La Palma Aktuell   Nachrichtenarchiv April 2013

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Dienstag 30.04.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 19,1 Grad - niedrigste Temperatur 14,3 Grad

Kurz
Geolodía, ändern wir La Palma und ein bisschen El Hierro

Was denn in aller Welt ist "Geolodía", habe ich mich heute Nachmittag gefragt, als ich die Presse durchgesehen habe. - Zunächst fürchtete ich einen Schreibfehler, denn das "D" liegt ja schon in der Nähe des "G" aber beim Weiterlesen kam ich dann auch drauf, das ist ein gar nicht mal blödes Wortspiel, und heißt etwa "Geolotage". - Die Idee stammt vom Festland, dort macht man das schon einige Jahre und hier organisiert man das zum ersten Mal, einen Ausflug in die Natur, von Geologen organisiert und geführt, und interessierte Bürger können da mitmachen. - Hier auf La Palma geht es in die Caldera de Taburiente, bietet sich ja an, und auf einem vier Kilometer langen Fußmarsch wird einem der Ursprung der Insel und auch die Entstehung eines der größten Senkkrater der Welt erklärt. - Vor nicht allzu langer Zeit hatte man in der Caldera Versteinerungen von Pflanzen gefunden, die eindeutig darauf hinweisen, dass die Caldera mal teilweise mit einem See angefüllt gewesen sein muss, also noch in der Zeit, als es noch keinen Ausgang hin nach Tazacorte gab. - Die beiden Geologen die das durchführen, das sind Julio de la Nuez Pestana und Ramón Casillas Ruiz, beide von der Universität La Laguna auf Tenerife. - Das Ganze findet am 11. Mai statt, Treffpunkt ist, Busbahnhof in Los Llanos um 09:00 Uhr und die Chose ist gratis. - Allerdings muss man sich anmelden, sonst kommt man nicht mit, das macht man beim Cabildo Insular 922423100 die Durchwahl wäre mit der 1155 am Schluss und der Ansprechpartner ist Mónica Sánchez. - Gute Sache und äußerst lobenswert.

Und gleich das nächste Lob an die Inselregierung, auch wenn die Geschichte die man vorhat nach hinten losgehen kann, denn man will von jungen Menschen wissen, wie man denn La Palma verändern könnte. - Mir fiele da schon gleich was ein, mit Stühlerücken im Cabildo, aber ich bin ja schon über dreißig, also darf ich bei der Aktion gar nicht mehr mitmachen. - Die Voraussetzung lautet nämlich, man muss zwischen16 und 30 Jahre alt sein, dann kann man Vorschläge machen, wir, die "knapp" darüber sind sollten lieber keine Änderungen mehr verlauten lassen, ich glaube auch zu wissen, warum… Die Inselregierung macht das zusammen mit der "ADER La Palma" (Asociación para el Desarrollo Rural de la Isla de La Palma) = Verband für die ländliche Entwicklung der Insel La Palma. - Das ist ein recht rühriger Verband, wird auch von der Inselregierung bezahlt, in letzter Zeit sehr schleppend allerdings, aber wie wir hier sehen, haben die wieder zueinander gefunden. - Also diese jungen Leute sollen ihre Ideen in Form eines Videos ausdrücken, und an ADER schicken und zwar über Twitter #ideasparacambiarlapalma oder über die Facebook-Seite "Ideas para cambiar La Palma" allerdings habe ich unter dem Namen keine Seite finden können. - Vielleicht ist die Nachricht auch einfach noch viel zu frisch und die haben das noch gar nicht freigeschaltet. - Ich bin mal sehr gespannt, was sich unsere Zukunft (Jugend) für unsere Zukunft(Insel) da einfallen lässt, wie man denn La Palma verändern kann.

Unter El Hierro war es die vergangenen Wochen sehr ruhig, man möchte fast schon von langweilig sprechen, allerdings sehen das die Einwohner der Insel natürlich anders. - Die Zeit der starken Beben, welche noch von Mitte März bis Mitte April von einer erneuten Eruption sprechen ließ, die scheint wieder vorbei zu sein, denn es gab kaum noch Beben in den letzten Wochen. - Heute allerdings meldete sich der "Untergrund" der Insel mal wieder mit Beben von 2,9 und 3,4 wobei das Geographische Institut komischerweise das kleinere Beben mit "gespürt" angibt. - Das waren die stärksten Beben seit ein paar Wochen, allerdings auch wieder vereinzelt und nach den Beben war dann auch wieder alles ruhig. - Man kann so also nicht davon sprechen, dass es erneut eine Änderung in der Phase gibt, es war einfach nur ein erneutes Ausrufezeichen, es ist noch nichts vorbei dort unter der Insel. - Interessant dabei wieder zu beobachten, wie unterschiedlich die Kalibrierung der Seismographen sind. - Irgendwann haben die den auf El Hierro so "hart" eingestellt, dass man kleinere Beben mit dem Auge fast nicht mehr erkennen kann. - So sehen wir bereits seit einiger Zeit, dass diese Beben unter El Hierro auf unserem Seismogramm größere Ausschläge produzieren als auf El Hierro selbst. - Warum man das so macht, ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

Fulanito de tal dice hoy: Andar de capa caida

Mit gefallenem Mantel gehen - Den Kopf hängen lassen




Hier die Station "CHIE" auf El Hierro mit den Ereignissen von heute




Und hier La Palma mit der Station "TBT" welche die Station "EHIG" ersetzt, welche beim Feuer im vergangenen Sommer abgefackelt ist. Beide Graphiken stammen vom "IGN" Instituto Geográfico Nacional




Dienstag 30.04.2013 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 26 % - Luftdruck 1013 hPa

Immer diese Radfahrer
Los Llanos hat einen, Santa Cruz braucht einen

Wir sprechen hier von einem Radweg, den man in Los Llanos am liebsten wieder abschaffen würde, weil sowieso niemand darauf fährt, aber Parkplätze verloren gegangen sind, und in der Hauptstadt weiß man nicht so recht, wohin mit den Radfahrern. - Aber wir müssen das eingrenzen, auch Santa Cruz ist keine Radlerstadt, wie Münster zum Beispiel, ganz im Gegenteil, aber mit den modernen Kreuzfahrtschiffen der Aida-Klasse kommen eben nicht mehr nur Besucher mit Rollatoren, sondern auch junges und knackiges Publikum, welches dann per Fahrrad die zu besuchenden Destinationen abklappert. - Das können die hier gut haben, gleich die Hügel hinter der Hauptstadt hoch, da zeigt sich dann sehr schnell, wer was in den Beinen hat, aber natürlich gehört auch ein Ausflug in die Hauptstadt dazu. - Dann radeln also diese Gruppen auch durch die Calle Real, dem Schmuckstück unserer Hauptstadt, mit all den historischen Gebäuden, welche einen wohl ahnen lassen, welche Bedeutung und welchen Charakter das früher einmal besaß. - Dabei gibt es aber ein Problem, die Calle Real ist Fußgängerzone und in der Fußgängerzone ist Radfahren nicht erlaubt, auch für Kreuzfahrer nicht. - Darüber ist man ziemlich unglücklich, denn man will ja diese Fahrradfahrer auch dort haben, die sollen nicht nur auf die Hügel hinter der Hauptstadt fahren um dann gleich wieder aufs Schiff zurück zu kehren, die sollen ja auch in die Stadt, konsumieren und einkaufen, denn Tourismus ist halt zunächst auch eines, ein Geschäft. - Hier aber stößt man eben an Grenzen, man kann nicht einfach hingehen und sagen, die vom Schiff, die dürfen hier fahren, und andere Fahrradfahrer, so selten diese auch kommen mögen, die dürfen das nicht. - Nun überlegt man, wie man denn sowohl dem Gesetz, wie auch dem Wunsch der Einzelhändler und Gastronomen gerecht werden könnte, ist aber da noch nicht so wirklich weiter gekommen. - Vorschläge gibt es wohl, die Gruppen von den Schiffen sollten eben so früh wie möglich durch die Calle Real fahren, dann sind weniger Menschen unterwegs, aber dann macht das doch auch keinen Spaß, wenn alle Läden noch zu sind. Neulich hat dann ein Lokalpolizist mal eine Gruppe Fahrradfahrer "hops" genommen, die saßen einfach nur in einem Lokal und haben etwas getrunken, aber eben ihrer Fahrräder dort abgestellt und das gefiel dem Ordnungshüter nicht. - Die mussten die Fahrräder dann um die Ecke bringen, auf einer "richtigen" Straße abstellen, während der Kaffee kalt wurde, so sollten eben Besucher auch nicht behandelt werden. - Ein Fahrradweg muss her, der muss ja auch nicht zwingend so blau sein wie der in Los Llanos, aber so könnte man das doch sicher regeln und ich weiß eh nicht, ob es denn noch mehr Schiffe gibt als die Aidas, welche uns besuchen kommen und Ausflüge mit dem Rad organisieren. - Die Anwohner aus Los Llanos, die würden deren Radweg gerne an die Hauptstadt verschenken, und hier wird wieder mal eines unserer Planungswunder klar, in Santa Cruz brauchen wir einen Fahrradweg und in Los Llanos haben wir einen. - Man könnte natürlich auch einen palmerischen Königsweg basteln und einfach die Stadtpolizei anweisen, Dienstagmittag, also wenn die Aida bei uns ist, da ist Brotzeit für die Polizei, oder die macht Dienst in der anderen Ecke der Stadt, und schon ist alles wieder in Ordnung.



Montag 29.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Endlich mal wieder eine gute Nachricht im geprügelten Tourismus auf La Palma
SunExpress schickt sechs Flugzeuge in der Woche nach La Palma

Ganz frisch ist diese Geschichte, die Druckertinte ist noch feucht, drum gibt es auch noch einige Fragezeichen zu beantworten, aber hier erst mal die gute Nachricht. - SunExpress oder SunExpress Deutschland, auch das wird nicht genau gesagt, wird ab dem Winterflugplan 2013/2014 aus sechs deutschen Städten jeweils eine 737 schicken, welche dann zunächst nach La Palma und dann weiter nach Lanzarote fliegt. - Wir haben also nicht die volle Kapazität für uns, aber das soll nun auch die gute Nachricht nicht unbedingt schmälern, die Fluggesellschaften sind natürlich vorsichtig, und wenn man so weit fliegt, dann bietet es sich vom betriebswirtschaftlichen aus gesehen sogar an, dass man gleich mehrere Ziele bedient. - Dennoch wären das rund 600 Flugsitzplätze mehr in der Woche als noch nach dem alten Flugplan und damit sind wir fast wieder auf alter Stärke. - Der Reiseveranstalter FTI macht das möglich, man verhandelt schon lange mit denen und hatte eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet, dass das was wird, aber der Weggang der TUI wird da wohl den Ausschlag gegeben haben, die wollen diese Gäste nun für sich gewinnen und ich habe es doch gleich gesagt, wenn die TUI nicht der richtige Partner ist, dann werden Andere kommen. - Ob FTI auf die Dauer den Markt hier besser bedienen kann, auch das müssen wir abwarten, aber man spricht von einem ganzen Jahr, welches man nun sicher hätte, also auch im Sommer 2014 und das würde bedeuten, dass wir dann im Sommer mehr Flugkapazitäten anbieten können, als die anderen Jahre. - Nur den Sommer 2013 eben noch nicht, der wird hart werden für uns hier im Tourismus auf La Palma, aber vielleicht wird das ja nun leichter zu ertragen, da wir uns auf den Winter wieder mehr freuen können. - Jetzt müssen wir natürlich hoffen, dass die anderen Fluggesellschaften angesichts der neuen Konkurrenz nicht feuchte Finger bekommen und noch mehr zusammenstreichen, aber ich gehe momentan nicht davon aus, habe allerdings einige Sorgen für den kommenden Sommer. - Immer Freitags sollen diese sechs Maschinen zu uns kommen, das macht mich auch ein bisschen nervös und man könnte da nun vermuten, dass die einfach nur meinen, man könne von sechs deutschen Städten aus zu uns kommen, aber in Wirklichkeit sind das nur Gabelflüge und es kommt dann hier nur eine Maschine an. - Allerdings widersprechen die genannten Zahlen dieser Befürchtung, es sollen wohl wirklich sechs Maschinen kommen, alle um die Mittagszeit, dann können die am Flughafen mal zeigen, was die drauf haben. - Die sechs deutschen Städte, aus denen geflogen wird sind: Düsseldorf, Köln, Stuttgart, München, Leipzig und Frankfurt. - Das finde ich ein bisschen verwirrend, da Düsseldorf, München, Stuttgart und Frankfurt eigentlich bereits gut an La Palma angebunden sind, ich hätte da eher Hamburg, Hannover und Berlin erwartet, aber das Leben, besonders das touristische auf La Palma, ist keine gezuckerte Einhornstutenmilch die man mit Schirmchen und Paradiesperlen serviert. - Ich nehme an, die haben sich was dabei gedacht, ich bin halt ein unverwüstlicher Optimist, aber das war Voraussetzung, sonst hätte meine Frau mich nie geheiratet… Es kommt richtig gute Laune auf in der Branche, wir mussten einen Tiefschlag nach dem anderen einstecken und nun befreit diese gute Nachricht doch ein ziemliches Stück.

Fulanito de tal dice hoy: Andar a la greña

Wie ein Haarschopf gehen - Wer wie ein Haarschopf geht, der stänkert dauernd und mit jedem herum, hat einen schlechten Charakter und so könnte der Ursprung dieses Spruches irgendwie auch mit dem "sich in die Haare kriegen" zu tun haben. - Ich kannte den Spruch überhaupt nicht, weil ich eben nicht so bin…



Montag 29.04.2013 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1014 hPa

Gebt uns Katholiken endlich Handys
Damit die Hunde im Mai nicht leiden müssen

Anfang Mai kommt es immer knüppeldick für Hunde auf der Insel. - Der nette und intelligente Freund des Menschen mag zwar mutig, edel und treu sein, aber er gehört auch zu den eher schreckhaften Lebewesen, knallt es plötzlich irgendwo unvermittelt, dann klemmt er den ganzen Mut zwischen die Hinterbeine und sucht Schutz hinter Sofa, Schrank oder in der Flucht. Protestanten oder Atheisten soll es ähnlich ergehen, aber denen kann man wenigstens noch erzählen, warum es Anfang Mai bei uns öfter einfach mal kracht. Böller sind wohl eine chinesische Erfindung, aber im Zelebrieren unserer fröhlichen Gläubigkeit ein ganz wichtiges Begleitmaterial, ich glaube, die Kirche hat hier schon mehr geschossen als alle Piraten und weitere Konquistadoren zusammen, mit dem positiven Unterschied, dass diese Böller nur Krach machen. - Im Mai zelebrieren wir die Kreuzfeste, je nach Gemeinde mehr oder weniger heftig, und auch nie gleichzeitig, das sorgt dafür, dass man länger und in unregelmäßigen Abständen auditiver Zeuge unseres lauten Glaubens sein kann. In den Breñas und auch in der Hauptstadt ist gar der dritte Mai ein Feiertag und wird von manchen sogar als höchstes Fest mit kirchlichem Hintergrund betitelt. In Santa Cruz feiert man diesen dritten Mai auch das fünfhundertzwanzigjähige Bestehen der Stadt, mit reichlich Programm und Fiesta. - Dort schmückt man die Kreuze mit besonderer Inbrunst bis hin zu Juweleneinlagen, natürlich des Nachts argwöhnisch von den Nachbarschaften bewacht. Vielleicht ist es Ihnen ja mal aufgefallen, dass jeder Ortsteil hier seinen eigenen Kreuzweg hat, bestehend aus 14 Stationen. Meist kleine und schlichte Ausbuchtungen in Mauern am Wegesrand, aber auch das Jahr über immer von einer anonymen Hand gepflegt. Einmal im Jahr, halt Anfang Mai, werden die Kreuze aber besonders geschmückt und später kommt der Pfarrer zur Segnung und klerikalen Endabnahme. - Dabei werden dann die Böller gezündet, um jedem in der Umgebung klar zu machen, dieses Kreuz hat um ein weiteres Jahr seine Dienstfähigkeit unter Beweis gestellt. Und weil wir viele Ortsteile haben im ganzen Aridanetal und die Böller überall im Tal hörbar sind, werden wir alle Zeugen dieses Brauchtums, welches sich in keiner Weise nur auf La Palma beschränkt ist. - In den Breñas gibt es am Freitag dann sogar so etwas wie ein Zwiegespräch der Böller, von den verschiedenen Kreuzwegen aus böllert man sich gegenseitig zu. Also, wenn es im Mai auf La Palma öfter mal kracht, dann sind nicht die Mauren im Anmarsch, man hat sich seitens der katholischen Kirche einfach noch nicht auf eine Verständigung mit Mobiltelefonen geeinigt, so ein Böller ist auch unmissverständlich und hat keine Netzprobleme. Man könnte Anfang Mai sogar von einer klerikalen flatrate (Amen-a) sprechen, aber das erklären Sie mal dem Häufchen Elend was da hinter dem Sofa kauert und nicht mal mehr mit dem Schwanz wedeln will.







Sonntag 28.04.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 23,0 Grad - niedrigste Temperatur 16,3 Grad

Haben wir zu viel Geld?
Industriebauten stehen leer, aber wir wollen noch weitere Anlagen

Den größten Teil der Geschichte kennen wir ja bereits und nun wird das erneut aktuell, weil man wohl die vier Industriegebäude am Callejón de la Gata nicht an die Frau oder den Mann bekommt. - Vor ein paar Jahren baute das Cabildo Insular dort im umstrittenen Industriegebiet vier Gebäude, welche viele Abteilungen enthalten, welche dazu gedacht waren, an Kleinindustrielle vermietet zu werden. - Man hoffte auf diese Art und Weise das ziemlich groß geratene Industriegebiet mit Leben und Arbeit schaffenden Industrien zu füllen, aber niemand interessierte sich für dieses Angebot der Inselregierung. - Anfang dieses Jahres dann bot man diese leer stehenden Werkstätten und Büros sogar für umsonst an, nur die laufenden Kosten hätte man bezahlen müssen und das hätte zunächst für zwei Jahre gegolten mit der Möglichkeit einer weiteren Verlängerung von noch mal zwei Jahren. - Aber es scheint sich auch dafür niemand oder nur ganz wenige gemeldet zu haben, denn jetzt tritt die Inselregierung erneut mit diesem Vorschlag an die Presse und geht eine neue Runde an, endlich diese Gebäude mit Leben zu füllen. - Interessante Vorschläge macht man auch, was denn dort betrieben werden könnte, neben anderen Industrien nämlich Fischzucht und die Weiterverarbeitung von Fleisch- oder Fisch. - Dabei kämpft man doch seitens der gleichen Institution auch daran, die beiden Asphaltwerke in unmittelbarer Nachbarschaft in Betrieb zu schicken und ich glaube niemand hätte wirkliches Interesse daran, Fisch oder Fleisch zu bearbeiten, während nebenan Asphalt gemischt würde und sicherlich gäbe es auch keine Käufer für diese Produkte, wenn die Kunde weiß, wo das hergestellt worden ist. - Da zeigt sich die fatale Wirkung auch dieser Asphaltwerke für den Rest, oder das Gelingen dieses Industriegebietes, denn eigentlich würde sich ja nur weitere Industrie ansiedeln, welche auch kontaminierenden Charakter besitzt. - Dazu allerdings liegt dieses Gelände viel zu nah an Wohngebieten, man hätte eben von vorne herein das bedenken sollen, welche Art von Industrien man denn diese Gegend überhaupt zulassen kann. - So stehen diese Gebäude leer, weiter steht der Großteil der ehemaligen Zigarettenfabrik in El Paso leer, ein Gebäude, welches auch dem Cabildo Insular gehört und dann haben wir ja großspurig auch über viele Pressemeldungen erfahren, dass man nahe am Flughafen ein weitere Infrastruktur für Industrieansammlungen bauen will, und das als Technologiepark ein bisschen sauberer verpackt. - Zwar wissen wir da auch noch nicht, wer sich dort ansiedeln will, aber das ist leider so ein bisschen unsere Art, wir ziehen die Dinge nicht vom Bedarf oder der Nachfrage her auf, sondern klotzen mal was hin, und gucken dann, ob es einer brauchen kann. - Daran krankt zum Teil der Tourismus hier und auch unsere Landwirtschaft, da zu wenige konstruktiv geplant wird, alle bauen alles zur gleichen Zeit an, und dann wundert man sich, wenn die Erzeugerpreise dann in den Keller rutschen. - Aber der Technologiepark, den müssten wir selbst gar nicht bezahlen, sondern das Geld käme auf Umwegen aus Europa, also macht man sich zum Inselvaterlandsverräter, wenn man hingeht, und die eigentliche Unsinnigkeit dieser Industriebauen hinweist.

Fulanito de tal dice hoy: A llorar a la igelsia

Zum Weinen in die Kirche - Das sagt man zu Leuten, welche einen Umstand reklamieren, der eigentlich nicht zu reklamieren ist, weil es, zum Beispiel eine Tatsachenentscheidung eines Schiedsrichters ist, oder wenn eine Reklamationspflicht bereits abgelaufen ist.



Sonntag 28.04.2013 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1012 hPa

Sozialproblem Nummer eins
Wie kommt der Jugendliche zum Strand

Mit dem Bus natürlich, denn wir sprechen hier von den Jugendlichen, welche keine, oder geringe finanzielle Möglichkeiten haben, und denen damit die vier Euro fehlen, welche der Bus von Los Llanos an die Strände der Stadt kostet, und wieder zurück. - Die Jugendstadträtin der Gemeinde Los Llanos will nun von der Inselregierung fordern, dass in den Monaten Juli und August diese Jugendlichen umsonst mit dem Bus zum Strand fahren können, was gleichzusetzen damit ist, dass die Inselregierung diese Strecken bezahlt. - Als Argument gibt sie an, dass es ungerecht sei, dass die Jugendlichen aus den Breñas für 2,60 Euros zum Strand hin und wieder zurückfahren können, die aus Los Llanos aber 4 Euros berappen müssen. - In der Tat eine interessante Geschichte, sicher ist es richtig, dass man diesen Jugendlichen Unterstützung zukommen lassen muss, aber wäre da nicht eher Unterstützung notwendig, dass diese Jugendlichen ihre schulischen Leistungen verbessern können, also mit Nachhilfe in den Ferien oder bei der Arbeitssuche zu unterstützen mit Ausbildungen, anstatt die zwei Monate an den Strand zu schicken? - Darüber hinaus ist diese Forderung an die Inselregierung ja auch eine schallende Ohrfeige an alle anderen Gemeinden, die noch weiter von den Stränden entfernt sind als Los Llanos, da hat jemand nicht richtig nachgedacht, denn so etwas kann man natürlich nicht nur in einer Gemeinde machen, sondern muss das inselweit machen und vielleicht sollte man eben vorher nachdenken, wie man sinnvoller öffentliche Gelder über Jugendliche in finanzieller Not ausschüttet, als diese an den Strand zu schicken. - So kann man sich eigentlich sicher sein, dass die Inselregierung über diese Forderung nur sehr kurz nachdenken wird und sich an Los Llanos mit dem Satz wenden wird: - Wenn ihr eure Jugendlichen umsonst an den Strand schicken wollt, dann bezahlt das doch selber! - Schulspeisungen auch im Sommer, um den Jugendlichen ein warmes Essen zu bieten, und gleichzeitig will man die aber an den Strand schicken, da sollte man sich vorher besser absprechen. - Helfen ist gar nicht so einfach, das erfahren wir immer wieder und irgendwie habe ich so gar keine Vorstellung davon, dass wir soziale Schieflagen am Strand geradebiegen können.



Samstag 27.04.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 18,6 Grad

Die rote Flut
Klatschmohn färbt den Kuhkopf rot

La Palma ist jederzeit in der Lage uns zu überraschen, und aus einer wunderschönen Insel eine irrwitzig schöne Insel zu machen. Heute Abend lassen wir den ganzen politischen Quatsch und auch die Krise mal da wo sie hingehört, (wir sind am Arsch…) und reden einfach nur über bunte Blümchen, und warum es die dort in solchen Mengen gibt. - Erfahrene La Palma Urlauber wissen auch den Kuhkopf einzuordnen, ein Weg in Tacande de Arriba heißt so, Cabeza de Vaca, der schlängelt sich von der Straße nach San Nicolás östlich die Cumbre Vieja hoch und wenn man immer weitergeht, dann kommt man zum Llano de Jable und dann weiter zum Birigoyo. - Aber so weit braucht man gar nicht zu steigen, denn selbst von der Straße nach San Nicolás aus kann man den roten Fleck schon sehen, von dem ich schätze, dass der mehrere Hektar groß ist. - Gut, Mohn gab es dort schon immer, aber eben in kleinere Grüppchen sowohl am Wegesrand, wie mitten im Gelände. - Nun aber ist das dort zusammenhängend die bestimmende Pflanze, herausragen nur die bereits wieder sprießenden Pinien und ein paar, eben zur Ewigkeit verbrannte Feigenbäume. - Und was auch noch ins Auge fällt, mehrere tiefe Erosionsrinnen und nun kommen wir auch schon langsam dahinter, was uns denn dieses massenhafte und vor allem so flächige Auftreten des Klatschmohns dort am Kuhkopf eingebrockt haben könnte. - Dass es einen Zusammenhang geben muss zwischen dem Feuer im Juni und der Bodenerosion nach den heftigen Niederschlägen Anfang November letzten Jahres ist klar, das Unterholz und die Büsche dort waren verbrannt und so gab es kein intaktes Wurzelwerk mehr, welches die Erde und den dort auch vorkommenden Lavagrus aufhalten konnten. - Die Straße dort ist immer noch nur einspurig zu befahren, aber wir wagen uns jetzt noch deutlich weiter aus dem Fenster und spekulieren mal, dass dieser massenhaft dort auftretende Mohn auch die Spätfolgen des Feuers sind. - Nicht, dass der Mohn irgendwie das Feuer braucht, allerdings tippen wir eben darauf, dass dort das Feuer sämtliche Futter- und Lichtkonkurrenten des Mohns vernichtet hat, und damit der Mohn sich so dominierend ausbreiten konnte. - Jetzt darf man halt fragen, warum denn dann nicht auch an anderen Stellen und darauf antworte ich, weil dort am den Hängen des Kuhkopf immer schon viel Mohn war und somit auch die Samen vorhanden waren. - Nur eine Theorie, aber mir fällt keine andere plausible Erklärung für dieses Phänomen ein, und eigentlich ist es auch gar nicht wichtig das zu wissen, denn die Bilder sprechen für sich und die Schönheit dieses Anblicks. - Aber es bleibt auch die Gefahr sichtbar, wie denn das Wasser hier auf La Palma nicht nur zur großen Gefahr werden kann, sondern das Wasser diese Insel irgendwann einmal vernichten wird. - Erst bastelt man sich einen kleinen Barranco, und wenn man nichts dagegen tut, dann wird der bei jedem stärkeren Regenfall größer und größer und wird dann irgendwann zu einer Schlucht und immer weiter bröckeln dann die Seiten ein und irgendwann ist unsere Insel dann so flach wie Lanzarote und Fuerteventura und den Rest erledigt dann der Wind. - Aber keine Angst, das drückt nicht mal die Immobilienpreise, wir sprechen hier von vielen Millionen Jahren, haben aber dort am Cabeza de Vaca nun die Möglichkeit, das "Barranco-Forming" zu beobachten. - Außer man tut etwas dagegen, worum ich auch bitten möchte, und es gab doch erst vor einer Weile die gute Nachricht, dass man viele arbeitslose Menschen über das Arbeitsamt von der Inselregierung aus in die Berge schickt, solche frisch gegrabenen "Schlüchtlein" ungefährlich zu machen. - Also genießen wir die volle Show in fast frechen Farben, welche uns diese wunderbare Insel hier ganz in der Nähe schenkt. - Wenn man gute Augen hat, und den richtigen Winkel, dann kann man sogar von Puerto de Tazacorte aus und auch vom El Time den roten Fleck entdecken, den uns der Mohn schenkt. - So, und nun möchte ich viele Ohhhhs und Ahhhhs hören…

Fulanito de tal dice hoy: A lo hecho, pecho

Der Tatsache die Brust - Nein, nicht die Frauenbrust in diesem Fall, sondern man meint damit, dass man sich mit nichtvermeidbaren Tatsachen abfinden muss und diese mit stolz geschwellter Brust angehen soll.


Klatschmohninvasion auf La Palma



Klatschmohninvasion auf La Palma



Klatschmohninvasion auf La Palma



Klatschmohninvasion auf La Palma



Klatschmohninvasion auf La Palma



Klatschmohninvasion auf La Palma



Klatschmohninvasion auf La Palma





Samstag 27.04.2013 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1013 hPa

Keine Experimente
Adenauers Geist wabert durch Los Llanos

Die Geschichte um den Radweg ist noch lange nicht ausgestanden, die Opposition, und hier vor allem der Ex-Bürgermeister Juan Ramón Marín, haben sich vor den Karren einer Unzufriedenheitsbewegung gestellt, welche per Unterschriftenaktion fordern, den Fahrradweg wieder abzuschaffen. - Der blaue Doppelstreifen vernichte zu viele Parkplätze und damit gefährde man auch die umliegenden Geschäfte in der Avenida Enrique Mederos. - So weit ist das ja bereits bekannt und öffentlich, aber weitere Hintergründe konnten wir aus dem immer köstliche Radioprogramm "El Soplete" erfahren, in dem sowohl zunächst der Vizebürgermeister Chema de Vargas von der PSC/PSOE eine Stunde Zeit hatte seine Vorstellungen vorzutragen und danach rief sein Gegenspieler Juan Ramón Marín an, um vielen gesagten Dinge komplett zu widersprechen. - Überraschung Nummer eins ist der Umstand, dass sowohl der Fahrradweg überhaupt, wie auch die Lage dessen noch aus der Zeit stammen, als Juan Ramón Bürgermeister war, und die jetzige Stadtregierung das nur umgesetzt hat. - Der Ex-Bürgermeister protestiert somit gegen sein eigenes Werk, aber man sagt ja auch, sich zu korrigieren, wäre ein Akt der Weisheit, allerdings möchte er das so nicht stehen lassen. - Chema de Vargas sieht das allerdings anders und lässt uns alle vermuten, dass das Projekt Fahrradweg nur der Versorgung der Gemeinde mit Geld dienen sollte, sobald das Geld aus den Töpfen der EU da wäre, würde man das Projekt wieder vergessen, so wie man das auch in vielen anderen Momenten davor getan hat. - Das bleibt natürlich unbewiesen, allerdings gibt es eben genügend Beispiele dafür, aber die neue Stadtverwaltung möchte sich so nicht den Stadtsäckel sanieren lassen und die Dinge lieber korrekt angehen. - Auch gehe es eben um ein "Gesamtkunstwerk" in Sachen Verkehrsplanung in Los Llanos, von dem eben dieser Fahrradweg nur ein kleines, und jetzt noch isoliertes Stück sei, und dadurch der Sinn und der Zweck des Ganzen noch nicht erkannt werden kann. - Das hoffe ich auch, denn bei aller Sympathie für Fahrradwege, so macht das Ding im Moment keinen Sinn. - Fast drei Millionen Euro stehen auf dem Spiel, Geld, welches man sich aus diversen Töpfen, die regionale, ebenso staatliche aber auch europäische Namen tragen zusammentragen will, um ein völlig neues Mobilitätskonzept für die westliche Innenstadt von Los Llanos zu erstellen. - Würde man jetzt den Fahrradweg wieder entfernen, oder aber auch woanders hin legen, dann gerate das gesamte Konzept, aber eben auch die Finanzierung in Gefahr, da der Termin für Änderungsvorschläge an dem Fahrradweg längst abgelaufen ist. - Juan Ramón Marín beklagt sich darüber, dass in einer anberaumten Anhörung man nicht mal darüber diskutieren wollte, den Fahrradweg woanders hin zu verlegen, aber da muss man wohl dem neuen Gemeinderat Recht geben, wenn die Termine für Änderungen längst verstrichen sind, dann ist es pure Zeitverschwendung, darüber zu diskutieren. - Fast 2.200 Unterschriften von Anwohnern und Geschäftsleuten aus Los Llanos hat man bereits zusammengetragen, welche die Abschaffung des Fahrradweges fordern, eine gewaltige Zahl, und Hauptgrund der Unbeliebtheit dieses Weges ist eben der Verlust von knapp einhundert Parkplätzen. - Dann gibt es noch die Aussage, dass einige Geschäftsleute dort an der Avenida Enrique Mederos bereits 30 - 40% Umsatzeinbußen erfahren hätten, und das mit dem Fahrradweg, oder den Parkplätzen zu verbinden, das erscheint mir ziemlich gewagt. - Das Problem aber will man überhaupt nicht erkennen, das Problem ist der ruhende Verkehr in Los Llanos, übrigens auch in der Hauptstadt, Anwohner und Angestellte der umliegenden Geschäfte blockieren den ganzen Tag über die Stellplätze, die eigentlich dazu dienen sollten, Kunden und Besuchern zur Verfügung zu stehen. - Das Problem ist nicht der Fahrradweg, sondern die Unfähigkeit vieler Menschen notwendige Veränderungen zuzulassen und immer darauf zu bestehen, was fünfzig Jahre so war, das muss weiter fünfzig Jahre auch noch Bestand haben. - Leider schließt eine solche Haltung Fortschritt aus, und auch wenn uns Chema de Vargas immer noch das Vorzeigen des Projektes "Gesamtkunstwerks" neues Mobilitätskonzept für Los Llanos schuldig bleibt, ist seine Aussage, die Autos seien das Problem, und nicht der Fahrradweg, sicherlich die bessere Version der Posse um den Fahrradweg in Los Llanos.



