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Nachrichtenarchiv August 2004


Dienstag 31.08.04 - 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 34 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 53 % Luftdruck 1015 hPa

Warum es manchmal keinen Spaß macht über das Wetter zu schreiben

Eigentlich hätte die Hitze bereits seit Samstagabend vorbei sein sollen und jeder der das prophezeite, der hat sich wieder richtig lächerlich gemacht. Ich natürlich auch, bin ich doch inzwischen alt genug, um mich auch zu trauen über das Wetter zu schreiben. Es hätte ja auch alles hingehauen, wäre da nicht die hässliche Gnubbelnase des thermischen Tiefs über dem nordafrikanischen Kontinent. Vielleicht hundert Kilometer nördlich, südlich und westlich ist es bereits wieder angenehm kühl, nur wir müssen wegen diesem schrumpeligen Auswuchs Tage länger schwitzen, als ich das geplant hatte.

Ich wage nun trotzdem wieder eine Vorhersage, morgen wird es kühler und habe den Nordostpassat entsprechend angewiesen, dieses Mal pünktlich zu sein. Mir war das einfach peinlich, da sagt man den Leuten ihr könnt ruhig im Sommer auf die Kanaren kommen, bei uns wird es nie richtig heiß. Stimmt ja eigentlich auch, aber eigentlich ist halt nicht immer. Meine lieben Freunde aus Halle haben mit das gestern Abend in aller Deutlichkeit gesagt, kümmere dich darum, wir wollen noch auf die Berge. Die haben mir extra ein Päckchen "Halloren" mitgebracht, hat aber wohl als Bestechung nicht ausgereicht. Die waren auch so schnell alle, weil so lecker und meine Familie tatkräftig an der Vernichtung von ehemaligem Volkseigentum mitgeholfen hat. Natürlich verbotenerweise, die waren für mich! Wie soll ich denn das mit dem Wetter in den Griff bekommen, wenn ich mir nicht mal in meiner eigenen Familie Respekt verschaffen kann. Eine Runde Mitleid bitte, dann wird das mit dem Wetter auch wieder.


Wetter 31.8.



Dienstag 31.08.04 - 08:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 51 % Luftdruck 1015 hPa

Harsche Kritik am neuen Hotel

Nicht die Schlagzeilen unserer regierungstreuen Presse sind das lesenswerte unserer Zeitungen, sondern die vielen Kommentare und Leserbriefe. Manchmal scheint es die einzige Möglichkeit zu sein Kritik zu äußern, ohne die notwendigen Verbindungen zu den regierenden Vertretern zu verlieren. Gestern im regierungstreu unkritischen "Diario de Avisos" kann man die Zuschrift eines Palmeros lesen, der in deutlichen Worten über das neue Hotel in Fuencaliente spricht. Dieser Leserbrief ist ehrlicher als der gesamte Rest der Zeitung und nun frage ich mich, warum man diese Zuschrift überhaupt abgedruckt hat.

Der gute Mann beschreibt in wenigen Sätzen die Unvereinbarkeit dieses Hotels zu unserer Insel. Wir sind denen vom Hotel einfach nicht gut genug. Wer aussieht wie ein Palmero darf da nicht rein, nicht mal ins Restaurant um mit Freunden dort eine Spur Luxus zu genießen. Das ist leider wahr, anfänglich durften wir abends noch rein, nun ist das Hotel Sperrzone für alle Palmeros, dort will man uns nicht haben. Manch ein Mitteleuropäer konnte, Dank seines Aussehens, noch auf Hotelgast machen und so mal ein Auge auf das werfen, was dort im Süden unserer Insel geschieht, aber allen Anderen bleibt so etwas verwehrt. Schade, dass so ein Hotel den stolzen Namen "La Palma" tragen darf, wo es doch alles versucht, mit dieser Insel und den Menschen nichts zu tun zu haben.



Montag 30.08.04 - 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 35 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 49 % Luftdruck 1014 hPa

Privatklinik in Los Llanos geplant

Eine Gruppe lokaler Investoren möchte in Los Llanos eine Privatklinik errichten. Im Moment ist man dabei die baulichen Lizenzen für die Gebäude zu beantragen und wenn alles flott über die Bühne geht, dann könnte noch Ende dieses Jahre mit dem Bau begonnen werden. (Gut, dass es den Konjunktiv gibt.) Die Idee einer Privatklinik auf La Palma ist nicht so ganz furchtbar neu, das staatliche Gesundheitswesen ist zwar preiswert, aber man wartet oft wochenlang auf einen Termin für einen Spezialisten oder muss gar nach Tenerife fliegen, um dort behandelt zu werden.

Genauere Informationen, welche medizinischen Spezialitäten dort angeboten werden sollen sind noch nicht raus, es wurde bislang nur interne Medizin, Chirurgie und Gynäkologie genannt. Pikanterweise soll diese private Klinik genau gegenüber des staatlichen Gesundheitszentrums von Los Llanos entstehen. Da kann der, von Krankheit geplagte Mensch sich dann aussuchen, entweder zücke ich den Krankenschein und warte, oder die Börse und ich werde sofort behandelt. Unser wirklich kostengünstiges Gesundheitswesen sorgt durch lange Wartezeiten schon dafür, dass Simulanten gleich zuhause bleiben und wenn man mal wirklich was hat, dann legt man auch gern ein paar Scheinchen auf den Tisch. Bislang gibt es im staatlichen Gesundheitswesen bei uns keine freie Arztwahl, nun kommt bald ein Novum hinzu, das ist die freie Kostenwahl.



Montag 30.08.04 - 08:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 52 % Luftdruck 1014 hPa

Eigentlich wollten wir nur Essen gehen

Was kann schöner sein, nach einem ruhigen Sonntag mit ein paar Freunden den Tag in einem der vielen netten Restaurants der Insel zu beschließen. Voller Vorfreude ab in den Wagen, das Restaurant Franchipani ist nicht weit und gehört seit jeher zu unseren beliebtesten Gaumenpflegern. Der Parkplatz war seltsam leer, kein Wunder, ein Schild mit der Aufschrift "Heute geschlossen" ließ uns enttäuscht weiter in Richtung Los Llanos fahren. Verwunderlich, die Insel soll doch voll von spendierfreudigen Festlandsspaniern sein, die der hiesigen Wirtschaft enorme Umsätze bescheren?

Das Restaurant "San Petronio" ist immer auch ein Hochlicht (Highlight) und wird uns sicher für die entgangenen Freuden im Franchipani entschuldigen. Nix da, auch zu, Sonntagabend scheint es sich nicht zu lohnen und auch hier haben die enormen Horden der hungrigen Festlandsspanier noch nicht zu einem Umdenken geführt. Weiter in den Stadtkern, die Magensäuren wären inzwischen auch mit Alltagsnahrung zufrieden gewesen. Wohlweißlich haben wir den Wagen bereits am oberen Stadtrand geparkt, die Innenstadt ist sicherlich voll von vergnügungssüchtigen Urlaubern. Jetzt geht es weiter, "Tasca la Fuente" zu, Restaurant "Real" zu, Restaurant "Amberes" zu. Mein Freund neigt zur frühzeitigen Dehydratation und kann furchtbar ungnädig werden, wenn es nicht bald was zu Essen und zu Trinken gibt. Ist doch kein Problem, bis wir ein offenes Restaurant finden können wir ja eben auf der nahen Plaza was trinken.

Vielleicht liegt es am Vollmond, aber auch dort wollte niemand Geld von uns, die Insel boomt und wird von Urlaubern geradezu überlaufen... Cafe "Eden" zu, der "Kiosko" zu, die Kneipe neben dem Casino zu. Lediglich ganz unten an der Plaza war eine Bar offen, aber eher dem Starktrinkerpublikum vorbehalten, aber wenn es darum geht Freunde vor dem Austrocknen zu bewahren, dann ist jede Quelle recht. Den Abend rettete, wie schon so oft, das "Due Torri" in der Altstadt. Manchmal frage ich mich, ob die wirklich so gut kochen wie man glaubt, oder ob es nur die Freude des fast verhungerten Gastes ist, welches die Küche dort so lobt. Nein, da kann man wirklich gut essen und es würde mich mal interessieren, was denn wohl passieren würde wenn wirklich so viele Urlauber diese Insel bevölkern, wie uns das die einschlägigen Politiker glauben machen wollen.



Sonntag 29.08.04 - 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 35 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 54 % Luftdruck 1013 hPa

Nur noch eine Woche Ferien

Nach drei Monaten ohne feste Uhrzeiten und Hausaufgaben rückt nun die schulische Realität wieder ganz nah. Am 7. September fängt die Schule wieder an für die unteren Klassen bis zur siebten, die älteren Schüler dürfen noch eine Woche länger zuhause bleiben. Traditionell fängt die Schule hier nach den großen Ferien nie am Montag wieder an, Wochenanfang und Schulbeginn an einem Tag zusammen, das will man uns nicht zumuten. In vielen südlichen Ländern gibt es diese 3 Monate Sommerferien, prima Sache einerseits, aber für viele Schüler und Eltern ist dann der erneute Rhythmuswechsel hart. Von den Lehrern will ich gar nicht erst sprechen, die trifft es wohl noch härter.

Wie immer machen wir natürlich alles auf den letzten Drücker, die ganzen benötigten Schulbücher und Arbeitsgeräte werden erst nächste Woche gekauft. Das gibt wieder ein herrliches Chaos in den paar Schreibwarengeschäften mit langen Schlangen und dem ewig gleichen Stöhnen über die vielen teuren Bücher. Die meisten Schulbücher werden hier nicht gestellt, sondern müssen von den Eltern bezahlt werden. Hilfen gibt es nur für Familie die über sehr wenig Einkommen verfügen. Je nach Altersstufe kommen für Bücher und Schreibutensilien da ganz locker an die 200,- Euro zusammen, pro Kind versteht sich. Aber das ist niemals alles, man will ja den Kindern auch ein paar frische Anziehsachen für den Schulbeginn spendieren und eine neue Schultasche ist auch fast jedes Jahr nötig. Ein Verbraucherverband hat ausgerechnet, dass zwischen 600,- und 900,- Euro durchschnittlich für jedes Kind beim Schulanfang ausgegeben werden. Vielleicht ist das der Grund, warum so viele Familienväter keine rechte Lust auf die kommende Woche haben und jetzt bereits mit einem griesgrämigen Gesicht herumlaufen. Vielleicht ist es aber auch nur die Hitze, oder der viele Wein von gestern Abend...



Sonntag 29.08.04 - 10:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 28 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 56 % Luftdruck 1014 hPa

Musik macht nicht alle Leute fröhlich

Ein sommerliches Theater der sehr lauten Art hat nun vorläufig sein stilles Ende gefunden und in 150 Haushalten der näheren Umgebung von "Dos Pinos", kann nun nachts wieder geschlafen werden. Nahe dem Ortseingang von Los Llanos hatten findige Geschäftsleute eine Sommerterrasse eröffnet und bis früh in den Morgen die Gegend mit extrem lauter Musik beschallt. Wochentags bis 3:00 Uhr und an den Wochenenden sogar bis um 6:00 Uhr in der Früh bot die "Terraza de Verano 60 y 9" kalte Getränke und extrem laute Musik. Allerdings war die Musik so laut, dass die Anwohner sich massiv beschwerten und nun das Rathaus von El Paso, das Lokal liegt im Gemeindebereich dieses Ortes, zum Handeln gezwungen war.

Eigentlich dachte man, das ist sofort erledigt, die Betreiber hatten keine Lizenz dieses Lokal zu eröffnen. Die Stadtpolizei versiegelte nun den Eingang und man sandte eine Anzeige an das Gericht. Die Betreiber scherte das wenig, sie brachen einfach das Siegel und das Lokal war weiter offen. Der Gemeinde blieb nichts anderes übrig, als immer wieder zu versiegeln, eine Räumung durch die Polizei war ohne richterliche Entscheidung nicht möglich. Diese fiel nun Mitte der Woche und nun könnte man die Betreiber gewaltsam am Öffnen des Lokales hindern. Das ist aber nicht mehr nötig, inzwischen prangt am Eingang ein Schild, "Wegen Urlaub geschlossen". Der Anwalt der Betreiber des umstrittenen Lokales hatte ein freiwilliges Einwirken erlangt und nun wollen die Wirte erst wieder öffnen, wenn sie die erforderlichen Lizenzen haben. Das allerdings scheint sehr schwer zu werden, seitens der Gemeinde El Paso ist man nicht "amused" und wird diesen Antrag wohl sehr genau prüfen.



Samstag 28.08.04 - 17:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 36 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 55 % Luftdruck 1013 hPa

Denkwürdiger Jahrestag

Am 28. August 1994 erreichten zwei Flüchtlinge aus dem Land Sahara, korrekter heißt das fast unbekannte Land "Demokratisch-arabische Republik Sahara" (DARS) als erste Flüchtlinge die Küste von Fuerteventura. - Diese ehemalige spanische Kolonie wurde 1976 in die Unabhängigkeit entlassen, wird aber von Marokko beansprucht und weite Teile des Landes sind auch von marokkanischen Truppen besetzt. - Die beiden tapferen Saharauis legten die etwa 80 Kilometer von der afrikanischen Küste in einem kleinen Boot zurück und erreichten Fuerteventura bei "Salinas del Carmen". Man applaudierte den beiden Flüchtlingen und hieß diese verwegenen Seefahrer herzlich willkommen. "Ihr seid zuhause" rief man ihnen seinerzeit zu.

Zehn Jahre später applaudiert keiner mehr, wenn Flüchtlinge an unsere Küsten landen, es sind inzwischen pro Jahr etwa 7.500 und kaum einer von ihnen stammt aus Sahara. Die Entwicklung der Flüchtlingsströme die in kleinen Booten zu uns kommen, begann langsam. 1994 waren es 2, 1995 kamen 19, 1996 waren es 24, 1997 kamen 86 und 1998 bereits 345. Das alles waren noch Zahlen, die man ohne weiteres verkraften konnte und aus politischen Gründen waren die Saharauis hier willkommen. (Wer gegen Marokko ist, der hat hier immer leichtes Spiel).

Im Jahr 1999 begann nun aus den vereinzelten Fluchtaktionen ein lukratives Geschäft für organisierte Schlepperbanden zu werden. Gestartet wurde nicht mehr aus Sahara, sondern aus dem südlichen Marokko und die Flüchtlinge waren nun plötzlich keine Verfolgten mehr aus Sahara, sondern arme Schwarzafrikaner, die ihr gesamtes Vermögen an die Menschenhändler verkauft haben, um irgendwie nach Europa zu kommen. 1999 stieg die Zahl der Boatpeople bereits auf 1.043 an. Nach dem die sonst üblichen Fluchtrouten über die Straße von Gibraltar und die beiden spanischen Exklaven, Ceuta und Melilla immer besser überwacht wurden, stieg die Zahl der Flüchtlinge die auf die Kanaren kamen in den folgenden Jahren rapide an. Im Jahr 2000 kamen 1.938, 2001 bereits 3.146, 2002 waren es 7.642 und im Jahr 2003 - 7.546.

In diesen zehn Jahren gelangten an die 25.000 Flüchtlinge auf die kanarischen Inseln, davon alleine 17.000 nach Fuerteventura. Die meisten Anderen landeten auf Lanzarote und einige auch auf Gran Canaria. Diese Zahl ist höher als die Summe derer, die in den Booten ankamen, eine große Anzahl von Flüchtlingen kommt auch noch als blinde Passagiere in großen Schiffen, meist aus dem Senegal und Sierra Leone. Die Flucht endet nicht immer in den Auffanglagern, sondern ist sehr riskant. Die offiziellen Zahlen sprechen von jährlich an die einhundert Menschen, die ihr Leben auf dem Weg nach Europa im Atlantik lassen. Das sind aber nur die Fälle, welche die Behörden und die Öffentlichkeit mitbekommen. Viele Flüchtlingsboote kentern ohne entdeckt zu werden, die Organisation der marokkanischen Flüchtlinge in Spanien schätzt die Zahl auf an die 700, die ihr Leben unbemerkt von Presse und Öffentlichkeit verlieren. Solch wenig rühmliche Statistiken bringen die Frage auf, wie man das stoppen kann. Sicher nicht mit mehr Überwachung und größeren Zäunen. Die einzige Alternative ist uns aber zu teuer. Man müsste dafür sorgen, dass diese armen und am verhungern stehenden Menschen nicht mehr zu uns kommen müssen. Das aber wäre uns zu teuer und das können (wollen) wir uns nicht leisten.



