La Palma Aktuell
Frische Nachrichten von einer kleinen, grünen Insel im Atlantik


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Kolumne eingestellt im Februar 2017

Zum Nachrichtenarchiv aus den letzten 14 Jahren geht es HIER





Sonntag 19.02.2017 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1021 hPa

Servus

Am Mittwoch bin ich endlich nach Hause gekommen, bin aber noch ziemlich klapprig und mache nur ganz langsame Fortschritte. - Aber ich lebe noch, das ist, zumindest für mich, die gute Nachricht, und nun werden wir in den kommenden Wochen sehen, wie ich wieder auf die Beine komme. - Auf jeden Fall habe ich beschlossen - gut, eigentlich bleibt mir gar keine andere Wahl - so einige Dinge zu ändern und dazu gehört auch, dass ich mehr Zeit für meine Familie, Firma und Freunde brauche. Auch muss ich versuchen Druck von mir zu nehmen und so werde ich diese Kolumne aufgeben, auch wenn es mir wirklich nicht leicht fällt. - Aber nach über 14 Jahren reicht das dann auch, ich hatte eh viel zu oft das Gefühl, das ist sowieso schon alles geschrieben und vieles wiederholt sich immer wieder. - Nun ist Schluss damit, auch wenn das Vielen nicht gefallen wird. - OK, Einige jubeln auch, besonders die Hochglanzwerbebranche der Insel, die oft ein bisschen pikiert über meine Rundschläge war, und auch die Halbalphabeten der Facebook-Generation, welche von mehr als drei Zeilen Text bereits hoffnungslos überfordert sind. - Aber die drei Fs (Familie, Firma und Freunde) kommen einfach zuerst, und ich bin wirklich angezählt, und muss haushalten mit meiner Energie.

Mit der Firma (Ferienhäuser La Palma Urlaub) geht natürlich alles normal weiter, aber wie das mit der Seite La Palma Aktuell in Zukunft weiter läuft, das lasse ich komplett offen. - Zunächst ändere ich da auch nichts, es kommen auch noch neue Bildergalerien dazu, Kai Stockrahm, Herbert Schaar und Richard Wurdel haben bereits neue Bilder angekündigt, also wird es sich auch weiterhin lohnen, ab und zu die Seite aufzuschlagen. - Sie dient ja auch weiter zum Nachschlagen oder stöbern, nur das "Aktuell" wird eben täglich ein bisschen trüber, aber darüber mache ich mir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine wirklichen Gedanken. - Vielen Dank für die Besserungswünsche, das waren so viele nette Nachrichten und auch ganz vielen Dank für die Jahre Begleitung in meiner Kolumne. - La Palma ist auf einem guten Weg im Moment, es geht wirklich aufwärts, auch wenn vielleicht schon fast wieder zu schnell, aber ich werde diese Entwicklung in Zukunft von meinem Schemel im Elfenbeinturm betrachten, und endlich mal die Schnauze halten.

Was aber noch erledigt werden muss, das ist die Geschichte um die Spenden für Frans Familie und natürlich werden wir den Spendern auch weiterhin Rechenschaft ablegen, wie denn die Gelder für die Ausbildung der Kinder verwendet wird. - Die ersten Überweisungen sind gerade unterwegs und da ich nicht mehr öffentlich darüber berichten kann, bitte ich alle interessierten Spender sich bei uns per Mail zu melden. - In Ihrer Mail geben Sie bitte an: "Ich habe am XX.XX.201X den Betrag von XXX Euro überwiesen und möchte gerne in den E-Mail-Verteiler aufgenommen werden." - Die von SOS La Palma werden darauf hin diese Angaben bestätigen und dann sind Sie in meinem Archiv für ein Rundschreiben, immer wenn sich was Neues in Sachen Frans Familie und den Spenden ergibt.






Samstag 28.01.2017 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 18,0 Grad - niedrigste Temperatur 11,8 Grad

Leider geht es mir gesundheitlich erneut schlechter und ich weiß noch nicht, wie das weitergeht. - Ich stelle nun die Nachrichten aus, ich habe wirklich keinen Kopf dafür im Moment, wann es weitergeht, das kann ich noch nicht sagen.



Samstag 28.01.2017 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag von Astrid E.Heyl

Kraft der Insel, psychologisches Wandern, Coaching und Veränderung
Einzelangebote und Gruppenkurse der Diplom Psychologin Astrid E.Heyl, Gründerin der "heylwege"


2014/15 habe ich mit meiner Familie auf La Palma gelebt, zuvor schon viele Male für mehrere Monate und habe immer Kraft, neue Ideen und Erholung gefunden. Durch das Jahr auf der Insel konnte ich meinen Beruf mit den Gegebenheiten der Insel verbinden und habe mit dem "Psychologischen Wandern" erste Schritte auf der Insel unternommen. Mittlerweile hat sich der Ansatz bewährt und funktioniert nicht nur auf La Palma, sondern auch in Deutschland. Ich lebe seit vielen Jahren "entre dos tierras", was mitunter anstrengend, oft aber auch anregend und bereichernd ist.

Was ist nun mein Ansatz?: Der wesentliche Unterschied zur "normalen" psychologischen Praxis ist wohl die Wahl des Ortes. Ich arbeite nicht in einer Praxis, sondern gehe mit meinen Klient_innen raus in die Natur. Dabei geht es mir nicht um sportliche Fitness oder große Distanzen, sondern das Nutzen der wissenschaftlich erwiesenen gesundheitsfördernden Effekte, wenn wir uns draußen in der Natur bewegen. Studien zeigen, dass neben körperlichen Wirkungen (mehr Sauerstoff, Serotoninausschüttung, Stoffwechsel erhöht sich,…) auch psychische Effekte festzustellen sind: Stress kann besser verarbeitet werden, Natur hilft beim kreativen Denken, die Stimmung verbessert sich, Ängste werden verringert. So die Ergebnisse aus mittlerweile zahlreichen Untersuchungen. Und man kann es selbst auch spüren!

Wenn es uns besser geht, wir kreativer sind, haben wir ein anderes Selbstbewusstsein und sind für neue Ideen offen. Der Ort beeinflusst unsere Aufnahmefähigkeit und neu entdeckte, psychische Zusammenhänge und Erkenntnisse können wirken. Damit werden unsere Handlungsmöglichkeiten, die durch Probleme und schwierige Lebenssituationen eingeschränkt waren, wieder erweitert und wir trauen uns mehr zu, haben Hoffnung. Wenn wir uns bewegen, erweitern wir automatisch unser Blickfeld, bringen Sauerstoff in unseren Körper und öffnen uns leichter für Veränderungen. Psychologisches Wandern bedeutet also eine wirkungsvolle Verbindung von Natur, Bewegung und psychologischem Wissen.

Ich bin Diplom Psychologin und ausgebildete Familientherapeutin, arbeite in freier Praxis und an einer Beratungsstelle für Suchtfragen in Deutschland. Wann immer es mir möglich ist, komme ich nach La Palma, um selbst aufzutanken und um zu arbeiten und Kurse, wie Einzeltermine anzubieten. Einige Klient_innen begleite ich von Deutschland aus per Mailberatung weiter.

Im Februar und März 2017 darf ich wieder auf der Insel sein. Wer Interesse hat, kann sich gerne melden für Einzelwanderungen oder Gruppenkurse, dieses Jahr nicht mehr in Tijarafe, sondern in Puntagorda, in Zusammenarbeit mit Melanie Zveglic, die sich u.a. auf Klang- und Körpermassagen spezialisiert hat. Die Psychologischen Wanderungen stimme ich örtlich auf die Bedürfnisse meiner Klient_innen ab und berücksichtige die Wetterverhältnisse.

Wer mehr wissen möchte, kann gerne mailen; viele Infos findet Ihr auch unter:www.heylwege.de












Freitag 27.01.2017 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 17,7 Grad - niedrigste Temperatur 11,3 Grad

Sammel und Surium
Was unbedingt noch erwähnt werden will


Keine klare Kiste in Sachen Wetter auf dem Nordatlantik. - Die Tiefs auf dem Weg von West nach Ost kommen nicht bis zu unseren Breiten hinab, auf der anderen Seite aber spürt man aber kaum die Wirkung des Hochs, welches zumindest auf dem Barometer angezeigt wird. - Und immer wieder bewölkt, die Sonne kommt, wenn überhaupt, nur mal ein paar Stunden durch und lässt eben die angepeilten 20 Grad als Kanarenminimum nicht wirklich wahr werden. - Auch liegen wir erneut in der Regenschuld, jetzt ist es bereits wieder ein Monat her, seit den letzten wirkungsvollen Niederschlägen hier auf der Westseite, denn die paar Millimeter gestern, die haben wir zwar registriert, aber Eindruck auf unsere Vegetation macht das nicht wirklich. - Und es geht durchwachsen weiter, weder Regen noch Hitze sind in näherer Aussicht und so werden wir uns von Sonnenloch zu Abendsonne schlängeln, immer auf der Suche nach den versprochenen 20 Grad.

So will auch die Mandelblüte hier rund um El Paso nicht so richtig breit loslegen, da haben wohl die reichlichen Niederschläge im Oktober und November dennoch nicht ausgereicht, die 2 trockenen Winter der Jahre zuvor vergessen zu machen.- Einige Bäume stehen in voller Blüte, andere sind noch gar nicht bereit, ihr buntes Kleid zu zeigen. - So fehlt einem die wuchtige Pracht einer blühenden Landschaft, auf der anderen Seite können wir so damit rechnen, dass bis März, vielleicht sogar bis Ostern hinein noch blühende Mandelbäume antreffen. - Beide Versionen haben was für sich, allerdings keimt bei den meisten Landwirten und Naturliebhabern die Angst bereits wieder auf, auch dieser Winter könnte uns, nach fröhlich-feuchtem Anfang, von den Regenmengen wieder deutlich enttäuschen.

Über den Wolken ist man meist auf unseren höchsten Bergen und dort auf dem Roque de Los Muchachos, da tut sich kräftig was in Sachen Besucherzentrum. - Betrachtet man die Fortschritte dort, dann ist man fast geneigt den offiziellen Optimismus zu teilen, dass man den kompletten Rohbau noch in diesem Jahr fertig bekommt. - Das heißt dann noch lange nicht, dass man das Ding auch innen ausstattet und bereits dem Publikum zur Verfügung stellen kann, aber immerhin, mal eine öffentliche Baustelle, auf der sich mehr tut, als nur Pressemeldungen. - Nichts weiter haben wir gehört, wie man denn in Sachen Parkplätze und Busshuttle zum Gipfel zukünftig verfahren will. - Klar ist nur, die Gemeinde Garafía, auf deren Gemeindegebiet fast die gesamten Anlagen der Observatorien liegen hatte ja angekündigt, ab diesen Sommer einen Parkplatz für private Fahrzeuge zu schaffen, unterhalb der astrophysikalischen Anlagen, von wo aus dann ein- oder mehrere Shuttlebusse die interessierten Besucher zum Gipfel des Roque und in die Nähe der Observatorien bringt. - Nötig ist diese Maßnahme geworden, da nach dem großen touristischen Andrang auf der Insel auch ganz oben auf den Bergen die Dinge ganz einfach enger geworden sind und es zum Teil zu schon gefährlichen Situationen an der Auffahrt zu dem bislang einzigen Parkplatz direkt unterhalb des Gipfels gekommen ist.

Auch noch in Sachen astrophysikalische Einrichtungen dort auf unseren Bergen kommt die Nachricht, dass selbst bei uns die neue Präsidentschaft der USA Einfluss haben könnte. - Wir hoffen ja auf das 30 Meter-Teleskop, welches ursprünglich auf Hawaii installiert werden sollte, es aber dort zu robusten Problemen mit der Baugenehmigung gekommen ist, nachdem Bürgerproteste sich gegen die Aufstellung dieser Einrichtungen erhoben haben. - Da es sich eben um ein, im größten Ausmaß US-amerikanisch finanziertes Projekt handelt, man spricht von über 1,3 Milliarden Euro, fürchtet man nun, Don Dekret trumpelt auch unsere kleine Hoffnung nieder und sorgt dafür, dass dieses Projekt auch innerhalb der US-Landesgrenzen verwirklicht wird. - Klar ist da aber noch nichts, La Palma ist sowieso weiterhin nur Ausweichquartier, sollte man sich auf Hawaii nicht doch noch einig werden und in wie weit der amerikanische Präsident auch auf die Verteilung der Gelder der einzelnen Universitäten Einfluss hat, auch das können wir von hier aus nicht einschätzen.




Die Fortschritte am Besucherzentrum am Roque de Los Muchachos, Mitte Januar 2017





Freitag 27.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1022 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Con las glorias se olvidan las memorias

Mit den Siegen vergisst man die Erinnerungen. - Wer hoch aufsteigt, der vergisst schon mal seine Herkunft und seine Freunde. - Mahnung, doch auf dem Teppich und bescheiden zu bleiben.





Im archäologischen Inselmuseum in Los Llanos
Bild von Wolfgang Hempel





Donnerstag 26.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 3 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Von der "Dritten Insel" zur "Fünften Insel"
Der Tourismus wird es schon richten


Es hängt immer davon ab, ob man La Graciosa nun denn auch den Status einer Insel verpassen möchte, oder bei dem Diminutiva "Islote" bleibt. - Offiziell gibt es sieben Kanareninseln, und als "Achte Insel" wird, man muss aber wohl eher sagen wurde, Venezuela genannt. - Allerdings entfernt man sich gedanklich immer weiter von diesem Land im Norden Südamerikas, auch wenn es keine Familie auf unserer Insel gibt, welche ohne verwandtschaftliche Beziehungen zu Venezuela ist. - Früher, als alles anders, und nur manches besser war, da gab es einen regen migratorischen Austausch zwischen den Kanaren und Venezuela, inzwischen ist da Stillstand eingekehrt, nachdem seit Chavez die Richtung der Migration nur noch weg aus Venezuela bedeutete. - Anfang des vergangenen Jahrhunderts sind also die Leute nach Kuba ausgewandert, später nach Venezuela, und etwa seit der Jahrtausendwende richten sich die Emigrantenströme eher nord- und ostwärts, die großen Kanareninseln, das Festland, oder die wirtschaftlichen Metropolen Europas haben meist den Sprung nach Westen über den Atlantik ersetzt.

Dabei haben die Inseln ganz unterschiedliches Wachstums hinter sich, die großen Insel werden immer "größer", also von der Zahl der Einwohner her, und die kleinen Inseln immer "kleiner" und dann gibt es noch Lanzarote und Fuerteventura. - Diese beiden Insel erlebten in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein extrem schnelles Wachstum, so verdoppelte sich die Einwohnerzahl Lanzarotes innerhalb von 20 Jahren auf heute 145.000 Einwohner und die Fuerteventuras sogar in nur 10 Jahren auf 107.000 Einwohner. - Eben vor nun an die 25 Jahren zählte La Palma noch mehr Einwohner, als die beiden östlich gelegenen Inseln, heute scheint La Palma abgehängt, seit Jahren gibt es kein demographisches Wachstums mehr auf unserer Insel, im Gegenteil, die Zahl der auf La Palma wohnenden Menschen nimmt stetig ab. - So wanderte La Palma vom dritten Platz der wirtschaftlichen Bedeutung der Inseln, immer hinter Gran Canaria und Tenerife, jetzt auf den fünften Platz und nur der sichere Abstand zu La Gomera und El Hierro bedeutet kein weiteres Absinken auf dieser Skala. - Noch drastischer wird es, wenn man neben den offiziellen Einwohnerzahlen die Anzahl derer nimmt, welche tatsächlich ständig auf der Insel wohnen und konsumieren, dann wird aus den gemeldeten 83.000 Palmeros eine Zahl rund um die 60.000 Nutzer und Verbraucher.

