La Palma Aktuell
Kalenderblatt für den Januar 2006



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Wetter:

Nichts außergewöhnliches im Januar, eher freundlicher als der Durchschnitt vielleicht, gar nicht zu vergleichen mit dem Januar des Jahres 2005, der damit sich wirklich als Anomalie und nicht Vorbote eines großen Wetterumschwungs in die geplagten Memoiren eines Reiseleiters eingräbt. 102 Millimeter Niederschlag, verteilt auf den Durchzug zweier Tiefdruckgebiete sind völlig in der "Norm". Vorteilhaft dabei war die Verteilung der Niederschläge, es regnete fast ausnahmslos nachts, also tourismusgerecht. Höchsttemperatur war 22,5 Grad, die tiefste gemessene genau 10 Grad.

Der Januar war auf La Palma aus meteorologischer Sicht eher unspektakulär, ein paarmal Schnee auf dem Roque de los Muchachos, aber bei weitem nicht so viel wie im letzten Jahr. Auffällig war wiedermal, wie unterschiedlich und zufällig diese Tiefdruckgebiete über die Kanaren rasseln, dieses Jahr wurden vornehmlich Tenerife und Gran Canaria bewässert, die haben deutlich höhere Niederschlagszahlen zu vermelden als wir. Das war im Dezember auch bereits so, La Palma blieb fast immer verschont, man darf aber daraus keinen Trend basteln, das ist reiner Zufall und kann jeden Moment auch wieder anders aussehen. Das milde Wetter hat die Mandelblüte nun geradezu explodieren lassen, dazu noch Wasser und schon gibt es kein Halten mehr für diese Bäume. - Mehr kann ich zu diesem Januar beim besten Willen nicht schreiben, das Wetter war diesen Monat nur für die Meteorologen aufregend, da war zu häufig Südwind mit im Spiel und dann sind Vorraussagen eher eine Lotterie.



Tourismus:

Ein schlechter Dezember und ein schaler Januar noch hintendrein, haben wir etwas falsch gemacht? Natürlich, wir auch. Faktoren gibt es aber viele, ganz viele Leute haben sich genau gemerkt, was letzten Winter hier los war und sind nicht wieder gekommen. Denen kann ich nun sagen, ihr hättet ruhig samt eurer Fahrräder wieder kommen können, letzter Winter war ein, zugegebener Maßen brutaler Ausrutscher. Vorher konnte ich das aber nicht sagen, Propheten sind rar geworden in unserer modernen Zeit.

Weiterer Faktor, die Preisentwicklung. Die unverständlichen und enorm hohen Schwankungen zwischen Schnäppchen und einem gesunden Preis, an dem die Branche noch eine Marge hat, macht die Verbraucher unsicher. Wer 29 Euro Flüge vor Augen hat, dem erscheint ein Normalpreis von 300 Euro für den Flug von und nach La Palma zu teuer. 600 Mark hat vor über 10 Jahren bereits ein Flug gekostet und damals war der Kerosinpreis noch ein ganz anderer. Jetzt, in der eigentlichen Hochsaison wollten die Fluggesellschaften plötzlich wieder Geld an den Flügen verdienen und schwupps, der Verbraucher zeigt die eigene 29 Euro Nase. Die Hoteliers erlebten den gleichen Zauber, Schnäppchen gab es zu diesen Terminen nicht mehr, aber den Normalpreis will kaum einer mehr bezahlen. Wer anderen ein Schnäppchen gräbt, fällt selbst hinein könnte man schnodderig sagen, oder auch, gefangen in der Schnäppchenfalle.

Hier zeigt sich nun eines unserer großen Mankos, wir haben keine Marketingstrategie, sondern überlassen Image und Vermarktung der Insel ganz den Launen des Tourismusmarktes. Wir wollen am Massentourismus ebenso schnuppern wie am grünen Ökotourismus, das widerspricht sich selbst. Solch touristische Prostitution, wir bieten uns jedem an, kann auf die Dauer nur extrem schädlich sein für diesen ganz kleinen Wirkungsraum. Massentourismus wird nie funktionieren auf La Palma, unser angestammtes Publikum vergraulen wir aber mit dieser Öffnung nach allen Seiten. - Wer sich vergleichbar macht, der macht sich unnötig. - Das was wir in unseren modernen Hotelanlagen bieten, das können hundert andere besser und vor allem billiger, also Finger davon. Mit den angedachten Golfplätzen verhält sich das ähnlich, Golf ist mehr Mode als Sport und wir können nicht alle 5 Jahre unsere Kleider wechseln. Diese Manie, nur kopieren zu wollen, an anderen vermeintlich vorbildhaften Wirtschaftskomplexen, ist gefährlich.

Nur über eine eigene Definition, was können wir, was sind wir und was haben wir zu bieten kann es gelingen, sich als touristische Destination anzubieten, welche einen eigenen und unverwechselbaren Charakter und Wert hat. Die, seit Dezember wieder deutlich rückläufigen Zahlen des internationalen Tourismus, (-12,5% gegenüber Dezember 2005) müssen doch alle Verantwortlichen aufschrecken lassen. - La Palma ist als vergleichbare Hoteldestination nicht gefragt. 2.500 Hotelbetten mehr als 2004 haben nicht zu einem Anstieg des Tourismus auf dieser Insel geführt, sondern noch dazu, zu einer Herabsetzung der Aufenthaltsdauer und einer Senkung des Nettoerlöses aus dem Tourismus. - Als Ausnahmen bleiben die beiden Sommermonate Juli und August stehen, in welchen 5 Charter wöchentlich vom spanischen Festland für gute Auslastung in den neuen Hotelanlagen gesorgt haben. Wenn das reicht, um Tourismus effektiv zu betreiben, dann soll es mir recht sein...

Ganz interessant die Bewegungen der einzelnen Passagieraufkommen nach Herkunftsflughäfen. Ich werde diese Statistiktabellen fortführen, dann sieht man auch später wieder im Jahr den Wechsel zum internationalen Tourismus. Ein ganz strittiger Punkt ist immer, wie viele der Passagiere in den innerkanarischen Flügen sind "Touristen" und wie viele sind notwendige Flüge weil man auf einer anderen Insel etwas zu erledigen hat. Die Inselregierung gibt an, dass 30% aller Reisenden in den Maschinen Touristen sind. Diese Zahl ist, außer vielleicht in den beiden traditionellen Urlaubsmonaten Juli und August viel zu hoch angesetzt. Ich gehe nach meiner Erfahrung davon aus, dass in den anderen Monaten nicht mal 10% der Reisenden echte Touristen sind.



Innerkanarische Flüge

Abflughafen Nov 2004 Nov 2005 Saldo Dez 2004 Dez 2005 Saldo
Tenerife Nord 43.147 46.915 + 3.768 48.851 51.058 + 2.207
Gran Canaria 5.677 7.952 + 2.275 7.248 9.324 + 2.076
Lanzarote 431 969 + 538 304 551 + 247
El Hierro 251 238 - 13 255 301 + 46
Tenerife Süd 638 613 - 25 270 526 + 256
Fuerteventura 541 606 + 65 532 617 + 85
Summen 50.685 57.293 + 6.608 57.460 62.377 + 4.917

Der interinsulare Flugverkehr wächst weiter, aber nicht mehr so schnell.


Flüge vom spanischen Festland

Abflughafen Nov 2004 Nov 2005 Saldo Dez 2004 Dez 2005 Saldo
Madrid Barajas 3.909 4.231 + 322 5.546 5.128 - 418
Barcelona 0 0 0 409 47 - 362
Bilbao 0 0 0 0 0 0
Summen 3.909 4.231 + 322 5.952 5.175 - 777



Flüge aus Mitteleuropa

Abflughafen Nov 2004 Nov 2005 Saldo Dez 2004 Dez 2005 Saldo
Düsseldorf 2.838 1.960 - 878 2.844 1.025 - 1.819
München 5.358 5.446 + 88 4.190 5.256 + 1.066
Amsterdam 3.982 4.480 + 498 4.880 4.407 - 473
Frankfurt 3.281 3.319 + 38 2.402 2.156 - 246
Hamburg 1.515 1.144 - 371 1.811 1.615 - 196
Brüssel 525 800 + 275 660 793 + 133
Berlin 926 1.029 + 103 939 570 - 369
Stuttgart 2.638 3.506 + 868 1.915 3.403 + 1.488
Hannover 553 186 - 367 469 16 - 453
Bremen 329 327 - 2 343 332 - 11
Friedrichshafen 292 327 + 35 393 192 - 201
Zürich 390 0 - 390 492 0 - 492
London 1.470 0 - 1.470 1.711 0 - 1.711
Mailand 143 155 + 12 147 171 + 24
Nürnberg 2.509 2.506 - 3 2.956 2.499 - 457
Köln/Bonn 0 0 0 0 254 + 254
Paderborn 0 0 0 0 96 + 96
Verona 0 0 0 0 66 + 66
Summen 26.759 25.185 -1.574 26.125 22.851 - 3.301

Am Boden angekommen. Dieser Dezember war sogar noch schlechter als der gleiche Monat im Jahr 1999. So lange zurück kann man die Statistiken der "AENA" verfolgen.

Alle Gäste von Gabelflügen werden dem deutschen Flughafen zugeordnet von dem aus es endgültig nach La Palma geht. Wer also von Münster über Nürnberg zu uns fliegt, wird eben mal zum Franken mutiert.

Jede Statistik hat ihre Fehlerquote, die Zahlen stammen jedoch von der staatlichen Flughafenbetreibergesellschaft "AENA".



Gastronomie:

Kiosco Cocomar in La Bombilla
Besucht und beschrieben von Sabine Siebenrock im Januar 2006

Restaurant Cocomar in La Bombilla


Schon auf der Straße nach Puerto Naos ist rechts unten der runde Hut am Ende des "Strandes" des Nachbarortes sichtbar. Ein Grund nach rechts in Richtung La Bombilla abzubiegen.

Der neue und gepflegte Kiosko "Cocomar" ist ebenso wie die Bänke und Stühle ganz aus Holz und passt so gar nicht in das Straßenbild von La Bombilla. Er thront auf einer kleinen Anhöhe am Ende des Steinstrandes in erster Reihe zum Meer, daher ist der Platz für das Bier zum Sonnenuntergang optimal.

Lassen wir uns also vom Essen überraschen:

Die Speisekarte ist nur auf Spanisch und weißt durchaus die üblichen Gerichte zu üblichen Strand-Touristen-Preisen aus (Calamares 10€, Lapas 8€, Papas Arrungadas 3€) Interessiert man sich für den Fisch des Tages erklärt die Wirtin dem nicht wissenden und schlecht spanisch sprechendem Touristen ausführlich (auf spanisch natürlich) welcher frische Fisch gefangen wurde und wie er zubereitet wird. In unserem Fall ein Vieja Cocomar. Vieja steht für einen Papageienfisch und Cocomar für die südamerikanische (die Chefin ist Kolumbianerin) Zubereitung im Tontopf. Der Fisch hat uns auf jeden Fall ausgezeichnet geschmeckt und war mit 8€ pro Person auch nicht zu teuer. Auch die anderen Gerichte waren lecker und die Portionen haben durchaus ihren Preis gerechtfertigt.

Bei unserem 1. Besuch wollten wir auf den Nachtisch verzichten. Dies veranlasste den Chef uns zu einer Kostprobe von ausgemachter Zitronencreme und gebackenen palmerischen Bananen einzuladen. Super lecker! Um diesen Kalorien zu entgehen, bestellten wir beim 2. Besuch Café. Auch der war ausgezeichnet (vielleicht kolumbianisch?). Zur Rechnung bekamen wir dann noch einen Likör aufs Haus.

Restaurant Cocomar in La Bombilla


Unser Fazit: Sehr empfehlenswert: Freundlicher Service, vielleicht etwas langsam, aber dafür mit viel Charme und Zeit für den einzelnen Gast.
Tolle Lage und gepflegtes Ambiente.
Gutes Essen zu akzeptablen Preisen.
Möglichst bald ausprobieren, bevor alle Puerto Naos Touristen es kennen oder (den Besitzern nicht zu wünschen) das Meer den Kiosko Cocomar einfordert.

Kiosco Cocomar in La Bombilla

Blick vom Restaurant auf die Küste




Elfter und letzter Teil der Diplomarbeit von Lars Gerhardts. Das Literaturverzeichnis sparen wir uns hier, kann aber auf Anfrage gesendet werden.

Alle Graphiken und Photos und auch der Text unterliegen dem Copyright von Lars Gerhardts. Ich musste einige Graphiken in Größe und Format ändern um diese für die Seite passend zu machen.

An dieser Stelle bedanke ich mich erneut ausdrücklich bei Lars Gerhardts, uns diese vortreffliche Arbeit zur Verfügung gestellt zu haben. - Fast ein ganzes Jahr haben wir nun Monat für Monat Teile der Arbeit gebracht und je weiter die touristische Entwicklung dieser Insel fortschreitet, um so mehr wünschte ich mir, man hätte diese Arbeit bei seinen Planungen mit berücksichtigt.