Samstag 28.08.04 - 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 28 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 59 % Luftdruck 1014 hPa

Wasserzähler

Ende August und besonders wenn es wieder mal heiß ist, schauen alle Landwirte gerne mal in die Staubecken der Insel ob da noch genug von der lebensnotwendigen Flüssigkeit ist. Gut sieht es aus, die späten Regenfälle dieses Frühlings im Mai haben nach einem sehr trockenen Winter doch noch die Möglichkeit gegeben genug Wasser zu sammeln. Der Präsident des Wasserrates der Insel, José Luis Perestelo, zugleich auch Präsident der Inselregierung und zugleich auch heutiges Geburtstagskind (Feliz cumpleaños!), meldet eine Wasserreserve von etwas mehr als 3.000.000 "pipas". In "pipas" misst man hier das Wasser für die Landwirtschaft, eine "pipa" sind 480 Liter, dieses Maß beschreibt eine, auch heute noch übliche Größe an Wein, oder Wasserfässern.

Mit diesem Wasser können wir relativ beruhigt über die nächsten zwei Monate kommen, bis im November die Regenfälle hoffentlich pünktlich beginnen. Der permanente Ausbau der Wasserspeicher auf der Insel hat sich also gelohnt und weitere dieser Staubecken entstehen in den nächsten Jahren. La Palma ist die wasserreichste der kanarischen Inseln, verbraucht aber durch den intensiven Bananenanbau auch das meiste Wasser. Dadurch herrscht oft Kritik an dieser, wahrlich durstigen Kultur. Aber Kritik wird immer erst sinnvoll, wenn man gleichzeitig eine Alternative anbieten kann. Der gesamte Wasserhaushalt der Insel ist noch nicht gänzlich erforscht, keiner weiß wie viele Reserven die Insel in ihrem Inneren wirklich gespeichert hat. Allerdings muss bedacht werden, das Wasser ist da und bevor man dieses Süßwasser ungenutzt in den Atlantik laufen lässt, kann man es auch auf die Bananen gießen.



Freitag 27.08.04 - 18:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 35 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 63 % Luftdruck 1011 hPa

Vorerst letzte historische Führung durch Los Llanos

Heute Nacht um 22:00 lädt die Stadtchronistin von Los Llanos, María Victoria Hernández, zu ihrer letzten historischen Führung durch die Hauptstadt des Aridanetals. "Die Erinnerungen der Stadt mit langsamen Schritt", so kann man den Titel dieser beliebten Führungen übersetzen. In dieser vierten Auflage geht es im Besonderen um die reichliche Bepflanzung des Ortes. Da hat Los Llanos auch mehr zu bieten als nur die vielen mächtigen Lorbeerbäume die 1863 aus Kuba zu uns kamen und seit dem die Plaza de España schmücken.

Oleander, Jacaranda, Tulpenbäume und natürlich die vielen haushohen Palmen sind Hauptthema der heutigen Ausgabe der historischen Führung. Start ist der Marktplatz, weiter geht es über "Llano Texo" bis zur Touristeninformation, dann zum Platz am Friedhof. Nun geht es zurück zur Plaza de España und der Rundgang endet an der "Plaza del Calvario". An jeder dieser 5 Stationen hält María Victoria Hernández mit ihren Mitwanderern an und erklärt die historischen Hintergründe der besuchten Plätze. Als Abschluss gibt es noch eine Dia-Show mit alten Aufnahmen des Ortes und bis man sich wieder in Richtung zuhause orientiert, ist es sicherlich weit nach Mitternacht.



Freitag 27.08.04 - 09:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 66 % Luftdruck 1014 hPa

Calima mit Inkontinenz

Nicht schlecht gestaunt hat so mancher gestern Abend, als plötzlich dicke Regentropfen aus der heißen Luft fielen. Wer bereits früh im Bett lag, der hat es gar nicht mitbekommen, die paar Tropfen verdampften ohne Wirkung und unser Regenmesser hat sich geweigert diesen Niederschlag überhaupt zu akzeptieren. Wer aber weiße Wäsche über Nacht auf der Leine hatte, der wird sehr wohl lernen was es heißt, wenn es im Calima zu regnen beginnt. Wir sagen dann, es regnet Sand. Die dicken Tropfen sind voller Staub und verwandeln die mühevoll gebleichte Wäsche in einen Tarnanzug für Wüstenbewohner. Der Spuk dauerte auf La Palma keine 10 Minuten, auf den Afrika näher liegenden Inseln muss es aber sogar stundenweise geregnet haben.

Was ist nun wieder passiert mit dem Wetter, ist nicht mal mehr der Calima so wie er früher einmal war? Ganz so ist es nicht, aber der Calima war halt nicht alleine, ein so genannter "Kaltlufttropfen" hat da auch noch mitgemischt und der bringt im Gegensatz zu dem thermischen Tief des Calima feuchte subtropische Luftmassen mit, die dann auch zu Niederschlag führen können. Diese beiden Wetterphänomene treiben ihr Unwesen in unterschiedlichen Höhen, unten der Calima und darüber der Kaltlufttropfen der dann, laienhaft ausgedrückt, durch den Calima hindurchregnet. Bis spätestens Sonntag hat sich das alles wieder erledigt und der Nordostpassat wird wieder das Wettergeschehen bestimmen. Bis dahin sollte man vorsichtshalber keine weißen Hemden tragen und wer vor Sonntag sein Auto wäscht, der hat selber Schuld.



Donnerstag 26.08.04 - 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 33 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 65 % Luftdruck 1013 hPa

Ausbildung zum Biobauern

Die Stiftung "Isonorte" kümmert sich um die Integration von Personen in den Arbeitsmarkt, die aufgrund irgendeiner Benachteiligung schwer eine Beschäftigung finden. Es können ebenso Behinderte sein, wie auch Langzeitarbeitslose und andere Gruppen mit schlechten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. (Einen handfesten Lapsus hat sich eine hiesige Zeitung erlaubt, da hat man ein Komma so gesetzt, dass man auch alle Frauen plötzlich als "Problemgruppe" darstellt. Anstatt langzeitarbeitslose Frauen und Behinderte steht dort: Langzeitarbeitslose, Frauen und Behinderte. Klar, dass den Artikel ein Mann geschrieben hat.)

Die Stiftung hat nun mal wieder Geld auftreiben können und bietet nun für 13 Menschen Kurse zur ökologischen Landwirtschaft an. In einem Gebäude der Stiftung in Puntallana gibt es den theoretischen Unterricht und auf Biohöfen der Umgebung auch den praktischen Teil. Immerhin 88.000,- Euro stehen der Stiftung dazu zur Verfügung und da kann man hoffen, auch brauchbare Resultate zu erzielen. Die Biolandwirtschaft ist auf La Palma immer noch ein zartes Pflänzchen und könnte hervorragend fachlich gut orientierte Menschen gebrauchen um diesen Sektor nach vorne zu bringen. Die Stiftung "Isonorte" liegt immer wieder im Clinch mit den Behörden um mehr Geld aufzutreiben für ihre Vorhaben, dieses Mal hat man es wieder geschafft und kann eine gute Idee verwirklichen.



Donnerstag 26.08.04 - 09:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 65 % Luftdruck 1014 hPa

Wie Sie sehen, sehen Sie nichts

Wie angekündigt ist der Calima auf einem neuen Besuch zu uns gekommen und hat wieder allerlei Staub und Sand in seinem Rucksack. Nun kann man getrost die Höhenwanderungen für ein paar Tage auslassen, man sieht eh nichts und die Temperaturen steigen nach oben hin enorm an. Das thermische Tief vom afrikanischen Kontinent hat sich durchgesetzt und das Azorenhoch auf den Atlantik zurückgedrängt. Unsere Webcam zeigt ganz gut die Sichtweiten im Moment, dort wo alles hell erscheint ist eigentlich das Meer, aber mit dem vielen Staub in der Luft haben Wasser und Luft eine einheitliche aber undefinierbare Farbe.

Hauptsache kein Wind, denkt nun jeder sofort wieder und erinnert sich an den heftigsten Calima aller Zeiten der Ende des letzten Monates der so große Schäden in der Landwirtschaft angerichtet hat. Noch ist es windstill und wir haben gute Aussichten, dass in drei Tagen der Spuk wieder vorüber ist. Bis dahin heißt es haushalten mit Wasser und so spät wie möglich ins Schwitzen geraten. Kühl bleiben ist die Devise und jeder entwickelt dabei so seine ganz eigenen Methoden.


Daddy cool



Mittwoch 25.08.04 - 17:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 30 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 67 % Luftdruck 1013 hPa

Logistische Probleme

In unserer Hauptstadt gibt es mal wieder politisches Sommertheater. Die Plaza de la Alameda, das ist der Platz an dem Schiff im hinteren Teil der Stadt, wird neu gestaltet, doch seit Monaten ist dort kein Arbeiter mehr aufgetaucht. Ein trauriger Anblick, nur Baustelle, nichts geht voran und alle weiteren geplanten Arbeiten an dem im Schiff befindlichen Museum sind auch paralysiert, da kann man erst weiterarbeiten wenn der Weg zwischen Schiff und Plaza neu gepflastert ist. Die Geschäftsleute der Umgebung und natürlich alle Oppositionsparteien vermuten nun Sumpf im Rathaus von Santa Cruz und fordern eine Erklärung für diesen unschönen Zustand.

Natürlich hat das Rathaus eine Erklärung parat, natürlich hatten Andere Schuld, wobei eigentlich keiner Schuld hat und wenn doch, dann niemand von dieser Insel. Die Steine fehlen ganz einfach mit denen man den Weg pflastern will und diese kommen nicht aus La Palma. Seit Juli weiß man, dass es etwas länger dauern kann, die beauftragte Firma rechnet mit dem Eintreffen der Steine im September. Also die Gemüter wieder abkühlen, dass alles was von außen kommt länger dauern kann, das sind wir gewohnt. In vielen Bereichen ist das die Generalamnestie überhaupt, Sätze wie, das müssen wir in Tenerife bestellen oder gar noch von weiter her, sind meist der Auftakt für eine prächtige Lehrstunde in Sachen Geduld. Die Steine werden schon kommen, Geduld ist eine unserer größten Tugenden, Hauptsache es hat jemand daran gedacht, die Steine auch wirklich zu bestellen.


Mittwoch 25.08.04 - 09:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 65 % Luftdruck 1015 hPa

Hafen sucht Schiffe

Eigentlich hatte man sich bereits abgefunden mit der Situation im Hafen von Puerto de Tazacorte, kein Schiff wird kommen. Nun kam doch ein Schiff, wenn auch nur ein kleines mit Tagesausflüglern und sofort werden alte Pläne eines regelmäßigen Fährverkehres nach Tazacorte wieder wachgerüttelt. Der Hafen von Tazacorte könnte Schiffe bis zu einer Länge von 170 Metern aufnehmen und in der Zeit der Projektierung dachte man daran, von dort die Bananen nach Tenerife zu verschicken. Die Idee einen Fährverkehr einzurichten entstand erst später, doch woher sollen die Fährschiffe kommen, Tazacorte liegt auf der abgewandten Inselseite zu Tenerife und das würde die Fahrtzeit um eine Stunde verlängern.

Bei sinkenden Passagierzahlen im Fährbetrieb ist es einfach illusorisch an eine neue Verbindung zu glauben, man wird keine Reederei begeistern können, solch ein Wagnis einzugehen. Anders steht es um Tagesausflüge wo der Weg selbst mit das Ziel ist und der Zeitfaktor keine Rolle spielt. Drei Inseln an einem Tag, Tenerife - La Gomera - La Palma, das ist keine Illusion und mit den schnellen, modernen Schiffen locker zu machen. So könnte der, fast jungfräuliche Hafen von Tazacorte doch noch in den Genuss einer späten Geburt kommen. Eigentlich braucht man sich gar nicht um Sinn oder Unsinn des Hafens zu unerhalten, es war dringend notwendig diesen Hafen neu zu befestigen und die Fischer sowie die Sportboote finden hinter diesen gewaltigen Mauern nun endlich ausreichend Schutz vor den Gewalten des Atlantiks. Die Frachtmole ist eigentlich nur ein Zufallsprodukt gespickt mit ein paar Hoffnungen aus der Prestigekommode und wenn man nicht jeden Tag davon spricht, dann merkt das auch keiner.


La Palma, Puerto de Tazacorte



Dienstag 24.08.04 - 17:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 31 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 67 % Luftdruck 1013 hPa

Der Tourismusbeauftragte korrigiert seine eigenen Zahlen

Nach nun zwei Wochen nennt nun unser Tourismusrat Jaime Sicilia plötzlich andere, sehr viel glaubhaftere Zahlen. Damals nannte er die schier unmögliche Anzahl von wöchentlich 16.000 anreisenden Gästen, das ist weder theoretisch, noch praktisch möglich. Die neue Zahl sind nun 30.000 pro Monat, für den Juli. Meiner Meinung nach immer noch übertrieben, aber das ist zumindest möglich. Von einer Belegungsquote spricht er auch nicht mehr, dabei haben wir vor 14 Tagen von ihm noch etwas von 100% gehört. Nun hat aber das national statistische Institut "Instituto Nacional de Estadística" (INE) die Zahlen für den Juli veröffentlicht und dort steht eine normale und glaubhafte 69 als Prozentsatz der Auslastung der Hotels.

In einem bin ich mit Jaime Sicilia einig, ich freue mich wenn viele Touristen nach La Palma kommen, das brauchen wir hier und viele Leute leben davon - Da fällt mir noch etwas ein, was mich mit Jaime Sicilia verbindet, mir fallen auch manchmal ein paar Worte aus der Seele direkt auf die Tastatur, welche nicht den anstrengenden Umweg über das Hirn gemacht haben. - Hier geht es aber nicht darum, wer Recht hat, sondern um La Palma. Die 6 Wochen nationalen Tourismus hatten wir immer und wir sollten uns freuen, dass wir wieder für unsere Kopatrioten aus Kastilien und Katalonien interessant geworden sind. Vor vier Jahren waren die aber auch schon da und seinerzeit bekamen die auch alle ein Bettchen unter ihren urlaubsreifen Hintern. Aus diesem erfreulichen Normalzustand sollte man nun nicht zwingend schließen, diese Insel bräuchte plötzlich viele neue Hotels. Ich bleibe dabei, La Palma braucht keine neuen Hotels um sich in den ruinösen internationalen Preiskampf auf "All-inklusive" einzumischen. Da können wir immer nur verlieren und wir haben weiß Gott viel zu verlieren, wenn ich mich einfach so mal umsehe auf dieser wunderschönen Insel. Man sagt ja Männern immer nach, sie denken mit "da unten rum", Sie wissen schon was ich meine. Mit "da unten rum" da kann schon was dran sein, da sitzt bei vielen aber auch die Geldbörse und so genau kenne ich Jaime Sicilia nun auch wieder nicht.



Dienstag 24.08.04 - 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70 % Luftdruck 1015 hPa

Der nächste Calima steht vor der Tür

Ob er auch reinkommt, dass weiß man noch nicht so genau. Noch hält der Nordostpassat kräftig dagegen und möglicherweise werden nur die orientalen Inseln erneut von "Bruder Sahara" besucht. Es wäre nicht neu, eine komplette Zweiteilung der Wetterverhältnisse auf den Kanaren, während die östlichen Inseln schwitzen, bleiben die westlicher gelegenen im Einfluss der kühlen und feuchten Passatwinde. Aber auch wenn wir erneut von einem Hitzetief überrannt werden, rechnet man nicht damit, dass ähnlich katastrophale Bedingungen herrschen werden, wie noch Ende Juli. Das Tief über dem westafrikanischen Kontinent ist bei weitem nicht so groß und dominant, wie noch vor einem Monat.

