan. - Nein, nicht Smoke on the Water, sondern Highwaystar, wegen des Gitarrensolos, aber Youtube bietet da mehrere Versionen an, die allesamt von der Scheibe Made in Japan stammen sollen, aber nur eine die Richtige ist, die Authentische so zu sagen. - Und es gibt eben nur die eine Version. - Um da aber hinzugelangen, musste ich mir halt dieses Lied wieder und wieder anhören, und man kann Highwaystar nur laut hören, ganz laut, und Kopfhörer gehen nicht, die zerstören meine Frisur. - Nein, ich wackle dazu nicht mit dem Kopf, das habe ich nie gemacht, aber ich gehe da schon ein bisschen mit, so wie das halt ein geborener Nichttänzer halt rhythmisch eben noch hinbekommt. - Was ich dabei nicht bemerkt habe, hören konnte ich es sowieso nicht, dass meine beiden Töchter sich seit geraumer Zeit hinter mir im Zimmer befanden, um mich zu beobachten, und wohl kurz vor euthanasierenden Gedanken standen, oder Notschlachtung oder irgendwas von gerechtfertigtem Selbstschutz beim Einsatz von kriegswaffenähnlichen Geräuschen. - Natürlich fühlte ich mich ertappt, machte die Musik sofort leiser, um mit ihnen über die ruhmreiche Zeit des Hardrock zu sprechen, allerdings ließen die sich nicht mehr auf ein Gespräch mit mir ein, sondern stammelten nur noch so was wie: "Nun geht er von uns, wir haben ihn verloren, jetzt ist er total übergeschnappt - und - kann man sich eigentlich von seinen Eltern scheiden lassen?" und dann hörte ich sie im Abgang auch noch zueinander sagen: "Das dürfen wir niemals jemandem erzählen, was wir heute Abend gesehen und gehört haben." - DAS ist übrigens die "echte" Version…





Freitag 19.08.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 72 % - Luftdruck 1013 hPa

Neun Jahre Mercadillo
Bauernmarkt in Puntagorda feiert Geburtstag

Eine wahre Erfolgsgeschichte feiert an diesem Wochenende seinen neunten Geburtstag, der Bauernmarkt in Puntagorda, welcher einfach immer nur "Mercadillo" genannt wird. - Man muss aufrichtig sein, es war nicht der erste Bauernmarkt auf der Insel, welcher sich auf diese Art und Weise bemüht, lokale Produkte durch Selbstvermarktung direkt vom Erzeuger zum Verbraucher zu bringen. - Mazo war da Vorreiter und über viele Jahre hinweg alleine auf weiter Flur, bis man eben in Puntagorda nach gereifter Überlegungszeit auch auf diesen Zug aufgesprungen ist. - Die Gemeinde Puntagorda ließ sich das auch eine ganze Stange Geld kosten, die Markthalle wurde für diesen Zweck extra neu gebaut, gleich neben dem Naherholungsgebiet "El Fayal", einem der beliebtesten Picknick- und Grillplätze der ganzen Insel. - Anfänglich beäugte man inselweit das Projekt mit Skepsis, ein zweiter Bauernmarkt auf der Insel, wer braucht das schon, und in Mazo war man gar nicht darüber begeistert, dass man nun an den Samstagen und Sonntagen Konkurrenz bekommt. - Allerdings hielt man gut durch in Puntagorda, immer wieder großzügig und strategisch unterstützt von der Gemeinde, und inzwischen muss man ehrlich sagen, hat der Mercadillo in Puntagorda seinen absolut gerechtfertigten Platz in einem wachsenden Markt eingenommen und ist Vorbild und Lehrobjekt für so manchen weiteren Versuch der bäuerlichen Selbstvermarktung auf der Insel. Inzwischen hat auch hier auf der Insel längst eine Trendwende begonnen, welche einen großen Teil der Bevölkerung wieder auf lokale Produkte zurückgreifen lässt. - Sicher auch mit reichlich Zutun der Supermärkte, welche es nie geschafft haben, ein Angebot an Obst und Gemüse bereit zu halten, welches außer guten Preisen interessant ist. - Das mag auch mit den langen Verteilungswegen der Importe nach La Palma zu tun haben, die Fruchtlieferungen liegen tagelang am Hafen herum, bis endlich ein Inspektor, der erst aus Tenerife kommen muss, die Ladungen frei gibt, und was dann noch halbwegs knackig ist, das wird dann in den Supermärkten angeboten. - Die lokalen Produkte haben es nur punktuell in die Supermärkte geschafft, die mangelnde Stabilität bei den Lieferungen aus heimischer Produktion machen das für die Ketten auch nicht einfacher. - So bieten sich diese Bauernmärkte einfach als bestes Mittel der Vermarktung lokaler Produkte an, und in fast allen Orten der Insel arbeitet man heute daran, den Landwirten aus der Umgebung einen Vermarktungsplattform anzubieten. - Für den Mercadillo in Puntagorda ist das nicht immer förderlich, da alle diese Versuche der Erzeugermärkte immer am Wochenende stattfinden, überschneiden sich die Angebote jetzt natürlich vielfach. - Im Mercadillo steuert man mit Vielfalt und bekannten Qualitäten dagegen an, merkt aber besonders am Sonntag die starke Konkurrenz des äußerst gut besuchten Bauernmarktes in Los Llanos. - Mit Musik und guter Laune feiert man aber nun dieses Wochenende den neunten Geburtstag. - Morgen ab 18:00 gibt es Musik und ein Komiker tritt auf, und am Sonntag wird Sangría verteilt, eine Tombola verheißt interessante Gewinne und für die "Kleinen" werden diese, inzwischen auf allen Festen so häufig vertretenen "Hüpfburgen" aufgestellt. - Alles Gute zum Geburtstag Mercadillo!



Donnerstag 18.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 53 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 26,3 Grad - niedrigste Temperatur 20,6 Grad

Kurzes Dreierpack
Geld in Mazo, Auszeichnung in Garafía - und ein Chapeau geht nach Österreich

Eine interessante Geldgeschichte aus Mazo geht jetzt zumindest für das Rathaus in geordnete Bahnen. - Im Jahr 2008 übergab das Rathaus das Inkasso an eine private Firma. - Das ist gar nicht so ungewöhnlich, dabei geht es weniger um die normalen Gebührenzahlungen welche täglich auf der Gemeinde anfallen, das kann die Gemeinde eigentlich selber, sondern es geht darum, die vielen säumigen Zahler deutlich und robust aufzufordern. - Die Gemeinde selbst sperrt nicht gerne Wasseranschlüsse oder klagt gegen die eigenen Bürger wenn es um ausstehende Zahlungen geht, deshalb bemühen manche Gemeinden private Dienste dafür. - Allerdings kam es zu groben Unregelmäßigkeiten, irgendwann stellte die beauftragte Firma fest, dass es einen Fehlbetrag von 234.600 Euro gibt, Geld, welches sich irgendjemand an Inkasso-Büro und der Gemeinde vorbei beschafft hat, was nun im Gemeindesäckel fehlt. - Die Gemeinde selbst hat das gar nicht mitbekommen, dass in wenigen Monaten die Einnahmen um einen solch großen Betrag geschrumpft sind, sondern das Inkasso-Büro selbst machte diese Meldung. - Man hat aber bis heute nicht herausbekommen, wo die undichte Stelle lag, manche tuscheln, man will das auch gar nicht herausbekommen. - Aber es wird immer viel getuschelt, das wissen wir ja. - Das Inkasso-Büro wollte der Gemeinde nun aber diese 234.600 Euro nicht zurückbezahlen, weil es nach deren Ansicht gar nicht klar ist, dass das Geld unter ihrer Verantwortung verschwunden ist. - Nun, nach 2 Instanzen vor den Gerichten steht die Entscheidung fest, das Inkasso-Büro muss der Gemeinde das Geld zahlen, plus Zinsen für gute 2 Jahre. - Da kann man sich also in Mazo freuen, solch eine Spritze an Geld hätte jeder Kämmerer hier gerne, aber auf der anderen Seite bleibt doch ein ziemlich ungutes Gefühl hängen, wenn man heute noch nicht weiß, was da im Jahr 2008 wirklich vorgefallen ist.

Francisco Sánchez ist Direktor des IAC", des Instituto Astrofísico de Canarias, und deshalb auch eine ziemlich wichtige und bekannte Persönlichkeit hier auf der Insel. - Diesem Herren ist nun die Ehre zuteil geworden, von der Gemeinde Garafía den Titel "Hijo Adoptivo" zu erhalten. - Das bedeutet übersetzt Adoptivsohn, und ist die Ehrenbürgerschaft für Menschen, die nicht ursprünglich aus der Gemeinde oder Stadt kommen, in welcher sie geehrt werden. - Die andere Ehrenbürgerschaft, also für endemische "Ehrlinge", die heißt "Hijo Predilecto", was bevorzugter Sohn bedeutet. - Nur mal so am Rande. - Diese Ehrung erhält Francisco Sánchez auch aus dem Grunde, weil er inzwischen in der Gemeinde wohnt, oder zumindest ein Haus dort hat, um das mal vorsichtiger zu umschreiben. - Denn die Einrichtungen des "IAC", die liegen auf dem Gemeindegebiet Garafias, allerdings hat die Gemeinde selbst nicht wirklich viel Aufschwung dadurch genommen. - Die Hauptverwaltung liegt auf Tenerife, und die Außenstelle davon in Breña Alta, Garafía hat da gar nichts abbekommen. - Auch wohnen die Techniker und Astrophysiker welche dort dauerhaft oder auch nur temporär arbeiten meist in Santa Cruz oder in der Nähe der Hauptstadt, weil es dort einfach mehr Infrastruktur gibt als die kleine ländliche Gemeinde Garafía bieten kann. - So ist diese Ehrung auch nicht unumstritten bei den Garafianos, denn man bemängelt immer wieder, dass man eigentlich gar nicht von den Einrichtungen auf dem Roque de Los Muchachos profitiert.

Ganz nahe den Sternen hier auf La Palma war auch ein österreichischer Zeitgenosse, ein Fotojournalist und, wie man nun sehen kann, begnadeter Sternefotograph und Filmer. - Und einen Blick und Liebe zu La Palma muss er auch noch haben, denn was der in Zeitraffertechnik zu einem gut 3 Minuten langen Video zusammen geschnitten hat, das kann sich im wahrsten Sinne des Wortes gut, sehr gut sogar, sehen lassen. - Dagegen verblassen die bunten Werbevideos über die Insel, äußert beeindruckend, was da zustande gekommen ist. - Christoph Malin heißt der talentierte Mann aus Österreich, mit dem guten Auge für das Universum und La Palma, und das Werk, welches Sie bestaunen können nennt er einfach nur "The Island" - Auf seiner Webseite finden Sie das Video, auf welches mich eine Mitbewohnerin der Insel aufmerksam gemacht hat, bei der ich mich auch recht herzlich dafür bedanken will. - Also Chapeau an Christoph Malin, den Namen werden wir uns merken müssen.



Donnerstag 18.08.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1013 hPa

Musik im Park
Doch was bitte ist "Fusion Rock Latin"?

Der Sommer ist die Jahreszeit für Konzerte, und überall auf der Insel finden nun kleine wie größere Musikveranstaltungen statt, wobei die Betonung dann schon eher auf kleine gerückt ist. - Natürlich eine Auswirkung der klammen Stadtsäckel, man verzichtet, weise oder pleite, da muss man sich nicht festlegen, auf das Anheuern großer nationaler oder internationaler Stars, wie man das in den vergangenen Jahren noch gemacht hatte, sondern greift lieber in den lokalen Kulturtopf und fährt bescheiden und gut damit. - Aber auch viele private Unternehmen, meist natürlich aus dem gastronomischen Sektor warten mit Konzerten auf, so dass man bereits deutliche Terminschwierigkeiten beklagen kann, aufgrund der Fülle der musikalischen Darbietungen. - Auch klappt das nicht so richtig mit einem vernetzten Veranstaltungskalender, man muss sich alles mühsam aus irgendwelchen Informationsquellen zusammensuchen, und dennoch bleibt vieles weiter unentdeckt. - Da könnte man auch mal überlegen, wie man eine wirkliche Veranstaltungsübersicht erstellen kann, in welche alle Gemeinden aber auch private Unterfangen aus dem kulturellen Bereich gemeldet werden. - Am ehestens kommen diesem Bedürfnis noch die beiden online-Medien www.elapuron.com sowie www.infoisla.org nach, allerdings ohne den Anspruch komplett zu sein. - Die sind halt auch angewiesen darauf, dass die Veranstalter ihnen Termine und ein paar Eckdaten liefern, und wenn das nicht geschieht, dann landen diese Hinweise ungehört und irgendwo. - Das ist dann ein bisschen so wie der sinnige Spruch: Jeder wirbt für sich alleine. - Aber man kann sich sicher sein, jeden Freitag und Samstag mindestens, finden hier in jedem Kaff und in jedem "kulturell orientierten" gastronomischen Betrieb irgendwelche Konzerte statt. - Die Bandbreite des Dargebotenen reicht so auch von Beethoven bis Toni Tun Tun, wobei Sie letzteren nicht wirklich kennen oder googlen müssen, das ist musikalischer Trash aus der misslungenen Wiederaufbereitungsanlage der Harmonielehre, welcher sich Reggaeton brüllt oder nuschelt. - Aber das breite Feld der Kultur ist mit vielen Blümchen bestückt, und was Blüten sind und was als Unkraut bezeichnet wird, das liegt doch ganz alleine im Sinne des Zuhörers. - Blöd ist nur, wenn man nicht weghören kann…

Fast so wichtig wie das Dargebotene ist natürlich auch das Umfeld, in dem man in den Genuss der Muse kommt. -. Da gibt es prächtige Säle mit grandioser Akustik, oder man verlegt eine solche musikalische Aktion auch mal nach draußen. - In Los Llanos legt man dieses Jahr nun die zweite Version der "Noches del Parque" Konzerte auf, im virtuos bis grenzwertig kitschig gestalteten "Parque Antonio Gómez Felipe". - Dieses Kleinod phantasiereicher Landschaftsgärtner befindet sich in Los Llanos, an der Straße nach Puerto de Naos, rechter Hand, gegenüber der Lokalpolizei. - Dort finden nun die kommenden Wochenenden wieder Konzerte in den Abendstunden statt, beginnend diese Samstag, den 20. August. - Die Gruppe "Jorge Guerra & Carlos Novo" wird da auftreten, ab 22:00 Uhr, und die Beiden bringen Musik die sich "Latin Sound Fusion" nennt. - Ich weiß nicht was das ist, kenne jedes der drei Worte nur alleine, kann mir aber theoretisch vorstellen, was die damit meinen. - Eine Woche später, also am 27.8., da gibt es dann "Fusion Rock Latin" mit der palmerischen Band Rino´s, was für eine grandiose Abwechslung. - Die gibt es dann wirklich am 1. September, dann tritt nämlich die ungarische Sopranistin Krisztina Laki auf, welche damit auch ihr Abschlusskonzert der VI Ausgabe des sommerlichen Meisterkurs für Gesang auf La Palma gibt. - Eine "lyrische Gala" verspricht man uns für diesen Abend, wenn das kein lockendes Angebot wird. - Den Abschluss der "Konzerte im Park" bieten dann am 3. September die Musiker von EntreAmigos, und das wird dann auch wieder was mit "Fusion" in welcher Flamenco und Pop verarbeitet werden. - OK, let´s fusion, auch wenn ich immer noch nicht weiß, was das eigentlich ist.





Mittwoch 17.08.2011 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 30,1 Grad - niedrigste Temperatur 26,5 Grad

Einfach mal so ins Sommerloch gepfiffen
Gemeindenmonopoly

Schon mal was von Schulden gehört, oder Schuldenkrise und öffentliche Haushalte, die eigentlich gar keine sind? - Das beschäftigt uns häufig hier auf der Insel und dann brechen sofort die großen Diskussionen los, wie man denn die berühmte "öffentliche Hand" sparsamer betreiben könnte und eben vor allem, von den Schulden fernhalten könnte. - In der Tat erweisen sich die Verschuldung und die hohen Personalkosten für die Gemeinden oft als fatal, denn außer Löhnen, Gehältern und Zinsen bringen die Gemeinden kaum noch weitere Gelder auf. - Investitionen können kaum noch getätigt werden und in manchen Gemeinden ist es gar schon so schlimm, dass man ohne neue Kredite nicht mal mehr die Gehälter bezahlen kann. - Was einem sofort dabei einfällt, das ist der Luxus von 14 Gemeinden auf La Palma, für gerade mal an die 84.000 Einwohner. - Das bedeutet 14 Bürgermeister, an die 70 Gemeinderäte, die auch allesamt bezahlt werden müssen, und dann noch der gesamte Mitarbeiterstab, welcher für den Betrieb einer Gemeinde notwendig ist. - Man kann schätzen, dass auf La Palma alleine 1.500 Menschen für die Gemeinden arbeiten, ob nun als Politiker, im Pflegedienst, als Straßenarbeiter oder meinetwegen im technischen Büro, zuzüglich des Cabildo Insulars, welches noch mal eigene Angestellte hat, einen eigenen Haushalt und für das Cabildo arbeiten noch mal an die 300 Personen. - Also 1.800, ohne die Angestellten welche in den staatlichen Behörden arbeiten wie Arbeitsamt oder Krankenhäuser, sondern einzig und alleine die, welche mit der politischen und territorialen Verwaltung der Insel zu tun haben. - Dazu kommen noch hunderte von Teilzeit- oder Saisonkräften, welche zum Beispiel in der Waldbandsaison eingestellt werden oder rund um die großen Fiestas welche es immer zu feiern gibt. - Was den allermeisten dazu einfällt, das ist natürlich das Zusammenstreichen von Gemeinden, denn da sind wirklich Zwerggemeinden dabei, deren unabhängige Existenz nur über Luxus oder Jux und Tollerei erklärt werden können. Allerdings bedeuten diese vielen Gemeinden ja auch wieder so etwas wie die immer wieder gewünschte und so oft zitierte Bürgernähe, was in der Tat ein entscheidender Vorteil gegenüber großen Städten oder Gemeinden ist.

Aber da sind wir genau beim Punkt, die Frage muss einfach nur lauten, können oder wollen wir uns diesen Luxus weiterhin leisten, oder müssen wir andere Wege einschlagen, unsere Verwaltung hier auf der Insel zu regeln. - Denn diese kleinen "Pleitegemeinden", da ist zwar die Bürgernähe groß, keine Frage, aber der Geldbeutel so klein, dass der Bürger wohl nah ist, aber man nichts für ihn tun kann, weil man einfach keine Mittel hat. - Die meisten sind sich so auch einig, dass man die Verwaltung schlanker machen muss, aber eben wie, und was macht man dann mit den freiwerdenden Kräften, welche dann die Zahl der Arbeitslosen noch weiter ansteigen lassen. - So oder so keine lockenden Geschichten und dann kommt noch ein weiteres Thema hinzu, der durchaus hier vorhandene Lokalpatriotismus und augenscheinliche Unterschiede der Charaktere der Menschen und Gemeinden. - Nimmt man nur El Paso und Los Llanos, Gemeinden, die früher eine Einheit gebildet haben, sich eine große gemeinsame Grenze teilen, und ein Betrachter von außen auch gar nicht erkennen könnte, wo denn nun Los Llanos aufhört und wo El Paso anfängt, so gibt es doch große Unterschiede in der Mentalität beider Orte, die nicht zu übersehen sind. - Beiderseits könnte man es sich nur schwer, oder besser gar nicht vorstellen, wieder zusammen eine Gemeinden zu bilden, aber eben gerade die drei Gemeinden im Aridanetal, also Tazacorte auch noch mit einbezogen, die schreien durch die Nähe und wegen der gemeinsamen Historie doch direkt danach, wieder eine Einheit zu bilden. - Die Gemeinde "El Valle", oder einfach "Aridane" könnte das werden, mit 34.000 Einwohnern. - Weiter bietet es sich an, empfiehlt sich gerade zu, Santa Cruz, die beiden Breñas und Mazo zusammenzulegen, da kommt man dann auf eine ähnliche Anzahl an Bürgern. - Wo allerdings Fuencaliente hin soll, auf die Ostseite zu Santa Cruz, oder auf die Westseite zu "Aridane", das weiß man nicht so genau. - Im Norden müsste man sich überlegen, ob man nicht aus allen Gemeinden eine Einheit macht, oder lieber doch zwei, nämlich Nordwest und Nordost. - Auf jeden Fall käme man wunderbar und ohne Probleme mit 3 bis 4 Gemeinden auf der Insel aus, aber kein lokaler Politiker hier auf der Insel hat es je gewagt, diesen Vorschlag zu machen. - Auf Tenerife hat ein Stadtrat der CCN das Thema mal kurz angeschnitten, aber dann schnell wieder fallen gelassen, wie heiße Kartoffeln noch in der Schale. - Das ist so ein Ding, welches von außen kommen muss, aus Madrid, und man hier lokal keine Schuld verteilen könnte, sondern dann gemeinsam auf die Kolonialherren dort in Kastilien schimpfen kann. - Solch ein gemeinsamer Groll, der könnte dann verbindend wirken, das wäre ja dann zumindest ein Anfang zum "Gemeindevölkerverständnis".



Mittwoch 17.08.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1016 hPa

Heiß oder nicht so heiß
Alles eine Frage der Lage

Trauen Sie keinem Thermometer. - Das Mehrzweck-Straßenmöbel an der Hauptstraße in El Paso, welches ziemlich zeitlos-stillos sowohl das Datum, die Uhrzeit und auch die Temperatur im schnellen Wechsel anzeigt, hat ein kleines Problem. - Nicht beim Datum oder bei der Uhrzeit, sondern bei der Temperaturangabe. - Es übertreibt schamlos, wobei man eigentlich den Fehler nicht dem Thermometer an sich geben darf, sondern dem Standort. - Direkt in der Sonne, und über dem Asphalt, da neigt man eben zu Übertreibungen und viele Menschen lassen sich von zu hohen Temperaturangaben dann aber auch verleiten. - Über 40 Grad zeigt das Thermometer gestern am Nachmittag dort an, ein anderes Thermometer, nicht ganz so öffentlich, aber dennoch für alle erkennbar, das am Fußballplatz, allerdings nur 34 Grad. - Vom Fußballplatz bis in die Innenstadt ist die Luftlinie vielleicht 250 Meter, man möchte also meinen, der Unterschied von der Lage her ist nicht signifikant. - Ist er auch nicht, nur eben das Thermometer am Fußballplatz ist korrekt im Schatten angebracht und auch nicht über dem Asphalt, und schon hat man einen Wert, der 6 Grad unter dem liegt, welcher dort an der Straße angezeigt wird. - Bei uns waren es "nur" 31,6 Grad, aber wir liegen ja auch ein deutliches Stück tiefer und bereits in einer anderen Klimazone als El Paso selbst. - So müssen wir die Hitze der letzten zweieinhalb Tage auch nicht gleich in rekordverdächtige Regionen hieven, die Werte von Ende Juli 2009 mit Werten von 44,4 Grad selbst bei uns, die werden wir so schnell nicht wieder erreichen und gestern waren wir noch mindestens 10 Grad davon entfernt. - Das Azorenhoch ist einfach nur ein bisschen verrutscht, wir haben nicht mal Calima, der Passat stottert gewaltig, und so kommt es zu einer nicht alltäglichen Durchmischung der oberen und unteren Luftschichten. - Und das haben wir doch bereits gelernt, ab etwa 1.000 Meter Höhe weht bei uns fast immer heiße und trockene Luft, welche aus Südwesten heran kommt, die sich aber bei normaler Wetterlage nicht mit der kühlen und trockenen Luftschicht unter 1.000 Meter mischt. - Gerade aber berappelt sich das große nordatlantische Hoch wieder, nachdem es seine gierigen Finger bis ganz weit nach Mitteleuropa gestreckt hat und konzentriert sich wieder auf sein Kerngeschäft, das Wetter über dem Nordatlantik ordentlich im Uhrzeigersinn mit frischem Wind zu beglücken. - Heute den Tag über dürfen wir noch mal schwitzen, von mir aus auch bei imaginären 40 Grad, gegen Abend aber wird es bereits wieder deutlich abkühlen, um dann in den kommenden Tagen wieder zu wunderbarstem kanarischen Sommerwetter zu werden.



