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Flora - Schwarze Maulbeere

Morus nigra. Hier heißt die Pflanze „moral“ und die Frucht mora

Die Familie der Maulbeergewächse hat nichts mit anderen Beeren zu tun, zur gleichen Familie gehören auch die Ficusarten, so also auch die essbaren Feigen und der berühmte Gummibaum.

Den Maulbeerbaum gibt es auf La Palma und den anderen Kanaren seit dem die Spanier das Archipel für sich in Anspruch genommen haben. Aber nach 500 Jahren kann man wohl nicht mehr von einem „Neophyten“ sprechen. Er gehört hier genau so in das Landschaftsbild wie Palmen oder die ebenso eingeschleppten Opuntien. Ursprünglich kommt die Maulbeere aus Asien und ist dort seit über 4.000 Jahren eine Kulturpflanze. Einmal wegen der wohlschmeckenden schwarzen Früchte, andererseits stellen die Blätter die einzige Nahrung der Seidenraupen dar. Für die Zucht der Seidenraupen werden allerdings in Asien die Blätter der „Weißen Maulbeere“ (Morus alba) bevorzugt. In Europa wächst die weiße Maulbeere aber schlechter und so werden, oder wurden in Europa die Blätter der schwarzen Maulbeere an die Seidenraupen verfüttert.



Unreife Früchte an der schwarzen Maulbeere Fruchtstände Die schwarze Maulbeere ganz nah


Das erste Vorkommen der Maulbeeren in Europa wird auf 600 Jahre vor Christus notiert, aber erst 600 Jahre nach Christus gelang es die ersten Seidenraupen verbotenerweise nach Europa zu schmuggeln. Die Chinese wollten natürlich ihr Monopol für die Seidenherstellung erhalten.

Die Maulbeere ist frosthart und wächst auch in Deutschland, allerdings hinterlassen die abfallenden reifen Früchte schwarze Flecken auf Wegen und Terrassen, so ist es vielleicht zu erklären, warum die Maulbeere in Deutschland eher selten anzutreffen ist. Die Maulbeere wächst unbeschnitten eher in Strauchform heran und wird dann selten höher als 4-5 Meter. Im Herbst wirft die Maulbeere ihre Blätter ab und erst im März bis April bilden sich neue frische Triebe. Das ist auch die Zeit zur Produktion der Seidenraupen, da diese nur die jungen und zarten Blätter fressen.

Die Blüte ist grün und unscheinbar hinter den Blättern versteckt. Die Früchte allerdings sind auffallend, erst rot um dann in Vollreife ganz schwarz zu werden. Sie sehen aus wie übergroße längliche Brombeeren und schmecken auch so ähnlich. Die Frischfrucht lässt sich aber kaum transportieren, sie verdirbt sehr schnell. Man kann hervorragende Marmeladen daraus kochen, Sirup und allerlei andere Süßspeisen. Allerdings ist die Ernte der Maulbeeren eine riesige Sauerei, die vollreifen Früchte sind sehr weich und zerplatzen unter dem Druck der Finger. Jeder Saftspritzer auf der Kleidung hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Auf La Palma ist die Produktion von Seidenraupen fast zum Erliegen gekommen und hat damit auch der Maulbeere den Status als Kulturpflanze entzogen. Die Maulbeerbäume auf La Palma wachsen so fast gänzlich wild und werden nicht beschnitten. In den letzten Jahren gelang es dem Ort El Paso jedoch die Produktion von Seide wieder anzukurbeln. Die Nostalgiewelle und die Liebe zur Tradition haben es möglich gemacht. Nun wird auch dem Maulbeerbaum wieder mehr Bedeutung geschenkt und er wieder nicht nur wegen seiner schwarzen Früchte geliebt.


La Palma, die grüne Perle der Kanaren


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