Allerdings könnte eine andere, nicht weniger alarmierende Situation eintreten. Senegal und Mauretanien erleben zur Zeit eine der heftigsten Heuschreckenplagen und sollte der Wind auf Südost drehen, dann tauchen diese biblischen Quälgeister auch auf den Kanaren auf. Ein paar der großen Wüstenheuschrecken kommen immer mal im Sommer bis auf die Kanaren, aber "ein Paar" können halt auch keinen Schaden anrichten. Die letzte große Heuschreckenplage auf den Kanaren liegt lange zurück, 1958 soll das gewesen sein, so zumindest meldet das Landwirtschaftsministerium. Vor zwei Jahren tauchten aber in Lanzarote und Fuerteventura auch Schwärme der Schistocerca gregaria auf und sorgten für reichlich Unruhe, allerdings war die Anzahl der Heuschrecken dann doch nicht groß genug, um die ohnehin spärliche Landwirtschaft auf den beiden Inseln zu gefährden.



Montag 23.08.04 - 16:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 72 % Luftdruck 1016 hPa

Arbeitslose als Landschaftspfleger

Einen interessanten Deal hat die Gemeinde Garafía mit dem "Servicio Canario de Empleo" gemacht. 13 Langzeitarbeitslose erhalten eine Anstellung für zunächst ein halbes Jahr und deren Aufgabe wird es sein, die Wanderwege und die öffentlichen Brunnen der Umgebung instand zu halten und zu verbessern. Das Geld kommt vom Arbeitsamt und die Gemeinde stellt Gerätschaften und Fahrzeuge zur Verfügung. Eine sinnvolle Form von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und ganz zur Freude der vielen Wanderer die unsere nordwestlichste Gemeinde gerne besuchen.

Garafía hat unzählige Wanderwege zu bieten, ob man nun kleine Runden drehen will, oder auch mal eine größere Tour von mehreren Stunden angeht, die Gegend hat landschaftlich sehr viele Reize und gehört zu den am wenigsten besiedelten Regionen der Insel. Interessant sind auch die vielen öffentlichen Wasserstellen in der Umgebung, aus denen sich früher die Anwohner mit Trinkwasser versorgten. In diesem Zusammenhang kann auch mal ein bisschen Werbung machen für einen besonders gelungenen Wanderführer. Klaus und Annette Wolfsperger haben ihre Wanderungen im Bergverlag Rother niedergeschrieben, ein sehr hilfreiches Handbuch für die Gäste welche sich die Insel auch zu Fuß erschließen wollen. Das Buch gibt es überall im Handel, man muss nicht immer alles bei Amazon bestellen und heißt: Rother Wanderführer La Palma. Gerade erst kürzlich ist die neueste Überarbeitung erschienen, mit neuen Touren.



Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71 % Luftdruck 1016 hPa

Keine Hilfe von der Marine gegen die illegalen Einwanderer

Jedes Jahr im Sommer steigt die Zahl der Flüchtlinge die aus Marokko nach Andalusien oder die Kanaren kommen stark an. Das gute Wetter und die ruhige See vergrößern die Chancen der kleinen Boote den Atlantik oder die Meerenge bei Gibraltar unbeschadet zu überwinden. Wie jedes Jahr im Sommer gibt es dabei auch die meisten Unglücksfälle und die Diskussionen wie man dagegen angehen kann, brechen nicht mehr ab. Nachdem man in Sierra Leone ein Schiff mit über 500 Menschen an Bord noch vor der Abfahrt zu den Kanaren stoppen konnte, fordern nun viele Gruppen auch den Einsatz der Marine gegen die illegale Einwanderung.

Diesem Vorschlag hat die Admiralität eine klare Absage erteilt, man sei weder dafür ausgerüstet kleine Flüchtlingsschiffe aufzubringen, noch habe man die rechtliche Grundlage in internationalen Gewässern andere Fahrzeuge zu stoppen. Man ist aber gerne bereit für Rettungsaktionen Personal und Material zur Verfügung zu stellen, aber immer in Absprache mit den Autoritäten des Küstenschutzes und der Guardia Civil. Hintergrund dieser ernüchternden Antwort seitens des Militärs, ist der permanent schwelende Konflikt mit Marokko. Nach dem Zwischenfall auf der „Petersilieninsel“ bemüht man sich seitens der spanischen Regierung um ruhiges Fahrwasser mit Marokko und möchte nun auf alle Fälle vermeiden, dass spanische Kriegsschiffe auf der Suche nach illegalen Einwanderern die ganze Zeit vor der marokkanischen Küste kreuzen. Das könnte von Marokko als Provokation aufgefasst werden und die ganzen Bemühungen um ein vernünftiges Nebeneinander der beiden Länder wieder im Atlantik versenken.



Sonntag 22.08.04 - 18:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73 % Luftdruck 1015 hPa

Frachtaufkommen im Hafen von Santa Cruz wieder gewachsen

Als Vergleichszahlen nimmt man die ersten 6 Monate des Jahres 2003 und da steht ein ansehnliches Plus von 8% für den gleichen Zeitzraum dieses Jahres. 469.000 Tonnen wurden im Hafen unserer Hauptstadt bewegt und man hofft nun für das gesamte Jahr mal die Rekordsumme von über 1 Million Tonnen zu bewegen. Der Hafen unserer Insel ist immer auch ein kleiner Spiegel unserer Wirtschaftsleistung und nachdem das Jahr 2003 weniger Fracht durch unseren Hafen ging als noch im Jahr 2002, könnte man nun von einer vorsichtigen Trendwende sprechen.

Die Passagierzahlen im Hafen sind ganz leicht rückgängig, immer weniger Menschen nehmen den Seeweg um zu uns zu gelangen, die vielen Flugverbindungen sind einfach interessanter. Kräftig zugelegt haben wir aber bei den Kreuzfahrern, da stehen fette 20% mehr als noch in den ersten 6 Monaten 2003. So besuchten den Hafen unserer Hauptstadt bis einschließlich Juni dieses Jahres bereits 63 Traumschiffe mit insgesamt 68.000 Passagieren. Höhepunkt war sicherlich die Stippvisite der Queen Elizabeth 2, mit ihren 293,5 Metern Länge auch das größte Schiff, welches jemals in unserem Hafen angelegt hat.



Sonntag 22.08.04 - 10:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73 % Luftdruck 1017 hPa

Duftmarken

Sicherlich ist es relativ gut möglich, Mitteleuropäer auch auf Distanz von Südeuropäern zu unterscheiden. Meine kleine Tochter zumindest kann das zu einem Prozentsatz von weit über 90 und definiert die Leute ganz einfach: Das ist ein "Hola" und das ist ein "Hallo". Zwischen Kanaren und Festlandsspaniern zu unterscheiden ist bedeutend schwieriger und solange die den Mund nicht aufmachen und sich am Akzent verraten, sollte man sehr vorsichtig sein mit Klassifizierungen. Da müssen nun andere Beobachtungen herhalten, wenn die Ethnologie alleine keinen Hinweis mehr gibt.

Im Straßenverkehr ist das noch relativ einfach, kleiner sauberer Mietwagen mit mindestens 4 Leuten besetzt und auch auf den hinteren Rängen trägt jeder zwingend eine Sonnenbrille. Unsichere Fahrweise und immer dieser fragende Blick, ob wir denn auf La Palma überhaupt eine Führerscheinprüfung ablegen müssen, machen die Definition der Herkunft einfach. Ganz aufmerksame Beobachter können inzwischen sogar unterscheiden, ob es sich um Katalanen oder Madrilenen handelt, die da mitten auf der Hauptstraße angehalten haben und per Zeichensprache einen 4 Kilometer entfernten Menschen nach dem Weg fragen. Sollte von denen mal einer tatsächlich den Mund aufbekommen, dann ist die Frage eh immer die Gleiche, wo geht es denn zum Meer und unsere Antwort ist auch immer die Gleiche, nach UNTEN! Das werde ich nie verstehen, warum die Godos nach dem Weg zum Meer fragen. Einmal ist das Meer überall auf La Palma zu sehen, wenn man nicht gerade eine Sonnenbrille der Stevie Wonder-Klasse trägt, bei uns ist das Meer immer unten, eben da wo es hingehört.

Die Nationalparkwächter haben nun eine ganz besondere Fähigkeit entwickelt zwischen Kanaren und Festlandsspaniern zu unterscheiden. Nur so können Zahlen entstehen die an Genauigkeit nicht mehr zu übertreffen sind. Diese von Arbeit schwer geplagten Mitarbeiter müssen bis zu 8 Stunden täglich in kleinen Hütten sitzen und die Besucher des Nationalparks zählen, die in Wagenkolonnen an ihnen vorbeifahren. Kein Besucher muss aussteigen oder "Hola" sagen als Einlassparole. 9.341 Festlandsspanier zählte man, 5.170 Leute von den anderen Kanaren und 2.161 Palmeros. Wie die das machen, das ist mir absolut schleierhaft, lediglich die Zahl der Palmeros erscheint mir glaubhaft, das ist einfach jeder den man schon mal gesehen hat. Bewundernswert ist auch die Zahl 9.341 und nicht 9.300 oder 9.400. Die Zahl 9.341 giert geradezu nach Anerkennung und ist über jeden Zweifel erhaben. Zahlenspiele gegen das Sommerloch. Die Alternativnachricht wäre gewesen, 16 Marihuanapflanzen in Puntallana entdeckt, aber dazu ist mir einfach nichts eingefallen. Einen schönen Sonntag noch!



Samstag 21.08.04 – 19:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 72 % Luftdruck 1016 hPa

Der „Mercadillo“ in Puntagorda feiert zweiten Geburtstag

Dieser kleine, aber feine Bauernmarkt ist zu einer festen Institution auf La Palma geworden und ein Ausflug dorthin lohnt sich allemal. Nicht nur wegen der dargebotenen Leckereien, sondern auch wegen seiner Lage, die man ohne Übertreibung idyllisch nennen kann. Ganz in der Nähe des Marktes gibt es einen Picknick-Platz, wo man von den eben erworbenen Schmankerln sich gleich eine Brotzeit im Grünen gönnen kann. Von dort aus kann man auch wunderschöne Spaziergänge in die Umgebung des Ortes Puntagorda unternehmen.

Der Versuch Bauernmärkte auf La Palma zu installieren, ist nur teilweise geglückt. Der erste Markt in Mazo, leidet an Besucher und Ausstellermangel und wird nun mit Gemeindegeldern wieder aufgeputzt. Puntagorda hat Mazo dort den Rang abgelaufen und El Paso will in Bälde seinen eigenen Bauernmarkt im neuen Informationsbüro einrichten. So viele Bauernmärkte braucht die Insel aber gar nicht und so nimmt der eine Markt dem Anderen immer nur die Käufer weg. Zum Geburtstag des Marktes in Puntagorda gibt es morgen ein Spezialprogramm mit einer Photoausstellung über die Entstehung der Einrichtung und ab 14:00 Uhr zeigt die Volkstanzgruppe „Grupo Imperial“, wie man das Tanzbein auf La Palma schwingt. Der Mercadillo von Puntagorda hat auch eine eigene Webseite, auf der man sich einen kleinen Überblick von dem dortigen Treiben machen kann.



Samstag 21.08.04 - 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70 % Luftdruck 1016 hPa

Internationaler Lorbeer für palmerischen Wein

Mit immerhin 112 anderen Weinen musste sich der Weißwein "Albillo" der Bodegas Teneguía messen und wurde von der internationalen Jury mit der Silbermedaille belohnt. Das Ganze fand in Ljubljana statt, angeblich auf der ältesten Weinmesse Europas. Dort präsentieren sich traditionell viele deutsche und österreichische Weingüter und so war es eine große Überraschung, dass ausgerechnet ein Wein unserer kleinen Insel dort viele berühmte Lagen vom Sockel stieß.

Die Rebsorte Albillo gilt eigentlich nicht als sonderlich berühmt und sorgt auf dem spanischen Festland für leichte Tischweine, hier auf La Palma setzt sich diese Traube aber immer mehr durch, da unsere traditionellen Weißweinreben wie Listán und Bujariegeo alles andere als einen leichten Wein abgeben. Vielleicht verhilft uns diese Auszeichnung nun doch noch dazu, dass im neuen Hotel in Fuencaliente auch Wein von der Insel angeboten wird. Bislang heißt es dort, im La Palma Princess gibt es keinen Wein aus La Palma.



Freitag 20.08.04 - 16:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 72 % Luftdruck 1017 hPa

Endemische Rindviecher

Als Rahmenveranstaltung zu der diesjährigen Ehrung unserer Schutzpatronin "Virgen del Pino", findet morgen Mittag eine Viehschau oberhalb von El Paso statt. Aus der ganzen Insel erwartet man Landwirte, die ihre Rinder für einen Tag nach El Paso schaffen um stolz die Bemühungen um die Erhaltung unserer endemischen Rinder zu zeigen. Man kann also nicht mit einer x-beliebigen lila Kuh dort auftauchen, sondern das Rind muss der "raza palmera" angehören. Mehr aus Nostalgie halten sich viele Bauern ein paar Stück dieser Rasse, sie geben weder viel Milch, noch setzen sie viel Fleisch an um wirtschaftlich interessant zu sein. Dieser Umstand hat aber schon so manchem Rindviech ein langes Leben beschert.

Früher wurde diese äußerst zähe Rasse als Arbeitstier genutzt, um mächtige Lasten zu bewegen und Pflüge durch die steinigen Äcker der Insel zu ziehen. Darüber hinaus ist die "raza palmera" weniger anspruchsvoll in ihrer Futterwahl und bei weitem nicht so krankheitsanfällig wie moderne Hochleistungskühe. Es sind sehr schöne und auffallend gutmütige Tiere, für einen Stierkampf oder Rodeo-Reiten sind unsere Rinder nicht geeignet. "Tranquilo" eben, wie die Palmeros selbst. Was diese Tiere allerdings können, zeigen sie in einem Spektakel welches sich "arrastre" nennt. In diesem Wettkampf ziehen die Rinder gewaltige Baumstämme hinter sich her und wer die größte Last bewegt, der hat gewonnen. Das ist immer eine Riesengaudi und mit Hilfe von reichlich endemischen Wein, trocknen die Kehlen von den Anfeuerungsrufen auch nicht so schnell aus. Morgen ab 11:00 Uhr am "Cruz del Vendaval", links ab von der Zufahrtstraße zur Cumbrecita.


Raza Palmera



Freitag 20.08.04 - 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70 % Luftdruck 1019 hPa

Noch ein Schiff

Seit dem 10. Dezember 2002 wartet der Hafen von Puerto de Tazacorte darauf, dass ein Schiff dort anlegen will. Lediglich am selben Tag der Eröffnung beehrte uns der finnische Kreuzfahrer "Kristina Regina" mit einem Höflichkeitsbesuch. Morgen ist nun wieder großer Bahnhof im Hafen, ein zweites Schiff wird kommen, die "Garajonay Exprés" mit 270 Passagieren aus La Gomera. Dieses Schiff gehört einer gleichnamigen kleinen Reederei aus La Gomera und bedient unter der Woche den Linienverkehr zwischen Tenerife und La Gomera.

Leider ist der Besuch dieses 40 Meter langen Katamarans nicht der Auftakt zu einem regulären Fährverkehr von La Gomera nach La Palma, sondern eine Chartertour mit Tagesausflüglern. Die Reederei startet damit einen Versuchsballon, ob der Hafen von Tazacorte sich als Tagesziel für einen Bootsausflug lohnt. Bislang gab es diese Art von "Inselhopping" auf La Palma noch nicht und es bleibt abzuwarten, ob sich daraus ein ständiges Angebot entwickelt. Für Statistiker schlägt nun morgen wieder eine große Stunde, das Passagieraufkommen im Hafen von Tazacorte steigt dann um 270%.