Gründe für diese unterschiedlichen Entwicklungen kann man mehrere finden, aber immer zeichnet eben für Lanzarote und Fuerteventura die extreme Abhängigkeit vom und zum Tourismus. - Das war so gewollt, ein bisschen geplant, aber mehr gerumpelt und auch wenn im Falle Lanzarotes ein César Manrique warnend und lenkend versuchte einzugreifen, diese beiden Inseln stehen wie kaum eine andere Region für das Erfolgsmodell spanische Tourismusindustrie, wobei sich das Wort Erfolg rein auf den wirtschaftlichen Aspekt beschränken muss. - In der gleichen Zeit schlummerte La Palma weiter den süßen Traum von ewigen Bananensubventionen und wehrte sich störrisch bis unwissend gegen manche gierigen Versprechungen seitens globaler Investoren. - Wir sollten nicht so vermessen sein, und die Weigerung La Palmas, sich den gleichen Strukturen zu ergeben, wie das Fuerteventura und Lanzarote gemacht haben, als Früchte unserer Weisheit und unseres Weitblicks zu interpretieren. - Vielmehr war unsere Antwort auf Anforderungen moderner Tourismusindustrie eine Mischung aus Unterlassung, Unfähigkeit, aber auch Unwille und der Tatsache, dass wir aufgrund unserer Orographie keineswegs massenkompatibel sind und nicht so richtig in den Slogan "Sol y Playa" passen, mit dem eben Lanzarote und Fuerteventura siegreich von veni nach vidi und weiter zogen.

Wir vergessen alle zu gerne und zu schnell. - Nach ein paar Jahren neuem Jahrtausend gab es eine touristische Krise auf den Inseln, noch deutlich vor der hausgemachten Immobilienkrise, und in den Jahren verdoppelte sich bis verdreifachte sich in wenigen Monaten die Arbeitslosigkeit auf Lanzarote und Fuerteventura, während auf La Palma die Zahl der Menschen ohne Arbeit nahezu gleich blieb. - Natürlich nach dem Motto, auf La Palma konnten eigentlich keine Arbeitsplätze im Tourismus verschwinden, weil es keine (besser wenige) gab. - Auf jeden Fall sorgte diese kleine Krise für eine gemeinschaftliche Weigerungen vieler Investoren sich auf den Kanaren weiter ihr Geld in Tourismus zu investieren und kreuzte damit eben auch die Inselpläne La Palmas, welche damals gerade versuchten, mit einem durchaus strukturierten, aber eben nicht praktikablen Tourismusplan sich offen für Investoren zu zeigen. - Die gleichen Politiker, welche noch vor der touristischen Krise die verschlafene Entwicklung La Palmas rügten, lobten dann in der Krise die Unempfindlichkeit des lokalen Arbeitsmarktes gegenüber Schwankungen im Tourismus und zeigt so erneut auf, dass Politik bei uns nicht wirklich Führung und Planung bedeutet, sondern passives Wellenreiten und gefällige Wetternachhersagen.

Jetzt fährt der nächste touristische Zug nach Weißnichtwo, und wieder werden wir ermahnt, doch aufzuspringen. - Ganz einfach natürlich aus wirtschaftlichen Überlegungen und aus Angst, noch weiter abgehängt zu werden. - Hohe Jugendarbeitslosigkeit, "Hirnflucht" in Massen, also Wegzug der akademischen Elite, und eine fast knorrige Dickfelligkeit hat seit Jahren so ziemlich jegliche Entwicklung stark behindert. Angesichts des mangelnden Interesses globaler Investoren hat man auch durchaus alternative Ideen entwickelt, welche dieser Insel eine Zukunft mit Bananen, Tourismus als Beiwerk und einer witzigen Mischung aus Hochtechnologie und gleichzeitig "Slow und Smart" verleihen sollte. - Die bärtigen Deppen der Islamistenfraktion werfen nun wieder alles durcheinander und als Folge davon überschwemmt uns heute eine, nie vermutete Tourismuswelle, für die wir nichts, aber auch gar nichts können. - Weder im Guten noch im Negativen, aber es fährt eben wieder ein Zug, und das ist selten genug auf unserer Insel, und wer jetzt nicht aufspringt, der ist dann wieder der Angeschmierte.

So klingt nun die offizielle Partitur der Inselregierung und flugs werden Pläne gefaltet, Dekrete ertrumpt, Gesetze gebogen und alles, um sich mit Federn zu schmücken, welche uns eigentlich nicht stehen. - Allerdings fürchte ich mal, selbst wenn wir einen Propheten hätten, der uns eindringlich davor warnt, auf Züge zu springen ohne eigene Haltestelle, die Verlockung langfristige Probleme kurzfristig von außen lösen zu lassen, ist einfach viel zu groß. - Und nur verständlich, angesichts der scheinbaren Lösung aller Probleme in statistische Tabellen gedrückt, zerschellen wirklich "smarte" Ideen und Praktiken wie Birkenstocks an Springerstiefeln und ich weiß gar nicht wirklich, was ich uns für die Zukunft wünschen soll. - Vielleicht sollten wir auf den Zug aufspringen, oder dass wir dabei zart genug auf die Nase knallen, damit wir diese wieder aufrecht genug in den Passat strecken können, um wirklich mal eigene Ideen auch umzusetzen.




Nachdenklich, sollen wir wirklich auf diesen Zug aufspringen?




Vielleicht schon, der nächste kommt erst wieder in 13 Jahren...




Hoppla, wie konnte das denn passieren?





Donnerstag 26.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1019 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Con la mujer y el fuego, no te burles compañero

Mach dich nicht lustig über die Frau und das Feuer, Kamerad. - Der Spruch ist ja nicht von mir, aber auch beim Kommentieren kann man blitzschnell verkacken. - Das Feuer soll also genau so humorlos oder gefährlich sein wie Frauen? - Oder geht es um Respekt? - Sicher, das bringt einen auch an der Chauvikasse vorbei.





Im archäologischen Inselmuseum in Los Llanos
Bild von Wolfgang Hempel





Mittwoch 25.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 18,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Muskelkater im Krankenhaus
Klinik arbeitet an der Obergrenze und Kaffee für lau


Seehofer würde das nun gerne missverstehen, aber dem hört inzwischen kaum noch jemand zu, denn Poltern wird jetzt durch Trumpeln ersetzt in der medialen Hierarchie und fast kann er einem Leid tun, wieder nimmt Seehofer keiner wirklich wahr. - Das war dann aber auch schon alles zur globalen Entwicklung, bleiben wir auf unserem Inselchen und beschäftigen uns mit unserem, meist völlig unspektakulären Alltag. - Leider habe ich bereits Routine in Sachen Krankenhaus erworben, die dort auch mit mir, und so verkürzt sich wissend der meist unbequeme Aufenthalt in der Urgencia (Notaufnahme) auf ein paar Stunden, bis man ein Bett auf der Station freigeschaufelt hat. - Ich fahre auch immer nur zu ganz bestimmten Zeiten dort hin, zwischen 03:00 und 05:00 Uhr, dann ist da meist nichts los und man muss nur ganz kurz im Warteraum Platz nehmen, und kommt sofort in ärztliche Behandlung. - Das waren allerdings auch die einzigen paar ruhigen Stunden im Krankenhaus überhaupt, denn gegen die Erfahrungen früherer Aufenthalte ,war es dieses Mal voll im Hospital General de La Palma und das Personal, wie auch die Infrastruktur, gelangten wohl an die oberen Grenzen der Belastbarkeit.

Grippe-A war das Stichwort hier und diese ganzen Patienten wurden eben alleine isoliert untergebracht und damit waren eben bereits große Ressourcen den Krankenhauses von vorne herein belegt. - Allerdings ebbt diese Grippewelle bereits wieder ab und hätte man keinen kurzfristigen Plan gefasst, viele Leute mit Grippe-A über die lokalen Gesundheitszentren bei sich zu Hause behandeln zu lassen, dann wäre es wohl zu einem, zumindest stundenweise Kollaps in der Klinik gekommen. - Personal war ja auch von der Grippewelle betroffen, so potenzieren sich natürlich die Probleme, aber man hat es immer wieder geschafft, alle Spitzen abzuarbeiten und hinten heraus kann man sagen, den Belastungstest hat das Inselkrankenhaus somit auch überstanden. - Ich bin kein sonderlich aufwendiger Patient, die Diagnose bringe ich immer gleich mit, 2 Tage am Tropf, 4 Tage beobachten, dann kann man überlegen, welche neue Maschine denn das kanarische Gesundheitsdienst seit dem letzten Krankenhausaufenthalt angeschafft hat, und auch dieses Mal ist das wieder so, ich warte nun auf einen Termin im Uni-Krankenhaus Tenerife, wo man ein Endoskopiegerät einsetzen will, dessen spanischen Namen ich mir nicht mal merken konnte. - Damit bin ich wieder auf einer Warteliste, aber so lange mir nichts weh tut, warte ich gerne, ich weiß, woher das Wort Patient stammt, immer mit dem Wissen, es ist doch eigentlich wunderbar, kein Notfall mehr zu sein.

Wenn der Tropf dann erst mal abgeschnallt ist, dann beginnt die gute Zeit im Krankenhaus. Lange Spaziergänge durch die, wirklich ausgedehnten Flure und ich muss dringend meine Schuhe im "Klinikrucksack" wechseln, denn mit den Jesuslatschen, die ich dieses Mal dabei hatte, schafft man es tatsächlich, sich einen Muskelkater im Krankenhaus zuzuziehen. - Was noch in den Rucksack steckt sind: Universalfernbedienung für den Fernseher, Kopfhörer, da der Ton aus Rücksicht auf den Nebenmann abgestellt ist, Kaffeelöffel, Duschgel, Salzstreuer und bequeme Latschen. - Kaffeelöffel, weil man wohl einen Löffel für das morgendliche Warmgetränk bekommt, welches man erst gar nicht als Kaffee bezeichnet, oder für den Joghurt als Nachtisch, denn man bekommt immer Suppenlöffel, und auch wenn man mich öfter schon als Großmaul betitelt hat, ich mag es einfach nicht, beim Pudding das Maul weit aufzureißen. - Duschgel ist auch von Vorteil, man erhält natürlich Seife für die morgendliche Dusche, allerdings ist das ein Neutralseife ähnliches unparfümiertes Gebräu aus irgendeiner Esoterik-Werkstatt mit Nichtallergiegarantie. - OK, vielleicht war das Zeugs auch einfach nur spottbillig im Angebot, auf jeden Fall macht es sauber. - Allerdings müffelt man selbst bei stringenter Bewegungsverweigerung mittags bereits wieder unter den Achseln, und da gibt es reichlich Produkte, welche das besser können. - Der Salzstreuer, den konnte ich dieses Mal getrost ungeöffnet lassen, es kommt wohl einfach darauf an, welche Diät man bekommt und welchen Beziehungsstatus die Mamsell am Suppentopf ihrem Seelenfrieden zurechnet. - Das Essen ist in Ordnung, heiß und erlesen ist eine andere Welt, aber mal so ganz unter uns, ist es nicht bereits ein klein bisschen unverschämter Luxus, sich über das Essen im Krankenhaus aufzuregen?

Das Krankenhaus ist jetzt ziemlich genau 20 Jahre alt und man merkt schon. Auch, dass seinerzeit andere Materialien verbaut wurden, als heute zur Verfügung stehen. - Die Schrammen der Jahre, die Benutzungsmarken, alles das ist normal und wahrscheinlich beobachte ich einfach zu genau, aber bei ständiger Beanspruchung erlaubt es sich eben immer nur Reparaturen durchzuführen und keine substanziellen Sanierungen, und wir dürfen auch nicht vergessen, trotz des politisch-verbalen Endes der Krise steht immer noch ein gewaltiges Sparmandat über dem Haushalt für Gesundheit in so ziemlich allen spanischen Autonomien.

Auf den langen und vielen Wegen gönne ich mir hin und wieder einen dieser Automatenkaffees. - Wirklich gut schmeckt das Zeug nicht, aber es ist zumindest heiß und ein kleiner, rebellischer Ausdruck gegen zu rigorose Diätpläne. - Und je nach Automat schmeckt das Heißgetränk auch unterschiedlich und warum gerade in der Lobby, also dem meistbesuchten Teil der Klinik, wo auch noch der Wartesaal für die Blutabnahme ist, der älteste aller Automaten steht, auf dem noch in Pesetas ausgeschildert ist, das muss man den Aufsteller mal fragen. - Aber immerhin, spricht für die Qualität der Maschine und ich musste nie Geld mitnehmen auf meinen Touren, denn immer fand ich ein Gerät, in dem im Rückgabeschacht die erforderlichen 50 Cent lagen. - Manchmal sogar mehrere Münzen und wir erklärten uns das so: Die allermeisten Leute stecken eine Euromünze rein und gucken gar nicht, was der Kaffee denn kostet, und bei dem ganzen Piepen, Quetschen und Knurren des Gerätes während der Zubereitung des Getränks hört man das Fallen des Rückgeldes dann gar nicht. - Ein bisschen erinnerte mich das an den automatischen Griff in alle Kaugummiautomaten, Spätmitte des letzten Jahrtausends, und das abends, in langen Klinikgängen in der Hoffnung, trotz der vielen gesponserten Kaffees auch mal bettmüde zu werden.

Morgen kümmern wir uns dann wieder um die Tagesthemen im Inselgeschehen und auch um das Wetter. - Grausam frisch ist das im Moment und auch die Sonne kommt kaum durch, so dass wir heute wohl wieder keinen Spitzenwert von über 20 Grad auf die Schiene bekommen haben. - Allerdings sieht es für die kommenden Tage deutlich besser aus. - So wird sich mein kesser Hinweis zu meiner Frau, im Krankenhaus war es aber wärmer als zu Hause, dann auch wieder relativieren. - Das hat aber auch was mit den großen Climalit-Fensterfronten zu tun und wenn dann morgens die Sonne in die Zimmer knallt, dann wärmt sich das hervorragend auf und zumindest in der Hinsicht hat man auch bereits vor 20 Jahren auf Qualität gesetzt. - Muskelkater in Waden, weil man die Jesuslatschen bei jedem Schritt mit den Zehen am Fuß festkrallen musst, der ist weg und der Kaffee ist auch nicht mehr umsonst, aber er schmeckt auch besser und wo kann es schöner sein als zu Hause. - Also zu Hause auf La Palma, meine ich natürlich…




Nicht geliebt, aber immer wieder genutzt, Hospital General de La Palma





Mittwoch 25.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1022 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Con hombre malo, ni invierno, ni verano

Mit einem schlechten Menschen, weder Winter, noch Sommer. - Wenn einer so ein richtiges A.. ist, dann hilft auch kein Ändern der Umstände, meist haben gerade schlechte Menschen eine bemerkenswerte Stringenz in ihrem Tun.





Archäologisches Museum in Los Llanos de Aridane
Bild von Wolfgang Hempel





Mittwoch 18.01.2017

Ich muss den Urlaub leider verlängern, da ich wieder ins Krankenhaus muss.




Donnerstag 12.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 21,1 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Eine Woche Urlaub
Nächsten Donnerstag geht es weiter





Auch andere Väter haben schöne Katzen... Jing und Jang von Achim Trispel






Donnerstag 12.01.2017 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von "Los Lavaderos"
Colores de La Isla - Farben der Insel


Wir sind eine Gruppe von Deutschen, die sich seit zehn Jahren zur freien Malerei trifft. Seit einigen Jahren malen wir im alten Waschhaus von Tazacorte, genannt "Los Lavaderos", daher unser Name.
Mit uns zusammen stellen die spanischen Künstlerinnen "Las Pinceladas" aus, die sich zu etwa der gleichen Zeit formiert haben. Sie treffen sich regelmäßig in deren Atelier in der Casa Cultura in Tazacorte.
Wir 13 Kreative mit sehr unterschiedlichen Maltechniken versprechen eine vielfältige Farbenpracht.
Die Eröffnung der Ausstellung ist am kommenden Samstag um 16:00 Uhr in der Casa Cultura in Tazacorte pueblo.






Mittwoch 11.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 14,3 Grad

Der Räuber ist immer der Gärtner
Natürlich nicht, und wenn das mal so einfach wäre


Wir befassen uns ja nicht das erste Mal mit dem Thema Diebstähle aus Ferienwohnungen hier auf der Insel und in der Tat, leider gibt es da auch immer wieder Grund, sich damit zu befassen. - Allerdings versuchen wir eine Taktik, die oft aufgeht, wir bemühen uns den Freunden des fremden Eigentums die Laune zu verderben, in dem man eben einfach kein Geld im Hause lässt. - Es geht meist ausschließlich um Bargeld, selten werden andere Dinge mitgenommen, es ist halt schwer bis verräterisch, Kameras, Handys oder andere Elektronik hier zu Geld machen zu wollen. - Mit dem simplen Trick, das Bargeld einfach immer bei sich zu tragen, auch wenn man abends die Wanderbelohnung in Form von kontrolliert Gegorenem auf der Terrasse zu sich nimmt. - Wenn die einschlägigen Jungs, Mädels scheinen im Moment nicht unterwegs zu sein, dann mitbekommen, da oder dort ist nichts zu holen, dann riskieren die auch gar nicht erst bei einem Einbruch oder einem Einstieg erwischt zu werden.

Meist handelt es sich nämlich nicht mal um einen Einbruch, oder gar Raub, sondern um "simplen" Diebstahl, auch mit den juristischen Folgen, dass die "Chorizos", selbst sollten sie erwischt werden, nach der Aufnahme der Personalien wieder auf die Straße geschickt werden. - Darüber hinaus ist es eben nicht einfach, jemandem nachzuweisen, dass dieser oder jener Schein nicht der Person gehört, die ihn eben bei sich trägt. - So kommt es auch immer wieder vor, dass Leute beim Versuch zu klauen gestellt werden, ihnen aber nichts nachzuweisen ist. - Auch tritt öfter der Fall ein, dass man eine ziemlich genaue Vermutung hat, wer denn gerade dort in der Gegend unterwegs war, aber man eben auch keine Handhabe hat, diese Leute dann auf Verdacht hin einzukassieren. - So kommt es dann eben, dass, uns allen bekannte Leute, hier monate- manchmal sogar jahrelang Klauen gehen, ohne robuste juristische Folgen, da man ja sowieso auf den Gerichtstermin wartet, der auch schon mal erst in ein paar Jahren sein kann. - Ich bin nicht genügend juristisch geschult, um hier Kritik zu üben, aber das machen andere, hinter vorgehaltener Hand sogar die Exekutive, welche immer wieder die gleichen Jungs dem Staatsanwalt übergeben, dann aber feststellen müssen, dass der Richter keinen sofortigen Haftgrund sieht.

Die bekannten Jungs haben so allesamt ihre Masche, einer kommt als Wandersmann daher, mit Rucksack und strammen Waden, eben bloß nicht auffallen und ein ganz prominenter Zeitgenosse gibt sich gerne und erfolgreich als Gärtner aus, und hat damit erschreckend oft Erfolg gehabt. - Dabei ist er gar nicht so weit ab vom Schuss, denn früher, da war der großgewachsene vierzigjährige Wuschelkopf mit den bereits grau werdenden Haaren auch Gärtner und hat sich, wie pfiffig, darauf spezialisiert, für ausländische Hauseigentümer Palmen zu beschneiden. - Das war ihm wohl auf die Dauer zu anstrengend und seit ein paar Jahren gibt er nur noch vor, Gärtner zu sein, und erklärt damit eben sein Erscheinen auf den Grundstücken, und manchmal zieht er dann auch noch gekonnt einen Notizblock heraus, was ihn auch noch wie einen Obergärtner wirken lässt. - Allerdings spioniert er nur aus, oder wartet auf eine Gelegenheit, eben auf die, wenn die Urlauber auf der Terrasse sitzen, aufs Meer blicken und natürlich nicht die Fenster und Türen verrammelt haben. - Wer dann sein Geld in der Geldbörse hat, oder die Handtasche trotzdem bei sich, und nicht auf dem Bett liegen, oder dem besten Versteck der Welt, das Geld in der Butterdose im Kühlschrank, der kommt freudig davon, andere müssen dann am Folgetag vor der Polizei zugeben, dass sie völlig arglos auf Spitzbuben hereingefallen sind.

Die vielen Diebstähle in den Ferienhäusern und Appartements sind natürlich ein großes Ärgernis für die touristischen Bemühungen der Insel und vor allem der Hauseigentümer und Vermittler, und so geht das auch regelmäßig durch die Presse und immer wieder beruhigt man uns dann, dass eigentlich die Statistik La Palma als äußerst sichere Insel aufweist. - Ich scheiße auf jede Statistik, wenn ich dennoch mehrmals im Monat auf der Polizei übersetzen muss und die sind genau so genervt, weil sie meist keine Handhabe finden, den Jungs etwas nachzuweisen und selbst wenn man eben jemanden, "mit der Hand im Teig", wie man hier sagt erwischt, heißt das noch lange nicht, dass der entsprechende Dieb damit von der Straße ist. - Erst neulich verfasste man einen unglücklich geratenen Pressetext in dem es hieß, die Kriminalität auf der Insel sei kontrolliert und stabil und das sollte beruhigend wirken. - Für die Betroffenen allerdings klang das wie blanker Hohn, denn kontrolliert kann auch heißen, man wisse wer da klaue und stabil, dass es immer die Gleichen sind. - Natürlich ist da auch reichlich Polemik unterwegs, beklaut werden ist ein äußerst unangenehmes Gefühl, wer aber ganz einfach sein Geld bei sich trägt, und sei es im Brustbeutel, der wird hier auf der Insel nicht beklaut werden.

Und weil die Presse da so dahinter steht, machen nun fast alle Zeitungen mit dem Artikel auf, "Der Gärtner" sei wieder mal gefasst und alleine aus dem Wort wieder dürfen wir ja ableiten, dass der gute Mann mehr als bekannt ist, nämlich bereits berühmt. - Hier im Tal konnte sich C. (den Namen ausschreiben, oder gar ein Bild senden, das darf ich nicht) schon lange nicht mehr frei bewegen, denn jeder kannte ihn bereits und Vorhänge haben Augen und Telefone, also hat der Gärtner seine Hauptaktivitäten in den letzten Monaten nach Tijarafe und Puntagorda verlegt. - Aber auch dort lässt man sich ungerne beklauen und nun ist der Gärtner erneut erwischt worden und festgesetzt und dem Richter vorgeführt, allerdings ist noch nicht raus, ob er nun wegen seiner Vorgeschichte gleich einwandern muss, oder schon wieder unterwegs ist. - Und bitte, nicht gleich jeden vermöbeln, der nun einen Schlauch in der Hand hält, Gärtner ist ein sehr ehrenwerter Beruf, habe ich auch viele, viele Jahre gemacht, allerdings wenn der Bock sich selbst zum Gärtner macht, dann kann das problematisch werden. - Kluge Hauseigentümer melden sich an, wenn sie am Haus was zu tun haben, oder erklären sich, und Sie sollten halt schon misstrauisch sein, aber vor allem ihr Geld nicht herumliegen haben, sondern vielleicht einfach in der Hosentasche mit sich tragen, da kommt auch kein Gärtner dran.





Hallo, ich bin es, der Paul. - Ich wollte nur an Ihre Mäuse! - Wie schnell man missverstanden werden kann...




Mittwoch 11.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Crystel La Palma
Es spricht sich rum und wir werden immer mehr...


Weil´s beim ersten Mal so schön war, haben wir am 23.12. die 2. Lesebühne vom Stapel gelassen und siehe da: noch mehr Lese-und Schreibbegeisterte füllten die Räumlichkeiten der "Villa LoCa" in Puerto Naos.

Nun soll auf vielfachen Wunsch am Freitag, 20.1.2017 Lesebühne Nr. 3 gestartet werden, wieder um 17 Uhr, wieder in der "Villa LoCA" in Puerto Naos.

Der Schriftsteller Manolo Link besucht gerade nach 17 Jahren Abwesenheit La Palma und liest aus einem seiner Werke vor, Selbsterlebtes in Neuseeland und Australien anhand von Tagebucheintragungen erfahren wir von Bärbel und Thomas aus La Sabina, auch der Film- und Theatermann Felix Demant-Eue aus dem Süden unserer kleinen grünen Insel wird zur Unterhaltung beitragen.

Lassen wir uns überraschen, es wird wieder spannend.






Dienstag 10.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 16,1 Grad

Und wenn er einfach müde ist?
Der Baum der Bäume macht Sorgen


Dabei ist die Frage durchaus erlaubt, welcher denn bitte der Baum der Bäume hier auf der Insel ist, aber wer hier im Aridanetal lebt, noch dazu in El Paso, der wird für diese Frage wenig Verständnis haben. - Aber allen anderen sei die Frage natürlich gestattet, wir sprechen vom "Pino de la Virgen", also von der Kiefer der Jungfrau, wobei man hier eigentlich bereits im Vorfeld eingreifen muss und gleich dazusagen, dass die Kiefer deutlich älter ist als die Jungfrau dort im Bäumchen, wir also die Besitzbeschreibung um Namen "Kiefer der Jungfrau" eigentlich umstellen müssten und Jungfrau der Kiefer daraus machen sollten. - Beides wird gebraucht, jeder beruft sich auf den anderen und natürlich kann keiner ohne den anderen richtig wirken. - Wobei der Baum alleine bereits seinen, was denn eigentlich steht, mit über 800 Jahren wird er wohl die älteste Kiefer der Kanarischen Inseln sein und nun wird eben auch deutlich, dass die Jungfrauenerscheinung und sowieso die Statue viel jünger sind, denn die Eroberer mit ihren Heiligen im Gepäck, kamen an die dreihundert Jahre später, als der Baum alt ist.

Ob nun dieser Baum auch bereits eine besondere Bedeutung für die Ureinwohner der Insel hatte, das wissen wir nicht, allerdings nutzten auch diese Bewohner bereits den Reventón Pass als Weg von einer Inselseite zur anderen, und diese mächtige Kiefer, die steht nun mal am Anfang, oder am Ende des Passes, ganz wie man will, kann und läuft. - Einem Soldaten aus der Schaar des Fernando de Lugo erschien eben dort im Baum eine Maria, so wie uns Katholiken das hin und wieder einfach passiert, und seit der Zeit verehrt man eben diesen Baum eben ganz besonders und schreibt dieser Kiefer und eben ihrer Erscheinung besondere Fähigkeiten bis Wunder zu. - Es ist wirklich so ein bisschen ein Katholikending, später stellte man dann eine Figur erst in den Baum, noch später kam ein, zunächst kleiner Altar dazu und schließlich eine Kapelle, die dann in unserer Zeit zu einer richtigen Wallfahrtskirche heranwuchs. - Gut, es gibt größere solche Kirchen, aber Kapelle ist eigentlich schon zu klein und die Verbindung zwischen den Einwohnern des Aridanetals und schon besonders der Leute aus El Paso zu ihrer "Virgen" ist eine ganz besondere Geschichte.

Gegen Dürre, gegen Feuer, gegen Furunkel und die schlechtgelaunte Schwiegermutter und natürlich für alles Gute ist "Nuestra Señora del Pino" da und in der Tag, auch heute noch, und auch für jüngere Menschen als unserdrei, stellt die Maria der Kiefer eine wichtige Institution dar. - Die mächtige Baum ist dabei eigentlich gar nicht der wunderbringende Teil, dennoch wird auch diese uralte Kiefer verehrt und als es mal brannte am Reventón, da stellte man Leute nur für den Schutz dieses Baumes ab, wäre ja noch schöner, wenn dem Baum der Bäume was passiert. - Um alle Pilger gut zu empfangen vergrößerte man im letzten Jahrhundert noch den Vorplatz der Kirche und weitete diesen Platz sogar über den Standort des Baumes aus. - Bis in knapp vier Meter Höhe schüttete man den Baum mit Erdreich zu und setzte obenauf Bodenfließen, alles schön sauber, adrett und nett, da freuen sich doch die Pilger, der Pfaffe und die Jungfrau.

Allerdings lässt die große Kiefer mindestens seit dem Jahrtausendwechsel die Nadeln ein bisschen hängen, um das mal lapidar auszudrücken, man merkt einfach, dass der Baum nicht mehr so gut im Saft steht wie die vielen Jahrhunderte vorher, und in den letzten 15 Jahren ist das ganz deutlich geworden, ein ganzer Ast ist inzwischen kahl und man sieht es dem Baum an, der strotzt nicht mehr vor Gesundheit. - Lange schon ist man daran sich zu überlegen, woran es denn liegen könnte und ich komme heute darauf darüber zu schreiben, da ich genau vor 10 Jahren auch schon darüber geschrieben habe, dass man vorhätte, der Ursache der fahlen Erscheinung des Baums auf den Grund zu gehen. - Noch mal zehn Jahre gingen also ins Land, bis man nun endlich, kurz vor Weihnachten angefangen hat, die Erde rund um den Baum aufzugraben. - Man hatte schon mehrere Spezialisten da und die meinten überwiegend, der Baum leide darunter, dass man ihm 4 Meter seines Stammes eingegraben hätte und auch wegen der Versiegelung des Vorplatzes und der Straße rund um die Wallfahrtskirche.

Vorsichtig ist man zu Werke gegangen, mehr Muskelkraft weniger Maschinen, um eben bloß dem Baum nicht an die Wurzeln zu gehen, falls denn da überhaupt Wurzeln seien. - Sind sie, die Kiefer hat also bereits dort gewurzelt, wo man den Stamm eingegraben hat, es wird also nicht so ganz einfach sein, alles wieder auf "Werkeinstellung" zu schalten und der Baum erstrahlt danach wieder in altem und saftigen Grün. - Jetzt ist man sich wieder nicht mehr sicher, was zu machen ist, denn wenn man nun alles wieder aufgräbt, dann gehen die Wurzeln ein, die er bereits dort am Stamm gebildet hatte und das kann sicherlich nicht zur Genesung beitragen. -Jetzt sind wieder die Spezialisten dran, und nun bleibt zu hoffen, dass es nicht wieder zehn Jahre dauert, bis Greifbares für den Baum rüberkommt. - Wobei, mit über 800 Jahren kann man schon mal ein bisschen schwächeln, vielleicht ist er halt einfach nur müde, ich hätte Verständnis dafür.




Um 1890, Aufnahme zur Verfügung gestellt von der "FEDAC" (Archivo de Fotografía Histórica de Canarias)




Pino de la Virgen im Jahr 2008




Im Jahr 2014 und mankann hier gut erkennen, wie links oben ein Ast völlig kahl geworden ist, und dass er überhaupt deutlich weniger Nadeln hat, als noch vor ein paar Jahren




Letztes Bild stammt von Heidi Perr und zeigt die Grabungen an der Kiefer





Dienstag 10.01.2017 07:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 16 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag von Timm Reisinger und Reiner Olzem
Das weite Lavafeld des Vulkans Tacande
Teil 3 von 3






Bei El Paso und östlich davon verläuft der Lavazug unmittelbar südlich der Hauptstraße, er ist auch an der Straßenseite gegenüber dem Besucherzentrum (Centro de Visitantes del Parco Nacional und Auffahrt zur Cumbrecita) deutlich zu erkennen. Hier führt unmittelbar neben dem Hinweisschild eine mit Basaltsteinen gepflasterte Treppe auf den Wanderweg zum Picknickplatz El Pilar, der das riesige Lavafeld des Tacande quert.





Weiter westlich an der Hauptstraße LP-3 in der Nähe des Kreisverkehrs ist die Lava des Tacande in einem kleinen Basaltsteinbruch gut aufgeschlossen. Da die effusive Tätigkeit des Vulkans über einen relativ langen Zeitraum andauerte, konnten sich auch hier fast am Ende des langen Lavastroms noch mehrere Meter dicke Basaltlaven ablagern.

Im Steinbruch werden die in polygonaler, teilweise auch in typischer idealer 6-eckiger Säulenform anstehenden mächtigen Basalte, gebrochen und als Baumaterial weiterverwendet. Interessant sind auch die Basaltsäulen, die die Innenfläche des Kreisverkehrs wie riesige Hinkelsteine schmücken. Die Basalte bestehen aus einer dunklen hauptsächlich silikatischen Grundmasse (bis zu 52% Siliziumdioxid SiO2), in die neben schwarzen Pyroxen- und Amphibolkristallen oft viele kleine grüne und durch Verwitterung gelb und gelbbraun verfärbte Olivinkristalle eingesprenkelt sind. An ihrer Oberfläche tragen die Basaltsäulen meist gelbbraune und leicht rötlich braune Verwitterungsfarben, die durch Oxidation von im Basalt enthaltenem Eisen mit Luftsauerstoff zu Eisenoxiden entstehen.

















Gut 1.000 m nordwestlich des Vulkans Tacande liegt ein auffälliger bewaldeter Vulkankegel. Es ist der alte prähistorische und bereits stärker erodierte Volcan de Enrique, mit 1.255 m Höhe ü. NN ist er 107 m niedriger als der benachbarte Tacande. Die Exkursion zum Tacande ist gut mit einer weiteren kurzen Exkursion zum Enrique zu verbinden, ein kurzer Bericht über die anschließende Exkursion zum Enrique folgt später.


Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Auf La Palma gibt es dieses Buch bei Sorpresa in El Paso zu kaufen, bei Valle Verde in Santa Cruz und in Los Llanos, sowie bei Artesanía Drago in Garafia. Manchmal auch nur als Vorbestellung, oder man geht auf das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.






Montag 09.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 10 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 26,2 Grad - niedrigste Temperatur 17,1 Grad

Schmeißen und schmeißen lassen, Populisten beim Popeln erwischt.
Aber die Opposition findet unsere Inselregierung noch gut


Ich muss wohl keine weitere Warnung absondern, heute dreht es sich wieder um Lokalpolitik, und wen das nicht interessiert, der hat den Rest der nächsten sieben Minuten frei. - Allerdings wissen ja die meisten nicht, was sie mit dieser freien Zeit anfangen können, vielleicht wurde ja Facebook genau aus diesem Grund erfunden. - Aber bleiben wir bei freier Zeit, die hat man auch unserer linken Hoffnung Dailos Gonzales angeboten, dem einzigen ins Inselparlament berufenen Mitglied der linken Protestbewegung Podemos. - Allerdings kommt das Angebot, sich doch in den Freizeitpark zu begeben aus den eigenen Reihen, Podemos hat von den Piraten gelernt, innere Zerfleischung schützt robust vor zukünftiger Regierungsverantwortung. - Das passt für Madrid genau so wie für die Kanaren und La Palma, innerhalb des lilafarbenen Protestkonstruktes mit deutlich linker Anlehnung brodelt es gewaltig, und wo es brodelt, fallen Brösel, und auch mal Köpfe.

In Madrid noch nicht, da werden allerdings Positionen bezogen, der eine macht auf Varofakis, der andere auf Özdemir, und jeder hat natürlich das Volk auf seiner Seite, oder mindestens "die da unten" und alleine diese Formulierungen reichen bereits aus, den Populismusvorwurf aufrecht zu erhalten. - Man darf natürlich nicht so weit gehen, jeglicher Opposition blanken Populismus vorzuwerfen, nur weil die was erzählen dürfen, was niemals bewiesen werden muss, aber wer innerhalb der Europäischen Union tatsächlich eine linke Insel des sozialökonomischen Glücks installieren will, der soll zu mir auf den Elfenbeinturm zum Spielen kommen, oder sich die Populistenuniform aufrecht überstreifen. - Alles, was die feschen Jungs und Mädels von Podemos da erzählen, wäre wunderbar, manches sogar zu realisieren, allerdings ist es nicht mehr rein populistisch, auf jeden Fall naiv, und vielleicht schon eine Spur dumm zu glauben, die Märkte und die dahinterstehenden Lobbys würden solche linken Umtriebe innerhalb der Europäischen Union dulden. - Aber immer noch über tausendmal angenehmer, sympathischer und weniger peinlich für ein Land, die Populisten auf der linken Seite zu haben, als im braunen Sumpf der austauschbaren Wahrheiten.

Man müssten den Protest und die guten Ideen in die Volksparteien tragen, wie einen Virus, und es einfach mal versuchen, aber sämtliche Parteien, auch Podemos, unterliegen einem grausamen Missverständnis, dass Demokratie nur etwas für außerhalb sei, in der Partei es aber keine Querdenker oder Freigeister geben darf. - OK, die konservativen Parteien tun sich dabei nicht so schwer, Kadavergehorsam ist meist dort vertreten, aber wenn ich an die PSOE denke, und auch die vielen Streitigkeiten und Zerwürfnisse innerhalb dieser Partei, dann wünschte ich mir manchmal mehr von dem Gehorsam, der oft auch nur Disziplin genannt wird. - Nun hat Podemos auf den Kanarischen Inseln auch Köpfe rollen lassen, wegen Nichteinhaltung der Statuten der Organisation wird Dailos Gonzales aus der Partei geworfen und gleichzeitig aufgefordert, sein Amt als Rat für Podemos im Cabildo Insular de La Palma niederzulegen. - Es geht um den Rauswurf seiner "Rechten Hand", Rodrigo Laiz, der mit ihm als "Person de confianza" ins Inselparlament eingezogen ist und den Dailos Gonzales eben wegen mangelndem Vertrauens vor ein paar Monaten entlassen hatte. - Allerdings gab es bereits vor den Wahlen und der Feststellung, Dailos Gonzales als Spitzenkandidat für La Palma, zwei Gruppierungen innerhalb der Partei, welche gegenteilige Ansichten aber auch Machtansprüche zeigten.

Dailos will gegen den Rauswurf aus der Partei juristisch vorgehen, und darüber hinaus auch sein Amt behalten, welches er bei einer Bestätigung seines Parteiausschlusses nicht abgeben müsste, sondern weiter im Cabildo Insular als Parteiloser Rat wirken könnte. - Allerdings würde er dann keine Diäten als Sprecher der Partei beziehen, sondern würde lediglich Entschädigungen für Zeitaufwendungen in Kommissionen und Plenen erhalten. - Leider wird die nun folgende Auseinandersetzung deutlichen Schaden an der Idee, frischen Wind durch neue Parteien ins Land oder auf die Insel zu holen anrichten. - Ich kenne Dailos viel zu wenig um Sympathie für ihn zu hegen, er hat seine Arbeit als Opposition wohl getan, vielen vielleicht nicht auffällig genug, das mag auch zur Unzufriedenheit mit ihm seitens der Parteiführung beigetragen haben. - Alternative wäre die kämpferische Olivia Fernandez, die sich allerdings in der Öffentlichkeit überhaupt noch nicht dazu geäußert hat, ob sie denn für ein solches Amt zur Verfügung stehen würde. - Es wird spannend, wie viel Porzellan da noch zerschlagen wird, und auch hier ruinieren persönliche Befindlichkeiten politische Ideen, recht viel weiter als andere ist damit die Bewegung Podemos auch noch nicht gekommen. - Dabei sind die so wichtig, einen, mindestens mahnenden Gewissensfinger jederzeit vor zu satte Volksparteivertreter zu halten, aber Tagespolitik wird eben nicht im Elfenbeinturm gemacht und Gutmenschen gelten in der Branche als bevorzugte Opfer.

Alles prima hingegen findet Asier Antona, auf La Palma alles Paletti und die jetzige Inselregierung solle ruhig so weitermachen, Stabilität sei enorm wichtig. - Dreimal musste ich die Überschrift lesen, ich wollte das Wort "nicht" einfach übersehen, denn Asier Antona ist kanarischer Chef der Partido Popular und damit Opposition auf La Palma und er fordert "nicht" das Ende der Regierungskoalition aus PSC/PSOE und CC auf unserem Inselchen. - So ein perfider Kerl, oder so ein Pfiffiger könnte man auch meinen, denn Asier ist ein blitzgescheiter Taktiker und weiß ganz genau, dass mittel- und langfristig die Partido Popular nur Gewinner sein kann, wenn PSC/PSOE und Coalición Canaria weiter gemeinsame Sache machen. - Der denkt eben weiter als nur dieses Wochenende und überlässt den momentanen Protagonismus den politischen Gegnern, wohl wissend, dass seine Position und die seiner Partei dabei nur gewinnen können. - Alles ist durcheinander, politisch auf den Kanaren, die Regierung des Autonomen Region muss gerade nach dem Rauswurf der PSC/PSOE aus dem Pakt mit der CC neu geschmiedet werden und Asier Antona findet, auf La Palma ist alles wunderbar. - Jetzt würde ich als Inselpräsident La Palmas und Mitglied der PSC/PSOE Angst bekommen, wenn die Opposition anfängt, nicht mehr mein Amt zu fordern.




Der Treppenturm des Gebäudes, welches das Cabildo Insular und die staatlichen Behörden beherbergt. - Die globalen Donalds sind auch gleich da...





Montag 09.01.2017 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Timm Reisinger und Reiner Olzem
Das weite Lavafeld des Vulkans Tacande
Teil 2 von 3


An einer Wegekreuzung in einer Senke folgt man dem Pfad nach rechts, steil hinunter in Richtung EL Paso. Nach wenigen zehner Metern verlässt man den Pfad wiederum nach rechts in eine kleine Erosionsrinne, die man überschreitet und danach einer steil ansteigenden, zunächst nur schwer erkennbaren Spur ein weiteres Mal nach rechts auf den 1.362 m hohen Tacande folgt. Nach einem knappen Kilometer steilen Aufstiegs durch lose und rutschige Aschen und Lapilli erreicht man den unteren Rand des Kraters mit der Ausflussrinne des Lavastroms. Hier bietet sich ein eindrucksvoller Blick über den lang gestreckten Lavazug, der sich südlich an El Paso vorbei bis nach Dos Pinos zwischen Los Llanos und El Paso erstreckt.





Die gesamte Länge des Lavazugs beträgt etwa 8 km, seine maximale Breite etwa 1 km. Da der Lavazug - mit Ausnahme von weißlichgrauem Flechtenbewuchs auf der Oberfläche der Lava und wenigen kleinwüchsigen Kiefern - noch immer weitgehend vegetationslos ist, ist er im Gelände stets gut auszumachen.





Die Radiokohlenstoffuntersuchung datiert das Alter der Laven des Tacande auf den Zeitraum zwischen den Jahren 1470 und 1492. Da es keine mündlichen oder gar schriftlichen Überlieferungen zu geben scheint, wird der Ausbruch des Tacande sehr wahrscheinlich zeitlich kurz vor der Ankunft der spanischen Eroberer von La Palma unter Alonso Fernandéz de Lugo im Jahre 1492 stattgefunden haben. Die kanarischen Ureinwohner, die Guanchen, haben diese gewaltige Eruption, die weiträumige Landflächen in Malpais, in unfruchtbares Land verwandelte, mit Sicherheit mit großem Schrecken erlebt. Doch die Guanchen hatten keine Schrift, um dieses Ereignis festzuhalten. Die Spanier hätten sicherlich über dieses spektakuläre Ereignis ausführlich berichtet, wenn es denn während oder nach der Eroberung La Palmas stattgefunden hätte. Die großen Mengen der ausgeflossenen Laven weisen auf eine langanhaltende effusive Tätigkeit des Vulkans hin.








Die Eruption fand zunächst als Zentralausbruch mit der Förderung großer Mengen gering viskoser Laven statt. Nach der Bildung eines runden Vulkankegels mit Krater kollabierte schließlich die Nordflanke des Kraterrandes unter dem Druck der nachfließenden Schmelze und es bildete sich die heute sichtbare Ausflussrinne. Die gering viskose und deshalb relativ dünnflüssige und damit hoch mobile Lava strömte lateral aus und bedeckte trotz der geringen Hangneigung des Lavafeldes eine große Fläche von mehreren Quadratkilometern.



Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Auf La Palma gibt es dieses Buch bei Sorpresa in El Paso zu kaufen, bei Valle Verde in Santa Cruz und in Los Llanos, sowie bei Artesanía Drago in Garafia. Manchmal auch nur als Vorbestellung, oder man geht auf das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.






Sonntag 08.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 9 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 28,0 Grad - niedrigste Temperatur 16,6 Grad

Durch die Presse gedreht
Caldera, Weinbau und Weihnachtsgeschäft


Nationalparks heißen eigentlich so, weil es die höchsten Anspruche an Landschaftsschutz geben soll und deswegen lässt man eigentlich keine Lokalfürsten über solche Räume bestimmen, sondern die nationalen Korporationen. - Ich weiß gar nicht mehr wer denn eigentlich dagegen geklagt hat, dass diese Landschaftsschutzgebiete aus Madrid gesteuert werden, aber in der Tat, die Nationalparks müssen den Autonomen Regionen überstellt werden, das wissen wir schon lange und hier auf den Kanaren geht die Leitung der Nationalparks sogar in die einzelnen Inselparlamente über. - Das kann Gutes bedeuten, aber eben auch Gefahren für diese Parks, und was an dem Wort Nationalparks dann noch national ist, das ist die Bezahlung. - Danke schön sagen dabei die Autonomen Regionen, oder eben im "Kanarenfall" die Inselregierungen und diesen Sommer wird es dann so weit sein, dann steht der Nationalpark Caldera de Taburiente unter der Leitung des Inselregierung. - Darüber haben wir uns schon ein paar Mal Gedanken gemacht, auch über die neuen Chancen, aber auch Gefahren, und in die gleiche Kerbe etwa schlägt das Interview mit Rafael García Becerra, hoch anerkannter Biologe und Palmero, welches Diario de Avisos mit ihm über das Thema geführt hat.

Auch er freut sich grundsätzlich über die neuen Möglichkeiten die es geben wird, den Schutzraum Caldera de Taburiente nahe zu verwalten, allerdings sieht er eben noch dringender die Gefahr, dass man zu viel des Schutzgedankens gegenüber den wirtschaftlichen Verlockungen aufgeben könnte. - Dabei wird das Gremium "Patronato" den größten Einfluss über die Entscheidungen haben und hier sieht Rafael García Becerra wohl eine Gefahr, da die Zusammensetzung dieses Rates nach seiner Meinung "zu wenig Grün" sei. - Wer in dieses Patronat kommt, das bestimmen die im Cabildo Insular vertretenen Parteien, also ist da durchaus die Möglichkeit gegeben, dass man bestimmte Schwerpunkte setzt, in dem man eben wirtschaftsfreundliche Leute da hineinbringt, und weniger solche, welchen den Schutzcharakter des Nationalparks an vorderster Stelle sehen. - Darum dreht sich aber die ganze Geschichte und auch Rafael García Becerra sieht ein, dass die Caldera de Taburiente auch wirtschaftlich als touristische Attraktion eine Aufgabe für die Insel erfüllt, man muss eben dabei aber den Schutzcharakter immer bewahren. - Strikt gegen solche Pläne wie Straßen oder Hotels wendet er sich, aber man könnte Eintritt nehmen, und das Geld richtig angebracht und auch dem Besucher erklärt, warum und wofür man denn kassiert, das dürfte doch eigentlich kein Problem sein. - Im Sommer wird es wohl so weit sein, dann geht die Verwaltung des Nationalparks in die Hände des Cabildo Insular, und nicht nur Rafael García Becerra wird die Augen ganz weit offen halten, was denn dann mit dem Park passiert.

Über die Qualität der Weißweine aus La Palma haben wir länger nicht mehr gesprochen. - Braucht man auch kaum noch, denn inzwischen gelten die Weißen von der Insel unter Önologen längst nicht mehr als Geheimtipp, es hat sich eben herumgesprochen, dass La Palma Weine große Klasse haben. - Dabei haben sich besonders die Weine aus dem Norden der Insel hervorgetan, und da vor allem ist die SAT Bodegas Noroeste de La Palma zu nennen, welche Weine unter dem Namen Vega Norte ausbaut und vertreibt, und unter diesem Namen inzwischen sogar international für Furore gesorgt hat. - Der "Consejo Regulador de Vinos de La Palma", das sind die, welche über die Qualität des "DO-La Palma" wachen meldet nun, dass inzwischen 77% der Weinernte des Jahres 2016, welche unter dem "DO" registriert wurden, aus dem Nordwesten der Insel stammen und damit deutliche Bewegung in die traditionelle Herkunftsstruktur der Weine der Insel gebracht hat. - Das hat mehrere Gründe und auch bereits dazu geführt, dass sich in bestimmten Regionen des Nordwestens sogar das Landschaftsbild verändert hat.

Was in dem Artikel des Diario de Avisos nicht vorkommt ist, dass es viele Jahre dicke Subventionen gab um ehemalige Weinfelder dort im Norden erneut zu erschließen und dass dabei auch zum Teil gewaltige Baumaßnahmen stattgefunden haben. - Stringente Naturschützer kritisieren das, allerdings gibt der wirtschaftliche Erfolg dieser Maßnahmen den Vätern dieser Subventionen zumindest finanziell Recht. - Es sind aber eher die moderneren Keltermethoden und die bessere Vermarktung, welche hauptsächlich für den Erfolg der Weine aus dem Norden der Insel verantwortlich sind, aber auch dürfen wir nicht vergessen, dass dort im Norden in den letzten 10 Jahren kein Waldbrand mehr die Reben in Gefahr gebracht haben. - Verlierer in diesem Wandel sind vor allem die Region Mazo, sowie auch der Süden mit Fuencaliente, welche inzwischen aber mit neuen Ideen auf diese Verlagerung in den Norden der Insel reagiert haben. - Das kann letztendlich nur gut sein für die Weine der Insel, man macht sich inzwischen selbst deutliche Konkurrenz und heraus kommt dabei kein undefinierbarer Massentrunk, sondern vielfältige und ausgesuchte Weine, die pfiffige WinzerInnen klug und auch erfolgsorientiert dem interessierten Weintrinker anbieten.

Und erfreulichen Erfolg melden die Vertreter der Einzelhändlerverbände aus den beiden "Metropolen" Los Llanos und Santa Cruz. - Eigentlich ist es viel zu früh, wirkliche Balance des Weihnachtsgeschäfts zu ziehen, denn bei uns geht das ja bis zum 5. Januar abends, aber aus beiden Städten meldet eltime.es deutlich weißen Rauch und das stimmt auch mit der oberflächlichen Beobachtung überein, die man selbst als Konsument und Besucher der beiden Orte hatte. - Zahlen, wenn wir dieses denn wirklich greifbar bekommen, die gibt es noch nicht, aber lächelnde Sätze, die mit sehr gut und erfolgreich beginnen. - Das hatte man auch erwartet, Konsum gilt ja auch als Spiegel der guten Laune in Sachen wirtschaftlicher Entwicklung und hier hat man doch kollektiv beschlossen, die Krise, die will keiner mehr haben. - In Los Llanos hatte man sich auch seitens der Gemeinde alle Mühe gegeben mit, teils neuer und auffälliger Weihnachtsdekoration die Leute in die Stadt zu locken. - Scheint geglückt und auch das Einkaufszentrum "Trocadero Plaza", das erste funktionierende auf der Insel, hat wohl ein gutes Weihnachtsgeschäft hinter sich, auf jeden Fall war es sehr gut besucht und es wäre wirklich äußerst interessant, mal Vergleichszahlen zu den Jahren vor 2007 zu bekommen, also noch vor der Krise.




Blick in den Nationalpark Caldera de Taburiente





Sonntag 08.01.2017 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Timm Reisinger und Rainer Olzem
Das weite Lavafeld des Vulkans Tacande
Teil 1 von 3





Der Vulkan Tacande (oder Montaña Quemada) mit seiner charakteristischen Lava-Ausflussrinne




Ganz im Norden der Cumbre Vieja liegt ein markanter Vulkan mit steilen Flanken und einem weiten Lavafeld, Volcan Tacande oder auch Montaña Quemada genannt.

Biegt man von der Hauptstraße LP-3 El Paso - Santa Cruz, kurz vor dem neuen Tunnel unter der Cumbre Nueva rechts auf die schmale und kurvenreiche LP-301 zum Rast- und Grillplatz El Pilar ab, sieht man nach einigen Kilometern rechts der Straße bereits in der Ferne den Vulkan Tacande mit seiner auffälligen nach Norden geöffneten Ausflussrinne seines Lavastroms.




Der Vulkan Tacande mit seiner nach Norden geöffneten Ausflussrinne und seinem weiten Lavafeld. Links am Rand der Vulkan Enrique (Google Earth)




Einige Kilometer und viele Kurven weiter verläuft die extrem steile Südostflanke des Tacande unmittelbar rechts neben der Straße. Die auffallend steile Böschung wird bestimmt durch den sogenannten Winkel der inneren Reibung. Der Neigungswinkel, unter dem eine kohäsionslose Masse, wie diese Ansammlung aus vulkanischen Aschen, Schlacken und Lapilli, in Bewegung gerät, heißt Reibungswinkel oder auch natürlicher Böschungswinkel. Er ist umso größer, d. h. die Böschung ist umso steiler, je eckiger die einzelnen Körner sind, je dichter das Material gelagert ist und je unterschiedlicher die vorhandenen Korngrößen sind.





Dann öffnet sich die bis dahin dicht mit Kanarenkiefern bewaldete Landschaft zur weiten Aschenebene Llano del Jable. Hier kann man den Wagen bei Straßen-km 4 rechts am Fuß des Tacande abstellen. Dort beginnt eine Aschenpiste, die PR-LP 14, die zunächst nach Nordwesten führt und kurz darauf leicht nach rechts, nach Nordosten, abbiegt.

Interessant sind hier die oft einige hundert Meter langen und bis 1 m tiefen Erosionsrinnen links des Weges, die sich nach starken Regenfällen in der schwarzen Asche ausbilden. Die dunkle Asche stammt übrigens nicht vom rechts des Weges liegenden Tacande, sondern von einer älteren prähistorischen Eruption des Vulkans Birigoyo, der sich zur Linken auf der Cumbre Vieja weithin sichtbar als kahler Gipfel erhebt.

Bei Sonnenschein glitzert und glänzt es in den Aschen überall. Es sind die für Basaltlava typischen kleinen Amphibol- und Pyroxenkristalle, deren spiegelnde Oberflächen das Sonnenlicht reflektieren.





Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Auf La Palma gibt es dieses Buch bei Sorpresa in El Paso zu kaufen, bei Valle Verde in Santa Cruz und in Los Llanos, sowie bei Artesanía Drago in Garafia. Manchmal auch nur als Vorbestellung, oder man geht auf das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.






Samstag 07.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 24,1 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Nicht jede Erkältung ist eine Grippe
Auf der Suche nach dem Alltag


Der Alltag könnte Montag oder Dienstag kommen, mit einer Rückkehr des Azorenhochs und damit endlich wieder "unserem" Wetter. - Noch stecken wir in einer südlichen Strömung, was grundsätzlich nicht schlecht ist, da die Temperaturen meist angenehm sind, aber bei Süd kann immer alles passieren und eine Vorhersage ist dann unmöglich. - Westlich von uns lauert immer noch ein Tief, keine gewaltige Angelegenheit, aber eben eigentlich in Zielrichtung Kanaren, aber bei Süd findet eben dieses "von West nach Ost-Regel" auch keine Anwendung. - Darüber zupft sich nun das nordatlantische Hoch gerade zurecht, und will mal ein echtes Azorenhoch werden, und ab Dienstag spätestens weht dann der Wind auch wieder aus der Richtung aus der wir es kennen, aus Nordost. - Dann landen die Flieger endlich auch wieder aus dem Süden, so wie sich das gehört, und was soll der Mist, scharfer Wind in Puerto Naos und Tazacorte, und hier in El Paso weht kein Lüftlein? - Ich freue mich auf den unspektakulären Alltag und werde die Zeit zwischen den Jahresendfeierlichkeiten und dem Karneval ausführlich genießen.

Zum Genießen gehört natürlich generell auch, dass man sich wohlfühlt und das ist schnell eingeschränkt, wenn man eine Erkältung, oder gar eine Grippe hat. - Der Volksmund kennt aber hier das Wort "Resfriado" nicht wirklich, und auch vom Empfinden her ist alles was einen zum Niesen oder Jammern bringt immer gleich eine "Gripe". - Übrigens nicht nur bei Männern, da sind wir hier ein Stückchen gleichberechtigter als anderswo, aber wer bitte will denn ernsthaft in Frage stellen, dass bei Männern der Verlauf einer vernünftigen Grippe immer drastischer wirkt, als bei Frauen. - Allerdings fand man seitens des Klinikpersonals die Lage nicht mehr so lustig, nachdem sich immer mehr Menschen auf der Insel mit Grippe, aber eben auch nur Erkältung in der Notaufnahme des Inselkrankenhauses gemeldet haben. - In der Tat ist im Moment eine Grippewelle auf der Insel unterwegs, wie es aus Kreisen der Klinik heißt, sowohl des Typs A als auch des Typs B, aber die Verläufe der Krankheit seien in diesem Jahr nicht bedrohlich, wohl aber die Ansteckungsrate und die Angst davor, "Gripe A" zu bekommen.

Wir erinnern uns, das war mal als Schweinegrippe unterwegs, und anfänglich wohl auch mit schweren Folgen, nun aber ruft man seitens des Inselkrankenhauses zur Ruhe auf, mit Grippe gehöre man wohl ins Bett, aber nicht ins Krankenhaus. - Natürlich gebe es Risikopatienten, für die sei die Notaufnahme auch da, aber seit vielen Tagen sind eben die "Urgencias" im Inselkrankenhaus mit Leuten überfüllt, welche Grippe aber auch Erkältung haben und dafür sei die Notaufnahme eines Krankenhauses einfach nicht gedacht. - Es wäre auch Urlaubszeit, deswegen sei weniger Personal da und darüber hinaus hätten sich auch Ärzte und Schwester mit Grippe angesteckt, es könne also zu langen Wartezeiten kommen. - Allerdings frage ich mich, ob es denn sinnvoll ist, einen Pressetext zu verfassen, welcher die Leute beruhigen soll, der den Begriff "Pandemie" enthält, auch wenn man den durchaus unterschiedlich interpretieren kann. - Man rät seitens der Klinikleitung den Betroffenen in ihr lokales Gesundheitszentrum zu gehen, aber die haben an Feiertagen eben zu, und nur in Los Llanos ist 7 Tage die Woche Betrieb und auch dort traten zuletzt zu viele Patienten auf, auch wieder mit dem berühmten Mix aus Erkältungen, aber eben auch echter Grippe.

Aber das geht auch wieder vorbei und sicher ist es nervig, lange auf in der Notaufnahme des Krankenhauses zu warten, allerdings gäbe es dort keine so lange Wartezeiten, wenn wirklich nur echte Notfälle da auftauchen würden. - Die alte Leier, wer ist denn ein Notfall und kann denn jemand vom Patienten erwarten, dass er den Unterschied kennt zwischen Erkältung, grippalem Infekt, Grippe A und Grippe B, und ob das nun gefährlich ist? - Allerdings ist es auch völlig normal, solch eine Grippewelle bringt jeden Normalbetrieb eines Krankenhauses durcheinander, da man natürlich aus Kostengründen nicht andauernd das Personal bereit hält, welches man in Grippezeiten bräuchte. - Dabei wird allerdings selbst unter den Beschäftigten im Krankenhaus diskutiert, ob man denn zu wenig, oder gar zu viel Personal hätte. - Aber auch hier ist die Erklärung einfach, wenn keiner krank ist, dann ist immer zu viel Personal, und wenn dann die Grippe und deren Epigone zuschlägt, und noch dazu Feiertage sind, dann kann kein Krankenhaus der Welt genügend Schwestern, Brüder und Ärzte bereit halten.

Die gute Nachricht Jahres- oder auch Monatsanfang kommt, wieder einmal, von der Arbeitslosenfront. - Die schlechte Nachricht ist, dass es eben diese "Front" überhaupt noch gibt, denn seit dem Oktober 2013 nun sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Spanien und dennoch ist sie immer noch eine der höchsten der Euro-Zone. - Das hat einfach damit zu tun, dass wir fruchtbare Krisenjahre hinter und haben und zum Beispiel das Horrorjahr 2008, in dem alleine die Arbeitslosenzahl um 47% anstieg und dann im Jahr 2009 erneut um 25% und wir es in nur sechs Jahren von, etwas mehr als 2 Millionen Arbeitslosen, auf über 5 Millionen im Jahr 2012 brauchten. - 5 Millionen in einem Land, das 47 Millionen Einwohner hat, das ist nicht lange zu ertragen und heute sind "nur" noch 3.702.974. - Das Land der mühsam nagenden Eichhörnchen, im Takt zwischen 6 und 8% weniger jedes Jahr, das ist tapfer, gut und erfreulich, allerdings braucht man so eben viele Jahre der Anstrengung, um alleine die Zuwächse aus dem Jahr 2008 wieder zu egalisieren. - Gründe dafür gibt es viele, die allermeisten hausgemacht, wir springen eben gerne auf bereits fahrende Züge und sind dann nicht in der Lage, den Zugewinn einiger Jahre so zu verteilen, dass nachhaltiger Wohlstand draus wird. - Tourismus und der unheimliche Komplex aus Immobilien und Bauwirtschaft, angefeuert von maroden Banken, und Arbeitsmarktregulierungen, die noch aus den achtziger Jahren stammen und über die heute jeder Wirtschaftsstudent lacht, es sei denn, er ist aus Spanien, und wartet auf seine erste Anstellung.

Mutige und moderne Antworten wären gefragt, mit sozialem Gewissen auf globalisierte Anforderungen, welche zwischen Wettbewerb und hausgemachter Korruption leider kaum Raum zum atmen lassen, und noch dazu fettgespickt, heute meist von billigen Populisten befeuert werden. - Aus Unterlassung gut, so könnte man in Moment die spanische Antwort auf die globalen Anforderungen titulieren, und das war schon immer die Richtung Rajoys, bloß nichts verkehrt machen, also lieber gar nichts angehen. - Im Moment gibt den Prokrastinaten in Madrid die geopolitische Lage Recht, jetzt müssen wir nur noch auf den Ölpreis ein bisschen achten und so lange Deppen die Hälfte der touristischen Konkurrenz aus dem Weg bomben, so lange kann man in Madrid weiterschmurucheln und brave Zahlen nach Brüssel melden. - Ganz geschickt verkauft man das auch noch als selbstgemachten Aufschwung, so wie uns VW heute den Drang zum Elektroauto auch als Eigengewächs anbietet, aber oft sind Geschick und Glück auch einfach Brüder im geschmierten Geiste. - Hier merkt man wohl, selbst im Alltag, eine gewisse Aufbruchsstimmung, es gibt tatsächlich ein Gegenstück zur "Spirale nach unten", allerdings dreht sich dieses Konstrukt nicht ganz so schnell, wie das negative Mobile. - Ist vielleicht auch gut, auch wenn es nicht konform scheint, einen Till Eulenspiegel als Wirtschaftsweisen einsetzen zu wollen, ich bleibe dabei, das erste Anzeichen für eine kräftige wirtschaftliche Depression ist zu schnelles Wachstum. - Davon sind wir in generellen Zahlen weit entfernt, auf unserem Inselchen in Sachen Tourismus allerdings nicht.










Die Zahlen und die bunte Bestätigung, dass es "abwärts" geht mit den Zahlen, also "aufwärts" mit dem Land. - Nachzulesen bei der "SEPE".




Hier die Zahlen der einzelnen Inseln, Veränderung der Zahl der Arbeitslosen in Prozent nach Inseln und Sektoren, nachzuselben bei der "Obecan".





Samstag 07.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1015 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Con el tiempo y una caña, el que no cae hoy, cae mañana

Mit Zeit und einer Angel, wen es heute nicht erwischt, den erwischt es morgen. - Geduld als Lösung aller Probleme, ein sicherlich gekonnter Ansatz. - Allerdings wird der Satz auch gerne von Aussitzern missbraucht.





Bild von Wolfgang Hempel





Freitag 06.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag mm - Luftfeuchte 11 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Fluchtpunkt Tanke
Batterien kaufen gehen


Familie satt. - Das ist heute angesagt, die Geschenke sind verteilt, die Kamele wieder irgendwo hin verschwunden und in den allermeisten Haushalten mit Kindern oder Beschenkten surrt es, schnarrt es und piept, die Wiederentdeckung des Holzspielzeuges ist irgendwo weit vor La Palma im Sturm gesunken. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da musste man an einer Strippe ziehen, und dann rief die Puppe Mamma. - Mamma rufen die Puppen immer noch, niemals Papa, aber die Strippe ist weg, das Ding läuft mit Batterien und kann auch noch tanzen, singen, ganze Sätze sprechen, bei Zalando bestellen und in der "Extended Version" auch noch menstruieren. - Keine Wünsche bleiben offen, heute können die Schaltkreise solcher blinkender Kinderspielzeuge mehr, als die Nasa bei der Mondlandung als Rechenleistung zur Verfügung hatte und die Ähnlichkeit besteht darin, dass sich viele das Zeug spätestens gegen Mittag auf den Mond wünschen.

Aber der Gott der Chinesen ist gerecht, meistens geht das Zeugs kaputt, noch bevor der "Roscón de Reyes" ganz gegessen ist, oder eben die Batterien sind alle, und die Menstruation der Tinky-Minky-Mandy-Puppe bleibt farblos. - Darauf haben viele gewartet, meist natürlich die Männer, auch weil sie den Quadrocopter, der den Filius eigentlich zwei Tage von der "Play" fernhalten sollte, gleich beim zweiten Versuch in Nachbars Auto gecrasht haben. - Endlich gibt es einen Grund, das Haus zu verlassen, nicht für immer, natürlich nicht, aber mal eine Stündchen Luft holen und das auch noch ohne den Status bester Geschenkepapa der Welt zu verlieren. - Man kann sich dabei sogar noch als Märtyrer verkaufen, als wäre es kolossaler Verzicht, eine Stunde die satte Familie nicht satt zu haben, aber Vorsicht vor Übertreibungen, sonst könnte man als temporär Familienfahnenflüchtiger entlarvt werden. - Ab zur Tanke, Batterien kaufen, damit es weiter surren und piepen kann, aber diese eine Stunde und zwei Bier mit anderen Königspartisanen hinter der Tanke, die auch rein zufällig das Handy zu Hause haben liegenlassen, das sind Erfahrungen, die will man nie wieder missen.

Das kann auch der Grund sein, warum die Industrie so zögerlich mit der flächendeckenden Verbreitung der Elektroautos umgeht, man hat sich noch keine fruchtbaren Gedanken gemacht, die soziale Bedeutung der Tankstellen auch nach der Abhängigkeit vom Fossilen irgendwie zu ersetzen. - Darüber sollte sich der Dobi mal Gedanken machen, nicht um die Maut, oder plant der etwa auch den Verkauf von Batterien und Sixpacks an den Mauthäuschen und man könnte so die Tanke als konspirativen Treffpunkt ersetzen? - Vielleicht tun wir dem Mann ja Unrecht, und der hat den generellen Überblick und wir mal wieder nur den Ausschnitt, die Maut ist nur das Deckmäntelchen um neue soziale Treffpunkte zu schaffen. - Meistens werden es vier, oder gar sechs Bierchen, da man immer die falschen Batterien kauft, zwar hat der Liebe Gott der kompakten Energie Bezeichnungen wie AA geschaffen, aber interfamiliär fehlt dann halt doch das Konversationslexikon mit der genauen Aufschlüsselung, ob klein und ganz klein oder normal nun AA oder AAA bedeutet. - Unter uns, auch das haben Männer erfunden, wegen der erneuten Chance an die Tanke zu fahren. - Männer haben auch die Bezeichnungen der Körbchengröße für Büstenhalter erfunden und die Zählweise bei Tutti-Frutti, und natürlich ergibt das alles keinen Sinn und warum komme ich eigentlich gerade heute auf solch einen Blödsinn?

Aber das ist alles in Ordnung, ich bin je bereits in der Rückschau, inzwischen fahren meine Töchter auf die Tanke, aber ich habe noch nicht so ganz herausgefunden, was die dort eigentlich machen, denn Batterien für meine Geschenke, also die Strickjacke und das Telefon mit den besonders großen Tasten, die gibt es dort eigentlich nicht. - Mehr als sechs Bier gehen eh nicht, (von den kleinen Flaschen, AA oder AAA…) man muss ja noch den Rest der Familie besuchen, welcher auch schon mal auf der anderen Inselseite wohnen kann und das ist dann der einzige Moment im Jahr, an dem man die Leute auf der noch kleinere Insel El Hierro beneidet. - Dann ist da auch noch ein großes Rätsel, obwohl doch die Geschenke alle von den drei taliban-ähnlichen Typen auf den großen Tieren stammen, darf man manche Geschenke erst auspacken, wenn Onkel Jorge mit seinem Pickup und der leichten Bierfahne vorbeigekommen ist. - Wie gut, dass wir erst wieder am Montag funktionieren müssen, und uns ziemlich sicher sein können, dass bis dahin auch das letzte piepende Spielzeug kaputt ist. - Erst Weihnachten, dann Sylvester und dann auch noch Reyes, religiöse Dreifaltigkeit als Dreifachbelastung und warum hat bislang eigentlich niemand erkannt, dass Tankstellen mit Feiertagsöffnung schon viele Familientragödien verhindern haben?






Freitag 06.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Hartmut Wagner
WandelGarten Freiburg-Vauban - Gemeinschaftsgarten Urban Gardening

Erlebnisführung durch die Finca Autarca mit Schlemmer-Buffet
Januar bis April 2017. Jeden Montag 11-16 Uhr

In diesem Jahr feiern Erich und Barbara Graf das 10-jährige Jubiläum des von ihnen begründeten Permakultur-Projekts "Finca Autarca" in Tinizara. Kaum zu glauben, wie das Schweizer Ehepaar es in so kurzer Zeit geschafft hat, auf einem zuvor öden Areal einen fruchtbaren Wald-Wildnis-Garten zu schaffen. Und ihn kreativ und natürlich weiter zu entwickeln.

Klar, dass wir 2017 wiederum an einer Führung teilnehmen werden. Für uns urban gardeners, von denen einige ihren Winterurlaub gern auf La Palma verbringen, ist diese ungewöhnliche Finca ein inspirierender Lernort geworden. Besonders neugierig sind wir in diesem Jahr auf Wiederaufforstungsprojekt im Barranco und den neuen Retentionsteich. Sie wollen der Erosion Einhalt gebieten und zeigen, wie das gehen kann! Und haben ein weiteres Wasserrückhaltebecken gebaut, in dem mit der "Swale-Technik" Wasser zurückgehalten und für Bäume und Pflanzen im "wood-wide-web" vor Ort Nutzen bringen kann. In den letzten Wochen hat es auf der Westseite wieder richtig geregnet. Wir haben gesehen, wie viel guter Boden durch den Barrranco de las Angustias ins Meer geschwemmt wurde und welche Schäden die Erosion an vielen Orten verursacht.

Es ist für uns immer wieder spannend, den beiden zuzuhören. Sie können nicht nur mitreißend erzählen, sondern demonstrieren auch konkret, wie sie die bahnbrechenden Konzepte der Permakultur in vielen Lebensbereichen umgesetzt haben - und weiter umsetzen. Ziemlich anspruchsvoll ist es, auf einer Finca "Energieautarkie" umzusetzen, wie machen sie das? Sie erhalten Strom mit Sonnenenergie, die auf dem Dach mit Solarzellen geerntet und in Photovoltaik-Batteriespeichern gesammelt wird. Damit können sie sogar ihr neues E-Auto "betanken". Sie kochen mit verschiedenen Solarkochern. Erich hat eine ausgetüftelte einfache Biogas-Anlage gebaut, mit der die Küche versorgt werden kann, wenn die Sonne mal nicht scheint. Barbara hat, sie ist ja auch Architektin, die Finca bioklimatisch intelligent umgebaut.
Nährstoffautarkie? Nicht weniger anspruchsvoll - das schaffen wir urbanen Gärtner noch lange nicht! Über Jahre hinweg haben die beiden systematisch fruchtbaren Humus aufgebaut: mit Terrapreta aus der Komposttoilette, mit Wurmkompost aus ihren Wurmfarmen, mit Mulch. Auf Lasagne-, Krater- und Hügelbeeten wächst eine Vielfalt an Gemüsen und Kräutern. Die vor zehn Jahre kahlen Orangen- und Avocadobäume tragen reiche Frucht. Und natürlich gehören in einen Permakultur-Waldgarten auch Tiere, die diese fruchtbare Oase am Camino de la Ermita mit beleben: Pfauen, Enten, Hühner, Ziegen, resistente Bienenvölker. An ihren reichen Erfahrungen lassen die Grafs ihre Besucher in lebendiger Weise teilnehmen, was auch für ältere Kinder interessant ist.

Subsistenz scheint ohne Subventionen möglich, auch ein interessantes Lernmodell! Autarca-Matricultura ist nach Aussage der Grafs finanziell unabhängig und schuldenfrei und finanziert sich seit 4 Jahren aus sich selbst, mit diversen eigenen Produkten wie Obst, Baumsetzlingen, Flüssigdünger und solaren Kochkisten. Barbara und Erich bringen sich aktiv in das lokale Leben ein, geben ihre Erfahrungen und ihr Wissen in Führungen und Seminaren weiter, um kultivierte stabile Ökosysteme zu schaffen. Weiterhin helfen sie damit, die lokale Wirtschaft zu fördern.

Die Führungen finden im Januar bis April 2017 jeden Montag von 11 Uhr bis ca. 16 Uhr statt.
Bitte vorher anmelden bei autarc@matricultura.org oder Tel: 922 49 02 15. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht mit ihrer Rückrufnummer.

Projektbeitrag: 35 € pro Person, Kinder 10 €. Wie immer ist auch das legendäre Vegi-Vegan-Solare-Schlemmer-Buffet inbegriffen!

Mitnehmen: Notizbuch, Fotoapparat, Sonnen- ev. Regenschutz, gutes Schuhwerk.

Für weitere Infos: www.matricultura.org




Mulden und Wälle gegen Bodenerosion






Donnerstag 05.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 16 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 19,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Frag´ die Reyes, ob die WhatsApp haben
Früher war mehr Kuchen


Heute ist der wichtigste Tag im Leben aller Kinder, welche noch dieses ganz bestimmte Leuchten in den Augen haben. - An den Weihnachtsmann glaubt hier niemand, an das Christkind auch nicht, aber an die drei Herren aus dem Morgenland, die irgendwie über die Balkanroute geschlüpft sind, wenn sie denn keiner aufgehalten hat. - Tausendmal erklärt, hier bekommen die Kinder und Kind Gebliebene die Geschenke nicht an Weihnachten, sondern am 6. Januar, also am Tag der Heiligen Drei Könige. - Aber heute kommen die Könige bereits und heute wird der Wunschzettel, "la carta" den drei Immigranten übergeben und die haben dann allen Stress der Welt, den ganzen Kram über Nacht noch bei Amareyzon zu bestellen. - Lassen wir diese Kinkerlitzchen, wie nun die Könige die Geschenke herankarren, denn auch die Kinder machen sich meist nur ein paar Tage lang Gedanken darüber, meist eben ganz kurz bevor dieses bestimmte Leuchten für immer erlischt. - Gut, es gibt viele Arten des Leuchtens, auch anderer Körperteile, auch in anderen Lebensabschnitten, aber heute meine ich eben nur dieses Leuchten der magischen Vorfreude, für welches viele Eltern töten würden.

Den Einzug der Könige, also die "Cabalgata de los Reyes Magos del Oriente" organisieren in den allermeisten Fällen die Gemeinden. - Das ist so, weil es immer schon so war, und auch, weil man hier der Meinung ist, Wohlempfinden in Gemeinschaft potenziert sich, ähnlich wie das auch mit schlechter Laune auf dem Fußballplatz oder im Wartezimmer der Steuerbehörde so passieren kann. - Aber heute ist alles locker, auch wenn noch ein ganz normaler Arbeitstag, aber eben schon mit dieser Aura bestückt, welche nur an diesem Tag wahrgenommen werden kann. - Kinder sind heute besonders aufmerksam, um nicht zu sagen aufgekratzt, und Erwachsene machen sich die Späßchen, welche man eben mit diesen unschuldigen Selchen so macht, wohl um auch irgendwie in diese verzauberte Welt noch einmal kurz einzutauchen. - Es gibt auch böse Zungen welche behaupten, Eltern, also diese furchtbare Ausgeburt an Egoisten, die setzen nur Kinder in die Welt, um erneut Teil dieses Mummenschanz mit fremdländischer Couleur zu werden. - Ich gebe zu, ich habe als Kind nicht annähernd so tief Weihnachten empfunden wie als Vater zweier Töchter, mag aber auch daran liegen, dass ich als Jüngster einer Meute von den wissenden Geschwistern das Leuchten bereits viel zu früh aus den Augen geprügelt bekam.

Gegen Nachmittag schicken die Gemeindeverwaltungen dann ausgesuchte Personen in den Ring der Lügen, welche aber eben von unserer Leitkultur gedeckt sind. - Mal auf Pferden, mal auf Kamelen, mal auf lustigen Gestellen, wild bis skurril zusammengezimmert, und in den Jubeljahren, als das Goldene Kalb noch Schnitzel abwarf, da kamen die Könige auch schon mal mit dem Hubschrauber, der Luxusjacht oder mit dem Fallschirm. - 14 Gemeinden, mal drei Könige macht 42, ich glaube so viele königszahme Kamele haben wir gar nicht auf der Insel, wobei ich sicher bin, nach diesem aufstrebenden Jahr im Tourismus wird man an der Kamelfront auch noch nachbessern. - Aber die Kamele sind teuer, dann eher Pferde, von denen haben wir genug und dann ziehen die Heiligen Drei Könige durch den Ort bis zum zentralen Platz, und rufen dann die Kinderlein zu sich. - Hier zeigt sich aber auch nun eine deutliche Erleichterung gegenüber der Weihnachtsmann- oder Santa Claus-Lüge, drei Könige können natürlich sehr viel mehr Kindern die Wunschzettel abnehmen, als ein rot gekleideter Wichtelmann zur falschen Jahreszeit, hier schlägt iberisches Brauchtum Mitteleuropa ganz klar in der Effizienz der Entgegenahme von Wunschzetteln.

Früher allerdings war mehr Kuchen. - Die Gemeindeverwaltung, an solchen Abenden natürlich meist das politische Personal, verteilt nun an die Wartenden Kinder und Eltern heiße Trinkschokolade, die so dick ist, dass der Löffel darin nicht nur steht, sondern dass man den nach einer viertel Stunde nicht mal mehr herausbekommen würde. - Wir haben das oft versucht nachzukochen, aber es will nicht wirklich gelingen, vielleicht fehlt halt einfach der Schuss Magie oder Stärkepulver, so ganz genau wissen wir das noch nicht. - Und ganz feuchter und gelber Biskuitkuchen, 1,5 Kilo Ei pro Kilo Kuchen könnte man meinen, dann noch anderthalb Pfund Butter pro Stück und nur dicke Mütter, noch besser Großmütter können solchen Kuchen backen. - Aber das ist weniger geworden, vielleicht liegt es an der Geschichte mit dem Gluten, oder dem Cholesterin, oder einfach auch daran, dass irgendwann die Großmütter beschlossen haben, nicht mehr gegen die Rezepte aus dem Internet anzukochen, genau so wie die alten Männer nicht mehr über das Wetter reden, seit dem jeder Nerd per Mausklick einem die Wetterwelt global erklärt.

Wichtig ist auch die Rotation des königlichen Migrantenpersonals, möglichst jedes Jahr neue Gesichter unter den Turbanen, denn es besteht ja die Gefahr, dass dann ein solcher König ohne seine Verkleidung später im Supermarkt erkannt wird, oder noch banaler, beim Zechen in der Kneipe. - Wenn die Wahrheit zur Gefahr wird, auch das bedroht Leitkulturen, und bitte möge die Gemeinde auch darauf achten, dass der ganze Zauber früh genug zu Ende ist, weil die meisten leuchtenden Kinder doch noch so klein sind, dass man die doch früh genug ins Bett bringen muss. - Nicht ohne zu Hause dann noch einen Eimer Wasser aufzustellen, am besten vor der Tür, und auch Heu, beides als Zehrung für die Kamele, denn die kommen doch nachts mit den Königen und Geschenken dann zu den Häusern angeritten und legen die königlichen Deputate ab. - Manche mit Wehmut (vielleicht auch Wermut) erinnern sich da an einen königlichen Umzug auf der Ostseite, der erst in die Sparfalle, dann in die Schnapsfall fiel, und erst so spät zu Ende war, dass die meisten Protagonisten, welche eigentlich die Kinder sein sollten, längst den Schlaf der Angerichteten schliefen.

Drei Gemeinden, ich nennen mal keine Namen mehr, die haben zusammengelegt, wollten sich so die Kosten für sechs von sonst neun notwendigen königlichen Entouragen sparen, und ließen also die gleichen Könige auf den gleichen Kamelen durch gleich drei Gemeinden tingeln. - Da es in unserer Leitkultur üblich ist, auch Könige aus dem Morgenland mit Gegorenem oder Gebranntem zu bestechen, summierte sich nicht nur die Wegstrecke und die benötigte Zeit deutlich, sondern auch die Kamel-Reiter-Koordination ließ robust nach. - Also kolchosenartige Einsparungsversuche im königlich-migratorischen Bereich sind meist zum Scheitern verurteilt, jede Gemeinde bekommt ihre eigenen Könige, man gönnt sich doch sonst nichts, und darüber hinaus geht es uns doch wirtschaftlich schon wieder so gut, dass wir uns eigentlich Kamele statt Pferde leisten könnten. - Oder aber wir folgen dem Vorschlag eines, mir unbekannten Jungen vor mir in der Supermarktschlange, welcher doch seiner, spürbar vom Feiertagsstress überfrauten Mutter einen klugen Vorschlag machte, der aber nicht wirklich ankam. - Zur Eile rief sie die Kassiererin, halb aus Stress, halb aus Spaß, sonst käme man noch zu spät zum Einzug der Könige. - Und wenn du den Königen ein "WhatsApp" schickst, mit meinem Wunschzettel? - So der ernst gemeinte Vorschlag des Sprösslings, und der verwirrte Blick der Mutter deutete bereits heute auf ein Generationsproblem hin, welchem sich zukünftige Weihnachtsmänner, Christkinder aber auch Heilige Könige stellen müssen. - Das Leuchten verschiebt sich dann auf das Display des Smartphones und manchmal, aber wirklich nur manchmal, wünsche ich mir keine Enkel.




Immer diese Immigranten...





Donnerstag 05.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser und SOS La Palma





Alle blicken in diesen Tagen zurück auf das Jahr 2016. Was hat es uns gebracht? Wenn man das Weltgeschehen anschaut - nur Horror. Nichts was hoffen läßt. Eine Freundin sagte: "Wir müssen uns einfach auf unsere kleine Welt hier konzentrieren, wenn jeder ein bisschen was Sinnvolles und Gutes tut, dann ist schon sehr viel getan!" Und es stimmt, mehr können wir gar nicht ausrichten, doch dieses Wenige macht froh! Und wenn wir von SOS aufs vergangene Jahr zurückblicken, sind wir mit dem, was wir haben tun können, einfach nur zufrieden.

In unseren Statuten steht geschrieben, dass jedes Municipio möglichst einmal im Jahr eine Sachspende (Lebensmittel, Hygieneartikel) im Wert von etwa 500 € erhält. Diese Spende wird von den jeweiligen Sozialämtern, Caritas oder Rotes Kreuz an die Bedürftigen der Insel weitergeleitet. Zu "Reyes" konnten wir Kindern sozialschwacher Familien mit Spielzeug eine Extrafreude machen, denn "der Mensch lebt nicht von Brot allein...."
In Mazo wurden mit unserer Spende Schulbücher gekauft, denn der Schuljahresanfang stürzt manche Familie in finanzielle Bedrängnis.

Für uns von der "Asociación SOS - Hilfe für die Palmeros" ist dieses "Wenige" doch eine ganze Menge. Wir sind ein kleiner Verein, der seit April 2013 besteht. Wir haben etwas mehr als 30 zahlende Mitglieder. Eine willkommene Einnahmequelle ist unser monatlicher Stand auf dem Rastro in Santa Cruz für den wir von der ganzen Insel Kleider, Haushaltswaren, Bücher und vieles mehr zum Verkauf erhalten. Aber es gibt auch viele Spender, die hinter uns stehen und uns finanziell unterstützen. So war es uns möglich seit unserem Bestehen mehr als 40.000 € an bedürftige Palmeros zu verteilen.

Allen, die uns in diesem Jahr auf unserem Weg geholfen haben, sagen wir unseren ganz herzlichen Dank.

Zurückschauen ist schön und gut, doch wir wollen vorwärtsschauen ins hoffentlich gute Jahr 2017.

Am kommenden Sonntag, 8. Januar 2017, 9 bis 14 Uhr ist der erste Flohmarkt des neuen Jahres in Santa Cruz auf dem Parkplatz vor der Marina. Wir von SOS sind wieder dabei






Mittwoch 04.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 12 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 25,0 Grad - niedrigste Temperatur 12,7 Grad

Ich habe Recht, sagte das Ich zum Du
Fuente Santa ist ein inselweites Projekt, meint die Insel


Es gibt bereits die ersten Stimmen welche sagen, hätten wir doch die Heilige Quelle dort ruhen lassen, wo sie im Jahr 1677 von den Lavamassen des San Antonio verschüttet wurde. - Dabei ist doch eine solche Thermalquelle eine absolute touristische Attraktion und könnte als, erstes und einziges Thermalbad der Kanarischen Inseln, La Palma doch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal andienen. - Wenn nur nicht der große Streit wäre, zwischen Gemeinde Fuencaliente und der Inselregierung, und beide Institutionen recht robust ihre Interessen vertreten. - Ohne das natürlich öffentlich zu machen steht das für eine Art Stellvertreterauseinandersetzung, Krieg wäre dann doch zu harsch, aber natürlich gibt es Interessengruppen, welche sich besser von der Gemeinde vertreten fühlen und andere, die mehr auf die Inselregierung setzen.

Die höchste Inselkorporation, also das Cbaildo Insular, hat vor gut zwei Jahren einen internationalen Wettbewerb ausgeschrieben, an dem über einhundert Technik- und Architekturbüros teilgenommen haben, wer denn die beste Idee in Sachen Thermalbad im Süden der Insel hätte. - Darüber hinaus wurde gefordert, die gesamte Konstruktion muss rückbaufähig sein, und sich auch so gut wie möglich an die Umgebungslandschaft anpassen. - Das mit dem Rückbaufähig hat mir mal ein Bauingenieur so erklärt, es komme einfach nur auf die Größe der Maschine an, ab wann jedes Gebäude rückbaufähig sei… - Die Notwendigkeit eines solchen Rückbaus entsteht durch die Forderungen der Küstenbehörde, die seit 1988 keine wirklichen Immobilien mehr an der Küste duldet, (Ok, je nach Stärke des Kazikenarms). - Darüber hinaus plagt das Projekt, welches nun auch immer, auch noch mindestens eine zweite bürokratische Hürde, das Gelände dort liegt nicht nur im Einflussbereich der Küstenbehörde, sondern ist auch noch Teil des Naturmonuments Teneguía. - Mindestens eine zweite Hürde deshalb, weil im Küstenbereich eben auch die Geschichte mit gewerblichen Betrieben äußerst kompliziert ist, wir aber doch sicher auch vorhatten, mit der Heiligen Quelle weltliche Kasse zu machen.

Eigentlich braucht man angesichts der, zunächst unüberbrückbar scheinenden bürokratischen Hindernisse, keine weitere Auseinandersetzung der Korporationen, aber die Fuente Santa weckt eben allergrößte Begehrlichkeiten und manch Geifertropfen macht den Weg zum Thermalbad eher schlüpfrig. - Aus dem internationalen Wettbewerb ist ein Projekt als deutlicher Sieger hervorgegangen, "Piedra de Fuego" ("Feuerstein" des Architekten Federico Soriano) welches die uneingeschränkte Unterstützung der Inselregierung findet, allerdings keinesfalls der Gemeinde Fuencaliente. - Die nun haben ein Gegenprojekt aufgestellt, allerdings deutlich außerhalb des Zeitrahmens des eigentlichen Wettbewerbes, aber mit Unterstützung des Wiederentdeckers der Fuenta Santa, dem illustren Ingenieur Carlos Soler, welcher in Diensten des Gobierno de Canarias steht. - Mir fehlt natürlich die fachliche Kompetenz, die beiden Projekte sachlich zu beurteilen, oder gar miteinander zu vergleichen, allerdings erhofft sich die Gemeinde Fuencaliente, welche übrigens auch nicht mit geeinter Zunge spricht, deutlich mehr Vorteile im Projekt Carlos Solers, wie immer man auch Vorteile umschreiben will.

Nun strebt man seitens der Gemeinde Fuencaliente ein Referendum an, nicht nur eine Bürgerbefragung ohne rechtliche Folgen, man möchte unbedingt das Projekt der Inselregierung verhindern. - Allerdings ist das nicht so einfach, ein rechtlich wirksames Referendum abzuhalten, mit Recht haben die meisten Verfassungen da gewaltige Auflagen vor solch ein Referendum gestellt. - Als übergeordnete Korporation muss auch die Inselregierung ein technisch-juristisches Gutachten verfassen und nach Madrid weiterleiten, wie man denn das Begehren der Gemeinde Fuencaliente nach einem Referendum betrachtet und mich persönlich verwundert das nun gar nicht, dass dieses Gutachten das Anliegen der Südgemeinde nicht unterstützt. - Wir lassen die genannten Paragraphen alle mal weg, sondern kümmern uns um die Kernaussage und die lautet, die Fuente Santa sei von inselweitem Interesse, man könne also ein Referendum, in dem lediglich die Einwohner der Gemeinde Fuencaliente über die Zukunft dieser Ressource bestimmen, nicht unterstützen.

Gut gebrüllt Cabildo könnte man nun einfach dazu sagen, und natürlich übersteigt eine solche Thermalquelle die alleinige Gemeindekompetenz, man schreibt ja die Nutzung als touristischer Ressource der Caldera auch nicht alleine der Gemeinde El Paso zu, oder die der Observatorien der Gemeinde Garafía. - Damit ist das Referendum eigentlich vom Tisch, da die Gemeinde so etwas ausschließlich über konkret lokale Dinge anstreben kann. Da ich aber verwaltungsjuristisch genau so gut geschult bin, wie über die Abseitsregeln beim Fußball, muss ich daher zugeben, ich weiß nicht ob es Rechtsmittel gegen eine solche Einschätzung der Inselregierung gibt. - Aber auch ohne Referendum wird es schwer werden, da man ja die Gewichtung der gegenteiligen Interessen anhand solcher Bemühungen wohl einschätzen kann. - Es ist sehr wahrscheinlich damit zu rechnen, dass der Weg hin zu einer breiten Nutzung der Heiligen Quelle auch über die Justiz laufen wird, wir also mit Zeiträumen rechnen müssen, die eher nach BER riechen und nicht nach baldiger Verfügbarkeit eines Thermalbades auf den Kanarischen Inseln. - Leider, aber wo so viele Interessengruppen an möglichem Verdienst zerren, da wird man wenig Vernunft erwarten dürfen.




Noch schlummert das Gelände rund um die Heilige Quelle einen gerechten Schlaf





Teilansicht des Projektes Piedra de Fuego, welches die thermalen Wasser der Quelle zugänglich machen soll





Mittwoch 04.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1021 hPa

Gastbeitrag von Monika Baranoswky und Brunhild Hoffmann - Gläser

So war der 2. Deutsche Weihnachtsmarkt in San José / Breña Baja

Auch diesmal war unser Weihnachtsmarkt ein voller Erfolg. Durch die aktive Hilfe unserer Weihnachtsengel ( Anita / Karl / Margot / Dieter / Birgit / Tom / Elke / Chris / Monika / Ferdy / Bruni / Axel / Aurelio ) und der tollen Unterstützung der Gemeinde Breña Baja wurde es auch diesmal ein wunderschönes Fest.
Es gab zwar im Vorfeld jede Menge zu tun, aber das wurde durch die zahlreichen Besucher schnell in Vergessenheit gebracht. Wie auch im Vorjahr war Santa Claus und die musikalische Darbietung der Folklore Musikgruppe von Breña Baja einer der Höhepunkte.
Unser Team besteht aus Personen, die sich auf La Palma sehr wohl fühlen und dies wiedergeben möchten. Auch wurde die Veranstaltung durch die Anwesenheit einiger ortsansässigen Händler bereichert. Durch die liebevoll gefertigten Handarbeiten wurde der Markt neben den angebotenen Speisen und Getränken bereichert.
Wir möchten nicht unerwähnt lassen, dass es viele Spenden gab.

Zu den Spendern gehören folgende Personen
Restaurant " Sadi " Los Cancajos
Restaurant " Tiuna " Los Cancajos
Karosseriewerkstatt " Manolo " Las Ledas
Salzmanufaktur " Westphal " Breña Alta
ebenfalls wurden Spenden ohne namentliche Nennung gemacht.
Allen Spendern danken wir von ganzem Herzen. So konnten wir dem Sozialamt einen Betrag in Höhe von 722 Euro übergeben. Dies ist fast das doppelte wie im Vorjahr.
Unser Ziel ist es, mit weiteren Ideen den 3.Weihnachtsmarkt am 23.Dezember 2017 stattfinden zulassen.

Allen Besuchern, Helfern, Sponsoren und Spendern ist es zu verdanken, dass unsere Idee für soziale Zecke einen solchen Erfolg hatte.

Vielen Dank und ein gesundes und harmonisches Jahr 2017






Dienstag 03.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Wenn keine Mauren an der Küste sind
Die Gnade der Unwichtigkeit


Man möchte es kaum glauben, aber auch hier bei uns auf dem Inselchen hat das Innenministerium in Madrid Vorgaben gemacht, wie denn die Feierlichkeiten rund um Weihnachten bis zum Dreikönigstag zu verlaufen haben. - Aus Sicherheitsgedanken heraus und man besser die üblichen großen Plätze meiden sollte, und welche weiteren Vorkehrungen zu treffen seien, damit es zu keinen terroristischen Anschlägen komme. - Was da im Einzelnen von den Gemeinden gefordert wurde, das wird uns Bürgern natürlich nicht auf die Nase gebunden, aber in der Tat gab und gibt es Änderungen im Ablauf der großen Feiertagsveranstaltungen. - Gab und gibt, weil bei uns die große Fiesta-Dreifaltigkeit noch nicht vorbei ist, denn am fünften Januar kommen die "Reyes Magos", also die Heiligen Drei Könige und bringen die Geschenke. - Am 6. Januar liegen diese Geschenke dann neben dem ausgetrunkenen Eimer Wasser und den Resten des Heus, welches man am Abend noch für die Kamele ausgelegt hatte, denn bei uns sind es nicht Rentiere, welche einen verwirrten Nikolaus Wochen zu spät in den Kamin schicken, sondern Kamele, auf denen die weisen Greisen aus dem Morgenland anreiten.

Es fällt mir gar nicht so leicht, immer ganz nah an der globalen Aktualität vorbei zu schreiben und nur auf dem Eiland zu bleiben, und das hätte sicherlich noch gefehlt, dass ich dazu auch noch meine Leitkultur in einer Senftube dazugebe. - Mich interessiert viel eher, wie unser kleines Inselchen da scheinbar völlig unberührt bleibt, und nach unserem Verständnis die Gefahr sowieso immer nur woanders lauert. - Gut, bisher hat sich das ja auch andauernd bestätigt und irgendwie kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen, dass sich jemand aus der terroristischen Branche robust für uns interessiert. - Wäre ja auch fatal, wenn die Sender des kognitiven Prekariats dann ihre Spezialisten in Palma oder Las Palmas zur Lage befragen würden. - Wobei, diese Unsicherheit könnte auch ein möglicher Faktor sein, warum denn ein solcher trauriger Sohn des Terrors hier bei uns überhaupt auf der Insel landet, wenn der einfach aus Unwissenheit das falsche Ticket kauft. - Die Wahrscheinlichkeit tendiert dennoch weiter ziemlich radikal gegen Null, wir sind dermaßen unwichtig, dass uns selten das Gute, aber noch weniger das Böse überhaupt wahrnehmen.

Dr. Helmuth Kohl hat viel Mist erzählt, auch hat man ihm das mit Gnade der späten Geburt als Fehler angelastet, aber hier widerspreche ich deutlich, der Spruch ist überhaupt nicht verkehrt und sogar noch deutlich ausbaubar. - Zunächst kommt das natürlich aus rein deutscher Sicht zum Tragen, aber auch hier stimmt das bereits. Gnade ist etwas, für das man nichts macht oder leistet, sondern eher unverdient erhält. - Ab einem gewissen Zeitpunkt kann man halt einfach keine Schuld mehr verteilen, wohl aber Verantwortung, und hier liegt wahrscheinlich auch der Knackpunkt des Missverständnisses. - Schuld braucht gewisse Präsenz, wenn auch vielleicht nur geistige, sonst kann Schuld einfach nicht haften, und dann wird wohl eine Gnade daraus, nicht präsent gewesen zu sein. - Nicht, weil man sich davor drückt, sondern einfach nicht da ist, mal aus Unterlassung oder besser noch, weil man noch gar nicht da ist! - Dass man auch ohne Präsenz Verantwortung erhält für Erbschaften, welcher Art auch immer, keine Diskussion, sicher ist das so und wenn das mal richtig gut läuft, dann gibt es dafür auch kein Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern wir müssen doch irgendwann mal weiterkommen und nicht immer nur die Gnade bemühen.

Wir haben hier richtig viel Gnade, fast schon unverschämt viel, und das hat auch was damit zu tun, dass wir so unwichtig sin. - Nicht nur, dass wir aus lauter Gnade in der Ersten Welt geboren wurden, völlig uncool in der Hautfarbe, und noch dazu in einer Zeit, in der wir Kriege nur aus den Nachrichten kennen und Hunger etwas unpersönliches ist. - La Palma spezifisch kommt dann eben noch die Langsamkeit hinzu, die unbeschreibliche Schönheit der Insel und eben diese wichtige Unwichtigkeit, welche uns fast komplett aus allen Schusslinien nimmt. - Wir sind so unwichtig, dass weder Schuld noch Verantwortung an uns haften wollen, wie denn auch, wir sind es doch nur. - Wahrscheinlich würde das wirklich so weit gehen, dass nur ein Terrorakt aus Verwechselung bei uns stattfinden könnte und das wäre dann das Gegenteil von Gnade, nämlich Tragik.

Dabei sind wir so unschuldig gar nicht, zumindest würden wir aus unserem Alltag viel mehr Angriffsfläche bieten als die, vor "Political Correctness" nur so strotzenden Deutschen. - Hat natürlich auch wieder was mit Geschichte zu tun, und wenn in einem Land die größte Brotfirma Bimbo heißt, dann sieht und benennt man die Dinge einfach anders. - Gut, in dem Fall passt das Wort Gnade nun kaum in den Satz, es sei denn, man nimmt Ignoranz auch in den Geltungsbereich der Gnade auf. - Das heißt nicht, dass das gut ist, es wird nur einfach nicht hinterfragt und niemand muss sich rechtfertigen, wenn er so babbelt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, auch wenn es dich dabei um ein Schandmaul handelt. - So sagt man hier, "No hay Moros a la Costa", wenn keine Gefahr droht, von wem oder was auch immer. - Das heißt, "es sind keine Mauren an der Küste" und Mauren steht eben für die Bevölkerung Nordafrikas. - Das hat natürlich auch historische Gründe, wie so viele Sprüche, aber wirklich interessant ist ja nicht, dass sich hier kein Mensch an dem Spruch stört, oder als rassistisch einordnet, sondern auch keiner der Betroffenen. - Das hat jetzt mal ausnahmsweise nichts mit Gnade zu tun, wohl aber mit Unwichtigkeit, und weil es einfach furz egal ist. - Zur Gnade komme ich trotzdem zurück, denn die Gnade des schnellen Klicks haben Sie, der immer noch liest, bereits vertan, aber sagen Sie bitte nicht, es hätte Sie jemals gezwungen, den Scheiß bis zum Ende zu lesen…




Eher Grajas auf dem Dach als Mauren an der Küste





Dienstag 03.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Como las palabras no cuestan dinero, charlo cuanto quiero

Da die Worte kein Geld kosten, schwatze ich so viel ich will. - Auf heutige Zeiten übersetzt, was wäre denn, wenn man für jedes Like und jedes Teilen beim sozialen Schwätzwerk einen Cent bezahlen müsste?





Bild von Wolfgang Hempel





Montag 02.01.2017 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 19,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,1 Grad

Weiter im Wetternichts
Azorentief und weitere Nichtigkeiten


Seit ein paar Tagen bereits befindet sich unser Archipel im Wetternichts. - Das mächtige Hoch hat Mitteleuropa eingenommen und die Tiefs vom Atlantik liegen alle zu weit nördlich, um uns richtig nass zu machen, also dümpelt das Wetter so vor sich her. - Immer Wind aus Süden, nun auch wieder in Küstennähe ganz zahm, und das wird auch die kommenden Tage so bleiben. - Ende letzten Jahres gab es noch ganz kräftigen Wind, die Boote, welche nicht im sicheren Hafen lagen, wurden ordentlich gebeutelt, unten nach dem Text sind noch ein paar Bilder davon, Danke Walter für die Fotos. - Der Atlantik hat sich nun wieder beruhigt, aber es sind ein paar Tropfen gefallen in der Nacht und auch heute tagsüber kann es zu Niederschlägen kommen. - Die aber werden sehr gering sein und es wird eher Sand als Wasser regnen, denn, wie soll denn dieses verrückte Wetter auch anderes funktionieren, wir haben immer noch Calima.

Die Diskussion, was denn nun wirklich Calima ist, die habe ich seit Jahren bereits aufgegeben. Heute bezeichnet man einfach den, sonst meist im Sommer auftretenden Staub aus der Sahara als Calima. - Heißer Wind aus Süd ist dazu nicht mehr notwendig, richtige Calima-Fuchser wollten den Wind aus noch genau aus Südost, nicht aus Südwest wie jetzt, um das Calima-Prädikat zu verteilen. - Es gibt auch noch lokale Bezeichnungen, Africano ist recht bekannt, Levante auch, Calderete sagt man auf der Ostseite in manchen Gemeinden auch, aber alle sind sich einig "Tiempo Sur", also Wetter, welches aus dem Süden kommt, das ist nicht gut vorhersehbar. - Dabei gibt es hier im Aridanetal, neben der so oft genannten Brisa, also den Fallwinden, welche der Passat aus dem Osten über die Cumbre Nueva schickt, noch den "Descuernacabras.

Dieses Phänomen ist allerdings selten, sonst hätten die meisten Ziegen im Tal schon keine Hörner mehr, denn der Name dieses schrecklichen Windes lautet auf Deutsch: Ziegenenthörner. - Meist nach Südwind, in der Höhe aber bereits Passat, dann kann es zu Fallwinden kommen, welche direkt aus Norden kommen, nicht über die Cumbre Nueva sausen, sondern über den Bejenado oder den Kamm der nördlichen Caldera ins Tal hinein. - Dabei können ganz kurze, nicht vorhersehbare Windböen entstehen, welche derartige Kraft haben, dass sie, der Legende nach, den Ziegen die Hörner vom Kopf ziehen. - Das ist natürlich übertrieben, aber ich habe das mal erlebt in der Abuela, dem Restaurant, als solch ein Windstoß allen auf der Terrasse sitzenden Gästen die Tische im Nu komplett abgedeckt hat und Teller, Gläser und Essen weit über die Nachbarschaft verteilte. - Ich hatte, wohl aus Reflex damals, mein Glas fest umklammert und es war noch die Zeit, als man ohne Fotoapparat unterwegs war, der auch telefonieren kann, also kann ich keine Beweisfotos liefern.

Oben herum ist die Luft schon fast wieder klar, unten mischen sich nun ein paar Wolken mit dem restlichen Staub aus der Sahara, so dass ein Zwielicht entsteht, welches nicht hochglanztauglich ist. - Allerdings wird sich an der Großwetterlage zunächst nichts ändern. - Weiter Wind aus Südwest, deshalb so kalt und nicht warm, und weiter Staub aus Afrika, aber bei uns auf La Palma bei weitem nicht so dicht, wie auf den Afrika näheren Inseln. - Apropos Staub, ganz feiner Staub, also sogar Feinstaub, wenn das so richtig dicht ist hier auf den Insel, dann messen wir hier Feinstaubwerte, bei denen wir nach mitteleuropäischen Richtwerten nicht nur die Autos, sondern auch noch die Esel stehen lassen müssten. - Allerdings sind das bei uns keine Partikel aus Industrieschloten, oder von zu vielen Autos, sondern vom Sand. - Es sei denn, es ist Rosenmontag, dann liegt die Feinstaubbelastung aus Talkumpulver in der Hauptstadt in einem Bereich, welchen die Asthma-Skala überhaupt nicht mehr anzeigen kann. - So schlimm ist das im Moment allerdings nicht und wieder bietet Apalmet hierzu interessante Grafiken, wie dicht denn der Staub bei uns so ist und werden kann.

In dem ganzen Wettermehrerlei fehlt nur noch der HausmannInnenblues, wenn es eben im Calima zu Niederschlägen kommt und die ganze Aussteuer auf der Wäscheleine nun plötzlich gelbbraune Flecken hat, und die nichts mit humaner Semipermeabilität zu tun haben. - Alles wieder in die Wäsche, neues Glück versuchen, aber vielleicht besser noch einen Tag abwarten, und dann erst wieder auf die Leine bringen. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da nannte man das gute Wetter nach Calima oder Sturm "Bauknecht", aber das wage ich einfach nicht mehr, seit dem gleich mehrere Chauvi-Kassen versuchen, sich von mir ganz alleine sponsern zu lassen. - Aber immerhin, die Mandelbäume sammeln bereits Kraft und setzen schon zur Blüte hier im Tal an, Calima hin oder her, nach der, wegen der Trockenheit verschleppten Blüte der letzten beiden Winter, können wir uns da in den kommenden Wochen auf ganz große Auftritte freuen.












Montag 02.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Ursula Leudert
UPA und La Palma Cats
Fotoshooting mit Haustieren und Familie

Wir machen am Freitag, 13.01. und Samstag, 14.01 ein Fotoshooting für Familien mit Kindern oder/und Haustieren.

Wo? Casa de la Musica, Calle Vicente Cruz Gil, San Jose, Breña Baja, in einer wunderschönen Outdoorlocation.

Wie lange dauert das? - Pro Shooting eine halbe Stunde.

Wie viele Fotos werden gemacht? - Mindestens 2 professionell bearbeitete.

Wie erhalte ich meine Fotos? - >Vor Ort auf einem USB-Stick.

Wieviel kostet das? - €15,00 inkl. Stick.

Was muss ich tun? - Eine Terminabsprache unter 676317299 ist erforderlich, damit alles koordiniert werden kann.

Sonderwünsche? Gerne! Bitte sprechen Sie uns an

Alle Einnahmen gehen zu 100% in den Spendentopf von UPA und La Palma Cats.

Zögern sie nicht. Dies ist eine einmalige Gelegenheit, wunderbare Fotos zu einem sehr kleinen Preis zu erhalten. Fotos sind unwiederbringliche Momentaufnahmen! Zu anderen unterstützen sie den Tierschutz-wofür wir sehr dankbar sind.
Link zur Fotografin http://www.crazybee-photography.de/







Bilder von Sabine Scharnberg





Sonntag 01.01.2017 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,7 Grad

Wer schneller entschleunig, hat länger was vom Bremsen
Alle noch an Bord?


Herrliches Wetter begrüßt das Neue Jahr hier auf der Insel und meine Frau hat es immer leichter mit dem Glück als ich. - Es gibt ja neben den Glücksregeln, welche ich gestern bereits erklärt habe, auch immer noch die Geschichte, dass man besonders viel Glück hat, wenn im Neuen Jahr ein alter Mann die erste Person ist, welche einem begegnet. - Es fällt ihr also jedes Jahr leichter, und so erhalte ich auch weiterhin das Gefühl, auch noch für irgendwas gut zu sein. - Ab heute ist die Familie für ein paar Tage wieder komplett, die ältere Tochter hat einen kleinen Urlaub, der Vorteil halt, wenn man in einem großen Konzern arbeitet, die müssen sich an alle gewerkschaftlichen Vorgaben halten. - Ein paar Tage in alter Frische und Komplexität, nur der kleine Leo fehlt immer noch und langsam überwiegt die Vernunft die Hoffnung.

Ein kleines bisschen sind wir damit auch beim Thema Neues Jahr und was man denn politisch noch verkacken könnte. - Neben den vielen Dingen, welche alle dieses Jahr endlich fertig gemacht werden sollen, oder zumindest angegangen, steht auch immer noch die inseleigene Auffangstation für entlaufene oder ausgesetzte Tiere auf dem Programm. - Sicher ist es lorbeerintensiver, sich um den neuen Stadtstrand in der Hauptstadt zu bemühen, um die Jausenstation auf dem Roque de Los Muchachos, oder um die "Mondstation Alpha", auf dem Lavafeld des San Juan, deren eigentlicher Sinn ursprünglich mal darin bestand, den Zugang zur Vulkantube dort sicher zu machen. - Nur ein bisschen von dem Geld, nur ein bisschen von dem Engagement, und schon hätte La Palma eine weitere touristische Attraktion, nämlich eine verantwortungsbewusste Inselverwaltung, die sich nicht nur um Hochglanz bemüht, sondern auch etwas von dem Glanz in die weniger beleuchteten Aufgaben bringt.

So verknüpfen wir jedes Neue Jahr mit neuen Hoffnungen und dazu gehört sicherlich auch die Fertigstellung des Stadtstrands in unserer Hauptstadt. - Wir sind eh schon ein paar Jahre hinten dran, aus diversen Gründen, und so ganz zuversichtlich scheinen zumindest die Investoren rund um den Stadtstrand auch dieses Jahr noch nicht zu sein. - Vielleicht sind die Brüder der Finanzen auch ganz still und heimlich dort am Machen, also am Besetzen der besten Immobilien am Strand, oder aber die winken alle müde ab und geben unserem Hauptstadtstrand von vorneherein keine gute Chance. - Dabei sollte doch gerade der letztjährige touristische Boom auf der Insel die Geldgeber ermutigen, dort das ehemalige Hotel Marítimo wieder auf Vorderstrand zu bringen und es gibt noch eine Reihe weiterer Immobilien in allererster Reihe, welche auf den Weckkuss des Mammon warten. - Oder denken die ähnlich wie ich, dass das gar nicht erste Reihe Strand ist, sondern erste Reihe Straße, und alle Welt wartet noch ab, ob das mit dem Strand wirklich diesen Sommer losgeht und was man dann auch baulich auf der Strandseite überhaupt machen darf. - Also welche Form von Gastronomie und Handel dort möglich sein wird.

Ich wäre uns hier sicher nicht treu, wenn ich nicht auch gleich im Neuen Jahr wieder von Asphaltwerken schreiben würde, denn davon hängt auch ab, ob eben die Südumfahrung (Mazo - El Paso) fertig wird und ob es dann auch den versprochenen Fahrradweg geben wird. - Das ist schon ein interessantes Ding, die Welt des Fahrradfahrens teilt sich nämlich hier auf einer der steilsten Inseln der Welt immer noch in Profis, und schnell wieder absteigende Amateure, da helfen auch E-Bikes nur beschränkt, und wenn man nun, auch relativ sicher, von El Paso in den Süden oder bis nach Mazo käme, ohne die Höhenmeter eines Alpenpasses zu nehmen, dann könnte man ein weiteres Kapitel des Zweirades hier auf der Insel aufschlagen. - Aber auch dazu braucht man Asphalt, und das einzige noch arbeitende Werk in Las Caletas bei Fuencaliente ist von der Schließung bedroht und diverse Korporationen und Behörden schieben hier den, im wahrsten Sinne des Wortes Schwarzen Peter der Schließung des Betriebes, von einem zum anderen. - Aus Angst vor der Schadensersatzklage des Betreibers natürlich, so ist die Ansage zur Schließung bereits öfter erteilt worden, aber man produziert immer noch nicht. - Sollte das Werk aber nun tatsächlich geschlossen werden, dann wird so manches Projekt hier auf der Insel mindestens verschoben werden müssen, da sich bislang keine einzige andere Gemeinde bereit gezeigt hat, ein solches Werk in ihrem Gebiet aufstellen zu lassen. - Die Inselregierung versucht das nun in den Inselplan mit einzuarbeiten, also von höherer Planhierarchie in die lokalen Flächennutzungspläne einzugreifen und ein, oder gar zwei Industriegebiete auszuweisen, in denen man solche robusten Anlagen aufstellen kann. - Allerdings wird man selbst dann mit heftiger Gegenwehr der Bürger, vielleicht sogar mit Hilfe der lokalen Korporationen rechnen können. - 2017 das Jahr Asphalt-Zero auf La Palma? - Und das in die hochtrabenden Infrastrukturpläne hinein?

Ganz spannend wird natürlich auch die weitere touristische Entwicklung bleiben. - Bleiben wir Auslagerungsziel für Overbooking anderer kanarischer Destinationen, oder gelingt es gar, einen Teil des geliehenen Pakettourismus an uns zu binden. - Zufällig auf die Insel gekommen, statt Sonne und Strand sogar wunderbare Landschaft und eine, noch nicht auf Massentourismus getrimmte Gesellschaft vorgefunden? - Warum nicht, meist hält Liebe auf den zweiten Blick eh länger, weil ein Schuss Vernunft mit dabei im Spiel ist und wer erst mal den enormen Erholungseffekt der Insel mitbekommen hat, der kommt eh wieder. - Es mag ja stimmen, was manche Leute behaupten, Erholung aus Unterlassung, weil einfach nichts los ist, aber es kann doch auch nicht nur Urlaubsziele auf der Welt geben, wo andauernd Speed und Adrenalin den Urlaubsalltag bestimmen. - Vielleicht überlegen wir uns ja auch auf die Schnelle noch ein paar endemische Verkaufsschlager in Sachen touristische Attraktionen, welche irgendwie auch inselkompatibel sind. - Blitzentschleunigungen fallen mir da spontan ein, gerne auch vegan mit Analogvalium. - Oder Profipakete: Wie schnell wollen Sie denn entschleunigen? - Heute im Sonderangebot, Turbo-Entschleunigung, zweimal für den Preis von drei, aber nicht erst lange überlegen, wer zuerst kommt, entschleunigt am schnellsten, und darauf kommt es doch an. - Oder?




Paul, generalentschleunigt





Sonntag 01.01.2017 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1019 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Con el poder absoluto, hasta el burro es fácil de gobernar

Mit absoluter Macht ist sogar der Esel leicht zu führen. - Ich bin wieder mal früh im Jahr überwältigt von der Sinngewalt und der absoluten Authentizität dieser Sprüche. - Esel wem Esel gebührt!





Bild von Wolfgang Hempel





Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel. von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma