La Palma Aktuell   Nachrichtenarchiv April 2016

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Dienstag 26.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 15,3 Grad


Ich mache eine Woche Urlaub!









Montag 25.04.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Als Cäsar sah, dass der Hafen voll war…..
Was machen wir nur mit Puerto de Tazacorte

Eigentlich monatlich hallt der Hilferuf aus dem Tal, gebt unserem neuen Hafen endlich einen Sinn. - Der Traum der Westseite, unabhängig von der "Alten Dame" Santa Cruz zu sein, sollte bereits vor über 10 Jahr wahr werden, als wir uns mit dem zweiten Hafenumbau bereits als Tor zur Welt verkaufen wollten. - Am Tag der Einweihung kam die finnische Kristina Regina, und ein paar Jahre später fuhr für zwei Sommer die "Volcán de Tauce" der Reederei Armas von El Hierro über Puerto de Tazacorte nach Santa Cruz de La Palma und von dort aus weiter nach Tenerife. - Diese Linie wurde als erfreulicher Beginn des Fährhafens Puerto de Tazacorte gefeiert, allerdings musste diese Linie subventioniert werden und brachte dennoch der Reederei nur Verluste ein. - Man braucht einfach keine Fährverbindung von El Hierro nach La Palma und auch keine von Puerto de Tazacorte nach Tenerife, denn von dort aus ist es fast zwei Stunden weiter, als von Santa Cruz de La Palma aus. - Dennoch hielt man hier, und ebenso die Europäische Union daran fest, dass wir gleich den dritten Hafenausbau brauchen, damit kämen dann Wohlstand und Arbeitsplätze nach Tazacorte, obwohl sich an der eigentlichen Situation, von der Westseite der Insel aus liegt kein Hafen, der angelaufen werden müsste, sich nicht geändert hat. - Ein paar Jahre später, und über 50 Millionen ärmer, (nicht alle, manche haben daran verdient), hat der Hafen von Puerto de Tazacorte nun zwei Molen, die aber auch keiner braucht, weil es nur in der Serie Lost gelungen ist, eine Insel zu drehen. - Ich erinnere mich allerdings noch, Pläne gesehen zu haben, in dem man, anstatt einer zweiten Mole eine einzige, aber viel längere in der dritten Umbauphase gezeichnet hatte, welche dann auch von der Länge her in der Lage wäre, Schiffe von heutigem Ausmaß sicher aufzunehmen. - Dass Fähr- und Frachtlinien kein Interesse an Puerto de Tazacorte haben, das scheint man inzwischen auch in der Hurra-Fraktion kapiert zu haben, so fordert man nun auf, kleine oder mittlere Kreuzfahrtschiffe nach Puerto de Tazacorte zu schicken, um endlich den erhofften Dynamisierungseffekt auch in der Gemeinde spüren zu können. - Zunächst fordert das natürlich der Bürgermeister der Gemeinde mit der höchsten Arbeitslosigkeit, gemessen an der Zahl der Einwohner, und natürlich ist das ein vollständig legitimer Wunsch eines Gemeindevorstehers.

Allerdings verwundert es, dass er von der Hafenbehörde dringend fordert, man solle doch eine Linie für kleine und mittlere Kreuzfahrtschiffe einrichten, damit der Hafen von Tazacorte endlich Nutzen für die Gemeinde bringen kann. - Bei allem gebührenden Respekt, das Gobierno de Canarias unterhält keine Kreuzfahrtschiffe und kann die Aidas auch nicht schrumpfen lassen und nach Puerto de Tazacorte beordern. - Was man zwischen den Zeilen lesen könnte, das mag eine Aufforderung zu Subventionen sein, dass man Reedereien mit fingierten Werbeverträgen doch das Anlegen in dem unglücklich positionierten Hafen schmackhaft machen könnte. - Da liegt dann der Unterschied zwischen legitimem Wunsch und ilegaler Konkurrenz, aber das hat der Bürgermeister auch gar nicht gesagt, sondern ist einem Konjunktiv aus Lebenserfahrung erwachsen und spiegelt natürlich nicht die Aussagen des Ortsvorstehers wider. - Auch fordert er von der Hafenbehörde, welche nicht auf La Palma liegt, sondern unter der zentralen Hand des Gobierno de Canarias liegt, sich doch aktiv um die periphere Nutzung des riesigen Hafengeländes zu kümmern, um mit Sportveranstaltungen, Konzerten oder anderen Aktivitäten des Hafen mit Menschen zu beleben.- Selbst ist der Mann, anderswo hat man dafür Bürgermeister und natürlich muss die Hafenbehörde zu alle Ja sagen was man da treiben will, aber die haben im Alltag nichts dagegen, dass dort Musik gemacht wird oder ein Sportwettbewerb stattfindet. - Darüber hinaus hat ja die Gemeinde mit dem Jachthafen bereits eine wunderbare Infrastruktur erhalten, denn bei aller Diskussion, wie viel Hafen denn auf der Westseite notwendig ist, der Jachthafen dort hat sich, nun doppelt geschützt und mit moderner Infrastruktur aufgerüstet längst zu einem begehrten Ziel von Atlantikfahrern konsolidiert. - Auch zeigen ja die Besuche von Schiffen wie der Alex2, der Lord Nelson oder der Alva aus Schweden, dass wir für kleine Schiffe durchaus ein Ziel sein können, aber die Erwartung, dass dieser Hafen der Westseite deutliche wirtschaftliche Impulse verleihen könnte, der bleibt im legitimen Begehren und nach einer sehr knappen kognitiven Hafenrundfahrt stecken.




Der erfolgreiche Teil des Hafens, Puerto de Tazacorte





Montag 25.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Beatrice Semm-Krygier

Isla Bonita --- und die Südostseite ?
3 Windräder sind genug für Tiguerorte!


Erst weckt uns jeden Morgen gegen sieben Uhr das Gepiepe der "palas" (Radlader) von der Mülldeponie.
Gut, gegen 21 Uhr ist dann, auch am Samstag, dort unten Feierabend.
Das Gestinke gibt es ja nur bei "besonderen" Windrichtungen.

Da sind die drei großen Windräder in Tiguerorte schon ein anderes Kaliber:
sie laufen und laufen, seit ca. 2002.
Durchgehend, Tag und Nacht, an sämtlichen Feiertagen, i m m e r.
Ständig ist ein starkes Rauschen zu hören, da hilft auch die 4-fach-Verglasung nicht viel.
Abstandsregelung? Ja, eigentlich schon, 200 m sagt das spanische Gesetz.
Gemessen zur Ortsmitte.
Die Lebensqualität der Anwohner dazwischen scheint nicht zu interessieren.

Aber jetzt reicht es uns:
Ein 4.Windrad soll kommen - arriba - noch näher zu den Häusern!
Und genauso hoch und groß wie die bestehenden!

Hörreichweite - wen kümmerts ? Schattenwurf ? Gesundheitliche Folgen ?
Gut, dass schon zwei Nachbarn in unserer Straße Hörgeräte tragen .....

Verstehen Sie mich bitte richtig:
Alternative Stromerzeugung für die Insel ist wichtig und begrüßenswert - aber, bitte, für die Ortsbewohner außer Hörweite! Es geht doch auch anders: Am menschenleeren "Cabra-Strand" existiert z.B. ein Windpark Nähe Leuchtturm.
Und selbstverständlich braucht La Palma eine EU-auflagengerechte moderne Müllentsorgung. Nur keine illegal errichtete Großsammelstelle, die leider immer noch am Landschaftsschutzgebiet ("Los-Morenos", Richtung Salemera) in Betrieb ist.
Hier haben die Anwohner wohl gerade einen Zivilprozess gegen die "Basura" gewonnen.

Sie teilen meinen Unmut? Und würden vielleicht eine "queja" (Eingabe) gegen das vierte geplante Windrad mitunterzeichnen? Über ein Feedback freue ich mich.
sk2016@t-online.de






Sonntag 24.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 20,3 Grad - niedrigste Temperatur 16,2 Grad

Auch Puerto Naos will wieder einen Deich
War da nicht schon mal was?

Natürlich, es lag sogar ein Projekt vor, noch vor der Umgestaltung der Uferpromenade hatte die Gemeinde Los Llanos den Auftrag gegeben, einen Deich ein paar Meter unter der Wasseroberfläche vor dem Strand von Puerto Naos zu zeichnen. - Das war noch vor der Krise, allerdings schickte man dieses Projekt seitens des Gobierno de Canarias mit dem Vermerk zurück, das könne man dort nicht machen, da das einzubringende Erdreich und das Gestein die nahe Marine Schutzzone bedrohen würde. - In wie weit das wirklich geschehen könnte, das wissen wir natürlich nicht, damals aber hielt man es für eine Schutzbehauptung, um diesen Deich nicht bezahlen zu müssen. - Mit diesem Deich wollte man den Strand von Puerto Naos schützen, da dieser im Winter oft wochenlang kaum zu nutzen ist, da der Seegang einen Badebetrieb nicht zulässt. - Darüber hinaus haben Winterstürme öfter bereits den gesamten Strand bedroht, viele der Kokospalmen verschwinden lassen und die Infrastruktur des Strandes zerstört. - Santa Cruz hat ja auch solch einen Deich knapp unter der Wasseroberfläche am neuen Stadtstrand und damit kann man wohl verhindern, dass hohe Wellen den Badebetrieb stören, herausragendes Beispiel dafür ist immer noch der Strand von Las Teresitas nahe der Stadt Santa Cruz de Tenerife. - Und auch der Stadtstrand Las Canteras von Las Palmas hat einen solchen Schutz, dort allerdings sind das natürlich vorgelagerte Felsen, welche diese Aufgabe übernehmen.

Jetzt stellt man seitens der Gemeinde dieses Projekt wieder als Tagesthema in den Raum und es ist ausgerechnet der neue Senator für La Palma, Mariano Hernández Zapata, von der Partido Popular, der dieses Projekt jetzt zu seiner Sache gemacht hat. - Mit der Küstenbehörde in Madrid hätte er bereits Kontakte aufgenommen, um die Gespräche darüber zu beginnen, aber das Gobinero de Canarias hätte gemauert und wolle wohl nichts von diesem Projekt wissen. - Das kann schon sein, da das Gobierno de Canarias von einem Pakt der Sozialisten mit der Coalición Canaria regiert wird und in Madrid noch die Partido Popular die Fäden zieht. - Allerdings müsste man sicherlich ein neues Projekt erstellen und dabei irgendwie die damaligen Bedenken der Regionalregierung verschwinden lassen. - Das kann sicherlich funktionieren, aber man befindet sich ja in Madrid auch gerade wieder in einer Regierungsbildung und es ist wohl anzunehmen, dass man ohne neue Regierung das Projekt des Deiches nicht verwirklichen kann. - Und wie soll das aussehen, der Deich soll ja verhindern, dass große Wellen an den Strand kommen und den Sand davonspülen. - Auf der anderen Seite sind aber diese großen Wellen ja auch nötig, den Sand zu bringen, und das wäre ja dann auch nicht mehr möglich. - Da steht auf der einen Seite der verständliche Wunsch der Gemeinde nach einem Strand, welcher ganzjahrestauglich und sicherer wäre, auf der anderen Seite ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor und darüber hinaus die Bedenken um die Belastung der Marinen Schutzzone und selbstverständlich auch des natürlichen Vorgangs des Einflusses der Wellen auf den Strand. - Na ja, vielleicht ist Mariano Hernández Zapata ja auch sonst nichts eingefallen, mit dem vom panamaischen Abgang seines großen Vorsitzenden José Manuel Soria ablenken konnte.






Sonntag 24.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Año bisiesto, dificiles doce meses para el cesto

Schaltjahr, zwölf schwierige Monate den Korb zu füllen. - Den Spruch kapiere ich überhaupt nicht, es scheint in Spanien eine Abneigung gegenüber Schaltjahren zu geben. - Ein Tag mehr oder weniger?





Bild von Richard Wurdel





Samstag 23.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 21,4 Grad - niedrigste Temperatur 16,8 Grad

Immer fest dran glauben
Man spricht zumindest wieder über die Fuente Santa

Zur Kur nach Bad La Palma. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da "kurte" man mehrmals während seines Arbeitslebens, inklusive Konzert, Schatten und Frankfurter Kranz. - Ich war nie auf Kur, Selbstständige sind selbst ständig dran Schuld, aber einen geraumen Lebenszeitraum mit Muße zu verbringen und sich dabei auch noch aktiv um seine Gesundheit zu kümmern, das kann doch nicht verkehrt sein. - Heute heißt das Wellness, die Kasse zahlt das nicht mehr und meist beschränkt sich das inzwischen auf intensive Wochenenden in Hotels, welche Wellness als Adjektiv zum eigenen Nutzen nutzen. - Früher war Kneipp und Fango, heute ist Spa und Tango und als touristische Destination kann man gar nicht mehr ohne Wellness-Faktor auskommen. - Es ist zwar nicht mehr unabdingbar, aber ein Thermalbad mit kurativen Wässerchen kann da durchaus gute Dienste leisten und wir haben doch solche eine touristische Attraktion noch in der Hinterhand. - Die Heilige Quelle, die "Fuente Santa", im Jahr 1677 von den Lavaströmen des San Antonio verschüttet, aber im Jahr 2005 von einem Team um den brillanten Ingenieur Carlos Soler wiederentdeckt. - Nicht erst seit dem träumt man hier auf der Insel manch warmen Traum von sprudelnden Quellen heilender Substanzen, welche sich in sprudelnde Einkommen verwandeln, nur hat der Homo bürokratikus zwischen die Quelle und deren Nutzung viele Behörden und lustige Pläne gesetzt, welche nach heutigem Stand eine gewerbliche Nutzung des heilenden Nass eigentlich gar nicht zulassen. - Küstenschutzgesetz und darüber hinaus liegt die "Fuente Santa" ja auch noch in der Zone des "Monumento Natural de los Volcanes de Teneguía" und die Statuten eines Naturmonuments lassen natürlich auch so etwas, wie eine schnöde gewerbliche Nutzung, grundsätzlich gar nicht zu. - Darüber hinaus streiten sich die Gemeinde Fuencaliente und das Cabildo Insular auch noch robust über die Federführung in Sachen Heiliger Bimbam, aber hier tendiert der Sinn und der Verstand einfach deutlich dazu, dass solch eine überregionale touristische Attraktion, wie das die einzige Thermalquelle der Kanarischen Inseln nun mal ist, nicht einer Gemeinde mit weniger als 2.000 Einwohnern überlassen werden kann. - Die Küstenbehörde könnte damit beruhigt werden, dass man die Infrastruktur des Thermalbades rückbaufähig projektiert, also theoretisch auch wieder abbauen kann, ohne Dynamit zu verwenden, und es gibt ja bereits nach einem internationalen Wettbewerb über einhundert Pläne für ein solches Bad, und eine Auflage war eben, auf die Möglichkeit eines Rückbaus zu bestehen.

Dann stehen gegen eine Nutzung eben auch noch die Auflagen eines Naturmonuments und schon länger beißen sich Generationen an Investoren und deren Steigbügelhalter die Fingernägel bei den Gedanken kurz, warum man denn unbedingt auf dieser Insel jeden Hügel und jede Bodenfalte zu einem Landschaftsschutzgebiet oder Monument erklären muss. - Die Inselregierung allerdings will nun die Regeln für das "Monumento Natural de los Volcanes de Teneguía" so weit ändern lassen, dass der Betrieb eines Thermalbades dort durchaus machbar wäre und hat einen Technikerstab den Auftrag gegeben, diese Nutzungsänderungen in ein Projekt zu fassen. - Eigentlich sollte doch niemand etwas dagegen haben, wir reden doch hier nicht von dem massiven Landverbrauch eines Golfplatzes, oder einer Autobahn durchs Weltbiosphärenreservat, sondern von einer Badeanstalt, die auch noch fast komplett im Berg verschwinden würde. - Aber Vorsicht, als langfristiger Beobachter unseres Planungsglückes und Geschickes wird mir bereits wieder mulmig bei dem Gedanken, wir hier auf der Insel könnten ohne judikatorischen Rückschlag einfach die Rahmenbedingungen für Natur- oder Landschaftsschutzräume ändern. - Gut, wir könnten vielleicht davon ausgehen, dass in dem Fall niemand gegen eine solche Änderung Klage erheben würde, denn solch eine Badeanstalt sollte doch eigentlich der gesamten Insel nutzen, aber wir dürfen dabei nicht den menschlichen Neidfaktor vergessen, denn sicher wird es irgendjemanden geben, der glaubt, man hätte die Rechnung zwar mit dem Wirt und mit dem Gast, aber ohne ihn gemacht. - Aber aus der Inselregierung kommen keine solchen warnenden Töne, sondern die feste Zuversicht, dass man bereits im Jahr 2017 mit neuen Rahmenbedingungen für dieses Naturmonument rechnen könnte, und damit den Bau eines Thermalbades angehen könnten. - Man weiß zwar dann immer noch nicht, wer das alles finanzieren und betreiben soll, aber man muss es ja zumindest erst mal möglich machen. - Dafür ist die Politik ja schließlich da und wer daran zweifelt, der soll sich auf Kur schicken lassen…




Carlos Soler, der Ingenieur, welcher die Quelle wiederentdeckt hat, schrieb auch ein Buch über die Bedeutung der Thermalquelle, aus der Zeit, als diese noch nicht verschüttet war.





Samstag 23.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 74 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Jens

Bergrennen zum Mirador El Time


Am Samstag dem 23. April findet das 33. "Subida El Time" statt.
Knapp 20 Rennwagen rasen im Kampf um die beste Zeit den Anstieg zum Mirador El Time hinauf.
Darunter viele seriennahe Tourenwagen von Citroen und Peugeot - aber auch einige Fahrzeuge mit puren Motorsportgenen wie Porsche 911 GT3, Escort Cosworth WRC und Mitsubishi Evo.

Die Siegerehrung findet wie jedes Jahr ab 14h in Tazacorte / El Puerto, nahe der Strandrestaurants, statt.
Dort können die Fahrzeuge auch "ruhend" im "Parc fermé" besichtigt werden.

Das Training findet am Samstag zwischen 8.30h und 10h statt,
der erste Wertungslauf zwischen 10.30h und 12h,
und der zweite Wertungslauf zwischen 12.30h und 14h.

Die Straße vom Mirador nach Tazacorte ist natürlich in dieser Zeit in beide Richtungen für Privatfahrzeuge gesperrt.

In den Pausen zwischen dem Training und den Wertungsläufen wird die Sperrung für jeweils 30 Minuten aufgehoben, und zwar zwischen:
10:00h - 10:30h, und 12:00h - 12:30h.

Nach Abschluss der Veranstaltung ab ca. 14h ist die Strecke dann beidseitig wieder für den privaten Autoverkehr geöffnet.









Freitag 22.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 21,9 Grad - niedrigste Temperatur 15,5 Grad

4.500 Läufer auf der Transvulcania können sich nicht irren
Aber ein bisschen irre sind sie schon…

So gerne ergehe ich mich nicht in Superlativen, kein Wunder, auf einer kleinen Insel im Atlantik ist alles herum so furchtbar groß. - Aber wenn wir über das Ereignis Transvulcania sprechen, dann kommen wir um Superlative im Maßstab unserer Insel nicht umhin. - Wobei, setzt man immer unseren eigenen Maßstab an, dann wird alles Kleine groß, und/oder umgekehrt und wie komme ich jetzt aus der Eso-Kiste wieder raus? - Man nennt das auch betreutes Schreiben, haben Sie sich auch noch nichts davon gehört, ich aber schon. - Eben gerade. - Lassen wir die Leute wieder laufen und wenn wir das Wort Transvulcania in den Mund oder sonst wo hin nehmen, dann meint jeder natürlich sofort diesen Ultramarathon von 74,3 Kilometer über die Vulkane der Insel von der Südspitze nach Los Llanos. - Aber diese Strecke steht nicht alleine für die Transvulcania, denn das Fest, und ich versprechen Ihnen, das ist ein Volksfest, das geht über mehrere Tage und beginnt bereits einige Tage vor dem großen Rennen. - Insgesamt gibt es sechs Modalitäten, und eben nicht nur diesen Extremlauf mit über 8.000 zu überwindenden Höhenmetern rauf und runter, sondern es gibt auch noch einen Halbmarathon, von Fuencaliente zum Refugio El Pilar und einen echten Marathon, vom Refugio El Pilar hinauf zum Dach der Insel und der Lauf endet dann in Puerto de Tazacorte. - Diese Läufe finden am 7.Mai statt, und zusätzlich auch noch das "Hikers Meeting", also für die Fußkranken oder normalen Menschen, und die laufen auch am 7. Mai, allerdings gehen die anstatt zu laufen und diese Veranstaltung führt den Weg von der Wallfahrtskirche Virgen del Pino hinab nach Los Llanos, und als Ziel dient das archäologische Museum. - Aber das war noch nicht alles, was wir zu bieten haben, am 5. Mai bereits findet der "vertikale Kilometer" statt, also 1.000 Höhenmeter auf so wenig Wegstrecke wie möglich, und hier bietet sich natürlich die Strecke von Puerto de Tazacorte hinauf zum El Time an und genau dort findet dieser Wahnsinn auch statt, allerdings noch weiter hoch, bis zum "Torre del Time" auf 1.160 Meter Höhe und das nach 7,6 Kilometer Wegstrecke. - Nur wenige der Favoriten auf den Sieg des Ultramarathons starten hier, das sind Spezialisten, welche diese "Sprintstrecke" den Weg hinauf machen, die anderen bereiten sich auf den Ultra- oder den normalen Marathon vor und kommen wohl um das Volksfest dort unten in Puerto de Tazacorte zu erfahren, welches rund um den Start dort gefeiert wird. - Überhaupt, auch die Teilnehmer und Veranstalter sind jedes Mal wieder begeistert, wie direkt und kräftig die Bevölkerung die Läufer und diese gesamte Show unterstützen, die Transvulcania ist längst ein Stück palmerischer Gesellschaft und wird von den Leuten hier auch als "Unseres" angesehen.

Am 6. Mai sind nun die "Kids" die Protagonisten, die laufen diverse Wegstrecken ab und bis zum Refugio El Pilar, die Jahrgänge von 1997 bis 2009 zeigen sich hier und auch das "Geschäft" wird ernst genommen. - So kommt es eben, dass weit über 4.500 Teilnehmer auf der Transvulcania ihre Kräfte messen, meist mit sich selbst, und der Ultramarathon ist mit 1.800 Teilnehmern auch das Rennen mit den meisten Teilnehmern. - Am Start gibt das immer Probleme, auch wenn man inzwischen den Start von Ultra- und Halbmarathon weit entzerrt hat, und der Marathon sowieso am Refugio startet. - 1.800 Läufer in der Dunkelheit an der Südspitze auf die Vulkane zu schicken ist eine heikle Aufgabe und leider kommt es auch immer wieder, gerade auf den ersten Kilometern, zu Stürzen. - Daher verbietet nun der Veranstalter auf dem ersten Rennabschnitt die Benutzung von Stöcken, die dürfen erst ab Los Canarios verwendet werden, wer dennoch welche mitnehmen will, der muss diese gut verschnürt auf dem Rücken tragen. - Diese neue Reglung gilt sowohl für den Ultra, welcher um 06:00 Uhr startet, wie auch für den Halbmarathon, der um 07:30 Uh startet. - Gut verständlich diese Reglung, Sicherheit geht über alles und so hat man auch die Versorgungsstation am Pico de la Nieve wieder eingeführt, nachdem es bei der vergangenen Ausgabe des Ultramarathons von vielen Läufern negativ beanstandet wurde, dass zwischen dem Refugio El Pilar und dem Pico de la Cruz eine zu lange Wegstrecke ohne Verpflegung liegen würde. - Der offizielle Veranstalter, hier das Cabildo Insular, hat dort auch einen Fehler zugegeben, man habe die Wegstrecke falsch vermessen und es ist doch gut, wenn man Fehler eingestehen kann und diese dann eliminiert. - Es sind ja auch bereits wieder neue Leute am Werk, die Inselregierung hat inzwischen gewechselt, aber der eigentliche technische Veranstalter ist ja jedes Jahr der gleiche. - Aber trotz dieses sehr großen Erfolges, welche diese Veranstaltung für die Insel mit sich gebracht hat, bleibt doch immer noch die Gefahr, dass politische Interessen an dem Ereignis zerren. - Auch kann man nicht glücklich sein mit der Suche nach den Hauptsponsoren, letztes Jahr "Plátanos de Canarias" und in diesem Jahr die Reederei Armas, das sind lokale Größen und geben in keiner Weise den internationalen Stellenwert eines Rennes wie die Transvulcania wieder. - Wer tritt da mal an Red Bull heran und befreit uns aus dem lokalen Mief von Bananen und Fährschiffen?

Dass ich aber auch immer einen faulen Zahn finden muss… Dabei sollten wir uns doch einfach zurücklehnen und genießen, denn dieses internationale Sportereignis hat La Palma in den Kreisen der Ausdauer- und Extremsportler deutlich berühmt gemacht. - Auch das Argument, die kommen nur für zwei, drei Tage her und sind dann wieder weg, das greift nicht mehr, denn viele Läufer kommen lange vor dem Rennen, oder sind sogar das Jahr über auf der Insel um zu trainieren, und die kommen auch nicht alleine, sondern mit Partner und Familien und vervielfältigen damit die, fast immer positiven Nachrichten um den sportlich so interessanten Hintergrund La Palma. - Auch sind es die Sportler selbst, Anna Frost, deutliche Favoritin bei den Frauen, nachdem leider Emelie Forsberg sich bereits im Winter so heftig verletzt hat, dass sie nicht an der Transvulcania teilnehmen kann. - Sollte sich Anna Frost in Normalform befinden, dann wird sie wohl keine Gegnerin finden können. - Bei den Männern nennt man auch einen Namen fast als Abonnement, Luis Alberto Hernando, auch weil Kilian Jornet und Dakota Jones leider im Teilnehmerfeld fehlen. - Kilian Jornet steckt noch im Wintersport und stößt erst später in die Läuferszene vor und warum Dakota Jones dieses Jahr nicht antritt, das wissen wir nicht. - Als Gegner könnten die beiden Franzosen Sylvain Court und Xavier Thévenard in Frage kommen, beiden gelang es im vergangenen Jahr Luis Alberto Hernando mal in einem Rennen zu schlagen, allerdings zählt natürlich bei Luis die Erfahrung in Sachen Transvulcania als weiterer Vorteil für ihn. - Auch weder dabei sind Andy Symonds aus England und Sage Canaday aus Oregon, beide bereits mit Podiumserfahrung auf dem Ultramarathon hier auf La Palma. - Warum es immer wieder heißt, Sage Canaday sei aus Kanada, und Dakota Jones aus einem der Dakotas, und nicht aus Wyoming, wie es richtig heißen müsste, schieben wir mal ins weite Reich der phonetischen Unschärfetheorie. - Und alles ist Volksfest, auch schon Tage vorher, und in Los Llanos steppt nicht erst am 7. Mai gleich eine ganze Bärenfamilie, sondern bereits ab dem 4. Mai, denn an dem Tag beginnt die "Feria del Corredor". - Das hat natürlich richtig was mit Geschäft zu tun, viele Stände, meist geht es irgendwie um Sport- Fitness und alles was sich irgendwie dafür hält, aber man sieht auch die ganzen Stars dort noch ohne Roten Teppich und wer das richtige Shirt anhat, der kann so tun, als wäre er ein Läufer und nicht nur einer, der vom Schlafzimmer aufs Sofa und zurück kommt. - Man sollte es gesehen haben, La Palma außer Rand und Band, das heißt Karneval, Bajada und Transvulcania. - Und wer hat´s erfunden? - Julio Cabrera, bei den meisten noch robust in Erinnerung, mal als Superrat der Inselregierung unter Guadalupe Taño, meist aber als schlechtester Tourismusrat fast aller Zeiten. - Der hatte halt das Pech, genau in die Krise hineinwerkeln zu müssen, aber bei aller Kritik seinerzeit, er hat dieses Spektakel nach La Palma geholt, welches seinerzeit viele für zu groß, oder gar für unmöglich auf der Insel hielten. - Auch wenn es fast weh tut, aber dafür hat er einen Chapeau verdient!




Links Kilian Jornet, dieses Mal nicht dabei, in der Mitte Luis Alberto Hernando, Sieger 2014 und 2015 und rechts Sage Canaday, Dritter 2014.





Freitag 22.04.2016 07:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 74 % - Luftdruck 1018 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Antes son mis dientes, que mis parientes

Zuerst kommen meine Zähne, dann meine Verwandten. - Hier mal was ganz ehrliches. - Zuerst brauche ich was zu beißen, danach kümmere ich mich um die anderen und dieser Spruch wirbt für pragmatischen Egoismus.





Bild von Wolfgang Hempel





Donnerstag 21.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,8 Grad

Der Unvollendete
Vamos a la playa? - Aber wann?

Die einzigen, die abgeliefert haben, waren die Holländer mit ihrem Schiff "Volvox Atalanta". - 740.000 Tonnen Sand hat der "Fliegende Holländer" in nur fünf Wochen vor die Hauptstadt gekippt und damit sogar mehr Sand angekarrt als bestellt und auch noch schneller als vorausgesagt. - Und da liegt der Sand nun, seit November 2014 und eigentlich sollte es bereits seit Jahren regen Strandbetrieb geben, aber es kommt halt immer was dazwischen. - Der neue Stadtstrand von Santa Cruz de La Palma war das einzige Großprojekt, welches während der Krise aufgelegt wurde und man brüstete sich in Madrid mit breiter Brust, dass man diesen Strand auch gegen die regionale Politik der Kanaren durchziehen wird. - Hier auf den Kanaren bildete sich ein Pakt aus Coalición Canaria und den Sozialisten, ganz im Widerspruch zur absoluten Mehrheit der Partido Popular in Madrid. - Es ist nie klug, gegen absolute Mehrheiten angehen zu wollen und in dieser Geschichte liegt auch bereits der Grund für die erste Verzögerung beim Bau des Stadtstrandes. - Madrid baut den Strand, die notwendige Verlagerung der Abwasserleitungen sollte das Gobinero de Canarias übernehmen, damals sprach man von 2 Millionen Euro, welche das kosten sollte. - Aber die Regionalregierung weigerte sich das Geld zu schicken, aus Protest gegen die Sparmaßnahmen der Zentralregierung, man hätte so viel weniger Geld bekommen für Investitionen, dass man nun diese 2 Millionen für das neue Abwassersystem in Santa Cruz nicht mehr aufbringen könnte. - Mindestens anderthalb Jahre verlor man in diesem blödsinnigen Streit und als man sich dann endlich einig wurde, erkannte man, dass man das neue Knödelpumpenhaus mitten auf den Kreisverkehr am Hafen projektiert hatte. - Jeder, der aus dem Süden in die Stadt kommt, oder als einer der vielen hunderttausend Kreuzfahrtgäste aus dem Hafen in die Stadt treten würde, stieße zu allererst auf das Pumpenhaus, in dem die gesamten Abwässer aus Santa Cruz umgewälzt würden. - Und wenn Techniker tausend Mal sagen, das riecht nicht und man hört auch nichts, tausend und ein Mal glauben wir das nicht und es ist irgendwie einfach nicht gelungen, eine solche Anlage auf dem meistgenutzten Kreisverkehr der Stadt zu erstellen.

Weitere anderthalb Jahre brauchte man nun, einen alternativen Standort zu finden, wobei so ziemlich alle Ämter und Behörden mit an bis zur Unfähigkeit grenzender Langsamkeit vorgingen. - Schließlich schaffte man es, das neue Pumpenhaus steht nun hinter der Hafenmole, wenn man nicht weiß, was es ist, dann interessiert das wohl auch niemanden und von mir erfährt niemand ein Wort… Inzwischen hat die Inselregierung die Kosten übernommen, und warum das neue Pumpenhaus ein Vielfaches von dem kostet, welches das ursprüngliche Projekt kosten sollte, das weiß ich nicht wirklich, aber irgendjemand will doch auch daran verdienen. - Inzwischen ist das Pumpenhaus fertig und in den kommenden Tagen könnte man das auch in Betrieb nehmen, und die alte Pumpstation, welche am unteren Ende der Avenida del Puente liegt, dann endlich abschalten. - Die muss ja weg, weil man dort genau einen der Zugänge zum Strand machen will und überhaupt, das riecht dort immer so komisch und das will man doch den Strandbenutzern nicht zumuten. - Also alles Lot, vor ein paar Wochen noch war man zuversichtlich, den Stadtstrand endlich in diesem Sommer in Betrieb nehmen zu können, aber nun kommt das nächste Problem. - Der nördliche Damm scheint nicht ausreichend bewehrt zu sein, und man will dieses strukturelle Problem damit lösen, in dem man weitere, und besonders größere Betonquader zum Schutz des Deiches ins Wasser bringt. - Dennoch will das Ministerium in Madrid den Stadtstrand im momentanen Zustand bereits an die Stadt übergeben. - Das aber lehnt man vorsichtshalber seitens der Gemeindeverwaltung ab, denn man fürchtet damit natürlich, dass dann weitere Verbesserungsaufgaben dem Stadtsäckel Falten bescheren könnten. - Auch auf die Gefahr hin, den Strand in diesem Sommer wieder nicht nutzen zu können, fordert man Madrid nun auf, alle noch fälligen Arbeiten zu Ende zu bringen und dann erst würde man die Verantwortung für den Strand auch übernehmen. - Wie lange das nun dauern kann, bis der nördliche Damm so weit verstärkt ist, dass die Techniker dann damit zufrieden sind, das wagt niemand mehr vorauszusagen. - Kenner meinen eh, für diesen Sommer sei es bereits zu spät, denn es fehle ja noch die gesamte Infrastruktur des Strandes, und um die müsse die Stadt sich ja kümmern. - In ein paar Tagen ist bereits Mai und dann ist der Sommer doch auch schon da und noch steht kein Eingang, im südlichen Teil muss der Sand noch geschoben werden, es fehlen Toiletten, Duschen und alles, was wir von einem Strand so gewohnt sind. - Aber eigentlich braucht man sich doch in der Hauptstadt nicht zu grämen, man hat doch eh einen Strand, sogar mit Blauer Flagge, den Strand von Bajamar. - Allerdings liegt der bereits auf dem Gemeindegebiet von Breña Alta, vielleicht stört das ja die Hauptstädter so eindringlich.




Keine Ahnung, was das ist...




Noch steht ein Baukran, aber Madrid will den Strand bereits übergeben





Donnerstag 21.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser

"Ciclo de Cámara" in der Alten Saline am Cancajos


Am Freitag, 22. April, 20 Uhr, findet das nächste Konzert im Rahmen des "Ciclo de Cámara" in der Alten Saline am Cancajos statt.

Mit "Volkstümlichen Bildern" wollen uns Arantza Aguirre und Carlos Rivero - Akkordeon und Cello - gute Musik nahe bringen, Schönheit, die unser Geist in diesen Tagen besonders braucht.
Gespielt wird wie immer in der Alte Saline am Cancajos, ein Ort, der vom Duft und vom Geräusch des Meeres erfüllt ist.

Der Konzertzyklus vereint Kraft und Zauber in sich und erzählt von Kunst, ja Kunst - eine Notwendigkeit in unserem technisierten Leben.
Die Musik am Cancajos erwartet euch. Wir hoffen, dass ihr, die Empfänger auf dieses Angebot antwortet.

Wie immer ist diese Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Ayuntamiento Breña Baja und unter der Leitung und Organisation von Seca Herrera.

Freitag, 22. April, 20 Uhr, Alte Saline Am Cancajos - "Volkstümliche Bilder"

Wir danken dem Amt für Kultur und Tourismus des Ayuntamiento Breña Baja sowie dem Verein der Unternehmer in Breña Baja, die diese Veranstaltung unterstützen.






Mittwoch 20.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 26 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Der Burn-out-Pino
Erst kam die Kiefer, und dann die Jungfrau

Oft stellt man ja die Frage nach dem Ei und der Henne, oder was davon zuerst war. - Im Fall des bekanntesten Baums der Gemeinde El Pasos, oder gar der ganzen Insel stellt sich diese Frage nicht. - Ganz einfach, der "Pino de la Virgen" also die Kiefer der Jungfrau ist über 800 Jahre alt, die spanischen Erboberer aber erst gute 500 Jahre und eben einem solchen "conquistador" hat sich die Marienerscheinung, die "Virgen del Pino" gezeigt. Es mag Bäume geben auf der Insel, die werden häufiger fotografiert, wie zum Beispiel die schiefen Drachenbäume von Puntagorda, aber es gibt keinen älteren, und auch wohl keinen emblematischeren Baum auf der Insel, als die mächtige Kiefer unterhalb der Cumbre Nueva in El Paso, in welcher spanischen Soldaten kurz nach der Eroberung der Insel eine Jungfrauengestalt erschienen ist. - Der Baum ist deutlich über 800 Jahre alt. - Wissenschaftler der polytechnischen Universität haben diese Kiefer oberhalb El Pasos sogar als älteste Kiefer des kanarischen Archipels bestimmt, allerdings nicht als höchste oder umfangreichste, das steht Kiefern auf Gran Canaria zu. - Aber das Alter alleine reicht noch nicht aus, diesen Baum derart wichtig zu machen, nicht nur für die Stadt El Paso, sondern für die gesamte Insel. - Das liegt natürlich an der Jungfrauenerscheinung und an der Lage, denn diese Kiefer liegt genau unterhalb des Passes "El Reventón", welcher früher der meist benutzte Weg von einer Inselseite zur anderen war. Wer nun mühsam mit seinen Waren, oder beladen mit "Codeso" (Drüsenginster) als Tierfutter endlich den Weg über den Pass geschafft hatte, der labte sich im Schatten der damals schon mächtigen Kiefer und dankte der Marienstatue dort für die glückliche Reise, oder bat darum, falls er gerade auf dem Weg von West nach Ost war. - "El Paso" heißt ja auch "der Weg" und das kommt ganz klar davon, dass man dort eben, als es noch keinen Tunnel oder eine Südverbindung gab, den Weg von einer Seite der Insel auf die andere anging. - Die Gemeinde verehrt den Baum sehr, ebenso natürlich die Mariengestalt und alle Generationen von "Pasenses" sind immer wieder zu dem Baum gepilgert, wenn man sich ganz bestimmte Dinge gewünscht hat. - Ob man nun den richtigen Mann finden wollte, gesund werden, reich, oder endlich die lästigen Pickel loswerden, das alles hat die "Virgen del Pino" meist schnell und effektiv für einen erledigt, zumindest erzählt man das so und viele glauben immer noch dran. - Auch heute noch gibt es viele private und kleine Prozessionen dorthin zur Wallfahrtskirche, die inzwischen dort neben dem Baum errichtet wurde. - Und alle drei Jahre wird die Jungfrauenfigur in einer der größten Wallfahrten der Kanarischen Inseln auch in den Ort getragen, und das mit der Größe, das bezieht sich auf den viele Kilometer langen Tross an Prunkwagen, welche dann an dem großen Tag die Jungfrau in die mehrere Meilen entfernte Gemeinde begleitet.

Aber die Kiefer ist krank, oder zumindest angeschlagen und man kann im Grunde die Gemeinderatsuhr danach stellen, jeder neue Gemeinderat lässt ein Gutachten zur Baumgesundheit erstellen und jeder neue Bürgermeister macht sich Sorgen, aber wirklich Hand angelegt wird nicht. - Man hat den Stamm auf über 3 Meter Höhe eingegraben, als man den Vorplatz der Wallfahrtskirche vergrößert hat und nun geht man davon aus, dass der Stamm im eingegrabenen Teil verschimmelt und damit dem Baum deutlich Stress bereitet. - In der Tat reden die Fachleute von Stress für den Baum, also nach 800 Jahren Burn-out, man könnte damit auch sagen, hat sich eigentlich ganz gut gehalten. - Durch die Vergrößerung des Vorplatzes der Kirche gelangt der Baum auch schlechter an Wasser und Nährstoffe und man sollte eigentlich den Vorplatz wieder wegnehmen und den Raum rund um die Kiefer renaturieren.- Warum das nicht schon längst gemacht ist könnte man fragen, denn ich erinnere mich an viele kluge Fachleute, welche diesen Vorschlag bereits gemacht haben und da liegt das sicherlich an den Kosten, welche die Gemeinde gerne von sich schieben will. - Da könnte es gut helfen, dass man Ende 2014 den Baum zum "BIC" (Bien de Interés Cultural - Kulturerbe) erklärt hat. - Damit könnte man die anfallenden Kosten, und die wären wohl nicht gering, an das Gobierno de Canarias weiterreichen, denn diese Korporation hatte sich ja von der Gemeinde davon überzeugen lassen, dass dieser Baum weit über die Interessen der Gemeinde hinaus reicht. - Konkrete Maßnahmen und wann und wie das zu geschehen hat sind noch nicht raus, aber man sollte sich nicht allzu viel Zeit lassen, denn man kann schon klar erkennen, dass die Kiefer über die letzten Jahre sehr gelitten hat.




Um 1890, Aufnahme zur Verfügung gestellt von der "FEDAC" (Archivo de Fotografía Histórica de Canarias)




Pino de la Virgen im Jahr 2008




Im Jahr 2014 und man kann hier gut erkennen, dass links oben ein Ast völlig kahl geworden ist, und der Baum überhaupt deutlich weniger Nadeln hat, als noch vor ein paar Jahren





Mittwoch 20.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Antes de te cases, mira bien lo que haces

Bevor du heiratest, betrachte gut was du machst. - Diese Warnung kennt man ja in vielen bunten Farben. - Große, oder meist lang nachwirkende Entscheidungen sollte man halt besonders gut überlegen.





Bild von Richard Wurdel





Dienstag 19.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 20,6 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad

Feuchte Träume am kanarischen Kamin
Das mit der Kniescheibe und der Buttermilch

Man kann es machen, man kann es aber auch sein lassen. - Ab wann man das Zusammentreffen von mehreren krawattierten Herren bereits eine Denkfabrik nennen will, das muss ich wohl der Textilindustrie überlassen. - Viele gescheite Leute und Runden haben sich über Jahrzehnte darum bemüht, wie man denn diese kleine Insel im Atlantik volkswirtschaftlich über die Runden bringt. - Dabei steht die Worte eigenständig oder autonom schon lange nicht mehr zur ehrlichen Diskussion, seit dem Statistiken und deren Gegenbeweise relativ frei für Jedermann einsehbar sind, kommen auch immer weniger nobelpreisverdächtige Vorschläge. - Nilbuntbarsche in den Bewässerungstanks für die Bananen, Topless Autowäscherinnen an den Tankstellen, Gofio gegen den Hunger in Afrika oder Nato-Stützpunkt für Einsätze in Westafrika. - (Fehlt nur noch der passende Krieg!) - Gut, viele Ideen traue ich mich hier gar nicht zu schreiben, Sie könnten über uns lachen, vieles gehört auch in die Rubrik am 1. April kommen wir darauf zurück, aber so ab und zu wirft man uns dann wieder ein Leckerli zu, und wir nehmen das gierig auf. - Manche Pressefritzen drücken das unverdaut einfach wieder zurück aufs Papier, oder dessen digitales Pendant, und vielleicht muss man das auch so sehen, wäre der lustige Türke mit der Humorphobie hier am Drücker, dann wäre ich längst auf der Pyrenäenroute mit einem Merkel-Sticker am aufgeklebten Revers. - Das ist das Schöne an echter Offenheit und Demokratie, man darf nicht nur puren Mist erzählen, sondern alle dürfen sich auch darüber lustig machen, zumindest wenn sie es überhaupt kapiert haben.

Es gibt hier auf der Insel eine recht einflussreiche Vereinigung der Gewerbetreibenden und die wissen, dass nicht nur der Rubel rollen muss, sondern auch der Käse zum Bahnhof. - Und wenn man keinen Bahnhof hat, dann nimmt man einen Hafen und erinnert sich daran, dass nichts einträglicher ist beim Warenverkehr, als der Handel mit den Waren. - Der Vorschlag, der nun unterbreitet wird, klingt zunächst bestechend, man solle aus dem Hafen Santa Cruz de La Palma einen "HUB" machen, also eine Drehscheibe, und von La Palma aus die beiden noch kleineren Inseln La Gomera und El Hierro versorgen. - Bisher geschieht das über die Häfen von Santa Cruz de Tenerife und Los Cristianos im Süden der größten der Kanarischen Insel und dieses Geschäft, also die Lagerung und den Umschlag dieser Waren, will man hier nach La Palma holen. - Verständlich ist das, ich würde auch gerne die UNO nach La Palma holen, noch lieber als die FIFA, aber bislang fährt überhaupt kein Schiff von La Palma nach El Hierro und von Tenerife nach La Gomera sind es auf dem Schiff knapp über eine halbe Stunde, von La Palma aus nach La Gomera allerdings gute zwei Stunden mit dem schnellen Schiff und über 3 Stunden mit der normalen Fähre. - Das ist allerdings nur ein Teil des schildbürgerhaften Versuches, mehr Anteil am Handel zwischen den Inseln zu haben, denn die Schiffe mit der Fracht für La Gomera, El Hierro und La Palma, die würden ja dennoch zunächst nach Tenerife fahren, denn alleine mit Waren für die Leute auf den kleinen Inseln kommt kein Containerriese nach La Palma. - Dann müsste man den Kram für La Gomera und El Hierro nicht nur auf La Palma umladen, sondern vorher auf Tenerife auch schon, dann nach La Palma schicken und von dort aus wieder Schiffe auf die anderen Inseln. - Und darüber hinaus, unser Hafen unterseht der Autorität der Hafenverwaltung der Provinz Santa Cruz de Tenerife und niemals werden dort solche Aufgaben an andere Häfen delegiert, damit man selbst an Umsatz und Einfluss verliert. - Es gäbe dann auch nicht nur die Insellage, und auch die doppelte Insellage, (erst Tenerife und dann La Palma) sondern auch noch die dreifache Insellage, denn bis dann die Waren auf El Hierro ankommen, muss man bereits drei kanarische Häfen bemühen. - Das ist ähnlich prickelnd wie die Idee eines Fracht- und Fährhafens bei uns auf der Westseite der Insel, denn Tenerife liegt auf der anderen Seite der Insel. - Mir fällt dabei immer ein Spruch meines Vaters ein, oder seiner Generation, der schlug bei völlig sinnlosen Ideen einfach vor, man könne sich auch ein Loch in die Kniescheibe bohren und Buttermilch durchgießen.




Im Frachthafen von Santa Cruz de La Palma





Dienstag 19.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Claudia Gehrke

Wir verlegen ja sehr unterschiedliche Bücher, neben den Büchern zu La Palma allgemeine Literatur und noch viel mehr. Momentan sitze ich am Layout eines Buches, das gar nichts mit La Palma zu tun hat. Doch auf einmal schob sich die Insel in dieses Buch! In dem Buch geht es um lesbische Frauen (ich bin sicher, auch lesbische Frauen lesen den schönen Blog von Mathias Siebold.) Nach La Palma reisen ja alle Varianten von Liebespaar- und Familien-Konstellationen, Patchwork, Regenbogen, "klassische" Mann-Frau-Kinder-Familien. Schönheiten und Probleme im Ehealltag, erotische Abenteuer und Liebessehnsüchte lassen sich orientierungsübergreifend wiedererkennen. In der aktuellen Ausgabe "Mein lesbisches Auge 16", ein Buch, das aus Sachtexten, Kurzgeschichten, Gedichten und Bildern zusammengesetzt ist, haben wir darüber hinaus anlässlich der Nummer "16" das ganz allgemeine Thema , wie Frauen sich mit 16 gefühlt haben: "sweet sixteen" - oder doch eher "sad sixteen"?).

Zurück zu La Palma: In einer Erzählung (von Gesine Carl) geht es um eine Frau, die Hagenbecks Tierpark besucht. Dort gibt es in einem Aquarium eine Muräne. Zitat: "Seit mindestens fünf Minuten starre ich sie ununterbrochen an. Wie gebannt stehe ich vor der Glasscheibe, und ich bin nicht die Einzige, die dieser Faszination des Grauens erliegt. Nirgendwo drängeln sich so viele Besucher wie vor diesem Aquarium, dessen Informationstafel darüber Auskunft gibt, dass hier eine Muräne lebt. (Oder vielleicht sollte ich besser "residiert" sagen.) "Krasses Vieh", bemerkt ein Jugendlicher, und ein älterer Herr mit Brille kommentiert: "Der Stoff, aus dem Albträume sind." Leider verschweigt das Schild am Aquarium den Namen dieses Prachtexemplars, aber wahrscheinlich wäre er für alle anderen Besucher auch uninteressant. Für mich hingegen ist dieser Name der einzige Grund, weshalb ich heute hier bin: Die Muräne heißt nämlich Rebecca."
Rebecca heißt eine Ex-Freundin der Protagonistin, die sich ähnlich verhielt wie die Muräne.

Ich kommunizierte während des Layoutprozesses mit Regina Nössler, der Autorin des La-Palma-Thrillers "Wanderurlaub". Regina schlug vor, dass wir ein Muränenbild in den Text stellen könnten, und fragte dann, ob es im Meer um La Palma Muränen gäbe. Natürlich hätte ich bei Wikipedia nachsehen und Bilder finden können.
Aber nein. Ich blätterte nach dem Gespräch mit Regina Nössler durch die Seiten von Mathias Siebold auf der Suche nach den schönen Unterwasserbildern von Herbert Schaar. Davon gibt es viele, jedes Mal ein Genuss.
Und tatsächlich: Darunter fand sich auch eine Muräne! Sie sieht äußerst brutal aus!

Claudia Gehrke




Hier die gemütliche Variante, aber Claudia hat schon völlig recht, meistens sehen diese wundersamen Kreaturen ziemlich brutal aus. - Bild natürlich aus der Serie von Dr. med. Herbert Schaar





Montag 18.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 20,5 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

14 Millimeter Glückseligkeit
Ansonsten, nur Gerüchte

So lieben wir den Regen. - Nachts, dann am Morgen wieder Sonne und mit 14 Millimetern war das schon mal richtig brauchbarer Niederschlag und die Natur wird es uns in den kommenden Tagen sicherlich hier im Aridanetal danken. - Es hat hauptsächlich bei uns im Westen geregnet, nur ein bisschen auch im Osten, kein Wunder, war das doch ein kleiner Tiefausläufer und die kommen eben bei uns eigentlich generell aus dem Westen. - Der gefürchtete Wind war nur nachts eine Weile spürbar, heute läuft alles wunderbar am Flughafen, der Spruch, niemals regnet es zur Freude aller könnte heute mal Pause machen, denn so gönnen uns auch die Feriengäste mal Niederschläge, wenn morgens dann alles wieder vorbei ist. - Auch wenn es im Moment so aussieht, dass kein weiterer Regen fällt, es kann durchaus bis mindestens morgen Abend wohl noch zu weiteren Niederschlägen auf der Westseite der Insel kommen, wir gierigen Landbefeuchter haben einfach noch nicht genug.

Lidl, San Martín, Hiperdino, Mercadona und wer uns nicht alles noch die Speisekammer vollstellen will. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es überhaupt keine Supermärkte auf der Insel, lediglich die Spar-Läden sorgten für so etwas wie moderne Lebensmittelläden und kurzzeitig auch mal COOP. - Dann aber kamen die Supermärkte, allen voran der San Martín, zunächst in El Paso, dann aber auch in Los Llanos, Santa Cruz, in Breña Alta, später dann kamen noch die Hiperdinos dazu und schließlich öffnete auch noch der Lidl seine Pforten und es heißt, die wollen sogar noch einen zweiten Markt aufmachen, in Los Llanos am Busbahnhof. - Heißt es, denn spätestens seit dem auch noch erzählt wurde, Mercadona, ein weiterer spanischer Discounter wolle auch zwei Läden auf La Palma aufmachen, kocht es in der Küche der Gerüchte und was daraus mal werden soll, das weiß niemand so genau. - San Martín heißt ja inzwischen Hipercentro und das wäre eine, relativ kleine balearische Kette, allerdings führt der Markt auch Eigenmarkten der "Unagras" Gruppe, hinter welcher die "IFA" steckt. - Wie da die Zusammenhänge sind, das weiß ich nicht eingehend, nicht mal die Angestellten blicken da komplett durch. - Aber es fällt doch auf, dass die Non-Food-Abteilung deutlich leer wirkt, es gab rabattierte Abverkäufe von vielen Produktgruppen und auf irgendetwas scheint mal zu warten, bloß auf was? - Hier nun setzt die Gerüchteküche vollends ein, es heißt, die kanarische Hiperdino wolle die balearischen Hipercentros der Insel übernehmen und zugleich hätte man auch den Standort erworben, wo oberhalb El Pasos der Mercadona (Valencia) einen seiner Märkte hinstellen wollte.

Alles nur Gerüchte, sagen Sie nicht, der Siebold hätte gesagt, der hat nur gerüchtet, und keiner weiß, wie denn die Kriegskassen der drei spanischen Ketten gefüllt sind und ob sich Lidl davon beeindrucken lässt. - Wohl eher nicht, die machen so ganz ihren eigenen Kram, ziemlich erfolgreich sogar, allerdings kann ich nicht vorrechnen, ob man denn mit einem zweiten Laden in Los Llanos sich nicht die Kunden selbst wegnimmt, denn es fahren immer kolonnenweise die residentialen Teutonengruppen zum gemeinsamen fröhlichen Heringssalatkauf von West nach Ost. - Nicht als Gerücht erscheint, der San Martín in El Paso könnte schließen, daran glaubt keiner, denn der Laden läuft ja gut, nicht vielleicht wegen der hervorragenden Auswahl oder der knapp kalkulierten Preise, aber der Laden ist super bequem und nicht nur ich behaupte, der San Martín (Hipercentro will einfach keiner sagen) ist lebenswichtig für den Ort El Paso, ohne die Sogwirkung des Ladens und vor allem der Parkplätze könnte El Paso deutlich an Gewicht verlieren. - Darum zittern ja auch die Geschäftsleute des Ortes, wenn sie das Wort Umgehungsstraße hören, denn führt erst eine Straße an der Innenstadt vorbei, dann fahren die Leute ohne Halt gleich weiter nach Los Llanos, Tazacorte oder in den Norden, ohne in El Paso Geld los zu werden. - Ich bin gespannt, was aus diesen Gerüchten wird, für uns ist nur wichtig, welcher Laden das richtige Katzenfutter verkauft. - Alles nur Gerüchte, Aldi und Tengelmann haben die Insel noch nicht entdeckt, die sind gleich weiter nach San Borondón und beglücken dort die Borondiner.




Heute früh, Wolke auf der Ostseite





Montag 18.04.2016 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 14 mm - Luftfeuchte 94 % - Luftdruck 1012 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Antes que el deber está el beber

Vor der Pflicht kommt das Trinken. - Hoffentlich sind keine Jugendlichen anwesend. - Trinkspruch der robusten Art, man kennt das allerdings auch anders herum, dass erst die Pflicht kommt, und dann der Feierabend.





Bild von Wolfgang Hempel





Sonntag 17.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 17,3 Grad

Mit der Notrutsche vom Elfenbeinturm
So nebenbei erzählt

Elke war da. - Elke ist die Heilpraktikerin, welche unsere Mia dazu gebracht hat, nicht mehr zu markieren. - Da ich ja nicht annehme, dass Sie diese Seiten das erste Mal aufschlagen, muss ich bitte nicht wieder die gesamte Geschichte erzählen. - Vorsorglich hat sie ein paar Schlangengiftglobuli dagelassen, falls Mia wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen könnte, aber bislang scheint da alles ganz gelassen zu sein. - Nur Paul wollte nun auch solch außergewöhnliche Aufmerksamkeit, dem fehlt zwar nichts, außer einer gewissen Trägheit, welche Katzen mit zwölf Jahren schon mal an sich haben können, aber er bestand darauf, auch was aus dem Zauberkasten mit den kleinen Reagenzgläschen zu bekommen. - Sollte sich das herumsprechen, unter unseren sieben Katzen, und jede ihre persönliche Dröhnung Globuli fordern, weil man das unter modernen Hipsterkatzen nun so macht, dann wird es höchste Zeit, mal was über Felinterror oder Globulimie beim Schulveterinär zu erfragen. - Der erzählt mir dann, wenn du dran glaubst, dann wird deine Katze gesund und wenn du nicht daran glaubst, dann wahrscheinlich auch, weil deine Katze es merkt, dass du dir besondere Mühe mit ihr gibst. - Vielleicht brauchen wir eher einen "Personal-Trainer" für unsere verwöhnte Katzenbrut, oder ich schlucke in Zukunft Globuli und lasse daran glauben. - Sag´ mal Elke, gibt es auch was gegen Coalición Canaria und AFD, oder nur für? - Sie können sich sicher vorstellen, dass es für Heilpraktiker bei uns nicht ganz einfach ist, ohne vorher Aspirin genommen zu haben, aber ich kann Ihnen versichern, Avon-BeraterInnen und Zeugen Jeweiß nicht mehr von wem, nur die haben es noch viel schwieriger bei uns, als Elke mit den Kügelchen… Aber es wirkt, nein, nicht Avon oder die Zeugen, sondern Mia markiert nicht mehr und wir, also die Katzen und die beiden Hilfskräfte, wir haben Elke längst ins Herz geschlossen, glauben zwar weiterhin, entgegen aller Beweise, nicht wirklich an irgendwas, aber dafür an nette Menschen und das heilt auch in der Praxis…

Neulich, Kneipengespräch. - "Sie, sie sind doch der Siebold!" - Leugnen hilft meist nichts, also durch. - "Nehmen Sie eigentlich auch diese Kügelchen, von denen Sie da schreiben?" - "Nein, ich nehme die nicht, ich markiere ja auch nicht gegen die Küchenwand und den Toaster!" - "Glauben Sie denn wirklich an den Mist mit den Kügelchen?" - "Nein, ich glaube nicht daran, aber meine Katzen schon!" - "Sie wollen mich doch auf den Arm nehmen!" - Ganz gewiss nicht, aber meine Katzen schon!" - Es ist oft einfacher, über Politik zu reden, da glaubt längst keiner mehr an irgendwas, obwohl gerade dort heftigster Glaube angesagt wäre. - Allerdings sieht man das den Leuten von außen gar nicht an. - Grünkonservative Pädagogen mit silbernem Schopf, manche verwegen die letzten vier Sprossen zu einem angedeuteten Zopf geflochten, und zwingend Funktionskleidung, aber in Pastelltönen. - Sandalen tragen die nicht mehr, wenigstens das hat sich herumgesprochen, und genau das scheint die allererste Zielgruppe für einen aktiven Urlaub, aber man kann nicht so richtig in die Leute hineingucken, ob die denn noch Humor und Glauben besitzen, oder sich selbst ernster nehmen, als ich das mit meinereinem jemals machen könnte. - Aber mein Haupt silbert ja inzwischen auch nach, nur bin ich nicht grünkonservativ, sondern rotunorientiert, und seit dem meine Töchter meine Kleidung aussuchen, funktioniert die auch, ohne Funktionskleidung zu sein. - Und gerade merke ich, dass ich Sandalen trage, wie konnte das denn passieren? - Nicht nur die Globalisierung, sondern auch die Globuli polarisieren, und dabei gehen uns oft zuerst die Vokabeln, und später auch die Phantasie aus, denn Glauben müssen gibt es genau so wenig wie Wissen müssen. - Ich würde gerne glauben können, würde ohne zu zögern mein Wissen dafür hergeben und manchmal glaube ich, Elke hat in jedes dritte Glas Vega Norte ein kleines Kügelchen gegeben und wenn ich nur wüsste, wie sie das gemacht hat… - Nun glauben Sie doch nicht alles was Sie lesen, schon gar nicht am Sonntagabend! - Und Trixi und Reimund haben völlig recht, die Natternköpfe (Hier der Rosa-La Palma Natternkopf, Echium wiltpretii trichosiphon, auf Tenerife gibt es einen Rot-blühenden) blühen jetzt schon wieder unterhalb des Roque de Los Muchachos und wer das unaussprechliche Glück hat, auf dieser Insel zu sein, der muss sich nicht mit den Bildern zufrieden geben, sondern fährt da einfach hoch!















Sonntag 17.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Joša Medved

Yoga für alle


Was ist Yoga?
Mit meinen 55 Jahren lief ich schon mit Krücken wegen mächtigen Schwierigkeiten in der Wirbelsäule. Ich musste mich entscheiden: Entweder die Operation, nach der ich den Rest meines Lebens als Behinderter leben müsste, oder aber die Gründe erkennen, die mich in meine Erkrankung geführt hatten und entsprechend mein Leben total verändern. Ich entschied mich für ein 40-tägiges Fasten um meinen Körper zu reinigen, veränderte meine Ernährungsweise in eine natürlichere, entledigte mich vom ganzen Stress und fing an mit Yoga. Aber ich merkte schon bald, dass Yoga nicht nur aus körperlichen Übungen besteht, sondern viel, viel mehr bedeutet.
Nach und nach brachte ich mein gesamtes Leben in Ordnung. Ich lernte, dass ich nicht nur einen physischen Körper besitze, so wie ich zuvor gedacht hatte und mit dem ich mich identifizierte. Das ist lediglich mein "Fahrzeug". Die eigentlichen Schwierigkeiten begannen schon viel früher in meinem emotionalen Körper, wo ich also die Probleme lösen musste. Wegen der Blockade in meinem emotionalen Körper wurde auch der Energiefluss in meinem energetischen Körper blockiert; demzufolge fehlte "Benzin in meinem Motor" und folglich blieb auch das "Fahrzeug" stehen. Aber: woher die Probleme in meinem emotionalen Körper? Aus den falschen Denkmustern in meinem mentalen Körper. Also musste ich zuerst diesen meinen "PC" gründlich reparieren. Meine Aufgabe war nicht nur fasten und mein Gedärme spülen, sondern gründlich aufräumen auch den ganzen angesammelten Müll in meinem mentalen und emotionalen Körper. Endlich kapierte ich, dass als einziger "Kapitän" dieses "Bootes", der in der Lage ist, alle anderen Körper, einschließlich sich selbst zu kontrollieren, mein spiritueller Körper in Frage kommt - oder besser gesagt, meine Seele als der individuelle Teil des Universalgeistes. Genau dies symbolisieren auch die zwei, in der Yogapose vereinten Finger: Der Zeigefinger und der Daumen.

Wer bin ich?
Als "Nebenprodukt" des soeben beschriebenen Prozesses konnte ich auch die Antwort auf diese sehr wichtige Frage finden. Und so merkte ich, dass ich einfach derjenige bin, der diese ganzen Körper beobachtet und auch alles, was in mir und um mich herum geschieht. Aber ich merkte auch, dass gerade das Erwachen des Bewusstseins der Schlüssel zur Lösung meiner Aufgabe war und dass allein das Beobachten nicht ausreicht. Zunächst also beobachten und richtig sehen, die Ursachen erkennen und verstehen, dann tätig werden und zum Schluss die Erfahrungen sammeln. Genau das ist auch der eigentliche Sinn meines Lebens. Klar, es gibt auch einen bequemeren Weg, der zuerst mit dem Glauben beginnt. Aber auch dieser Weg führt weiter über verstehen, wissen, sich entscheiden und tätig werden um zu erfahren. Wenn ich aber einmal die Erfahrung habe, brauche ich doch nicht mehr nur zu glauben. Nun glaube ich nicht mehr an Gott, weil ich einfach die Erfahrung machte, dass er wirklich existiert und dass ich ein Teil von Ihm bin. Und wozu sollte das alles dienen? Die Antwort war sehr einfach: anstatt nur glauben, lieber selber gestalten, da ich ja selber der Gestalter meines Lebens sein kann. Das Gefühl bei dieser Entdeckung war grandios. Mit meinem neuen Bewusstsein kann ich also fast alles was mir gefiele, auch selber gestalten. Und es hat sich in meinem weiteren Leben auch bestätigt, dass ich wirklich in der Lage bin, viele Erfahrungen zu machen, die fast an Wunder grenzen. Das Erwachen und wach, aufmerksam, präsent, gut mit mir selbst und mit meiner Umgebung verbunden zu bleiben, sind Synonyme für mein individuelles Bewusstsein, als Bestandteil des universellen Bewusstseins.

Welchen Sinn hat mein Leben?
Als ich alles Beschriebene gelernt hatte, erhielt ich auch die Antwort auf diese ewige Frage. Wenn mich nicht mehr meine Emotionen kontrollieren und auch nicht meine falschen mentalen und Verhaltensmuster und wenn ich auch nicht mehr zulasse, dass mich andere Leute oder gar Umstände kontrollieren würden, dann bin ich also frei wie ein Vogel im Himmel. Und was mache ich nun mit meinem Leben? Wofür bin ich da? Nur zum Fliegen und Singen? Wenn also meine Seele gleichzeitig auch ein Teil des universellen Geistes ist, den man auch universelles Energie- oder Informationsfeld nennt (empfehle das Buch "The Field), dann dienen alle meinen Erfahrungen auch dazu, dieses "Universallager von allen Erfahrungen" zu bereichern. Sie alle fließen während meines Lebens und auch bei meinem Tode da hinein - also kann es mir auch nicht egal sein, mit welchen Erfahrungen ich teilnehmen werde und wie ich mein Leben führe und beende. Darüber wurde ich mir noch mehr im Klaren, als ich vor Kurzem die Meditation Za-Zen kennenlernte, die genauso wie Yoga lehrt, dass die einzige reale Zeit genau dieser Moment ist in welchem ich lebe, das hier und jetzt. Der Rhythmus und die Qualität meines Lebens veränderten sich. Mit meinen 77 Jahren wurde alles zu einer wundervollen Erfahrung. Alles ist so, wie es sein muss. Meine Wertvorstellung hat sich komplett verändert: Es sind nicht mehr das Haus, das Auto, das Geld, die Familie, sonders sind es das Bewusstsein, die Harmonie, die Freiheit, die Liebe und die Freude. Es ist auch nicht mehr so wichtig für die unmittelbare Erfahrung, wie ich über etwas denke, sondern was ich dabei fühle. Wenn ich den unmittelbaren Kontakt herstelle mit "Wie fühle ich mich?", oder "Welche Gefühle habe ich in dem einen oder anderen Körperteil?" oder "Wie fühle ich mich wenn ich dies und jenes gestalte?", dann entsteht im gleichen Moment ein guter Energiefluss zwischen dem, was ich bin und allem in mir und um mich herum. Mein Mental allein ist nicht in der Lage, sich gleichzeitig mit mehreren Sachen in Verbindung zu bringen - das kann nur meine Seele, für die Zeit und Raum nicht existieren.
Das ist es auch, was ich in meinen Yogastunden vermittele und deswegen sind diese Stunden auch gratis, weil ich durch das Geben gleichzeitig auch bekomme.
Die Philosophie von Yoga ist sehr einfach: Wenn ich ein klares Ziel vor Augen habe, dann werde ich dieses Ziel auch erreichen, ohne zu forcieren, nach dem Motto: Ein Tag ein Millimeter, zehn Tage zehn Millimeter...





Yoga für Alle

Einsteigerkurs - Gratis

Jeden Mittwoch 20:00 - 21:00 Uhr
Casa de la Cultura, dritter Stock Los Llanos
Joša Medved, 685951043

Asanas de Hatha Yoga, Atmung, Entspannung

Bringen Sie bitte ihre eigene Matte mit

Joša Medved, April 2016




Samstag 16.04.2016 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 23,4 Grad - niedrigste Temperatur 16,8 Grad

Wochenendsammelsurium
Letzte Hoffnung auf Regen im April?

In der Nacht von Sonntag auf Montag hoffen wir hier im Tal noch mal auf ein bisschen Regen, danach kommt wieder Hochdruck und wir fürchten, dass der April keine weitere Chance erhält, uns noch das ersehnte Nass zu bringen. - Ein Tief zieht nördlich über uns hinweg und vielleicht streift uns ein Ableger und daraus könnte, neben heftigem Wind, auch ein bisschen Regen ins Tal kommen. - Der zweite trockene Winter hintereinander, zumindest hier im Aridanetal, denn im Norden und Osten der Insel hat es wohl geregnet, wenn auch nicht so viel wie in anderen Wintern. - Wir müssten so für den Sommer auch nicht mit einer Dürre für die Landwirtschaft rechnen, die Insel ist überall mit Wasserleitungen vernetzt und so bekommen wir das Wasser aus dem Norden ins Tal, um dort die Bananen zu wässern. - Es wird teurer werden, noch ein Grund mehr für die Bananenbauern ihren Ärger über die, nach ihrer Meinung zu geringen Erzeugerpreise kund zu tun.