Donnerstag 19.08.04 - 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73 % Luftdruck 1019 hPa

Neues Seenotrettungsboot für La Palma

"Canopus" heißt der flotte Flitzer und liegt seit gestern im Hafen von Santa Cruz de La Palma. Eigentlich hätte das Schiff letzte Woche bereits in Dienst gestellt werden sollen, aber die Canopus beteiligte sich auch an der Suche nach den 32 vermissten Flüchtlingen die letzte Woche vor Fuerteventura Schiffbruch erlitten. Die Suche nach den Vermissten ist inzwischen leider ergebnislos eingestellt worden. Zurück zum Schiff, die Canopus ist 15 Meter lang und fast 4 Meter breit. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 30 Knoten ist das Schiff eines der schnellsten Rettungsschiffe in der Flotte des "Salvamento Marítimo", was nichts anderes heißt als Meeresrettung.

Die Canopus ist mit allen nur erdenklichen technischen Raffinessen ausgestattet und kann bei so gut wie jedem Unglücksfall auf hoher See eingesetzt werden. Für La Palma ist das ein wichtiger Schritt endlich ein eigenes hochseetüchtiges Rettungsschiff zu besitzen. Es gibt zwar in den Häfen La Palmas kleine Rettungsboote die küstennah operieren konnten, aber wenn es darum ging einem größeren Havaristen Hilfe zu leisten, dann musste aus Tenerife ein Seenotkreuzer angefordert werden. Canopus ist übrigens der zweithellste Stern nach dem Sirius am Nachthimmel und befindet sich im Sternbild des "Schiffskiel". Passt doch gut zu unserem neuen Retter in der Not und wenn Sie nun glauben ich schüttle so ein Wissen aus dem Handgelenk, dann muss ich Sie enttäuschen. Ich frage da immer bei www.wikipedia.de nach, kann ich jedem nur empfehlen der googlemüde ist und etwas wissen will ohne sich durch Werbung quälen zu müssen.



Donnerstag 19.08.04 - 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 69 % Luftdruck 1019 hPa

Zahnlose Gesetze

Ein neues Ausflugslokal, eine so genannte "Terraza de Verano" nahe Los Llanos, bringt alle Nachbarn der Umgebung und auch den Bürgermeister von El Paso um ihren wohlverdienten Schlaf. Die Nachbarn können nicht schlafen, weil die Betreiber dieses Etablissements mit infernalischer Lautstärke wochentags bis 3 Uhr und am Wochenende sogar bis 6 Uhr morgens die Umgebung beschallen. Der Bürgermeister von El Paso kann nicht mehr schlafen, weil er auf die Schnelle nichts dagegen machen kann. Die Umgebung in der sich das zweifelhafte Lokal befindet gehört noch zur Gemeinde El Paso, obwohl es viel näher an Los Llanos liegt.

Die Wirte des Lokals haben keine Genehmigung seitens der Gemeinde ihre Sommerdisko zu betreiben. Man hat zwar eine Lizenz beantragt, wollte aber wohl nicht darauf warten und öffnete Ende Juli einfach ohne die notwendigen Papiere. Das hätte alles gut gehen können, wenn man nicht die Musik so laut geregelt hätte, dass alle Nachbarn sich sofort beschwert haben. Die Gemeinde ließ nun das Lokal versiegeln und dachte damit sei der Spuk zu Ende. Die Betreiber interessierte das Siegel wenig, rissen dieses einfach weg und drehten die Musik wieder auf. Ebenso eine zweite Versiegelung brachte nichts, genau so wenig wie mehrere schriftliche Aufforderungen, das Lokal zu schließen. Die Wirte ignorieren das alles einfach und um das Lokal gewaltsam mit Polizeikräften räumen zu lassen, muss ein Gericht dieses anordnen, die Gemeinde selbst hat nicht das Recht zu diesen Maßnahmen zu greifen. Die Anwohner ärgern sich verständlicherweise über die Machtlosigkeit der Exikutive, aber die müssen sich, auch wenn es ärgerlich ist, an die Gesetze und Verordnungen halten.



Mittwoch 18.08.04 – 17:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 72 % Luftdruck 1016 hPa

Nur unsere Palme darf es sein

Geht man mal bewusst die Pflanzenwelt unserer Insel durch, dann wird man schnell feststellen, in den bewohnten Zonen der Insel gibt es mehr eingeschleppte Pflanzen als Endemische. In den höheren Regionen ist das noch anders, da wo der Mensch noch kein wirtschaftliches Interesse an der Natur zeigt, da kann alles so bleiben wie es ist. Die Umweltschützer des „Medio Ambiente“ warnen immer wieder eindringlich davor, neue Pflanzenarten auf die Kanaren zu bringen, man vertreibt damit die endemische Flora in die abgelegenen Winkel unserer Inseln.

Nun hat man die afrikanische Dattelpalme (Phoenix dactylifera) als neuen Störenfried ausgemacht und fürchtet diese nordafrikanische Variante könnte unserer, als endemisch eingestuften kanarischen Dattelpalme (Phoenix canariensis), gefährlich werden. Die afrikanische Dattelpalme wird größer als unsere eigene, hat essbare Früchte und wird vielerorts deshalb lieber gepflanzt als unsere Hausgemachte. Das alleine wäre noch nicht schlimm, hätte man nicht bereits Hybriden entdeckt, die als Kreuzungen der beiden ähnlichen Brüder gelten. Mit der Zeit könnte es nun sein, dass die ursprüngliche kanarische Dattelpalme verschwindet, weil immer mehr „unreine“ Sorten unsere Palmen bestäuben. Dass die beiden Palmenarten sich überhaupt miteinander kreuzen können, liegt wahrscheinlich daran, dass die kanarische Dattelpalme wohl ursprünglich von der Afrikanischen abstammt, sich aber im Lauf der Jahrtausende zu einer eigenen Art entwickelt hat. Eigentlich könnte man von Familienzusammenführung sprechen, aber das hören die Hüter der reinen Rasse sicher nicht gerne.

Einen ähnlichen Fall gibt es hier bereits mit den verschiedenen Natternkopfarten, die bislang in unterschiedlichen Vegetationszonen nicht in Kontakt untereinander gerieten. Nun brachten Liebhaber diese wunderschönen Pflanzen aus ihren angestammten Plätzen und siehe da, die Natternköpfe kreuzen sich fleißig untereinander, ohne jegliche Rücksicht auf die „reine Rasse“ und jedes Jahr entstehen völlig neue Hybriden. Was für den Pflanzenliebhaber erst mal ein lustiges Kuriosum ist, bedeutet für die Erhaltung einer Art den Supergau. Nun muss man mühsam die noch reinen Pflanzen schützen und höllisch aufpassen, dass keine anderen Arten oder Hybriden in der Nähe sind. Diese ganzen Aktionen sind sicherlich lobenswert, doch scheint es mit bereits viel zu spät, unsere endemische Flora vor allen äußeren Einflüssen schützen zu können. Wenn man das konsequent weiterdenkt, dann müsste man so ziemlich alles rausreißen, was in unserer näheren Umgebung wächst. Wird natürlich nicht passieren, spätestens bei den Bananen wäre Schluss, damit wird nämlich Geld verdient.



Mittwoch 18.08.04 - 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 67 % Luftdruck 1016 hPa

Onkel Antonios Märchenstunde

Seitens der touristischen Behörden wird man nicht müde uns zu erklären, dass wir seit Wochen eine Belegung von 100% auf der Insel haben. Nach dem gewagten Zahlenspiel unseres Tourismusrates von 16.000 Gästen die uns pro Woche besuchen sollen, meldet sich nun der Chef der Zentrums für touristische Aktivitäten wieder zu Wort. Antonio Sosa erklärt, La Palma erlebt die beste Zeit im Tourismus, die es jemals auf der Insel gab, alle Hotels seien seit Wochen zu 100% ausgebucht.

Jedes Jahr haben wir im Sommer für etwa 6 Wochen, es sind die beiden letzten Juliwochen und der August, viele Festlandspanier und Besucher von den anderen kanarischen Inseln. Das war immer so und Ende August sind diese Besucher alle wieder weg und von 6 Wochen guter Belegung im Jahr kann keiner leben. Nach den verheerenden Einbrüchen dieses Sektors seit Anfang des Jahres, muss dieser ganz normale Zustand für neue Rekordmeldungen herhalten. Hintergrund ist immer der gleiche, man will mit Macht die neu projektierten Hotelanlagen durchsetzen und da muss ein Bedarf herbeigeredet werden. Wie die angebliche 100% Auslastung der Insel aussieht, das kann man an den beiden nachfolgenden Photos locker erkennen. Diese Aufnahmen sind frisch und entstanden am 16.8. (bei uns Feiertag) genau Mittags in Puerto de Naos.


Belegte Hotelzimmer sehen anders aus

Kein Platz mehr frei am Strand von Puerto de Naos




Dienstag 17.08.04 - 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 29 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 69 % Luftdruck 1015 hPa

Weiter Probleme mit der Kläranlage von Tazacorte

Die große Lösung steht noch aus, die Gemeinde hat kein Geld um eine komplett neue Anlage zu bauen und wendet sich nun Hilfe suchend an die Provinzregierung und bis nach Madrid. Das Problem ist nicht neu, die Kläranlage hat nur selten ausreichend funktioniert und es werden halt einfach nicht weniger Haushalte die über diese Anlage ihr Abwasser reinigen lassen. Die gleiche Erfahrung musste Los Llanos ja auch machen, eine Kläranlage wächst nicht einfach mit wenn der Ort größer wird.

Bis nun Hilfe von der Provinzregierung oder Madrid kommt, muss man sich dort mit Hausmitteln behelfen um zu verhindern, dass das ungeklärte Abwässer in die Angustias -Schlucht laufen könnte und möglicherweise weiter bis zum Strand. Im Moment macht man das mit einem Raupenschlepper, der die Feststoffe in ein Trockenbecken schiebt. So hat man das "Problem" zwar beiseite geschoben, aber nicht geklärt. Nun will man kurzfristig eine neue, stärkere Turbine einbauen, um die Leistungsfähigkeit der Anlage zu erhöhen. Vielleicht erhört uns ja die neue Regierung in Madrid, da könnte man reichlich Punkte sammeln hier auf La Palma, wenn man uns nicht nur neue Häfen baut in denen eh kein Schiff einläuft, sondern mal Geld rausrückt für eine so profane Geschichte, wie es eine Kläranlage nun mal ist.



Dienstag 17.08.04 - 09:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 68 % Luftdruck 1016 hPa

Die achte Insel

Jeder weiß, dass es sieben Inseln sind die das kanarische Archipel formen, die kleinen "Islotes" wie La Graciosa und Lobos zählen offiziell nicht als Inseln und dennoch spricht man von einer achten kanarischen Insel. Die ist aber, zumindest nach Kilometern gemessen, weit weg und man meint Venezuela damit. Die engen Bindungen der Kanaren zu diesem riesigen und eigentlich sehr reichen Land sind oftmals beschrieben. Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts war Venezuela für zig tausende Kanaren das gelobte Land um aus dem kargen und mühevollen Landleben auszubrechen. Es gibt auf La Palma kaum eine Familie, die nicht mindestens einen Verwandten in Venezuela hat.

Das Pendel schlägt nun zurück, der Wohlstand und vor allem die Sicherheit der kanarischen Inseln lockt jetzt viele der ehemaligen Glücksritter wieder zurück in das Land ihrer Väter und Großväter. Der Reichtum Venezuelas ist in wenigen Generationen verteilt worden aber wohl nicht gerecht genug um eine Basis für allgemeinen Wohlstand und Demokratieverständnis zu schaffen. Nach den Änderungen der spanischen Zuwanderungsgesetze kann jeder Venezolaner der einen spanischen Vorfahren hat, auch wieder in dieses Land zurück. Das führte zu einer Einwanderungswelle aus Venezuela auf die Kanaren, die nun bei vielen Einwohnern mehr als leichtes Unbehagen auslöst. Längst stellen die Venezolaner die weitaus größte Gruppe der ausländischen Bevölkerung La Palmas dar, verstehen sich selbst aber nicht als Gäste der Insel, sondern beanspruchen ihren Teil La Palmas mit natürlichem Selbstverständnis.

Die Bestätigung des Präsidenten Hugo Chavez in seinem Amt wird die Einwanderungswelle weiter ansteigen lassen. Viele saßen hier auf gepackten Koffern um nach dem Sturz des Präsidenten wieder zurück über den Teich zu machen. Fast alle auf den Kanaren lebenden Venezolaner sind gegen den gewählten Präsidenten ihres Landes, für viele war er auch der Grund ihr Land zu verlassen. Venezuela blutet dabei aus, denn die Auswanderer schleppen enorme finanzielle Mittel aus dem gebeutelten Land. Den Kanaren tut das wirtschaftlich gut, auf La Palma haben die Venezolaner erheblich investiert und sind auch bei den politischen Parteien umgarnt als neues Wählerpotential. Die Bevölkerung sieht das allerdings mit wachsendem Unbehagen und es wird schwer fallen, sich wieder an die Söhne derer zu gewöhnen, die man einst aus Armut weggeschickt hat. Kein Land kann sich aus seinen historischen Schulden stehlen und die Kanaren können wieder mal beweisen, wie tolerant sie denn nun wirklich sind.



Montag 16.08.04 – 18:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 32 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 69 % Luftdruck 1015 hPa

Am Klang der Kettensäge sollt ihr ihn erkennen

Ein geschenkter Feiertag, so wie heute, der lädt doch herrlich zu einem kleinen Ausflug ein, mit anschließender Siesta. An normalen Wochentagen trauen sich doch nur noch die Alten auf diesen wunderbaren Brauch zu bestehen, alle anderen machen sich verdächtig, die haben es wohl nicht mehr nötig...Gibt es was Schöneres, nach einer wunderbaren Mahlzeit, ganz ohne schlechtem Gewissen dem Bruttosozialprodukt gegenüber, den Nachmittag ganz nahe am Kopfkissen zu verbringen? Für mich nicht, nur sollte ich meine Nachbarn auch davon überzeugen.

Nun haben wir aber einen Nachbarn, der einen schier aussichtslosen Kampf mit der Wachstumsgeschwindigkeit seiner vielen Bäume im Garten hat. Viel Wasser, viel Dünger und schon wächst hier alles in den Himmel und muss dann wieder zurechtgestutzt werden, zumindest nach der Meinung meines Nachbarn. Der Mann muss mit der Kettensäge in der Hand geboren sein, keiner beherrscht dieses endgültige Gartenwerkzeug so effektiv wie er. Die Einen sitzen den ganzen Tag vor dem Computer, Andere wischen mit Spüli die Läuse von den Orangen und mein Nachbar hat den Hang seinem Garten einen Faconschnitt zu verpassen. Wehe, den lässt man mal nach Südamerika, der Urwald hätte keine Chance. Manchmal wünschte ich ihn mir dorthin, aber das kann man doch wirklich keinem antun. Die Suchthilfe „Kettensäge EV“ hat uns angeraten keine Manipulationsversuche an dem Arbeitsgerät unseres Nachbarn zu unternehmen, das könnte ein einschneidendes Erlebnis für uns werden. Ich habe nicht verstanden was man uns damit sagen wollte, aber irgendwie habe ich gespürt, wir sollten besser die Finger von der Säge lassen.

