La Palma Aktuell
Frische Nachrichten von einer kleinen, grünen Insel im Atlantik


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Mittwoch 18.01.2017

Ich muss den Urlaub leider verlängern, da ich wieder ins Krankenhaus muss.




Donnerstag 12.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 21,1 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Eine Woche Urlaub
Nächsten Donnerstag geht es weiter





Auch andere Väter haben schöne Katzen... Jing und Jang von Achim Trispel






Donnerstag 12.01.2017 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von "Los Lavaderos"
Colores de La Isla - Farben der Insel


Wir sind eine Gruppe von Deutschen, die sich seit zehn Jahren zur freien Malerei trifft. Seit einigen Jahren malen wir im alten Waschhaus von Tazacorte, genannt "Los Lavaderos", daher unser Name.
Mit uns zusammen stellen die spanischen Künstlerinnen "Las Pinceladas" aus, die sich zu etwa der gleichen Zeit formiert haben. Sie treffen sich regelmäßig in deren Atelier in der Casa Cultura in Tazacorte.
Wir 13 Kreative mit sehr unterschiedlichen Maltechniken versprechen eine vielfältige Farbenpracht.
Die Eröffnung der Ausstellung ist am kommenden Samstag um 16:00 Uhr in der Casa Cultura in Tazacorte pueblo.






Mittwoch 11.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 14,3 Grad

Der Räuber ist immer der Gärtner
Natürlich nicht, und wenn das mal so einfach wäre


Wir befassen uns ja nicht das erste Mal mit dem Thema Diebstähle aus Ferienwohnungen hier auf der Insel und in der Tat, leider gibt es da auch immer wieder Grund, sich damit zu befassen. - Allerdings versuchen wir eine Taktik, die oft aufgeht, wir bemühen uns den Freunden des fremden Eigentums die Laune zu verderben, in dem man eben einfach kein Geld im Hause lässt. - Es geht meist ausschließlich um Bargeld, selten werden andere Dinge mitgenommen, es ist halt schwer bis verräterisch, Kameras, Handys oder andere Elektronik hier zu Geld machen zu wollen. - Mit dem simplen Trick, das Bargeld einfach immer bei sich zu tragen, auch wenn man abends die Wanderbelohnung in Form von kontrolliert Gegorenem auf der Terrasse zu sich nimmt. - Wenn die einschlägigen Jungs, Mädels scheinen im Moment nicht unterwegs zu sein, dann mitbekommen, da oder dort ist nichts zu holen, dann riskieren die auch gar nicht erst bei einem Einbruch oder einem Einstieg erwischt zu werden.

Meist handelt es sich nämlich nicht mal um einen Einbruch, oder gar Raub, sondern um "simplen" Diebstahl, auch mit den juristischen Folgen, dass die "Chorizos", selbst sollten sie erwischt werden, nach der Aufnahme der Personalien wieder auf die Straße geschickt werden. - Darüber hinaus ist es eben nicht einfach, jemandem nachzuweisen, dass dieser oder jener Schein nicht der Person gehört, die ihn eben bei sich trägt. - So kommt es auch immer wieder vor, dass Leute beim Versuch zu klauen gestellt werden, ihnen aber nichts nachzuweisen ist. - Auch tritt öfter der Fall ein, dass man eine ziemlich genaue Vermutung hat, wer denn gerade dort in der Gegend unterwegs war, aber man eben auch keine Handhabe hat, diese Leute dann auf Verdacht hin einzukassieren. - So kommt es dann eben, dass, uns allen bekannte Leute, hier monate- manchmal sogar jahrelang Klauen gehen, ohne robuste juristische Folgen, da man ja sowieso auf den Gerichtstermin wartet, der auch schon mal erst in ein paar Jahren sein kann. - Ich bin nicht genügend juristisch geschult, um hier Kritik zu üben, aber das machen andere, hinter vorgehaltener Hand sogar die Exekutive, welche immer wieder die gleichen Jungs dem Staatsanwalt übergeben, dann aber feststellen müssen, dass der Richter keinen sofortigen Haftgrund sieht.

Die bekannten Jungs haben so allesamt ihre Masche, einer kommt als Wandersmann daher, mit Rucksack und strammen Waden, eben bloß nicht auffallen und ein ganz prominenter Zeitgenosse gibt sich gerne und erfolgreich als Gärtner aus, und hat damit erschreckend oft Erfolg gehabt. - Dabei ist er gar nicht so weit ab vom Schuss, denn früher, da war der großgewachsene vierzigjährige Wuschelkopf mit den bereits grau werdenden Haaren auch Gärtner und hat sich, wie pfiffig, darauf spezialisiert, für ausländische Hauseigentümer Palmen zu beschneiden. - Das war ihm wohl auf die Dauer zu anstrengend und seit ein paar Jahren gibt er nur noch vor, Gärtner zu sein, und erklärt damit eben sein Erscheinen auf den Grundstücken, und manchmal zieht er dann auch noch gekonnt einen Notizblock heraus, was ihn auch noch wie einen Obergärtner wirken lässt. - Allerdings spioniert er nur aus, oder wartet auf eine Gelegenheit, eben auf die, wenn die Urlauber auf der Terrasse sitzen, aufs Meer blicken und natürlich nicht die Fenster und Türen verrammelt haben. - Wer dann sein Geld in der Geldbörse hat, oder die Handtasche trotzdem bei sich, und nicht auf dem Bett liegen, oder dem besten Versteck der Welt, das Geld in der Butterdose im Kühlschrank, der kommt freudig davon, andere müssen dann am Folgetag vor der Polizei zugeben, dass sie völlig arglos auf Spitzbuben hereingefallen sind.

Die vielen Diebstähle in den Ferienhäusern und Appartements sind natürlich ein großes Ärgernis für die touristischen Bemühungen der Insel und vor allem der Hauseigentümer und Vermittler, und so geht das auch regelmäßig durch die Presse und immer wieder beruhigt man uns dann, dass eigentlich die Statistik La Palma als äußerst sichere Insel aufweist. - Ich scheiße auf jede Statistik, wenn ich dennoch mehrmals im Monat auf der Polizei übersetzen muss und die sind genau so genervt, weil sie meist keine Handhabe finden, den Jungs etwas nachzuweisen und selbst wenn man eben jemanden, "mit der Hand im Teig", wie man hier sagt erwischt, heißt das noch lange nicht, dass der entsprechende Dieb damit von der Straße ist. - Erst neulich verfasste man einen unglücklich geratenen Pressetext in dem es hieß, die Kriminalität auf der Insel sei kontrolliert und stabil und das sollte beruhigend wirken. - Für die Betroffenen allerdings klang das wie blanker Hohn, denn kontrolliert kann auch heißen, man wisse wer da klaue und stabil, dass es immer die Gleichen sind. - Natürlich ist da auch reichlich Polemik unterwegs, beklaut werden ist ein äußerst unangenehmes Gefühl, wer aber ganz einfach sein Geld bei sich trägt, und sei es im Brustbeutel, der wird hier auf der Insel nicht beklaut werden.

Und weil die Presse da so dahinter steht, machen nun fast alle Zeitungen mit dem Artikel auf, "Der Gärtner" sei wieder mal gefasst und alleine aus dem Wort wieder dürfen wir ja ableiten, dass der gute Mann mehr als bekannt ist, nämlich bereits berühmt. - Hier im Tal konnte sich C. (den Namen ausschreiben, oder gar ein Bild senden, das darf ich nicht) schon lange nicht mehr frei bewegen, denn jeder kannte ihn bereits und Vorhänge haben Augen und Telefone, also hat der Gärtner seine Hauptaktivitäten in den letzten Monaten nach Tijarafe und Puntagorda verlegt. - Aber auch dort lässt man sich ungerne beklauen und nun ist der Gärtner erneut erwischt worden und festgesetzt und dem Richter vorgeführt, allerdings ist noch nicht raus, ob er nun wegen seiner Vorgeschichte gleich einwandern muss, oder schon wieder unterwegs ist. - Und bitte, nicht gleich jeden vermöbeln, der nun einen Schlauch in der Hand hält, Gärtner ist ein sehr ehrenwerter Beruf, habe ich auch viele, viele Jahre gemacht, allerdings wenn der Bock sich selbst zum Gärtner macht, dann kann das problematisch werden. - Kluge Hauseigentümer melden sich an, wenn sie am Haus was zu tun haben, oder erklären sich, und Sie sollten halt schon misstrauisch sein, aber vor allem ihr Geld nicht herumliegen haben, sondern vielleicht einfach in der Hosentasche mit sich tragen, da kommt auch kein Gärtner dran.





Hallo, ich bin es, der Paul. - Ich wollte nur an Ihre Mäuse! - Wie schnell man missverstanden werden kann...




Mittwoch 11.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Crystel La Palma
Es spricht sich rum und wir werden immer mehr...


Weil´s beim ersten Mal so schön war, haben wir am 23.12. die 2. Lesebühne vom Stapel gelassen und siehe da: noch mehr Lese-und Schreibbegeisterte füllten die Räumlichkeiten der "Villa LoCa" in Puerto Naos.

Nun soll auf vielfachen Wunsch am Freitag, 20.1.2017 Lesebühne Nr. 3 gestartet werden, wieder um 17 Uhr, wieder in der "Villa LoCA" in Puerto Naos.

Der Schriftsteller Manolo Link besucht gerade nach 17 Jahren Abwesenheit La Palma und liest aus einem seiner Werke vor, Selbsterlebtes in Neuseeland und Australien anhand von Tagebucheintragungen erfahren wir von Bärbel und Thomas aus La Sabina, auch der Film- und Theatermann Felix Demant-Eue aus dem Süden unserer kleinen grünen Insel wird zur Unterhaltung beitragen.

Lassen wir uns überraschen, es wird wieder spannend.






Dienstag 10.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 16,1 Grad

Und wenn er einfach müde ist?
Der Baum der Bäume macht Sorgen


Dabei ist die Frage durchaus erlaubt, welcher denn bitte der Baum der Bäume hier auf der Insel ist, aber wer hier im Aridanetal lebt, noch dazu in El Paso, der wird für diese Frage wenig Verständnis haben. - Aber allen anderen sei die Frage natürlich gestattet, wir sprechen vom "Pino de la Virgen", also von der Kiefer der Jungfrau, wobei man hier eigentlich bereits im Vorfeld eingreifen muss und gleich dazusagen, dass die Kiefer deutlich älter ist als die Jungfrau dort im Bäumchen, wir also die Besitzbeschreibung um Namen "Kiefer der Jungfrau" eigentlich umstellen müssten und Jungfrau der Kiefer daraus machen sollten. - Beides wird gebraucht, jeder beruft sich auf den anderen und natürlich kann keiner ohne den anderen richtig wirken. - Wobei der Baum alleine bereits seinen, was denn eigentlich steht, mit über 800 Jahren wird er wohl die älteste Kiefer der Kanarischen Inseln sein und nun wird eben auch deutlich, dass die Jungfrauenerscheinung und sowieso die Statue viel jünger sind, denn die Eroberer mit ihren Heiligen im Gepäck, kamen an die dreihundert Jahre später, als der Baum alt ist.

Ob nun dieser Baum auch bereits eine besondere Bedeutung für die Ureinwohner der Insel hatte, das wissen wir nicht, allerdings nutzten auch diese Bewohner bereits den Reventón Pass als Weg von einer Inselseite zur anderen, und diese mächtige Kiefer, die steht nun mal am Anfang, oder am Ende des Passes, ganz wie man will, kann und läuft. - Einem Soldaten aus der Schaar des Fernando de Lugo erschien eben dort im Baum eine Maria, so wie uns Katholiken das hin und wieder einfach passiert, und seit der Zeit verehrt man eben diesen Baum eben ganz besonders und schreibt dieser Kiefer und eben ihrer Erscheinung besondere Fähigkeiten bis Wunder zu. - Es ist wirklich so ein bisschen ein Katholikending, später stellte man dann eine Figur erst in den Baum, noch später kam ein, zunächst kleiner Altar dazu und schließlich eine Kapelle, die dann in unserer Zeit zu einer richtigen Wallfahrtskirche heranwuchs. - Gut, es gibt größere solche Kirchen, aber Kapelle ist eigentlich schon zu klein und die Verbindung zwischen den Einwohnern des Aridanetals und schon besonders der Leute aus El Paso zu ihrer "Virgen" ist eine ganz besondere Geschichte.

Gegen Dürre, gegen Feuer, gegen Furunkel und die schlechtgelaunte Schwiegermutter und natürlich für alles Gute ist "Nuestra Señora del Pino" da und in der Tag, auch heute noch, und auch für jüngere Menschen als unserdrei, stellt die Maria der Kiefer eine wichtige Institution dar. - Die mächtige Baum ist dabei eigentlich gar nicht der wunderbringende Teil, dennoch wird auch diese uralte Kiefer verehrt und als es mal brannte am Reventón, da stellte man Leute nur für den Schutz dieses Baumes ab, wäre ja noch schöner, wenn dem Baum der Bäume was passiert. - Um alle Pilger gut zu empfangen vergrößerte man im letzten Jahrhundert noch den Vorplatz der Kirche und weitete diesen Platz sogar über den Standort des Baumes aus. - Bis in knapp vier Meter Höhe schüttete man den Baum mit Erdreich zu und setzte obenauf Bodenfließen, alles schön sauber, adrett und nett, da freuen sich doch die Pilger, der Pfaffe und die Jungfrau.

Allerdings lässt die große Kiefer mindestens seit dem Jahrtausendwechsel die Nadeln ein bisschen hängen, um das mal lapidar auszudrücken, man merkt einfach, dass der Baum nicht mehr so gut im Saft steht wie die vielen Jahrhunderte vorher, und in den letzten 15 Jahren ist das ganz deutlich geworden, ein ganzer Ast ist inzwischen kahl und man sieht es dem Baum an, der strotzt nicht mehr vor Gesundheit. - Lange schon ist man daran sich zu überlegen, woran es denn liegen könnte und ich komme heute darauf darüber zu schreiben, da ich genau vor 10 Jahren auch schon darüber geschrieben habe, dass man vorhätte, der Ursache der fahlen Erscheinung des Baums auf den Grund zu gehen. - Noch mal zehn Jahre gingen also ins Land, bis man nun endlich, kurz vor Weihnachten angefangen hat, die Erde rund um den Baum aufzugraben. - Man hatte schon mehrere Spezialisten da und die meinten überwiegend, der Baum leide darunter, dass man ihm 4 Meter seines Stammes eingegraben hätte und auch wegen der Versiegelung des Vorplatzes und der Straße rund um die Wallfahrtskirche.

Vorsichtig ist man zu Werke gegangen, mehr Muskelkraft weniger Maschinen, um eben bloß dem Baum nicht an die Wurzeln zu gehen, falls denn da überhaupt Wurzeln seien. - Sind sie, die Kiefer hat also bereits dort gewurzelt, wo man den Stamm eingegraben hat, es wird also nicht so ganz einfach sein, alles wieder auf "Werkeinstellung" zu schalten und der Baum erstrahlt danach wieder in altem und saftigen Grün. - Jetzt ist man sich wieder nicht mehr sicher, was zu machen ist, denn wenn man nun alles wieder aufgräbt, dann gehen die Wurzeln ein, die er bereits dort am Stamm gebildet hatte und das kann sicherlich nicht zur Genesung beitragen. -Jetzt sind wieder die Spezialisten dran, und nun bleibt zu hoffen, dass es nicht wieder zehn Jahre dauert, bis Greifbares für den Baum rüberkommt. - Wobei, mit über 800 Jahren kann man schon mal ein bisschen schwächeln, vielleicht ist er halt einfach nur müde, ich hätte Verständnis dafür.




Um 1890, Aufnahme zur Verfügung gestellt von der "FEDAC" (Archivo de Fotografía Histórica de Canarias)




Pino de la Virgen im Jahr 2008




Im Jahr 2014 und mankann hier gut erkennen, wie links oben ein Ast völlig kahl geworden ist, und dass er überhaupt deutlich weniger Nadeln hat, als noch vor ein paar Jahren




Letztes Bild stammt von Heidi Perr und zeigt die Grabungen an der Kiefer





Dienstag 10.01.2017 07:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 16 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag von Timm Reisinger und Reiner Olzem
Das weite Lavafeld des Vulkans Tacande
Teil 3 von 3






Bei El Paso und östlich davon verläuft der Lavazug unmittelbar südlich der Hauptstraße, er ist auch an der Straßenseite gegenüber dem Besucherzentrum (Centro de Visitantes del Parco Nacional und Auffahrt zur Cumbrecita) deutlich zu erkennen. Hier führt unmittelbar neben dem Hinweisschild eine mit Basaltsteinen gepflasterte Treppe auf den Wanderweg zum Picknickplatz El Pilar, der das riesige Lavafeld des Tacande quert.





Weiter westlich an der Hauptstraße LP-3 in der Nähe des Kreisverkehrs ist die Lava des Tacande in einem kleinen Basaltsteinbruch gut aufgeschlossen. Da die effusive Tätigkeit des Vulkans über einen relativ langen Zeitraum andauerte, konnten sich auch hier fast am Ende des langen Lavastroms noch mehrere Meter dicke Basaltlaven ablagern.

Im Steinbruch werden die in polygonaler, teilweise auch in typischer idealer 6-eckiger Säulenform anstehenden mächtigen Basalte, gebrochen und als Baumaterial weiterverwendet. Interessant sind auch die Basaltsäulen, die die Innenfläche des Kreisverkehrs wie riesige Hinkelsteine schmücken. Die Basalte bestehen aus einer dunklen hauptsächlich silikatischen Grundmasse (bis zu 52% Siliziumdioxid SiO2), in die neben schwarzen Pyroxen- und Amphibolkristallen oft viele kleine grüne und durch Verwitterung gelb und gelbbraun verfärbte Olivinkristalle eingesprenkelt sind. An ihrer Oberfläche tragen die Basaltsäulen meist gelbbraune und leicht rötlich braune Verwitterungsfarben, die durch Oxidation von im Basalt enthaltenem Eisen mit Luftsauerstoff zu Eisenoxiden entstehen.

















Gut 1.000 m nordwestlich des Vulkans Tacande liegt ein auffälliger bewaldeter Vulkankegel. Es ist der alte prähistorische und bereits stärker erodierte Volcan de Enrique, mit 1.255 m Höhe ü. NN ist er 107 m niedriger als der benachbarte Tacande. Die Exkursion zum Tacande ist gut mit einer weiteren kurzen Exkursion zum Enrique zu verbinden, ein kurzer Bericht über die anschließende Exkursion zum Enrique folgt später.


Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Auf La Palma gibt es dieses Buch bei Sorpresa in El Paso zu kaufen, bei Valle Verde in Santa Cruz und in Los Llanos, sowie bei Artesanía Drago in Garafia. Manchmal auch nur als Vorbestellung, oder man geht auf das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.






Montag 09.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 26,2 Grad - niedrigste Temperatur 17,1 Grad

Schmeißen und schmeißen lassen, Populisten beim Popeln erwischt.
Aber die Opposition findet unsere Inselregierung noch gut


Ich muss wohl keine weitere Warnung absondern, heute dreht es sich wieder um Lokalpolitik, und wen das nicht interessiert, der hat den Rest der nächsten sieben Minuten frei. - Allerdings wissen ja die meisten nicht, was sie mit dieser freien Zeit anfangen können, vielleicht wurde ja Facebook genau aus diesem Grund erfunden. - Aber bleiben wir bei freier Zeit, die hat man auch unserer linken Hoffnung Dailos Gonzales angeboten, dem einzigen ins Inselparlament berufenen Mitglied der linken Protestbewegung Podemos. - Allerdings kommt das Angebot, sich doch in den Freizeitpark zu begeben aus den eigenen Reihen, Podemos hat von den Piraten gelernt, innere Zerfleischung schützt robust vor zukünftiger Regierungsverantwortung. - Das passt für Madrid genau so wie für die Kanaren und La Palma, innerhalb des lilafarbenen Protestkonstruktes mit deutlich linker Anlehnung brodelt es gewaltig, und wo es brodelt, fallen Brösel, und auch mal Köpfe.

In Madrid noch nicht, da werden allerdings Positionen bezogen, der eine macht auf Varofakis, der andere auf Özdemir, und jeder hat natürlich das Volk auf seiner Seite, oder mindestens "die da unten" und alleine diese Formulierungen reichen bereits aus, den Populismusvorwurf aufrecht zu erhalten. - Man darf natürlich nicht so weit gehen, jeglicher Opposition blanken Populismus vorzuwerfen, nur weil die was erzählen dürfen, was niemals bewiesen werden muss, aber wer innerhalb der Europäischen Union tatsächlich eine linke Insel des sozialökonomischen Glücks installieren will, der soll zu mir auf den Elfenbeinturm zum Spielen kommen, oder sich die Populistenuniform aufrecht überstreifen. - Alles, was die feschen Jungs und Mädels von Podemos da erzählen, wäre wunderbar, manches sogar zu realisieren, allerdings ist es nicht mehr rein populistisch, auf jeden Fall naiv, und vielleicht schon eine Spur dumm zu glauben, die Märkte und die dahinterstehenden Lobbys würden solche linken Umtriebe innerhalb der Europäischen Union dulden. - Aber immer noch über tausendmal angenehmer, sympathischer und weniger peinlich für ein Land, die Populisten auf der linken Seite zu haben, als im braunen Sumpf der austauschbaren Wahrheiten.

Man müssten den Protest und die guten Ideen in die Volksparteien tragen, wie einen Virus, und es einfach mal versuchen, aber sämtliche Parteien, auch Podemos, unterliegen einem grausamen Missverständnis, dass Demokratie nur etwas für außerhalb sei, in der Partei es aber keine Querdenker oder Freigeister geben darf. - OK, die konservativen Parteien tun sich dabei nicht so schwer, Kadavergehorsam ist meist dort vertreten, aber wenn ich an die PSOE denke, und auch die vielen Streitigkeiten und Zerwürfnisse innerhalb dieser Partei, dann wünschte ich mir manchmal mehr von dem Gehorsam, der oft auch nur Disziplin genannt wird. - Nun hat Podemos auf den Kanarischen Inseln auch Köpfe rollen lassen, wegen Nichteinhaltung der Statuten der Organisation wird Dailos Gonzales aus der Partei geworfen und gleichzeitig aufgefordert, sein Amt als Rat für Podemos im Cabildo Insular de La Palma niederzulegen. - Es geht um den Rauswurf seiner "Rechten Hand", Rodrigo Laiz, der mit ihm als "Person de confianza" ins Inselparlament eingezogen ist und den Dailos Gonzales eben wegen mangelndem Vertrauens vor ein paar Monaten entlassen hatte. - Allerdings gab es bereits vor den Wahlen und der Feststellung, Dailos Gonzales als Spitzenkandidat für La Palma, zwei Gruppierungen innerhalb der Partei, welche gegenteilige Ansichten aber auch Machtansprüche zeigten.

Dailos will gegen den Rauswurf aus der Partei juristisch vorgehen, und darüber hinaus auch sein Amt behalten, welches er bei einer Bestätigung seines Parteiausschlusses nicht abgeben müsste, sondern weiter im Cabildo Insular als Parteiloser Rat wirken könnte. - Allerdings würde er dann keine Diäten als Sprecher der Partei beziehen, sondern würde lediglich Entschädigungen für Zeitaufwendungen in Kommissionen und Plenen erhalten. - Leider wird die nun folgende Auseinandersetzung deutlichen Schaden an der Idee, frischen Wind durch neue Parteien ins Land oder auf die Insel zu holen anrichten. - Ich kenne Dailos viel zu wenig um Sympathie für ihn zu hegen, er hat seine Arbeit als Opposition wohl getan, vielen vielleicht nicht auffällig genug, das mag auch zur Unzufriedenheit mit ihm seitens der Parteiführung beigetragen haben. - Alternative wäre die kämpferische Olivia Fernandez, die sich allerdings in der Öffentlichkeit überhaupt noch nicht dazu geäußert hat, ob sie denn für ein solches Amt zur Verfügung stehen würde. - Es wird spannend, wie viel Porzellan da noch zerschlagen wird, und auch hier ruinieren persönliche Befindlichkeiten politische Ideen, recht viel weiter als andere ist damit die Bewegung Podemos auch noch nicht gekommen. - Dabei sind die so wichtig, einen, mindestens mahnenden Gewissensfinger jederzeit vor zu satte Volksparteivertreter zu halten, aber Tagespolitik wird eben nicht im Elfenbeinturm gemacht und Gutmenschen gelten in der Branche als bevorzugte Opfer.

Alles prima hingegen findet Asier Antona, auf La Palma alles Paletti und die jetzige Inselregierung solle ruhig so weitermachen, Stabilität sei enorm wichtig. - Dreimal musste ich die Überschrift lesen, ich wollte das Wort "nicht" einfach übersehen, denn Asier Antona ist kanarischer Chef der Partido Popular und damit Opposition auf La Palma und er fordert "nicht" das Ende der Regierungskoalition aus PSC/PSOE und CC auf unserem Inselchen. - So ein perfider Kerl, oder so ein Pfiffiger könnte man auch meinen, denn Asier ist ein blitzgescheiter Taktiker und weiß ganz genau, dass mittel- und langfristig die Partido Popular nur Gewinner sein kann, wenn PSC/PSOE und Coalición Canaria weiter gemeinsame Sache machen. - Der denkt eben weiter als nur dieses Wochenende und überlässt den momentanen Protagonismus den politischen Gegnern, wohl wissend, dass seine Position und die seiner Partei dabei nur gewinnen können. - Alles ist durcheinander, politisch auf den Kanaren, die Regierung des Autonomen Region muss gerade nach dem Rauswurf der PSC/PSOE aus dem Pakt mit der CC neu geschmiedet werden und Asier Antona findet, auf La Palma ist alles wunderbar. - Jetzt würde ich als Inselpräsident La Palmas und Mitglied der PSC/PSOE Angst bekommen, wenn die Opposition anfängt, nicht mehr mein Amt zu fordern.




Der Treppenturm des Gebäudes, welches das Cabildo Insular und die staatlichen Behörden beherbergt. - Die globalen Donalds sind auch gleich da...





Montag 09.01.2017 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Timm Reisinger und Reiner Olzem
Das weite Lavafeld des Vulkans Tacande
Teil 2 von 3


An einer Wegekreuzung in einer Senke folgt man dem Pfad nach rechts, steil hinunter in Richtung EL Paso. Nach wenigen zehner Metern verlässt man den Pfad wiederum nach rechts in eine kleine Erosionsrinne, die man überschreitet und danach einer steil ansteigenden, zunächst nur schwer erkennbaren Spur ein weiteres Mal nach rechts auf den 1.362 m hohen Tacande folgt. Nach einem knappen Kilometer steilen Aufstiegs durch lose und rutschige Aschen und Lapilli erreicht man den unteren Rand des Kraters mit der Ausflussrinne des Lavastroms. Hier bietet sich ein eindrucksvoller Blick über den lang gestreckten Lavazug, der sich südlich an El Paso vorbei bis nach Dos Pinos zwischen Los Llanos und El Paso erstreckt.





Die gesamte Länge des Lavazugs beträgt etwa 8 km, seine maximale Breite etwa 1 km. Da der Lavazug - mit Ausnahme von weißlichgrauem Flechtenbewuchs auf der Oberfläche der Lava und wenigen kleinwüchsigen Kiefern - noch immer weitgehend vegetationslos ist, ist er im Gelände stets gut auszumachen.





Die Radiokohlenstoffuntersuchung datiert das Alter der Laven des Tacande auf den Zeitraum zwischen den Jahren 1470 und 1492. Da es keine mündlichen oder gar schriftlichen Überlieferungen zu geben scheint, wird der Ausbruch des Tacande sehr wahrscheinlich zeitlich kurz vor der Ankunft der spanischen Eroberer von La Palma unter Alonso Fernandéz de Lugo im Jahre 1492 stattgefunden haben. Die kanarischen Ureinwohner, die Guanchen, haben diese gewaltige Eruption, die weiträumige Landflächen in Malpais, in unfruchtbares Land verwandelte, mit Sicherheit mit großem Schrecken erlebt. Doch die Guanchen hatten keine Schrift, um dieses Ereignis festzuhalten. Die Spanier hätten sicherlich über dieses spektakuläre Ereignis ausführlich berichtet, wenn es denn während oder nach der Eroberung La Palmas stattgefunden hätte. Die großen Mengen der ausgeflossenen Laven weisen auf eine langanhaltende effusive Tätigkeit des Vulkans hin.








Die Eruption fand zunächst als Zentralausbruch mit der Förderung großer Mengen gering viskoser Laven statt. Nach der Bildung eines runden Vulkankegels mit Krater kollabierte schließlich die Nordflanke des Kraterrandes unter dem Druck der nachfließenden Schmelze und es bildete sich die heute sichtbare Ausflussrinne. Die gering viskose und deshalb relativ dünnflüssige und damit hoch mobile Lava strömte lateral aus und bedeckte trotz der geringen Hangneigung des Lavafeldes eine große Fläche von mehreren Quadratkilometern.



Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Auf La Palma gibt es dieses Buch bei Sorpresa in El Paso zu kaufen, bei Valle Verde in Santa Cruz und in Los Llanos, sowie bei Artesanía Drago in Garafia. Manchmal auch nur als Vorbestellung, oder man geht auf das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.






Sonntag 08.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 9 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 28,0 Grad - niedrigste Temperatur 16,6 Grad

Durch die Presse gedreht
Caldera, Weinbau und Weihnachtsgeschäft


Nationalparks heißen eigentlich so, weil es die höchsten Anspruche an Landschaftsschutz geben soll und deswegen lässt man eigentlich keine Lokalfürsten über solche Räume bestimmen, sondern die nationalen Korporationen. - Ich weiß gar nicht mehr wer denn eigentlich dagegen geklagt hat, dass diese Landschaftsschutzgebiete aus Madrid gesteuert werden, aber in der Tat, die Nationalparks müssen den Autonomen Regionen überstellt werden, das wissen wir schon lange und hier auf den Kanaren geht die Leitung der Nationalparks sogar in die einzelnen Inselparlamente über. - Das kann Gutes bedeuten, aber eben auch Gefahren für diese Parks, und was an dem Wort Nationalparks dann noch national ist, das ist die Bezahlung. - Danke schön sagen dabei die Autonomen Regionen, oder eben im "Kanarenfall" die Inselregierungen und diesen Sommer wird es dann so weit sein, dann steht der Nationalpark Caldera de Taburiente unter der Leitung des Inselregierung. - Darüber haben wir uns schon ein paar Mal Gedanken gemacht, auch über die neuen Chancen, aber auch Gefahren, und in die gleiche Kerbe etwa schlägt das Interview mit Rafael García Becerra, hoch anerkannter Biologe und Palmero, welches Diario de Avisos mit ihm über das Thema geführt hat.

Auch er freut sich grundsätzlich über die neuen Möglichkeiten die es geben wird, den Schutzraum Caldera de Taburiente nahe zu verwalten, allerdings sieht er eben noch dringender die Gefahr, dass man zu viel des Schutzgedankens gegenüber den wirtschaftlichen Verlockungen aufgeben könnte. - Dabei wird das Gremium "Patronato" den größten Einfluss über die Entscheidungen haben und hier sieht Rafael García Becerra wohl eine Gefahr, da die Zusammensetzung dieses Rates nach seiner Meinung "zu wenig Grün" sei. - Wer in dieses Patronat kommt, das bestimmen die im Cabildo Insular vertretenen Parteien, also ist da durchaus die Möglichkeit gegeben, dass man bestimmte Schwerpunkte setzt, in dem man eben wirtschaftsfreundliche Leute da hineinbringt, und weniger solche, welchen den Schutzcharakter des Nationalparks an vorderster Stelle sehen. - Darum dreht sich aber die ganze Geschichte und auch Rafael García Becerra sieht ein, dass die Caldera de Taburiente auch wirtschaftlich als touristische Attraktion eine Aufgabe für die Insel erfüllt, man muss eben dabei aber den Schutzcharakter immer bewahren. - Strikt gegen solche Pläne wie Straßen oder Hotels wendet er sich, aber man könnte Eintritt nehmen, und das Geld richtig angebracht und auch dem Besucher erklärt, warum und wofür man denn kassiert, das dürfte doch eigentlich kein Problem sein. - Im Sommer wird es wohl so weit sein, dann geht die Verwaltung des Nationalparks in die Hände des Cabildo Insular, und nicht nur Rafael García Becerra wird die Augen ganz weit offen halten, was denn dann mit dem Park passiert.

Über die Qualität der Weißweine aus La Palma haben wir länger nicht mehr gesprochen. - Braucht man auch kaum noch, denn inzwischen gelten die Weißen von der Insel unter Önologen längst nicht mehr als Geheimtipp, es hat sich eben herumgesprochen, dass La Palma Weine große Klasse haben. - Dabei haben sich besonders die Weine aus dem Norden der Insel hervorgetan, und da vor allem ist die SAT Bodegas Noroeste de La Palma zu nennen, welche Weine unter dem Namen Vega Norte ausbaut und vertreibt, und unter diesem Namen inzwischen sogar international für Furore gesorgt hat. - Der "Consejo Regulador de Vinos de La Palma", das sind die, welche über die Qualität des "DO-La Palma" wachen meldet nun, dass inzwischen 77% der Weinernte des Jahres 2016, welche unter dem "DO" registriert wurden, aus dem Nordwesten der Insel stammen und damit deutliche Bewegung in die traditionelle Herkunftsstruktur der Weine der Insel gebracht hat. - Das hat mehrere Gründe und auch bereits dazu geführt, dass sich in bestimmten Regionen des Nordwestens sogar das Landschaftsbild verändert hat.

Was in dem Artikel des Diario de Avisos nicht vorkommt ist, dass es viele Jahre dicke Subventionen gab um ehemalige Weinfelder dort im Norden erneut zu erschließen und dass dabei auch zum Teil gewaltige Baumaßnahmen stattgefunden haben. - Stringente Naturschützer kritisieren das, allerdings gibt der wirtschaftliche Erfolg dieser Maßnahmen den Vätern dieser Subventionen zumindest finanziell Recht. - Es sind aber eher die moderneren Keltermethoden und die bessere Vermarktung, welche hauptsächlich für den Erfolg der Weine aus dem Norden der Insel verantwortlich sind, aber auch dürfen wir nicht vergessen, dass dort im Norden in den letzten 10 Jahren kein Waldbrand mehr die Reben in Gefahr gebracht haben. - Verlierer in diesem Wandel sind vor allem die Region Mazo, sowie auch der Süden mit Fuencaliente, welche inzwischen aber mit neuen Ideen auf diese Verlagerung in den Norden der Insel reagiert haben. - Das kann letztendlich nur gut sein für die Weine der Insel, man macht sich inzwischen selbst deutliche Konkurrenz und heraus kommt dabei kein undefinierbarer Massentrunk, sondern vielfältige und ausgesuchte Weine, die pfiffige WinzerInnen klug und auch erfolgsorientiert dem interessierten Weintrinker anbieten.

Und erfreulichen Erfolg melden die Vertreter der Einzelhändlerverbände aus den beiden "Metropolen" Los Llanos und Santa Cruz. - Eigentlich ist es viel zu früh, wirkliche Balance des Weihnachtsgeschäfts zu ziehen, denn bei uns geht das ja bis zum 5. Januar abends, aber aus beiden Städten meldet eltime.es deutlich weißen Rauch und das stimmt auch mit der oberflächlichen Beobachtung überein, die man selbst als Konsument und Besucher der beiden Orte hatte. - Zahlen, wenn wir dieses denn wirklich greifbar bekommen, die gibt es noch nicht, aber lächelnde Sätze, die mit sehr gut und erfolgreich beginnen. - Das hatte man auch erwartet, Konsum gilt ja auch als Spiegel der guten Laune in Sachen wirtschaftlicher Entwicklung und hier hat man doch kollektiv beschlossen, die Krise, die will keiner mehr haben. - In Los Llanos hatte man sich auch seitens der Gemeinde alle Mühe gegeben mit, teils neuer und auffälliger Weihnachtsdekoration die Leute in die Stadt zu locken. - Scheint geglückt und auch das Einkaufszentrum "Trocadero Plaza", das erste funktionierende auf der Insel, hat wohl ein gutes Weihnachtsgeschäft hinter sich, auf jeden Fall war es sehr gut besucht und es wäre wirklich äußerst interessant, mal Vergleichszahlen zu den Jahren vor 2007 zu bekommen, also noch vor der Krise.




Blick in den Nationalpark Caldera de Taburiente





Sonntag 08.01.2017 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Timm Reisinger und Rainer Olzem
Das weite Lavafeld des Vulkans Tacande
Teil 1 von 3





Der Vulkan Tacande (oder Montaña Quemada) mit seiner charakteristischen Lava-Ausflussrinne




Ganz im Norden der Cumbre Vieja liegt ein markanter Vulkan mit steilen Flanken und einem weiten Lavafeld, Volcan Tacande oder auch Montaña Quemada genannt.

Biegt man von der Hauptstraße LP-3 El Paso - Santa Cruz, kurz vor dem neuen Tunnel unter der Cumbre Nueva rechts auf die schmale und kurvenreiche LP-301 zum Rast- und Grillplatz El Pilar ab, sieht man nach einigen Kilometern rechts der Straße bereits in der Ferne den Vulkan Tacande mit seiner auffälligen nach Norden geöffneten Ausflussrinne seines Lavastroms.




Der Vulkan Tacande mit seiner nach Norden geöffneten Ausflussrinne und seinem weiten Lavafeld. Links am Rand der Vulkan Enrique (Google Earth)




Einige Kilometer und viele Kurven weiter verläuft die extrem steile Südostflanke des Tacande unmittelbar rechts neben der Straße. Die auffallend steile Böschung wird bestimmt durch den sogenannten Winkel der inneren Reibung. Der Neigungswinkel, unter dem eine kohäsionslose Masse, wie diese Ansammlung aus vulkanischen Aschen, Schlacken und Lapilli, in Bewegung gerät, heißt Reibungswinkel oder auch natürlicher Böschungswinkel. Er ist umso größer, d. h. die Böschung ist umso steiler, je eckiger die einzelnen Körner sind, je dichter das Material gelagert ist und je unterschiedlicher die vorhandenen Korngrößen sind.





Dann öffnet sich die bis dahin dicht mit Kanarenkiefern bewaldete Landschaft zur weiten Aschenebene Llano del Jable. Hier kann man den Wagen bei Straßen-km 4 rechts am Fuß des Tacande abstellen. Dort beginnt eine Aschenpiste, die PR-LP 14, die zunächst nach Nordwesten führt und kurz darauf leicht nach rechts, nach Nordosten, abbiegt.

Interessant sind hier die oft einige hundert Meter langen und bis 1 m tiefen Erosionsrinnen links des Weges, die sich nach starken Regenfällen in der schwarzen Asche ausbilden. Die dunkle Asche stammt übrigens nicht vom rechts des Weges liegenden Tacande, sondern von einer älteren prähistorischen Eruption des Vulkans Birigoyo, der sich zur Linken auf der Cumbre Vieja weithin sichtbar als kahler Gipfel erhebt.

Bei Sonnenschein glitzert und glänzt es in den Aschen überall. Es sind die für Basaltlava typischen kleinen Amphibol- und Pyroxenkristalle, deren spiegelnde Oberflächen das Sonnenlicht reflektieren.





Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Auf La Palma gibt es dieses Buch bei Sorpresa in El Paso zu kaufen, bei Valle Verde in Santa Cruz und in Los Llanos, sowie bei Artesanía Drago in Garafia. Manchmal auch nur als Vorbestellung, oder man geht auf das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.






Samstag 07.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 24,1 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Nicht jede Erkältung ist eine Grippe
Auf der Suche nach dem Alltag


Der Alltag könnte Montag oder Dienstag kommen, mit einer Rückkehr des Azorenhochs und damit endlich wieder "unserem" Wetter. - Noch stecken wir in einer südlichen Strömung, was grundsätzlich nicht schlecht ist, da die Temperaturen meist angenehm sind, aber bei Süd kann immer alles passieren und eine Vorhersage ist dann unmöglich. - Westlich von uns lauert immer noch ein Tief, keine gewaltige Angelegenheit, aber eben eigentlich in Zielrichtung Kanaren, aber bei Süd findet eben dieses "von West nach Ost-Regel" auch keine Anwendung. - Darüber zupft sich nun das nordatlantische Hoch gerade zurecht, und will mal ein echtes Azorenhoch werden, und ab Dienstag spätestens weht dann der Wind auch wieder aus der Richtung aus der wir es kennen, aus Nordost. - Dann landen die Flieger endlich auch wieder aus dem Süden, so wie sich das gehört, und was soll der Mist, scharfer Wind in Puerto Naos und Tazacorte, und hier in El Paso weht kein Lüftlein? - Ich freue mich auf den unspektakulären Alltag und werde die Zeit zwischen den Jahresendfeierlichkeiten und dem Karneval ausführlich genießen.

Zum Genießen gehört natürlich generell auch, dass man sich wohlfühlt und das ist schnell eingeschränkt, wenn man eine Erkältung, oder gar eine Grippe hat. - Der Volksmund kennt aber hier das Wort "Resfriado" nicht wirklich, und auch vom Empfinden her ist alles was einen zum Niesen oder Jammern bringt immer gleich eine "Gripe". - Übrigens nicht nur bei Männern, da sind wir hier ein Stückchen gleichberechtigter als anderswo, aber wer bitte will denn ernsthaft in Frage stellen, dass bei Männern der Verlauf einer vernünftigen Grippe immer drastischer wirkt, als bei Frauen. - Allerdings fand man seitens des Klinikpersonals die Lage nicht mehr so lustig, nachdem sich immer mehr Menschen auf der Insel mit Grippe, aber eben auch nur Erkältung in der Notaufnahme des Inselkrankenhauses gemeldet haben. - In der Tat ist im Moment eine Grippewelle auf der Insel unterwegs, wie es aus Kreisen der Klinik heißt, sowohl des Typs A als auch des Typs B, aber die Verläufe der Krankheit seien in diesem Jahr nicht bedrohlich, wohl aber die Ansteckungsrate und die Angst davor, "Gripe A" zu bekommen.

Wir erinnern uns, das war mal als Schweinegrippe unterwegs, und anfänglich wohl auch mit schweren Folgen, nun aber ruft man seitens des Inselkrankenhauses zur Ruhe auf, mit Grippe gehöre man wohl ins Bett, aber nicht ins Krankenhaus. - Natürlich gebe es Risikopatienten, für die sei die Notaufnahme auch da, aber seit vielen Tagen sind eben die "Urgencias" im Inselkrankenhaus mit Leuten überfüllt, welche Grippe aber auch Erkältung haben und dafür sei die Notaufnahme eines Krankenhauses einfach nicht gedacht. - Es wäre auch Urlaubszeit, deswegen sei weniger Personal da und darüber hinaus hätten sich auch Ärzte und Schwester mit Grippe angesteckt, es könne also zu langen Wartezeiten kommen. - Allerdings frage ich mich, ob es denn sinnvoll ist, einen Pressetext zu verfassen, welcher die Leute beruhigen soll, der den Begriff "Pandemie" enthält, auch wenn man den durchaus unterschiedlich interpretieren kann. - Man rät seitens der Klinikleitung den Betroffenen in ihr lokales Gesundheitszentrum zu gehen, aber die haben an Feiertagen eben zu, und nur in Los Llanos ist 7 Tage die Woche Betrieb und auch dort traten zuletzt zu viele Patienten auf, auch wieder mit dem berühmten Mix aus Erkältungen, aber eben auch echter Grippe.

Aber das geht auch wieder vorbei und sicher ist es nervig, lange auf in der Notaufnahme des Krankenhauses zu warten, allerdings gäbe es dort keine so lange Wartezeiten, wenn wirklich nur echte Notfälle da auftauchen würden. - Die alte Leier, wer ist denn ein Notfall und kann denn jemand vom Patienten erwarten, dass er den Unterschied kennt zwischen Erkältung, grippalem Infekt, Grippe A und Grippe B, und ob das nun gefährlich ist? - Allerdings ist es auch völlig normal, solch eine Grippewelle bringt jeden Normalbetrieb eines Krankenhauses durcheinander, da man natürlich aus Kostengründen nicht andauernd das Personal bereit hält, welches man in Grippezeiten bräuchte. - Dabei wird allerdings selbst unter den Beschäftigten im Krankenhaus diskutiert, ob man denn zu wenig, oder gar zu viel Personal hätte. - Aber auch hier ist die Erklärung einfach, wenn keiner krank ist, dann ist immer zu viel Personal, und wenn dann die Grippe und deren Epigone zuschlägt, und noch dazu Feiertage sind, dann kann kein Krankenhaus der Welt genügend Schwestern, Brüder und Ärzte bereit halten.

Die gute Nachricht Jahres- oder auch Monatsanfang kommt, wieder einmal, von der Arbeitslosenfront. - Die schlechte Nachricht ist, dass es eben diese "Front" überhaupt noch gibt, denn seit dem Oktober 2013 nun sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Spanien und dennoch ist sie immer noch eine der höchsten der Euro-Zone. - Das hat einfach damit zu tun, dass wir fruchtbare Krisenjahre hinter und haben und zum Beispiel das Horrorjahr 2008, in dem alleine die Arbeitslosenzahl um 47% anstieg und dann im Jahr 2009 erneut um 25% und wir es in nur sechs Jahren von, etwas mehr als 2 Millionen Arbeitslosen, auf über 5 Millionen im Jahr 2012 brauchten. - 5 Millionen in einem Land, das 47 Millionen Einwohner hat, das ist nicht lange zu ertragen und heute sind "nur" noch 3.702.974. - Das Land der mühsam nagenden Eichhörnchen, im Takt zwischen 6 und 8% weniger jedes Jahr, das ist tapfer, gut und erfreulich, allerdings braucht man so eben viele Jahre der Anstrengung, um alleine die Zuwächse aus dem Jahr 2008 wieder zu egalisieren. - Gründe dafür gibt es viele, die allermeisten hausgemacht, wir springen eben gerne auf bereits fahrende Züge und sind dann nicht in der Lage, den Zugewinn einiger Jahre so zu verteilen, dass nachhaltiger Wohlstand draus wird. - Tourismus und der unheimliche Komplex aus Immobilien und Bauwirtschaft, angefeuert von maroden Banken, und Arbeitsmarktregulierungen, die noch aus den achtziger Jahren stammen und über die heute jeder Wirtschaftsstudent lacht, es sei denn, er ist aus Spanien, und wartet auf seine erste Anstellung.

Mutige und moderne Antworten wären gefragt, mit sozialem Gewissen auf globalisierte Anforderungen, welche zwischen Wettbewerb und hausgemachter Korruption leider kaum Raum zum atmen lassen, und noch dazu fettgespickt, heute meist von billigen Populisten befeuert werden. - Aus Unterlassung gut, so könnte man in Moment die spanische Antwort auf die globalen Anforderungen titulieren, und das war schon immer die Richtung Rajoys, bloß nichts verkehrt machen, also lieber gar nichts angehen. - Im Moment gibt den Prokrastinaten in Madrid die geopolitische Lage Recht, jetzt müssen wir nur noch auf den Ölpreis ein bisschen achten und so lange Deppen die Hälfte der touristischen Konkurrenz aus dem Weg bomben, so lange kann man in Madrid weiterschmurucheln und brave Zahlen nach Brüssel melden. - Ganz geschickt verkauft man das auch noch als selbstgemachten Aufschwung, so wie uns VW heute den Drang zum Elektroauto auch als Eigengewächs anbietet, aber oft sind Geschick und Glück auch einfach Brüder im geschmierten Geiste. - Hier merkt man wohl, selbst im Alltag, eine gewisse Aufbruchsstimmung, es gibt tatsächlich ein Gegenstück zur "Spirale nach unten", allerdings dreht sich dieses Konstrukt nicht ganz so schnell, wie das negative Mobile. - Ist vielleicht auch gut, auch wenn es nicht konform scheint, einen Till Eulenspiegel als Wirtschaftsweisen einsetzen zu wollen, ich bleibe dabei, das erste Anzeichen für eine kräftige wirtschaftliche Depression ist zu schnelles Wachstum. - Davon sind wir in generellen Zahlen weit entfernt, auf unserem Inselchen in Sachen Tourismus allerdings nicht.










Die Zahlen und die bunte Bestätigung, dass es "abwärts" geht mit den Zahlen, also "aufwärts" mit dem Land. - Nachzulesen bei der "SEPE".




Hier die Zahlen der einzelnen Inseln, Veränderung der Zahl der Arbeitslosen in Prozent nach Inseln und Sektoren, nachzuselben bei der "Obecan".





Samstag 07.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1015 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Con el tiempo y una caña, el que no cae hoy, cae mañana

Mit Zeit und einer Angel, wen es heute nicht erwischt, den erwischt es morgen. - Geduld als Lösung aller Probleme, ein sicherlich gekonnter Ansatz. - Allerdings wird der Satz auch gerne von Aussitzern missbraucht.





Bild von Wolfgang Hempel





Freitag 06.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag mm - Luftfeuchte 11 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Fluchtpunkt Tanke
Batterien kaufen gehen


Familie satt. - Das ist heute angesagt, die Geschenke sind verteilt, die Kamele wieder irgendwo hin verschwunden und in den allermeisten Haushalten mit Kindern oder Beschenkten surrt es, schnarrt es und piept, die Wiederentdeckung des Holzspielzeuges ist irgendwo weit vor La Palma im Sturm gesunken. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da musste man an einer Strippe ziehen, und dann rief die Puppe Mamma. - Mamma rufen die Puppen immer noch, niemals Papa, aber die Strippe ist weg, das Ding läuft mit Batterien und kann auch noch tanzen, singen, ganze Sätze sprechen, bei Zalando bestellen und in der "Extended Version" auch noch menstruieren. - Keine Wünsche bleiben offen, heute können die Schaltkreise solcher blinkender Kinderspielzeuge mehr, als die Nasa bei der Mondlandung als Rechenleistung zur Verfügung hatte und die Ähnlichkeit besteht darin, dass sich viele das Zeug spätestens gegen Mittag auf den Mond wünschen.

Aber der Gott der Chinesen ist gerecht, meistens geht das Zeugs kaputt, noch bevor der "Roscón de Reyes" ganz gegessen ist, oder eben die Batterien sind alle, und die Menstruation der Tinky-Minky-Mandy-Puppe bleibt farblos. - Darauf haben viele gewartet, meist natürlich die Männer, auch weil sie den Quadrocopter, der den Filius eigentlich zwei Tage von der "Play" fernhalten sollte, gleich beim zweiten Versuch in Nachbars Auto gecrasht haben. - Endlich gibt es einen Grund, das Haus zu verlassen, nicht für immer, natürlich nicht, aber mal eine Stündchen Luft holen und das auch noch ohne den Status bester Geschenkepapa der Welt zu verlieren. - Man kann sich dabei sogar noch als Märtyrer verkaufen, als wäre es kolossaler Verzicht, eine Stunde die satte Familie nicht satt zu haben, aber Vorsicht vor Übertreibungen, sonst könnte man als temporär Familienfahnenflüchtiger entlarvt werden. - Ab zur Tanke, Batterien kaufen, damit es weiter surren und piepen kann, aber diese eine Stunde und zwei Bier mit anderen Königspartisanen hinter der Tanke, die auch rein zufällig das Handy zu Hause haben liegenlassen, das sind Erfahrungen, die will man nie wieder missen.

Das kann auch der Grund sein, warum die Industrie so zögerlich mit der flächendeckenden Verbreitung der Elektroautos umgeht, man hat sich noch keine fruchtbaren Gedanken gemacht, die soziale Bedeutung der Tankstellen auch nach der Abhängigkeit vom Fossilen irgendwie zu ersetzen. - Darüber sollte sich der Dobi mal Gedanken machen, nicht um die Maut, oder plant der etwa auch den Verkauf von Batterien und Sixpacks an den Mauthäuschen und man könnte so die Tanke als konspirativen Treffpunkt ersetzen? - Vielleicht tun wir dem Mann ja Unrecht, und der hat den generellen Überblick und wir mal wieder nur den Ausschnitt, die Maut ist nur das Deckmäntelchen um neue soziale Treffpunkte zu schaffen. - Meistens werden es vier, oder gar sechs Bierchen, da man immer die falschen Batterien kauft, zwar hat der Liebe Gott der kompakten Energie Bezeichnungen wie AA geschaffen, aber interfamiliär fehlt dann halt doch das Konversationslexikon mit der genauen Aufschlüsselung, ob klein und ganz klein oder normal nun AA oder AAA bedeutet. - Unter uns, auch das haben Männer erfunden, wegen der erneuten Chance an die Tanke zu fahren. - Männer haben auch die Bezeichnungen der Körbchengröße für Büstenhalter erfunden und die Zählweise bei Tutti-Frutti, und natürlich ergibt das alles keinen Sinn und warum komme ich eigentlich gerade heute auf solch einen Blödsinn?

Aber das ist alles in Ordnung, ich bin je bereits in der Rückschau, inzwischen fahren meine Töchter auf die Tanke, aber ich habe noch nicht so ganz herausgefunden, was die dort eigentlich machen, denn Batterien für meine Geschenke, also die Strickjacke und das Telefon mit den besonders großen Tasten, die gibt es dort eigentlich nicht. - Mehr als sechs Bier gehen eh nicht, (von den kleinen Flaschen, AA oder AAA…) man muss ja noch den Rest der Familie besuchen, welcher auch schon mal auf der anderen Inselseite wohnen kann und das ist dann der einzige Moment im Jahr, an dem man die Leute auf der noch kleinere Insel El Hierro beneidet. - Dann ist da auch noch ein großes Rätsel, obwohl doch die Geschenke alle von den drei taliban-ähnlichen Typen auf den großen Tieren stammen, darf man manche Geschenke erst auspacken, wenn Onkel Jorge mit seinem Pickup und der leichten Bierfahne vorbeigekommen ist. - Wie gut, dass wir erst wieder am Montag funktionieren müssen, und uns ziemlich sicher sein können, dass bis dahin auch das letzte piepende Spielzeug kaputt ist. - Erst Weihnachten, dann Sylvester und dann auch noch Reyes, religiöse Dreifaltigkeit als Dreifachbelastung und warum hat bislang eigentlich niemand erkannt, dass Tankstellen mit Feiertagsöffnung schon viele Familientragödien verhindern haben?






Freitag 06.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Hartmut Wagner
WandelGarten Freiburg-Vauban - Gemeinschaftsgarten Urban Gardening

Erlebnisführung durch die Finca Autarca mit Schlemmer-Buffet
Januar bis April 2017. Jeden Montag 11-16 Uhr

In diesem Jahr feiern Erich und Barbara Graf das 10-jährige Jubiläum des von ihnen begründeten Permakultur-Projekts "Finca Autarca" in Tinizara. Kaum zu glauben, wie das Schweizer Ehepaar es in so kurzer Zeit geschafft hat, auf einem zuvor öden Areal einen fruchtbaren Wald-Wildnis-Garten zu schaffen. Und ihn kreativ und natürlich weiter zu entwickeln.

Klar, dass wir 2017 wiederum an einer Führung teilnehmen werden. Für uns urban gardeners, von denen einige ihren Winterurlaub gern auf La Palma verbringen, ist diese ungewöhnliche Finca ein inspirierender Lernort geworden. Besonders neugierig sind wir in diesem Jahr auf Wiederaufforstungsprojekt im Barranco und den neuen Retentionsteich. Sie wollen der Erosion Einhalt gebieten und zeigen, wie das gehen kann! Und haben ein weiteres Wasserrückhaltebecken gebaut, in dem mit der "Swale-Technik" Wasser zurückgehalten und für Bäume und Pflanzen im "wood-wide-web" vor Ort Nutzen bringen kann. In den letzten Wochen hat es auf der Westseite wieder richtig geregnet. Wir haben gesehen, wie viel guter Boden durch den Barrranco de las Angustias ins Meer geschwemmt wurde und welche Schäden die Erosion an vielen Orten verursacht.

Es ist für uns immer wieder spannend, den beiden zuzuhören. Sie können nicht nur mitreißend erzählen, sondern demonstrieren auch konkret, wie sie die bahnbrechenden Konzepte der Permakultur in vielen Lebensbereichen umgesetzt haben - und weiter umsetzen. Ziemlich anspruchsvoll ist es, auf einer Finca "Energieautarkie" umzusetzen, wie machen sie das? Sie erhalten Strom mit Sonnenenergie, die auf dem Dach mit Solarzellen geerntet und in Photovoltaik-Batteriespeichern gesammelt wird. Damit können sie sogar ihr neues E-Auto "betanken". Sie kochen mit verschiedenen Solarkochern. Erich hat eine ausgetüftelte einfache Biogas-Anlage gebaut, mit der die Küche versorgt werden kann, wenn die Sonne mal nicht scheint. Barbara hat, sie ist ja auch Architektin, die Finca bioklimatisch intelligent umgebaut.
Nährstoffautarkie? Nicht weniger anspruchsvoll - das schaffen wir urbanen Gärtner noch lange nicht! Über Jahre hinweg haben die beiden systematisch fruchtbaren Humus aufgebaut: mit Terrapreta aus der Komposttoilette, mit Wurmkompost aus ihren Wurmfarmen, mit Mulch. Auf Lasagne-, Krater- und Hügelbeeten wächst eine Vielfalt an Gemüsen und Kräutern. Die vor zehn Jahre kahlen Orangen- und Avocadobäume tragen reiche Frucht. Und natürlich gehören in einen Permakultur-Waldgarten auch Tiere, die diese fruchtbare Oase am Camino de la Ermita mit beleben: Pfauen, Enten, Hühner, Ziegen, resistente Bienenvölker. An ihren reichen Erfahrungen lassen die Grafs ihre Besucher in lebendiger Weise teilnehmen, was auch für ältere Kinder interessant ist.

Subsistenz scheint ohne Subventionen möglich, auch ein interessantes Lernmodell! Autarca-Matricultura ist nach Aussage der Grafs finanziell unabhängig und schuldenfrei und finanziert sich seit 4 Jahren aus sich selbst, mit diversen eigenen Produkten wie Obst, Baumsetzlingen, Flüssigdünger und solaren Kochkisten. Barbara und Erich bringen sich aktiv in das lokale Leben ein, geben ihre Erfahrungen und ihr Wissen in Führungen und Seminaren weiter, um kultivierte stabile Ökosysteme zu schaffen. Weiterhin helfen sie damit, die lokale Wirtschaft zu fördern.

Die Führungen finden im Januar bis April 2017 jeden Montag von 11 Uhr bis ca. 16 Uhr statt.
Bitte vorher anmelden bei autarc@matricultura.org oder Tel: 922 49 02 15. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht mit ihrer Rückrufnummer.

Projektbeitrag: 35 € pro Person, Kinder 10 €. Wie immer ist auch das legendäre Vegi-Vegan-Solare-Schlemmer-Buffet inbegriffen!

Mitnehmen: Notizbuch, Fotoapparat, Sonnen- ev. Regenschutz, gutes Schuhwerk.

Für weitere Infos: www.matricultura.org




Mulden und Wälle gegen Bodenerosion






Donnerstag 05.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 16 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 19,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Frag´ die Reyes, ob die WhatsApp haben
Früher war mehr Kuchen


Heute ist der wichtigste Tag im Leben aller Kinder, welche noch dieses ganz bestimmte Leuchten in den Augen haben. - An den Weihnachtsmann glaubt hier niemand, an das Christkind auch nicht, aber an die drei Herren aus dem Morgenland, die irgendwie über die Balkanroute geschlüpft sind, wenn sie denn keiner aufgehalten hat. - Tausendmal erklärt, hier bekommen die Kinder und Kind Gebliebene die Geschenke nicht an Weihnachten, sondern am 6. Januar, also am Tag der Heiligen Drei Könige. - Aber heute kommen die Könige bereits und heute wird der Wunschzettel, "la carta" den drei Immigranten übergeben und die haben dann allen Stress der Welt, den ganzen Kram über Nacht noch bei Amareyzon zu bestellen. - Lassen wir diese Kinkerlitzchen, wie nun die Könige die Geschenke herankarren, denn auch die Kinder machen sich meist nur ein paar Tage lang Gedanken darüber, meist eben ganz kurz bevor dieses bestimmte Leuchten für immer erlischt. - Gut, es gibt viele Arten des Leuchtens, auch anderer Körperteile, auch in anderen Lebensabschnitten, aber heute meine ich eben nur dieses Leuchten der magischen Vorfreude, für welches viele Eltern töten würden.

Den Einzug der Könige, also die "Cabalgata de los Reyes Magos del Oriente" organisieren in den allermeisten Fällen die Gemeinden. - Das ist so, weil es immer schon so war, und auch, weil man hier der Meinung ist, Wohlempfinden in Gemeinschaft potenziert sich, ähnlich wie das auch mit schlechter Laune auf dem Fußballplatz oder im Wartezimmer der Steuerbehörde so passieren kann. - Aber heute ist alles locker, auch wenn noch ein ganz normaler Arbeitstag, aber eben schon mit dieser Aura bestückt, welche nur an diesem Tag wahrgenommen werden kann. - Kinder sind heute besonders aufmerksam, um nicht zu sagen aufgekratzt, und Erwachsene machen sich die Späßchen, welche man eben mit diesen unschuldigen Selchen so macht, wohl um auch irgendwie in diese verzauberte Welt noch einmal kurz einzutauchen. - Es gibt auch böse Zungen welche behaupten, Eltern, also diese furchtbare Ausgeburt an Egoisten, die setzen nur Kinder in die Welt, um erneut Teil dieses Mummenschanz mit fremdländischer Couleur zu werden. - Ich gebe zu, ich habe als Kind nicht annähernd so tief Weihnachten empfunden wie als Vater zweier Töchter, mag aber auch daran liegen, dass ich als Jüngster einer Meute von den wissenden Geschwistern das Leuchten bereits viel zu früh aus den Augen geprügelt bekam.

Gegen Nachmittag schicken die Gemeindeverwaltungen dann ausgesuchte Personen in den Ring der Lügen, welche aber eben von unserer Leitkultur gedeckt sind. - Mal auf Pferden, mal auf Kamelen, mal auf lustigen Gestellen, wild bis skurril zusammengezimmert, und in den Jubeljahren, als das Goldene Kalb noch Schnitzel abwarf, da kamen die Könige auch schon mal mit dem Hubschrauber, der Luxusjacht oder mit dem Fallschirm. - 14 Gemeinden, mal drei Könige macht 42, ich glaube so viele königszahme Kamele haben wir gar nicht auf der Insel, wobei ich sicher bin, nach diesem aufstrebenden Jahr im Tourismus wird man an der Kamelfront auch noch nachbessern. - Aber die Kamele sind teuer, dann eher Pferde, von denen haben wir genug und dann ziehen die Heiligen Drei Könige durch den Ort bis zum zentralen Platz, und rufen dann die Kinderlein zu sich. - Hier zeigt sich aber auch nun eine deutliche Erleichterung gegenüber der Weihnachtsmann- oder Santa Claus-Lüge, drei Könige können natürlich sehr viel mehr Kindern die Wunschzettel abnehmen, als ein rot gekleideter Wichtelmann zur falschen Jahreszeit, hier schlägt iberisches Brauchtum Mitteleuropa ganz klar in der Effizienz der Entgegenahme von Wunschzetteln.

Früher allerdings war mehr Kuchen. - Die Gemeindeverwaltung, an solchen Abenden natürlich meist das politische Personal, verteilt nun an die Wartenden Kinder und Eltern heiße Trinkschokolade, die so dick ist, dass der Löffel darin nicht nur steht, sondern dass man den nach einer viertel Stunde nicht mal mehr herausbekommen würde. - Wir haben das oft versucht nachzukochen, aber es will nicht wirklich gelingen, vielleicht fehlt halt einfach der Schuss Magie oder Stärkepulver, so ganz genau wissen wir das noch nicht. - Und ganz feuchter und gelber Biskuitkuchen, 1,5 Kilo Ei pro Kilo Kuchen könnte man meinen, dann noch anderthalb Pfund Butter pro Stück und nur dicke Mütter, noch besser Großmütter können solchen Kuchen backen. - Aber das ist weniger geworden, vielleicht liegt es an der Geschichte mit dem Gluten, oder dem Cholesterin, oder einfach auch daran, dass irgendwann die Großmütter beschlossen haben, nicht mehr gegen die Rezepte aus dem Internet anzukochen, genau so wie die alten Männer nicht mehr über das Wetter reden, seit dem jeder Nerd per Mausklick einem die Wetterwelt global erklärt.

Wichtig ist auch die Rotation des königlichen Migrantenpersonals, möglichst jedes Jahr neue Gesichter unter den Turbanen, denn es besteht ja die Gefahr, dass dann ein solcher König ohne seine Verkleidung später im Supermarkt erkannt wird, oder noch banaler, beim Zechen in der Kneipe. - Wenn die Wahrheit zur Gefahr wird, auch das bedroht Leitkulturen, und bitte möge die Gemeinde auch darauf achten, dass der ganze Zauber früh genug zu Ende ist, weil die meisten leuchtenden Kinder doch noch so klein sind, dass man die doch früh genug ins Bett bringen muss. - Nicht ohne zu Hause dann noch einen Eimer Wasser aufzustellen, am besten vor der Tür, und auch Heu, beides als Zehrung für die Kamele, denn die kommen doch nachts mit den Königen und Geschenken dann zu den Häusern angeritten und legen die königlichen Deputate ab. - Manche mit Wehmut (vielleicht auch Wermut) erinnern sich da an einen königlichen Umzug auf der Ostseite, der erst in die Sparfalle, dann in die Schnapsfall fiel, und erst so spät zu Ende war, dass die meisten Protagonisten, welche eigentlich die Kinder sein sollten, längst den Schlaf der Angerichteten schliefen.

Drei Gemeinden, ich nennen mal keine Namen mehr, die haben zusammengelegt, wollten sich so die Kosten für sechs von sonst neun notwendigen königlichen Entouragen sparen, und ließen also die gleichen Könige auf den gleichen Kamelen durch gleich drei Gemeinden tingeln. - Da es in unserer Leitkultur üblich ist, auch Könige aus dem Morgenland mit Gegorenem oder Gebranntem zu bestechen, summierte sich nicht nur die Wegstrecke und die benötigte Zeit deutlich, sondern auch die Kamel-Reiter-Koordination ließ robust nach. - Also kolchosenartige Einsparungsversuche im königlich-migratorischen Bereich sind meist zum Scheitern verurteilt, jede Gemeinde bekommt ihre eigenen Könige, man gönnt sich doch sonst nichts, und darüber hinaus geht es uns doch wirtschaftlich schon wieder so gut, dass wir uns eigentlich Kamele statt Pferde leisten könnten. - Oder aber wir folgen dem Vorschlag eines, mir unbekannten Jungen vor mir in der Supermarktschlange, welcher doch seiner, spürbar vom Feiertagsstress überfrauten Mutter einen klugen Vorschlag machte, der aber nicht wirklich ankam. - Zur Eile rief sie die Kassiererin, halb aus Stress, halb aus Spaß, sonst käme man noch zu spät zum Einzug der Könige. - Und wenn du den Königen ein "WhatsApp" schickst, mit meinem Wunschzettel? - So der ernst gemeinte Vorschlag des Sprösslings, und der verwirrte Blick der Mutter deutete bereits heute auf ein Generationsproblem hin, welchem sich zukünftige Weihnachtsmänner, Christkinder aber auch Heilige Könige stellen müssen. - Das Leuchten verschiebt sich dann auf das Display des Smartphones und manchmal, aber wirklich nur manchmal, wünsche ich mir keine Enkel.




Immer diese Immigranten...





Donnerstag 05.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser und SOS La Palma





Alle blicken in diesen Tagen zurück auf das Jahr 2016. Was hat es uns gebracht? Wenn man das Weltgeschehen anschaut - nur Horror. Nichts was hoffen läßt. Eine Freundin sagte: "Wir müssen uns einfach auf unsere kleine Welt hier konzentrieren, wenn jeder ein bisschen was Sinnvolles und Gutes tut, dann ist schon sehr viel getan!" Und es stimmt, mehr können wir gar nicht ausrichten, doch dieses Wenige macht froh! Und wenn wir von SOS aufs vergangene Jahr zurückblicken, sind wir mit dem, was wir haben tun können, einfach nur zufrieden.

In unseren Statuten steht geschrieben, dass jedes Municipio möglichst einmal im Jahr eine Sachspende (Lebensmittel, Hygieneartikel) im Wert von etwa 500 € erhält. Diese Spende wird von den jeweiligen Sozialämtern, Caritas oder Rotes Kreuz an die Bedürftigen der Insel weitergeleitet. Zu "Reyes" konnten wir Kindern sozialschwacher Familien mit Spielzeug eine Extrafreude machen, denn "der Mensch lebt nicht von Brot allein...."
In Mazo wurden mit unserer Spende Schulbücher gekauft, denn der Schuljahresanfang stürzt manche Familie in finanzielle Bedrängnis.

Für uns von der "Asociación SOS - Hilfe für die Palmeros" ist dieses "Wenige" doch eine ganze Menge. Wir sind ein kleiner Verein, der seit April 2013 besteht. Wir haben etwas mehr als 30 zahlende Mitglieder. Eine willkommene Einnahmequelle ist unser monatlicher Stand auf dem Rastro in Santa Cruz für den wir von der ganzen Insel Kleider, Haushaltswaren, Bücher und vieles mehr zum Verkauf erhalten. Aber es gibt auch viele Spender, die hinter uns stehen und uns finanziell unterstützen. So war es uns möglich seit unserem Bestehen mehr als 40.000 € an bedürftige Palmeros zu verteilen.

Allen, die uns in diesem Jahr auf unserem Weg geholfen haben, sagen wir unseren ganz herzlichen Dank.

Zurückschauen ist schön und gut, doch wir wollen vorwärtsschauen ins hoffentlich gute Jahr 2017.

Am kommenden Sonntag, 8. Januar 2017, 9 bis 14 Uhr ist der erste Flohmarkt des neuen Jahres in Santa Cruz auf dem Parkplatz vor der Marina. Wir von SOS sind wieder dabei






Mittwoch 04.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 25,0 Grad - niedrigste Temperatur 12,7 Grad

Ich habe Recht, sagte das Ich zum Du
Fuente Santa ist ein inselweites Projekt, meint die Insel


Es gibt bereits die ersten Stimmen welche sagen, hätten wir doch die Heilige Quelle dort ruhen lassen, wo sie im Jahr 1677 von den Lavamassen des San Antonio verschüttet wurde. - Dabei ist doch eine solche Thermalquelle eine absolute touristische Attraktion und könnte als, erstes und einziges Thermalbad der Kanarischen Inseln, La Palma doch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal andienen. - Wenn nur nicht der große Streit wäre, zwischen Gemeinde Fuencaliente und der Inselregierung, und beide Institutionen recht robust ihre Interessen vertreten. - Ohne das natürlich öffentlich zu machen steht das für eine Art Stellvertreterauseinandersetzung, Krieg wäre dann doch zu harsch, aber natürlich gibt es Interessengruppen, welche sich besser von der Gemeinde vertreten fühlen und andere, die mehr auf die Inselregierung setzen.

Die höchste Inselkorporation, also das Cbaildo Insular, hat vor gut zwei Jahren einen internationalen Wettbewerb ausgeschrieben, an dem über einhundert Technik- und Architekturbüros teilgenommen haben, wer denn die beste Idee in Sachen Thermalbad im Süden der Insel hätte. - Darüber hinaus wurde gefordert, die gesamte Konstruktion muss rückbaufähig sein, und sich auch so gut wie möglich an die Umgebungslandschaft anpassen. - Das mit dem Rückbaufähig hat mir mal ein Bauingenieur so erklärt, es komme einfach nur auf die Größe der Maschine an, ab wann jedes Gebäude rückbaufähig sei… - Die Notwendigkeit eines solchen Rückbaus entsteht durch die Forderungen der Küstenbehörde, die seit 1988 keine wirklichen Immobilien mehr an der Küste duldet, (Ok, je nach Stärke des Kazikenarms). - Darüber hinaus plagt das Projekt, welches nun auch immer, auch noch mindestens eine zweite bürokratische Hürde, das Gelände dort liegt nicht nur im Einflussbereich der Küstenbehörde, sondern ist auch noch Teil des Naturmonuments Teneguía. - Mindestens eine zweite Hürde deshalb, weil im Küstenbereich eben auch die Geschichte mit gewerblichen Betrieben äußerst kompliziert ist, wir aber doch sicher auch vorhatten, mit der Heiligen Quelle weltliche Kasse zu machen.

Eigentlich braucht man angesichts der, zunächst unüberbrückbar scheinenden bürokratischen Hindernisse, keine weitere Auseinandersetzung der Korporationen, aber die Fuente Santa weckt eben allergrößte Begehrlichkeiten und manch Geifertropfen macht den Weg zum Thermalbad eher schlüpfrig. - Aus dem internationalen Wettbewerb ist ein Projekt als deutlicher Sieger hervorgegangen, "Piedra de Fuego" ("Feuerstein" des Architekten Federico Soriano) welches die uneingeschränkte Unterstützung der Inselregierung findet, allerdings keinesfalls der Gemeinde Fuencaliente. - Die nun haben ein Gegenprojekt aufgestellt, allerdings deutlich außerhalb des Zeitrahmens des eigentlichen Wettbewerbes, aber mit Unterstützung des Wiederentdeckers der Fuenta Santa, dem illustren Ingenieur Carlos Soler, welcher in Diensten des Gobierno de Canarias steht. - Mir fehlt natürlich die fachliche Kompetenz, die beiden Projekte sachlich zu beurteilen, oder gar miteinander zu vergleichen, allerdings erhofft sich die Gemeinde Fuencaliente, welche übrigens auch nicht mit geeinter Zunge spricht, deutlich mehr Vorteile im Projekt Carlos Solers, wie immer man auch Vorteile umschreiben will.

Nun strebt man seitens der Gemeinde Fuencaliente ein Referendum an, nicht nur eine Bürgerbefragung ohne rechtliche Folgen, man möchte unbedingt das Projekt der Inselregierung verhindern. - Allerdings ist das nicht so einfach, ein rechtlich wirksames Referendum abzuhalten, mit Recht haben die meisten Verfassungen da gewaltige Auflagen vor solch ein Referendum gestellt. - Als übergeordnete Korporation muss auch die Inselregierung ein technisch-juristisches Gutachten verfassen und nach Madrid weiterleiten, wie man denn das Begehren der Gemeinde Fuencaliente nach einem Referendum betrachtet und mich persönlich verwundert das nun gar nicht, dass dieses Gutachten das Anliegen der Südgemeinde nicht unterstützt. - Wir lassen die genannten Paragraphen alle mal weg, sondern kümmern uns um die Kernaussage und die lautet, die Fuente Santa sei von inselweitem Interesse, man könne also ein Referendum, in dem lediglich die Einwohner der Gemeinde Fuencaliente über die Zukunft dieser Ressource bestimmen, nicht unterstützen.

Gut gebrüllt Cabildo könnte man nun einfach dazu sagen, und natürlich übersteigt eine solche Thermalquelle die alleinige Gemeindekompetenz, man schreibt ja die Nutzung als touristischer Ressource der Caldera auch nicht alleine der Gemeinde El Paso zu, oder die der Observatorien der Gemeinde Garafía. - Damit ist das Referendum eigentlich vom Tisch, da die Gemeinde so etwas ausschließlich über konkret lokale Dinge anstreben kann. Da ich aber verwaltungsjuristisch genau so gut geschult bin, wie über die Abseitsregeln beim Fußball, muss ich daher zugeben, ich weiß nicht ob es Rechtsmittel gegen eine solche Einschätzung der Inselregierung gibt. - Aber auch ohne Referendum wird es schwer werden, da man ja die Gewichtung der gegenteiligen Interessen anhand solcher Bemühungen wohl einschätzen kann. - Es ist sehr wahrscheinlich damit zu rechnen, dass der Weg hin zu einer breiten Nutzung der Heiligen Quelle auch über die Justiz laufen wird, wir also mit Zeiträumen rechnen müssen, die eher nach BER riechen und nicht nach baldiger Verfügbarkeit eines Thermalbades auf den Kanarischen Inseln. - Leider, aber wo so viele Interessengruppen an möglichem Verdienst zerren, da wird man wenig Vernunft erwarten dürfen.




Noch schlummert das Gelände rund um die Heilige Quelle einen gerechten Schlaf





Teilansicht des Projektes Piedra de Fuego, welches die thermalen Wasser der Quelle zugänglich machen soll





Mittwoch 04.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1021 hPa

Gastbeitrag von Monika Baranoswky und Brunhild Hoffmann - Gläser

So war der 2. Deutsche Weihnachtsmarkt in San José / Breña Baja

Auch diesmal war unser Weihnachtsmarkt ein voller Erfolg. Durch die aktive Hilfe unserer Weihnachtsengel ( Anita / Karl / Margot / Dieter / Birgit / Tom / Elke / Chris / Monika / Ferdy / Bruni / Axel / Aurelio ) und der tollen Unterstützung der Gemeinde Breña Baja wurde es auch diesmal ein wunderschönes Fest.
Es gab zwar im Vorfeld jede Menge zu tun, aber das wurde durch die zahlreichen Besucher schnell in Vergessenheit gebracht. Wie auch im Vorjahr war Santa Claus und die musikalische Darbietung der Folklore Musikgruppe von Breña Baja einer der Höhepunkte.
Unser Team besteht aus Personen, die sich auf La Palma sehr wohl fühlen und dies wiedergeben möchten. Auch wurde die Veranstaltung durch die Anwesenheit einiger ortsansässigen Händler bereichert. Durch die liebevoll gefertigten Handarbeiten wurde der Markt neben den angebotenen Speisen und Getränken bereichert.
Wir möchten nicht unerwähnt lassen, dass es viele Spenden gab.

Zu den Spendern gehören folgende Personen
Restaurant " Sadi " Los Cancajos
Restaurant " Tiuna " Los Cancajos
Karosseriewerkstatt " Manolo " Las Ledas
Salzmanufaktur " Westphal " Breña Alta
ebenfalls wurden Spenden ohne namentliche Nennung gemacht.
Allen Spendern danken wir von ganzem Herzen. So konnten wir dem Sozialamt einen Betrag in Höhe von 722 Euro übergeben. Dies ist fast das doppelte wie im Vorjahr.
Unser Ziel ist es, mit weiteren Ideen den 3.Weihnachtsmarkt am 23.Dezember 2017 stattfinden zulassen.

Allen Besuchern, Helfern, Sponsoren und Spendern ist es zu verdanken, dass unsere Idee für soziale Zecke einen solchen Erfolg hatte.

Vielen Dank und ein gesundes und harmonisches Jahr 2017






Dienstag 03.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Wenn keine Mauren an der Küste sind
Die Gnade der Unwichtigkeit


Man möchte es kaum glauben, aber auch hier bei uns auf dem Inselchen hat das Innenministerium in Madrid Vorgaben gemacht, wie denn die Feierlichkeiten rund um Weihnachten bis zum Dreikönigstag zu verlaufen haben. - Aus Sicherheitsgedanken heraus und man besser die üblichen großen Plätze meiden sollte, und welche weiteren Vorkehrungen zu treffen seien, damit es zu keinen terroristischen Anschlägen komme. - Was da im Einzelnen von den Gemeinden gefordert wurde, das wird uns Bürgern natürlich nicht auf die Nase gebunden, aber in der Tat gab und gibt es Änderungen im Ablauf der großen Feiertagsveranstaltungen. - Gab und gibt, weil bei uns die große Fiesta-Dreifaltigkeit noch nicht vorbei ist, denn am fünften Januar kommen die "Reyes Magos", also die Heiligen Drei Könige und bringen die Geschenke. - Am 6. Januar liegen diese Geschenke dann neben dem ausgetrunkenen Eimer Wasser und den Resten des Heus, welches man am Abend noch für die Kamele ausgelegt hatte, denn bei uns sind es nicht Rentiere, welche einen verwirrten Nikolaus Wochen zu spät in den Kamin schicken, sondern Kamele, auf denen die weisen Greisen aus dem Morgenland anreiten.

Es fällt mir gar nicht so leicht, immer ganz nah an der globalen Aktualität vorbei zu schreiben und nur auf dem Eiland zu bleiben, und das hätte sicherlich noch gefehlt, dass ich dazu auch noch meine Leitkultur in einer Senftube dazugebe. - Mich interessiert viel eher, wie unser kleines Inselchen da scheinbar völlig unberührt bleibt, und nach unserem Verständnis die Gefahr sowieso immer nur woanders lauert. - Gut, bisher hat sich das ja auch andauernd bestätigt und irgendwie kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen, dass sich jemand aus der terroristischen Branche robust für uns interessiert. - Wäre ja auch fatal, wenn die Sender des kognitiven Prekariats dann ihre Spezialisten in Palma oder Las Palmas zur Lage befragen würden. - Wobei, diese Unsicherheit könnte auch ein möglicher Faktor sein, warum denn ein solcher trauriger Sohn des Terrors hier bei uns überhaupt auf der Insel landet, wenn der einfach aus Unwissenheit das falsche Ticket kauft. - Die Wahrscheinlichkeit tendiert dennoch weiter ziemlich radikal gegen Null, wir sind dermaßen unwichtig, dass uns selten das Gute, aber noch weniger das Böse überhaupt wahrnehmen.

Dr. Helmuth Kohl hat viel Mist erzählt, auch hat man ihm das mit Gnade der späten Geburt als Fehler angelastet, aber hier widerspreche ich deutlich, der Spruch ist überhaupt nicht verkehrt und sogar noch deutlich ausbaubar. - Zunächst kommt das natürlich aus rein deutscher Sicht zum Tragen, aber auch hier stimmt das bereits. Gnade ist etwas, für das man nichts macht oder leistet, sondern eher unverdient erhält. - Ab einem gewissen Zeitpunkt kann man halt einfach keine Schuld mehr verteilen, wohl aber Verantwortung, und hier liegt wahrscheinlich auch der Knackpunkt des Missverständnisses. - Schuld braucht gewisse Präsenz, wenn auch vielleicht nur geistige, sonst kann Schuld einfach nicht haften, und dann wird wohl eine Gnade daraus, nicht präsent gewesen zu sein. - Nicht, weil man sich davor drückt, sondern einfach nicht da ist, mal aus Unterlassung oder besser noch, weil man noch gar nicht da ist! - Dass man auch ohne Präsenz Verantwortung erhält für Erbschaften, welcher Art auch immer, keine Diskussion, sicher ist das so und wenn das mal richtig gut läuft, dann gibt es dafür auch kein Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern wir müssen doch irgendwann mal weiterkommen und nicht immer nur die Gnade bemühen.

Wir haben hier richtig viel Gnade, fast schon unverschämt viel, und das hat auch was damit zu tun, dass wir so unwichtig sin. - Nicht nur, dass wir aus lauter Gnade in der Ersten Welt geboren wurden, völlig uncool in der Hautfarbe, und noch dazu in einer Zeit, in der wir Kriege nur aus den Nachrichten kennen und Hunger etwas unpersönliches ist. - La Palma spezifisch kommt dann eben noch die Langsamkeit hinzu, die unbeschreibliche Schönheit der Insel und eben diese wichtige Unwichtigkeit, welche uns fast komplett aus allen Schusslinien nimmt. - Wir sind so unwichtig, dass weder Schuld noch Verantwortung an uns haften wollen, wie denn auch, wir sind es doch nur. - Wahrscheinlich würde das wirklich so weit gehen, dass nur ein Terrorakt aus Verwechselung bei uns stattfinden könnte und das wäre dann das Gegenteil von Gnade, nämlich Tragik.

Dabei sind wir so unschuldig gar nicht, zumindest würden wir aus unserem Alltag viel mehr Angriffsfläche bieten als die, vor "Political Correctness" nur so strotzenden Deutschen. - Hat natürlich auch wieder was mit Geschichte zu tun, und wenn in einem Land die größte Brotfirma Bimbo heißt, dann sieht und benennt man die Dinge einfach anders. - Gut, in dem Fall passt das Wort Gnade nun kaum in den Satz, es sei denn, man nimmt Ignoranz auch in den Geltungsbereich der Gnade auf. - Das heißt nicht, dass das gut ist, es wird nur einfach nicht hinterfragt und niemand muss sich rechtfertigen, wenn er so babbelt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, auch wenn es dich dabei um ein Schandmaul handelt. - So sagt man hier, "No hay Moros a la Costa", wenn keine Gefahr droht, von wem oder was auch immer. - Das heißt, "es sind keine Mauren an der Küste" und Mauren steht eben für die Bevölkerung Nordafrikas. - Das hat natürlich auch historische Gründe, wie so viele Sprüche, aber wirklich interessant ist ja nicht, dass sich hier kein Mensch an dem Spruch stört, oder als rassistisch einordnet, sondern auch keiner der Betroffenen. - Das hat jetzt mal ausnahmsweise nichts mit Gnade zu tun, wohl aber mit Unwichtigkeit, und weil es einfach furz egal ist. - Zur Gnade komme ich trotzdem zurück, denn die Gnade des schnellen Klicks haben Sie, der immer noch liest, bereits vertan, aber sagen Sie bitte nicht, es hätte Sie jemals gezwungen, den Scheiß bis zum Ende zu lesen…




Eher Grajas auf dem Dach als Mauren an der Küste





Dienstag 03.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Como las palabras no cuestan dinero, charlo cuanto quiero

Da die Worte kein Geld kosten, schwatze ich so viel ich will. - Auf heutige Zeiten übersetzt, was wäre denn, wenn man für jedes Like und jedes Teilen beim sozialen Schwätzwerk einen Cent bezahlen müsste?





Bild von Wolfgang Hempel





Montag 02.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 19,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,1 Grad

Weiter im Wetternichts
Azorentief und weitere Nichtigkeiten


Seit ein paar Tagen bereits befindet sich unser Archipel im Wetternichts. - Das mächtige Hoch hat Mitteleuropa eingenommen und die Tiefs vom Atlantik liegen alle zu weit nördlich, um uns richtig nass zu machen, also dümpelt das Wetter so vor sich her. - Immer Wind aus Süden, nun auch wieder in Küstennähe ganz zahm, und das wird auch die kommenden Tage so bleiben. - Ende letzten Jahres gab es noch ganz kräftigen Wind, die Boote, welche nicht im sicheren Hafen lagen, wurden ordentlich gebeutelt, unten nach dem Text sind noch ein paar Bilder davon, Danke Walter für die Fotos. - Der Atlantik hat sich nun wieder beruhigt, aber es sind ein paar Tropfen gefallen in der Nacht und auch heute tagsüber kann es zu Niederschlägen kommen. - Die aber werden sehr gering sein und es wird eher Sand als Wasser regnen, denn, wie soll denn dieses verrückte Wetter auch anderes funktionieren, wir haben immer noch Calima.

Die Diskussion, was denn nun wirklich Calima ist, die habe ich seit Jahren bereits aufgegeben. Heute bezeichnet man einfach den, sonst meist im Sommer auftretenden Staub aus der Sahara als Calima. - Heißer Wind aus Süd ist dazu nicht mehr notwendig, richtige Calima-Fuchser wollten den Wind aus noch genau aus Südost, nicht aus Südwest wie jetzt, um das Calima-Prädikat zu verteilen. - Es gibt auch noch lokale Bezeichnungen, Africano ist recht bekannt, Levante auch, Calderete sagt man auf der Ostseite in manchen Gemeinden auch, aber alle sind sich einig "Tiempo Sur", also Wetter, welches aus dem Süden kommt, das ist nicht gut vorhersehbar. - Dabei gibt es hier im Aridanetal, neben der so oft genannten Brisa, also den Fallwinden, welche der Passat aus dem Osten über die Cumbre Nueva schickt, noch den "Descuernacabras.

Dieses Phänomen ist allerdings selten, sonst hätten die meisten Ziegen im Tal schon keine Hörner mehr, denn der Name dieses schrecklichen Windes lautet auf Deutsch: Ziegenenthörner. - Meist nach Südwind, in der Höhe aber bereits Passat, dann kann es zu Fallwinden kommen, welche direkt aus Norden kommen, nicht über die Cumbre Nueva sausen, sondern über den Bejenado oder den Kamm der nördlichen Caldera ins Tal hinein. - Dabei können ganz kurze, nicht vorhersehbare Windböen entstehen, welche derartige Kraft haben, dass sie, der Legende nach, den Ziegen die Hörner vom Kopf ziehen. - Das ist natürlich übertrieben, aber ich habe das mal erlebt in der Abuela, dem Restaurant, als solch ein Windstoß allen auf der Terrasse sitzenden Gästen die Tische im Nu komplett abgedeckt hat und Teller, Gläser und Essen weit über die Nachbarschaft verteilte. - Ich hatte, wohl aus Reflex damals, mein Glas fest umklammert und es war noch die Zeit, als man ohne Fotoapparat unterwegs war, der auch telefonieren kann, also kann ich keine Beweisfotos liefern.

Oben herum ist die Luft schon fast wieder klar, unten mischen sich nun ein paar Wolken mit dem restlichen Staub aus der Sahara, so dass ein Zwielicht entsteht, welches nicht hochglanztauglich ist. - Allerdings wird sich an der Großwetterlage zunächst nichts ändern. - Weiter Wind aus Südwest, deshalb so kalt und nicht warm, und weiter Staub aus Afrika, aber bei uns auf La Palma bei weitem nicht so dicht, wie auf den Afrika näheren Inseln. - Apropos Staub, ganz feiner Staub, also sogar Feinstaub, wenn das so richtig dicht ist hier auf den Insel, dann messen wir hier Feinstaubwerte, bei denen wir nach mitteleuropäischen Richtwerten nicht nur die Autos, sondern auch noch die Esel stehen lassen müssten. - Allerdings sind das bei uns keine Partikel aus Industrieschloten, oder von zu vielen Autos, sondern vom Sand. - Es sei denn, es ist Rosenmontag, dann liegt die Feinstaubbelastung aus Talkumpulver in der Hauptstadt in einem Bereich, welchen die Asthma-Skala überhaupt nicht mehr anzeigen kann. - So schlimm ist das im Moment allerdings nicht und wieder bietet Apalmet hierzu interessante Grafiken, wie dicht denn der Staub bei uns so ist und werden kann.

In dem ganzen Wettermehrerlei fehlt nur noch der HausmannInnenblues, wenn es eben im Calima zu Niederschlägen kommt und die ganze Aussteuer auf der Wäscheleine nun plötzlich gelbbraune Flecken hat, und die nichts mit humaner Semipermeabilität zu tun haben. - Alles wieder in die Wäsche, neues Glück versuchen, aber vielleicht besser noch einen Tag abwarten, und dann erst wieder auf die Leine bringen. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da nannte man das gute Wetter nach Calima oder Sturm "Bauknecht", aber das wage ich einfach nicht mehr, seit dem gleich mehrere Chauvi-Kassen versuchen, sich von mir ganz alleine sponsern zu lassen. - Aber immerhin, die Mandelbäume sammeln bereits Kraft und setzen schon zur Blüte hier im Tal an, Calima hin oder her, nach der, wegen der Trockenheit verschleppten Blüte der letzten beiden Winter, können wir uns da in den kommenden Wochen auf ganz große Auftritte freuen.












Montag 02.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Ursula Leudert
UPA und La Palma Cats
Fotoshooting mit Haustieren und Familie

Wir machen am Freitag, 13.01. und Samstag, 14.01 ein Fotoshooting für Familien mit Kindern oder/und Haustieren.

Wo? Casa de la Musica, Calle Vicente Cruz Gil, San Jose, Breña Baja, in einer wunderschönen Outdoorlocation.

Wie lange dauert das? - Pro Shooting eine halbe Stunde.

Wie viele Fotos werden gemacht? - Mindestens 2 professionell bearbeitete.

Wie erhalte ich meine Fotos? - >Vor Ort auf einem USB-Stick.

Wieviel kostet das? - €15,00 inkl. Stick.

Was muss ich tun? - Eine Terminabsprache unter 676317299 ist erforderlich, damit alles koordiniert werden kann.

Sonderwünsche? Gerne! Bitte sprechen Sie uns an

Alle Einnahmen gehen zu 100% in den Spendentopf von UPA und La Palma Cats.

Zögern sie nicht. Dies ist eine einmalige Gelegenheit, wunderbare Fotos zu einem sehr kleinen Preis zu erhalten. Fotos sind unwiederbringliche Momentaufnahmen! Zu anderen unterstützen sie den Tierschutz-wofür wir sehr dankbar sind.
Link zur Fotografin http://www.crazybee-photography.de/







Bilder von Sabine Scharnberg





Sonntag 01.01.2017 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,7 Grad

Wer schneller entschleunig, hat länger was vom Bremsen
Alle noch an Bord?


Herrliches Wetter begrüßt das Neue Jahr hier auf der Insel und meine Frau hat es immer leichter mit dem Glück als ich. - Es gibt ja neben den Glücksregeln, welche ich gestern bereits erklärt habe, auch immer noch die Geschichte, dass man besonders viel Glück hat, wenn im Neuen Jahr ein alter Mann die erste Person ist, welche einem begegnet. - Es fällt ihr also jedes Jahr leichter, und so erhalte ich auch weiterhin das Gefühl, auch noch für irgendwas gut zu sein. - Ab heute ist die Familie für ein paar Tage wieder komplett, die ältere Tochter hat einen kleinen Urlaub, der Vorteil halt, wenn man in einem großen Konzern arbeitet, die müssen sich an alle gewerkschaftlichen Vorgaben halten. - Ein paar Tage in alter Frische und Komplexität, nur der kleine Leo fehlt immer noch und langsam überwiegt die Vernunft die Hoffnung.

Ein kleines bisschen sind wir damit auch beim Thema Neues Jahr und was man denn politisch noch verkacken könnte. - Neben den vielen Dingen, welche alle dieses Jahr endlich fertig gemacht werden sollen, oder zumindest angegangen, steht auch immer noch die inseleigene Auffangstation für entlaufene oder ausgesetzte Tiere auf dem Programm. - Sicher ist es lorbeerintensiver, sich um den neuen Stadtstrand in der Hauptstadt zu bemühen, um die Jausenstation auf dem Roque de Los Muchachos, oder um die "Mondstation Alpha", auf dem Lavafeld des San Juan, deren eigentlicher Sinn ursprünglich mal darin bestand, den Zugang zur Vulkantube dort sicher zu machen. - Nur ein bisschen von dem Geld, nur ein bisschen von dem Engagement, und schon hätte La Palma eine weitere touristische Attraktion, nämlich eine verantwortungsbewusste Inselverwaltung, die sich nicht nur um Hochglanz bemüht, sondern auch etwas von dem Glanz in die weniger beleuchteten Aufgaben bringt.

So verknüpfen wir jedes Neue Jahr mit neuen Hoffnungen und dazu gehört sicherlich auch die Fertigstellung des Stadtstrands in unserer Hauptstadt. - Wir sind eh schon ein paar Jahre hinten dran, aus diversen Gründen, und so ganz zuversichtlich scheinen zumindest die Investoren rund um den Stadtstrand auch dieses Jahr noch nicht zu sein. - Vielleicht sind die Brüder der Finanzen auch ganz still und heimlich dort am Machen, also am Besetzen der besten Immobilien am Strand, oder aber die winken alle müde ab und geben unserem Hauptstadtstrand von vorneherein keine gute Chance. - Dabei sollte doch gerade der letztjährige touristische Boom auf der Insel die Geldgeber ermutigen, dort das ehemalige Hotel Marítimo wieder auf Vorderstrand zu bringen und es gibt noch eine Reihe weiterer Immobilien in allererster Reihe, welche auf den Weckkuss des Mammon warten. - Oder denken die ähnlich wie ich, dass das gar nicht erste Reihe Strand ist, sondern erste Reihe Straße, und alle Welt wartet noch ab, ob das mit dem Strand wirklich diesen Sommer losgeht und was man dann auch baulich auf der Strandseite überhaupt machen darf. - Also welche Form von Gastronomie und Handel dort möglich sein wird.

Ich wäre uns hier sicher nicht treu, wenn ich nicht auch gleich im Neuen Jahr wieder von Asphaltwerken schreiben würde, denn davon hängt auch ab, ob eben die Südumfahrung (Mazo - El Paso) fertig wird und ob es dann auch den versprochenen Fahrradweg geben wird. - Das ist schon ein interessantes Ding, die Welt des Fahrradfahrens teilt sich nämlich hier auf einer der steilsten Inseln der Welt immer noch in Profis, und schnell wieder absteigende Amateure, da helfen auch E-Bikes nur beschränkt, und wenn man nun, auch relativ sicher, von El Paso in den Süden oder bis nach Mazo käme, ohne die Höhenmeter eines Alpenpasses zu nehmen, dann könnte man ein weiteres Kapitel des Zweirades hier auf der Insel aufschlagen. - Aber auch dazu braucht man Asphalt, und das einzige noch arbeitende Werk in Las Caletas bei Fuencaliente ist von der Schließung bedroht und diverse Korporationen und Behörden schieben hier den, im wahrsten Sinne des Wortes Schwarzen Peter der Schließung des Betriebes, von einem zum anderen. - Aus Angst vor der Schadensersatzklage des Betreibers natürlich, so ist die Ansage zur Schließung bereits öfter erteilt worden, aber man produziert immer noch nicht. - Sollte das Werk aber nun tatsächlich geschlossen werden, dann wird so manches Projekt hier auf der Insel mindestens verschoben werden müssen, da sich bislang keine einzige andere Gemeinde bereit gezeigt hat, ein solches Werk in ihrem Gebiet aufstellen zu lassen. - Die Inselregierung versucht das nun in den Inselplan mit einzuarbeiten, also von höherer Planhierarchie in die lokalen Flächennutzungspläne einzugreifen und ein, oder gar zwei Industriegebiete auszuweisen, in denen man solche robusten Anlagen aufstellen kann. - Allerdings wird man selbst dann mit heftiger Gegenwehr der Bürger, vielleicht sogar mit Hilfe der lokalen Korporationen rechnen können. - 2017 das Jahr Asphalt-Zero auf La Palma? - Und das in die hochtrabenden Infrastrukturpläne hinein?

Ganz spannend wird natürlich auch die weitere touristische Entwicklung bleiben. - Bleiben wir Auslagerungsziel für Overbooking anderer kanarischer Destinationen, oder gelingt es gar, einen Teil des geliehenen Pakettourismus an uns zu binden. - Zufällig auf die Insel gekommen, statt Sonne und Strand sogar wunderbare Landschaft und eine, noch nicht auf Massentourismus getrimmte Gesellschaft vorgefunden? - Warum nicht, meist hält Liebe auf den zweiten Blick eh länger, weil ein Schuss Vernunft mit dabei im Spiel ist und wer erst mal den enormen Erholungseffekt der Insel mitbekommen hat, der kommt eh wieder. - Es mag ja stimmen, was manche Leute behaupten, Erholung aus Unterlassung, weil einfach nichts los ist, aber es kann doch auch nicht nur Urlaubsziele auf der Welt geben, wo andauernd Speed und Adrenalin den Urlaubsalltag bestimmen. - Vielleicht überlegen wir uns ja auch auf die Schnelle noch ein paar endemische Verkaufsschlager in Sachen touristische Attraktionen, welche irgendwie auch inselkompatibel sind. - Blitzentschleunigungen fallen mir da spontan ein, gerne auch vegan mit Analogvalium. - Oder Profipakete: Wie schnell wollen Sie denn entschleunigen? - Heute im Sonderangebot, Turbo-Entschleunigung, zweimal für den Preis von drei, aber nicht erst lange überlegen, wer zuerst kommt, entschleunigt am schnellsten, und darauf kommt es doch an. - Oder?




Paul, generalentschleunigt





Sonntag 01.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1019 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Con el poder absoluto, hasta el burro es fácil de gobernar

Mit absoluter Macht ist sogar der Esel leicht zu führen. - Ich bin wieder mal früh im Jahr überwältigt von der Sinngewalt und der absoluten Authentizität dieser Sprüche. - Esel wem Esel gebührt!





Bild von Wolfgang Hempel





Samstag 31.12.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 23,9 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Sylvester im Pyjama
Wer nicht bis zwölf zählen und bleiben will...


Ein bisschen Bildungsauftrag wollen wir auch gerne erfüllen. - Zwölf Trauben werden verzehrt, zu jedem Glockenschlag der Kirchturmuhr eine, so wird in Spanien das Neue Jahr begrüßt. - Das soll Glück bringen, und eigentlich sollte sich jeder an die lokale Kirchenglocke halten, aber seit einem halben Jahrhundert überträgt das spanische Fernsehen die zwölf Glockenschläge der Post an der "Puerta del Sol" und wer nicht gerade auf den Kanaren lebt, der schluckt die süßen Trauben im Madrider Takt. - Hier auf den Kanaren fängt ja erst eine Stunde später das Neue Jahr an und hier werden die Uhren der Kathedralen von Las Palmas und La Laguna gezeigt. - Danach geht es, im Kleinen Schwarzen oder im dunklen Anzug mit weißem Hemd auf die Straßen, bei uns im Aridanetal bevorzugt nach Los Llanos auf die Plaza und dort wird dann im wirklich feinen Zwirn das Neue Jahr bis in die Grauen des Morgens begrüßt. - Feuerwerk hält sich in Grenzen, dennoch ist auch bei uns diese Nacht für Tiere der reinste Horror, aber überhaupt nicht zu vergleichen mit städtische, bürgerkriegsähnlichen Zuständen, wie ich das mal in Berlin erleben durfte. - Als Berlin noch gut behütet war, mit einer Mauer drum herum. - Privates Feuerwerk ist hier eh nicht erlaubt, allerdings kommt auch keiner und haut einem was auf die Finger, aber man sollte das eh lassen, sowieso weil seit Tagen die Luftfeuchte tief im Keller sitzt und ein Deutscher im Knast auf La Palma wegen Zündeleien reicht völlig aus.

Interessant bei diesem Ritual mit den zwölf Trauben ist auch, ähnlich der Verarschung mit dem Santa Claus, dass es sich dabei nicht um irgendein bäuerliches oder gar kirchliches Brauchtum handelt, sondern um eine Werbeaktion. - Hier war es allerdings nicht der Hersteller der süßen Brause, sondern ein Werbetrick der Weinbauern aus Alicante. - Die hatten im Jahr 1909 wohl eine solche Rekordernte, dass man die Trauben niemals allesamt verkaufen konnte, und so verteilte man diese als "Glückstrauben" zum Jahreswechsel. - Das verselbstständigte sich dann aber im Laufe der Zeit, und heute gibt es Weinbauern in Spanien, welche ihre gesamte Ernte an spätreifen Aledo-Trauben nur für diese eine Nacht kultivieren. - Zu jedem Glockenschlag eine, sonst verlässt einen das Glück, so schwer und gesellschaftstragend können ehemalige Werbeaktionen sein, eben wie die Geschichte vom Santa Claus. - Ganz pragmatische Zeitgenossen schütten sich übrigens die zwölf Trauben gleich kompakt als gegorene Flüssigkeit in den Rachen, allerdings ist es schon deutlich kommunikativer und einfach lustiger, zusammen mit ganz vielen anderen Menschen im Takt der Zeit Trauben zu "zuzln". - Inzwischen gibt es die Glückstrauben übrigens schon abgezählt als Konserve zu kaufen, aber man muss ja nicht immer alles mitmachen, was die Lebensmittelindustrie einem vorschlägt. - Vielleicht sollten wir hier auf La Palma aber mal auf die Idee kommen, anstatt die Weinbauern von Alicante zu unterstützen, an unsere eigenen Bananenbauern denken. - Allerdings stelle ich mir das schon ein bisschen kompliziert vor, 12 Bananen, und dann noch im Takt der Kirchturmglocken zu verputzen, aber was macht man nicht alles für seine Insel…

Ein anderer Brauch, und da weiß ich nicht, ob der auch als versteckte Werbekampagne herkommt, ist das Tragen von nagelneuer Unterwäsche zur Sylvesterfeier. - Natürlich lebt die Konfektionsbranche auch nicht schlecht mit diesem Brauchtum, man müsse sich nur mal vorstellen, wenn es Brauchtum wäre, jeder müsse sich zu Sylvester ein neues Auto kaufen. - Vielleicht macht man das ja in Abu Dhabi so, oder in Dubai, hier tut es eben, neben 12 Trauben, auch eine neue Unterhose und die bitte in Rot. - Nur das bringt Glück und warum und wieso, das weiß ich nun wirklich nicht, es ist halt so. - Man kann aber auch gelbe Unterwäsche tragen, das soll einen (neuen) Partner anlocken und da wissen wir ja, das hat nicht immer und unbedingt mit Glück zu tun. - (Wobei das mit der gelben Unterwäsche im Feinrippmilieu auch missverstanden werden kann, nagelneu sollen die Schloggies sein!) Ganz pfiffige und durchtriebene Zeitgenossen sollen auch schon mal mit gelbrotem Infit (Outfit wird doch außen getragen) erwischt worden sein, - was für ein Glück da zu erwarten ist. - Nicht überliefert ist die Geschichte, was denn die gescheckten Unterhosen mit dem so genannten "Rallye-Streifen" bringen, oder ob rote Stringtangas nun wirklich weniger Glück bringen, als gleichfarbige Boxershorts, halt einfach der Masse wegen. - Auf jeden Fall bringen Unterhosen mit mehr Stoff nicht unbedingt mehr Glück, aber sicher weniger Blasenentzündung und das ist doch auch schon was. Ebenso konnte ich nicht eruieren, ob es denn rote lange Unterhosen gibt, dann wäre auch für ganz verfrorene Zeitgenossen in kalten Wintern auf der Plaza Chancen gegeben. - Allerdings ist es dieses Jahr recht warm, also doch keine Tinder-Killer tragen, wie man die Unaussprechlichen, die Schiesser Tausendsassa lang und grau, wahlweise mit oder ohne Eingriff, in diesem Jahrtausend wohl auch nennt.

Wohl dem, der Feiern lassen kann. - Vielleicht war das, neben anderen, höchst egoistischen Gründen auch einer der Hintergedanken, welche mir Nachwuchs angedeihen ließen. - Ich muss nicht mehr weggehen, ich kann das der jüngeren Generation überlassen, und dabei sogar noch den Großzügigen markieren. - Ich erinnere mich noch an so peinliche Situationen, mit Bleigießen, Käseigeln und diese dummen Hütchen aus Pappmasche, da waren die Alternativen Besaufen oder Einschlafen, und je älter ich werde, um so häufiger kommt Zweiteres vor dem Ersteren. - Heute bin ich bekennender Sylvesterschläfer, gerne auch komplett nüchtern. - Wenn die den ganzen Scheiß eh machen, ohne mich zu fragen, also das mit Krieg, Cholera und Mehrwertsteuer, dann muss ich doch auch nicht bis Mitternacht aushalten, bloß um dem nächsten Umlauf gleich von Anfang an auf die ethylisch beschwingten Synapsen zu klopfen. - Mag sein, dass oft versucht wird, so etwas in meinem Alter mit beginnender Weisheit zu verkaufen, aber Sie sollten mich eigentlich über die Jahren so weit kennen, dass solch plumpe Abfolgen nicht mein Ding sind. - Ich nehme mir einfach das Recht heraus, nicht mehr alles mitzumachen, was gesellschaftlich eigentlich gefordert wird. - Und mal so ganz unter uns, wir sind morgen, also nächstes Jahr, sicherlich nicht knackiger als heute, allerdings kann es gut sein, dass ich morgen früh, also nächstes Jahr, ein bisschen frischer bin als Sie. - Zumindest früh morgens… Ansonsten wird es mir eine Ehre sein, morgen, also im kommenden Jahr, auch wieder an Ihrer Seite schreiben zu dürfen!








Samstag 31.12.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1020 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Como hoy a tu suegra ves, verás al cabo, a tu mujer

So wie du heute deine Schwiegermutter siehst, so wirst du bald deine Frau sehen. - Ich darf vorausschicken, dass es sich mit Schwiegervätern genauso verhält, ich will nicht noch am letzten Tag des Jahres die Chauvi-Kasse bedienen. - Mein Spruch ist ja immer, wenn irgendjemand zu mir sagt, die eine, oder die andere Tochter sähen mir ähnlich: Sie unverschämter Kerl, wollen Sie etwa meine Kinder beleidigen!





Bild von Wolfgang Hempel





Freitag 30.12.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 23,9 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Luxusprobleme
Irgendwie ist das doch das Wunderland


Das beste touristische Jahr aller Zeiten auf der Insel und dennoch geht das Jahr mit Kabbeleien am politischen Kamin zu Ende. - Dabei nenne ich jetzt nicht den großen, temporär endgültigen Krach im Gobierno de Canarias, wo man, wieder mal, mit gespielter Empörung einen Regierungspakt aufkündigt. - Das ist einfach nur unwürdig, wenn die gespielte Aufmerksamkeitsdauer einer Legislaturperiode nun auf anderthalb Jahre herabgesetzt wird, weil Parteiinteressen inzwischen keine vier Jahre mehr Aufbau zulassen. - Hier auf La Palma wird der große Krach durch viele kleine Rütteleien überspielt und man tut eigentlich so, als wäre im Gesamtpaket immer noch alles in Ordnung.

Was eigentlich vorauszusehen war, Air Berlin wird komplett um, bis wegstrukturiert und solche Ziele wie La Palma sind dann keine mehr, die haben hier auf der Insel dann aber doch noch zu einem, mittelgroßen Wetterleuchten geführt. - Hat natürlich auch was damit zu tun, wie man das rüberbringt und natürlich wissen die allerwenigsten hier auf der Insel, dass die Air Berlin seit vielen Jahren bereits auf Reserve und Pump fliegt, und die Umstrukturierungen eigentlich bereits länger überfällig sind. - Aber die Air Berlin war eben auch, nun seit Jahrzehnten, mit der Condor der zuverlässige Partner für Reisen nach La Palma und es gab Zeiten, da teilten sich die beiden Gesellschaften fast komplett den internationalen Flugverkehr auf unser schmuckes Inselchen. - Das waren allerdings auch die schlechtesten Zeiten hier im Tourismus überhaupt, aber die Air Berlin war da und man kann immer noch die Frage stellen, wo diese Rotweiße Versuchung heute stünde, wenn BER wie zugesagt, bereits seit Jahren dienstbar gewesen wäre. - Aber es ist leicht, diese Fragen zu stellen, eine Antwort ist nämlich nicht formulierbar, also ist es auch gleichzeitig müßig.

Die beiden wichtigsten Figuren auf politischer Seite in Sachen Tourismus auf der Insel sind die jetzige Inselrätin Alicia Vanoostende und der Vorgänger Raúl Camacho. - Sie, PSC/PSOE, also Rotsöckchen aber mit Gala, und er, Partido Popular, aber nicht von der Bargeldfront der Bárcenas-Klasse, sondern ein gestandener Geschäftsmann aus Los Llanos.- Darüber hinaus war Raúl Camacho der erste Tourismusrat der Insel La Palma der Ahnung von dem hatte, was er machte, und auch anhand seiner Arbeitsauffassung, (morgens um Nullachthundert an Bord) Maßstäbe setzte, wo es vorher keine gab. - Man könnte natürlich hinzufügen, die auszufüllenden Fußstapfen waren sehr klein, es war also leicht, ein guter Tourismusrat zu sein, aber damit alleine wird man Raúl nicht gerecht. - Um so aufregender war es nun für Alicia Vanoostende, in eben diese, nun ausgelatschten Fußstapfen zu treten. - Ein bisschen erstaunlich allerdings nun die Breitseite Raúls gegen Alicia, sie wäre mitverantwortlich dafür, dass die Air Berlin La Palma nicht mehr anfliegen würde, da sie auf Billigcarrier wie Easy Jet und Iberia Express gesetzt hätte. - Wir wissen doch alle, dass die Probleme der Air Berlin hausgemacht sind und deren Haus ist nicht La Palma und wenn Niki das nun übernehmen soll, dann bleibt das ja eh alles in einer Familie.

Auch Alicia macht ihre Arbeit gut, keine Frage, allerdings überrollen sie eben die Ereignisse und man sieht dabei hinter dem ganzen "geborgten Erfolg" die wirkliche Arbeit der jetzigen Inselrätin nicht. - Auch muss man ihr ganz enorm zugute halten, dass sie den derzeitigen Erfolg der Insel als touristisches Ziel eben nicht auf ihre Arbeit bezieht, sondern klar hervorgebracht hat, dass geopolitische Gründe hauptsächlich dafür verantwortlich sind. - Darüber hinaus profitiert sie natürlich auch noch von der Arbeit Raúls, der seine Früchte während seiner kurzen Amtszeit nicht ernten konnte. - Auch diese Frage wird zunächst offen bleiben, wie viel von den Zuwächsen der letzten anderthalb Jahre dürfen wir unserer Arbeit anrechnen, und wie viel davon stammt einzig und alleine aus dem Überschuss der anderen Inseln, welche eben seit, sagen wir mal drei Jahren bereits fast komplett ausgebucht sind.

La Palma hat also mehr als ein Luxusproblem und das mag komisch klingen, auch Luxusprobleme können zu wirklichen Problem werden. - Das geringere Luxusproblem ist, dass wir inzwischen zwei Tourismusräte verschiedener Parteien haben, welche uns gut vertreten können, wir also für einen eventuellen Regierungswechsel nach Art des Gobierno de Canarias auch gewappnet wären. - Das andere Luxusproblem kann uns deutlich mehr zusetzen und das hat was mit der erneuten Gefahr des zu schnellen Wachstums zu tun. - Hält der Erfolgsdruck der enorm gestiegenen Zahlen im internationalen Tourismus weiter so an, dann wird man hier auf der Insel darauf natürlich mit breiterer Infrastruktur reagieren, und das wären eben vor allem neue Hotels. - Grundsätzlich ist dagegen nichts einzuwenden, wir leben schließlich in einem Land, in welchem Tourismus die allererste Einnahmequelle ist und müssen auch entsprechende Folgen hinnehmen. - Für La Palma allerdings könnte das Änderungen bedeuten, welche geradezu einem Paradigmenwechsel gleichen. - Wir dürfen aber auch nicht der satten Arroganz verfallen, aus unserer kleinen, heilen Nische heraus die Welt nach unserer Façon zu fordern, wenn Massentourismus auch auf La Palma funktioniert, dann bringt das mehr Menschen in Arbeit und Wohlstand, als das der ländliche, und natürlich sanftere Tourismus jemals könnte.

Allerdings fürchte ich, so wird das nicht geschehen, denn wir dürfen nicht dauerhaft damit rechnen, dass andere, und für massenhaften Pakettourismus viel besser geeignete Regionen als wir, sich dauerhaft von ein paar Deppen zurück in die karge Zeit bomben lassen. - Und wenn wir dann so weit sind, uns die Nonkonformistenuniform übergezogen haben, um endlich touristischen Standards der All-inklusive-Klasse zu genügen, dann kommen die anderen Regionen daher, und fordern ihr Klientel mit Spottpreisen wieder zurück. - Das wird nicht in den kommenden Jahren passieren, aber eigentlich sollten wir doch mal über eine Legislaturperiode hinaus planen, oder zumindest denken können. - Aber wie sähe das denn aus, wenn sich heute ein Tourismusrat der Insel vor die, immer nach dem Goldenen Kalb rufenden Leute hinstellen würde und ruft: Lasst uns ruhig bleiben, die Brocken, die man uns jetzt hinwirft sind nur geliehen, wir müssen weiter hart arbeiten, denn in ein paar Jahren ist die Fiesta wieder vorbei. - Solche Leute würde man davonjagen, und immer findet sich ganz schnell ein kompatibler Ringmuskel, welcher dehnbar genug ist für alle schnellen Versprechungen und vom Wort Luxusproblem nur den Luxus verspricht. - Es geht wieder mal zu schnell und zu einfach aufwärts, und Luxusprobleme haben langfristig dieser Insel immer mehr geschadet, als greifbare Probleme.




Das ist kein Regen, sondern Gischt, die über den Hafen von Puerto de Tazacorte fegt. - Der Südwind pfeift gewaltig auf dem Meer und in den tiefen Zonen der Westseite, in El Paso ist es windstill




Bilder von Federico,heute





Freitag 30.12.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 8 % - Luftdruck 1020 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Come bien, sé fuerte y no tengas miedo de la muerte

Iss gut, sei stark und habe keine Angst vorm Infarkt. - Und habe keine Angst vor dem Tod heißt das eigentlich, aber dann reimt es sich nicht. - Was Anderes kann man denn den Leuten mit auf den Weg geben? - Vielleicht noch immer zwei Fuß Wasser unterm Kiel, 200 Fuß Luft unter dem Fahrwerk, 20 Alternativen zum Fanatismus und mindestens zwei Balken Verbindung auf dem Handy...





Bild von Wolfgang Hempel





Donnerstag 29.12.2016 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 24,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Der Jahresrückblick
So wie ich das Jahr in Erinnerung habe


Januar

Alle paar Jahre müssen viele Verträge der Gemeinden neu ausgeschrieben werden. - So auch der Betrieb des Tourismusinformationszentrum in Los Llanos und Puerto Naos. - Das betreibt seit längerem der rührige Tourismusverband CIT-Tedote, allerdings verliert der Verein die Ausschreibung gegen einen Konkurrenten, welcher den Dienst deutlich billiger anbietet. - Alle protestieren, für so wenig Geld kann man kein geeignetes Personal mit Fremdsprachen einstellen und auch nicht für so viele Stunden, um so lange wie gefordert geöffnet zu haben. - Dennoch, der Vertrag geht an die neue Firma und mit Ansage geht das schief, nach viele Mahnung seitens der Gemeinde gegenüber dem neuen Betreiber entzieht man schließlich der Firma den Kontrakt. - Jeder hat gewarnt, das ist für das gebotene Geld nicht zu machen, das geht schief, dennoch musste die Stadtverwaltung den Auftrag an die neue Firma geben, weil die Regeln für die Verteilung von Dienstleistungen an Dritte so gestaltet sind. - Der Aufreger des Januar.

Februar

Wir stellen ja nicht die Frage, wie lange dauert es, einen Flughafen zu bauen. - Wir sind bescheiden, sondern stellen die Frage, wie lange dauert es in El Paso einen Kiosk zu erstellen, damit Anwohner und Besucher auf der wunderschön gestalteten Plaza Francisca de Gazmira einen Kaffee in der Sonne trinken können. - Die Antwort lautet leider, sieben Jahre, und endlich jetzt im Februar 2016 geht der Kiosk auf der Plaza in Betrieb, nachdem man im Jahr 2009 mit den Arbeiten dafür begonnen hat. - Solche Etablissement kann man sogar fertig aus einschlägigen Katalogen kaufen und Spezialfirmen bauen so etwas dann in ein paar Tagen auf, aber wir hier in El Paso können einfach nicht nur einfach. - Mehrere Baufirmen verschlissen, genau so wie mehrere Stadtverwaltungen, finanziert aus mehreren Töpfen, weil man immer vor dem Weiterbauen zunächst den Müll der Vorgänger wegräumen musste und nun endlich steht das Ding nicht nur da, wie ein Calatrava auf Patex, sondern man kann dort wirklich Kaffee trinken. - Eigentlich müsste das Ding nicht Bar, sondern BER heißen, aber das wäre ja gelogen, denn unser Kiosk, der ist seit Februar dieses Jahres fertig und in Betrieb.





März

Und noch eine Wette halten wir gegen den BER. - Im März begann man, nach 30 Jahren Wartezeit, endlich mit dem Bau einer Jausenstation auf dem höchsten Berg unserer Insel. - Heißt natürlich Besucherzentrum, und dann müssen die interessierten Besucher die Beine nicht mehr beim Herabfahren bis unterhalb der Baumgrenze zusammenquetschen, man kann dann endlich auch dort auf die Toilette gehen. - So profan kann das auch daherkommen, und ein Fläschen Wasser kann man dann auch kaufen sowie einen Kaffee trinken. - Gehört sich irgendwie für den Besuch des größten europäischen Sternwarte und vielleicht ab kommenden Jahr sogar der größten der nördlichen Hemisphäre, seit mehr als 30 Jahren Wartezeit kommt man den vielen Besuchern endlich mit einer Infrastruktur entgegen und in diesem März war Baubeginn und ich halte auch diese Wette, man kann dort noch eher offiziell pinkeln gehen, als auf dem großen Flughafen.

April

La Palma versucht schon eine ganze Weile, sich als hervorragende Filmkulisse anzubieten. - Erscheint mir sinnig und stimmig, allerdings ist unser Portfolio noch ziemlich übersichtlich und über ein paar, im nationalen Rahmen gezeigten Filmen, ist noch nicht viel dabei herausgekommen. - Natürlich gibt es hervorragende Dokumentationen und Reisebilder über La Palma, aber man will mehr, man will nach Hollywood. - Dazu hat man extra die "La Palma Film Commission" gegründet, welche eben auch internationalen Filmproduzenten Türen auf der Insel öffnen soll. - "Berlin Station" hat nun zugeschlagen, die haben Santa Cruz als Kulisse genommen, allerdings stellt unsere, wirklich schnuckelige Hauptstadt einen Ort in Panamá dar, also kommen wir nur inkognito vor. - Hauptdarsteller sind Richard Armitage, Rhys Ifans und Michelle Forbes und es handelt sich um eine amerikanisch-deutsche Produktion und auf privaten Bezahl-Programmen konnte man das schon sehen, ins Fernsehen für Hinz, Kunz und Siebold kommt das erst später, aber noch vor BER habe ich mir sagen lassen.


Mai

Der Mai auf La Palma ist seit dem Jahr 2009 für die Transvulcania reserviert, andere Dinge gehen daneben glatt und meist blass unter. - Wieder Teilnehmerrekorde, Luis Alberto Hernando schafft sein Tripel, und eine Deutsche gewinnt das erste Mal eine Kategorie, Lea Bäuscher ist schnellste Frau im Halbmarathon vom Leuchtturm bis zum Refugio El Pilar. - Über 72 Kilometer und die meisten Vulkane der Insel, mehr als 8.500 Höhenmeter sind zu überwinden, eines der schwersten Trailrennen der Welt und man muss dem "Vater" dieses Rennens bis heute Tribut zollen, der dieses Riesenspektakel trotz einiger Widerstände auf der Insel durchgesetzt hat. - Der sonst glücklose Inselrat der Coalición Canaria, Julio Cabrera ist da zu nennen, und man muss auch beachten, dass es uns bis heute noch nicht gelungen ist, dieses Sportfestival kaputt zu machen. - Immer wieder droht politischer Kleinkrieg um Werbung und Wirkung, jeder, gerade zufällig zuständige Inselrat hat die beste, die schönste und die rentabelste Veranstaltung hingelegt, und keiner von denen merkt, dass dieses Rennen aus der Begeisterung der Bevölkerung lebt und der Zustimmung der internationalen Top-Athleten, und man bloß nicht an der Organisation drehen sollte, man kann bei solch einem erfolgreichen Event immer nur Dinge kaputt machen, meist nicht besser. - Die allerbeste Idee für La Palma seit man die Observatorien auf die Insel geholt hat, Transvulcania, der Mai hat auf der Insel einen Namen und eine Bestimmung.




Der spätere Sieger, Luis Alberto Hernando




Die Siegerin im Halbmarathon, Lea Bäuscher




Juni

Nachhaltig ist, wenn man weiter Mist macht. - Der Kopf stinkt schon, aber die Flosse gibt immer noch Gas, vielleicht muss man das so machen, wenn man wirklich weiterkommen will. - Die ersten "Braunen Tonnen" werden auf La Palma aufgestellt, und keine Angst, Lutz Bachmann ist auf Tenerife, Sie verwechseln da was. - Obwohl ich zugeben muss, es geht um organischen Müll, also so weit ab vom Schuss war Ihr Gedanke gar nicht. - Man möchte zukünftig den Bio-Müll gleich ab Haushalt separiert haben, denn das macht Sinn. - Anderswo, weil man damit Kosten spart, bei uns, damit man überhaupt was im Recycling-Center zu recyceln hat und nicht den gesamten Hausmüll weiter auf Halde legen muss. - Da hat man uns Jahrzehnte lang eine endgültige Müllverwertungsstation verkauft, um nun mitgeteilt zu bekommen, dass über 90% des gesamten Hausmülls einfach deponiert werden muss, da dieser mit organischem Müll kontaminiert sei und die Anlage das nicht aussortieren könne. - Gut, das hat vorher niemand gewusst, als die Erde noch eine Scheibe war, und nun geht El Paso mit gutem Gewissen voran und setzt eher auf die Selbstheilungskraft durch Bürgertum, als politischen Weitblick. - Wirklich schnell und umfassend wird das zwar nicht angenommen, aber man zieht das durch, und das alleine ist schon einen Chapeau mit einem braunen Deckel wert.





Juli

Was Kunst darf, diese Frage wird immer wieder gestellt und die Antwort kann einfach sein, ein bisschen weniger als Satire. - Oder man müsste die Darstellung eines Staatspräsidenten mit Ziegenfreundin derart abstrakt auf die Leinwand bringen, dass es keiner erkennen kann. - Schmähgemälde, man sollte es mal ausprobieren. - Die weit nachhaltiger diskutierte Frage ist, was darf Kunst kosten? - Natürlich bin ich alt genug nicht die Frage zu stellen, wer eigentlich bestimmt, was Kunst ist, und was davon aus den Steuergeldern bezahlt werden kann. - Wirklicher Dauerbrenner, gekoppelt mit dem, meist pseudocaritativem Argument: So lange es hier Leute gibt, die ihre Miete oder die Windeln nicht bezahlen können, so lange darf man kein Geld für Kunst "verschwenden". - Wahrscheinlich produziert unsere politische Führung deswegen alle paar Monate einen kleinen Skandal, um bloß nicht über diese Fragen Auskunft geben zu müssen. - Soziale Netzwerke als gesellschaftliche Korrektur, oder gar als Bücherverbrennungslobby? - Im Juli dieses Jahres sang Julio Iglesias (ja, er lebt noch) hier bei uns auf der Insel und die Inselregierung musste fast 100.000 Euro zuschießen. - Warum konnte dieses Schiff nicht einfach an uns vorüberfahren? Aber Julio ist irgendwie auch ein nationales Heiligtum, also Schwamm, oder besser Geld drüber und weitermachen.

August

Natürlich steht der August 2016 unter der Rauchglocke des frühen Feuers. - Aber das kommt leider alle paar Jahre vor, meist ist die Ursache fahrlässiger Umgang mit Feuer oder Feuerwerkskörpern und so war es dieses Jahr auch wieder. - Aber man hatte einen passenden Schuldigen und der sitzt bis heute in U-Haft, da eben Immigrant, ohne festen Wohnsitz auf der Insel. - Auch werde ich nicht weiter über Schuld und/oder Verantwortung sprechen, und auch nicht über den tragischen Tod unseres Francisco Santana, der beim Versuch das Feuer zu kontrollieren zu Tode gekommen ist. - Protagonisten dieses August für mich sind die vielen hundert Gutmenschen, also die wirklich Guten, die schnell und absolut ohne Hintergedanken Geld gespendet haben, um der Familie Frans das "neue Leben" irgendwie gangbarer zu machen. - Über 33.000 Euro sind eingegangen, eine unvorstellbar große Summe, besonders wenn man bedenkt, dass man damit weder Lorbeeren noch steuerlich nutzbare Spendenquittungen ernten konnte. - Beispielhaft, großartig und warum das Geld immer noch auf dem Konto der ebenfalls äußerst hilfreichen Organisation SOS La Palma liegt, das hat was mit der fast magischen Aufgabe zu tun, zwischen Steuerbehörden, Steuerfachmann und der Familie einen Modus auszuhandeln, welcher dem Fiskus zwar Recht, aber wenig von den aufgelaufenen Spenden gibt.





September

Das Ökoperium schlägt zurück. - Mindestens seit September des Jahres 2016 frage ich mich ernsthaft, ob ich denn ein stringent ökologisch orientierter Mensch bin. - Für diejenigen, die ich stringent ökologisch orientiert nenne, ist das klar, ich bin keiner. - Für die, welche stringent ökologisch orientierte Menschen abwertend Ökos nennen, ist es auch klar, ich bin einer. - Dennoch schlägt nur ein Herz in meiner Brust und das findet die astrophysikalischen Einrichtungen des IAC auf unserem höchsten Berg Klasse, und ich sehe auch eine wunderbare Welt der Synergieeffekte hinter dieser Spitzentechnologie, welche dieser Insel, aufgehängt zwischen Bananensubventionen und Pakettourismus, alternative wirtschaftliche Möglichkeiten bieten kann. - Aber wie immer haben wir unsere Hausaufgaben nicht gemacht und so haut uns nun das Ökoperium die liederlichen Raumordnungspläne kräftig um die Ohren, denn eigentlich dürften dort, wo die viele neuen Observatorien hin sollen, keine solchen entstehen. - Auch die Projektierung sei falsch, man solle zunächst alle Papiere endgültig in Ordnung bringen und dann erst weiterbauen, ansonsten trage man die Stringenz vor dem Kadi aus. - Ich bin mir sicher, die Pläne sind alle nicht tauglich, wir können so was nicht, aber die Observatorien sind gut für die Insel und darum sollte es doch gehen, und nicht darum, einfach nur Recht zu haben. - Du redest jetzt schon wie einer von der Coalición Canaria, das hat mir dann den Rest des Septembers kräftig verhagelt und ich habe mich wieder in meinen, sicher nicht stringent ökologisch orientierten Elfenbeinturm zurückgezogen. - Nach Diktat verschmollt…

Oktober

Majestätsbeleidigung, Blasphemie oder sollte man noch tiefer in die Sünderkartei greifen und sagen, dass Plátanos letztendlich auch nur Bananen sind? - Im Tourismus läuft es hervorragend seit Monaten, natürlich nicht, weil man so gut gearbeitet hätte, sondern weil es so viele Deppen anderswo gibt, und wenn es der Kuh zu warm wird, dann trinkt die kaltes Bier. - So gut geht es der Touribranche, dass man dringend mehr politisches Gewicht einfordert und macht das auch anhand einer wirtschaftlichen Studie, welche nicht zwingend als Gefälligkeitsstudie zu betiteln ist, aber wohl nur einer Lobby gefällt. - Eine private Stiftung, bezahlt von einer Bank und angestiftet von der Universität Las Palmas zeigt uns auf, dass der Tourismus auf La Palma mehr Inseleinkommen generiert, als die Wappenfrucht der Insel. - Das wissen wir zwar seit vielen Jahren bereits, aber man sagt das nicht, das ist ein bisschen wie mit dem Christkind und der Zahnfee, oder warum sowohl die CSU als auch die SPD ein "S" im Namen tragen. - Nun aber ist es raus, die Zahlen sind zwar krude ermittelt, man vergleicht Äpfel mit Apfelmus, aber die Ansage ist raus, die "Plátanos" verlieren ihr Alleinstellungsmerkmal für palmerische, wirtschaftliche Glückseligkeit. - Allerdings wissen wir ja, jegliche Diskussion, wer denn nun den Längeren habe, führt zu nichts und so einigt man sich branchenübergreifend, wir haben es jetzt mal ausgesprochen, unser Beinchen gehoben und markiert, werden aber in Zukunft darüber nicht mehr sprechen. - Wirtschaftsrüden bei der Prostataprophylaxe erwischt und die Politik war dieses Mal smart genug, nicht reflexartig das Beinchen auch zu heben.




Mehr Bananen gleichzeitig produzieren, der nicht ganz ernsthaft gemeinte Vorschlag Heribertos




November

Die Schlacht ums Kalte Buffet wird jedes Wochenende wieder ausgetragen. - Aber wer das Buffet bestückt, darum bemühen sich auf der Insel seit Lidl auffällig viele Konkurrenten. - Vor Lidl schlief man hier den Spar-Schlaf, mit ein bisschen San Martín und einer, fast frechen Einzelhandelszufriedenheit, die fast schon an Konsumverweigerung heranreichte. - Warum auch nicht, die Claims waren abgesteckt und Konkurrenz ist lästig. - Heute sieht das anders aus, alle strecken sich, bemühen mit inneren und äußeren Werten zu punkten und die weiteren Ankündigungen an noch mehr Lebensmittelmärkte lassen einen glauben, es würden doch mehr Menschen auf der Insel wohnen und vor allem konsumieren als früher. - Allen voran die Gruppe Dinosol, welche aus dem angeschnarchten und angestoßenen San Martín in El Paso nun das neue Zugpferd ihrer Kette machen will, und dabei Millionen investiert, aber gleichzeitig auch den Ort in eine Art Dauerausnahmezustand bringt. - Keine Parkplätze, keine Ruhe, kein gemütliches Einkaufen, es wird gebaggert, gebohrt, gehämmert und gebaut, so wie wir das in unserer entschleunigten Manier eigentlich gar nicht kennen. - So viele Leute auf einmal auf einer Baustelle, selbst beim Flughafenausbau wimmelte es nicht so. - Aber man reagiert und setzt auf El Paso und nicht auf die Grüne Wiese, Lidl baut währenddessen ihren zweiten Markt in Los Llanos und der spanische Superdiscounter Mercadona hat auch noch sein Kommen angekündigt. - Ich kann gar nicht so viel fressen, wie es zu kaufen gibt, und El Paso schuldet dem kleinen, großen Dino enorm viel.





Dezember

Kleine Taschenlampe brennt… und stört dabei sicherlich nicht die Astrophysiker auf unseren Bergen. - Dafür gibt es hier auf der Insel auch ein Himmelsgesetz, welches vorschreibt, wie viel Licht wir nachts anmachen dürfen und wie das auszusehen hat. - Meist halten sich alle daran, oder werden freundlich von den Lichtwächtern des IAC darauf hingewiesen und bislang lief das immer alles ohne Strafen oder böse Wort ab. - Nun aber legt sich, mindestens die Gemeinde Tijarafe mit dem IAC an, denn die haben gerade die gesamte Straßenbeleuchtung neu gemacht und jetzt kommt das IAC und sagt, so geht das aber nicht, diese Laternen emittieren viel zu viel Licht. - Allerdings sieht die Gemeinde nun hinter diesem Blauen Brief finanzielle Verknüpfungen des IAC mit einem globalen Leichtmittehersteller, denn in Tijarafe würde man lokale Technik verwenden, welche mindestens OK sei und natürlich besser und billiger, als das von der globalen Konkurrenz. - Es geht um LED-Technik und das ist wunderbar energiesparend aber nicht ganz ohne, was die Lichtverschmutzung angeht, denn diese Lampen strahlen auch in Wellenbereichen, die bei herkömmlicher Technik nicht berührt werden. - Da bewerben wir uns für das größte optische Spiegelteleskop jemals, weil es auf Hawaii gesellschaftliche Diskussionen als Standort gibt, und wir klüngeln auf Gemeindeebene, welche Glühbirnen denn angeschafft werden. - Diskussionen die kein Mensch braucht, lokale Interessen gefährden inselweite Projekte, als wäre nicht bereits genug solch störender Hickhack um die Heilige Quelle im Köcher, da kommt nun noch der Glühbirnenasterix aus Tijarafe und fordert ein Imperium heraus. - Lichtgestalten wo man hinsieht und vor lauter Licht sieht man die Sterne nicht…
Und, was uns noch so den Dezember verhagelt, Leo ist immer noch verschwunden...





Donnerstag 29.12.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 9 % - Luftdruck 1021 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser,
Fotos von Barbara Lötzsch
Ron Aldea - Flüssiges Gold

läuft die Kehle hinab, wärmt nicht nur den Magen, sondern eröffnet eine reiche Geschmackswelt....

So klein sie auch ist, unsere Isla Bonita, fast immer gibt es etwas zu entdecken, wenn man die tägliche Routine hinter sich lässt und sich mal wieder aufmacht, um ein Stückchen dieser Insel zu erkunden. Dieses Mal ging es die wildromantische Nord-Ostseite entlang von Santa Cruz in Richtung San Andrés und Los Sauces. Immer wieder beeindruckend, diese tiefen Barrancos, diese gewundene Straße hoch über dem Meer. Und dann die Überraschung: Die "Destilerías Aldea" zwischen Charco Azul und Puerto de Espíndola erschien mir vor ein paar Jahren stillgelegt. Doch weit gefehlt, inzwischen gibt es sogar ein "Centro de interpretación de la caña de azúcar y del ron" mit regelmäßigen Führungen. Nicht nur über die Herstellung des Ron Aldea informiert das kleine Museum, es gibt auch einen Einblick in die Historie der Unternehmerfamilie José Manuel Quevedo Alemán.

Don Manuel (1872 bis 1968) wurde auf Gran Canaria geboren. Natürlich hielt er sich auf Cuba auf, um die Rumherstellung von der Pike auf zu lernen. Seine Lebensstationen waren aber auch die Antillen und Madera. Im Jahr 1936 gründete er auf La Palma die "Destilerías Aldea" im Municipio San Andrés. In der vierten Generation wird nun hier schon das flüssige Gold hergestellt. Zwischen März und Mai wird das Zuckerrohr gepresst und der daraus entstanden Saft, der Guarapo, fermentiert und direkt gebrannt. Im Gegensatz zur herkömmlichen Rumherstellung wo der Rum aus der Melasse hergestellt wird. Vielleicht ist das der Schlüssel zum einmaligen Geschmack. Gebrannt wird übrigens in einer Anlage, die noch aus dem Gründungsjahr zu stammen scheint.

Das Zuckerrohr stammt übrigens direkt aus der Gegend rund um die Destillerie. Es ist nicht viel, wachsen dort doch hauptsächlich Bananen, doch es reicht für etwa 200 000 Liter im Jahr.

Das kleine Museum ist geöffnet montags bis freitags 9 bis 14 Uhr und 15 bis 17 Uhr. Samstags 9 bis 14 Uhr. ( 2 €) Führungen um 10 und 12 Uhr. ( 3 €).

Und nach der Führung gibt es eine kleine köstliche Kostprobe. Doch bedenken Sie, die Straße zurück ist immer noch die mit den vielen Kurven, die Sie hergekommen sind!


















Mittwoch 28.12.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 23,0 Grad - niedrigste Temperatur 13,8 Grad

Immer weniger Palmeros
Natürlich ist auch daran die Krise Schuld und warum man nicht nur heute aufpassen sollte


Traditionen können wunderbare Angelegenheiten sein, müssen es aber nicht. Oft heißt es ja, Traditionen sind dazu da, Wandel zu widerstehen, Dingen festen Halt zu geben. - Das leuchtet mir so ganz nicht ein, da viele Dinge eben heute keinen Hintergrund mehr für manche Traditionen hergeben und gesellschaftlicher Wandel oft auch Traditionen einfach hinwegfegt, so wie Stier- und Hahnenkämpfe zum Beispiel heute robust in der öffentlichen Kritik stehen und wohl in ein, vielleicht zwei weiteren Generationen nicht mehr stattfinden werden. - Ganz schlimm, wenn man dann fragwürdige Dinge auch noch hinter religiösem Eifer versteckt, also noch obskurer als manche weltliche Abgründen, aber dieses Thema geht weit über meinen Atmen hinaus. - Heute feiert man in den meisten spanisch sprechenden Ländern den "Día de los Santos Inocentes", den Tag der Heiligen Unschuldigen, oder wie man auch daraus schließen könnte, den Tag der lieben Trottelchen. - So sagt das keiner, aber heute werden die Leute in den "Dezember geschickt", was in Mitteleuropa der 1. April ist, das ist bei uns der 28. Dezember, und früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es wirkliche Wettbewerbe, welches Medium, meist eben Zeitung, die beste "Inocentada" bereit gehalten hat.