3 Optionen einer nachhaltigen Tourismusentwicklung auf La Palma

3.6.4 Kommunikationspolitik

Die Kommunikationspolitik bildet die Schnittstelle zwischen den betriebsinternen Marketingelementen und der Öffentlichkeit. Daher kommt der Kommunikationspolitik im Gesamtkontext des Marketing-Mix eine herausragende Stellung zu. Die Grundstruktur der Kommunikation lässt sich wie folgt darstellen:

 La Palma, Lars Gerhardts Abbildung 3.6.1

Abbildung 3.6.1: Grundstruktur der Kommunikation im Tourismus Quelle: Verändert nach FREYER 1999, S. 529

In diesem Kommunikationsschema bilden der örtliche Marketingträger bzw. die individuellen Leistungsträger die Sender, die entsprechend aufbereitete Angebots- und Leistungsbeschreibungen entweder im direkten Kundenkontakt oder über ein Medium übermitteln. Die Reisenden oder auch Nicht-Reisenden als Empfänger nehmen diese Informationen wahr und verarbeiten sie. Ziel dieser Kommunikation kann ein Berührungsund Kontakterfolg, eine Aufmerksamkeitswirkung, eine Gefühlswirkung, eine Erinnerungswirkung, eine positive Hinstimmung, eine Interessenweckung, eine Informationsfunktion oder auch die direkte Auslösung einer Kaufhandlung sein. Der erfolgte Kauf oder die erfolgte Buchung bildet die Rückkopplung zum Sender innerhalb dieses Schemas (vgl. FREYER 1999, S. 531 ff.).

Das Kommunikations-Mix setzt sich aus unterschiedlichen Elementen zusammen:

Aus der Corporate Identity, der Verkaufsförderung, der Öffentlichkeitsarbeit und der Werbung.

Die Corporate Identity bildet den äußeren Rahmen der Kommunikationspolitik. Hierbei wird anhand der zuvor aufgestellten Strategien und des Leitbilds der gewünschten touristischen Entwicklung festgelegt, welches Bild der Destination an die Empfänger übermittelt werden soll. Entscheidend für die Glaubwürdigkeit der verschiedenen Kommunikationsmaßnahmen ist dabei die Übereinstimmung des Images einer Destination aus Sicht der Öffentlichkeit mit der Realität. Daher ist vor der Einleitung von Kommunikationsmaßnahmen das Image der Region durch Gästebefragungen zu ermitteln.

Das Image eines Ortes ist das komprimierte Bild aller Assoziationen und Informationen, die mit diesem Ort verknüpft sind. Es ist ein Produkt des Gehirns, das versucht, eine riesige Datenmenge zu verarbeiten und zu essentialisieren (KOTLER/HEIDER/REIN 1994, S. 179). Subjektive Images stehen damit als Synonym für die immateriellen Leistungseigenschaften einer Destination, dienen der Orientierung am Markt, prägen das Verhalten des Kunden und haben einen großen Einfluss auf die Reiseentscheidung.
Das Image einer Region setzt sich aus unterschiedlichen Elementen zusammen:

- Vorstellung von Land und Leuten
- Vorstellung über die typischen Urlaubsinhalte
- Vorteile einer Destination
- Nachteile einer Destination
- Vorstellungen der spezifisch touristischen Qualitäten und die Angebotsaspekte

Anhand dieser Informationen ist es möglich, ein gewünschtes Image zu formulieren, welches sich an der Realität orientieren und glaubhaft sein sollte. Gleichzeitig sollte dieses Image auf eine einfache, ansprechende, differenzierte und gut zu kommunizierende Formel gebracht werden. Bei Abweichungen zwischen Realität und Image sind entsprechende Maßnahmen zur Korrektur dieser Diskrepanz zu treffen, die entweder eine Verbesserung der Realität oder eine Verbesserung der Kommunikation zu Folge haben.

Das zweite Element der Kommunikationspolitik, die Verkaufsförderung, befasst sich mit kommunikativen Mitteln, die den Absatz touristischer Leistungen verbessern sollen. Als Maßnahmen kommen im Sinne des Destinationsmarketing vor allem Mittel der Preispolitik, der Vertriebswegepolitik und der Werbung zum Einsatz.
Im Rahmen der Preispolitik ist es nicht nur auf La Palma gängige Praxis, die Preise vor allem im Bereich des Beherbergungsgewerbes der saisonalen Auslastung anzupassen. So ist es möglich, in Zeiten schwacher Auslastung die Preise abzusenken, um das Kaufinteresse beim Kunden zu stimulieren. Gleichermaßen werden in Zeiten starker Auslastung die Preise angehoben, um das Kaufinteresse zu dämpfen und damit die Nachfrage den vorgehaltenen Kapazitäten anzupassen. Auf diese Weise kann wirkungsvoll eine gleichmäßige Auslastung der Kapazitäten erreicht werden.

Zur Vertriebswegepolitik einer Destination gehört nicht nur die Verbesserung und Aufwertung der bestehenden Distributionswege durch Mitarbeiterschulungen oder Infogruppen, sondern auch die Entwicklung von neuen Vertriebssystemen, um den Kontakt zum Kunden sicherzustellen oder auszubauen.
Im Bereich der Werbung geht es um Prospekte, Plakate, Präsentationen etc., welche die Nachfrage nach den eigenen Produkten in den verschiedenen Vertriebswegen steigern sollen.

Weiteres Element der Kommunikationspolitik ist die Öffentlichkeitsarbeit. Sie hat es zum Ziel, die allgemeine Öffentlichkeit über Entwicklungen innerhalb des Destinationsmarketings zu informieren und damit Glaubwürdigkeit und Vertrauen in Bezug auf das Leistungsangebot sicherzustellen (vgl. FREYER 1999, S. 563).
Die Öffentlichkeitsarbeit umfasst eine interne und eine externe Zielrichtung. Objekt der internen Öffentlichkeitsarbeit sind sowohl Mitarbeiter und Leistungsträger als auch die Bevölkerung innerhalb einer Destination. Die externe Öffentlichkeitsarbeit zielt dagegen auf Personen außerhalb der Destination ab.
Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit ist die gezielte Veränderung von Einstellungen gegenüber der Destination durch Informationen. Mithilfe dieser - die Werbemaßnahmen flankierenden - Informationen ist es dem potentiellen Gast möglich, die aus der Werbung gewonnenen Eindrücke zu verifizieren und zu objektivieren. Die Informationen müssen allerdings bestimmten Grundsätzen genügen. So sollte vor allem Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber der Öffentlichkeit gewahrt werden, außerdem darf keine Diskrepanz zwischen Information und tatsächlichem Handeln feststellbar sein.
Inhalte von Mitteilungen im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit sind in der Regel die Information über neue und veränderte Angebote, allgemeine und spezielle Unternehmens- und Zielgebietsinformationen sowie Stellungnahmen zu gesellschaftlich wichtigen Themen (vgl. FREYER 1999, S. 577).

Das letzte zu betrachtende Element der Kommunikationspolitik bildet die Werbepolitik. Aufgabe der Werbung ist es, potentielle Kunden über das touristische Angebot einer Destination zu informieren und diese zu einer Buchung zu veranlassen. Aufgrund der Immaterialität touristischer Leistungen wird statt der eigentlichen Leistung meist die Vorstellung der Destination bzw. die Darstellung emotional-assoziativer Bilder in den Vordergrund der Werbebotschaft gestellt. Werbung will in diesem Fall Gefühle und latente Wünsche des potentiellen Kunden ansprechen, ihre Erfüllung an einem bestimmten Urlaubsort versprechen und zur Buchung veranlassen.

Im Vorfeld der Initiierung von Werbemaßnahmen haben bestimmte Grundüberlegungen zu stehen, die als Werbeplattform bezeichnet werden. Inhalte sind Überlegungen zu Werbezielen und Werbebotschaften, die Zielgruppenbestimmung, die verwendeten Werbemittel und Werbeträger sowie Maßnahmen der Erfolgskontrolle (vgl. FREYER 1999, S. 584).

Im Rahmen der Werbeziele und Botschaften sind Leitbild und Marketingstrategien zu konkretisieren und in entsprechenden Werbebotschaften einzubetten. Ziel dieser Abstimmung ist es, eine diskrepanzlose Gesamtheit aus Handeln und Werbung zu erreichen und den potentiellen Kunden zu vermitteln.

Die Zielgruppenbestimmung dient in der Werbepolitik vor allem dazu, Inhalte und Aufmachung von Werbung an die angesprochene Zielgruppe anzupassen.

Bei der Auswahl der Werbemittel bestehen vielfältige Optionen. Zu unterscheiden ist hierbei zwischen gedruckten, akustischen, audio-visuellen und dekorativen Werbemitteln sowie Werbeveranstaltungen. Diese werden über bestimmte Werbeträger publiziert, zu denen Printmedien, elektronischen und audio-visuelle Medien, Medien der Außenwerbung und Direktwerbung gehören. Reichweite, Kontakthäufigkeit, Kontaktkosten und die Wirkung auf den Kunden unterscheiden sich teils erheblich, sodass eine an Kosten und Nutzen orientierte Auswahl zu treffen ist.

Eine Sonderform der touristischen Werbung sind Tourismus-Events. Darunter versteht man inszenierte Ereignisse oder Veranstaltungen begrenzter Dauer, die eine touristische Anziehungskraft besitzen. Sie haben sich zu einem wichtigen Zweig im touristischen Marketing entwickelt, was vor allem auf den Trend der veränderten Reisemotive zurückzuführen ist. Der Gast erwartet insgesamt mehr Produktinnovation und einzigartige Erlebnisse während der Reise. Als Anlass solcher Veranstaltungen kommen in erster Linie, kulturelle, natürliche und sportliche Ereignisse in Frage, die entweder neu geschaffen oder für den touristischen Zweck aufgewertet werden.
Ziel der Veranstaltung von Events sind die Erhöhung der Bekanntheit einer Destination, die punktuelle und langfristige Steigerung von Besucherzahlen, die gezielte Imagebildung und interne Ziele wie die Sicherung der Attraktivität des Standortes und der Lebensqualität der lokalen Bevölkerung (vgl. FREYER 1999, S. 604 ff.).

Dem Bereich der Werbung ist weiterhin die Präsenz auf touristischen Fachmessen zuzurechnen. Hierbei spielt die gezielte Information eines breiten oder auch Fachpublikums über das touristische Angebot die herausragende Rolle. Gleichzeitig dienen Messen auch der Verkaufsförderung und Aspekten der Informationsbeschaffung bezüglich Umfeldanalyse, Marktforschung und Konkurrenzanalyse (vgl. FREYER 1999, S. 611 ff.).

Am Ende der Werbeplattform stehen Maßnahmen der Erfolgskontrolle. Neben diversen Möglichkeiten der Vorabkontrolle der Werbewirksamkeit, z. B. über psychologische Tests, besteht im Tourismus hauptsächlich die Möglichkeit der Messung des Kaufverhaltens mittels Gästebefragungen.

3.6.4.1 Abgeleiteter Handlungsbedarf

Das Image von La Palma, welches die Grundlage der Werbeaktivität bildet, konnte über die Gästebefragung des Autors abgeschätzt werden. Die Auswertung zeigte, dass der Gast mit La Palma in erster Linie Aspekte des natürlichen Angebots der Insel in Verbindung bringt. Weitere Anhaltspunkte zur Klärung des Images der Insel bietet die Untersuchung der Gästezufriedenheit im Rahmen dieser Befragung. Hierbei wurde offenkundig, dass zum positiven Image auch Gastfreundlichkeit, Ruhe und die Abwesenheit von Massentourismus zählen. Auf der anderen Seite lassen sich als negative Imageaspekte die Umweltsituation sowie Aspekte, die in Zusammenhang mit Mängeln des touristischen Angebots stehen, herausstellen.
Das vorhandene positive Image der Insel sollte gezielt Einfluss auf die Gestaltung der Werbeinhalte haben und in Zusammenhang mit den aufgestellten Strategien, dem Leitbild und den Wünschen der anzusprechenden Zielgruppe gebracht werden.
Zusammengefasst müsste so dem potentiellen Kunden die Botschaft übertragen werden, dass ihn auf La Palma ein nachhaltig entwickeltes, ruhiges und nicht überlaufenes Urlaubsparadies erwartet, welches besonderen Wert auf Gastfreundschaft, Kundenservice und Qualität legt und über außergewöhnliche landschaftliche Reize und ein großes kulturelles Erbe sowie angenehme klimatische Verhältnisse verfügt, was ganzjährig zu Aktivitäten in der Natur, speziell dem Wandern einlädt.
Die genannten negativen Imagefaktoren sollten besondere Aufmerksamkeit erhalten, um die dahinter stehenden Mängel schnellstmöglich beseitigen zu können.
Gleichzeitig sollte eine laufende Kontrolle des Destinationsimage betrieben werden, um auf etwaige positive oder negative Veränderungen schnell mit veränderten Werbebotschaften oder Angebotsverbesserungen reagieren zu können.
Auf die Notwendigkeit der Entwicklung von neuen Vertriebssystemen und der Verkaufsförderung seitens des Patronato de turismo wurde im vorangegangenen Kapitel bereits hingewiesen, da Verkaufsförderung und Vertriebspolitik in einem engen Zusammenhang miteinander stehen. Hier könnten der Kundenkontakt und damit die Verkaufszahlen von Leistungen erheblich gesteigert werden. Die Verkaufstätigkeit von Nebenleistungen vor Ort könnte gegebenenfalls durch Mitarbeiterschulungen zum Thema Verkaufstaktiken unterstützt werden.

Zur Bewerbung touristischer Destinationen ist heute aus mehreren Gründen ein umfangreiches Internetportal im Rahmen des Online-Marketings das Mittel der Wahl. Zunächst bietet das Internet eine Kombination diverser Werbeinhalte. Hierbei kommen neben textlicher Information auch akustische und visuelle Inhalte infrage, wobei visuelle Inhalte entweder in bewegter oder in Stillform bereitgestellt werden können.
Zweiter Vorteil einer Internetpräsenz ist die ständige Verfügbarkeit. Werbung ist in diesem Falle nicht von Erscheinungsdaten oder der zeitlichen Platzierung innerhalb von Werbeträgern abhängig. Gleichzeitig besteht der Vorteil, dass Internetinhalte über eine weltweite Reichweite verfügen, welche von keinem anderen Werbeträger erreicht wird. Der Abruf dieser Inhalte setzt zwar das Vorhandensein eines Internetzugangs voraus, dieser hat jedoch in den meisten europäischen Staaten unterdessen eine Verbreitung von 20 und 60% der Bevölkerung (KANIA 2005). Nur Rundfunk- und Fernsehgeräte haben als Kommunikationsmedien eine noch größere Verbreitung.
Im Hinblick auf touristische Werbung ist weiterhin festzuhalten, dass insbesondere die Nutzung des Internet für im Zusammenhang mit Reisen stehende Zwecke in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Die Reiseanalyse 2003 (F.U.R 2003, S. 81) weist für deutsche Reisende aus, dass 71% das Internet zu Informationszwecken in Zusammenhang mit Reisen genutzt haben. 52% der Reisenden haben darüber hinaus auch schon einmal über das Internet Reiseleistungen gebucht. Es ist zu erwarten, dass sich diese Zahlen in den kommenden Jahren weiter erhöhen werden.

Weiterer Vorteil des Internets sind die Kosten. Abgesehen von der anfänglichen Investition, die die Einrichtung eines Internetportals verlangt, fallen nur laufende Personal-, Providerund Telekommunikationskosten an. Diese liegen im Vergleich mit denjenigen Kosten, die bei Einschaltung einer externen Werbeagentur für Erstellung und Platzierung von Werbeinhalten anfallen, deutlich niedriger. Darüber hinaus ist eine teilweise Deckung dieser Beträge über Werbebanner touristischer Leistungsträger sowie über den Verkauf von Leistungen über das Portal möglich.
Denn als entscheidenden Vorteil bietet das Internetportal als interaktives Medium die Möglichkeit, nicht nur zu informieren, sondern an gleicher Stelle eine Verkaufshandlung anzubahnen. Medienbrüche können dadurch vermieden werden. Zu diesem Zweck kann ein oben angesprochenes Reservierungssystem in die Seite integriert werden.
Die Destination La Palma verfügt bereits über eine offizielle Internetpräsenz, die vom Patronato de turismo betrieben wird. Dieses Portal entspricht allerdings in optischer Aufmachung, Benutzerfreundlichkeit, Informationsaufbereitung und Aktualität nicht dem Stand des heute Möglichen, was die Nutzbarkeit und Werbewirksamkeit erheblich einschränkt. Auch im Hinblick auf die Qualität der Internetportale konkurrierender Destinationen besteht hier erheblicher Handlungsbedarf.
Als gutes Beispiel kann an dieser Stelle das Internetportal der Insel Gran Canaria (www.grancanaria.com) dienen. Aber auch deutsche Beispiele wie die Internetpräsenzen von Westerland/Sylt (www.westerland.de) und Friedrichskoog (www.friedrichskoog.de) können herangezogen werden. Beide gewannen 2003 bzw. 2004 den web.tour.sh -Preis für den besten Internetauftritt einer Destination in Schleswig-Holstein, der jährlich vom Tourismusverband Schleswig-Holstein verliehen wird.
Da der Internetauftritt gewissermaßen als Aushängeschild der Destination fungiert, ist als oberste Maxime auf eine professionelle und Vertrauen erweckende Gesamtgestaltung zu achten. Dies beginnt bereits bei der Gestaltung der Eingangsseite. Hier ist es für eine international operierende Destination unabdingbar, eine den Quellmärkten angepasste Sprachauswahl bereitzustellen. Diese sollte bei der Internetpräsenz der Insel La Palma mindestens die Sprachen Spanisch, Deutsch, Niederländisch und Englisch umfassen. Eingebettet sollte dies in ein visuelles Element sein, welches Professionalität vermuten lässt, Neugier auf die Seite und die Destination weckt und durch eine helle und freundliche Farbgebung einladend wirkt. Eine lange Wartezeit, wie dies bei der aktuellen Seite von La Palma der Fall ist, sollte unbedingt vermieden werden, da die Ausstiegsschwelle bei Internetangeboten sehr niedrig liegt.
Die Hauptseite des Portals sollte ebenfalls einen professionellen und einladenden Eindruck machen und sich außerdem am Corporate Design der Destination sowie an den Wünschen der angesprochenen Zielgruppen orientieren. Hier sind visuelle Elemente, die Neugier und Emotionen wecken, Wiedererkennungswert und eine übersichtliche und benutzerfreundliche Struktur entscheidende Faktoren. Der Besucher sollte in der Lage sein, gesuchte Informationen auf den ersten Blick auszumachen. Außerdem muss die Navigation innerhalb der Seite intuitiv möglich sein. Sind diese Faktoren nicht gegeben, wird der Besucher die Seite als unattraktiv einstufen und wieder verlassen.
Die eingestellten Informationen sollten sich über ein interaktives und leicht verständliches Menü am rechten oder oberen Seitenrand erreichen lassen.

Als sinnvolle Informationen sind dem Gast darüber bereitzustellen:

- Gastgeber (mit Preisrechner, Vakanzinformation und Buchungsmöglichkeit)
- Pauschalangebote für bestimmte Zielgruppen
- Möglichkeiten der Freizeitgestaltung
- Gesundheits- und Wellnessangebote
- Hinweise auf Veranstaltungen
- Natürliche Attraktivität
- Gastronomische Angebote
- Mietwagenangebote
- Hinweise zur Anreise (mit Links zu Fluggesellschaften)
- Multimediale Inhalte (Bilder/Video)
- Webcam
- Wetter
- nteraktive Angebote (Gästebuch, Newsletter, Gewinnspiele, Versenden von Fotos und Seitenlink)
- Kontaktmöglichkeiten (Kontaktformular für Fragen, Anregungen, andere Kontaktwege) Suchfunktion

Denkbar wäre analog zum Portal der Insel Sylt eine interaktive Karte La Palmas, über die sich Informationen über Orte und Sehenswürdigkeiten direkt auswählen lassen.
Bei allen Informationen sollte Wert auf eine nutzerfreundliche Ausgestaltung gelegt werden. Hierbei ist eine Kombination aus textlichen und visuellen Elementen sinnvoll. Der Internetnutzer wird allerdings in der Regel nicht gewillt sein, seitenlange Informationstexte zu lesen, daher sind an dieser Stelle kurze und präzise Ausführungen, die durch visuelle Elemente unterstrichen werden, das Mittel der Wahl. Ebenso wichtig wie die Gestaltung des Inhalts ist seine Aktualität, welche wiederum einen professionellen Eindruck vermittelt.
Kontaktmöglichkeiten und interaktive Angebote machen es im Online-Marketing auch möglich, Email-Adressen zu erfassen und damit einen dauerhaften Kontakt zum Kunden herzustellen. Dies kann in Form von allgemeinen Newslettern geschehen. Daneben sind auch gezielte Ansprachen zu persönlichen Anlässen (Weihnachten, Geburtstag) oder gezielte Informationen über Veränderungen des Angebots, aktuelle Sonderangebote oder Veranstaltungen sowie die Reisenachbetreuung (Überprüfung der Zufriedenheit etc.) möglich.

Als zweiter Kritikpunkt ist die erschwerte Auffindbarkeit der Seite zu nennen. Nur bei der Suche nach dem Stichwort La Palma über spanische Suchmaschinen taucht die offizielle Internetseite an erster Stelle auf. Bei diverse nationalen und internationale Suchmaschinen ist die Seite dagegen gar nicht oder erst nach einer Reihe privater Seiten zu finden.
Nach Information von Herrn Littmann ist die Position einer Seite innerhalb eines Suchmaschinenergebnisses von zwei Faktoren abhängig. Erstens von der Zahl der bisherigen Aufrufe dieser Seite und zweitens davon, wie häufig der eingegebene Suchbegriff im Volltext der Seite vorhanden ist. Konkret wäre daher die Auffindbarkeit der Seite schon durch eine Attraktivitätssteigerung, die zu mehr Aufrufen führt, und eine häufigere Verwendung des Stichworts La Palma im Text zu verbessern. Darüber hinaus bieten viele Suchmaschinen gegen Entgelt die Möglichkeit, den Link außerhalb der eigentlichen Suchergebnisse an oberster Stelle oder am Seitenrand zu implementieren.
Die schlechte Auffindbarkeit wird auch durch die Adresse der Seite verstärkt, die sich aus dem Namen der Insel sowie dem Wort turismo zusammensetzt. Gängige Praxis anderer Destinationen ist es, nur den Namen der Destination als Adresse zu verwenden. Der Name der Seite kann dadurch intuitiv leichter abgeleitet und erinnert werden. Am besten geeignet wäre daher die Adresse www.lapalma.com, die allerdings bereits vergeben ist. Ähnlich gelagerte Fälle aus anderen Branchen haben jedoch gezeigt, dass es mit einigem Verhandlungsgeschick möglich ist, Vorbesitzer zur Abgabe ihrer Adresse zu bewegen.
Um den Bekanntheitsgrad des Internetportals zu steigern, sollte die Internetpräsenz durch ergänzende Werbemaßnahmen flankiert werden. Der Aufdruck der Adresse auf Infobroschüren ist dabei selbstverständlich und wird bereits praktiziert. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, in Printmedien Werbung zu schalten, wobei vor allem Reisefachzeitschriften in Frage kommen. Günstigere Alternative ist ein Banneraustausch mit anderen Anbietern im Internet. Bei diesem Verfahren einigt sich der Anbieter einer Internetseite mit dem Anbieter einer anderen Seite, die Seiten gegenseitig zu verlinken. Dies kann über Textlinks oder den Austausch von Werbebanner geschehen.

Neben den direkten Werbemaßnahmen kann auch die Öffentlichkeitsarbeit einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung des Bekanntheitsgrads der Insel La Palma leisten.
Als Zielgebiet, welches fernab seiner Quellmärkte liegt, sind die Möglichkeiten der Pressearbeit jedoch beschränkt. Es besteht in diesem Bereich vorzugsweise die Möglichkeit, sich an Redaktionen von Reisesendungen und Reisefachzeitschriften zu wenden. Dabei können einerseits Informationen über das Angebot sowie aktuelle Veränderungen übermittelt werden, andererseits besteht die Möglichkeit, die zuständigen Journalisten im Rahmen einer Pressereise auf die Insel einzuladen. Durch die nachfolgende Berichterstattung in genannten Medien lässt sich der Bekanntheitsgrad der Insel erhöhen und Informationen über La Palma verbreiten, ohne dass dafür hohe Kosten anfallen.

Ebenso wichtig ist die nach innen gerichtete Öffentlichkeitsarbeit. Hier geht es darum, Bevölkerung, touristische Leistungsträger und Mitarbeiter über Sachverhalte zu informieren, die im Zusammenhang mit dem Destinationsmanagement stehen. Diese Form der Öffentlichkeitsarbeit wird auf La Palma über die örtliche Tagespresse intensiv betrieben. Dazu ist allerdings anzumerken, dass aus den Expertengesprächen auf La Palma der Eindruck entstanden ist, dass die veröffentlichten Informationen teilweise nicht der Wahrheit entsprechen und dass die Bevölkerung für das Handeln der Behörden in touristischen Fragen mitunter kein Verständnis entwickeln kann, da diese andere Zielvorstellungen von der touristischen Entwicklung der Insel hat. Zu lösen wäre dieser Konflikt über eine wahrheitsgemäße Berichterstattung und entweder eine Einbeziehung der Vorstellungen der Bevölkerung oder eine nachvollziehbarere Aufklärung der Bevölkerung in Bezug auf die Gründe für ein bestimmtes Handeln. Nur dadurch wird in der Bevölkerung Vertrauen in die Politik geschaffen. Dies führt in der Konsequenz zu einer Verbesserung der Tourismusakzeptanz und der Identifikation mit der Destination und damit zu mehr Leistungsbereitschaft und einer Steigerung von Gastfreundschaft und Kundenservice.

Eine Spezialform der Destinationswerbung sind Events mit touristischer Ausstrahlung. Die touristische Situationsanalyse hat gezeigt, dass auf La Palma sehr regelmäßig spektakuläre Veranstaltungen mit kulturellem Hintergrund stattfinden. Nach Informationen der Zielgebietsagenturen auf der Insel werden diese jedoch - abgesehen von der alle fünf Jahre stattfindenden Fiesta de Nuestra Señora de las Nieves - kaum von Gästen angenommen. Hintergrund dürfte hier vor allem die mangelnde Information der Gäste sein. Reiseführer beschreiben zwar Ort und Anlass der Veranstaltungen sowie deren Höhepunkte und wecken damit Interesse, jedoch fehlen dem Gast in der aktuellen Reisesituation Detailinformationen. Es wäre daher sinnvoll, im Vorfeld der Reise über das Internet und während des Aufenthaltes über die Informationsbüros für Touristen oder die Zielgebietsagenturen Informationen zu publizieren, die ein Programm der betreffenden Veranstaltung mit genauen Ortsangaben und zeitlichem Ablauf enthalten. So könnten Besucherzahlen bei Großveranstaltungen gesteigert und außerdem das Image La Palmas als kulturverbundene Destination unterstrichen werden.

Die Erfolgskontrolle bezüglich der Werbemaßnahmen sollte auf La Palma über regelmäßige Gästebefragungen stattfinden, bei denen ermittelt werden kann, was den Gast zur aktuellen Reise bewegt hat. Im Bereich des Online-Marketings sind Kontrollen über diverse Web- Statistiken möglich. Außerdem kann auch hier über Gästebefragungen der Bekanntheitsgrad und die Zufriedenheit mit den Inhalten festgestellt werden.

3.7 Gesamtwirkung der Einzelmaßnahmen

Zu Beginn dieses Hauptkapitels wurden die drei Säulen einer nachhaltigen Tourismusentwicklung beschreiben. Diese werden gebildet durch ökologische Tragfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und ökonomische Effizienz.

Die Zielsetzung dieser Untersuchung war die Frage, mit welchen Maßnahmen eine Profilierung der Destination La Palma durch nachhaltigen Tourismus erreicht werden kann. In diesem Hauptkapitel wurden dafür einzelne Maßnahmen im Rahmen einer Verbesserung des Destinationsmarketings betrachtet, die jedoch zunächst nur auf ihre unmittelbaren Wirkungen hin untersucht werden konnten.

Daher gilt es nun zu überprüfen, ob und inwieweit die beschriebenen Einzelmaßnahmen im Endeffekt Einfluss auf die drei Säulen der nachhaltigen Tourismusentwicklung besitzen.

Zu diesem Zweck wurden alle eingeführten Maßnahmen und vermuteten Wirkungen in Beziehung zueinander gesetzt. Dies ergibt das in Abbildung 3.7.1 dargestellte Beziehungsgeflecht.

 La Palma, Lars Gerhardts Abbildung 3.6.1

Abbildung 3.7.1: Beziehungsgeflecht von Ursachen und Wirkungen, die zur Etablierung eines nachhaltigen Tourismus führen
Quelle: Eigene Ausarbeitung



Bei der Betrachtung des aufgebauten Beziehungsgeflechtes ist es nicht nur von Bedeutung, darzustellen, welchen Einfluss einzelne Faktoren aufeinander haben, sondern auch eine Abschätzung der Stärke der Wirkung vorzunehmen.
Die Stärke der Wirkung kann ein bedeutender Hinweis bei der Umsetzung der Maßnahmen sein. So sollten zunächst diejenigen Maßnahmen verwirklicht werden, die über die stärkste Wirkung verfügen.
Die dargestellten Wirkungen sind jedoch sehr komplex und damit kaum messbar. Aus diesem Grund soll an dieser Stelle die Stärke der Wirkung eines Faktors über die Anzahl seiner Einzelwirkungen abgeschätzt werden. Ein Faktor, der mehrere Wirkungen gleichzeitig bedingt, hätte danach ein höheres Gewicht als ein Faktor, der nur eine einzige Auswirkung hat.

Der Faktor mir der stärksten Wirkung innerhalb des Beziehungsgeflechts ist daher die Diversifikation des Angebots. Die zweitstärkste Wirkung hat der Aufbau einer starken Marke. Als etwa genauso wirkungsvoll sind der Ausbau des Online-Marketings sowie die Zusammenarbeit aller Akteure auf der Insel anzusehen.

Nachfolgend soll das graphisch dargestellte Beziehungsgeflecht beschrieben werden:
Wie in diesem Hauptkapitel beschrieben, setzt die Diversifikation des Angebots eine intensive Marktforschung voraus, um Kundenbedürfnisse zu ermitteln.
Eine Diversifikation des Angebots ist allerdings geeignet, dem Gast einen Zusatznutzen zu schaffen, der sich in höheren Ausgaben auf der Insel und damit wiederum in stärkerer ökonomischer Effizienz niederschlagen würde.
Gleichzeitig ist eine Diversifikation des Angebots geeignet, um bestehende Zielgruppen stärker anzusprechen und auch neue Zielgruppen für die Insel zu gewinnen, was sich wiederum in höheren Buchungszahlen und stärkerer ökonomischer Effizienz äußern würde. Als eine weitere positive Folge einer Diversifikation des Angebots ist der Aufbau einer starken Marke anzusehen.

Ein weiterer wichtiger Baustein für die Etablierung eines nachhaltigen Tourismus ist der Aufbau einer starken Marke.
Für die Stärkung der Marke bedarf es zunächst der Etablierung einer Corporate Identity, für die allerdings die Zusammenarbeit aller Akteure auf der Insel Voraussetzung ist.
Eine weitere Voraussetzung zum Aufbau einer starken Marke ist eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit sowohl nach außen als auch nach innen, was sich dann auch positiv auf die Tourismusakzeptanz innerhalb der Bevölkerung auswirkt.
Dritte Voraussetzung für eine Stärkung der Marke ist ein große Kundenzufriedenheit, welche sich wiederum durch Gastfreundschaft, verbesserte Servicequalität, verbessertes Beschwerdemanagement und eine Erweiterung des touristischen Angebots erreichen lässt. Eine weitere Grundvoraussetzung für eine starke Marke ist es, die vorhandenen Qualitätsdefizite auszugleichen.
Zudem sollte das Image ständig mit Mitteln der Marktforschung kontrolliert werden, um auf etwaige positive oder negative Veränderungen reagieren zu können.
Letzte Voraussetzung für die Markenaufwertung wäre ein diversifiziertes Angebot.

Aus einer Stärkung des Images mit dem Ziel der Etablierung als starke Marke am Markt würden dann sowohl eine Steigerung des Bekanntheitsgrades als auch die Schaffung von Vertrauen beim Kunden resultieren, was geeignet wäre, um höhere Buchungszahlen zu realisieren.
Daraus folgt eine Steigerung der ökonomischen Effizienz, die wiederum eine Säule des Nachhaltigen Tourismus bildet. Zudem kann über die Etablierung der Destination als starke Marke die Kundenbindung verbessert werden, was zu wiederholten Reisen nach La Palma führen würde und damit die Buchungszahlen erhöhen würde.
Dies führt wiederum zur Steigerung der ökonomischen Effizienz, die eine Säule des nachhaltigen Tourismus bildet.

Ein dritter bedeutender Baustein ist der Ausbau des Online-Marketings. Dieser setzt flankierende Werbemaßnahmen - wie sie in diesem Hauptkapitel beschrieben wurden - voraus.
Dann ist das Online-Marketing jedoch einerseits geeignet, durch Information und die Implementierung des beschriebenen Buchungssystems direkt die Buchungszahlen zu erhöhen und damit stärkere ökonomische Effizienz zu bewirken.
Andererseits bietet das Online-Marketing beste Voraussetzungen für effektive und kostengünstige Maßnahmen der Kundenbindung.
Diese führt wiederum zu Wiederholungsbesuchen und steigender ökonomischer Effizienz.

Zudem ist es mit dem beschriebenen Buchungssystem möglich, über eine einheitliche Plattform private Unterkünfte sowie Häuser des turismo rural zu vermarkten.
Dies führt zu einer Stärkung des Individualtourismus und des turismo rural auf La Palma. Daraus sollte eine Stärkung der regionalen Wirtschaftstrukturen folgen, die zusammen mit einer höheren Tourismusakzeptanz in der Bevölkerung und einer Zusammenarbeit aller touristischen Akteure auf der Insel zu mehr sozialer Gerechtigkeit führt.
Diese wiederum bildet die zweite Säule des nachhaltigen Tourismus.

Wie zu Beginn des dritten Kapitels dargestellt wurde, sind auf La Palma bereits rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen worden, die das quantitative Wachstum im Beherbergungssektor begrenzen sollen. Zudem wurden Weichenstellungen im Bereich der Ver- und Entsorgungssituation vorgenommen.
Beide Voraussetzungen führen zu ökologischer Tragfähigkeit, welche die dritte Säule einer nachhaltigen Entwicklung bildet.

Es konnte also gezeigt werden, dass die im Laufe des dritten Kapitels vorgeschlagenen Einzelmaßnahmen sowie die festgestellten bestehenden Ansätze auf La Palma zueinander in Beziehung stehen. Viele der angeführten Maßnahmen beeinflussen sich dabei gegenseitig.
Letztendlich konnte jedoch dargestellt werden, dass alle Maßnahmen, die aus den Zielen des touristischen Leitbildes hervorgingen, ein Beziehungsgeflecht bilden, welches schließlich in die Etablierung einer nachhaltigen Tourismusentwicklung mündet.

4 Schlussbetrachtung und Ausblick

Die vorangegangenen Ausführungen haben gezeigt, dass auf La Palma bereits Handlungsansätze in Richtung einer nachhaltigen Tourismusentwicklung erkennbar sind. Diese sind vor allem im Bereich der ökologischen Tragfähigkeit in Form von Kapazitätsbeschränkungen und der Ausweisung von touristischen Vorranggebieten feststellbar.
Gleichwohl ist die Insel aufgrund ihrer Wirtschaftsstruktur auf Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte angewiesen, die von einem verstärkten Ausbau der touristischen Aktivitäten ausgehen würden.
An diesem Konflikt setzte die vorliegende Untersuchung an mit dem Ziel, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, die ein an Kriterien der Nachhaltigkeit ausgerichtetes Konzept schaffen, welches sich nicht nur durch ökologische Tragfähigkeit und soziale Gerechtigkeit, sondern auch durch stärkere Wertschöpfungseffekte auszeichnet.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde zunächst das touristische Potential der Insel untersucht. Die touristische Situationsanalyse hat die Angebots- und Nachfragestruktur der Destination La Palma dargestellt. In Verbindung mit der Konkurrenz- und Trendanalyse konnten daraus die Kernkompetenzen der Insel abgeleitet sowie zukünftige Marktchancen und -risiken entwickelt werden.
Nach Feststellung des touristischen Potentials der Insel wurden zunächst generelle Rahmenbedingungen in Form eines touristischen Leitbildes und von Marketingstrategien geschaffen, um darauf im Anschluss Handlungsempfehlungen aufzubauen.
In einer zusammenfassenden Darstellung konnte anschließend gezeigt werden, dass sich das entstandene Nachhaltigkeitskonzept aus den Säulen ökonomische Effizienz, ökologische Tragfähigkeit und soziale Gerechtigkeit zusammensetzt.

Die ökonomische Effizienz soll in erster Linie durch eine Diversifikation des Angebots, einen verstärkten Einsatz von Maßnahmen des Online-Marketings, die Etablierung der Insel als starke Marke und die Zusammenarbeit aller Akteure auf La Palma erreicht werden.

Die ökologische Tragfähigkeit soll durch eine Beschränkung des Bettenangebots mit Obergrenzen und die Sicherstellung einer geregelten Entsorgungssituation in Verbindung mit der Vermeidung der Übernutzung von Ressourcen erreicht werden.

Die soziale Gerechtigkeit soll durch eine Stärkung regionaler Wirtschaftsstrukturen in Verbindung mit der Zusammenarbeit aller Akteure auf der Insel sichergestellt werden.

Es konnte also dargestellt werden, dass sich das Ziel einer erhöhten Wertschöpfung mit ökologischen und sozialen Komponenten verknüpfen lässt und dass aus den bereits vorhandenen und den entwickelten Bausteinen das Ziel einer nachhaltigen Tourismusentwicklung erreichbar ist.

Dies allein erklärt allerdings nur theoretische Zusammenhänge und sagt damit noch nichts über die Praxistauglichkeit des Konzepts aus.
In Bezug auf die Verwendung in der Praxis ist zunächst einschränkend anzumerken, dass diese Untersuchung in erster Linie auf theoretischen Überlegungen basiert, wobei die Grundlage dieser Überlegungen ausschließlich Literatur aus dem deutschsprachigen Raum ist. Ein Transfer dieser Beispiele auf Regionen in anderen Ländern ist zwar theoretisch denkbar, jedoch können in der Praxis durchaus Probleme aufgrund differierender Zielvorstellungen oder abweichender Gesetzeslagen auftreten.
Zudem ist anzumerken, dass dieser Untersuchung keine laufenden Absprachen mit touristischen Akteuren auf La Palma zugrunde liegen. Es sind lediglich grundlegende Ansichten von Einzelpersonen eingeflossen, die im Rahmen der vor Ort durchgeführten Expertengespräche aufgenommen wurden.
Der Erfolg der Umsetzung wird also auch davon abhängen, wie genau die tatsächlichen Zielvorstellungen der Akteure auf der Insel vom Autor getroffen wurden. Dies betrifft vor allem den Bereich der Leitbild- und der strategischen Planung.
Der Erfolg dieses Konzeptes ist darüber hinaus auch im Rahmen der Umsetzung eng an die Vorstellungen der lokalen Akteure geknüpft. Dies bedeutet, dass ohne den konkreten politischen Willen die Umsetzung eines solchen Konzepts nicht erfolgen kann.

Trotz der genannten Einschränkungen ist das vorliegende Konzept jedoch geeignet, einen durch die Kriterien der Nachhaltigkeit gelenkten Qualitätstourismus auf La Palma zu etablieren.
Die Umsetzung sollte ausgehend von den genannten Faktoren mit der größten Wirkung geschehen und sukzessive erweitert werden. Eine Anpassung an eventuell abweichende Zielvorstellungen seitens der touristischen Akteure auf der Insel scheint dabei ohne weiteres möglich.
Die Umsetzung und Anwendung des Konzepts sollte allerdings als laufender Prozess betrachtet werden. Innerhalb dieses Prozesses ist eine ständige Evaluation der Wirkungen in Form von Marktforschungsmaßnahmen unerlässlich. Diese Ergebnisse müssen wiederum genutzt werden, um das Konzept den festgestellten Veränderungen anzupassen. Nur auf diese Weise ist eine dauerhafte Wirksamkeit zu erreichen.

Das Ziel sollte eine zukünftige Tourismusentwicklung sein, die das wirtschaftliche Standbein der Insel bildet, einen möglichst großen Teil der Bevölkerung einbindet und eine dauerhafte Aufrechterhaltung der natürlichen Attraktivität der Insel auch für nachfolgende Generationen sicherstellt.


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