Dieses Mal war aber etwas anders. Das Geräusch dieser Symphonie in „Stihl-Dur“ kam unzweifelhaft aus dem riesigen Garten meines Nachbarn und man konnte auch schemenhaft Menschen erkennen die sich an einem Eukalyptus zu schaffen machten. Aber das Geräusch war nicht so wie immer, da lag ein Zögern in der Luft, wie dieses Arbeitsgerät bedient wurde. Mein Nachbar macht das sonst mit herzhaften Attacken und lässt die Drehzahl nicht absinken, bevor sich die Kette nicht endgültig durchs Holz gefressen hat. Heute aber war das eher vorsichtig und die Säge verschluckte sich ein ums andere mal im zähen Eukalyptus, es dauerte eine Ewigkeit bis dieses halbherzige Gemetzel endete. Ich konnte gar nicht zur Ruhe kommen aus Sorge um meinen Nachbarn, es könnte ihm ja was fehlen, er ist krank, er wird alt oder noch schlimmer, er könnte die Lust an seiner Kettensäge verloren haben. Meine Frau löste das Rätsel nun und konnte mich von meinen schlimmsten Befürchtungen erlösen, nicht mein Nachbar sägte da rum, sondern ein Familiemitglied welches wenig erfolgreich versuchte, in seine Arbeitshandschuhe zu schlupfen. Er, Mister Kettensäge himself, weilt derzeit in Deutschland und kommt erst in ein paar Wochen zurück. Endlich konnte ich zufrieden und beruhigt doch noch meiner Siesta frönen, meinem Nachbarn ist nichts passiert und in ein paar Wochen ist er wieder da und lässt die Säge dann wieder im richtigen Ton tanzen. Ach, ich hatte gar nicht erwähnt, dass mein Nachbar ein Deutscher ist?



Montag 16.08.04 - 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 69 % Luftdruck 1017 hPa

Suche nach den vermissten Flüchtlingen ohne Erfolg

Die intensive Suche nach den 32 vermissten Flüchtlingen aus mehreren westafrikanischen Ländern bleibt weiterhin ohne Erfolg. Samstagnacht waren beim Kentern eines Flüchtlingsbootes alle 39 Insassen ins Meer gefallen und die Guardia Civil konnte nur 6 Menschen lebend und eine Tote bergen. Seit dem sucht man mit insgesamt 6 Schiffen und bis zu 3 Helikoptern 10 Meilen von Fuerteventura entfernt die Unglückstelle ab. Da die Strömung in dieser Region sehr stark ist, muss das Suchgebiet immer weiter in Richtung Südosten ausgedehnt werden. An der Suchaktion beteiligt sich auch das, gerade nach La Palma verlegte Rettungsboot der "Salvamento Marítimo".

Die 6 Geretteten bestätigten die Anzahl der auf dem völlig überladenen Fischerboot befindlichen Menschen erneut und niemand rechnet mehr ernsthaft damit, dass man weitere Überlebende finden könnte. Nun bricht die Diskussion wieder los, wie man die vielen Boatpeople aus Afrika zwar an der Landung auf den Kanaren hindern kann, dabei aber das Leben der Flüchtlinge nicht gefährdet. Es passiert nicht das erste Mal, dass die illegalen Einwanderer in dem Moment ihr wackeliges Gefährt zum Kentern bringen, in dem sie bemerken, dass sie entdeckt worden sind. Es gibt viele Stimmen die nun erneut fordern, man solle die Flüchtlingsboote anlanden lassen und die Menschen danach in Gewahrsam nehmen. Sprecher der Guardia Civil halten nicht viel von dieser Idee, die illegalen Einwanderer auf der Insel wieder einzusammeln ist ungleich schwieriger, als das Aufbringen des kompletten Bootes. Da kommt noch ein Aspekt hinzu, man ist seitens der Behörden auch daran interessiert die Bootsführer dieser kleinen Fischerboote zu schnappen, dabei handelt es sich ausnahmslos um Marokkaner, die in organisierten Schlepperbanden an den verzweifelten Flüchtlingen einen Batzen Geld verdienen. Lässt man nun die Boote ungehindert an Land gelangen, dann könnten die Schlepper mit ihrem Fischerboot wieder zurück nach Marokko und die nächste lohnende "Fracht" an Bord nehmen.



Sonntag 15.08.04 - 17:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 30 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70 % Luftdruck 1017 hPa

Bilder statt Nachrichten

Heute haben wir die Kunsthandwerksausstellung in El Paso besucht. Gleich nach der Öffnung um 11:00 war bereits reichlich Betrieb und die Veranstalter sind hoch zufrieden. Man muss zugeben, dass die Gebäude der ehemaligen Zigarettenfabrik hervorragend geeignet sind für Messen und Ausstellungen aller Art. HIER können Sie einen kleinen photographischen Rundgang durch die Ausstellung machen. Wer die Messe noch "live" ansehen will, der kann das morgen und übermorgen noch machen, es lohnt sich!



Sonntag 15.08.04 – 09:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70 % Luftdruck 1020 hPa

Der Juli brachte den stärksten „Calima“ aller Zeiten

Das nationale meteorologische Institut, „Instituto Nacional de Meteorología“ (INM), hat nun die Hitzewelle des vergangenen Monats analysiert und kein vergleichbares Phänomen in der bisherigen Wetterhistorie gefunden. Die Maximaltemperaturen erlangten neue Rekorde genauso wie die Durchschnittstemperatur über die Zeit der Hitzewelle hinweg. Auch die Dauer des „Calima“ war mit 7 Tagen ein glatter Rekord, 13 Tote sowieso und die Schäden in der Landwirtschaft sind noch nicht zusammengefasst. Auf La Palma alleine fürchtet man Schäden von an die 50 Millionen Euro, vorwiegend in den Bananenplantagen.

Schwer tut man sich nun in der Bewertung der Ursachen, denn die Statistiken spielen uns bekanntermaßen auch immer lustige Streiche. Nimmt man den gesamten Juli, dann war es kein Rekordmonat, die vielen frischen Tage der ersten Monatshälfte drücken die Durchschnittstemperaturen des Monats in einen oberen Mittelwert. Das meteorologische Institut warnt nun davor, sich hinter diesen Durchschnittswerten zu verstecken und spricht in aller Deutlichkeit von einem bereits stattfindenden Klimawandel. Die Schwankungsspitzen zwischen Heiß und Kalt und zwischen Nass und Trocken waren noch nie so drastisch wie in den letzten Jahren, nicht nur auf den Kanaren, sondern auch in Mitteleuropa. Es ist neu, dass die sonst so vorsichtigen Naturwissenschaftler in diesem Punkt klare Stellung beziehen. Die Schuldfrage wird gleich mit beantwortet, wir selber waren es.



Samstag 14.08.04 - 18:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73 % Luftdruck 1018 hPa

Jungfrauen bringen den Wochenablauf durcheinander

Morgen am Sonntag findet die alljährliche Prozession und Messe zu Ehren der "Jungfrau der Todesängste" statt. Die unberührte Frau heißt wirklich so, "Virgen de las Angustias". Eine große Schar Pilger wird sich morgens bereits auf den Weg machen, vom Llano de Argual, unterhalb von Los Llanos, über den "Camino Real der la Vera" hinunter die Schlucht, die den gleichen schaurigen Namen trägt, wie die betagte Jungfrau. Dort befindet sich die kleine, aber wunderschöne Wallfahrtskirche, in der die "Virgen de las Angustias" ihre Bleibe gefunden hat. Morgen nun wird die Jungfrau aus ihrer Heimstatt getragen und die vielen Gläubigen zelebrieren vor der Kirche eine Messe zu ihren Ehren. Auf der Strecke zwischen Los Llanos und Puerto de Tazacorte kann es zu Verkehrsbehinderungen kommen, wie immer wenn die Jungfrauen La Palmas auf die Straße gehen.

Ganz weltlich dagegen ist eine Feiertagsreglung, fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, dann ist der darauf folgende Montag arbeitsfrei. Weil sich aber an diese Regelung nicht alle halten, besonders die Lebensmittelsupermärkte haben meistens bis Mittag geöffnet, kommt man immer ganz durcheinander. Wer arbeitet nun und wer nicht? Kommt der Brotwagen Montag früh? Kommt die Müllabfuhr Sonntagabend? Wo überall ist Feiertag am Montag, nur in Los Llanos oder auch in Tazacorte und El Paso oder gar auf der ganzen Insel? Uns Republikaner bringen diese vielen Jungfrauen immer völlig aus dem Konzept und wer auch gegen Weihwasser allergisch ist, der kann sich ja am Sonntag die Kunsthandwerksmesse in El Paso ansehen. Sicher ein interessanter Tipp, da sind wir unter uns, die anderen sind alle bei der Jungfrau.

In eigener Sache: Trotz tausendfacher Beteuerung, wir wollen nicht noch mehr Ferienhäuser in unser Programm aufnehmen, sind wir wieder schwach geworden. Bei dem Haus konnten wir aber auch nicht Nein sagen, wirft man uns doch immer vor, wir hätten so wenig große Luxushäuser mit Pool. Casa Amalia heißt die Neuentdeckung, wird gerade erst eingerichtet und steht ab November zur Verfügung. Das Haus rundet unser Angebot nach oben hin ab, Sie können HIER schon mal einen Vorgeschmack erlangen.



Samstag 14.08.04 – 09:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70 % Luftdruck 1018 hPa

Erneute Flüchtlingstragödie vor der Küste Fuerteventuras

Noch werden 32 Flüchtlinge als vermisst gemeldet, aber wegen des starken Seegangs fürchten die Rettungskräfte, dass alle diese Menschen ertrunken sind. Kurz nach Mitternacht etwa 8 Meilen vor der Küste von Tuineje kenterte das völlig überladene Boot mit 39 Flüchtlingen an Bord. Wie in vielen Fällen zuvor brachten die Passagiere das Fischerboot selbst zum kentern nachdem diese bemerkt hatten, dass sie entdeckt worden sind. Aus Angst und Panik aufgegriffen zu werden stehen viele der Flüchtlinge auf und es entsteht so viel Unruhe, dass die kleinen und völlig überladenen Boote kentern. Obwohl die Patrouille der Guardia Civil bald nach dem Kentern des Bootes an der Unglücksstelle eintraf, konnte man nur noch 6 Überlebende aus dem Wasser bergen und eine Leiche. Die anderen 32 konnte man auf Grund der Dunkelheit und des hohen Wellenganges nicht mehr entdecken.

Ein zweites Schiff der „Salvamento Marítimo“ wurde in südöstliche Richtung der Unfallstelle beordert, da die starken Strömungen dieser Zone alle in diese Richtung laufen. Dieses zweite Schiff konnte aber auch keine Menschen mehr retten. Die Flüchtlinge, meist aus westafrikanischen Ländern sind fast immer bereits sehr geschwächt von dem meist monatelangen Aufenthalt in irgendwelchen illegalen marokkanischen Lagern, bevor man sie auf die kleinen Fischerboote in Richtung Fuerteventura oder Lanzarote schickt. Viele dieser Leute können auch gar nicht schwimmen und diejenigen die schwimmen können halten meist nicht lange genug durch, bis sie gefunden werden können. Fast gleichzeitig mit dem traurigen Unfall wurden zwei weitere Flüchtlingsboote vor der Küste Fuerteventuras aufgegriffen. Die insgesamt 70 Menschen von diesen beiden Booten konnten jedoch ohne Probleme von ihren Schiffen geborgen werden.



Freitag 13.08.04 - 17:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 29 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71 % Luftdruck 1017 hPa

Neue Internetseite sorgt für Unruhe bei den kanarischen Politikern

Unter www.canariasconfidencial.com (confidencial heißt vertraulich), erscheint seit kurzem ein Nachrichtenportal der Kanaren mit heißem Inhalt. Die bislang eher langweilige und wenig kritische Presse der Kanaren hat damit einen rebellischen Kontrapunkt erhalten und einige der hohen Herren unserer Inseln können in diesem Portal sehr interessantes über sich selbst lesen. Ich kann den Wahrheitsgehalt nicht überprüfen, aber alleine die ersten heftigen Reaktionen auf diese frischen Seiten, lassen doch stark vermuten, dass man wunde Punkte angesprochen hat. Der Aufmacher ist ein Interview mit einem Ex-Journalisten der Webzeitung www.atlanticocanarias.com, in welchem der Redakteur von Drohungen seitens der Chefetage berichtet, die allesamt der politischen Riege der Coalición Canaria entstammen. Der Redakteur hatte nicht liniengetreu berichtet und sollte nun wieder auf Kurs gebracht werden. Seit Mai diesen Jahres fehlt nun der redaktionelle Teil der Webzeitung, neu ist nur eine heftige Distanzierung von dem neuen Nachrichtenportal canariasconfidencial.

Das neue und äußerst stachlige Portal muss sich die Frage gefallen lassen, warum Sie im Impressum nicht Namen und Anschrift nennen, das gehört eigentlich zum guten Ton. Sie selbst geben dazu als Auskunft, Angst zu haben vor Repressalien. Im Wortlaut "Wir haben kein Geld uns Leibwächter zu leisten" und sie berufen sich auf das Recht der freien Meinungsäußerung. Das ist ein bisschen starker Tobak, einige unsere Politiker mögen unfähig und vielleicht korrupt sein, aber gefährlich wäre mir neu. Wie dem auch sei, den Wahrheitsgehalt kann ich nicht prüfen, aber wie die Angesprochenen darauf reagieren, dass ist die interessante Geschichte und vielleicht trauen sich ja die anderen Zeitungen auch mal ein bisschen im Verborgenen zu stochern. Ich habe canariasconfidencial sofort unter meinen Favoriten gespeichert. Natürlich ist alles auf spanisch, aber wenn was ganz Heißes geschrieben wird, dann findet sich schon ein Übersetzer...



Freitag 13.08.04 – 08:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 74 % Luftdruck 1018 hPa

Ein Stückchen Kuba auf La Palma

Kuba und La Palma haben eine lange gemeinsame Tradition. Viele, viele Palmeros zog es in früheren Jahrhunderten auf die große Insel in der Karibik um dem Elend auf La Palma zu entfliehen. Viele blieben für immer dort, mache erfolgreich, manche nicht. Viele aber kehrten auch wieder nach La Palma zurück und brachten in Kuba erlernte Fähigkeiten mit auf unsere Insel. Unsere Zigarrenproduktion verdanken wir ausschließlich Rückwanderern aus Kuba und viele Familien haben immer noch Verwandtschaft dort. Die Bindungen zwischen Kuba und La Palma sind groß, allerdings stark behindert durch die politischen Verhältnisse auf der so genannten „Zuckerinsel“.

Mit diesem historischen Hintergrund findet heute und morgen in Los Cancajos ein Festival der kubanischen Musik statt, sowie ein Salsa-Tanzwettbewerb. So ein Festival kann natürlich nicht ohne entsprechende Musiker über die Bühne gehen. Elíades Ochoa, Gewinner des „Grammy Award“ 1999, Eva Griñán, "la Voz de Oro de Santiago" (die goldene Stimme Santiagos), der Gitarrist Gabino Jardines, die Sängerin María Ochoa und die Gruppe Corazón de Son sind illustre Namen mit internationaler Reputation. Richtige Prominenz der kubanischen Musikszene tummelt sich auf unserer kleinen Insel. Der Salsa-Tanzwettbewerb komplettiert dieses erstmalig stattfindende Festival und die Gewinner erhalten 1.000 Euro. Das reicht doch glatt schon für einen Flug nach Kuba (und zurück).



Donnerstag 12.08.04 - 18:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 28 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 74 % Luftdruck 1018 hPa

Puntagorda plant Herberge für Wanderer

Eine gute Idee wächst da im Norden der Insel heran. In einer alten Schule möchte man eine Herberge für müde Wanderer einrichten, die an Mehrtagestouren interessiert sind. Das wäre bislang einmalig auf La Palma und würde es vielen Wanderern erleichtern, mal eine richtig große Tour über mehrere Tage zu absolvieren. Die wenigsten Wanderrouten der Insel sind Rundwanderwege und natürlich scheuen viele die langen Anfahrten, besonders in den Norden.

Vor Monaten bereits hatte die Handelskammer eine ähnliche Idee, die Insel mit einem Netzwerk von Herbergen zu überziehen. Man dachte daran, die ehemaligen "Königswege" dafür zu nutzen und Wanderern die Möglichkeit zu geben, unsere Insel komplett zu Fuß zu erkunden. Das wäre natürlich die große Lösung und noch interessanter, müsste aber auch organisiert und verwaltet werden. Daraus wird aber wohl nichts werden, ich befürchte unsere Inselregierung hat nicht einmal zugehört. Die halten weiter an ihren Prestigeplänen von Luxushotels und Golfplätzen fest und interessieren sich nicht für ein paar "läppische" Wanderer. Wer sein Hauptpublikum derart ignoriert, muss sich nicht wundern, wenn wir auch bei unseren treuesten Gästen an Kredit verlieren.