Das hat sich grundsätzlich eigentlich nicht geändert, auch in unseren Tagen darf man die Leute noch veräppeln, aber es wird kaum noch gemacht. - Ganz wenige Zeitungen nur noch versuchen sich in dieser Tradition und auch im Alltag verschwindet dieser Brauch langsam, oder wird oft nur für ganz derbe Scherze genommen, welche weit über einen Aprilscherz hinausgehen. - Leider bringen die Zeitungen kaum noch "Inocentadas", vielleicht auch, weil der Echtheitsgrad ganz vieler anderer Nachrichten eh schon mindestens fraglich ist. - So kämpft man ja in der, immer noch nach Seriosität suchenden Branche mit echten Journalisten, schon lange gegen omnipräsenten Nachrichtenmüll aus mannigfacher Quelle, da passen solche Scherze eigentlich gar nicht mehr wirklich in die Zeit. - Gezielte Falschmeldungen, am besten noch tausendfach geteilt und mit Folgen behaftet, das ist heute der größte Feind des seriösen Journalismus, also wie sollen dann an einem solchen Tag gerade um Aufrichtigkeit bemühte Leute so etwas loslassen, und das soll dann bitte auch noch lustig sein. - Vielleicht passt das wirklich nicht mehr in die Zeit, und so habe ich heute auch nur noch ganz wenige "Inocentadas" in den Zeitungen gefunden. - Eine neue Bürgermeisterin für Santa Cruz, einen A 380 für die kleine Fluggesellschaft Canaryfly und sicher habe ich noch ein paar andere Dinge übersehen, aber keine Zeitung mehr wagt es, mit einem Scherz heute aufzumachen. - "Fake-News" sind halt heute kein Alleinstellungsmerkmal eines bestimmten Tages mehr, sondern Alltag im Netz. - Der "Scherz" passiert sogar anders herum. - Da heißt es heute, nach dem Scheitern des Regierungspaktes von CC und PSC/PSOE würden die lokalen palmerischen Räte darauf beharren, dass dieses Zerwürfnis ihren Pakt nicht gefährden würde, und man auf jeden Fall bis zum Ende der Legislaturperiode, also weitere zweieinhalb Jahre, zusammebliebe. - Das ist ein Witz, allerdings meint es der befragte Politiker ernst, und ich glaube weniger, dass das in die Kategorie Aprilscherz passt, sondern eher in die Schublade Lebenslüge. Bei mir muss man aber nicht am "Día de los Santos Inocentes" aufpassen, sondern am 1. April, denn wir richten uns in Sachen Schabernack dann doch nach mitteleuropäischen Gepflogenheiten. - Darum stimmt die Aussage, es werden immer weniger Palmeros und das nicht nur, wie man unter der Hand und auf der Straße mitteilt, sondern auch offiziell nach den Einwohnermeldeämtern. - Hier heißt das "Padrón Municipal" und die Gemeinden sind dafür verantwortlich, damit die Zahlen stimmen, und ob die stimmen, darüber reden wir ein bisschen weiter unten noch. - Aber auch die offiziellen Zahlen melden einen deutlich Rückgang der Zahl der Einwohner unserer Insel in den letzten Jahren und machen so manche Pläne, in und im Wachstum geboren, einfach unglaubwürdig. - Ich erinnere mich auch noch an Projekte, die sprachen davon, dass wir in ein paar Jahren die 100.000 Einwohnergrenze überschritten hätten, aber die Realität sieht anders aus, wir liegen inzwischen nur noch schlapp bei 81.468 gemeldeten Einwohnern.

Vor der Krise lagen wir bei guten 88.000 Bewohnern und seit 2009 geht es ständig runter mit der Zahl der Bewohnern und das hat nicht nur damit zu tun, dass inzwischen die Geburtenrate hier auf der Insel auf schwache 1,34 Kinder pro Frau gesunken ist und wir somit eine höhere Sterberate, als Zugewinn durch Geburten aufweisen. - Das war allerdings auch bereits in den Jahren vor der Krise nicht viel anders, aber vor 2009 retteten die Immigranten immer noch die Zuwachszahlen, wobei wir hier mal auch die Zuzüge vom Festland mit einbeziehen. Allerdings sank die Zahl der neu Zugezogenen nach La Palma in den Zeiten der Krise, ganz einfach, weil es eben wirtschaftlich schwieriger geworden ist, und darüber hinaus gingen eben viele Menschen auch aus dem gleichen Grund in andere Regionen, oder gar Länder, da es sich dort wohl wirtschaftliche einfacher gestaltet hat. - So darf man hoffen, dass nun der sanfte Aufschwung der letzten Jahre auch hier wieder eine Änderung anzeigt, auf jeden Fall hofft man eben darauf, dass junge Paare sich wieder eher trauen, doch Kinder in die Welt zu setzen und man die Geburtenrate damit vielleicht mindestens mal auf einen europäischen Schnitt heben kann.

An deutlichsten zeigt sich der Abmagerungsprozess in der Hauptstadt, dort meldet man nur noch 15.711 Einwohner und verliert damit im sechsten Jahr hintereinander Bewohner. - Man darf erinnern, die Hauptstadt hatte mal deutlich über 17.000 Einwohner und man strebte eigentlich für dieses Jahr den "Zwanzigtausender" an, und heute ist man froh, dass man immer noch die 15 am Anfang der Zahl halten kann. - Hier allerdings verzeichnet man schon seit vielen Jahren, auch schon vor der Krise, eine Abwanderung in den Speckgürtel, die Breñas und Mazo haben viele Jahre davon profitiert. Heute ist allerdings Breña Baja noch die einzige Gemeinde auf der Ostseite mit einem geringen Wachstum an Einwohnern, welche der Gemeinde Santa Cruz de La Palma Einwohner weggeschnappt hat, oder sollte man auch noch den kleinen Zuwachs Puntallanas auf diese Karte stecken? - Nur Garafía hat auch noch ein paar Einwohner hinzugewonnen, allerdings gilt auch dort, seit vielen Jahren sinkt die Zahl der Einwohner drastisch und man ist inzwischen froh, die 1.500 Einwohnermarke nicht unterschritten zu haben. - Alle anderen Gemeinden haben Einwohner verloren, auch offiziell, denn die Zahlen aus den Melderegistern, die geben nicht wirklich die Zahl der Menschen wieder, welche tatsächlich dauerhaft auf der Insel leben.

Das sind deutlich weniger, selbst die Politik hat das inzwischen zugegeben, und man spricht von knappen 60.000 Menschen, welche dauerhaft hier leben, konsumieren, Steuern bezahlen und öffentliche wie private Dienstleistungen nutzen. - Viele Schüler und Studenten, viele Pendler, die sich nicht abgemeldet haben, aber in Wirklichkeit eben auf einer anderen Insel, auf dem Festland oder gar im Ausland leben, den Status allerdings als temporär betrachten. - Dazu kommt auch noch, dass die allermeisten Ausländer sich nicht abmelden, wenn sie denn, aus welchen Gründen auch immer, die Insel wieder verlassen und die Gemeinden nicht wirklich jedes Jahr von Tür zu Tür gehen, ob denn Herr Schmidt aus Barsinghausen und Herr Quevedo aus Maracaibo denn immer noch auf dem Inselchen weilen. - Das passiert eher zufällig, dass man diese Leute nicht mehr antrifft, wegen eines offiziellen Schreibens, welches nicht zugestellt werden kann oder weil eine Zahlung erwartet wird, aber nicht erfolgt. - Und dann wäre man ja auch seitens der Gemeinde ziemlich blöd, solche Absenzen gleich nach Madrid zu melden, denn jeder Einwohner ist blankes Geld bei der Verteilung der Zuwendungen. Ob und wie man denn solche kritischen Zahlen zukünftig besser handhaben könnte, das wird wohl diskutiert, aber eine Vernetzung mit ausländischen Behörden steht nicht wirklich für kommendes Jahr an, und wenn, dann gäbe es vielleicht mit den europäischen Ämtern einen Austausch, aber sicherlich nicht mit Venezuela, Kuba oder anderen Lateinamerikanischen Ländern.




Versuchen Sie mal, unbeschadet einen dieser Weihnachtsmänner dort zu greifen.
Mia sagt dann Merci...





Mittwoch 28.12.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1019 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Cien refranes, cien verdades

Hundert Sprüche, hundert Wahrheiten. - Eigentlich braucht nach dem Spruch kein weiterer mehr folgen, da eben jeder seinen eigenen Blickwinkel, seine eigene Geschichte und damit letztendlich seine eigene Wahrheit aufstellt. - Darum weiß auch keiner, wie das nach dem Jüngsten Gericht abläuft, nach dem letzten Tag, oder wie wir rote Socken immer sagen, nach der Revolution…





Bild von Wolfgang Hempel





Dienstag 27.12.2016 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 11 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 22,3 Grad - niedrigste Temperatur 13,1 Grad

Zwischen den Wettern
Kalter Calima und virtueller Regen


Kalter Calima klingt nicht nur wie kalter Kaffee, sondern fühlt sich auch so an. - Braucht kein Mensch, die Vegetation noch weniger und warum das Wetter eigentlich so oft gerade um die Weihnachtszeit austickt, ist eine ganz andere Frage. - Neu ist das nicht, und eben besonders nicht zu dieser Jahreszeit, erst Regen, der nicht regnen sollte, dann Staub aus Afrika, der so kalt ist, dass man Unaussprechliche unter dem Rock tragen wollte. - Schuld hat immer die Coalición Canaria, das weiß man doch und Hochdruckgebiete haben einen festen Platz einzunehmen und sich nach unseren Wünschen zu drehen und wir wissen ja, was aus dem hegemonialen Wunsch sich über ganz Europa auszudehnen immer wird: Mist. - Mistwetter für die Kanaren allemal, alle Vorhersagen rauschen mit dem virtuellen Regen den Weg des ewigen Irrtums und die Gäste aus Finnland und Island, welche kurz vor Weihnachten gekommen sind, die haben sich erst mal Heizdecken und Glühwein geben lassen, um La Palma über die Feiertage genießen zu können.

Wie es weitergeht wollen Sie wissen? - Ich auch! - Das mächtige Hoch scheint sich endgültig für Europa entschieden zu haben und zieht immer weiter ostwärts. - Ihm folgt auf unserer Höhe ein kleines Tief, welches noch nicht wirklich abzuschätzen ist, besonders eben nicht, ob wir von ihm nassgemacht werden. - Im Moment sieht das eher so aus als nicht, die kommenden Tage bis zum Jahreswechsel sowieso nicht und es wird wohl deutlich wärmer, besonders eben wenn der dämliche, völlig deplatzierte Staub endlich wieder aus der Luftverschwindet und die Sonnenstrahlen ihre wärmende Arbeit verrichten lässt. - Die kommenden Tage wandeln wir also erneut in einem Wetternichts, zwischen fliehendem Hoch und zögerndem Tief ist viel Platz für gutes Wetter, verdient hätten wir, und besonders unsere Besucher, es allemal. - Also, zwischen den Wettern auf Sylvester warten, es könnte schlimmer sein.

Leo haben wir nicht gefunden bislang, er uns genau so wenig. - Es war ohne Zweifel unsere eigene Schuld und Blödheit, wir haben ganz einfach den Käfig nicht richtig verschlossen gehabt und das Tier war noch panisch von den beiden Spritzen, also auch nicht mit guten Worten oder zarten Armen zu halten. - Heiliger Abend mit Leckerlis und Leo-rufend im Regen zwischen den Kakteen herumstreifen. - Man kann solche Tage auch anders verbringen und die Leute aus der Umgebung mussten sich auch gedacht haben, wieder irgendwelche durchgeknallten Ausländer, die Weihnachten mit ganz komischen Riten singend auf nassen Wiesen feiern. Allerdings tröstete uns der Tierarzt, ja, der mit den blauen Augen, das käme häufiger vor, dass Tiere dort vor oder nach der Behandlung ausbüchsen würden. - Allerdings sei es wahrscheinlicher, dass das Tier von selbst nach Hause finden würde, als dass wir ihn dort entdecken oder anlocken können, aber wir haben nichts unversucht gelassen. - Inzwischen kennen wir alle Katzen dort in der Umgebung, und die uns, alle Nachbarn auch, man möge uns verzeihen, wenn wir morgens um Nullsiebenhundert am Weihnachtstag dort Leo-rufend um die Häuser gezogen sind.

Politisch hat sich auch was getan, Großes sogar, aber eigentlich will schon keiner mehr davon Notiz nehmen, so uninteressant, um nicht zu sagen lächerlich, hat sich die Landespolitik bei uns bereits gemacht. - Der Regierungspakt zwischen Coalición Canaria und den Sozialisten im Gobierno de Canarias, also dem obersten Haus der Autonomen Region Kanarische Inseln ist geplatzt, und nun regiert dort die CC in Minderheit. - Schuld an dem Debakel, mit Ansage seit Monaten, das lassen wir einfach mal offen, allerdings kommt immer wieder die dummdämliche Weigerung einiger Sozifürsten ans Tageslicht, welche es als Todsünde sehen würden, mit der Partido Popular zu paktieren. - Ich komme aus einer anderen sozialistischen Schule, hier war es immer verpönt mit der CC zu paktieren, aber auch das ist inzwischen ja Geschichte, selbst im El Paso sitzen die Sozis inzwischen mit der CC an einem Tisch. - Das alles wird nun erneut in Frage gestellt, vielleicht sogar neu ausgeklüngelt, der neue Wein ist da, also viel Gelegenheit in nahen Bodegas neue Pakte mit alten Feinden, die eigentlich alte Partner waren zu bündeln, und eigentlich bleibt alles so, wie es immer schon war: Hilflos.

Als Grund für das Scheitern dieser Regierung zählt offiziell der Streit um die Verteilung der Gelder aus dem steuerlichen Rückstellungen der IGTE und hier haben eben die Mitglieder der PSC/PSOE einen, eigentlich bereits ausgehandelten Beschluss kurz vor der Unterschrift aufgekündigt. - Man hat nun Zahlenkolonnen innerhalb einer Tabelle neu verschoben, mit dem Ergebnis, dass La Palma an die 40 Millionen Euro in 10 Jahren weniger bekommt, man das aber auf den Tabellen nicht sieht, weil man einfach davon ausgeht, dass das Cabildo Insular die fehlenden 40 Millionen selbst bereitstellt. Nur damit man auf die bereits vorher ausgemachte Summe von etwas mehr als 200 Millionen in den kommenden 10 Jahren kommt. - Danke PSC/PSOE, aber mein Gott, das sind wir ja selbst! - Die einzige Inselregierung der Kanaren, auf der ein Mitglied der PSC/PSOE Präsident ist, die verlieren 20% des "IGTE - FDCAN" Füllhorns, weil genau dieser Partei der viele Glühwein auf der Weihnachtsfeier im Gobierno de Canarias irgendwie nicht bekommen ist.

Man muss sich das mal überlegen, da nimmt man unserem strammen Anselmo 20% weg, die eigene Mischpoke, welche ihn noch vor anderthalb Jahren aus der Partei geworfen hat, weil er das Gleiche machte, wie uns die Partei jetzt auf der Ebene des Gobierno de Canarias als alternativlos anpreisen will. - Rütteln, schlagen, knuddeln, manchmal weiß ich auch nicht mehr, wie man mit unseren Sozis noch umgehen soll. - Aber mein Gott, das sind wir ja selbst! - Dennoch, keine Wirren aufkommen lassen, das wissen die noch weniger als wir, die wir uns Basis nennen. - Und nur noch als Kompott, nun regiert nicht die meistgewählte Partei die Kanarischen Inseln, wie man vielleicht meinen könnte, sondern diejenige, welche nur an dritter Stelle der Stimmenanzahl nach den Wahlen zur Zusammensetzung des Gobierno de Canarias im Mai 2015 lag. - Danke Sozis! - Aber mein Gott, das sind wir ja selbst!

Ich könnte jetzt noch negativ weitermachen und über einen unHold sprechen, der nicht nur eine Fluggesellschaft gegen die Wand geflogen hat, sondern letztendlich sogar deren zwei. - Großes Jammern auf der Insel, die Air Berlin wird wohl La Palma kommendem Sommer nicht mehr anfliegen. - Man ahnte es ja, aber es liegt dieses Mal wohl nicht an uns. - Aber keine Panik, es gibt inzwischen so viele Carrier, die sich anschicken auch nach La Palma zu fliegen, dass man es wohl als normalen Wandel im Handel sehen muss. - Also warten wir ab, wer diese Lücken belegt, mehr als die Hälfte der Individualreisenden hat eh bereits die Iberia Express oder Easy Jet gewählt, wir sollten also gelassen bleiben. - Einen versöhnlichen Ausklang der Nachweihnachtsnachricht kommt so bildhaft aus Puerto de Tazacorte, ganz ab der großen Pötte, welche in Santa Cruz Tausende über die Reling und in die Geschäfte drücken. - Die niederländische "Morgenster" hat am Weihnachtstag in unserem stolzen Westhafen angelegt, und sogar an der so ungenutzten Außenmole. Ein neues Schiff nach alter Façon, wunderschön anzusehen, und es werden immer mehr Großsegler dieses Typs, welche Puerto de Tazacorte statt eines anderen kanarischen Hafens wählen.







Bilder von Federico





Dienstag 27.12.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1021 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Cazador absoluto, buenas piernas y pocos cartuchos

Der absolute Jäger, gute Beine, wenige Patronen. - Gut, meine Ansichten eines absoluten Jägers sehen noch einmal anders aus, aber wir betrachten doch diese Sprüche aus rein historischem und gesellschaftlichem Interesse… So galt halt immer schon, wer nur herumballert, sich aber nicht vom Fleck bewegt, also fauler und schlechter Jäger.





Bild von Wolfgang Hempel







Sonntag 25.12.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 7 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1023 hPa


Leo fehlt. - Gestern mussten wir ihn zum Arzt bringen, wegen einer Infektion im Mund. - Keine so große Sache, aber der neue Katzenkorb hat widerborstige Türen. - Nach der Behandlung entwischt uns Leo noch vor dem Auto und verschwindet panisch ins hohe Kraut und trotz mehrfacher Suche ist es uns nicht gelungen, ihn zu finden. - Rund um den Fußballplatz von El Paso, ein kleines, schlankes Tier, graugetigerte Hauskatze, männlich, oder was der Arzt nach der Sterilisation davon übrig gelassen hat. - Hinweise bitte an 922 497216 oder 649 267319













Donnerstag 22.12.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 14,5 Grad

Wer kommt denn auf die bescheuerte Idee, hier Urlaub zu machen?
Abgesang eines, teilweise Verzweifelten. Aber immerhin, der Baumbehang schmilzt nicht.


Vor dem Abgesang über schlechtes Wetter bei uns auf dem Inselchen noch ein wichtiger Hinweis in Sachen Erzeugermarkt in Los Llanos. - Der Sonntagsmarkt wird wegen der Feiertage jeweils auf den Samstag davor verschoben, also auf den 24.12.2016 und den 31.12.2016 und das jeweils von 06:00 bis 13:30 Uhr. - Und jetzt kommt es, nicht wie gewohnt auf der Avenida Dr. Fleming, sondern auf dem Platz vor der eigentlichen Markthalle, dem Mercado Municipal!

Eigentlich ist alles wunderbar. - Die Insel ist voll, so voll wie über zwei Jahrzehnte nicht mehr, und vom Wetter her haben wir Hochdruck, also was soll sein? - Sie wissen doch, Azorenhoch, Wolken im Norden und Osten und Sonne auf der Westseite, so wie man das überall lesen kann und so wie wir das auch wollen. - Allerdings hat dieses Monstrum dort auf dem Nordatlantik nicht wirklich Ähnlichkeit mit unserem sonstigen Wetteralltag, denn dieses Hoch reicht hinein bis Mitteleuropa und setzt so die, für uns bekannten "Azorenregeln" deutlich außer Kraft. - Mir kräftiger Gewalt bläst der Wind die dunklen Regenwolken über die Cumbre Nueva auf die Westseite, als wäre es das Normalste auf der Welt. - Nicht der, fein in die Landschaft ziselierte Wolkenwasserfall, das so häufig fotografierte Motiv oberhalb El Pasos, sondern hohe Wolken vom Wind angetrieben sausen ins Tal hinein und hinterlassen zwar keinen strömenden Regen, aber selbst in unserer, eigentlich kuscheligen Wetterklause "Morro de Aguililla" messbaren Niederschlag. - Ich weigere mich ja weiterhin das Zeugs Regen zu nennen, denn Regen kommt aus dem Westen und meist horizontal, aus dem Osten fallen Betriebsunfälle des Azorenhochs, machen meist auch nicht nass, sondern nur Brillenträger blind und sorgen für gehobenen Umsatz an Wischerblättern.

Aber damit kommen wir dieses Mal nicht durch, und oben in El Paso sind die Leute wirklich nass geworden und auch noch kräftig vom Wind durchgeschüttelt. - Darüber hinaus ist es eben saukalt, wenn die Sonne uns den Pelz nicht trocknet, und wer dann in die, doch enttäuschten Gesichter der so zahlreich angereisten Gäste blickt, welche irgendwie den Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln anders eingeplant hatten, der muss schon eine ganze Menge kognitive Stabilität mitbringen. - Aber das Wetter wird ja immer besser, erste Unterrichtsstunde Tourismus für Anfänger, und warum verbietet man uns dabei nicht den Blick auf die Wetterkarten? - Das geht nämlich noch ein paar Tage weiter so, und irgendwann wird aus positivem Zuspruch garstiger Sarkasmus, und man begrüßt die Leute mit der Frage: Wie kommen Sie denn auf die Idee, gerade jetzt hier Urlaub zu machen? - Vielleicht sollte man sich das Lehrgeld zurückgeben lassen, oder in die Landwirtschaft wechseln, aber da nervt dann wieder monatelange Trockenheit und man hängt von den Subventionen ab.

Dabei kommt durchaus immer öfter wieder die Sonne mal durch, gerade heute, gestern war das noch anders. - Aber eben nie, wenn die Urlauber gerade zur Begrüßung aus dem Auto steigen, immer dann weht gerade die robust angestachelte Brisa den nächsten Wasserschwall aus der Cumbre ins Tal. - Vielleicht sollte man das finnisch angehen, also die Leute in kurzen Hosen und T-Shirt begrüßen und überhaupt gar nicht auf das Wetter eingehen. - So erzählt der Bahnballsportbeauftragte vom Minigolf in Todoque von skandinavischen Gruppen, welche genau so bekleidet die Bälle dort gegen den peitschenden Wind schlagen und sich über ihn lustig machen, der mehrere Schichten Funktionswäsche nicht zum funktionieren bekommt. - Den Spruch kennen wir ja, wenn der Finne anfängt, sich vor Hitze zu entkleiden, dann besteht für uns wieder eine theoretische Möglichkeit des Überlebens. - Wir laufen hier teilweise rum, wie Sylter Postboten im Winter, und verkünden gleichzeitig die frohe Mär von der Wetteralternative zu Mitteleuropa. - OK, es sind immer noch fast 20 Grad dazwischen, abzüglich Glühwein, aber den gibt es bei uns ja nur ausnahmsweise und natürlich erst nach Feierabend. - Aber, die Süßigkeiten am Baum schmelzen nicht, ich muss nur immer aufpassen, dass der Baum nicht umgeweht wird, wenn wir die Tür aufmachen.

Alles halb so wild, die Sonne ist wieder für Stunden herausgekommen und hat die Temperaturen erneut in die Richtung der 20 Grad, aber bitte von oben, gerückt. - Aber es bleibt windig und durchaus gemischt und immer wenn frische Gäste bei uns auf der Westseite gerade ankommen, dann zieht ein dunkle Wolke heran, schickt Wind und Regentropfen und lässt uns Tourismusfritzen aussehen wie Rautenmutti am Aschermittwoch in Vilshofen. - Na gut, wir hätten ja auch was Anständiges lernen können, was mit Krawatte, geregelten Feierabenden und Weihnachtsgeld. - So, jetzt wieder ernsthaft, wir machen ein paar Tage schriftlich Ruhetag und erst wieder am Dienstag weiter. - Aber nicht, ohne Ihnen allen ein wunderschönes Weihnachtsfest zu wünschen und lassen Sie liebe Leute um sich sein, die einem gut tun. - Bis die Tage!




Pssst, nicht wecken...





Donnerstag 22.12.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1022 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Charlar y no hacer, cacarear la gallina y no poner

Quatschen ohne handeln, gackert das Huhn und legt kein Ei. - So der schlechteste Übersetzer der Welt. - Besser würde man sagen: Reden ohne zu Tun, auch ohne Ei gackert das Huhn… - Hier wird das Grundprinzip des Populismus beschrieben, oder Petry Heil auf der Suche nach dem postfaktischen Ei.





Bild von Wolfgang Hempel





Mittwoch 21.12.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 20,1 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad

Kreuzfahrer kommen, die Weiße Flotte geht
Mitten drin, statt Geisterstadt


Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss riechen, was übrig bleibt. - Jahrelang hat man darüber lamentiert, dass Kreuzfahrtschiffe gerade immer am "Ascherdienstag" in Santa Cruz de La Palma anlegen und so anstatt der fröhlichen und ausgelassenen Feierlichkeiten eine, weiß gepuderte, und zweifelhaft riechende Geisterstadt vorfinden. - Ich weiß nicht wirklich, ob man seitens der Inselverwaltung oder der Hafenbehörden mal mit den Reedern gesprochen hat, am Faschingsdienstag ist Santa Cruz immer unpässlich und nicht wirklich bereit, Botschafterin für die Insel La Palma und deren Reize zu sein. - Brechreize wären ansonsten im Angebot am Dienstag nach dem berühmten "Día de Los Indianos" und der findet eben immer am Montag statt, den man anderswo Rosenmontag nennt, und auch wenn in der Hauptstadt viele fleißige Hände und Wasserwagen bereits am kommenden Vormittag unterwegs sind, die Reste eines "Weißen Karnevals" in unserer Hauptstadt, die gehen nicht an einem Tag weg, manche sagen, auch erst nach neun Monaten.

Für uns besuchende Gäste via Kreuzfahrtschiff war das dann immer ein trauriger bis schockierender Anblick, nicht nur, dass am "Day after Indianos" alle Läden der Stadt geschlossen sind, stapft man eben durch und über die Reste des ausgelassensten Karnevalsfestes der Kanarischen Inseln. - OK, mancher auf Santa Cruz de Tenerife oder aus Las Palmas de Gran Canaria mag das anders sehen, allerdings werfe ich denen vor, sie waren am "Día de Los Indianos" noch nicht auf La Palma, also haben sie keine Ahnung. - Anstatt Dienstag in La Palma anlegen, den Feiertag selber kommen, und dann schnell weg, das wäre doch mal die Devise und im kommenden Karneval wird das auch endlich mal klappen, gleich drei Schiffe werden am "Día de Los Indianos" in unserer Hauptstadt vor Anker liegen und dann werden wir je sehen, ob die Reedereien, die Kapitäne, die Passagiere und besonders die arme Besatzung um Wiederholung bittet oder nicht. - Ich kann nur hoffen, dass das kein Zufall ist, allerdings kommen die Horizon (1.800 Passagiere) und die Ventura (3.200 Passagiere)immer montags zu uns auf die Insel, also könnte das dann doch ein Zufall sein, welcher sicherlich Eindruck hinterlassen wird. - Also drittes Schiff kommt auch noch die Harmony V, welche mit ihren 50 Passagieren eher als Yacht durchgeht und weniger als Kreuzfahrtschiff, aber auch diese Leute werden den 27. Februar 2017 nicht vergessen. - Letzteres Schiff könnte sogar in Puerto de Tazacorte anlegen, dort wäre man außerhalb der "Polvo-Gefahr".

Wir müssen also befürchten, dass diese, etwas mehr als 5.000 Menschen ohne vorhergehendes Training am "Día de Los Indianos" in Santa Cruz de La Palma ausgesetzt werden. Wahrscheinlich auch ohne die entsprechenden Hinweise, dass es für uns Indianer ein unbeherrschbarer Trieb ist, gerade die Leute mit Talkum-Pulver nachhaltig zu überziehen, welche gar nicht wissen um was es geht, oder noch schlimmer, das sogar ablehnen. - Ich weiß eigentlich gar nicht so genau, ob man nun an dem Tag die 5.000 Passagiere vor uns warnen muss, oder umgekehrt, allerdings werden die, wohl in vielleicht achtfacher Übermacht auftretenden Indianer sicherlich kein Pardon gegenüber den, meist bleichgesichtigen "Eroberern" kennen. - Besser kann sich La Palma gar nicht zeigen, fällt manchen Endemiten dazu ein, schließlich schlagen sich die Leute ein paar Tage vor dem Ausbruch des Talkum-Vulkans um Flug- und Fährtickets um nach La Palma zu gelangen und diese Leute werden sogar mit ihren Luxusschlafzimmern mitten in den schönsten Karneval der Welt gefahren, das kann doch nur der Himmel auf Erden sein.

Wir vergessen dabei schon mal, dass Karneval nicht für alle Zeitgenossen ein Genuss ist, und viele von den Genossen auch bereits ausgiebig in früheren Jahren genossen haben, und das heute wohl nicht mehr können. - Meist aus gesundheitlichen Gründen. - Auch wenn die Aida-Subkultur inzwischen das Durchschnittsalter der Kreuzfahrer deutlich unter die Kompostgrenze gesenkt hat, die allermeisten Passagiere sind nicht mehr in dem Alter, kubanisch anmutende Straßentänze ganzkörperrhythmisch zu begleiten, große Mengen an Ethanol in diversen bis fragwürdigen Mischungen zu sich zu nehmen und über Stunden in Talkum-Schwaden zu laufen, welche jegliches Gerät zur Feinstaubmessung nachhaltig verstopfen würde. - Nach dem dritten Glas Rum macht das alles Spaß, das garantiere ich, allerdings sollte selbst an solchen Tagen noch das Recht auf Selbstberauschung oder Nein bestehen. - Darum hat ja der Liebe Gott, das ist der, der noch keinen Messwein am siebten Tag getrunken hatte, auch den südlichen Hafenausgang unserer Hauptstadt angelegt, und wenn man die Busse bis ans Schiff fahren lässt, und dann schnell in Richtung Breñas oder Westseite verschwindet, dann könnten selbst schwere Asthmatiker den 27. Februar bei uns in guter und besonders klarer Erinnerung behalten.

Man kann natürlich auch einfach auf dem Schiff bleiben, das werden eh die Meisten machen, dann passiert auch nichts, nur eben die Talkum-Schwaden, die ziehen meist auch bis an die Mole und zurückkehrende Passagiere aus der Indianerfront werden sicherlich, ob nun freiwillig oder nicht, dafür sorgen, dass sich noch Tage nach dem Besuch der Schiffe am "Día de Los Indianos" ein feiner, weißer Staubfilm durch die Decks zieht. - Natürlich muss man das gesehen haben, zigtausend weiß gekleidete Menschen schütten sich gegenseitig Tonnen an Talkum-Pulver über die Köpfe und finden das herrlich. - Allerdings seien Sie bitte gewarnt, technische Geräte bleiben auf dem Schiff, das kleine Schwarze ebenso, genau so wie die gute Wintergarnitur, welche noch ein paar Jahre, oder sogar noch länger halten soll. - Und glauben Sie mir, es wäre viel schlimmer, Sie würden einen Tag später kommen, und ansonsten reicht eine Armlänge Abstand nicht mal postfaktisch aus, am Rosenmontag unbepudert wieder von der Insel zu kommen. - Eigentlich sollte man raten, an dem Tag die Insel weitläufig zu umfahren, und vielleicht fällt dem einen oder anderen Kapitän ja irgendeine Sturmwarnung in die Hand, welche just an dem Tag das Einlaufen in unserer Hauptstadt irgendwie vernebelt.




Warum die weiß-gekleideten Leute dort Indianer heißen, das habe ich so oft erklärt, dass ich heute keine Lust dazu habe...





Mittwoch 21.12.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0,5 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1022 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Caudal inagotable, el cariño de una madre

Nicht endender Quell, die Zuneigung einer Mutter. - Jetzt wird es fast kitschig. Aber es naht Weihnachten und Familie und richtig ist es obendrein, also lasst und kitschig sein...





Bild von Wolfgang Hempel





Dienstag 20.12.2016 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0,5 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 18,5 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Autobahn, tiefergelegt
Und geht´s nicht oben herum, dann versuchen wir es halt unten


Keine Angst, die Autobahnpläne sind nicht wieder auf dem Tisch. - Sie sind aber auch nicht im Schredder, sondern liegen weiter irgendwo herum und die generelle Drohung ist weiter vorhanden, wenn auch nicht akut. - Aber in den letzten Jahren ist der Druck gegen einen solchen Verkehrsweg größer geworden, auch weil man mit, vielleicht ganz einfach Hausmitteln die Notwendigkeit einer solchen Infrastruktur nicht populär werden lässt. - Das Hausmittel heißt: Das beste Argument gegen eine Autobahn von Ost nach West über die Insel sind gute bereits vorhandene Verkehrswege und seit dem Jorge Gonzáles Rat für Infrastruktur im Cabildo Insular ist, wird Stück für Stück der LP3 über die Cumbre und durch die Tunnel verbessert. - Es hätte sich ja auch kaum jemand gegen einen vierspurigen Ausbau der jetzt vorhandenen Trasse von Los Llanos nach Santa Cruz gewandt, allerdings kam und kommen ja die Autobahnpläne auf einer komplett neuen Trasse daher, welche einen enormen Landverbrauch bedeuten würde und die dafür vorgesehenen und notwendigen Verkehrsanbindungen an bereits vorhandenen Straßen derart aufwendig würden, dass sich die Weltbiosphärenreservatsautobahnpläne eher wie ein lustig/grausamer Fake lesen und weniger als vernünftige Zukunftsplanung in Sachen Infrastruktur.

Wobei die Planungen für die Zukunft des Individualverkehrs ja irgendwann vielleicht auch ganz neue Ideen mit bewerten sollten, selbst in der, sonst so konservativen Autoindustrie wendet man sich ja bereits von herkömmlichen Modellen ab, und setzt auf ganz neue Prämissen. - Das sollte man vielleicht auch berücksichtigen, vielleicht sind unsere Kinder die letzte Generation an Europäern, welche noch auf Individualverkehr setzen und darum sollte man vielleicht noch vorsichtiger sein mit Planungen, welche ganze Landschaften unwiederbringlich verändern. - Eigentlich jedes halbe Jahr holt man wieder bestimmte Pläne aus der dunklen Wartekammer und bringt diese mal wieder ins mediale Licht, und der neue Star der Planung ist eben nicht mehr die Autobahn von Hafen zu Hafen, sondern die Straße von El Remo nach Las Indias und hier scheint man Finanzierung im kommenden Verkehrswegeplan der Kanaren gefunden zu haben. - Den hatte die Autobahn aber auch schon mal, zweimal sogar, dann verschwand der Ostteil und ließ nur noch das, verbal abgespeckte Teil im Westen übrig, jetzt als Umgehungsstraße El Pasos getarnt und auf den Zeichnungen tauchten nur noch drei statt deren vier Fahrspuren auf, ansonsten war es die bereits bekannte Autobahn, der Yeti als Wolpertinger oder Sasquatch.

Die Straße von El Remo, jetzt übrigens wieder mit Gastronomie, an die Südspitze der Insel ist bereits ewiger Traum, besonders der touristischen Sorte, da man so die Küstenregionen der Westseite miteinander verbinden kann. - Von Puerto Naos nach Zamora, oder zur Heiligen Quelle, sollte uns doch irgendwann mal dieser Wurf gelingen, wären es dann Strecken von Minuten und nicht über eine Stunde, welche man heute mindestens dazu benötigt, wenn man vom touristischen Zentrum des Aridanetals an die Südküste, oder umgekehrt gelangen möchte. - Es sind auch nur gut drei Kilometer, die man da bewerkstelligen müsste, allerdings ist das äußerst schwieriges Gelände, da wir über den steilen Abhang der Cumbre Vieja sprechen, welche alles andere als massives Gestein bietet. - Dann befindet sich dort auch noch seit jetzt mehr als 10 Jahren die Meeresschutzzone La Palma, also kann man die Trasse dort gar nicht wirklich als Küstenstraße planen, oder wie es auch mal gezeichnet wurde, auf Stelzen im Wasser, sondern man ist jetzt auf die grandiose und einzigartige Idee gekommen, einen Tunnel zu bauen. - Für die guten 3 Kilometer Tunnel von El Remo nach Zamora peilt man 100 Millionen Euro an, also etwa vier mal so viel, wie der Tunnel durch die Cumbre Nueva gekostet hat und sicher liegt es an den schwierigen geologischen Verhältnissen. - Ich glaube und lasse glauben, und außerdem ist Straßenbau doch dazu da, dass viele Leute mitverdienen können.

Touristisch wäre das hervorragend, sicherlich, gerade wo man nun in Wolkengefilden des geliehenen Aufschwungs steckt und sicherlich im Süden der Insel noch ein paar Hotels unauffällig zwischen den Bananen verstecken kann, ohne dass wir das irgendwie als störend empfinden würden. - Aber die Planer blicken noch weiter als wir, darum sind die ja am Drücker, und wir nur am Stift, man denkt auch daran, die Bananen aus dem intensiv bewirtschafteten Streifen Naos-Tazacorte auf diesem Weg zum Hafen nach Santa Cruz zu schaffen, dann müsste man diese abertausenden an Tonnen unserer Wappenfrucht nicht über die Berge hieven. - Hoppala, da war doch was, man muss doch von der Südspitze auch erst wieder den Berg hoch nach Los Canarios und dann wieder runter nach Santa Cruz. - Gut, keine tausend Höhenmeter, sondern nur die Hälfte, aber wenn ich an die beiden Straßen denke, welche die Südspitze auf Meereshöhe mit Los Canarios verbinden, dann müsste eine davon doch auch erst so hergerichtet werden, dass man mit den LKW diese leicht bewältigt. - Oder will man uns an eine ganz neue, oder besser uralte Idee heranführen, die Küstenstraße rund um die Südspitze?

Das würde dann plötzlich Sinn machen, auch touristisch gesehen, man könnte dann die Ghettogäste in der "Bunten Minna" gleich auf Meereshöhe vom Flughafen in die Abfüllstationen karren, so müsste man diesem erlauchten Publikum auch gar nicht erst zu viel von dem störenden Hinterland, also der Insel, zumuten. - Heidewitzka, dass wir da bislang noch nicht draufgekommen sind, endlich eine Alternative zur Autobahn, geht es nicht über den Berg, fahren wir eben "unten" herum. - Nein, jetzt nicht gleich Panik bekommen und das Haus in La Salemera verkaufen, ich sprechen von nahezu geologischen Zeitspannen, wenn wir an den übernächsten, noch nicht mal auf Servietten gekritzelten Verkehrswegeplan der Kanarischen Inseln denken. - Bis dahin ist Norbert Blüm längst zur Persona non Renta erklärt, die Enkelin von Sahra Wagenknecht wird Ehrenmitglied der FDP und ich schreibe nur noch Dreizeiler…. Aber mit vier Punkten!




Kein, für Straßenbauer einladendes Gelände





Dienstag 20.12.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag vom Kulturbeauftragten
Weihnachtskultur

Lichterketten und Krippen wohin das Auge blickt, fragwürdige akustische Berieselung, ob man dies nun will oder nicht, LED-geformte Sterne, Bäume und Kamele, das Weihnachtsfest rückt unaufhaltsam näher. Auch hier.

Da will die Kultur jenseits der Weihnachtsdeko nicht hintanstehen: Festliche Musik wird am Mittwoch, dem 21.12. in Los Llanos und am Freitag, dem 23.12. in El Paso geboten, jeweils um 21 Uhr und jeweils in der Kirche.

Diese sicherlich hörenswerte Initiative geht auf José Manuel Cerveró Pizarro, den rührigen musikalischen Leiter der Banda von El Paso, zurück, der es leid war, auch dieses Jahr mit seinem Orchester nur die üblichen sonoren Ergüsse vorzutragen. Ein Musikstück welches auch höheren Ansprüchen genügt sollte einstudiert und dargeboten werden.

Die Wahl fiel auf das "Oratorio de Noël, op.12" von Camille Saint-Saëns, ein gut halbstündiges, sehr eingängiges Werk für Gesangssolisten, Orgel, Orchester und vierstimmigen Chor. Mit Rosina Herrera, Sopran, Cecilia Gutiérrez, Mezzosopran, Pedro Noel Perez, Tenor und Anelio Gibrán, Bariton, konnten vier exzellente Solisten verpflichtet werden. Unterstützt werden sie von Fernando Felipe Martel an der Orgel. Klarinetten und Saxofone des Blasorchesters von El Paso übernehmen den Part der Streicher, die Chöre von Los Llanos und El Paso, vorbereitet durch Mario San Gil Plata, formen ein eindrucksvolles Vokalensemble im Hintergrund.

Der Eintritt ist selbstverständlich frei, und der Klingelbeutel geht auch nicht rum.

Mit musikalischen Grüßen
Ihr
Ödi Jonitz, MdS

(Kulturbeauftragter, der verspricht, demnächst mal wieder über anstehende Konzerte klassischer Musik zu berichten)





Montag 19.12.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 21,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,4 Grad

Vernunft und Wahrheit sind irgendwo da draußen
Wolle ma se neilosse?


Richtig blöd ist, wenn man im Paradies lebt, und das nicht merkt. - Wir sind ganz kurz davor, ich meine, es nicht zu merken. - Allerdings haben wir nicht nur nahe am Wasser und am Wald, sondern auch in der Nähe von Schilda, oder meinetwegen auch Schildau gebaut, und mitten drin passieren uns immer wieder Dinge, die man besser nicht nach außen dringen lässt. - Aber ich kann ja mit Ihrer Verschwiegenheit rechnen, und wenn ich nun alle bitte, welche nicht auf La Palma wohnen, möchten jetzt bitte zu Facebook wechseln, dann bleibt das doch alles unter uns und darüber hinaus ist das nicht so anstrengend zu lesen. - Also ab hier, For Eyes Only.

Wer auf die Idee gekommen ist, diese wunderbare, eben knapp bereits paradiesische Insel in vierzehn Gemeinden zu unterteilen, der hat sich sicher dabei was gedacht. - Landschaftliche Eigenständigkeiten, kulturelle oder gesellschaftliche Gepflogenheiten, alles höchst lobenswerte Gründe für Segregationen und früher, als alles anders war und das meiste heilig, da musste man pro Gemeinden einen Pfaffen, eine Haushälterin und ein paar Jungfrauen unterhalten. - Heute hat jede Gemeinde ihre eigene Verwaltung und es gibt darüber hinaus sogar noch einen gewaltigen Unterschied zu kommunaler Verwaltung in Deutschland, jeder unserer Gemeinde ist im Grund ein Landkreis, mit Bauamt, Rechtsabteilung, technischem Stab, Sozialstation, Sheriffs und Kataster. - Das wäre im Fall der Hauptstadt mit ihren 17.000 Einwohnern, oder eben der "Metropolis" Los Llanos mit über 20.000 Leuten tragbar, aber die Hälfte aller unserer Gemeinden hat nicht mal 5.000 Einwohner und in Garafía und Fuencaliente tummeln sich mehr Inselgäste als Aborigines und trotzdem muss man den gesamten Hofstaat aushalten, eben plus Bürgermeister und eine Anzahl von Stadträten, die dann auch noch mit Gehältern bezahlt werden, welche hoch ausgebildeten Akademikern angesichts der Lohnsituation auf den Inseln Neidesröte in die Börse treiben.

In den ganz bösen Zeiten drohte man dann aus Madrid bereits mit der Abschaffung vieler Kleinstgemeinden, verordnete Sparzwänge und beschloss eine Maximalzahl der Gemeinderäte, vergaß dabei allerdings dabei, das auch auf die Räte in Teilzeit und Nebenerwerb auszudehnen und seit dem verdienen einige Ratsherren- und Damen im Halbfreizeitparkmodus mehr, als andere in Vollzeit. - Quien hace la ley, hace la trampa. - Wer das Gesetz macht, stellt auch die Falle, so sagt man hier, und meint damit genauer, dass man eben in diese Gesetze meist die Möglichkeit der wohlfeilen Interpretation mit einbaut. - Aber lassen wir diese kleinen Spitzfindigkeiten, welche manchmal sogar leicht schrullig sind, denn es ist doch grundsätzlich fragwürdig, warum ein Konglomerat aus 84.000 Menschen 14 plus eine Verwaltung haben muss. - Die plus Eine ist das Cabildo Insular, und es wäre schön bis logisch, dieses Einrichtung als Zentrale für die 14 Gemeinden zu haben, allerdings läuft das nicht so und die Gemeinden haben zum Teil Autonomien und Rechtsgrundlagen, welche meist ziemlich eindeutig am Cabildo Insular vorbeigehen.

Man könnte das natürlich auch als groß angelegte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen betrachten und in der Tat, es gibt Gemeinden, da ist die Korporation selbst der größte lokale Arbeitgeber. - Aber der ganz große Druck ist nun weg, man hat die Schuldigen der Krise seit 2008 woanders entdeckt, und in der Tat sind die kommunalen Schulden gar nicht der schlimmste Teil im iberischen Sand, sondern die Übel sind dort, wo es am meisten stinkt und das ist meist oben, wo immer das auch ist… Aber dennoch krebsen die meisten kleinen Gemeinden gerade so vor sich hin, und Sanierung der Stadtsäckel bedeutet seit einem halben Jahrzehnt einfach das Zusammenstreichen der Posten Investitionen im Gemeindehaushalt und schon bricht beim lokalen Gewerbe der Notstand aus. - Inzwischen hat sich das erledigt, weniger Schulden und ganz geringe Zinsen verleihen den Gemeinden wieder mehr Luft und es finden auch wieder Investitionen statt, was nichts anderes als endlich wieder Arbeitsplätze im lokalen Gewerbe bedeutet.

Das einfachste Weg wäre natürlich, man lässt das Cabildo die gesamte Arbeit machen und lediglich Ämter mit Dienstleistungscharakter ziehen in die heutigen Rathäuser ein, nehmen Anträge entgegen, stellen Papiere aus und sorgen für eine örtlich nahe Kommunikation zur zentralisierten Verwaltung. - Die meisten würden dem sofort zustimmen, aber wenn man das weiterdenkt, dann sind es eben gerade die kleinen Gemeinden, welche dabei die größte Eigenständigkeit verlieren würden, da denkt man dann an die lokalen Sportvereine, an die Trachtengruppen, an die Kultur und dass plötzlich jemand Alcalde sein könnte, der aus der heute verhassten Nachbargemeinde stammt. - Und der gesamte politische Apparat ist natürlich auch gegen die Selbstverstümmlung, alleine die vierzehn Gemeinden haben knapp einhundert Politprofis auf den Gehaltslisten, die müssten ja dann irgendwie zurück in die Volkswirtschaft finden, also wieder arbeiten gehen… Also machen wir das anders, behalten den politischen Apparat, aber teilen uns die Gemeindeangestellten, denn die kosten zum Teil so viel, dass man sich kaum noch die Diäten für die Halbtagsstadträte in Vollzeitentlohnung leisten kann.

Das Traumwort hierfür lautet, "Mancomunicación", was eigentlich nichts anderes als Zusammenfassung heißt und hier natürlich für die Vereinigung von Diensten steht, welche die Gemeinden bieten. - Das würde Sinn machen, zum Beispiel die sozialen Dienste naheliegender Gemeinden so vereinen, dass man das Personal besser nutzen kann, die technischen Büros zusammenlegen, damit man echte Profis einstellen kann und die Sekretäre der Gemeinden vielleicht auch, die dafür verantwortlich sind, dass die politischen Amateure in Form von Bürgermeistern und Stadträten keinen Mist bauen. - So denken nun die Gemeinden Breña Baja, Breña Alta, Mazo und Fuencaliente darüber nach, die Lokalpolizei zusammen zu legen, dann hätte man für die punktuellen Anlässe genügen Kräfte, die man zusammenziehen könnte, aber im grauen Alltag weniger Sheriffs als bislang. - Das hört sich alles deutlich nach Vernunft an, vielleicht sind wir erhört worden, allerdings gäbe es auch eine andere Alternative. Die würde heißen, Mancomunicación der politischen Verwaltung, denn es gibt hier Gemeinden, die haben mehr Politiker auf der Gehaltsliste als Polizisten. - Und wenn man dann lesen muss, seitens eines Politikers einer dieser Gemeinden, man könne sich keine weiteren Polizisten mehr leisten, aber nicht mal daran denkt, viel teurere Stadträte zur Zusammenfassung zu schicken, auf die auch noch gut bezahlte Profis aufpassen müssen, damit die keinen Mist bauen, dann rückt die Vernunft gleich wieder zurück in den dunklen Tunnel, der vierzehn Gemeinden hier auf der Insel voneinander trennt. - Gut, dass solche Dinge nicht nach außen gelangen… Aber ich habe mir sagen lassen, dass auch anderswo die dunkle Seite der Vernunft in der Politik beginnt, dann macht das mit den zwei Dienstmotorrollern für nur einen Dorfpolizisten plötzlich auch wieder Sinn.




Die listige Sonnenblume wächst einfach über das Dach hinaus auf der Suche nach der Sonne.





Montag 19.12.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Michael Kröger
Ausstellung Eva Lilith Pereda in der Avenida 17 in Tazacorte

Nach einer längeren Pause aufgrund einer Fernreise gibt es jetzt wieder eine Ausstellung in der Avenida 17 in Tazacorte. Eva Lilith Pereda ist die Künstlerin, die uns diesmal mit Ihren neuen Arbeiten begeistern soll und wird. Die Ausstellung ist ihrer figurativen Malerei gewidmet, in der sie Situationen, Erlebnisse, Gefühle oder Stimmungen in Bilder umsetzt. Die Bilder basieren auf einer Kombination von Malerei als Basis und anschließend gezeichneten Linien. Eva Lilith empfindet die reine Malerei als zweidimensional und das Zeichen eher als dreidimensional. Von ihren Eltern hat sie beides gelernt und in einem Studium an der Kunsthochschule in La Laguna auf Teneriffa vervollständigt, erweitert und perfektioniert.
Nachdem sie vor gut einem Jahr abstrakte Bilder im Kunstraum La Palma gezeigt hat, sehen wir jetzt ihre aktuelle Weiterentwicklung mit figurativen, gegenständlichen und modern verfremdeten Bildern. Die Konturen der mit ihren kräftigen Farben gemalten Figuren werden gezeichnet, was den Bildern mehr Tiefe verleiht.

Die Ausstellung läuft vom 18.12 bis zum 31.12.2016 und ist täglich von 11-14 und von 18-21 Uhr geöffnet.






Sonntag 18.12.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 16 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,7 Grad

Der Druck bleibt hoch
Weißbier und Currywurst als Leitkultur, bitte schön!


Ich bin immer noch auf der Suche des Unterschiedes zwischen Integration und Fusion. - Fiuschn meine ich, oder auch Fuschen, das moderne Wort, durch gepflegte Bärte gepresst, von Jazzern die auch Noten lesen können, nicht das aus den Achtzigern. - Integration ist, wenn Deutsche auch Paella bereiten können, Fusion, also Fiuschn, wäre Paella mit Sauerkraut. - Ich warne davor, das schmeckt grauenhaft, man muss nicht alles machen, nur weil es vorstellbar ist, oder hippe Lippen alte Ideen in neue Geldbörsen pressen. - Aber das hält den Druck nicht oben, sondern unser Verbündeter, das Azorenhoch und wie uns die Amerikaner aus richtig gut unterrichteten Kreisen mitteilen wollen, bleibt dieses Hochdruckkonstrukt über dem Nordatlantik sogar bis ins Neue Jahr hinein intakt. - Das bedeutet für uns Wessis auf La Palma keine weiteren Niederschläge dieses Jahr, zumindest nicht als Regen von oben, und meist Sonne, sollte der Wind nicht komplett einschlafen. - Allerdings auch kalte Nächte, sternenklar, und meine Frau ist inzwischen solidarisch erkältet mit mir, schnupft auch rum, wahrscheinlich aber auch nur, um endlich meinem schweren Leiden rotzenderdings etwas entgegensetzen zu können.

Aber ein kaltes Weißbier passt hervorragend zu Fisch und der neue Trend, Salchicha en salsa picante, also Currywurst, dazu kann man wohl einen Listán Prieto trinken und plötzlich gelangt sogar ein Stückchen Seligkeit in die oft, durch aufgesetzte Korrektheit, quadratisierte Welt der Integration. - Einen Deutschen, der Ramóns Mojo ohne Tränen essen konnte, dessen Kinder hier zur Schule gegangen sind und den Unterschied zwischen foliar, follar und folía kennt, den wirst du einfach nicht mehr los. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es wenig deutsches mit gesellschaftlicher Wirkung, außer natürlich dieser, oftmals mehr Angst, als respekteinflößende Marken wie Bosch, Daimler oder Deutsche Bank. - So mit das einzige Lehnwort aus der deutschen Sprache war capú und drückte das Nichtfunktionieren irgendeines Gerätes oder auch des eigenen Körpers aus. Allerdings brachte es dieses Wort niemals in die staubigen Hallen der Real Academia Española, aber da sitzen auch die phantasievollen Jungs und Mädels, welche von den Iberern fordern, güisqui anstatt Whisky zu schreiben. - Die sind also in einer Art Autointegration gefangen, oder die haben so viel Malt dabei getrunken, dass Ihnen das Wort Whisky einfach nicht mehr durch den Füller laufen wollte.

Die CSU lehrt uns aber, also die Spezialisten für Autointegration, dass Integration an sich ein ernsthaftes Thema ist. Allerdings auch erst seitdem die Extrem-FDP, also die AFD am schlammigen Rand der CSU fischt, hatte doch eigentlich Django Asül das Thema zumindest für Bayern bereits komplett abgearbeitet. - Dabei kommt so viel Gutes aus diesem Land, die Weißwurst, das Weißbier, BMW, Hofpfisterbrot, warum müssen diese geistigen Schlammspringer wie Scheuer und Söder dann immer so viel Leid unter die Kultur mischen. - Weißbier ist übrigens der absoluter Renner hier auf der Insel. - Der Importschlager überhaupt, genau so wie die Currywurst, die kommt aber, trotz aller Liebe zu meiner bayrischen Heimat, nicht aus unserem Rautenparadies, aber Weißbier und Currywurst, die rocken hier durch Kichererbsen und Teneguía, wie einst die Hunnen durch Germanien. - Meist bestellt man ein "Paulaner", weil es eben die am häufigsten vertretene weizenafine Brauerei ist, oder aber einen "Fraile", also einen Mönch, weil irgendwie auf den meisten Weißbierflaschen solch ein dicker, meist bereit wie breit grinsender Bruder in Maische prangt. - Es gibt, vielleicht auch gab, seit ein paar Jahren ja auch schon spanisches Weizenbier, von der Brauerei Damm, Weiss Damm genannt. Allerdings schmeckt das eher nach Fusion, also Fiuschn, als nach Integration, oder aber, denen ist bei dem Bemühen um ethnic correctness irgendwie das Sinnliche dieses Getränks abhanden gekommen. - Dabei ist aber auch zu beachten, dass es sich eh um ein schwindeliges Etikett gehandelt hat, "Elaborado en Alemania" heißt doch eigentlich abgefüllt in Deutschland...

Die Currywurst hat einen ähnlich einigenden Charakter bewiesen, bedient sich aber bei ihrem Sturmlauf durch kanarische Gourmetgaumen einer eher freien Interpretation. - Es ist schon nah an der Fusionsküche, die Currypampe mit rotem Mojo zu pikantisieren, und wirklich übel nehmen kann man es, wenn einem, wie kleine Finger dünne würstchenartige Teiglinge mit gehobenem Schweinefettanteil anstatt deftiger Brühwurst serviert werden. - Das gibt es hier im Supermarkt extrem billig zu kaufen, in Folie abgepackte wurstähnliche Semi-Nahrungsmittel der, frisst nicht mal die Katze-Klasse, und wenn dann einer solchen Mamsell eher die Börse brennt, als das Verlangen nach ethnic correctness in Sachen deutsche Wurstleitkultur, dann wird aus Multikulti schon mal Seelenverstimmung größeren Ausmaßes. - Man könnte jetzt natürlich kritisieren, Bier mit Alkohol und Wurst aus Schweinefleisch bieten dem gepflegten Bruder des Islam kein Integrationsleitbild, allerdings wende ich dagegen ein, Genuss und Sinnlichkeit waren immer schon die geilen Geschwister der Tugend. - Leider trennt Religion öfter als sie verbindet, da kann der Muezzin das gleiche Lied anstimmen wie der Nuntius, und selbst der gleiche Gott ist dabei nicht in der Lage, seine Alpha-Männchen ein bisschen vom Testosteron zu lassen. - Spaß und Freude, und das auch noch mit Menschen, die anders aussehen und sprechen, das ist meist nichts für klerikale Zirkel, sondern ein Heidenspaß.









Sonntag 18.12.2016 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1021 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser
Krieg am Strand von Los Cancajos?

Unfrieden auf jeden Fall. Marta geht das Ganze am - na Sie wissen schon - vorbei! Sie, eine wohlgepflegte Katzendame, nimmt eine Sonderstellung unter ihren Artgenossen ein. Sie ist Liebling aller Besucher der kleinen Bucht am Ende des Cancajosstrandes. Und das weiß sie auch. Doch die anderen haben es schwer.

Angefangen haben die Auseinandersetzungen um die Katzenpopulation mit ein paar halbverhungerten Katzenbabies und ihrer ausgemergelten Mutter. Eine Touristin machte Erika auf diese Tiere aufmerksam. Und da war sie an die Richtige geraten. Erika, eine kleine, zierliche Person, die aber notfalls mit dem Kopf durch die Wand geht, wenn es sich um schnurrende Vierbeiner handelt. "Abgesehen von der Not der Katzen, verwahrloste und verhungerte Tiere sind ja auch kein Aushängeschild für einen Touristenort wie Los Cancajos".

Der Kampf begann und ging erst mal über drei Jahre. Obwohl Katzenfütterung am Cancajos verboten ist, gibt es einige Tierfreunde und -schützer, die für Futter und Trinkwasser sorgen. Der private Tierschutzverein "UPA" - union palmera animalista - schaltete sich ein. Das Katzenvolk vermehrte sich rasch. Und auch die Ratten fanden diese Futterorte ideal. Weniger ideal fanden das die dort Ansässigen und die Strandwärter. Rattengift und Hunde kamen zum Einsatz, die Tierfreunde wurden angefeindet und angezeigt und Erika schrieb an den Bürgermeister von Breña Alta. Immer wieder. Sie entwickelte die Idee eines Katzendorfes am Hang hinter dem Restaurante "El Pulpo". Ein Dorf mit palmerischen Häusern, Marktplatz, Rathaus, Kirche, bewohnt von wohlgenährten sterilisierten Schnurrern. Diese Anlage meinte sie, könnte ein Aushängeschild und eine Touristenattraktion für den Strand von Los Cancajos werden. Nette Idee, die im Reich der Träume anzusiedeln ist.

Doch eines Tages - im September dieses Jahres - stellte das Ayuntamiento Breña Baja zwei Futterhäuschen zur Verfügung, von Tierschützern eingefangene Katzen wurden sterilisiert, die Tierarztkosten bezahlte das Ayuntamiento. Es sah aus wie ein Sieg der Tierschützer auf ganzer Linie.

Etwa drei Monate dauerte dieses Wunder, dann waren die Futterhäuschen verschwunden. Vom Ayuntamiento gibt es keine befriedigende Auskunft. Inzwischen gab es Kompetenzrangeleien in der Führung von "UPA", der Verein läuft nun unter anderem Namen und anderer Leitung, die engste Mitstreiterin von Erika zog um in den Westen. Doch Erika spricht immer noch von "wir" und von weiteren Plänen.

Eine Tierfreundin mit Blick fürs Wesentliche meint, der Ansatz wäre ja richtig gewesen, doch um das Problem der überbordenden Katzenpopulation am Strand von Los Cancajos zu lösen, müsste das Ayuntamiento nachts Mitarbeiter an den Cancajos schicken um die Tiere zu fangen und zum Tierarzt zu bringen, die Futterstellen dürften nicht den ganzen Tag gefüllt sein und überhaupt bedürfte es vieler verschiedener Leute, die alle am gleichen Strang ziehen und ihre privaten Eitelkeiten hintan stellten.

Und Marta, ja Marta hat sich inzwischen geputzt und genießt die Sonne...




Marta Sonnenköpfchen









Samstag 17.12.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 23,7 Grad - niedrigste Temperatur 14,1 Grad

Kleinigkeiten zum Wochenende
Was uns die Presse und der Alltag so hinwerfen


Ich habe ja gestern bereits meine Leiden kurz angerissen, ich bin erkältet. - So richtig wie ein Mann, also Leiden pur, alle 12 Minuten winselt man nach dem Gnadentod, und sie soll kein Foto für die Kinder machen, die sollen mich anders in Erinnerung behalten. - Dreiflügelige Lungenreizung mit eruptiven Massenauswürfen und Sie kennen das sicher, wenn man sich über die Farbe nicht einig wird, (Grüngelb oder Gelbgrünschildplatt) das Frühstück sich dann aber von selbst isst. - Sag doch mal was Liebes zu mir, bat ich sie dann in all meiner Malaise und darauf hin schlug sie vor, ich solle doch heute mal mit ins "Dorf" kommen, ich sähe doch schon besser aus. - Es gibt auch eine Oldtimer-Ausstellung, also fällst du nicht weiter auf. - Dermaßen angestachelt mit neuer Energie kann das doch nur ein hervorragendes Wochenende werden und damit Sie das jetzt nicht falsch verstehen, innerhalb der Zuschauer, welche sich die Oldtimer ansehen falle ich nicht weiter auf, anders kann sie das doch nicht gemeint haben. - El Paso brummt, habe ich gehört, der Weihnachtsmarkt ist wieder ein kompletter Erfolg, also nichts wie hin, vielleicht bin ich ja morgen fit genug…

Die Chinesen kommen. - Wieder mal, denn es sind ja bereits viele da, zumindest was den Sektor der Billigläden der "Hundertfünfziger" ausmacht. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es diese Läden "Todo 150". - Damit meine man Pesetas, dann wurden daraus "Todo 99 Cent" und irgendwann waren alle diese Läden in der Hand von chinesischen Händlern. - Macht ja auch irgendwie Sinn, der Kram der dort verkauft wurde kam ja immer schon aus China… - Inzwischen ist die massenhafte Vermehrung dieser Läden ausgelaufen, die gelten ja auch als Krisenanzeiger und wir wollen doch nicht mehr an der Spirale nach unten drehen, sondern anders herum. - Aber ein fester Bestandteil unseres Alltags sind sie wohl geworden, Läden wie Leute, auch nachdem man ja herausgefunden hat, dass die meisten China-Restaurants von Libanesen, Koreanern und Vietnamesen betrieben werden. - Vor einem halben Jahr allerdings durften wir auch eine andere Einmischung in die inneren Angelegenheiten der palmerischen Volkswirtschaft mit chinesischem Hintergrund erfahren, die Astrophysiker des NOAC (National Astronomy Observatory of China) haben sich Beobachtungszeit des Grantecán gekauft, sind also Wissenschaftsbros des IAC geworden. - Nun heißt es gar, man interessiere sich seitens der Söhne und Töchter des ehemaligen Reichs der Mitte für ein eigenes Observatorium auf unserem höchsten Berg. - Und zwar eines, mit einem Primärspiegeldurchmesser von 12 Metern, nach heutigem Stand wäre das dann das größte optische Spiegelteleskop der Welt. - Es ist aber noch gar nichts unterschrieben, das hat man wohl unter Wissenschaftlern mal so fallen lassen, wie anderswo einen Sack Reis.

Allerdings hoffen wir ja, dass wir bis dahin für die Chinesen nur noch das zweitgrößte Observatorium bauen dürfen, denn wir warten und bangen ja immer noch dem Zuschlag für das 30 Meter Teleskop, welches eigentlich auf Hawaii entstehen soll oder sollte. - Dort gibt es allerdings rechtliche und gesellschaftliche Widerstände gegen das Monstrum und La Palma wäre Plan B und wir würden das "Ding aus einer anderen Welt" sofort nehmen. - Wann genau klar ist, ob das TMT doch auf Hawaii gebaut wird, oder nach La Palma kommt, das weiß man nicht, oder lässt es uns noch nicht wissen. - In diese Diskussion hinein platzen nun die Schwierigkeiten um die öffentliche Beleuchtung der Gemeinden und da gibt es einen Streit zwischen lokalen Beleuchtungsfirmen und dem IAC, und man wirft dem astrophysikalischen Institut vor, Großkonzerne globalen Ausmaßes dem lokalen Gewerbe zu bevorzugen. - Man hatte die Straßenlaternen in Puntagorda und Tijarafe scharf kritisiert, die seien nicht regelkonform in Sachen Himmelsgesetz und der Gegenvorwurf seitens einer lokalen Firma lautet nun, das IAC würde einfach nur den Konzern Phillips bevorzugen, deren LED-Lampen seien aber genau so wie die hausgepfriemelten. - Natürlich stecke ich nicht in der Technik drin und kenne mich da nicht aus, aber wenn wir uns um das weltgrößte Teleskop bewerben, und um sonst noch andere mehr, aber darüber diskutieren, bei wem man die Glühlampen kauft, dann sollten wir uns vielleicht lieber für die Eichhörnchenmelkweltmeisterschaft bewerben. - Was sonst noch so auf dem höchsten Berg der Insel passieren kann und dabei keine Chinesen, sondern Österreicher beteiligt sind, das kann man in der FAZ nachlesen. - Ist zwar nicht ganz so neu die Angelegenheit, aber deutlich interessanter als die Sache mit den Glühbirnen. - Ein Leser hat uns den Link geschenkt, Danke dafür.

Auch Ärger gibt es in der Hauptstadt, um die immer noch verschwundenen 172 Strafzettel, welche niemals vom Block der Lokalpolizei bis in die Poststelle gekommen sind. - Seit mehr als einem Jahr macht man damit nun bereits rum, und längst ist das ein Politikum geworden, denn die jetzige Rathausbesatzung will diese Angelegenheit weit von sich schieben, auch in dem die immer wieder sagen, die jetzige Opposition hätte genau so Strafzettel verwinden lassen. - Wobei natürlich keiner davon wirklich davon spricht, man hätte die verschwinden lassen, das wäre ja nicht regelkonform, man geht halt immer noch davon aus, dass das so einfach passiert ist, auf den vielen Stationen, zwischen den vielen Händen, welche solch eine Unfreundlichkeit passiert, bevor man einen Strafzettel als Rechnung verschickt. - Jetzt macht die Opposition im Rathaus von Santa Cruz de La Palma Druck, man werden die Angelegenheit vor den Staatsanwalt bringen, falls man nicht endlich mit Fakten seitens der Stadtregierung herausrücken würde. - Zunächst gab es eine Untersuchungskommission, allerdings verließ die Opposition, hier die Partido Popular dieses Gremium, weil man nach deren Ansicht nicht wirklich versuchen würde, die Umstände zu klären und wer denn dahinterstecken würde, dass über 170 Strafzettel verschwunden wären. - Dabei kann ich genau sagen, wie das passiert ist, denn es passiert genau so in jeder Gemeinde und immer noch und jeden Tag. - Kannst du denn nicht mal nachgucken, da hat neulich ein übereifriger Kollege meiner Tochter einen Strafzettel verpasst und die hat das doch nicht böse gemeint. - Gut, wenn du meinst, aber du weiß, wenn wir mal wieder Post bekommen sollten, dann rechne ich auch mit deiner Hilfe. - Da jetzt einen Staatsanwalt reinschlagen lassen, kann nur einer, ziemlich hilflosen Opposition einfallen, denn die waren genau so in diese Fälle verstrickt, als sie noch Regierung waren. - Wir sind alle Sünderlein, kleine Sünderlein wenn es sich um verschwundene Strafzettel für Falschparken handelt, wo denn aber dann die Grenzen "nach oben" liegen, das kann ich auch nicht beantworten.



Samstag 17.12.2016 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag von MariAnne Jaeger
El Paso - das Fenster zum Aridanetal Teil 2

El Paso liegt an einem Höhenweg, welcher einst Tazacorte und Los Llanos mit der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma verband. Übersetzt bedeutet El Paso "der Pass", welcher Namensgeber des Ortes ist.

Als größte Gemeinde La Palmas, welche um 1877 den Rang einer Kleinstadt erhielt und 1911 den Status einer Stadt bekam, umfasst sie mit einer Fläche von ca.134 Quadratkilometern den gesamten oberen Teil des Aridanetals und der Caldera de Taburiente.

El Paso grenzt an alle Insel-Gemeinden, außer an Tazacorte, ist aber die einzige ohne Zugang zur Küste. Hier gab es die meist besiedelten Gebiete der Benahoaritas.

Durch ihre industrielle und wirtschaftliche Entwicklung, präsentiert sich El Paso heute als stark wachsende Gemeinde mit tief verwurzelter Kultur und alten Traditionen.

Zugehörige Gemeinden sind: El Barrial, Las Manchas, Tacande, La Rosa, Tajuya und Paso de Abajo

Heute hat El Paso um die 7600 Einwohner.

Durch Vulkanausbrüche in den letzten Jahrhunderten entstanden die Vulkane Tacande (Quemada) und Tajuya. Einige Ausbruchsstellen stammen von der Eruption des San Juan im Jahr 1949. Diese bizarren Vulkanlandschaften sind ein großer Bestandteil El Pasos. Die Hochebene Llanos de Las Cuevas ist neben der Caldera de Taburiente ein Beispiel, wie Kräfte der Natur, schöne Landschaften formen.

Was macht El Paso für Besucher interessant ? Auf den ersten Blick rückt das Einkaufszentrum Hiperdino in den Focus.

Inzwischen wird das Angebot vergrößert und die Räumlichkeiten umgestaltet. Wir haben dort immer gern eingekauft, weil die spanische Atmosphäre dort ein wohliges Urlaubsgefühl vermittelt und der Cappuccino im Café super lecker schmeckt.

Mathias Siebold von la-palma-aktuell bringt uns auf den neuesten Stand:

In El Paso wird weiter mit aller Kraft am Umbau des San Martín gewerkelt und jeden Tag meint man ein bisschen besser zu erkennen, was denn mal aus dem Supermarkt werden soll.

Erstes Haus auf der Insel würde ich sagen, die haben da sicher mehr als 2 Millionen alleine in den Umbau gesteckt und wenn man dann noch den Kaufpreis mit einrechnet, dann hätten die locker einen komplett neuen Markt auf der "Grünen Wiese" dafür aufstellen können.

- Zum Beispiel am Callejón de la Gata, dem Industriegebiet Los Llanos, dem man ja die Industrie so ein bisschen gestutzt hat, weil die Nachbarn sich erfolgreich gegen schmutzige Industrieanlagen gewehrt haben.

Jetzt entsteht also mitten in El Paso der modernste und knackigste Supermarkt der Insel. - Das war vor 15, oder noch mehr Jahren auch schon so, als damals der San Martín aufgemacht hat, der dann allerdings den schnarchenden Traum des Schlendrians gestorben ist.

Jetzt bringt uns der lachende Dino wieder an die Einkaufspitze im Aridanetal und man kann den verbleibenden Angestellten nur wünschen, dass man denen eine Prämie zahlt, den monatelangen Umbau irgendwie überstanden zu haben.
Träum weiter Siebold!

Sicher wird man das eine oder andere Produkt vermissen, mir fehlt beim Brot die "Barra Gallega" ganz besonders, aber die haben einen anderen Lieferanten an "Pan basura" und da schmeckt das halt einfach ganz anders.

Dennoch, der Dino lächelt freundlicher als der Hase mit den roten Augen des San Martín und El Paso und seine Gewerbetreibenden müssen täglich im Abendgebet den Dino mit einschließen, denn wenn die nicht auf El Paso gesetzt hätten, sondern auf "Grüne Wiese", dann wäre es bald so ruhig in El Paso, so ruhig wie auf dem Friedhof.

Danke Mathias Siebold, da stimmen wir zu.

Im nächsten Teil treffen wir uns in der Caldera de Taburiente Wie schön es in der Caldera ist können Sie hier sehen:
www.lapalma-ahora.de




Kiefernwald




El Paso




Der große Supermarkt, noch in der Umbauphase





Freitag 16.12.2016 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 20,5 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad

Bekommt die Pamir einen neuen Liegeplatz?
Stühlchen wechsele dich in der Geschichte


Wenn ehemalige Helden auf die Seite geräumt werden, warum auch immer ehemalig, dann wird meist Platz für neue Helden. - Als Deutscher hat man natürlich reichlich Erfahrung im Umtopfen von Denkmälern und Straßenschildern, aber immerhin, ich bin die erste Generation Deutscher, die ohne Krieg und weitere "Ent-fizierung", von was auch immer, ausgekommen ist. - Bislang, denn auch wenn ich furchtbar erkältet bin, also als Frau hätte ich einen kleinen Schnupfen, habe ich vor, noch ein paar Jahre weiter zu machen und sogar irgendwann mal Rente zu beziehen. - Man merkt also, auch Deutsche haben noch Träume und vielleicht wäre es nicht passend, irgendwelche Plätze und Straßen nach Norbert Blüm zu benennen. - Hier beginnt man gerade Erfahrung zu sammeln mit dem Stühlerücken für Denkmäler und dem, meist Rückbennen von Straßen. Die meisten "Calle Reals" hier hießen mal Generalissimo Franco, oder nach einem seiner treuen Soldaten und das ändert man hier eben auch gerade, seit dem es ein Gesetz gibt, welches alles rund um Francisco Franco aus dem Tagesbild ins Museum verfrachten will. - Dabei tut man sich nicht immer leicht, der Generalissimo hat keinen Weltkrieg verloren und auch keinen Genozid angezettelt, aber nur N24 würde es wagen, eine Schurkentabelle aufzustellen und eben Leuten wie Pol Pot, Hitler, Stalin, Seehofer aber auch Franco oder Honecker eine Leitzahl des Bösen anzuheften. - Zumal wir ja auch wissen, dass Geschichte immer von den Siegern, und niemals von den Verlierern geschrieben wird und Freiheitskämpfer aus unterschiedlichen Blickwinkeln auch Partisanen oder Terroristen sein können, also ich fühle mich wirklich nicht in der Lage, eine solche Reihenfolge abzuheften.

Das "Ley de la Memoria Histórica" aus dem Jahr 2007 versucht so auch vorsichtig vorzugehen, und einen Unterschied zwischen notwendiger Geschichtsauffassung und öffentlicher Würdigung der Leute rund um die Franco-Diktatur zu wahren, aber das ist nicht leicht. - Das Hauptargument gegen die Entfernung von Franco-Dingen lautet oft: Das war doch ein Teil unserer Geschichte, also sollte man doch den Straßennamen so lassen, oder dieses oder jenes Wappen an diesem oder jenen Ort hängen lassen. - Dagegen eben steht das Gesetz, an und in öffentlichen Gebäuden darf das nicht mehr sein, aber diese Bilder, Namen und Büsten kommen ins Museum, und nicht auf den Schuttabladeplatz. - Eigentlich diskutiert man um jedes Teil, so auch um die Büste des Blas Pérez González, Palmero aus Santa Cruz de La Palma und Minister für interne Angelegenheiten (de Gobernación, später de Interno) unter Franco, dessen Büste bis Anfang dieses Jahres auch noch den Platz vor der nördlichen Hafeneinfahrt schmückte. - Der hat aber doch viel Gutes für La Palma gemacht, so hallte es durch die Medien, aber die Büste ist weg und nun sucht dieser Platz eine neue Bestimmung und einen neuen Namen. - Loli, meine Lieblingspolitikerin, die hat mal ziemlich schlau gesagt, nie wieder sollte man eine Straße nach Menschen der Zeitgeschichte benennen, denn es ging ihr ziemlich auf den Keks, während ihrer Amtszeiten immer wieder Straßen umzubenennen. - Auf der Suche nach nun, geschichtlich unverfänglichen Personen oder Dingen, die man später nicht wieder austauschen muss, fallen mehrere Namen, darunter auch der, des deutschen Frachtseglers Pamir, welcher 1957 südöstlich der Azoren im Hurrikan "Carrie" versank.

Zwei Historiker und ein Zeitungsverleger bringen diesen Vorschlag nun unter die Leute und diese, mögliche Ehrung hat weniger mit dem Untergang des Schiffes zu tun als mit den, fast 6 Jahren Liegezeit in Santa Cruz de La Palma während und nach des Ersten Weltkriegs. - Die Viermastbark, damals unter Kapitän Max Jürgen Heinrich Jürs, wurde vom Ausbruch des Krieges mit einer Ladung Salpeter überrascht und floh aus Furcht vor britischen U-Booten auf die Kanaren. - Jürs zog La Palma schnell Tenerife vor und so lag die Pamir vom 4.10.1914 bis 4.3.1920 im Hafen unserer Hauptstadt. In diesen fast 6 Jahren lebte die Besatzung als Gast der Insel und es gab mehr als Verbrüderungen zwischen Insulanern und den Palmeros. Von mehreren Eheschließungen wird berichtet und einer oder zwei der Besatzungsmitglieder verblieben für immer auf dieser so gastfreundlichen Insel. Allerdings bereits verstorben. Auch wenn ein Schiff auf See sein sollte und nicht im Hafen liegen darf, muss es doch wohl die beste Zeit für den schmucken Segler gewesen sein. Die "Pamir" ging 1920 als Kriegsbeute nach Italien und fast sank das Schiff beim Ablegen aus dem Hafen, als wollte sie gar nicht weg. Die "Pamir" war nach so langer Liegezeit kaum noch seetüchtig und musste erst auf Tenerife wieder flott gemacht werden. Im Hafen von Hamburg lag das unglückliche Schiff bis 1924, die Italiener hatten kein großes Interesse an der "Pamir". Schließlich wurde das Schiff mehrmals verkauft und fuhr die meiste Zeit Waren zwischen Neuseeland und Europa hin und her.

Als Übersetzer für einen Filmemacher hatte ich vor etwa 10 Jahren auch das Glück, einen Nachkommen eines Besatzungsmitglieds der Pamir kennenzulernen, allerdings ist wohl aus dem Filmprojekt über die Pamir auf La Palma nichts geworden. - Bekannter, der erst von ein paar Jahren gezeigte Film über die letzte Fahrt des Schiffes, schade, dass man den Untergang lieber verfilmte als die gute Zeit der Besatzung auf der Insel. - Ob man aus den 6 Jahren Aufenthalt hier auf La Palma auch die engen Verbindungen der Insel mit Deutschen filtern darf, das muss ich mal dahingestellt lassen, aber es fällt eben auf, dass die allermeisten europäischen Ausländer, und das seit Jahrzehnten, auf der Insel Deutsche sind. - Es gibt sicher Schlimmeres, und auch die meisten unserer Landsleute wissen gar nicht um die lange Aufenthaltsdauer der Pamir auf La Palma, so könnte dort am Hafen unserer Hauptstadt der ideale Platz für eine Erinnerung an diese Geschichte sein. - Jetzt kann man nur hoffen, dass die Historiker nicht die "Falschen mit dem richtigen Vorschlag" sind, denn oft gehen Projekte in die Binsen, wenn es politische Vorbehalte gegen die Förderer gibt. - Mindestens José López Mederos, einer der Historiker mit dem Vorschlag für die Pamir, gehört halt dem sozialistischen Lager an und damit wäre zu befürchten, dass nun von anderer politischer Seite Gegenvorschläge kommen, nur weil diese kommen müssen. - Ein Denkmal für die Pamir hier auf La Palma, als Erinnerung daran, dass man auf unserer Insel meist weit weg von allem Stress und Trubel Europas ist, das wäre doch eine sehr passende Angelegenheit und mal sehen, ob das denn wahr werden könnte.

Für schlechtes Wetter habe ich hier noch die "News" von vor über 10 Jahren, als ich schon mal über dieses Schiff und deren Besatzung schreiben durfte:


Mittwoch 20.04.05 - 17:00 - El Paso - Dos Palmas
Temperatur 18 Grad, Niederschlag: 0 mm, Luftfeuchte 76 % Luftdruck 1022 hPa

Warum ist La Palma so deutsch ? Eine Frage die uns schon öfter beschäftigt hat und natürlich nicht gänzlich geklärt werden kann, und auch nicht muss, aber es ist doch schon interessant, warum die Deutschen hier den weitaus größten Anteil der europäischen Ausländer stellen. Das trifft sowohl für hier Lebende zu, als auch für die Gäste, irgendwo muss das ja herkommen. Sind die Kontakte erst mal da, dann ist das nicht verwunderlich, ich möchte mich aber nicht auf die Zeit nach 1970 beziehen, sondern auf die Zeit davor. Ein schöner Zufall ergab nun eine Möglichkeit da tiefer zu bohren und wir sind auf ganz interessante Meinungen und Menschen gestoßen.

Ein österreichisch - berlinisches Filmemacherpärchen weilt zur Zeit wieder auf der Insel und nimmt mich öfter mal auf ihre Touren, als Übersetzer und Büchsenspanner mit. - Wie die drauf gekommen sind, einen Film über La Palma zu drehen ist wieder eine andere, lange und sehr interessante Geschichte. - Beim Versuch, in dem Film auch die große deutsche Präsenz auf La Palma zu erklären, beriefen sich die Beiden auch auf die Geschichte, die ich seinerzeit über die Leute der Pamir geschrieben habe, (4.1.2004) und wollten gerne mehr darüber wissen. Endlich war es gelungen, den wahrscheinlich einzigen Nachkommen eines der Besatzungsmitglieder des stolzen Seglers aufzuspüren, der von 1914 - 1920 im Hafen von Santa Cruz de La Palma lag, um nicht in die Fänge der Engländer zu gelangen.

Was ein Glück, dass die beiden Filmemacher kein Spanisch können und so wurde mir die Ehre zuteil, diesen Mann interviewen zu dürfen. Fernando Leopold Prats heißt der, inzwischen Viertel-Deutscher und hat gerne und ausführlich über das berichtet, was er aus Erzählungen seines Vaters und der Familie weiß. Sein Großvater, Ferdinand Leopoldt aus Schleswig kam 1914 mit der Pamir nach La Palma und verliebte sich so sehr in Juana García Fernández, dass die beiden 1917 heirateten und noch im gleichen Jahr ein Sohn zur Welt kam. Freud und Leid liegen aber in jeder großen Geschichte nah beieinander, Ferdinand Leopoldt starb, wie auch zwei weitere Besatzungsmitglieder der Pamir 1919 an der Grippe und blieb für immer auf La Palma.

Offiziell soll es keine weiteren Nachkommen deutscher Seeleute der Pamir auf La Palma geben, aber ein gut gesetztes Grinsen wies jedoch wortlos auf den Unterschied zwischen offiziell und "doch möglich" hin. In diesen fast 6 Jahren Aufenthaltes auf La Palma lebte die Besatzung der Pamir mitten unter den Einwohnern der Hauptstadt und waren gern gesehene Gäste in den Familien und nahmen an allen Festen und dem öffentlichen Leben wie selbstverständlich teil. Im Gegenzug besuchte man auch das Schiff, die Seeleute luden ihrerseits zu Festen ein und viele schöne Geschichten ranken sich um diese ferne Zeit. Auch wenn es viel zu weit hergeholt scheint, Palmeros und Deutsche waren sich bereits während der Zeit des ersten Weltkrieges keine Fremden mehr und um das noch zu bestärken, erzählt Fernando wiederholt davon, wie groß der Einfluss der Besatzung der Pamir auf den Alltag der Palmeros war.

Fernando meint dazu, die Deutschen hätten es auf La Palma immer ein bisschen leichter gehabt, als andere Nationalitäten, auch als die Pamir längst wieder weg war, blieb ein positives Stück Erinnerung auf der Insel. Er selbst betrachtet sich übrigens mit Stolz als Nachkomme eines Deutschen, Beweis dafür ist auch den Name seines Sohnes, Fernando Leopold, und nun hofft er darauf, dass sein Enkel auch diesen Namen weiter trägt, wir erinnern uns, der Großvater hieß Ferdinand Leopoldt. Eine kleine Geschichte darf ich noch loswerden, bevor ich den ganzen Film verrate. Während dieser Jahre des Aufenthaltes der Pamir auf La Palma hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass ab und zu ein deutsches U-Boot die Pamir im Hafen besuchte, und Teile der kriegswichtigen Salpeterladung übernahm, und im Gegenzug die Besatzung mit Ausrüstung versorgte. Es gibt allerdings überhaupt keinen Beweis dafür, aber die Leute berichten, dass mit den Jahren das Schiff immer höher lag und man wohl kaum vermuten konnte, die Seeleute hätten den Salpeter verzehrt. Darin alleine liegt schon wieder eine neue Geschichte vergraben und wenn mir noch irgendwann jemand erzählt, auf La Palma sei es doch langweilig, dann werde ich das Grinsen von Fernando ganz arrogant imitieren. - Ich übe schon...




Hier steht sie noch die Büste Blas Pérez González, inzwischen ist sie allerdinges entfernt.





Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
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E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
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