Immer nach trockenen Wintern kommt die Diskussion wieder auf, ob man denn nicht am Ausgang des Barranco de Las Angustias einen Staudamm bauen könnte, welcher dann das gesamte Regenwasser auffängt, welches in der Caldera de Taburiente fällt. - Technisch sicher machbar, der Nationalpark fängt ja auch erst viel weiter oben an, noch nicht einmal an der Straße hoch nach Los Brecitos und man könnte damit sogar noch einen zweiten Vorteil erlangen, denn diese Regenfälle schwemmen auch immer kostbaren Mutterboden in den Atlantik hinaus. - Es gibt keine verlässlichen Schätzungen, wie viele Millionen Tonnen an Erde bereits aus der Caldera geschwemmt wurden, aber Erosion wird diese Insel eines Tages sogar ganz verschwinden lassen. - Gut, ist noch eine Weile hin, wahrscheinlich bekommt das "mankind" sowieso nicht mehr mit, wenn La Palma irgendwann von Wind und Regen aufgelöst unter den atlantischen Meeresspiegel sinkt, aber diese Erde, die könnte man sogar abbaggern und auf die Felder fahren, schließlich fehlt uns an vielen Ecken der Insel eine Humusschicht. - Böse Zungen behaupten, diese Talsperre wolle man gar nicht bauen, weil dann plötzlich genug Wasser für alle da sei und man mit dem Wasser nicht mehr zu gut spekulieren könnte und Geld verdienen.- Mag schon sein, dass da was dran ist, denn die Diskussion um eine solche Maßnahme, die wird immer nur kurz und niemals breit geführt.

Sechs Tote Menschen hat man inzwischen aus den Trümmern des eingestürzten Wohnhauses im Süden Tenerifes geholt. - Weitere Vermisste gibt es wohl nicht, aber nach wie vor hat man keine Vorstellung, wie denn solch ein Wohnhaus einfach einstürzen kann. - Es heißt, es hätten Bauarbeiten im Erdgeschoss stattgefunden, aber ob die was mit dem Einsturz zu tun haben, das will niemand bestätigen. Es wird auch vernünftig sein nicht zu viel zu vermuten, sondern die Fachleute in Ruhe arbeiten zu lassen, um die tatsächlichen Gründe für diese Katastrophe zu ergründen. - In der Nähe wurde nun vorsorglich ein weiteres Wohnhaus evakuiert, nachdem Anwohner Risse in den Mauern gemeldet haben. - Es ist anzunehmen, dass solche Warnungen in den kommenden Tagen noch öfter ausgesprochen werden, wobei der plötzliche Einsturz eines solchen Gebäudes eine absolute Seltenheit bei uns ist.

Dann war da ja auch noch der zurückgetretene Minister und alle Welt wundert sich darüber, wie schnell und mit wie wenig Dementi José Manuel Soria alle Hüte genommen hat. - Andere aus seiner Partei lassen es doch sogar auf Hausdurchsuchungen und Gerichtsverfahren ankommen und behaupten immer noch, sie seien die Guten, und José windet sich nur zwei Tage lang und macht dann Schluss. - Aber die Steuerbehörde hat nun schon angekündigt, man werde dem gesamten Familienclan Soria genauer unter die Lupe nehmen, aber das klingt auch so ein bisschen fürs gute Gewissen, denn eigentlich hatte man doch schon jahrelang die Brüder im Fadenkreuz. - Andere Beobachter hoffen nun sogar, dass der Rücktritt des Superministers ein Weckruf für andere Politiker werden könnte, aber diese Hoffnung teile ich nicht unbedingt.








Hier kann man wunderbar erkennen, wie nach Regenfällen die viele ausgeschwemmte Erde den Atlantik vor der Küste von Puerto de Tazacorte gelb färbt. - Beide Bilder stammen von Klaus Overkamp





Samstag 16.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Antes de hacer nada, consúltalo con la almohada

Bevor man nichts macht, besprich es mit deinem Kopfkissen. - Einfach mal eine Nacht darüber schlafen, bevor man "nichts" macht. - Im ersten Moment trifft man vielleicht nicht immer die besten Entscheidungen, also abwarten, nachdenken, wirken lassen und dann erst "nichts" machen.





Bild von Richard Wurdel





Freitag 15.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 23,7 Grad - niedrigste Temperatur 15,1 Grad

Minister treten
zurück in den Alltag

Panamá ist überall, auch in Jersey. - Ich weiß gar nicht, ob die Freude noch Klammheimlichkeit kennt, aber nun hat es auch bei uns einen Minister erwischt. - José Manuel Soria, Minister für Energie, Industrie und Tourismus ist nun von allen Ämtern zurückgetreten, nachdem er und seine Familie zunächst mit einer Briefkastenfirma in Panamá in Verbindung gebracht wurde und schließlich als Geschäftsführer einer Firma auf der Kanalinsel Jersey auftauchte. - Warum das auch hier bei uns Schlagzeile ist, ganz einfach, José Manuel Soria ist Canario, Chef der kanarischen PP, Ex-Inselpräsident Gran Canarias, Superminister im Kabinett Rajoy, "unser Mann in Madrid" und gleichzeitig seit mehreren Jahrzehnten aber auch Auffälliger in vielen Korruptionsfällen, bei denen man ihm bislang allerdings nichts nachweisen konnte oder wollte. - Es handle sich in Sachen Panamá und Jersey um Fälle, die mehr als 20 Jahre zurückliegen, und er trete zurück, um seiner Partei nicht zu schaden, wobei jeder Beobachter der politischen Szene in Spanien es eigentlich für unmöglich hält, die Partido Popular in den Verdachtsfällen von Korruption und Vorteilnahmen noch irgendwie weiter zu schädigen. - Erstaunlich eigentlich, wie schnell José Manuel Soria den Euro in den Ärmelkanal wirft und auf sein gesamtes politisches Erbe verzichtet, auf der anderen Seite musste man sich auch fragen, ob denn der Posten als Superminister unter Rajoy überhaupt noch als erbfähig angesehen werden kann. - An seine Stelle als Parteichef der PP auf den Kanaren rutscht kommissarisch Asier Antona, aus La Palma, junger und aufstrebender Bürgerlicher, welcher bislang noch Hoffnung gibt, den neuen Flügel der konservativen Partei abzubilden.

Dabei war doch die kanarische Schlagzeile eigentlich, in Los Cristianos, im Süden Tenerifes stürzt ein Wohnhaus zusammen und bislang hat man zwei Tote geborgen und es gibt noch, je nach Presseauskunft, wohl bis zu sechs weiterhin vermisste Anwohner. - Kein Erdbeben weit und breit, allerdings soll es Bauarbeiten im unteren Teil des Hauses gegeben haben. - Dass Wohnhäuser einfach so in sich zusammenstürzen, das ist unwahrscheinlicher, als ein erwischter Minister hier auf den Kanaren, und eigentlich hätten beide Schlagzeilen für mehr als eine Woche medialen Stoff gesorgt, aber irgend jemand im "Ressort Yellow" hat da nicht aufgepasst. - Ich bin mal gespannt, wie sich die nachrichtentechnische Hierarchie entwickeln wird, ab wie vielen Toten der Hauseinsturz über dem ministeriellen Rücktritt steht. - Ich kann dabei nur hoffen, dass beide Vorfälle exakt aufgearbeitet werden, ich würde schon gerne wissen, wie denn solch ein dreistöckiges Gebäude hier in der Ersten Welt einfach in sich zusammenstürzen kann und auch möchte ich ausführlich wissen, was denn den Aznar-Klon José Manuel Soria so hurtig zur Aufgabe bewegt hat.

Die Schlagzeilen auf La Palma sind weniger aufregend für Außenstehende, die Bananenbauern bemühen sich gerade wieder um breite Aufmerksamkeit und beklagen ein ungerechtes Wertschöpfungssystem in der Vermarktungskette ihrer Früchte. - Bei der wirtschaftlichen Bedeutung, welche die Bananen für die Inselvolkswirtschaft darstellen, krümmen sich die Erklärungen oft in ähnlicher Weise wie unsere gelbe Wappenfrucht selbst, und man tut sich gesellschaftlich keinen Gefallen, die Gesamtfrage um Subventionen in der Landwirtschaft zu stellen. - Da sitzt der Feind auch im eigenen Haus, Reifer und Vermarkter auf dem Festland monopolisieren den kanarischen Bananenabsatz nur aufs Festland und darüber hinaus gibt man den eigenen Pflanzern auch noch mit Schuld, seit vielen Jahren in mehreren afrikanischen Ländern Bananen zu pflanzen, welche nun durch Meistbegünstigungsklauseln gerade den kanarischen Bananen Konkurrenz machen. - Darüber hinaus hat man auch noch eine große Kooperative ausgemacht, welche auf dem Festland nicht nur unsere kanarischen "Plátanos" vermarket, sondern auch mittelamerikanische Bananen, und solche Treulosigkeit wird hier nicht gerne gesehen. - Ohne Gesamtschau auf langfristige Entwicklungen, es geht noch lange nicht anstatt Bananen, sondern nur mit Bananen.

Die Condor hat nochmal Kampfpreise für den Monat April nach La Palma aufgelegt und will sich wohl bei uns beliebt machen. - Wir vermuten halt mal eher, dass nun die Nachfrage doch schon ein bisschen nachlässt, der Winterflugplan aber eben noch die vielen Verbindungen aufzeigt. - Unter hundert Euro nach La Palma, wäre ich nicht schon hier… Dabei hat es heute Morgen noch mal genieselt im Tal, ab Mittag aber volle Sonne und unsere Temperaturen. -Bei den Preisen könnte man der Condor doch glatt verzeihen, dass man sich in Sachen Topsehenswürdigkeiten mal wieder auf La(s) Palma(s) Glatteis hat führen lassen. - Aber seien wir nicht allzu klugscheißerisch, ich lese hier oft genug von Bayer München und Bayern Leverkusen und kann nur hoffen, dass in der Weißwurscht mehr Bayern als Bayer drin ist.







Die Topsehenswürdigkeiten von La Palma, der Hafen und die Skyline von Las Palmas de Gran Canaria





Freitag 15.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 89 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Noch ein verdammter Tag im Paradies


Das ist der auf die Insel bezogene Ausspruch eines La-Palma-Autors, als er noch humoriger Geschichtenerzähler war. Dann stieg er auf, unbeirrt und unaufhaltsam in neuer Richtung und erreichte in seinem letzten Werk den 'Höhepunkt an pornografischer Geschmacklosigkeit', sagen die Leser.

Ich benutze diese Einleitung, um auf meinen eigenen 'verdammten Tag' zu sprechen zu kommen, den ich eigentlich nur deshalb hatte, weil ich gerade nicht über genügend Humor verfügte, um über alles lachen zu können, vielmehr durch gehäufte Insel-Vorkommnisse etwas aufgeladen undnervös war. Oder vielleicht brauchte ich einfach nur einmal ein Ventil zum Ablassen, jedenfalls an diesem Tage gestattete ich mir, mich zu ärgern.

Es fing schon vor dem Frühstück an mit dem Anruf einer Versicherungsgesellschaft: "Sie sind R.M.D.?" "Ja." "Und Sie fahren den Seat XY 999?" "Nein." "Wieso nein, Sie sind dafür als Besitzerin eingetragen und haben zu dem gehabten Unfall Stellung zu nehmen". "Ich habe nie einen Seat besessen und auch keinen Unfall gehabt". "Das kompliziert die Angelegenheit, da wird noch allerlei auf Sie zukommen. Auf Wiederhören".

Das Frühstück schmeckte mir trotzdem. Solche Kleinigkeiten werfen einen ja nicht um. Von 10-11 Uhr hatte ich meine friedliche Stunde.

Dann musste ich zu einer Verabredung und verließ das Haus. Als ich mit dem Wagen meine automatisch öffnende Tür zur Straße durchfahren hatte, schloss sich leider diese Tür nicht wieder. Das kam öfter einmal vor, leider wusste man das nie vorher. Manchmal öffnete sie sich auch nicht. Deshalb habe ich noch eine zweite Finca-Ausfahrt mit Handbetrieb, wie man hier am besten alles Lebenswichtige zweimal haben sollte.

Was nun? Ich wollte diese Pforte zur Straße nicht gerne weit offenstehen lassen. So ließ ich mein Auto draußen stehen und ging durch meinen weitläufigen Park zu Fuß zum Haus zurück, um das Türschließen über die Stromanlage zu versuchen. Aber das funktionierte auch nicht, und ich hatte es langsam eilig, wollte ich pünktlich sein. Also zurück zum Auto. Von weitem sah ich, dass zwei Personen mittleren Alters den Weg zwischen den alten Kastanien begingen und sich dem Haus näherten. Ich setzte schon mal eine freundliche Miene auf und ging ihnen entgegen.

Sie grüßten nicht und sahen mich auch nur halbwegs an. Da kam ich wohl nicht umhin, selbst etwas zu sagen: "Hallo, wollen Sie zu mir?" "Nein, wir sehen uns hier ein bisschen um". Es waren Deutsche. Ich setzte meine freundliche Miene wieder ab: "das ist ein Privatgrundstück, und ich habe es eilig". Empörung überkam die Frau, die die Wortführerin war: "Ach, dann können wir uns also nicht umsehen? Man traut sich ja sowieso kaum rein mit der Warnung vor dem Hund an der Tür".

Da ich nicht wusste, ob meine Tür nun bereit war, sich zu schließen oder nicht, sagte ich noch warnend: "das sollten Sie auch lieber lassen, denn der Hund ist gefährlich". Der liebe Hund, er ist vor Freude immer ganz aus dem Häuschen, wenn jemand kommt, aber jetzt musste er als böser Hund herhalten und die Leute abschrecken. Unwillig verließen sie das Grundstück und - welch Wunder! - die Tür schloss sich hinter ihnen.





Ich fuhr beruhigt zur Autowerkstatt (wie schon einmal an anderer Stelle beschrieben, aber es gehört einfach zu diesem miesen Tag). Man hatte für meinen VW-Bus eine Stoßstangenkappe bestellt, sie war tatsächlich nach längerer Zeit angekommen, hinten links, mit eigener Bestellnummer. Alles klar. Ich setzte mich in den Warteraum und hatte 'hinten links' meines langen Autos immer im Auge. Als nach einer halben Stunde der Mechaniker noch nicht daran arbeitete, wurde ich etwas mürrisch, schließlich war ich trotz aller Unbill pünktlich gewesen, nun konnte er auch bald einmal anfangen mit der kleinen Reparatur. Ich rief in die Werkstatt hinein, denn das Betreten derselben war verboten, und er sagte: "Aber, ich bin ja fast fertig, 5 Minuten noch".

Da war ich verwirrt. Man denkt, nach so vielen Jahren La Palma-Praxis wäre man auf alles gefasst, man ist ja schon so schlau geworden, weil man jedes mal etwas dazu gelernt hat, aber nun war ich doch wieder platt. "Wieso, ich habe doch die ganze Zeit mein Auto beobachtet, und Du hast hinten links nicht gearbeitet". "Nein, weil ich die neue Kappe vorne rechts angebracht habe". Ich schnappte, vermutlich nach Luft: "das kannst Du doch nicht machen, hinten links ist doch defekt, und die Kappe hatte ihre eigene Bestellnummer". "Die passt vorne rechts auch". Pause. Ich sprachlos. "Ja, nun entschließen Sie sich mal, wollen Sie sie hinten links oder vorne rechts haben?" "Ich will sie hinten links haben".

Es dauerte lange, sehr lange, vorne rechts die neue ab, die alte wieder drauf, hinten links die alte ab, die neue drauf, und es machte ihm auch gar keinen Spaß. Es wurde auch teuer, denn seine Dummheit musste ich mit hohem Mechaniker-Stundenlohn bezahlen.

Zu Hause angekommen, wählte ich die Nummer meiner nur einen Kilometer entfernt lebenden Tochter, um mir meine gelinde Wut von der Seele zu reden, aber auch, um ihr Gelegenheit zum Lachen zu geben, wenn sie meinen neuesten Reinfall erfährt. Aber ich hatte keine Telefonlinie! Daran war ich nun auch schon gewöhnt, es war das siebente Mal in 4 Wochen. Jedes mal dauert das Beheben der Störung zwei Tage, weil, wie das Fräulein von der Telefonica sagt, vertraglich geregelt ist, dass innerhalb von 48 Stunden der Defekt behoben wird. Sie konnte ja nichts dafür, aber ich beklagte mich trotzdem, dass ich keinen Vertrag hätte, der gestattet, dass ich in einem Monat sieben Mal ohne Linie gelassen werde, weil die Techniker den Kabelfehler nicht finden (wie ich später erfuhr, hatten sie ihn sehr wohl gefunden, aber es war kein neues Kabel da, und so hatten sie immer nur ein bisschen geflickt, was nie lange hielt). Na, Schwamm drüber, einen halben Monat ohne Telefon, ohne Fax.

Zum Glück hatte ich mir nach dem sechsten Linienausfall ein Handy gekauft, Movistar, das einzige, das in meiner abgelegenen Gegend Deckung hatte. Das wollte ich nun einweihen. Es war geladen, hatte Deckung, aber es funktionierte nicht. Ich hörte meine Tochter, aber sie hörte mich nicht. Was nützte da das ganze Erzählen, ich kannte meine Geschichte ja schon. Mit viel Umstand an aufreibenden Telefonaten von der entfernten öffentlichen Zelle aus und wiederholten Stadtfahrten wurde dann ein kleines Teilchen am Handy ausgewechselt, und nun sollte es funktionieren. Ich warte mit dem erneuten Ausprobieren, bis ich einen ganz starken Tag habe.

An diesem verdammten Tag schmorte ich nun im eigenen Saft, gewürzt mit Versicherungsbetrug, Nichtfunktionieren der automatischen Tür, Eindringen dreister Deutscher ins Grundstück, Verwechseln von 'hinten links' mit 'vorne rechts', ohne Telefon und ohne Handy, und keine Tochter am Draht. Verdammt. Verdammt.

Da kam Besuch. Das war die Rettung. Ihnen konnte ich wenigstens mein Erlebnis in der Autowerkstatt erzählen. Das war doch wenigstens etwas. Sie konnten es kaum fassen und lachten darüber.

Dann wurden sie allerdings ernst und eröffneten mir ihrerseits ein Problem: "Wissen Sie, wir wollten uns etwas verbessern und haben uns eine elektrische Heißwasseranlage geleistet. Die ist nun fertig, aber wir müssen sie wohl reklamieren, denn es kommt uns sehr komisch vor, dass der Kloinhalt kochend weggespült wird, während aus allen Hähnen kaltes Wasser kommt".

Ich konnte es kaum fassen und lachte darüber.



Donnerstag 14.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 20,6 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Flatrate fliegen
Was wollen wir eigentlich dauernd auf den anderen Inseln?

Jeder der hier wohnt, hat seine ganz eigenen Notwendigkeiten, warum wir andauernd zwischen den Inseln hin und her fliegen. - Arbeit, Geschäft, Familie, Krank- oder Gesundheit und manchmal will man sogar ein paar Tage anderswo ausspannen. - Mehr als die Hälfte aller Passagiere auf dem Flughafen La Palma fliegen nach oder kommen aus Tenerife und Gran Canaria, ziemlich genau 6 von 10 Passagieren kennen nur diese Ziele. - Zwischen den kleinen Inseln gibt es so gut wie überhaupt keine Verbindungen, es gab mal, früher, im Sommer eine Maschine in der Woche nach Lanzarote und eine nach El Hierro, aber das rechnet sich wohl schon lange nicht mehr und wird so auch gar nicht mehr angeboten. 600.000 Menschen sind im vergangenen Jahr von und nach den großen Kanareninseln von La Palma aus geflogen, dabei sind wir laut Melderegister gerade mal knapp über 80.000 Einwohner. - Es ist wie Busfahren, morgens nach Tenerife, mittags wieder nach Hause, 30 - 35 Minuten Flug, Airbus wäre wohl die passende Bezeichnung, allerdings hat uns da ein internationaler Konzern den Namen geklaut. - Airguagua sollte man vielleicht nachschießen, aber das hat irgendwie was von Holzklasse an sich und knarzenden Sitzen, also bleiben wir bei Binter und Canaryfly. - Wer so oft fliegt, der interessiert sich natürlich für die Preise und da wir irgendwie der Subspezies Homo sapiens subventionatus angehören, bekommen alle Einwohner der Kanaren und Balearen einen heftigen Rabatt, wenn wir zwischen den Inseln fliegen oder zu einem Ziel auf dem Festland. - Die Einwohner Ceutas und Melillas auch, die beiden spanischen Exklaven auf dem afrikanischen Kontinent, unterschlägt man bei der Debatte nur zu häufig. - Am Anfang gab es 33% Rabatt, dann erhöhte man das auf 50% und immer zu Wahlkampfzeiten sprechen dann ganz bestimmte Kreise von einer weiteren Erhöhung dieses Rabattes. - Witzig dabei ist allerdings, dass sich die Flugpreise irgendwie dem Rabattsystem anzugleichen scheinen, faktisch haben wir bei 33% Rabatt genau so viel für einen Flug abgedrückt wie bei 50% Rabatt, und schämen soll sich derjenige, wer dabei ein System vermutet.

Der überwiegende Anteil des innerkanarischen Flugverkehrs wird von Passagieren genutzt, welche diese Preisnachlässe bekommen, wer voll bezahlen muss, der fliegt unheimlich teuer, das Tarifsystem kümmert sich dabei nicht um Reisende, welche keinen Rabatt bekommen. - Aber auch diese rabattierten Preise genügen uns immer noch zum Meckern, besonders seit dem Billigfluglinien für manche Strecken unverschämt günstige Angebote machen und so kommt dann das Argument, von Tenerife nach London käme man für 39 Euro und von Tenerife nach La Palma müsste man mindestens genau so viel bezahlen. - Ich betrete jetzt mal nicht das Minenfeld um die Frage, ob es denn grundsätzlich überhaupt erstrebenswert sei, billig zu sein. - Nun kommt erneut die Debatte auf, wie man denn uns reisegeplagten "Peripherinsulanern" (die kleinen Kanareninseln werden oft auch "islas periféricas" genannt) das Leben so weit erleichtern könnte, in dem wir noch weniger für einen Flug auf die Mutter aller Inseln bezahlen müssen. - Dabei spricht man nun nicht mehr von einer weiteren Erhöhung der Rabatte, sondern hat nun die "Flatrate" entdeckt und möchte gerne einen Einheitstarif für Flüge zwischen den Kanaren aber auch Balearen. - Ganz ohne Wahlkampfdruck kommt diese Forderung nun daher und vielleicht nutzt man ja gerade die Regierungspause in Madrid dazu, das Thema durch den Kongress zu pauken, denn der "Congreso de los Diputados" in Madrid ist ja wegen der immer noch laufenden Koalitionsverhandlungen ziemlich gelähmt. - Nun meldet man grundsätzliches Einverständnis für eine solche Flatrate, allerdings nennt man noch keine Zahlen, wie viel wir denn zukünftig abdrücken müssen, und ob es darüber hinaus auch weiterhin Ermäßigungen für Rentner, Arbeitslose, Schüler und Studenten geben wird. - Abzuwarten dabei bleibt dann aber auch, wie sich denn die Preise für die nicht rabattierten Flüge entwickeln. - Man hoffte ja immer schon bei uns auf La Palma, dass man irgendwie auch touristisch von den vielen Verbindungen profitieren kann, welche nach Tenerife oder Gran Canaria fliegen, allerdings kam dabei oft raus, dass die Reisenden oftmals von X nach Gran Canaria genau so viel bezahlt haben, wie dann der Weiterflug von Gran Canaria nach La Palma kostet. - Darüber hinaus müsste man auf Tenerife de Flughafen wechseln, also hat das nie wirklich in großen Zahlen funktioniert. - Den beiden hier ansässigen Fluggesellschaften Binter und Canaryfly wird das wohl nicht wirklich weh tun, die flogen so schon immer hervorragend mit den subventionierten Ticketpreisen und werden wohl auch bei Einheitstarifen sicherlich ihr Tortenstück vom Subventionskuchen weiter abbekommen.