Donnerstag 12.08.04 – 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 74 % Luftdruck 1020 hPa

Unterwasser Müllabfuhr

Seit ein paar Jahren hat eine neue Freizeitbeschäftigung auf La Palma Einzug gehalten, zwar nur einem kleinen Publikum vorbehalten, aber äußerst innovativ und von großem Nutzen für die Insel. Die Tauchclubs veranstalten mit fast schon traditionellem Charakter gemeinsame Unterwasserausflüge auf der Suche nach Müll. In Puerto de Naos gab es vor ein paar Wochen sogar einen Wettbewerb, wer denn nun das größte Stück menschlicher Hinterlassenschaft aus dem Atlantik fischt. (Fast hätte ein 24 jähriger Mann aus Tazacorte gewonnen, aber das amerikanische U-Boot konnte sich im letzten Moment wieder losreißen, noch bevor man es auf den Strand ziehen konnte.)

Wie alle Traditionen leidet auch das Unterwasserputzen an der neuen Zeit, es herrscht große Langeweile, die vielen freiwilligen Taucher finden kaum noch Müll. Es ist fast wie beim Pilze suchen, überall wo man hinkommt, waren andere schon vorher und haben den letzten Müll schon entsorgt. So war auch große Tristesse angesagt beim jährlichen Unterwasserputz des Strandes von Bajamar nahe der Hauptstadt. Der Tauchclub „Club Almirante Díaz Pimienta“ steigt dort jedes Jahr in die Tiefe und holt den Unrat nach oben. Dieses Jahr hat man nicht mal einen Sack an Abfall voll bekommen und es wird von Kabbeleien zwischen den Tauchern berichtet, weil jeder mal ein Stück Müll in der Hand haben wollte. Schlecht ist es gestellt um diese Tradition auf La Palma und noch weiß keiner wie man da regulierend eingreifen kann. Die Gruppierung der anonymen Mülltaucher hat nun die Aktion „Rettet den Unterwassermüll“ ins Leben gerufen und vor unkontrollierbaren Entzugserscheinungen unbefriedigter Taucher gewarnt. Ja, Sie haben es richtig erkannt, es ist wieder mal nichts passiert auf La Palma und trotzdem haben Sie es gelesen.



Mittwoch 11.08.04 – 18:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 25 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 76 % Luftdruck 1019 hPa

9.000 Menschen wöchentlich erreichen La Palma schwimmend

Jaime Sicilia heißt der Tourismusrat unserer Inselregierung und ist eigentlich ein ganz netter Mensch. Umso unverständlicher ist seine zweifelhafte Distanz zur Wahrheit, oder vielleicht vorsichtiger ausgedrückt, sein rein subjektives Wahrnehmungsvermögen. Der gute Mann spricht von einer touristischen Auslastung auf La Palma von an die 100% im Moment. Jeder der im Tourismus arbeitet weiß, das stimmt nicht. Traditionell besuchen uns Ende Juli und den August über Festlandsspanier und Leute von den anderen Kanaren. Diese zieht es allesamt in die Badeorte, aber selbst dort ist es kein Problem, noch Quartiere zu finden. Ich habe es eben noch im Internet ausprobiert, La Palma zu Last-Minute Preisen, kein Thema.

Nun kommt aber der Hammer, Jaime Sicilia spricht in der Zeitung „El Dia“ davon, dass jede Woche 16.000 Touristen auf die Insel kommen. Laut eigenen Angaben seiner Dienstelle hat diese Insel aber nur 13.000 Betten, also Vorsicht auf den Straßen, treten Sie nicht auf die 3.000 Leute die dort nächtigen müssen. Selbst Belegungszahlen von 120% sind gedanklich keine Hürde, rücken wir halt ein bisschen zusammen.

Nehmen wir noch mal die Zahl von 16.000 Leuten wöchentlich, das ist einfach unmöglich. Wir haben 17 Charter in der Woche die uns erreichen, 9 davon fliegen aber nicht nur La Palma an, sondern auch noch eine weitere Kanareninsel und entlassen dort auch sonnenhungrige Menschen. Bei diesen 17 Fliegern sind die neuen Verbindungen nach Mailand und Barcelona schon eingerechnet. Rechnen wir mal pro Sicilia, dann können pro Woche 3.000 Gäste auf dieser Insel per Charter ankommen. Fehlen nur noch 13.000. Man kann natürlich auch über eine andere Kanareninsel zu uns kommen, immerhin haben wir wöchentlich an die 120 Flugverbindungen aus Tenerife, Gran Canaria usw. Laut eigenen Angaben seiner Dienststelle sitzen in jedem dieser Flieger bis zu 30% Touristen. Selbst diese 30% sind lächerlich, tatsächlich sind es viel weniger. Aber nehmen wir mal an, es wären 30%, dann lautet die Rechnung 120 Verbindungen mal 70 Sitzplätze (ATR72) und davon 30%, dann sind das weitere 2.520 Gäste die uns auf diesem Weg besuchen kommen können. Fehlen nur noch 10.480.

Lassen wir noch ein paar Leute mit der Fähre kommen und rechnen einen Sicilia-Bonus ab, dann kommen jede Woche 9.000 Menschen schwimmend oder mit dem Fahrrad zu uns. Ich kann nur hoffen, dass der gute Mann wöchentlich mit monatlich verwechselt hat, oder dass in der Redaktion von „El Dia“ der Druckfehlerteufel 4 mal auf einer Seite zugeschlagen hat. Warum erzählt uns Jaime Sicilia so fragwürdige Geschichten? Ganz einfach, man muss die möglichen Investoren bei Laune halten und das geht nur mit guten Zahlen und irgendwie muss man ja von der eigenen verfehlten Politik ablenken, in der man La Palma mit Hotels überziehen will, die keiner braucht. Aber warum rege ich mich auf. Ich freue mich, dass unsere kleine Firma es im Moment auf stolze 65% Auslastung bringt, da sind manch andere neidisch. Unbehaglich wird mir nur bei dem Vorschlag der Coalición Canaria, man solle Ausländern den Besitz von Taschenrechnern verbieten...



Mittwoch 11.08.04 – 08:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 74 % Luftdruck 1019 hPa

Weinernte mit vielen Fragezeichen

Am Wochenende beginnt die Weinlese auf La Palma, traditionell sind die Weinbauern aus Mazo immer die ersten die damit anfangen, die kleinen Perlen der Verführung unter Dach und Fach zu bringen. Auf La Palma ist Weinernte keine Hauruck-Kampagne, sondern von August bis in den November hinein wird hier geerntet. Das hängt von den Sorten ab, aber hauptsächlich von der Höhenlage, auf der die Pflanzungen stehen. In einigen Lagen der Gemeinden Puntagorda, Tijarafe und Garafía wird Wein noch auf 1.200 Meter über dem Meeresspiegel angebaut. Mit der Ernte dieser Trauben schließt man dann auch die Kampagne ab und während die Weinbauern aus Mazo bereits den ersten Most probieren, stampft man im Norden noch die süßen Trauben.

Der heftige Calima Ende Juli hat aber auch den Weinanbau betroffen und deshalb hält man sich bedeckt, was Voraussagen über Menge und Qualität des Jahrganges 2004 betreffen. Der heiße Wind und die starke Hitze haben viele Weinfelder arg zerzaust und nun fürchtet man freie Bahn für Schädlinge wie die Essigfliege (Drosophila melanogaster), die ihrem Namen alle Ehre machen kann und wir wollten keinen Essig produzieren, sondern Wein. Immer präsent ist auch der Mehltau, die letzten Tage waren wieder sehr feucht und in einigen Regionen hat es sogar leicht geregnet, hervorragende Bedingungen für diesen gefräßigen Pilz. Man rechnet nicht damit, genauso viel ernten zu können wie im vergangenen Jahr, als man fast 1.6 Millionen Kilo Trauben verflüssigen konnte. Da sich die Anbaufläche von Wein auf La Palma in den letzten Jahren beachtlich erhöht hat, wollte man doch Jahr für Jahr eigentlich mehr Trauben ernten. Der Weinanbau gehört zu den wenigen landwirtschaftlichen Sektoren auf La Palma die Zuwächse vermelden konnten in den letzten Jahren. Wie viel Wein es 2004 geben wird und ob es ein guter Jahrgang wird, das ist noch nicht raus. Allerdings kann man jetzt schon sagen, dass er nicht billiger wird. Wenn die Winzer schon im August mit dem Jammern beginnen...



Dienstag 10.08.04 - 18:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 28 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71 % Luftdruck 1017 hPa

Etappensieg für die Zwergschulen

Das Erziehungsministerium hat nun angekündigt alle 43 ländlichen Schulen auf La Palma für das nächste Schuljahr zu belassen. Das ist ein klarer Erfolg der vielen Proteste gegen die angekündigte Schließung einiger dieser Einrichtungen. Allerdings gilt dieses Versprechen bislang nur für das nächste Schuljahr und dann werden die Diskussionen erneut aufflammen. Mal sehen wie lange wir uns diesen, zugegebenermaßen Luxus, noch leisten dürfen. Die Zwergschulen bieten zwei Vorschulklassen und dann den normalen ersten Zyklus bis einschließlich 4. Klasse. Im Durchschnitt sind in solchen Schulen an die 30 Kinder, verteilt auf die entsprechenden Jahrgangsstufen. Allerdings sind auch Schulen dabei, die weniger als 10 Kinder haben.

Es gibt zwei positive Aspekte dieser Schulen im Kleinstformat. Die, oder der Lehrer hat besten Überblick über die Leistungen der ihm anvertrauten Schüler und das über diese wichtigen Jahre hinweg. Der Kontakt zwischen Eltern, Mitschülern und Lehrern ist so eng und vertraut, dass kein Problem verborgen bleibt und man jederzeit regulierend eingreifen kann. Eine ganz wichtige Einrichtung sind aber diese Schulen für die dünn besiedelten Landstriche dieser Insel, die an enormer Landflucht leiden. Zwingt man nun die wenigen jungen Leuten dieser Regionen auch noch in die größeren Zentren zu gehen, dann vergrößert man das die Gefahr der Vergreisung dieser Zonen weiter.



Dienstag 10.08.04 - 08:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73 % Luftdruck 1017 hPa

Kunsthandwerk der Insel präsentiert sich in El Paso

Ab Mittwoch dem 11. August findet die 17. Kunsthandwerksausstellung der Insel in den Gebäuden der ehemaligen Zigarettenfabrik von El Paso statt und dauert bis Dienstag den 17. August. Wochentags von 17:00 bis 21:00 Uhr und am Sonntag von 11:00 bis 21:00 wird an über 100 Ständen alles nur Erdenkliche gezeigt, was auf La Palma unter den Begriff Kunsthandwerk eingestuft wird. Im Mittelpunkt steht dieses Mal die Seidenproduktion, eine Reminiszenz an den veranstaltenden Ort, El Paso. Das Seidenmuseum des Ortes verlegt in den Tagen der Ausstellung seine Vorführungen auf die Messe und jeder der das Museum bislang noch nicht besucht hat, sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Zeitgleich und im selben Gebäude wird auch die 9. Lebensmittelmesse der Insel stattfinden. Dort geht es um Käse, Wein, Süßigkeiten, Schnaps und andere Köstlichkeiten die auf der Insel hergestellt werden. Wer also genug vom Kunsthandwerk hat, der dreht sich eben mal um und lässt sich ein Glas Wein reichen, das ist doch auch ganz nah an Kunst und Handwerk. Nach der sehr erfolgreichen Ausstellung über Naturschutz vor zwei Monaten, ist es die zweite große Ausstellung in den Gebäuden der ehemaligen Zigarettenfabrik. Eher notgedrungen hat man sich dazu entschieden, diese riesigen Hallen auch für Ausstellungen zu nutzen, nachdem es nicht gelungen ist, dort neue und auch funktionierende Industrie anzusiedeln. Die Aussteller und das Publikum sind erfreut, Platz ohne Grenzen, um alles zu zeigen. Einigen Politikern muss allerdings ein kleiner Knoten im Hals wachsen. Da hat man vor Jahren extra ein kanarisches technologisches Institut gegründet, welches modere Industrie in das Gebäude locken sollte und nun steht da Solbeida und zeigt ihren 400 Jahre alten Webstuhl. Weit sind wir gekommen.


Solbeida mit 400 Jahre alter Technologie



Montag 09.08.04 – 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73 % Luftdruck 1015 hPa

Schwarze Tage für La Palma

Im Moment läuft es nicht rund für die sonst so glückliche Insel. Letzte Woche der Mord an Kiko, da gibt es noch einen Nachtrag. Die Polizei hat inzwischen einen dritten Mann festgenommen, der zwar nicht am Verbrechen selbst beteiligt war, den beiden Mördern allerdings Unterschlupf gewährte. Jetzt haben wir schon wieder einen tragischen Todesfall zu vermelden. Ein bislang noch unbekannter Mann um die vierzig ertrank am Strand von Puntagorda. Da es sich nach Aussagen der Polizei und der Rettungskräfte um einen Fremden mitteleuropäischen Typ handelt, vermutet man, dass der Ertrunkene ein Gast der Insel war.

Über den Unfallhergang weiß man gar nichts, als der Mann entdeckt wurde trieb er bereits hilflos im Wasser. Bis man ihn bergen konnte um mit der Reanimation zu beginnen, war der Mann bereits verstorben. Die Unfallstelle ist per Auto nicht zu erreichen, man muss viele Stufen bis zum „Hafen“ von Puntagorda steigen um dorthin zu gelangen. Man nennt diesen Ort im Volksmund auch den Strand der 500 Stufen. Dieser Strand ist eigentlich gar kein richtiger Strand, sondern eine große Steinplatte zwischen zwei großen Felsen. Obwohl keine große Brandung herrschte ist zu vermuten, dass tückische Strömungen den Schwimmer bald zum Ermüden brachten. Besonders die kleinen Buchten sind bekannt für gefährliche Strömungen, welche die Schwimmer in arge Bedrängnis bringen um nicht an die nahen Felsen geschleudert zu werden. Man kann immer nur wieder drauf hinweisen, nicht alleine und unbeobachtet baden zu gehen. Diese kleinen Buchten reizen verständlicherweise sehr, ein einsames Bad im Atlantik zu nehmen, aber bei Gefahr kann dann keiner helfen und bis Rettungskräfte an diese abgelegenen Stellen gelangen können, vergeht viel zu viel Zeit.



Montag 09.08.04 - 08:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 2 mm, Luftfeuchte 73 % Luftdruck 1015 hPa

Azorenhoch mit Disziplinproblemen

Gerade mal eine gute Woche her, dass uns das unerlaubte Entfernen dieses, für den ganzen Nordatlantik wetterbestimmende Hochdruckgebiet, den härtesten "Calima" seit zehn Jahren bescherte. Nun ist das Azorenhoch mal nicht nach Norden gewandert, sondern weit nach Westen, als wolle es die Wiedereröffnung der Freiheitsstatue nicht versäumen. Das hat Platz geschaffen für ein atlantisches Tief und es regnete gestern im Westen und Norden La Palmas sogar ein wenig. Durchaus ungewöhnlich für unser Sommerklima, aber auch keine Sensation.

Leider bringen 2 mm Niederschlag der gebeutelten Landwirtschaft keine Erleichterung, aber die Luft scheint frischer und sauberer zu sein als noch vor ein paar Tagen. Bis Dienstag oder Mittwoch bleiben wir weiter im Einfluss dieses, nicht sehr ausgeprägten Tiefdruckgebietes und ob es noch mal ein paar Tropfen aus den tief liegenden Wolken regnet, das bestimmen ganz lokale Bedingungen. Nach guten zwei Monaten ohne jeglichen Niederschlag hatten wir uns aber schon wieder daran gewöhnt alles draußen liegen zu lassen und diese sommerliche Nachlässigkeit bezahlt nun mancher mit unerwarteten Wasserschäden. Gefährlicher hingegen sind dann unsere Straßen, noch voller Staub vom vorausgegangenen Calima verwandelt so ein feiner Niederschlag unsere Fahrbahnen in wahre Rutschbahnen. Hochkonjunktur für die Reifenverkäufer, wer gestern noch mit seinen "Slicks" knapp an einem Blechschaden vorbeigeschlingert ist, der holt sich heute lieber neue Schlappen, die Rechnung geht wie immer ans Azorenhoch.