Freitag 26.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 25,7 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Schulspeisung soll auch den Sommer über weiterlaufen
Soziale Maßnahme mit vielen Fragezeichen

Das Gobierno de Canarias hat das angeordnet, dass in bestimmten Schulzentren aller Inseln der Mittagstisch weiterhin angeboten wird, damit Kinder der Familien mit extrem geringen Ressourcen eine sichere, warme Mahlzeit erhalten. - Das hört sich zunächst gut an, sozial und progressiv, klopft man aber mal alle weiteren Gedanken dazu ab, dann stößt man auf mehrere Ungereimtheiten. - Da ist zunächst mal die Geschichte, dass die Schulküchen von den Gemeinden betrieben werden, und die sind zum Teil gar nicht amused über diese zusätzliche Aufgabe, denn meist sind das Zuschussbetriebe und im Sommer werden dann so wenige Essen nur ausgegeben werden, dass finanziell gesehen auf die Gemeinden weitere Belastungen zukommen. - Weiter ist hinderlich, dass im ganzen Aridanetal nur eine einzige Schule dieses Essen anbietet, das Mayantigo in Los Llanos und wer aus Tazacorte, El Paso oder auch Puerto Naos in den Genuss dieses wirklich sehr billigen Mittagessens kommen will, der muss dann mehr für den Bus ausgeben, als für das Essen, und dann macht die Geschichte doch eigentlich schon wieder gar keinen Sinn. - In den anderen Regionen der Insel sieht das auch nicht besser aus, die Kinder aus Puntagorda müssen nach Tijarafe fahren und die aus Fuencaliente nach Mazo. Und für Garafía wäre die Schule in Los Sauces zuständig, wir bezweifeln, ob man so wirklich vielen Familien einen Gefallen tun kann. - In Los Llanos hat man Umfragen unter den Schülern der viele Schulen gemacht und dabei ist herausgekommen, dass wohl lediglich 30 Schüler an dem Angebot interessiert wären und Los Llanos ist mit Abstand die Gemeinde der Insel, mit der größten Zahl an Einwohnern, so dass es wahrscheinlich von den Kosten her eigentlich die bessere Idee wäre, man gäbe denen allen einen Essensgutschein für Restaurants, als diese Schulküchen den ganzen Sommer über zu betreiben. - Da ist was mit dem ganz heißen Kochlöffel gestrickt worden und viele vermuten auch eher, dass diese Maßnahme dazu dienen soll, den sozialen Charakter des Gobierno de Canarias nach außen zu präsentieren, als wirklich den in Bedrängnis geratenen Familien zu helfen. - Es wird noch reichlich diskutiert, wie man das am besten durchführen kann und je näher der Sommer rückt, wird die Zeit knapper und man muss das gut organisieren, damit das kein furchtbarer Flop wird. - Es gibt auch noch einen anderen Punkt, den man sich zumindest anhören sollte und der wird von der Bürgermeisterin aus Los Llanos beigebracht, man würde diese Kinder, welche dann im Sommer die Schulküchen besuchen auch stigmatisieren, denn jedem ist ja klar, dass dieser Dienst nur den Familien offen steht, welche über keine oder ganz geringe finanzielle Möglichkeiten verfügen. - Das ist alles noch nicht zu Ende diskutiert, der Weisheit letzter Schluss wird man bei solchen Themen sowieso nicht finden, und irgendwie geht es auch gar nicht um Weisheit, sondern einfach darum, dass die Leute alle einen satten Bauch haben.

Fulanito de tal dice hoy: A la vejez viruela

Dem Alter die Pocken - Das sagt man, wenn ältere Menschen sich an Unternehmungen wagen, welche eigentlich eher der Jugend vorbehalten sind. - Die Pocken, eben auch die Windpocken, sind doch Krankheiten, die eigentlich immer nur junge Menschen bekommen.



Freitag 26.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1015 hPa

Raus aus den Kartoffeln, rein in die Kartoffeln
Wasserposse in der Hauptstadt

Ob man die öffentliche Wasserversorgung privatisieren sollte oder nicht, darüber darf man getrost unterschiedlicher Meinung sein. - Ein paar Gemeinden haben das hier gemacht, wobei ich immer wieder betonen muss, damit erringt nicht eine Firma das Monopol auf die Wasserversorgung, sondern wir haben, je nach Lage des Eigentums, bis zu vier verschiedene Möglichkeiten an Wasser zu kommen. - Das "Stadtwasser" allerdings bietet mehrere Vorteile, es kommt bereits mit Druck ins Haus, kostet bei geringem Umsatz wenig Geld und ist gechlort, wer also sicher gehen will, der nutzt diese Möglichkeit. - Für die Gemeinden allerdings zeigt sich, dass der Ausbau, der Unterhalt und auch die schlechte Zahlungsmoral der Bürger die Stadtwasserversorgung zum Verlustgeschäft für die Gemeinden machten und so lockte die Versuchung, durch Privatisierung das ungeliebte Geschäft los zu werden, zumal man darüber hinaus, wenn man nicht gerade El Paso ist, sogar noch Millionen als Abstandszahlung bekommt. - Die Frage stellt sich mir immer wieder, wie denn Verlustgeschäfte für die Öffentliche Hand plötzlich gewinnbringende Unternehmungen in privater Hand sein können, da läuft doch mehr als ein Ding nicht gerade aus, irgendwer verarscht uns doch dabei. - Drei Firmen interessierten sich für die öffentliche Wasserversorgung hier auf La Palma, Valoriza Agua, Aqualia und Canaragua. - Dort, wo es Ausschreibungen gab, Santa Cruz, Tazacorte, Breña Alta, dort gewann immer Canaragua und ich kann es nicht bestimmen, ob das in der Bewertung der Angebote mit rechten Dingen zugegangen ist, auf jeden Fall klagten die Verlierer vor Gericht und in der Tat, die Ausschreibungen mussten wiederholt werden. - Da drohte dann auch, wie im Fall Santa Cruz eine mögliche Pflicht der Rückzahlung des bereits bezahlten Abstandes von mehr als acht Millionen Euro, Geld, welches man längst ausgegeben hat, um den chronisch leidenden Haushalt auszugleichen. - Nun hat Santa Cruz also die neue Ausschreibung vorgenommen und das Ergebnis wundert uns Beobachter gar nicht, Canaragua bleibt weiter der Versorger der Stadt, denn die beiden anderen Dienstleister haben sich längst aus La Palma zurückgezogen, und wollen mit dem Geschäft gar nichts mehr zu tun haben. - Die Klage gegen die Vergabemethode entpuppt sich also als Windei, die ganze Aufregung auch, Santa Cruz kann sein Geld behalten und alles wird wunderbar. - Wir hatten das bereits vorausgesehen, dann in El Paso musste man auch eine erneute Ausschreibung machen, denn man hatte die Wasserversorgung ohne diesen Vorgang an Canaragua übergeben, und das auch noch ohne dafür Geld zu kassieren und Valoriza Agua und Aqualia klagten dagegen, aber als man dann die Wasserversorgung endlich zur Ausschreibung brachten, meldete sich überhaupt kein Interessent, nicht mal mehr Canaragua, so dass sich nun El Paso um sein Stadtwasser wieder selbst kümmern muss. - Das sollte auch Fingerzeig für Los Llanos sein, auch die haben vor, die Wasserversorgung zu privatisieren, aber man sollte sich keine so großen Summen als Abstandszahlung erwarten wie die das tun, denn es ist nicht anzunehmen, dass sich denn, wenn überhaupt, ein Konkurrent zu Canaragua als Bewerber meldet. - Viel Wind und Wellen um nichts, und Santa Cruz kann aufatmen, und sich wieder dem Alltag zuwenden.



Donnerstag 25.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 27,2 Grad - niedrigste Temperatur 17,6 Grad

Fußballtrauerland
Gemeinsam leidet man am besten

Da ich mich ja bemühe, auf die Tagesthemen einzugehen, kommt man an den Geschehnissen der vergangenen Tage von München und Dortmund nicht vorbei, hier herrscht Katerstimmung die schlimmer und größer ist, als über die neue Rekordmeldung der Arbeitslosenzahlen in Spanien und auch auf den Kanaren. - Fußball ist eben Opium fürs Volk, und diese Zahlen der Arbeitslosen will schon lange keiner mehr sehen, warum quält man uns immer wieder damit. - Die Fußballwelt Spaniens ist übrigens nicht so bunt und lokal gestreut wie das in Deutschland wohl der Fall ist, sondern in Spanien teilt sich die Welt aus dem Blickwinkel des Fußballs in Weiß, oder Blau-Rot gestreift. - Real Madrid und der FC Barcelona, meist einfach nur Barça genannt, die teilen dieses Land in Zwei, und meist wird man hier eher gefragt, ob man für Real oder für Barça ist, und dann erst nach dem Namen oder was man eigentlich hier will. - Dabei spielt das gar keine Rolle, von wo in Spanien man ist, es gibt glühende Barça Anhänger in Madrid und umgekehrt in Barcelona. - Früher, als alles anders war und nur manches besser, da sagte man auch, dass die Real Fans das konservative Spanien verkörpern, eben mit Königshaus und politisch eher rechts zu finden sein, und Barcelona die Republikaner sind, und eher links. - Das trifft heute nur noch in geringeren Maße zu, es sind wohl eher die riesigen Erfolge dieser beiden Mannschaften, dass man so große Anhängerschaften um sich gruppieren kann, und vielleicht auch ein bisschen das Elternhaus. - Meist vererbt man diese Treue, kein Wunder, wenn einem schon in der Wiege jeden Samstag der Fußball begegnet und die Bettwäsche in Weiß oder Rot/Blau gestreift ist, dann bleibt halt was kleben. - Allerdings geht der Spalt auch manchmal durch die Familien, das wird dann oft hektisch und schwierig, wenn der eine Bruder wochenlang nicht mit dem anderen spricht. Als Ausländer kann man sich da raushalten, obwohl auch wir gefragt werden, aber ich sage dann immer Atlético Paso und damit ist die Sache gut. - Hier ist aber nichts gut im Moment, denn wie wir ja alle wissen, haben beide Mannschaften von deutschen Vereinen dick was auf die Mütze bekommen und wenn nicht wirklich etwas Außergewöhnliches passiert, dann kann es sein, dass gar keine spanischen Mannschaft ins Finale kommt. - Interessant waren die Abfolgen, Dienstagabend, Barça wird von Bayern zurechtgerückt und glauben Sie mir, die Bayern hatten am Dienstag und jetzt auch noch ganz viele Fans hier, nämlich alle Anhänger von Madrid, die freuen sich diebisch dass Barcelona diesen Dämpfer abbekommen haben. - Ähnlich erging es dann Dortmund am Mittwochabend, da drückten Millionen von Barça Anhängern die Daumen gegen Real, und auch hier hat der Deutsche Verein kräftig zugeschlagen, auch wenn es durch das Gegentor von Madrid noch nicht ganz so böse aussieht, wie für Barcelona. - Nun sind aber beide geprügelte Knaben und man kann sich gegenseitig trösten und macht das auch, und Schuld an der Misere sind nun plötzlich die Deutschen. - Der andere Hintergrund aber ist auch, dass man in Spanien schon länger das Ende dieser Etappe fürchtet, welche ja in den letzten Jahren den spanischen Fußball an die absolute Weltspitze gestellt hat. - So ist man hier, ein bisschen wie Eulenspiegel, wenn es einen super geht, dann hat man bereits wieder Angst, dass es bald schlechter gehen könnte. - Darüber wird nun breit und viel philosophiert, denn in Spanien wird nicht über Fußball gesprochen, als wäre das ein vulgärer Sport, sondern man philosophiert darüber und ganz stiernackige Querschädel fangen plötzlich an distinguiert uns den Fußball zu erklären. - Ich kann da immer nicht mithalten, meine Ahnung vom Fußball ist dazu nicht ausreichend, aber ich bin ja Deutscher und bis die Rückspiele nicht vorüber sind, damit im Blickpunkt des hiesigen Krisenbewältigungsszenario. - Die perfekten Deutschen waren zwar auch immer Vorbild, aber in den letzten Jahren ging das ja so weit, dass man sich von den Deutschen, und als Feindbild hat man sich da die Merkel ausgesucht, sich gegängelt fühlt und die Spardoktrin, die uns wirklich leiden lässt, die schreibt man eben dem deutschen Zeigefinger zu, weil das halt einfacher ist, als sich in Selbstkritik zu suhlen. - Und nun das, jetzt wankt eine der wenigen noch intakten Säulen des spanischen Systems, denn es ist wirklich so, in Deutschland bezeichnete man mal die Banken als systemrelevant, (nach Diktat gekotzt) und hier liege ich sicherlich nicht falsch wenn ich sage, Fußball ist hier systemrelevant und die kommenden Tage werden grausam. - Ich habe ein paar lustige Dinge auch darüber gefunden, Sie müssen hier klicken um sich die anzusehen, man kann das Ganze nämlich auch mal von der humorvollen Seite betrachten. - Beim ersten Bild habe ich mich vor Lachen gebogen, es zeigt Messi, Ronaldo und unseren Regierungspräsidenten Mariano Rajoy halb hinter einer Wand versteckt und alle fragen das Gleiche: - Sind die schon wieder weg die Deutschen?

Und dann noch ein Filmtipp, nicht über Fußball, sondern über die wunderbare Insel auf der ich das Glück habe zu leben. - Arte ist eben doch ein ganz besonderer Kanal, die machen nicht eben "ein Filmchen", sondern überlegen sich gut was zu machen ist und zeigen im Rahmen Kanarische Inseln einen wunderbar gelungenen Film über La Palma. - Bis kommenden Mittwoch kann man diesen Film noch bei Arte auf der Webseite ansehen.

Fulanito de tal dice hoy: A la tercera va la vencida

Aller guten Dinge sind drei - Könnte Sinnspruch von Real Madrid sein…



Donnerstag 25.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1013 hPa

Santa Cruz, ein Strand -
und wie geht es weiter?

Ein gutes Jahr Verspätung ist noch kein Dammbruch, und wir hoffen immer noch mit Freude, aber auch Skepsis auf den Sommer 2014, wenn der Stadtstrand unserer Hauptstadt fertiggestellt sein wird. - Mit Freude sicherlich, weil das eine große Chance für die Region, und ich glaube sogar für die gesamte Insel ist, mit Skepsis aber auch, weil wir uns nicht wirklich so sicher sind, ob man denn das entsprechende und auch notwendige Umfeld um das "Angebot Strand" bedacht hat. - Über die technische Machbarkeit dieses Strandes, geschützt von mehreren Deichen, von denen einer unter der Wasseroberfläche liegen wird, wollen wir nicht sprechen, denn wir verstehen zu wenig von der Materie, aber es gibt mehr als eine Stimme welche warnt, der Atlantik lasse sich nicht so einfach vorschreiben, wo den Strände entstehen sollen. - Das werden wir abwarten, die Stürme kommen sicher und hoffentlich haben die Techniker ihre Aufgabe gut gemacht, besser hoffentlich als die Stadtplaner, denn der Strand an sich ist ja ein losgelöstes Projekt einer viel größeren Aufgabe, denn man muss ja nun auch noch den Strand und die Stadt miteinander verbinden. - Das wird nicht einfach werden, da ja eine der meist befahrenen Straßen der Insel die Stadt von dem Strand trennt und wie es scheint, hat man da noch keine Lösung gefunden. - Es ist ja nicht so, dass man sich darüber noch keine Gedanken gemacht hätte, seit dem Jahr 2004 liegt dem Cabildo Insular ein recht komplexer Plan vor, welcher eben nicht nur den Strand beinhaltet, sondern weitere Maßnahmen auch rund um die Avenida Marítima, und der Strand selbst nur mit einem Drittel der gesamt auszugebenen Investitionen bewertet ist. - Dort verkleinert man die Avenida Marítima auf nur noch zwei Fahrspuren anstatt deren vier, und lässt die Autos über Pflastersteine rollen, so dass die Straße den Charakter einer Fußgängerzone erhält. - Der Autoverkehr bleibt aber und ich weiß nicht so recht, ob das bereits alleine dazu geeignet ist die Stadt und den Strand miteinander zu verbinden, aber ich fürchte mal nicht. - Auch gibt es keine Parkplätze mehr an der Avenida Marítima, nach diesem Plan, und wie es scheint, ist mit uns autoverrückten Insulanern so etwas nicht zu machen. - Sei es Santa Cruz, oder eben auch Los Llanos, wer Parkplätze vernichtet, der hat schlechte Karten als Bürgermeister wiedergewählt zu werden, unsere politische Kernbildung steht mal wieder vor der nächsten Evolutionsstufe, aber eher seitwärts. - Andere Pläne sehen vor, den Verkehr dort nur noch in eine Richtung laufen zu lassen, aber mal ganz unter uns, ob die Autos nun nur von links oder nur von rechts an mir vorbeisausen, oder gleich in zwei Richtungen, eine Trennlinie stellt das weiterhin dar. - Meines Erachtens sollte man gleich wirklich mutig sein und die Avenida Marítima komplett sperren und die Zufahrten in die Stadt von der Umgehungsstraße aus machen, aber da gibt es wohl zu wenige Einfahrten um das zu bewerkstelligen. - Man hat die ganze Geschichte ja auch wieder in der "guten Zeit" geplant, obwohl ich mir gar nicht mehr sicher bin, ob die Zeit damals wirklich gut war, denn heute versuchen wir hände- und füßeringend die Hypotheken wieder loszuwerden, die man, oder wir uns damals aufgehalst haben. - Da ist die Stadt, und da ist der Strand, wie man nun einen Stadtstrand daraus macht, das wird die kommende Aufgabe für Santa Cruz werden und wir dürfen zugucken, wie eine Stadt versucht, ein viel zu großes Stück Aufgabe zu erledigen, denn wir haben zwar noch die Träume von 2004, aber nicht mehr die Mittel.



Mittwoch 24.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 25,9 Grad - niedrigste Temperatur 19,5 Grad

Kurzgeschichten
Wein, Wein + Kino und Sterne + Essen

Die Weine der "SAT Bodegas Noroeste de La Palma" hamstern in diesem Jahr immer neue internationale Preise ein. - Zunächst gab es Goldmedaillen für den Albillo Criollo in Lyon, dann Bronzemedaillen für den gleichen Wein und den Rose in Bordeaux und jetzt regnet es Silbermedaillen für gleich vier Weine der Kelterei auf der "Wine Masters Challenge 2013" in Estroril, in Portugal. - Die Weine werden unter dem Handelsnamen "Vega Norte" verkauft, und sicher hat fast jeder Besucher diese Weine schon einmal gesehen und wer Glück hat, auch bereits getrunken. - Neu ist nun, dass nicht nur die Weißweine dieser Insel und dieser Bodega prämiert werden, jetzt ist auch mal ein Rotwein dabei, und das kommt seltener vor. - Dass unsere Weißen Weltspitze sind, davon konnten wir uns direkt, aber eben auch durch das Echo überzeugen, welche unsere Weine auf den vielen internationalen Verkostungen erhalten haben. - Jetzt in Estoril hat man den Vega Norte Albillo Criollo 2012 ausgezeichnet, dieser Wein ist also der absolute Hit, hat er doch auf allen bislang abgehaltenen Weinfestivals überzeugt. - Daneben hat man jetzt auch noch den "einfachen" Vega Norte blanco 2012 prämiert, den Rosado 2012 und eben als Rotwein den Wein mit dem großen X auf der Falsche, der sich Tinto Vendimia Seleccionada "X" 2011 nennt. - Ein Chapeau geht nach Tijarafe, war nicht das erste und wird auch nicht das letzte bleiben, da bin ich mir ganz sicher.

So, nun müssen wir aber auch betonen, dass es noch andere Bodegas gibt hier auf La Palma die hervorragende Weine produzieren können und oft deswegen nicht solche internationalen Preise einheimsen, weil sie gar nicht auf diesen Wettbewerben vertreten sind. - Heute geht es nämlich wieder um die Bodega Tamanca in El Paso, die auch für wunderbare Tropfen verantwortlich ist. - Im Rahmen eines kleinen Filmfestivals reicht diese Bodega immer einen bestimmten Wein zu einem Film, welcher in El Paso in der Casa de la Cultura gezeigt wird. - Und es geht um deutsche Filme, die da im Original mit Untertitel gezeigt werden und die von der Bodega haben sich einen Wein dazu ausgesucht, der zum Film passt. - Die Zuschauer sehen also einen bekannten deutschen Film und ein thematischer Wein wird dazu von der Bodega gereicht, umsonst übrigens. - Gezeigt wird heute, 19:30 Uhr der Film Alice in den Städten, von Wim Wenders und der ausgesuchte Wein dazu ist der Tamanca Tinto Pedregal 2012. - Auch eine gute Idee, deutsche Filme und palmerischer Wein, was es hier so alles gibt, da fragt man sich manchmal, wer denkt sich das denn alles aus.

Astrotourismus ist eine Zukunftsgeschichte hier auf La Palma, aber die Anfänge hat man bereits getan. - Eigentlich fehlt immer noch der "Große Wurf", das wäre nämlich ein ansehnlich großes Observatorium, welches für alle zugänglich ist, also auch für interessierte Laien. - Die Teleskope oben auf dem Roque de Los Muchachos, die können in den Sommermonaten zwar besucht werden, aber man kann dort als Amateur nicht beobachten. - Es gibt Pläne, in Mendo, El Paso ein solches Observatorium zu installieren, allerdings weiß ich nicht, wie weit die denn mit der Finanzierung dieses Projektes sind. - Allerdings betreiben mehrere, meist kleine Firmen und Dienstleister schon so etwas wie Astrotourismus und bieten Interessierten auch Touren und Informationsveranstaltungen an. - Besonders gefallen dabei hat mir eine Kombi-Geschichte, dabei geht es um den Sternenhimmel La Palmas, aber auch um die Geschichte der "Indianos", also die berühmten Hauptfiguren unserer cubanisch/palermischen Karnevals. - Man trifft sich am nördlichen Ende der Stadt am "Barco de la Virgen" und wandert dann gemütlich über sieben Stationen bis zum Hafen. - Dabei erklärt man Ihnen, auf Spanisch und Englisch zunächst die Stadt Santa Cruz, die Historie und dann auch die Geschichte um die Indianos, wenn man dann schließlich am Hafen angelangt ist, dann gibt es noch ein gemeinsames Abendessen im Restaurant "Los Indianos" und der Chef dort serviert Ihnen ein Sternenmenü. - Eine "Eierstichsuppe Oortsche Wolke" und als Hauptgericht gibt es ein "Entrecote Milchstraße vom Roque de Los Muchachos aus" und das Stück Fleisch wird die Form der Insel La Palma haben, auf einer bunten Garnierung "Michstraße". - Als Nachtisch gibt es dann "Polvos de Indianos" zum Essen, und auch wenn ich es nicht weiß, ich könnte mir vorstellen, dass es sich dabei um ein Dessert handelt in dem Gófio steckt. Begleitet wird das alles von der Astrophysikerin Ana García, die Ihnen dann auch noch einiges über unseren Sternenhimmel erzählt. - Jeden Donnerstag wird diese Tour angeboten, aber Sie müssen unbedingt reservieren. Das geht HIER zu machen.

Fulanito de tal dice hoy: Agarrarse de un clavo caliente

Sich an einem heißen Nagel festhalten. - Alles, auch unmöglich oder gar schmerzhafte versuchen, um sich oder etwas zu retten





Mittwoch 24.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1011 hPa

Da macht sich jemand unbeliebt
Lokalpolizei in Breña Alta macht sich unglaubwürdig

Betrachter von außen haben immer wieder Probleme die vier Polizeitruppen auseinander zu halten, und überhaupt zu wissen, warum es denn eine solche Menge an verschiedenen Polizeien überhaupt gibt. - Warum es so viele gibt, das kann ich Ihnen auch nicht sagen, aber versuchen zu erklären, was denn die einzelnen Polizeikörper für Aufgaben haben. - Die Guardia Civil ist die Polizeitruppe überhaupt, landesweit tätig, Verkehr, Verbrechen, um alles kümmert man sich, immer die erste Adresse, wenn irgendetwas passiert ist. - Die Policía Nacional ist vergleichbar mit dem Bundesgrenzschutz, aber mit weiter reichenden Aufgabenstellungen, insbesondere zieht man diesen Polizeikörper bei organisierter Kriminalität heran und auch bei der Terrorbekämpfung. - Darüber hinaus ist die Policía Nacional auch für Ausländerangelegenheit zuständig, also auch dafür, dass wir Immigranten unsere entsprechenden Papiere erhalten. - Dann kommt die Policía Municipal, oft auch einfach nur "Policía Local" oder "Locales" genannt, und das sind die Sheriffs, welche lediglich in ihrer Gemeinde hoheitliche Aufgaben ausführen dürfen, eine Art Ordnungsamt, aber bewaffnet und mit allen polizeilichen Befugnissen ausgestattet. - Last und sicher auch least, die Policía Autonómica de Canarias, eine Truppe, die es erst seit ein paar Jahren gibt und dümmlicher Beweis dafür ist, dass kanarischer Nationalismus genau so hirnlos ist, wie jeglicher Nationalismus auf dieser Welt. - Die Polizeitruppe weiß nicht so genau, für was sie eigentlich zuständig ist, und hier auf La Palma gibt es die sowieso nicht, man sagt sonst auch von ihr, es seien die Prätorianer der Coalición Canaria und so wird das auch wohl sein. - Und unsere Kollegen der Policía Municipal in der Gemeinde Breña Alta haben sich nun eine nicht wirklich rühmliche Geschichte ausgedacht, welche mit Ausrufezeichen in der Presse herumgereicht wird. - Vergangenen Sonntag gab es, wie das häufig vorkommt, eine Beerdigung. - Der Trauerzug vom Beerdigungsinstitut zur Kirche und weiter zum Friedhof führt auch über öffentliche Straßen und sonst sind da immer Lokalpolizisten, welche den Verkehr anhalten, sobald der Trauerzug eine Straße quert. - Am Sonntag aber hatte keiner der Lokalpolizisten Zeit, die Beerdigung war kurzfristig angesagt worden und alle Sheriffs hatten bereits etwas vor und das ist auch normal, denn am Sonntag tun die Lokalpolizisten von Breña Alta auch sonst keinen Dienst, außer es gibt Fiestas oder sonst einen Grund, auch zu erscheinen. - Am Montag aber bereits erscheint ein böser Artikel in zwei Zeitungen, die Gewerkschaft CCOO (Confederación Sindical de Comisiones Obreras) klagt die Gemeinde Breña Alta an, sie würden Amtsanmaßung fördern, da bei einem Trauerzug am Sonntag Hilfskräfte der "AEA Anaga" (Ayuda en Emergencias Anaga) den Verkehr geregelt hätten, aber das dürften nur Polizeikräfte mit hoheitlichen Rechten machen und keine Angehörigen von Hilfsorganisationen. - Kein Polizist will arbeiten, die Toten aber müssen bestattet werden, wie soll man denn dann den Karren über die Straße ziehen, als mit Hilfskräften, die immer schon diese Aufgabe übernommen haben und bei allen größeren Einsätzen, wie auch Brände oder Rettungseinsätzen hier auf der Insel eingesetzt werden. - Und jetzt noch das, der Bürgermeister der Gemeinde erhebt nun auch das Wort und sagt, dass die Beerdigung auch von der Guardia Civil begleitet wurde und diese den Einsatz der Helfer der "AEA Anaga" geleitet hätten, also alles in Ordnung, nur eben bleibt ein ziemlich schlechter Beigeschmack an der Lokalpolizei hängen, oder auch nur an einem derer, welche gleich die Gewerkschaft angerufen haben. - Wer nicht arbeiten will, der muss sich eben nicht wundern, und sollte auch nicht klagen, wenn andere dann ihre Arbeit erledigen, und hoffentlich reicht diese Geschichte dazu, dass sich nun Polizisten aus anderen Gemeinden nicht auch noch versuchen lächerlich zu machen.



Dienstag 23.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 28,2 Grad - niedrigste Temperatur 20,8 Grad

Der Radweg der Polemik
Die Anderen waren es, nicht wir

Vor ein paar Tagen brachte die Opposition in der Gemeinde Los Llanos noch eine heftige Kritik am Fahrradweg in Los Llanos ein, und man unterstützt eine Aktion einiger Anwohner und Gewerbetreibenden, die Unterschriften gegen den Radweg sammeln. - Nun meldet sich die jetzige Stadtregierung und erklärt, dass die Pläne für den Radweg und auch die Lage dessen doch noch von der Vorgängerregierung stammen würden, also genau von dem, welcher jetzt mit den Bürgern dagegen hetzt. - Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern oder früher, den eingesprungenen Hoeneß kann man das auch nennen, und wieder einmal erleben wir die herrlich frische und freche hemdsärmelige Art der Coalición Canaria, wie die mit den Dingen so um sich wedelt. - Der zweite Bürgermeister hat das nun in der Presse verteilt, Chema Vargas von den Sozialisten, und den Radweg aber auch verteidigt, man müsse das in einem größeren Kontext sehen, denn der Radweg sei eine bislang isolierte Leistung in einem ganzen Katalog, welcher in Zukunft die Gestaltung der Innenstadt deutlich verändern werden und er spricht von einem Millionenprojekt, wofür man sich die Gelder aus den üblichen Fonds (Brüssel duck dich) holen will. - Konkret spricht er allerdings nur die "Blaue Zone" an, und erst mir der zusammen werde der Fahrradweg dann den Geschäftsleuten keine Kunden mehr abspenstig machen. - Wobei ich ja die Aussage des Ex-Bürgermeisters, der sich nun auf die Seite der Bürger und gegen seine frühere Idee geschlagen hat nicht glauben kann, dass manche Geschäfte einen Umsatzrückgang von 30 - 40% erlitten haben, nachdem man den Fahrradweg dort hin gebaut hat. - Aber es sind Parkplätze weggefallen, das ist eine Tatsache und auch wenn das Parkproblem in Los Llanos nicht ganz so drückend ist wie in der Hauptstadt, und unser Verhalten, also mit dem Auto direkt in den Laden um einzukaufen, tut auch noch das seine mit dazu. - Die "Blaue Zone", also Kurzparkzonen, die waren in Los Llanos bereits vor Jahren schon eingeführt worden, aber es gab ein juristisches Problem damit, so konnte man das nicht so durchziehen wie man wollte. - Das sei nun geregelt, bald wird man also in Los Llanos auch viele blau markierte Parkplätze vorfinden und wahrscheinlich wird das dann ganz einfach mit der Parkuhr gelöst, nicht wie in Santa Cruz mit der Parkscheinautomaten, wo man also auch bezahlen muss. - In der Tat sind es ja meist nicht die Kunden der Läden die dort an der Straße parken, sondern Anwohner und die Angestellten der Läden, und die stehen dann den ganzen Tag dort und belegen die Stellflächen, die eigentlich für Kunden frei sein sollte. - Durch die Kurzparkzonen verbannt man nun diese Tagesparker dazu, einen weiteren Weg zur Arbeit oder in die Wohnung in Kauf zu nehmen, damit die Kunden der umliegenden Läden einfacher einen Parkplatz finden können. - Macht Sinn, denn wer den ganzen Tag in den Läden steht, dem ist es wohl zuzumuten, morgens ein oder zweihundert Meter weiter weg zu parken und es gibt in Los Llanos Ausweichmöglichkeiten am "El Jable" und weiter unten auf der Avenida Enrique Mederos auch in den Seitenstraßen. - Das politische Ping Pong geht nun los, zuerst meckert der eine, dann schießt der andere zurück und gewinnen wird keiner, denn so geht Politik.

Von den Büchern, die wir heute Morgen "geerntet" haben lautet ein Titel "Dichos y Refranes Populares" (volkstümliche Redensarten und Sprichwörter) und dieses Buch werde ich egoistisch, aber auch für einen guten Zweck länger behalten. - Das ist eine interessante Fibel, denn da kann ich nun mal nachlesen, was ich vielfach bereits gehört habe, aber nicht immer genau wusste, was die damit meinen, oder wo das eigentlich herkommt. - In der Tat hilft man sich hier andauernd mit irgendwelchen Sinnsprüchen weiter, und ich erinnere mich noch gut daran, als unsere Nachbarin Lila, Gott, oder wer auch immer sei ihrer Seele selig, nach der wir eine unserer Töchter benannt haben, auch jedes Gespräch, aber wirklich jedes, mit einem Sinnspruch beendete. - War aber auch ein gutes Zeichen, dass nun die Unterhaltung vorbei ist, war eh eine so gute Nachbarin und treue Freundin unserer Familie, dass wir sie niemals vergessen werden. - Damit es Ihnen nicht so geht, werde ich in den kommenden Wochen und Monate, aber ich glaube es werden sogar Jahre, jeden Tag einen dieser Sprüche aus dem Buch bringen, übersetzen und erklären. - Diese neue Geschichte heißt: "Fulanito de tal dice hoy" - Wer ist nun dieser ominöse Fulanito? - Die spanische Sprache ist manchmal der Deutschen überlegen, denn diesen Fulanito, den gibt es auf Deutsch nicht, außer man nimmt den Otto Normalverbraucher oder Max und Monika Mustermann oder einfach Herr und Frau X. - Also der Typ, dessen Namen einem im Moment gerade nicht einfallen will, und das "de tal" meint eben von nebenan, oder nirgendwo, und das kennt man in Deutschland auch, das ist nämlich Dingenskirchen und plötzlich zieht die Deutsche Sprache wieder gleich. - Die Sprüche sind zum Teil schlau, meist bauernschlau, manchmal witzig, ab und zu weise, und manche sind auch total bescheuert. - Los geht´s

Fulanito de tal dice hoy: A mal tiempo, buena cara

Dem schlechten Wetter ein freundliches Gesicht. - Man muss dem Schicksal und seinen Schlägen mit Optimismus und froher Erwartung entgegentreten.





