Gastbeiträge von Rose Marie Dähncke

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Das Waschlappen-Erbe

Wenn es einem gut geht, hat man auch Freunde, und da ich mich intensiv mit den Pilzen beschäftige, sind es bei mir meist Pilzfreunde, die mich hier auf La Palma besuchen kommen. Die einen von ihnen kommen der Pilze wegen, die anderen möchten nur einmal die Insel kennenlernen. Allen kann ich helfen und gelte als nette Gastgeberin.

Es interessieren sich besonders die bekannten Mykologen und internationalen Spezialisten für die Pilze auf La Palma, unter denen es sogar einige weltweite Neufunde gibt. Und so einen Herrn hatte ich für ein paar Wochen zu Besuch. Er hatte mehrere Titel, einen sehr guten Ruf in mykologischen Kreisen, einen hervorragenden sogar, und ich konnte einiges von ihm lernen. Aber er war auch ein sehr sparsamer Typ, und im Verlaufe seines Aufenthaltes hatte sich einiges angesammelt, das er mitnehmen wollte. Als letzten Lückenfüller noch einen Haufen Esskastanien zum Rösten daheim.

Und so kam es, dass er sich beim Abschied dazu entschied, lieber auf ein paar wertlose persönliche Dinge zu verzichten, als seine La Palma-Errungenschaften hierzulassen. Er übergab mir ein paar abgetragene Sandalen und zwei Waschlappen mit den Worten: "die alten Sandalen können Sie wegwerfen, und meine Waschlappen überlasse ich Ihnen, der weiße ist für obenrum und der schwarze für untenrum". Oh! Mann-o-mann! Ich spürte, wie ich auf meine alten Tage noch errötete, mal so auf Verdacht, denn ich konnte schon ahnen, dass ich bald dazu guten Grund haben würde. Wie ich mich kenne, mache ich mir über alles meine eigenen Gedanken, über jede Kleinigkeit, und das war überhaupt keine Kleinigkeit! Das war nicht zu fassen und nicht zu beschreiben. Und bestimmt würde ich gleich etwas denken, das Erröten rechtfertigte.

Zunächst musste ich mich nun bedanken. Wie bedankt man sich für die Waschlappen einer Koryphäe? Erwartete er "ich werde sie in Ehren halten", oder "ich werde immer an Sie denken"? Oder was? Passte alles nicht. Ich sollte sie ja nicht in Ehren halten, sondern ich sollte sie benutzen und durfte sie daneben oder dabei vielleicht noch in Ehren halten oder an ihn denken. O-Gott-o-Gott. Ich beließ es bei einem bescheidenen "Danke" und wandte mich rasch ab, denn nun übermannten mich die verwegensten Vorstellungen mit den alten Lappen.

Sie werden schon gemerkt haben, dass ich eine blühende Fantasie habe, und die ließ sich natürlich in diesem kitzligen Moment nicht einfach abstellen, nein, ganz im Gegenteil, besonders der schwarze Waschlappen beflügelte sie ungemein und ließ beinahe schmutzige Gedanken aufkommen. Ich konnte meinen grauen Zellen einfach keinen Einhalt gebieten, sie rasten geschlossen auf die einzige große und unumgängliche Frage hin, wie pflegte eine Koryphäe diesen kleinen schwarzen Waschlappen, der Beutelform hatte, untenrum zu benutzen? Es gab ja einige sehr unterschiedliche Möglichkeiten. Ergriff er ihn doppelt, wie er war, dann war er recht klein. Oder war er trotzdem noch groß genug? Keine Schande, auch eine Koryphäe, ganz groß in Pilzen, ist nur ein Mensch und darf auf anderem Gebiet kleiner sein. Oder steckte er die Hand in den Waschlappenbeutel hinein und hatte dann mehr Gefühl für die zu reinigenden Partien? Oder wie? Es gibt bei dieser Beutelform auch noch eine ganz simple Möglichkeit der Anwendung, aber da müssen Sie selbst drauf kommen, von der genauen Anweisung möchte ich lieber Abstand nehmen, um übler Nachrede wegen meiner ausschweifenden Fantasien vorzubeugen.

Und nun sollte ich den gleichen Lappen benutzen. Welche Vorstellung! Ich dachte nicht direkt an künstliche Befruchtung, aber weit entfernt war es davon nicht, und die Sache kam mir doch sehr unzüchtig vor. Ich bin noch aus der Zeit, als eine Dame gar nichts vom Untenrum des Mannes wissen durfte, geschweige denn, dass er es säuberte, wie und womit. So vorbelastet brachte ich es dann auch nie fertig, diesen Lappen an meinem Körper auszuprobieren. Da ich aber auch, genau wie der Spender, zu den Sparsamen gehöre, konnte ich ihn nicht einfach wegwerfen, und so kochte ich ihn gut aus, und schüttete natürlich das Kochwasser weg. Mit schlechtem Gewissen benutzte ich ihn für niedere Arbeiten im Haushalt, wobei mir dann unausbleiblich bewusst wurde, wie ich doch den herrschaftlichen Untenrumlappen, der bei seinem Herrn schon Schöneres gesehen hatte, so übel missbrauchte. Na-ja, es kostete mich einige verklemmte Gefühle, aber nach einer gewissen Zeit besänftigte sich die Lage, und ich konnte über den langsam sich abnutzenden Lappen schon etwas Schadenfreude empfinden. Siehste, hast es nicht geschafft zu meinem Untenrum, musst Dreck putzen. Diese neue Einstellung glättete dann auch meine immer wieder in Aufruhr gewesenen Gewissenswogen, und damit hatte ich das Kapitel des schwarzen Waschlappens noch einmal ohne tiefergreifende psychische Schäden überlebt.

Viel schlimmer stand es dann um den weißen Lappen für obenrum. Der hat mir vielleicht zugesetzt, weil ich meine damit zusammenhängenden Gewissensbisse einfach nicht unterdrücken konnte, und nur ganz heimlich habe ich ein bisschen süffisant gelächelt, wenn ich mich im Bad seiner bediente. Bei dem habe ich tatsächlich fast immer schuldbewusst an den Vorbenutzer gedacht und bin nur froh, dass er nicht noch einmal wiedergekommen ist, ich hätte ihm nicht in die Augen sehen können. Meine Gedanken bezüglich seines elitären weißen Obenrumlappens hätte eine Begegnung sehr kompliziert, für mich jedenfalls. Ich hatte ihn natürlich auch gut ausgekocht, aber dann habe ich ihn, stellen Sie sich bloß vor, schamlos und ohne jegliche Ehrerbietung für untenrum benutzt!

Er hätte lieber ein paar Kastanien dalassen sollen, dann wäre uns allen die recht anrüchige Geschichte erspart geblieben.




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