Sonntag 08.08.04 – 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71% Luftdruck 1015 hPa

Nicht jammern, arbeiten!

In diesen kurzen und knappen Satz könnte man das Interview mit Tomás Barreto zusammenfassen, welches er der Zeitung „Diario de Avisos“ zum Anlass seiner Wiederwahl als Präsident der Unternehmervereinigung La Palmas gegeben hat. Tomás Barreto ist nicht nur Chef der „Confederación de Pequeños y Medianos Empresarios“ (Cepyme-La Palma) auf La Palmas, sondern leitet auch die Spar-Läden auf der Insel und gehört damit schon zu den „Schwergewichten“. Hier nennt man Leute mit viel Einfluss „gente con peso“, also Leute mit Gewicht, das bezieht sich aber nicht auf eine eventuelle Leibesfülle. Politisch tritt der Mann nicht in Erscheinung, aber man hört ihm zu und nicht nur einmal hat Tomás Barreto mit einer zackigen Bemerkung Politiker zum Umdenken gebracht.

In dem Interview ruft er alle Gewerbetreibenden der Insel zu mehr Engagement auf, man soll nicht zu hause herumsitzen und darauf warten, dass unsere Probleme von außen gelöst werden. Dieser Schuh passt den Bananenbauern genauso wie vielen kleinen Betrieben, die es nicht geschafft haben neue Ideen zu entwickeln, um sich den verändernden Anforderungen des Marktes zu stellen. Ein permanentes Lieblingsthema Tomás Barretos ist die Aus- und Weiterbildung. Da hat La Palma großen Nachholbedarf und wenn es kaum Fachkräfte gibt, dann darf man sich nicht wundern, wenn diese von außen auf die Insel geholt werden. Im neuen touristischen Nutzungsplan sieht er auch gute Möglichkeiten für kleine und private Unternehmen, die im ländlichen Bereich Landwirtschaft und Tourismus miteinander verbinden können. Da mahnt er an, sich zusammenzuschließen und gemeinsam diese Möglichkeiten zu entdecken, anstatt dass jeder für sich sein kleines Süppchen kocht. Der Mann ist so was von vernünftig, der sollte eigentlich in die Politik gehen, das macht er aber nicht, er ist nämlich nicht nur vernünftig, sondern auch noch verdammt schlau.



Sonntag 08.08.04 - 09:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70% Luftdruck 1017 hPa

Der Hafen La Palmas bleibt weiter ohne internationale Bedeutung

Gerne hätte man hier auf La Palma gesehen, dass man unseren Hafen in Santa Cruz de La Palma mit einer Zollstation versieht, um endlich auch Schiffe aus nicht EU Ländern empfangen zu können. Bislang muss jedes Schiff aus Drittländern zuerst einen anderen europäischen Hafen anlaufen und dort die Formalitäten erledigen bevor es uns besuchen kann. Die Provinzregierung lehnt das Ersuchen der Inselregierung nun erneut ab, mit dem Hinweis der Aufwand dafür sei viel zu groß und es lohne sich schlichtweg nicht, weil kaum ein Schiff aus Übersee La Palma direkt anlaufen wird. Die Provinzregierung rechnet vor, dass man über 20 Mitarbeiter bräuchte um eine lückenlose Überwachung der Anlagen zu gewährleisten. Ganz zu schweigen von den bislang nicht vorhandenen Einrichtungen die allesamt neu errichtet werden müssten.

Der Einwand der Provinzregierung ist sicher richtig was Frachtschiffe anbelangt, es wird kein Schiff aus Übersee daran interessiert sein in La Palma zu verzollen, um dann weiter in anderen EU Häfen die Ladung zu löschen. La Palma hatte sich allerdings ein Geschäft erwartet von den Kreuzfahrern die aus westlicher Richtung die Kanaren anlaufen. Üblicherweise geben die Kreuzfahrttouristen im ersten Hafen den sie anlaufen das meiste Geld aus, um sich mit den hier billigeren Produkten wie Zigaretten, Parfum und Alkoholika zu versorgen. Das wäre ein hübsches Geschäft für die lokalen Anbieter gewesen, aber daraus wird nun nichts, den Reibach mit den Kreuzfahrern werden auch weiterhin die Städte Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria unter sich verteilen. Die Provinzregierung hat uns mal wieder zurück an unseren Platz geschickt, ganz hinten in die Schlange, um bloß nichts abzubekommen vom internationalen Kuchen.



Samstag 07.08.04 – 10:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 68% Luftdruck 1017 hPa

Der Mord an Kiko scheint aufgeklärt

Nach drei Tagen Schweigen der Polizei gaben die Behörden nun eine Pressemitteilung heraus, die das Geschehen wie folgt darstellt. Sonntagnacht befand sich Francisco Javier Díaz Hernández, von allen nur Kiko genannt, in einer Diskothek in Los Llanos und gegen 5 Uhr morgens beobachteten Passanten, dass Kiko eine handfeste Auseinandersetzung mit zwei Unbekannten hatte. Danach muss Kiko, freiwillig oder nicht, mit seinen beiden Begleitern noch in seinem eigenen Auto in Richtung Caldera de Taburiente gefahren sein. In der Gegend von „Cruz de la Viña“, nahe am Eingang zum Nationalpark geschah dann der Mord. Kiko wurde mit einem Stein der Schädel zertrümmert und seine beiden Begleiter schleiften den Toten noch 10 Meter von der Straße weg um den Leichnam zu verbergen. Danach nahmen die beiden Kiko sämtliche Gegenstände ab die er bei sich trug, fuhren mit dem Auto zurück nach Los Llanos, um es dort stehen zu lassen.

Kikos Wagen wurde bereits am Montagvormittag gefunden und sichergestellt und gegen Nachmittag fand man dann auch seinen Leichnam. Als es klar war, dass es sich um ein Kapitalverbrechen handelt, forderte man Unterstützung aus Tenerife an, unsere Polizei hat keinerlei Erfahrung mit Tötungsdelikten. Am Donnerstag konnte die Guardia Civil den ersten Verdächtigen festnehmen, einen 18 jährigen Venezolaner in dessen Geldbörse eine Kreditkarte von Kiko gefunden wurde. Nach langer Befragung gab er die Beteiligung an dem Mord zu und nachte auch Angaben über seinen Begleiter. Dieser, noch Jüngere Venezolaner, wurde Donnerstagabend festgenommen und gestand ebenso. In den Wohnungen der beiden fand man dann auch den Rest von Kikos Gegenständen und die Polizei übergab die beiden an die Zuständigkeit des Gerichtes.

Als Hintergrund für diese grausame Tat wird seitens der Polizei „sentimentale Probleme“ angegeben. Das soll umschreiben, dass Kiko irgendeine Beziehung zu den beiden hatte, ohne näher darauf einzugehen. Ursprüngliche Vermutungen in Richtung Drogen bestätigen sich damit nicht und so wird dieses Verbrechen noch unverständlicher. In den Tagen während der Nachrichtensperre über diesen, hier absolut nicht alltäglichen Fall, war von allen immer wieder ein Satz zu hören: Das waren keine von hier, so etwas macht man doch nicht. Die Tatsache, dass die beiden Mörder Venezolaner waren, gibt dieser Aussage trauriges Recht. Es wird nicht leichter werden jetzt, im ohnehin schon leicht angerauten Verhältnis, zwischen den Palmeros und den vielen Immigranten aus Venezuela.

Heute Abend gibt es keine neuen Nachrichten, wird fahren ein bisschen weg. An der Meldung von von oben gibt es eh genug zu kauen.



Freitag 06.08.04 - 18:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 68% Luftdruck 1015 hPa

Starke Inseln - schwache Inseln

Das Ungleichgewicht zwischen den großen, bei uns "kapitalen" Inseln genannt und den kleinen Inseln wächst weiter an. Das kanarische Statistische Institut (Instituto Canario de Estadística) hat nun die aktuellen Zahlen zum Arbeitsmarkt gebracht. Während auf Tenerife und Gran Canaria mehr Menschen eine entgeltliche Beschäftigung haben als noch vor einem Jahr, geht dieses Zahl auf La Gomera, El Hierro und La Palma zurück. Bislang konnten wir auf La Palma, trotz steigender Arbeitslosigkeit, die Zahl der Beschäftigten immer leicht anheben. Dieses "Kunststück" erreicht man, wenn die Zahl der aktiven Bevölkerung schneller ansteigt als die Zahl der Arbeitslosen.

Nun hat es sich aber ausgezaubert und mit nur noch 22.451 Beschäftigten, haben wir 652 Menschen weniger als noch vor einem Jahr, die Lohn erhalten oder Gewinne erwirtschaften. In dieser Zahl sind nicht nur die abhängigen Arbeitnehmer enthalten, sondern auch die Selbstständigen. Immerhin liegt die Quote derjenigen, die auf eigene Rechnung auf den Kanaren arbeiten bei 15%. Bei einer Bevölkerungszahl von an die 82.000, sind 22.450 Leute die das Geld verdienen müssen, nicht gerade eine beruhigende Basis. Unter diesem Missverhältnis von tatsächlich arbeitender Bevölkerung und der Einwohnerzahl leiden die kleinen Inseln aber schon immer. In den letzten Jahren gab es da allerdings eine kleine Verbesserung ins positive, nun schwingt das Pendel leider wieder in die andere Richtung.



Freitag 06.08.04 - 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 68% Luftdruck 1017 hPa

Die Tränen des heiligen Lorenzo

Irgendwie schaffen wir es immer einen Heiligen in Dinge zu verstricken die nicht rein weltlicher Herkunft sind. Was für die Astrophysiker banale Abfallprodukte eines Kometen sind, löst bei uns Ungebildeten wohligen Schauer aus, bis hin zu reinster Verzückung. Sternschnuppen, hier auch Sternenregen genannt, lassen sich auf La Palma bestens beobachten und in diesen Tagen weint San Lorenzo besonders heftig. Der Komet Swift-Tuttle hat seine Überbleibsel im Weltall liegen lassen und die Erde saust nun als gigantischer Staubfänger durch dieses galaktische Müllfeld. Jedes Jahr findet das Schauspiel statt, zwischen dem 17. Juli und dem 24. August kann man die Perseiden beobachten, so nennen die Wissenschaftler die Hinterlassenschaften des Kometen Swift-Tuttle.

Ob nun Tränen oder Weltraummüll, die Inselregierung lädt dieses Jahr zu Informationsabenden ein, die uns dieses Phänomen erklären sollen. Mit Unterstützung der Vereinigung der Astronomen La Palmas und gesponsert von einer lokalen Bank gibt es 2 Vortragsabende in der Zentrale der "Caja Canarias" in der Hauptstadt Santa Cruz. Am 9. und 10. August um 20:00 Uhr finden diese Informationsveranstaltungen statt und jeder Interessierte ist dazu eingeladen. Am 11. und 12. August verlegt man dann die Treffen nach außen und beobachtet gemeinsam die Tränen des Lorenzo am "Llano de la Venta", einem Aussichtspunkt zwischen San Isidro und dem Refugio El Pilar. Allerdings kann man die Perseiden auch ganz alleine zuhause angucken und wenn man nicht daran denkt, dass das einfach nur Kometenmüll ist, dann klappt das mit den vielen Wünschen auch besser.



Donnerstag 05.08.04 - 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 68% Luftdruck 1016 hPa

Kino am Strand von Los Cancajos

Freitag und Samstagabend kommt das Kino an den Strand von Los Cancajos, um jeweils 21:30 Uhr beginnen die Vorstellungen. Freitag gibt es den Piratenfilm "Fluch der Karibik" mit Johnny Depp, natürlich in der spanischen Version "Piratas del Caribe" und Samstag der Streifen "Días de fútbol" von David Serrano. So kann ich mir einen Sommer am Strand vorstellen, ein paar Freunde dabei, einen richtig schönen Film am Meer gucken und die Lambrusco Flasche kreisen lassen. Oh, pardon natürlich Teneguía oder Vega Norte von der Insel. Prima Idee von der Gemeinde Breña Baja, das kann Schule machen.

Das war aber noch nicht alles was am Wochenende in Los Cancajos geboten wird. Samstagvormittag lädt man zum gemeinsamen Strandputz ein, diese Aktion findet jedes Jahr statt und es kommen Jahr für Jahr auch mehr Leute. Schade dass ich Samstag früh immer keine Zeit habe, ich wäre so schrecklich gerne dabei gewesen. Nach dem fröhlich Aufräumen wird dann gemeinsam am Strand gespielt, Frisbee, Volleyball und was man sonst noch alles so auf heißem Sand machen kann. An der Stelle muss ich auch mal den Strand von Los Cancajos lobend erwähnen. Es ist der sauberste Strand der Insel und an den Zugängen kann sich jeder Raucher einen Aschenbecher in Form einer Eistüte von einem Gestell nehmen und hat dann keine Probleme, wohin mit der Kippe. Für Kinder gibt es ein Spielgerüst und Wellenbrecher sorgen dafür, dass meistens auch gebadet werden kann. Leider ist der Ort selbst nicht so berauschend, aber ein Strandbesuch dort ist allemal eine gute Idee.

Los Cancajos auf der Ostseite der Insel La Palma



Donnerstag 05.08.04 - 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 68% Luftdruck 1017 hPa

Mord auf La Palma?

Unter ganz mysteriösen Umständen wurde die Leiche eines 42 jährigen Mannes an der Zufahrt zur Caldera de Taburiente gefunden. Bislang gibt es nur Vermutungen, wie der Mann ums Leben gekommen ist, das Gericht hat eine Nachrichtensperre verhängt. Der Verstorbene, Francisco Díaz Hernández, stammt aus Los Llanos, ist geschieden und hat zwei Töchter. Seit Montag wurde Francisco als vermisst gemeldet und am Dienstag fand man seinen weißen Golf mitten in Los Llanos, mit Spuren von Blut an den Sitzen. Den Leichnam fand man jedoch fast 2 Kilometer entfernt am "Lomo de los Caballos" oberhalb der Stadt.

Trotz Nachrichtensperre oder vielleicht gerade deshalb, kursieren mehrere Versionen über den möglichen Ablauf der Ereignisse. Es wird berichtet, dass auch in einem Gewächshaus in Tazacorte Blutspuren entdeckt worden sind, die angeblich von Francisco stammen. Andere Quelle sagen, dass der Leichnam viele Verletzungen aufwies, die von Schlägen stammen sollen. Nachrichtensperre auf La Palma ist genauso als würde man sich selbst ein Geheimnis nicht verraten wollen und führt nur dazu, dass Phantasie und Neugier freien Lauf erhalten. Es deutet aber vieles darauf hin, dass der Mann einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist, auch die Tatsache, dass die Gerichte keine Auskunft darüber geben wollen. Mord hier auf der Insel ist etwas ganz seltenes, das gehört eigentlich nicht ins Repertoire der Palmeros. Wie gesagt, bisher alles nur Gerüchte und in ein paar Tagen wissen wir mehr.



Mittwoch 04.08.04 - 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 65% Luftdruck 1018 hPa

Lange nicht mehr über Golfplätze gesprochen

Fast schon hätte man meinen können die Politiker haben glatt vergessen, dass sie die Insel mit einem lückenlosen Netz von 4-5 Golfplätzen überziehen wollen. Falsch gedacht, die Gemeinde Los Llanos hat gestern in einer außerordentlichen Sitzung darüber beraten, welche Forderungen man an die Inselregierung stellt, damit man den neuen Ordnungsplan auch seitens der Gemeinde gut heißen kann. Der Golfplatz für Los Llanos war gar der Hauptgesprächspunkt und man will unbedingt erreichen, dass der Golfplatz für Los Llanos Priorität gegenüber den anderen Projekten erhält. Schließlich plant man seit 1987 diesen Golfplatz, da wussten andere Gemeinden noch gar nicht dass es einen solchen Sport gibt. Man hat auch schon das Gelände im Visier und eventuelle Promotoren.

