Gastbeiträge von Rose Marie Dähncke

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Mönch und Nonne

Ja, es handelt sich tatsächlich um diese Dachziegel, die im Volksmund Mönch und Nonne gennannt werden. Ich interessierte mich dafür, denn sie sehen recht gut aus und sind garantiert regenfest. Da kann wirklich nichts eindringen, denn sie sind total sicher verlegt. Sicher ja, aber auch moralisch? Ist das überhaupt vertretbar, was da mit klösterlicher Benennung ausgeführt wird?

Seriös, wie Sie mich kennen, habe ich eingehend darüber nachgedacht, ob ich diese Typbezeichnung gegenüber einem Fachgeschäft gebrauchen darf, denn man kann ja das Nachdenken über die leicht zweideutige Bezeichnung nicht einfach ausschließen. Vielleicht ist das nur ein Witz. Vielleicht mache ich mich lächerlich durch Unwissenheit. Was war das denn, dieser Mönch? Und diese Nonne? Beide sahen ganz gleich aus, hatten die selbe Form und wurden nur unterschiedlich verlegt. Zuerst kam eine Reihe des Ziegels mit der Öffnung nach oben, wie ein kleines Auffanggefäß, das sollte wohl die Nonne sein. Und dann kam eine Reihe darüber, wahrscheinlich der Mönch, denn sonst war ja nichts weiter da. Da war der Ziegel gewölbt wie eine Schutzglocke, und das sollte der ja auch sein, denn er schloss die Nahtstelle sicher ab, wo die beiden Nonnen dicht nebeneinander lagen.

Aber Leute, nun wurde mir doch ein bisschen schwummerig. Da lag der Mönch ja auf zwei Nonnen. Ist das normal? Und was denn, auf jeder Nonne lagen ja auch zwei Mönche, einer von rechts, der andere von links? Und das dürfen die? Ist das katholisch? Oder andersgläubig?

Mannomann, und was sagt die Kirche dazu? Gibt sie ihren Segen? Es handelte sich doch schließlich um fromme Menschen, und von den Mönchen dachte man doch, sie hätten andere Aufgaben als auf Nonnen zu liegen.

Zum Schluss sah man von den Nonnen überhaupt nichts mehr. Sie waren durchweg flachgelegt und dann von den Mönchen dicht bei dicht bedeckt. Die gaben natürlich ein prächtiges Bild und ließen nicht durchblicken, dass sie auf den armen unsichtbaren Nonnen lagen.

Also jetzt kam der Moment, in dem ich mich von den unkeuschen Dachziegeln verabschieden wollte. Nein, nein, vielleicht rückte mir noch der Papst auf die Pelle, wenn ich so schändliche Sprüche wie Mönch und Nonne für gewöhnliche Baumaterialien unter die Leute brachte. Wissen Sie was, ich gucke mir einfach mal Biberschwänze an, das sind auch ganz hübsche Dachziegel. Vielleicht nicht ganz so regendicht, aber man kann nicht alles haben. Zumindest kann ich wieder ruhig schlafen und muss keine Verfolgung wegen Rufschädigung frommer Menschen befürchten. Amen.



Für O T T O

von Rose Marie Dähncke geschrieben, um ihn, der uns so viel Spass bereitet, auch einmal mit einem Spässchen zu überraschen. Leider hat er dieses Drehbuch nicht angesehen und auch nicht dafür gedankt.

Ja Otto, ich habe mir so meine Gedanken gemacht, wie Deine Darbietung vor sich gehen könnte und schiebe Dir da allerhand unter, was nur Du Dir erlauben kannst, weil man Dir auch für kleine, gut verpackte Frechheiten nicht böse sein kann. Ich stelle mir also Deinen grossen Auftritt so vor:

Auf der Bühne sieht man eine einfache, rohe Dachkonstruktion und den Teil einer Hauswand mit einer kleinen Türklappe, daneben einige Dachziegel dieser bestimmten Art. Wichtigtuerisch erklärst Du nun Deinem Publikum, wie man diese Ziegel sachgemäss verlegt, immer Mönch auf Nonne, und schmückst alles aus mit Deinen moralischen Bedenken. Da wird sich ein Teil der Zuschauer bereits totgelacht haben, der Rest folgt ihnen später.