Dienstag 23.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1013 hPa

Such das Buch!
2.495 Bücher warten auf Leser

2.500 wurden verteilt auf der ganzen Insel, aber 5 davon habe ich gefunden, auf dem Weg zur Schule und ich gebe zu, ich bin danach noch ein bisschen rumgefahren und habe noch mehr entdeckt. - Gute Titel, nichts, das weg musste und deswegen vom Cabildo Insular verteilt wurde. - Heute ist der Tag des Buches, und es ist nicht die erste Aktion dieser Art, auch im vergangenen Jahr hat man bereits Bücher gesät, (so nennt man das hier, sembrada de libros) und mit dieser Aktion will man eben das Lesen von Büchern an sich fördern. - Die Verlage haben mitgeholfen und die lokalen Buchhändler auch, das Cabildo Insular musste nicht die ganzen 2.500 Bücher kaufen, so dass Generalkritiker bitte nicht gleich wieder auf die Idee kommen sollten, uns arme Südländer darauf aufmerksam machen zu wollen, dass wir doch gefälligst sparen sollen. - Die Idee ist gut und macht vielen Spaß, nur wissen die Wenigsten leider davon, die Ankündigung, dass man erneut eine solche Aktion startet, die kam erst gestern Abend und auch nur in einem Medium. - Das ist ein bisschen schade, so wissen die meisten gar nichts mit den Büchern anzufangen, die da an Bushaltestellen, auf Spielplätzen und sonst wo öffentlich auf der Insel ausgelegt wurden. - "Buch sucht Leser" und "Ich bin kein verlorenes Buch, ich bin ein Buch welches einen Leser sucht" steht da als Erklärung auf der Schutzhülle, welche den Büchern vom Cabildo Insular übergezogen wurde, um es vor Regen, Wind und Sonne zu schützen. - Weiter heißt es als Erklärung: "Lies mich und leg´ mich dann zurück, dass auch andere mich lesen können" und damit gehen diese Bücher in die weltweite Aktion "Bookcrossing" ein, welche schon in vielen anderen Ländern auch dafür sorgt, dass sich Freunde der Literatur, oder auch der Bücher, in weiteren Räumen bewegen, als nur in ihren eigenen Wänden. - Was letztes Jahr nicht so geklappt hat war, dass war das erneute Verteilen der Bücher auf die Straße, die allermeisten haben ihre Beute ins heimische Bücherregal integriert und eben den Sinn der Geschichte, dass man die Bücher weiter herumreichen soll, nicht ganz verstanden. - Vielleicht wird das ja diese Jahr besser und ich kann garantieren, dass unsere 5 Bücher spätestens in einer Woche wieder auf der Pirsch sind und nach neuen Lesern suchen. - Gute Aktion von der Inselregierung, nicht immer nur kritisieren, sondern auch die guten Geschichten aufzeigen. - Schluss jetzt, kurzer Text heute nur, ich muss Lesen…




Lesen und wieder weitergeben




Montag 22.04.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 29 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 29,2 Grad - niedrigste Temperatur 21,6 Grad

Wegschmeißen, damit es weiter funktioniert
Über eine Million Kilo Bananen vernichtet

Zunächst könnte man ja bei der Überschrift auch vermuten, ich würde von modernen technischen Geräten reden, die ja wohl meist bereits mit einem Sollbruch-Datum versehen worden sind. - Aber von Technik habe ich keine Ahnung, besonders nicht von modernen Dingen, das erledigen dann meine Kinder für mich… - Wir reden von dem fruchtbaren, aber wohl fast unumgänglichen Verknappen von Angebot, damit bei sinkender Nachfrage die Preise stabil bleiben. - Das kennt man in der Welt der Wirtschaft nur zu gut, das macht man überall auf der Welt so, hält Dinge zurück, stellt diese erst gar nicht her, oder wenn es sich um verderbliches Gut handelt, dann ist die Verknappung meist damit verbunden, dass man das Produkt vernichtet. - Nicht verschenkt, sonst müsste ja der Verbraucher das nicht mehr kaufen, und eigentlich tut es einem ja weh, gerade in den heutigen Zeiten davon zu sprechen, dass Lebensmittel zum Wohl der Produzenten vernichtet werden. - Auch bei uns, auch wir nehmen an diesem globalen Wahnsinn teil, und das mit unserer Wappenfrucht, der Banane. - Dann sollten wir doch einfachgenerell weniger produzieren, aber das geht schlecht, denn im Winterhalbjahr können wir manchmal gar nicht so viel liefern wie gefragt wird, und wenn wir weniger Bananen haben, dann könnte es sein, dass viele Händler und Reifereien auf dem Festland uns dann doch untreu werden und zu südamerikanischen Bananen greifen. - Da der Sommer in diesem Jahr früh anfängt, gab es in diesem Jahr auch bereit wieder die erste "Vernichtungswelle", oder wie man hier lieber sagt, die Unbrauchbarmachung. - Im Volksmund hier nennt man das "la Pica", was zunächst Lanze oder Pickel heißt, aber auch Schnitt bedeuten kann. - In der Woche vom 15 - 22. April hat man bereits wieder 1,2 Millionen Kilo Bananen unbrauchbar gemacht, also weggeworfen, und das sind solche Mengen, dass man das in der kurzen Zeit nicht mal als Tierfutter unterbringen kann, also landet das meiste auf der "Kippe", (auf welcher eigentlich) oder wird bestenfalls in Mazo in der Müllverwertungsanlage kompostiert. - Jedes Jahr aufs Neue wird kräftig dagegen protestiert, man kann doch in Zeiten der Krise, aber eigentlich niemals, Lebensmittel wegwerfen, nur damit die Landwirte einen besseren Preis erzielen können. - Zum Teil wird mit kräftigen Argumenten um sich geworfen, für die einen geht es um Moral, für die anderen um ihren Lebensunterhalt, und Bananenbauern gehören schon eher zu der Truppe, welche endgültige Argumente einsetzen. - Wir sollten uns lieber die Frage stellen, was man denn sonst noch aus den Bananen machen kann, die wir zugunsten einer Verknappung loswerden müssen. - Und hier setzt nun auch wieder die politische Kritik ein, denn in Sachen Landwirtschaft steuert die Coalición Canaria seit jeher im Gobierno Canarias die Angelegenheit, und noch nie ist man mit einer machbaren Alternative gekommen. - So klingt nun auch die Presseerklärung der Partido Popular nicht nur nach scharfer Gesellschaftskritik, sondern eben auch nach Parteiinteresse, und das sollte man dann in der Argumentationsbewertung auch wieder bedenken. - Aber immerhin, seit Jahren bereits redet man darüber, mit den nicht genutzten Bananen etwas Sinnvolles zu unternehmen, und die Vorschläge getrocknete Bananen zu produzieren, oder Pulpe für die Süßwarenindustrie daraus zu machen, die sind niemals umgesetzt worden. - Bei getrockneten Bananen scheint der Markt bereits gesättigt zu sein, aber die Geschichte mit dem "Bananenbrei" ist doch wohl interessant und man versprach uns auch vor Jahren bereits eine solche Maschine anzuschaffen. - Das ist wohl nicht geschehen, zumindest wüssten wir nicht, dass so etwas hier laufen würde, zumal man das ja in der alten Zigarettenfabrik in El Paso machen wollte, wäre mir das sicher aufgefallen. - Warum im Sommer weniger Bananen gegessen werden als im Winter, das ist so Tradition in Spanien, die Bananen sind ein Winterobst, (obwohl sie das ganze Jahr über reifen) auch weil es eben im Winter weniger andere Früchte gibt. - Im Sommer greift man dann zu Pfirsichen, Melonen und alles was eben unter der warmen Sonne Spaniens so herrlich reift, und dann sind die Bananen eben nicht der Favorit. - Also, empören wir uns mal wieder eine Weile, und werfen dann wieder kräftig weg.



Montag 22.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1012 hPa

Fahrradweg in Los Llanos wird politisch
Coalición Canaria entdeckt die Bürgerbeteiligung

Man braucht nicht lange darum herumreden, der Fahrradweg in der Avenida Enrique Mederos in Los Llanos ist so isoliert wirklich kein Vorzeigemodell. - Darüber hinaus gibt dieser Weg den Fahrradfahrern keine Vorrechte, und noch weniger Sicherheit, da an allen Einfahrten der Radfahrer anhalten muss und Vorfahrt geben. - Der nächste Punkt ist, und der hat nun die Politik mit ins Boot geholt, dass man damit deutlich weniger Parkplätze zur Verfügung hat als noch ohne Fahrradweg, da man nun nur noch parallel zum Bürgersteig parken kann aber nicht mehr schräg. - Ich habe es nicht gezählt, wie viele Parkplätze deshalb weggefallen sind, aber laut Opposition im Rathaus der Gemeinde haben einige Geschäftsleute Einbußen von 30 - 40% des Umsatzes hinnehmen müssen, seit dem der Fahrradweg dort besteht. - Ob man das glaubt, ist eine andere Frage, aber die über 2.700 Unterschriften gegen den Fahrradweg, die fangen dann doch an zu schmerzen, denn die Coalición Canaria, inzwischen eben Opposition im Rathaus von Los Llanos, die ist nun auf den Protestzug aufgesprungen und stellt den Gegnern des Fahrradweges Unterstützung in Aussicht. - Auch die Presse wird eingeschaltet und hier fordert nun der Ex-Bürgermeister der Stadt Los Llanos die Abschaffung dieses Fahrradweges und spricht gleichzeitig von vier Alternativen, welche man wohl aufgezeigt hätte, und die man ohne große Mehrkosten realisieren könnte. - Dann lässt uns Juan Ramón Marín auch noch wissen, dass solch große Beteiligung der Bürger in der Ablehnung dieses Fahrradweges auf jeden Fall gehört werden müssten, man müsse unbedingt den Wunsch der Bürger berücksichtigen. - Interessant, wie man als Opposition plötzlich davon spricht, den Wunsch der Bürger zu berücksichtigen, da fällt mir doch glatt der Wunsch der Bürger ein, kein Asphaltwerk neben Wohngebieten zu haben und wie man bis heute seitens der Coalición Canaria diesen Wunsch ignoriert. - Gut, ein Fahrradweg stinkt nicht und es kommen keine giftigen Gase heraus, allerdings ist die blaue Farbe, welchen den Fahrradweg markiert so grell, dass man das auch nicht ausschließen will… - Glücklich gewählt ist weder der Standort noch die Kennzeichnung des Fahrradweges, und da muss sich die jetzige Stadtregierung schon fragen lassen, ob man sich das denn gut überlegt hat und die Frage nach der Bürgerbeteiligung vor der Ausführung des Projektes darf auch gestellt werden. - Sicher ist, dass man den Fahrradweg nicht so einfach wieder wegmachen kann, denn da sind wohl europäische Mittel geflossen, Juan Ramón spricht von 19.200 Euro, man müsste also das Ding wegnehmen, und woanders wieder installieren. - (Aber wie soll das den gehen, Farbe wieder abkratzen, in Wasser auflösen und erneut verstreichen?...) - Die Opposition hat doch vier Alternativen, wie es heißt, warum nennt man uns diese dann nicht in der Presseerklärung, da ist die Bürgerbeteiligung mal wieder steckengeblieben. - Zunächst war der Fahrradweg in Los Llanos einfach nur lustig, so ein bisschen in Richtung Schildbürgerstreich, man hat Geld aus Brüssel bekommen und musste das unbedingt ausgeben. - Nun aber wird der Fahrradweg politisch und ich bin mir sicher, wir werden noch viel und polemisch über diesen blauen Streifen berichten können.






Sonntag 21.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 28,7 Grad - niedrigste Temperatur 22,4 Grad

Freuen Sie sich auf Puerto Naos
Aber bitte nicht zu früh …

Was lange währt… Manchmal stimmen solche Sprüche und sicher hat man das den Anwohnern, Gästen und vor allem Gewerbetreibenden des Badeortes Puerto Naos die letzten Monate immer wieder zum Trost gesagt. - Zwischendrin dachten wir ja mal, die werden nie fertig, da im Herbst manchmal nur zwei Arbeiter auf der riesigen Baustelle zu sehen waren und irgendwie gar nichts voran ging. - Das änderte sich noch im Monat Dezember, da hat man wohl mitbekommen, was da los ist, plötzlich tauchten viel mehr Arbeiter auf, aber es war dennoch deutlich zu spät, die verlorene Zeit noch aufzuholen. - Dass man den angesetzten Termin Ende Februar nicht mehr schaffen würde war klar, April-Mai hat man dann getippt und April wird nicht mehr stimmen, aber Mai könnte werden, vielleicht auch noch ein bisschen in den Juni hinein. - Man sieht ein Ende der Arbeiten und das scheint alle aufatmen zu lassen, auch wenn jetzt der Endspurt kein einfacher sein wird, denn nun geht es auch um tausend Kleinigkeiten die noch fehlen, und da steckt oftmals das Teufelchen im Detail. - Aber der furchtbare schwarze Plastikbauzaun ist weg, und die Straßencafés atmen ein bisschen auf, und auch wenn auf dem großen Kompressor "super silencio" steht, die Bodenplatten müssen geschnitten werden und überhaupt, eine Baustelle ist keine stille Angelegenheit. - Aber man kann jetzt ahnen, wie das werden soll, und das sieht gefällig aus, denn alleine von dem kurzen Video, welches man uns noch vor den Bauarbeiten gezeigt hat, konnten wir uns das nicht konkret vorstellen. - Die Idee, die Cafés weiter hinein in die Promenade zu bringen, dafür aber keine Buden mehr an der Meerseite, macht die Promenade viel, viel größer und der Betrachter gleitet mit seinem Blick ohne Hindernisse direkt hinein ins Meer. - Die Materialien passen auch deutlich besser als die bereits von Anfang an immer angestoßenen Bodenplatten, die man früher dort hatte, und dann sowieso, die breite Treppe, auf der man sich wunderbar setzen kann, direkt am Strand, aber eben noch nicht im Sand. - Mir gefällt das, was die da gemacht haben und Puerto Naos wird sicherlich dadurch gewinnen, auch wenn wir das vorher niemals geglaubt hätten und viele verständlicherweise diese Arbeiten gar als Schikane betrachtet haben. - Das wird besser als vorher, keine Frage, aber dennoch muss man auch ganz klar sagen, dass solche Arbeiten an den wichtigsten Zonen vor allem viel, aber viel schneller getätigt werden müssen, denn viele Geschäfte und auch der Tourismus dort unten in Puerto Naos, haben Monate zu viel gelitten und eigentlich kann man von Glück sagen, dass noch niemand hat schließen müssen, zumindest weiß ich nichts davon. - Wenn ein Ort von seinem Strand lebt, und seinen Gästen, dann muss eine solche Arbeit wie der Umbau der Promenade in wenigen Monaten geschehen, und man muss bereits bei der Auftragsvergabe das als knallharte Bedingung vorgeben. - Puerto Naos hat zu lange leiden müssen und man kann wirklich nur hoffen, dass Anwohner, Gäste und auch Gewerbetreibende des Ortes durch den Genuss der neuen Promenade irgendwann dafür entschädigt werden.












Sonntag 21.04.2013 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1010 hPa

Die Gofio-Lüge
Autochthones Fremdprodukt

Neulich erst haben wir doch darüber gesprochen, dass es zwar erlaubt ist, aber eben nicht im Sinne des Erfinders, dass Weintrauben vom Festland hier zu Wein gekeltert werden. - Was beim Edelprodukt Wein aufstößt, zumindest wenn man mehr als drei Viertel davon getrunken hat, das ist bei anderen Produkten an der Tagesordnung und so gut wie niemand stört sich daran. - Das wohl kanarischte aller Lebensmittel ist der Brotersatz der Ureinwohner, das Gofio, aus geröstetem und dann gemahlenen Getreide gewonnen. - Böse Zungen behaupten, die Ureinwohner dieser Inseln seien zu blöd gewesen Brot zu backen, so hätten sie diese Zerealien als Mehl zu sich genommen und wegen des Geschmackes und auch der Haltbarkeit hätte man die Körner vorher über dem Feuer geröstet. - Ich war nicht dabei, so alt bin ich noch nicht, aber Gofio als Alltagsnahrung hier, das ist keine Sache von einigen Nostalgikern, sondern Gofio wir hier immer noch als Grundnahrungsmittel genutzt. - Weniger als früher, die jungen Menschen neigen eher zu Cornflakes zum Frühstück, als sich diese geröstete Mehl in die Milch zu rühren, aber in vielen Haushalten gilt als bestes Abendessen eben immer noch diese Tasse Milch, meist Ziegenmilch, in der man einen oder zwei Esslöffel Gofio auflöst. - Es ist viel Tradition und Gewohnheit mit dabei, und in vielen Rezepten hat sich dieses süße Mehl bis heute bewahrt, denken wir nur an die häufig verbreiteten Chicharrones, gebratene Schweinespeckwürfel in Gofio gewälzt. - Diätküche sieht anders aus, keine Frage, aber die Kanaren waren noch nie "Light", sondern immer authentisch und fragen Sie mal einen Zahnarzt oder einen Diätfach(frau)mann ob geröstetes Mehl wirklich eine gelungene Ernährungsgrundlage ist. - Es ist vor allem Armenküche, so müssen wir das wohl betrachten, und so hat sich das auch die Jahrhunderte halten können und ist von einer Zivilisation, also den afrikanischen Ureinwohnern, auch auf die Siedler aus Europa übergegangen. - So ein Pott Milch mit Gofio stellt den brüllenden Magen eines Kindes ebenso ruhig, wie den eines schwer arbeitenden Erwachsenen, und wenn man nichts hat außer ein paar Ziegen und Land, welches man bestellen kann, dann ist Gofio die erste Wahl der Ernährung. - Interessant ist auch, dass Gofio von den Kanaren, auch aus La Palma als Hungerhilfe nach Afrika verschifft wurde, in den Senegal gehen fast regelmäßig Lieferungen, denn dort ist das geröstete Mehl als Sattmacher auch äußerst beliebt. - Der eigentlich Witz an der Geschichte ist aber, dass das Gofio, welches auf den Kanaren und natürlich hier auf La Palma hergestellt wird, gar nicht, oder so gut wie gar nicht von den Kanaren stammt, sondern sich die Gofiomühlen das Getreide auf dem Weltmarkt besorgen und so, je nachdem was die einkaufen, Weizen aus Amerika, aus Deutschland, Mais aus Frankreich oder China ist. - Es steht trotzdem drauf, Gofio aus La Palma, und niemand stört sich daran, ganz anders als beim Wein, und man darf sich spätestens jetzt die Frage erlauben, welche Messlatte legen wir an, wenn es um die Bezeichnung unserer Lebensmittel geht. - Vor vier Jahren gab es mal eine Initiative hier auf La Palma, da wollte man den Getreideanbau hier auf der Insel wieder stärken. - Es gab garantierte Erzeugerpreise und Abnahmegarantien für Weizen und Gerste, und man stellte daraus das erste autochthone Gofio seid, wir wissen es nicht genau wie vielen Jahrzehnten her, und bot das so dem Verbraucher an. - Kostete etwa das doppelte wie das gewohnte, globale Gofio, und so war der Erfolg auch so bescheiden, dass man im übernächsten Jahr bereits wieder darauf verzichtet hat, diesen Versuch erneut zu starten. - Die Idee war gut, keine Frage, was beim Wein verpönt, fast schon kriminell erscheint, das ist beim Gofio und anderen Produkten gang und gäbe und ich sehe sie die ganze Zeit vor mir, die Traditionalisten, wie sie eine Tasse Milch mit Gofio nach der anderen in sich hineinstürzen und dabei von dem kanarischten aller Lebensmittel dozieren.




Aus dem Archiv. - Im Jahr 2009 startete man den Versuch von 100% palmerischen Gofio. - Das Produkt war gut, man hätte es deutlich schöner verpacken können, und das Verbraucherinteresse tendierte nicht gegen 100% sondern eher gegen 0%




Samstag 20.04.2013 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 29 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1008 hPa
Höchsttemperatur heute 31,2 Grad - niedrigste Temperatur 21,2 Grad

Die Bitch aus Los Llanos
Mia macht alle anderen nass

Mia ist nun ein gutes Jahr bei uns, und vom Lebensalter hat sie einen Monat mehr auf dem Buckel. - Zierlich ist Mia, eigentlich klein gewachsen, nach gut einem Jahr wachsen doch Katzen kaum noch weiter, aber wir wissen ja, dass die kleine Dame in den ersten Wochen und Monate ihres Lebens so einiges abreiten musste. - Oder ist des die Genetik der Familie aus der Mia stammt? - Wissen wir natürlich nicht, wir haben auch keine Rassekatzen, sondern Klassekatzen, und es deutet sich immer weiter deutlich an, dass Mia körperlich eine völlig andere Entwicklung eingeschlagen hat, als charakterlich. Ich will nicht soweit gehen und behaupten, dass die Dame ein feliner Soziopath sei, so weit reicht das dann doch nicht, aber sie hält sich nicht an Regeln und schon gar nicht an aufgestellte und zum Teil erarbeitete Hierarchien in unserem Katzenreich, sondern ist auf solche Art selbstbewusst, dass wir inzwischen immer nur noch sagen, wenn Mia gerade unsere anderen Katzen nass macht: "Guck nur, die Bitch aus Los Llanos". - Unsere anderen drei Katzen sind aus El Paso, also eher Landeier, mit dem Hang zum konservativen Glück, also bloß nichts ändern, auch keine Rangfolgen, der beste Tag der Welt ist übrigens der, der genau so abläuft wie der vorangegangene Tag. - Geht mir manchmal auch so, allerdings weiß ich nicht, ob so etwas für Menschen auch gut ist, oder ob ich mir Sorgen machen sollte. - Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass ich am liebsten eine unserer Katzen wäre und mich langsam daran übe, die volle Gleichgültigkeit zu erreichen und zu schlafen wann ich will und auch wo. - Mia ist aber aus Los Llanos, wir fahren auch ab und zu am Geburtshaus vorbei und suchen da immer schon nach irgendwelchen Auffälligkeiten, aber das Problem ist wohl, der Vater ist nicht bekannt. - Kann ein Streuner aus dem nahen Park sein, sicher keine große Katze, aber dunkel und frech muss er sein, denn von der Mutter kann Mia das nicht haben, die ist heller und auch zahm und pflegeleicht geraten. - Nein, wir suchen Mias Vater gar nicht wirklich, suchen eher nach Erklärungen, warum denn eine solch zarte und junge Katze derart einen garstigen Charakter haben kann. - "Eben aus Los Llanos", tönt es Unisono wieder aus den anderen Zimmern, das sagt man hier eben in El Paso, wenn man komische Dinge erklären will. - Wenn man abstrusen Angelegenheiten eine Deutung geben will, dann heißt er gar, "ist aus Tazacorte, wir haben Gemeinden und Charaktere für jede Gelegenheit, das ist sicher auch der Grund, warum wir hier 14 Gemeinden auf einer solch kleinen Inseln haben müssen. - Ich weiß, dass es anders herum auch nicht anders ist, wir gelten als langsam und einfältig, aber auch als ehrlich und sehr darauf beachtet Freundschaften zu halten, also eher ein Jahrhundert zurückgeblieben. - Nicht politisch konservativ, das sind die aus Los Llanos, aber eben mit dem Schneid des urbanen Selbstbewusstsein versehen, selbst wenn die überwiegende Zahl der Einwohner der Aridanemetropole mal aus dem armen Norden der Insel stammt, man bewegt sich wie einer aus der Großstadt. - So kommt uns auch die Mia vor, die keine Rangordnung akzeptiert, wobei wir auch zugeben müssen, dass Paul, der Clanchef, die auch gar nicht mehr einfordert, es ist ihm längst zu lästig geworden zu herrschen, und die anderen beiden Katzen, der dickfellige Mops und die zirpende Lucky, die sind auch nicht wirklich daran interessiert, sich eine Hackordnung zu schaffen. - Alle vier unserer Katzen tragen den Schweif kräftig nach oben gerichtet, aber wie man so den Eindruck gewinnen kann, die Mia macht das noch etwas steifer. - Auch mit uns geht sie nicht wirklich liebevoll um, bei Begrüßung hält sie sich aber kurz an die Etikette, einmal dürfen wir über den Kopf streicheln, dafür belohnt sie uns mir etwas Gegendruck, so dass man den Anschein von Zuneigung wohl spüren kann, aber dann geht es gleich weiter und wer es wagt, die Dame weiter streicheln zu wollen, der bekommt in kurzer Abfolge zunächst Mahnung und dann Kralle, und man sollte die Mahnungen Mias wohl ernst nehmen. - Gesellschaftlichen Umgang pflegt sie höchstens noch mit Paul, den hatte sie von Anfang an erobern wollen, wohl auch wissend, wer den Chef knackt, der hat bei den anderen auch keine Probleme mehr. - Auch ist Paul der einzige, auch wenn deutlich unsere älteste Katze, die ab und zu nochmal ausgelassen spielen will, Mops und Lucky halten das für rausgeschmissene Energie, die man sich danach wieder mühsam anschlafen muss. - Aber das geht dann auch nicht lange, und wenn früher, als Mia noch ganz jung und kurz bei uns war, der Paul immer bestimmt hat, wann genug gespielt wurde, so ist es heute eher die Mia, welche diesen Zeitpunkt vorgibt. - Sicher könnte man von einer stillen Machtübernahme sprechen, aber es gibt eigentlich gar keine Macht zu verteilen, weil Paul niemals ein Diktator war, und es bei uns keinen Chefposten zu erarbeiten oder zu erkämpfen gibt. - Vielleicht ist es die Pubertät, vielleicht ist es Charakter oder die Genetik, für uns ist es allerdings klar, warum Mia sich so benimmt, sie ist halt eine Bitch aus Los Llanos…




Selbst wenn Mia gähnt, gewinnt man den Eindruck, sie würde einem die Zunge herausstrecken




Samstag 20.04.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1009 hPa

Wo wären wir ohne Europa?
30 Millionen um Energie-Effizienz zu erhöhen

Wo wir ohne Europa wären, das ist ganz einfach zu beantworten, wir wären dann in Afrika. - Fühlt sich vom Wetter heute auch so an, da gab es einen kleinen Betriebsunfall draußen auf dem Atlantik, ein Tief steckt westlich von uns unter einem Hoch fest, der Passat kann uns damit nicht mehr erreichen und nun werden wir ein paar Tage lang mit Wind direkt aus Afrika versorgt. - Die Thermometer übersteigen heute sicherlich die dreißig Grad Marke, allerdings wird es auf den weiter östlich liegenden Inseln noch deutlich wärmer werden. - Den vom Gobierno de Canarias ausgerufenen Hitzealarm nehmen wir also zur Kenntnis, bei uns wird das aber nicht wirklich schlimm werden. - Interessant bleibt die Frage dann aber noch, wo denn das Tief hin will, welches das Hoch so weit nach Norden schiebt, dass wir aus dem Einfluss des Passates ausgeschlossen werden. - Kann sein, dass wir Ende des Monats noch mal Regen bekommen, aber richtig hoch liegen die Wahrscheinlichkeiten dazu nicht, so dass wir uns eigentlich schon auf den Sommer einstellen.

Das nur vornean, nun kommt die sicherlich gute Meldung, dass es der Inselregierung, und hier vor allem wohl Anselmo Pestana gelungen ist, europäische Gelder für die Modernisierung unserer elektrischen Energieversorgung zu erhalten. - Anselmo Pestana von den Sozialisten, mehr von den eigenen Leuten kritisiert, als von der Opposition, der weiß wohl wie man europäische Töpfe angräbt und im Moment ist es wohl wichtiger denn je, irgendwie Geld in die Inselvolkswirtschaft zu pumpen, da wirtschaftliche Zwänge und das Spardiktat uns hier im Moment geradezu lähmen. - Man hat Anträge an den EEEF geschrieben, den Europäische Energieeffizienzfonds und denen hat das Projekt wohl zugesagt und uns weiter an die Europäische Union empfohlen, die nun diese 30 Millionen Euro locker macht, welche ausschließlich dazu verwendet werden sollen, die Energieeffizienz auf der Insel zu erhöhen. - Es geht also nicht darum, das Kraftwerk des privaten Betreibers Unelco-Endesa zu modernisieren, sondern in vielen, oft auch kleinen Schritten soll hier auf der Insel dafür gesorgt werden, dass wir die elektrische Energie sinnvoller und auch sauberer nutzen. - Das fängt bei den Straßenlaternen an, geht weiter über die Energiemanagement in öffentlichen Gebäuden, neue Klimageräte und Wärmesteuerung. - Weiter wird beschrieben, man baut auf Mikrokraftwerke, die eben dezentral auf öffentlichen Gebäuden zur Stromerzeugung angebracht sind und ein weiterer, großer Posten, den Personentransport hier auf der Insel sauberer zu machen. - Da wird von Elektroautos gesprochen und Hybriden, es soll sich also was bewegen hier auf der Insel, und in die Grüne Richtung. - 200 direkte Arbeitsplätze will man so schaffen, und wenn das alles umgesetzt wird, möchte man damit 6,3 Millionen kWh jährlich an elektrischer Energie einsparen. - Man rechnet uns auch gleich die Reduzierung des CO2 Ausstoßes vor, wir sparen damit also 4.500.015 Kilo im Jahr ein. - Herrliche Dinge laufen da über die Medien, ich komme mir so modern und fortschrittlich vor und wenn das nicht mal eine gute Nachricht ist? - Die Nachricht hört ich wohl, und glauben will ich das auch, allerdings kann ich weder die Zahlen überprüfen noch wirklich einsehen, ob wir denn auch in der Lage sind, diese ganzen vorgesehenen Projekte professionell und zielgerichtet durchzuführen. - Das ist keine Aufgabe für Laien, da müssen Fachleute ran und das Ganze muss auch als Komplex überwacht werden, sonst verbröseln wir das gut gemeinte Geld in viele kleine Näpfchen, die man hinterher nicht mehr zusammenschieben kann. - Mit Grausen denke ich da noch an die 6 Millionen Euro an das Projekt "La Palma Digital", diese 6 Millionen, die hat man in viele kleine Teilchen geschnitten und dahin geworfen, wo die "Richtigen" die Hände aufgehalten haben, aber nachhaltige, oder wenigstens langfristige Wirkung ist nicht geblieben. - Hoffen wir einfach, dass Anselmo Pestana nicht nur gut ist im Geld besorgen, sondern auch darin, es den richtigen Kanälen zu übergeben und nur Fachleute ran lässt und nicht die große Schar an den üblichen Verdächtigen, die es bislang viel zu oft geschafft haben, Geld schlichtweg zu vernichten. - Nein, wir müssen uns nicht schämen, Hilfen von der Europäischen Union anzunehmen, wir müssten und wohl aber schämen, wenn wir daraus nichts machen würden. - Danke EU!




Vom Wetter her klare Sache, Afrika ist unser Partner die kommenden Tage




Freitag 19.04.2013 19:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 29 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 5 % - Luftdruck 1010 hPa
Höchsttemperatur heute 29,1 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Asphaltdämmerung
Alles kommt nun auf das oberste Kanarische Gericht an

Gestern lief die Frist ja ab, in welcher die Gemeinde Los Llanos auf den Antrag des Betreibers reagieren musste, und entweder die Eröffnungslizenz erteilen, oder diese ablehnen. - Nun ist aber die Bürgerplattform gegen die Asphaltwerke der Entscheidung der Gemeinde zuvor gekommen und die Ausführung des Gerichtsurteiles vom 15.10.2012 beantragt, in der ja das Verwaltungsgericht auf Tenerife sich klar gegen die Betriebsgenehmigung für das Werk ausgesprochen hatte. - Der Betreiber selbst hatte dagegen Rekurs eingelegt, beim "TSJC" (Tribunal Superior de Justicia de Canarias) und geht damit sogleich davon aus, dass damit das Urteil des in der Hierarchie niedriger liegende Verwaltungsgericht aufgehoben wird. - Das sieht man seitens der Bürgerplattform selbstverständlich anders und so hat man zusammen mit dem Anwalt Felipe Campos sich entschlossen, diesen Antrag an das Verwaltungsgericht zu stellen und damit zu fordern, dass nun das ablehnende Urteil vom 15.10.2012 so lange gültig ist, bis der neue Richterspruch gefallen ist. - Die Gemeinde muss der Bürgerplattform dankbar sein für diesen Schritt, denn nun müssen die nicht die Entscheidung tragen, wir eröffnen, oder nicht, sondern man kann sich dann hinter einem Gerichtsurteil verstecken, welches übrigens bereits im Oktober dieses Jahres gefällt werden wird. - So schnell kann das also auch mal gehen, aber es handelt sich dabei ja auch um die Verhandlung eines Einspruchs, und das geht wohl selbst bei uns schneller. - Vom "TSJC" hört man ja nicht so die Dinge, die wir eigentlich hören wollen, man sagt denen große Nähe zur Coalición Canaria nach, und demnach könnte es wohl kritisch werden im Herbst, und wir müssen also weiterhin zittern. - Genau weiß man es nicht, und auch könnte man ja wirklich mal strategisch denken und diese große und auch einflussreiche Bürgerbewegung seitens der Obrigkeit eher befrieden. - Das wäre langfristig besser für die Amigo-Fraktionen, dann lässt man diese wieder mehr in Ruhe, aber ich wage es nicht mehr da Vorhersagen zu geben, so weit in die Sphären der Gerichte und da wo politisch-wirtschaftlicher Einfluss über die Inselgrenzen hinaus reicht, da kann auch ich nur noch vermuten. - Bis in den Oktober hat man nun erneut Zeit gewonnen, vielleicht fällt uns bis dahin noch die große Idee ein, wie man denn diesen aus- und hausgemachten Blödsinn, ein Asphaltwerk in Wohngebiete zu stellen, noch überlisten kann. - Man muss das auch mal in touristischer Hinsicht sehen, die meisten unserer Besucher, also diejenigen, die nicht wegen des Preises wegen zu uns gekommen sind, sondern weil sie sich für uns interessieren, die wissen doch auch was abgeht hier, und solch urbanistischer Unsinn ist keine echte Werbung. - Gut, da fällt mir auch noch mehr ein, hat was mit bellenden Wesen zu tun, aber heute ist mal wieder der Asphalt dran. - Lustig auch immer wieder die wieselnden Anwälte des Betreibers des bereits errichteten Asphaltwerkes, wie die mit Presseerklärungen im Zentralblatt der Coalición Canaria, also dem Diario de Avisos versuchen, für das Asphaltwerk Stimmung zu machen. - Die konzentrieren sich jetzt auf das einzige funktionierende Asphaltwerk des Konkurrenten "Lopesan" in Fuencaliente, welches auch nicht legal sein soll und wohl auch wirklich nicht ist, wobei ich da die Lage der Papiere nicht so gut kenne. - Die stellen sich jetzt hin und empören sich, dass man in Fuencaliente ein illegales Asphaltwerk laufen lässt, das einzig legale auf der Insel, natürlich das ihres Auftraggebers, aber nicht. - Dabei sagt das bislang einzige vorhandene Urteil etwas anderes aus, aber wer fragt schon nach Sinn und Werden, wenn Anwälte die Dinger erst mal persönlich nehmen.




In dieser Richtung immer wieder mein absolutes Lieblingsbild, der Asphaltspürhund




Freitag 19.04.2013 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1010 hPa

TUI erklärt uns, wo der Hammer hängt
Das La Palma Geschäft ist einfach nicht rentabel

Bislang haben wir ja die Geschichte, dass TUI sich aus La Palma zurückziehen will, immer nur aus den "gut informierten Kreisen" gehört, nun erklärt sich die TUI selbst und macht klar, warum sie nicht mehr am La Palma Geschäft teilhaben wollen. - In einer letzten Rettungsaktion sind die Direktoren der drei Hotels, welche nun von TUI noch im kommenden Winter angeboten werden gemeinsam nach Gran Canaria geflogen, um den TUI-Chef für die Kanaren doch noch zu überzeugen, dass man doch besser weiterarbeiten sollte mit La Palma. - Das scheint nicht gelungen zu sein, es ist definitiv, dass der Reiseveranstalter sich zurückzieht und die Gründe sind, dass wir einfach nicht TUI-kompatibel sind. - Es seien nicht alleine die fehlenden Hotels (dabei haben wir derer mehr als wir brauchen) sondern auch die Preise und die mangelnde touristische Infrastruktur, TUI hat ein anderes Beuteschema als das, was La Palma bieten kann, das kann man sich sehr wohl vorstellen. - Da bekommen wir es also Schwarz auf Weiß, wir taugen nicht zum Geldverdienen nach globaler Art und nun können wir gespannt sein wie ein Flitzebogen, wie man denn auf die Abfuhr eines Massenanbieters reagiert. - Einige werden hingehen und nun verlangen, dass wir alles das, was uns die TUI vorwirft auch erfüllt, also mehr Hotels, Preise runter, touristischen Infrastrukturen die massenkompatibel sind, denn dann wäre TUI auch wieder bereits sich La Palma noch einmal anzusehen. - Oder aber man geht nun konsequent den anderen Weg und sucht sich Partner, die mit dem, sicherlich komplizierteren, weil eben deutlich kleineren La Palma umgehen können. - Denn die gibt es ja, TUI ist ja nicht der einzige Reiseveranstalter welcher sich um La Palma bemüht und Dank des Internets braucht man ja eigentlich auch keinen Mittler mehr der einem die Reise organisiert, sondern man kann auch sein eigener Reiseveranstalter sein. - Fraglich ist immer noch, wo denn die vielen Ferienhäuser nun angeboten werden, wenn TUI nicht mehr La Palma bedienen will, denn bislang hat man immer ausschließlich über die Hotels gesprochen, nicht aber über die zahlreichen kleinen Apartment- und Ferienhausanlagen, welche die TUI auch auf La Palma angeboten hat. - Der Aufschrei hier auf der Insel ist riesengroß, zu groß meines Erachtens nach, denn früher oder später hat man das ja kommen sehen, denn La Palma ist kein touristischer Ponyhof mit Gelddruckgarantie, für diejenigen die im Tourismus arbeiten, La Palma hat Ecken und Kanten und gibt sich manchmal auch zickig, wenn der Wind wieder aus der falschen Richtung weht. - Das ist eben so, wenn man als Fels dem Atlantik trotzt, dann ist man nicht einfach austauschbar und mit Forderungen kompatibel, welcher ein Markt der "touristischen Industrie" fordert. - TUI hat alles Recht der Welt, sich seine eigene Strategie zu basteln, und da passen wir einfach nicht rein und wir sollten schleunigst daran gehen, überhaupt mal so etwas wie eine Strategie zu entwickeln. - Aus Kritik muss man lernen, und vielleicht sollten wir auch mal darüber nachdenken, ob wir doch die richtige Insel sind, aber nicht immer die richtigen Partner haben?



Donnerstag 18.04.2013 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1010 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,2 Grad

Ein fast unmoralisches Angebot
Die Letzten könnten die Ersten sein

Wer keinen Bock auf Lokalpolitik hat, der hat jetzt Feierabend. - Der große Wahlgewinner in Spanien, die Partido Popular, die hat weder im Gobierno de Canarias; noch in der Inselregierung La Palmas etwas zu melden. - Das rührt daher, dass beide Verlierer der letzten Wahlen, die Coalición Canaria und die Sozialisten der PSC/PSOE dort gemeinsame Sache machen. - Zwar nicht geliebt und unterstützt von der sozialistischen Basis, aber diese Partei betreibt inzwischen auch Politik von Oben nach Unten und nicht umgekehrt. - Aber auch die Coalición Canaria ist nicht sonderlich zufrieden, aber das aus dem Grund, dass auf La Palma in zehn von vierzehn Gemeinden die Sozialisten zusammen mit der Partido Popular Koalitionen gestrickt haben. - Man wollte damit auf lokaler Ebene die Richtung vorgeben, wie das denn auch in den Cabildos und auch dem Gobierno de Canarias sein könnte, aber die Parteiführung der Sozialisten wollte lieber den Pakt mit der Coalición Canaria, und es wird uns ein Rätsel bleiben, warum die das denn gemacht haben. - Es hieß mal, damit man der Partido Popular nicht noch mehr Protagonismus gewährt als sie ohnehin schon besitzt, aber es muss wohl eher um Pöstchen und Einfluss gegangen sein, der Wunsch des Volkes oder der eigenen Parteibasis zählte da gar nicht. - Der Coalición Canaria sind nun die lokalen Pakte hier ein deftiges Dorn im Auge, vor allem in Los Llanos und Santa Cruz in der Opposition zu sein schmerzt sehr, und darüber hinaus hat man ja jede Menge treuer Gefährten damit auch in der Arbeitslosigkeit stecken, denn in der Opposition bekommt man kein Gehalt, sondern nur eine kleine Entschädigung für die Teilnahmen an den Kommissionen und Plenen. - Kräftigen Druck übt man also seitens der Coalición Canaria auf den Partner der Sozialisten im Gobierno de Canarias aus, damit diese den Druck nach unten weitergeben und diese störenden Pakte in den Gemeinden aufgeben. - Allerdings scheint der Druck nicht wirklich Unten anzukommen, die Pakte stehen fest da und nur in Los Llanos könnte es zum Bruch kommen wegen der Asphaltwerke, aber nicht mal das müsste bedeuten, dass wieder die Coalición Canaria erneut ans Ruder kommt. - Die selbst ernannten Nationalisten der Coalición Canaria drohen nun offen damit, die Pakte im Gobierno de Canarias und auch im Cablido Insular de La Palma aufzukündigen, wenn es der Parteiführung der Sozialisten nicht gelänge, die Pakte auf lokaler Ebene zu sprengen. - Nun kommt der genüsslich zusehende Beobachter der Partido Popular ins Spiel und bietet den Sozialisten im Cabildo Insular sogar an, den Präsidenten der obersten Inselkorporation stellen zu können, wenn man denn nicht mehr mit der Coalición Canaria zusammen wäre, aus welchem Grund auch immer. - Das würde nun die Wählermeinung komplett auf den Kopf stellen, denn die Sozialisten, die waren bei den letzten Kommunalwahlen nur die Drittstärkste Fraktion von drei Parteien, aber was wundert uns noch in der Politik was, in Deutschland stellt ja auch eine vier bis fünf-Prozent Partei gleich mehrere Minister. - Die Coalición Canaria schäumt nun vor so viel politischem Kalkül, könnte das doch bedeuten, dass der Druck den man ausübt komplett nach hinten losgehen kann. - Ein Pakt Partido Popular mit den Sozialisten, das ist das, was die Basis beider Parteien von Anfang an bereits gefordert hatte, und sehr viele Menschen sind von den jetzigen Inselräten der PSC/PSOE sogar menschlich enttäuscht, denn bislang hieß es ja immer fleißig, niemals mit der Coalición Canaria und dann so etwas. - Die Räte der Sozialisten haben sich zu diesem Angebot der Partido Popular noch nicht offiziell geäußert, einigen könnte aber das sehr gefallen, denn selbst wenn der jetzige Pakt zerbricht, dann kann man dennoch an seinem Posten festhalten und um den geht es wohl doch auch den allermeisten. - Wer hätte das gedacht, vor zwei Jahren noch der absolute Verlierer und heute stehen die Sozialisten im Cabildo Insular als einzige da, deren Posten auf jeden Fall gesichert scheint.



Donnerstag 18.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1013 hPa

Tourismuskrise wird Chefsache
Verbindung mit Madrid wieder im Blickpunkt

Auf dem Boden der Tatsachen angekommen beginnt immer die Arbeit mit nüchternem Blick, und da war doch noch was, außer sich zu empören und wild mit Argumenten zu rudern. - Problem Nummer eins im kommenden Sommer sind die fehlenden Flugverbindungen, zunächst aus Deutschland, aber eben auch von Madrid aus, denn Iberia Express, die wollen nicht so wie wir das wollen, sondern die fliegen verständlicherweise ganz nach ihren eigenen Vorstellungen. - Denen ist es natürlich egal, was mit uns wird, die wollen die Strecke einfach nur gut ausgelastet sehen und so kommt es, dass es eben nur zwei bis drei Verbindungen wöchentlich zwischen La Palma und Madrid gibt. - Dagegen versucht man schon sehr lange etwas zu machen und das Betteln hat ja keinen Sinn gemacht und andere Fluggesellschaften scheinen sich nicht für uns zu interessieren. - Die Krise trägt da auch bestimmt ihren Teil dazu bei und auch begleitet uns immer so die Befürchtung, dass den Fluggesellschaften wie der Iberia und der angeblichen Billigtochter mit dem Express hinten dran es sogar lieber wäre, es gäbe gar keine direkte Verbindung mehr mit Madrid, sondern wir flögen immer über Tenerife oder Gran Canaria dorthin. - Zum Teil machen wir das auch schon, einmal wegen der oftmals komischen Zeiten, zu denen die Iberia Express zu uns fliegt, und wer kurzfristig buchen muss, der fliegt über Tenerife auch deutlich billiger. - Für den Tourismus ist das natürlich äußerst schlecht, nicht nur für die nationalen Gäste, welche uns besuchen wollen, auch für die internationalen Gäste, welche einfach keine passende Gelegenheit finden mit einem Charter direkt zu uns zu kommen, die versuchen dann oftmals den Weg über Madrid nach La Palma zu nehmen. - Das kann, früh gebucht sogar billiger sein als Charter, aber hinterher kann es auch gut sein, dass die dann diesen Flug verlegen oder gar streichen, und dann klappt das mit dem Urlaub meist nicht mehr. - Seit längerem versucht man nun, die Verbindung zwischen Madrid und La Palma in den Status "OSP" (Obligación de Servicio Público) zu erheben, was bedeutet, dass diese Route ein Pflichtprogramm für die Fluggesellschaft wird, und Madrid die eventuellen finanziellen Ausfälle trägt. - Das würde bedeuten, dass wir dann täglich einen Flug hätten, immer zur gleichen Zeit, kalkulierbar, mit festgesetzten Preisen und damit auch für Gäste bestens geeignet alternative Reisen zu den Chartergesellschaften zu planen. - Den Antrag hat man wohl gestellt, aber das "Ministerio de Fomento" welches dafür zuständig ist, hat wohl die falschen Zahlen erhalten, dort heißt es nämlich, es gäbe vier Verbindungen der Iberia Express mit La Palma und in Wirklichkeit sind es deren zwei oder drei. - Das will nun unsere Inselpräsidentin klarstellen in Madrid und hat auch den Finanzrat der autonomen Region Kanarische Inseln mit auf ihrer Seite, der dieses Anliegen unterstützend begleitet. - Für die Kanaren wäre es die erste Verbindung unter diesem Schutzmechanismus, bei den Balearen ist das bereits Tagesgeschäft, zweimal täglich fliegt dort ein Flugzeug unter der Maßgabe "OSP" von Madrid nach Menorca und wieder zurück. - Wir wollen doch nur eines, und das will man uns nicht geben, oder liegt es daran, dass unsere Provinzregierung nicht von der Partido Popular ist, wie die der Balearen, und die deswegen bevorzugt behandelt werden?



Mittwoch 17.04.2013 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 22,1 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Machen wir uns unnötig
Luxushotels und Golfplätze müssen her…

Hektik und Angst sind immer schlechte Berater, und unser Rat für Tourismus ist in keiner guten Position im Moment. - Nach einer Sitzung mit dem Patronato de Turismo, welches etwa eine Tourismusmarktingorganisation sein soll, lässt er nun verlauten, wir brauchen mehrere Luxushotels und zwei Golfplätze, anders sei der Tourismus auf La Palma nicht zu retten. - Bei allem gebührenden Respekt, und sogar gewisser Sympathie, welche ich Julio Cabrera entgegenbringe, er irrt sich hier wie auch alle seine Vorgänger, der touristische Weg La Palmas sollte nicht zur Vergleichbarkeit mit anderen touristischen Destinationen führen, denn dann gehen wir im Preiskampf unter. - Das haben wir doch bereits erlebt, mit dem neuen Hotel im Süden, das plötzlich den anderen Hoteleinrichtungen die Gäste weggenommen hat, weil die große Reiseveranstalter am liebsten immer nur die neuen Hotels nehmen und ältere Anlagen werden dann über die Billigschiene so lange ausgelutscht, bis nichts mehr geht. - Auch damals hieß es, wir brauchen mehr Hotels, die Reiseveranstalter müssen eine "kritische Masse" bewegen können, sonst lohnt sich der Aufwand nicht für die. - So haben wir also im Lauf der Jahre Anfang dieses Jahrhunderts die Hotelplätze um etwa 3.000 angehoben, aber dennoch sind nicht mehr Gäste gekommen, eher im Gegenteil, noch vor der Jahrtausendwende hatten wir mehr Besucher aus Mitteleuropa. - Das mit der "kritischen Masse", das ist ein völliger Quatsch, wurde hier schon widerlegt, und dennoch fängt man immer wieder davon an. - Das mag dort gelten, wo man sowieso auf konventionellen Tourismus setzt und auf Massen, aber davon sollten wir doch nicht mal im Schlaf träumen, und darüber hinaus können wir das doch auch gar nicht, dafür sind wir nicht die Insel, weil bei uns die landschaftlichen, gesellschaftlichen und auch meteorologischen Bedingungen das gar nicht hergeben. - Noch mehr Hotels bringen noch mehr Konkurrenz untereinander und einige werden immer schwach, gehen dann mit den Preisen runter, später notgedrungen auch mit der Qualität und irgendwann findet man sich in der "all inklusiv Falle" wieder und kommt da nicht mehr heraus. - Auch das mit den Golfplätzen ist kein Allheilmittel, das ist eine Mode, die bei uns in Europa bereits jetzt unter Abnutzungserscheinungen leidet, weil man bereits zu viele Anlagen hat. - Darüber hinaus ist der Bau eines Golfplatzes nun mal eine ökologische Katastrophe, und der konventionelle Betrieb auch, denn der Rasen muss mit Unmengen an Pflanzenschutzmitteln am Leben gehalten werden, glauben Sie mir das, ich habe hier als Gärtner so einige Rasen wohlhabender Einwohner gepflegt und kam mir manchmal schon so ein bisschen wie ein Chemielaborant vor. - Aber ich wäre nicht grundsätzlich dagegen, wenn wir uns sicher wären, dass das funktioniert, es müssen gewisse Opfer gebracht werden um wirtschaftlich gut dastehen zu können, allerdings bezweifle ich das heftig, dass unsere Insel Golfer anlocken kann und wird. - Und um einfach nur einer Mode zu folgen, welche reichlich unsichere Zukunft verspricht, dafür sollte man die Hektar an Flächen ursprünglicher Landschaft nicht verbrauchen. - La Palma kann nur als Alternativziel überhaupt seinen Platz im Tourismus finden, und wenn Tenerife Luxushotels baut und Golfplätze, dann müssen wir ganz genau das Gegenteil machen und uns nicht zu einer kleinen, und später billigen Kopie der anderen Inseln basteln lassen. - Im Preiskampf verlieren wir immer, haben wir doch schon, aber dennoch hängen manche weiter an den mutlosen Plänen, und "copy % paste" mit der touristischen Zukunft unserer Insel, bei allem gebührenden Respekt, das ist nicht nur falsch, sondern sogar gefährlich, da manche Projekte und Unterfangen nicht mehr revisibel sind. - Dabei hört man die gleichen Herren und Damen, welche nun erneut vorschlagen, aus dieser Insel eine Kopie anderer touristischer Destinationen zu machen doch immer von der Einzigartigkeit dieser Insel sprechen, und dann labern die sogar noch was von "go green" "slow city" und wie toll doch hier alles ist. - Da bin ich voll ihrer Meinung, diese Insel ist eigentlich ein Wunder, aber warum bemühen wir uns dann fast täglich, daraus ein vergleichbares und damit auch austauschbares touristisches Treibgut zu machen? - Ich glaube nicht mal, dass es Dummheit ist, sondern denen fehlt einfach der Mut, neue Wege zu beschreiten und auch konsequent das zu vertreten, auch wenn es zunächst mal gegen die Regeln des normalen touristischen Massengeschäftes geht. - Mit dem Weggang der TUI, obwohl ich dem Braten immer noch nicht ganz traue, haben wir doch gesehen, wie verletzlich wir sind, wenn wir uns auf ein solches Geschäft einlassen. - Da kommt die TUI und sagt, Preise runter, oder ihr seid raus aus dem Geschäft, und schon schlackert der gesamten Branche das Gemüt und unser Tourismusrat, dreht voll auf und spricht von Israel, Irland und Luxus und Golf, mich wundert eigentlich nur, dass noch niemand darauf gekommen ist, es mal mit Nordkorea zu versuchen. - Und wenn das nicht alles so ernst wäre, weil es um Arbeitsplätze und unsere Zukunft geht, dann könnte man herrlich darüber lachen, wie wir uns permanent selbst im Weg stehen.




Luxushotels, Golfplätze, mehr fällt denen zu dieser Perle nicht ein?




Mittwoch 17.04.2013 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1013 hPa

Der Kulturbeauftragte gibt bekannt
Soplos del ser

Damit nicht irgendwann einmal gesagt wird, die palmerischen Opernfreunde von ACAPO bringen doch eh immer nur Mozart, Brahms, den ollen Schumann und mal einen gewagteren Piazolla, gab es bereits im ersten Kammermusikzyklus ein sogenanntes avantgardistisches Konzert. Vor einem Jahr präsentierten dies zwei Perkussionisten. Ja, genau, quasi nur Getrommel. Mit dieser Einstellung gingen außer mir noch viele andere ins Konzert und dachten sich vermutlich: Wird schon gut gehen. Es ging sogar fantastisch. Die Begeisterung kannte keine Grenzen, und deshalb steht nun wieder Moderne auf dem Programm.

Ich kann leider keine Einzelheiten zu dem Dargebotenen bieten, könnte hier zwar aus dem Info der Musiker abschreiben, würde dabei aber sicher ins Schwafeln abgleiten. Deshalb nur so viel: Pepetoni Tamarit, Perkussion, Gesang, Thierry Taboni und Sonia Rodríguez, Tanz sind alle miteinander Ausnahmekünstler. Sie werden uns mit Sicherheit einen atemberaubenden Abend bescheren.

Mittwoch, 17. April, Beginn ist um 20.30 Uhr, Veranstaltungsort ist das wunderschöne "Teatro Circo de Marte" in Santa Cruz de La Palma.

Der Kulturbeauftragte möchte nun an dieser Stelle noch ein paar allgemeiner gehaltene Worte loslassen, anstatt immer nur (Schleich-) Werbung zu betreiben.

Wir haben eine Krise. Viele Menschen haben keine Arbeit, manche haben zu wenig zum Essen, die meisten haben noch ihr Handy, smart oder auch nicht. Die Stimmung ist generell nicht besonders gut. In einer solchen Zeit wird besonders genau darauf geachtet, wer was von wem bekommt und wohin welche Gelder fließen. Und warum. Das ist absolut in Ordnung. Not macht aber auch schnell neidisch. Nüchternes Denken gerät in den Hintergrund, die Tendenz geht eher zum spontanen Aufschrei: "Das geht doch nicht, dass die......und wir nicht! Es gibt Leute, die haben noch nicht einmal eine Suppe auf dem Tisch, da kann man doch nicht Geld für......ausgeben!!!" Das hat jeder schon mal gehört oder gelesen. Vielleicht sogar selber gesagt. Ich habe gestern etwas sehr schönes gelesen, das uns alle zum Nachdenken animieren sollte. Ein deutscher Ex-Präsident hat das gesagt, und ich verbeuge mich hiermit vor ihm und sage: Danke schön.

"Kultur kostet Geld. Sie kostet Geld vor allem deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf. (...) Substantiell hat die Förderung von Kulturellem nicht weniger eine Pflichtaufgabe des öffentlichen Haushalts zu sein als zum Beispiel der Straßenbau, die öffentliche Sicherheit oder die Finanzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst. Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich "Subventionen" nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen. Der Ausdruck lenkt uns in eine falsche Richtung. Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert."
Richard von Weizsäcker.

Mit musikalischen Grüßen

Ödi Jonitz, ihr Kulturbeauftragter






Dienstag 16.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 22,5 Grad - niedrigste Temperatur 15,3 Grad

Kleinigkeiten
Unser Dorf soll schöner werden,Bananenwerbespot und die Sozialisten zerfetzen sich wieder selbst

Eigentlich gäbe es wieder etwas über Tourismus zu berichten, es fand ein außerordentliches Treffen des Patronato de Turismo statt, aber ich habe mich wieder so über die Blindheit unserer Planer geärgert, dass ich zunächst darüber schlafen muss, sonst wäre meine Wortwahl sicher nicht Öffentlichkeitstauglich.

Die Gemeinde San Andrés y Sauces hat mit ein paar einfachen Ideen und Tricks nun versucht, das Stadtbild in beiden Zentren zu verschönern. - Die Müll- und auch die Glascontainer hat man oftmals versteckt, hinter Bäumen oder Zäumen, oder einfach nur um die Ecke geräumt, so dass die nicht in allererster Sichtweite sind. - Dort, wo es gar nicht anders geht, da hat man einfach Farbe und Pinsel genommen und die Container angemalt, damit die dann ein bisschen schöner anzuschauen sind. - Mit ganz wenig Geld, die Orte der Gemeinde ein bisschen schöner machen, gute Geschichte und nun kann man nur hoffen, dass die Leute die Container auch finden, und die nicht allzu gut versteckt sind. - In Los Llanos hat man an manchen Stellen seitliche Sichtblenden vor und hinter die Container gestellt, so dass man nur frontal auf die Dinger blickt, und ansonsten auf eine weißgraue Blende. - Auch da könnten Farbe und Pinsel noch gute Dienste leisten, denn man kann geteilter Meinung sein, ob denn diese Sichtblenden hässlicher sind, oder die Mülltonnen. - In Lugano (auf einer anderen Insel…) hat man das teilweise ganz dezent gestaltet, da lagern die Müllcontainer unter der Erde und nur die Einwürfe sind zu sehen. - Kommt dann der LKW, dann hebt der den ganz Kram hoch und ab damit in den Müllwagen. - Na ja, Geld müsste man halt haben, aber über so etwas spricht man doch nicht. - Vielleicht sollte auch Spanien anfangen, CDs aus der Schweiz zu kaufen…

Unsere Bananen sind die Allerbesten, das glauben wir, oder wir glauben es zu wissen, und wichtig ist doch nur, dass die Käufer das auch wissen oder einfach nur glauben. - Dazu braucht man auch immer ein bisschen Werbung und die Werbefirma, welche man beauftragt hat, für unsere Bananen zu werben, die ist sicher nicht die Schlechteste. - Da gab es schon eine ganze Reihe lustig bis frecher Werbespots und nun hat man wieder einen neuen Spot gedreht, der auch locker, leicht und flockig geraten ist. - Der Trick aber dabei ist, dass man nach dem Anblicken des eigentlichen Spots von gut einer Minute aufgefordert wird, auch noch das "Making of" des Spots sich anzusehen und da werden einem die Personen äußerst positiv näher gebracht, welche zur der Herstellung des Werbefilmchens beigetragen haben. - Und das ist so pfiffig gemacht, dass man diese Leute extrem sympathisch findet und so ein noch positiveres Bild von den Bananen der Kanarischen Inseln bekommt. - Das "Making of" ist gar keines, sondern ein weiterer Werbespot, aber man sieht sich den nicht mit diesem Gedanken an, das sei Werbung und schon erfüllt sich der Traum aller Werbefachleute, dass die Leute Werbung schlucken, ohne es zu merken. - Chapeau, und hier heißen Bananen übrigens "Plátanos", verlangen Sie auf den Kanaren niemals "Bananas", das ist ein Schimpfwort, so nennen wir nur die Bananen aus Süd- und Mittelamerika… Wenn Sie den Clip sehen wollen, dann klicken Sie auf das Bild unter dem Text.

Wer masochistisch veranlagt ist, der taugt zum Sozialisten auf den Kanaren. - Ich zweifle inzwischen an meiner Tauglichkeit, nicht an meiner Gesinnung, allerdings an der Partei. - Hier gibt es in zehn Gemeinden einen Pakt der PSC (Partido Socialista de Canarias - welche natürlich der nationalen PSOE angliedert ist) mit dem eigentlichen natürlichen Feind auf Landesebene, der Partido Popular. - Im Cabildo Insular La Palmas allerdings haben die gewählten Räte der Partei mit der Coalición Canaria einen Pakt geschlossen, unter lautem Aufschreien der Basis, aber auf die hört die PSC-Führung wohl schon lange nicht mehr. - Im Gobierno de Canarias, also im höchsten politischen Haus der autonomen Region Kanarische Inseln, da paktiert auch die PSC mit der Coalición Canaria, ein Pakt der Verlierer muss man sagen, denn beide Parteien haben bei den letzten Kommunal- und Regionalwahlen stark verloren. - Dennoch, die PSC wollte lieber stärkerer Partner der CC sein, als schwächerer der PP, und so sind die Versuche in den Gemeinden La Palmas die Coalición Canaria aus dem Amt zu pfeffern gescheitert. - Die Bündnisse auf lokaler Ebene auf La Palma die ärgern natürlich die Coalición Canaria, denn eigentlich hatte man ausgemacht, das Bündnis PSC/CC wird wie eine Kaskade von oben nach unten weitergegeben. - Aber da man mit der Basis schon lange nicht mehr spricht, haben die ihre eigene Sache gemacht und zeigen den Stinkefinger nach oben. - Jetzt aber hat die Parteispitze wieder Ärger mit der Coalición Canaria bekommen, die sollte endlich genügend Druck hier auf der Insel ausüben und die Pakte PSC/PP hier in den Gemeinden beenden. - Dazu hat man Anselmo Pestana und Jorge González, die Parteichefs hier von der Insel ins Hauptquartier nach Tenerife bestellt und denen dort die Köpfe ordentlich gewaschen. - Allerdings haben die sich nicht bekehren lassen, selbst wenn Anslemo Pestana im Cabildo Insular mit der Coalición Canaria gemeinsame Sache macht, auf lokaler Ebene wird er keinen Druck nach unten weitergeben hat er gesagt und das sei ihm auch angeraten, sonst bricht die Partei hier auf der Insel noch auseinander. - Was, Sie blicken nicht mehr durch, seien Sie froh, dann tut das nicht mehr so weh…





Dienstag 16.04.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1016 hPa

Wasser, Müll, Straßen -
alles ruft nach Privatisierung

Wir haben Gemeinden hier, die haben sogar ihre Zahlstelle privatisiert. - Die große Frage dabei ist ja immer wieder, wie kann man denn Dienste privatisieren, die dann plötzlich kostendeckend arbeiten, und/oder sogar noch Gewinn erwirtschaften, denn das ist ja der Grund, warum die privaten Dienstleister das überhaupt machen. - Es scheint, als habe die Öffentliche Hand nur vier Finger, und ist nicht in der Lage effektiv zu arbeiten, denn immer mehr Gemeinden und auch die Inselregierung neigen dazu, öffentliche Dienste zu privatisieren. - Oft hat man auch den Eindruck, als würde man selbst das Denken und Planen privatisieren, und in ganz vielen Fällen kann ich in dem Fall nur freudig zustimmen... Die öffentliche Wasserversorgung in den Gemeinden, das ist auch solch ein großes Thema hier auf der Insel, denn einige Gemeinden haben diesen Dienst auch inzwischen privatisiert, allerdings in manchen Fällen ergab das kein wirkliches Geschäft, denn sowohl in Santa Cruz de La Palma, wie auch in El Paso mussten die Ausschreibungen, welche Firma denn nun den Zuschlag bekommt, wiederholt werden, mit noch offenem Ausgang in beiden Gemeinden. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da konnten sich Gemeinden mit der Privatisierung der Stadtwasserversorgung sanieren. - Die Firmen boten, im Falle unserer Hauptstadt Santa Cruz, mehr als 10 Millionen Euro als Einmalzahlung an, damit man dann die Wasserversorgung für die kommenden 25 Jahre betreiben kann. - Andere Gemeinden weigern sich strikt, überhaupt darüber nachzudenken, denen ist das suspekt, und so ganz verkehrt liegen die dabei nicht. - In Los Llanos denkt man nun ernsthaft auch darüber nach die Stadtwasserversorgung zu privatisieren und erhofft sich etwas mehr als 8 Millionen Euro, die man verlangen könnte von den Interessenten, wenn die denn überhaupt noch Interesse daran haben, sich hier auf La Palma zu installieren. - Bislang hat es nur die Firma Canaragua geschafft, Dienste zu übernehmen, und ob sich überhaupt jemand meldet, wenn Los Llanos diese Ausschreibung rausgibt, das werden wir noch sehen. - In El Paso war das bereits so, man musste die Ausschreibung neu machen, weil ein Gericht das so angeordnet hat, zwei Mitbewerber von Canaragua haben das durchgesetzt, sie seien damals übergangen worden, aber noch fünf Jahren Wartezeit nun, gab es eine erneute Ausschreibung um die Privatisierung der städtischen Wasserversorgung in El Paso, und kein einziger Interessent meldete sich darauf hin. - Ähnliches kann auch in Los Llanos geschehen, es scheint nicht wirklich ein Geschäft mit dem Wasser zu sein, auch eben weil es kein Monopol gibt bei der Wasserversorgung. - Je nachdem, wo man auf der Insel wohnt, hat man mehrere Quellen, an Wasser heran zu kommen. - Es gibt "Bananenwasser" in den unteren Zonen, Druckwasserleitungen in den mittleren Gebieten, und dann auch noch überall die Wasserversorgung durch die Aktiengesellschaften, welche Brunnen und Galerien in den Bergen unterhalten. - Das Stadtwasser, welches es in manchen Gemeinden sowieso erst seit vielleicht 15 Jahren gibt, kann sich nicht als Monopolversorgung einen gewünschten Preis basteln, sondern muss sich den Preisgewohnheiten anpassen. - Also werden wir abwarten müssen, ob denn Los Llanos seinen schrägen Haushalt mit einer Abschlagszahlung durch einen privaten Betreiber für die Wasserversorgung sanieren kann. - Die Müllverwertungsanlage in Mazo, auf welche die Insel über zehn Jahre gewartet hat, auch die soll privatisiert werden, aber da gibt es noch den "kleinen" Ärger, dass ein Teil des Geländes, auf dem diese Anlage steht, gar nicht der Insel gehört, weil man vor über zehn Jahren eine Enteignung vorgenommen hat, diese aber nicht rechtens war. - Jetzt betreibt man die Anlage noch selbst, also die Inselregierung, mit welchem Wirkungsgrad, das wissen wir nicht, aber sobald das "kleine Problem" aus dem Weg geräumt sei, dass das Gelände auf dem der Müll getrennt und gelagert wird gar nicht der Insel gehört, will man den Betrieb der Anlage sofort privatisieren. - Auch die großen Tunnel, wie der neue Cubre-Tunnel und die Umgehungsstraße von Santa Cruz, deren Betrieb und Überwachung wird nun auch privatisiert und immer heißt es, man könne so und so viele Millionen dabei sparen. - Ich habe immer noch nicht verstanden, wo denn da der Trick sitzt, denn entweder hat man uns bislang immer beschissen, mit zu teuren öffentlichen Dienstleistungen, oder irgendjemand verscherbelt nun unser Tafelsilber, welches wir ja schließlich in den letzten Jahrzehnten angeschafft haben. - Oder auch beides tifft zu...



Montag 15.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 21,6 Grad - niedrigste Temperatur 13,8 Grad

SOS La Palma
Hilfsorganisation konstituiert sich

Ich durfte ja bereits zweimal über das Vorhaben von Annette Ibarra schreiben, eine rührige Dänen, die seit ein paar Jahren auf der Insel lebt, und nun mit der Hilfe weiterer Ausländer in die Gemeinden geht, um dort bedürftigen Familien zu helfen. - Dazu muss man aber zunächst sich mal zusammensetzen und eine Asociación aufbauen, und die Vorarbeiten sind nun geschehen, man hat die dazu notwendigen Personen bereits gewählt, und wen wundert es, Annette Ibarra steht als Präsidentin zur Verfügung. - Auch die weiteren notwendigen Aufgaben sind verteilt, 2. Präsident, ein junger Palmero, Schatzmeisterin, Sekretärin und Beisitzer, alle sind nun bereit und dann müssen die Papiere noch nach Tenerife geschickt werden und dann kann es losgehen. - Was nun auch schon losgehen kann, das ist das Spendensammeln, denn es gibt bereits ein Konto der Asociación und meine Aufgabe und Freude wird es sein, immer mal wieder über die Aktionen von SOS La Palma zu berichten, und natürlich auch immer mal wieder die Kontonummer einzublenden, damit die Freunde La Palmas ihren Obolus beitragen können. - Wer festes Mitglied werden will, der sollte mindestens 5.- Euro im Monat beitragen, also 60,- Euro im Jahr und wer nicht aktives Mitglied werden will, der spendet eben so viel er will und kann und wer gar nicht spendet, der kommt trotzdem in den Himmel, das ist schließlich eine freiwillige Geschichte. - Auf dem ersten Treffen waren nicht sonderlich viele Menschen da, 16 habe ich gezählt, aber immerhin hat der erste "Klingelbeutel" unter den Teilnehmern des Treffens bereits über 500,- Euro eingebracht, da haben sich diese Mitglieder also nicht lumpen lassen, sondern gleich mal hingelangt, auch natürlich um ein Beispiel zu geben. - Die Idee, dass wir Ausländer hier einigen in Not geratenen Familien helfen, die gefällt mir persönlich sehr gut, auch ich habe in meinen Anfangszeiten hier oft sehr viel und gute Hilfe erhalten, und möchte da einiges wieder zurückgeben und überhaupt, wer hat, der hilft in der Zeit denen, die weniger oder nichts haben, und wir wissen nur zu gut, dass viele der hier lebenden Ausländer keine wirklichen Geldsorgen haben und so wohl dazu beitragen können, ein paar Familien hier in Schieflage wieder Unterstützung zu geben. - Wenn das alles mal angelaufen ist, dann werden auch Sachspenden eine Rolle spiele und natürlich auch Arbeitsleistung, wie handwerkliche Hilfe oder Personenbetreuung, aber das ist noch nicht organisiert, im Moment baut sich das alles noch auf und wir sollten den Machern der Geschichte mit unseren Spenden so weit unterstützen, dass die mit Mut und Elan diese Aufgaben angehen. - Wichtig ist auch, dass die Verteilung von Spenden immer über die Sozialstationen der Gemeinden gehen werden, also SOS La Palma sucht nicht die Familien oder Aufgaben aus, welcher angeboten werden, sondern man spricht mit der Gemeinde, wo denn der Schuh am schlimmsten drückt und dort wird dann eingegriffen. - Später mit den Sachspenden und den Hilfsdiensten an "WoManpower" werden den Sozialdiensten Listen mit Angeboten überreicht, welche diese dann durchsehen können und dann die entsprechende Leistung abfordern können. - Es wird also keine "Kleiderkammer" oder sonst was geben, sondern das lassen die Mitglieder schön bei sich zu Hause stehen, bis eben die Anforderung einer Gemeinde dafür kommt. - Auch das finde ich vernünftig und im Laufe der Zeit bekommt man dann ja auch mit, was denn besonders fehlt oder wovon es sogar zu viel gibt und man das gar nicht mehr anbieten muss. - Mich hat Annette schnell davon überzeugen können, bei diesem Verein kann man ruhig einsteigen, das sind alles gutherzige Menschen, welche sich zur Aufgabe gemacht haben anderen zu helfen, welche eben im Moment kein Glück gehabt haben. - Nun kommt die Kontonummer und Gott sei Dank hat man hier mal nicht die sonst immer gewählte "Caja Canarias" genommen, denn die ist ja inzwischen in der "Caixa" aufgegangen und wenn man da einzahlen will, denn viele wollen das ja nicht überweisen, dann darf man das nur montags oder freitags antreten, in der Schlange stehen und kann dann warten, bis man sein Geld los ist. - Das Konto haben die bei der BBVA, und jede Zweigstelle dieser Bank hat Automaten, da kann man, meist völlig ohne zu warten, sieben Tage in der Woche, 24 Stunden am Tag das Geld einzahlen, auch ohne Kunde der Bank zu sein. - Man geht einfach an den Automaten, drückt auf "Operar sin tarjeta" und dann folgt man noch vier weiteren Schritten und dann schluckt der Automat das Geld. - Das Konto lautet, für hiesige Einzahler: 0182 3441 28 0201595305 und wer aus dem Ausland überweist, der braucht auch noch SWIFT und IBAN und die lauten wie folgt: BBVAESMMXXX und die IBAN heißt: IBAN:ES75 0182 3441 2802 0159 5305




Der Vorstand des Vereines und Annette, das ist die blonde Frau in der Mitte




Montag 15.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1017 hPa

Fremder Wein in eigenen Schläuchen
Do-La Palma will neue Spielregeln

Seit 20 Jahren gibt es ja nun den "Consejo Regulador de la Denominación de Origen Vinos de La Palma" also das Gremium, welches darüber wacht, dass die Weine der Insel, welche das Siegel des DO tragen, dieses auch redlich verdient haben. - Das klappt so weit ganz gut, das DO für Weine La Palmas hat deutlich zur Qualitätssteigerung beitragen können, bis auf ganz wenige Ausnahmen kann man ohne zu zögern alle Flaschenweine kaufen, welche die Kennzeichnung der "Denominación de Origen Vinos de La Palma" tragen. - Na gut, kaufen kann man die sowieso, aber dann auch ohne Kopfweh oder andere Zipperlein trinken. - Ärger gibt es allerdings fast regelmäßig nach, oder noch während der monatelang dauernden Lese hier auf der Insel, denn oft importiert man hier größere Mengen an Weintrauben vom Festland, die sicher nicht als Tafelwein in den Supermärkten verkauft werden sollen, sondern in irgendwelchen Bodegas zu Wein verarbeitet werden. - Das ist zunächst erlaubt, allerdings darf dann dieser Wein nicht die Bezeichnung Wein aus La Palma tragen, sondern das berühmte "Tafelwein aus Länder der EU", und schon gar nicht dürfen das die Keltereien, welche den Adelstitel des DO mit sich herumtragen. - Unverständlich ist, dass man angeblich nicht weiß, wer denn die Trauben geordert hat, schließlich sprach man im vergangenen Herbst sogar von solch unglaublichen Mengen von 400.000 Kilo, die können doch nicht ohne Aufsehen transportiert, bezahlt, verarbeitet und eben gekeltert werden. - Gemunkelt wird viel, aber klar ist nichts, wohin denn diese Menge an Trauben vom Festland gegangen ist, und ich glaube auch gar nicht, dass es solch Riesenmengen waren, da hat eher jemand noch eine Null hinzugefügt, um die Nachricht interessanter oder skandalöser zu machen. - Klar ist aber wohl, dass Weintrauben importiert wurden, und nicht in den Barranco gekippt, irgendwo ist Wein daraus gemacht worden und niemand scheint zu wissen, wer das denn gemacht hat. - Die Winzer mit dem DO, die fürchten schlechte Presse für ihre Betriebe, sind die doch auch nicht gegen jeden Verdacht gefeit, könnte doch Veredlung billiger Trauben vom Festland in La Palma DO-Wein noch viel rentabler sein, als eben Tafelwein zu produzieren, der sich eben vom Preis her deutlich unter dem DO-Wein ansiedelt. - Man braucht neue Richtlinien und Regeln, und die fordert man nun erneut ein, am liebsten hätte man gleich ein Verbot für die Einfuhr von Trauben nach La Palma, aber das geht natürlich nicht, so etwas lässt der freie Markt natürlich nicht zu. - Man muss eben noch mehr kontrollieren heißt es, aber Kontrollen sind nicht nur selten, sondern auch teuer, und nun hofft man auf den neuen Direktor des "Instituto de Calidad Agroalimentaria" (Institut für Lebensmittelqualität) der eben die Richtlinien der Kontrollen für landwirtschaftliche Produkte mitbestimmt und vor allem kontrollieren soll. - Ich glaube, das Ganze wäre auch viel einfacher zu gestalten, man müsste einfach nur mal hingehen und gucken, wer denn die vielen Weintrauben vom Festland bestellt hat, bezahlt, oder wo die hin geliefert werden. - Das kann doch nicht so schwierig sein, außer man will es gar nicht wissen…



Sonntag 14.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 18,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,3 Grad

Zweigeteilt
III Republik und Asphalt oder kein Asphalt, das ist hier die Frage

Ich habe nicht schlecht geguckt heute, als ich durch El Paso wanderte mittags, habe ich doch dort an mehreren Balkonen eine interessante Flagge entdeckt, Rot - Gelb - Violett, von oben nach unten. - Dann wurde mir klar, was heute für ein Tag ist, eben der 14. April, und an dem Tag im Jahr 1931 proklamierte man in Spanien die II Republik, welche später am Ende des Bürgerkrieges von Franco wieder abgeschafft wurde und einige Bewegungen riefen für heute dazu aus, dass man heute die III Republik fordern sollte. - An einem Haus habe ich mich wirklich gewundert, dass genau dort diese Fahne hing, ich weiß ja wer da wohnt und kann bis jetzt nicht glauben, dass der ein Linker und Republikaner ist. - Die Bewegung Spanien wieder in eine Republik zu verwandeln, die ist nicht besonders gut organisiert, kommt aber längst nicht mehr nur auf der linken Seite daher. - Die Skandale im Königshaus, der erschossene Elefant, Gerüchte um Untreue des Königs, und nun der Skandal um Iñaki Urdangarin, den Schwiegersohn des Königs, der wohl Millionen aus Subventionsbetrug gescheffelt hat, lässt viele gerade jetzt in der Krise wieder die Frage aufkommen, warum leistet man sich eigentlich so etwas Unnützes wie ein Königshaus. - Die Frage stellte sich nicht immer so deutlich, da Juan Carlos eben eine sehr positive Rolle in der "Transición", also dem Übergang von der Diktatur in eine Demokratie eingenommen hat, und man ihm das immer noch deutlich dankt. - Das rückt aber eben immer weiter aus dem Blickfeld, Spanien ist inzwischen eine sehr stabile Demokratie, man bräuchte eigentlich kein Königshaus mehr, um da irgendetwas zu stabilisieren. - Gut kommt immer noch der Prinz Felipe rüber, der ist sauber und weiß gut zu repräsentieren, die Frage ist nur, wann er denn König wird, denn Juan Carlos hat in den letzten Jahren deutlich körperlich und geistig abgebaut. - Die Fahne der Republik hat auch bei uns auf La Palma schon einen kleinen Skandal ausgelöst, denn nachdem nun in Los Llanos der Sozialist Chema de Vargas im Gemeinderat sitzt, da fand man auf einem Dach der Miniatur, welche jedes Jahr zur Krippe gemacht wird, eine republikanische Flagge. - Das hat zu deutlicher Kritik geführt, allerdings war das eben eine Miniatur, die eben genau zu der Zeit Los Llanos zeigte, zumindest hat man das so hingedreht, und damit war dann auch wieder Ruhe.

Keine Ruhe gibt es weiterhin um die Asphaltwerke und hier blickt man nun auch nervös nach Fuencaliente, denn auch das dortige Werk des Betreibers Lopesan hat keine wirklich gültigen Papiere. - Die kochen dort seit 1988 Asphalt, mit einer Genehmigung von der Gemeinde Fuencaliente, diese Genehmigung ist aber nicht gültig, da die erst sechs Jahre später erteilt wurde, im Jahr 1994. - Nun bemüht man sich seitens der Gemeinde eine Möglichkeit zu finden, diese Anlage noch über den neuen Flächennutzungsplan doch noch legalisieren zu können, aber dazu müsste dieser Plan auch zunächst mal von der Raumordnungskommission in Tenerife durchgewunken werden. - Das könnte sogar klappen, politisch ist man ja von der gleichen Seite, aber es laufen eben bereits zwei Anzeigen, eine von der Seprona, der Umweltabteilung der Guardia Civil und eine weitere, von einem Gewerbetreibenden auf der Insel und einmal dürfen Sie raten von wem. - Und Fuencaliente sollte doch genau als Alternativstandort herhalten, eben auch für die beiden Anlagen, welche hier am Callejón de la Gata für so viel Ärger und Polemik sorgen, da diese Asphaltkocher eben genau neben Wohngebieten liegen. - Der Betreiber der Anlage von Ruiz Romero, der sagt nun auch in der Öffentlichkeit bereits aus, er würde den alternativen Standort in Fuencaliente nicht akzeptieren, da dort keine juristisch einwandfreie Grundlage für den Betrieb gegeben sei. - Der setzt weiter darauf, dass der von seinen Anwälten stammende Druck auf die Bürgermeisterin von Los Llanos ausreicht, damit die doch noch die Lizenz zum Betrieb erteilt. - Ich kann mich irren, aber ich glaube diese Woche endet auch die Frist, welche der Bürgermeisterhin geblieben ist, auf die Forderung des Betreibers zu antworten. - Sollte die Anlage in Fuencaliente ausfallen, dann wächst natürlich der Druck auf die Behörden enorm, die in Los Llanos zum Betrieb freizugeben, denn sonst hätten wir keinen Asphalt mehr auf der Insel und müssten diesen aus Tenerife heranschaffen. - Keine Ahnung, um wie vieles das teurer würde, oder kann man in Tenerife den Asphalt vielleicht so viel billiger kaufen als bei uns, dass dann der Transport keine Frage mehr wäre? - Allerdings laufen bei uns die beiden Fähren aus Tenerife nachts ein, und dann müsste jeder, der asphaltieren möchte das nachts machen, denn ewig lange kann man doch das Zeug gar nicht warm halten. - Ich glaube auf diese Version werden wir wohl eher nicht zurückgreifen können, wir werden das schon hier auf der Insel ausfechten müssen.




Die Miniatur mit der Flagge der Königsgegner




Sonntag 14.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1015 hPa

Straßenbau im Norden geht weiter
Ab morgen wieder Sperrungen hinter Los Sauces

Die Nordumfahrung der Insel, also die LP1 sollte bereits komplett runderneuert sein, aber es läuft halt nicht alles so, wie man das vorhat. - Zunächst ging das ganz gut voran, dann allerdings in und nördlich von Los Sauces kamen die Arbeiten hart in Bedrängnis, viele zusätzliche Aufgaben verlangsamten das Fortkommen und schließlich war auch der Kostenvoranschlag völlig aus dem Ruder geraten. - Dann kam eben auch noch der große Rotstift aus Madrid, allen autonomen Regionen wurde das Geld für Infrastrukturmaßnahmen auf ein Drittel gekürzt und so musste man sich hier nun entscheiden, wie man den weiter mit den bereits begonnenen Großbaustellen verfahren will. - Drei Projekte hatte man hier am laufen, die Nordumfahrung, den Ausbau der südlichen Hauptverkehrsstraße von Mazo bis nach El Paso und dann noch die Umgehungsstraße von Tazacorte. - Zunächst wollte man alle drei Projekte auf Sparflamme weiterkochen lassen, aber das erwies sich als nicht machbar, so setzt man nun darauf zunächst die Nordumfahrung weiter zu führen, und die anderen beiden Projekte ruhen zu lassen. - Ab morgen bis zum 24. Mai muss mal also zwischen den Kilometern 24 und 29 auf der LP1 nördlich von Los Sauces mit temporären Straßensperrungen rechnen. - Die finden statt, Montag bis Freitag von 09:00 - 11:00 Uhr, dann von 11:30 - 13:30 Uhr und dann nochmals von 16:00 - 19:00 Uhr. - Das sollte man in seine Planung einbeziehen, wenn man in den Nordosten der Insel fährt oder eine Inselumrundung vor sich hat. - Ob man denn auch bis zum 24. Mai fertig wird, das wage ich nicht vorherzusagen, aber wir sind ja immer voller Hoffnung, dass auch mal angefangene Arbeiten irgendwann auch wirklich zu Ende gebracht werden.



Samstag 13.04.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 19,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Amerikanische Rippchen, pakistanischer Döner, China "all you can eat"
Ist die Kanarische Küche denn durchgefallen?

Ich habe nicht schlecht geguckt, als ich heute durch El Paso lief und da ein Kellner dicke Teller mit gegrillten Schweinerippchen an mir vorbeitrug, die ganz genau so aussahen, wie man das aus amerikanischen Filmen kennt. - So steht das auch auf dem Schild über der ehemaligen "Churrería", American Ribs und nichts scheint mehr heilig zu sein, auf diesem gesegneten Fleckchen Insel. - McDonalds hat sich ja auch angekündigt, für Juli, allerdings tut sich wohl baulich noch nichts an der Marina, zumindest habe ich nichts entdecken können, denn wenn im Sommer auch noch die Originalflatuletten dann hier angeboten werden sollen, dann sollten die langsam mal anfangen das Restaurant zu bauen. - Das muss meine Sorge nicht sein, sicherlich, aber was auffällt ist, dass das normale Restaurant, so wie man das eigentlich hier überall vorfand, langsam aber deutlich auf dem Rückzug ist. - Nein, es wird bei weitem nicht alles schlechter, es haben auch viele Restaurants die Küche auch qualitativ und von den Rezepten her nach oben hin verändert, man kann sich also auch durchaus anspruchsvoller durch die palmerische Gastronomie futtern, als das vor vielen Jahren noch so war. - Ende Mai macht denn die Abuela zu, zumindest mit dem Wirt, mit dem sie acht Jahre für genau das stand, was ich Gutbürgerliche Kanarische Küche nennen will, mit Schweinefleisch vom Grill, Kichererbsensuppe und Papas arrugadas, die man so weit in roten Mojo stülpt, dass man die ursprüngliche Farbe nicht mehr erkennen kann. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da aß man überall hier so und ich will ja gar nicht behaupten, dass das besser war als das, was nun angeboten wird, aber ich hätte mir eigentlich erhofft, dass man die Kanarische Küche im Laufe der Zeit modernisiert und verfeinert, nicht aber ersetzt. - Da gibt es auch positive Ausnahmen, da ist hier in der Nähe das Restaurant Carmen zu nennen, die versuchen das immer wieder und wie es scheint, auch mit Erfolg. - Es gibt auch noch andere Adressen, die sich darum bemühen, aber mich erinnert das scharf an die Zeit in Deutschland, wo auch plötzlich Cevapcici, Pizza, Cordon Bleu und schließlich Fast-Food überall anfing, den Schweinebraten und den Sauerbraten zu verdrängen. - Da muss wohl das, was man Gutbürgerliche Küche nennt, überall durch, Neues und Exotisches aber eben auch Billiges nagen deutlich und oft an dem Bekannten, und schließlich sollen wir uns den neuen Dingen doch auch nicht verschließen oder gar entziehen, aber ich fürchte mal, dass es bald nur noch wenige klassische kanarische, oder sagen wir ruhig, palmerische Restaurants geben wird, wo die Portionen und die Machart eben so sind, wie ein hungriger Bananenpflanzer das kennt und auch gerne so hätte. - Gut, wirklich Große Küche war das hier nie, aber das ist doch klar, die Rezepte und die Zubereitungen die stammen aus einer armen, ländlichen Hungerküche und man musste zaubern um ein ordentliches Gericht auf den Tisch zu bringen, und was man daraus gemacht hat, das ist wirklich alle Achtung wert. - Das chinesische "all you can eat Restaurant", das kommt hier gut an, halt bei denen, die wirklich mehrere Teller verdrücken können, die Rippchenbude war heute voll und unsere pakistanischen Freunde, welche türkischen Döner säbeln, die beschweren sich auch nicht wirklich über zu wenig Arbeit, also hat das wohl alles auch seine Berechtigung. - Die anspruchsvolleren Restaurants, die sind ein bisschen am Klagen, hängt man doch im Moment am Tropf der Inselgäste, weil im normalen Volk einfach nicht viel Geld unterwegs ist und da muss man dann auch wieder sagen, mit 3,80 für den Döner ist der Hunger auch reichlich gestillt, geht man ins Restaurant, dann gibt man dafür deutlich mehr aus um eine Sättigung zu erreichen, also spielt da die Krise natürlich den Brachialsättigern auch wieder in die kalorienreichen Karten. - Nein, noch ist die Kanarische Küchen nicht verschwunden oder unter die Räder gekommen, aber wir stecken hier eben im Umbruch und versuchen halt einfach auch Vieles aus, gutbürgerlich hatten wir halt bereits das ganze Leben lang.




Das Schwein an sich hat nichts gegen Vegetarier




Samstag 13.04.2013 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1013 hPa

Nach TUI Weggang
Die Zeit der Schuldlosen

Schneller als erwartet hat sich unser Tourismusrat nun öffentlich dazu geäußert, über den Rückzug des Reiseveranstalters TUI und man muss eines zugeben, Selbstkritik ist keine vorrangige Eigenschaft unserer Politiker. - Die Hoteliers sind an allem Schuld, unsere Hotels seien nicht gut genug, nicht auf der Höhe der Zeit, zu schlecht und zu teuer. - Und, er hätte das schon seit Jahren gesagt und die Eigentümer aufgefordert, ihre Einrichtungen wieder auf den Stand der Zeit zu bringen. - Es grenzt an Frechheit, sich so über die Einrichtungen "seiner" Insel zu äußern, es wäre die Aufgabe eines Tourismusrates sich schützend vor die Gewerbetreibenden der Insel zu stellen und nicht diese in der Öffentlichkeit schlecht zu machen. - Sicher trägt auch Julio Cabrera nicht die direkte oder gar alleinige Schuld daran, dass die TUI sich von La Palma ganz oder nur teilweise verabschieden will, aber das Problem liegt ja auf einer ganz anderen Seite. - Unsere Politik in Sachen touristische Zukunft funktioniert seit ganz vielen Jahren nicht mehr, und die verheerende Hinwendung zu noch mehr Hotelbetten hat dazu geführt, dass die Auslastungen der einzelnen Einrichtungen so schwach sind, dass die Betreiber entweder gar kein Geld mehr haben diese zu sanieren, oder die Ketten nicht weiter Geld in ein Haus stecken wollen, welches eh keine schwarzen Zahlen liefert. - Da hätten wir niemals hinkommen dürfen, denn nun stecken wir bereits drin in der Vergleichbarkeit mit anderen, sicher billigeren touristischen Destinationen. - Wir können Vieles, sicher nicht Alles, aber was wir auf keinen Fall können, das ist Billig. - Sollte eigentlich auch nicht das Ziel sein, nirgendwo, aber die Tourismusindustrie hat das längst als größeres Verkaufsargument festgelegt als die natürlichen und gesellschaftlichen Ressourcen einer Region, und wer da mitsingen will, der muss sich den Regeln dieser "Industrie" unterwerfen. - Dass wir uns überhaupt in dieses Spiel hineinbegeben haben, und nicht den Weg des ausdrücklichen Alternativziels weitergegangen sind, das liegt an den Verlockungen die man von anderswo her gesehen hat, und an der geringen Weitsicht solcher ehemaligen Tourismusräte wie Juan de la Barreda und Jaime Sicilia. - Gut, hinterher lässt sich das leicht sagen, allerdings möchte ich anmerken, dass ich vor 15 Jahren bereits vor dieser Situation gewarnt habe, aber man muss diesen Leuten auch wieder zugute halten, dass es eben um die Jahrtausendwende diese Sucht nach Mehr und Wachstum gab, und man unendlich mutig sein musste in der Epoche des grenzenlosen Wachstums, da nicht mitzumachen. - Inzwischen vergleichen halt viele einfach nur die Preise, und nicht die Ziele, so ist das auf dem Markt und da verlieren wir mit Ansage und was übrig bleibt, das sind eben viel zu viele Einrichtungen, welche sich dem konventionellen Tourismus verschrieben haben und das auch noch mit zu geringer Auslastung, so dass weitere Investitionen in die Erhaltung dieser Anlagen wirtschaftlich nicht indiziert sind. - Aber nicht nur die Hoteliers leiden nun darunter, denn mit den Reiseveranstaltern ziehen sich auch die Fluggesellschaften weiter zurück, es gibt weniger Flüge nach La Palma, damit werden die Plätze teurer und die gesamte touristische Branche der Insel wird damit geprügelt. - Auswege aus der Situation gibt es immer, das regeln auch die Gesetz der Marktwirtschaft, wir werden mit einem kleineren Angebot und auch weniger Gästen weiterhin eine touristische Rolle spielen, doch eben nicht die, welche man sich mal in megalomanischen Träumen mal erdacht hat. - Gut ist das für die Gäste, die weiterhin dieser Insel zugewandt sind, die echten Kenner dieser grünen Perle im Atlantik, die einfach nicht massentauglich ist und das auch niemals sein wird. - Jedem kann man zurufen, keine Angst um La Palma, wir haben es nicht geschafft, diese Insel durch Fortschritt und Wachstum zu dressieren. - Auf dieser Insel kann man prächtig leben und natürlich auch Urlaub machen, aber die Regeln dazu, die diktiert diese Insel, denn wir sind ein schroffer Fels im Atlantik und kein Spaßbad mit Sonnengarantie und so ist es eigentlich auch gar nicht verwunderlich, dass unsere Träume als massentaugliches Konfektionsgut der Tourismusindustrie einfach nicht funktionieren wollen. - So ist eigentlich auch keine Schuldfrage zu klären, die TUI kann mit uns nichts anfangen, wir sind zu kompliziert für die, und wenn uns jemand nur deswegen nicht besuchen will, weil wir etwas teurer sind, oder unsere Whirlpools bereits ein paar Jahre alt sind, dann kommen wir halt einfach nicht zusammen.



Freitag 12.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38% - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Nur schlechte Nachrichten heute
Passagierzahlen am Flughafen drastisch gesunken

Das Tagesthema heute ist die Geschichte um den Rückzug von TUI, wobei ich gar nicht sicher bin, dass das in dem Umfang denn auch so stimmt, oder ob sich das vielleicht nicht nur auf die Hotels bezieht, und nicht auf die vielen Ferienanlagen kleineren Charakters, welche TUI auch anbietet. - Unter Umständen müsste man dann die Geschichte wieder umschreiben und dabei hervorheben, dass eben nur der Hoteltourismus gescheitert sei. - Aufklärung darüber wird kommen. - Was wir aber sicher wissen, das sind die Statistikzahlen des Flughafenbetreibers "AENA" und die holten für uns den nächsten Knüppel aus dem Sack, die Passagierzahlen für den März. - 18% weniger als noch im März vergangenen Jahres, wobei alle kanarischen Flughäfen Passagiere verlieren, aber niemand so viel wie wir. - Gut, in Sachen Rekorde waren wir immer schon vorne mit dran, das mögen wir, allerdings fallen uns in den letzten paar Jahren meist negative Rekorde auf. - In reellen Zahlen, im März 2013 kamen 36.032 Passagiere bei uns an, und im März des vergangenen Jahres waren das noch 43.939. - Anders als die Behörden nehme ich immer nur die Zahl der anreisenden Passagiere, nicht die Gesamtzahl der abgefertigten Reisenden, die halt meist doppelt so hoch liegt, da für mich eine Reise ein einfacher Vorgang ist. - Für den Flughafen selbst sieht das natürlich anders aus, die müssen den Passagier zweimal abfertigen, aber die Insel hat nur einmal was von einem Besucher. - Ist auch egal, die Zahlen sind in den Bewegungen fast identisch und zum Vergleich geht sowohl das Eine, wie auch das Andere. - Sehen wir uns nun die Zahlen ein bisschen genauer an, dann werden wir erfahren, dass wir bei den internationalen Besuchern einen deutlich geringeren Rückgang verzeichnen dürfen, als bei den nationalen und interinsularen Flügen. - Im März 2013 kamen 12.200 internationale Gäste zu uns, im Jahr davor waren es noch deren 13.317, wobei das vergangene Jahr auch ausgesprochen gut war im internationalen Tourismus. - Wir haben also im März dieses Jahres gegenüber dem März 2012 1.117 ausländische Gäste verloren, oder 8,4%. - Die Zahlen bei den nationalen Passagieren sehen deutlich drastischer aus, da rutschen wir von 30.622 im März 2012 auf 23.832 in diesem Jahr, das sind 6.790 Reisende weniger, oder 22,2%. - Januar und Februar waren auch bereits schlechter als im vergangenen Jahr, aber nicht so dramatisch, wie das im März der Fall gewesen ist. - Fairerweise müssen wir einwenden, dass drei Tage lang der Flughafen zu war, allerdings sind die meisten Reisenden ja doch noch geflogen, aber eben später, so dass man nicht hingehen muss, und drei komplette Tage abziehen sollte. - Die Krise kann man hier als ganz klar Schuldigen benennen, und jetzt müssen wir nur noch wissen, wer denn an der "crisis" Schuld hat, dann bekommen wir das auch wieder in den Griff. - So wird also die Wahnsinnsinvestition in das neue Flughafenterminal noch krasser sicht- und fühlbar, wir werden dieses Jahr deutlich unter der Millionengrenze an abgefertigten Passagieren bleiben, davon können wir mal ganz sicher ausgehen, aber vorgerechnet hatte man uns vor ein paar Jahren, dass wir bald an der Zwei-Millionen-Grenze schnuppern können. - Ich weiß, woran ich heute noch schnuppern werde, nicht an Millionen, sondern an einem leckeren Tamanca bei unseren Freunden von Tapas y Trekking an der alten Kirche, nach so viel schlechten Nachrichten muss ein bisschen was für die Stimmung getan werden, und da kommt der leckere Weißwein und ein Klacks Lachs gerade geschmeidig um die Ecke.





Freitag 12.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1015 hPa

TUI wendet La Palma den Rücken zu?
Unschöne Nachrichten machen die Runde

Die gut unterrichteten Kreise, die meist ziemlich eckig sind, die haben der Online-Zeitung "elapuron.com" eine unschöne Nachricht zugesteckt. - Offiziell scheint das noch nicht zu sein, aber man meldet dort, dass in der kommenden Wintersaison die TUI alle Angebote für La Palma aus dem Katalog genommen hat und man nur noch online drei Hotelkomplexe auf der Insel buchen kann. - Für den Sommer 2014 soll dann auch diese Möglichkeit verschwinden, und die TUI damit definitiv La Palma den Rücken kehren. - Normalerweise ist elapuron gut informiert, da wird also was dran sein, an dieser Meldung, und das würde ja auch erklären, warum die Fluggesellschaften für den kommenden Winter weniger Flüge zur Verfügung stellen. - Sollte das alles so kommen, wie das in dem Artikel erscheint, dann ist das ein harter Schlag, welchen die Insel hinnehmen muss, denn das heißt ja auch, dass wir irgendetwas falsch gemacht haben. - Hart trifft es natürlich zunächst die Hotels und Ferienanlagen, welche bislang über die TUI vermietet haben, die müssen sich nach anderen Möglichkeiten umsehen. - Es gibt ja schließlich noch mehr Reiseveranstalter, aber TUI ist halt wohl der größte Reiseveranstalter der Welt, und wenn so jemand einem den Rücken zukehrt, dann heißt es mal darüber nachzudenken. - Man könnte das natürlich auch so sehen, dass solch ein Schritt auch eine Chance ist, endlich von der dusseligen Idee anzukommen, La Palma sei ein einfach zu konfektionierendes Reiseziel, und man könne sich diese Destination nach Belieben und Mode hinbiegen, wie man will. - Das geht halt mit uns nicht, wir sind ein schroffer Fels im Atlantik, robust, kantig, unverwechselbar aber eben auch uneinsichtig, Insel wie Menschen muss man eigentlich sagen, mia sand mia, würde der Bayer anmerken, und nicht jeder kann damit umgehen. - Wir müssen uns schnell davon verabschieden, dass La Palma eine touristische Zukunft hat über die Anzahl der Gäste, welche uns besuchen kommt, noch mehr Hotels, Golfplätze und Jachthäfen, wie lächerlich wollen wir uns eigentlich noch machen, das kauft uns doch sowieso niemand ab, also lassen wir doch den Quatsch. - Wir müssen konsequent an dem weiterarbeiten was wir haben und was wir sind, immer wenn wir fremde Schuhe tragen, dann geraten wir ins Stolpern und vielleicht sollten wir uns gar nicht hinstellen und sagen, das ist ja schlimm mit der TUI, sondern stolz verkünden, da haben wir aber wohl nicht den richtigen Partner gehabt. - Es steht natürlich noch aus, die offizielle Erklärung der TUI zu hören, wird interessant werden, was die dazu sagen, allerdings sind die uns ja nicht mal eine Erklärung schuldig, die haben jedes Recht der Welt einen bestimmten Markt nicht mehr zu bedienen. - Man hat die letzten Jahre, eigentlich seit der Jahrtausendwende uns hier einen touristischen Floh ins Ohr gesetzt, welcher nicht unsere Melodie pfeifen kann, La Palma bleibt ein Nischenprodukt, eine ganz besondere Insel für ganz besondere Menschen und wird niemals ein austauschbarer Klon Hawaiis, Menorcas oder eines Ponyhofes werden. - Mehrere Generationen an Politikern und Planern haben sich daran bereits die Köpfe aufgestoßen, tragen dicke Beulen mit sich herum, scheinen es aber trotzdem immer noch nicht kapiert zu haben, dass mit uns einfach kein Tourismus von der Stange machbar ist, da kann man noch so schöne Pläne malen, wie man will. - Nein, ich sage nicht, dass das perfekt ist, so wie wir sind, ich sage nur, dass wir so sind. - Für unseren Tourismusrat wird es jetzt eng, dem hat der Knüppel der Realität in den letzten beiden Jahren eh schon arg zugesetzt, und jetzt auch noch der TUI-Schock. - Mal sehen, ob das Stehaufmännchen Julio Cabrera auch das schlucken kann, aber es ist ja auch naiv zu glauben, dass die TUI sich von uns oder einem unserer Politiker beeindrucken lassen, oder gar ihre Entscheidungen dadurch revidieren würde. - Die Fehler wurden bereits viel früher begangen, und als Tourismusrat ist man in den letzten Jahren auf La Palma ja sowieso eher Krisenverwalter als Hoffnungsträger.