Warum nun die Gemeinde Los Llanos so darauf beharrt ihren Golfplatz zu bevorzugen, ist ganz einfach. Der neue touristische Ordnungsplan spricht von 4 Golfplätzen, aber jeder weiß, dass das völlig unrealistisch ist, mehr als ein Golfplatz auf La Palma würde sich niemals tragen. Da die EU aber keine Subventionen für brachliegende Golfplätze bietet, (was für eine Frechheit, daran muss man noch arbeiten) hat man nun Angst gegenüber den anderen Gemeinden das Nachsehen zu haben. Auch das hat einen guten Grund, große Teile des vorgesehenen Areals für das Projekt "Aridane Golf" sind inzwischen zum Landschaftsschutzgebiet erklärt wurden. Bis man jetzt die geschützte Landschaft aus der Region von "Tamanca" wieder juristisch vertreibt, könnte eine andere Gemeinde bereits einlochen und damit die Wahrscheinlichkeit eines Golfplatzes für Los Llanos minimieren. Ich warte nur darauf, bis einer der hohen Herren auf die Idee kommt von einem Weltbiosphärenreservatsgolfplatz zu sprechen. Die Lächerlichkeitsskala ist nach oben hin offen.



Mittwoch 04.08.04 - 09:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 64% Luftdruck 1020 hPa

Innerkanarischer Flugverkehr fast wieder pünktlich

Mit der Inbetriebnahme der beiden neuen Radaranlagen bei "Pozo de las Nieves" und "Peñas del Chache", hat sich die Fliegerei zwischen den Kanareninseln wieder normalisiert. Wochenlang musste der Flugverkehr über den Kanaren stark eingeschränkt werden, während des Umbaus der zivilen Radaranlagen konnten die Controller nur auf militärisches Radar zurückgreifen und diese Anlagen sind eigentlich für andere Zwecke erbaut worden. Es kam zu stundenlangen Verspätungen, da man aus Sicherheitsgründen weniger Flugbewegungen zuließ als eigentlich erforderlich. Viele Verbindungen wurden sogar total gestrichen und manch einer verbrachte die Nacht auf einer andern Insel als geplant. Die Normalität kommt sogar schneller zurück als erhofft, laut "AENA" (Aeropuertos Españoles y Navegación Aérea), dem Betreiber aller ziviler Flughäfen Spaniens, haben die Techniker die beiden Radaranlagen in Rekordzeit errichtet.



Dienstag 03.08.04 - 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 63% Luftdruck 1019 hPa

Größter Trinkwasserabfüller der Insel pfeift auf das Weltbiosphärenreservatssiegel

Die Firma "Aguas La Palma S.A.", der größte Abfüller von Trinkwasser auf La Palma hat dem Konsortium des Weltbiosphärenreservates eine Absage erteilt, nein man sein nicht daran interessiert dieses Siegel zu erlangen. Seitens der Firma heißt es, man erwarte sich keine Verbesserung der Umsätze wegen dieses Hinweises und auch könne man die Preise mit dem Siegel nicht anheben. Allerdings sei diese Entscheidung nicht endgültig, falls irgendwann erkennbar ist, dass dieses Siegel einen größeren Bekanntheitsgrad erreicht, dann will man darüber erneut beraten. Außerdem kostet das eine Kleinigkeit, neben neuen Etiketten muss auch noch ein Beitrag von 3.000 Euro jährlich an das Konsortium entrichtet werden.

Die Firma Aguas La Palma S.A. hat ein ganz anderes heißes Eisen im Feuer, man hat die Zulassung beantragt, sich Mineralwasser nennen zu dürfen. Davon erwartet man sich viel mehr, als von einem unbekannten und auch umstrittenen Siegel. Im Konsortium des Weltbiosphärenreservates tut man sich schwer, allen Erwartungen und Hoffnungen der Produzenten hiesiger Waren gerecht zu werden. Da gibt es Streitigkeiten zwischen diversen Untergrüppchen von Interessensvertretungen die an Kleinbürgerei nicht mehr zu übertreffen sind. Da wollen zum Beispiel einige Ziegenkäseproduzenten andere nicht das Siegel tragen lassen, weil deren Ziegen zwar auf La Palma geboren sind, aber von einer ursprünglich aus Fuerteventura kommenden Rasse abstammen. Das ist keine Meldung aus dem Sommerloch, sondern leider Realität. Kein Wunder, dass es bei diesem fröhlichen Bauerngezänk anderen zu bunt wird und man lieber auf dieses Siegel verzichtet. Auch ohne den Hinweis kommt dieses Wasser ja aus dem Weltbiosphärenreservat La Palma und wenn erst mal Mineralwasser auf dem Etikett steht, dann kann man getrost auch auf dieses Siegel verzichten.



Dienstag 03.08.04 – 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 61% Luftdruck 1020 hPa

Erhöhter Stromverbrauch bringt den Energieversorger ins Schwitzen

Wer hätte das gedacht, La Palma konsumiert mehr Strom als früher. Für unseren einzigen Stromversorger, die UNELCO, scheint das eine richtige Überraschung gewesen zu sein. Mit einem Spitzenverbrauch von 41 Megawatt in der vergangenen Hitzewoche, arbeitete das Dieselkraftwerk nahe der Hauptstadt am absoluten Limit und das kann nicht lange gut gehen. (Außer bei Lance Armstrong) Trotz des jetzt gesunkenen Verbrauches, die Temperaturen liegen wieder im normalen Bereich, musste gestern der Energieversorger vorsichtshalber einige Gemeinden der Insel stundenweise aus dem Netz nehmen. Eine Turbine mit 12 Megawatt Leistung zeigte Ermüdungserscheinungen und musste abgeschaltet werden.

Betroffen von diesen Stromausfällen waren einzig Gemeinden auf der Ostseite, da hatte wohl einer Dienst der auf der Westseite wohnt. Immerhin hat man es damit geschafft einen Komplettausfall auf der ganzen Insel zu vermeiden. Allerdings zeigt das auf erschreckende Weise, wie dünn unsere Stromversorgung ist, wenn man den Ausfall einer einzigen Turbine nicht kompensieren kann. Die Politiker werden jetzt wieder empört Verbesserungen fordern, das machen sie seit Jahren, aber was schert das schon einen privaten Betrieb der eine Monopolstellung auf der Insel hat. Erst vor ein paar Monaten hatte man eine große Behelfsturbine von La Palma nach Fuerteventura verlegt, unter der Empörung aller Organisationen. Mit dem Hinweis, so viel Strom braucht ihr nie, hatte die UNELCO die Proteste ignoriert und lässt uns jetzt im Dunkeln stehen. Vielleicht lag es ja auch an uns, wir hatten gestern Waschmaschine und Geschirrspüler gleichzeitig laufen. Sorry, wird nie wieder vorkommen!



Montag 02.08.04 – 19:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 26 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 61% Luftdruck 1018 hPa

Da hilft auch die blaue Flagge nichts

Was sich in den letzten Jahren bereits angedeutet hat, wird nun noch eindeutiger, Puerto de Tazacorte hat als Badeort dem bislang dominierenden Puerto de Naos den Rang abgelaufen. Trotz der blauen Flagge, Naos hat eine bekommen und Tazacorte nicht, zieht es wesentlich mehr Leute in den Ort mit dem Fischereihafen, als nach Puerto de Naos. Obwohl es in Puerto de Tazacorte kaum Ferienunterkünfte gibt, lebt dieser Ort ab Nachmittag richtig auf und abends ist es schwer Platz zu finden in einem der vielen Restaurants. In Puerto de Naos hingegen herrscht eher lauer Betrieb, obwohl wir jetzt mitten in der Badesaison stecken.

Gründe für die Verlagerung nach Tazacorte gibt es mehrere. Einmal hat sich der kleine Ort hübsch gemacht, eine Promenade von einem Kilometer Länge lädt zum flanieren ein und seit dem der Wellenbrecher vor den Strand gebaut wurde, können im Sommer dort auch Kleinkinder relativ sicher den Atlantik genießen. Der starke Rückgang im internationalen Tourismus macht sich in Naos besonders bemerkbar, viele Apartments stehen leer und verbreiten eine unangenehme Stimmung, die für niemanden sehr einladend ist. Richtig schön war Puerto de Naos nie, dazu ist es viel zu schnell gewachsen, aber wenn selbst in der absoluten Badesaison Schattenplätze unter den Palme frei sind, dann sollte man sich Gedanken machen. Jetzt im August gibt es wenigstens noch Festlandsspanier und Leute von hier, die Naos etwas beleben, ab September wird es aber noch härter für den kleinen Ort und dann wird sich zeigen, ob das neue Hotel im Süden der Insel Puerto de Naos noch mehr Gäste abnimmt.



Montag 02.08.04 - 09:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 58% Luftdruck 1018 hPa

Die EU weist die kanarischen Regionalisten in ihre Grenzen

Auf den kanarischen Inseln gibt es, wie in vielen anderen spanischen Provinzen auch, eine starke regionale Partei, die mit ganz lokalen Themen äußerst erfolgreich auftritt. Zudem ist den Kanaren alles was in Madrid gebraut wird sowieso suspekt und da verwundert es wenig, dass mit ein paar markigen Sprüchen viele Leute für so eine Partei begeistert werden können. Wir sprechen über die Coalición Canaria, die in der Provinzregierung stark vertreten ist und bei uns auf La Palma die Inselregierung sogar in absoluter Mehrheit vertritt. Politisch steht die Gruppierung weder links noch rechts, es finden sich alle Farben in dieser lustigen Partei, die sich selbst die Nationalisten nennen. Mit eifrigem Übermut übersieht man gerne, dass die Kanaren keine Nation sind, sondern eine Region. Vielleicht hört sich das einfach zu klein an, aber feine Unterschiede waren eh nie die Sache der Coalición Canaria. Franz Josef Strauß hätte einen hervorragenden Vorsitzenden dieser Partei abgegeben, aber seinerzeit war er ja viel zu beschäftigt in einer anderen europäischen Region.

Gar nicht lange her, da hatten Abgeordnete dieser Partei angesichts einer drohenden Überbevölkerung der Kanaren gefordert, den Zuzug von Leuten auch aus den Ländern der EU zu begrenzen. Nun hat sich Brüssel gemeldet und diese Vorschläge radikal abgekanzelt, entweder EU, oder nicht. Die freie Wohnortwahl ist ein fundamentales Recht auf welchem die Ideen der EU basieren und daran gibt es nichts zu rütteln. Die Coalición Canaria hatte auf den Sonderstatus der Färöer Inseln, Monacos und Andorras hingewiesen, welcher auch den Zuzug von "comuntarios", wie man das hier nennt, begrenzt. Diese Regionen beziehen aber auch keine Fördermittel der EU und so sollte dieser wenig hilfreiche Vorschlag unserer Regionalisten eigentlich vom Tisch sein. Gerade die Coalición Canaria ist berühmt für eine feine Nase, wenn es darum geht, irgendeinen lohenden Subventionstopf der EU zu erschnüffeln. Klare Worte aus Brüssel und wenn ich mich richtig erinnere, dann hatte Zeus Europa in eine Kuh verwandelt und nicht in einen Löwen. Schade, sonst hätte man sagen können: Gut gebrüllt Europa !



Sonntag 01.08.04 – 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 59% Luftdruck 1017 hPa

Der erste Tag des August führt uns in die Wetternormalität zurück

Seit dem 24. Juli durchlebten die Kanaren eine der heftigsten Calima-Perioden der letzten 10 Jahre. La Palma traf es deshalb so heftig, da wir das Phänomen der Fallwinde haben, welche die Windgeschwindigkeiten auf ein Vielfaches erhöhen. Außerdem bauen wir auf der verhältnismäßig kleinen Fläche fast genau so viele Bananen an, wie der Rest des kanarischen Archipels. In eindrucksvoller Weise bestätigt sich da ein logischer Schluss, wo viel ist, kann viel kaputt gehen. Leider gibt unsere eigentlich sehr stabile Wetterlage nur trügerische Sicherheit, waren es in den letzten Jahren Sturmtiefs aus Südwest die der Landwirtschaft große Schäden zugefügt hatten, hat sich dieses Mal der „africano“ aus Osten mit Deutlichkeit zurück gemeldet. Selbst erfahrene und zuverlässige Leute mussten sich lange am Kopf kratzen um sich daran erinnern zu können, wann denn zum letzten Mal ein derart lang anhaltender Levante auftrat.

Ich glaube es ist 10 oder 11 Jahre her, ich nannte das seinerzeit das Wetter der fliegenden Melonen. Damals hatte ich eine Menge Galia-Melonen im Garten und am nächsten Morgen hatte der Nachbar unterhalb unseres Grundstückes die Melonen mitsamt der Pflanzen in seinem Garten. Der Nordostpassat ist nun seit 3 Tagen wieder zurück, hatte aber stark zu kämpfen, um das kontinentale Tiefdruckgebiet wieder in seine Grenzen zu verweisen. Erst heute spürte man wieder diese erfrischende Kühle des Passats und die Luft ist endlich wieder klar und ohne Staub. Die uns vertraute Bewölkung setzte ab Mittag wieder ein und wenn man nicht in den Garten sieht, dann ist es eigentlich wie immer.



Sonntag 01.08.04 – 09:30 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 53% Luftdruck 1017 hPa

Barlovento errichtet Campingplatz für Wohnmobile

Dabei geht es aber nicht nur um ein paar Stellplätze für diese rollenden Eigenheime, nein unsere nordöstlichste Gemeinde will den Urlaubern in Wohnmobilen auch richtigen Luxus bieten. Sauna und Jacuzzi soll es dort geben, für den Winter sicherlich eine tolle Idee, dort wo der Campingplatz entstehen soll, kann es im Winter bitter kalt werden. Außerdem plant der Architekt eine Cafeteria, einen kleinen Laden, eine Wäscherei und natürlich großzügige sanitäre Einrichtungen. Das ausgesuchte Areal liegt nahe dem Ausflugsplatz „La Laguna de Barlovento“, damit können die Besucher des Campingplatzes auch die Einrichtungen des Erholungsparks nutzen, sowie das nahe Restaurant. Hört sich alles ganz rund an. Allerdings erscheint mir eine Relation fragwürdig. Für ganze 25 Wohnmobile wird diese Anlage errichtet, zum kalkulierten Preis von 1,5 Millionen Euro.

Bislang gibt es auf La Palma noch keine derartige Einrichtung, so rechnet die Gemeinde Barlovento auch mit einem erfolgreichen Betrieb der Anlage. Wohnmobile und La Palma haben bis jetzt noch wenig gegenseitige Erfahrung knüpfen können, da es eigentlich im Moment noch gar nicht möglich ist, mit diesen Ungetümen auf der Insel das zu machen für was ein Wohnmobil konstruiert ist, herumfahren und dort bleiben wo man will. Rein theoretisch darf man mit seinem Caravan nicht auf öffentlichen Plätzen und Straßen übernachten. Aber dieses Verbot findet keine Anwendung, weil es niemanden interessiert wenn da mal eine Nacht ein Wohnmobil steht. Das klappt bislang, weil die Anzahl dieser touristischen Nomaden verschwindend gering ist. Es wird wohl eher die extrem teure Überfahrt mit der Fähre aus Cadiz sein, als das bislang fehlende Angebot entsprechender Infrastruktur. Manchmal sieht man so einen „Kompaktholländer“, aber eigentlich fällt der auch nur auf, weil er noch schlechter zu überholen ist, als ein Kleinwagen voller Urlauber.





Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel & Fax von Deutschland: + 34 922 497216
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Kanarische Ferienhäuser auf La Palma