Anflug auf die Mutter aller Inseln, mit der Stadt Santa Cruz de Tenerife





Donnerstag 14.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1015 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Antes mártir que confesor

Eher Märtyrer als Beichtvater. - Gemeint ist hier natürlich eher die Person die beichtet, und der Spruch soll diejenigen herausheben, die unter keinen Umständen ein Geheimnis preisgeben.





Bild von Wolfgang Hempel





Mittwoch 13.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,8 Grad

Wir sind Panamá
Aber ohne Papiere

Offshore, das hat man hier wirklich schon mal diskutiert, immer dann, wenn uns so gar nichts weiter eingefallen ist, wie man denn auf unseren Inseln Volkswirtschaft betreiben könnte. - Ist nichts draus geworden, ist sicher auch gut so, wobei man natürlich immer ein bisschen neidisch auf andere Territorien guckt, auf denen man einfach deshalb Geld verdient, weil andere es dort hin karren. - Wir dürfen uns aber auch so nicht beklagen, es kommt reichlich Geld von außen zu uns, nur wollen die jetzigen Investoren mehr als einen Briefkastenschlüssel, die wollen ein Haus, ein Grundstück, oder eine Beteiligung an einem zukunftsorientierten Projekt. - Aber dennoch sind wir Panamá diese Tage, allerdings ganz ohne aktuellen Bezug zu der lustigen Geschichte, wer denn alles einen Briefkasten dort am Golf hat. - Unsere Insel dient als visueller Hintergrund für die amerikanische Fernsehserie "Berlin Station" in der es um Spionage und Whistleblower geht und die spielt, wie kann es anders sein, in Berlin, aber eben zum Teil auch in Panamá. - Und irgendwie haben sich die Leute von Paramount Panamá so vorgestellt wie La Palma und die Tage jetzt wird hier auf der Insel gedreht, und Richard Armitage mitten drin. - In der Hauptstadt, in La Bombilla, Los Llanos, La Galga und auch Los Tilos wird in den kommenden Tagen auf Panamá gemacht und da mein ganzes Wissen über Panamá von Janosch stammt und nicht durch einen Briefkastenschlitz kommt, habe ich nicht die geringste Ahnung, ob denn eigentlich La Palma für Panamá durchgehen kann. - Hollywood kann alles, heißt es immer und man muss ja den Zuschauern das nur suggerieren und mit ein paar bekannten und alltäglichen Tricks wird das sicherlich auch gelingen, natürlich auch mit dem Hintergrund, dass die allermeisten Zuschauer von solchen Serien überhaupt keine Ahnung haben, oh wie schön Panamá denn eigentlich ist.

Ich bin mal ganz gespannt auf die Serie, wie denn dann La Palma durchs panamaische Auge aussieht, erkennen wir es sofort, oder lassen wir uns auch von geschickten Schnitten mit nach vermeintlich Mittelamerika nehmen. - Die andere Frage darf sein, was bringt es denn für die Insel, wenn wir uns andere Kleider anziehen und so Werbung für Panamá machen, anstatt die Bilder und die Aussage in die amerikanische Serienwelt zu schleudern, seht her, das sind wir, La Palma! - So anspruchsvoll sollten wir das vielleicht noch nicht betrachten, La Palma fängt ja gerade erst an, sich als Filmkulisse anzubieten und die extra dafür gegründete "La Palma Film Commission" kann natürlich auch nicht zaubern und so bleibt La Palma eben Kulisse und rappelt sich noch nicht zum Protagonisten. - Aber wir haben den Fuß in der Tür, wenn sich das unter den Produzenten herumspricht, "du, auf La Palma kann man gut drehen, tolle Landschaften und die zicken nicht rum", dann darf ruhig die Hoffnung aufkommen, dass La Palma auch irgendwann den Kulissenschieber hinter sich lässt. - Wie wäre es denn mit einer Geschichte um die Observatorien, zufällig entdecken die anfliegende UFOs, aber das muss alles ganz geheim bleiben, die Amerikaner kommen, die Russen und die Chinesen auch, und am Schluss bekommen sich die Hauptdarsteller doch und feiern ein ausgelassenes Fest in der Caldera. - Bis dahin müssen wir fleißig unsere Kulissen schieben und immer lächeln, wenn man die kommenden Tage unterwegs ist und wie eigentlich guckt man panamaisch und ist das wirklich so, dass die gerne alte Pickups auf dem Bild haben, so wie das die lokale Presse verkündet? - Meinen sicherlich nicht, denn da steht La Palma drauf, ich gehe auch sicher nicht als Panamaer durch, eher vielleicht als einer, der dort einen Briefkasten leert…




Unser Wissen über Panamá





Mittwoch 13.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Antes de poner la lengua en movimiento, pon el cerebro en funcionamiento

Bevor du die Zunge in Bewegung setzt, schalte das Hirn ein. - Ich bin überwältigt von der Weisheit Fulanitos die letzten Tage. - Allerdings kenne ich das, manchmal kann man schneller sprechen als denken, manchmal sogar schneller schreiben…





Bild von Richard Wurdel





Dienstag 12.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0,5 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad

In diesem Jahr packen wir die Million Passagiere
Vielleicht macht dann am Flughafen auch wieder ein Zeitungsladen auf…

Aber zunächst befassen wir uns noch kurz mit dem Wetter. - Ein klein bisschen Niederschlag haben wir uns bereits vormittags einfangen, in der Caldera allerdings scheint es sogar mehr gewesen zu sein, als bei uns im Tal. - Das kann so weitergehen bis zum Wochenende, viel Regen wird bis dahin aber nicht fallen, eher Kleinstmengen. - Der Berliner würde sagen, es ist nicht ihm und nicht ihr, und genaue Vorhersagen sind bei solch einer Wetterlage sowieso nicht möglich, da unser Wetter momentan keinen Antrieb von einem Hoch, oder einem Tief empfängt. - So lange die Wolken über uns hängen ist es kalt, gestern Abend erlebten wir dann noch einen wunderbaren Ausklang mit ein paar Stunden Sonne und geben die Hoffnung nicht auf, dass uns das heute erneut geschenkt wird. - Drei T-Shirts, darüber ein Sweater aus der Zeit als die Rosenheimer Star Bulls noch erste Liga spielten, die halten hier so lange, weil man die eben im Jahr nur ein paar Tage lang anzieht, ansonsten den Kleiderschrank voll halten. - Aber nie mehr die Unaussprechlichen, das habe ich mir geschworen, obwohl, wenn ich länger als anderthalb Stunden sitze, dann erinnere ich mich an ungezwungene Zeiten als die die Long Johns im Winter täglicher Begleiter waren. - Wir heizen bei uns nicht, vielleicht mal Weihnachten, wenn die Mädels da sind, ansonsten bewegen wir uns ja ständig und wenn wir abends ins Bett kriechen, dann kommt da eine Decke mehr drauf, und gut ist.

Nach dem Wettergejammer zum eigentlichen Thema, der Flugverkehr von uns nach La Palma hat auch im März dieses Jahres wieder zugenommen. - Knapp einhunderttausend Menschen flogen im März dieses Jahres von und nach La Palma, rechnet man das aufs Jahr hoch, dann werden wir in diesem Jahr das erste Mal "postcrisis", also nach der Krise, erneut über eine Million Passagiere in unserem Flughafen abfertigen. - Alle kanarischen Flughäfen legen zu, wir sind da also ganz "trendy" und die größten Anstiege gab es im innerkanarischen Flugverkehr und auf den Flügen auf und von der Iberischen Halbinsel. - International sind im März sogar ein paar Reisende weniger gekommen, kein Wunder, war doch auch bereits der März vergangenen Jahres sehr gut belegt und diese Werte konsolidieren sich nun. - Auch fiel der 29.2. auf einen Montag, einen Tag mit vielen Ankünften so noch in den Februar und alleine an einem solchen Tag kommen dann mehr als die knappen 2%, welche man in diesem März als "Fehlmenge" bei den internationalen Passagieren vermerkt. - Auf nationaler Ebene wird wieder deutlich mehr geflogen und das muss man irgendwie in die Kiste wirtschaftliche Erholung, oder zumindest deren Erwartung packen. - Der Osterreiseverkehr spielt sicherlich auch eine Rolle und eine Zurückverlagerung vom Schiff auf das Flugzeug, um auf eine andere Insel zu gelangen.

Da hatten wir ja in den ganz harten Jahren, sagen wir mal von 2008 an bis letztes Jahr einen deutlichen Trend bemerken können, immer mehr Reisende auf die anderen Insel nahmen das Schiff, da es einfach zu vielen Terminen deutlich billiger war, besonders eben wenn man ganz kurzfristig buchen wollte oder musste. - Da bekämpften sich auch beide Reedereien, Armas und Olsen ziemlich kräftig, was natürlich dazu führte, dass das Passagieraufkommen sich vom Flugzeug auf die beiden täglichen Fähren von und nach Tenerife verlagert hatte. - Hier nun gibt es eine Entwicklung zurück, auch ohne das Ende der Krise erneut ausrufen zu wollen, die paar Euro mehr für den Flug sind nun oftmals wieder drin. - Dabei darf ich daran erinnern, dass es sich um ein psychologisches Moment handelt, die paar Arbeitslose weniger machen noch keinen Wohlfahrtsstaat, allerdings klammern die Leute, welche immer Geld hatten, und das sind mehr als man denkt, nun nicht mehr so an ihrem Ersparten, weil die Angst vor morgen nun nicht mehr so gewaltig drückt. - Gut, in Madrid gibt man sich gerade wieder alle Mühe besonders chaotisch Politik zu betreiben und man steuert ohne Kurs auf Neuwahlen zu, aber die Industrie und besonders der Tourismus sind im Moment Selbstläufer, welche Spanien aufrecht erhalten. - Und ab September sollen alle Studies von den kleinen Inseln, also alle außer diejenigen, welche auf Tenerife oder Gran Canaria wohnen, dann vier Heimflüge im Jahr gratis erhalten. - Es sind aber doch gar keine Kommunalwahlen in Sicht, woher kommt denn nun dieses Geschenk so einfach um die Ecke und haben wir wirklich bereits wieder so viel Geld übrig, dass man solche Kapriolen unters Volk werfen kann. - Ist noch nicht durch die Sache, unsere ältere Tochter wird davon eh nichts mehr haben, die wird dieses Jahr noch fertig, wenn alles gut geht, aber die jüngere, die arme, die muss dann viermal im Jahr kommen und die Alten ertragen. - Ob man sich dessen auch bewusst ist im noblen Gobierno de Canarias, von Zeit zu Zeit seh´ ich die Alten gern, heißt es doch, alle drei Monate ist völlig übertrieben…






Dienstag 12.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1015 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Antes de negar con la cabeza, asegúrate que la tienes

Bevor du mit dem Kopf schüttelst, versichere dich, dass du einen hast. - Der Spruch soll angeblich von Truman Capote sein und gar nicht aus dem Schatz der kanarischen Volksweisheiten. - Richtig ist es aber dennoch, immer erst nachdenken, bevor man Konsequenzen zieht.





Bild von Wolfgang Hempel





Montag 11.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 19,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Mandeln im April
Und was uns sonst noch alles blüht

Scheißwetter. - Oder vielleicht besser, gar kein Wetter. - Kein Hochdruck, kein Tief, man hat uns da liegen gelassen unter einer Wolkenschicht, welche den gesamten Nordatlantik gerade ungemütlich macht. - Kein Wind, also bleibt die Bewölkung wohl den ganzen Tag und so kommen wir nie an die, auch im April angepeilten mindestens 20 Grad tagsüber. - Je länger wir in die Woche hineinlugen, um so eher wirkt das Tief, welches zwar nordöstlich von uns liegt, aber einfach nicht weiter nach Mitteleuropa ziehen will. - Das kann dann am Wochenende für uns sogar Regen hier im Tal bedeuten, der sei uns willkommen, allerdings droht dabei auch kräftiger Wind aus Südwest und das kann dann gleich wieder zu Problemen bei uns auf dem Flughafen führen. - Die Woche über noch nicht, auch wenn der Wind bereits, kaum spürbar allerdings, aus Südwest kommt. - Aber das ist fast noch eine Woche hin, also abwarten. - Bei solchem Wetter wie jetzt hat eher der Nordflughafen auf Tenerife Probleme, der liegt so hoch, dass der ab und zu bei solchem "Nichtwetter" komplett in den Wolken liegt und immer wieder Flüge gestrichen, oder in den Süden umgeleitet werden müssen. - Und gerade, als ich den Text auf die Seite bringen will, reißt die Wolkendecke auf und schenkt uns doch noch ein paar Sonnenstrahlen, ich muss jetzt unbedingt vor die Tür und die Nase in die Sonne halten…

Bei uns im Tal blühen die Mandelbäume jetzt. - So spät, und wahrscheinlich werden wir sogar im Mai noch ein paar Blüten sehen. - Liegt natürlich auch am Wetter, am wenigen Regen in diesem Winter, der hat den Bäumen glatt die Lust am Blühen genommen. - Mandelblüte im April, da gucken viele Leute ziemlich ungläubig, sonst ist das im Februar nach kräftigen Winterstürmen eigentlich bereits erledigt. - Es blühen aber auch gar nicht alle Mandeln hier im Tal, manche Bäume zeigen ihre Blüten nur an ein paar Ästen und der Rest des Baumes bleibt kahl. - Im Norden sah das anders aus, die hatten deutlich mehr Regen als wir und auch rund um den Tunnel oberhalb El Pasos ist die Blüte längst durch, aber bei uns hier in den mittleren Lagen sehen sich jetzt die Mandelbäume dann doch noch genötigt, zumindest teilweise Blüten zu bilden. - Allerdings fürchte ich, das wird keine gute Ernte geben bei uns im Sommer, wobei ja hier die Mandeln kaum noch geerntet werden. - Lediglich in Puntagorda bemüht man sich aus den Früchten noch was zu machen, dort hat man es geschafft, wenn auch nicht in den Mengen wie früher, den Mandeln wieder wirtschaftliche Bedeutung zu verleihen. - Hier im Tal ernten die wenigsten noch Mandeln und die Bäume verwildern so mit der Zeit. - Vor Jahren hatte man dazu mal Schnittkampagnen angeleiert, mit Geldern von der Inselregierung, allerdings habe ich davon in den letzten Jahren nichts mehr gehört.

Der Stromversorger, die UNELCO-ENDESA entschuldigt sich bei ihren Nutzern, dass das Büro in Los Llanos unfreiwillig geschlossen ist. - Deren Partner, ein Elektroinstallateur hat Pleite gemacht, wie es heißt, und damit wurde auch der Arbeitsplatz der Mitarbeiterin des Stromversorgers geschlossen. - Das gilt allerdings nur für Los Llanos, in Santa Cruz ist das Büro der UNELCO-ENDESA weiterhin offen, falls man ganz dringende Dinge zu erledigen hat, können man dort in der Avenida Díaz Pimienta, 24 vorsprechen. - Auch nennt man eine Telefonnummer, welche 24 Stunden am Tag zu erreichen sei, 800 760 333, oder man wartet einfach ab, bis der Stromversorger ein neues Büro in Los Llanos belegt hat. - Die Gemeinde und UNELCO-ENDESA bemühen sich längst darum heißt es. - In dem Zusammenhang darf ich mich mal wieder über mich selbst lustig machen. - Wir haben bei uns inzwischen auch schon die neuen "intelligenten Zähler", also diejenigen, welche nicht mehr abgelesen werden müssen, sondern den Verbrauch direkt an den Stromversorger übermitteln. - Nach den ersten Rechnungen war ich höchst erfreut, der Verbrauch war plötzlich nur noch halb so hoch wie im vergangenen Jahr. - Gut, der Winter war nicht kalt, die Kinder sind aus dem Haus und vielleicht zählt ja der neue Zähler auch nicht so schnell wie der Alte? - Alles Blödsinn, jetzt wird monatlich abgerechnet, nicht mehr alle zwei Monate wie früher, und wir verbrauchen immer noch genau so viel wie früher, nur ein paar Tage dachte ich an die frohe Botschaft.






Montag 11.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1015 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Antes de comprar la casa, pregunta que vecino tienes

Bevor du das Haus kaufst, frag nach, welchen Nachbar du hast. - Allgemein gültige Weisheit, von Odessa bis Arlington, dem ist nichts hinzuzufügen.





Bild von Richard Wurdel





Sonntag 10.04.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 17,6 Grad - niedrigste Temperatur 14,3 Grad

Volxläufe
Volltreffer Sport

Es ist ja keine Neuigkeit mehr, La Palma lüpft den Hintern aus dem Sofa und frönt neuen Lustbarkeiten. - Sport ist angesagt, am besten Laufen, die Berge hinauf, aber auch immer mehr Fahrradfahrer nehmen die Aufgabe, so ziemlich steilste Insel der Welt an, und das alles nicht als Außenseiter, sondern einem gesellschaftlichen Trend folgend. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da lächelte man den paar Mitteleuropäern mitleidig hinterher, wenn die versuchten, die Berge in flottem Tempo, vielleicht sogar joggend hinauf zu eilen. In einer, grundsätzlich ländlichen Gesellschaft, gehört zusätzliche Bewegung neben der Fron nicht in einen positiven Rahmen der Tagesgestaltung. - Ackern, futtern, ruhen. - So ähnlich wie die Tiere auf dem Hof, aber das hat sich gewaltig geändert hier und inzwischen sind Markenlaufklamotten der letzten Generation und dicke Waden eher dazu geeignet, einen Status zu symbolisieren, als diese dicken Allradmonster mit globalen Etiketten auf der Motorhaube. - Wann das genau angefangen hat, ich weiß es nicht, aber der echte Durchbruch zum Massenphänomen, mein Körper bewegt sich auch ohne Turbo und Doppelvergaser, das kommt sicherlich mit dem großen Erfolg der Transvulcania aus dem Jahr 2009. - Von da an gab es kein Halten mehr, da waren plötzlich die mageren Drahtgestalten mit den dünnen Armen die Helden, welche halt von Fuencaliente bis über die höchsten Berge der Insel dann sogar nach über 70 Kilometer das Ziel in Los Llanos erreicht haben. - Natürlich applaudiert man zunächst den internationales Stars, ganz einfach, die kommen doch immer zuerst durch das Ziel, die wahren Helden des wahren Lebens allerdings, die kommen meist ein paar Stunden später und haben auf dem Weg ganze Schweinehorden innerlich hinter sich gelassen und werden dann die letzten Kilometer durch ein Spalier an begeisterten Zuschauern, oder sagen wir besser Mitwirkenden ins Ziel getragen.

Auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, natürlich tragen Namen wie Emelie Forsberg, Anna Frost, Kilian Jornet, Dakota Jones oder Luis Alberto Hernando dazu bei, solch ein sportliches Ereignis mit höheren Weihen zu versehen, aber es sind dann doch eben die Bewohner der Insel, welche aus einem internationalem Sportereignis ein echtes Volksfest machen. - Vom Volk, fürs Volk, mit mal besserer, mal schlechterer Unterstützung aus den Reihen der Politik und der Sponsoren, aber den wirklichen Erfolg machen eben die Tausende an lokalen Läufern aus, mit denen dann der ganze "Rest" der Insel mitfiebert und feiert. - Das wird noch dichter und intensiver, wenn man dann solche lokaleren Läufe miterlebt wie das der "Reventón Trail" in El Paso ist, der gestern zugleich als spanische Meisterschaft im Querfeldeinlauf abgehalten wurde. - Man sagt natürlich nicht mehr Einlauf dazu, schon gar nicht Querfeld, sondern Cross und solch ein Cross findet auf einem Trail statt. - Vielleicht muss auch ein ganzer Schuss Anglizismen erst den ranzigen Talg unseres bäuerlichen Alltags ein bisschen ankratzen, den Rest erledigen wir dann schon ganz wunderbar, und nur wenn man ganz kritisch sein will, dann vermisst man in den Reihen der Sportbegeisterten vielleicht die Altersgruppe zwischen 17 und 23 Jahren. - Alle anderen sind dabei, und auf jeden aktiven Läufer kommt ein Trupp aus begeistertem Begleitpersonal und jeder, wirkliche jeder, der Erste wie auch der Letzte werden frenetisch angefeuert, bejubelt und auch ein bewundert und selten nur gelingt es einer großen Gruppe an Freiwilligen, sich näher zu sein als bei solchen Veranstaltungen. - Domingo, unser Pfarrer, der freut sich auch über solch ein völkisches Spektakel, allerdings wer ihn näher kennt, der entdeckt schon die ganz kleinen Neidfalten in seinen Schläfen, so viele Schäfchen hat er noch nie in seinem Gotteshaus gehabt. - Das Umfeld hat auch gestimmt, die Gemeinde hat hervorragende Arbeit geleistet, da entwickelt sich sogar bei mir objektiver Sportsgeist und ich gratuliere dem neuen Bürgermeister aus der falschen Partei, ohne jeglichen Argwohn, das hat der gut gemacht. - Selten nur hat sich die Gemeinde El Paso derart rund, modern und beweglich gezeigt, wie beim gestrigen Volksfest, auf den jeder Protagonist war, nicht nur die Läufer und da entwischt mir sogar was ganz klein bisschen ketzerisches: Das ist das Volk, mit denen könnte man Pferde stehlen, und dann wieder zurückbringen und weiter feiern. - Chapeau El Paso!.

Und dann gibt es noch was aufs Auge, ich habe die Galerie mit den Unterwasserbildern von Dr. med. Herbert Schaar zusammengefaßt, siebzig beeindruckende Bilder, von dem was zwischen uns und dem Horizont vorkommt.






Sonntag 10.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Ante la desgracia y el dolor, ten un poco de gracia y humor

Vor so viel Unglück und Schmerz, hab´ etwas Grazie und Humor. - Wenn mal wieder alles schief gelaufen ist, die Nachrichten voller Homs, Tripolis, Panama oder Erdogan stecken, reiß dich zusammen, beweise den aufrechten Gang und versuche dem Ganzen mit Humor entgegen zu treten. - Always look on the bright side of life…





Das Blau, die Höhle, die Schwerelosigkeit, die Freiheit (Cuevas del Cedazo, März 2016)
Bild von Dr. med. Herbert Schaar

Mit diesem Bild verabschiedet sich der Doc zunächst aus der Fulanito-Kolumne. - Nun kommen andere Autoren ins Bild, aber die Serie mit Unterwasserbildern von Dr. med. Herbert Schaar geht in ein paar Monaten weiter.





Samstag 09.04.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 21,6 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Bericht zur Lache der Nation
Nicht leben, und nicht leben lassen

Seit Dezember ist Spanien ohne gewählte Regierung, Mariano Rajoy von der Partido Popular ist nur noch amtierender Präsident, aber gesteuert oder gelenkt wird seit Ende letzten Jahres nicht mehr, das Land treibt ohne Kurs vor sich hin. - Böse Zungen behaupten sogar, dem Land ginge es jetzt besser, man merke gar nicht die regierungslose Zeit, aber da steckt viel Sarkasmus dahinter, denn das Land hätte viele Aufgaben zu bewältigen. - Die bequeme iberische Schaukel ist abhanden gekommen, aus die Zeit, in der man nach amerikanischer Blaupause mal die PP, mal die PSOE ans Ruder ließ, nun besteht die Parteienlandschaft aus vier Gruppierungen, plus gewichtiger wie lächerlicher Regionalparteien, nur eines ist beim Alten geblieben, das etwaige Gleichgewicht zwischen dem, was wir Rechts oder Links nennen. - Die neue Podemos, mit dem blitzgescheiten, aber leider auch arroganten Pablo Iglesias steht natürlich auf der linken Seite, also noch links neben den Sozialisten, und die Gruppierung Ciudadanos, mit dem smarten Albert Rivera, der sich bislang geschickt einer deutlichen Klassifizierung entzieht, und man nie so richtig weiß, wann bei liberal das Neo davor die Klasse zum Klassenfeind macht. - Was auffällt, sehr angenehm übrigens, keine Radikalen, weder links noch rechts, damit stehen in der Rubrik politische Intelligenz zumindest die Wähler dieses Land ganz weit vorne in Europa. - Und kommen Sie mir nicht mit dem Hinweis, Spanien hätte kein Flüchtlingsproblem. - Das hat die Slovakei auch nicht, auch Ungarn nicht und Polen und so weiter und auch als in den Jahren nach der Jahrtausendwende jährlich zehntausende Flüchtlinge über die Kanarenroute kamen, bildete sich keine volkstrotzige Bürgerbewegung, welche fürchtete, man könnte uns die Chorizo, die Siesta und den Stierkampf stehlen.

Damit ist aber dennoch nicht alles in Ordnung, denn auch wenn man hier keine Radikalen wählt, der lauwarme Rest kommt auch nicht auf die Beine. - Vielleicht fehlt uns aber auch so eine politische Bedrohung, welche dann die volksähnlichen Parteien zur Zusammenarbeit nötigt, so wie das in Frankreich geschehen ist, denn hier zeichnet sich nach Monaten der Verhandlungen immer noch keine Regierungsbildung ab. - Vielleicht ist auch zu viel Alpha unterwegs, Pedro Sánchez (PSOE), Pablo Iglesias (Podemos) und Albert Rivera (Cuidadanos) sind alle etwa gleich jung und überhaupt nicht mit Minderwertigkeitskomplexen beladen, es ist eher anders herum, dreifache Selbstüberschätzung ermöglichen kein zweites oder drittes Glied, jeder will für sich alleine zunächst seine Partei, und dann erst sein Land retten. - Mariano Rajoy (PP) ist hier die Ausnahme, griesgrämiger Opabär-Typ, immer noch schmollend, weil man ihm sein Spielzeug (Spanien) weggenommen hat, der hat erst gar nicht versucht, eine Regierung zu bilden, nachdem der König ihn dazu aufgefordert hatte, denn trotz blutender Verluste seiner Volkspartei ist die PP immer noch die meistgewählte Gruppierung des Landes. - Zunächst sah alles nach einer Lösung aus die PSOE, Ciudadanos und Podemos bieten könnten, wobei Podemos die Möglichkeit gehabt hätte, PSOE und "C´s" (so kürzt sich Ciudadanos selbst ab) entweder aktiv zu unterstützen, oder bei der Wahl zum Präsidenten Pedro Sánchez sich wenigstens zu enthalten. - Aber dazu verweigerten sich die Leute von Podemos, nicht ganz zur Zufriedenheit der Basis, es kocht gewaltig hinter der Gallionsfigur Pablo Iglesias, und da kocht nicht nur Griesbrei.

Nun scheint es so weit zu sein, dass Podemos sich gänzlich einer möglichen Regierungsbildung entziehen will, und macht damit selbst eine echte neue spanische Regierung unmöglich. - Für mich unverständlich bis ärgerlich, wer wirklich etwas ändern will, der muss mit allen reden und umgehen, nicht nur mit denen, deren Parfum oder Couleur goutieren will. - Von der PSOE und der PP hat ja niemand wirklich geglaubt, dass die Spaniens Wohl vor die eigenen Interessen setzen, bei Podemos war das noch ein bisschen anders, aber nun sind wir in der Angelegenheit eben auch schlauer geworden. - Das ist nun mal so in der Demokratie, wenn das Volk Deppen wählt, dann muss man diese Deppen akzeptieren. - Nun kommt also eine neue, alte mögliche Variante wieder ins Spiel, eine Große Koalition, PP mit PSOE und C´s, oder nur mit deren Duldung. - Das könnte der große Triumpf für Mariano Rajoy werden, acht Jahre regiert und nichts erreicht, fünf Monate nur geschmollt, und dennoch wieder Präsident. - Erinnert an Helmut Kohl. - Bis Mai hat man noch Zeit, eine Regierung zu bilden und sollte man das bis dahin nicht schaffen, dann gibt es Neuwahlen. - Spaniens Unpolitiker lassen dann so lange wählen, bis ihnen das Ergebnis passt, vielleicht tauscht man ja zwischen zwei Wahlgängen schnell noch das Volk aus, dann wird vieles leichter…

Große Befürchtungen gab und gibt es ja auch in wirtschaftlicher Hinsicht, so lange ohne wirkende Regierung könnte die zarte Pflanze Erholung stören. - Was den Arbeitsmarkt angeht zeigen das die Zahlen aber nicht, weiter sinkt die Anzahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um etwa 8% jährlich und in zwei Monaten vielleicht könnten wir das erste Mal seit vielen Jahren, die 4.000.000 Marke knacken. - Nach unten! - Allerdings bleibt das verstörende Missverhältnis zwischen temporären Arbeitsverträgen und solcher ohne vorbestimmtes Ende, nur an die 10% der abgeschlossenen Verträge kennt kein Mindesthaltbarkeitsdatum. - Die nachfolgenden Grafiken stammen von der "SEPE" (Servicio Público de Empleo Estatal) und wer mehr aus der monatlichen Bewertung lesen will, der kann sich HIER ein siebzigseitiges PDF zum Studieren herunterladen.













Samstag 09.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Ande yo caliente, ríase la gente

Wenn ich heiß laufe, dann lachen die Leute. - Die wörtliche Übersetzung kann man sich komplett sparen. - Man drückt damit aus, dass man keinerlei Wert legt auf die Meinung der Leute um sich herum, sondern dass man seinen eigenen Kram macht. - Es ist völlig egal, was die Leute denken, ich trage einen rosafarbenen Hut. - Was kümmert es den Mond, dass ihn die Hunde anbellen?





Der/die will´s wissen: Mero (Epinephelus marginatus, bis 150 cm) ist erst einmal 8 Jahre lang Frau,
danach erst Mann...(Cuevas de Cedazo, März 2016)
Bild von Dr. med. Herbert Schaar





Freitag 08.04.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 13 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 14,3 Grad

Die Krise von hinten herum erklärt
Weniger Müll, Blaue Briefe und wenn die in Brüssel wüssten…

Leider beschäftigt uns der Inselmüll immer wieder, aber vielleicht ist es ja sogar angezeigt, besser über Müll zu schreiben als Müll zu schreiben. - Es hat viele positive Entwicklungen gegeben in Sachen Müllentsorgung und Sensibilisierung der Bevölkerung für nachhaltige Abfallwirtschaft in den letzten Jahren, leider aber auch fatale Fehlplanungen, deren Kosten und Effekte wir heute noch nicht mal abschätzen können. - Gründe, warum ich heute erneut Müll auf den Tisch bringe sind diverse Meldungen in dieser Materie, die zwar eigenständig daherkommen, aber die ich mal zusammenbinden will. - Zunächst die Statistik des "Consorcio de Servicios de La Palma", der inseleigene Betrieb, welcher die Müllabfuhr stellt, und hier finden wir eine Blaupause zur Wirtschaftskrise bei uns auf den Inseln, denn vom Jahr 2008 an bis ins Jahr 2013 sank die jährliche Müllmenge, welcher dieser Dienst von den Abfallstationen abholte, von 37.610 Tonnen im Jahr 2008 bis zu 26.867 Tonnen im Jahr 2013. - 11.000 Tonnen weniger, in fünf Jahren, oder 28%, klingt ein bisschen so, als wären wir Europameister in der Müllreduktion und bevor nun irgendjemand Goldmedaillen aus Recycling-Stoffen verteilen will, dieser Rückgang ist nichts anderes als der Spiegel des geringeren Konsums während der harten Jahre der Krise. - Dabei auch immer noch das Thema, viele sind auch abgewandert, es bleiben einfach weniger "Müllproduzenten" auf der Insel und es wäre nicht das erste Mal, dass man den Wohlstand einer Bevölkerung an der Menge des produzierten Mülls messen will. - Dabei gibt es wohl noch andere semiperverse Wohlstandsindikatoren, Zement- oder Asphaltverbrauch pro Einwohner, je mehr, um so besser, Fuhrpark pro Bevölkerung und lauter solche faustdicken Dämlichkeiten, wobei man doch eigentlich den Wohlstand einer Bevölkerung eher an der Menger der Künstler, Ärzte und Lehrer pro Einwohner messen kann. - Aber das klingt schon wieder zu elitär, Basiskapitalismus erklärt sich viel einfacher, weniger Müll stellt eine Gefahr dar und so meldet man auch noch als Entwarnung, dass man im Jahr 2014 bereits wieder etwas mehr Müll über die Insel fahren durfte, als im Jahr 2013.

Das Schlimmste scheint also überstanden, die Müllmenge als Spiegel unseres Wohlstands, wie bescheiden wir geworden sind. - Ganz interessante Zahlen finden wir darüber hinaus, wenn wir mal die Müllmengen der einzelnen Gemeinden vergleichen. - Zwischen 250 Kilo und 400 Kilo pro Einwohner findet man die meisten Vertreter, nur Breña Baja mit 432 Kilo und Fuencaliente mit 553 Kilo pro Kopf zeigen Ausreißer nach oben. - 331 Kilo ist der Schnitt auf der Insel, das ist ein bisschen mehr als die Hälfte dessen, was ein Bundesdeutscher Bürger im Jahr produziert, 617 Kilo, aber dennoch haben wir deutliche Probleme, uns dieses stinkenden Wohlstandsanzeigers zu entledigen. - Noch mal zurück zu den Gemeinden Breña Baja und Fuencaliente. - In den Gemeinden finden wir eine hohe Konzentration an Hotelbetten gegenüber der Bevölkerungsanzahl, daher erklären sich die Ausreißer nach oben, so sind in Fuencaliente bei guter Auslastung mehr als ein Drittel der Verbraucher dort Hotelgäste. - Diesen Müll fahren wir nun seit anderthalb Jahren zur inselweiten Müllverwertungsanlage "Complejo Medioambiental de Los Morenos" in der Gemeinde Mazo, und dort wollte man nach Plänen, aus dem Jahr kurzvorzweitausend, den gesamten Inselmüll verwerten. - Damals erfand irgendjemand den wunderbaren Satz: "Es gibt keinen Müll, sondern nur mehr oder weniger stinkende Rohstoffe". - Man musste unbedingt die Mülldeponie im Barranco Seco schließen, Europa verfolgte uns damals mit Blauen Briefen, aber wenig alternativen Vorschlägen, und so projektierte man eben diese Anlage, welche sich heute als völlig ungeeignet als Antwort auf unsere Entsorgungsanforderungen entpuppt. - Anstatt dort den anfallenden Müll zu trennen und der Wiederverwertung zuzuführen, deponiert man über 90% des Hausmülls dort, was auch schon bereits zu einer Androhung des obersten spanischen Gerichtshofs geführt hatte, man müsse alle Umweltgutachten neu erstellen, da diejenigen, welche nach der Jahrtausendwende Grundlage des Genehmigungsverfahrens waren, nicht dem jetzigen Zustand entsprechen würden. - Dumm, überfordert, ignorant, oder gar korrupt, ich weiß es nicht, welches Adjektiv sich die Planer des Gesamtmüllkomplexes der Insel aus diesen Jahren abholen sollten, keine nette Auswahl, zur Preisverleihung wird wohl eh keiner kommen, aber man könnte es vielleicht so ausdrücken: - Nach jahrelangen Studien hat sich nun herausgestellt, dass nicht die Anlage in Los Morenos das Problem darstellt, sondern die Bevölkerung, da wir nicht ausreichend den Müll vorher trennen.

Bevor nun jemand auf die Idee kommen mag, wir lassen die Anlage weiterlaufen und tauschen dafür die Bevölkerung aus, der 1. April ist bereits vorbei, also werden wir wohl mit beidem weiterleben müssen… Hauptproblem stellt die "Kontamination" des Restmülls mit organischen Stoffen dar, hat wohl kein Planer seinerzeit damit rechnen können, dass wir auch die Kotletteknochen und die Zwiebelschalen wegwerfen und so wendet man sich nun an die Bevölkerung, man solle doch bitte den Kram noch vor der Entsorgung trennen, damit die teure Anlage, auf die wir über 10 Jahre warten musste, auch was mit unserem Müll anfangen kann. - El Paso ist derzeit allerdings die einzige Gemeinde der Insel, welche nun Bio-Tonnen stehen hat, allerdings mit sehr geringem Erfolg, weil uns einmal in die Tonne getretene Probleme nicht mehr interessieren. - Vielleicht könnte man aus dem Müll eine Tugend machen, in vielen mitteleuropäischen Städten oder Kommunen macht man aus Müll in Kraftwerken Strom und wir haben doch vor ein paar Wochen gerade über ein anderes kleines Problem unserer Insel gesprochen. - Übrigens stammt diese Idee nicht von mir, sondern von einem Leser, auf der anderen Seite erinnere ich mich aber noch lebhaft an die Blauen Briefe aus Brüssel, in Sachen Müllverbrennungsanlagen auf der Insel. - Also haben wir endlich einen Schuldigen gefunden, die Europäische Union! - Deren Blaue Briefe sind daran Schuld, dass wir ganz überhastet und verfolgt uns für ein untaugliches Müllkonzept entschieden haben, kein Wunder, dass unsere Planer längst "Burnout" haben. - Und das hört nicht auf, nun heißt es auch noch, Madrid müsse Strafzahlungen an Europa leisten, weil wir den Barranco Seco zu spät geschlossen hätten. - Anstatt das im Jahr 2009 bereits erledigt zu haben, wurde die Deponie in der Schlucht erst im Jahr 2012 versiegelt und endgültig geschlossen und dafür gibt es jetzt Schimpfeschimpfe. - Die heutige Inselregierung hat mit der Vergangenheit dieser Problematik zwar nichts zu tun, allerdings wäre es nun ratsam, wirklich mal für die Zukunft ein annähernd nachhaltiges Konzept zu entwickeln, denn jedes Mal von Blauen Briefe gejagt neue Schnappsideen in Sachen Müllverwertung in die Landschaft zu stellen, das kann nicht wirklich zu Zukunft sein.




Das zeigt den Barranco Seco im Jahr 2012 nach der Versieglung und der Schließung. - Von Santa Cruz auf dem Weg nach Puntallana.





Freitag 08.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeiträge von Antje Gieser und dem Kulturbeauftragten

Samstag Konzerte in Los Cancajos und El Paso


Samstag, 9. April, Alte Saline Los Cancajos, Konzert mit Mario Rivero und Javier Infante

Und ehe ich es so richtig gemerkt habe, casi schwuppdiwupp, bin ich zur "Presse-Ankündigungs-Schreiberin" dieses Projektes geworden. Doch es macht Spaß - in vielerlei Hinsicht. Zum einen finde ich solche Initiativen auf unserer Insel begrüßens- und unterstützenswert. - Zum anderen ist das kleine Kulturzentrum am Cancajos für mich eine gelungene Bereicherung und zum dritten finde ich es überhaupt nicht störend, daß unweit vom Cancajos - in Fuencaliente - eine alte, aktive Saline existiert, denn diese produziert Salz, wie es sein soll, und zwar von sehr guter Qualität. In Fuencaliente kann man den Prozeß der Salzgewinnung während eines Rundganges anhand von Schautafeln nachvollziehen.
In der Alten Saline am Cancajos dagegen ist die Salzgewinnung Erinnerung - das heutige Produkt heißt Kultur, hauptsächlich Musik, qualitätsmäßig, wenn man so will, durchaus mit dem "Weißen Gold" von Fuencaliente zu vergleichen.

Am Samstag, 9. April, 20 und 21.30 Uhr, lädt die Alte Saline am Cancajos wieder zu einem Konzert. Mario Rivero und Javier Infante bieten mit "Creative Music" eigene Werke.

Idee und Organisation stammen wie immer von Seca Herrera, die Schirmherrschaft liegt beim Ayuntamiento Breña Baja

Eintrittskarten an der Abendkasse 10 €, Studenten 5 €





Samstag, Konzert im Atico El Paso, ForRainOffice, Resurrection Rock

Ostern ist ja noch nicht lange her, und wenn wir gerade beim Thema Auferstehung sind - ich hätte da noch was fürs Wochenende.

Am vergangenen Wochenende kam es ja geradezu zu einem "Clash of Concerts", da hätte ich ein kleines Buch verfassen können. Hab ich aber nicht. Nun, an diesem Samstag ist die Lage eindeutiger, da sind alle Augen nach El Paso gerichtet, die Vorbereitungen zum Reventon Trail laufen schon jetzt, es ist Nervosität spürbar im Dorf, da geht was! Nicht nur Sportler werden auf ihre Kosten kommen, auch das Beiprogramm kann sich sehen und hören (!) lassen. Als krönender Abschluss wird uns einmal mehr die schon fast unvermeidliche, aber gute Coverband "Los Salvapantallas" aus Tenerife beschallen, ab Mitternacht (ja, auf dem Plakat steht: Beginn 0,00h), auf der Plaza gegenüber des Rathauses. Und vorher, so ab 21h, gibt es eine Wiederauferstehung zu erleben, eine der rockigen Art.

Im Januar 2002 begann die Band ForRainOffice ihre Karriere, drei junge Palmeros und ein nicht mehr ganz junger Residenter, Jonny Acosta, Gitarre, Marcos Capote, Bass, Manolo Martín, Schlagzeug und Ödi Jonitz, Gesang und Keyboards. Keine Gemeinde La Palmas war vor dem agilen Quartett sicher, Bars, Plazas und Playas wurden bespielt. Das Repertoire bestand stets aus Eigenkompositionen aus der Sparte "Progressive Rock", durchsetzt von ein paar "Heavy Ballads". 2003 absolvierte die Band mit grossem Erfolg eine zweiwöchige Deutschlandtournee, sechs unvergessliche Konzerte gaben die vier Insulaner zum Besten. Irgendwann lief sich das Projekt aber tot, letzter Auftritt war dann 2012 in der - leider - bereits nicht mehr existierenden Bar Cafeteria Anne in El Paso.

Manche musikalischen Gruppierungen brauchen einfach eine schöpferische Pause oder ein paar Jährchen mehr an Reife, die schadet beim Wein ja auch nichts. Und so beschloss ForRainOffice nach vierjähriger Pause die eigene Wiederauferstehung, Premiere ist am Samstag, 09. April in der Bar "Ático", das ist in El Paso gegenüber der Post, im Gebäude der Bar Central, im ersten Stock. Am Schlagzeug sitzt mittlerweile Carlitos Rodríguez, der neue, professionelle Keyboarder heißt Anton Hosinski, seines Zeichens "junger Schwede". Ödi kann sich nun wieder ganz auf das Singen konzentrieren. Zu einem kleinen Gastauftritt wird Jonnys Gitarrenschüler Alexander kommen, der sechste Musiker auf dem Foto.

Und was erwartet das geneigte Publikum? Kräftige (!!!) Musik. Eigene Kompositionen und Texte, massig Spielfreude, schwitzende Männer, eine schöne, psychedelische Lightshow uvm. Wer bestimmte dB-Levels nicht verträgt sollte vielleicht besser nach ruhigeren Alternativen suchen. Und warum muss das laut sein? Weil die Band es so haben möchte. Das reicht als Begründung aus, da man auf einer Vernissage ja auch nicht den Künstler fragt, ob er nicht etwas weniger Rot verwenden könnte.

Beginn wird gegen 21 Uhr sein, der Eintritt ist frei, es wird aber ein Hut o.ä. rumgereicht. Die Getränke sind kalt, zu Essen gibt es viel und gut in der unmittelbaren Umgebung.

Die Band ist gespannt. Und sie dürfen das auch sein.

Mit musikalischen Grüßen
Ihr

Ödi Jonitz, MdS
(Kulturbeauftragter)

P.S.: Bitte fragen sie nicht nach dem Sinn des Bandnamens. Es gibt keinen. Ist nur eine phonetische Spielerei.






Donnerstag 07.04.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,7 Grad

Es könnte eng werden auf dem Roque
Projekte, Träume, Visionen

Ob die kritische Masse bereits erfüllt ist, das kann ich nicht sagen. - Kritische Masse in dem Fall der Umstand, dass man sich durch den bisherigen Erfolg und die gesamte Infrastruktur rund um die astrophysikalische Beobachtung bereits alternativlos auf der Nordhalbkugel gemacht hat. - Ein bisschen geht das so in diese Richtung. - Habe ich da nicht was vergessen, und das gleich zweimal? - Vergessen nicht ganz, vielleicht ein bisschen ignoriert, denn natürlich gibt es da nicht nur das hervorragende Institut auf Hawaii, und hier sticht auch wieder das Keck-Observatorium hervor, zwei Teleskope, deren Spiegel zwar ein bisschen kleiner sind, als die des hiesigen Grantecan, allerdings haben zwei davon, gleich nebeneinander und die übertrumpfen als Observatorium schon unsere Leistung, wenn auch nicht als Einzelteleskop. - Darüber hinaus gilt als Konkurrenz im eigenen Haus auch noch, das Observatorium von Izaña auf Tenerife und dort ist auch die Direktion des Instituto Astrofísico de Canarias, allerdings schlägt in der Konkurrenz der Pendel gerade in Richtung La Palma. - Zumindest hat La Palma hat den Zuschlag für die 20 Tscherenkov-Teleskope des "CTA" (The Cherenkov Telescope Array) bekommen, wohl auch aus dem Grund, dass es bei uns bereits zwei Teleskope dieser Art gibt, das MAGIC 1 und MAGIC 2. - Das meine ich mit kritischer Masse, man findet hier eben bereits Erfahrung, nicht nur im Bau solcher Hochtechnologie, sondern eben auch schon vergleichbare Technik in Betrieb, das lockt weitere Institute dann doch hier zu investieren, und nicht anderswo, wo man vielleicht völliges Neuland betreten müsste. - Und nun stehen noch eine ganze Reihe weitere Projekte an, welche bei uns auf der Insel verwirklicht werden können, und man bewirbt sich seitens der Inselregierung auf jeden Fall sehr bemüht. - So ein bisschen fällt das schon auf, dass wir seit dem Bau des Grantecan, des immer noch größten optischen Spiegelteleskop der Welt, da zunächst mal Ruhe war und auch vorher schon kaum noch neue Einrichtungen hinzukamen. - Vielleicht spielt da auch der Wechsel der Spitzen des "IAC" (Centro Astrofísica de Canarias)eine Rolle, seit dem der neue Direktor dort am Wirbeln ist und bei uns auch ein technikbegeisterter Inselpräsident rudert, scheint es ein bisschen mehr Harmonie zwischen der Astrophysik und der Politik zu geben. - Auch ein Zeichen hierfür, man konnte sich nach fruchtlosen Jahrzehnten endlich auf ein Projekt für ein Besucherzentrum einigen, welches nun bereits in Bau ist.

Aber noch drei weitere Projekte wecken unsere Begehrlichkeiten, damit wir den Plan, La Palma, Insel der Hochtechnologie auch irgendwie erklären können. - Gute Chancen haben wir auch das Sonnenteleskop "EST" (European Solar Telescope)zu bekommen, allerdings ist hier unser Konkurrent die Nachbarinsel Tenerife, und da weiß man nie so genau, wie man denn Interessen unter Brüdern und Schwestern so verteilt. - Früher, als alles anders, und nur manches besser war, da machte man so etwas an einem langen Nachmittag in der Bodega aus, aber heute spielen wohl Dinge wie Einfluss und Vorteil, aber eben auch die kritische Masse mit. - Und auch hier dürfen wir auf einen gewissen Heimvorteil rechnen, denn wir haben bereits ein Sonnenteleskop auf dem Roque, das schwedische SST. - Also auch hier bringen wir Erfahrung mit und man möchte mir bitte zehn Daumen geben, um diese zu drücken. - Eine ziemliche Schlappe mussten wir ja hinnehmen, als wir erfuhren, dass das "E-ELT" (European Extremely Large Telescope) in Chile gebaut werden soll, nachdem wir hier wirklich in guter Hoffnung waren, auch dieses Monster zu uns locken zu können. - Allerdings war das wohl blauäugig von uns, denn die kritische Masse zog in dem Fall nach Süden, die ESO hat nur Observatorien auf der Südhalbkugel, war übrigens bereits im Namen, European Southern Observatory, auftaucht. - Und wenn wir mal so eine Weltkarte in die Hand nehmen, dann stellen wir schnell fest, "Southern" ist bei uns lediglich der "Comfort", nicht aber die Lage unserer Insel auf dieser aufregenden Welt. - Gut, wir sprechen nicht so gut fremd, und begreifen erst langsam, dass unsere Konkurrenten auf Hawaii und Tenerife sitzen, und nicht im Hochland von Chile.

Neuer im Wunschprogramm sind zwei weitere Hochkaräter in Sachen Astrophysik, wobei im Fall des "Liverpool 2" die kritische Masse eigentlich schon gegessen sein müsste, denn das "Liverpool(1)" das steht auch schon bei uns. - Diesen Neubau, welcher als ferngesteuertes Teleskop eigentlich so ein bisschen unserer Orientierung widerspricht, denn eigentlich wollten wir uns nicht nur noch um die Beobachtung kümmern, sondern auch gerne die Forschung zu uns holen, ist natürlich dennoch absolut willkommen. - Erneut geht man hier ganz neue Wege, größer, viel schneller, viel exakter als das Vorgängermodell kommt das neue TL2 daher, sagt uns aber auch ganz klar, wenn die wiederkommen, dann müssten die eigentlich auch mit dem Standort zufrieden gewesen sein, wir bitten drum. - Allerneustes Projekt ist nun das "TMT" (Thirty Meter Telescope), welches eigentlich bereits auf Hawaii im Bau sein sollte. - Dort gab es aber allerlei Proteste gegen dieses Projekt, auf der einen Seite wohl wegen der Kosten und mangelnder Planungssichert, aber wie es hier heißt, hätte man einfach nicht mehr den Rückhalt der Bevölkerung für solche Mammutprojekte einholen können. - Wahrscheinlich auch wegen der großen Unterhaltskosten von an die 40 Millionen und gerade hier meint man seitens des IAC und der Inselregierung einwirken zu können, denn auf der einen Seite sei die Unterstützung der Bevölkerung gegenüber den Observatorien ungebrochen, und die jährlichen Kosten könnte man wohl auf die Hälfte drücken. - OK, die Nachricht hört ich wohl, allein mir fehl´n die Euro und vielleicht sollten auch wir in unseren ziemlich wahllosen Ruf nach weiteren Observatorien mal genau überlegen, nicht nur welche Vorteile, sondern auch welche Pflichten und Kosten da auf uns zukommen könnten. - Ansonsten, Projekte, Träume, Visionen, wir sind dabei.




Da ist schon noch reichlich Platz auf dem Dach der Insel





Donnerstag 07.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 74 % - Luftdruck 1015 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Andar derecho y mucho beber, no puede ser

Geradeaus laufen und viel trinken, das kann nicht sein. - So, jetzt verlassen wir den Buchstaben am und kommen zu an, also steht nun nicht mehr die "Amor" vorne. - Der Spruch ist logisch und wird nicht nur bei Alkohol angewandt, sondern wenn sich jemand einbildet, mit völlig falschen Mitteln ein Ziel erreichen zu können.





Unzertrennlich: Anémona (Telmatactis) & Lady Escarlata (Lysmata grabhami) (Puerto Naos, März 2016)
Bild von Dr. med. Herbert Schaar





Mittwoch 06.04.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 22,6 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Die Sonne scheint und andere künstliche Aufreger

Es ist ein bisschen Wind ins Wetter gekommen und schon reißt die graue Wolkenschicht über dem Tal immer öfter wieder auf. - Und sofort klettern die Temperaturen angenehm und man hält gerne eine Weile in der Sonne inne, um sich anzuwärmen. - Über 25 Grad war es gestern in Teilen Süddeutschlands, bei uns keine 20 Grad. - Das kennen wir zwar für das Frühjahr, das ist nicht das erste Mal so und wir das auch nicht bleiben, aber wenn man dann auf die Weltkarte guckt, wo wir liegen, und wo Bayern, dann stellt man sich schon die Frage, wie das sein kann. - Ganz einfach, wir sind politisch Europa, ganz klar, gesellschaftlich ein Brückenschlag zwischen der Alten und der nicht mehr so ganz Neuen Welt, geographisch sind wir der Bruder der Sahara, aber meteorologisch sind wir Atlantik. - Von allem das Beste, so kann man das stehen lassen, wenn man mit einer schnellen Verabschiedungen keine Diskussionen darüber führen will. - Ansonsten, Norden und Osten der Insel werden weiter die kommenden Tage auch immer mal mit Niederschlägen zu tun haben, die aber keine großen Mengen Regen mit sich bringen werden.

Am kommenden Samstag ist der Besuch El Pasos eigentlich ein Muss, dort findet der "Reventón Trail" statt, in diesem Jahr gleichzeitig mit der spanischen Meisterschaft der Crossläufer. - Nummer zwei, hinter der Transvulcania, so darf man das ruhig sagen, hat sich dieser Extremlauf in den Alltag eingebracht und das kommt sicher nicht nur wegen der gelungenen Organisation und der großen Akzeptanz durch das Publikum, sondern die Teilstrecke von der Wallfahrtskirche "Virgen del Pino" auf den Reventón Pass, das ist schon ein echter Knochenbrecher und eine gewaltige Herausforderung für die Läufer. - Nur die allerbesten schaffen das laufend, normale Menschen quälen sich bereits bei forschem Schritt und ich muss dabei immer an die Geschichten denken, als früher die Landwirte, welche Tiere hatten, zweimal am Tag den Pass hinauf sind, um oben, in Richtung Punta de Los Roques, dann "Codeso" (Baumheide) geschnitten haben, um das als kräftiges Zusatzfutter ihren Tieren zu bringen. - Heute läuft man das aus Spaß hoch, manche aus Verzweiflung, weil man sich austesten will und fit machen für die Transvulcania im Mai, und alle anderen genießen den Tag über einfach diese sportlichen Höchstleistungen und die irre Stimmung rund im die diversen Rennmodalitäten in El Paso. - Muss man gesehen und erlebt haben, aber Vorsicht, "Depa" ist wieder dabei, der Sprecher, welcher auch die Transvulcania besingt, wer also eine ruhigen Samstag verbringen will, der sollte das Aridanetal am Samstag bis in die frühen Abendstunden meiden. - Irgendwie habe ich immer das Gefühl, sein Ehrgeiz ist, dass jeder Läufer, der unterwegs ist auf den 55 Kilometern, der soll hören, wo denn zuhause ist.

In Los Llanos feiert man die öffentliche Rückeroberung eines Straßenabschnittes. - Und davon nur die rechte Spur. - Die ging und vor 6 Jahren abhanden, als man mal wieder Geld bekam, um dieses komische Gebäude dort unterhalb der Shell-Tankstelle weiter zu bauen, es dann aber doch wieder lassen musste, weil das Geld vor fertig alle war. - Das kam schon öfter vor, ich glaube, das sind nun schon mehr als 15 Jahre, in denen man an diesem Klotz feilt, der irgendwann man den "Parque Cultural de Canarias" darstellen soll. - Eigentlich braucht das Ding keiner, stammt aus der Epoche, als man noch an Denkmäler setzte und glaubte, über Megalomanie so ein bisschen dem Sinn der Pyramiden nacheifern zu können. - Damals sperrte man den rechten Fahrstreifen ab, man brauchte Platz für die Arbeiten, aber nachdem das Geld alle und ausführende Firma pleite war, blieb alles so stehen, als der letzte Maurer seine Kelle dort gegen die Wand geworfen hat. - Drei Stadtverwaltungen hatten danach angekündigt, man wolle den Fahrstreifen wieder öffnen und jetzt erst ist es gelungen. - Man hat einfach Aufwand betrieben, den ganzen Kram auf die Seite geräumt und nun steht die gesamte Ausfallstraße Los Llanos Richtung Osten wieder dem Verkehr zur Verfügung. - Nicht, dass der Verkehr dort wirklich zwei Spuren auslasten könnte, aber es kam beim Einfädeln der beiden Spuren immer mal wieder zu Missverständnissen. - Es ist vollbracht, wir haben wieder 200 Meter rechte Fahrspur mehr, fast so beeindruckend wie das überfahrene Huhn in Tijarafe…




Vor ein paar Tagen, Arbeiter der Stadt machen den Weg frei





Mittwoch 06.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 93 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Hay que limpiar la mesa


Eines Tages traf ich zufällig beim Zahnarzt mit einem sehr hübschen einheimischen Mädchen zusammen. Wir mussten beide warten, lange, und das war dann irgendwann ein Grund, etwas zu plaudern. "Sie sind Deutsche?" fragte die Hübsche, die sich als Sonja vorstellte, und war sehr froh, dass das zutraf, denn sie hatte ein Problem, das ihr recht zu schaffen machte. Sie wollte als Bedienung in einem Straßencafé die Touristen nicht brüskieren durch falsche Reaktion, aber sie wollte sich auch nicht jeden Tag von ihnen gedemütigt fühlen. Sie war, wenn sicher keine gelernte Kellnerin, so doch eine saubere Kellnerin, und so suchte sie Hilfe bei mir: "Señora, Sie haben doch sicher Menschenkenntnis, oder besser gesagt, Sie kennen doch Ihre Landsleute besser als jeder andere, können Sie mir vielleicht etwas erklären: da kommen diese Leute, nehmen Platz, ich bringe ihnen die Karte, und sie sagen doch tatsächlich fast alle zuerst "hay que limpiar la mesa" (man muss den Tisch abwischen), obwohl der schon abgewischt und ganz sauber ist."

Ich musste schallend lachen, denn ich erkannte den Satz sofort, ich hatte ihn oft genug studiert, um die Sprache zu erlernen. "Sonja, mach' Dir nichts draus; das hat überhaupt nichts zu bedeuten und mit dem Tisch gar nichts zu tun, das ist nur ein Satz zum Üben aus der ersten Lektion des deutschen Spanischbuches für Anfänger. Damit wollen die Touristen prüfen, ob sie schon perfekt spanisch sprechen und Du sie verstehst."

Da war sie aber froh, nur hielt das nicht lange an. Bei unserem nächsten Zusammentreffen am gleichen Ort lag ihr etwas Neues auf dem Herzen: "Señora, wenn die Gäste schon die zweite Woche da sind, dann sagen plötzlich alle "tengo conceptos claros, quiero una sopa" (ich habe meine festen Vorstellungen und möchte eine Suppe). Was soll das denn nun wieder, wir haben gar keine Suppe."

Wieder konnte ich mein Lachen nicht unterdrücken: "Liebe Sonja, das ist ganz folgerichtig, das sind die Intelligenten, sie sind schon bis zur zweiten Lektion in ihrem Buch vorgedrungen, wo man das mit den "conceptos claros" lernen muss, und das probieren sie nun an Dir."

Sie war froh und sichtlich vergnügt und belächelt nun ihrerseits heimlich die cleveren Ausländer und sieht dabei sehr hübsch aus.






Dienstag 05.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 74% - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 19,7 Grad - niedrigste Temperatur 14,1 Grad

Endlich haben wir einen abbekommen
"Berlin Station" wird auch auf La Palma gedreht

Letztes Jahr war das noch mein Aprilscherz, La Palma als Bühne für Film und Fernsehen und nun scheint das, wenigstens ein bisschen, geklappt zu haben. - "Berlin Station" ist ein knisterndes Spionagedrama von Michaël R. Roskam und es geht um Spionage und Whistleblower, riecht so ein Stückchen nach Homeland, da auch wieder Amerikaner in Berlin kräftig am spionieren und intrigieren sind. - Nach dem, für die Filmwelt traurigen Abhandenkommen der Lieblingsfeinde Nummer eins, des KGB, oder des GRU, tappte man in Sachen Spionagegenre lange im Dunkeln, wie man denn erneut einen, nun nicht mehr so roten Faden aufnehmen könnte. - Der Whistleblower scheint fast in der Lage dazu zu sein, auch weil der mehrere Facetten haben kann, für die einen der Held, für die anderen der Verräter, und immer häufiger nun treffen wir auf Filme oder Serien, mit diesen Hintergründen. - Den genauen Ablauf kenne ich natürlich nicht, aber sicherlich werde ich ganz aufmerksam die Fernsehzeitungen für den Sommer lesen, um eben diese, bislang 10 Episoden zu sehen. - Hauptdarsteller sind Richard Armitage, Rhys Ifans und Michelle Forbes und es handelt sich um eine amerikanisch-deutsche Produktion. - Der Großteil der Aufnahmen wird in Potsdam geschehen, aber für bestimmte Szenen wird eben auch La Palma gebraucht, wobei ich nicht glaube, dass diese Serie sogar hier zum Teil spielen wird, sondern La Palma nur seine herausragende Naturlandschaften als Hintergrund zur Verfügung stellen wird. - Wir erlebten das ja auch bereits bei einem Fernsehspot für Jaguar-Fahrzeuge, da trat Stephan Hawkings auf, vor einer Kulisse und dem Nachthimmel des Grantecan, aber natürlich weiß kein Zuschauer der Welt, der nicht nahe Bindungen an La Palma hat, wo dieser Ausschnitt gedreht wurde. - Ich habe diesen Spot auch im Alltag noch gar nicht gesehen, ist wahrscheinlich Opfer des schnellsten Zappig-Daumens der nördlichen Hemisphäre geworden, so schnell wie ich schaltet keiner weg, wenn plötzlich Werbung auftaucht.

Auf die Schulter klopfen, oder besser, auf die Schulter geklopft wird hier der La Palma Film-Commission,ein inseleigenes Werbeprojekt, welches nur dafür geschaffen wurde, um La Palma als Filmkulisse an Produktionsfirmen anzubieten. - Bei der riesigen Konkurrenz auf der Welt und in Ermangelung an Studioeinrichtungen muss man natürlich ganz auf naturbezogene Außenaufnahmen setzen. - Dazu hat man extra einen lokal sehr beliebten Künstler verpflichtet, der Liedermacher Alberto de Paz steht diesem Projekt vor, und vielleicht könnte man das so beschreiben, man schickt seine Künstler jetzt Geld verdienen und will am Filmkuchen knabbern. - Guten Appetit, allerdings wird der Nebeneffekt, Werbung für La Palma, nur eben dann gegeben sein, wenn wir nicht nur anonyme Kulisse für irgendwelche Filme darstellen, sondern wir hoffen halt darauf, dass irgendwann jemand kommt und eine Geschichte auf der Insel zeigen will, in welcher La Palma nicht mehr anonym bleibt. - Das ist bisher noch nicht richtig gelungen, aber das Projekt ist ja auch noch ziemlich jung und je öfter man es schafft, den internationalen Produzenten, hier Paramount Pictures, auf die Insel zu locken, um so schneller werden wir es auch einmal schaffen, unter dem Eigennahmen in Filmen und Serien aufzutreten. - Ich fürchte mal, die Stars der Serie werden gar nicht kommen, sondern lediglich ein paar Szenen mit einheimischen Statisten gedreht, aber es heißt am Ball bleiben und sich anbieten.






Dienstag 05.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1018 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Amores reñidos, son los más queridos

Umkämpfte Lieben sind die beliebtesten. - Was ich die letzten Wochen alles über Liebe erfahren habe. - Das Cervantes-Institut sieht in dem Spruch den Aussage, dass Liebe voller Leidenschaft stecken muss und in vielen Fällen erst der Kampf um die Liebenden der Stärke der Beziehung Ausdruck verleiht. - War neulich mit Cervantes in der Kneipe, ging ein bisschen länger, er traute sich nicht mehr nach Hause…





Auch dieser kleine Krake auf der Hand des Tauchers kann schon mit seinen Saugnäpfen schmecken...und saugen (Puerto Naos, August 2010)
Bild von Dr. med. Herbert Schaar





Montag 04.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54% - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 17,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad

Kleine Happen zum Wochenanfang
Wann wird´s mal wieder richtig Frühling….

Im Winter, also so richtig, mit Frost und Schnee, dann beträgt der Temperaturunterschied zwischen Mitteleuropa und den Kanaren schon mal 30 Grad. - Zu unseren Gunsten… - Dann kommt der Frühling, also so ab April, und dann plötzlich gibt es Tage, manchmal auch Wochen, da ist es in Mitteleuropa regional sogar wärmer als hier. - Ist gerade wieder so, denn wir stecken unter einer dichten Wolkendecke, welche so gut wie den halben Nordatlantik abdeckt. Da unsere Luftzufuhr auch aus dem Norden des großen Meeres kommt, schaffen wir es tagsüber nicht mehr über die 20 Grad, aber nachts sinken die Temperaturen auch kaum weiter ab, da die Wolkenschicht einen Abzug der warmen Luft verhindert. - Tageshöchst- und Tagesminimaltemperatur liegen dann nur in paar Grad auseinander und eigentlich wäre nun Zeit für die Unaussprechlichen, aber ich lehne das inzwischen ab und stimme dem Volk grummelnd zu: Hay que frio. - Alles, was unter 20 Grad ist, das geht eigentlich gar nicht. - In den kommenden Tagen kann das besser werden, es kommt wieder mehr Wind auf und wir kennen ja die alte Regel, kein Wind, keine Sonne, und dann stecken wir unter dieser kühlen Decke. - Der Wind reißt die Sperrschicht auf, welche zwischen 800 und 1.200 Metern den Abzug der Feuchtigkeit der Insel verhindert und in dem Moment, wenn die wärmenden Strahlen der Sonne uns erreichen, liegen die Temperaturen ganz schnell wieder über der kritischen Marke von 20 Grad.

Das Gofio-Museum in Las Tricias, in der Gemeinde Garafía, ist nun eröffnet worden und bietet dem interessierten Besucher eine breite Übersicht über die Herstellung, Historie, aber auch die gesellschaftliche Bedeutung dieses kanarischen Grundnahrungsmittel. - Star der ganzen Geschichte ist natürlich die Windmühle, welche aufwendig nun wieder in einen, fast originalen Zustand versetzt wurde. - Gofio ist, vor dem Mahlen geröstetes Getreide, meist Weizen, aber später auch aus Mais gewonnen. - Auch heute noch findet man in vielen Familien dieses süßliche Pulver, welches als billiger Sattmacher Jahrhunderte die ländliche Bevölkerung versorgt hat. - Das Museum ist jeden Tag im Jahr offen, so heißt das das, und zwar wochentags von 10:00 - 18:00 Uhr. - Samstag, Sonntag und Feiertag von 10:00 - 14:00 Uhr und der Eintritt kostet 2,50 Euro. - In sich schon eine gelungene Sache und lässt das Jahrzehnt an schwierigen Verhandlungen und die Suche nach finanziellen Mitteln nun endlich vergessen. - Noch interessanter allerdings klingt ein weiterführender Plan. - In der Gemeinde Garafía gibt es noch 4 Windmühlen, wovon nun die erste wieder restauriert wurde, und man will die anderen drei auch noch auf Vordermann bringen und diese vier Mühlen dann mit einem thematischen Wanderweg verbinden. - Chapeau, gute Ideen, an Golf und Massentourismus vorbei, Restaurieren anstatt Edelstahl und Sichtbeton: Der Norden macht sich!

Die zwei Tage der Ziege. - Carne de Cabra ist sicherlich noch traditioneller auf dieser Insel als das inflationär wirkende Schweinefleisch in der ländlichen Küche der Insel. - Von Ziegen lebten ja auch schon die Benahoaritas, die Ureinwohner der Insel, oder besser gesagt, der ersten Invasoren, denn Ureinwohner gibt es eigentlich auf einer jungen, isolierten Vulkaninsel im Atlantik nicht. - Macht nichts, Wortklauberei, aber die Ziege als Fleisch- und nicht nur als Milchspender, gehört auch heute noch zu unserem gastronomischen Alltag. - Heute sogar wieder mehr als vor 15 Jahren, da man doch auch hier die Kurve bekommen hat und nun gerne auch anfängt, Traditionen mit in die Neuzeit zu nehmen, und auch ein bisschen heutigen Pfiff hinzuzufügen. - Man kann eben aus Ziegenfleisch mehr machen als stundelang geschmorten Eintopf, und das kann man auch kommendes Wochenende in der Hauptstadt Santa Cruz erleben. - Die "Ruta de la Carne de Cabra" lässt 15 gastronomische Betriebe Ziegenfleisch anbieten, und wer sich da durch die Kneipen futtern will, der kann das am Wochenende gerne im Zeichen der Ziege machen. - Welche Restaurationen an dieser Aktion teilnehmen, die ehrlich gesagt, nicht mit den Ziegen abgesprochen war, entnehmen Sie bitte den angehängten Plakat.






Montag 04.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1020 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Amor con casadas, tan solo una semana

Liebe mit Verheirateten, nur eine Woche. - Verheiratete Liebe hat kurze Beine, weil so etwas halt ziemlich krumm ist und immer Ärger bringt. - Interessant hierbei, dass die spanische Version von "casadas" spricht, also von verheirateten Frauen und wie selbst hier, in der Abteilung, Sprüche, die die Welt nicht braucht, der Blickwinkel früher immer Testosteron als Pol hatte.






Ganz tief unten, wenn der Blitz nicht geht (Blende 8, 1,0 sec).Lady Escarlata mit schnellen, weißen Tentakeln (Puerto Naos, August 2010)
Bild von Dr. med. Herbert Schaar





Sonntag 03.04.2016 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 57% - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 17,0 Grad - niedrigste Temperatur 14,1 Grad

Katzen würden Globuli kaufen
Mias Heilpraktikerin kommt nach La Palma

Es gibt ja immer noch ein paar Leser, welche diese Zeilen nicht im Facebook-Modus durchrasen, sondern sich ein paar Minuten Zeit nehmen, wirklich jedes Wort von den Augen ins Hirn zu leiten. - Also muss ich die ganze Vorgeschichte von Mia, der Bitch aus Los Llanos, bitte hier nicht nochmal erneut vorführen, wer gerade erst "zugeschaltet" hat, der kann HIER die Geschichte nachlesen, aber das kostet Sie mehr als 10 Minuten. - Also, Mia markiert nicht mehr, nach der Behandlung von Elke Heßmann, so heißt die Heilpraktikerin, die sich seit Jahren bereits auf Tiere spezialisiert hat. Es gibt zwei auffällige Veränderungen bei Mia, nicht nur, dass sie sich jetzt nicht mehr durch Geruch Aufmerksamkeit verschaffen muss, sie interagiert mehr mit den anderen Katzen als früher. - Deswegen ist sie allerdings noch keine Schmusekatze geworden, es ist weiterhin gefährlich, die elegante schwarze Dame weiter zu streicheln, nachdem sie bereits ihr Warnknurren hat tönen lassen. - Aber wir brauchen keine Schmusekatzen, sondern selbstbewusste Famillienbürger und wenn ich einen zum Schmusen will, dann greife ich mir Paul, er sieht das zwar immer genau anders herum, weil Paul ist auf Köperkontakt zu Menschen geradezu angewiesen. - Allerdings beklagt sich Paul in lauen Nächsten auch schon mal darüber, dass er immer so viel für die Menschen tun müsse, die bräuchten andauernd körperlichen Zuspruch. - Unter "Meinesgleichen", also die aus genetischen Gründen linkslastigen Normalos, musste ich mir interessante bis gemeine Dinge anhören, dass nun gerade der ungläubige Siebold seine Katzen mit Globuli füttert, und dass ich schon mein Blaues Wunder erleben würde, denn an den Einsatz von Homöopathie müsse man glauben, und das könne doch solch ein Tier überhaupt nicht. - Also, ich gehe weiterhin zum Arzt, wenn mich mal wieder was zwickt, aber gerade die Tauglichkeit an Lebewesen, die nun nicht die Homöopathie als alternativen Weg betrachten, lässt mich dann schon aufhorchen, und wenn es um meine Katzen geht, dann verstehe ich auch Eso. - Wobei mich in dem Moment auch wieder die andere Seite kritisiert hat, Globuli für Tiere sei ein absolut gängiges Verfahren und mit Eso hätte das nichts zu tun, sondern mit Fachwissen und Anamnese. - So habe ich inzwischen von sehr netten "Katzenlesern" ein Buch über Homöopathie für Katzen geschenkt bekommen (Herzlichen Dank) und ich lese wohl darin, fühle mich aber nicht wirklich in der Lage, zukünftig selbst Globuli anzuwenden.

Muss ich auch gar nicht, denn Elke Heßmann kommt mehrmals im Jahr nach La Palma und so ein bisschen habe ich sie auch überredet, dass Sie doch ihre Dienste auch hier anbieten könnte. - Immerhin hat sie einen "Ungläubigen" als Zeuge, und das will doch allemal mehr hergeben, als wenn die Nachbarn, Familie und Freunde Werbung machen. - Werbung ist das auch nicht, Werbung würde immer auch einen geschäftlichen Charakter beinhalten und ich darf Ihnen versichern, noch niemals habe ich Geld für eine Erwähnung von Gewerbetreibenden genommen, über die ich geschrieben habe, ich habe das immer nur gemacht, wenn ich überzeugt war. - Frau Heßmann allerdings kann nicht gratis arbeiten, und für den Aufwand, den die Frau betreibt, bin ich der Ansicht, das ist allemal in Ordnung mit ihrer Entlohnung. - Am 13.4. kommt Frau Heßmann nach La Palma und bleibt bis zum 26.4., kommt dann aber im August nochmal, um eventuelle Nachschau zu halten. - Hunde, Katzen und Pferde/Esel sind die häufigsten Patienten, bei Hunden verabredet man sich individuell, Katzen, Pferde und Esel benötigen Hausbesuche. - Ich bringe hier jetzt mal ein Zitat ein, von Frau Heßmann selbst, um auch ein bisschen klar zu machen, dass ein Homöopath nicht den Tierarzt ersetzen will, sondern in bestimmten Bereichen etwas erreichen kann, wofür die Schulmedizin keine Antworten kennt: "Die klassische Homöopathie betrachtet jedes Lebewesen individuell. Seine Charaktereigenschaften sind genau so wichtig wie überstandene oder chronische Krankheiten. Auch die Modalitäten (Umstände unter denen ein Leiden besser oder schlechter wird) sind ernst zu nehmen. Das große Feld der Homöopathie sind jedoch die Charaktereigenschaften, die nicht mehr im Grünen Bereich sind: Eifersucht, Ängste, Traumata und Untugenden, und so weiter." - Sollten Sie auch solch ein wundersames Tier in Ihren Reihen haben und da mal etwas Anderes probieren wollen, als immer nur Wischen, der wendet sich an Frau Heßmann. - Am besten bereits vor dem Reiseantritt, da sie auf der Insel nur ein deutsches Handy dabei hat. - Hier nun die Kontaktdaten:
Tierheilpraxis
Elke Heßmann
Gräfin Bertha-Straße-Straße 30
D 48565 Steinfurt
Tel in D. 02552 - 97 81 95
tierheilpraxis.elkehessmann@t-online.de







Nein, das ist natürlich nicht Mia, auch andere Väter haben schöne Katzen. - Das ist Rosa, aus dem Norden der Insel, nach den letzten Niederschlägen und wer will jetzt noch behaupten, dass alle Katzen wasserscheu seien





Sonntag 03.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Amor y vino, sin desatino

Liebe und Wein, dass kann kein Irrweg sein. - Klappt endlich auch mal mit einem Reim auf Deutsch. - Das hat sicher jemand geschrieben, der verliebt war, das dritte Glas Wein bereits intus, aber noch nicht zu spät nach Hause gekommen ist. - Nicht wirklich weise, aber Wein verkauft sich so deutlich einfacher…





Pez trompeta, also: Aulostomus strigosus, wenn man ihn direkt von unten sieht
(Puerto Naos, November 2014)
Bild von Dr. med. Herbert Schaar





Samstag 02.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 17,2 Grad - niedrigste Temperatur 12,6 Grad

Und wieder sinkt die Anzahle der Straftaten und wieder merkt es keiner
Aber Los Llanos hält Erklärungen bereit

Nach mehreren Jahren der Untätigkeit, hat sich in Los Llanos nun wieder die "Junta Local de Seguridad" (Sicherheitsrat) der Stadt zusammengesetzt. - Der besteht auch Mitgliedern der Polizeikörper, der Verbindungsfrau zu den staatlichen Behörden, den Gemeindevertretern, sowie Abgesandten der Gewerbetreibenden der Gemeinde. - Nachdem man das nette Abschlussfoto gemacht hat, gibt es auch immer noch eine Presseerklärung und die verbreitet zunächst wunderbare Töne. - Los Llanos sei eine sichere Stadt, die Anzahl der Straftaten sei im Jahr 2015 gesunken und ich bezweifle diese Aussage auch nicht, nur lässt man uns in der Presseerklärung lediglich zwei Zahlen wissen, nämlich der Anzahl der Personen, welche sich einem Strafverfahren zu unterziehen haben, ist um 18% gesunken, während die Delikte gegen die Freiheit der Personen und der sexuellen Unabhängigkeit sogar um 80% gesunken sind. - Gerade letzteres freut mich ungemein, wobei hierauf auch nicht näher eingegangen wird. - Die wirklichen Dinger aber, die uns Bürger besorgen, die Einbrüche und Diebstähle, die werden als Einzelstatistik überhaupt nicht erwähnt, und ich muss zugeben, ich wüsste jetzt auch gar nicht, wo man das finden könnte. - Natürlich trügt das blanke Bürgerempfingen schon, wir sind ja schließlich keine Bürgermaschinen, sondern aus Fleisch, Blut und Hoffnung und so ganz können wir das nicht nachvollziehen, dass es weniger Wohnungseinbrüche im Jahr 2015 gegenüber den Vorjahren gegeben haben soll. - Man muss solche offiziellen Presseerklärungen auch immer ganz aufmerksam lesen, eben was zwischen, neben und schräg durch die Zeilen geschrieben ist, und besonders,was gar nicht erwähnt wurde. - Allerdings verpackt man uns einen interessante Tatsache als Trost, wir würden immer von den gleichen "Chorizos" beraubt und beklaut, und das eben immer dann, wenn die gerade mal wieder aus dem Knast wären. - Allerdings weiß ich aus, leider häufiger Erfahrung, dass dieser Trost wir wissen, wer geklaut hat, nur den Sicherheitsbehörden selbst hilft. Dem bestohlenen Gast, der nun, neben Mojo und Zigarren auch noch ganz andere, in dem fall geistige Souvenirs wieder mit nachhause nimmt, aber bestimmt nicht.

Das ist schon richtig, das sind immer die gleichen, manchmal schnappt man die "mit der Hand im Teig", wie wir man hier für in flagranti sagt, dann werden die Burschen dem Richter vorgeführt, der nimmt das auf, fragt Wohnsitz ab, und weil das keine Summen sind, auf die man mit einem "Patriots act" reagiert, laufen die Jungs am gleichen Tag wieder auf der Straße herum und bauen weiter Mist. - Die bekommen schon ihre Verhandlung, allerdings meist erst in ein paar Jahren, die ersten Male zur Bewährung, und dann verschwinden die mal für eine paar Monate, und irgendwann für ein paar Jahre. - Und mitten drin sind die immer wieder zuhause und auf der Straße, und wenn ich weiß, dass ich in einem halben Jahr und jedes weitere halbe Jahr schon wieder ein Verfahren habe, dann ist da meist nichts mit Läuterung und Arbeitssuche, sondern man klaut einfach weiter. - Meist spielen Drogen dabei eine Rolle, und natürlich hat das was mit Perspektivlosigkeit zu tun, allerdings bietet die hiesige Justiz darauf keine Antwort, und Opfer, aber auch die Polizei verzweifeln an dem Umstand, dass dieses System so weiter funktionieren kann. - Darüber hinaus fehlt in der Justiz jede Menge Personal, wenn zwischen Tat und Verhandlung bis zu fünf Jahren vergehen, dann braucht man das eigentlich gar nicht zu machen, sondern könnte gleich dazu übergehen, daraus einen ordentlichen Beruf zu machen und Steuern von den Einbrechern zu verlangen. - Vielleicht habe ich gerade mit diesem Gedanken ganze Volkswirtschaften gerettet, oder Gemeindesäckel, aber das war eigentlich purer Zynismus.

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, wir alle können dazu beitragen, dass Diebstähle und Raub weniger werden, in dem wir uns einfach nichts klauen lassen. - Ich spreche aus Berufswegen dazu auch besonders Inselgäste und Besucher an. - Lassen Sie keinerlei Bargeld, auch nicht, nach Ihrem Glauben gut versteckt, im Ferienhaus liegen, selbst wenn Sie auf der Terrasse sitzen, Ihren verdienten Feierabendschoppen trinken. - Tragen Sie Ihr Geld am Körper, in der Geldbörse, im "Röllchen" in der Hosentasche oder meinetwegen im Brustbeutel, aber nicht in der Kaffeedose "versteckt" oder in der Handtasche. - Noch weniger, wenn Sie außer Haus gehen, es gibt auf dieser Insel keine Ferienhäuser, welche nicht zu knacken sind und wenn die Diebe einmal Erfolg gehabt haben, und das haben sie inzwischen in, wahrscheinlich jedem Haus, dann kommen die wieder. - Gegenmaßnahmen taugen bis zu einem gewissen Grad, aber die Jungs rüsten nach, können elektronische Tresore inzwischen geschickt öffnen und selbst solche ohne Elektronik, die geben nach dem fünften gezielten Schlag mit dem "Bello" (Vorschlaghammer) nach, und glauben Sie mir, die wissen, wohin sie kloppen müssen. - Wenn es dann vorgekommen ist, dass der Dieb, halt mit dem üblichen Risiko wieder in das Haus einsteigt, im wiederholten Fall aber kein Geld vorfindet, dann versucht er es zukünftig gar nicht mehr an dem Haus, sondern wendet sich denen zu, wo es vor kurzem noch was zu holen gab. - Es geht fast immer nur um Bargeld, ganz selten werden elektronische Geräte mitgenommen, eher noch eine Flasche Schnapps und Bonbons, so wie wir das öfter schon erlebt hatten, da solche Geräte auf dieser kleinen Insel schier unverkäuflich sind, ohne dass man diese dem Dieb oder Hehler zuordnen könnte. - Lassen Sie uns diese Brüder austrocknen, kein Geld im Haus, kein Erfolg für die "Chorizos".



Samstag 02.04.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1014 hPa

Gastbeitrag von Franz Dieter Siebert-Gasper

Neu auf La Palma: Das Studio Origen in Los Llanos


Adresse des Studios Origen: Calle Sarbelio Pérez Pulido, s/n. Edificio La Carilla, local 5
Oberer Teil Los Llanos´ am östlichen Kreisverkehr in die Stadt einfahren, weiter gerade aus, bis die Straße breiter wird und rechts und linke viele Fahrzeuge geparkt sind.

Telefon:
680 922 573 (Festnetz) oder 606 848 548 (Mobil)

E-Mail-Adresse:
origenab@gmail.com

Webadresse:
facebook.com/origenstudiolapalma









Freitag 01.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 16,9 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Gobierno de Canarias erklärt Deutschland zum sicheren Herkunftsland
Wir müssen leider alle wieder gehen

So richtig überraschend kommt das nicht. Die Zeiten der großen Freizügigkeiten sind vorbei, europäische Werte und Regulierungen werden hinweggefegt, und nun zieht auch die Regierung der Autonomen Region Kanarische Inseln die Notbremse, die Inseln seien zu voll, wer aus sicheren Herkunftsländern komme, habe somit auch kein Aufenthaltsrecht mehr. - Allerdings betont man gleichzeitig auch, das richte sich nicht gegen Urlauber aus Deutschland, sondern nur gegen die vielen Residenten, welche hier auf den Kanaren Refugium gesucht haben. - Wer als Urlaubsgast kommt, der ist weiterhin willkommen, muss allerdings damit rechnen, dass nach dem Zufallsprinzip Kontrollen stattfinden, in denen dann nach einem gültigen Rückflugticket gefragt wird. - Alle anderen müssen wieder gehen, das Auswärtige Amt will dabei auch Unterstützung leisten, allerdings ist man sich noch nicht klar, ob man denn die Pyrenäen-, oder die Mittelmeerroute empfehlen solle. - Wer die Rückführung aus eigener Kraft finanzieren kann, der sollte am besten direkte Flugverbindungen nehmen, da man sich nicht sicher ist, ob Frankreich nicht Grenzzäune errichten wird. - Offen sind auch noch die Bedingungen und die Zeiträume, aus gut unterrichteten Kreisen hört man, dass man wohl das Jahresendende anpeilt, bis alle Deutschresidenten wieder in das Ursprungsland repatriiert werden. - Seitens des Gobierno de Canarias wird es da wohl wenig Hilfe geben und im Moment noch arbeitet man die Rahmenbedingungen aus, wer denn alles nach Hause müsse. - Die Frage bleibt offen bislang, ob denn einzig die Staatsbürgerschaft zählt, also der Pass, oder ob hier geborene Menschen bleiben können, welche dennoch deutsche Papiere haben. - Dann könnten wenigstens unsere Kinder bleiben. - Darüber hinaus spricht man auch von Härtefallregeln, es könnte gut sein, dass man Menschen im Moment nicht nach Sachsen Anhalt schickt. - Darüber stellt sich auch die Frage, ob denn Sozialisten in den Bayrischen Wald zurück müssen, es ist aber nicht anzunehmen, dass sich da das Gobierno de Canarias in Detailtreue den unterschiedlichen Bedingungen in Deutschland befassen wird. - Allerdings ist die Gründung der Behörde über die Rückführung der Deutschen bereits beschlossene Sache, die Viceconsejería de Repatriación wird darüber wachen, dass alle Betroffenen noch bis Ende des Jahres wieder diese Insel verlassen haben. - Ana Rosa Veteconca Rajo wird dieser Korporation vorstehen, und es ist nicht wirklich ein gutes Zeichen, dass ausgerechnet die Nationalisten der Coalición Canaria dieses Organ übernehmen.

Fraglich sind natürlich nun auch die Eigentumsansprüche, die meisten Deutschen haben leben hier in Eigentum und könnten das dann ja gar nicht mehr nützen, darüber hinaus gibt es ja auch noch viele weitere Bundesbürger, welche hier gar nicht leben, aber dennoch eine Liegenschaft besitzen. - Darüber konnten wir exklusiv von einer Mitarbeiterin aus dem Stab Ana Rosa Veteconca Rajos erfahren, dass es vorerst keine Enteignungen geben wird, man sich aber für die Zukunft vorbehalte, leerstehenden Wohnraum irgendwann in den sozialen Wohnungspool einfließen lassen könne. - Das Auswärtige Amt wird allerdings rechtliche Beratung organisieren, man hat vor eine Sammelklage vorzubereiten, um die Eigentumsverhältnisse vor dem Völkerrecht absichern zu lassen. - Es gibt allerdings auch einen anderen Plan, da im Gegenzug nun die Bundesdeutsche Regierung ebenso erwägt, die Kanarischen Inseln auch zum sicheren Herkunftsland zu ernennen, vielleicht auch alle Canarios Deutschland verlassen müssten. - Dann könnte man einen Austausch von Wohnraum organisieren, man denkt darüber nach, das über ein Webseite zu machen, wobei ich dann natürlich um meine sieben Katzen zittern würde, denn ich kann es mir nicht vorstellen, mit sieben Katzen die Pyrenäenroute zu bewältigen. - Vielleicht wäre es doch besser, sich dann dieser Sammelklage anzuschließen, um wenigstens einen Teil der Wertes seines Besitztums irgendwie mitnehmen könnte. - Werden wir wohl auch machen, denn in einschlägigen Foren und sozialen Medien melden sich bereits die ersten Schlepper, welche Komplettangebote für Hausübernahme und angeblich sicheren Transport über die Mittelmeerroute anbieten. - Hoffnung besteht ja auch noch, da Angela Merkel ja im Moment auf unserer Nachbarinsel La Gomera weilt, vielleicht kann sie sich ja noch schnell mit Verantwortlichen des Gobierno de Canarias treffen, um für unsere Sache vorzusprechen. - Hier noch die Webseite des Auswärtigen Amtes, wo man weitere Informationen über die Pyrenäen/Mittelmeerroute erfahren kann, sowie das Projekt um eine Sammelklage wegen der Liegenschaften der Deutschen auf La Palma.




So könnte das dann aussehen, über die Mittelmeerroute





Freitag 01.04.2016 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Franz Trommer

"Sensationelle Beobachtung am Strande von La Palma"
el experto se sorprende, el inexperto se asombra


Im vergangenen Jahr konnte ich zum gleichen Datum von der Entdeckung der auf La Palma als ausgestorben geltenden Rieseneidechse berichten. Heute informiere ich über das zufällige Auffinden eines Salzwasserleguanes an der Küste von La Palma. Eigentlich wollte ich ja nur den Sonnenuntergang am Meer fotografieren, als mir eine eigenartige Bewegung am Strande auffiel. Ein etwa ein Meter langes Tier schlug aufgeregt mit dem Schwanze um sich. Ich hob die schussbereite Kamera und drückte ab. Daraufhin verschwand es sofort in der Brandung und ließ mich staunend zurück denn ich hatte keine Ahnung, was das für ein Tier gewesen war.
Erst eine Nachfrage bei der Universität Teneriffa ergab dann, dass es sich vermutlich um ein zu den Drüsenkopfleguanen gehörendes Exemplar handeln könnte. Drüsenkopfleguane sind ausgezeichnete Schwimmer und ernähren sich vorwiegend von Wasserpflanzen. Der hier beobachtete Breitmaulleguan mit dem wissenschaftlichen Namen Conolophus marianus ist zwar mit den Galapagosleguanen verwand, als eine Unterart dieser Spezies ist er aber auf vegetarische Kost nicht angewiesen. Als echtes Wasserreptil ernährt er sich, wie die Wasserschildkröten auch, hauptsächlich von Quallen und auch von Plankton, das er mit seinem breiten Maul aus dem Wasser herausfiltert, wobei mit der Nahrung zu viel aufgenommenes Salz mittels einer Drüse am Kopf wieder ausgeschieden wird, daher der Name. Als Bewohner tropischer Küstengewässer muss er sich auch nicht, wie seine Verwandten auf den Galapagosinseln, die im kalten Humboldtstrom tauchen, an Land wieder aufwärmen. Ihm genügt es, an der Wasseroberfläche treibend, sich die Sonne auf den Rücken brennen zu lassen, wobei die braun-schwarz gefärbte Oberseite seines Körpers hilft, genügend Wärme zu tanken. Die Unterseite des Körpers ist dagegen hell gefärbt. Damit ist er gegen die Wasseroberfläche hin von Raubfischen nur schwer auszumachen. Da er keine Panzerung wie die Schildkröten besitzt, kann er bei Gefahr mit seinem Kehlsack unerträgliche Töne im Ultraschallbereich erzeugen, die jeden Hai sofort in die Flucht schlagen.
Das Leguane auch weite Reisen unternehmen können, belegt der Fund eines ausgewachsenen Leguanes im Januar diesen Jahres auf der Insel Mellum. Das hier auf La Palma entdeckte Tier war vermutlich mit der Äquatorialströmung verdriftet worden, sicherlich eine Folge des Klimawandels.
Sollten weitere Beobachtungen dieses Tieres gemacht werden, so bittet das Zoologische Institut der Universität Teneriffa, telefonisch erreichbar unter 922319000 um Nachricht. Wer darüber hinaus von mir noch weitere Informationen über La Palma und andere Inseln wünscht, dem empfehle ich mein Buch "Die Sehnsucht nach dem Anderswo", erhältlich im Internet bei Amazon oder im deutschen Buchhandel, ISBN 978-3-86785-145-9








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