Mit dem fertigen Dach ist die Vorstellung noch nicht abgeschlossen, bei weitem nicht, es folgt noch recht Schlimmes. Über die gelungene Arbeit hältst Du nun segnend-besänftigend die Hände und sagst: 'so, und ihr schlaft jetzt mal schön, damit das Dach richtig gut stabil wird'. Du greifst Dir die Gitarre und setzt Dich ans Mikrofon, säuselst etwas von Schlaf und Schlafen, verchmuddelst ein altes Kinderlied oder singst vielleicht ganz lieb und tragend "Schlaf, Kindchen, schlaf, Deine Mutter ist ein Schaf…" und dann sprechend-entschuldigend: 'natürlich ein ganz allerliebstes, goldiges Schäfchen, so wie im Streichelzoo, wo die Kinder mit den kleinen Händchen in der weichen Wolle wühlen dürfen', und dann weiter "…Dein Vater ist ein Trampeltier…" und sprechend mit viel Bewunderung in Stimme und Geste: 'ja, so ein richtiges stämmiges, beneidenswert mit dicken Muskeln bepacktes Trampeltier, wo das hintritt, da wächst kein Gras mehr' und weiter: "…was kann das arme Kind dafür…", mit einem Blick zum Dach: 'schlaft dahinten' "… schlaf Kindchen, schlaf. Ja schlaf, Kindchen, schlaf, nu schlafe mal endlich, du kleines, süsses Miststückchen". Das Letzte schon ein bisschen ungeduldig, und zum Dach fast ärgerlich: 'Und Ihr, schlaft! Anständige Dachziegel verhalten sich ruhig und rühren sich nicht, sonst würde es ja reinregnen, Regen kann schlimme Folgen haben'. Mit dem Regen bringst Du sie auf eine gelüstige Idee.

Du säuselst noch etwas von Schlaf und Schlafen zur Gitarre, bis Dir selbst die Augen zufallen und Du einnickst. Du schläfst. Und schläfst. Ein kräftiger Ruf ertönt vom Publikum: 'Otto!' Du zuckst ein wenig zusammen im Schlaf. Dann laut und energisch: ' O t t o ! Aufwachen!' Verschlafen blinzelnd und auch erschrocken gibst Du zurück: 'Was ist los? Wer ruft mich da? Ich bin hier.' Leicht irritiert ergründest Du Deine Umgebung und sagst nach Erkennen der Situation: 'Ach so'. Ein Blick auf Deine Uhr und Du bist entsetzt: 'Oh mein Gott, oder wer auch immer, es sind ja sechs Monate vergangen, nein, Teufel nochmal, sechseinhalb, wenn man die Sonn- und Feiertage mitrechnet. Wie konnte mir das passieren!'

'Und was macht mein Dach?' Auf die Dir ganz eigene Art schleich-hüpfst Du dahin und betrachtest es mit Wohlwollen und streichelst es. Dann fällt Dir die kleine Türklappe auf. Du spielst ein bisschen mit dem Griff und wunderst Dich, dass er beweglich ist und die Tür vermutlich öffnen würde. Du fummelst ein bisschen mehr und öffnest die Tür einen ganz kleinen Spalt und schliesst sie schnell wieder. Das Publikum ist unterdessen unheimlich gespannt, ob Du nun Lust hast, die Tür zu öffnen oder nicht. Und Du hast plötzlich Lust, öffnest sie, und dann - oh Schreck - stürzen lauter kleine Dachziegel daraus hervor und bilden einen ansehnlichen Haufen. Zum Schluss folgen noch zwei Nachzügler und ganz zum Schluss noch ein letzter einzelner. Vom Publikum ist dann nicht mehr viel übrig, sie haben sich fast alle weggelacht. Es bleiben nur die paar, die nicht verstehen, wie aus grossen Dachziegeln kleine werden können. Mit ein paar Gitarrengriffen kommst Du zum Schluss. 'Ja, liebe Kinder, klim klim, Ihr findet das vielleicht toll, so viele kleine Dachziegel für Euer Puppenhaus klim klim. Wie die gemacht werden, das ist noch nichts für Euch, klim klim, dazu seid Ihr noch zu klein. Aber die Grossen, klim, die sind schlau, klim klim klim, die haben sich seit alten Zeiten extra einen weisen Sinnspruch dafür gedrechselt und halten sich brav daran, fast täglich, klim, und manche auch mehrmals täglich,klim klim klim, denn der ist vielversprechend. Merkt ihn Euch gut für später. Er heisst klimi klimi klimi klimi "Sich regen bringt Segen".










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