Gastbeiträge von Rose Marie Dähncke

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Ansonsten kerngesund

Frau Erika, eine Bekannte, nur wenig älter als ich, rief mich an: "Hallo, ich möchte mich nur verabschieden, ich gehe für ein paar Wochen nach Deutschland. So das Übliche, Verwandte besuchen, Zähne nachsehen und vor allem die Krebs-Vorsorgeuntersuchung. Wo lassen Sie die eigentlich machen?"

Ich war ziemlich stumm. Ja, wo ließ ich die eigentlich machen?

"Sie lassen sie doch wohl machen? Oder etwa nicht?" Da gelang mir schon ein Stammeln: "Also, mein Arzt hatte mir einmal gesagt, wenn Krebs begänne, würde man auch irgend etwas merken, und ich habe niemals etwas gemerkt."

Sie wurde richtig böse: "Aber meine Liebe, wie unverantwortlich! Dann wissen Sie ja gar nicht, wie es um Sie steht; vielleicht haben Sie schon längst Krebs und leben dabei völlig unbekümmert." Das hörte sich aber mehr an wie "vielleicht sind Sie schon längst tot und wissen es noch gar nicht". Ein bisschen beneidete sie mich wohl auch um diesen schönen Zustand. Jedenfalls betonte sie noch einmal "das ist ja u n v e r a n t w o r t l i c h ".

Wahrscheinlich hatte sie Recht, ich wünschte ihr eine gute Reise. Nach 8 Wochen rief sie mich wieder an. Heute auffallend leidend, matt, mit dünner kranker Stimme: "Ich bin wieder da."

"Hallo, Frau Erika, und wie geht es Ihnen, sie klingen so traurig."

"Das bin ich auch."

"Aber warum denn, geht es Ihnen schlecht?"

"Ja."

"Ach je, was haben Sie denn, wenn man fragen darf?"

"Ich wollte eigentlich nicht darüber sprechen."

"Das tut mir aber leid. Ist es denn so ernst? Vielleicht sollten Sie es mir doch sagen, damit ich Ihnen helfen oder Sie trösten kann."

"Mir kann jetzt keiner mehr helfen."

Das war ernst. Musste sie bald sterben? Zählte sie schon ihre Tage? Sie tat mir wirklich leid. "Nun erleichtern Sie sich schon und sagen es mir. Hat die Vorsorgeuntersuchung ein schlechtes Ergebnis gebracht?"

So reden wir noch eine Weile hin und her, und es kam nichts dabei heraus. Ich hatte sogar das Gefühl, sie genoss es, sich interessant zu machen und mich so hinzuhalten. Aber schließlich merkte ich, wir kamen der Sache näher, und dann endlich war sie an dem Punkt angekommen, wo sie das Ereignis nicht mehr länger für sich behalten konnte und gestand: "Also meine Zähne sind gemacht, mein Gesundheitszustand kann besser nicht sein, die Vorsorgeuntersuchung war negativ, aber beim Absteigen vom Gynäkologischen Stuhl bin ich gefallen und habe nun einen Oberschenkelhalsbruch mit wahnsinnigen Schmerzen."

Die Ärmste. Seitdem finde ich Vorsorgeuntersuchungen ausgesprochen gefährlich.

Wenn Sie mich fragen: kerngesund bis zum Schlachten






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