Donnerstag 11.04.2013 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37% - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 21,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Strandpolemik
Santa Cruz muss sich neu erfinden

Man darf geteilter Meinung sein, ob denn der Stadtstrand, welcher gerade in unserer Hauptstadt gebaut wird, wirklich notwendig ist, oder nicht. - Man darf auch geteilter Meinung sein, ob denn der "Blanke Juan" den Strand auch in Ruhe lassen wird, denn so ganz sicher sind wir uns da nicht mehr, nachdem im Januar ein Stück des Norddeiches von den Wellen herausgerissen werden. - Aber wir vertrauen auf die Techniker, die sich dass überlegt haben, und auf Beton, viel Beton, dann wird das schon halten, hoffentlich. - Der Strand wird aber Realität, zwar ein Jahr später als zunächst verlautet, aber so lange das keine BER-Ausmaße annimmt, sollten wir uns nicht zu sehr beschweren. - Das macht man aber in der Hauptstadt, und immer ist es der Verein der Gewerbetreibenden der Innenstadt und die machen die lokale Politik dafür verantwortlich, dass viele Geschäfte bereits schließen mussten und die Avenida Marítima deutlich an gewerblicher Attraktivität verloren hat. - Man hat sowieso das Gefühl, dieser Interessenverband bestimme die Geschicke der Stadt, das kommt aber wohl daher, dass die jede Woche eine Presseerklärung über die Medien rieseln lassen und die so lauter sind, als es die Stadtregierung ist. - In der Tat, die Avenida Marítima hat deutlich an Attraktivität verloren, das kann man nicht bestreiten, da auf einer Seite eine enorme Baustelle ist und auch kaum noch Parkplätze vorhanden sind. - Der Besucherstrom geht so nicht mehr über diese Straße, sondern zieht in die Innenstadt, es ist einfach deutlich angenehmer durch die Fußgängerzone zu schlendern, als an den riesigen Betonblöcken vorbei zu laufen. - Aber das ist eben eine Übergangsphase, das darf man nicht vergessen, in Zukunft, wenn der Strand also mal wirklich als solcher zu benutzen ist, dann wird die Avenida Marítima erneut die beliebteste Adresse werden. - Sicher nutzt das dem Geschäftsmann, der jetzt vor der Pleite steht wenig, aber wer durchhalten kann, der sollte sich schon vor Augen halten, dass diese Stadt vor einem ziemlich großen Wandel steht, und der sogar notwendig war, nachdem Santa Cruz als Einkaufsstadt nicht mehr mithalten kann. - Der "Speckgürtel" (Breña Alta) hat in diesem Fall Santa Cruz nämlich den Speck weggefuttert, man hat pfiffig aber auch egoistisch dafür gesorgt, dass sich viele Geschäfte dort im riesigen Gewerbegebiet ansiedeln, eben mit dem Luxusgut Parkplatz umgeben, und so ist es kein Wunder, dass man nicht mehr nach Santa Cruz fährt, um seine Einkäufe zu tätigen, sondern eben ins bequemere Umland. - Das ist eine Wandlung, die nicht mehr umzukehren ist, allerdings lässt eben die zu erwartende touristische Zukunft der Stadt auch völlig neue Einkommensquellen erhoffen. - Noch mehr Gastronomie ist zu erwarten, kleine und schicke Läden, welche Bummler beim Schlendern einfangen, man muss sich doch nur umgucken in anderen Städten, welche direkt einen Strand vor der Stadt haben, daraus kann man doch einfach und prächtig lernen. - Kühlschränke, Gartenbedarf und Lebensmittelläden sind dann dort sicher nicht gefragt, auch sind die Politiker wohl tätig, und basteln weiter an der Idee eines Taucherparadieses nördlich des Strandes, dort will man eine wirklicher Unterwasserwelt installieren und als letztes Zuckerle heißt es nun, Kopien der Zwerge, welche alle fünf Jahre auf der Bajada de la Virgen auftreten, will man dort versenken, um den Tauchern noch mehr Anreize zu geben, dort auf Tauchstation zu gehen. - Tauchen ist nicht mein Metier, ich versuche seit vielen Jahren immer meine Beine auf festem Boden zu halten, aber der Tauchtourismus ist wohl eine lockende Attraktion, und die Küste nahe unserer Hauptstadt soll ein prächtiges Revier sein. - Aber es bleiben noch viele weitere Fragen offen, die nicht ganz rund laufen auf dem Weg unserer Hauptstadt Santa Cruz, von der Verwaltungs- und Einkaufsstadt hin zur touristischen Metropole. - Da ist und bleibt das vormittägliche Parkplatzproblem und darüber hinaus schneidet ja auch die Avenida Marítima die Stadt deutlich vom Strand ab. - Dennoch, ich sehe die Geschichte mit dem Stadtstrand der Hauptstadt positiv und den Gewerbetreibenden darf man eben zu denken geben, dass es zukünftig auch immer noch Läden geben wird, aber eben wohlmöglich mit einem anderen Publikum und Angebot.





Donnerstag 11.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1016 hPa

Ropa Vieja
Alte Klamotten sollen Arbeitsplätze schaffen

Ropa Vieja ist auch eines der beliebtesten Rezepte der kanarischen Küche, und dabei handelt es sich um einen Eintopf mit Kichererbsen, Fleisch, Gemüse und eigentlich allem, was noch so übrig ist. - Das kann hervorragend schmecken, aber nomen est omen, eigentlich ist das ein Gericht für Resteverwertung, alte Kleidung heißt Ropa Vieja, und manchmal schmeckt das auch so. - Resteverwertung ist auch das Thema eines neuen Projektes der Inselregierung, und dabei geht es um alte Bekleidung, welche aus Spenden stammt, und dann bearbeitet für den symbolischen Preis von 50 Cent bis einen Euro wieder verkauft werden soll. - Die Pressemeldung darüber ist ziemlich lang, allerdings habe ich nicht begriffen, wie sich das finanzieren soll, sieht wohl so aus, als würde das von der Öffentlichen Hand subventioniert werden. - Die Nichtregierungsorganisation "Isonorte SLU" wird sich um die Handhabung kümmern und die Inselregierung hat bereits 37.000 Euro zur Verfügung gestellt, welche dazu dienen, fünf Personen zu bezahlen, welche sich um die Arbeit kümmern, die eben anfällt, wenn alte Kleidung nicht nur sortiert und verkauft werden soll, sondern auch noch abgeholt. - Das bieten die nämlich an, man ruft die Telefonnummer 922 42 06 79 und dann kommt jemand, die alte Kleidung abzuholen. - Das macht man bitte nicht, wenn man nur ein Hemd, und sei es auch das letzte, zu geben hat, sonst lohnt sich das ja nicht. - In der Presseerklärung heißt es auch noch, in ganz Spanien hätte man mit dieser Geschichte bereits über 2.000 Arbeitsplätze geschaffen und irgendwo muss man doch dabei sogar noch Geld verdienen, oder sind das nur reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen mit sozialem Hintergedanken? - Kleidung, die nicht verkauft werden kann oder einfach zu viel ist, die wird an spezielle Firmen auf dem Festland weitergegeben, die dann neue Textilien daraus machen, weggeschmissen wird nichts, wie es heißt. - Kaufen kann man dann die gebrauchte Kleidung in Puntallana, da kommt man ja jeden Tag auf dem Weg zum Bäcker vorbei, auf 200 Quadratmeter gibt es dort eine Ladenfläche mit der Kleidung im "Centro de Empleo Verde" unterhalb des "Punto Limpio". - Wie bedürftige Menschen dort hinkommen sollen, um sich mit billiger Kleidung zu versorgen, das Thema wird nicht berührt in der Pressemeldung, wie gut, dass es da immer noch die Caritas gibt, die ist in jeder Gemeinde und hat auch Kleiderkammern, da kann man seine nicht mehr gebrauchte Kleidung auch abgeben und es wird nicht mal eine Presseerklärung darüber verfasst.

Eine Sorge weniger haben wir allerdings, die junge Deutsche, die gestern noch als vermisst gemeldet wurde, die ist gesund und bereits wieder in ihrer Heimat. - Es muss einen Streit in der Familie gegeben haben und die junge Frau ist dann wohl, ohne den anderen Bescheid zu geben, zum Flughafen und mit der nächsten Maschine nach Deutschland geflogen. - Zu dritt war man auf der Aida auf Kreuzfahrt, und eben auch hier auf La Palma, wo eben dann die Situation eskaliert sein muss. - Auf der einen Seite freut und das natürlich, denn man hatte bereits das Schlimmste vermutet, auf der anderen Seite fühlt man sich hier ein bisschen vorgeführt, dann Suchmannschaften, Hubschrauber und Taucher waren bereits unterwegs die Frau zu suchen, und das kann man jetzt schon sagen, das wird eine teure Geschichte werden.



Mittwoch 10.04.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 19,3 Grad - niedrigste Temperatur 13,7 Grad

El Hierro gewinnt bei der Nasa
und jetzt steht die Ampel auch wieder auf Grün

Unter unseren kleinen Nachbarinsel El Hierro bewegt sich Magma seit dem Juli 2011, und im Oktober des gleichen Jahres gab es sogar eine Eruption vor der Südküste der Insel, welche dann im März 2012 als beendet erklärt wurde. - Die vulkanische Krise wurde seinerzeit aber nicht als beendet erklärt, und das war eine weise Entscheidung der Vulkanologen vom Instituto Geográfico Nacional, denn heute wissen wir ja, das Magma unter der Insel sucht immer noch eine Möglichkeit, den offensichtlich vorhandenen Überdruck abzubauen. - Ob es inzwischen eine zweite, oder gar eine dritte Eruption gegeben hat, darüber streiten oder diskutieren die Wissenschaftler ebenso wie die große Zahl an interessierten Laien, welche das Geschehen dort unter El Hierro aufgeregt verfolgen. - Die Menschen auf El Hierro, die sind die Aufregung längst leid, hat ihnen doch vulkanische Krise bislang noch keinen Vorteil gebracht, und immer wenn man nach Monaten der Ruhe eigentlich glaubt, das hat sich erledigt, das Magma ist irgendwo untergekommen, dann gibt es plötzlich wieder eine Phase erhöhter Aktivität. - Ob nun eine, oder bereits mehrere Eruptionen, auf jeden Fall steht fest, diese Ausbrüche haben nicht genügend Magma freisetzen können, um den Druck unter der Insel komplett zu nehmen und eigentlich bräuchte man einer erneute Eruption, oder mindestens eine, um endlich den Überdruck loszuwerden. - Die letzte Phase mit erhöhter Aktivität, die läuft nun gerade, oder ist gerade wieder vorbei, da ist man sich nicht wirklich einig, weder in der Fachwelt, noch auf den Laienplätzen. - In der Tat sind sowohl die Anzahl, wie auch die Heftigkeit der Beben in den letzten Tagen stark bis extrem zurückgegangen, die Bodendeformation ist auch im Westen wieder gesunken und auch der Ausstoß von Kohlendioxyd ist deutlich geringer geworden. - Alles Anzeichen einer Beruhigung, sicherlich, dennoch finde ich es etwas verfrüht, die Risikoampel für die Westseite der Insel bereits wieder auf Grün, und damit Normal zu stellen. - Zumal ja immer noch ein paar Beben am Tag bleiben und wir keinen Anhaltspunkt haben, warum denn nun plötzlich der Druck geringer geworden ist. - Die werden das aber besser einschätzen können als wir, und man hat das sicher auch gemacht, damit man nun die vorsorglich getroffenen Straßensperrungen wieder aufheben kann. - Wie dem nun auch sei, die letzte aktive Phase, die am 17.3. dieses Jahres begann, hat heftigere Beben und besonders eine bedenklich schnell wachsende Bodendeformation im Westen der Insel ausgelöst, viel gewaltiger als bei den anderen Phasen zuvor, und deshalb sind viele Beobachter noch so gar nicht der Meinung, man solle bereits wieder Entwarnung geben. - In all der Zeit hat die Insel nicht wirklich etwas gewonnen, außer vielleicht an Zahl der Wissenschaftler, welche die Insel bereits haben, der Tourismus aber hat ziemlich gelitten dabei und man kann ja leider auch nicht sagen, wann diese ständige Bedrohung nun endlich aufhört. - Wir hier auf La Palma haben ja unsere Trophäen, in Form und greifbar mit dem Teneguía und dem San Juan, aber das geplagte El Hierro kann so gar nichts vorzeigen, außer eben ein paar Gesteinsbrocken, die von der Eruption im Süden stammen und endlosen Rollen an Seismogrammen. - Nun hat die Nasa aber El Hierro doch noch belohnt, ein Bild aus dem All zeigt das durch die Eruption grün gefärbte Wasser und den Südzipfel der Insel und dieses Bild hat sich gegen viele andere Bilder in einem Wettbewerb als Bild des Jahres der Nasa durchgesetzt, und nun kann man das mit Stolz vorzeigen und ist auch ein bisschen weltberühmt damit geworden. - Chapeau, wenigstens die Nasa, und die vielen Betrachter, welche dieses Bild zum besten des Jahres 2012 gewählt haben, geben der Insel ein Stückchen Trophäe in die Hand. - Und dann darf ich noch auf einen Artikel in Spiegel-Online hinweisen, der Tauchtourismus war und ist immer schon sehr bedeutend gewesen für unserer Nachbarinsel.






Mittwoch 10.04.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1016 hPa

Und wieder schlägt Vega Norte zu
Albillo Criollo 2012 gewinnt Goldmedaille in Lyon

3.205 Weine aus 22 Ländern seien dort angetreten, und angesichts dieser riesengroßen Zahl muss man von Hochleistungsverkostern sprechen. - Hinten heraus kommt bei solchen Leistungsvergleichen fast immer, Weißweine aus La Palma gehören dabei in die absolute Weltspitze, und wenn noch mehr Bodegas aus La Palma an den Wettbewerben teilnehmen würden, gäbe es sicher noch mehr Auszeichnungen. - Der Goldmedaillengewinner ist kein Unbekannter, die Firma "SAT Bodegas Noroeste de La Palma", die Weine unter dem Namen Vega Norte vertreibt, hat mit ihrem "Albillo" bereits viele Preise eigenfahren und wird sich die weitere Goldmedaille aus Lyon gerne umhängen. - Der "Albillo" 2012 von Vega Norte heißt nun "Albillo Criollo" und damit will man sich von dem Albillo abgrenzen, der auf dem Festland angebaut wird, welcher nach der Ansicht unserer Winzer nichts mit der Weißweintraube zu tun hat, welche man hier im Norden der Insel anbaut. - Da stecken viele Fragezeichen hinter dieser Geschichte, woher kommen denn diese Rebsorten überhaupt und lokale Bezeichnungen erleichtern auch nicht die Suche nach der Herkunft oder der Identität dieser Traube. - Die meisten Weißweine hier auf der Insel, welche in Flaschen abgefüllt in den Verkauf kommen enthalten Albillo, und einige Bodegas, eben die aus dem Norden der Insel ziehen auch Weine die nur aus dieser Rebsorte stammen auf Flaschen. - Bei den Rotweinen der Insel hinkt man noch ein bisschen hinterher, aber bei den Weißen ist La Palma ganz oben in der Weltspitze angelangt und muss sich vor niemandem verstecken. - Es gibt viele Gründe nach La Palma zu reisen, und ob die guten Weißweine ein weiterer sind, das möchte ich nicht unbedingt behaupten, aber wenn man schon mal da ist…



Dienstag 09.04.2013 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 30 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 20,6 Grad - niedrigste Temperatur 12,6 Grad

Was die Presse so hergibt
Delfinfahrten für Arbeitslose, Fußgängerzonen im Kommen, Deutsche Filme und palmerischer Wein

Natürlich ist ein großes Stück Werbeinteresse dabei, aber wer das eben geschickt verknüpft, dessen Nachteil soll es nicht sein. - Die Fancy II ist wohl das bekannteste Ausflugsboot hier auf der Insel, liegt im Hafen von Puerto de Tazacorte und geht täglich auf Ausflugsfahrt, meist um die Delfine und Wale hier vor der Küste zu beobachten. - Das Boot hat Glasfenster unter der Wasseroberfläche, man kann also die Meeresfauna bestens betrachten, wenn man die denn gefunden hat. - Jetzt verspricht der Eigner des Schiffes, jeden Tag fünf Arbeitslose aus der Gemeinde Tazacorte auf eine Fahrt mitzunehmen, unentgeltlich natürlich, Voraussetzungen sind lediglich, dass man Einwohner von Tazacorte ist, seine Arbeitslosigkeit schriftlich nachweisen kann und man sich vorher telefonisch um einen Termin bemüht hat. - Das wird sicherlich die meisten Menschen ohne Arbeit in Tazacorte freuen, wenn es nicht gerade Fischer sind, oder Menschen die Seekrank werden, aber so einfach kann man auch Eigenwerbung mit sozialen Engagement verknüpfen und den Vorwurf, das sei billige Werbung, den kann man ja nicht stehen lassen, denn die bieten ja wirklich eine Leistung an. - Den ganzen April über gilt das, und jeder Arbeitslose kann auch noch eine Begleitperson mitbringen und das kann dann so aussehen, dass der arbeitslose Vater endlich mal seinem Sohn oder seiner Tochter auf solch ein Abenteuer mitnehmen könnte.

In Los Llanos will man den nächsten Schritt für eine verkehrsfreie Innenstadt erreichen, will aber die Geschäftsleute und auch Anwohner oder auch Interessierte vorher darüber informieren. - Deshalb gibt es eine Informationsveranstaltung am 11. April um 20:00 Uhr in der Casa de la Cultura. - Der neue Abschnitt der Fußgängerzone wäre die Avenida Venezuela, allerdings nur von der Plaza aus gesehen bis dort, wo dann die Calle de La Salud abzweigt. - Ganz kann man diese Straße nicht zur Fußgängerzone machen, denn die Calle de La Salud muss zukünftig mal dazu herhalten, der Zubringer für das große Einkaufszentrum zu sein, welches nun gerade an der Calle de las Adelfas entsteht. - Das wird überhaupt sehr interessant werden, wie man da Zu- und auch wieder die Abfahrt der Kunden dieses Einkaufszentrums gestaltet, denn das sind alles kleine und enge Einbahnsträßchen, und wenn dann wirklich viel Andrang ist, dann fürchte ich mal, das könnte durchaus Staus ergeben. - Ob wir wirklich noch solch ein Einkaufszentrum brauchen, vorwiegend mit Modegeschäften der Inditex-Gruppe, das können wir an anderer Stellen auch noch diskutieren, aber heute geht es um die Fußgängerzone. - So einschneidend wäre also die Veränderung gar nicht, allerdings muss man dann auch die Taxi-Halte verlegen und eine Wendemöglichkeit schaffen. - Wie das aussehen soll, das kann man dann in der Informationsveranstaltung alles hören. - Ansonsten hat Los Llanos, und auch die Gewerbetreibenden nach langer Zeit starker Wehen dann doch noch durch die jetzt bereits vorhandenen Fußgängerzonen gewonnen. - Die Bauphase in der Calle Real, das war grenzwertig, für einige Läden sogar darüber, aber inzwischen nehmen die Bürger und die Besucher das alles sehr gut an und die Gewebetreibenden sind auch eher wieder positiv auf die Veränderungen zu sprechen.

La Palma und Deutschen, eine unendliche Geschichte, über die man viele Geschichten schreiben kann, aber nicht alle schreiben sollte. - Zumindest nicht, wenn man hier auf der Insel lebt… Großes Kino könnte das werden, und das gibt es auch, die kommenden vier Wochen wird jede Woche ein anderer "großer" deutscher Film gezeigt, Original mit Untertiteln. - Los geht es morgen, den 10.04.2013, da wird in der Casa de la Cultura der Film "Tartüff" gezeigt, mit Lil Dagover und Emil Jannings und Beginn ist um 19:30 Uhr. - Am 17.4. gibt es dann den unvergesslichen Blauen Engel, am 24.4. dann Alice in den Städten von Wim Wenders und am 30.4. tobt sich dann Fatih Akin aus, dann läuft Soul Kitchen und manche meiner palmerischen Freunde werden dann mal ein anderes deutsches Kino kennenlernen. - Der Eintritt ist frei, denn diese Filme werden von der "Filmoteca Canaria" zur Verfügung gestellt und auch das Goethe Institut in Madrid hat seine gebenden Hände da irgendwie dabei. - El Paso stellt die Räumlichkeiten und hier in haben wir auch noch einen ganz besonderen Sponsor, nämlich die Bodega Tamanca, die zu jedem der Filme auch noch einen bestimmten Wein aus ihren Haus vorstellt, und für den ersten Film wissen wir schon, welcher Wein ausgeschenkt wird, Tamanca Malvasía Dulce 2011. - Macht wohl Sinn und ich bin ganz gespannt, welchen Wein es denn zu Soul Kitchen geben wird.





Dienstag 09.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1015 hPa

Luxemburg und Paris statt Hamburg und Hannover
Befreiungsschlag des Tourismusrates gelingt nicht wirklich und geht dann völlig daneben

Angesichts der schlechten Flugverbindungen mit La Palma im Sommer gerät unser Tourismusrat in den letzten Wochen und Monaten immer wieder heftig in die Kritik. - Dabei ist das doch nicht alles seine Schuld, denn die Air Berlin und die Condor lassen sich von uns nicht sagen, wann und wohin sie denn zu fliegen hätten und es muss wohl einfach so sein, dass es im vergangenen Sommer Überkapazitäten gegeben hat und nichtausgelastete Maschinen sind das Schlimmste ist, was den Fluggesellschaften passieren kann. - Von einem Überangebot zu einem Unterangebot wird es aber in diesem Sommer kommen, und der Sektor hier ruft schon lange um Hilfe und denkt auch selbst darüber nach, wie man es denn anstellen könnte, dass La Palma weiter gut erreichbar bleibt. - Auf all die Kritik, die da an der wohl mangelhaften Arbeit des Tourismusrates und auch des Patronato de Turismo einprasselt, kommt nun die Antwort und die gelingt nicht wirklich als Befreiungsschlag, denn den Flieger aus Warschau im Sommer, den hat man uns bereits seit einem halben Jahr als große Leistung der hiesigen Politik verkauft und nun heißt es, man sei in Verhandlungen mit der Luxair, und einer Gesellschaft, welche von Paris nach La Palma fliegen wolle. - Darüber hinaus sei noch Dublin im Gespräch, nicht unbedingt Alternativen für einen Norddeutschen, der nach La Palma will. - Aus Luxemburg, das gab es schon mal, und in der Tat gibt es dort auch für Teile Deutschlands gute Anbindungen, aber das ist ja auch noch nicht raus, ob denn Luxair wirklich zu uns fliegen will. - Es werden also nicht wirklich Alternativen angeboten, man gewinnt eher den Anschein, als greife man begierig nach allen Destinationen, die überhaupt noch Anstalten machen nicht gleich Nein zu sagen, wenn es um sommerliche Flüge nach La Palma geht. - Wir müssen uns also damit beschäftigen, wie denn die Gäste noch so zu uns kommen können, wenn die Charter keine guten Möglichkeiten bieten und da wird man wohl auf Flüge über die anderen Inseln und auch Madrid angewiesen sein. - Über Madrid kommt es vor allem darauf an, ob es denn gelingt, unseren Wunsch nach einer obligatorischen Flugverbindung von einmal täglich Madrid-La Palma durchsetzen können, denn mit bislang zwei oder dreimal wöchentlich lässt sich auch nicht wirklich Zukunft basteln. - Und dann muss man natürlich mit Werbung dafür sorgen, dass das Problem Unterbelegung in den Flugzeugen erst gar nicht aufkommt, denn die Condor und die Air Berlin, die würden gerne 20 Flieger wöchentlich zu uns schicken, wenn diese denn voll wären. - Werbung ist ein schlimmer Finger bei uns, wir können andere Dinge besser und nie schaffen wir es ein wirklich konsequentes und glaubhaftes Bild unserer Insel dem potentiellen Publikum zu vermitteln. - Da sind zu viele Experimente geschehen in den letzten Jahren und das Anbieten von Weltbiosphärenreservat und Golfplätzen gleichzeitig, das beißt sich einfach. - Am besten haben es da immer noch die Reisenden, welche auf den Kreuzfahrtschiffen zu uns kommen und uns auch per Ausflug die Gelegenheit bieten, da ein bisschen mehr von dieser phantastischen Insel zu zeigen, als die Prospekte so hergeben. - Ein wunderbarer internationaler Werbeträger öffnet sich die kommenden Wochen wieder, denn rund um den Ultramarathon "Transvulcania" am kommenden 11. Mai, rückt die Insel wieder ein bisschen mehr in den Fokus des wachsenden Marktes der Extremsportler und deren gesamten Tross. - Es ist zwar nicht so, dass man mit den paar Tagen Auslastung um das Rennen die Hotels und Gastronomen dieser Insel glücklich macht, aber die Transvulcania ist ein wirkliches internationales Event geworden, welches diese Insel eben sehr bekannt gemacht hat. - Das führte wohl dazu, dass viele Sportler eben hier auch zum Trainieren herkommen, über ihre Erfahrungen mit diesen Trainings und eben auch dem Ultramarathon berichten und so deutliche Werbung für diese Insel betreiben. - Man muss auch unserem, in letzter Zeit unglücklich hantierenden Tourismusrat zugute halten, dass genau er es war, noch in der Position als Rat für Umwelt, welcher dieses Rennen auf die Insel geholt hat. - Das nimmt ihm keiner mehr, allerdings reichen diese Lorbeeren eben nicht für immer und es scheint so zu sein, als wären diese nun auch schon ausgelutscht. - Dann kommt noch solch ein Lapsus hinzu wie er gestern geschehen ist, als der Rat für Tourismus in einer Presseerklärung verlauten lässt, die Transvulcania sei von der "International Skyrunning Federation" auf den dritten Platz in der Beliebtheit der 20 größten Extremläufen diese Welt gewählt worden. - Die Transvulcania ist mit Sicherheit nach nur wenigen Ausgaben bereits eine feste Größe im Rennkalender der Extremsportler geworden, aber die Auflistung der 20 Rennen, die geschah nach den Terminen geordnet, an welchen die stattfinden, und das war kein Ranking, welche die Beliebtheit dieser Rennen wiederspiegeln. - Da hat er vor lauter Begeisterung nicht richtig hingeguckt, und dann zu schnell geschrieben und alle Zeitungen haben es ohne zu Recherchieren gedruckt, das ist mal wieder komplett nach hinten losgegangen. - Meistens stehen wir uns halt selbst im Weg und wundern uns darüber, dass wir nicht immer auf der Höhe der Zeit sind.



Montag 08.04.2013 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 19,4 Grad - niedrigste Temperatur 11,3 Grad

Ökologen erreichen späten Sieg über die Golfplätze
Nach sechs Jahren werden drei der fünf vorgesehenen Golfplätze als nicht legal eingestuft

Na, da können aber einige Investoren froh sein, dass aus diversen Gründen noch keiner der im touristischen Sondernutzungsplan für die Insel vorgesehene Golfplatz auch gebaut wurde, sonst müsste man nun um seine Einlage bangen. - Es ist irgendwie auch ein 18-Loch-Witz, dass nun der oberste kanarische Gerichtshof, das "TSJC" (Tribunal Superior de Justicia de Canarias) nach fast sechs Jahren darüber entscheidet, und fast gleichzeitig die gleiche Instanz auch den obersten Flächennutzungsplan der Insel kippt, was eigentlich eh schon bedeutet, dass der in der Planungshierarchie unter dem Inselplan befindliche touristische Sondernutzungsplan eh nicht mehr gültig ist. - Wir berichteten ja vor ein paar Tagen darüber. - Nun sehen wir etwas klarer durch die Ausführungen der Asamblea Ecologista, welche dafür verantwortlich war, dass man sich seinerzeit überhaupt mit den Golfplätzen auch juristisch beschäftigt und überhaupt die Klage angeregt hat. - So dankt man nun auch den Spendern und den Schreibern von Eingaben, die nach diesen langen Jahren eigentlich schon gedacht haben, da wird doch nichts mehr draus, das haben die vergessen. - Fast sechs Jahre, und während dessen hätten die diese Golfplätze bauen könne, es wird wohl auch mal zu überlegen sein, ob man so etwas nicht zügiger entscheiden kann. - Drei Golfplätze hat es erwischt, den in Barlovento (allerdings war das eh das Projekt, welches am wenigsten reell war) dann den Golfplatz im Aridanetal und den in La Pavona, in der Gemeinde Breña Alta. - Alle sind nicht nach den geltenden Vorschriften über Landschaftsschutz zu realisieren und werden somit aus dem Plan genommen. - Offen ist, ob die möglichen Betreiber oder die Gemeinden nun vor dem obersten spanischen Gerichtshof noch Rekurs einlegen können oder wollen, dazu äußerst sich bislang noch niemand. - Es bleiben aber die beiden Golfplätze in Fuencaliente und Puntagorda übrig, hier weiß man aber nicht, wie weit denn die Investoren überhaupt noch Interesse haben, wir haben Jahre nichts mehr davon gehört. - Geht es ums Prinzip, dann ist das ein Sieg auf der ganzen Linie für die Ökologen, deren Argumente ja immer genau so lauteten, man kann keine Golfplätze, auch nur teilweise nicht, in Landschaftsschutzgebiete stellen und das auch noch als legal zu bezeichnen. - Daneben bleibt eine völlig andere Frage weiterhin offen, wären denn überhaupt ein oder zwei Golfplätze hier auf der Insel wirtschaftlich zu betreiben, oder setzt man damit enorm viel Geld in den Basalt, weil diese Insel auch vom touristischen Charakter her eigentlich nicht für Golf und dessen Publikum geeignet ist. - Ich glaube eben, das kann man nicht wirtschaftlich betreiben, und überall in Europa stehen inzwischen, besonders in Spanien, viele Golfplätze herum die größte wirtschaftliche Sorgen haben, weil einfach das prognostizierte Wachstum in der Zahl und die Solvenz der Zielgruppe nicht angestiegen sind. - Das ist eben das Komplizierte an solch einer Geschichte, man müsste dann auch noch die ganze Infrastruktur rund herum aufbauen und da wird das Risiko für die Investoren dann doch irgendwann einfach zu hoch. - Mir schwebt ja immer noch die Geschichte vom ersten ökologischen Golfplatz der Welt vor, und zwar an der Küste von Fuencaliente, da würde man nicht über angelegt "Roughs" spielen und künstliche Seen und Hindernisse, sondern über den dortigen Lavagrus, an Bananenplantagen vorbei und gewachsene Hindernisse und lediglich bei den "Greens" würde die Öko-Seele ein bisschen über ihren eigenen Schatten springen. - Ob so etwas machbar ist, und ob so etwas auch Publikum finden würde, ich weiß es nicht, ich war nicht mal im Minigolf gut, aber wenn schon Golf auf La Palma, dann muss man dem eine autochthone Note geben. - Meine Gratulation an die Asamblea Ecologista, auch wenn das Gericht nicht allen geforderten Eingaben gefolgt, und die Königsdisziplin des Protestes wäre ja nun, dass man gleichzeitig Alternativprojekte aufzeichnet, aber da geht uns regelmäßig, und mich deutlich und ausdrücklich eingeschlossen, die Tinte ziemlich oft aus.

Unter El Hierro weiterhin sehr ruhig, allerdings unterbrochen von einer kleinen Serie an Beben um 10 Uhr, alle zwischen 2,3 und 3,0. - Das kann man weiterhin als sehr ruhig bezeichnen, vergleicht man es allerdings mit vorgestern, dann hat sich die Bebenmenge vervielfacht. - Aus der Ruhe ist ein klein wenig mehr geworden, das Magma hat angedeutet dass man doch noch keine Entwarnung geben kann, das hatte auch nicht wirklich jemand vermutet.



Montag 08.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1011 hPa

SOS La Palma
Dänin gründet Hilfsorganisation und Sie sind eingeladen, da mitzumachen

Vor ein paar Wochen ging das schon mal durch die Presse, die Dänin Annette Ibarra, eine Rentnerin, die seit vier Jahren auf der Insel lebt, möchte eine Hilfsorganisation gründen, welche palmerischen Familien hilft, die durch die momentane Situation in Not geraten sind. - Zunächst werden natürlich ausländische Mitbürger auf der Insel angesprochen, welche das Privileg haben bereits Rente zu beziehen und so nicht mehr dem gerüttelten Arbeitsmarkt nachlaufen müssen, oder auch Menschen, die einfach etwas größere Ressourcen haben, (soll es geben) aber eben auch solche, die einfach zupacken wollen. - Natürlich ist die Nationalität keine Bedingung, es dürfen auch Palmeros Palmeros helfen, aber das geschieht ja auch bereits im breiteren Sinn, da die Solidarität in den Familien und auch im Freundeskreis sehr hoch ist. - Annette Ibarra lädt zur Mitarbeit ein, aktiv in der Hilfsorganisation, welche zunächst noch konstituiert werden muss und dann natürlich auch um Spenden zu bitten, welche dann zu Einhundertprozent den Bedürftigen zugute kommen sollen. - Die Auswahl, wem denn geholfen wird, das überlässt man klug den Sozialstationen der Gemeinden, so hält man sich aus jedem Amigoverdacht heraus und die Sozialstationen der Rathäuser, dass sind neben der Kirche und der Caritas wirklich die Institutionen, die am besten wissen, wo denn die meiste Hilfe nötig ist. - Monatlich eine oder zwei Gemeinden sollen dann in den Genuss dieser Hilfen kommen, um möglichst gut und schnell einmal um die ganze Insel zu wirken. - Hängt natürlich davon ab, wie viel Geld zur Verfügung steht, ich habe da keine Vorstellung, wie viel denn da zusammenkommen könnte und wie groß denn die Schar derer ist, die sich aktiv, oder auch nur als stiller Unterstützer einbringen wollen. - Leider meldet nur die online-Zeitung "elapuron" von dem heutigen Treffen (08.04.) um 19:00 Uhr in El Paso, in der Casa de La Cultura, aber die normalen Zeitungen sind eh nicht so wirklich die Medien, aus welchen sich die ausländischen Mitbürger hier die Informationen holen. - Ich bin mal gespannt, wie viele da Interesse haben mitzumachen, hören wir uns das an und dann kann man ja entscheiden, ob man auf dieser Art und Weise seiner Wahlheimat und den hiesigen Einwohnern zeigen will, dass man nicht nur ein Bürger, sondern ein Mitbürger dieser Insel ist.



Sonntag 07.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 16,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,9 Grad

Technologiepark
Was ist das eigentlich?

Das mit dem ominösen "Parque Tecnológico" scheint das neueste Lieblingsspielzeug unserer Inselpräsidentin zu sein, und auf jeden Fall, aber das war es schon länger, das der "Nummer Zwei" im Cabildo Insular, Anselmo Pestana, welcher auch Rat für neue Technologien ist. - 15 Millionen soll dieser Park kosten, an der Straße zum Flughafen soll der liegen, da wo jetzt noch Baumaterial abgebaut wird. - Ganz nah am Flughafen, auch nah zum Hafen und der Hauptstadt, also strategisch ist das wohl richtig, doch bleibt die Frage unbeantwortet, was denn dort in diesem Technologiepark gemacht werden soll. - Firmen von außerhalb will man anlocken, damit die hier "Technologie" betreiben und dann träumen wir von Arbeitsplätzen und auch einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung. - Allerdings fürchte ich mal, das ist wieder solch ein Projekt, mit welchem sich jemand ein Denkmal bauen will, und von diesen Denkmälern stehen hier auf der Insel schon eine ganze Reihe herum und rieseln untätig vor sich hin. - Ich fände es ja eigentlich sinnvoller, wenn man zunächst einmal Interessenten finden würde, die denn überhaupt hier auf La Palma etwas mit Hochtechnologie anstellen wollen, denen hört man dann zu was die brauchen, und dann kann man ja immer noch gucken, wie wir deren Wünsche möglichst nah erfüllen können. - Wir haben nämlich reichlich Infrastruktur hier bereits herumstehen, die gar nicht richtig genutzt wird, denken wir nur an die ehemalige Tabakfabrik in El Paso, an die Industriehallen welche die Inselregierung im Industriegebiet von Los Llanos hat bauen lassen und nicht zuletzt an die beiden Parkhäuser am Flughafen, die völlig unbenutzt dort herumstehen und auf eine Sinngebung warten. - Das ist mir alles zu wenig konkret, 15 Millionen Euro in die Hand nehmen, wir wissen ja eh, dass das dann 20 oder noch mehr werden, für eine Infrastruktur, die noch keine konkreten Nutzer hat, nur eben mal so dahingestellt wurde, um als Köder zu dienen. - Das erinnert so ein bisschen an Flughäfen die man, nicht nur in Spanien gebaut hat und dann hofft, dass mal ein Flugzeug kommt, und von solchen Methoden haben wir auch schon ein wunderbares Beispiel, den Hafen von Tazacorte, wo man vergebens auf ein Fähr- oder Frachtschiff warten wird, da kommt halt einfach keines vorbei. - Es war ja sogar noch heftiger, man subventionierte zwei Sommer lang sogar eine Reederei, damit die, bevor sie von El Hierro nach Santa Cruz de La Palma fuhr, doch einen Umweg über Tazacorte macht. - Wir gehen hier mit unseren, und auch fremden Geldern manchmal sehr progressiv um, und das mit dem Technologiepark, das scheint das nächste fragwürdige Projekt zu sein. - Mal hieß es, das Geld sei schon vorhanden, dann hieß es wieder, aus Madrid kommt kein Cent, nun heißt es erneut, man sein in Verhandlungen mit dem Finanzrat des Gobierno de Canarias und der kanarischen Agentur für Forschung und Entwicklung im Gespräch und die hätten angeboten, bei der Finanzierung zu helfen. - Ob man daraus nun etwas Positives lesen soll, da bin ich mir nicht so ganz sicher, und die Frage bleibt offen, was wollen wir denn mit diesem Parque Tecnológico eigentlich machen, welche Investoren interessieren sich dafür, und wie kann die Insel davon profitieren. - Ich hoffe inständig, mich zu irren, das kann ich meistens ganz gut, aber ich habe kein gutes Gefühl bei dem Projekt mit dem Technologiepark am Flughafen.

Unter El Hierro, alles ruhig, im Süden nichts Neues.




Paul konkretisiert seine Vorstellungen von einem Hochtechnologiepark





Sonntag 07.04.2013 11:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1013 hPa

April ist noch kein Sommer
Kommt die Stabilität nun bereits?

Es ist schon da, das nordatlantische Hochdruckgebiet, allerdings nicht genau da, wo wir es haben wollen, und auch ist es nicht stark genug, um sicher alle Tiefdruckgebiete so weit in den Norden zu schicken, dass bei uns keine Gefahr mehr wegen Unwetter besteht. - Wäre ja auch ein bisschen zu früh im Jahr diese Stabilität zu fordern, die wir den gesamten Sommer über hier immer so wunderbar genießen. - Für die kommenden Tage ist herrliches Wetter angesagt, das Tief nördlich von uns wird es wohl nicht bis zu uns herab schaffen, sondern weiter nach Westen ziehen, um dann Mitteleuropa zu beglücken, mit Regen aber eben auch endlich mit Temperaturen, welche der Jahreszeit eher angemessen sind als immer noch Frost und Schneefall. - Für uns stellt sich die Frage, kommt nochmal Regen oder nicht und diese Frage wird dann eher schon zu einem Glaubensbekenntnis, als durch echtes Wissen, oder eben Bauernregeln hinterlegt. - Wissen kann es keiner, und die alten Kenner, die mit der schmerzenden Narbe am Bein, und wenn die juckt, dann kommt Regen, die sind doch längst alle ausgestorben, heute hängt man vor Tabellen und Graphiken und meint so Anfang April schon zu wissen, wie denn Anfang Mai das Wetter sein wird. - Der Winter war lustig bis bemerkenswert, Oktober und November sehr regenreich, mit Wassermengen die wir seit Jahren nicht mehr gesehen haben und dann kam der Winter, der eher ein Sommer war. Drei Monate, Dezember, Januar und Februar, kein Tropfen Regen hier auf der Westseite und alle drei Monate auch viel zu warm, verglichen mit dem Mittel der letzten dreißig Jahre. - Der März dann wieder mit Regen und auch ein paar Tagen Kälte, aber in diesem Winter lag bislang noch kein Schnee auf dem Roque de Los Muchachos und schon gar nicht auf der Cumbre Vieja, auch ein Merkmal für diesen Winter, der insgesamt zu warm war. - Von den Niederschlägen her war (oder müssen wir sagen ist) dieser Winter guter Durchschnitt im Aridanetal, 559 Millimeter haben wir hier gemessen, allerdings bleibt die Verteilung dieser Niederschläge eben ungerecht, denn wie bereits gesagt, gab es drei Wintermonate überhaupt keinen Regen. - Anderswo, besonders in der Region Mazo und den Breñas hat es viel mehr geregnet, wir hier im Aridanetal sind halt die Region der Insel mit den geringsten Niederschlagsmengen und wenn man nicht gerade Bananenpflanzer ist, dann hat man sich das ja auch deswegen so ein bisschen ausgesucht. - Kommt nochmal Regen oder nicht? - Ich weiß es nicht, glaube aber eher dass nicht, auch wenn das Hochdruckgebiet noch gar nicht wirklich stark erscheint, das kann doch mit seinen Aufgaben noch wachsen.




Grafik geklaut bei der Agencia Estatal de Meteorología, kurz AEMet genannt




Samstag 06.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 18,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Potemkinsche Bürger
Altes Problem akut aufgebrüht

Dass in unseren Gemeinden mehr Bürger gemeldet sind als tatsächlich in ihnen wohnen, das trifft wohl wirklich auf alle 88 kanarische Gemeinden zu, aber ganz akut hat es nun die Hauptstadt Tenerifes erwischt, Santa Cruz de Tenerife. - Und das mit erwischt, das muss man wörtlich nehmen, denn die werden wohl noch nachträglichen Ärger mit anderen Gemeinden bekommen, denn in Santa Cruz de Tenerife hat man wohl gleich 15.000 Einwohner erfunden, und das bereits seit mindestens 1996, ein Jahr nachdem der schillernde Miguel Zerolo Bürgermeister wurde. - Hier geht es um Geld, um viel Geld, denn aus den staatlichen wie regionalen Töpfen erhalten die Gemeinden Geld, und das eben für jeden Bürger, welcher in dieser Gemeinde eingetragen ist. Man spricht von 2,3 Millionen Euro jährlich, welche nun die Stadt Santa Cruz de Tenerife weniger erhält und wenn das wahr ist, dass man seit 1996 diese Potemkinsche Bürger mit sich herumschleppt, da bekommt der Finanzminister sicherlich weiche Knie, wenn man das mal hochrechnet. - Das Problem ist alt bekannt, die meisten Leute melden sich nicht korrekt ab, in manchen Gemeinden wissen die Angestellten nicht mal wie das gehen soll, weil es eben so gut wie niemand macht und die Gemeinden auch gar kein Interesse haben, Einwohner zu verlieren. - Die Gemeinden melden jährlich dann ihre Einwohnerzahlen an das "INE" (Instituto Nacional de Estadísticas) und die wiederum überprüfen diese Zahlen, so gut sie können, und geben die dann ans Finanzministerium weiter. - Der häufigste Fall in dem auffällt, dass ein Bürger nicht mehr in der Gemeinde wohnt tritt ein, wenn die Wahlscheine für die Kommunalwahlen an den gleichen Bürger in mehrere Gemeinden verschickt werden sollen. - Das kommt relativ häufig vor, das INE setzt sich dann mit dem Bürger in Verbindung und fragt dann nach, wo er denn nun wirklich wohnt und kann dann von sich aus den "Padrón Municipal" (Melderegister) für die betreffende Gemeinde korrigieren. - Eine andere Methode nicht mehr in der Gemeinde lebende Bürger aufzuspüren ist, wenn diese über mehrere Jahre keinen "Vorgang" mehr auf der Gemeinde hatten, also keine Zahlung, kein Antrag oder sonst irgendwas. - Eigentlich sollte dann die Gemeinde tätig werden und nachforschen, gibt es den Einwohner überhaupt noch oder ist der bereits verschwunden und dann natürlich das Melderegister entsprechend ändern. - Das aber liegt wieder in der Kompetenz der Gemeinde und wird nicht in allen Fällen, oder vielleicht sollten wir sagen in den seltensten Fällen konsequent verfolgt. - In der Hauptstadt Tenerifes sucht man jetzt nach Schuldigen, aber will auch versuchen diese 15.000 Einwohner doch noch irgendwie zu finden, damit man wieder mehr Geld erhält und man gibt sich dort noch nicht wirklich geschlagen und versichert der Öffentlichkeit, dass das alles ein Irrtum sei. - Kenner sagen, das war kein Irrtum, das weiß man eigentlich schon seit vielen Jahren, aber keiner wollte das wirklich anfassen, weil man sich eben damit selbst keinen Gefallen tut. - Niemand werfe den ersten Stein und am Schluss könnte noch jemand darauf kommen, dass mal wieder eine Volkszählung fällig wäre, so eine echte mit Ausweisnummer und den ganzen Trallala und dann wären plötzlich alle 88 Gemeinden deutlich ärmer, und wer will das schon…

Unter El Hierro extrem ruhig, man fragt sich schon wirklich wie das nach der heftigen seismischen Aktivität plötzlich so gehen kann, ohne dass man eine Erklärung für den nun fehlenden Druck findet. - Einige GPS-Stationen, besonders im Westen der Insel zeigen nun auch eine Absenkung des Terrains, nachdem zu Beginn der letzten aktiven Phase die Insel dort im Westen bis zu 12 Zentimeter angestiegen war. - Warum, wieso, weshalb, alles noch reine Spekulationen.



Samstag 06.04.2013 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1018 hPa

Planlos in die Zukunft
Hausaufgaben nicht gemacht

Setzen sechs! - Das etwa ist die Bewertung des obersten kanarischen Gerichtes, des "TSJC" (Tribunal Superior de Justicia de Canarias) für unsere Inselregierung, denn sowohl der Raumordnungsplan für die gesamte Insel, der PIOLP (Plan Insular de Ordenación de La Palma), sowie der touristische Sondernutzungsplan, der PTET (Plan Territorial Especial de Ordenación de la Actividad Turística de la Isla La Palma) sind von diesem Gericht für ungültig erklärt worden. - Dabei wäre das doppelte Nein gar nicht nötig gewesen, denn mit dem PIOLP sinken auch alle untergeordneten Pläne dahin, eben der PTET und eigentlich, aber davon spricht niemand, auch die lokalen Flächennutzungspläne. - Die sind nämlich auch an den PIOLP geknüpft, auch wenn es sowieso eine völlige Pleitegeschichte war, dass man die lokalen Flächennutzungspläne parallel oder sogar noch vor dem Gesamtplan der Insel gezeichnet hat, wo man sich doch eigentlich nach dem, in der Planungshierarchie deutlich übergeordneten PIOLP richten soll. - Wir erinnern uns an die lustig bis verzweifelte Geschichte in El Paso, der Gemeinde, welche als allererste den lokalen Flächennutzungsplan (PGOU) vorgezeigt hat und damit die erste große Bürgerprotestwelle auslöste, weil man diese Schlange durchs Aridanetal erkennen konnte, die polemische Weltbiosphärenreservatsautobahn, die vierspurige Schnellstraße von Santa Cruz nach Los Llanos/Tazacorte. - In El Paso zog man nach den massiven Protesten den lokale Flächennutzungsplan dann zurück, und zeichnete eine kleine, zahme und zahnlose Umgehungsstraße von El Paso ein, was dann die Gemüter beruhigte. - Das ist allerdings völlig für die Katz gewesen, denn im übergeordneten Inselplan ist die Schnellstraße weiterhin eingezeichnet, und was darüber im lokalen Flächennutzungsplan für El Paso steht, ist damit hinfällig. - Nun ist aber der große Plan auch weggewischt worden und damit herrscht zwar noch nicht Anarchie, aber eben große Rechtsunsicherheit, denn der PIOLP gilt weiterhin, bis man eben einen neuen erarbeitet hat, oder der oberste spanische Gerichtshof das Urteil des obersten kanarischen Gerichts wieder aufhebt. - Die Inselregierung hat nämlich bereits angekündigt Einspruch gegen den Entscheid des TSJC einzulegen, welches aus wirklich geringen Gründen den PIOLP für nicht legal erklärt, denn es fehlt der akustische Fingerabdruck für die Umgebung des Flughafens, ein Papier, welches nicht mal hier auf der Insel erstellt wird, sondern aus Madrid kommt, aber man muss es eben beantragen und auch dem PIOLP beifügen. - Man kann sich nun in der Tat hinstellen und sagen, liebe Leute, wegen des Fehlens dieses lächerlichen Papieres, welches nichts daran ändert, dass auf La Palma bis zu 20 Flugzeuge am Tag starten, kann man doch diesen Gesamtplan nicht in die Tonne treten. - Man hat es aber gemacht, und einige Beobachter fragen sich schon sehr wohl, ob es da nicht noch andere Gründe gegeben hat, denn die Folgen für die Insel werden in den kommenden Monaten spürbar sein. - Wer will denn schon investieren, wenn er nicht weiß, ob sein Vorhaben den überhaupt nach dem neuen Plan noch möglich ist? - Anders ist es mit dem touristischen Sondernutzungsplan gelaufen, auch der ist, fast zeitgleich, vom TSJC für ungültig erklärt worden, war aber schon vor Jahren in Kraft getreten. - Da mir aber der Richterspruch nicht vorliegt weiß ich nicht, welche Aussage richtig ist, denn mal heißt es, nur der Passus in dem es um die Golfplätze geht sei für ungültig erklärt worden, und aus anderen Aussagen hört man, der gesamte Plan sei damit vom Tisch. - Der PTET war niemals ein geeignetes Papier die touristische Zukunft der Insel zu bestimmen, da man von völlig falschen Zahlen ausgegangen ist und das Pferd vom schräg unten aufgezäumt hat und niemals die Interessen der Besucher oder der Bevölkerung untersucht hat, sondern möglichst viele Großinvestoren für Hotels, Golfplätze und Jachthäfen eingeladen hat. - Dieser Plan hat nie den wirklichen Notwendigkeiten und Ressourcen der Insel Rechnung getragen und ist auch einfach schon durch die Realität durchgefallen, da kaum ein Projekt, welches dort aufgeführt wird, auch wirklich umgesetzt wurde. - Zudem zeichnet die reelle Entwicklung dieser Insel völlig andere Zahlen, denn man setzt dort eine Obergrenze für Gästebetten, welcher wir auch nicht mal annähernd von der Auslastungszahl überhaupt erreichen könnten. - Über die Golfplätze heißt es, man kann die nicht einfach erlauben, ohne dass Umweltgutachten dafür erbracht werden müssen und bezieht sich wohl dabei auf die interessante Geschichte, dass einige der geplanten Golfplätze auch Landschaftsschutzgebiete berühren würden. - Aber das ist so frisch dieses Urteil, dass wir den Text noch nicht vorliegen haben, also dünn und vorsichtig mit den Aussagen sein müssen. - Am Montag will die Asamblea Ecologista eine Presseerklärung darüber verfassen, macht uns bitte etwas klüger. - Diese, äußerst rührige Umweltschutzorganisation hat bereits noch vor dem Inkrafttreten des PTET dagegen eine Klage angeregt, welche dann letztendlich von der ATAN (Asociación Tinerfeña de Amigos de la Naturaleza) verfochten wurde, und schließlich, nach vielen Jahren auch zum, vielleicht teilweisen Erfolg geführt hat. - Planlos in die Zukunft, das ist gefährlich und ich erinnere mich an die Aussage eines ziemlich erfahrenen Bürgers der mal sagte, ein Plan muss her, Scheiß egal ob er gut ist oder schlecht, denn ohne Plan läuft gar nichts. - Vielleicht richtig, aber unsere Pläne scheinen allesamt ein zu geringes Haltbarkeitsdatum zu haben, und wenn die Pläne schon nicht mal vor Gericht Stand halten, was sollen diese Pläne denn dann in der Realität taugen?



Freitag 05.04.2013 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 17,6 Grad - niedrigste Temperatur 11,5 Grad

Kurz und knapp
Halbe Tonne Avocados geklaut, zu hohe Gewerbemieten und Ruhe unter El Hierro

Nein, Mundraub ist es nicht, es ist ein dreister Diebstahl, allerdings passt das so richtig in das Bild einer ländlichen Gesellschaft. - Hier wurde mal kein Geld, kein Laptop oder ipup geklaut, sondern drei Jugendliche aus Los Llanos und Tazacorte erinnerten sich an die Zeit, als hier alle in der Landwirtschaft arbeiteten und klauten aus einer Finca in Los Llanos gute 500 Kilo Avocados. - Das kommt immer mal wieder vor, dass sich die Leute da richtig ins Zeug legen, also klauen und arbeiten gleichzeitig, ab aufs Feld, Nachbars Früchte geerntet und dann im Großhandel verkauft. - Aber die kamen gar nicht so weit, irgendwer hat die verpfiffen und so konnte die Guardia Civil nicht nur die drei Avocadodiebe ausfindig machen, sondern auch die geklauten Avocados sicherstellen. - 517 Kilo genau, die haben ganz schön geschleppt die Jungs von der Guardia Civil und nun ist das Ganze für den Landwirt auch noch gut ausgegangen, der muss die nicht mal mehr ernten seine Avocados, sondern kann die gleich zum Großhändler bringen. - Oder müssen die sichergestellt werden, als Beweis für den Prozess, in vielleicht sechs bis acht Jahren???

Heute war wieder mal Los Llanos-Tag für mich, da packe ich mir immer ein paar Brote ein und eine Thermoskanne, wenn ich so weit weg muss von El Paso. - In der Metropole steht dann meist Unknackiges an, so wie Bank, Steuer oder Suche nach irgendeinem Ersatzteil für irgendein Gerät, und als Belohnung gehe ich dann in einen etwas schickeren Laden in dem es lose Oliven und allerlei nette Schmutzitäten aus der Delikatessenzunft gibt. - Was mit dazu gehört ist immer das Schwätzchen mit den Eigentümern der Läden, das gehört sich so, wenn man nicht wirklich lidltauglich ist, und wenn man mit den Gewerbetreibenden hier im Aridanetal spricht, dann geht das meist um die zu hohen Mietkosten, denn über Politik reden, das gilt hier inzwischen als unhöflich, mindestens aber als unerfreulich. - Das ist auch ein Dauerbrenner, der aber wohl irgendwie nicht zur Ruhe kommt und trotzdem viele Läden bereits schließen mussten scheint es immer noch ganz viele Vermieter zu geben die meinen, man könne, weil es Los Llanos ist, oder auch El Paso, horrend hohe Gewerbemieten verlangen. - Viele Läden stehen auch leer, anstatt mit der Miete ein bisschen herunter zu gehen, um dem Geschäft ein Überleben zu erleichtern, bleibt die Miete hoch oder zieht vielleicht sogar noch an, unverständlich in diesen Krisenzeiten. - Der Olivenmann versucht das mit besonderer Ware und ausdrücklicher Freundlichkeit wieder wett zu machen, und das scheint ihm auch zu gelingen. - In El Paso gehen nun zwei sehr bekannte Gastronomieeinrichtungen einen anderen Weg, die verkleinern sich, weil sonst die Miete den gesamten Verdienst wegfrisst. - Der Betreiber der Cafetería Acerina, mitten im Ort, auch "sala de juegos" genannt, der schmeißt hin und geht in ein klitzekleines Lokal an der Hauptstraße, welches ihm selbst gehört und er keine Miete bezahlen muss. - Ob man allerdings in einer Kneipe, die zwei Tische hat und vielleicht Platz für acht Personen Geld verdienen kann, das muss man auch noch sehen. - Und dann, sehr schade für uns, Kiko und Jaqueline, die Wirte der heißgeliebten "Abuela" machen auch die "Fliege", die gehen nach La Laguna, dort hat der Vater eine kleine Immobilie, in der sie nun ein kleines, was eigentlich aufmachen, denn so ganz richtig weiß ich das nicht einzuteilen. - Bar/Cafetería/Restaurant und nur ein paar Tische, keine Angestellten mehr, nur noch die Familie. - Zu hohe Mieten in schlechten Zeiten sorgen für allerlei Veränderungen im Gewerbe.

Unter El Hierro ist es nun ganz ruhig geworden, lediglich zwei kleine Beben, 2,1 und 1,8 wurden heute registriert und nun munkelt man gewaltig herum, was das denn nun wieder sein kann. - Allerdings warnen alle Beobachter davor, das nun bereits wieder als Ende dieser Phase der seismischen Aktivität zu bezeichnen, der Film geht weiter heißt es unisono, oder es kommt auch weiter wieder die These auf, dass bereits eine Eruption stattfindet, so weit unter der Meeresoberfläche, dass wir das gar nicht mitbekommen. - Die vorangegangenen Beben und die Bodendeformationen, die weisen ja auf einen enormen Druck hin der vom Magma unter der Insel stammt, und das verschwindet nicht einfach wieder so, sondern dieser Druck muss irgendwie abgebaut werden. - Kann natürlich auch sein, dass das Magma unter der Insel andere Wege und Kavernen gefunden hat wo es sich ausdehnen konnte und deswegen nun kaum noch Druck ausübt, aber diese These wird allgemein nicht als besonders wahrscheinlich betrachtet.



Freitag 05.04.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1015 hPa

Radweg ohne Fahrradfahrer
Learning by doing oder lass es einfach sein

Das Fahrrad ist auf La Palma kein Fortbewegungsmittel, sondern ein Sportgerät. - Das sage ich jetzt einfach mal so, und verlange von niemandem, dass er mir das Gegenteil beweist. - Das hat was mit Untradition zu tun, was mit dem Nichtverständnis der Autofahrer mit dem Verkehrsteilnehmer auf dem Fahrrad, aber prinzipiell natürlich damit, dass wir eine der steilsten Inseln dieser Welt sind und die Logik besagt, das was man runter fährt, das muss man auch wieder hoch. - Wer sich hier also aufs Fahrrad setzt, der sollte wissen, auf was er sich einlässt und das Fahrrad als Transportinstrument oder als Mittel um den Einkauf zu erledigen, das findet man hier mit ganz wenigen Ausnahmen nicht. - Man kann die Geschichte natürlich auch touristisch angehen, die Freunde der robusten Fahrradkunst finden auf der Insel extrem anspruchsvolle Reviere vor, da geht wirklich was, und rund um den Gardasee radeln, das ist eine andere Geschichte. - So verwundert es ein bisschen, dass der erste Radweg der Insel mitten in der Stadt Los Llanos liegt und auch noch so gestaltet wurde, dass er eigentlich nicht sinnvoll zu benutzen ist. - Zunächst müsste man sich mal fragen, wie komme ich denn überhaupt zu dem Radweg mit dem Rad, es sei denn, man ist Anwohner. - Seit ein paar Wochen nun ist auf der Avenida Enrique Mederos ein Radweg, inzwischen auch bis ganz nach unten, also nicht mehr nur die vierhundert Meter wie das am Anfang war, aber "da unten" ist dann auch die Stadt zu Ende und weiter geht es nicht. - Die Vergabe des Platzes auf der Straße ist auch wenig konventionell geschehen, erst kommt der Bürgersteig, dann der Radweg in beide Richtungen, dann ein Parkstreifen für Autos und dann die Fahrspuren für die Autos. - Das kennt man so eigentlich nicht wirklich, aber kann grundsätzlich gehen, aber dann entdecken wir ein weiteres Obstakel und das hat es wirklich in sich. - Der Fahrradweg ist im Grunde nur ein Serviervorschlag, denn vor jeder Einfahrt muss der Fahrradfahrer anhalten, Autos die in die Garage fahren haben demnach Vorfahrt und man müsste sich mal vorstellen, wenn tatsächlich Radfahrer diesen Radweg benutzen würden, was denn dort alles passieren könnte. - Zehn Meter antreten, wieder abbremsen, denn man muss ja gucken, ob denn gerade jemand in die Garage fahren will, und sollte es tatsächlich vorkommen, dass zwei Radler sich begegnen, dann muss man auch aufpassen und das Rad gerade halten, denn viel Platz ist nicht. - Vielleicht wollte man sich einfach ein bisschen Modernität oder kosmopolitischen Anstrich geben, oder sollte das Gerücht wahr sein, dass man Gelder aus Brüssel dafür bekommen hat und das Ding dann durchziehen musste, um den Beweis abzuliefern, dass man wirklich einen Fahrradweg hat? - Ich weiß es nicht, aber spätestens jetzt, nachdem das Blaue Band da auf der Straße liegt, wird uns allen klar, dass das rausgeschmissenes Geld ist. - Dabei wären Fahrradwege auf La Palma gar keine so schlechte Idee, aber nicht in den Städten, sondern außerhalb, denn auf den Hauptverkehrsstraßen stören sich Autos und Fahrradfahrer doch gewaltig. - Bergauf wackeln ungeübte Radler so heftig, dass man sich kaum traut diese zu überholen, und bergab geht es den Fahrradfahrern mit manchen Autos nicht anders. - Los Llanos hat einen Radweg, jetzt werden noch mutige Radfahrer gesucht, die diesen Weg auch nutzen wollen.




Stop an go für Fahrradfahrer




Donnerstag 04.04.2013 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1011 hPa
Höchsttemperatur heute 19,2 Grad - niedrigste Temperatur 12,6 Grad

Heilung am Monitor
Telemedizin ist die Wunderwaffe im Krankenhaus hier auf La Palma

Bei mir schwingt da mehr als ein Stückchen Skepsis mit, denn so wie man das mit Pauken, Trompeten und Skalpellen anpreist, da muss irgendwo der Wurm drinstecken. - Nein, nicht La Palma hat mich argwöhnisch gemacht, sondern die Coalición Canaria, und vor vielen Jahren schon die CSU, es gibt wohl überall auf der Welt einen Amigo-Club, oder tappe da immer wieder rein. - Schauen wir uns erst Mal die positiven Seiten dieser Geschichte an und folgen den Verlockungen der modernen Technik. - Das Ziel ist klar, man will mit der Telemedizin hier auf La Palma viele der medizinischen Reisen unserer Patienten einsparen, immerhin sind das 10.000 Vorgänge im Jahr, also so oft muss ein Patient von La Palma aus woanders hin fliegen, um sich mit einer bestimmten medizinischen Spezialität beraten und behandeln zu lassen. - Das ist häufig, zu häufig, aber man kann sicher eben nicht alle medizinischen Fakultäten hier ausüben, und wenn eben wirkliche Spezialisten gefragt sind, dann findet man die in den beiden Universitätskrankenhäusern der Kanarischen Inseln und genau diese Ärzte, die kommen nach La Palma. - Aber eben nicht persönlich, sondern über den Monitor und hier liegt dann der Patient auf der Liege und wird von Schwestern und Pflegern an das entsprechende Untersuchungsgerät angeschlossen und dann spricht der Arzt in Tenerife mit dem Patienten hier und wird diesen in Echtzeit eben untersuchen. - Da wir ja für das astrophysikalische Institut eh an das Hochgeschwindigkeitsnetz RedIrisNova angeschlossen sind, kann man ohne Probleme Bilder, Sprache und Daten fast gänzlich ohne Zeitverlust zwischen den Inseln hin und her schicken, da sollte es keine Probleme geben. - Die Firma Cisco hat da ihre Hände mit drin und man spricht immer wieder von einer "Pioniergeschichte" und wahrscheinlich spielen wir auf La Palma mal wieder das Versuchskaninchen, und wenn das dann klappt, dann wird man das auch in anderen Regionen anwenden wollen. - Über wie viel Geld konkret spricht da niemand, aber man verspricht eben durch die weniger Reisen einsparen zu wollen, man müsste eben mal gegenrechnen, was das kostet, und wie viele Flüge man wirklich einsparen will. - Aber auch für die Patienten ist es doch eigentlich eine gute Sache, diese Fliegerei in ein Krankenhaus auf Tenerife oder sonst wo, die nervt gewaltig und wenn es sich dann um ältere Menschen handelt, die nur schwer mobil sind, dann hilft das sicherlich, wenn man nicht mehr von der Insel runter muss. - Besonders eben wenn es sich um Nachuntersuchungen oder periodische Überprüfungen handelt, dann wäre es doch ein unverhältnismäßig großer Aufwand, wenn man deswegen auf eine andere Insel fliegen muss. - Zunächst beschränkt man sich auf die Neurologie und die Schmerzmedizin, später will man dann auch noch andere Spezialitäten hier über die Telemedizin behandeln und hier kommt auch wieder mein Einwand. - Ich fürchte dabei nämlich, dass man dann noch weniger Ärzte nach La Palma schickt und man die Fachkräfte in den beiden Universitätskliniken sammelt und hier nur noch Unfallmedizin anbieten will. - Auch hat die Telemedizin ja Grenzen, für Diagnose und Nachbehandlung ist das sicher machbar, aber die Eingriffe selbst, die werden schwerlich so durchzuführen sein, da muss man dann immer noch zum echten Arzt, und nicht zum Kollegen, der über den Monitor mit einem spricht. - Das läuft nun schon mit der Telemedizin, seit ein paar Wochen macht man das bereits, es handelt sich also nicht wie die oft dröhnend angekündigten Projekte die da hingeworfen werden, sondern die Telemedizin ist bereits Wirklichkeit geworden in unserem Krankenhaus. - Schöne Neue Welt, und nicht immer ganz genau weiß ich, ob mir das auch gefällt…

Das Magma unter unserer Nachbarinsel El Hierro scheint komplexe Verhaltensstörungen zu haben. - Heute den Tag über gab es stundenlang überhaupt keine seismischen Vorgänge mehr. - Nachdem es gestern bereits, fast möchte man sagen gespenstisch ruhig war, allerdings mit ein paar Paukenschlägen um die 4 herum geschmückt, gab es heute zwischen 05:23 Uhr und 14:08 Uhr überhaupt kein Beben mehr, welches das IGN auf seiner Ereignisliste festgehalten hat. - Das war ein Anwesenheitsnachweis von 3,2 und danach war auch wieder komplette Ruhe. - Also selbst in den Perioden mit hoher Aktivität gibt es dann erneut Phasen der Ruhe, und was danach kommt, das wissen wir nicht. - Es bleibt ja immer noch die große Frage, warum denn seit Wochen das Magma von unten auf die Kruste hämmert um sich einen Weg zu bahnen. - Diese Energie bedeutet doch, dass ein Ventil gesucht wird, um überschüssigen Druck abzubauen, aber es bedeutet doch nicht, dass durch die Beben alleine bereits Druck abgebaut wird. - Es gibt auch die Theorie, dass nun bereits eine Eruption stattfindet, weit vor der Insel in einer Tiefe, in welcher der Wasserdruck dafür sorgen würde, dass keine sichtbaren Beweise davon jemals an die Oberfläche gelangen. - Man müsste dann aber auf dem Seismogramm den "Tremor" beobachten können, das typische Bild einer Eruption, in der Gase und Magma sich wie in einem mächtigen Stoffwechselakt laut und robust ihren Weg an die Oberfläche (hier eben den Meeresboden) bahnen. - Der Vergleich ist sicher nicht besonders professionell gewählt, aber ich glaube doch mich verständlich gemacht zu haben. - Aber dafür gibt es eben auch keinen Hinweis, es bleibt also höchst spannend da einhundert Kilometer südlich von uns.



Donnerstag 04.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 5 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1010 hPa

Zurück zum Normalbetrieb
Wind weht noch, aber die ersten Flugzeuge sind gelandet

Der Wind hat deutlich nachgelassen, ist aber hier auf der Westseite noch spürbar. - Dennoch sind die beiden ersten Maschinen aus Tenerife pünktlich bei uns gelandet, die aus Gran Canaria hat eine Verspätung. - Wir dürfen also damit rechnen, dass gegen 10:00 Uhr auch die beiden Charter aus Frankfurt und die Air Berlin, welche in Gran Canaria die Nacht verbracht hatten, dann bei uns landen können. - Einen Tag Verspätung, das geht noch, da haben wir schon Schlimmeres erlebt, zuletzt im März war der Flughafen mal drei Tage zu. - Die Frage ist halt immer, was ist besser, nachts noch mit der Fähre zu uns zu kommen, oder lieber auf einer anderen Insel bleiben und dort bequem im Hotel zu schlafen. - Liegt vielleicht auch ein bisschen an der Konstitution der Gäste, meist ist das Meer ja ziemlich bewegt, denn wenn der Flughafen geschlossen ist, dann ja fast immer wegen zu viel Wind und das spürt man auf dem Meer eben auch. - Wer halt so gar nicht seetauglich ist, der wird die drei Stunden auf dem Wasser nicht genießen können und drei Stunden dauert die Überfahrt bei schlechterem Wetter allemal, denn dann kann die Schnellfähre nicht mit voller Leistung fahren. - Die Gäste kamen gestern Nacht ziemlich zermürbt gegen 22:30 Uhr am Hafen an, und manche mussten mit Schrecken feststellen, dass ihr bestellter Mietwagen nicht vorhanden war. - Das stellen wir immer wieder fest, dass manche Firmen, und das sind meist irgendwelche Agenturen, die sich im Netz an hervorragender Stelle tummeln, auf solche Änderungen nicht eingestellt sind. - Die geben ja die Reservierung nur weiter und wenn da unmotivierte Angestellte arbeiten, dann kann das gut sein, dass sich niemand darum kümmert, dass nun eben die Autos am Hafen gebraucht werden und nicht am Flughafen. - Man kann da eben immer nur warnen und den Hinweis geben, am sichersten fährt man mit Autovermietungen die hier auf der Insel ansässig sind, nicht mit den internationalen Großbetrieben oder reinen Vermittlungsagenturen, denn die reagieren meist sehr schwerfällig oder gar nicht auf außergewöhnliche Umstände. - Mag sein, dass die seriösen Autovermieter hier von der Insel nicht immer den besten Wochenpreis bieten können und ein paar Euro teurer sind, aber unserer Erfahrung nach ist es auch sehr wichtig, hier auf der Insel einen kompetenten Ansprechpartner zu haben. - Geht alles glatt, dann ist es meist kein Problem, taucht aber die kleinste Unvorhersehbarkeit auf, dann kann es schnell passieren, dass aus einem billigen Autoschnäppchen ein teures Unvergnügen wird. - So mussten gestern Abend auch wieder Gäste mit dem Taxi vom Hafen aus ihr Quartier anfahren und sich ihren, meist schon im Voraus gebuchten Wagen heute am Flughafen abholen, was nicht nur sehr teuer, sondern eben auch sehr zeitaufwendig ist. - Die hier ansässigen Autovermietungen, die bekommen ja mit was los ist und sind selbstverständlich gestern Nacht in den Hafen gekommen und haben ihre Gäste abgeholt. - So muss das sein und man sollte nicht immer nur nach dem billigsten Preis schauen, sondern sich auch mal überlegen, dass letztendlich Menschen hinter der ganzen Arbeit stehen, die da gemacht werden muss. - Die allermeisten Autovermietungen die hier ansässig ihren Dienst anbieten darf man als mindestens seriös bezeichnen, nicht nur der Partner, mit dem wir seit über 20 Jahren arbeiten. - Während ich das hier schreibe, ist auch die verspätete Maschine aus Gran Canaria bei uns gelandet, es kann also geflogen werden heute und damit ist anzunehmen, dass auch die beiden vermissten Charter heute noch am Vormittag bei uns landen können. - Für die kommenden Tage dann kein weiterer Westwind in Aussicht, das hört sich doch gut an.



Mittwoch 03.04.2013 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1010 hPa
Höchsttemperatur heute 18,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Tiempo Tijarafero
Nichts geht am Flughafen

Mit so viel Wind hatten wir nicht gerechnet, das hatte keiner vorausgesagt, und wieder mal muss man jetzt am Flughafen einsehen, dass Wind aus dem Westen immer problematisch ist. - Aus dem Nordwesten zwar nicht so schnell wie aus dem Südwesten, aber wenn es so pfeift wie heute, dann ist der Anflug für die Maschinen äußerst problematisch. - Nicht eine Maschine ist heute gelandet, weder Charter noch interinsular, und wieder hat es den Hauptankunftstag für Urlauber erwischt, den Mittwoch. - Die Gäste der Condor aus Düsseldorf sind auf Tenerife Süd gelandet und wurden jetzt bereits zum Hafen gebracht, um dann mit der Schnellfähre nach La Palma zu kommen. - Die Gäste aus Hamburg waren zunächst in Gran Canaria, dann versuchte man erneut einen Anflug auf La Palma, musste aber dann doch wieder abdrehen um dann auf Tenerife Süd zu landen. - Hier wissen wir noch nicht, ob die auch auf die Fähre kommen, oder ob man diese Gäste für heute Nacht in einem Hotel auf Tenerife unterbringt um dann morgen einen weiteren Versuch nach La Palma zu starten. - Die einzige Air Berlin heute, die ist nach Gran Canaria geflogen, und die Gäste werden dort in einem Hotel untergebracht und dann geht es morgen in der Früh weiter nach La Palma, wenn sich denn dann die Geschichte mit dem Wind gebessert hat. Dann suchen wir noch die Condor aus Frankfurt, wir nehmen an, die sind auch auf Gran Canaria gelandet, aber von denen haben wir noch keine Rückmeldung erhalten, die sind ja auch erst seit zwei Stunden hier auf dem Archipel. - Die Vorhersagen melden ein Abflauen des Windes für morgen, ob das aber reichen wird, das unken wir mal lieber nicht, denn wir haben ja auch heute sehen können, dass man eigentlich weniger Wind erwartet hätte. - "Tiempo Tijarafero" nennt man diese Wetterlage jetzt, weil eben der Wind vom Aridanetal aus gesehen genau aus der Richtung kommt und das findet immer statt, wenn ein Tief genau nördlich von uns steht, und wir gerade noch an den Südzipfel dieses Tiefs gelangen. - Die Fluggesellschaften sind natürlich bedient über solche Vorgänge, das macht uns nicht beliebter bei der Condor und der Air Berlin und es steht ja auch zu befürchten, dass man genau wegen dieser Problematik unseres Flughafens La Palma nicht als vorrangiges Ziel ansieht. - Aber es ist auch nichts zu machen dran, ein alternativer Standort wäre auch nicht besser, und sowieso, niemand könnte im Moment das Geld aufbringen, also besser gar nicht darüber diskutieren. - Eine kleine, grüne Insel im Atlantik, die den Wind auf seinem Zug stört, so sagt man das auch von uns, und manchmal stört uns der Wind, weil er uns so unerreichbar macht.

Unter der Nachbarinsel El Hierro ändert sich das Bild der seismischen Vorgänge heute erneut. - Waren es bislang Schwarmbeben, also viele Beben, schwache und starke, so hat gestern zunächst die Zahl der Beben nachgelassen und auch die Heftigkeit. - Heute nun hat die Zahl der Beben weiter deutlich nachgelassen, allerdings unterbrochen von starken Beben der Stärken 4,5 und 4,2. - Eine Erklärung hierfür wird von wissenschaftlicher Seite nicht angeboten, aber das Bild ändert sich auch ständig und wirklich weiß keiner, was denn der Hotspot unter der Insel denn so vorhat.




Das Seismogramm des heutigen Tages und unten zum Vergleich der 29. März






Mittwoch 03.04.2013 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 4 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1010 hPa

Kommt Islas Airways wieder?
"La Opinión" meldet mögliche Wiederkehr

Vor einem halben Jahr stellte die Fluggesellschaft Islas Airways (eigentlich Islas Líneas Aéreas) den Betrieb ein, nachdem man in heftige finanzielle Schwierigkeiten geraten war. - Auf der einen Seite ist die Zahl der Passagiere hier auf den Kanaren wegen der Krise stark gesunken, allerdings besteht gegen die Fluggesellschaft auch noch der Verdacht, man hätte mit den Subventionen der Rabatte für kanarische Residenten gemogelt. - Ein Konkursverfahren wurde eingeleitet und Islas Airways wurden die Gelder, mehrere Millionen Euro die man vom Ministerio de Fomento erwartet hat eingefroren, so dass man kein Geld mehr hatte den Betrieb aufrecht zu erhalten. - Nun meldet die Zeitung "La Opinión de Tenerife", einem Anwaltsbüro sei es gelungen, drei Millionen Euro aus den eingefrorenen Geldern wieder locker zu machen, so dass man noch in diesem Monat den Flugbetrieb wieder aufnehmen könnte. - Immer noch unter der Fuchtel eines Konkursverwalters, aber in dem Bericht hört sich das so an, als wäre man bereits dabei die notwendigen Genehmigung der Luftfahrtbehörden einzuholen, die man für einen erneuten Linienbetrieb benötigt. - Sechs Flugzeuge hat die Gesellschaft, wobei es beim Konkurs hieß, man hätte eines verkauft, aber insgesamt muss man sagen, dass die Informationen, welche man über das Schicksal der Islas Airways bekommen hat sehr dürftig und mit Vorsicht zu betrachten sind, da es allgemein hier üblich ist, über gesteuerte Pressemeldungen Tatsachen schaffen zu wollen. - So wird man diese Nachricht auch zunächst mit Handschuhen anfassen müssen, denn die prinzipielle Frage bleibt ja bestehen, gibt es überhaupt eine Notwendigkeit und genügend Nachfrage, dass neben der dominanten Binter-Canarias noch eine weitere Fluggesellschaft hier ihre Dienste anbietet. - Für den Markt wäre das sicher erfreulich, Konkurrenz sorgt immer dafür, dass sich kein Monopol entwickelt, allerdings haben wir ja in den letzten sechs Monaten ohne Islas Airways gesehen, dass die Binter ohne die geringsten Probleme in der Lage ist den Passagierverkehr zwischen Kanarischen Inseln alleine zu bewältigen. - Im Gegenteil, man hat trotz des Verschwinden der Konkurrenz Frequenzen gestrichen und ein Flugzeug sogar verkauft, der Rückgang der Passagierzahlen zwischen den Kanaren hat das möglich oder besser notwendig gemacht. - Sollte Islas wirklich wieder den Linienbetrieb aufnehmen, dann steigen die in einen Markt ein, der eigentlich nicht auf sie gewartet hat. - Auch ist der Ruf ja ziemlich angestoßen, wer unter der Regie eines Konkursverwalters arbeitet, der genießt nicht unbedingt die besten Referenzen. - Auf der anderen Seite könnte es auch sein, dass man die Wiederkehr eines Monopol brechenden Anbieters feiert, das wird man abwarten müssen, wie man denn auf die Rückkehr dieser Fluggesellschaft reagiert. - Ich sehe das durchaus noch skeptisch, ob man denn erfolgreich wieder in den knapper werdenden Markt der innerkanarischen Flüge einsteigen kann, wo man doch obendrein immer noch gegen den Verdacht ankämpfen muss, dass man bei den Rabatt für kanarische Residenten gemogelt hat und auch noch rechtliche Konsequenzen fürchten muss. - Gut für Passagiere wäre das Auftauchen einer Konkurrenz für Binter sicherlich, aber ob das der Markt hergibt, das wird die große Frage sein.



Dienstag 02.04.2013 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1010 hPa
Höchsttemperatur heute 18,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,1 Grad

Kurzbericht
Schwimmbad in Tazacorte, Sonne stört Bauernmarkt und Fundstück der Woche

Wie schafft es eine Gemeinde von nicht mal 5.000 Einwohnern ein öffentliches Schwimmbad zu erhalten? - Nicht ganz einfach, so heißt es auch aus der Gemeinde, aber was soll man denn machen, das Ding vergammeln lassen? - Macht man nicht, auch wenn man das Bad nicht kostendeckend betreiben kann, will man die Einrichtung doch weiter im Sommer für die Bürger und Besucher der Inseln bereit halten. - Eine gute Entscheidung finde ich, auch wenn heute keiner mehr auf die Idee kommen würde, für eine solch kleine Gemeinde ein eigens Schwimmbad zu bauen, wo doch die Nachbargemeinde, (4 Fahrminuten) ein Bad hat und der Strand auch nur weitere 5 Fahrminuten entfernt ist. - Aber es gab halt mal die Zeit hier auf der Insel, als alles möglich schien, weil da ein schneidiger Ministerpräsident sich hingestellt hat und sagte, Spanien spielt jetzt in der wirtschaftlichen und finanziellen Champions League und man dürfe sich ruhig verschulden, um alles zu haben was man wolle. - Viele haben das geglaubt, und werden heute aus ihren noch nicht ganz abbezahlten Wohnungen geschmissen und auch die Öffentliche Hand hat sich derart verschuldet, dass man Angst bekommen könnte. - Irgendwann ist jemand mal auf die Idee gekommen, dass man das auch alles wieder zurückbezahlen muss, was für ein Spielverderber… Ab heute, 14:00 bis 19:30 Uhr ist das Freibad in Tazacorte wieder offen, man findet es gleich neben dem "Centro de Salud. - Am Wochenende öffnet man von 12:30 bis 20:00 Uhr und dann gibt es auch eine Sauna und ein Jacuzzi.

Der Bauernmarkt von Los Llanos ist eine echte Erfolgsgeschichte. - Am Sonntagvormittag bieten über 20 Stände mit Obst und Gemüse lokale Produkte unter den prächtigen Lobeerbäumen der Avenida Doctor Fleming an und dieser Markt findet besten Anklang bei Einwohnern und Besuchern der Stadt. - Früher waren Sonntagvormittag in Los Llanos die Bürgersteige hochgeklappt, nur der Zeitungsladen war offen und schmerbäuchige Jogginganzugträger schlichen in den Laden um die Sportzeitung zu holen, aber jetzt brodelt dort in der Umgebung des Marktes richtig Leben am Sonntag. - Einige andere Läden machen nun am Sonntag dort auf und Cafes und Kneipen sowieso, fast könnte man meinen, nun sei am Sonntag dort mehr los als an einem Wochentag. - Auf der hinteren Seite der Avenida Doctor Fleming findet nun zeitgleich auch immer ein Kunsthandwerksmarkt statt, da dünnt sich zwar die Besucherzahl etwas aus, aber auch die profitieren von dem Magnet, Mercadillo de Agricultor in Los Llanos. - Die Lorbeerbäume musste nun aber beschnitten werden, das muss man so etwa alle 10 Jahre machen und nun wird man ein paar Wochen mit den Ständen in der Sonne stehen. - Das nimmt die Opposition, in dem Fall die Coalición Canaria zum Anlass sich zu beklagen, man könne doch die Verkäufer und die Ware nicht drei oder vier Stunden am Sonntag in der Sonne stehen lassen, man hätte da Vorsorge treffen müssen und sich irgendwas ausdenken, damit die Stände im Schatten stehen können. - Hätte man machen können, man kann sicherlich auch noch jemanden hinstellen welcher die Äpfel schält oder die Kartoffeln wäscht, aber man sollte doch die Kirche an der Plaza lassen. - Es ist den Standbetreibern durchaus zuzumuten, sich einen Sonnenschirm zu besorgen und die zarte Haut und das Gemüse darunter zu schieben. - Wenn Oppositionsarbeit so aussieht, dann will ich auch Opposition sein…

Oft fragt man sich ja, was ist das beste Mitbringsel von der Insel. - Die Fluggesellschaften haben da grob eingegriffen in den letzten Jahren, einmal wegen der viel strengeren Regeln um das Gewicht der Koffer und in Handgepäck darf man ja keine Flüssigkeiten mehr mitnehmen, so dass die Flasche Wein so ziemlich deutlich vom Mitbringseltisch verbannt wurde. - Das Salz ist natürlich weiter ein Renner, besonders das Flor de Sal, dann die Süßigkeiten der Insel die Zigarren, wenn auch weniger werdend, weil eben immer mehr Leute mit dem Rauchen aufhören. - Mojo ist eigentlich Pflicht, da gibt es auch schöne kleine Geschenkpackungen und dann hat sich der Lavaschmuck auch immer weiter durchgesetzt, weil eben hier das Gewichtsproblem keine Rolle spielt. - Textilien sind auch im Kommen, besonders T-shirts mit La Palma Bezug, davon gibt es in vielen Läden schon mitunter auch lustige Sachen. - Jetzt gibt es auch noch Tassen, in guter, deutscher Milchkaffeegröße, mit Motiven La Palmas zu kaufen. - Mit den "Indianos", Aquarelle von Bruno Brandt, mit Abbildungen von archäologischen Funden und weiteren Motiven, die eben starken Bezug zu La Palma haben. - Ich könnte mir gut vorstellen, dass man aus diesen Tassen nach dem Urlaub sich so manchen Sehnsuchtskaffee einschenken kann und Schluck für Schluck wieder ein bisschen auf die Insel kommt. - Kaufen kann man die in Santa Cruz im Inselmuseum und in der Casa Salazar und in Los Llanos im archäologischen Museum. - Mein Fundstück der Woche und meinen Morgenkaffee, den schenken mir zukünftig die Indianos ein.





Dienstag 02.04.2013 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1011 hPa

Asphalt und die Politik
Felipe Campos, der Anwalt der Bürgerplattform greift Politiker an

Mit Erstaunen bis Verwunderung haben wir in der letzten Wochen lesen müssen, dass es nun wieder gegen zwei Asphaltwerke in Wohngebieten geht, und nicht mehr gegen das Eine, welches bereits fertig zum Betrieb ist. - Verwundert deshalb, weil wir zunächst alle davon ausgegangen sind, dass der zweite Betreiber seinen Antrag erst gestellt hat, nachdem der neue Flächennutzungsplan für Los Llanos bereits Gültigkeit hatte und in diesem Plan ausdrücklich der Betrieb solcher Analgen im Callejón de la Gata nicht erlaubt sind. - Wir haben uns da wohl getäuscht, sowohl die Gemeinde Los Llanos, wie auch das Cabildo Insular haben die Anträge des zweiten Betreibers durchgewunken und das stößt nun viele Menschen hier wirklich vor den Kopf. - Vor lauter Fragezeichen über das weitere Vorgehen findet nun der Anwalt der Bürgerplattform gegen die Asphaltwerke im Aridanetal Worte und die sind angefüllt mit Verbitterung und Ärger über die Politiker, auf lokaler, insularer aber auch auf der Ebene des Gobierno de Canarias. - Wir müssen uns nicht lange mit der Coalición Canaria aufhalten, da wissen wir ja, dass dieser Lobbyistenverein auch Rennstrecken im Weltbiosphärenreservat zulassen würde, immer wenn die Richtigen daran mitverdienen, da müssen wir uns nicht wundern, dass von dort kein Versuch unternommen wird, solch einen Wahnsinn zu beenden. - Anders sieht es da bei der Bürgermeisterin der Stadt Los Llanos aus, Noelia García, von der man sicherlich behaupten kann, dass die nur Bürgermeisterin geworden ist, weil sie ein paar Tage vor den Wahlen im Mai 2011 schriftlich niedergelegt hat, dass sie alles unternehmen würde, damit es keinen Betrieb eines Asphaltwerkes im Aridanetal geben wird. - Wir haben wiederholt mitbekommen, dass sie dieses Versprechen nicht gehalten hat, und sich mindestens passiv verhält, nicht aber aktiv gegen den Betrieb arbeitet. - Das hebt der Anwalt in seiner Presseerklärung mehrfach hervor und hat damit sicherlich Recht, und es verwundert dann schon, dass der Chef der palmerischen Partido Popular, und Mann mit hervorragenden Verbindungen zur nationalen PP, Asier Antona sich bereits öffentlich dazu äußerte und sich klar gegen den Betrieb des Asphaltwerkes im Aridanetal ausgesprochen hat. - Auch weist Felipe Campos darauf hin, dass es doch ein Gerichtsurteil gebe, in dem klar steht, der Betrieb des Asphaltwerkes dort darf nicht sein, weil die Abstände zu den anliegenden Wohngebieten zu klein sind und er sich deswegen extrem wundert wie es möglich sein kann, dass man dennoch die Papiere für ein zweites Asphaltwerk dort unterzeichnet. - Dabei rückt nun Felipe Campos sehr richtig auch noch zwei Politiker der PSC/PSOE in den Mittelpunkt, den Vizepräsidenten des Cabildo Insular, Anselmo Pestana, und Paquita Luengo, die Rätin für Industrie im Gobierno de Canarias ist, und deren Abteilung sehr wohl darüber zu befinden hat, welche Papiere denn da durchgewunken werden oder nicht. - Und in beiden Korporationen befinden sich die Räte der PSC/PSOE in einem unsäglichen Pakt mit der Coalición Canaria und werden sich wohl aus Rücksicht auf die Gesundheit dieses Paktes nicht robust gegen den Betrieb der Asphaltwerke stellen. - So müssen wir erneut feststellen, dass die Politik bei uns in vielen Fällen nicht Lösungen bietet, sondern großer Teil des Problems ist und hier langsam niemand mehr weiß, wen man denn eigentlich noch wählen soll.



Montag 01.04.2013 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1011 hPa
Höchsttemperatur heute 22,5 Grad - niedrigste Temperatur 14,9 Grad

Kurzgeschichten
Bekloppter will Kirche anzünden, Staatsanwalt hört neue Zeugen und El Hierro kann gewinnen

Zum ersten April habe ich mich ja bereits ausgetobt, die folgenden Geschichten sind also echt, auch wenn man die erste wohl gar nicht so richtig glauben will. - Heute morgen gegen 07:00 Uhr hat ein offensichtlich geistige Verwirrter Mensch die Kirche Matriz de El Salvador in unserer Hauptstadt anzuzünden versucht. - Er goss eine brennbare Flüssigkeit an die große, hölzerne Eingangstür und zündete diese an. - Passanten riefen sofort nach der Feuerwehr und die konnten auch verhindern, dass das Feuer auf das Innere der Kirche übergriff, so dass nun lediglich ein Sachschaden entstanden ist, der sich aber laut der Restaurateurin des Cabildo Insulares sogar wieder beheben lassen wird. - Die Holztür muss abgeschliffen werden und neu versiegelt und am Marmor des Bodens an der Tür wird aber ein Fleck übrig bleiben. - Der Mann, ein Immigrant aus Rumänien übrigens, soll den Pfarrer der Kirche bereits seit über einer Woche bedrängt haben, die Welt ginge unter und man müsse etwas unternehmen. - So heißt es zumindest aus den Presseberichten, aber was nun der Durchgeknallte wirklich wollte, in dem er versucht die Kirche anzuzünden, das wird wohl dann eher ein Psychologe ergründen müssen. - Die Frage wird nun gleich diskutiert, was passiert denn nun mit dem Brandstifter, denn es ist doch davon auszugehen, dass er es wieder versuchen wird, sobald er auf freiem Fuß ist. - Und wenn der das um 03:00 Uhr nachts versucht hätte und keine Passanten Schlimmeres verhindert hätten, dann wäre die älteste Pfarrkirche dieser Insel abgebrannt.

Das Heim für geistig behinderte Menschen in Los Llanos war ja in Misskredit geraten, nachdem ehemalige Mitarbeiter und Eltern von Insassen dem nun Ex-Direktor des Zentrums Misshandlungen vorgeworfen haben. - Das Cabildo Insular fertigte einen ausführlichen Bericht über die Vorgänge aus Sicht der Zeugen an und wandte sich damit an die Staatanwaltschaft und wartet nun ab, ob die ein Verfahren wegen des Verdachts auf Misshandlungen einleiten wird. - Da die Geschichte allerdings an die Öffentlichkeit gekommen ist, hat man den beschuldigten Direktor aber gleich entlassen und nun steht dem Heim ein Jurist der Inselregierung vor, welcher bereits Erfahrung im Leiten von Heimen hat. - Die Führung des Heimes lag nicht in der Hand des Cabildo Insulares, sondern man hatte das an eine private Firma übertragen. - Diese Firma will übrigens gegen die Entscheidung Klage einreichen, die sind der Meinung, das sei alles korrekt abgelaufen. - Die Staatsanwaltschaft gibt sich mit den bislang gehörten Zeugen auch noch nicht ganz zufrieden, man will noch mehr Angehörige und auch weitere Mitarbeiter hören, um ein kompletteres Bild der Vorgänge zu gewinnen. - Bislang wurde also noch kein Verfahren eröffnet, es wird noch weiter ermittelt werden und das unter größtem Druck, da die Bevölkerung der Insel natürlich sehr an dem Fall interessiert ist. - Riesiges Medieninteresse herrscht bei dem Fall, bei dem ich mal vermute, dass wir nie die ganz genaue Wahrheit kennenlernen werden.

El Hierro hat keine gute Zeit im Moment, auch wenn der heutige Tag von den seismischen Ereignissen her eher ruhig verlaufen ist. - Ein paar Beben über 3, aber keine Klopper mehr über der Marke von 4 und in den letzten paar Stunden war es sogar sehr ruhig. - Aber das kennt man ja schon, da wechseln sich Phasen heftiger Aktivität mit eher ruhigen Perioden ab und keiner kann so richtig sagen, wann es wieder losgeht. - Seit dem Juli 2011 hat El Hierro mit dem rührigen Magma unter der Insel zu tun, und leidet auch touristisch sehr unter der immer wieder auftauchenden Bedrohung, wenn die Leute was von "Vulkanausbruch" hören. - Auf La Palma hatte man nach dem Ausbruch des Teneguía im Jahr 1972 ja wenigstens eine Trophäe vorzuzeigen, und heute ist das ein richtiger Publikumsmagnet, aber El Hierro hat noch keine verwertbare "Gegenleistung" vom Vulkan erhalten. - Das kann sich ändern, mit Ihrer Hilfe sogar. - Ein Bild der Nasa zeigt die Südspitze der Insel El Hierro von oben und den grünen Fleck im Wasser, welches von den Ausgasungen der Eruption vor der Südküste stammt. - Dieses Bild ist nun Finalist im Kampf um das Bild des Jahres von dieser Erde und muss sich nun nur noch gegen ein Bild eines Eisaufbruchs in Island durchsetzen. - Die Betrachter können ihre Stimme abgeben bei der Nasa, man muss nur markieren und einmal klicken, und schon können Sie dafür sorgen, dass unsere kleine Nachbarinsel El Hierro wenigstens irgendetwas Positives aus der nun bereits lange anhaltenden vulkanischen Krise ziehen kann. - Das Bild dieser Erde des Jahres, das wäre doch sicher ein kleiner Lichtblick und könnte der Insel helfen, den völlig zu unrecht ramponierten Ruf aufzupäppeln. - HIER geht es zur Abstimmung!



Montag 01.04.2013 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1010 hPa

Strukturwandel auf schnellen Rädern
Die großen Zusammenhänge werden klar

Wie man auf einer solch kleinen Insel wie der unseren einen Strukturwandel hinbekommt, darüber haben wir uns schon seit geraumer Zeit nicht nur einen Kopf zerbrochen. - Eines der Hauptprobleme dabei ist auch, dass man nicht nur gute Ideen braucht, sondern auch noch eine ganze Menge Geld in die Hand nehmen muss, Geld, welches im Augenblick der Krise einfach nicht vorhanden scheint. - Die berühmte Öffentliche Hand ist vertrocknet, im Gegenteil, steigen doch sogar Steuern und Abgaben, dort ist also nichts zu holen. - So sucht man immer wieder verzweifelt nach dem berühmten privaten Investor, allerdings haben wir da in den vergangenen Jahren auch nicht wirklich Glück gehabt, oder aber wie haben uns so blöd angestellt, wie in dem Fall mit der Photovoltaikanlage bei La Punta, dass der Investor sich mit Grausen wieder abgewandt hat. - Nun aber verdichten sich die Hinweise, dass ein "alter Bekannter" nämlich Hamad bin Chalifa Al Thani, das Staatoberhaupt des Emirats Katar nun doch wieder groß auf La Palma investieren will. - Er war bereits vor Jahren mit seiner Jacht hier auf der Insel, zum "Thunfischangeln" wie es offiziell geheißen hatte, aber aus äußerst verschwiegenen wie gut informierten Kreisen wissen wir genau, dass es um sehr große Investitionen hier auf La Palma ging. - Einige davon kennen wir bereits, so wie das Luxushotel unterhalb Puntallanas, sowie die immer wieder auftauchenden Golfplatzpläne. - Das neueste Kind, aber wohl auch das, welches am schnellsten verwirklicht werden wird, das ist der "Aridane-Speedway", eine Formel Eins taugliche Rennstrecke zwischen Los Llanos und El Paso und nun wird uns auch allen klar, warum man so viel Gelände frei gehalten hat, unterhalb der Hauptstraße bei Vista Alegre und warum auch das große Schild nun weg ist, auf dem man ein riesiges Grundstück für touristische Nutzung angeboten hat. - Man muss halt auch immer auf die größeren Zusammenhänge achten, und so vieles, was wir eher dem Zufall oder der schlechten Planung unserer Politiker zugeschrieben haben, taucht nun in völlig neuem Licht wieder als sinnvolle Frühplanung auf. - Die so polemisch angegangene Autobahn ist dabei ein wichtiger Zubringer für den "Aridane-Speedway", genau so wie der Hafen von Tazacorte logistisches Rückgrat für die Anbindung der Sportstätte sein wird. - Dabei fällt uns natürlich auf, dass die Umgehungsstraße von Tazacorte nicht fertig gestellt wird, ein ziemliches Manko für den internationalen Betrieb der Rennstrecke und auf politischer Seite hofft man wohl nun, dass die fehlenden Gelder dafür aus dem Mittleren Osten herangeschafft werden. - Da wird man allerdings sehr vorsichtig sein müssen, denn letztendlich will ja auch Hamad bin Chalifa Al Thani seine Investitionen eines Tages wieder verfügbar haben und man sollte sich das nicht durch kleinliche Geldforderungen gefährden. - Nachhaltigkeit ist hier auch angesagt, Arbeitsplätze müssen entstehen und die Investitionen sollen in lebendig funktionierende Analgen eingehen, und nicht auf zypriotisch anmutenden Konten vor sich hinwelken. - 5,3 Kilometer lang wird die Rennstrecke werden, eine der längsten im Formel-Eins-Zirkus, entworfen von einem deutschen Ingenieursbüro, welches auch schon bei den Rennstrecken in Valencia und Malaysia mitgeplant hat. - Dabei betont man vor allen Dingen, dass man durch Steigungen und Abfahrten eine besonders fordernde Strecke baut, eine "Fahrerstrecke" wie es heißt, für uns kein wirkliches Wunder, geht es doch bei uns kaum geradeaus, sondern immer rauf und runter. - Zunächst hat man sich ja gewundert, warum der Emir diese Rennstrecke nicht in seinem eigenen Land erbauen will, aber es gibt ja bereits die Formel-Eins Strecke in Bahrain, den "Bahrain International Circuit" und so sah man kaum Chancen, dass in Katar selbst auch Rennen ausgetragen werden. - Auch werden Hamad bin Chalifa Al Thani seine allerbesten Beziehungen zu Bernie Ecclestone sicher geholfen haben, denn es ist ja nicht selbstverständlich, dass man sich heute noch im hart umkämpften Markt der internationalen Rennstrecken durchsetzen kann. - Wir müssen aber vorsichtig sein mit der Aussage ab wann die Rennstrecke für die Benutzung zur Verfügung steht, denn einen "BER-Horror" wollen wir uns hier nicht einfangen, so sollten wir also vernünftigerweise das Jahr 2016 im Auge haben und nicht bereits 2015, wie man bereits in zu vorlauten Träumergeschichten hören konnte. - Hamad bin Chalifa Al Thani wird selbst kaum auf La Palma in Erscheinung treten, dafür wurde eine Holding gegründet, die "TMEG", die Taburiente Masiv Enviroment Group, mit klangvollen Namen der internationalen Finanzwelt aber auch der Automobilindustrie im Aufsichtsrat. - Daimler-Benz ist hier genau so vertreten wie Porsche und Audi, denn diese Rennstrecke soll ja nicht nur für das eine Formel-Eins-Rennen im Jahr dienen, sondern auch andere Rennserien sollen dort fahren, wie auch die bereits oben genannten Firmen angekündigt haben, den "Aridane-Speedway" für Test und Entwicklungsarbeiten nutzen zu wollen. - Eine Menge an Arbeitsplätzen wird dort entstehen und wenn wir uns mal genauer umsehen, dann ergeben plötzlich Planungen und Projekte einen trefflichen Sinn, von denen man vorher glaubte, sie seien ein Witz oder kompletter Irrsinn oder gar Vorhaben aus Tausend und einer Nacht. - Der Fracht- und Fährhafen von Tazacorte macht dann als logistischer Mittelpunkt Sinn, genau so wie die Weltbiosphärenreservatsautobahn, und die vielen Jachthäfen, die man überall auf der Insel bauen will, die Golfplätze und die Hotels. - Das braucht man dann ja alles, wenn La Palma damit auf einer Stufe mit Valencia, Monza und Monaco steht, man kann die Besucher und neuen Bewohner ja dann nicht mehr mit Wanderungen oder archäologischen Museen abspeisen. - Schließlich sogar die beiden Asphaltwerke, die man eben praktisch nah dann an der Rennstrecke und auch für den Bau der Schnellstraße von Santa Cruz nach Tazacorte braucht. - Da müssen wir uns alle aber auch mal an die eigene Nase fassen mit unserem kleingeistigen Getue, wir haben das Große einfach nicht erkannt, sondern dachten, die planen und projektieren einen Haufen Müll zusammen, in Wirklichkeit aber bastelt man uns mit Hilfe eines Emirs doch einen ausgewachsenen Strukturwandel zusammen und wenn Vettel und Alonso hier erst mal ihre Runden drehen, spätestens dann ist diese Insel im richtigen Jahrhundert angekommen.




Der neue Flächennutzungsplan El Pasos zeigt ganz genau, wo der "Aridane-Speedway" hinkommt







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La Palma, Islas Canarias, Spanien
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