Dienstag 16.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 31 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 31,8 Grad - niedrigste Temperatur 23,1 Grad

Flagge zeigen
Fuencaliente sucht seine Farben

Demokratie ist, wenn man es trotzdem macht… Immerhin, die Menschen aus Fuencaliente dürfen jetzt wählen. - Nicht, ob sie eine neue Straße wollen oder sonst was, aber immerhin, sie haben die Auswahl unter drei verschiedenen Flaggenvorschlägen zu wählen, welches textile Wink- und Windelement zukünftig den Ruhm und die Ehre der Gemeinde repräsentieren soll. - Bislang haben die nämlich keine Flagge, sondern nur ein Wappen, und wenn man schon pleite ist und nicht mal 2.000 Einwohner hat, dann braucht man nichts dringender als eine Flagge, die man dann auch zeigen kann. - Ok, El Paso hat auch eine Flagge, alle anderen Gemeinden auch, dann kann man das Fuencaliente auch nicht vorenthalten. - Drei Versionen hat der Heraldiker Manuel Lorenzo erstellt, und nun sind diese drei Flaggen im Rathaus von Fuencaliente ausgestellt, und alle Bürger der Gemeinde, die älter als acht Jahre sind, dürfen jetzt bis zum Februar kommenden Jahres ihre Wunschflagge per Abstimmung auswählen. - Spötter sagen zwar immer wieder, die Flagge der Gemeinde wäre rein weiß, weil man sich keine Farben auf dem Tuch mehr leisten könnte, aber dafür scheint man dann doch wieder Geld zu haben. - Oft kommt im Zusammenhang mit Fuencaliente die Frage, heißt das nun "Los Canarios" oder Fuencaliente, und dazu muss zunächst beide Begriffe auseinander halten. - Die Gemeinde heißt Fuencaliente, immer schon, bleibt auch so, allerdings heißt der Ortsflecken, in welchem das Rathaus steht "Los Canarios". - Das ist auch der Ortsteil durch den die Hauptstraße führt, und es hat sich einfach im Sprachgebrauch eingebürgert, dass man sagt, man fährt nach Fuencaliente, auch wenn man konkret nach Los Canarios fährt. - Weitere Ortsteile sind: Las Indias, Los Quemados, La Fajana, El Charco und Las Caletas. - Alle zusammen bringen mal gerade knapp 1.900 Einwohner in die Statistik ein, und damit ist nach Garafia im Nordwesten, Fuencaliente die zweitkleinste Gemeinde der Insel. - Mit diesem Namenswirrwarr erschreckt man ebenso die Leute aus Breña Alta und Breña Baja. - Dort heißen die Hauptorte San Pedro und San José, aber das sagen die wenigsten, sondern nennen immer den Gemeindenamen. - In Garafía ist das auch so, da heißt der Hauptort Santo Domingo, aber jeder sagt nur, er fahre nach Garafía. - In den anderen Orten der Insel heißt der Hauptort so, wie die ganze Gemeinde auch genannt wird, also gibt es dort keine möglichen Verwechslungen. - Außer bei "San Andrés y Sauces", in dem Namen stecken gleich beide Ortsnamen der größeren Orte der Gemeinde, wobei der zweitgenannte Los Sauces deutlich größer ist als San Andrés.



Dienstag 16.08.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1016 hPa

Sommerlochopfer
Asphalt klebt furchtbar

Ganz ruhig ist es geworden um die "Angelegenheit Asphaltwerk". - Das haben wir dem Sommer zu verdanken, und eben auch den neuen Stadtregierungen in Los Llanos und El Paso. - Wobei Los Llanos natürlich im Zugzwang ist, schließlich ist das Industriegebiet unter deren Obhut und aus El Paso kann man eigentlich nur Empörung oder Unterstützung liefern. - Noch vor den Wahlen hatten sich ja beide jetzt einträchtig regierenden Parteien und deren Kandidaten, Noelia García von der PP und Chema Vargas von der PSOE klar und deutlich gegen die Asphaltwerke gestellt. - Seit Juni nun sind die im Amt, und nicht wenige behaupten, dass gerade die Stimmen der Asphaltgegner es erreicht hätten, dass die Coalición Canaria von der absoluten Mehrheit geschubst wurde. - So genau kann man das natürlich nicht sagen, aber nahe liegt das schon. - Zunächst muss man aber dem nun im Amt befindlichen Stadtrat Zeit lassen, das alles zu studieren, und so verhält sich die "Plataforma" gegen die Asphaltwerke auch abwartend, wie man denn nun seitens des neuen Stadtrates das Wahlversprechen, sich gegen die Asphaltwerke einzusetzen, auch umsetzen will. - An die Öffentlichkeit kam da noch nicht viel, ist vielleicht auch besser so, weil eben noch nichts ausgegoren ist und wir im Moment auch sommerliche Schweigepflicht haben. - Schweigepflicht deswegen, weil die Hälfte der Leute in Urlaub ist, kein Gericht arbeitet und alles was man jetzt von sich gibt, nicht von Handlungen unterstützt werden kann. - Dennoch begeht Noelia García den Fehler, sich gegenüber der Zeitung "El Dia" zu äußern, und damit tritt die leider politisch sehr unerfahrene erste Dame der Stadt auch gleich gewaltig ins Fettnäpfchen. - Die schädlichsten Interviews sind solche, in denen jemand sagt, ich will nichts sagen, und dann erklärt warum. - Was dabei in dem Fall herauskommt ist ein leidlich ungestaltes Interview über die mögliche weitere Verfahrensweise, wobei Noelia García wohl nicht wirklich bedacht hat, welches Geistes Kind die Zeitung "El Dia" ist. - Dabei vermischen sich zwei Fragenkomplexe und es geht aus dem Geschriebenen eben nicht hervor, auf welchen Komplex Noelia García nun ihre Antwort bezieht. - Die "Plataforma" hat in einem Kommunique vor ein paar Wochen gefordert, nicht nur den beiden dort vorgesehenen Asphaltwerken keine Betriebsgenehmigung zu erteilen, sondern darüber hinaus die generellen Nutzungsbedingungen für das gesamte Industriegebiet zu ändern. - Das ist natürlich noch ein Schritt weiter gedacht und gefordert, und deutlich schwerer umzusetzen, da ja nicht das Industriegebiet in sich bislang in Frage gestellt wurde, sondern nur die beiden Asphaltwerke.

So muss Noelia García in dem Interview äußerst vorsichtig darauf hinweisen, dass so etwas enorme Konsequenzen mit sich bringen würde, die teilweise sogar rechtliche Schritte nach sich ziehen könnten. - Allerdings weiß der Leser zu keiner Zeit, auf welchen Komplex hin Noelia García das gesagt hat. - Geht es nun um die Ablehnung der Asphaltwerke, oder um eine eventuelle Nutzungsänderung für das Industriegebiet im Allgemeinen. - Auf jeden Fall entsteht für den Leser der Eindruck, Noelia García würde bereits bevor alle Fakten, Daten und Möglichkeiten überhaupt auf dem Tisch liegen, vor möglichen rechtlichen Konsequenzen einknicken und, gegen ihr Wahlversprechen hin, die Asphaltwerke doch durchwinken. - Sicher mit zwei weinenden Augen, aber in der Konsequenz eben doch. - Liest man aber den Artikel ganz aufmerksam, dann hat Noelia García das gar nicht gesagt, man hat eben aus vielen Problemen rund um ein solches Genehmigungsverfahren eine Meinung gepresst, welche in der eigentlich lustigen Überschrift gipfelt: "Die Ablehnung der Asphaltwerke würde rechtliche Konsequenzen mit sich bringen". - Daraus nun aber zu backen, dass diese grandiose Erkenntnis, welche wir alle seit Jahren bereits wissen, eine Umkehr aus Angst oder bürokratischem Kadavergehorsam gegenüber ihrem Wahlversprechen wäre, dieser Kuchen kann nicht wirklich gelingen. - Es ist klar, dass der Betreiber des Asphaltwerkes sich nicht ohne rechtliche Schritte einzuleiten damit abfinden wird, dass sein Werk weiterhin dort ungenutzt steht, es geht schlicht weg um die Höhe der Abfindung und ob sich die anlehnende Behörde oder Personen damit ins rechtliche Aus stellt. - Denn sind alle Papiere korrekt, wobei wir ja wissen, dass das nicht so ist, dann kann man die Betriebsgenehmigung gar nicht verweigern, außer man geht das Risiko ein, eine Klage zu riskieren. - Noelia García hat sich da in dem Interview herrlich austricksen lassen und das bei einem heiklen Thema und sicher wird sie heute bei der Lektüre ihrer bunt zusammen geschnippelten Aussagen bereits reichlich Bauchweh bekommen. - Man muss sich eben gut überlegen, wem und wann man etwas sagt, und wenn man den ganzen Kuchen noch gar nicht gebacken hat, andere den aber bereits verkaufen wollen, dann sollte man den Laden erst gar nicht aufmachen. - Nichts hat sie gesagt, was irgendwelche Schlüsse erkennen lässt, nur den Sturz ins Sommerloch, den haben wir laut gehört.



Montag 15.08.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 28,9 Grad - niedrigste Temperatur 20,7 Grad

Puntagorda 1.260 Meter - Temp. max. 41,8 - Temp. Min 23,6 - Feuchte 20 - 20 % Niederschlag 0 mm

Das Juliwetter
Langeweile oder grandiose Konstanz

Das Wetter auf den Kanaren, und speziell hier bei uns auf der Insel La Palma ist so ein ganz eigenes Ding. - Auf La Palma deshalb nochmal besonders, weil wir eben auf solch kleinem Raum so deutliche Höhenunterschiede aufweisen, welche eine gänzliche Wettervorhersage oder einfach nur Aussage über das Wetter der Insel unmöglich machen. - Wetter findet eben nicht nur nebeneinander statt, sondern viel heftiger übereinander, und wer in ein paar Kilometern von Meereshöhe auf 2.400 Meter gelangt, der geht durch mindestens vier Klimazonen. Grundsätzlich bestimmt unser Wetter der Nordatlantik mit seinem oft sehr stabilen großen Hochdruckgebiet, welches wegen seiner häufigen Kernlage über den Azoren auch so betitelt wird. - Für unser Archipel ein absoluter Segen, sonst wären wir trocken wie die westafrikanische Küste. - Allerdings gibt es hier auch noch wichtige Unterschiede, die Inseln mit hohen Bergen schaffen es den Passat zu "melken", über die flachen östlichen Inseln ziehen die Passatwolken einfach weg, ohne ihr kostbares Nass zu hinterlassen. - So ergibt sich aber auch ein gewaltiger Unterschied zwischen den West- und den Ostseiten der Inseln wo man generell sagen kann, im Westen ist es deutlich trockener als im Osten, besonders bei Passatlage. - Lediglich im Winter, wenn das Azorenhoch mal nicht an seinem Platz ist, und uns nur so Tiefausläufer aus dem Westen erwischen können, dann kann es vorkommen, dass es auf der Westseite regnet, im Osten aber nicht oder nur in den hohen Lagen. - Auch gibt es durch den Passat eine interessante Erscheinung hier auf den Inseln, dass es "oben" wärmer ist als "unten". - Der Passat wirkt mit seiner feuchten und kühlenden Luft vielleicht bis auf 1.000 Meter Höhe, darüber zieht fast immer trocken-heiße Luft aus Südwest über die Insel und bringt damit erstaunliche Temperaturunterschiede mit sich. - So zum Beispiel heute, wir messen hier auf gemäßigten 540 Meter Höhe 28,6 Grad, auf 1.260 Meter allerdings 41,8 Grad. Das haben wir nur dem kühlenden Passat zu verdanken, welcher eben in den unteren Luftschichten solche afrikanischen Temperaturen verhindert. - Nur selten wird es auf unserer Höhe auch mal so warm, und das eben auch nur dann, wenn der Passat so weit verrutscht, dass er anstatt Luft vom Atlantik auch bereits Luft ansaugt, welche über den afrikanischen Kontinent bereits "vorgeheizt" ist. - Dieses Jahr sind wir von solchen Erscheinungen fast gänzlich bewahrt worden, bislang muss man sagen, denn heiß kann es selbst im November noch bei uns werden. - Diesen Juli zum Beispiel kann man als äußerst angenehmen Monat bezeichnen und als Paradebeispiel wie das Azorenhoch und damit der Nordostpassat für ausgeglichenes Wetter selbst im Sommer bei uns wirken kann. - So hatten wir tagelang hintereinander fast genau gleiche Werte in Luftdruck, Luftfeuchte sowie Temperaturen, man hätte ohne Probleme die Werte der Vortage notieren können, das wäre kein Problem gewesen. - Lediglich die drei letzten Juli Tage war es deutlich wärmer, ansonsten zeigt die Wetterstatistik für den Juli 2011 auf unserer Höhe ein sehr interessantes Bild der Konstanz. - Solche Konstanz kann man auch als langweiliges Wetter betiteln, aber für den Menschen ist es enorm angenehm und nun versteht man vielleicht auch, dass wir bei 17 Grad bereits frieren, und bei 30 Grad bereits über die Hitze stöhnen, weil wir solche "Spitzen" einfach nicht gewöhnt sind, sondern uns nur bei Temperaturen zwischen 18 und 28 Grad wohl, oder sagen wir einfach Zuhause fühlen. - Anschließend das "Dokument der Langeweile" aus dem Juli 2011 und bislang kann man für den August auch noch keine brutalen Wetterphänomene beobachten.



Wetterstatistik für den Juli 2011. Standort, Westseite unterhalb El Paso auf 540 Meter Höhe.



Tag hPa Niederschlag Feuchte morgens Feuchte abends max. Temp. min. Temp.
1.7. 1014 0 60% 47% 26,9 18,6
2.7. 1015 0 66% 47% 26,7 19,0
3.7. 1017 0 72% 44% 25,8 18,8
4.7. 1017 0 57% 42% 25,2 17,5
5.7. 1017 0 62% 41% 24,0 18,0,
6.7. 1016 0 62% 41% 25,5 17,0
7.7. 1015 0 63% 50% 24,4 18,5
8.7. 1016 0 62% 44% 24,4 18,2
9.7. 1017 0 64% 38% 27,2 17,6
10.7. 1017 0 60% 35% 27,5 18,2
11.7. 1015 0 63% 39% 25,4 18,8
12.7. 1015 0 67% 42% 25,4 17,6
13.7. 1017 0 49% 39% 26,8 18,7
14.7. 1016 0 69% 46% 25,8 19,8
15.7. 1016 0 59% 47% 26,6 19,0
16.7. 1016 0 71% 47% 25,7 18,8
17.7. 1018 0 53% 47% 27,8 18,8
18.7. 1017 0 70% 46% 25,8 19,7
19.7. 1019 0 65% 55% 25,0 18,4
20.7. 1018 0 65% 46% 24,4 18,6
21.7. 1016 0 63% 37% 25,6 17,8
22.7. 1016 0 58% 45% 24,3 18,6
23.7. 1019 0 50% 64% 23,8 18,1
24.7. 1020 0 55% 48% 22,2 18,0
25.7. 1018 0 54% 42% 22,9 16,8
26.7. 1015 0 57% 38% 24,8 17,0
27.7. 1016 0 62% 52% 25,3 17,6
28.7. 1015 0 63% 48% 25,2 18,4
29.7. 1016 0 73% 52% 29,2 19,2
30.7. 1018 0 27% 10% 34,1 21,8
31.7. 1016 0 52% 42% 29,3 22,5
Summe Niederschlag 0 - - Ø 25,90 Ø 18,56

Durchschnittstemperatur für den Juli 2011 insgesamt somit 22,23 Grad



Montag 15.08.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1013 hPa

Kleinigkeiten
Große Dinge passieren nicht an Feiertagen

Die Temperaturen machen die kommenden Tage wieder einen spürbaren Schritt nach oben. - Allerdings erwarten wir hier auf La Palma keine neuen Rekordtemperaturen, so wie überhaupt dieser Sommer äußerst mild und erträglich daherkommt. - Bis Mittwoch sorgt ein leicht verrutschtes Azorenhoch dafür, dass der Nachschub an frischer und kühler Atlantikluft geringer wird, und wir tagsüber wohl an die 30 Grad Marke heranschnuppern. - Danach gibt es wieder Passat wie aus dem Lehrbuch, also bestes Wetter auf unserem Inselchen. - Diese kurzen Intervalle an afrikanischem Sommer erinnern uns ein bisschen an die vergangenen Sommer, in welchen wir deutlich häufiger über Hitze gestöhnt haben als in diesem Jahr. - Die alten Leute, die meinen zwar, das dicke Ende kommt dann noch im September oder Oktober, aber ich muss ganz ehrlich sagen, beim Wetter höre ich inzwischen lieber auf das Global Forecast System, als auf die Weissagungen des pensionierten Teil der Bevölkerung.

In Tazacorte legt sich die Sommerpause nicht so friedlich über die Lokalpolitik wie in den anderen Gemeinden, Carmen Acosta lässt die Zügel nicht locker. - Nach 18 Jahren absoluter Mehrheit der Unión Bagañete/Coalición Canaria, ist die Gemeinde pleite, täglich tauchen neue Rechnungen und Schludrigkeiten auf, so dass man sich dort nun entschlossen hat, die letzte Legislaturperiode vom Rechnungshof überprüfen zu lassen. - Die "Audiencia de Cuentas de Canarias" wird sich also mit den Finanzen der Gemeinde Tazacorte befassen müssen, so hat das der Gemeinderat beschlossen, welcher nun aus einer Koalition von PSOE und Partido Popular besteht, und man in den wenigen Wochen im Gemeinderat nur versteckte Schulden und fragwürdige Rechnungen entdeckt hat. - Allerdings hat die "Audiencia de Cuentas de Canarias" nicht gerade den Ruf, schnell und effizient zu arbeiten, und oft dauert es Jahre, bis dann ein meist sehr vages Ergebnis vorliegt. - So muss man diese Entscheidung auch mehr als Ausrufezeichen werten, womit der neue Gemeinderat zum Ausdruck bringt, wir sind nicht für die katastrophale finanzielle Situation der Gemeinde verantwortlich.

Aus dem "Polizeibericht" erfahren wir noch, dass zwei Spaziergänger auf einem Wanderweg in der Nähe der Cumbrecita 10 Meter in einen Barranco gestürzt sind und von Rettungskräften wieder nach "oben" geholt werden mussten. - Beide Wanderer sind danach auch ins Krankenhaus gebracht worden, wegen anhaltender Schmerzen im Rücken. - Die beiden waren auf dem Rückweg vom "Lomo de las Chozas" wohl irgendwie vom rechten Weg abgekommen, denn diese Wanderung von der Cumbrecita zum Lomo de las Chozas, die kann man eigentlich sogar in Badelatschen bequem und gefahrlos laufen.

Eine spannendere Geschichte hören wir noch aus Las Palmas. - Dort wurde ein Taxifahrer Opfer eines Überfalls. - Die vier jugendlichen Fahrgäste begannen gleich nach Fahrtantritt den Fahrer übel zu beschimpfen und drohten mit Handgreiflichkeiten, wenn er die Kasse nicht herausrückt. - Es kam sogar so weit, dass einer der Fahrgäste den Fahrer am Hals würgte, um der Drohung Nachdruck zu verleihen. - Aber so einfach ist das nicht mit Taxifahrern aus Las Palmas, denn der bog einfach schnell von der Straße ab und direkt auf den Hof der nahen Polizei, wo er laut hupend und rufend um Hilfe rief. - Die Beamten waren auch nicht eingeschlafen, sondern erkannten die Situation schnell und konnten alle vier "Fahrgäste" in Gewahrsam nehmen, und den Taxifahrer aus seiner unangenehmen Situation befreien.



Sonntag 14.08.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 27,6 Grad - niedrigste Temperatur 18,9 Grad

Mops, der Sanfte Riese
Neben dem Roten Teppich in der felinen Hackordnung

Unseren Kater Paul kennen alle. - Die beiden anderen Familienmitglieder, Lucky und Mops, die gehen neben dem arroganten wie selbstherrlichen Kerl auch meist unter. - Ist aber auch verständlich, der Paul hat ja einen ganz anderen Werdegang in unserer Familie hinter sich, der ist ja praktisch schon am dritten Lebenstag zu uns gekommen und die beiden ersten Wochen in meiner Hosentasche groß geworden. - Der Paul glaubt, er sei ein Mensch, nur schöner, besser und schneller, er käme gar nicht auf die Idee zu glauben, dass er eigentlich wie die beiden anderen Katzen einer völlig anderen Spezies angehört. - Lucky und Mops, Brüderchen und Schwesterchen, die kamen zu uns, da waren die bereits ein paar Wochen alt, und hatten somit auch schon feline Zeiten hinter sich und sind viel eher "normale" Katzen als der Feudalbengel Paul. - Lucky zieht da noch mehr die Blicke der Menschen auf sich, denn die ist bereits mit einem körperlichen Handicap zu uns gekommen. - Die kleine schwarze Katzendame hat zwar vier Beine, aber nur drei davon reichen bis auf den Boden, und wenn die dann so an einem vorbeihoppelt, wie ein kleines Känguru, dann zucken sofort die Mitleidssynapsen und das zarte Mädchen erhält jede Menge Aufmerksamkeit. - Allerdings kann Lucky eine rechte Kratzbürste sein, jeder möchte sie streicheln, oder mit ihr spielen, sie macht das dann auch, aber sie zieht dabei nie die Krallen ein, so dass das meist ein äußerst kurzes und schmerzhaftes Vergnügen ist. - Mops ist da ganz anders, Mops ist die Graue Maus unter unseren Katzen, nicht nur, weil sein Fell wirklich unifarben und glänzend grau ist. - Mops ist äußerst zurückhaltend, und käme gar nicht auf die Idee, von selbst Streicheleinheiten oder Spiele zu fordern, wie Paul das mit Leidenschaft gerne tut. - Schafft man dann aber, den großen grauen Kater zum zärtlichen Rendezvous, oder gar zum ausgelassenen Spiel zu locken, dann passt der ganz genau auf, dass er keinem weh tut und selbst seine Liebesbisse hinterlassen nicht die geringsten Spuren auf der zarten Menschenhaut. - Dabei ist Mops unsere größte Katze, mit Abstand, wobei man wissen muss, dass Katzen auf La Palma eh deutlich kleiner sind als ihre felinen Kollegen zum Beispiel in Deutschland. - Dass Mops und Lucky Bruder und Schwester vom gleichen Wurf sind, das glaubt eh niemand, denn der Mops wiegt locker doppelt so viel wie seine dreibeinige Schwester.

Aus der Reserve kann man den grauen Riesen auch nur locken, wenn es ums Fressen geht. - Seine Größe muss ja irgendwie erklärt werden, Mops ist der Müllschlucker unserer beiden anderen Katzen, welche oftmals viele Happen übrig lassen, und auch weil sie sehr mäkelig bei der Auswahl ihrer Portionen sind. - Wenn es ums Fressen geht, da kann der Mops dann auch wirklich nerven, hat der Klops Hunger, und irgendjemand bewegt sich auch nur in Richtung Küche, dann springt das Monster sofort hinzu, meist direkt vor die Beine und quakt in erstaunlich unfelinen Tönen seinen permanenten Hunger heraus. - Morgens, wenn man sich endlich den Paul aus dem Gesicht gekratzt hat und noch schlaftrunken in die Küche schwankt, dann muss man höllisch aufpassen nicht auf den Mops zu treten, welcher einen keinen Moment mehr aus den Augen lässt. - Der verdrückt dann locker die doppelten Portionen wie die anderen beiden Katzen, und keine Angst, der ist auch entwurmt, der frisst halt einfach viel mehr und scheint das auch zu brauchen. - Nach seinem Fressen, also wenn er seine, Pauls und Luckys Schalen leer gefressen hat, dann wird er sofort wieder zum Sanften Riesen und lässt sich wunderbar als nicht kratzendes und nicht beißendes Kuschelkissen verwenden. - Meine Damen machen auch häufigen Gebrauch davon und so muss er sich ab und zu auch schon mal Posen gefallen lassen, welche man von Paul nur mit schrecklichem Gemecker, und Lucky nur mit Verletzungsrisiko verlangt, der ideale Mann also, der Mops. - Gebt ihm was zu Fressen, danach kann man alles von ihm haben, und Gegenwehr ist schon gar nicht von ihm zu erwarten. - Abends versammeln sich unsere drei Katzen eigentlich immer auf unserer Terrasse, und gehen so langsam vom sommerlichen Tagespennen in die Nachtaktivität über, dann kommt es auch schon mal zu den gewöhnlichen Schaukämpfen zwischen den Katzen. - Auch wenn der Mops dem Paul körperlich total überlegen ist, der sieht im Zweikampf keine Sonne gegen den frechen Mephistopheles, der Kampf, und sei es eben auch nur gestellt, das ist nicht seine Ausdrucksweise. - So kann es aber auch kommen, dass der Mops Probleme mit den drei Hunden bekommt, welche uns immer wieder besuchen kommen. - Die sind hier auch gerne gesehen, bekommen mal ein Leckerli und Streicheleinheiten, müssen aber vor der Tür zur Terrasse stehen bleiben, sonst gibt es Ärger. - Weniger mit uns, als mit Paul und Lucky, welche von den Hunden mit ängstlichem Abstand immer im Auge behalten werden. - Die haben sich schon mehr als eine Ohrfeige von Paul und Lucky eingefangen, und wissen was Sache ist, wenn sie über die imaginäre Schwelle treten. - Der Mops aber, der verteilt keine Ohrfeigen, und so wird der ab und zu sogar Opfer einer kleinen Verfolgungsjagd durch die Hunde, die aber überhaupt keine Chance haben, den grauen Kleintiger mit dem sanften Gemüt zu erwischen. - Selbst beim Jagen von Mäusen oder Eidechsen stellt Mops sich meist sehr ungeschickt an, was ihm auch schon den Beinamen grauer Pazifist eingebracht hat. - Gut, bei uns muss er nicht jagen, aber alleine käme dieses dicke Fellbündel wohl nicht mehr über die Runden, und sicher weiß er das auch, aber warum er uns beim Schmusen immer die Zunge herausstreckt, das haben wir noch nicht eruieren können.





Sonntag14.08.2011 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1012 hPa

Der neue Flughafen braucht Maurer, keine Gärtner
Polemik um Entlassungen

Das neue Flughafenterminal ist nun gut einen Monat offen, und fast könnte man meinen, wir haben uns bereits daran gewöhnt. - Ist auch so, allerdings berichten alle anreisenden Gäste, dass sie das alte Terminal vermissen und fragen unisono, ob wir denn solch einen großen Flughafen bräuchten. - Brauchen wir nicht, das wissen wir ja schon länger, aber das Ding ist nun mal gebaut und soll uns jetzt vielleicht am besten dazu dienen, über zukünftige Mega-Bauten öfter nachzudenken, ob wir denn diese Megalomanien wirklich brauchen. - Ein paar Läden sind nun auch bereits im Erdgeschoss eingezogen, so dass das Gebäude nicht mehr so komplett leer wirkt, zumindest unten. - Oben bleibt weiter die gähnende Leere, und von den versprochenen Designer-Läden und Boutiquen ist noch nichts zu sehen. - Echte Kritik kommt aber von den Anreisenden und denen welche diese abholen, über die schleppende Kofferausgabe. - Musste man früher auf seinen Koffer 10 Minuten oder 15 warten, so kommt jetzt kein Koffer aufs Band, vor einer Wartezeit von einer halben Stunde, und das, obwohl wir jetzt ein neuartiges Abfertigungssystem für die Koffer haben. - Was da noch schief läuft, das wissen wir nicht, hoffen aber sehr, dass es sich lediglich um Anlaufschwierigkeiten handelt, denn es gibt ja nicht mehr Koffer zu bewältigen als früher und die Aufgabe bleibt die gleiche, die müssen aus dem Flugzeug und auf das Transportband.

Das sind aber Kleinigkeiten im Gegensatz zu den personellen Veränderungen die auch gemeldet werden. - In der Tagespresse von heute beklagen drei Gärtner des Flughafens, dass man ihnen nun nach 19 Jahren Dienst gekündigt hätte, weil man am neuen Flughafen keine Gärtner mehr braucht, sondern nur noch Maurer. - In der Tat, es gibt nun keine angelegten Gärten mehr oder palmenbesäumte Wege, der schwarze Naturstein dominiert das Bild der Moderne und in der Tat fragt man sich dort, was sollen Gärtner eigentlich dort machen. - Die drei verstehen sich aber nicht nur als Gärtner, sondern haben in ihren 19 Jahren Dienst am alten Terminal alle möglichen Arbeiten dort ausgeführt, denn so üppig waren die Gartenanlagen am alten Flughafen nun auch wieder nicht, dass man dafür gleich 3 Gärtner brauchte. - So verlangen die nun geschassten Männer weiter beschäftigt zu werden, und gehen mit ihrer Geschichte nun an die Presse, welche solche Dinge auch immer gerne aufgreift. - In der Tat klingt die Angelegenheit nicht gerade nach guter Personalpolitik, und man vermutet, dass man die drei Kräfte einfach nur loswerden wollte, und die Geschichte um "man braucht keine Gärtner mehr" einfach nur vorgeschoben sei. - Die Entlassenen klagen sogar noch an, dass die neu eingestellten Wartungskräfte persönliche Kontakte und Beziehungen zu einigen Verwaltungsangestellten der AENA (Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea) hätten, und somit durch Vorteilsgabe an ihren Job gekommen wären. - Das können wir hier natürlich nicht nachvollziehen, wird aber sowohl von der AENA, wie auch dem eigentlichen Arbeitgeber der drei Gärtner, der Firma "Moncobra" deutlich dementiert. - Der Grund für die "Nichtweiterbeschäftigung" sei ausschließlich darauf zurückzuführen, dass die drei Arbeitnehmer Gärtner seien und keine Mauerer, und man für die zukünftigen Tätigkeit dort am neuen Flughafenterminal eben keine Gärtner mehr brauche. - In Gesprächen und Verhandlungen hat man nichts erreicht, die Gewerkschaften interessieren sich jetzt dafür und die Presse. - Es ist kaum anzunehmen, dass man diese drei Mitarbeiter wieder in den Dienst aufnehmen wird, allerdings hoffen die drei Gärtner nun, mit medialem Druck wenigstens noch eine Abfindung zu erhalten, die ihnen laut Gewerkschaft auch zusteht. - Neue Gebäude bringen neue Aufgaben und neue Möglichkeiten mit sich, auf der anderen Seite fallen aber auch immer ein paar Menschen dabei hinten runter.



Samstag 13.08.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 26,5 Grad - niedrigste Temperatur 19,2 Grad

Wochenendausflug
Kunsthandwerksausstellung in San Pedro

Wann Kunst anfängt, oder wo das Handwerk, diese Diskussion möchte ich mal getrost anderen überlassen. - "Artesanía" heißt das hier, und steht in unserem Bemühen um den Erhalt von Traditionen und endemischer Folklore hoch im Kurs der öffentlichen Meinung. - Diese hohe Meinung findet allerdings nur selten Niederschlag in Verkaufserfolgen, ganz viele Sektoren des Kunsthandwerkes haben es äußerst schwer, ihre Produkte an eventuelle Käufer zu vermitteln. - Viel Begeisterung bringt man den Stickerinnen und Klöpplerinnen gegenüber, allerdings weiß man in der heutigen Zeit nicht mehr so sehr, wo man denn die kunstvollen Deckchen überhaupt hinlegen soll, die Haushalte auch hier auf La Palma sind inzwischen nicht mehr gänzlich so eingerichtet wie in der vorletzten Jahrhundertwende. - Ich schiebe das Ganze ja auf die Flachbildschirme, seit dem in fast allen Haushalten solche modernen Geräte stehen, fehlt ganz einfach der Platz solche Deckchen und handgeschrubbelten Pretiosen zu drapieren. - Dieser Einwand ist weder wissenschaftlich noch statistisch empirisch untermauert, aber ich werfe das einfach mal so hin. - Eher noch halten sich aus der Abteilung des textilen Kunsthandwerkes die Damen welche sich der Herstellung von Trachten hingeben, es ist längst wieder "in" auf Festen oder gar Hochzeiten in den typischen Kostümen aufzutreten und ich habe mir sagen lassen, dass eine solche Entwicklung nicht nur hier auf der Insel zu spüren ist. - Die Inselregierung und auch die Gemeinden versuchen dem Kunsthandwerk wohl zu helfen, man stellt Verkaufs- oder Ausstellungsflächen zur Verfügung und organisiert einmal im Jahr eine große, inselweite Kunsthandwerksmesse. - Diese findet jedes Jahr in einem anderen Ort statt, und dieses Jahr ist die Wahl auf Breña Alta gefallen, genauer gesagt, auf den Hauptort San Pedro. - Dort hat man den "Parque de los Alamos" erst vor kurzem fertig gestellt, eine Mischung aus öffentlichen Gebäuden, Museen und eben auch Ausstellungsräumen, welche jetzt die 24. Ausgabe der "Feria Insular de Artesanía" aufnehmen werden. - Heute hat man die Messe eröffnet, und diese wird noch bis zum Mittwoch 17. August für Besucher geöffnet sein. - Von 17:00 - 21:00 Uhr ist dort Betrieb, und morgen am Sonntag und auch am Feiertagsmontag ist sogar den ganzen Tag offen, von 11:00 bis 21:00 Uhr. - 179 Aussteller sind dort präsent, und offerieren ihr Kunsthandwerk aus 40 verschiedenen Bereichen, wobei fast die Hälfte der Aussteller der Textilbranche angehört. - Es wird aber auch wieder einen Sonderteil geben in welchem lokale Lebensmittel präsentiert werden, obwohl man da geteilter Meinung sein darf, ob es sich dabei um Kunsthandwerk handelt. - Auf jeden Fall gibt es richtig viel zu sehen, und diese Messen erfreuen sich auch bei der Bevölkerung und den Besuchern der Insel in bester Weise. - Ich kann so etwas nur empfehlen, man entdeckt andauernd etwas Neues und wer auch nur das geringste Interesse an unserem traditionellen Handwerk hat, für den ist das eigentlich ein Muss.




Die Spitzenklöpplerinnen




Samstag 13.08.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1013 hPa

Speichellecker und Spekulanten
Rau ist der Umgangston in Los Llanos

In Las Manchas de Abajo, ein gutes Stück unterhalb der "Plaza la Glorieta" soll ein 500 Betten Hotel entstehen. - So sieht das der "PTE" vor, der äußerst umstrittene und eigentlich bereits gescheiterte touristische Sondernutzungsplan der Insel vor. - Noch ein Hotel auf der Insel, da winkt doch jeder gleich ab, bei der katastrophalen Auslastungssituation der bereits bestehenden Hotelbetriebe verbietet sich eigentlich schon der pure Gedanke daran. - Aber die Investoren, oder sagen wir vorsichtiger Promotoren des Hotelplanes für Las Manchas sehen das anders, und wollen das Projekt vorantreiben. - Das soll auch kein normales Hotel werden, sondern eine Privatklinik mit Kurcharakter, zumindest sieht das nach dem Projekt so aus, und da der "PTE" auch fordert, wenn schon Hotel im ländlichen Bereich, dann muss das Hotel ein bestimmtes Thema aufweisen, spricht nun jeder von dem Gesundheits- der Wellnesshotel in Las Manchas. - Aber es wehen graue Wolken über diesem Projekt, denn im lokalen Flächennutzungsplan der Stadt Los Llanos taucht dieses Hotel gar nicht auf, obwohl es durch den eigentlich übergeordneten touristischen Sondernutzungsplan bereits "höhere Weihen" erhalten hat. - Das bringt nun die Promotoren auf, sie gehen an die Presse und vor das Gericht, und wollen auf diese Art und Weise fordern, dass ihr Hotelprojekt zwangsweise in den Flächennutzungsplan aufgenommen wird. - Der Vorgang ist übrigens gar nicht so selten, und seitens der Gemeinde heißt es zunächst, der Antrag der Betreiber oder Investoren kam zu spät, um in den Plan noch aufgenommen zu werden. - Das wiederum verneinen die Promotoren, man hätte von der Gemeinde immer wieder Änderungen im Projekt verlangt und nur so sei es dazu gekommen, dass man irgendwann nicht mehr im Zeitfenster lag. - Trotz klarer mündlicher Zusagen stelle die Gemeinde sich gegen das Projekt, welches doch bis zu 700 Arbeitsplätze sichern könnte und Wohlstand und Reichtum auf die Insel brächte. - Gut, 700 Arbeitsplätze in einem Hotel mit 500 Betten, man muss nicht gleich so dreist den Pudding klopfen, aber vielleicht gehört solches Klappern einfach zum Geschäft.

Nun allerdings antwortet der Bürgermeister, in dem Fall noch der alte Bürgermeister, denn der Flächennutzungsplan wurde noch unter seiner Regie ans Laufen gebracht, und was der nun zu erzählen hat, das klingt nicht nur anders, sondern richtig heftig. - Speichellecker und Spekulanten seien das, die nur ihre eigenen Vorteil sähen, und sich um das Wohl der Allgemeinheit überhaupt nicht bemühen. - Rums, das sitzt, galt doch bislang Juan Ramón Marín, also der Ex-Bürgermeister der Aridanemetropole als wehender Verfechter gewerblicher Interessen wo immer es nur geht, wie man auch am Fall der Asphaltwerke im fragwürdigen Industriegebiet von Los Llanos erkennen will. - Nun taucht der plötzlich als glühender Verfechter der öffentlichen Interessen auf und nutzt Vokabeln, die eigentlich auf dem Stammtisch vorbehalten sind. - Um eine Genehmigung für einen Hotelbetrieb im ländlichen Bereich zu erhalten, müssen gewisse Bedingungen auch für eine öffentliche Nutzung des Betriebes geknüpft sein, und die sieht der alte Bürgermeister nicht als gegeben, so dass er das Hotelprojekt nicht in den Flächennutzungsplan mit aufgenommen hat. - Da steckt natürlich mehr und anderes dahinter, vielleicht sogar persönlicher Natur, irgendwie konnten und können die Promotoren wohl nicht mit der alten Rathausführung. - Da geht es auch um die Finanzierung wie man zwischen den Zeilen lesen kann, denn einerseits heißt es, die Promotoren seien Geschäftsleute allesamt von der Insel, das Kapital allerdings würde aus dem Ausland kommen. - Das wissen wir natürlich nicht genau, können das so nun auch nur vermuten und was nun ganz spannend wird, ist wie der neue Gemeinderat mit diesem Projekt umgehen wird. - Vor Gericht ist es wahrscheinlich, dass der Promotor Recht bekommt, denn der PTE ist in der Hierarchie der Pläne über einem lokalen Flächennutzungsplan, so dass man den wohl nachträglich ändern muss. - Äußerst interessant auch noch der Schlusssatz im Interview mit Juan Ramón Marín: "Während man noch Bürgermeister ist, umgarnen dich diese Leute, und in dem Moment wo man dann keine Verantwortung mehr trägt, drehen die einem den Rücken zu um mit den neuen Ratsherren gut dazustehen." - Das war aber noch nicht alles, weiter: "Man kann sich vorstellen, wie das mit der neuen Stadtregierung aussehen wird… wir werden astronomische Summen investieren, viele hunderte Arbeitsplätze schaffen, obwohl das Geld noch nicht hier ist, wir haben Freunde außerhalb die das Geld beschaffen. - Ihr wisst, wir haben euch gewählt, also wenn ihr weiter irgendwelche Wünsche habt, dann lasst es uns ruhig wissen." - Das ist mindestens starker Tobak, wenn nicht gleich die Vorausnahme von Bestechungsversuchen und es wird sehr interessant, wie nun die neue Bürgermeisterin auf diesen Vorgang reagiert.



Freitag 12.08.2011 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Feiertagswarnung
Die Jungfrau der Sieben Schmerzen schlägt zu

Der August hält hier auf La Palma zwei Feiertage bereit, da ist einmal der "Día de la Virgen de Las Nieves", den haben wir bereits am 5. August hinter uns gebracht. - Der nächste Feiertag ist der 15. August, kommenden Montag, und das ist Mariä Himmelfahrt, das wissen sogar noch ein paar Agnostiker. - Allerdings ist das nicht so einfach wie es zunächst aussieht oder sich anhört, denn hier auf La Palma ist ja vieles ein bisschen anders als anderswo. - Natürlich feiert die Kirche hier auch "Asunción de María", aber wir haben ja auch schon bei anderen kirchlichen Festen mitbekommen, dass hier ein sehr pragmatischer Umgang mit Heiligen, Jungfrauen, Wundern und besonders Terminen herrscht. - Wir nennen diesen Tag, den 15. August nämlich den "Dia de Virgen de Angustias", deren Statue in der gleichnamigen Kapelle, oder sagen wir lieber Wallfahrtskirche in der wiederum gleichnamigen Schlucht steht. - Sie haben diesen Tempel, wie man hier sagt alle schon gesehen, wenn man die Straße durch die Schlucht nimmt, dort wo am untersten Punkt die Brücke über den "Fluss" geht, gleich links davon befindet sich diese Kirche. - Unser Pragmatismus lässt uns nun zwei Feiertage gleich in einem verbringen, denn der Ehrentag der "Virgen de las Angustias", welche eine klerikale Subspezies der "Virgen de los Dolores" ist, der findet eigentlich am 15. September statt. - Allerdings nicht bei uns, wir haben diese Feiertage zusammengelegt, und so lange kein päpstlicher Nuntius kommt und uns dabei auf die betenden Finger klopft, so lange machen wir das einfach so weiter. - Der "Dia de las Angustias", der reicht halt nicht aus, um einen "echten Feiertag" zu schinden, und deshalb spielen wir einfach ein bisschen mit den Daten. - Diese Marienfigur, die hat auch einen deutschen Namen, dort kennt man sie als "Schmerzensmutter Maria" und dabei geht es um die sieben Schmerzen, welche die Mutter Jesus ausgestanden hat. - Sicher, die Kinder bereiten immer den größten Kummer, und das war vor 2.000 Jahren nicht anders als heute. - Auch in Mitteleuropa hat diese Figur durchaus Bedeutung, so ist die "Siebenschmerzen-Maria", wie sie auch genannt wird, die Schutzpatronin der Slowakei. - Gut, aber wir wollen heute nicht da hin, sondern in die "Schlucht der Todesängste" wie der "Barranco de las Angustias" auch immer mal wieder genannt wird, und der befindet sich hier auf La Palma. - Dabei muss man eines mal gleich festhalten, es muss nicht unbedingt die "Schlucht der Todesängste" heißen, denn "angustias" heißt wohl Angst, aber eher in die Richtung von Kummer und Leid. - So darf man auch die Erklärung, diese Schlucht würde "Schlucht der Todesängste" heißen, weil die Ureinwohner der Insel hier die ersten spanischen und portugiesischen Eroberer robust verprügelt haben, nicht wirklich gelten lassen, auch wenn diese Erklärung einen reizvollen historischen Hintergrund hat. - Die Schlucht heißt viel mehr "Barranco de las Angustias", weil die Wallfahrtskirche dort ist, und von der wissen wir wiederum, dass die so heißt, weil dieser Tempel zu Ehren der "Virgen de las Angustias" erbaut wurde.

Im 16. Jahrhundert gelangte die Marienfigur zu uns, und zwar, so wie die Historikerin María Victoria Hernández Pérez, von uns immer nur "Vicky" genannt berichtet, mit 2 weiteren Marienfiguren aus England nach La Palma. - Von dort flüchtende Katholiken sollen das gewesen sein, und die drei Figuren waren allesamt "Virgen de los Dolores", wobei eine der Figuren im Barranco de Aguas in Los Sauces verblieb, eine weitere nach Santa Cruz kam, und die Zuckerbarone aus dem Aridanetal eine der Statuen zu sich holten. - Dann gibt es auch noch ein paar Geschichten um kleine und mittelgroße Wunder, welche die "Virgen de las Angustias" vollbracht haben soll. - Ein Schiff aus Seenot gerettet, eine junge Frau aus den reißenden Fluten des Barranco und dann auch noch die Geschichte, von dem jetzigen Standort der Wallfahrtskirche. - Zunächst stand die Statue nur in einem kleinen gemauerten Schrein, etwa 200 Meter unterhalb der jetzigen Kirche, allerdings wollte die Jungfrau wohl dort nicht bleiben, denn jeden Morgen wieder, befand sich die Statue eben 200 Meter weiter oben, obwohl man sie abends wieder zurückgetragen hatte, und schloss daraus, das sei ein Zeichen, dass man dort eine Kirche errichten solle, und so geschah das dann auch. - Heute noch trägt man, immer am 15. August, die kleine Statue zusammen mit den Reliquien des 1570 vor der Küste Tazacorte ermordeten Ignacio de Azevedo und seinen 39 Jesuitenbrüdern von der Kirche zu der Stelle, an welcher die Statue zuvor stand. - So feiern wir als an Mariä Himmelfahrt die Wunder und die Verehrung an die Jungfrau der Sieben Schmerzen, und früher, als alles anders war, und die Wunder noch fast alltäglich, da nannte man alle an dem Tag geborene Mädchen dann Angustia. -Unsere kleine Tochter, die ist Gott sei Dank ein paar Stunden später geboren worden, aber es war knapp. - Dennoch hätte ich meine Tochter niemals Angst, Kummer oder Leid genannt, und auch nicht Dolores, was ja Schmerzen bedeutet. - Ganz schön robust, die alten Katholiken, und manchmal wundert es mich gar nicht, dass diese Bruderschaft, zu der ich irgendwie weit entfernt auch gehöre, so verdammte Nachwuchssorgen hat und für die meisten jungen Menschen so gar nichts Interessantes mehr bieten kann. - Dennoch ist es ein untrennbarer Teil unserer Geschichte hier, und schon alleine aus diesem Grund muss man das Wissen um diese Vorgänge bewahren.

Am Montag sind also die Geschäfte zu. - Dennoch muss keiner verhungern, die Tankstellen haben "shops" und viele kleine Läden, so genannte Tiendas in vielen Nachbarschaften, die haben auch feiertags am Vormittag geöffnet. - Es muss also niemand Panik schieben. - Dann kommt noch eine Schnuppenwarnung nach, heute Nacht, die Astronomen empfehlen eher früh morgens, da kann man die "Tränen des Heiligen Lorenzo" beobachten. - So nennt man bei uns die Sternschnuppen der Perseiden auch. - Auch wenn es sich dabei nur um Abfallprodukte des Kometen Swift-Tuttle handelt, welche am Vorbeiflug an der Erde in unserer Atmosphäre verglühen, so haben wir diesem Naturspektakel doch gleich wieder einen Heiligen zugeordnet.





Freitag 12.08.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Es ist doch noch Geld da
Los Cancajos und Puerto de Naos erhalten großzügige Spritzen

Auf der einen Seite wissen viele Gemeinden nicht mehr wie sie ihre Angestellten bezahlten sollen und auf der anderen Seite kann das Cabildo Insular immer noch mit Millionenbeträgen punktuelle Investitionen betreiben. - Seitens der Gemeinden weiß man nun nicht, ob man dieses Geschehen mehr mit Freude oder mit Neid betrachten soll, hat man doch selbst keine "Hände" mehr, um eigene Initiativen zu starten. - Stolz verkündet unser neuer Inselrat für Tourismus, Julio Cabrera, dass man jetzt 700.000 Euro für Los Cancajos frei gemacht hätte, und sage und staune 1.700.000 Euro für Puerto de Naos. - Satte Zahlen, welche schöne Projekte erwarten lassen, allerdings sind nicht so alle einverstanden damit, was denn mit dem Geld geschehen soll. - In Los Cancajos soll mit dem Geld ein Salzmuseum entstehen, dort wo es früher eine Saline gegeben hat. - Sicher wäre das für den touristischen Ort auf der Ostseite eine neue touristische Attraktion, auf der anderen Seite aber fragen sich viele Menschen, warum man denn nicht ein Salzmuseum, oder meinetwegen Interpretationszentrum neben die Saline in Fuencaliente stellt. - Dort könnte der Besucher dann nicht nur die Geschichte der Salzgewinnung auf den Kanaren kennen lernen, sondern auch gleich noch eine lebendige Saline in der Produktion besuchen. - Doppelt gemoppelt könnte man dazu sagen, aber freuen wir uns für Los Cancajos, die haben auch jede Investition nötig. - Das Geld für Puerto de Naos, welches in zwei Tranchen bereitgestellt wird, da wissen wir gar nicht so konkret, wie denn die Projekte aussehen, es wird generell nur von Verschönerungsmaßnahmen gesprochen. - Sicher notwendig, der Zahn der Zeit, Sonne und Salzwasser haben da schon gewaltig genagt, und eigentlich weiß man dort gar nicht, wo man zuerst ansetzen sollte und ich kann nur hoffen, dass man die dortigen Aktionen gut mit der Gemeinde abspricht, und am besten auch noch mit den Gewerbetreibenden des touristischen Ortes, die wissen meist am besten, wo Hand angelegt werden muss. - Und was noch viel wichtiger ist, man muss diese Investitionen auch mit der Küstenbehörde absprechen, denn die haben ja auch noch ein ominöses Projekt im Ärmel, wie man Puerto de Naos wieder attraktiver machen könnte. - Auch für Puerto de Naos freut es mich ungemein, dass endlich investiert wird, allerdings beschleicht mich dabei immer so ein bisschen die Angst, man wirft nun mit großem Druck und breit gestreut das Geld dort aus, ohne einen Plan zu haben, wie denn die zukünftige Entwicklung überhaupt aussehen soll. - Für die Gemeinde Los Llanos wird es wohl ein Segen sein, beklagen sich doch die Anwohner aus Puerto de Naos schon lange darüber, von der Stadt ungerecht behandelt zu werden. - Bei so viel Geld von der Inselregierung kann man sich nun weiterem Druck entziehen, denn die meisten Bürger interessiert ja gar nicht, wer da investiert, Hauptsache, es wird überhaupt etwas gemacht.



Donnerstag 11.08.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 28,1 Grad - niedrigste Temperatur 21,0 Grad

Pueblos pequeños, infiernos grandes
Die Pleite als tägliches Brot der kleinen Gemeinden

Die Überschrift bedeutet, kleine Orte, großes Inferno, und das sagt man eigentlich wenn man meint, dass in den kleinsten Orten der größte Mist passieren kann. - Leicht umgedacht, dann passt das auch auf die finanzielle Situation der vielen Kleinstgemeinden auf den Kanaren, und auch auf dem spanischen Festland, welche Teile der Schuldenkrise in unserem Land sind. - Teil der Krise, aber sicher nicht alleine, dennoch gehen die allermeisten Volkswirte und andere Menschen mit Kenntnis der Dinge davon aus, dass man eigentlich keine Gemeinde ordentlich betreiben kann und sollte, wenn diese nicht mindestens 15.000 Einwohner hat. - Es ist ganz einfach eine Frage der Kosten, denn auch Kleinstgemeinden brauchen den kompletten Verwaltungsapparat, denn wir dürfen auch nicht vergessen, die hiesigen Gemeinden sind ja nicht nur für die Orte und Städte zuständig, sondern für das gesamte Gemeindegebiet, müssen also auch Personal für alle anfallenden Aufgaben vorhalten. - 14 Gemeinden gibt es auch La Palma, nur 2 davon haben über 15.000 Einwohner, so hört man hier diese volkswirtschaftlichen Umbruchsideen nicht sonderlich gerne, denn der Lokalpatriotismus blüht ganz gewaltig bei uns. - Allerdings geht es auch den großen Gemeinden wirtschaftlich nicht gut, eigentlich sind alle Gemeinden hier pleite und leben von der berühmten Hand in den Mund. - In den kleinen Gemeinden allerdings nimmt das Ganze bereits groteske Formen an, so schickt Garafía jetzt einen lauten Hilferuf über die Presse an die Inselregierung, man möchte doch bitte eine eingeplante Subvention endlich auszahlen, weil man die Augustgehälter sonst nicht bezahlen kann. - Dabei ist die Subvention gar nicht für Gehälter der Gemeindeangestellten gedacht, sondern für Soziale Angelegenheiten, allerdings ist das in den kleinen Gemeinden schon lange nur noch so, dass fast der gesamte Haushalt nur noch für Gehälter ausreicht. - Die neue Bürgermeister gibt allerdings freimütig zu, dass er unerfahren in solchen Dingen ist, und deshalb die Subvention zu spät beantragt hat, so dass es nun zu dieser Lücke gekommen ist und die Gemeindeangestellten auf ihr Gehalt noch warten müssen. - 77 Menschen arbeiten für die Gemeinde Garafía, und dort in der nordwestlichsten Gemeinde leben gerade mal gut 1.700 Bürger.

Bei solch einem Verhältnis kann natürlich nichts Gutes dabei herauskommen, und pikant wird auch noch dabei, dass nicht nur der Bürgermeister, sondern auch gleich noch weitere 4 Gemeinderäte ein Gehalt beziehen, wobei diese Zahl der Gemeinderäte in keinem Verhältnis zur Anzahl der Einwohner steht. - Aber das kommt eben dabei heraus, wenn Pakte geschlossen werden, da will jeder paktierende Partner seinen Posten haben, und so leistet sich die Pleitegemeinde Garafía gleich fünf Berufspolitiker. - 77.000 Euro, so hoch sind die monatlichen Gehaltszahlungen in Garafía, auf dem Konto sind kaum noch ein paar Euro und die beiden Subventionen die jetzt zu erwarten sind, zusammen 128.000 Euro. - Die Augustgehälter sind also gesichert, allerdings muss man warten bis das Geld kommt, aber für den September reicht es dann schon wieder nicht mehr aus. - Jetzt darf nichts kaputt gehen in der Nordwestgemeinde, und auch kein Brand ausbrechen, denn Diesel für den Feuerwehrwagen gibt es längst schon nur noch gegen Bargeld an der Tankstelle, und im September weiß man dann gar nicht mehr weiter. - Ähnlich geht es auch Fuencaliente, die haben knapp unter 2.000 Einwohner, da kreiste schon mal vor zwei Jahren der Pleitegeier heftig über der Gemeinde und man überlegte in vollem Ernst, wie es denn wäre, wenn man einen ordentlichen Bankrott hinlegen würde. - Auch das geht, aber dann hat man sich doch noch entsonnen wieder einen weiteren Kredit aufzunehmen, und seit dem bezahlt man auch nur noch Gehälter und Zinsen. - Man sollte wirklich mal über eine Neuordnung der Gemeinden hier auf der Insel nachdenken, und sowieso viele Dienste inselweit anbieten, aber vor dieser Diskussion haben auch die Lokalpolitiker Angst, denn die allermeisten müssten ja sich dann selbst abschaffen, wenn man eine solche Gemeindereform anstrebt. - So schlecht kann es uns also noch gar nicht gehen, wenn wir uns weiter den Luxus von 14 Gemeinden, mitsamt dem ganzen Apparat auf La Palma gönnen.



Donnerstag 11.08.2011 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1016 hPa

Ersticken oder Ertrinken
Immerhin lässt Paul die Wahl

Keine Frage ist der Sommer meine Lieblingsjahreszeit, der Winter ist nicht mein Ding, weder dort noch hier. - Allerdings bringt der Sommer so seine kleinen Tücken mit sich, besonders wenn es wärmer wird, als wir das hier so wünschen. - Meist haben wir das ja so programmiert, dass die Temperaturen nachts unter die 20 Grad Marke sinken, dann kann man wunderbar schlafen und frische Luft durchzieht das Schlafzimmer. - Allerdings muss man dazu natürlich bei offenem Fenster und wohl auch noch offenen Türen schlafen, frische Luft ist unverzichtbar für angenehmen Schlaf. - Mücken gibt es bei uns sehr wenige, das ist also kein Thema, wir haben ja keine Seen oder Flüsse, in welchen sich die Mückenlarven breit machen könnten, und in den Wassertanks sind oftmals Karpfen, welche eventuell auftretende Mückenlarven einfach aufsaugen und verdauen. - Andere Tiere machen sich aber breit in unseren Gestaden, wobei die Geckos natürlich willkommen sind, ein Haus ohne diese dienlichen Drachen, das ist kein gutes Haus sagt der Volksmund hier. - Ab und zu verirrt sich mal ein Mäuschen ins Haus, allerdings ist das meist ein temporäres Problem, drei Katzen sorgen für schnellen Mausdurchsatz. - Allerdings werden diese kleinen possierlichen Nagen niemals gefressen, parfümierte Tierkadaver aus der Dose scheinen einfach besser zu schmecken, und wir müssen dann die Strecke morgendlich von der Terrasse entfernen, was oftmals zur Folge hat, dass keiner der Erste sein will, welcher morgens aufsteht. - Aber gerade im Sommer haben wir eben einen freilaufenden Wecker unter uns, welcher nun seit gut 5 Jahren auf den reizenden Namen Paul hört. - Der schönste Kater aller Zeiten, auch wenn er bereits in frühen Jahren entkatert wurde, oder vielleicht hat er sich gerade deswegen so gut gehalten, muss er doch keine Revierkämpfe oder anderen Testosteron gesteuerten Blödsinn abliefern, sondern kann sich voll und ganz auf seine Schönheit konzentrieren. - Sein arrogantes Gehabe ist mir eigentlich ziemlich egal geworden über die Jahre hin, er bewegt sich wie dieser nuschelnde Karl Lagerfeld, nur hat er halt den Vorteil, dass er nicht irgendwelche Dämlichkeiten von sich lässt, wenn er den Mund aufmacht. - In Gesprächen ist Paul sehr kompakt angebunden, allerdings kann er wunderbar zuhören, stundenlang, und fordert im Gegenzug dafür lediglich gut dosierte Streicheleinheiten, die er dann und wann deutlich einfordert.

Das geht aber alles nur nach seinem Rhythmus, und da liegt dann das kleine sommerliche Problem, denn Paul definiert die Tageszeiten anders als wir, und gerade an sommerlichen Morgen, wenn die Pflicht später als sonst ruft, und der ausgedehnte Schlaf ein Privileg der Ferien sein kann. - Paul sieht das anders, und wer Fenster oder Türen offen hat bei uns, dem erklärt der Paul dann um halb sieben Uhr morgens, dass es nun Zeit ist aufzustehen, und das Kitekat-Frühstück zu bereiten. - Natürlich könnte man sich mit Tritten oder wüsten Beschimpfungen diesem Ritual entziehen, aber einerseits tritt man in unserem Haushalte keine Katzen, und auf der anderen Seite würde man sich damit ja selbst aus dem Schlaf ärgern. - Also liegt man weiter da, versucht das Tier über einem zu ignorieren, denn Paul liebt körperlichen Kontakt mit Menschen sehr, und am allerliebsten steigt er auf liegenden Menschen herum. - Mag sein, dass es ihm ein Gefühl der Überlegenheit verleiht, wenn er sich mit seinen, zugegebenermaßen wohlgeformten Hinterteil auf den noch schlafenden Kopf eines Mitgliedes unserer Familie setzt, aber ich kann Ihnen sagen, man erwacht dann im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich beschissen. - Meist aber zieht er die feuchte Variante zum Aufwecken vor, diese lange und kratzige Zunge kann wahre Kunststücke im Gesicht eines Menschen vollführen, allerdings fängt das nach dem vierten Zungenstrick an zu schmerzen, wenn er immer wieder die gleiche Stelle im Gesicht reinigt. - Man hat die Wahl, entweder lässt man das über sich ergehen, und bewegt sich nicht, oder aber man setzt sich auf, spricht mit dem Kerl und verlangt Friede von ihm. - Das geht natürlich nur über den Weg einiger Leckerli aus der Dose, und die haben wir nicht neben dem Bett stehen, sondern müssen dafür in die Küche wanken. - Dann aber wird man ja selber auch wach, das ist also keine wirklich gute Taktik. - Man kann auch versuchen das Kissen über den Kopf zu ziehen, so dass er mit seiner äußerst agilen Zunge keine menschlichen Weichteile mehr erreichen kann, das aber bedeutet Luftmangel und in Sommer unangenehmes Schwitzen. - Es geht immer gleich aus, Paul gewinnt, er bekommt seine Leckerli und wir ganz selten danach noch einmal den zweiten Schlaf. - Ich haben nun bereits über eine sophistische Apparatur nachgedacht, welche alle Türen und Fenster um Punkt 06:00 Uhr schließt, dann bleibt das Katzenvieh außen vor, oder aber wir legen uns einen kleinen Vorrat Katzenleckerlis neben das Bett, um dann im richtigen Moment das geforderte Ablenkungsmanöver zu starten. - Oder wir warten auf den Winter, da sind Türen und Fenster geschlossen, und bis dahin erwachen wir weiterhin mit Pauls Zunge im Ohr und sehen jeden Morgen im Gesicht aus, wie frisch geduscht.




Paul in einer sommerlichen Kombination mit seinem sabbernden Weckorgan




Mittwoch 10.08.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 28,9 Grad - niedrigste Temperatur 20,0 Grad

Schreck am Vormittag
Feuer oberhalb El Paso schnell kontrolliert

Bei uns im Haus haben die Dachziegel gewackelt, so tief flog einer der Löschhubschrauber über unsere Dächer, als er im Anflug auf das Speicherbecken von Dos Pinos war. - Dort holen die Helikopter ihr Wasser, wenn es hier auf der Westseite brennt, und so was das auch. - Oberhalb El Paso, an der Einfahrt zum neuen Tunnel, dort wo das Denkmal "La Graja" steht, dort brach heute Morgen aus noch unbekannten Gründen ein Flächenbrand aus. - Zunächst löschten nur Einheiten vom Boden aus die Flammen, die sich zunächst rasch Richtung Norden ausbreiteten, aber von weiteren Löschzügen und dann auch den beiden Sokol-Löschhubschraubern, welche in Puntagorda stationiert sind, schnell wieder "eingefangen". - Gegen 11:00 Uhr konnte man dann das Feuer bereits als kontrolliert bezeichnen und die Hubschrauber den Rest der Arbeit den Feuerwehrleuten auf dem Boden überlassen. - Keine große Sache, man hatte das Feuer jederzeit im Griff, oder besser gesagt eine mögliche Ausdehnung in die oberhalb beginnende Zone mit Kiefern. - Das galt es auf jeden Fall zu verhindern, dass das Feuer sich weiter Richtung Osten, also auf die Cumbre Nueva hin ausbreiten kann, denn dort wären dann die Löscharbeiten vom Boden aus nicht mehr möglich gewesen. - Die Dinge standen auch gut für die Brandbekämpfer, es gab kaum Wind, nur zwischendurch mal ein paar Böen, die für Unruhe sorgten, aber dann schnell wieder nachließen, und eben man konnte auch vom Boden den das Feuer bekämpfen, was die Sache dann natürlich sehr erleichtert, als wenn man alleine mit Löschhubschraubern in unzugänglichen Regionen löschen muss. - Die Meldekette und die Einsatzleitung, das hat auch alles funktioniert, Glück und gute Leute zusammen, die können eben solche Gefahren schnell in den Griff bekommen. - Ein paar tausend Quadratmeter Weidefläche und ein paar Mandelbäume sind verbrannt, weitere Schäden muss man nicht vermelden. - Allerdings musste die Straße über eine Stunde lang gesperrt werden, was einen Rückstau der Autos bis in den alten Tunnel hinein zur Folge hatte. - Die Löschfahrzeuge blockierten die Straße teilweise, und besonders bei Brandbeginn war die Straße auch komplett verraucht. - Zwischendrin konnte man aber die Straße immer mal wieder für den Verkehr öffnen und gegen Mittag konnten die Autos auch wieder ohne Einschränkung oder Stau die Brandstelle passieren. - Die kommenden Tage wird es wieder etwas wärmer, so dass die Waldbrandgefahr erneut deutlich ansteigt. - Auch wenn die Brandursache des heutigen Vorfalls offiziell noch nicht benannt wird, darf man eigentlich mit Sicherheit davon ausgehen, dass irgendein Autofahrer eine noch brennende Zigarette aus dem Auto geschnippt hat. - Das Feuer brach direkt neben der Fahrbahn aus, da fällt diese Schlussfolgerung ziemlich leicht. -





Mittwoch 10.08.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1017 hPa

Blaue Flagge - Schwarze Flagge
Umweltschützer rügen unseren Umgang mit den Küsten

Vor ein paar Tagen noch konnten wir über die Bemühungen der Gemeinde Tazacorte berichten, für den Strand von Puerto de Tazacorte im nächsten Jahr die "Blaue Flagge" zu ergattern, da kommen nun die Umweltschützer der sehr aktiven Gruppe "Ecologistas en Acción" an, und verteilen für Puerto de Tazacorte die "Schwarze Flagge". - Zeitlich war das ein Zufall, aber dass Puerto de Tazacote von den Umweltschützern als "Punto Negro", also als schwarzer Punkt auf den Kanaren ausgesucht wurde, das ist kein Zufall. - Seit Jahren bereits hat man den kleinen Hafenort dort im Visier und beklagt vor allem den dritten Umbau des Hafens, welcher nicht nur schlichtweg unnötig ist, sondern eben auch ein gewaltiger Eingriff in das Ökosystem darstellt, weil Unmengen an Schutt und Geröll dort ins Meer gekippt werden. - Zweiter Kritikpunk an Puerto de Tazcorte sind die vorgelagerten Fischfarmen, von denen allerdings nur noch ein gutes Drittel in Nutzung ist. - Das Thema Aquakultur wird hier nicht heiß und leidenschaftlich, wohl aber kontrovers und seit langem diskutiert, die einen sehen eine Möglichkeit damit die immer weiter unter Druck geratene Fischerei zu ersetzen, andere beklagen die Umweltschäden dadurch und die fragwürdige Futterbeschaffung für die Zuchttiere, welche oft aus normalem Fischfang getätigt wird. - Man fängt also auf der einen Seite Fische, um anderswo Zuchtfische zu füttern, das ist sicher nicht nachhaltig und muss deutlich überdacht werden. - Dennoch darf man das Thema Fischzucht nicht komplett verdammen, es ist wieder mal nur so, wenn man es korrekt macht und dabei eben auch auf eine größere Rendite verzichtet, dann geht das wohl, in der Praxis allerdings bleibt das oft als frommer Wunsch stecken. - Dritter Anklagepunkt, und der ist neu auf der Liste der "Ecologistas en Acción", ist das Gebäude "Los Tarajales", welches ja nun inzwischen nach einem jahrelangen Gerangel selbst vom obersten spanischen Gerichtshof als illegal eingestuft wird. - Diese Kritikpunkt muss sich die Gemeinde dann wohl ans Bein binden, auch wenn die fragwürdigen Machenschaften um die Baugenehmigung des Gebäudes von dem inzwischen abgelösten Gemeinderat unternommen wurden.

So gerät nun Puerto de Tazacorte unfreiwillig erneut in die Schlagzeilen, und das nicht mehr so positiv, wie man das in den letzten Wochen noch hören konnte. - Die Umweltschützer von "Ecologistas en Acción" sind extra mit dem Schiff "Diosa Maat" nach La Palma gekommen, liegen derzeit noch in Santa Cruz, werden aber am Donnerstag weiter nach Puerto de Tazacorte fahren, um dort eine Pressekonferenz abzuhalten und einfach auch durch die Präsenz dieses Segelschiffes und weitere Aktionen auf die Umweltprobleme der Kanaren hinzuweisen. - Weiter im Blickpunkt der "Ecologistas en Acción" ist die Müllkippe im "Barranco Seco", welche momentan noch den gesamten Inselmüll aufnehmen muss, weil das Müllverwertungszentrum in Mazo nach neun Jahren Bauzeit immer noch nicht in Betrieb ist. - Zwar ist diese Deponie mit allen nur erdenklichen Schutzmaßnahmen ausgestattet, welche verhindern sollen, dass Müll und Abwässer ins Meer gelangen, aber die Umweltschützer und wir haben eben bereits mehr als einmal erlebt, dass trotz aufwendiger Maßnahmen von solchen Deponien nahe am Meer, dennoch Gefahr ausgeht. - Auch Los Cancajos liegt im Fokus der Betrachtungen der "Ecologistas en Acción", dort soll ja ein weiterer Jachthafen gebaut werden, von dem man sich auch fragen muss, wer braucht den eigentlich? - Das Schiff "Diosa Maar" ist aber nicht extra wegen unserer Umweltsünden nach La Palma gekommen, sondern besucht auf ihrer Reise auch die anderen Kanareninseln, jeder ist mal dran. - Die Autobahn oder die Asphaltwerke im Aridanetal sind diesmal nicht Thema der Aktionen, denn man beschränkt sich dabei auf Unternehmungen, welche die Küste und das Meer betreffen.



Dienstag 09.08.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1016 hPa
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Das Fundstück der Woche
Sal Océano

Die Saline von Fuencaliente liegt mir seit Jahrzehnten, so kann man es wirklich sagen, am Herzen. - Nicht nur, weil die Eigentümerfamilie herzensgute Menschen sind, sondern diese Saline, übrigens die einzige noch verbleibende in der gesamten Provinz Tenerife, zu den natürlichen Attraktionen dieser Insel gehört. - Hier auf der Insel kennt jeder das Salz, welches unter dem Namen "Sal Teneguía" verkauft wird, und besonders das grobe Meersalz aus der Saline dort, ist schlichtweg in der palmerischen Küche das einzig wahre Salz. - Natürlich gibt es auch das feine Salz, und seit ein paar Jahren auch "Flor de Sal", oder wie man das aus dem Französischen kennt "Fleur du sel", diese hauchfeinen Salzkristalle, die wie dünne Schuppen von den speziellen Verdunstungsbecken vorsichtig abgehoben werden. - Das läuft gut, Andrés kann kaum genügend dieser Salzspezialität produzieren, ob als Mitbringsel, oder eben zum häuslichen Genuss, dieses Salz findet immer mehr Anhänger. - Allerdings ist es nicht leicht, mit Salz alleine sein Geld zu verdienen, außer dem "Flor de sal" ist Salz ein Billigprodukt, und er muss ganz schöne Mengen des Salzes über die Insel schicken, damit der Familienbetrieb weiter laufen kann. - Aber aus Salz kann man noch mehr machen, nämlich leckere Gewürzsalze, auch bekannt in der feinen Küche und darüber hinaus in den wachsenden Sektor des gehobenen häuslichen gastronomischen Interesses geschoben. - Eine Berliner Familie hat sich vor ein paar Jahren schon dieser Entwicklung angeschlossen, Salz aus der Saline in Fuencaliente nach Berlin geholt und veredelt dort dieses hervorragende Produkt mit feinen Kräutern und anderen Zutaten zu regelrechten salzigen Finessen. - Diese Salzspezialitäten kann man sich in Deutschland wunderbar und einfach über das www bestellen, www.palmasal.de heißt die Firma, und wenn Sie schon immer mal ausgefallene Kräutersalze oder einfach ein originelles Geschenk für einen begeisterten Hobbykoch gesucht haben, dann sind Sie dort absolut richtig. - Gut, in Deutschland ist man also versorgt, was für eine Freude, und wir hier, was machen wir denn auf der Insel des Ursprungs dieses Salzes. - Schon ein bisschen komisch, dort in weiter Ferne gibt es diese Spezialitäten, und wenn man will, kann man sich das auch wieder auf die Insel schicken lassen, aber das wäre dann sehr teuer und irgendwie auch komisch.

Diese Lücke schließt nun ein kleiner Familienbetrieb aus Breña Alta, welcher nun auch auf La Palma und eben auch für den lokalen Markt Kräuter- und Gewürzsalze aus dem "Sal Teneguía" herstellt. - An den Rezepten haben die eine ganze Weile gefeilt, und das Hauptaugenmerk legt man auch auf die Rezepte mit dem "Flor de Sal", wobei das gar nicht so einfach ist wie man annehmen möchte, denn um diese feinen Salzkristalle so mit den Aromen und Gewürzen zu mischen, dass die Kristalle nicht allesamt zu Pulver werden, das fordert schon einiges an Geschick und Können. - "Sal Océano" nennt sich die kleine Manufaktur, und hat 8 Mischungen mit Flor de Sal im Angebot, weitere 8 mit dem feinen Meersalz, und dazu noch 3 Zuckermischungen mit Fruchtaroma, wobei der Rohstoff dazu nicht aus der Saline in Fuencaliente stammt. - Was uns auch wundern würde. - Das komplettiert allerdings das Angebot noch weiter, und warum nicht, es muss ja nicht immer nur Salz sein. - Aber zurück zu den Salzen, da gibt es Balsamico-Salz, Himbeersalz oder Salz mit Teneguía-Rotwein, so wie andere interessante Zusammenstellungen mit dem Flor de Sal, und Tomatensalz, Salz mit Kräutern aus La Palma, oder auch Ingwer und Kürbiskernsalz unter anderen, bei den Salzmischungen mit dem feinen Salz. - Das Zeug ist nicht ganz billig, so viel kann ich Ihnen auch verraten, allerdings lohnt sich gutes Geld immer auch für gute Dinge, und wenn man mal bedenkt, wie wenig Flor de Sal man benötigt, um sich eben ein leckeres Gericht zu zaubern, dann relativiert sich der Preis auch schnell wieder. - Man wird ja nun wohl nicht auf die Idee kommen, das Salzkartoffelwasser mit dem Flor de Sal zu würzen, aber wer will, also Champagnerbader, die können das auch ruhig machen. - Anfangs dachte ich, die Verpackungen wären aus Glas, allerdings ist es Kunststoff, der da verarbeitet wurde, was aber somit auch gleich mein einziger Kritikpunkt wäre. - Ein kleiner Löffel wird in der Verpackung mitgeliefert und es gibt auch Geschenkpackungen, im mehreren Kleinmengen des Salzes in Reagenzgläsern verpackt. - Sal Océano hat auch eine Webseite, auf welcher man sowohl in Spanisch wie auch in Deutsch alles genau nachlesen kann, und sich über die Produkte weiter informieren. - Gefunden habe ich das Salz bislang im Naturkostladen "Alegría" in El Paso, bei "Sorpresa", ebenso in El Paso, sowie bei "Valle Verde" in Los Llanos und Santa Cruz. - Das Salz gibt es aber auch noch in vielen weiteren Läden. - So, und jetzt sind alle wieder ganz lieb...





Dienstag 09.08.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1017 hPa

Der kleine Drachen fliegt
Warum liegt Frankreich nur so abgelegen

Heute Abend ist unsere Familie dann mal wieder komplett. - So hoffen wir zumindest, denn unsere große Tochter, welche eigentlich die Kleinere ist, aber eben die Ältere, die erwarten wir mit dem vorletzten Flieger wieder auf unserer Insel, nachdem sie sich nun drei Wochen in Südfrankreich herumgetrieben hat. - Sprachkurs natürlich, irgendetwas pädagogisch Sinnvolles muss bei solchen Eltern doch immer dabei sein, so tarnt man große Partys und lustiges Teenagerleben mit internationalem Flair eben heutzutage. - Die sind in den drei Wochen kaum zum Schlafen gekommen, so viel haben wir der dürftigen Konversation zwischen uns und der Reisenden wohl entnehmen können, und dass französische Männer aufdringlicher werden können, als man das von den lokalendemischen Galanen so gewohnt ist. - Ansonsten bleibt Côte d'Azur eben Côte d'Azur, wunderschön, immer ein bisschen zu teuer, immer viel zu arrogant, aber eben große Welt in kleinen Dörfern mit magischen Namen. - Schade nur, dass das alles so abgelegen liegt, kaum zu erreichen, nur mit viermal umsteigen mit dem Flugzeug, da wundert man sich, dass da immer noch so viele Menschen hinfahren… Allein der Hinflug war bereits ein Abenteuer, da hakte es von Anfang an, weil der Nordflughafen auf Tenerife wieder mal Probleme mit den dichten Passatwolken hatte. - Mit einer Übernachtung in Madrid ging dann aber alles klar, und warum man von Madrid über Amsterdam nach Nizza reisen muss, das bleibt weiter ein Geheimnis, welches ich nicht weiter hinterfragen will. - Heute Morgen nun hat sie die Rückreise angetreten, wieder von Nizza nach Amsterdam, und sitzt jetzt bereits im Flugzeug nach Madrid. - Daraus geht halt auch hervor, dass die gar nicht geschlafen hat, denn wer um 04:00 Uhr am Flughafen sein muss, sonst aber um 02:00 Uhr ins Bett geht, und sich auch noch von neuen Freuden verabschieden muss, der hat keine Chance mehr auf ordentlichen Schlaf. - Den brauchen aber junge Leute eh nicht so dringend, und außerdem hat die vier Flugzeuge vor sich, in denen sie ihr Haupt in den Sitz schlagen kann und so mehrere Runden schlafen kann. - Von Madrid aus geht es dann weiter nach Tenerife-Nord, und wenn wir Glück haben, geht das ohne Verspätung ab und ohne Wolken über dem Flugfeld, dann erwischt sie auch noch die vorletzte Maschine von dort aus nach La Palma und hat es dann tatsächlich an einem Tag geschafft, von solch einem abgelegenen Kaff in Südfrankreich, wieder zurück zum Mittelpunkt der Erde zu gelangen.

Sie wissen doch, Mittelpunkte setzt jeder ganz alleine für sich, nur die Reichweite ist dann oft geographisch oder kognitiv limitiert, wie man an den aktuellen Beispielen Nizza oder FDP erkennen kann. - Hier im Haushalt wird man langsam nervös, unsere große Tochter neigt zur Mürrischkeit wenn sie müde ist und von einer ihrer langen Reise kommt, da muss dann alles Drumherum stimmen. - Da muss dann alles auf seinem Platz sein, alles frisch und adrett, das richtige Abendessen bereit und der Rest der Familie aufmerksam und devot den Erzählungen lauschend. - Mir fällt das nicht schwer, ich verstecke mich hinter meinem Weizenglas, und bekomme durch Initialgekreische immer noch mit, wenn ich auch etwas fragen oder bemerken muss und hoffe darauf, dass die Läden an der Côte d'Azur so teuer waren, dass die meist anschließende Modenschau der mitgebrachten Leibchen recht kompakt ausfällt. - Ich bin immer einfach nur froh, wenn alle Mitglieder dieser Familie wieder unter einem Dach versammelt sind, und diese Freude kann durchaus auch geräuschlos und knapp artikuliert werden. - Also etwa zwei Bier lang, um mal in verständlichen Zeiträumen zu sprechen. - Man kann sich auf die eigentlich angezeigte Müdigkeit bei Teenagern aber niemals verlassen, die haben nicht nur die zweite, sondern manchmal gar eine dritte oder vierte Luft, und als angehender Komposti gerät man dann schnell ins Röcheln. - Wird schon alles gut gehen, Hauptsache der Anschluss aus Tenerife nach La Palma klappt, das letzte kleine, aber so enge Nadelöhr, auf einem ganz langen Flugtag, durch ein verkehrsmäßig sehr schlecht angebundenes Mitteleuropa.



Montag 08.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 25,6 Grad - niedrigste Temperatur 19,4 Grad

Kurz angemerkt
Parkplätze, Regen und Beben auf El Hierro

Das Chaos hat nun einen Termin. - Die Bauarbeiten für den Stadtstrand von Santa Cruz de La Palma sollen irgendwann im Oktober beginnen. - Gleich zu Beginn des Monats allerdings will man bereits den großen Parkplatz sperren, weil man dort die schweren Baumaschinen bereits zusammenziehen will und auch bereits Material lagern. - Nur noch knappe zwei Monate also steht der größte Parkplatz der Hauptstadt zur Verfügung und nicht wenigen Pendlern und Besuchern schwant so ein bisschen, was das denn für den Oktober bedeuten wird. - Der Bürgermeister hofft auf Phantasie und Rücksichtnahme der Pendler und Besucher, die sollen entweder das Parkhaus nutzen oder eben einen längeren Weg in Kauf nehmen, wenn sie ihre Erledigungen in der Stadt antreten werden. - Das kann heiter werden wissen allerdings die meisten, denn trotz des großen Parkplatzes war immer schon Parkplatznot in der Hauptstadt, wer nach 10:00 Uhr dort eintrifft, der kann jetzt bereits ein Lied davon singen. - Für Besucher ist das alles nicht so schlimm, die haben ja Zeit und können auch schon auf Höhe der Playa de Bajamar das Auto abstellen, man schlendert dann knapp einen Kilometer am Hafen vorbei in die Stadt und hat sich zumindest auch ein bisschen bewegt. - Die Pendler haben es da schwerer, die müssen versuchen sich sonst wo hinzustellen, oder aber sie kaufen sich eine Monatskarte für das Parkhaus und legen dafür halt schönes Geld auf den Tisch. - Die Geschäftsleute der Hauptstadt sehen die kommenden Monate und auch Jahre, denn der Parkplatz verschwindet ja für immer, gar nicht so lustig, denn man fürchtet ein weiteres Abwandern der Käufer in den Speckgürtel der Hauptstadt, in die "Breñas".

Der Passat sorgt weiter für äußerst angenehmes Sommerwetter hier auf der Insel, so lange man auf der Westseite bleibt. - Das kann selbst ich nicht immer so einrichten, und so durfte ich mir heute wieder mal eine kostenlose Wagenwäsche abholen, die gibt es ganz einfach, wenn man durch den Tunnel fährt. - Gut, nicht mit nachpolieren, sondern einfach nur mit Wasser, der in Form von feinem Regen die Ostseite der Insel sogar bis hinab nach San Pedro bedient hat. - Das ist die letzten Tage häufiger vorgekommen, auch auf den anderen Inseln mit hohen Bergen waren die Ost- und Nordseiten verregnet. - Das ist dann kein leckeres Sommerwetter, sondern da fragt man sich schon, ob denn der Passat für alle immer ein Segen ist. - Gut, die haben Wasser noch und nöcher, und die Landwirtschaft ist nicht auf Bewässerung jetzt im Sommer angewiesen, aber Besucher und Touristen, die bekommen ja einen Schreck, wenn die mitten im August auf den Kanaren solch ein Wetter erleben. - Da heißt es ab durch den Tunnel, die West- und Südseiten der Inseln haben wunderbares Wetter, und als Trost für die Ostseite, das soll die kommenden Tage besser werden.

Besser werden, darauf wartet man auch auf El Hierro. - Weiter fast unentdeckt von der Presse, spielt sich dort seit dem 19. Juli dieses Jahres einiges im Untergrund ab. - Kleine Beben, besser Schwarmbeben zeugen von außergewöhnlicher Aktivität unterhalb der Insel, flüssige Magma ist dort in Bewegung geraten und das äußert sich dabei mit diese kleinen Beben. - Die Magnituden sind weiterhin so schwach, dass diese Beben von Menschen nicht zu spüren sind, allerdings von den Messinstrumenten wohl. - Seit dem 19. Juli nun hat das staatliche "Instituto Geográfico Nacional" mehr als 1.900 Beben unter El Hierro aufgezeichnet, meist mit Magnituden von 0,8 bis 1,8 auf der Richterskala, und die Tiefe der Ereignisse liegt zwischen 10 und 13 Kilometern. - Richtig Sorgen machen sich die wenigsten, wir wissen ja, dass wir auf einem vulkanologischen Hotspot sitzen, allerdings wundert es viele Beobachter, dass diese Anormalien nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden, sondern nur von einem kleinen Kreis an Wissenschaftlern und Interessierten der Geologie behandelt werden. - Anfänglich meinte und hoffte man ja, diese Beben verschwinden einfach nach ein paar Tagen wieder, das sah auch so aus, allerdings nahm zumindest die Zahl der Beben in den letzten Tagen wieder zu. - Tiefe der Ereignisse und Magnituden aber blieben etwa gleich, so dass auch die Wissenschaftler und die Beobachter nicht davon ausgehen, dass für El Hierro die Gefahr einer baldigen Eruption besteht. - Allerdings sollte man das weiter im Auge behalten, denn normal für El Hierro oder auch La Palma sind ein bis drei kleine Erdbeben im Jahr, und nicht 1.900 in nur drei Wochen. - Über die Tagespresse kann man sich leider über die weitere Entwicklung dort auf El Hierro nicht informieren, deshalb hier zwei Tipps, wie Sie auch auf dem Laufenden bleiben können. - Mein Favorit dabei ist www.todogeologia.com ein Forum von und für Geologen. - Mein Link führt direkt in den entsprechenden Faden, sonst muss man da zu viel herumsuchen. - Oder man sieht sich die Aufzeichnungen des "IGN" (Instituto Geográfico Nacional) an, welche alle seismischen Aktivitäten veröffentlichen. Der Link führt auf die Suchseite der seismischen Ereignisse. - Dort müssen Sie nur das Datum (fecha) des Suchbeginns auf der linken Seite eintragen, zum Beispiel 2011 - 07 - 19, der Tag an dem die Beben auf El Hierro begannen. - Alle anderen Angaben sind bereits vorgegeben, dann noch unten auf "enviar" klicken, dann öffnet sich eine weitere Seite, auf der Sie nur noch mal mir "aceptar" bestätigen, und schon hat man die Übersicht über die seismischen Ereignisse ab dem 19. Juli im Nordatlantik.



Montag 08.08.2011 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1015 hPa

Pimp up my playa
Puerto de Tazacorte sucht die Blaue Flagge

Neue Besen kehren oft gut, und die neuen Besen in Tazacorte müssen von außergewöhnlicher Qualität sein. - Die neue Bürgermeisterin Carmen Acosta fegt mit Elan und offensichtlichem Tatendrang durch "ihre" Gemeinde und dreht jeden Stein um, den man bislang einfach hat liegen gelassen. - So geht es jetzt um den Strand in Puerto de Tazacorte, welcher auch so schon der meist besuchte Strand der Insel ist, allerdings mit einigen "Nebensächlichkeiten" belastet, zumindest klang das früher immer so. - Der Strand besitzt hinter der alten Hafenmole eine für La Palma fast einzigartige Lage, die Dünung aus Nordwest kann den Badenden nichts anhaben, erst bei richtig garstigem Wetter muss man den Badebetrieb einstellen, aber an normalen Tagen ist das dort die reinste Babybadewanne. - Das lockt natürlich auch viele Familien an den dortigen Strand, die Eltern können ohne viertelstündliche Herzinfarkte mit ihren Kleinsten planschen gehen, was natürlich für prächtige Entspannung sorgt. - Auf der anderen Seite gibt natürlich der geringe Wasseraustausch im Inneren des geschützten Strandbereiches Anlass zur Sorge, bei ungünstigen Strömungsverhältnissen beklagen Badende wohl des Öfteren Schmutz im Wasser, wobei die Vokabel Schmutz sehr dehnbar ist. - Entnommene Wasserproben weisen allerdings nicht auf eine Verschmutzung hin, und auch die Analysen des Sandes vom Strand sprechen für Sauberkeit. - Gut, man nimmt nicht immer und überall Proben, darüber hinaus ist es oft eine sehr subjektive Frage, wie sauber denn Wasser überhaupt sein kann. - Auf jeden Fall wird man gegen die manchmal zu geringe Umwälzung des Wassers im inneren Strandbereich nur mit gewaltigen Maßnahmen etwas unternehmen können, aber es gibt eben auch noch andere "Kleinigkeiten", mit denen ein Strand noch attraktiver werden kann.

Was man zunächst mal als Sofortmaßnahme eingeleitet hat, täglich laufen nun vier Gemeindearbeiter morgens den Strand ab, und sammeln sämtlichen Unrat der Badenden des Vortages auf, wie eben auch angespültes Strandgut. - Aber man hat noch mehr vor, so soll es zukünftig einen Bereich geben, in dem man Duschen, Umkleidekabinen und Toiletten installiert, was eigentlich als völlig normal anzusehen ist, aber bislang in Tazacorte irgendwie niemandem eingefallen ist. - Manchmal kehren neue Besen nicht einfach nur besser, manchmal hilft das auch beim klar denken. - Weiter will man Bojen draußen im Wasser dort anbringen, bis wohin Boote fahren dürfen, damit klar erkennbar ist, wo denn der geschützte Bereich für die Badenden beginnt. - Das Angeln am Strand hat man vor einer Weile bereits verboten, wobei das nicht wirklich ein Problem für die Badenden darstellte. - Weiter will man eine Rampe von der Strandpromenade bis ins Wasser bauen lassen, als Zugang für Rollstuhlfahrer und auch die Dienstzeiten für die Rettungsschwimmer sollen verlängert werden. - Das klingt alles nach einer klaren Ansage auf den Anspruch im kommenden Jahr auch die Blaue Flagge zu erhalten, damit wäre dann Puerto de Tazacorte der fünfte Strand der Insel mit dieser international anerkannten Auszeichnung. - Bislang hatte man sich um diese Lorbeeren noch nicht einmal beworben, vielleicht auch weil man wusste, dass man ohne Toilettenhäuschen und sich gar nicht erst zu bewerben braucht. - Gut, für die jetzige Sommersaison ist die Sache natürlich zunächst gelaufen, aber für das nächste Jahr hat man die Blaue Flagge wohl ganz klar im Visier. - Mal sehen, wie lange die neuen Besen ihren Biss behalten, aber was man bislang in der kurzen Zeit nach den Wahlen aus Tazacorte so gehört hat, das macht durchaus Hoffnung auf mehr.





Sonntag 07.08.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 20,0 Grad

Unsere Leisten
Kleine Stadthotels in Tazacorte

Manchmal klingt das so ein bisschen, als wären hier alle bescheuert, die im Tourismus arbeiten oder eine touristische Zukunft für die Insel backen wollen. - Es funzt halt einfach nicht mit dem vorgegebenen Modell, wobei wir auch klar sagen müssen, wir haben gar kein Modell, sondern improvisiertes Flickwerk. - Die inzwischen lästigen Versuche Massentourismus auf der Insel zu installieren, die sind allesamt gescheitert, es wehrt sich eben nicht nur die manchmal störrische Insel und deren aufmüpfige Bewohner, sondern eben auch der Gast, welcher nicht nach La Palma fliegen muss, um konfektionierten Sonne und Strand Urlaub zu genießen, sondern diese Angebotsschiene anderswo zwar nicht unbedingt besser, sicher aber billiger haben kann. - Warum wir nach wie vor eine Erweiterung dieser Angebotsschiene überhaupt erwägen, das fällt dann wieder unter die Bescheuerten-Rubrik. - Aber es geht eben auch anders, und das können wir immer wieder erleben. - Da ist zunächst der hier auf La Palma stark vertretene "Finca-" oder "Landhaustourismus", welcher selbst gewachsen ist, einfach der Nachfrage hinterher, weil es eben unserem Publikum deutlicher entspricht, als Paketurlaub von der Stange. - Das aberwitzige dabei ist aber nun, dass dieser gewachsene und bereits seit 25 Jahren praktizierte Tourismuszweig den Hotels ein Dorn, oder sagen wir Dörnchen im Auge ist und nun auf die Regierungen Druck ausüben, man möchte dieser lästigen Konkurrenz das Leben schwer machen, obwohl es keine Schnittpunkte zwischen beiden Angebotsschienen gibt, denn man bewirbt sich ja bei deutlich unterschiedlichem Publikum. - Dabei brauchen beide Angebote sich sogar, wegen der Flugverbindungen, ganz ohne Hotels würden noch weniger Maschinen kommen, und ohne den Privatsektor der Ferienhausvermietungen ebenso. - Es gibt also eher ein gemeinsames Ziel als Konkurrenz, allerdings ist das mit dem Begreifen einfach nicht jedermann gegeben. - In lichten Stunden, da haben schlaue Köpfe mal ein interessantes touristisches Programm ausgearbeitet, welches für La Palma keine Erweiterung der Großhotels mehr vorsieht, sondern eine zielgerichtete Hinwendung zu dem bereits vorhandenen ländlichen Tourismus, und was den Hotelsektor angeht, zu kleinen Stadthotels, welche über die Insel verteilt sich an den lokalen Begebenheiten und Besonderheiten orientieren.

In jedem Ort, je nach Größe, ein bis vier Hotels, in alten Gebäuden untergebracht, maximal mit einem modernen Anbau, wenn es nicht anders geht, jedes so zwischen 20 und 40 Zimmer und eben mit klarer Ausrichtung auf die lokale Struktur. - Das hätte nicht nur den Vorteil, dass man bereits vorhandene Infrastrukturen nutzt, sondern zum Teil eben auch emblematische Gebäude schützt, weil man ihnen nun einen merkantilen Charakter verleiht. - Für den Gast würde das bedeuten, nicht in einem anonymen Neubau zu sitzen, sondern in einem Haus, welches eine Geschichte zu erzählen hat, und eben genau die Geschichte des Ortes und der Region, welche er besucht. - Auch noch ganz wichtig, in der Stadt, nicht außerhalb der Orte, die Gäste sollen nicht "in der Pampa" wohnen und nur die hoteleigenen Angebote nutzen, sondern sich mit und in dem Ort bewegen. - Unsere Aufgabe wäre es dabei, die Authentizität zu bewahren und in einem angenehmen aber auch bequemen Weg dem Gast aufzuzeigen. Eine Aufgabe, für die ich uns übrigens als sehr fähig bezeichnen würde. - Man hat diese Geschichte auch weiter nach "oben" getragen, wo immer das auch manchmal ist, und wurden brav gelobt für so viel endemisches Engagement, haben aber nie wieder was davon gehört. - Dennoch, einige haben das wohl kapiert, in Tazacorte soll nun gerade das zweite kleine Stadthotel entstehen, nachdem die "Hacienda de Abajo" mit ihren 64 Plätzen bereits in diesem Stil begonnen hat. - Jetzt soll noch ein kleineres Haus auch in ein Stadthotel umgebaut werden, gerade einmal 22 Gäste werden dort Platz finden, in einem alten Herrenhaus, welches auch noch einen schönen Patio hat, mit Innenbalkonen und einem Garten nach hinten heraus. - Es gibt sie also die Investoren, die wohl auch diesen Bereich des lokal ausgerichteten Tourismus im Auge haben, und genau das könnte für diese Insel den kleinen und feinen Unterschied bedeuten. - Nun muss man das Ganze nur noch schick und knuddelig machen, und dann auch noch gut verkaufen, und da kann ich nur hoffen, dass wir uns da nicht wieder zu endemisch anstellen…



Sonntag 07.08.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 67 % - Luftdruck 1013 hPa

Auswondering
Kanada - Spanien

Weiter geht es in Gabis Alphabet, jetzt U - Z

Das A-Z der Unterschiede - Teil 3

U wie Ueberwachung

Während der olympischen Spiele konnten wir uns über eines ja gar nicht beschweren. Zu wenig Sicherheitskräfte. Mein Gott oder meine Göttin, was haben sie ein Grossaufgebot an Security für die knapp eine Milliarde Dollar aufgefahren. Überall standen sie herum - überall waren Camps in der Pampa und man fühlte sich immer und überall beobachtet.

Und hier? Hier im Campo de Gibraltar wimmelt es nur so von Militär & Polizei. Wobei ich gestehen muss, dass ich die Unterschiede der einzelnen Trachtenvereine noch nicht so richtig kenne. Anyway, wenn wir auf der Autovia nach Ost oder West fahren, dann kommen wir an Dutzenden der auffällig unauffällig gestrichenen Anlagen vorbei. Immer schön hinter der Bergkuppe in den Hang gebaut, damit man sie nicht vom Meer aus sehen kann. Auf der Strasse wimmelt es nur von Dienstfahrzeugen und wenn man in einem der Hafenorte ist, dann ist die Polizeipräsenz immens. - Manchmal fragen wir uns wirklich, ob das denn wirklich notwendig ist. Dennoch, einen Vorteil hat das Ganze: Bei einem potentiellen Waldbrand wird sehr schnell gelöscht werden - das haben wir bereits in La Linea gesehen, schließlich wollen sie ihre Überwachungsanlagen und Antennentürme nicht den Flammen opfern - und eines wird auch nicht passieren: dass alles wie an der Costa del Sol zugebaut wird. Die Damen und Herren der Überwachung lassen es ja gar nicht erst zu, dass man den Küstenstreifen betritt - alles militärischer Sperrbezirk...

V wie Verständigung

Ach, was haben wir uns verrückt gemacht, ob wir denn auch mit der Sprache klar kommen und haben bereits in Kanada damit begonnen uns einen gewissen Grundwortschatz anzueignen. Gut, ein gewisses Touri-Spanisch kann wohl ein jeder - aber das reicht ja nicht aus, wenn man hier lebt. Also wurde das Internet ein noch besserer Freund und dank der unzähligen Online-Sprachkurse haben wir uns die Vokabeln reingepfiffen. - Ich gestehe, dass ich bei den Verben meistens nur den Infinitiv kann und ob man es glaubt oder nicht, bisher kamen wir ganz gut damit durch den Alltag. Hände, Füße und Mimik tun dann noch ihr übriges und schon ist frau wieder stolz, wenn sie erreicht hat, was sie erreichen wollte. - Natürlich muss man dazu sagen, dass hier halt doch auch viele Touristen sind und durch das internationale Publikum sind es die Einheimischen auch gewöhnt Menschen gegenüber zu stehen, die eher fragend als wissend drein schauen. Aber solange man nett und freundlich dabei ist, dann kann man sich selbst mit zahnlosen alten Opas auf der Parkbank unterhalten. Das klappt hervorragend - auch, wenn man meistens gar nichts versteht... ;-)

W wie Wegelagerer

Oh, da bekomme ich schon fast beim bloßen Gedanken schlechte Laune. - Wir wohnten in Kanada ja eher beschaulich und Bettler und-oder Obdachlose zählten nicht zum Straßenbild. Ich will nicht sagen, dass es sie dort nicht gibt, aber in unserer Gegend existierten sie nun einmal nicht. Drum war es für uns schon eine Art Schock zu sehen, wie viele Menschen hier auf der Straße sitzen, alte Kinderwagen mit ihren Habseligkeiten durch die Gegend rollen oder aber an den Supermärkten strategisch günstig an den Einkaufswagen auf die potentiellen Spender lauern.

In der ersten Zeit habe ich meinen Einkaufswagen-Euro demjenigen überlassen, der dort saß und so furchtbar mitleiderregend drein schaute. Seit diese Menschen aber immer dreister werden und uns sogar hinterher laufen, habe ich davon Abstand genommen. Das ist eine Mafia - anders kann man es nicht bezeichnen und die Standorte der Berufsbettler sind hart umkämpft. Wehe, es dringt ein anderer ins Revier ein, dann kann man aber mal Streitgespräche der besonderen Art verfolgen. Nein, diese Menschen sollten es vielleicht einmal mit ehrlicher Arbeit probieren - das ist allemal besser als fremde Leute anzuschnorren und zu belästigen...

X wie x-Mal

X-Mal am Tag fahren wir durch Kreisverkehre. Ich gestehe, dass wir uns anfangs unseren Spaß daraus gemacht haben zu sagen: guck mal, und wieder einer. Aber, wenn man das dann 20 oder 30 Mal auf einer Strecke von ein paar Kilometer gesagt hat, dann ist es nicht mehr wirklich witzig. Hier sind ja sogar auf den Parkplätzen Kreisverkehre! Gut, es hat viele Vorteile: man findet immer eine Möglichkeit zu wenden, wenn man sich mal verfahren hat und muss dafür nur ein paar Meter zurück legen. Es kostet im Gegensatz zu einer Ampelanlage kein Geld für den Strom der rot-geld-grünen Lampen und mittendrin ist meist ein kleines Kunstwerk zu betrachten oder es stehen Pflanzen darin. Dennoch habe ich manchmal ein wenig Schiss bei der Fahrt durchs Rondell, wenn 2-spurig rein- und rausgefahren wird und die Beulen an den Autos nicht unbedingt von großem fahrerischen Talent zeugen. Ein kleines, spritziges Auto sollte man haben und auch nicht feige sein - ansonsten hat man an manchen Rondells Schwierigkeiten einzubiegen. Endlich weiß ich nun, was mit Mut zur Lücke gemeint ist... ;-)

Y wie Yolanda

Mensch, was bin ich froh, dass ich seit wir hier sind ein Wort mit einem Y im Kopf habe, welches nicht Yucca ist... Yolanda... ;-)

Aber zu Yolanda fällt mir eigentlich nichts ein, außer, dass sie am 1. Mai Geburtstag hat, 52 Jahre alt ist und eine nette, auch eher rundliche Person mit ebenfalls roten Haaren ist, die die Leidenschaft des Kochens mit mir teilt. Na? Worauf könnte ich nun wohl hinaus wollen? Genau: aufs (Sonntags)rezept - irgendeine Überleitung, und sei sie noch so weit hergeholt, finde ich doch immer wieder.... ;-)

Etwas mit Yufkateig kann ich nicht machen - den habe ich bisher noch nicht gefunden - und zum Selbstmachen bin ich dann doch zu faul, wenn ich an das mühselige Ausrollen denke. Also muss etwas anderes herhalten. Wie wäre es mit dann mit leckeren

Steaks oder gegrilltem Fisch an einem mediterranen Kartoffel-Tomaten-Zucchini-Gratin?

Nun, die Wahl des (Steak)fleisches (ob Kuh, Ochse, Bulle, Schwein, Strauss oder sonstigem Getier) überlasse ich einem jeden selbst. Dank der unzähligen Kochsendungen im TV wird mittlerweile ja auch ein jeder wissen, wie diese richtig gebraten werden und wie der Garpunkt einfach zu überprüfen ist. Wie man einen Fisch auf die glühenden Kohlen wirft, ist auch nicht so schwer. Also lasse ich mich einfach nur übers Gratin aus.

Mann-Frau-Kind nehme pro Person:

eine große Kartoffel, geschält und in dünne Scheiben geschnitten
eine Tomate, in Scheiben geschnitten
einen kleinen Zucchino, ebenfalls in Scheiben geschnitten
eine halbe Knoblauchzehe - feinst gehackt oder gepresst
Salz, Pfeffer, Rosmarin
Olivenöl

Knoblauch mit Olivenöl verrühren und etwas stehen lassen, damit das Aroma ins Öl zieht. Sämtliche Scheiben möglichst dekorativ in eine Auflaufform betten, mit Salz, Pfeffer und Rosmarin würzen und mit dem Knofi-Olivenöl beträufeln. Bei 180º C, ca. 30-45 Minuten (je nach Dicke der Scheiben und Größe der Form) im Backofen goldbraun garen. Köstlich - und noch dazu schnell und kinderleicht...

Z wie Zeit haben müssen

Time is money - den Spruch kennt ein jeder. Hierzulande scheinen alle genug zu haben und wir mussten die Langsamkeit neu entdecken. - Nein, nicht im Straßenverkehr, der ist hier ganz schön flott. Aber sobald es ums Einkaufen geht - das darf man nie-nie-niemals machen, wenn man in Hektik ist und einem die Zeit davon rennt. An der Fischtheke, an der Fleischtheke, an den Kassen, am Marktstand, in der Bank - egal wo man etwas zu erledigen hat: man muss warten. Und warten. Und warten. Die Kasse kann noch so leer sein, aber bis der Kunde vor einem endlich seine Coupons gezückt hat, die Kassierer die Zettel unterschriftsreif haben, die Oma ihre Geschichten vom Enkelchen erzählt hat - solange hat man geduldig mit den Füssen scharrend zu warten, bis man dran ist. Mehr als 3 Geschäfte nehmen wir uns mittlerweile nicht mehr vor, wenn wir zu unseren Großeinkaufstouren aufbrechen - pro Laden steht man mindestens 15-20 Minuten an der Kasse an. Das ist eine Stunde verschwendete Zeit - für ein paar Einkäufe. Wir haben aber mittlerweile festgestellt, wann eine gute Zeit ist, seine Dinge zu erledigen. Morgens. Um 9.15 macht der Lidl auf. Alles leer. Um 9.30 folgt der Aldi. Alles leer. Um 10 Uhr öffnet der frische Franzose alias Carrefour seine Pforten. Leer. Mercadona, SuperSol & Co. sind auch gegen 10 Uhr betretbar, so dass wir auch dort frühe Kunden sind. Die anderen Kunden sind noch zuhause? Nein, nein - die anderen sind auch schon im Laden. Die vergnügen sich dann aber noch an den Bars und Theken der kleinen Kneipen und warten dort auf ihr Frühstück. Spanier müssen es wirklich lieben anzustehen und zu warten, wenn sie schon so ihren Tag beginnen... ;-)




Samstag 06.08.2011 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 26,2 Grad - niedrigste Temperatur 19,4 Grad

Auswondering
Kanada - Spanien

Weiter geht es in Gabis Alphabet, jetzt I - T

Das A-Z der Unterschiede - Teil 2

I wie ITV

Ach ja, was war es in Kanada doch schön - da gab es keine technischen Überwachungsvereine. Da konnte jeder Anhängerkupplungen anschrauben wie er oder sie mochte, ob Bremsen oder Licht funktionieren, sollte ein jeder selbst im Eigeninteresse im Auge behalten und ob der Rost den Unterboden zerfressen hat, geht dort auch nur den Besitzer etwas an. Air Care ist nur bei Zulassungen in Großstädten erforderlich und so können auch die ganz arg qualmenden Gefährte durch die Wälder fahren.

Hier ziert nun ein Aufkleber die Windschutzscheibe des Sternemobils, welches bei jeder Fahrt aufs Neue daran erinnert, dass im Oktober die Untersuchung ansteht. Nun, bis dahin vergehen noch ein paar Wochen und bis dahin werden wir wohl auch neue Bremsbeläge eingebaut bekommen haben - darauf warten wir bereits seit Ende Mai, aber ans Warten haben wir uns gewöhnt...

J wie Juan und Juanita

Elli II wird sicherlich noch brav ihre Aufgaben verrichten und unseren Hauskäufern zu sauberer Wäsche verhelfen. Hier haben wir Juan und Juanita, wobei Juan nicht wirklich oft zum Einsatz kommt. Hey, was lasse ich gerne die Juanita laufen, schnappe mir den Waschkorb, gehe in den Garten und lasse die Sachen vom warmen Wind in gleichnamiger Eile trocknen. Falten und ab in den Schrank damit. Sehr angenehm - zumal die Energiekosten hier doch um einiges höher als in Kanada sind. Ich möchte nicht wissen, was wir hierzulande für den dortigen Stromverbrauch bezahlen müssten. Im Winter waren wir mit gut und gerne 3000 Kilowattstunden pro Monat dabei - das verbrauchen wir hier wahrscheinlich in einem halben Jahr...

K wie Kontoeröffnung

Das war auch eine interessante Geschichte. Bisher kannte ich es nicht anders, als dass man seinen Ausweis vorlegt - OK, in Kanada wollten sie auch noch unser Visum sehen - aber was sie hier von uns haben wollten, das war schon viel. Ausweis und NIE-Nummer. Damit hatten wir auch gerechnet - ohne diese Nummer geht ja nichts. Die brauchte ich ja sogar für eine Postsendung vom spanischen Festland zu den kanarischen Inseln... Egal, zurück zum Bankkonto. Der gute Mann, der im Gegensatz zu vielen Spaniern auch wunderbar englisch sprach, wollte auch noch die Bescheinigung unseres Wohnsitzes sowie einen Arbeitsvertrag bzw. Gewerbeschein von uns sehen. Hat das schon mal jemand erlebt? Was macht ein Schüler, der ein Konto eröffnen möchte? Oder jemand, der es gar nicht nötig hat zu arbeiten? Hat der seine Moneten unterm Kopfkissen zu verstecken? Unglaublich...

L wie Ladenöffnungszeiten

Tja, das ist etwas, an das wir uns erst wieder gewöhnen mussten. In Kanada sind die Geschäfte bis auf wenige Ausnahmen an sieben Tagen in der Woche geöffnet und dies auch von ganz früh, bis sehr spät, wenn nicht sogar rund um die Uhr. - Hier standen wir vor allem in der ersten Zeit des Öfteren vor einem Laden und dessen verschlossenen Türen. Strikte Mittagszeit von 2-4 oder von 3-5 oder von 1-3 - genaue Zeiten konnten wir bisher nicht ausmachen, das machten jeder nach seinem Gusto und hängt einen entsprechenden Zettel an die Tür.

So waren wir umso erstaunter, dass ein deutscher Discounter mit 4 Buchstaben, der mit L anfängt und mit idl aufhört zwar an der Tür die Öffnungszeiten: Montag - Samstag von 9.15 - 21.15 Uhr verkündet, wenn man aber zur Mittagszeit erscheint, auch gerne mal vor verriegelten Türen und eingesperrten Einkaufswagen mutterseelenallein auf dem Parkplatz steht. Nein, wir versuchen dort nicht mehr gegen 13 Uhr unsere Vorräte aufzustocken - wir gehen dann einfach zu dem anderen Discounter mit denselben vier Buchstaben in einer anderen Reihenfolge... ;-)

M wie Müll

Das hat uns hier sowohl angenehm überrascht als auch schockiert. - In Kanada findet man zwar vereinzelt Recycling-Möglichkeiten, aber eigentlich wirft ein jeder alles in die Mülltonne. Von alten Batterien über Renovierungsschutt bis hin zu alten Reifen und dem normalen Haushaltsmüll findet sich alles in ein und demselben Behälter, der wöchentlich entleert wird und alles einfach irgendwo in die Pampa gekippt wird.

Hier stehen an jeder Ecke Glas-, Papier- und gelbe Container für Metall, Plastik & Co. sowie die grünen Tonnen für den Restmüll. Ab in den Kofferraum mit dem Zeug und irgendwo in die entsprechenden Tonnen umladen. Dauert keine 2 Minuten und weg ist der Mist. Übervolle Container haben wir hier noch nicht gesichtet - sie werden mindestens 2-3 Mal pro Woche entleert - deshalb verwundert es uns doch immer wieder, dass es manche Menschen einfach nicht schaffen die Tüte in die Tonne zu werfen anstelle sie davor zu stellen... Auch der Müll in den Straßengräben ist alles andere als wenig. Das war in Kanada auch anders. Gut, dort lebten wir hinter den Bergen bei den sieben Zwergen und es waren einfach nicht so viele Menschen wie hier - aber dennoch bin ich der Meinung, dass sich die Leute hier ruhig ein wenig mehr Mühe geben könnten. Wie wäre es mit einem Flaschen- oder Dosenpfand? Was woanders funktioniert, sollte doch auch hier machbar sein...

N wie Natur

Nein, beschweren konnten wir uns nicht in Kanada, in einer grottenhässlichen Gegend gelebt zu haben. Es ist dort auch wunderschön - allerdings anders schön mit anderen Mitgliedern der Familien Flora und Fauna. Korkeichen statt Tannen, Meer statt See und Fluss (wobei es die hier auch gibt...), Geier und Störche anstelle von Adlern (wir haben jedenfalls noch keinen gesehen) und Geckos anstelle von Bärenjungen. Die Jahreszeiten sind anders, das Klima ist anders und auf den ersten Winter ohne lange Unterhosen seit langem freuen wir uns schon. Aber nicht davon sind wir begeistert, sondern von all der Pflanzenpracht, die uns umzingelt. Früher haben wir Oleander, Hibiskus &Co. in Terracotta-Kübeln liebevoll gehegt und gepflegt, gescheite Winterquartiere gebaut - und hier? Hier wachsen all diese schönen Pflanzen einfach so - wie zum Beispiel:

O wie Oliven

Mensch, was haben wir uns in Kanada die Hacken abgelaufen bzw. die Reifen abgefahren, um einen Olivenbaum zu finden. Nix zu machen - von nirgendwoher konnte man einen Baum exportieren. Selbst aus Kalifornien konnten wir keinen mitnehmen - das hat Agriculture Canada nicht mitgemacht. Da blieb uns seinerzeit nur der Gang bzw. die Fahrt ins schwedische Möbelhaus unser aller Vertrauens und es hing seitdem ein übergroßes Oliven-Bild an unserer Wand. - Umso mehr erfreut es uns jeden Tag aus Neue, dass hier so viele Olivenbäume in der Gegend herum stehen. Einfach so - scheinbar von niemandem angepflanzt. In unserem Garten stehen 2 Prachtexemplare, die schon einige Jahre auf dem Buckel haben und allein entlang der Strasse, in der wir wohnen, stehen Dutzende. Ein Traum! Jedes Mal, wenn ich aus dem Küchenfenster schaue und auf die immer größer werdenden Oliven blicke, dann freue ich mich schon auf die Ernte im Winter und darauf, dass unsere typisch deutschen Sauerkrautfässer demnächst zu Olivenkrügen umfunktioniert werden. Oma möge es mir verzeihen...;-)

P wie Perro de Leones

Zu gut deutsch: Rhodesian Ridgeback. - In Kanada wurde wir ja doch des Öfteren auf unseren Löwenhund angesprochen. Ist halt keine allzu typische Rasse auf der anderen Seite des großen Teichs. Dort waren es überwiegend Frauen, die sich nach der Herkunft erkundigten und fragten, ob sie ihn mal streicheln dürfen. Na klar, zur zu - er beisst nicht...

Hier werden wir auch immer wieder mit Wauzi im Schlepptau angesprochen. Allerdings von Männern, die notfalls auch einfach auf der Strasse anhalten - dabei natürlich den ganzen Verkehr aufhalten - und die uns dann ihren Hund (meist einer im Kaliber Schosshund) zeigen. Oftmals wird dann etwas von der mujer erzählt und wir interpretieren dann in den Wortschwall hinein, dass seine Frau keinen großen Hund haben will, der unseren aber schön findet. Denn bonito, alta, grande und fuerte verstehen selbst wir... Hey Mann, zieh Deine Hosen an und kauf´ Dir einen - setz Dich durch! ;-)

Q wie Quappen

Ja, wir gestehen es - wir sind Massenabtreiber. Noch bevor die Hunderte an Kaulquappen in unserem Planschbecken die Chance hatten zu Kröten-Fröschen heran zu wachsen, wurden sie per Kescher aus den damals noch eher trüben, grünen Fluten gefischt und fliegenderweise in die Pampa verfrachtet. Manche hatten das Glück im Bach, der durch den Garten fließt, zu landen. Bei uns hat nur eine Riesenkröte, die wir King Kong getauft haben, ein offiziellen Bleiberecht. Dieses Vieh, das ungefähr so groß wie eine 0,5 l Bierdose ist, wurde oft ins Gebüsch befördert - am nächsten Tag saß er-sie-es wieder vor der Tür. Gut, also wurde die Bestie 3 Gärten weiter an einem anderen Bach ausgesetzt. Keine 2 Tage später saß er-sie-es wieder vor der Tür. Gut, wenn Du meinst unbedingt bei uns wohnen zu müssen, bitte - aber kein Besuch nach 22 Uhr und schon gar keine Konzerte am Pool - davon hatten wir nun schon genug bis zu unserem Lebensende. Was können die einen Krach machen - und mich um meinen dringend benötigten Schönheitsschlaf bringen... ;-)

R wie Rasenmähen

Manche gärtnern mit dem Mond - wir gärtnern gegen den Wind. Ich hätte es im Leben nicht gedacht, dass es immer windig sein kann. Blümchen pflanzen oder gar Gemüse ziehen ist schier unmöglich. Entweder zerfetzen Levante und Poniente die Gewächse oder aber das Ungeziefer macht sich über die zarten Pflänzchen her, bevor sie überhaupt eine Chance haben groß zu werden. Zur chemischen Keule mag ich nicht greifen, also gibt es keine Tomaten & Co. aus der Eigenproduktion.

Aber noch etwas ist im Gegensatz zu unseren früheren Gartenarbeiten anders. In Deutschland und in Kanada wurde der Rasen im Sommer gemäht - hier steht unser Stutzgerät derzeit in der Ecke und wartet auf seinen Einsatz in Herbst, Winter und Frühjahr. Sehr angenehm - wer macht das schon gerne bei 30 Grad im Schatten?

S wie Schweinbeine

Manche nennen sie hochtrabend Jamon iberico - wir sagen einfach Schweinebein dazu. - In Kanada war es purer Luxus Serrano- oder Parmaschinken zu kaufen - für 100 g durfte man im Billigsupermarkt gerne so um die 7 Dollar ausgeben - andere verlangten gar 10 - 12 dafür. Nein, oft haben wir ihn nicht gekauft - es war schon etwas Besonderes, wenn wir ihn aßen. Und hier? Hier haben wir nun stets ein ganzes Schweinebein im Haus. Entweder bereits angeschnitten auf der Arbeitsplatte in der Küche oder aber noch ganz und gar im kühlen Keller. Wie sagte der Schatzemann so schön? Das ist schlimmer als Gummibärchen - kann ich den Teller in den Kühlschrank stellen, sonst esse ich gleich alles auf. Recht hat er - ich erweitere aber noch um Chips und Schokolade. Die sind mindestens genauso schlimm... ;-)

T wie Tiere aus dem Glas

Hunde aus dem Aquarium. Anders kann ich es ja nicht nennen und jeder, der sich noch an den Schlittenhundemassenmord erinnert, weiß, dass ich Hunde liebe. By the way: das Massengrab wurde nach der Schneeschmelze ausgehoben und es gab Obduktionen - das Verfahren ist aber noch nicht angeschlossen... Im Prozess der Bärenjagd auf Nero, der durch Pfeil und Bogen ums Leben kam und qualvoll in einem Garten verblutete, ist nun das Urteil gesprochen worden: Der Mann muss eine Geldbusse in Höhe von 3.000 Dollar bezahlen und ihm wurde die Jagdlizenz lebenslang entzogen... Zurück zu den Glashunden.

Hier bin ich immer wieder entsetzt, wie Hunde, Katzen oder andere Tiere verkauft werden. Es gibt keinen Superstore oder Baumarkt, in dem nicht diese Glaskästen stehen und in welchen zum Teil viel zu junge Hunde feil geboten werden. Nein, das geht gar nicht und muss verboten werden! Diese armen Viecher sind geschädigt fürs Leben!!! Von der Sozialisierung mal ganz abgesehen, frage ich mich immer wieder, ob diese Tiere jemals ans Tageslicht dürfen oder ob sie einzig und allein in diesen Gefängniszellen ihr Dasein fristen müssen. Da entstehen neurotische Kläffer, für die der Händler dann auch noch so um die 450 - 700 Euro haben möchte. Deine Wunschrasse ist nicht lagernd? Kein Problem, wir besorgen Dir einen. - Nein, nein, nein - auch wenn ich einen inneren Drang habe diesen Kreaturen ein besseres Leben zu bescheren - ich kann und darf diese Art und Weise der Hundeproduktion nicht unterstützen. In Kanada habe ich nirgendwo Aquarienhunde oder -katzen gesichtet...




Samstag 06.08.2011 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1017 hPa

Auswondering
Kanada - Spanien

Wie wir ja alle mitbekommen haben, ist Gabi inzwischen in Spanien angekommen. - Nach Jahren in Kanada ist das natürlich spannend, wie sich die Unterschiede der Kontinente so darstellen, und das nicht nur was die Landschaft oder das Wetter angeht. - Gabi hat nun netterweise, im Sommerloch noch willkommener, mal ein A-Z der Unterschiede für uns ausgearbeitet, welches wir hier nun proudly presenten können. - Bei der Lektüre ist mir dann aufgefallen, dass wir das Gleiche noch mal mit Festland und den Kanaren machen müssten, weil hier ticken und laufen die Dinge schon wieder anders. - Nicht viel anders, nein, aber auffallend. - Aber das machen wir zukünftig, hier nun die Buchstaben A bis J.


Das A-Z der Unterschiede - Teil 1

A wie Autokauf und Anmeldung

In Kanada ist es ganz einfach einen fahrbaren Untersatz zu erwerben und zu versichern. Drum gehen ja auch viele Touristen hin, schaffen sich einen Van oder ein anderes praktisches Gefährt an, versichern dieses gegen Vorlage des jeweiligen nationalen Führerscheines, bezahlen die Police im voraus und können lustig durch die Landschaft cruisen. Vor der Abreise wird der Wagen wieder verkauft (oder einfach stehen gelassen) und fertig ist die Sache...

In Spanien brauchten wir erst einmal eine NIE-Nummer (Número de Identificación de Extranjeros) - eine Ausländernummer, ohne die hier für Nicht-Spanier gar nichts geht - unseren Pass, unser Empadronamiento und unseren Führerschein. Zum Glück hatten wir aber einen netten Menschen, der die Zulassung für uns übernahm - denn wer glaubt, dass man hier einfach so ins nächste Büro dackeln kann, wie in Kanada, der hat sich getäuscht. Der gute Mann fuhr nur für die Zulassung nach Cadiz, um den Wagen auf uns umschreiben zu lassen. Dann fuhr er mit unseren Papieren bewaffnet zur Versicherung und wollte eine solche für uns abschließen. Dummerweise haben wir aber immer noch unsere kanadischen Lizenzen und diese wollten sie mal so gar nicht akzeptieren. Hm, aber weil Manolo nun einmal ein Goldstück ist, hat er kurzerhand den Wagen, der auf Schatzemann zugelassen ist, auf seinen Namen versichert. Ist das der Hammer? Wer würde so etwas schon für einen fast Fremden machen??? Denn ohne dieses, hätten wir keine Versicherung bekommen und wären noch länger auf den teuren Leihwagen angewiesen gewesen. Wer fährt schon ohne Versicherung durch die Weltgeschichte?

B wie Bürokratie

Bisher dachten wir immer, dass man es als EU-Bürger leicht hat sich egal wo innerhalb der EU anzusiedeln. Um die Genehmigung in Kanada leben zu können zu erhalten, mussten wir viele Formulare ausfüllen, Zeugnisse und Bescheinigungen von was auch immer vorlegen, die Heiratsurkunde durfte natürlich auch nicht fehlen, Führungszeugnisse waren fällig, etc. pp. Dieses im Hinterstübchen, dachten wir eher an ein Hoppla-hier-komm-ich und das wird alles easy going sein. Nee, das war es nicht. Zuallererst haben wir uns wohnhaft gemeldet. Nein, nicht wir - das auch auch Manolo für uns übernommen. Er nahm unsere Pässe mit und meinte, lasst mich mal machen - komme heute Abend wieder. Ja, abends waren wir tatsächlich eingebürgert... Mit diesem Wisch und unseren Pässen dackelten wir dann zu einer Gestoria, die sich gegen Entgeld um lästigen Papierkram kümmert. Den Antrag der NIE-Nummer haben sie uns schnell geschrieben und wir sollten bei der Ausländerpolizei anrufen, um uns für den kommenden Tag anzumelden. Einfach so vorbei gehen, das funktioniert nicht. Also rief ich bei der Hotline an, buchstabierte unsere nicht ganz so einfachen Namen und gab auch die Nummern unserer Ausweise durch. Zwischen 9 und 13 Uhr sollten wir vorbeikommen. Dort angekommen, hatten die Herren in Uniform eine Liste vor sich liegen und fanden tatsächlich unsere Namen darauf, die Ausweise wurden kontrolliert und wir bekamen Tages-Passierscheine fürs Gebäude. Das Büro hatten wir schnell gefunden und ein anderer Uniformierter kontrollierte uns im Wartebereich. Auch hier wurden wir auf einer Liste abgehakt. Dann wurden wir zum Sachbearbeiter gerufen und es begann das Spiel von Neuem. Ausweise, Liste abhaken, Nummern kontrollieren, Formular durchsehen, Papiere sichten, ein paar Fragen und dann bekamen wir zwei Rechnungen vorgelegt. Mit diesen Zetteln sind wir zurück zum Auto, mussten zu einer Bank fahren und die Gebühren einzahlen. Wieder zurück zur Ausländerpolizei, Passierscheine vorzeigen, zurück ins Büro, wieder warten, oh, wir dürfen wieder zum Herrn am Schreibtisch, Quittungen der Bank vorlegen und keine 2 Minuten später waren wir stolze Besitzer unserer NIE-Nummern. Wenn das nicht mal schnell ging... ;-)

C wie Clinica

Sowohl Clinica Veterinaria als auch Clinica Dental haben wir nun hinter uns gebracht und natürlich so einige Geschichten erlebt. - Unser Hund benötigt nun einmal Medikamente, die es für Tiere eigentlich nicht gibt, also wird ihnen ein Humanpräparat verabreicht. In diesem Falle halt eines gegen Epilepsie. Die kanadischen Pillen waren fast aufgebraucht und es mussten Neue her. Also haben wir einen Tierarzt gesucht und ich bin mit der kanadischen Pillendose, auf der alles Wichtige draufsteht: Tagesdosis, Name, Befund, etc., zum Tierarzt gegangen. Oh nein, das ist nicht möglich. Wir brauchen ein Schriftstück des kanadischen Arztes und dann kannst Du das Rezept bekommen. 3 Tage später hielt ich es dann endlich in Händen und stratzte wieder in die Praxis. Ja, alles in Ordnung, Du kannst das Rezept bekommen. Yeah!!!! In der Apotheke dann eine neue Erfahrung: ich musste mich ausweisen, dass ich auch wirklich Gabilein bin und nicht Lieschen heiße und meine Ausweisnummer wurde auf dem Rezept vermerkt... Mittlerweile ist es einfach ein neues Rezept zu bekommen - ich gehe in die Clinica, sie wedeln schon mit dem Schreibblock, nach ein paar Minuten stehe ich in der Apotheke, lege schon direkt meinen Ausweis dazu und schwuppdiwupp habe ich die Glücklichmacher in der kleinen Tüte. Die Kosten dafür sind hierzulande übrigens um einiges geringer als in Kanada. Dort waren wir pro Monat mit umgerechnet ca. 35 Euro dabei - hier sind es keine 10...

D wie Dunkelheit

In den kanadischen Wäldern war es alles andere als hell. Dennoch konnten wir nicht viele Sterne sehen - dazu fehlte einfach die Weite, wenn man im Tal wohnt und ringsherum Berge stehen, die an der 3.000 Meter-Marke kratzen. Da sieht man immer nur einen kleinen Ausschnitt und das war es aber auch schon. Den Mond haben wir nur einen Bruchteil der Nacht erspähen können und unsere Sternenausbeute war eher gering. - anders ist es hier.

Die Umgebung ist nicht wirklich dicht besiedelt und die nächste Großstadt ist doch einiges entfernt. Der Himmel kann uns also all seine Pracht zeigen. Jeden Abend stehen wir nun auf der obersten Terrasse und schauen uns die Sterne an. Sternschnuppen haben wir hier in kürzester Zeit so viele gesehen, wie vorher in zig Jahren nicht. Manchmal können wir dann nicht anders und legen uns einfach auf den Rücken und warten auf den nächsten Schweif am Firmament. Herrlich...

E wie Esel

Von Bären ist hier weit und breit nichts zu sehen - aber Esel, davon sehen wir eine ganze Menge! In Kanada grasen die Schwarzbären am Highwayrand, hier stehen angebundene Eselchen an der Autovia und ich frage mich immer, ob sie wohl auch genügend Wasser bekommen... Ach was tun sie mir alle leid und es gibt einen, der ist schon so alt und steht klapprig unter einem Baum - diesem werfe ich immer ein paar Möhren zu. Ob er sie frisst? Ich weiß es nicht - es beruhigt aber mein Gewissen...

F wie frömmige Fiesta

Auf diese bin ich ja schon gespannt. Im September werden wir unsere erste Feria erleben. Dann wird im Gegensatz zum strikt in-der-Öffentlichkeit-nicht-religiösen Kanada irgendeine Figur aus Kirche xy kilometerweit in die Kirche in der Altstadt getragen, die Menschen sollen am Wegesrand stehen und viva xy rufen und dann beginnt eine einwöchige Fiesta, die den Ort zum Stillstand bringen soll. Die meisten Büros sind geschlossen, die Arztpraxen auch, in der Stadtverwaltung wird kein Finger krumm gemacht und alle feiern und feiern und feiern. Einen Parkplatz zu finden, soll man sich direkt abschminken können und ich weiß wirklich noch nicht, ob ich mir diesen Ausnahmezustand antun soll - eigentlich habe ich es lieber ruhig. Schaun mer mal - einmal müssen wir es uns wahrscheinlich antun...

G wie Geldausgeben

Im Gegensatz zur Teilnahme am heiligen Jubel, Trubel, Heiterkeit machen wir hier eines wirklich für unser Leben gerne. Einkaufen gehen. Nein, nicht den typischen Weiberkram a la Klamotten oder Schuhe, wo der Mann dann genervt vor der Umkleidekabine sitzt. Wir gehen hier für unser Leben gerne Lebensmittel einkaufen. In Kanada sind wir hin und zurück ca. 200 km gefahren, um halbwegs gut und günstig einkaufen zu gehen. Hier fahren wir 8 km in die eine oder die andere Richtung und haben alles, was einem das Herz höher schlagen lässt. Und das zu - jedenfalls für uns - vernünftigen Preisen. In Kanada war ein Kilogramm Manchego für 65 Dollar zu bekommen - hier zahlen wir einen Bruchteil davon. Oder Obst und Gemüse: Mensch, was ist das günstig und vor allem gut! Und erst einmal die Gurken, die wirklich nach Gurke und nicht nach Nichts schmecken. Was wir anfangs allerdings ein wenig vermisst haben, das sind gescheite Steaks. In Spanien sind es ja doch eher dünne Lappen, die mit den kanadischen Dimensionen mal so gar nichts zu tun haben. Immerhin haben wir nun aber eine Quelle, wo wir das Fleisch einfach am Stück kaufen und es selbst in der Stärke zerteilen, die wir haben wollen...

H wie Hundeleckerli

Davon kaufen wir pro Woche auch reichlich - aber nicht nur für unsere Bestie. Bereits in Kanada hatten wir ja regelmäßigen Besuch der Nachbarshunde, die am Wohnzimmerfenster standen und ihre Leckerlis abholten. - Hier ist es nicht anders.

Nachbars Lumpis finden immer wieder neue Löcher im Zaun - und wenn sie keine finden, dann machen sie sich eines... Also haben wir gerne mal zwei Vierbeiner auf der Matte stehen, die sich ihre Hundeknochen abholen. - Es vergeht aber auch kein Spaziergang in der Nachbarschaft, ohne mit Leckerlis ausgerüstet zu sein. Anfangs kläfften und kläfften und kläfften uns alle aus. - Bis wir mit Leckerli anfingen. Mittlerweile stehen alle schwanzwedelnd am Tor, am Zaun oder springen auf einen Tisch, damit sie über eine Mauer gucken können, nur um ihre Morgen- und Nachmittagsleckereien zu bekommen. Dabei gehen wir auch auf die jeweiligen Bedürfnisse ein. Da ist so eine gaaaanz alte Hundedame, die nicht mehr so gut beißen kann. Sie liegt immer am Zaun und man muss ihr das weiche Stängchen nur in die Schnauze schieben. Der Schwanz wedelt ein wenig und schon schläft sie weiter. Aber wehe wir gehen vorbei und haben sie nicht bemerkt, dann gibt es ein kurzes Wuff...

J wie Juan und Juanita

Elli II wird sicherlich noch brav ihre Aufgaben verrichten und unseren Hauskäufern zu sauberer Wäsche verhelfen. Hier haben wir Juan und Juanita, wobei Juan nicht wirklich oft zum Einsatz kommt. Hey, was lasse ich gerne die Juanita laufen, schnappe mir den Waschkorb, gehe in den Garten und lasse die Sachen vom warmen Wind in gleichnamiger Eile trocknen. Falten und ab in den Schrank damit. Sehr angenehm - zumal die Energiekosten hier doch um einiges höher als in Kanada sind. Ich möchte nicht wissen, was wir hierzulande für den dortigen Stromverbrauch bezahlen müssten. Im Winter waren wir mit gut und gerne 3000 Kilowattstunden pro Monat dabei - das verbrauchen wir hier wahrscheinlich in einem halben Jahr...




Freitag 05.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 26,0 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Blue Bayou
Charco Azul ist wieder offen

Endlich muss man sagen, nach nunmehr fast zweieinhalb Jahren ist das bekannte und extrem beliebte Meerwasserschwimmbecken in der Nordostgemeinde Los Sauces heute wieder für den Badebetrieb eröffnet worden. - Das wurde aber auch Zeit, denn Charco Azul, das ist eine feste Größe im sommerlichen und auch touristischen Fenster dieser Insel und wir waren alle schon sehr ungeduldig, weil sich so lange einfach nichts tat. - Am 20. März 2009 brachen oberhalb des Badebereichs des Meerwasserschwimmbeckens große Felsstücke ab, und nur weil es noch sehr früh am Morgen war, wurde kein Mensch verletzt. - Man möchte sich gar nicht ausdenken, wenn das im Sommer und etwas später am Tag passiert wäre, sicher hätte es dann Personenschäden gegeben. - Aber wir haben in solchen Fällen meist Glück und werden dann wieder daran erinnert, dass unsere Insel aus starrem aber brüchigem Basaltgestein besteht, welches manchmal sehr tückisch sein kann. - Damals, das war eben vor über zwei Jahren, da versprach man, das Meerwasserschwimmbecken so schnell wie möglich wieder zugänglich zu machen, bereits für die gleiche Sommersaison sollte das noch geschehen. - Das war aber sehr optimistisch gedacht, denn nun begann der Amtsschimmel zu wiehern und zunächst musste dann mal die Zuständigkeit geklärt werden. - Das ist immer schon ein böses Zeichen, wenn man erst jemanden verantwortlichen suchen muss, dann wissen wir ja schon aus Erfahrung, das kann dauern. - Die Gemeinde musste schnell einsehen, das dass eine größere Aufgabe ist, und man alleine nicht die finanziellen Mittel aufbringen könne oder wolle. - Dann wendet man sich immer an die Küstenbehörde, die ist ja auch immer willkommen, wenn es etwas zu bezahlen gibt, und so geschah das auch. - Madrid war dann schließlich bereit die Kosten für Arbeit und Gerät zu übernehmen, und man schrieb dann auch dieses Projekt korrekt aus und erteilte auch einer Baufirma den Zuschlag. - Die wollten dann auch bald beginnen, das war dann bereits Frühling 2010, mussten dann aber feststellen, dass lediglich ein Techniker der Gemeinde einen Sicherheitsbericht über die Arbeitsbedingungen unter dem halb abgebrochenen Felsvorsprung verfasst hatte. - Nun weigerte sich die Firma unter diesen Umständen an die Arbeit zu gehen, zu gefährlich wäre das für die Arbeiter, da man ein Gutachten von einem Geologen haben wollte.

Ob das nun gerechtfertigt war oder nicht, das muss ich zurückgestellt lassen, auf jeden Fall wurde so nun aus den Arbeiten im vergangenen Jahr wieder nichts, denn man musste nun tatsächlich ein neues Gutachten anfertigen lassen, welches aber dann die Aussage des Gemeindetechniker stützte. - Aber man hat halt wieder viel Zeit verloren und inzwischen war auch das Jahr 2010 fast rum, und das Geld für die Arbeiten bereits im Haushalt der Küstenbehörde für andere Aufgaben ausgegeben. - So verschob man die Geschichte gleich auf das kommende Jahr, und wieder fing das Ganze mit Stunk an, die Firma hatte nun plötzlich keine Zeit mehr, die Arbeiten zu erlegen. - So fürchtete man schon, auch im Jahr 2011 klappt das wieder nicht, und der Nordosten der Insel, oder sagen wir ruhig die gesamte Insel, steht weiter ohne eine der schönsten touristischen Attraktion da. - Schließlich begann man mit den Arbeiten, was zunächst nichts anderes bedeutete, als den ganzen Abraum weg zu schaffen, den Abhang abzusichern, und die vom Steinschlag betroffnen Besucherterrassen wieder herzustellen. - Die Gemeinde steuerte noch die ganze neue elektrische Anlage dazu, kaufte noch neue Pumpen, um das Becken auch bei Ebbe mit Meerwasser füllen zu können, und so war man in der glücklichen Lage, das Meerwasserschwimmbecken heute wieder an das Badepublikum übergeben zu können. - 600.000 Euro hat das die Küstenbehörde gekostet, und ein paar Tausend Euro die Gemeinde, und eigentlich sind die Arbeiten, von dem Tag an, als man dann wirklich angefangen hatte, sogar schneller fortgeschritten als man gedacht hatte. - Nur das Vorspiel eben, gute zwei Jahre, das hätte man ein bisschen kompakter gestalten können. - Jedem Inselbesucher sei es dringend angeraten, auf einem Ausflug in den Norden Charco Azul auf jeden Fall zu besuchen. - Dort gibt es auch Restauration, oder man fährt dann in das benachbarte Puerto Espindola, und nascht dort einen leckeren Teller Meeresfrüchte.




Puerto Espindola




Freitag 05.08.2011 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 72 % - Luftdruck 1018 hPa

Ran ans Geld, wenn noch welches da ist
Gemeinden arbeiten Altlasten auf

Santa Cruz hat ja nun mit der Steuerbehörde eine Absprache getroffen, die ausstehenden Gebühren einzutreiben. - In Los Llanos versucht man an 900.000 Euro an Außenständen heranzukommen, welche die alte Regierung nicht kassiert hat, und in Tazacorte sind 700.000 Euro an alten Rechnungen noch offen. - Dabei handelt es sich um nicht bezahlte Rechungen für Wasser, Autosteuern, Müllabfuhr und alle möglichen anderen Kosten, welche Bürger so an die Gemeinde zu entrichten haben. - Die Summen sind enorm, welche da offen sind, und angesichts der Knappheit in den Gemeindekassen, möchte man nun doch noch gerne an diese Gelder heran. - Allerdings wird das schwer werden. - Offene Rechnungen, die noch aus einem Zeitraum von vor 2007 stammen sind fast gänzlich verjährt, wer es in fünf Jahren nicht geschafft hat, eine Rechnung zu kassieren, dem steht das Geld auch nicht mehr zu. - Daraus haben sich allerdings sehr viele Bürger sogar eine Dauerlösung gebastelt, Rechnungen der Gemeinden nicht zu bezahlen gehört für die zum guten Ton, und wenn dann die Gemeinde nicht mit Nachdruck und geeigneten Maßnahmen die Forderungen eintreibt, dann ist man nach 5 Jahren aus dem Schneider. - So geht man nun in Tazacorte auch nur noch den Zeitraum von 2007 bis heute heran, und stellt dort auch immer noch offene Rechnungen im Wert von 400.000 Euro fest. - Theoretisch kann man an dieses Geld schon noch kommen, aber in vielen Fällen geht es dabei nicht ohne soziale Härten ab. Wie will man, zum Beispiel, ausstehende Gemeindesteuern für Betriebe kassieren, die schon seit ein paar Jahren pleite sind. - Da wagt es kein Gemeinderat das Wasser abzustellen, oder von nun arbeitslosen Bürgern alte Steuerlasten zu kassieren. - So wird man niemals an diese 400.000 Euro kommen, sondern jeden Fall einzeln prüfen müssen, und das genau verspricht die Bürgermeisterin nun, und lädt dazu die Bürger ein, am kommenden Montag an einer öffentlichen Versammlung teilzunehmen, auf der sie die Situation erklären will und auch das weitere Vorgehen der Gemeinde. - Natürlich wird die jetzige Bürgermeisterin, Carmen Acosta, dieses Treffen auch dazu nutzen, allen Bürgern klar zu machen, dass sie keine Schuld hat an der komplizierten finanziellen Situation der Gemeinde, sondern dass es ihre Vorgänger der UB/CC waren, welche Tazacorte nahe an die Pleite getrieben haben. - Aber das ist nicht nur in Tazacorte so, in den meisten Gemeinden tauchen nach Regierungswechseln immer Berge an alten Rechnungen auf, welche die Gemeinde noch zu bezahlen hat, und eben auch anders herum, welche man noch kassieren muss.



Donnerstag 04.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 27,4 Grad - niedrigste Temperatur 19,4 Grad

Quer Beet
Haushalt posthum, Geld für Alzheimer und noch etwas, was ich fast vergessen habe

Wir schreiben den Monat Acht im Jahreskalender, und jetzt erst hat die Gemeinde Santa Cruz den Haushalt für das Jahr 2011 verabschiedet. - Sie haben richtig gelesen, nicht 2012, sondern 2011. - Man könnte somit auch sagen, anstatt finanzieller Planung macht man eine Abrechnung für das vergangene Jahr, auch eine Methode der Krise zu begegnen. - In der Tat hat die alte Rathausbesatzung es nicht fertig gebracht rechtzeitig einen Haushalt zu bestimmen, so verlängerte man den Haushalt 2010 einfach um ein paar Monate, und diese paar Monate reichen nun bereits bis in den August hinein. - Jetzt aber hat man sich doch noch der guten Form entsonnen, auch wenn es eigentlich sinnlos ist eine finanzielle Planung zu machen wenn das Geld bereits zum großen Teil ausgegeben ist. - Allerdings muss man diesen Haushalt auch als sehr ehrlich bezeichnen, schließlich kann man im Nachhinein keine Wunschschlösser mehr bauen, sondern muss mit den bereits geschehenen Ausgaben rechnen. - Die letzten Monate werden nun noch eng in Santa Cruz, denn man wird beim Personal noch deutlich sparen müssen, schließlich soll der Haushalt für dieses Jahr noch eine Einsparung von 3,2 Millionen Euro bringen. - Größter Einsparungsposten sind allerdings die Investitionen, dafür will man von einem Gesamthaushalt von 16,5 Millionen Euro nur noch 475.000 Euro bereithalten. - Dagegen muss man allein für die Schuldentilgung bereits 1,7 Millionen Euro hinlegen, und wenn man diese beiden Posten miteinander vergleicht, wird einem die Schwierigkeit ganz offen klar. - Wie soll es gelingen, mit lächerlichen Summen die Wirtschaft anzuschieben, gleichzeitig aber Einsparungen durchzuführen. - Vielleicht sollte man das gleich noch anders machen, den Haushalt 2012 dann Anfang 2013, dann muss man sich 2012 keine Sorgen machen.

Gut, dass woanders immer noch Geld fließt. - Das Zentrum für die Behandlung und Betreuung von Alzheimerpatienten erhält nun eine Anschubfinanzierung von 870.000 Euro. - Diese werden von der Inselregierung erbracht und sollen für den ersten Bauabschnitt reichen, in welchem man im alten Inselkrankenhaus nun eine Sektion räumlich abgrenzt und renoviert. - Insgesamt benötigt man allerdings 2,15 Millionen Euro, bis das Zentrum auch wirklich arbeiten kann, und da ist man bereits auf der Suche nach anderen Töpfen im Gobierno de Canarias, Madrid und auch Brüssel. - 30 Tagespatienten will man dort zusätzlich zu 30 stationär liegenden Alzheimerpatienten betreuen können. - Seit langer Zeit sucht man schon nach Nutzungsmöglichkeiten für das Gebäude des alten Inselkrankenhauses, besser gesagt nach Finanzierungsmöglichkeiten. - Man hat bereits die Krankenschwesterschule dort untergebracht, eine Wäscherei und auch das Archiv des neuen Inselkrankenhauses wird dort verwaltet. - Nächster Schritt soll nun eben die "Klinik" für Alzheimerpatienten sein, und dann träumt man noch von einem Pflegeheim für Senioren, welches in den Räumen des alten Inselkrankenhauses bei Las Nieves auch noch Platz hätte. - Immerhin, aus Gründen des Sparzwanges hat man sich hier nun endlich mal entschlossen, bereits vorhandene Infrastrukturen zu nutzen, als immer mit protzigen Neubauten prahlen zu wollen. - Da sind wir inzwischen auf den richtigen Weg, nicht ganz freiwillig, sondern krisenbelehrt, aber wir wollen doch nicht kleinlich sein.

Fast hätte ich es vergessen…. Die seismische Aktivität auf unserer Nachbarinsel El Hierro lässt nicht nach. - Seit dem 19. Juli bereits finden dort täglich kleine Beben statt, welche auf Magmabewegungen unter der Insel hindeuten. - An manchen Tagen maß man über 200 kleine Beben, welche allerdings von den Magnituden so schwach waren, (meist 0,9 - 1,8 auf der Richterskala) dass diese von den Menschen nicht gespürt werden können. - Da man bislang keine signifikante Änderung in der Tiefe der gemessenen Beben feststellen konnte, weisen die meisten Vulkanologen darauf hin, dass es nicht zu erwarten ist, dass Magma über die Erdoberfläche austreten könnte. - Ende letzten Monats ließen nun die Beben in der Zahl deutlich nach, und man dachte und hoffte bereits, dass das Magma unter der Insel nun wieder zur Ruhe kommen wird. - In den letzten Tagen allerdings nahm die Anzahl der Beben allerdings wieder stark zu, gestern zum Beispiel registrierte man wieder über 170 seismische Vorkommnisse unter der Insel. - Es ist also immer noch spannend, was da vor sich geht, und interessant ist auch, dass die lokale Presse überhaupt keine Notiz davon nimmt. - Wer sich weiter darüber informieren will, der kann auch auf die Seite "avcan.org" zugreifen, dort bereitet man inzwischen auch ausdrucksstarke Grafiken auf, welche uns sehr gut den Verlauf der "vulkanologischen Krise" auf El Hierro zeigen. - Die nachfolgende Graphik stammt von der "Avcan" (Actualidad Volcánica de Canarias) und zeigt alle Ereignisse unter der Insel El Hierro seit dem 17. Juli, nach Tagen und Tiefe sortiert.




Jeder rote Punkt ist ein Beben, unten die Tage, links die Tiefe. - Die genaue Anzahl der Beben kann man aus dieser Grafik nicht entnehmen, da sich viele Punkte überlappen.




Donnerstag 04.08.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1020 hPa

Neues Einkaufszentrum für Los Llanos
Pre lidlnatale Nervosität

Man kann zu solchen Discountern wie Lidl stehen wie man will, auf jeden Fall sind die Auswirkungen auf den lokalen Einzelhandelssektor groß. - Dabei ist es noch gar nicht ganz raus, ob denn der große Preis- und Lohnbrecher Lidl sich wirklich hier auf La Palma installiert, allerdings hört man aus der Gemeinde Breña Alta immer wieder solche Aussagen. - Demnach begeht man aber dort auch wieder den ewigen Fehler, solch einen Publikumsmagnet auf die Grüne Wiese zu stellen, anstatt die "saugfähigsten" Läden in die Städte zu bringen. - Auf der anderen Seite vertragen unsere Innenstädte wohl allein schon verkehrstechnisch gar nicht solch einen Käufermagneten, man müsste also äußert trefflich planen, um auf der einen Seite einen Verkehrskollaps, aber auch auf der anderen Seite einen Besucherschwund in den Innenstädten zu verhindern. - Das mit dem Planen, das kommt bei uns erst so ganz langsam an, aber da wir gut im Improvisieren sind, funktioniert diese Insel immer noch. - Meine Idee von einer funktionierenden Volkswirtschaft widerspricht in großen Teilen der Lidl-Philosophie, aber ich habe das Ding ja nicht gebaut, weder Lidl, noch die Volkswirtschaft, so werde ich mich darauf beschränken die Dinge und die Wandel zu beobachten, und dort einzukaufen, wo ich es für richtig halte. - Bei allem Verständnis für die Freude vieler Konsumenten über billig, so muss man doch auch immer die Leistung hinter dem Produkt betrachten, und oft wird das Produkt im Preiskampf damit abgewertet und alle Menschen und die Wertschöpfungskette, welche hinter diesem stehen. - Allerdings reagieren schon heute die bereits auf La Palma installierten Supermärkte mit Gegenmaßnahmen, angefangen vom großen San Martín in El Paso, welcher eine Millionensumme in den Umbau des gesamten Kerns des Gebäudes steckt. - Man könnte zwar sagen, solch ein Umbau wäre auch ohne die Drohung eines Lidl hier notwendig gewesen, allerdings möchte ich bezweifeln, dass man ohne einen Wandel auf dem Sektor des Lebensmitteleinzelhandels hier auf der Insel diesen Umbau gesehen hätte.

Lidl macht also Beine, und gegen Lidl zu bestehen, das muss ganz einfach heißen, neben Lidl bestehen, und nicht dagegen. - Den Preiskampf kann keiner gewinnen, da hat auch keiner was davon, außer den notorischen Schnäppchenjägern. - Es wird also nur darum gehen, mit anderen Qualitäten den Konsumenten in den eigenen Laden zu locken und da muss man schick, phantasievoll und erfinderisch sein, und natürlich auch mit einem attraktiven Angebot werben und mit besonders gutem Service. - Also genau da, wo Lidl nicht punkten kann, weil die das auch gar nicht wollen. - So wird der San Martín sich nicht nur schick machen müssen, sondern auch noch sein Angebote "upgraden" müssen, sonst macht Lidl nicht nur Beine, sondern zieht diese auch noch hammelmäßig lang. - Ähnliches passiert nun in Los Llanos, da soll ein neuer Konsumtempel entstehen, zwischen der Plaza und dem Archäologischen Museum entsteht ein Einkaufszentrum mit Lebensmitteln und Markenklamotten. - So etwas gibt es bislang bei uns noch gar nicht, sieht man mal von dem Ladenstückwerk in "La Grama" in Breña Alta ab. - Das Gebäude wird gerade erstellt, vier Etagen nach oben, und drei nach unten, mit jeder Menge Parkplätze und 18.000 bebauten Quadratmetern Fläche, von denen knapp10.000 Quadratmeter als Verkaufsfläche genutzt werden können. - Da überlegt man nun, wer denn diesen "Schuppen" betreiben soll, und ist in Verhandlungen mit der Gruppe Inditex, welche weltweit operiert, mit Markenmodelabels. - Auch sucht man einen Betreiber der "Food-Abteilung", welcher aus der gehobenen Angebotsschiene kommt, also keinen Discounter. - Mal sehen, ob das überhaupt funktioniert, die beiden ersten Versuche in Los Llanos mit Einkaufspassagen sind nämlich fruchtlos verlaufen, da ist einmal der Gebäudekomplex "Tago-Mago" an der südlichen Verlängerung der Av. Doctor Fleming, und dann auch noch das "Haus mit den blauen Säulen", welches es immer nur geschafft hat, die Läden mit der besten Präsenz zur Straße hin gut zu vermieten. - Das wird ein schwieriges Stück, keine Frage, gegen Lidl und gegen die Krise, aber wer nicht investiert, der kann auch nicht gewinnen.



Mittwoch 03.08.2011 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 25,9 Grad - niedrigste Temperatur 19,3 Grad

Feiertagswarnung
Am Freitag ist Jungfrauentag

Die "erste Dame" der Insel ist sicherlich den meisten bekannt, welche sich ein bisschen eingehender mit La Palma beschäftigen. - Richtig, es ist die "Virgen de las Nieves", jene kleine Dame, welche alle fünf Jahre nach Santa Cruz getragen wird und zu dessen Anlass eine riesige Fete feiern, welche ein paar Wochen lang dauert. - Aber keiner vergisst diese "Jungfrau vom Schnee" auch zwischen den "Bajadas", also den Niederkünften, sondern jeden 5. August feiert man auf der Insel den "Dia de la Virgen". - Der Ursprung der "Virgen de las Nieves" ist übrigens keine palmerische Erfindung, es gibt viele Marienfiguren mit diesem Namen und einer der Hügel Roms, der Esquilin, der soll an einem 5. August morgens voller Schnee gewesen sein, und Schnee im August in Rom, das ist ein Wunder, also wird gleich eine Jungfrau danach benannt und viele Geschichten daraus gesponnen. - Welches Jahr das war, das weiß man nicht mehr so genau, irgendwann zwischen 352 und 366 muss das wohl gewesen sein. - Wie genau nun eine Marienfigur mit diesem Namen nach La Palma gekommen ist, das weiß man auch nicht so genau, aber im Jahre 1507 bereits wird von Landvermessern das Toponym "Santa María de las Nieves" für ein Stück Land genannt, welches sich dort befindet, wo heute die Wallfahrtskirche steht. - Die Figur muss also bereits mit den ersten Eroberern und Siedlern gekommen sein, also wirklich Palmera der ersten Stunden, oder sagen wir mal der ersten christlichen Stunde. - Immer wenn dann Ungemach drohte, und damals gab es andauernd irgendwelche Probleme, da trug man dann die Figur zum Schutz und zur Fürbitte nach Santa Cruz herunter. - Ob die Dame immer helfen konnte, das ist nicht überliefert, allerdings aus dem Jahr 1676 weiß man, dass die Niederkunft der Marienfigur nach Santa Cruz eine heftige Dürre beendete. - Danach beschloss man, aus Dankbarkeit und Vorsorge, die Marienfigur nun alle paar Jahre automatisch nach Santa Cruz zu tragen. - Schaden kann so etwas auf keinen Fall und so gab es bereits im Jahre 1680 die erste "Bajada de la Virgen de Las Nieves" mit dauerhaften Charakter, und seit dem wird diese Prozession alle 5 Jahre wiederholt.

Allerdings hat der Tag an dem man die "Virgen de las Nieves" in der katholische Kirche feiert, nichts mit unserer Bajada zu tun, sondern allgemein, alle Jungfrauen vom Schnee in der katholischen Welt haben an diesem Tag ihren Ehrentag. - Nun ist ja auch diese Dame gleichzeitig noch "Patronin" der Insel, nicht nur der Stadt Santa Cruz, und so hat man sich dazu entschlossen, den 5. August zum Feiertag zu machen, ob nun ein Jahr mit Bajada sei, oder auch nicht. - Allerdings ist der Status der Jungfrau vom Schnee als Patronin dieser Insel auch nicht ganz ohne Fragezeichen. - Klar, jeder verehrt diese Dame und sie ist auch eine richtige Klerus-Pop-Diva, aber Traditionalisten und besonders die Bewohner aus dem Aridanetal, die sagen mit historischem Recht, eigentlich ist der Heilige Michael der Patron der Insel, weil auch Namensgeber, denn ich muss und darf immer mal wieder daran erinnern, dass diese Insel eigentlich San Miguel heißt, und das "de La Palma" nichts anderes als besitzanzeigendes Beiwerk. Unter den Eroberern und Siedlern waren einflussreiche Leute aus Palma de Mallorca, und so nannten sie diese Insel "San Miguel de La Palma". - Mit Palmen hat das übrigens gar nichts zu tun, Palmen heißen auf Spanisch nämlich "Palmeras" und nicht "Palmas". - Macht nichts, die Weißwurst war auch nur ein Betriebsunfall, und wenn wir alles dogmatisch betrachten und uns permanent die Geschichte anders zurechtrücken wollen, dann kommen wir gar nicht weiter. - Also, am Freitag sind alle Läden zu, das ist wichtig für Sie zu wissen, und diese Mal komme ich mit meiner Feiertagswarnung mal nicht zu spät. - Und gleich merken, am 15. August ist wieder alles zu, Mariä Himmelfahrt, was bei uns aber "Día de la Virgen de Las Angustias" genannt wird. - Warum das nun wiederum so ist, das erzähle ich Ihnen dann zeitnah zu dem Tag.



Mittwoch 03.08.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 63 % - Luftdruck 1017 hPa

Die Qual nach der Wahl
Zahl der Arbeitslosen steigt wieder an

Vorausgesagt hatten wir das ja bereits, aber wenn man dann die Zahlen wieder so faktisch vor sich sieht, dann freut man sich weniger über die richtige Voraussage, sondern erschreckt sich über unsere Unfähigkeit, neue Arbeitsplätze zu schaffen. - Immerhin, wir sind im kanarischen Trend, nicht alleine hier auf La Palma sind es wieder mehr Arbeitslose, sondern auf allen Inseln. - Guckt man sich die Zahlen aber an, dann kann es uns hier auf La Palma nicht gefallen, dass wir vom kanarischen Gesamtanstieg der Zahl der Arbeitslosen von 1.666 Menschen allein mit 368 Neuzugängen dastehen. - Ein weiterer Aspekt drückt auch noch aufs Gemüt, auf dem spanischen Festland ist die Zahl der Arbeitslosen nun im vierten Monat hintereinander gesunken, und bei uns auf den Kanaren, speziell auf La Palma, stellen wir erneut den Rekord der Zahl der Arbeitslosen ein. - Da brummt auf den anderen Inseln der Tourismus, aber dieser Faktor alleine ist schon nicht mehr in der Lage, auf dem Arbeitsmarkt für Entspannung zu sorgen. - Einher mit dieser unangenehmen Erkenntnis zeigt sich ein anderer Faktor, die Zahl der Gäste hat deutlich zugenommen, aber der Netto-Ertrag pro Gast ist gesunken, klare Folge von Massenabspeisung nach dem unsäglichen "All-inklusive" System. - So schön es ist, viele neue Gäste hier auf den Kanaren begrüßen zu dürfen, weil diese nicht nach Tunesien oder Ägypten reisen wollen, hat es doch auch dazu gedient, den Reisepreis zu drücken, und das zwingt die Hoteliers natürlich dazu, extrem vorsichtig auf der Kostenseite zu reagieren und das kann man dann zunächst am einfachsten über die Kosten für Personal regulieren. - Ein weiterer Aspekt in dieser Geschichte ist eben auch, der "All-inklusive" Tourismus sorgt eben dafür, dass in der Peripherie der Hotelanlagen die Gastronomie trotz vieler Gäste im Ort weniger Umsätze macht. - Das alles ist aber keine neue Erkenntnis, sondern tägliches Brot der allermeisten Regionen in welchen der Tourismus die Haupteinnahmequelle ist.

Auf La Palma sieht das anders aus, aber leider auch nicht besser. - Der Tourismus ist hier nicht angestiegen, leider im Gegenteil, aber wir können ja auch nicht als Ausweichziel für Ägypten oder Tunesien dienen. - So ist diese touristische Völkerwanderung komplett an uns vorbei gegangen, und vielleicht sollten wir dafür sogar dankbar sein. - Das klingt im Moment noch ketzerisch, aber das allerletzte was uns hier im Tourismus noch fehlt, das ist ein fataler Preiskampf. - Wenn die Gäste dann wieder ihre angestammten Ziele in Nordafrika anfliegen, und das System, Geld durch Masse nicht mehr funktioniert, dann wird es schwierig wieder zurück zu "Stücknutzenrechnung" zu finden. - Hier auf La Palma unterliegen wir einem anderen Phänomen des Anstiegs der Zahl der Arbeitslosen. - Es sind nun gut 2 Monate vergangen nach den Kommunalwahlen, und nun setzen die Gemeinden und die Inselregierung wieder viele hunderte Eventualkräfte frei, welche man einzig zum Ziel des Stimmenfangs kurzfristig vor den Wahlen eingestellt hatte. - Die allermeisten Arbeitsverträge dieser Kräfte sind nun abgelaufen, und drücken somit wieder auf den Arbeitsmarkt, so dass die netten Rückgänge in der Zahl der Arbeitslosen rund um den Wahltermin jetzt wieder komplett aufgebraucht sind. - 9.381 ist nun wieder die Zahl der Arbeitslosen auf La Palma, genau die gleiche Anzahl, wie im Juli des vergangenen Jahres. - Wunder gibt es immer wieder, auch hier auf La Palma, allerdings passieren diese meist später als anderswo.



Dienstag 02.08.2011 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1017 hPa

Hallo!! Wir sind auch noch da!!
Spanienrundfahrt auf den Kanaren

Die "Vuelta Ciclista a España" gilt laut Radsportfans als die drittwichtigste große Landesrundfahrt, mit drei Wochen Dauer und da es die letzte große Rundfahrt ist, auch immer als Vorbereitung auf die danach stattfindenden Weltmeisterschaften sind. - Gut, in Deutschland ist Radrennen nicht mehr so präsent im Fernsehen, das muss an den vielen lustigen Blutproben und Geschichten liegen, die man sich rund um die gesundheitliche Vorbereitung der Athleten erzählt. - Auf dieses Thema kann ich noch weniger einsteigen als ich das nicht will, denn ich verstehe nichts davon und wer sich hat erwischen lassen und wer auch, aber dennoch weiter fährt. Aber nach wie vor gehören diese großen Radrundfahrten zu viel gesehenen internationalen Sportevents im Fernsehen. - Ich habe die Tour de France immer äußerst gerne gesehen, mache das heute auch noch, freue mich dabei allerdings mehr über die zum Teil launigen Kommentare einiger Reporter, sowie über die klasse Landschaftsaufnahmen, welche man da von den einzelnen Regionen serviert bekommt. - Die "Vuelta Ciclista a España" ist in den deutschen Medien nie so präsent gewesen, obwohl Jan Ullrich die auch mal gewonnen hat, aber Eurosport überträgt dort jede Etappe, und Bergabschnitte sogar von Anfang an. - Für internationale Medienpräsenz ist also gesorgt, und fände hier auf La Palma eine Bergetappe statt, dann könnte das darauf hinlaufen, dass diese Insel mit ihrer grandiosen und wunderschönen Landschaft einige Stunden in einem Sender gezeigt wird, welcher in allen europäischen Ländern zu sehen ist. - Das wäre eine mediale Chance für diese Insel, die so schnell nicht wieder auftauchen wird. - 1988 fanden schon mal Etappen der "Vuelta Ciclista a España" auf den Kanaren statt, und nun können wir in der Presse lesen, dass man im kommenden Jahr auch vorhat, die Kanaren wieder zu besuchen. - Allerdings bislang spricht man von 4 Etappen auf Tenerife und Gran Canaria, die anderen Inseln, so wie auch unser pretiöses Eiland würden damit wieder leer ausgehen.

Das darf nicht sein, mit aller Macht müssen wir uns bemühen, gegen den Druck der großen Inseln und großen Interessen, auch eine Etappe hier auf die Insel zu bekommen. - Den Roque de Los Muchachos erklimmen, den gesamten Norden abradeln, dann die Südschleife und am Schluss wieder auf den Roque hoch, das wäre doch glatt eine Königsetappe und alle eingeschmissenen Hilfsmittel wert. - Nach dem Erfolg des großen Cross-Laufes "Transvulcania" dürfen wir uns ja auch schon ein bisschen Erfahrung rühmen im Ausrichten von Großereignissen, allerdings wäre natürlich solch eine Etappe der Spanienrundfahrt hier auf der Insel eine absolut neue Herausforderung. - Sicher werden die Veranstalter vor den logistischen Problemen zurückschrecken, ist es doch schon extrem aufwendig von der Iberischen Halbinsel zu uns zu kommen auf die großen Inseln, und wenn man dann noch mal, mit mehreren Flugzeugen, oder einem gecharterten Schiff wieder auf eine andere Insel müsste, das würde noch mehr Aufwand bedeuten. - Die mögliche Reputation allerdings, und die medialen Möglichkeiten die dadurch entstehen würden, die sind auf jeden Fall Wert, die Sache doch progressiv anzugehen, denn wir können ja auch nichts verlieren, sondern eventuell nur gewinnen. - Also, los, bewerben, laut trommeln und alle unsere Asse aus dem Ärmel ziehen, damit diese große Karawane der internationalen Werbung mal nicht an uns vorüber geht.



Dienstag 02.08.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1016 hPa

Die Lange Bank
Curbelo und La Laguna de Barlovento

Fangen wir auf La Gomera an. - Der ins Blickfeld der Presse geratene Inselpräsident unserer Nachbarinsel schwenkt nun von beleidigt auf schweigsam um. - Wir erinnern uns, er war mit seinem Sohn auf Sause in Madrid, und dort ist es in einem Etablissement zu einem Streit mit einem anderen Gast gekommen, so dass der Wirt die angesäuselten Gomeros auf die Straße gesetzt hat. - Diese wollten sich das aber nicht gefallen lassen und den Vorfall bei der Polizei anzeigen. - Dort aber schickte man die Truppe weiter auf ein anderes Revier, und die Gomeros fühlten sich nicht angemessen ernst genommen von der Polizei, so dass es auf dem Revier einen ziemlichen Tumult gegeben haben muss, welcher mit der Festnahme des Inselpräsidenten und seines Sohnes endete. - Am nächsten Morgen aber kamen die beiden wieder frei, um danach kräftig, beleidigt und kampfeswütig ihre Unschuld zu beteuern trat der Inselpräsident und seinerzeit noch Senator in einer Pressekonferenz auf, mit dem Versprechen die Polizisten allesamt vors Gericht zu zerren. - Tage danach tauchte der Polizeibericht auf, in dem der Vorfall natürlich ganz anders geschildert wird, und selbst aus Seiten seiner eigenen Partei, der PSOE, rückte man danach deutlich von ihm ab. - Die Polizisten dort, fünf an der Zahl, warfen den beiden Gomeros grobe Beleidigungen vor, welche wirklich, wenn das alles so stimmt, weit über jegliches Verständnis selbst erregter oder angetrunkener Personen hinausging. - Den Posten des Senators gab er nun ab, aber er bleibt Inselpräsident, was nicht gerade für Ruhe und Ausgeglichenheit auf unserer Nachbarinsel sorgt. - Allerdings äußert er sich inzwischen überhaupt nicht mehr zu dem Vorfall, keine Erklärung mehr, kein Interview, und auch hört man nichts mehr von den Polizisten in Madrid, ob die denn nun ihrerseits eine Anzeige gegen ihn vorbringen wollen. - Ob das nun auf Druck seiner Parteikollegen passiert, welche diese Geschichte einfach vom Tisch haben wollen, oder ob das die Aussitztaktik werden soll, das ist noch nicht ganz klar. - Andere vermuten ja auch eine stillschweigende Absprache mit der Polizei in Madrid, so dass die ganze Sache einfach ruhen sollte. - Allerdings wird die Partido Popular sicher nicht so einfach diesen Vorfall auf sich beruhen lassen und man wird abwarten müssen, wie lange denn die Schweigetaktik in diesem Fall funktioniert.

Bei uns haben wir gerade mal keinen pöbelnden Politiker, den wir vorzeigen können, aber einen anderen Fall von Langer Bank. - Wir erinnern uns, im April dieses Jahres riss der hohe Wasserdruck im größten Speicherbecken der Kanarischen Inseln, der "La Laguna de Barlovento" zwei große Risse in die Folie, und große Mengen an Wasser strömten gefährlich nah an Häusern und Plantagen unkontrolliert ins Meer. - Jetzt haben wir August, und können so langsam darauf hoffen, dass Techniker uns nun den endgültigen Grund für die Havarie erklären, sowie einen Bericht anfertigen, wie man denn nun eine Reparatur in Angriff nehmen könnte. - So lange hat es gedauert, sich durch den ganzen Schlamm zu wühlen, um jetzt die Galerie unter dem Speicherbecken begehen zu können, durch welche sich die Wassermassen ergossen haben. - Vermutungen und voreilige Berichte hat es schon viele gegeben, und auch hörten wir bereits Summen, welche für die Reparatur in Aussicht gestellt wurden, jetzt aber erfahren wir, dass es noch überhaupt keinen abschließenden und fundierten Bericht über die ganze Havarie gibt, sondern der erst noch erstellt werden muss. - Nun wird es ja interessant werden, ob denn alle bislang aufgestellten Theorien irgendwie stimmen können, oder ob die Techniker eine neue Version für den Hergang dieses "Unfalls" finden werden. - Erst dann können die Vorschläge kommen, wie man sich denn nun eine Reparatur vorstellen kann. - Bis also dieses Speicherbecken für die Wasserversorgung der Insel ihren Dienst aufnehmen kann, das wird wohl dann doch noch Jahre dauern, und wir so hoffen müssen, dass dieser Sommer ein kühler und milder Geselle bleibt und das bitte dann noch drei Jahre hintereinander. - Nur zur Erinnerung, dieses Speicherbecken kann mehr als das Doppelte aller anderen auf der Insel vorhandenen Reservoirs aufnehmen und ist damit das Rückgrat unserer Wasserversorgung für die Sommermonate auf der Insel.



Montag 01.08.2011 19:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 24,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,6 Grad

Fundstücke der Woche
Mojito-Chips, Lambrusco aus der Dose und wenn Google übersetzt

"Wenn der Hahn kräht auf 9.00 am nächsten Tag regnet es, wenn Gesang Gleichaltrigen, Meerwasser, wenn ungerade singen, nur Stapel ..." - Vielleicht könnte dieses Poem auf einem alternativen Lyrik-Workshop linksdrehender Esoterroristen irgendwie noch Gehör finden, wer aber so für seine Unternehmung oder gar sein Unternehmen wirbt, der muss sich über Misserfolg nicht wundern. - Sie kennen diese schrägen Übersetzungen von Google sicher alle schon, ganze Bücher hat man über diese wundersamen Stilblüten bereits verfasst, und ab und zu ist es mir einfach eine Freude, mal so ein bisschen Völkerverständigung über Google zu versuchen. - Allerdings sollte man eigentlich lieber warnen davor, sollte das einer in den falschen Hals bekommen, dann kann das sogar zu Schwierigkeiten führen. - Ab und zu mache ich mir dann auch das Vergnügen, meine eigenen Seiten ins Spanische übersetzen zu lassen, also von der Maschine, und muss in dem Moment sofort alle meine spanischen Nachbarn und Bekannte hoch loben, dass die überhaupt noch ein Wort mit mir sprechen. - Es geht einfach überhaupt nicht, mag sein, dass Englisch und Deutsch da noch eher kompatibel sind, aber Spanisch in Deutsch oder umgekehrt, man sollte es einfach sein lassen, außer Missverständnissen oder eben groben Unfug, der dann aber durchaus lustig sein, kann kommt nichts dabei heraus. - Heute beginnt die VI Ruta del Gallo hier im Aridanetal, eine gastronomische Tour durch 24 Restaurants und Kneipen der Region, und jedes Lokal bietet für den Anlass ausgesuchte Tapas an und serviert diese mit einem Getränk zum Kampfpreis von 2,50 Euro. - Das ist eine beliebte Geschichte hier, von diversen Firmen und Institutionen gesponsert, und die teilnehmenden Restaurants erhoffen sich dadurch auch mal an Gäste heranzukommen, die sonst vielleicht nicht ihr Etablissement besuchen würden. - Die haben auch eine Webseite, natürlich, und da lassen sie Google eben auch diesen Übersetzungsdienst anbieten. - Immerhin, die tun nicht so, als hätte das jemand übersetzt, der sofort aus dem Verkehr gezogen werden müsste, sondern überlassen das einfach der Maschine, die dann mit solchen kruden Sätzen für eine nette Geschichte werben soll. - "Die Legende besagt, dass sein Lied am Morgen das Ende der Hexen Marken, schreckt der Tod uns auszutreiben Dämonen und bösen Geistern, und treibt die Teufel, Hexen und Kobolde sollen Schwarm der Einsamkeit der Nacht." - Ich hätte es nicht besser ausdrücken können, Google Übersetzer vertreibt Hexen, Kobolde und Kunden.

Auf weiterer Suche nach nicht sinnvollen wie fast bereits skurrilen Angeboten unserer globalen Tage, bin ich heute gleich auf 2 erwähnenswerte Artikel gefunden. - Ich war im Supermarkt, im San Martín, in dem immer noch kräftig umgebaut wird, aber wenn die Katzen jammern und die Frau mit dem Selben droht, dann muss man da einfach durch. - Viele Dinge sind während des Umbaus schlicht und einfach nicht mehr zu finden, aber Katzenfutter und andere unverzichtbare Güter zur familiengerechten Ernährung sind noch an ihrem Platz. - Mitten drin aber stößt man dann immer wieder auf Imponderabilien, die nahe am kognitiven Infarkt angesiedelt sind. - Lay´s, eine durchaus anerkannte Firma, welche Kartoffelchips sogar in passablen Qualitäten hier in den Supermärkten anbietet, die sind nun ins Sommerloch gefallen, oder denen ist die Phantasie ausgegangen. - Nun könnten Kunden, oder solche die es werden wollen, selbst Geschmacksnoten für Kartoffelchips entwerfen, und die gibt es dann als "Limited Edition" eine Weile lang zu kaufen. - Alles was neu ist erregt mein Interesse, und auch wenn wir eigentlich schon nach dem Lesen der Zutatenliste Ausschläge bekamen, nahmen wir "Cheeseburger-Chips" und "Mojito-Chips" dennoch mit in den Einkaufskorb, schließlich haben wir ja auch noch Kinder, welche diesen Anschlag an den guten Geschmack ohne Spätfolgen vielleicht überstehen können. - Noch schäme ich mich ja ein bisschen dafür, dass ich meine Tochter habe kosten lassen, die mit dem Cheeseburger-Geschmack, aber sie zwang uns, nachdem sie die Krümel mühsam mit viel Wasser wieder aus dem Mund gespült hatte, zum Selbstversuch, und auch wir müssen sagen, es ist schlichtweg ungenießbar. - Um weiter Kontamination zu vermeiden, haben wir die Tüte schnell wieder zugebunden und artgerecht entsorgt, auf der Sondermülldeponie am Punto Limpio. - Die Tüte mit dem "Mojito-Geschmack"; die bleibt vorsichtshalber gleich zu, und soll uns zukünftig immer daran erinnern, dass man gastronomisch nicht alles machen muss, was man auch machen kann. - Gut, ich hätte mir Chips mit Landjäger-Geschmack gewünscht, oder Weizenbier, aber ich fürchte mal, das wäre ähnlich katastrophal ausgegangen. - Vielleicht harmonieren ja aber die Chips mit dem letzten Versuch italienischer Marketingkunst, und alles was es gibt zu verkaufen, ganz angenehm, denn heute habe ich auch noch einen alten Bekannten von mir entdeckt, hier auf La Palma, allerdings haben dem die Jahre ganz schön zugesetzt. - Lambrusco heißt dieser alte Freund, den man noch als dicken Kumpel in Zweiliterflaschen am Baggersee kennt, Sie wissen schon, nach dessen Genuss selbst Nerds es wagten, zur Gitarre zu greifen und die gesamte bekannte Liederwelt in drei Griffen auf dem geschundenen Instrument herunter zu leiern. - Unser Kumpel hat sich verändert, ist schlanker geworden, kleiner, kommt nun in der Dose daher, sogar dreifarbig, Rot, Weiß und sogar Rose und irgendwie bin ich über diese Veränderung meines Jugendkumpels doch erstaunt bis erschrocken. - Lambrusco in 20cl Dosen, dazu Cheeseburger-Chips, und das auf La Palma. - Das Weltbiosphärenreservat wird global und mir wird schwindelig. - Nein, nicht vom Lambrusco, das war früher, die kleine Urne, in der mein Ex-Kumpel nun ruhen muss, die stelle ich mir als Warnung für nicht verarbeitete Midlife-Krisen auf meinen "Altar der Ungetrunkenen".





Montag 01.08.2011 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Global denken, lokal konsumieren
Importinsel La Palma

Miguel Martín, das ist der Präsident der "ASPA" (Asociación Palmera de Agricultores y Ganaderos), also der Bauernverbandspräsident La Palmas, der füllt uns das schwere mediale Sommerloch mal wieder mit einem alten und lästigen Thema. - Seiner Rechnung nach sind 85% aller Produkte welche auf La Palma konsumiert werden Importware, also nicht auf der Insel hergestellt. - Leider geht aus dem Text nicht hervor, ob er damit alle Konsumprodukte meint, oder lediglich Lebensmittel, wobei ich mal davon ausgehe, dass ein Bauernverbandspräsident sich nicht unbedingt um die Automobil- oder Zahnbürstenindustrie bemüht. - Sollte das so sein, dass wirklich 85% aller Lebensmittel, welche auf La Palma konsumiert werden Importware sind, dann allerdings kann man das nicht mehr ein Problem nennen, sondern sollte bereits die Vokabel Skandal anwenden. - Schließlich ist La Palma eine Agrarinsel, war früher mal die berühmte "Speisekammer der Kanaren", um nun selbst Kartoffeln oder andere Früchte der Erde zu importieren. - Gut, bei den Kartoffeln ist es in den letzten Monaten besser geworden, es werden wieder viel mehr Erdäpfel hier gesetzt als noch vor ein paar Jahren, aber alleine dadurch kehrt man diese Schieflage auch nicht wieder um. - Was ist nun passiert, um in diese Situation zu gelangen? - Auf der einen Seite muss man die Globalisierung für diesen Vorgang mit verantwortlich machen, keine Frage, aber mindestens genau so groß wiegt dabei unser eigenes Verschulden, nicht angemessen auf neue Anforderungen im neuen Markt reagiert zu haben. - Beim ersten Anzeichen von billiger Konkurrenz haben wir die Hacke weit ins Feld geschmissen, sind heulend und zähneklappernd nach Hause gelaufen, und haben ungläubig selbst die nur halb so teuren Kartoffeln aus Irland, oder wie auch erlebt, aus Israel im Supermarkt gekauft. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war das nicht so schlimm, der Landmann ist dann auf den Bau gegangen und hat sich dort das Geld verdient, um dann die globalen Rhizome selbst im Supermarkt zu kaufen.

Das dauerte gar nicht lange, man konnte zusehen, wie schnell palmerische Produkte aus den Läden und den Märkten verschwanden, und diese einmal unterbrochene Wertschöpfungskette wieder in Gang zu bringen, das ist weitaus schwerer, als umgekehrt. - Der Job auf dem Bau ist nicht mehr da, und die Hacke liegt verrostet im Garten, irgendwo unter dem Unkraut des letzten Jahrzehnts versteckt. - Jetzt buddeln alle ihre Äcker wieder aus, Zeit und Arbeitskräfte gibt es genug, allerdings nimmt der Markt diese Früchte nun nicht wieder gleich mit Freude auf, man hat sich eben, und der Verbraucher auch, längst auf das bequeme und schier unendlich große Angebot der globalen Versuchung eingestellt. - Erste Erfolge hat man natürlich mit den Bauernmärkten erreicht, hier können die Landwirt ihre Feldfrüchte dem Endverbraucher direkt anbieten und auf dieser Schiene kann man selbst im Preis mit den globalen Wettbewerbern in den Supermärkten mithalten. - Aber es gibt diese Bauernmärkte noch nicht flächendeckend, und schon gar nicht täglich, da ist also noch Entwicklungsspielraum reichlich vorhanden, welcher ausgefüllt werden will. - Noch schwieriger allerdings wird es, unsere Feldfrüchte und auch das Obst in den Supermärkten und den Verteilern der Gastronomie zu platzieren, denn die nehmen wenig Rücksicht auf lokale Nachschubprobleme oder meteorologische Phänomene, welche es einfach unmöglich machen, Tomaten im Januar aus La Palma anzubieten. - Nun kann man von der Gastronomie und dem Einzelhandel nicht erwarten, dass die nur noch Saisonfrüchte aus La Palma anbieten, das würde auch der Kunde nicht mitmachen. - Allerdings könnte man, mit angemessenem Aufwand, unsere "Auszeiten" in der Produktion minimalisieren oder fast gänzlich verschwinden lassen, sollte es sich lohnen, in den vielen Gewächshäusern auch mal Tomaten und Paprika neben den Bananen zu ziehen, dann machen das unsere Landwirte sofort. - Dazu fehlt allerdings Planung, gute Planung, Marketing und funktionierende Landwirte, die eben das anbauen was der Markt fordert, und nicht das, was bereits der Opa angebaut hat. - Versucht hat man das ja schon mal, mit der "Sodepal", die nahmen Landwirten zu garantierten Preisen ihre Salate und Karotten und andere Produkte ab und versuchten damit in den umkämpften Markt der Fertigsalate einzusteigen. - Allerdings war da kein "Zug" dahinter, die Qualität nicht ausreichend, so dass daraus kein Erfolg gewachsen ist. - Daran zeigt sich wieder mal unsere Unfähigkeit, die richtigen Menschen mit Erfahrung und auch Biss in die richtigen Positionen zu stellen, um solche Misswirtschaft zu verhindern. - Das hat politische Hintergründe, zum großen Teil werden durch blanke Vetternwirtschaft Posten an Menschen verteilt, die keine Ahnung und noch weniger Fähigkeiten besitzen, um Projekte erfolgreich durchzuziehen. Auch das mahnt Miguel Martín an, ohne richtige Planung und markorientierte Unterstützung kommt unsere Landwirtschaft nicht wieder so einfach an frühere Bedeutung heran, und dazu werden wir auch unsere Personalpolitik mal ganz untypisch ändern müssen.



Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel & Fax von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma