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Nachrichtenarchiv April 2004


Freitag 30.04.04 17:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 66%, Luftdruck 1014 hPa fallend

Mit hartem Regelwerk gegen den Preisverfall bei den Bananen

Der Präsident der „Asociación de Productores de Plátanos de Canarias“ (Asprocan), Manuel Lorenzo hat sich positiv zu einem neuen Regelwerk geäußert, welches rigorose Strafen vorsieht, wenn Kooperativen sich nicht an die vorgegebenen Mengen halten. Man will damit die saisonal auftretenden Überproduktionen verhindern die einen dramatischen Preisverfall auslösen können. Vor allem im Sommer steigt der höheren Temperaturen wegen der Ertrag, der Absatz aber sinkt. Oft kann man sich dann nur noch damit behelfen 20 oder 30% der Bananen überhaupt nicht mehr in den Verkauf zu bringen, oder als Tierfutter zu verwenden.

Die „Asprocan“ gibt nun wöchentliche Studien heraus in denen die zukünftigen Mengen genannt werden und welche Organisation wie viele Bananen auf den Markt bringen darf. Dabei gibt es einen Strafkatalog von bis zu einem Euro pro Kilo für die Kooperative welche mehr als vereinbart zur Verladung bringt. Das Gegenteil kann auch sein, produziert man zu wenig, oder die falschen Qualitäten, dann müssen fünf Cent für die fehlenden Kilo berappt werden. Es bleibt abzuwarten, ob die harten Maßnahmen den gewünschten Erfolg bringen. Eine marktorientierte Produktion wird seit jeher gefordert, aber die freiwilligen Selbstkontrollen haben bislang nichts gebracht. Noch interessanter wäre natürlich eine Öffnung neuer Märkte und man müsste nur noch Strafen für zu wenig Produktion bezahlen. Leider haben wir außer den Polen (siehe 12.4.) bislang noch niemand weiter für die besten Bananen der Welt begeistern können.



Freitag 30.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 68%, Luftdruck 1017 hPa stabil

Beste Noten vom ADAC für den Straßentunnel unter der Cumbre Nueva

Jedes Jahr macht der ADAC Sicherheitsuntersuchungen bei einer großen Anzahl europäischer Straßentunnels und dieses Mal war auch unser Tunnel im Visier der Prüfer. 27 Tunnels in ganz Europa waren im Test und der zweispurige Tunnel der von der West auf die Ostseite der Insel führt, hat mit Platz drei hinter zwei deutschen Tunnels noch einen hervorragenden Podestplatz erreicht. Unser Tunnel ist 2.700 Meter lang und noch nicht mal ein Jahr in Betrieb, im Durchschnitt nutzen täglich 2.500 Fahrzeuge diesen Weg um auf die Ostseite der Insel zu gelangen.

Die Studie würdigt eine ganze Reihe von Sicherheitsmaßnahmen, die Dank moderner Technik in dem Tunnel vorhanden ist. Unter anderem gibt es Videokameras alle 100 Meter, genau so wie Telefone und Feuerlöscher. Alle 300 Meter gibt es Halteplätze mit Fluchträumen die über ein unabhängiges Ventilationssystem verfügen. Der Clou, auch im Tunnel kann man Radio hören und die 24 Stunden besetzte Kontrollstation kann sich per Knopfdruck in das Radioprogramm einschalten und so direkt Hinweise an die Autofahrer geben. Dass unser Tunnel nur 90 von möglichen hundert Punkten erhalten hat liegt daran, dass er auch für Gefahrguttransporte offen steht und die hiesige Feuerwehr keine spezifische Ausbildung erhalten hat für eine Brandbekämpfung im Tunnel. Ich finde es nett von den Tunnelprüfern des ADAC, dass sie nur den neuen Tunnel geprüft haben und nicht unsere alte Straßenröhre die weiterhin nun zweispurig von Ost nach West führt. Wir hätten uns dann gleich zweimal in die Liste des ADAC eintragen können, einmal ganz oben und einmal ganz unten.



Donnerstag 29.04.04 17:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Zu viel importiertes Obst und Gemüse auf La Palma

Die Federación Canaria de Municipios, kurz „Fecam“ genannt, beklagt den hohen Anteil an importierten landwirtschaftlichen Produkten. Dadurch würden die ländlichen Gemeinden weiter geschwächt und viele Familien verlören einen großen Teil ihres Einkommens. Dabei ist ein großer Teil der Probleme hausgemacht, es ist gar nicht leicht, hiesiges Obst und Gemüse zu kaufen. Auch auf La Palma haben in den letzten Jahren große Supermärkte eröffnet, die nur nach Preis und nicht nach Herkunft ihre Waren beziehen. Einzige Ausnahme dabei sind die Läden der Handelskette „Spar“, deren Betreiber Tomas Barretto sich immer bemüht, hiesige Produkte bevorzugt einzukaufen. Das gelingt allerdings auch nicht immer, das Angebot ist jahreszeitlich sehr schwankend und halt einfach nicht permanent verfügbar.

Die Bauernmärkte auf denen Produkte der Umgebung angeboten werden können dem landwirtschaftlichen Sektor auch kaum helfen. Diese sind nur an den Wochenenden geöffnet und bedienen bevorzugt Ausflugspublikum, für den täglichen Einkauf haben sich diese Märkte nicht bewährt. So muss man wirklich suchen und einfach mal die Bequemlichkeit eines großen Supermarktes gegen den Charme eines Tante Emma Ladens hergeben. Da ist man zwar auch nicht immer sicher, dass das Obst und Gemüse von hier ist, aber man kann wenigstens fragen und erhält eine Antwort anstatt eines Schulterzuckens wie im Supermarkt. Was uns bislang erspart geblieben ist, das sind die Billigbananen aus Südamerika. So weit reicht dann der Mut der Supermärkte doch nicht. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja Aldi (siehe Nachricht von vorgestern) und beglückt uns mit großen unreifen Bananen, einfach weil diese billiger sind.



Donnerstag 29.04.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 69%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Auf der Suche nach den Ureinwohnern

Jorge Pais, Beauftragter der Abteilung Patrimonio Histórico (geschichtliches Erbe) in der Inselregierung legt seinen ersten Zwischenbericht über die Suche nach Fundstätten der Ureinwohner La Palmas vor. Eine bis ins Jahr 2010 angelegte Kampagne soll dazu dienen, alle auf der Insel befindlichen Fundstätten aufzuspüren und zu katalogisieren. Seit zwei Jahren suchen die Archäologen nun im Nordwesten der Insel und haben bislang an die 100 neue Spuren der Ureinwohner der Insel entdeckt. Insgesamt schätzt man die Zahl der Fundstätten auf La Palma auf über 3.000. Noch ranken sich viele Sagen um die so unbekannten Benahoaritas, so richtig weiß keiner wo diese herkamen aber vieles deutet auf einen nordafrikanischen Ursprung und eine Verwandtschaft mit den Berbern.

Jorge Pais würde nun am allerliebsten alle Fundstätten vor dem Zugriff der Neuzeit schützen, aber das ist unmöglich. Vor allem das Geld spielt eine große Rolle wenn es um den Erhalt prähistorischer Schätze geht. Die Inselregierung hat sich nun entschlossen, drei weitere große Fundstätten Geld locker zu machen. Einerseits soll die Erhaltung der entdeckten Wohnstätten gesichert werden, aber man will diese auch den Menschen von heute zugänglich machen. Vorbilder gibt es dafür bereits reichlich auf der Insel, La Zarza und La Zarcita bei Garafia, La Fajana in El Paso und die Höhlen von Belmaco bei Mazo sind häufig frequentierte Ziele für interessierte Besucher der Insel.



Mittwoch 28.04.04 20:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Kolchose "Flotte Motte"

Angestachelt von dem eigenen Bericht über die Seidenraupenzucht in El Paso (26.4.) haben wir uns heute mit Eiern von kolumbianischen Seidenraupen eingedeckt und wollen nun selber mal in eine 500 Jahre alte Tradition der Insel reinschnuppern. Unser Nachbar hat uns die Erlaubnis erteilt von seinem Maulbeerbaum Blätter zu ernten und die Kinder können es kaum abwarten, bis die Eier die ersten Raupen freigeben. Die Gemeinde El Paso verteilt unentgeltlich Eier der Seidenraupen um noch mehr Leute zu animieren, diesen Zweig des palmerischen Kunsthandwerkes wieder aus der Ecke der geträumten Nostalgie zu befreien.

Liest man sich ein bisschen in die Geschichte der Seide ein, dann gerät man schnell in diese Affinität zu einem dermaßen edlen Produkt, für welches in früheren Jahrhunderten Königreiche gefallen sind. Weiß man darüber hinaus auch noch, dass La Palma der einzige Ort Europas ist, wo heute noch Seide von der Raupe bis zur fertigen Krawatte erzeugt wird, dann ist es fast erste Bürgerpflicht, ein paar hässliche weiße Raupen im Haus zu haben. Unsere Kinder (wir auch) finden das so spannend, dass nun in den nächsten Tagen das Projekt Kolchose "Flotte Motte" entsteht und wir hoffen wöchentlich über den Fortschritt unserer Seidenraupenzucht in Wort und Bild berichten zu können.



Mittwoch 28.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Willkommener Wasserdieb

Eine kleine Kostprobe seiner Schnelligkeit konnte der Löschhubschrauber der „GIE“ (Grupo de Intervención de Emergencias) abgeben. Ein Feuer wurde in der Caldera gemeldet und sofort der Hubschrauber angefordert. Dieser flog vom Flughafen nach Los Llanos um dort den Wassersack, hier „bambi“ genannt, vom Heliport aufzunehmen. Damit flog der Hubschrauber weiter zum großen Wasserspeicher von Dos Pinos und nur wenige Minuten später war das Feuer in der Caldera gelöscht. Das macht Mut für die Sommersaison, in der wir nichts so sehr fürchten wie die Waldbrände. Schnelligkeit ist der wichtigste Faktor im Kampf gegen Flächenbrände, um diese noch vor der Ausbreitung zu ersticken. Früher hat man auf La Palma Wasserdiebe fast gelyncht, dieser moderne Wasserdieb ist uns aber herzlich willkommen.



Dienstag 27.04.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1014 hPa stabil

Gerüchteküche

Was hier schon alles an Gerüchten unterwegs war, das würde große Bände füllen und viel weiteren Stoff für Bücher nach der Art „Die Spinne in der Yuccapalme“ bieten. Dabei lässt sich auch nicht unterscheiden zwischen den Palmeros und deutschen Residenten, bei beiden Volksgruppen scheint die Liebe zur fiktiven Wahrheit gleich groß zu sein, nur manchmal mit unterschiedlichen Themen. Die meisten Gerüchte sind so abstrus, dass es sich eigentlich nicht mal lohnt darüber nachzudenken, es sei denn man hat gerade Muße und eh nichts anderes zu tun. Dann gibt es auch noch beliebte Quellgebiete der erdachten Wahrheit und jeder hier weiß ganz genau, wen und wo er fragen muss, um gründlich in die Irre geführt zu werden. Namen gibt es an dieser Stelle natürlich nicht, ich muss ja den Leuten morgen schon wieder in die Augen sehen können.

Nun hält sich ein Gerücht so beharrlich und kommt aus Quellen die eigentlich weniger zur Phantasie neigen als die berüchtigten Wissensknotenpunkte der Halbwahrheiten. Man sagt, Aldi kommt nach La Palma, genauer gesagt nach El Paso. Ich habe das zuerst völlig abgelacht und sofort wieder aus meinem brüchigen Kurzzeitgedächtnis gelöscht, aber nun höre ich es immer wieder und dann fängt man schon an, sich darüber Gedanken zu machen. Aldi auf La Palma, wissen die denn nicht wie Wenige wir sind? Oder soll La Palma wieder mal für einen Feldversuch herhalten, bevor Aldi die kanarischen Inseln beglücken will. Ich weiß es nicht, aber mir fehlt Aldi sicherlich nicht. Die „Geiz ist geil“ Welle aus Deutschland ist mir unbehaglich, weil dabei viel zu oft der Respekt vor einer Dienstleistung oder einem Produkt verloren geht. Ich wollte Sie einfach mal an einem aktuellen Gerücht teilhaben lassen und wer weiß, vielleicht können ja Ricardo und Pepe sich bald einen Hering in Gelee „vom Aldi“ holen, die Beiden haben sicher schon ihr Leben lang davon geträumt.



Dienstag 27.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Caldera Rundweg bleibt weiter gesperrt

Seit gut einer Woche ist einer der schönsten Wanderwege der Insel nicht passierbar, die Nationalparkverwaltung hat sich dazu entschlossen die Sperrung zwischen „Dos Aguas“ und dem Zeltplatz aufrecht zu erhalten. Es droht dort Steinschlag, eine große Kiefer oberhalb des Wanderweges ist umgestürzt, aber nicht ganz gefallen. Nun hängt diese noch an ihrem Wurzelballen und hat rings um sich das Gestein gelockert. Die Hoffnung, der Baumriese fällt von selbst runter hat sich bislang nicht erfüllt und die Arbeiter des Nationalparks kommen nicht an den Baum heran, da dieser an einer völlig unzugänglichen Stelle liegt. Nun erwägt man den Einsatz des Hubschraubers, um aus der Luft an den sterbenden Baum heranzukommen.

Man kann die Caldera trotzdem besuchen, aber der große Rundweg von Los Brecitos über den Zeltplatz hinunter in das Flussbett, bleibt weiter gesperrt. Es ist eine der beliebtesten Touren auf der Insel, man fährt mit dem eigenen PKW über Los Llanos in die Caldera. Unten am Parkplatz stehen geländegängige Kleinbusse bereit, die einen für ein paar Euro hoch nach Los Brecitos fahren. Von dort aus läuft man über den Campingplatz, den Farbenwasserfall und vorbei an Dos Aguas zurück zum eigenen Auto. Die Tour dauert etwa 7 Stunden und liefert einen umfassenden Eindruck über die Caldera und den Nationalpark. Als kleine Alternative bleibt im Moment nur eine Wanderung im Flussbett nach Dos Aguas. Man lässt sein Auto auch wieder am Parkplatz in der Caldera stehen und wandert einfach das Flussbett nach oben, so lange es einem Spaß macht oder man an die abgesperrte Stelle gelangt. Diese abgespeckte Caldera-Tour ist auch wunderschön und mit einem ordentlichen Picknick im Rucksack kann man locker einen ganzen Tag dort verbringen.



Montag 26.04.04 17:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 76%, Luftdruck 1015 hPa stabil

Auf Wiedersehen, kleine Große Frau


soni

Heute mussten wir von Soni Mayer Abschied nehmen, die uns mit gerade 62 Jahren verlassen hat. Viele Leute kamen zur Beerdigung und nette Freunde versuchten mit einer sehr angenehmen Rede die Trauer erträglicher zu machen. Wir können den Angehörigen nur Nähe zeigen, viel mehr steht nicht in unserer Macht. Obwohl Soni zwei Köpfe kleiner war als ich, musste ich dennoch immer aufsehen zu ihr, wenn Sie mir gerade mal wieder den Kopf gerade gerückt hat. Weil sie so viel über die Menschen wusste, liebte sie die Tiere über alles. Ich habe selten vor einem Menschen so viel ehrlichen Respekt empfunden. Mut, Zivilcourage, Kraft und eine aufrechte Portion Frechheit, da wo diese angebracht war. Manch einer ging ihr lieber aus dem Weg und der wusste auch warum. Ich hoffe wir können alle ein bisschen von ihrem Mut und ihrer Aufrichtigkeit in uns behalten, das sind wir ihr schuldig. Ich ziehe meinen Hut vor der kleinen Großen Frau.



Montag 26.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 76%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Mehr Seidenraupen für El Paso

In El Paso befindet sich das einzige Seidenmuseum der Insel mit einer integrierten Werkstatt in der nach traditioneller Art und Weise aus Rohseide Stoffe hergestellt werden. Die Seidenherstellung hat eine große Vergangenheit in El Paso, seit dem 16. Jahrhundert werden dort viele hübsche Dinge aus dem edlen Material gesponnen. Diese Tradition wäre fast verschwunden, so wie viele andere auch, aber der Gemeinde El Paso ist es gelungen mit dem Museum und der Seidenwerkstatt dieses Kunsthandwerk vor dem endgültigen Untergang zu retten. Inzwischen konnte man auch wieder Jugendliche für dieses Kulturerbe gewinnen, die sich heute ein Zubrot mit der Herstellung von Stoffen verdienen.

Was noch nicht ganz klappt, ist die Versorgung mit Rohseide. Früher hatten viele Familien ein paar Kisten zu Hause, wo auf einem Bett von Maulbeerblättern Heerscharen von Seidenraupen so lange gefüttert wurden, bis diese sich in den begehrten Kokon einsponnen. Die Gemeinde El Paso verteilt nun an Interessierte Eier der Seidenraupen um den gesamten Prozess der Seidengewinnung und Verarbeitung abzudecken. Bislang kauft man den Großteil der Rohseide, die in der Werkstatt verarbeitet wird, im Ausland. Futter für die Seidenraupen gibt es reichlich auf La Palma. Die Blätter des Maulbeerbaumes sind die einzige Nahrung, welche die Seidenraupe zu sich nimmt und an Maulbeerbäumen herrscht in der Umgebung von El Paso kein Mangel.



Sonntag 25.04.04 18:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73%, Luftdruck 1015 hPa stabil

Symphonie für 3 Kettensägen und Laubsauger in Sonntags-Dur

Wir leben in einer beschaulichen Ecke der Insel und haben Nachbarn mit großen und gut gepflegten Gärten. Da wird gepflanzt, gegraben, gewässert und gerupft, dass es eine wahre Freude ist und das Ergebnis lässt sich sehen. Nun wetteifern die Nachbarn aber auch, wer denn nun den schönsten Garten hat und wenn der Eine sich eine große, seltene Palme in den Garten stellt, dann zieht der Andere mit einem exotischen Gewächs aus dem Hindukusch nach. Das hat schon so etwas von deutscher Vorstadtkulisse, dort sind es allerdings meistens die neuen Sportfelgen am blitzblank polierten Opel Vectra, die den Nachbarn auch zu neuen Ausgaben zwingen

Unsere Nachbarn, ich geben es zu, zwei davon sind auch Deutsche, haben sich da was anderes ausgedacht. Der dritte, ein Palmero hat sich allerdings auch in diesen Strudel mitreißen lassen, gerade so als wollte er sagen, was die können.... So zweimal im Monat, meistens Sonntag, da haben alle schön Zeit, werden die Gärten auf Vordermann gebracht. Einer der Nachbarn greift sich bereits vormittags seine Kettensäge (natürlich eine Stihl) und beginnt damit schwungvoll und Aridanetal füllend seinen Garten zu bearbeiten. Die beiden anderen Nachbarn sind nun natürlich genötigt, es ihm gleich zu tun und fahren schnell zur Tankstelle um noch schnell Benzin für ihre neuen Kettensägen zu holen. Haben sie doch erst zu Weihnachten eine neue und stärkere Kettensäge bekommen, (immer selbst geschenkt) um sich wenigstens motor-akustisch artikulieren zu dürfen. Bei Männern ab Vierzig füllt sich der Werkzeugraum exorbitant schnell, gerade so als ob man versuchen würde, nachlassende eigene Fähigkeiten durch kraftstrotzende Technik ersetzen zu wollen.

Nun sind also drei Kettensägen am arbeiten und es gelingt mir bereits ganz einfach die drei verschiedenen Sägen auseinander zu halten. Während der Palmero immer nur kurz und gezielt seiner Säge die Sporen gibt, lassen die beiden Deutschen ihre Sägen erst für einen Moment ruhen, wenn Öl oder Benzin nachgefüllt werden muss. So was nennt man effizientes Arbeiten. Nach drei oder vier Stunden, wenn den Dreien bereits die Arme vor Schmerzen zittern müssen ist dann Schluss. Nun herrscht ein paar Stunden relative Ruhe, die Wunden müssen versorgt werden und die Frau dazu animiert werden, die geschnittenen Teile auch mit wegzuräumen. Das war aber noch nicht alles, nun holt man ein noch perfideres Gerät aus dem prächtig gefüllten Schuppen, den Laubsauger. (Wäre ich Inselpräsident, ich hätte den Import dieser Geräte verboten) Sie alle wissen, was drei Laubsauger synchron für Schmerzen verursachen können. Leider haben wir niemals Sonntag Nachmittag einen unserer sonst so häufigen Stromausfälle. Aber da muss man durch, wenn man in einer ruhigen und beschaulichen Gegend wohnen will, mit viel Garten drum herum. Ich haben mich auch längst an die soziale Ächtung gewöhnt, mit der mich meine drei Nachbarn abkanzeln, man nennt mich „Den, der keinen Laubsauger hat“.



Sonntag 25.04.04 10:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Wasser, das ewige Thema der Insel

Der Ingenieur des „Consejo Insular de Aguas de La Palma“, (der Wasser-Rat der Insel) Antonio Díaz Hernández, hielt einen interessanten Vortrag anlässlich eines Treffens im Hotel Taburiente. In seiner Abhandlung nannte er Zahlen, die man in dieser Vollständigkeit selten zu hören bekommt. Demnach stehen der Insel im Jahr 66,5 Kubikhektometer Wasser zur Verfügung. Ein Kubikhektometer, das sind eine Million Kubikmeter und wenn man das in Litern ausdrücken will, dann kommt eine sehr lange Zahl raus: 66.500.000.000 Liter. Die Herkunft dieses Wassers teilt sich wie folgt auf: 7,9hm³ entstammen natürlichen Quellen, 40hm³ aus „Galerien“, das sind künstlich in die Berge getriebene Stollen um an die Wasservorräte im Inneren der Insel heran zu kommen. 18,6hm³ kommen aus Brunnen, die auch künstlich angelegt wurden.

Das Regenwasser wird kaum künstlich aufgefangen, ist aber für den Wasserhaushalt der Insel elementar, da es die natürlichen Speicherressourcen der Insel wieder auffüllt. Zu allererst merkt man in den tiefer liegenden Brunnen wenn es selten regnet. In der Dürreperiode Januar-Februar dieses Jahres, waren die Brunnen bereits erschöpft und man konnte kein Wasser mehr daraus fördern. Die vielen Speicherbecken auf der Insel dienen dazu in Zeiten des Wasserüberflusses also bei Regen, das Wasser zu speichern welches nun von den natürlichen Ressourcen nicht benötigt wird. Antonio Díaz Hernández rechnet damit, dass immer noch mehr als die Hälfte des Wassers der Insel ungenutzt in den Atlantik rauscht, da sind also noch Reserven vorhanden, vor allem in der Nutzung von Regenwasser.

Die Landwirtschaft ist natürlich der allergrößte Wasserkonsument auf La Palma, 92% der zur Verfügung stehenden 66,5hm³ werden dort verbraucht. Der private Konsum, das bisschen Industrie und der einfach nicht wachsen wollende Tourismus spielen eine ganz untergeordnete Rolle in der Wasserversorgung der Insel. Die Kritik an den Golfplätzen wegen des zu hohen Wasserverbrauches gerät so auch in ein anderes, weniger überzeugendes Licht. Auf 4.300 Hektar Fläche wird auf La Palma intensive Landwirtschaft betrieben, davon gehen alleine 3.257 Hektar an die Bananen. Diese bekanntermaßen durstige Kultur verbraucht alleine 86% dem der Landwirtschaft zur Verfügung stehenden Wassers. Nun höre ich bereits wieder die Stimmen der Oberlehrer, welche die Bananen am liebsten von der Insel verbannen würden. Gegenfrage, welches Produkt würden Sie uns denn abkaufen, um einerseits die vorhandenen Wasserressourcen der Insel auszunutzen und andererseits so viel Einkommen zu produzieren, wie es die Bananen jetzt tun? Wir wissen auch, dass die Bananen Fluch und Segen der Insel gleichzeitig bedeuten, aber noch können wir nicht auf diese Einnahmequelle verzichten. Das war das Wort zum Sonntag...



Samstag 24.04.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 76%, Luftdruck 1015 hPa stabil

6 neue Fluggesellschaften wollen die Kanaren anfliegen

Leider bekommt La Palma davon nichts ab und so hat sich auch die Hoffnung zerschlagen, die Air Berlin könnten nach ihrer frischen Liaison mit Lauda Airways auch einen Flug aus Österreich nach La Palma ins Programm aufnehmen. Bei den Fluggesellschaften handelt es sich fast ausschließlich um Billig-Airlines, die nach und nach von der reinen Kurzstrecke, nun auch Mittelstrecken erobern wollen. First Choice ,TUI Airlines, Fly Niki und Man Air sind die neuen Gesellschaften welche Tenerife Süd anfliegen werden und da bleibt mir nur immer wieder darauf hin zu weisen, dass es vom Südflughafen in Tenerife sehr nahe nach Los Cristianos ist. Von dort fährt jeden Abend eine bequeme Schnellfähre der Reederei Olsen in 2 Stunden nach La Palma. Vielleicht können wir ja so auch ein bisschen von den Billig-Fliegern profitieren.

Für den Flughafen Tenerife Nord hat sich die reguläre Fluglinie Vueling Airlines angemeldet. Der Nordflughafen Tenerifes „Los Rodeos“ gilt als nationaler Flughafen, dort landen kaum Charter, der gesamte innerspanische und innerkanarische Flugverkehr wird aber von dort aus bedient. Für Gran Canaria haben sich als neue Fluggesellschaften First Choice, Top Fly yund Tui Airlines angesagt, wobei die zuerst genannte auch noch Fuerteventura und Lanzarote bedienen will.



Samstag 24.04.04 08:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 75%, Luftdruck 1015 hPa stabil

Kollektives Gejammer

Jedes Jahr nach Ostern das gleiche Bild. Plötzlich steht der Flughafenparkplatz wieder voll mit ungenutzten Mietwagen und alle die im Tourismus arbeiten nehmen eine andere, deutlich demütigere Körperhaltung ein, als noch vor einem Monat. Wir sind wieder unter uns, bis auf die paar ganz hart gesottenen La Palma Liebhaber die das schon mitbekommen haben, zu welcher Jahreszeit man auf die kleine Grüne kommen sollte. Eigentlich ist das nichts Neues, jedes Jahr ist das so, aber dennoch haben wir noch nicht gelernt damit umzugehen.

Neidische Blicke von Kollegen verfolgen einen nun, wenn man tatsächlich noch Gäste zu versorgen hat und man ist gut beraten im Moment eher depressiv durch die Gegend zu laufen. Wer da jetzt aus der Koalition der Wehklagenden ausschert, macht sich verdächtig und unterläuft die Solidarität einer gesamten Berufsgruppe. Noch kann sich die Inselregierung nicht dazu entscheiden, Psychopharmaka unentgeldlich an alle die im Tourismus arbeiten abzugeben, aber angesichts der steigenden Suizidrate bei Restaurantwirten und Apartmentvermietern wird diese Maßnahme ernsthaft erwogen. Ich halte das für keine gute Idee und bin plötzlich ganz für die 4 geplanten Golfplätze eingenommen. Das wäre doch eine gute Therapie, alle Arbeitslosen der Touristikbranche könnten Golfspielen lernen, das ist weit gesünder als Antidepressiva und im Mai und Juni stören wir nun wirklich auch keinen Gast mit unserem Handicap...



Freitag 23.04.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 74%, Luftdruck 1015 hPa fallend

Arbeitslosenzahl auf La Palma in neuem Höhenflug

Der März beschert uns mit 6.357 Arbeitlosen einen erneuten Anstieg bei den Menschen, die auf La Palma eine Arbeit suchen. Das sind 212 Personen mehr als noch im Februar dieses Jahres und machen deutlich, dass der Plan zur Schaffung neuer Arbeitsplätze der vor ein paar Tage im Inselparlament beschlossen wurde eigentlich schon überfällig war. In allen Bereichen, außer in der Landwirtschaft hat die Zahl der Arbeitslosen zugenommen. Die Industrie meldet 411 Arbeitssuchende, die Bauwirtschaft 1.073 und der Dienstleistungssektor 3.763 Leute ohne Beschäftigung. Gerade dieser letztgenannte Sektor, für den auch die schwachen Zahlen im Tourismus ausschlaggebend sind, ist fast alleine für den Anstieg der Zahlen gegenüber dem Vormonat verantwortlich.

Dem gegenüber steht ein Phänomen welches auch auf den anderen Kanareninseln beobachtet wird. Die Arbeitslosenzahlen steigen, aber gleichzeitig auchdie Anzahl der Beschäftigten. Im März gab es mit 1.108 abgeschlossenen Arbeitsverträgen 198 neue Arbeitsverhältnisse mehr, als noch im Vormonat. Der Grund für diese, oberflächlich betrachtete Unstimmigkeit, die Zahl der aktiven Bevölkerung steigt schneller an, als neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.



Freitag 23.04.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 74%, Luftdruck 1016 hPa fallend

Der Himmel muss warten

Immer wenn es neue Nachrichten vom "Grantecan" gibt, dann vertröstet man uns mit neuen und immer späteren Eröffnungsterminen. Das größte Spiegelteleskop der Welt sollte ursprünglich bereits dieses Jahr das erste Mal in die Unendlichkeit blicken, nun aber sagt man, vor 2006 wird das Gran Telescopio de Canarias, wie es ausgeschrieben heißt, nicht die Arbeit aufnehmen können. Francisco Sánchez, Direktor des kanarischen astrophysikalischen Institutes (IAC) gibt sich aber gelassen, Verzögerungen bei einem Projekt dieser Größe und Komplexität sind völlig normal.

Die Hauptschuld gibt Sánchez einigen Firmen, die sich nicht an Termine gehalten haben und so die folgenden Bauabschnitte immer weiter nach hinten geschoben haben. Zum Beispiel hat eine französische Spezialfirma im März 2003 den Auftrag erhalten die 36 Einzelteile des optischen Spiegels zu polieren. Sánchez meint dazu eher sarkastisch: die polieren wirklich gründlich, 6 von 36 sind bereits fertig. Rechnet man nun weiterhin jedes Mal ein Jahr für das polieren weiterer 6 Spiegelsegmente, dann muss der Himmel noch lange auf uns warten. Sánchez ist aber auch selbstkritisch, während der Planungsphase hat man zum Teil auf Technik gesetzt, die nun bereits wieder veraltet ist und. Um aber das Grantecan auf dem neuesten Stand der Technik zu halten, musste während der Bauphase vieles neu geplant werden und das dauert nun einfach mal seine Zeit. Wenn Grantecan einmal fertig ist, dann katapultiert dieses Observatorium Spanien in die Weltelite der Astrophysik. Dafür lohnt es sich doch noch ein bisschen zu warten.



Donnerstag 22.04.04 19:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 76%, Luftdruck 1018 hPa fallend

Unverhoffter Fischreichtum

Die Angler in Tazacorte, Puerto de Naos und inzwischen auch in Fuencaliente sind seit 2 Tagen fast Fließbandarbeiter. Ohne besonderen Köder beißen Tausende von Doraden (auf Deutsch Goldbrasse „sparus aurata“) und füllen die Tiefkühltruhen vieler Familien. Anfänglich glaubte man noch an irgendeine wundersame Vermehrung dieser vor La Palmas Westküste eher seltenen Fisch. Nun aber ist es klar, woher die Schwärme an Doraden stammen. Eine der beiden Fischfarmen in der Nähe Tazacortes muss wohl einen kleinen Betriebsunfall erlitten haben und irgendwie müssen es viele Tausend kleinerer Doraden geschafft haben die Käfige zu verlassen. Die an Fütterung gewöhnten Fische sind eine leichte Beute für die Angler und obwohl die Palmeros die Dorade eigentlich gar nicht so gerne essen, herrscht Volksfeststimmung unter den Anglern. Noch hat sich keine der beiden Firmen welche Doraden vor der Westküste ziehen dazu bekannt ein Problem zu haben. Die Angler werden es ihnen auch nicht gleich erzählt haben, so viele Fische und so einfach haben die Fischer noch nie gefangen. Petri Heil!



Donnerstag 22.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 72%, Luftdruck 1020 hPa stabil

Die Sonne ist wieder da

Bei vielen Gästen, die nur mal eben eine Woche unsere Insel besucht haben, hat La Palma nicht unbedingt einen freundlichen Eindruck hinterlassen. Auch wenn man dieses Wetterphänomen deutlich erklären kann, erwarten die Leute doch auch Sonnenschein wenn sie auf die kanarischen Inseln fliegen. Eine Woche lang lag die Insel unter einer tief liegenden Wolkenschicht und ließ die Temperaturen einfach nicht an die 20 Grad heran. Die Häuser kühlen aus und die kleinen Heizöfchen müssen Sonderschichten einlegen.

Nun ist die Sonne wieder zurück, ein leichter Wind aus Nordost vertreibt die tiefe Wolkenschicht und La Palma präsentiert sich wieder voll in touristischer Norm. Der April ist nicht nur in Mitteleuropa ein meteorologischer Wackelmonat. Auch bei uns können sich durch die saisonbedingte Instabilität heftige Wetterwechsel ergeben, die ein Höchstmaß an bekleidungstechnischer Phantasie erfordern. Kaum zeigt sich die Sonne ist man froh, noch irgendein Kleidungsstück am Körper zu haben, welches man nun zur Erleichterung ausziehen kann. Aber bitte nicht weit weg legen, im nächsten Moment braucht man die schützende Schicht bereits wieder. Das Gröbste haben wir nun aber hinter uns und die Tendenz ist geht eindeutig in Richtung Bikini und nicht mehr in Richtung Pudelmütze.



Mittwoch 21.04.04 16:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 74%, Luftdruck 1020 hPa stabil

Keine eigene Handelskammer für La Palma

Die Gewerbetreibenden der Insel werden von der Handelskammer Tenerife betreut und das wird auch so bleiben. Die Vereinigung der kleinen und mittelgroßen Handelsbetriebe der Insel mit dem Namen "Cepyme" (Confederación de la Pequeña y Mediana Empresa palmera) hatte angeregt, doch eine eigene Handelskammer auf der Insel zu eröffnen. Man meinte die Probleme des Handels auf La Palma seien nicht mit denen auf Tenerife zu vergleichen und am besten wäre es doch, wenn man hier vor Ort Entscheidungen treffen könnte und nicht in Tenerife.

Die Handelskammer sagt aber nein, das kostet zu viel Geld. Von den Beiträgen die auf La Palma erzielt werden, könnte man kein Büro und professionelle Angestellte unterhalten. Mit der Handelskammer Tenerife im Hintergrund stehen auch allen Gewerbetreibenden auf La Palma die ganzen Möglichkeiten einer großen Organisation zur Verfügung. Allerdings wird es eine zweite Außenstelle der Handelskammer geben. In Los Llanos wird nun in Kürze eine Zweigstelle der Handelskammer Tenerife eröffnet. Damit wollen wir uns dann auch zufrieden geben, war vielleicht auch ein bisschen zu optimistisch gedacht, eine eigene Handelskammer für eine kleine Insel mit nur 85.000 Einwohnern, wäre zwar gut für das Selbstwertgefühl der Insel, aber nicht wirklich notwendig.



Mittwoch 21.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 76%, Luftdruck 1020 hPa stabil

Eigene kanarische Polizeitruppe erneut auf der Tagesordnung

Die Autonomiestatuten der kanarischen Inseln erlauben auch das Aufstellen einer eigenen Polizeiorganisation. Das wird seit vielen Jahren mehr oder weniger dringlich behandelt und nun hofft man im Regionalparlament, der neue und frische Wind aus Madrid könnte diesen autonomen Traum Wirklichkeit werden lassen. Noch sind sich allerdings die im Regionalparlament vertretenen Parteien nicht einig, was die Autonomiestatuten zulassen und wie die kanarische Polizei überhaupt aussehen soll.

Die Sozialisten denken an ein Modell, in dem die kanarische Polizei die beiden staatlichen Organisationen Guardia Civil und Policía Nacional ersetzen soll. Die kanarischen Regionalisten von der „CC“ denken eher an eine Möglichkeit, eine zusätzliche Truppe aufzustellen. Nach dem letzten Modell hätten wir dann 4 uniformierte Polizeiorganisationen, was nach aller Erfahrung nicht gerade die Effizienz erhöht. Zusätzlich müsste man dann ja auch klar regeln, welches Aufgabengebiet diese neue Polizei überhaupt hätte. So richtig versteht keiner, warum wir überhaupt eine neue und eigene Polizei brauchen. So sitzen die Politiker im Regionalparlament auch etwas ratlos herum, wen sie denn nun und mit welchem Wunsch nach Madrid schicken sollen um über etwas zu verhandeln, was eigentlich niemand braucht. Für La Palma allerdings wäre eine 4. Polizei gar nicht schlecht. Die nennt sich dann Weltbiosphärenreservatspolizei und achtet darauf, dass ja kein Käseproduzent auch nur einen Tropfen Milch von nicht reinrassigen Ziegen verwendet. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass das Sommerloch bereits sehr nahe ist.



Dienstag 20.04.04   17:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 78%, Luftdruck 1019 hPa stabil

RUF MICH AN !!

Die Masche ist immer ähnlich, die Medien haben bereits häufig darüber berichtet und dennoch funktioniert der Betrug weiterhin. Mit glaubhaften Tricks überreden einen Leute am Telefon eine Servicenummer anzurufen, die in Spanien mit den Vorwahlen 803 - 806 – 807 beginnen. Es gibt viele Versionen der Geschichte. Die erfolgreichsten sind Gewinnversprechen, aber um den Gewinn abholen zu können, muss man sich unter einer dieser Nummern melden. Eine weitere Masche ist ein Arbeitsangebot, weitere Informationen gibt es unter 806xxx. Beliebt ist auch die Geschichte mit dem Paketdienst, man wird benachrichtigt, dass ein Paket auf einen wartet und man soll nun den Termin abstimmen, wann es ausgeliefert werden kann.

Ruft man nun bei einer dieser Nummern an, dann wird das Anliegen freundlich, aber unendlich langsam bearbeitet. Der Anrufer wird mehrfach weiter verbunden und nicht selten dauert ein solcher Anruf bis zu 20 Minuten. Die Rechnung kommt Wochen später und 10 – 30 Euro sind so für einen sinnlosen Anruf fällig. Die Telefonica gibt sich unschuldig, man vermietet diese Nummern nur weiter. Allerdings beteuert man auch, bereits viele einschlägig bekannte Nummern bereits abgeschaltet zu haben. Es dauert aber, dank der verschlungenen Pfade der Bürokratie bis zu drei Monaten, bis so eine Nummer gesperrt wird. Ganz wird man das nicht in den Griff bekommen und so sollte man einfach nicht anrufen wenn es heißt: Unter 807 xxxx erfahren Sie die Lottozahlen von Übermorgen.



Dienstag 20.04.04   08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 76%, Luftdruck 1020 hPa stabil

25 Jahre junge Inseldemokratie

Am 19. April 1979 konnten die Palmeros ihre erste Inselregierung direkt und demokratisch wählen. Davor gab es auch ein Inselparlament, allerdings eingesetzt von der Provinzregierung in Tenerife. Wir haben also eine sehr junge Demokratie und noch heute bemüht man sich um mehr Unabhängigkeit von der Allmacht der übergeordneten Behörden in Tenerife. Gestern fand ein Festakt im „Cabildo Insular“ zur Erinnerung an die ersten direkten Wahlen statt und der damals gewählte Inselpräsident, Gregorio Guadalupe Rodríguez war ein gern gesehener Zeitzeuge.

Die Notwendigkeit eines eigenen Inselparlamentes für jede auch noch so kleine Insel, ist bis heute umstritten. Natürlich nicht von den Einwohnern der kleinen Inseln, oder wie wir sagen „perifericas“, sondern von den beiden Provinzregierungen in Tenerife und Gran Canaria. Wir wissen natürlich am besten, was gut für uns ist und wollen das auch selbst entscheiden, aber diese Interessen kollidieren sehr häufig mit denen der großen Inseln. Auf Tenerife betrachtet man uns immer öfter als pubertären Jugendlichen, der nachdem man ihn hochgepäppelt hat, sich nun sehr kritisch zu seinem „Elternhaus“ verhält. Das Geld von der Provinzregierung wollen wir weiter haben, aber nach unserem Gusto ausgeben. Ob da immer alle Entscheidungen weise sind, die getroffen werden, das mag bezweifelt werden. Aber was interessiert einen pubertären Jugendlichen schon so etwas langweiliges wie Erfahrung und Vorbilder. Irgendwann wird diese Insel aber auch erwachsen werden, bis dahin können wir uns aber noch auf eine ganze Menge interessanter politischer Entscheidungen freuen, immer vorausgesetzt die große Mutter Tenerife, hat genügend Geld für unsere Eskapaden.



Montag 19.04.04 18:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 77%, Luftdruck 1020 hPa stabil

Wolken aus eigener Herstellung

Was diese Insel alles kann ist schon phantastisch. Nicht nur, dass es meines Wissens nach die einzige Insel der Welt ist auf der es Weltbiosphärenreservatskäse gibt. Wir haben auch weit mehr als hundert endemische Pflanzen und wenn man die ganzen winzigen wirbellosen Tiere mitzählt, auch ein paar hundert verschiedene Krabbeltierchen die nur auf dieser Insel vorkommen. Darüber hinaus haben wir die höchste Einbogenbrücke Europas und den am seltensten besuchten Fährhafen der Welt. (Sorry Tazacorte...) Mir fallen noch viele weitere spektakuläre und banale Dinge ein, welche diese Insel so unverwechselbar machen und auch so eigenartig liebenswert. Aber nicht jedem gefällt alles und diese Insel polarisiert, entweder man mag sie, oder man gehört der Florida-Fraktion an, also sozusagen den touristischen Warmduschern.

Die kleine Grüne kann ganz schön störrisch sein, wenn man als Urlaubsabzeichen unbedingt Hautverbrennungen, sprich Sonnenbrand mit nach Hause tragen will. Diese Insel kann nämlich ihre eigenen Wolken produzieren und passt damit nicht so ganz in das übliche Klischee der kanarischen Inseln. Nun schließen Sie bitte nicht daraus, dass wir das ganze Jahr unter einer dichten Wolkenschicht liegen, nein dazu brauchen wir eine bestimmte Wettersituation. Bei sehr schwachem Wind, einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit und einem Hochdruckgebiet welches Luft arktischen Ursprunges mit sich bringt, nimmt die Lufttemperatur zur Höhe hin sehr schnell ab. Die null Grad Grenze kann dann schon bei 1.700 Metern liegen und verhindert das Auflösen der Kondensationsschicht welche durch die üppige Vegetation der Insel entsteht. Morgens erwärmt die Sonne die noch wolkenlose Insel sehr schnell und setzt damit die rege Kondensation in Kraft. Diese feuchte Luft kann aber nicht weit aufsteigen, das verhindert die kalte und bereits mit viel Feuchtigkeit versehene obere Luftschicht, und sammelt sich in Form einer flachen Wolkendecke ab etwa 1.100 Meter Höhe. Diese Wolkenschicht ist nicht sehr stark und bereits ab 1.300 Metern scheint die Sonne wieder. Gegen Abend, wenn die Temperaturen und damit die Kondensation wieder nachlassen löst sich diese Wolkenschicht langsam wieder auf und die Insel tut so, als hätte den ganzen Tag die Sonne geschienen.

Unter der Wolkenschicht ist es natürlich nicht so warm wie an sonnigen Tagen und dann haben wir schon mal ein paar Tage mitteleuropäische Maitemperaturen die tagsüber kaum die 20 Grad erreichen. Im Winter sind diese Wolken natürlich eher unangenehm, weil man nicht ohne Jacke sein abendliches Glas Roten auf der Terrasse trinken kann. Man darf aber nicht vergessen, dass diese selbst produzierten Wolken im Sommer die Insel oft vor der Austrocknung schützen. Hätten wir den ganzen Sommer über die Sonnenscheindauer der nahen Sahara, könnten wir mit diesem wenig einladenden Fleckchen Erde konkurrieren. Es ist ein Geniestreich der Natur, die üppige Vegetation baut ihren eigenen Schutzschild gegen die Austrocknung auf. Das gleiche Phänomen, wenn auch nicht so ausgeprägt, findet man auf den Nachbarinsel La Gomera, Tenerife und El Hierro auch wieder, aber eben nur fast so ausgeprägt. Vielleicht liegt es daran, dass nur La Palma in der Lage ist authentische und naturbelassene Weltbiosphärenreservatswolken zu produzieren. Nun stellt sich für uns noch die Frage, wo wir an den Wolken das unverzichtbare UNESCO Siegel anbringen wollen, damit man unsere Wolken nicht mit irgendwelchen dahergelaufenen und höchst gewöhnlichen Wolken verwechseln kann.

Wolken, handmade by La Palma


Montag 19.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 76%, Luftdruck 1022 hPa stabil

Ab Mittwoch Buchmesse in Los Llanos

Man ist nicht angetreten um Frankfurt oder Leipzig Konkurrenz zu machen, aber seit Jahren erfreut sich die Buchmesse in Los Llanos steigenden Zuspruches. Die oft gehörte Kritik, Palmeros lesen nicht, trifft einfach nicht zu. Gerade bei den jüngeren Leuten geht der Trend zum „Zweitbuch“ um und immer mehr Leute gönnen sich anstatt einer abendlichen Casting Show im Fernsehen, eine nette Zeit auf dem Sofa mit einem Buch in der Hand. Die Schulen tragen viel dazu bei und so lernt man in den Klassenzimmern La Palmas seit Wochen alles über Hans Christin Andersen, der als zentrales Thema der diesjährigen Veranstaltung herhalten muss.

Vom Mittwoch den 21.4. bis zum Samstag den 24.4. findet die Buchmesse in Los Llanos statt, auf der Plaza und gegenüber in der „Casa de la Cultura“. Es werden Verkaufs und Informationsstände aufgebaut. Zur Eröffnung beehrt uns der katalonische Schriftsteller José Luis Sampedro (u.a. der schöne Titel “Das etruskische Lächeln“ ) mit seinem Besuch und wird ab 17:30 in der Casa de la Cultura seine Bücher signieren. Am Donnerstag spielt das Theater „Pingaliraina“ im Kulturhaus bis 12:00 und für Samstag Mittag haben die Jugendlichen der Schule „José Mª Pérez Pulido“ eine Hommage für Pablo Neruda vorbereitet. Über allem schwebt dazu noch der Geist des Märchenerzählers Hans Christian Andersen und sorgt auf diese Weise für Kultur satt, diese Tage in Los Llanos de Aridane.

Lieber Bodo: Alles Gute zum Geburtstag!



Sonntag 18.04.04 18:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 75%, Luftdruck 1022 hPa stabil

Auf der Suche nach neuen Planeten

Die Einweihung des neuen Teleskops „Superwasp“ musste auf Grund der meteorologischen Bedingungen vom Roque de los Muchachos wo das Teleskop steht, in die Büros der Isaac Newton Gruppe nach Santa Cruz verlagert werden. Schnee liegt seit Tagen auf dem Roque und man wollte nicht riskieren, den erlauchten geladenen Gäste eine Rutschpartie per Auto zuzumuten. Die in dem neuen britisch-spanischen Teleskop „Superwasp“ befindlichen Kameras erlaubten den Gästen vom kuschelig warmen Santa Cruz aus dabei zu sein, als man den Startknopf drückte zur Entdeckung vieler neuer Planeten.

Die Aufgabe des neuen Teleskops ist die Forschung über Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Bislang kennt man nur die Existenz von etwa 100 weiteren Planeten außer denen, die zu unserem System gehören. Das Problem bei der Suche nach Planeten außerhalb unseres Sonnensystems ist, dass man bislang keine Möglichkeit gefunden hat, diese direkt zu beobachten. Man misst lediglich das Nachlassen der Lichtstärke der Sterne, wenn ein Planet vor diesen vorbeizieht und kann daraus auf die Existenz eines Planeten schließen. Das Teleskop „Superwasp“, welches eigentlich eher eine Kamera ist, kann pro Nacht die Lichtstärke von Millionen Sternen messen und ist damit allen anderen Einrichtungen, die auf der Suche nach neuen Planeten waren, weit überlegen.

Mir fehlt zwar jegliche astrophysikalische Vorbildung, aber ich bin immer absolut fasziniert von den Möglichkeiten und der unerschöpflichen Phantasie dieser Leute, wenn man uns die Welt außerhalb unserer Welt erklärt. Da lernt man was von schwarzen Löchern, Gammastrahlen, Spiralnebeln und nun haben wir auch noch gelernt, wenn ein Stern in gewissen Abständen mal weniger hell erscheint, dann weil sich ein Planet davor geschoben hat. Wir sollten uns dieses Wissen zu Nutze machen und beim nächsten Stromausfall auf La Palma nicht gleich wieder meckern, sondern den Planeten suchen, der sich zwischen das Kraftwerk und uns geschoben hat.



Sonntag 18.04.04 09:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 1 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1021 hPa stabil

15 Afrikaner verlieren ihr Leben an der Küste Fuerteventuras

Auf Grund der ruhigen See versuchten in der letzten Woche wieder vermehrt Flüchtlinge aus Mali und Senegal mit kleinen Fischerbooten von Marokko aus die Küsten Lanzarotes und Fuerteventuras zu erreichen. Gestern Vormittag meldeten sich die Flüchtlinge eines Bootes selbst bei den Rettungskräften per Mobiltelefon, sie seien in Schwierigkeiten, gaben aber aus Unkenntnis den Ort ihrer Landung falsch an. Es dauerte so bis Mittag als die ersten Rettungskräfte am tatsächlichen Küstenabschnitt eintrafen, in der Zone des „Barranco de La Cueva“, in Jacomar. Die dortige Felsenküste lässt keine Landung per Boot zu und obwohl das Meer sehr ruhig war zerschellte eines der Boote an den Riffen.

Das zweite Boot hatte mehr Glück und so konnten noch 46 Menschen aus Seenot gerettet werden. Für 15 Menschen allerdings kam jede Hilfe zu spät, darunter ein 9 Monate altes Baby, dessen Vater versucht hatte mit dem Kind schwimmend die Küste zu erreichen. Unter den 46 Überlebenden befanden sich auch zwei Marokkaner, die man als Bootsführer vermutet. Die beiden gaben an, sie wüssten nicht genau wie viele Leute auf den zwei Booten gereist sind und konnten sich auch nicht erklären, warum sie vom Kurs abgekommen waren und an diesem unzugänglichen Küstenabschnitt gelandet sind.

Insgesamt sind allerdings dieses Jahr sehr viel weniger Flüchtlinge per Boot aus Marokko zu den kanarischen Inseln gelangt als noch im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Hauptgrund ist die stärkere Überwachung seitens der marokkanischen Marine der bekannten Zonen auf dem afrikanischen Festland, von wo aus normalerweise die Boote mit den „clandestinos“, wie man die Flüchtlinge hier nennt, starten. Zugleich ermittelt eine Gruppe marokkanischer Polizisten zusammen mit spanischen Kollegen auf Lanzarote und Fuerteventura gegen die Schleppermafia auf den Inseln. Diese organisieren bei erfolgreicher Landung die Weiterreise auf das spanische Festland und dann weiter nach Mitteleuropa.



Samstag 17.04.04 18:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 4 mm, Luftfeuchte 75%, Luftdruck 1020 hPa stabil

Zölibat für die schwarzen Schweine

Auf den kanarischen Inseln gibt es eine Schweinerasse die vom schwarzen iberischen Schwein abstammt und sich hier leicht verändert hat, so dass man inzwischen von einer eigenen Rasse spricht, dem „cerdo negro canario“. Kenner behaupten, dass die Fleischqualität deutlich über der der heutigen Rassen an Hochleistungsschweinen steht, welche in den Hexenküchen der Zuchtanstalten kreiert wurden. Auch auf den Kanaren gibt es diese modernen Rassen die schneller Gewicht ansetzen und weniger Fett haben.

Wie die Natur es so will, schert sich nun weder das schwarze Schwein, noch die europäische Hochleistungssau um die reine Rasse. Auf den Kanaren laufen viele lustige Schweine herum, die schwarz und weiß heftig gemischt haben. Nun fürchtet man um den Erhalt der schwarzen endemischen Sau und hat sich nun ein perfides System ausgedacht, die Rasse des „cerdo negro canario“ zu retten. Die Schweine sollen sich nicht mehr auf natürlichem Weg vermehren, sondern mit künstlicher Befruchtung reinrassig gehalten werden. Ich weiß, das ist nichts Neues, fast überall in der Hochleistungstierzucht wird inzwischen dieses frigide Mittel der Befruchtung eingesetzt. Wo man nun aber doch gerade dabei ist mit Biosphärensiegeln um sich zu werfen könnte man doch damit auch werben. Jedes schwarze kanarische Schwein bekommt ein UNESCO Siegel hinter die Ohren geklemmt, wenn es auf dem Weg der natürlichen Befruchtung entstanden ist. Ich weiß zwar nicht, ob das die Fleischqualität erhöht, aber zumindest könnte man sagen: Die Sau hat noch mal Schwein gehabt.



Samstag 17.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73%, Luftdruck 1019 hPa steigend

Gebremste Freude um den neuen Plan gegen die Arbeitslosigkeit

Unser Inselpräsident José Luis Perestelo und die Abgeordnete für Arbeit und Soziales des Parlamentes der kanarischen Inseln Águeda Montelongo, unterzeichneten gestern einen neuen Plan, der die sehr hohe Arbeitslosigkeit auf der Insel bekämpfen soll. Perestelo bezeichnet die 2,2 Millionen Euro welche das kanarische Parlament zur Verfügung stellt als hoffnungsvoll, aber bei weitem noch nicht ausreichend um wirksam gegen eine Arbeitslosenquote von über 20% anzugehen.

In dem Plan sind nicht nur direkte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen enthalten, sondern ein Hauptaugenmerk liegt auf der Weiterbildung der Arbeitssuchenden. Nach wie vor fehlen auf La Palma qualifizierte Spezialisten und diese Stellen werden bislang von außen besetzt, da der palmerische Arbeitsmarkt nicht genügend Facharbeiter zur Verfügung stellt. Das alte Leid La Palmas wird hier wieder deutlich, die Jugendlichen welche studiert haben oder eine andere qualifizierte Ausbildung besitzen, wenden La Palma den Rücken um auf einer anderen Insel oder gar dem Festland neue Aufgaben zu suchen. Diese Stellen werden nun häufig von Immigranten besetzt und sorgen so dafür, dass trotz der steigenden Zahl von Beschäftigten auf der Insel, die Zahl der Arbeitslosen weiter anwächst.



Freitag 16.04.04 18:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 73%, Luftdruck 1017 hPa stabil

Inflationsrate auf den Kanaren unter dem nationalen Durchschnitt

Während man bei der Zahl der Arbeitslosen deutlich hinter dem Festland her rennt, haben die Kanaren in Sachen Preise die Dinge besser im Griff. Die Inflationsrate liegt Ende März 2004 bei einer Steigerung von 1,4% gegenüber dem März 2003. Die nationale Rate liegt bei 2,1% ist damit auch nicht besorgniserregend, aber in irgendetwas müssen wir doch auch mal besser sein als Madrid.

Die Hauptursache für den Preisanstieg liegt bei den Frischprodukten im Lebensmittelbereich, Spirituosen und Tabak. In diesen Bereichen liegt der „Índice de Precios de Consumo (IPC)“ wie das hier heißt, bei knapp 5%. Besonders Obst und Gemüse sind die Hauptverantwortlichen für den Anstieg der Preise um mehr als 1 Prozent. Bei Kartoffen gab es sogar einen Anstieg von 25% des Preises in einem Jahr. Nähme man diese Gruppe aus dem Vergleich heraus, dann läge die Inflationsrate nur noch bei 0,4%. Aber das sind Rechenspielereien von Statistikfreaks und uns wird nun nicht einfallen unsere Diät nun „saisonbereinigt“ auszurichten. Allerdings werde ich im Familienrat anregen, in Zukunft gemeinsam zu diskutieren ob wir uns zum Rinderfilet mit Krebsschwänzen und Prinzessböhnchen wirklich noch eine Kartoffel leisten wollen...



Freitag 16.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1017 hPa steigend

Freiwillige Feuerwehr fordert Verbesserungen

Seit 4 Tagen haben sich an die 30 Feuerwehrleute in ihrer Wache eingeschlossen und wollen so für Verbesserungen ihrer Situation kämpfen. Man beklagt sich über mangelnde Ausrüstung und schlechte Organisation. Schuld an allem soll der Chef der freiwilligen Feuerwehr Germán Pérez sein und man fordert seine sofortige Ablösung. Der denkt aber überhaupt nicht daran und beschuldigt seinerseits die Feuerwehrleute sie wollten einfach nur mehr Geld und seinen Posten. Hinter den Feuerwehrleuten steht die Gewerkschaft CC.OO und droht nun sogar mit einem Streik, wenn die Situation sich nicht verbessert.

Nun hat sich der Inselpräsident der Sache angenommen um eine Eskalation zu verhindern. Eine erste Forderung der Feuerwehrleute konnte er gleich erfüllen, er brachte zu den Verhandlungen eine Kopie der Statuten mit, welche die Arbeit der freiwilligen Feuerwehr regelt. Diese Statuten hielt der Chef der freiwilligen Feuerwehr unter Verschluss, so dass kein Feuerwehrmann Einblick in dieses Regelwerk hatte. Für den Inselpräsident wird es eine schwierige Aufgabe, denn letztendlich fordert die freiwillige Feuerwehr eine Gleichsetzung mit der Berufsfeuerwehr, aber die ist hier auf La Palma Gemeindesache. Die Gemeinden aber leiden unter chronischem Geldmangel und sind auf die Hilfe der freiwilligen Feuerwehr angewiesen. Nun kann José Luis Perestelo, unser Inselpräsident wieder mal beweisen, dass er uns zu recht regiert. Mag man auch anderer politischer Denkweise sein als der Mann, aber er ist ein Meister der Diplomatie und hat bereits mehrmals mit Phantasie und Beharrlichkeit Kompromisse gefunden, die andere für unmöglich gehalten hätten. Bauernschläue nennt man so was in nördlicheren Breiten.



Donnerstag 15.04.04 18:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70%, Luftdruck 1013 hPa fallend

Weiter auf der Suche nach der heiligen Quelle

Seit gut drei Jahren sucht man nun in Fuencaliente die sagenumwobene „Fuente Santa“ die seit dem Vulkanausbruch des „San Antonio“ im Jahr 1677 verschüttet wurde. Die alten Aufzeichnungen über den Standort der Quelle sind kaum zu verwerten, da sich nicht nur der „San Antonio“ seine Lava über die schwefelhaltigen Wasser der Quelle geschüttet hat, sondern auch noch der Teneguia im Oktober 1971. Die Gemeinde Fuencaliente hat es nun wieder mal geschafft Gelder der Provinzregierung locker zu machen um einen dritten Versuch zu starten die scheue Quelle wieder zu finden.

Laut den Aufzeichnungen aus dem 17. Jahrhundert war das Wasser der Quelle zwischen 40 und 60 Grad warm, roch stark nach Schwefel und wurde als Heilwasser angepriesen um Hautkrankheiten zu behandeln. Bei vorangegangenen Probebohrungen ist man bereits auf Wasserdampf gestoßen, allerdings salzhaltiges und dabei muss es sich also um verdampfenden Meerwasser handeln und nicht um die so dringend gesucht heilige Quelle. Der Bürgermeister von Fuencaliente wünscht sich so sehr, aus seinem Ort ein Thermalbad zu machen und nun darf er endlich noch mal mit fremden Geld weitersuchen. Eigenes Geld will die Gemeinde da nicht reinstecken, man hat lediglich mal einen Wünschelrutengänger engagiert, der aber trotz medialer Begabung wohl auch nicht fündig wurde. 175.000 Euro gibt es nun, da kann man schon ein paar mal ganz tief in die Erde bohren und vielleicht findet sich ja dieses Mal mehr, als nur heiße Luft und kühne Träume.



Donnerstag 15.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 13 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1015 hPa fallend

Zwei Jungendliche ertrinken im Süden der Insel

Ein tragischer Unfall ereignete sich gestern Mittag bei Fuencaliente im Süden der Insel in dem ein Mädchen mit 17 Jahren und ein Junge mit 19 Jahren im Atlantik ertranken. Die beiden stammen aus Tijarafe und wollte zusammen mit der Schwester der Verstorbenen einen netten Tag am Meer verbringen. Die drei ließen sich an der „Punta de La Resbaladera“ zum Fischen nieder. Die „Punta de La Resbaladera“ ist eine felsiges Stück Küste, ganz in der Nähe des neuen Hotels welches im Juni eröffnet wird. Warum die 17 jährige Tamara plötzlich im Wasser war, weiß man noch nicht, es ist unklar ob Sie sich erfrischen wollte oder von einer Welle ins Meer gespült worden ist.

Die beiden Begleiter merkten allerdings, dass Tamara sich in Schwierigkeiten befand und der 19 jährige Crisanto zögerte nicht ins Wasser zu springen, um Tamara zu helfen. Während die Schwester über das Mobiltelefon Hilfe anforderte, ertranken beide Jugendliche im Wasser. Die herbeieilenden Rettungskräfte konnten am Nachmittag den leblosen Körper der 17 jährigen aus dem Atlantik bergen, der 19 jährige konnte noch nicht gefunden werden. Die Suche musste bei Dunkelheit eingestellt werden und konnte erst heute Morgen bei erstem Tageslicht fortgesetzt werden. Bis jetzt haben die Retter den Körper Crisantos allerdings immer noch nicht gefunden. Die felsigen Küstenabschnitte bei Fuencaliente wo die erstarrte Lava in bizarren Formationen ins Meer reicht, sind ein beliebtes Ausflugsziel für Angler, aber auch bekannt für die Tücke der Strömungen und den unberechenbaren Wellengang. Man kann jedem nur raten, dort aus respektvollem Abstand die Kraft des Atlantiks zu bewundern.



Mittwoch 14.04.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 1 mm, Luftfeuchte 73%, Luftdruck 1016 hPa fallend

Fluggesellschaft Binter Canarias feiert ihr 15 jähriges Bestehen

Seit nun 15 Jahren verbindet diese Fluggesellschaft die Inseln miteinander und auch wenn wir manchmal über den zeitweise eigenwilligen Service etwas meckern, ist Binter das Synonym für Reisen auf die anderen Inseln des kanarischen Archipels. Der Namen Binter hat eigentlich keine Bedeutung, es stammt vom ehemaligen Namen der Gesellschaft, IBinter Canarias, als die Fluggesellschaft noch Tochter der Iberia (IB) war. Bis vor einem Jahr war die Binter auch ohne richtige Konkurrenz auf den interinsularen Strecken und hat sich dabei oftmals auf ihre Monopolstellung berufen, wenn es um Preise oder auch den Flugplan ging. Nun gibt es ernst zu nehmende Konkurrenz, die Gesellschaft Islas Airways fliegt seit fast genau einem Jahr auf den gleichen Strecken und sorgt dafür, dass wir inzwischen wählen können.

Als Dankeschön für die, auch wenn es nicht immer freiwillig war, 15 Jahre treuen Passagiere, verkaufte die Binter 15.000 Tickets für alle Strecken zum Einheitspreis von 15 Euro. Dass dieses Angebot bereits nach 15 Tagen erschöpft war und man nun wieder zum Originaltarif fliegen muss, kommt als Pointe noch dazu. Darüber hinaus verspricht man nun den Fluggästen, man will sich in Zukunft in eine moderne Fluggesellschaft wandeln deren Hauptaugenmerk die Qualität des Service sein soll. Ist das jetzt ein Eingeständnis, dass man bislang nicht so war? Mehr über die Binter können Sie in deren Webseite, auch auf Deutsch nachlesen. – Wenn die Seite gerade mal online ist...



Mittwoch 14.04.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 12 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1019 hPa stabil

Das neue Staubecken „La Bediesta“ kann bald befüllt werden

Die Arbeiten am Staubecken „La Bediesta“ sind schneller gegangen als vorhergesehen und nun kann man mit den ersten „Nassproben“ beginnen um diesen Wasserspeicher so bald als möglich zu nutzen. „La Bediesta“ wird wie das oberhalb liegende Becken „Adeyahamen“ aus dem ablaufenden Wasser der Quellen von Marcos und Corderos gespeist. Beide Becken zusammen liefern Wasser für 600 Hektar Landwirtschaft, hauptsächlich für die Bananen.

Die Quellen von Marcos und Corderos geben sehr viel Wasser und vieles davon rann ungenutzt ins Meer. Das Becken „Adeyahamen“ alleine war nicht in der Lage das gesamte überschüssige Wasser aufzunehmen und konnte wegen der schwierigen Topographie der Umgebung auch nicht vergrößert werden. Die Lösung war eine zweites Becken unterhalb des Ersten. Der neue Speicher kann 270.000 Kubikmeter Wasser aufnehmen, während das alte Staubecken noch mal eine Kapazität von 350.000 Kubikmeter umfasst. Die Region um Los Sauces und Barlovento, wo sich die Quellen von Marcos du Corderos befinden gilt als die regenreichste der Insel. Misst man hier im Westen im Jahr durchschnittlich 500 – 600 Millimeter Niederschlag, sind es im hohen Nordosten der Insel über 1.200 mm pro Jahr. Bei so viel Wasser kann man doch nur zugreifen und es für die Landwirtschaft festhalten.

Eben hat sich ein Gewitter angekündigt und hängt nun über der Caldera de Taburiente. Man sollte heute besser ein anderes Ausflugsziel wählen als den Nationalpark. Sollte das Gewitter auch uns hier erreichen, müssen wir die Webcam abstellen und ich bitte daher bereits vorher um Verständnis.



Dienstag 13.04.04 18:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 10 mm, Luftfeuchte 73%, Luftdruck 1019 hPa stabil

Wettervorhersagen auf La Palma

Gerade verkünde ich der Kaltlufttropfen sei bereits weiter gezogen, da schickt uns dieses hinterlistige Wetterphänomen einen richtig fetten Schauer. Oben in den Bergen waren die Niederschläge noch intensiver und auch jetzt sitzen dicke schwarze Wolken über der Cumbre Nueva und machen ihre Arbeit. Die Temperaturen sprangen von morgens 14, mittags 22, dann wieder auf 16 Grad zurück und zeigen noch mal eindrücklich wie schwer es ist für La Palma Wettervorhersagen zu treffen. Man kann es sich natürlich auch einfach machen und immer hinterher schreiben wie das Wetter war, dann liegt man nicht so oft verkehrt...

Natürlich sind wir dankbar für jeden Tropfen Wasser den wir erhalten und mit den 10 Millimeter kann der Boden schon etwas anfangen. Für die Gäste ist es schwer abzusehen, was für Unternehmungen man an solchen Tagen angeht. Da lockt den ganzen Vormittag trügerisch die Sonne reichlich Leute in die Berge, um Sie dann am Nachmittag mit einem kalten Schauer wieder ins Tal zu jagen. Heute wäre halt der Tipp mit dem Buch und einer Kanne Tee angebrachter gewesen. Aber keine Angst, die kleine grüne Insel ist nicht immer so launisch mit dem Wetter, an solchen Tagen spürt man eindrücklich, dass wir ein großer Fels mitten im Atlantik sind.



Dienstag 13.04.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70%, Luftdruck 1020 hPa stabil

Neue Chance für Regen auf der Westseite

Es ist vielleicht die letzte Möglichkeit für die Westseite der Insel noch ein bisschen Wasser zu speichern für den nahenden Sommer. Aus dem Südwesten versucht ein Tiefdruckgebiet den Weg zu uns zu finden und hat sich auf seinem Weg über den Atlantik mit feuchter Luft versorgt, auf die wir nun hoffen können. Der Kaltlufttropfen hat uns bereits verlassen und nun steigen die Temperaturen auch nachts wieder langsam an. Noch will das Barometer nicht sinken und das Hoch verteidigt sich, hat aber sein Zentrum bereits viel weiter in den Norden verlegt. Am Donnerstag könnte es soweit sein, dass die Westseite der Insel noch mal den dringend benötigten Regen erhält. Aber Wettervorhersagen für La Palma sind ähnlich genau wie Eichels Finanzpläne, da reicht ein Drehen des Windes um ein paar Grad und schon ziehen fette Tiefdruckgebiete an uns vorbei und gießen den Atlantik anstatt unsere durstigen Felder.



Montag 12.04.04 18:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 1 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1020 hPa stabil

Bürger klopfen dem Bürgermeister auf die Finger

Die Zeiten in denen Bürgermeister auf La Palma sich der Gunst ihrer Bürger gewiss sein konnten wenn diese genügend Straßen asphaltiert haben, ist endgültig vorbei. Das musste nun auch der Chef der Gemeinde Fuencaliente, Pedro Nolasco Pérez erfahren. Eine Bürgergemeinschaft welche sich „Asociación para la Defensa del Patrimonio de Fuencaliente, El Búcaro“ nennt hat sich nun an die lokale Presse gewandt um die Asphaltierung eines Waldweges zu verhindern. Man wirft der Gemeinde vor, ohne jegliche Baugenehmigung und ohne erforderliche Projekte die Zufahrt nach „La Degollada“ bereits mit schweren Maschinen zur späteren Asphaltierung vorbereitet zu haben.

Die Bürgergemeinschaft hat nun die Umweltschutzbehörde darüber informiert und auch die Abteilung zum Schutz der Umwelt der Guardia Civil. Am meisten ärgert aber die Bürger, dass ihnen für jede kleine Arbeit, sei es eine Garage oder ein Vordach schier unüberwindliche bürokratische Hindernisse von der Gemeinde in den Weg gestellt werden, umgekehrt aber glaubt die Gemeinde ohne jegliche Genehmigung einen heftigen Eingriff in die Landschaft unternehmen zu können. Der Waldweg ist kaum befahren und wenn man ab und zu ein paar vom Regen ausgewaschene Löcher füllt, dann fragt man sich, warum die Gemeinde das viele Geld für die Asphaltierung ausgeben will, wo diesen Weg doch kaum einer braucht. Oder soll es da später mal zum Golfplatz gehen?



Montag 12.04.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 14 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 72%, Luftdruck 1020 hPa stabil

Kanarische Bananen für Polen

Auf der intensiven Suche nach neuen Märkten in Mitteleuropa hat die Vereinigung der Bananenproduzenten und Exporteure „Asociación de Productores y Exportadores de Plátanos de Canarias“ (Asprocan), einen ersten und wichtigen Erfolg erreicht. Die französische Supermarktkette Carrefour wird ab Mitte April in ihren 15 Läden in Polen kanarische Bananen anbieten und auch kostenlos bewerben. 20 Tonnen sind bereits unterwegs und weitere 200 Tonnen werden in 10 Kühlbehältern in den nächsten Wochen auf die Reise nach Polen gehen.

Noch keinen Erfolg kann die Asprocan bei ihrem Versuch vermelden auch in Deutschland Fuß zu fassen. Manuel Lorenzo, Präsident der Asprocan verweist auf den gesättigten deutschen Markt mit billigen Dollarbananen hin und dass man sich schwer tut in diesen abgeschotteten Bereich vorzudringen. Immerhin hatte man gehofft dieses Jahr in Deutschland an die 500 Tonnen unserer kleinen Gelben an die Frau, den Mann und in das Kind zu bekommen, aber dafür muss man erst mal einen Verteiler dazu bekommen unsere Früchte auch anzubieten. Für die Leute die nahe an der polnischen Grenze wohnen ist es ja jetzt klar wo man gut schmeckende Bananen kaufen kann. Die anderen müssen sich wohl noch eine Weile mit den Dollarbananen zufrieden geben und wer nicht abwarten will, der soll uns halt besuchen kommen...



Sonntag 11.04.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0,5 mm, Luftfeuchte 70%, Luftdruck 1019 hPa stabil

Kalter Tropfen und Ziegenenthörner

Wie kann das sein, stabiler hoher Luftdruck und dennoch hat es heute genieselt . Schuld daran ist ein Wetterphänomen mit dem Namen Kaltlufttropfen, oder auch Höhentief. Im spanischen nennt man das „gota fria“ (kalter Tropfen). Wie der Name Höhentief bereits aussagt, liegt über dem Hochdruckgebiet welches die Kanaren momentan beeinflusst eine eingeschlossene Blase mit kalter Luft und tiefem Luftdruck. Die beiden Luftschichten vermischen sich in der Zone wo das Tief auf das Hoch trifft und sorgen so für Instabilität in Höhen ab 4.000 Meter. Das führt dazu, dass keine genauen Wettervorhersagen möglich sind, weil man nicht sagen kann, welche Auswirkungen diese Instabilität hat. Es ist durchaus möglich, dass der Kaltlufttropfen einfach von einem starken Hoch weggedrückt wird und so überhaupt keinen Einfluss auf das Wetter in den unteren Luftschichten hat. Meistens jedoch und auch jetzt, da das Hoch mit 1.019 hPa nicht sonderlich stark ist, sorgt so ein Kaltlufttropfen schon mal für überraschende Niederschläge.

Auf La Palma kann es bei solch einer Wetterlage wegen seiner Topographie auch zu starken Windböen kommen, wenn kalte Luft aus den oberen Schichten durch die Bergmassive kanalisiert wird und wie durch eine Düse gepresst dann die Hänge herabsaust. Diese ganz lokal und nur ganz kurz auftretenden Böen nennt man hier „descuernacabras“ was auf deutsch „Ziegenenthörner“ heißt. Wehe der Hausfrau, die gerade dort ihre Wäsche zum trocknen aufgehängt hat, die ist dann weg mitsamt der Wäscheleine. Auch wenn diese Windböen sehr selten sind, hinterlassen sie doch einen bleibenden Eindruck. So geschehen gestern auf der Terrasse eines Ausflugsrestaurants, wo eben noch in strahlender Sonne ein Pärchen in absoluter Windstille eine Stärkung zu sich nahm und im nächsten Moment die Tische und Stühle etliche Meter weiter weg flogen. Dieses skurrile Bild, zwei Leute auf zwei Stühlen mit Messer und Gabeln in der Hand auf einer vom Wind leergefegten Terrasse und die erschrockenen Blicke der Beiden, wäre ein Photo wert gewesen.



Sonntag 11.04.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70%, Luftdruck 1019 hPa steigend

Arbeitslose pflegen die Wanderwege La Palmas

Der “Servicio Canario de Empleo”, eine regionale Behörde die dem staatlichen Arbeitsamt unterstellt ist, hat 400.000 Euro locker gemacht um 24 Langzeitarbeitlosen einen Arbeitsplatz zumindest ein Jahr lang zu garantieren. Es geht aber nicht alleine darum die Leute zu beschäftigen, sondern in dem Jahr erhalten die Beschäftigten eine Ausbildung, die etwa einem Landschaftspfleger entspricht. Eingesetzt werden die Leute in der Umgebung von Las Manchas und den dort befindlichen Wanderwegen.

Ziel ist die Wiederherstellung der natürlichen Umgebung, zumindest heißt es so in der Pressemitteilung des Inselparlamentes. Wie das im einzelnen aussehen soll steht nicht in der Note, aber welche Wanderwege die Arbeitslosen „renaturieren“ sollen schon. Da ist der Weg vom Llano de Jable nach Tamanca, die Route von Jedey nach El Remo, (da bin ich gespannt wie man die Gewächshäuser der Bananen renaturiert), die Vulkanröhre von Todoque, der Weg an der Einsiedelei „Sagrado Corazón“ in der Tamanca Schlucht und der Weg von Jedey zur beeindruckenden Felsformation Los Campanarios, auf deutsch Glockentürme.



Samstag 10.04.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 19 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Frohe Ostern

Der Osterhase ist auf den kanarischen Inseln ein völlig unbekanntes Wesen. Vielleicht sind die Leute hier auch einfach zu aufgeklärt um an Eier legende Hasen zu glauben. Macht nichts, wir sind multikulti und nehmen von allen Systemen das was uns am besten gefällt. Von den Palmeros die Feiertage und von den Deutschen die süßen Ostereier. So was nenne ich produktive Völkerverständigung und wenn man gerade keinen Hasen zu Hand hat, dann löffelt man sich einfach einen. - Nein, sonst haben wir keine Probleme.

Nur noch auf La Palma zu finden, Mümmelmänner mit hoher Stirn



Samstag 10.04.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 74%, Luftdruck 1017 hPa stabil

Zigarrendreher hoffen auf das „Neue Europa“

Ab Mai gibt es 75 Millionen EU-Europäer mehr und da sind doch sicher eine ganze Menge an Rauchern dabei, denen man eine gepflegte und handgedrehte palmerische Zigarre verpassen kann. Die Handelskammer überlegt nun zusammen mit den Zigarrenmanufakturen wie man sich diesem neuen Klientel empfehlen kann. Nach fast 2 Jahrzehnten der Krise hat dieser wirtschaftliche Sektor der Insel sich endlich konsolidiert und nun will man einen Plan entwerfen wie man aus der „Geheimtippnische“ rauskommt. Kenner der Szene vergleichen die palmerischen „Puros“ mit den kubanischen „Havannas“, unsere Zigarren sind aber deutlich billiger und können so auch von normalen Menschen geraucht werden, die nicht auf Vorstandsebenen, oder VIP-Lounges von Flughäfen zu Hause sind.

Auf allen Kanaren werden Zigarren gedreht, aber La Palma ist ganz deutlich die Hochburg dieses Handwerkes und produziert alleine mehr Zigarren, als alle anderen Kanareninseln zusammen. Das Wissen um die handwerkliche Herstellung der „Puros“ stammt von Übersiedlern aus Kuba, die auch gleich die Tabaksamen mitbrachten um hier auf La Palma auch das zu veredelnde Rohprodukt zu haben. Inzwischen sind in den palmerischen „Puros“ mehr Importtabake als Gewächse von der Insel. Die alles entscheidenden Deckblätter, „capas“ genannt, kamen immer schon aus Kuba. Der Tabakanbau auf La Palma ist aber wieder interessant geworden, nachdem die Zigarrendreher wieder mehr zu tun haben und auch heimischen Tabak in den Zigarren verarbeiten wollen. Einen kleinen Schnellkurs im Zigarrendrehen können Sie im Kalenderblatt vom März des vergangenen Jahres nachlesen.



Freitag 09.04.04 18:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 22 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Das neue Hotel in Fuencaliente ist zu 95% fertig

Ganz mutig gibt der Chef der Bauphase, Eduardo Gragera auch schon einen Eröffnungstermin bekannt, der 7. Juni soll es werden und dann den Luxus auch nach La Palma bringen. Der Bau befindet sich in der Endphase und nun sind seit Wochen auch schon die Putzkolonnen unterwegs um das aus 16 Gebäuden bestehende Hotel für die Gäste fein zu machen. In die insgesamt fast 7.000qm umfassende Poolanlage wird gerade das erste Wasser eingelassen um zu gucken ob auch alles dicht ist. In einem Restaurant fehlt noch die Kücheneinrichtung und ansonsten ist alles im Plan, es sind nur noch Kleinigkeiten die fehlen sollen. Das Hotel ist zweifelsohne schön geworden, die Princess-Gruppe ist bekannt dafür, dass man solide baut und eher in Richtung Luxus geht als in Richtung billig. Als großes Manko bleibt aber die Tatsache, dass dort wo das Hotel steht kein Strand ist und man die Gäste zwar an den Atlantik lockt, dann aber in den Chlorpool wirft.

Das Hotel in Fuencaliente ist nicht unumstritten, einmal wegen der Frage der Legalität. Das touristische Moratorium für die kanarischen Insel spricht sich klar gegen neue Hotelanlagen aus die keine 5 Sterne haben. Der Bau wurde so auch über ein Jahr mit einem Baustop belegt und wir haben nie erfahren, wie die Princess-Gruppe es hinbekommen hat, dass doch weiter gebaut werden durfte. Die andere Kritik ist die Frage nach der Verträglichkeit eines 1.250 Betten Hotels auf einer Insel die vom Charakter her eher ländlich ist und bislang nur von Gästen besucht wurde, die Massentourismus eher scheuen. Es bleibt abzuwarten, ob man mit dem Hotel tatsächlich neue Gäste auf die Insel bringt, oder sich damit nur eigene Konkurrenz für die bislang bestehenden Unterkünfte schafft. Auf La Palma gibt es bereits ein Überangebot an Ferienbetten, da die Nachfrage eher gesunken ist in den letzten Jahren, aber das Angebot dennoch größer wurde.

Kuh und Reiher auf La Palma

Womit die Frage geklärt wäre woher der Kuhreiher seinen Namen hat.




Freitag 09.04.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70%, Luftdruck 1018 hPa stabil

Badesaison nun auch offiziell eröffnet

Eigentlich kann man das ganze Jahr auf La Palma baden gehen, immer vorausgesetzt der Wellengang lässt ein Bad im Atlantik zu. Die Temperaturen schwanken nur zwischen 19 und 23 Grad, größere Differenzen verhindert der beständige Kanarenstrom. Palmeros gehen aber nur zum Baden, wenn auch die Lufttemperatur mindestens 20 Grad beträgt und, weiß Ricardo warum, niemals vor Ostern. Als im Januar die Lufttemperatur über 25 Grad lag, der Atlantik flach wie ein Brett, ging trotzdem keiner, außer den mitteleuropäischen Gästen baden, weil es ja noch Winter ist. Ab jetzt ist es auch in den Augen der Palmeros wieder sozialkonform das Strandleben mit in den Tagesablauf zu integrieren.

Das Gesundheitsamt hat passend zum Badebeginn auch die Sauberkeit des Wassers an den großen Stränden der Insel bestätigt. Puerto de Naos, Puerto de Tazacorte, Los Cancajos und Bajamar in Breña Alta werden ständig kontrolliert. Rosendo Carballo, Chef des palmerischen Gesundheitsamtes weist auch stolz darauf hin, dass die Messergebnisse nicht nur den nationalen, sondern auch den europäischen Standard erfüllen. Wo da die Unterschiede bestehen sagt er uns nicht, ich gehe aber einfach mal davon aus, dass die Normen der europäischen Union in dieser Beziehung strikter sind. Ist doch schön zu wissen, dass das Wasser des Atlantiks vor La Palma sich auch den europäischen Vorschriften beugt.



Donnerstag 08.04.04 15:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 23 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Handelskammer bringt guten Vorschlag für La Palmas Wanderwege

Unter dem Namen „sieben Tage, sieben Herbergen“ verbirgt sich ein interessantes Projekt. Man will bestimmte historische Wander- und Verbindungswege der Insel zu einem Netz ausbauen, an deren Tagesziel jeweils eine Unterkunft bereit steht. Diese sollte natürlich auch im Zusammenhang mit der Tour stehen und man denkt dabei an alte verlassene Straßenbauhäuschen, leer stehende Schulen oder andere öffentliche Gebäude die man zu einer einfachen., aber zweckdienlichen Unterkunft herrichten will.

Diese Projekt gefällt mir sehr und würde sicherlich dazu beitragen, den touristischen Stellenwert der Insel abermals zu heben. Nun darf man aber nicht gleich Hurra brüllen, das ist nur ein Projekt der Handelskammer und noch hat kein Politiker sein Auge darauf geworfen. Es gibt da noch viele Fragen zu stellen, wer kümmert sich um den Unterhalt der Wege und Herbergen, wer organisiert das Ganze und wer gibt die Genehmigungen diese Herbergen, welche oft in Naturschutzgebieten stehen würden, überhaupt zu renovieren. Bei solchen Dingen treten wir uns leider selbst immer wieder auf die Füße und der Weg von einer solchen guten Idee bis zu Umsetzung kann viele, viele Jahre dauern. Vielleicht hört aber ein gut gelaunter Politiker denen von der Handelskammer zu und lässt sich davon begeistern, mal einen alternativen touristischen Plan zu verfolgen an dessen Ende nicht viele Golfplätze und noch mehr Hotels stehen.



Donnerstag 08.04.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 74%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Weltbiosphärenreservatsmineralwasser

Die Lordsiegelbewahrer des Konsortiums des Weltbiosphärenreservates entdecken so nach und nach alle möglichen Produkte der Insel die man noch mit einem schicken Siegel versehen könnte. Käse, Honig, Gofio und nun natürlich auch die Quelle unseres gesamten Lebens, das Wasser. Zwei Firmen teilen sich auf La Palma das Geschäft Trinkwasser in Flaschen abzufüllen, "Aguas de La Palma" und "Aguas Aridane". 23 Millionen Liter füllen die beiden Firmen jedes Jahr in Flaschen ab und davon gehen 70% auf die beiden großen Inseln Tenerife und Gran Canaria. Diese Menge ließe sich nahezu unbegrenzt erhöhen, da kein Mangel an diesem hervorragenden Wasser besteht und nun hofft man mit dem Siegel dieses Wasser auch noch anderen Regionen schmackhaft machen zu können.

Ein Siegel der UNESCO wäre sicherlich ein weiteres Verkaufsargument und in kühnen Träumen sehe ich das Wasser aus La Palma bereits als elitäres Getränk in den schicken Restaurants Mitteleuropas. Bis dahin dürften wir noch ein bisschen an der Verpackung arbeiten, da entspricht Aufmachung und Layout der Etiketten noch nicht so ganz dem noblen Inhalt und der unbestrittenen Qualität des Wassers. Den wahren Luxus mit dem Weltbiosphärenmineralwasser gibt es aber weiterhin nur hier vor Ort. Wir putzen uns damit die Zähne, duschen und baden in reinem Mineralwasser und müssen dabei nicht mal Flaschen öffnen, bei uns kommt das Mineralwasser aus dem Wasserhahn. Ich habe mir schon ein kleines UNESCO Siegel besorgt und es neben alle Wasserhähne im Haus geklebt, seitdem habe ich das Gefühl, dass sich der Spülkasten in der Toilette etwas sphärischer anhört, wenn er sich wieder mal mit reinem Weltbiosphärenmineralwasser füllt um danach seinen sehr weltlichen Aufgaben nachzugehen.



Mittwoch 07.04.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 20 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1015 hPa stabil

Die Palmeros kriegen zu wenig Kinder

Bei der Geburtenrate auf La Palma liegt die Insel im Vergleich mit den anderen Kanaren und dem spanischen Festland ganz weit hinten. Während auf den übrigen Inseln des kanarischen Archipels 10,65 Kinder pro eintausend Einwohner geboren werden, sind es auf La Palma lediglich 7,64‰. Dem gegenüber steht eine Sterberate auf La Palma von 8,87 Personen von Eintausend. Daraus kann man ganz einfach ausrechnen, dass es immer weniger Palmeros gibt. Gemeinden wie Fuencaliente und Garafia stechen dabei noch negativ hervor mit einer Geburtenrate von nur 4,5 pro tausend Einwohner. In der Hauptstadt Santa Cruz liegt die Geburtenrate zwar bei 8,2‰, aber die Sterblichkeitsrate bei immerhin 16,4‰.

Die Gründe sind wohl die gleichen wie überall in der zivilisierten Welt, Kinder sind unbequem, die eigene Karriere ist wichtiger und diffuse Zukunftsängste halten junge Leute davon ab Nachkommen zu zeugen. Dieses negative Wachstum wird von Immigranten mehr als ausgeglichen. Gerade Rückwanderer aus Venezuela und zunehmend aus Cuba und Kolumbien sorgen dafür, dass es dennoch mehr Einwohner auf La Palma gibt, als noch vor ein paar Jahren. Die oben genannten Zahlen stammen aus dem Jahr 2003 und nun wissen wir endlich auch, warum es auf La Palma in den letzten Monaten so viele unerklärliche Stromausfälle gegeben hat. Stromausfälle erhöhen die Geburtenrate und nun bin ich mal auf die Zahlen von 2004 gespannt...



Mittwoch 07.04.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 16 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 72%, Luftdruck 1015 hPa stabil

Vollmond und 11-M

Gäbe es nicht so einen traurigen und aktuellen Hintergrund nach den Anschlägen des 11. März in Madrid, dann könnte man über die Serie der falschen Bombenalarme fast schmunzeln. So aber zeigt sich deutlich, dass bei vielen die Nerven blank liegen und die Sicherheitskräfte im Moment immer erst den Ernstfall annehmen und lieber überreagieren als sich Nachlässigkeit unterstellen zu lassen. Tenerife erlebte gestern einen Tag der Hysterie der wohl nur aus einer Kulmination von Vollmond und fiktiver Bedrohung zu verstehen ist.

Am Vormittag bereits meldeten Passanten einen verdächtiges Paket in einem Park am Hafen. Das gesamte Gelände wurde gesperrt und Spezialisten sprengten das Päckchen mit einer kontrollierten Detonation. In dem Paket, so groß wie ein Schuhkarton hatten Jugendliche eine Schneckenfalle gebaut, von der nun nichts mehr übrig ist. – In Las Galletas meldete man einen verwaisten Koffer, alles wurde geräumt bis die Hunde der Spezialkräfte den Koffer beschnüffelt hatten und dieser sich als leerer Koffer und Sperrmüll herausstellte. – Eine telefonische Bombendrohung gegen die Raffinerie „CEPSA“ erwies sich auch als falscher Alarm, noch bevor die Einsatzkräfte überhaupt bei der Raffinerie angelangt waren. – Ein Flug von Tenerife nach Madrid musste um Stunde verschoben werden, weil ein „lustiger“ Italiener die Stewardess fragte, wo er denn die Bombe hinpacken sollte und meinte damit sein Handgepäck. Der Kapitän des Flugzeuges verstand keinen Spaß, ließ das Flugzeug räumen und vergeblich untersuchen. Der Italiener lacht jetzt nicht mehr und muss seine Weiterreise verschieben, da er der Polizei noch die Pointe seines Witzes erklären muss – Gipfel, im wahrsten Sinne des Wortes war aber die Meldung, dass jemand auf dem höchsten und heiligsten Berg der kanarischen Inseln, dem Teide die irakische Flagge gehisst haben soll. Man musste bis auf den Gipfel klettern um festzustellen, dass es sich nicht um die irakische, sondern um eine bulgarische Flagge handelt, die vor ein paar Tagen von einer Gruppe Bergsteiger aus diesem Land als Erinnerung zurückgelassen worden war.



Dienstag 06.04.04 17:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70%, Luftdruck 1014 hPa fallend

Arbeitslosenzahlen auf den Kanaren erneut gestiegen

Gegen den Trend Gesamtspaniens ist die Arbeitslosenzahl auf den Kanaren im März diesen Jahres auf 113.380 gestiegen und die Quote liegt nun bei 12,7%. Die Quote ganz Spaniens liegt bei 9,18% und ist damit um 0,47% gesunken, bei uns aber im gleichen Zeitraum von nur einem Monat um 3,6% gestiegen. Nimmt man als Vergleichszeitraum ein ganzes Jahr, dann ist die Zahl der Arbeitslosen seit März 2003 um alarmierende 16.7% angestiegen. Von den 3.937 neu als arbeitslos gemeldete Personen stammen alleine 2.407 aus dem Dienstleistungssektor, dieser starke Anstieg wird damit unmittelbar dem Rückgang in der Touristikbranche zugeschrieben.

Es gibt aber auch ein paar positive Zahlen die zwar den Trend nicht umkehren können, aber eine Erklärung für den heftigen Anstieg der Arbeitslosenzahlen liefern. Im Moment drängen geburtenstarke Jahrgänge und viele Immigranten auf den Arbeitsmarkt und haben den Anteil der aktiven Bevölkerung stärker ansteigen lassen, als gleichzeitig neue Arbeitsplätze entstanden sind. Gegenüber dem letzten Jahr ist die aktive Bevölkerung auf den Kanaren um satte 5,9% gestiegen, die Anzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze allerdings nur um 4,9%. Es haben insgesamt 37.000 Menschen mehr auf den Kanaren einen Arbeitsvertrag als noch vor einem Jahr. Diese sehr positive Zahl wird allerdings von einem noch größeren Anstieg bei der Zahl der neu Arbeitssuchenden überholt. Wenn man lang genug sucht, dann findet man in jeder Nachricht etwas Positives...



Dienstag 06.04.04 09:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Australien baut den größten Trimaran der Welt für den Fährverkehr zwischen den Inseln

Endlich können wir uns wieder auf einen neuen Weltrekord freuen, die Reederei Fred Olsen hat den größten Trimaran der Welt bei einer Werft in Perth in Auftrag gegeben. Das 127 Meter lange Schiff wird auf der Route Los Christianos (Tenerife Süd) - San Sebastian (La Gomera) und La Palma eingesetzt. Das neue Schiff kann 1.350 Passagiere aufnehmen und zusätzlich noch 400 Autos. Die Geschwindigkeit der Fährschiffes beträgt 80 Stundenkilometer, so dass die Strecke von Los Christianos nach La Palma in weniger als zwei Stunden bewältigt werden kann. Bislang fährt der Katamaran „Benchijigua Express“ auf dieser Route, der fast genauso schnell ist, aber 30 Meter kürzer ist und 400 Passagiere weniger befördern kann.

Das neue Schiff wird gegen Oktober von Australien zu den Kanaren fahren und wann die Jungfernfahrt für den regulären Fährverkehr beginnt, das kann man noch nicht genau vorhersagen. 50 Millionen Euro kostet der größte Trimaran der Welt und das neue Schiff wird die Vormachtstellung der Reederei Olsen im interinsularen Fährverkehr noch vergrößern. Bislang unterhält die Reederei Olsen 4 Schnellfähren, allesamt Katamarane „Benchijigua Express“, „Bentayga Express“, Bonanza Express“, Bocayna Express und die gute alte „Barlovento“, als einziges Einrumpfschiff.



Montag 05.04.04 17:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 27 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 65%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Treffen der Computerfreaks in El Paso

Seit gestern findet im „Recinto Ferial“ das erste Treffen von Computerfreunden und Linux Anhängern statt. Das „Recinto Ferial“ befindet sich unterhalb der Plaza gegenüber des Rathauses, der Eingang ist gleich neben dem Posten der Guardia Civil. Bis 7. April geht die „Fiesta de la Informática Libre de El Paso“ noch und wird von der Gemeinde unterstützt. Die Teilnehmer bringen selber ihre Rechner mit um dann gemeinsam Informationen auszutauschen, vorwiegend über Linux und das Internet. Ich wusste gar nicht, dass es hier auf La Palma eine Linux-Gemeinde gibt, dachte ich doch eher wir sind ganz und gar in Bill Gates Hand.

Vormittags geht es eher ernst zu, da werden Kurse abgehalten über Linux und Internet. Es wird Konferenzen geben und kleine „runde Tische“ über dieses oder jenes Thema über alles was mit Computer zu tun hat. Nachmittags soll aber nicht nur ganz so ernst zugehen, sondern man will auch gemeinsam Computerspielen frönen und Programme austauschen. Man will online an Spielewettbewerben teilnehmen und anschließend darüber in kleinen Gruppen sprechen. Wenn man bedenkt, dass El Paso vor 2 Jahren noch nicht einmal einen Computerladen hatte, dann hat sich ja richtig was getan in dem kleinen Ort an dem die meisten einfach nur vorbei fahren.



Montag 05.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 17 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1018 hPa stabil

Erstes Krematorium der Insel steht kurz vor der Eröffnung

Es fehlt noch die Genehmigung für den Betrieb der Anlage, sonst ist alles bereits fertig und vom technischen Standpunkt aus gesehen könnte die Anlage sofort in Funktion treten. Das Krematorium steht auf dem Friedhof von Las Manchas welches zur Gemeinde von Los Llanos gehört. Einäscherungen sind auf den Kanaren eigentlich nicht üblich, hier wird der Sarg normalerweise in Betonschächten beigesetzt, die oberirdisch an Bienenwaben erinnernd gleichzeitig die Außenmauern des Friedhofes bilden. Wer bislang eine Feuerbestattung wollte, der musste umständlich und mit hohen Kosten verbunden den Umweg über Tenerife gehen.

Die Gesellschaft ist aber auch hier im Wandel und so trägt die Gemeinde Los Llanos den neuen Anforderungen, auch in diesem so endgültigen Schritt Rechnung. Dazu kommt noch, dass viele der hier lebenden Ausländer die Einäscherung bevorzugen, nicht nur aus Gründen der Tradition. Es ist sehr aufwendig einen Leichnam im Sarg in ein anderes Land zu transportieren und viele der Ausländer wählen dann doch das Heimatland als allerletzte Ruhestätte und eine Urne reist sehr viel einfacher. Wann die Eröffnung stattfindet und wer der erste „Ehrengast“ im ersten Krematorium La Palmas sein wird ist noch nicht bekannt gegeben worden.

Es sind noch Plätze frei auf La Palma


Sonntag 04.04.04 18:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 24 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70%, Luftdruck 1016 hPa fallend

Traumwetter am Palmsonntag

Auch wenn das Barometer heftig hin und her springt bleiben die Aussichten für die nächsten Tage touristisch gut. Zwar drängelt westlich der Kanaren ein Tiefdruckgebiet, aber es kommt nicht so recht voran und wird wohl vom vorherrschenden Hochdruckgebiet nach Norden geschoben werden. Die Temperaturen sind tagsüber jetzt eher schon sommerlich, fallen aber nachts wieder auf etwa 15 Grad. Da kaum Wind weht und nur sehr hohe Zirren am Himmel stehen war heute der ideale Tag für die Vulkantour. Die Tage an denen man ganz wolkenlos die gesamte Tour gehen kann sind selten, meist sorgt der Nordostpassat in den ersten zwei Stunden der Tour für wenig Durchblick. Auch das Meer gibt sich österlich friedlich und nur schwache Wellen sorgen dafür, dass in Puerto de Naos, Puerto de Tazacorte und in Los Cancajos munterer Strandbetrieb läuft. Das ist das Wunderbare auf La Palma, die einen gehen in die Berge, die anderen gehen baden und für jeden ist etwas dabei. Vermuten Sie jetzt keine Schleichwerbung für La Palma, ich erzähle einfach nur wie es ist...



Sonntag 04.04.04 09:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 69%, Luftdruck 1019 hPa stabil

Die liebe Verwandtschaft kommt

Die Zeit der Osterferien ist auf den Kanaren traditionell Hauptreisezeit von Insel zu Insel. Man fährt zur Tante und zum Onkel oder schlimmer, Tante und Onkel kommen einen besuchen. Die interinsularen Flüge sind ausgebucht und wer jetzt wirklich noch kurzfristig einen Trip auf eine andere Insel unternehmen will, der muss auf die Fähre ausweichen oder sich auf die Wartelistenlotterie am Flughafen einlassen. Die „semana santa“, so heißt die Osterwoche hier würfelt die Bewohner der Kanaren lustig durcheinander, so dass man manchmal daran zweifelt ob am Ende der Ferien jeder seine Insel wieder findet.

Die beiden beliebtesten Inseln zu Ostern sind Lanzarote und Fuerteventura, vielleicht gerade deswegen weil man dort am wenigsten Verwandtschaft vermutet. Wenn es das Wetter gut mit uns meint, dann kann man schon die Badesaison eröffnen und wer vorsichtshalber sein Handy vergessen hat, der hat eine gute Woche Ausspannen vor sich. Nur Ignoranten oder Ausländer arbeiten in dieser Woche normal. Wer so weltfremd ist und irgend einen wichtigen Termin in die Osterwoche legt hat von vorneherein gleich verloren und erntet nur mitleidsvolle Blicke. Sie hätten die Blicke meiner Deutschschüler sehen sollen als ich doch tatsächlich Hausaufgaben für die nächste Woche verteilen wollte. „En semana santa - estas loco?!


Samstag 03.04.04 16:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 70%, Luftdruck 1020 hPa stabil

12% der Einwohner in Los Llanos sind Ausländer

3.415 Leute nicht spanischer Herkunft haben einen Wohnsitz in Los Llanos, damit ist die Hauptstadt des Aridanetales auch zugleich multikulturelle Hauptstadt. Santa Cruz hingegen bringt es nur auf 1.385 Nichtspanier. Wobei die Zuwanderung aus Mitteleuropa stagniert, nehmen inzwischen Südamerikaner den ersten Platz bei der Statistik ein. 1.704 registrierte Einwohner aus Ländern Lateinamerikas wohnen in Los Llanos und 1.543 Menschen aus EU-Ländern. Des weiteren gibt es noch 95 Afrikaner, 66 Asiaten (die arbeiten alle im China-Restaurant...) und 9 Mitbürger kommen aus Ozeanien.

Juan Ramón Hernández, der Bürgermeister von Los Llanos gibt sich weltmännisch offen für Immigration, aber zwischen den Zeilen kann man schon hören, dass es auch Befürchtungen gibt über die schnellen Zuwächse. Hauptproblem ist die hohe Arbeitslosigkeit auf La Palma und nun drängen viele junge Südamerikaner auf den umkämpften Arbeitsmarkt und machen es den Palmeros noch schwerer Jobs zu finden. Dazu kommt noch, dass man in den Kreisen der Immigranten auch eine hohe Anzahl von Leuten vermutet, die ohne die erforderlichen Papiere arbeiten und so eine billigere Konkurrenz zu den legal arbeitenden Firmen stellen.



Samstag 03.04.04 09:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 68%, Luftdruck 1021 hPa steigend

Höchste maritime Schutzzone für die Binnengewässer der kanarischen Inseln

Die international Schifffahrtsorganisation IMO der Vereinten Nationen hat nun endlich dem Ersuchen Spaniens zugestimmt, die gesamten Binnengewässer der Kanaren als besonders schützenswert einzustufen. Gegen die Stimmen Liberias, Panamas und Russlands wurde auf dem 51. Gipfel in London diese Maßnahme durchgesetzt. Zunächst beschränkt sich diese Zone auf 12 nautische Meilen um die kanarischen Inseln, eine Erweiterung ist aber bereits für 2005 geplant. Die Gewässer um die Kanaren erhalten damit den gleichen Status wie die Zone um die Galapagosinseln und das große Korallenriff vor Australien.

Für die Schifffahrt bringt das einige Einschränkungen mit sich, deshalb haben die Länder mit Billigflaggen auch heftig gegen diese Entscheidung gekämpft. Alle Schiffe mit gefährlichen Gütern an Bord müssen sich anmelden bevor sie die kanarischen Gewässer befahren und den Behörden bleibt es vorbehalten, Schiffen mit hoher Gefahrenstufe die Einfahrt in das Gebiet der kanarischen Inseln ganz zu verbieten. Umweltschutzorganisationen begrüßen diesen Schritt, fordern aber die sofortige Ausdehnung der Zone. Für La Palma selbst hat diese Entscheidung zunächst keine Konsequenzen, liegt doch La Palma weit ab von den Routen der Frachter, die den Atlantik befahren.



Freitag 02.04.04 17:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 21 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 69%, Luftdruck 1019 hPa stabil

Die Überwachung der Wälder gegen Waldbrände wird auf Mai vorgezogen

Die sehr positiven Resultate der intensiven Überwachung der Wälder im Sommer haben die Umweltschutzbehörde überzeugt und nun gibt es mehr Geld um bereits 2 Monate früher mit der Überwachung zu beginnen. In den letzten drei Jahren gab es keinen nennenswerten Waldbrand mehr, da sofort auch die kleinsten Brandherde entdeckt wurden und einfach gelöscht werden konnten. Neben 300 Leuten die ein dichtes Überwachungsnetz der Waldzonen La Palmas bieten, stehen ein Löschflugzeug und ein Hubschrauber in ständiger Bereitschaft um sofort eingreifen zu können.

Nach dem verheerenden Waldbrand des Jahres 2001 im Norden der Insel hat man die gesamte Struktur der Brandbekämpfung mit Erfolg geändert. Damals konnte sich der Brand nur deshalb so stark ausbreiten, weil es viel zu lange dauerte bis Hubschrauber und Löschflugzeuge eingegriffen haben. Umständliche Meldewege und ein chaotisches Hin und Her zwischen drei Behörden sorgten für die katastrophale Verspätung der Brandbekämpfung. Die Verwüstung von 8.000 Hektar Wald und landwirtschaftlicher Fläche war die Folge. Das soll sich nicht wiederholen und nun hat man die Organisation so gestrafft, dass Hubschrauber und Löschflugzeug sofort starten können und nicht erst das OK eines Funktionärs abwarten müssen, der in Tenerife in irgendeiner Bodega sitzt und sein Handy ausgeschaltet hat, während auf La Palma der Wald verbrennt. Es könnte alles so einfach sein...



Freitag 02.04.04 08:30 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 71%, Luftdruck 1016 hPa steigend

Fisch aus La Palma für die Restaurants in New York

Erfreuliches hört man über die Fischfarmen die ihre Schwimmkäfige vor Puerto de Tazacorte im Meer verankert haben. Die Firma „Aquibag S.L.“ konnte im Jahr 2003 125 Tonnen Doraden (Goldbrassen) in den Export bringen von denen der Großteil auf die spanische Halbinsel ging, aber auch nach New York und Chicago. Die hier gefangenen, oder besser geernteten Doraden gehen allerdings erst nach Tenerife und von dort weiter in die große weite Welt. Für 2004 hat man eine Produktion von 300 Tonnen eingeplant und will das mit neun Mann Belegschaft bewerkstelligen.

Dabei soll ein neues Boot helfen, welches mit einem Kran bestückt direkt die Doraden aus den Schwimmkäfigen ziehen kann. Der fast 16 Meter lange Katamaran hat nach Aussage der Firma 300.000 Euro gekostet und ist eine Spezialanfertigung aus einer Werft in La Coruña. Bei so teurem Arbeitsgerät wird auch eher verständlich warum die Betreiber der Firma beteuern, dass erst ab einer Produktion von 500 Tonnen Speisefisch jährlich, der erste Gewinn anfällt. Die New Yorker müssen also weiter kräftig Fisch aus La Palma essen um dieses gesteckte Ziel zu erreichen. Wir auf La Palma werden dabei nicht viel helfen können, die Dorade zählt bei den Palmeros nicht zu den beliebtesten Speisefischen und so bekommt man die Goldbrassen aus La Palma ganz selten in Restaurants auf der Insel angeboten. Aber das kennt man ja auch woanders her oder glauben Sie, dass die Holländer ihre Tomaten auch selber essen?



Donnerstag 01.04.04 18:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 1 mm, Luftfeuchte 70%, Luftdruck 1014 hPa sinkend

Es scheint ernst zu werden für die Playa Nueva

Die kleine Siedlung an der Playa Nueva, auch „Los Guirres“ genannt steht seit bereits drei Jahren auf der Abschussliste der Küstenbehörde, weil es sich um eine illegale Siedlung in der Küstenlinie handelt. Von solchen Siedlungen gibt es eine ganze Menge auf La Palma und bislang hat sich kein Mensch und keine Behörde darum besonders gekümmert. Die Küstenbehörde hat nun angekündigt eine letzte Frist zu geben, in der die Bewohner der Siedlung ihre Einsprüche vorbringen können. Etwa 100 Leute leben dort, viele allerdings nur zeitweise und manch eine dieser Hütten wird auch schon mal als Strandhäuschen vermietet. Es gibt keinen Zweifel, dass die Behörde im Recht ist, es darf an der Küstenlinie nur in urbanen Zonen gebaut werden, aber die Frage bleibt offen warum jetzt auf einmal etwas stört, was Jahrzehnte lang geduldet wurde.

Es gibt ganz andere Beispiele für einen Weg aus der Illegalität, als bestes Beispiel brauche ich nur das neue 4,5 Sterne Hotel in Fuencaliente erwähnen. Das ist auch illegal nach dem touristischen Moratorium und da hat man einfach in die Trickkiste gegriffen und aus 4 Sternen 5 gemacht obwohl diese Anlage die gestellten Forderungen an 5 Sterne in vieler Hinsicht nicht erfüllt. Wen stören denn, zugegebener Maßen nicht gerade schöne, Minisiedlungen in der ein Wirt sein Auskommen hat und viele Leute das Leben am Strand genießen. Uns hier stört das nicht und ich werde den Verdacht nicht los, dass Platz geschaffen werden soll für Investoren zukünftiger touristischer Anlagen. Natürlich kann man einem erlauchten Pauschalpublikum nicht den störenden Anblick selbstgebauter Hütten zumuten. Es könnte ja sogar die Gefahr bestehen, Einheimischen zu begegnen oder noch schlimmer, die Gäste könnten ihr Geld dort ausgeben, wo die Tourismusveranstalter nicht mitverdienen können.

Ich will jetzt nicht zu polemisch werden aber es fällt schon auf, wie der hotelsüchtige Bürgermeister aus Tazacorte, der jahrelang über die Siedlung in der Playa Nueva hinweggesehen hat, sich nun plötzlich ganz hinter die Küstenbehörde stellt. Diese Behörde kommt ihm wie gerufen, denn nun kann man ihm ja nicht die Schuld geben, wenn die Hütten abgerissen werden. Es gab bereits Vorschläge die Playa Nueva in einen Campingplatz umzuwandeln, dann gäbe es eine Möglichkeit für die dortigen Bewohner zu bleiben. Einige versuchen auch mit dem Hinweis auf ihr chronisches Asthma aus gesundheitlichen Gründen ein Bleiben an der Playa Nueva durchzusetzen. Ich kann nur hoffen, dass es einen palmerischen „Königskompromiss“ geben wird und sich die Küstenbehörde nicht als willfähriges Werkzeug für bauwütige Bürgermeister hergeben wird.



Donnerstag 01.04.04 08:00 El Paso - Dos Palmas
Temperatur 15 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 69%, Luftdruck 1016 hPa stabil

Weltsensation, neue Pflanze auf La Palma entdeckt

Wir durften stolze Zeugen der wissenschaftlichen Bestimmung der erst vor ein paar Tagen neu entdeckten Pflanze sein. Diese Pflanze gilt als Weltsensation und eine große Zahl international anerkannter Wissenschaftler ist schnell angereist um das Rätsel dieser so seltenen wie seltsamen Pflanze zu entschlüsseln. Man gab der Pflanze den Namen „Duglamonia palmensis“, da man sie zu der großen Pflanzefamilie der Duglamonien rechnet, die auch als Tagschattengewächse bekannt sind. Den entscheidenden Durchbruch in der Entschlüsselung der Zugehörigkeit der Duglamonia palmensis gelang dem anerkannten Wissenschaftler, Professor Dr. Dr. hc. se. abc. Hironimus Wülfenzerpel.

Professor Dr. Dr. hc. se. abc. Hironimus Wülfenzerpel ist eine Koryphäe auf dem Gebiet der singularischen Paraplexität bei endemischen Singpflanzen. Sein in aller Welt anerkanntes Fachwissen konnte der „Beckenbauer der Pflanzenwelt“ auf vielen internationalen Symposien demonstrieren. Unvergesslich sind seine Abhandlungen über die stille duomorphologische Konstraszenz bei Entengrütze im oberen Amazonasunterbecken einerseits und der clamativen singulären Illuminizenz beim extrem gemeinen Hundsgänseblümchen (belli belli officinalis) andererseits. Die Welt wäre ärmer ohne diese hehren Geistesmenschen und so hat das weiße Haus auch umgehend reagiert und Professor Dr. Dr. hc. se. abc. Hironimus Wülfenzerpel in den innersten Beraterkreis gerufen. George Rush und Donald Bumsfeld werden nicht müde die befruchtende Zusammenarbeit mit dem aus Rimmen an der Uller stammenden Wissenschaftler zu loben. Ich schweife ab, wir wollten doch über die Pflanze reden.

Laut Professor Dr. Dr. hc. se. abc. Hironimus Wülfenzerpel handelt es sich bei der Duglamonia palmensis um ein Scheinrhizom mit persiphologischer Grundstruktur und transistorischen Appendikeln. Das soll heißen, unten sind die Wurzeln und oben die Blätter, bis dahin ist alles noch normal, dann aber ergeben sich fundamentale Unterschiede in der sukzessiven Integritätssymptomatik zur übrigen Pflanzenwelt. Die Duglamonia palmensis ist dreihäusig, hat also sowohl männliche, weibliche wie sächliche Fortpflanzungsorgane. Bei jungen Pflanzen kann es aber auch zu einer paraplexischen Doppelzwittrigkeit kommen, was sich bei fortschreitender Adoleszenz allerdings wieder gibt. Das Blätter sind endomorph und von lanzettartig zylindrischer Form, an den Spitzen zweiseitig konisch onduliert und spreizförmig gerippt. Die Blüten haben kelchartige Scheinblütenblätter, drei an der Zahl und formen einen perfekten Halbkreis in andogener Persistenz. Die Farbe schwankt je nach prediakonischem Zyklus zwischen Campari und Ferrari, erscheint aber nachts dunkler als in den vergangenen Wochen. Hervorzuheben ist noch, dass die sächlichen Fortpflanzungsorgane an einem strahlenden Mattgrau in mitten der invisiblen Luftwurzeln zu erkennen sind.

Aus den Blüten entstehen nach kurzer Trachtzeit mächtige kubischovale Scheinfrüchte mit substraktiv apendizitischen Ausbuchtungen an der Außenseite der Früchte, welche ein dem Gallenblasensekret des Kugelfisches ähnliche paratoxische Substanz enthalten. Die Früchte sind dennoch essbar, wenn man sie in reiner Buttersäure bei 28 Grad nördlicher Fahrenheit poeliert. Professor Dr. Dr. hc. se. abc. Hironimus Wülfenzerpel schwört auf die endoperistaltischen Eigenschaften eines aus der Duglamonia palmenesis gewonnenen Dicksaftes. In ersten Feldversuchen gelang es bei einigen Probanten einen Gewichtsverlust von 100% innerhalb kürzester Zeit zu erreichen. Die monoduale Trivertigenz des unter dem Namen „FATEX“ erhältlichen Präparates zielt dabei direkt auf die Hirnweghangdrüse, im Volksmund auch „Bohlenscher Beutel“ genannt. Es gelang uns ein besonders beeindruckendes Exemplar der Duglamonia palmensis vor die Kamera zu locken und präsentieren Ihnen hier mit klammheimlichem Stolz dieses seltene Photodokument.


Duglamonia palmenesis april aprilii




Familie Ingrid & Mathias Siebold
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La Palma, Islas Canarias, Spanien
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